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Du machests, Jesu, uns ein gnadenvolles Mahl
1.) Du machests, Jesu, uns ein gnadenvolles Mahl
Und willst uns mit dir selbst bewirten, speisen, tränken,
Wie kannst du freundlicher auf unsre Wohlfahrt denken!
Auch ich gehör, Gott lob, mit unter solche Zahl,
Die sich zu diesem Mahl in tiefster Demut nahen,
Und so viel Seligkeit von deinen Tisch empfahen. (a)
2.) Ich stelle mich dabei zerknirscht und gläubig ein,
Ich leugne es dir nicht, ich bin ein Missetäter,
Dein unbefugter Feind und schändlicher Verräter.
Doch eben dieses macht mir so viel Qual und Pein,
Dies treibt mich, solcher Last mich gänzlich zu entbinden,
Dass ich auch hier mich lass an deiner Tafel finden.
(a) alte Form von empfangen
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Autor: Daniel Schönemann
Melodie: ohne Angaben
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Gott-geheiligte Betrachtungen, Welche über verschiedene Stellen der Heil. Schrifft, In denen darüber gehaltenen Predigten, als ein kurtzer Innhalt derselben, Der Christlichen Gemeinde zu St. Georgen an Berlin in gebundener Rede vorgetragen, und auf Verlangen herausgegeben sind von Daniel Schönemann
Verlag Ambrosius Haude
1727, Berlin
Thema: Abendmahl
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Daniel Schönemann, Pseudonym Sincero (* 1695 zu Greifswald, + 1737 in Koppen bei Glogau/ Niederschlesien) war ein deutscher evangelisch-lutherischer Pfarrer und begnadeter Dichter. Er wurde als Sohn eines Rektors in Greifswald geboren und studierte von 1708 bis 1711 Theologie. Anschließend lebte er einige Jahre bei seinem Vater, der inzwischen als Pastor nach Barth versetzt war, um demselben beim Predigen zu helfen. 1714 kam er als Hauslehrer nach Rostock, um nach anderthalb Jahren später ein Lehreramt in Güstrow anzutreten. Um diese Zeit entwickelte sich bei ihm, und zwar nach eigenen Angaben, infolge einer heftigen Krankheit, eine auffällige Begabung, aus dem Stegreif über alle möglichen Themen, namentlich über geistliche Dinge, in Versen zu reden, und zwar schneller, als mitgeschrieben werden konnte, wodurch er eine gewisse Berühmtheit erlangte. Der König Friedrich Wilhelm I. von Preußen wünschte ihn nach Berlin zu ziehen und verlieh ihm dazu zunächst 1721 die Pfarrei zu Geltow bei Potsdam und nicht lange darauf wurde er an die Kirche St. Georg in Berlin berufen. Hier wurde er auch Mitglied der Akademie der Wissenschaften. Als der der reformierten Konfession angehörende König durch eine Verordnung 1735 in den Ritus des lutherischen Gottesdienstes eingriff, verlor auch Schönemann sein Amt, da er sich weigerte, der Verordnung zu folgen, um nicht in Gewissensnöte zu kommen. Er fand zunächst ein Asyl bei einem Herrn von Knobelsdorf zu Doms an der Queis/Oberlausitz und zog dann nach Koppen bei Glogau, wo er 1737 starb. Schönemann hat weltliche und namentlich viele geistliche Dichtungen herausgegeben. Unter den letztern sind etwa 200 eigentliche geistliche Lieder, von denen einzelne eine weitere Verbreitung gefunden haben. Es mag noch erwähnt werden, dass ihm der Ruhm gebührt, das längste überlieferte geistliche Lied gedichtet zu haben, nämlich ein Passionslied in 724 Strophen, das im Jahr 1736 in Berlin erschien.
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Daniel Schönemanns Lieder/ Hymns
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Passion
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Derzeit noch nicht erfasst / Currently not scanned
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Ach, dass sich nicht do viele finden
Ägypten, lass mich los
An deinen Todestag, herr Jesu, will ich denken
Armes Herze, Jesum haben
Auf, sorgenvolles Herz, lass alles Leid verschwinden
Beglücktes Golgatha, du heißest meine Ruh
Beladnes Herz, wohin mit deinen Missetaten
Beständig Unbestand ist auf der Welt zu hoffen
Christus Freund tritt ihn mit Füßen
Das Herz will mir vor Wehmeut brechen
Dass Jesus freundlich sei, ist aller Welt bekannt
Dein Freund wird, Jesu, dein Verräter
Dein Richter frager dich, Herr Jesu, wer du bist
Den schönsten Tisch hast du uns, Jesu, angerichtet
Denk, Juda, was du tust
Der Himmel kracht, die Erde bebet
Der Mensch ist ganz verkehrt, sein Dichten ist nicht gut
Dich drücken meine Sündenlasten
Dich spotten, Jesu, deine Freunde
Die Falschheit herrschet überall
Die Sünde stürzet ins Verderben
Dir, Jesu, schreibt und setzt dein Richter eine Schrift
Dir, Jesu, schwör ich alle Liebe
Du bist, Jesu, meine Liebe
Du lässest, Jesu, dich berauben
Du machests, Jesu, uns ein gnadenvolles Mahl
Du schwitzest Blut, weil du mit Gott und Menschen ringest
Du verleugnest deinen Herrn
Du wirst am Kreuz, mein Herr und Gott
Du, Jesu, bist mein höchstes Gut
Endlich sieget und bekrieget ein Glaubenshand den Feind
Entkleideter, du kleidest mich
Erblasster Gottessohn, mein Herz bricht mir entzwei
Erkannter Schächer, freue dich
Erkenne, Jesu, mich für deinen Reichsgenossen
Erlöser, da ich dich am Kreuze hängen sehe
Erlöser, dein wahrhafter Mund
Erlöser, deine Marterwochen
Erlöser, der du selbst ein Fürst des Lebens bist
Erlöser, dir will ich geloben
Erlöser, ehe dir das Herz am Kreuze bricht
Erlöser, unter deinen Schändern
Erwürgtes Gotteslamm, an deinem Kreuzesstamm
Es bricht mein Herz auf Golgatha
Es salbet dich ein Weib, Gesalbeter des Herrn
Falsche Mäuler, frevle Zeugen
Frecher Missetäter, schändlicher Verräter
Fröhlich unter euren Pressen
Frommer Jesu, deine Schmerzen
Für mich gestorbner Freund, wenn ich einst
Gedenkt mein schlauer Feind
Getreuer Jesu, mir zu Gute
Gott wird sein Erbe nicht verlassen
Gott, meine Zuversicht, nun darf ich nicht verzagen
Herr Jesu, auch der Tod soll mich von dir nicht treiben
Herr Jesu, du bist wert, dass man dir Ehre tut
Herzensangst trifft dich, Erlöser
Ich bin nicht glücklicher zu schätzen
Ich bitte dich aus Hereznsgrund, mein Gott
Ich liege hier betrübt an deinem Kreuzesstamm
Ich sehe, Jesu, dich in deinem Schmerzen an
Ich sehe, Jesu, dich mit deinen Jüngern speisen
Ich sehe, Jesu, dich mit großer Not umgeben
Ich senke deine Glieder, mein Jesu, ächzend nieder
Ich stehe trauensvoll, mein Freund, bei deiner Leich
Ich weiß die Tränen nicht zu stillen
Ich werfe mich vor dir, mein teurer Jesu, nieder
Ich will bei Jesu Grabe sterben
Ihr Sünder, habet ihr ein Teufelskind gesehen
Jammervolle Herzen, allen euren Schmerzen
Jerusalem, was machest du
Jesu, deine Feinde halten wider dich zusammen Rat
Jesu, du bekennest freudig, da dich deine Feinde fragen
Jesu, du gibst Red und Antwort deinem Richter
Jesu, ich will mit dir gehn
Jesu, meine Zuversicht, lass mich nicht vergeblich klagen
Jesu, meiner Seelen Leben, wenn du kommst
Jesu, schließ in deine Wunden meine kranke Seele ein
Jesus machet uns ein Mahl
Jesus Verbleibet mir alles in allen
Jesus wird ins Grab versenket
Judas suchet Trost und Rat
Kann es dir in Juda möglich sein
Kommet her, verstockte Sünder
Man beschuldiget dich, Jesu, der du doch
Man hasset einen Freund, der unbegreiflich liebet
Man legt dich, Jesu, in dein Grab
Man nimmt dich von dem Kreuz herab
Man nimmt, Erlöser, dir das Deine
Mein Golgatha, mein Bleiben soll bei dir
Mein Gott, ich bitte Gnade
Mein Herz, sei nicht von Stahl und Steinen
Mein Jesu, ich will mich in deine Wunden schließen
Mein Jesus muss ein Sünder heißen
Mein Jesus träget meine Schuld
Mein Lebensfürst soll nicht mehr leben
Meine Seele ist voll Jammer
Meiner Sünden große Menge
Meines Jesu bitter Leiden
Menschen können mich nicht trösten
Muss ein verfluchtes Holz den Baum des Lebens tragen
Nur du, Herr Jesu, kannst mir zeigen
O schreckensvoller Tod, so will das Weltkind sprechen
Ob mich die Welt gleich schnöde hält
Offne Seite, sichre Höhle
Schmerzensmann, du jammerst mich
Sieg, Sieg mein Kämpfen ist zu Ende
So wirst du, Jesu, denn von Juda übergeben
Sünder willst du dich verstecken
Teurer Jesu, ach, wie schnöde halten deine Feinde dich
Teurer Jesu, dein Begräbnis wird vortrefflich wohl bestellet
Tretet her, geehrte Frommen
Verräterisches Herze, dich quälet jetzt
Vor Gott kann nichts verborgen werden
Was hat, Erlöser, dich vor Todesangst umgeben
Was ist doch an diesem Tage Sonderbares vorgegangen
Welch Anblick, sehe ich dich, teurer Jesu, nackt
Welt, behalte deine Ehre
Welt, behalte deinen Witz
Welt, dein Wein ist mir zu bitter
Wenn mich Seelenangst will in die Enge treiben
Wer Christi Jünger ist, muss Kreuz und Trübsal leiden
Wer hat zu leiden dich gemacht
Wer Jesum ohne Scheu bekennet
Wie groß sind, Jesu, deine Schmerzen
Wie hängt des Höchsten Kraft auf Golgatha entkräftet
Wie will ich, Jesu, dein vergessen
Wirf, Sünder, einen Blick nach Jesu Kreuze hin
Wohin soll ich Verfolgter fliehen
Zum Kreuze Jesu will ich eilen
Der Mann im Mond.
Der Mann im Mond hängt bunte Träume,
die seine Mondfrau spinnt aus Licht,
allnächtlich in die Abendbäume,
mit einem Lächeln im Gesicht.
Da gibt es gelbe, rote, grüne
und Träume ganz in Himmelblau.
Mit Gold durchwirkte, zarte, kühne,
für Bub und Mädel, Mann und Frau.
Auch Träume, die auf Reisen führen
in Fernen, abenteuerlich.
Da hängen sie an Silberschnüren.
Und einer davon ist für DICH.
Mascha Kaleko
Ich wünsche für das neue Jahr, dass jeder von euch sich seinen persönlichen Traum erfüllen kann.
Streetfotografie
Wenn ich in der Fotografie etwas bewundere, dann sind es eindrucksvolle Straßenfotografien.
Mir selbst fehlte bisher der Mut fremde Menschen auf der Straße zu fotografieren. Bis ich nun in Rom war. Die Stadt erschien mir gleich in mehrfacher Hinsicht ideal. Schließlich hat zwischen Piazza del Popolo und Colesseum jeder eine Kamera in der Hand, es gibt unzählige Motive und, das Wichtigste, keiner kennt mich.
Also bin ich früh um Acht mit der Metro zur Station Spagna gefahren, habe mich auf die Treppe gesetzt und angefangen zu fotografieren. Mit der längsten Brennweite und aus mindestens100 m Entfernung. Trotzdem hat mich jedes Bild Überwindung gekostet und neun von zehn Bildern waren auch hoffnungslos verwackelt. Nach 5 Stunden war ich am Trevi-Brunnen angekommen und hatte viel über Straßenfotografie gelernt. Von den 300 Bildern, die dabei entstanden sind, sind 280 für den Mülleimer. Auf die anderen 20 bin ich aber stolz. Sie sind nicht perfekt. Es ist mir aber endlich mal gelungen, von den ewigen „schöne Bilder machen“ wegzukommen.
Eine der Sachen, auf die sich viele Frauen freuen, wenn es um die Jahreszeit geht, ist der Einkauf neuer Kleidung, die Suche nach neuen Trends und natürlich die Zusammenstellung einer neuen Garderobe. Jetzt kann es schwierig sein, mit Trends Schritt zu halten. Nicht alle Trends sind für j...
coolideen.com/2018/08/07/bequeme-herbsttrends-die-sie-jed...
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Hiermit wird versprochen, dass die Angelegenheit so schnell wie möglich geklärt wird.
Für Fotos und Videos, die in den Inhaltsverzeichnissen aufgeführt, aber nicht angezeigt werden, haben die Eigentümer des Urheberrechtes keine Zustimmung gegeben.
Upload von: Tobias Schneider - tobis.fotografie - Beschreibung: Auf einer kleinen Winterwanderung in den Allgäuer Alpen bekam ich diesen schönen Weißrückenspecht vor die Linse.
Meine Anwesenheit schien den Specht nur wenig zu stören.
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TUNESIEN - DIE PALÄSTE DER MACHT UND DER ZORN DER REVOLUTION
In den Scherben der verwüsteten Strandvilla spiegeln sich gleichermaßen der Größenwahn des gestürzten tunesischen Diktators Ben Ali wie auch die Visionen der Befreiung.
DER AUSGEHÖHLTE LUXUS
Das monumentale Gebäude überragt den Strand. Einst schien es geradezu über ihn zu thronen. Große herrschaftliche Treppen führen hinauf. Den Eingangbereich überragen Säulen, die an die Größe antiker Reiche erinnern sollten.
Der beeindruckende unverdeckte Ausblick schließt Meer, Stadt und Land ein, während gleichzeitig die inzwischen an machen Stellen durchbrochenen Mauern einem Einblick auf das Gelände von Außen verhinderten. Die Küche bzw. die Räumlichkeiten für die Angestellten befanden sich dagegen in einem vom eigentlichen Gebäude abgetrennten Geschoss unterhalb des Bodens.
Über Jahre hinweg wurde das Anwesen am Strand von Hammamet vom Clan des ehemaligen tunesischen Machthabers Ben Ali als eine von zahlreichen Sommerresidenzen genutzt. Doch nun wirkt das Gebäude wie ein ausgehöhltes Symbol der einstigen Diktatur.
Die ehemals weißen Außenwände sind zum Teil rußgeschwärzt und mit Graffiti-Parolen überzogen. Im Inneren gibt es keine Wand, die nicht von zahllosen handgeschriebenen Botschaften geprägt ist. Die großflächigen Fensterfassaden sind völlig verschwunden. Der Boden ist stattdessen mit Scherben überhäuft, während sich im Swimmingpool entsprechende Trümmer stapeln. Die Holzveranda mit einer eigenen Bar ist abgebrannt, nur ein verkohltes Gestell erinnert daran.
Im Zuge des Aufstandes gegen das Regime Ben Alis wurde das Gelände im Januar 2011 gestürmt und verwüstet. Jahrzehntelang unterdrückte Gefühle fanden hier einen Ausgang.
DIE JASMIN-REVOLUTION
Die Jasmin-Revolution begann tragisch mit der Selbstverbrennung des 26-jährigen Gemüsehändlers Mohamed Bouazizi am 17. Dezember 2010. Sie wurde zu einem Fanal gegen die sozialen und politischen Missstände in Tunesien, die sich in Bouazizis Lebensbedingungen spiegelten.
Innerhalb weniger Wochen wuchs der Protest zu einer Massenbewegung an. Auf Demonstrationen und Streiks reagierte der Staatsapparat mit brutaler Härte. Dutzende unbewaffnete Menschen wurden bei den Protesten erschossen, worauf es mehrfach zu Straßenschlachten kam. Durch die Weigerung von Teilen des Militärs weiter gegen die Bevölkerung vorzugehen, verliert Ben Ali entscheidend an Stärke. Nachdem er Vermögenswerte in Höhe von rund 500 Millionen Euro ins Ausland transferieren ließ, flüchtete Ben Ali am 14. Januar 2011 nach Saudi-Arabien.
In Folge wurde eine Übergangsregierung gebildet, die den Übergang in ein parlamentarisches System ermöglichen soll. Nach Protesten gegen einige Mitglieder, die schon unter Ben Ali führende Positionen einnahmen, musste die Regierung jedoch mehrfach neu zusammengesetzt werden. Schrittweise folgten dann die Freilassung politischer Gefangener, die Aufhebung der Zensur, die Ansetzung von Wahlen und die Verurteilung von Ben Ali in Abwesenheit zu einer langen Gefängnisstrafe.
Im Mittelpunkt der Revolution standen die Forderung nach Meinungsfreiheit, demokratischer Mitbestimmung und Rechtsstattlichkeit, sowie das Ziel eines breiten materiellen Wohlstandes. Das prägende Grundgefühl war Bedürfnis nach freier Entfaltung im persönlichen wie im gesellschaftlichen Bereich ohne repressive Einschränkungen durch ein korruptes System. Die Grundwerte der Revolution entsprachen einem bürgerlichen Gesellschaftsbild. Islamistische Positionen nahmen dagegen eine völlig untergeordnete Rolle ein. Auch linke revolutionäre Zielsetzungen, die auf eine grundsätzliche Umgestaltung der Gesellschaft zielten, hatten nur einen geringen Einfluss.
Trotz der staatlichen Zensur-Bestrebungen nahm das Internet innerhalb der Revolution eine zentrale Rolle ein. Facebook, YouTube und Twitter wurden zu wichtigen Werkzeugen innerhalb der Unruhen. Weitgehend ohne hierarchische Strukturen und traditionelle Organisationsformen wurde es so möglich, selbstbestimmt Informationen über Treffpunkte, Videos von Auseinandersetzungen oder auch Songs mit systemkritischen Inhalten weiterzuverbreiten. Die Revolution fand dadurch nicht nur auf den Straßen, sondern auch im virtuellen Raum statt. Der handschriftliche Dank an Facebook an der Wand der Sommerresidenz in Hammamet spiegelt dies deutlich wider.
Die Jasminrevolution in Tunesien stürzte einen Diktatur, der nach weit über zwanzig Jahren an der Macht unantastbar schien. Sie bildete dadurch einen Ausgang für die revolutionären Unruhen, die sich in Folge als Widerstand gegen autoritäre Herrschaftssysteme in mehreren nordafrikanischen Ländern entfalteten.
PALASTSÄLE FÜR STRASSENMUSIKER
Wie tiefgreifend die Veränderungsprozesse in Tunesien sind, wird sich symbolhaft in der Beantwortung der Frage zeigen, ob die zahlreichen Paläste des einstigen Diktators eine neue Bedeutung erhalten oder ob sie, wie bei so vielen Revolutionen zuvor, zu den Residenzen neuer Machthaber werden.
Zahllose Revolutionen sind versandet, weil sie in wesentlichen Bereichen die Strukturen des alten Systems übernommen und nur die darin tätigen Personen ausgetauscht haben. Um nachhaltige Veränderungen zu bewirken, müssen auf allen Ebenen die Türen aufgebrochen und die Räume mit einem neuen Leben erfüllt werden.
Derzeit sind die großen Paläste des ehemaligen Diktators in Tunis und Karthago von Militärkräften weiträumig abgesperrt. Sieht man von einigen verwüsteten Residenzen ab, ist eine Besichtigung oder gar eine Nutzung durch die Bevölkerung der Städte nicht möglich.
Denkbar wäre dagegen beispielsweise die Nutzung der Luxus-Villen als Jugendzentren, Übernachtungsmöglichkeiten für Obdachlose oder Dokumentationszentren. Eine ehemalige Luxussuite kann auch fantasievoll zu einem Spielsplatz für Kinder werden, die in einem Sandkasten spielen, der den ganzen Raum ausfüllt. Ebenso ließen sich Palastsäle von Straßenmusikerinnen nutzen werden, die dort zu offenen Sessions einladen.
Einige Gebäude sollten jedoch in ihrer derzeitigen Form erhalten bleiben, wie die Residenz in Hammamet. Das Gebäude wirkt emotional unmittelbar berührend als Mahnmal gegen die Arroganz der Macht, aber auch als Symbol der Möglichkeit gegen derartige Strukturen zu rebellieren und sie zu stürzen, wo immer sie Gestalt annehmen.
Wolfgang Sterneck, Juni 2011.
Foto-Set:
- Hammamet - Scherben einer Diktatur °*
www.flickr.com/photos/sterneck/sets/72157627311732802
Dank an Moon °*
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1147: Über dieses Firmengelände im Nordosten des Stadtteiles Bremen-Farge ziehen sich vier Leitungen vom Umspannwerk Bremen-Farge, die sich auf nur zwei Mastgestänge verteilen. Vorne steht ein großer Donaumast mit V-förmiger Erdseiltraverse und zusätzlicher dritter Leiterseiltraverse, hinten ein Mast in doppelter Einebenenausführung ebenfalls mit V-förmiger Erdseiltraverse. Der Donaumast trägt auf seinen beiden oberen Leiterseiltraversen zwei Höchstspannungs-Stromkreise, die zum großen Umspannwerk Dollern bei Stade an der Unterelbe führen. Die Leitung auf der unteren Leiterseiltraverse führt nach Cuxhaven. Auf der oberen Leiterseiltraverse des Masten in doppelter Einebenenausführung ist links ein einzelner Stromkreis aufgehängt, der zum Umspannwerk Bremervörde-Engeo führt. Die Leiterseile rechts sind Ausbaureserve. Unten sind zwei Stromkreise zum großen Umspannwerk Sottrum bei Rothenburg an der Wümme installiert. Zwischen dem hinter dem Fotostandpunkt gelegenen Umspannwerk Bremen-Farge und dem Donaumast vorne nutzt die Leitung nach Cuxhaven eigene Mastgestänge; erst hier vereinigt sie sich mit der Leitung Dollern. Alle vier Leitungen trennen sich nordöstlich von hier in Schwanewede-Neuenkirchen wieder.
Großherzog Pietro Leopoldo I. hat Ende des 18. Jhs. dafür gesorgt, dass aus der Heilquelle ein nobles Heilbad wurde. Er ließ u. a. die klassizistische und glanzvolle Stabilimento Tettuccio bauen, mit prachtvollem Säulenportikus und marmornen Zapftheken.
Montecatini Terme ist eine Stadt und italienische Gemeinde in der Provinz Pistoia mit 20.255 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) und liegt in der Toskana etwa auf halber Strecke zwischen Florenz und Pisa.
Hauptort der Gemeinde ist der gleichnamige Kurort, eines der größten und berühmtesten Heilbäder Italiens. Montecatini gilt außerdem als ein Zentrum der Art-Nouveau-Architektur. In Montecatini Terme gibt es über 200 Hotels aller Kategorien.
Zur Gemeinde gehört außerdem das Bergdorf Montecatini Alto, dessen ursprünglicher Siedlungskern mit dem Hauptort durch die Funicolare di Montecatini Terme, eine der ältesten noch in Betrieb befindlichen Standseilbahnen Italiens verbunden ist.
[Quelle: Wikipedia]
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TUNESIEN - DIE PALÄSTE DER MACHT UND DER ZORN DER REVOLUTION
In den Scherben der verwüsteten Strandvilla spiegeln sich gleichermaßen der Größenwahn des gestürzten tunesischen Diktators Ben Ali wie auch die Visionen der Befreiung.
DER AUSGEHÖHLTE LUXUS
Das monumentale Gebäude überragt den Strand. Einst schien es geradezu über ihn zu thronen. Große herrschaftliche Treppen führen hinauf. Den Eingangbereich überragen Säulen, die an die Größe antiker Reiche erinnern sollten.
Der beeindruckende unverdeckte Ausblick schließt Meer, Stadt und Land ein, während gleichzeitig die inzwischen an machen Stellen durchbrochenen Mauern einem Einblick auf das Gelände von Außen verhinderten. Die Küche bzw. die Räumlichkeiten für die Angestellten befanden sich dagegen in einem vom eigentlichen Gebäude abgetrennten Geschoss unterhalb des Bodens.
Über Jahre hinweg wurde das Anwesen am Strand von Hammamet vom Clan des ehemaligen tunesischen Machthabers Ben Ali als eine von zahlreichen Sommerresidenzen genutzt. Doch nun wirkt das Gebäude wie ein ausgehöhltes Symbol der einstigen Diktatur.
Die ehemals weißen Außenwände sind zum Teil rußgeschwärzt und mit Graffiti-Parolen überzogen. Im Inneren gibt es keine Wand, die nicht von zahllosen handgeschriebenen Botschaften geprägt ist. Die großflächigen Fensterfassaden sind völlig verschwunden. Der Boden ist stattdessen mit Scherben überhäuft, während sich im Swimmingpool entsprechende Trümmer stapeln. Die Holzveranda mit einer eigenen Bar ist abgebrannt, nur ein verkohltes Gestell erinnert daran.
Im Zuge des Aufstandes gegen das Regime Ben Alis wurde das Gelände im Januar 2011 gestürmt und verwüstet. Jahrzehntelang unterdrückte Gefühle fanden hier einen Ausgang.
DIE JASMIN-REVOLUTION
Die Jasmin-Revolution begann tragisch mit der Selbstverbrennung des 26-jährigen Gemüsehändlers Mohamed Bouazizi am 17. Dezember 2010. Sie wurde zu einem Fanal gegen die sozialen und politischen Missstände in Tunesien, die sich in Bouazizis Lebensbedingungen spiegelten.
Innerhalb weniger Wochen wuchs der Protest zu einer Massenbewegung an. Auf Demonstrationen und Streiks reagierte der Staatsapparat mit brutaler Härte. Dutzende unbewaffnete Menschen wurden bei den Protesten erschossen, worauf es mehrfach zu Straßenschlachten kam. Durch die Weigerung von Teilen des Militärs weiter gegen die Bevölkerung vorzugehen, verliert Ben Ali entscheidend an Stärke. Nachdem er Vermögenswerte in Höhe von rund 500 Millionen Euro ins Ausland transferieren ließ, flüchtete Ben Ali am 14. Januar 2011 nach Saudi-Arabien.
In Folge wurde eine Übergangsregierung gebildet, die den Übergang in ein parlamentarisches System ermöglichen soll. Nach Protesten gegen einige Mitglieder, die schon unter Ben Ali führende Positionen einnahmen, musste die Regierung jedoch mehrfach neu zusammengesetzt werden. Schrittweise folgten dann die Freilassung politischer Gefangener, die Aufhebung der Zensur, die Ansetzung von Wahlen und die Verurteilung von Ben Ali in Abwesenheit zu einer langen Gefängnisstrafe.
Im Mittelpunkt der Revolution standen die Forderung nach Meinungsfreiheit, demokratischer Mitbestimmung und Rechtsstattlichkeit, sowie das Ziel eines breiten materiellen Wohlstandes. Das prägende Grundgefühl war Bedürfnis nach freier Entfaltung im persönlichen wie im gesellschaftlichen Bereich ohne repressive Einschränkungen durch ein korruptes System. Die Grundwerte der Revolution entsprachen einem bürgerlichen Gesellschaftsbild. Islamistische Positionen nahmen dagegen eine völlig untergeordnete Rolle ein. Auch linke revolutionäre Zielsetzungen, die auf eine grundsätzliche Umgestaltung der Gesellschaft zielten, hatten nur einen geringen Einfluss.
Trotz der staatlichen Zensur-Bestrebungen nahm das Internet innerhalb der Revolution eine zentrale Rolle ein. Facebook, YouTube und Twitter wurden zu wichtigen Werkzeugen innerhalb der Unruhen. Weitgehend ohne hierarchische Strukturen und traditionelle Organisationsformen wurde es so möglich, selbstbestimmt Informationen über Treffpunkte, Videos von Auseinandersetzungen oder auch Songs mit systemkritischen Inhalten weiterzuverbreiten. Die Revolution fand dadurch nicht nur auf den Straßen, sondern auch im virtuellen Raum statt. Der handschriftliche Dank an Facebook an der Wand der Sommerresidenz in Hammamet spiegelt dies deutlich wider.
Die Jasminrevolution in Tunesien stürzte einen Diktatur, der nach weit über zwanzig Jahren an der Macht unantastbar schien. Sie bildete dadurch einen Ausgang für die revolutionären Unruhen, die sich in Folge als Widerstand gegen autoritäre Herrschaftssysteme in mehreren nordafrikanischen Ländern entfalteten.
PALASTSÄLE FÜR STRASSENMUSIKER
Wie tiefgreifend die Veränderungsprozesse in Tunesien sind, wird sich symbolhaft in der Beantwortung der Frage zeigen, ob die zahlreichen Paläste des einstigen Diktators eine neue Bedeutung erhalten oder ob sie, wie bei so vielen Revolutionen zuvor, zu den Residenzen neuer Machthaber werden.
Zahllose Revolutionen sind versandet, weil sie in wesentlichen Bereichen die Strukturen des alten Systems übernommen und nur die darin tätigen Personen ausgetauscht haben. Um nachhaltige Veränderungen zu bewirken, müssen auf allen Ebenen die Türen aufgebrochen und die Räume mit einem neuen Leben erfüllt werden.
Derzeit sind die großen Paläste des ehemaligen Diktators in Tunis und Karthago von Militärkräften weiträumig abgesperrt. Sieht man von einigen verwüsteten Residenzen ab, ist eine Besichtigung oder gar eine Nutzung durch die Bevölkerung der Städte nicht möglich.
Denkbar wäre dagegen beispielsweise die Nutzung der Luxus-Villen als Jugendzentren, Übernachtungsmöglichkeiten für Obdachlose oder Dokumentationszentren. Eine ehemalige Luxussuite kann auch fantasievoll zu einem Spielsplatz für Kinder werden, die in einem Sandkasten spielen, der den ganzen Raum ausfüllt. Ebenso ließen sich Palastsäle von Straßenmusikerinnen nutzen werden, die dort zu offenen Sessions einladen.
Einige Gebäude sollten jedoch in ihrer derzeitigen Form erhalten bleiben, wie die Residenz in Hammamet. Das Gebäude wirkt emotional unmittelbar berührend als Mahnmal gegen die Arroganz der Macht, aber auch als Symbol der Möglichkeit gegen derartige Strukturen zu rebellieren und sie zu stürzen, wo immer sie Gestalt annehmen.
Wolfgang Sterneck, Juni 2011.
Foto-Set:
- Hammamet - Scherben einer Diktatur °*
www.flickr.com/photos/sterneck/sets/72157627311732802
Dank an Moon °*
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Es gehört zum Fortschritt der Schweiz, dass eine kleine Sportmaschine stundenlang über Wohngebieten und einem Naturschutzgebiet mit Brutvögel ihre Runden auf relativ geringer Höhe dreht.
PCM-Tonspur: LE, überlappend, zeitsynchron
Bild: DSC00422
einen Tag vor der offiziellen Inbetriebnahme schon im Linieneinsatz auf der M 17. Benno-König-Str., 30.10.2021
Gegen die NATO und für Russland
Zum 17. Juni 2023 hatte das "Bündnis für Frieden" aus Brandenburg an der Havel zu einer Kundgebung in der Franz-Ziegler-Str. 28 in Brandenburg aufgerufen. Verantwortlicher Anmelder war der 24 Jahre junge Dominik Mikhalkevich aus Belarus, Mitarbeiter des LINKEN-Abgeordneten Andrej Hunko und im Jahr 2021 Nachfolger von Markus Meckel als Vorsitzender der Deutsch-Belarussischen Gesellschaft (dbg), nachdem dieser zurück getreten war.
Beworben wurde die Anti-NATO-Veranstaltung" u.a. und von Beginn an vordergründig von aufstehen Berlin, vom Netzwerk Friedenskooperative; später reihte sich auch die verschwörungsideologische Kleinstpartei dieBasis mit ein, die sich mit Corona-Leugnern und rechtsoffenen Verschwörungsaktivisten im Zuge der Corona-Pandemie gebildet hatte.
Bundesweit für Schlagzeilen sorgte das "Bündnis für Frieden" bereits im Herbst 2022 mit organisierten Demonstrationen, bei denen eine Reihe Neonazis, die Freien Brandenburger und außerdem der Landtagsabgeordnete Lars Hünich (AfD) mitgelaufen waren. Die Freien Brandenburger sind laut Tagesspiegel ein Ableger der rechtsextremen Freien Sachsen. Die Freien Sachsen werden seit 2022 aufgrund ihrer Agitation vom Verfassungsschutz überwacht.
Die Freien Brandenburger und das Bündnis für Frieden sollen wohl laut nd-aktuell inzwischen wieder getrennte Wege gehen.
Bei dieser Kundgebung, die ab 13 Uhr auf dem Platz der Alten Feuerwache stattfand und mit Alexander King (DIE LINKE Tempelhof-Schöneberg) vertreten war, wurde zeitgleich auch gegen den gerade stattfindenden "Tag der Bundeswehr" auf dem gegenüberliegenden Gelände der Festwiese sowie gegen die vom 12. bis 23. Juni durchgeführte NATO-Übung "Air Defender 2023" demonstriert.
Die Übung Air Defender 23 war die größte Verlegeübung von Luftstreitkräften seit Bestehen der NATO. Bis zu 10.000 Übungsteilnehmer aus 25 Nationen mit 250 Luftfahrzeugen unter der Führung der Luftwaffe Luftoperationen im europäischen Luftraum kamen dabei zusammen. In Zeiten des russischen Angriffskrieges bekommt diese militärische Übung noch einmal eine ganz andere Bedeutung, wie in den Jahren zuvor.
Die Online-Zeitschrift der DKP "Unsere Zeit" schrieb im späteren Verlauf dazu: "Die Kundgebung war eine von vielen Aktionen gegen das NATO-Kriegsmanöver und die Hetze gegen Russland und China. Weitere müssen folgen."
Freie Linke, BüSo und dieBasis
Anwesend waren neben dem üblichen Publikum gut sichtbar auch die Freie Linke mit einem großen Frontbanner sowie mehrere Mitglieder/Sympathisanten der Kleinstpartei dieBasis - ob mit Fahne, Banner, Stickern oder anderen Accessoires. Diese wurden dort ganz normal geduldet. Ein Sympathisant der LaRouche-Partei BüSo warb mit dieser und auch Mitglieder von "Rheinmetall entwaffnen" mischten sich mit einem Frontbanner in die Kundgebung ein.
Als ich bei Beginn der Kundgebung das "Links-Rechts"-Schild auf dem grünen Papppanzer fotografieren wollte, stellten sich mir immer wieder Teilnehmer in den Weg bzw. vor meine Person. Zugleich wurde ich von einem Teilnehmer angesprochen, hier doch nur ein sensationsheischendes Foto machen zu wollen, um die Veranstaltung diskretitieren zu können. Ich finde, dazu braucht es nicht nur dieses Schild. Ein anderer Teilnehmer benutzte den Spruch des Reichspropagandaminister Joseph Goebbels: "Wollt ihr den totalen Krieg", wie das mein Kollege Moritz Dorn festhalten konnte.
Während der Rede von Reiner Braun kreiste zweimal ein Luftwaffen Airbus Transportflugzeug vom Typ A400M mit Sonderlackierung bzgl. Air Defender 23 über die Köpfe der Kundgebung hinweg. Daraufhin folgten Buuh-Rufe.
Der Protest, der unter dem Motto: "Keine Bomber über unseren Köpfen! Kein Werben fürs Sterben" wurde laut Veranstalter mitgetragen von Organisationen aus Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen.
Unterstützt wurde diese Veranstaltung von:
- aufstehen Sammlungsbewegung
- Brandenburgischer Freidenkerverband
- Bündnis Heizung, Brot und Frieden (Berlin)
- Bürgerinitiative OFFENeHEIDe (Sachsen-Anhalt)
- DFG-VK (Landesverband Ost/Thüringen, Sachsen-Anhalt)
- DIE LINKE Bundesarbeitsgemeinschaft Frieden und internationale Politik
- DIE LINKE (Kreisverband Potsdam-Mittelmark)
- DIE LINKE (BO "Unsere Straße" Berlin-Charlottenburg-Wilmersdorf)
- DIE LINKE (Karl-Liebknecht-Kreis Brandenburg und Sachsen-Anhalt)
- DIE LINKE KPF Land Brandenburg
- DKP Parteivorstand
- Mütter gegen den Krieg (Berlin-Brandenburg)
- Die Unbeugsamen (Linke Sammlungsbewegung)
- Friedensbündnis Panketal
- FRIKO Berlin und Potsdam
- Friedensglockegesellschaft Berlin
- Initiative Frieden und Abrüstung (Dahme-Spreewald)
- ISOR e.V. (Potsdam)
- Leipzig gegen Krieg.de (Sachsen)
- SDAJ (Ost)
Als Redner traten auf:
- Christian Leye und Alexander S. Neu (DIE LINKE)
- Reiner Braun (Aktivist und Netzwerker)
- Gotthard Krupp (ver.di Berlin-Brandenburg)
- Torsten Schleip (Friedenszentrum Leipzig)
- Birgit Uhlworm (Stadtverordnete Königs-Wusterhausen)
- ein David von der Jugendorganisation der DKP: SDAJ und Gisela Vierrath (DKP)
- der Liedermacher Tino Eisbrenner (DDR Band "Jessica"), der erst Anfang Mai gemeinsam mit der Russin Zara im Kremlpalast bei einem Musikfestival "Doroga na Jalty" - "Weg nach Yalta" in Moskau auftrat um "Brücken zu bauen" und den zweiten Platz belegte sowie
- Linda Kraenkova bzw. Linda Moulhem Arous (belarussisch-syrische Hip-Hop Sängerin & Aktivistin). Krankova war 2020 als Hamburger Bürgerschaftskandidatin für die DIE LINKE angetreten.
Gestreamt wurde die Veranstaltung u.a. von "Berlin Online TV", aber auch RT berichtete. Den Stream kann man sich im unten verlinkten Video ansehen.
Gegenprotest und Reaktion
Einen kleinen Gegenprotest gab es unweit der Kundgebung aus Berlin. Am Rande hatte sich die Antiverschwurbelte Aktion mit ca. 4 Teilnehmenden gegen den dort vorhandenen verschwörungsideologischen "Schwurbel" wie z.B. dieBasis und die Freie Linke Lautstärke verschafft. Als eingefleischte Antimilitaristen protestierte sie aber auch gut sicht- und auch lesbar gegen die Bundeswehr.
Zwischen den Reden ergriff kurzerhand Dominik Mikhalkevich auf einmal das Wort am Mikrofon, um sich über den Gegenprotest mit großer Gestik zu echauffieren. Er sagte vor dem Publikum:
"Das einzige, was ihr zu sagen habt, ist eure blöden Kostüme anzuziehen und diese Veranstaltung zu stören und das geht gar nicht. (...) Ihr diskretitiert euch selbst. (...) Ihr demonstriert nicht gegen die Bundeswehr-Führung, ihr demonstriert gegen uns, Schande über euch".
Die Moderatorin der Veranstaltung, Jutta-Kausch-Henken rundete diese Rede dann noch mit den Worten ab: "Ja Christian, reg dich doch nicht auf, das sind doch nur Echsen, die können gar nichts sagen, Echsen können gar nicht sprechen. Also ich denke, die sollten wir nicht ernst nehmen".
Alte Bekannte
Auf der Kundgebung begegnete mir Harri G. aus dem Vorstand der aufstehen-Bewegung Berlin sowie Burkhard P. von aufstehen Quedlinburg (mit seinem Schild "gegen Hass"), die im Sommer letzten Jahres im Zuge der Demonstration der "Zivilen Zeitenwende" vor der Russischen Botschaft in Berlin versuchten, einen Kollegen von mir und mich äußerst aggressiv mit einer Friedens-Fahnenstange zu attackieren, so das die Polizei einschreiten musste. Sie wollten bei ihren Übergriffen auf pro- und ukrainische Aktivisten bei einem Gegenprotest fotografisch/filmisch nicht festgehalten werden.
Anwesend war auch der Vorsitzende des stasinahen Vereins GRH: Hans Bauer vor dem Banner der "Kommunistischen Organisation" - auf dem stand: "Stoppt den Krieg gegen Russland". Bauer ist zugleich Vizepräsident des Ostdeutschen Kuratoriums (bzw. neu: Kollegium) von Verbänden, kurz OKV genannt. Auf einer archivierten Seite des OKV´s kann man sich die unterschiedlichen Vereine an Mitgliedern ansehen, die in den Quellen verlinkt sind.
Bauer begegnete ich zum ersten Mal im Jahr 2016, als dieser zusammen mit dem stasinahen Verein "Unentdecktes Land" vor dem Brandenburger Tor eine Mauer-Gedenkveranstaltung vom Förderverein Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen und der Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) gestört hatte. In jenem Jahr reihte sich dort auch der deutsche Islamist und ehemaliger linksextremistischer Terrorist der Antiimperialistische Zellen (AIZ) Bernhard Falk ein, der ein gern gesehener Gast in diesem Spektrum alter Kader und Tankies ist.
Das ostdeutsche Kollegium von Verbänden
Das OKV ist letztendlich ein Netzwerk und Zusammenschluss von allen erdenklichen stasinahen Vereinigungen und Vereinen zu einem gemeinsamen Verbund. Auch der oben aufgeführte Verein "ISOR" gehört dazu wie auch die "Friedensglockegesellschaft". Hierbei ist interessant, dass die Geschäftsführerin von ISOR zeitgleich Vorstand der Friedensglockegesellschaft ist, wie auf der Seite ISOR nachzulesen ist. So funktioniert der Zusammenschluss alter Stasi-und Kaderverbände.
Im Präsidium des OKV sitzen z.B. "friedensbewegte" Mitglieder zusammen mit einstigen hochrangigen Kadern der DDR, die u.a. bereits vor Jahren z.b. mit dem rechtsextremen Compact-Magazin ("Geheimakte Gauck") des Jürgen Elsässer zusammen arbeiteten. Aber auch Liane Kilinc von der "Friedensbrücke-Kriegsopferhilfe" (FBKO) ist dort zu finden. Über Kilinc berichtete ich im letzten Jahr zum Tag des Sieges im Treptower Park Berlin.
Die nach Russland geflohene Aktivistin arbeitet im Zuge der "Friedensbrücke Kriegsopferhilfe" (laut unterschiedlichen Medienberichten wie Reuters, dem russischen Investigativportal The Insider sowie des ehemaligen deutschsprachigen Twitter-Accounts namens Polly) in Russland mit putintreuen Neonazi-Netzwerken zusammen, die dem dortigen Innenministerium unterstehen.
In RT DE mimte Kilinc die "politisch Verfolgte" und behauptete, in Deutschland "Drohungen" und "psychischer Gewalt" ausgesetzt gewesen zu sein, beispielsweise weil Autos mit ukrainischem Kennzeichen vor ihrem Auto in Berlin-Wandlitz geparkt hätten.
Kilinc, die laut "Schwarzer-Kanal.org" den Holodomor als Nazipropaganda bezeichnet und somit leugnet und die nach eigenen Angaben Tochter eines einstigen Stasi-Mitarbeiters ist, bewarb auf dem russischen Facebook-Klon vkontakte auch die Wagner-Gruppe. Und der OKV bewirbt sie und ruft zu Spenden für ihren Verein auf.
Das muss der gelebte "Antifaschismus" der ehemaligen DDR-Doktrin Made in SU sein.
Auf der Seite vom OKV ist weiterhin eine kurze Bewerbung zum Konzert mit Tino Eisbrenner in Moskau zu sehen. Dort wird Eisbrenner mit dem Logo der "Friedensbrücke-Kriegsopferhilfe" präsentiert.
Das OKV hatte laut nd-aktuell am 27. März 2023 im FMP1-Gebäude am Berliner Franz-Mehring-Platz 1 zu einer geheimen und nicht öffentlichen "friedensbewegten Veranstaltung" eingeladen, bei der auch der rechtsextreme Publizist und ehemalige Kommunist Jürgen Elsässer vom Compact-Magazin u.a. mit ehemaligen hochrangigen NVA-Generälen oder mit Rainer Rupp (einstiger Stasi-Agent bei der NATO) zusammentraf. Auch Helga Zepp-LaRouche konnte dort eine Rede halten. Anzusehen auf dem YouTube-Kanal der OKV.
Amüsant dabei ist, das während der Veranstaltung niemand den rechtsextremen Publizisten erkannt oder ihn gefragt haben will, für wen er Interviews mit Teilnehmern führte.
Äußerst unglaubwürdig für "ehemalige" Geheimdienstler. Da wollen sie sonst immer so überlegen und wissend sein und dann stellen sie ihr Licht so unter den Scheffel. ::Zwinkersmiley::
Die Veranstaltung in Brandenburg verlief ansonsten ohne große Vorkommnisse.
hinzugezogene Quellen
www.bündnis-für-frieden.de/ archive.ph/SRoo0
aufstehen.de/web/17-juni-2023-protestkundgebung-auf-nach-... archive.fo/lCHQr
www.nd-aktuell.de/artikel/1174063.air-defender-luftballon... archive.fo/R1XuL
www.unsere-zeit.de/gegen-waffenlieferungen-fuer-verhandlu... archive.ph/Sop3V
www.jungewelt.de/artikel/452564.protest-gegen-militarisie... archive.fo/GjKnU
www.unsere-zeit.de/zeichen-fuer-den-frieden-4780962/ archive.fo/hqlUT
web.archive.org/web/20230630022400/http://markusmeckel.eu...
web.archive.org/web/20230630020347/https://www.harald-gin...
www.nd-aktuell.de/artikel/1170791.brandenburg-buendnis-fu... archive.fo/Qmk1c
www.maz-online.de/lokales/brandenburg-havel/brandenburg-a... archive.fo/FhiyV
www.tagesspiegel.de/politik/altbekannte-oder-neue-bewegun... archive.fo/aSSM4
www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/freie-sachsen-103.html archive.ph/iPABx
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web.archive.org/web/20230630015919/http://www.grh-ev.org/...
de.wikipedia.org/wiki/Ostdeutsches_Kuratorium_von_Verbänden
web.archive.org/web/20230322155644/https://okv-ev.de/uebe...
www.weltfriedensglocke-berlin.de/der-verein/der-vorstand-1/ archive.fo/Vhu13
www.isor-sozialverein.de/cms/ansprechpartner.html archive.fo/Krrwe
www.youtube.com/watch?v=7Cq2xvNOh5g
jungle.world/artikel/2023/16/mit-nazis-russland archive.fo/Ge4VE
www.flickr.com/photos/sozialfotografie/52869095083/in/alb...
www.n-tv.de/politik/Wie-Pro-Putin-Aktivisten-in-Deutschla... archive.fo/jCbNU
web.archive.org/web/20230103182125/https://www.reuters.co...
twitter.com/nomnomcookieez/status/1623054657873649664 archive.fo/TIDEL
web.archive.org/web/20221222202811/https://okv-ev.de/2022...
theins.ru/politika/258094 archive.fo/Guj00 sowie theins.ru/en/politics/260641 archive.fo/1EN8v
vk.com/lianek?w=wall720241425_1994 archive.fo/OPoWJ
www.reservistenverband.de/magazin-loyal/die-gruppe-wagner... archive.ph/xla6e
www.t-online.de/region/berlin/id_100195390/air-defender-2... archive.fo/g5NM7
www.zdf.de/nachrichten/politik/putin-schattenarmee-ukrain... archive.fo/dE5GG
okv-ev.de/2023/06/30/internationale-ddr-konferenz/ archive.fo/jHBlX
web.archive.org/web/20230324230326/https://schwarzer-kana...
okv-ev.de/2023/07/02/konzert-mit-tino-eisbrenner-in-moskau/ archive.fo/KKxSg
www.nd-aktuell.de/artikel/1172617.querfront-juergen-elsae... archive.fo/6SbUU
OKV Teil 1 www.youtube.com/watch?v=1ZsY9zIqlsY
OKV Teil 2 www.youtube.com/watch?v=ZMoLgnnXrLY
www.kundschafter-ddr.de/meinungsfreiheit-vs-meinungsdikta... archive.fo/l0nMe
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Alle Verstöße werden geahndet und rechtlich verfolgt!
Vielen Dank!
Stand: Juni 2023
Ein Abschlussbild:
War super mit euch Mädels, hat zwar ein bisschen mit den Fotos gedauert, aber es hat sich gelohnt :)
"Komm schnell, wir haben ein Haus gebaut", riefen die Kinder und haben dann in circa 3 Sekunden diese Konstellation, wie Artisten im Zirkus, aufgebaut.
Infanteriebunker Axxxx ... ( Bunker - Militärbunker ) der Sperre - Sperrstelle Näfels des Reduit aus dem zweiten Weltkrieg der Reduitbrigade 24 bei Näfels im Kanton Glarus in der Schweiz
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Sperre Näfels
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Die Sperrstelle Näfels ist ein G.eländepanzerhindernis, das sich nördlich von Näfels quer
über den Taleingang ins Glarnerland erstreckt.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde im J.uli 1.9.4.1 mit dem Bau eines Tankgrabens
begonnen, der heute aufgrund seiner ökologischen Bedeutung erhalten wird. Der wasser-
gefüllte Graben wird von mehreren B.ächen auf B.rücken überquert, darunter die R.auti.
Südlich des Tankgrabens kamen 1.9.4.2 und 1.9.4.3 sechs I.nfanteriebunker und die
schussbereit gemachten, aber noch nicht vollständig eingerichteten Artilleriewerke
Näfels - N.iederberg und B.eglingen hinzu, die in den Talhängen untergebracht sind
und das Hindernis beidseitig flankieren.
Beide A.rtilleriewerke sind mittlere F.estungswerke, die mit vier 10,5-cm-Kanonen in
Kasematten ausgerüstet sind, und hatten neben der Sperrung des Taleingangs primär
die L.inthebene mit A.rtilleriefeuer zu belegen. Drei weitere Bunker wurden an der
S.trasse über den K.erenzerberg errichtet, die damals die einzige S.trasse längs des
W.alensees war.
Unweit der Sperrstelle war 1.3.5.2 eine mittelalterliche L.etzimauer erbaut worden; eben-
falls in der Nähe fand 1.3.8.8 die S.chlacht bei Näfels statt. Die Sperrstelle Näfels wurde
in den 1.9.9.0er Jahren aufgegeben; sie wird als Sperrstelle von nationaler Bedeutung er-
halten.
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Siehe auch : www.festung-oberland.ch
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( BeschriebSperreNäfels BeschriebSperrstelleNäfels SperreNäfels SperrstelleNäfels
KantonGlaurs AlbumSchweizimzweitenWeltkrieg Festung fortress Stronghold
stronghold linnake roccaforte 牙城 bolwerk twierdza fortaleza fortaleza Zweiter
Weltkrieg Anden verdenskrig Toinen maailmansota Seconde guerre mondiale
Seconda Guerra Mondiale 第二次世界大戦 Tweede wereld oorlog Druga wojna
światowa Segunda guerra mundial Andra världskriget Segunda Guerra Mundial war
Reduit Reduitfestung Alpenfestung Schweiz Suisse Switzerland Svizzera Suissa
Swiss Sveitsi Sviss スイス Zwitserland Sveits Szwajcaria Suíça Suiza )
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Ausflug zur S.perrs.telle N.äfels am Mittwoch den 18. Dezember 2013
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Mit dem Z.ug von B.ern und infolge einer S.törung über die a.lte
S.trecke nach Z.ürich H.B und weiter mit dem G.larner S.printer bis N.äfels - M.ollis
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N.äfels ( G.L - 438m ) - F.ranziskaner - K.loster - R.autib.rugg ( G.L - 445m ) - E.ingang A.rtilleriew.erk N.iederb.erg - E.ntlang dem L.inthk.anal ( G.L - 442m ) - Z.iegelb.rücke
( S.G - 419m )
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Mit der S.2 von Z.iegelb.rücke nach Z.ürich und weiter nach B.ern
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Hurni131218 KantonGlarus AlbumNäfels
E - Mail : chrigu.hurni@bluemail.ch
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Letzte Aktualisierung - Ergänzung des Textes : 131223
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NIF
This is a drawing of Ein Gedi, in Israel. I apologize for the poor quality of this photo...it is a photo (not a scan) of the original which I taped in my sketchbook as a reminder of the work; the original I gave to my sister.
Vor dem Bärenschlössle am Bärensee in Stuttgart fiel mir das Lied von Reinherd Mey ein:
Der Bär der ein Bär bleiben wollte
Er lebte in den Wäldern und lebte frei und allein, sein Reich ging von den Hügeln bis tief ins Land hinein. Vom Bach bis an die Ufer seines Flusses und von da hinab bis in die Täler, soweit sein Auge sah. Er kannte jede Höhle und fast jeden Blaubeerstrauch, die Lieblingsplätze der Forellen selbstverständlich auch. Und abends liebte er es, im hohen Gras zu stehn, an einen Fels gelehnt zu denken, und ins Land hinauszusehn.
So stand der Bär auch an jenem Nachmittag auf dem Fels, recht deutlich spürte er den Herbstwind schon in seinem Pelz. Am Himmel sah er Wildgänse in Scharen südwärts ziehn, er gähnte oft, und er war müd, und es fröstelte ihn. Er trottete zu seiner Lieblingshöhle durch das Laub, verscharrte noch den Eingang hinter sich und sprach: "Ich glaub es riecht nach Schnee", während er letzte Vorjkehrungen traf. Legte sich auf sein Lager und begann den Winterschlaf.
Er sollte recht behalten, es begann noch nachts zu schnein. Der Winter zog in seinen Wald, der Boden fror zu Stein. Ein eisger Wind sang in den klaren Nächten im Geäst. Dem Bärn in seinem Unterschlupf war warm, und erschlief fest. Doch mit dem Winter kamen auch die Menschen in den Wald. Sie fällten Baum um Baum, vermaßen, zäunten ein und bald brachten sie Kräne, Rohre, Bagger, Stahlbeton. Schon stand genau über der Höhle eine Fabrik im Land.
Der Frühling kam, und gut gelaunt erwachte auch der Bär tief unten in der Höhle, nur das Aufstehn fiel noch schwer. Und als er dann schlaftrunken durch den engen Ausgang stieg, stand er ungläubig mitten auf dem Vorhof der Fabrik. Da kam auch schon ein Pförtner brüllend auf ihn zumarschiert, "Los Du da, an die Arbeit, statt heir rumzustehn, kapiert." "Verzeihung", sprach der Bär verstört, "aber ich bin ein Bär." "Jetzt reichts mir", schrie der Mann, "Zum Personalchef, kein Wort mehr!"
Der Personalchef war ein muffiger, verhärmter Mann. "Ich bin ein Bär", sagte der Bär, "das sieht man mir doch an." "Was ich sehe, ist meine Sache" sprach der Mann, "und Du bist ein dreckiger Faulpelz und noch unrasiert dazu." Dann schubste er ihn zum Vizedirektor, der aktiv und sehr ergeben unterwürfig den Direktor rief. Der sprach und ließ dabei seinen Managersessel drehn, "Unser Herr Präsident wünscht das faule Subjekt zu sehn."
"Soso", sagte der Präsident, "Sie sind also ein Bär." Er hatte das größte Büro und langweilte sich sehr. Er war so mächtig, daß er keinen Schreibtisch mehr besaß, keine Krawatte tragen mußte und nur Comics las. "Wenn Sie ein Bär sind, bitte, dann beweisen Sie das auch." Der Bär kratzte sich vor Verlegenheit über den Bauch. "Nein, Bären gibt es nur in Zoo und Zirkus kurz und klein. Genau dort holn wir jetzt ein Gutachten über Sie ein."
Die Präsidentenlimousine fuhr den Bärn zum Zoo, und seine Artenossen musterten ihn schadenfroh. Und einstimmig erklärten sie, wer Auto fährt, und wer nicht hinter Gittern lebt, sei alles andere als ein Bär. Die Tanzbären im Zirkus urteilten genauso prompt, weil wer nicht tanzt und radfährt, nicht als Bär infrage kommt. Die Heimfahrt über dachte er "und ich bin doch ein Bär, ich weiß es doch, ich weiß es", doch er wehrte sich nicht mehr.
Er ließ sich Arbeitszeug anziehn, und als man ihm befahl, sich zu rasiern, rasierte er sich seine Schnauze kahl. Stempelte seine Stechkarte wie jeder andre Mann und lernte, daß der Tag mit einem Hupsignal begann. Er ließ sich an eine Maschine setzen, wo ein Griff von rechts nach links zu drehn war, wenn eine Sirene pfiff. Und wenn man das versäumte, leuchtete ein rotes Licht, das zeigte, ob der Mann daran grad arbeitete oder ob nicht.
So stand er Tag für Tag an der Maschine, drehte stumm den Griff von rechts nach links und danach wieder rechts herum. Nur in der Mittagspause mußt er zum Fabrikzaun gehn, um durch Maschinen und Stacheldraht ins Land hinauszusehn. Die Osterglocken blühten und verblühten vor dem Zaun. Ein Sommer kam und ging, der Herbst färbte die Wälder braun. Am Himmel sah er Wildgänse in Scharen südwärts ziehn. Er gähnte oft, und er war müd, und es fröstelte ihn.
Er gähnte immer mehr, je mehr er sich zusammennahm. Er wurde immer müder, je näher der Winter kam. Vom Wachen taten ihm oft mittags schon die Augen weh. Er stand am Zaun und sagte vor sich hin: "Es riecht nach Schnee." An dem Nachmittag schlief er glatt an der Maschine ein, hörte nicht die Sirene, nur den Personalchef schrein, "He, Du da, raus, Du bist entlassen, hier ist Dein Restlohn." "Entlassen?", jubelte der Bär und machte sich davon.
Sein Bündel auf der Schulter, wanderte er ohne Ziel einfach gradaus im Schnee, der schon in dicken Flocken fiel. So ging er einen Tag, eine Nacht und noch einen Tag auf der Standspur der Autobahn, wo nicht so viel Schnee lag. Mal zählte er die Autos, die er sah, doch ihm viel ein, daß er nur bis fünf zählen konnte, und so ließ ers sein. Und dann am zweiten Abend sah er in der Ferne hell, im dichten Schneegestöber Neonbuchstaben: "Motel".
Durchfroren, naß und müde trat der Bär an den Empfang. Der Mann hinter dem Tresen rührte sich nicht und schwieg lang. Tat unheimlich beschäftigt, um beiläufig zu erklärn: "Wir haben keine Zimmer frei für Landstreicher und Bärn." Habe ich das Wort Bär gehört, sagten Sie Bär vorhin? Das heißt, Sie sind der Meinung, daß ich wirklich einer bin." Der Mann griff kreidebleich zum Telefon, der Bär ging schnell zur Tür, und er verschwand im Wald, gleich hinter dem Motel.
Er stapfte durch den Wald, der ihm jetzt fremd und feindlich schien. Er ging, und nach und nach verließen seine Kräfte ihn. Ich muß jetzt darüber nachdenken, dachte sich der Bär, was mit mir werden soll, wenn ich nur nicht so müde wär. Er setzte sich vor eine Höhle und starrte noch lang ins Leere, hörte, wie der Schneesturm in den Bäumen sang. Er spürte ihn nicht mehr und ließ sich ganz und gar zuschnein, und vor dem dritten Morgen seiner Reise schlief er ein.