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"he who comes alone, leave alone"

 

Testing junaio augmented reality app on iPhone 4

Reality is only seen when the mirror is clean.

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Kolkata-Foto-Sets:

 

Kolkata Waste Dump Vision *

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Kolkata - Share *

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Kolkata Slum Realities *

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Artikel:

Kolkata - In den Slums einer Megacity

www.sterneck.net/stern/kolkata

 

- * -

 

Wolfgang Sterneck:

IN THE CRACKS OF THE WORLD

Photo-Reports:

www.flickr.com/sterneck/sets

Articles (german / english) :

www.sterneck.net

 

- * -

 

Wolfgang Sterneck

 

KOLKATA - IN DEN SLUMS EINER MEGACITY

 

- Meditation auf einer Mülldeponie

- Der abgebrochene Bleistift

- Unter dem Staub ein Lächeln

- Die verkaufte Revolution

- Sex-Worker und Street-Artists

  

Immer wieder begegnen uns Kinder, die Müll sammeln und später gemeinsam auf einem Stück Pappe auf dem Bürgersteig übernachten. Auf der anderen Straßenseite findet hinter einer abgrenzenden Mauer eine mehrtägige Hochzeit in ausschweifend luxuriösem Ambiente statt.

 

Kolkata ist eine Stadt der Extreme, geprägt von vielschichtigen Gegensätzen und Widersprüchen. Fernab von Bollywood, Goa-Parties oder Indien-Romantik stehen hier Überlebenskampf, Solidarität und Ignoranz eng nebeneinander.

  

MEDITATION AUF EINER MÜLLDEPONIE

 

In einem Vorort von Kolkata (ehemals Kalkutta) stehen Moon und ich auf einen Müllberg. Krähen kreisen über dem Gelände. Vor uns laufen einige Schweine vorbei, um dann eine Tüte mit einem schwer definierbaren Inhalt auseinander zu reißen. Beladene Laster rollen den Weg hinauf und hinterlassen Sandwolken in der ohnehin schon völlig staubigen, schweratmigen Luft. Dazwischen suchen Kinder im Müll nach Plastik, Papier oder anderen noch verwertbaren Materialien, um sie dann zu einem Minimalbetrag an einen Zwischenhändler weiterzuverkaufen.

 

Wer eine Megacity wie Kolkata zumindest ansatzweise von Innen heraus kennen lernen will, der sollte den Reiseführer mit den Beschreibungen der kolonialen britischen Prachtbauten zur Seite legen und sich auf die Suche nach den eigentlichen Gesichtern der Stadt machen. Zweifellos entsprechen derartige Mülldeponien und die umgebenden Slums nur einer Seite der Stadt. Doch gerade hier finden auf einer lokalen Ebene ganz unmittelbar die globalisierten Mechanismen sozialer Ausbeutung und ökologischer Zerstörung einen Ausdruck.

 

Als Gäste der Menschen auf diesem Müllberg kommen in uns Fragen nach Wertigkeiten und den Gestaltungsmöglichkeiten von Lebenswegen auf. Schweigend laufen wir umher, verweilen, lassen die Atmosphäre auf uns wirken, nehmen sie auf, tauchen in sie hinein. Wohl wissend, dass wir uns als Außenstehende, die diesen Platz bald wieder verlassen werden, dieser Wirklichkeit nur annähern können. Der Prozess gleicht einer urbanen Meditation, die keinen Tempel sucht und keinem imaginären Gott huldigt, sondern sich in die konkrete Erfahrung begibt. Eine Erfahrung, die für unzählige Menschen auf diesem Erdball der alltäglichen Realität entspricht.

 

Als wir uns durch die Müllschichten einen Weg bahnen, kommen uns drei Kinder entgegen. Ihr Lebensinhalt besteht zu einem wesentlichen Teil in der Arbeit auf dieser Halde. Und doch strahlen sie während unseres Gespräches von Innen heraus durch ihre Augen, ihre Worte und ihre tanzenden Bewegungen. Am Ende erhebt einer von ihnen kämpferisch die Faust. Sie ist gegen niemanden direkt gerichtet, sondern vielmehr ein Zeichen der lächelnden Lebendigkeit in einer zerstörenden Umwelt.

  

DER ABGEBROCHENE BLEISTIFT

 

Mehrere Slum-Siedlungen haben sich am Subhas Sarovar gibildet, einem idyllischen, aber völlig verunreinigten See im Ostteil von Kolkata. Dort unterhalte ich mich in gebrochenem Englisch, sowie mit Zeichensprache und vor allem beiderseitig guten Willen mit einigen BewohnerInnen. Anfangs geht es um unsere Familien, anschließend im Zuge eines lockeren Gekickes mit einem fast platten Ball auch um Fußball. Eine Zeit lang steht die vergebliche Hoffnung im Mittelpunkt, ich könnte Arbeit vermitteln. Es folgt eine fragmentarische Diskussion über materielle Armut und inneren Reichtum.

 

Insbesondere mit Kindern ergibt sich schnell ein Kontakt. Um über die üblichen Fragen der Kinder nach Namen und Herkunftsland hinauszukommen, beginne ich auf einem Zettel etwas zu schreiben und zu zeichnen. Schnell entwickelt sich im Rahmen der zwangsläufig eingeschränkten Möglichkeiten eine neue Kommunikationsebene. Einige Kinder schrieben ihren Namen oder zeichneten ebenfalls auf den Zettel. Meist waren es einfache Motive aus der direkten Umgebung, wie einige Häuser und Bäume. Dazwischen finden sich einige tanzende Menschen mit lächelnden Gesichtern.

 

Am folgenden Tag versuche ich den Kontakt weiter zu entwickeln, in dem ich an weitere Kinder Zettel, Stifte und auch Spitzer verteile. Ich hatte mich bewusst für Bleibstifte aus abbaubarem Holz entschieden, um nicht durch Filzstifte oder Kulis zur weiteren Anhäufung des Plastikmülls beizutragen. Nicht ausreichend bedacht hatte ich jedoch, dass die meisten Kinder keine Erfahrung mit Bleistiften hatten bzw. ohnehin kaum einmal in ihrem Leben geschrieben oder gezeichnet haben. Zum Teil drückten so deshalb viel zu fest mit dem Stift auf den Untergrund, so dass bei vielen Kindern gleich die Spitze abbrach.

  

UNTER DEM STAUB EIN LÄCHELN

 

Die Behausungen in den Slums bestehen zumeist aus Blech- und Holzplatten, über die an einigen Stellen löchrige Planen gezogen sind. Alles ist von einer grauen Staub- und Schmutzschicht überzogen. An einer Hütte ist darunter noch ein Verkaufsslogan und ein breit lächelndes Gesicht zu erkennen, das klar macht, dass diese Abtrennwand einst zu einem großformatigen Werbebanner gehörte. Im Inneren befinden sich kaum mehr als ein Gestell mit einigen Tüchern als Schlafplatz, einige Gebrauchsgegenstände und als farbenfroher Gegensatz zur sonstigen Umgebung spirituelle Bilder. Es gibt weder fließendes Wasser noch elektrischen Strom.

 

Beißender Smog durchzieht die gesamte Stadt. Insbesondere in den ärmeren Vierteln von Kolkata sind die Straßen von Müll übersät. Eine Entsorgung von Seiten der Stadt ist bestenfalls eingeschränkt gegeben. Öffentliche Müllbehältnisse sind nicht vorhanden, stattdessen bilden sich in den Straßen teilweise Müllhaufen, die dann wieder von SammlerInnen durchwühlt werden. Offensichtlich ist, dass ein ökologisches Bewusstsein kaum vorhanden ist bzw. in Anbetracht der umgebenden Bedingungen gegebenenfalls auch nur eingeschränkt umgesetzt werden kann.

 

Ein funktionierendes Wassersystem besteht in vielen Stadtteilen bestenfalls ansatzweise. Die künstlichen Rinnsale direkt am Straßenrand werden gleichermaßen zur Hygiene, zum Waschen von Geschirr und Kleidung, teilweise auch als Toilette, sowie oftmals auch zur Abschöpfung von Trinkwasser genutzt. Entsprechend gehören vielfältige Erkrankungen zu den zwangsläufigen Folgen.

 

Auffallend ist immer wieder die Genügsamkeit mit der in Indien zumeist derartige Lebenswelten angenommen werden. Verwurzelt ist sie in den religiösen Annahmen, dass das derzeitige Leben nur eines von vielen ist. Die besondere Ausgestaltung der derzeitigen Existenz sei wesentlich vom vorherigen Leben mitbestimmt und beeinflusst wiederum zukünftige Wiedergeburten. Diese Grundhaltung eröffnet zum Teil eine beachtliche Gelassenheit und innere Ausgeglichenheit. Sie führt jedoch zum Teil auch in eine Schicksalsergebenheit, die notwendige gesellschaftliche Veränderungen vernachlässigt bzw. die Möglichkeit eines besseren Lebens auf einer persönlichen Ebene in nächste Inkarnationen verlagert.

 

Inzwischen leben wohl weit über 15 Millionen Menschen in Kolkata und den diversen Randgebieten. Auf den ersten Blick gleicht die Stadt einem riesigen Chaos, wobei insbesondere die Slums unüberschaubar erscheinen. Doch gerade hier haben sich vielfältige gemeinschaftliche Strukturen herausgebildet. Getragen sind sie auf vielen Ebenen von gegenseitiger Hilfe und Solidarität, wie auch von Improvisation, Genügsamkeit und einer grundlegend positiven Lebenshaltung. Fließend sind jedoch die Übergänge zu Bereichen, in denen der ständige Überlebenskampf vom Recht des Stärkeren bestimmt wird.

  

DIE VERKAUFTE REVOLUTION

 

In den ärmeren Vierteln findet sich vielfach das rote Hammer-und-Sichel-Symbol an den Hauswänden. Im Bundesstaat Westbengalen bzw. in seiner Hauptstadt Kolkata steht es jedoch nicht für eine im Untergrund agierende kommunistische Gruppe, sondern für die dort seit weit über dreißig Jahren regierende "Communist Party of India (Marxist)". In keinem anderen Land gelang es einer kommunistischen Partei in freien demokratischen Wahlen über einen vergleichbar langen Zeitraum immer wieder gewählt zu werden.

 

Von der einstigen revolutionären Kraft des Symbols oder gar von der Vision einer tatsächlich gerechten Gesellschaft ist jedoch auch in Kolkata kaum etwas übrig geblieben. Die Partei verweist zwar auf Fortschritte hinsichtlich einer gerechteren Landverteilung und der Bekämpfung der Armut, doch faktisch erinnert gerade in Kolkata die reale Politik eher an sozialdemokratische oder gar an neoliberale Positionen.

 

So lag ein Schwerpunkt in der Entwicklung einer investitionsfreundlichen Atmosphäre, um über neue Arbeitsplätze und erhöhte Steuereinnahmen zu einem Aufschwung der Stadt bzw. des Bundesstaates beizutragen. Dies führte dazu, dass paradoxerweise die Wirtschaftspolitik der Kommunistischen Partei von multinationalen Konzernen ausdrücklich gelobt wurde, während sich sozial engagierte Basisgruppen von der Partei ausdrücklich distanzierten.

 

Die gegenläufigen Entwicklungen fanden 2007 bei den Auseinandersetzungen um die Errichtung einer "Special Economic Zone" in der Provinzstadt Nandigram einen tragischen Höhepunkt. Große Teile der Bevölkerung wehrten sich gegen Landenteignungen zugunsten eines Unternehmens, das unter anderem den Bau einer Chemiefabrik plante. Der Widerstand wurde auf Anordnung der Kommunistischen Partei durch bewaffnete Polizeikräfte gewaltsam niedergeschlagen. Vierzehn AktivistInnen der Potestbewegung kamen dabei zu Tode.

 

Allgemein wird damit gerechnet, dass die Kommunistische Partei die 2011 anstehenden Wahlen klar verlieren wird. Doch unabhängig von der politischen Ausrichtung der regierenden Parteien krankt das politische System in weiten Teilen an Machtmissbrauch, Korruption und Vetternwirtschaft, sowie an einer Ignoranz gegenüber ökologischen Aspekten. Insbesondere die Veränderungsprozesse, die in den Slums eine Bedeutung erlangen, werden zumeist nicht von den Parteien angestoßen, sondern vielmehr von den Graswurzelprojekten, die an der Basis vor Ort aktiv sind.

  

SEX-ARBEITERINNEN UND STRASSEN-KÜNSTLER

 

Zu den größten Graswurzelgruppen gehört die in der Mitte der neunziger Jahre gegründete Organisation Durba, der in Westbengalen rund 65.000 Sex-ArbeiterInnen angehören. Inzwischen kann Durba auf eine Reihe von Erfolgen blicken. So gelang es durch AIDS-Aufklärungskampagnen und ein geschlossenes Auftreten den lange von den meisten Freiern abgelehnten Gebrauch von Kondomen zu einer Selbstverständlichkeit zu machen. Eingerichtet wurden besondere Angebote für Sex-ArbeiterInnen in den Bereichen Gesundheitsversorgung, Kinderbetreuung und Kultur, sowie unter anderem auch zur Geldverwaltung. Zudem förderte der Zusammenschluss eine grundlegende Solidarisierung, wie auch die Entwicklung eines gestärkten Selbstbewusstseins. So gehen Durba-AktivistInnen inzwischen im Rotlichtviertel von Kolkata auch militant gegen gewaltsame Freier oder Zuhälter vor.

 

Zentral für die Entwicklung Kolkatas ist der Bereich der Bildung. Hier spiegeln sich besonders deutlich die sozialen Gegensätze, die für ganz Indien charakteristisch sind. Während Kolkata inzwischen zu den führenden Städten der IT-Branche in Indien zählt, haben viele Slum-BewohnerInnen kaum Rechen- und Schreibkenntnisse. Die Analphabetenrate liegt bei rund 20 Prozent.

 

Solange das staatliche Schulsystem nur einen begrenzten Teil der Bevölkerung erreicht, sind gerade in den Armenvierteln der Stadt Bildungsprojekte von großer Bedeutung, die von Basisgruppen und Hilfsorganisationen getragen werden. So konzentriert sich das Projekt "H.E.L.G.O. - Help for Education and Life Guide Organisation" auf Kinder, die zum Teil schon ab dem achten Lebensjahr arbeiten müssen. Das Projekt erstattet den Familien den geringen, aber lebensnotwendigen Lohn unter anderem in Form von Lebensmitteln und Gebrauchsgütern unter der Bedingung, dass die Kinder nicht mehr arbeiten müssen und stattdessen regelmäßig zur Schule gehen.

 

Unter dem Motto "Art for Positive Change" organisiert Magic Wallrush in Kolkata kulturelle Projekte, die in den öffentlichen Raum eingreifen. So organisierte die Gruppe eine Ausstellung mit Werken junger, engagierter KünstkerInnen, die direkt in einer Straße an Zäumen, Absperrungen und Hauswänden aufgehängt wurden. Die Mitglieder von Magic Wallrush gehören auch zu den InitiatorInnen des Ujaan-Festivals, das dem Erhalt der für das Ökosystem äußerst wichtigen Sundarbans-Mangrovenwälder gewidmet ist. Neben Auftritten von Bands stehen auch gemeinsame Entmüllungsaktionen in stark verunreinigten Abschnitten, sowie die Unterstützung von lokalen Gesundheits- und Bildungsprojekten auf dem Programm. Das Festival zielt dabei im Sinne von "Party and Politics" auf die Stärkung des öffentlichen Bewusstseins hinsichtlich ökologischer Aspekte unter der Berücksichtung sozialer Fragen.

 

Wie alle anderen Megacities der Gegenwart beheimatet Kolkata unzählige soziale und ökologische Abgründe. In den vielfältigen Graswurzelprojekten finden sich jedoch auch immer wieder die Visionen der Veränderung.

 

(2011).

 

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Taken with a Sony Ericsson Xperia Ray phone as part of the finals of the Xperia Studio 'Reality Remade' competition organized by Street Reverb Magazine.

Reality bends at the coffee shop

acrossair augmented reality nearest tweets layer in the Pearl District of Portland, OR, USA

Visions Becoming Reality

 

"..The parched ground shall become a pool…" —Isaiah 35:7

 

We always have a vision of something before it actually becomes real to us. When we realize that the vision is real, but is not yet real in us, Satan comes to us with his temptations, and we are inclined to say that there is no point in even trying to continue. Instead of the vision becoming real to us, we have entered into a valley of humiliation. "Life is not as idle ore, But iron dug from central gloom, And battered by the shocks of doom To shape and use." God gives us a vision, and then He takes us down to the valley to batter us into the shape of that vision. It is in the valley that so many of us give up and faint. Every God-given vision will become real if we will only have patience. Just think of the enormous amount of free time God has! He is never in a hurry. Yet we are always in such a frantic hurry. While still in the light of the glory of the vision, we go right out to do things, but the vision is not yet real in us. God has to take us into the valley and put us through fires and floods to batter us into shape, until we get to the point where He can trust us with the reality of the vision. Ever since God gave us the vision, He has been at work. He is getting us into the shape of the goal He has for us, and yet over and over again we try to escape from the Sculptor’s hand in an effort to batter ourselves into the shape of our own goal. The vision that God gives is not some unattainable castle in the sky, but a vision of what God wants you to be down here. Allow the Potter to put you on His wheel and whirl you around as He desires. Then as surely as God is God, and you are you, you will turn out as an exact likeness of the vision. But don’t lose heart in the process. If you have ever had a vision from God, you may try as you will to be satisfied on a lower level, but God will never allow it.

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My utmost - Oswald Chambers

Dying is easy, it's living that scares me to death. - Annie Lennox

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One must visit Hindu temples not to be blessed by the gods but to witness the extremes of life!

 

Cremating on the banks of a holy river is considered sacred in Hindu religion. In the picture, a dead person is clad in saffron cloth and is about to be cremated by the banks of the river Bagmati in the Pashupatinath temple of Kathmandu. Most people around the dead person seem to be oblivious! The force of life is so strong that there are youngsters, just few steps down by the river, fishing for the coins, which are thrown into the river by the devotees, using a magnet tied to the end of a rope.

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Kolkata-Foto-Sets:

 

Kolkata Waste Dump Vision *

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Kolkata Slum Realities *

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Kolkata - In den Slums einer Megacity

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Wolfgang Sterneck

 

KOLKATA - IN DEN SLUMS EINER MEGACITY

 

- Meditation auf einer Mülldeponie

- Der abgebrochene Bleistift

- Unter dem Staub ein Lächeln

- Die verkaufte Revolution

- Sex-Worker und Street-Artists

  

Immer wieder begegnen uns Kinder, die Müll sammeln und später gemeinsam auf einem Stück Pappe auf dem Bürgersteig übernachten. Auf der anderen Straßenseite findet hinter einer abgrenzenden Mauer eine mehrtägige Hochzeit in ausschweifend luxuriösem Ambiente statt.

 

Kolkata ist eine Stadt der Extreme, geprägt von vielschichtigen Gegensätzen und Widersprüchen. Fernab von Bollywood, Goa-Parties oder Indien-Romantik stehen hier Überlebenskampf, Solidarität und Ignoranz eng nebeneinander.

  

MEDITATION AUF EINER MÜLLDEPONIE

 

In einem Vorort von Kolkata (ehemals Kalkutta) stehen Moon und ich auf einen Müllberg. Krähen kreisen über dem Gelände. Vor uns laufen einige Schweine vorbei, um dann eine Tüte mit einem schwer definierbaren Inhalt auseinander zu reißen. Beladene Laster rollen den Weg hinauf und hinterlassen Sandwolken in der ohnehin schon völlig staubigen, schweratmigen Luft. Dazwischen suchen Kinder im Müll nach Plastik, Papier oder anderen noch verwertbaren Materialien, um sie dann zu einem Minimalbetrag an einen Zwischenhändler weiterzuverkaufen.

 

Wer eine Megacity wie Kolkata zumindest ansatzweise von Innen heraus kennen lernen will, der sollte den Reiseführer mit den Beschreibungen der kolonialen britischen Prachtbauten zur Seite legen und sich auf die Suche nach den eigentlichen Gesichtern der Stadt machen. Zweifellos entsprechen derartige Mülldeponien und die umgebenden Slums nur einer Seite der Stadt. Doch gerade hier finden auf einer lokalen Ebene ganz unmittelbar die globalisierten Mechanismen sozialer Ausbeutung und ökologischer Zerstörung einen Ausdruck.

 

Als Gäste der Menschen auf diesem Müllberg kommen in uns Fragen nach Wertigkeiten und den Gestaltungsmöglichkeiten von Lebenswegen auf. Schweigend laufen wir umher, verweilen, lassen die Atmosphäre auf uns wirken, nehmen sie auf, tauchen in sie hinein. Wohl wissend, dass wir uns als Außenstehende, die diesen Platz bald wieder verlassen werden, dieser Wirklichkeit nur annähern können. Der Prozess gleicht einer urbanen Meditation, die keinen Tempel sucht und keinem imaginären Gott huldigt, sondern sich in die konkrete Erfahrung begibt. Eine Erfahrung, die für unzählige Menschen auf diesem Erdball der alltäglichen Realität entspricht.

 

Als wir uns durch die Müllschichten einen Weg bahnen, kommen uns drei Kinder entgegen. Ihr Lebensinhalt besteht zu einem wesentlichen Teil in der Arbeit auf dieser Halde. Und doch strahlen sie während unseres Gespräches von Innen heraus durch ihre Augen, ihre Worte und ihre tanzenden Bewegungen. Am Ende erhebt einer von ihnen kämpferisch die Faust. Sie ist gegen niemanden direkt gerichtet, sondern vielmehr ein Zeichen der lächelnden Lebendigkeit in einer zerstörenden Umwelt.

  

DER ABGEBROCHENE BLEISTIFT

 

Mehrere Slum-Siedlungen haben sich am Subhas Sarovar gibildet, einem idyllischen, aber völlig verunreinigten See im Ostteil von Kolkata. Dort unterhalte ich mich in gebrochenem Englisch, sowie mit Zeichensprache und vor allem beiderseitig guten Willen mit einigen BewohnerInnen. Anfangs geht es um unsere Familien, anschließend im Zuge eines lockeren Gekickes mit einem fast platten Ball auch um Fußball. Eine Zeit lang steht die vergebliche Hoffnung im Mittelpunkt, ich könnte Arbeit vermitteln. Es folgt eine fragmentarische Diskussion über materielle Armut und inneren Reichtum.

 

Insbesondere mit Kindern ergibt sich schnell ein Kontakt. Um über die üblichen Fragen der Kinder nach Namen und Herkunftsland hinauszukommen, beginne ich auf einem Zettel etwas zu schreiben und zu zeichnen. Schnell entwickelt sich im Rahmen der zwangsläufig eingeschränkten Möglichkeiten eine neue Kommunikationsebene. Einige Kinder schrieben ihren Namen oder zeichneten ebenfalls auf den Zettel. Meist waren es einfache Motive aus der direkten Umgebung, wie einige Häuser und Bäume. Dazwischen finden sich einige tanzende Menschen mit lächelnden Gesichtern.

 

Am folgenden Tag versuche ich den Kontakt weiter zu entwickeln, in dem ich an weitere Kinder Zettel, Stifte und auch Spitzer verteile. Ich hatte mich bewusst für Bleibstifte aus abbaubarem Holz entschieden, um nicht durch Filzstifte oder Kulis zur weiteren Anhäufung des Plastikmülls beizutragen. Nicht ausreichend bedacht hatte ich jedoch, dass die meisten Kinder keine Erfahrung mit Bleistiften hatten bzw. ohnehin kaum einmal in ihrem Leben geschrieben oder gezeichnet haben. Zum Teil drückten so deshalb viel zu fest mit dem Stift auf den Untergrund, so dass bei vielen Kindern gleich die Spitze abbrach.

  

UNTER DEM STAUB EIN LÄCHELN

 

Die Behausungen in den Slums bestehen zumeist aus Blech- und Holzplatten, über die an einigen Stellen löchrige Planen gezogen sind. Alles ist von einer grauen Staub- und Schmutzschicht überzogen. An einer Hütte ist darunter noch ein Verkaufsslogan und ein breit lächelndes Gesicht zu erkennen, das klar macht, dass diese Abtrennwand einst zu einem großformatigen Werbebanner gehörte. Im Inneren befinden sich kaum mehr als ein Gestell mit einigen Tüchern als Schlafplatz, einige Gebrauchsgegenstände und als farbenfroher Gegensatz zur sonstigen Umgebung spirituelle Bilder. Es gibt weder fließendes Wasser noch elektrischen Strom.

 

Beißender Smog durchzieht die gesamte Stadt. Insbesondere in den ärmeren Vierteln von Kolkata sind die Straßen von Müll übersät. Eine Entsorgung von Seiten der Stadt ist bestenfalls eingeschränkt gegeben. Öffentliche Müllbehältnisse sind nicht vorhanden, stattdessen bilden sich in den Straßen teilweise Müllhaufen, die dann wieder von SammlerInnen durchwühlt werden. Offensichtlich ist, dass ein ökologisches Bewusstsein kaum vorhanden ist bzw. in Anbetracht der umgebenden Bedingungen gegebenenfalls auch nur eingeschränkt umgesetzt werden kann.

 

Ein funktionierendes Wassersystem besteht in vielen Stadtteilen bestenfalls ansatzweise. Die künstlichen Rinnsale direkt am Straßenrand werden gleichermaßen zur Hygiene, zum Waschen von Geschirr und Kleidung, teilweise auch als Toilette, sowie oftmals auch zur Abschöpfung von Trinkwasser genutzt. Entsprechend gehören vielfältige Erkrankungen zu den zwangsläufigen Folgen.

 

Auffallend ist immer wieder die Genügsamkeit mit der in Indien zumeist derartige Lebenswelten angenommen werden. Verwurzelt ist sie in den religiösen Annahmen, dass das derzeitige Leben nur eines von vielen ist. Die besondere Ausgestaltung der derzeitigen Existenz sei wesentlich vom vorherigen Leben mitbestimmt und beeinflusst wiederum zukünftige Wiedergeburten. Diese Grundhaltung eröffnet zum Teil eine beachtliche Gelassenheit und innere Ausgeglichenheit. Sie führt jedoch zum Teil auch in eine Schicksalsergebenheit, die notwendige gesellschaftliche Veränderungen vernachlässigt bzw. die Möglichkeit eines besseren Lebens auf einer persönlichen Ebene in nächste Inkarnationen verlagert.

 

Inzwischen leben wohl weit über 15 Millionen Menschen in Kolkata und den diversen Randgebieten. Auf den ersten Blick gleicht die Stadt einem riesigen Chaos, wobei insbesondere die Slums unüberschaubar erscheinen. Doch gerade hier haben sich vielfältige gemeinschaftliche Strukturen herausgebildet. Getragen sind sie auf vielen Ebenen von gegenseitiger Hilfe und Solidarität, wie auch von Improvisation, Genügsamkeit und einer grundlegend positiven Lebenshaltung. Fließend sind jedoch die Übergänge zu Bereichen, in denen der ständige Überlebenskampf vom Recht des Stärkeren bestimmt wird.

  

DIE VERKAUFTE REVOLUTION

 

In den ärmeren Vierteln findet sich vielfach das rote Hammer-und-Sichel-Symbol an den Hauswänden. Im Bundesstaat Westbengalen bzw. in seiner Hauptstadt Kolkata steht es jedoch nicht für eine im Untergrund agierende kommunistische Gruppe, sondern für die dort seit weit über dreißig Jahren regierende "Communist Party of India (Marxist)". In keinem anderen Land gelang es einer kommunistischen Partei in freien demokratischen Wahlen über einen vergleichbar langen Zeitraum immer wieder gewählt zu werden.

 

Von der einstigen revolutionären Kraft des Symbols oder gar von der Vision einer tatsächlich gerechten Gesellschaft ist jedoch auch in Kolkata kaum etwas übrig geblieben. Die Partei verweist zwar auf Fortschritte hinsichtlich einer gerechteren Landverteilung und der Bekämpfung der Armut, doch faktisch erinnert gerade in Kolkata die reale Politik eher an sozialdemokratische oder gar an neoliberale Positionen.

 

So lag ein Schwerpunkt in der Entwicklung einer investitionsfreundlichen Atmosphäre, um über neue Arbeitsplätze und erhöhte Steuereinnahmen zu einem Aufschwung der Stadt bzw. des Bundesstaates beizutragen. Dies führte dazu, dass paradoxerweise die Wirtschaftspolitik der Kommunistischen Partei von multinationalen Konzernen ausdrücklich gelobt wurde, während sich sozial engagierte Basisgruppen von der Partei ausdrücklich distanzierten.

 

Die gegenläufigen Entwicklungen fanden 2007 bei den Auseinandersetzungen um die Errichtung einer "Special Economic Zone" in der Provinzstadt Nandigram einen tragischen Höhepunkt. Große Teile der Bevölkerung wehrten sich gegen Landenteignungen zugunsten eines Unternehmens, das unter anderem den Bau einer Chemiefabrik plante. Der Widerstand wurde auf Anordnung der Kommunistischen Partei durch bewaffnete Polizeikräfte gewaltsam niedergeschlagen. Vierzehn AktivistInnen der Potestbewegung kamen dabei zu Tode.

 

Allgemein wird damit gerechnet, dass die Kommunistische Partei die 2011 anstehenden Wahlen klar verlieren wird. Doch unabhängig von der politischen Ausrichtung der regierenden Parteien krankt das politische System in weiten Teilen an Machtmissbrauch, Korruption und Vetternwirtschaft, sowie an einer Ignoranz gegenüber ökologischen Aspekten. Insbesondere die Veränderungsprozesse, die in den Slums eine Bedeutung erlangen, werden zumeist nicht von den Parteien angestoßen, sondern vielmehr von den Graswurzelprojekten, die an der Basis vor Ort aktiv sind.

  

SEX-ARBEITERINNEN UND STRASSEN-KÜNSTLER

 

Zu den größten Graswurzelgruppen gehört die in der Mitte der neunziger Jahre gegründete Organisation Durba, der in Westbengalen rund 65.000 Sex-ArbeiterInnen angehören. Inzwischen kann Durba auf eine Reihe von Erfolgen blicken. So gelang es durch AIDS-Aufklärungskampagnen und ein geschlossenes Auftreten den lange von den meisten Freiern abgelehnten Gebrauch von Kondomen zu einer Selbstverständlichkeit zu machen. Eingerichtet wurden besondere Angebote für Sex-ArbeiterInnen in den Bereichen Gesundheitsversorgung, Kinderbetreuung und Kultur, sowie unter anderem auch zur Geldverwaltung. Zudem förderte der Zusammenschluss eine grundlegende Solidarisierung, wie auch die Entwicklung eines gestärkten Selbstbewusstseins. So gehen Durba-AktivistInnen inzwischen im Rotlichtviertel von Kolkata auch militant gegen gewaltsame Freier oder Zuhälter vor.

 

Zentral für die Entwicklung Kolkatas ist der Bereich der Bildung. Hier spiegeln sich besonders deutlich die sozialen Gegensätze, die für ganz Indien charakteristisch sind. Während Kolkata inzwischen zu den führenden Städten der IT-Branche in Indien zählt, haben viele Slum-BewohnerInnen kaum Rechen- und Schreibkenntnisse. Die Analphabetenrate liegt bei rund 20 Prozent.

 

Solange das staatliche Schulsystem nur einen begrenzten Teil der Bevölkerung erreicht, sind gerade in den Armenvierteln der Stadt Bildungsprojekte von großer Bedeutung, die von Basisgruppen und Hilfsorganisationen getragen werden. So konzentriert sich das Projekt "H.E.L.G.O. - Help for Education and Life Guide Organisation" auf Kinder, die zum Teil schon ab dem achten Lebensjahr arbeiten müssen. Das Projekt erstattet den Familien den geringen, aber lebensnotwendigen Lohn unter anderem in Form von Lebensmitteln und Gebrauchsgütern unter der Bedingung, dass die Kinder nicht mehr arbeiten müssen und stattdessen regelmäßig zur Schule gehen.

 

Unter dem Motto "Art for Positive Change" organisiert Magic Wallrush in Kolkata kulturelle Projekte, die in den öffentlichen Raum eingreifen. So organisierte die Gruppe eine Ausstellung mit Werken junger, engagierter KünstkerInnen, die direkt in einer Straße an Zäumen, Absperrungen und Hauswänden aufgehängt wurden. Die Mitglieder von Magic Wallrush gehören auch zu den InitiatorInnen des Ujaan-Festivals, das dem Erhalt der für das Ökosystem äußerst wichtigen Sundarbans-Mangrovenwälder gewidmet ist. Neben Auftritten von Bands stehen auch gemeinsame Entmüllungsaktionen in stark verunreinigten Abschnitten, sowie die Unterstützung von lokalen Gesundheits- und Bildungsprojekten auf dem Programm. Das Festival zielt dabei im Sinne von "Party and Politics" auf die Stärkung des öffentlichen Bewusstseins hinsichtlich ökologischer Aspekte unter der Berücksichtung sozialer Fragen.

 

Wie alle anderen Megacities der Gegenwart beheimatet Kolkata unzählige soziale und ökologische Abgründe. In den vielfältigen Graswurzelprojekten finden sich jedoch auch immer wieder die Visionen der Veränderung.

 

(2011).

 

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Augmented Reality - AulaBlog.

 

Realidad aumentada - Aulablog. Logo original de Néstor Alonso @Potachov

what is reality ? .

 

is it just a thought in our heads ? .. or are we just a part of something well defined and out of our reach ?

 

p.s. you can also find me at - [photo-soulz.blogspot.com/]

Great place about information technology.

... and Molecular Engineering, Nanotechnology.

Virtual Reality, Augmented Reality ...

 

Thanks to Mascottus Phlox

mascottus.online.fr

 

Posted by Second Life Resident Daneel Ariantho. Visit Emerce Een.

Chaos is the score upon which reality is written.--Henry Miller

 

Portland Japanese Garden

 

thebass.org/art/haegue-yang/

HAEGUE YANG

IN THE CONE OF UNCERTAINTY

 

NOV 2,2019-APR 5,2020

 

In the Cone of Uncertainty foregrounds Haegue Yang’s (b. 1971, Seoul) consistent curiosity about the world and tireless experimentation with materializing the complexity of identities in flux. Living between Seoul and Berlin, Yang employs industrially produced quotidian items, digital processes, and labor-intensive craft techniques. She mobilizes and enmeshes complex, often personal, histories and realities vis-à-vis sensual and immersive works by interweaving narrative with form. Often evoking performative, sonic and atmospheric perceptions with heat, wind and chiming bells, Yang’s environments appear familiar, yet engender bewildering experiences of time and place.

 

The exhibition presents a selection of Yang’s oeuvre spanning the last decade – including window blind installations, anthropomorphic sculptures, light sculptures, and mural-like graphic wallpaper – taking its title from an expression of the South Florida vernacular, that describes the predicted path of hurricanes. Alluding to our eagerness and desperation to track the unstable and ever-evolving future, this exhibition addresses current anxieties about climate change, overpopulation and resource scarcity. Framing this discourse within a broader consideration of movement, displacement and migration, the exhibition contextualizes contemporary concerns through a trans-historical and philosophical meditation of the self.

 

Given its location in Miami Beach, The Bass is a particularly resonant site to present Yang’s work, considering that over fifty percent[1] of the population in Miami-Dade County is born outside of the United States, and it is a geographical and metaphorical gateway to Latin America. Yang has been commissioned by the museum to conceive a site-specific wallpaper in the staircase that connects the exhibition spaces across The Bass’ two floors. This wallpaper will be applied to both transparent and opaque surfaces to accompany the ascending and descending path of visitors within the exhibition. Informed by research about Miami Beach’s climatically-precarious setting, the wallpaper, titled Coordinates of Speculative Solidarity (2019), will play with meteorological infographics and diagrams as vehicles for abstraction. Interested in how severe weather creates unusual access to negotiations of belonging and community, as well as the human urge to predict catastrophic circumstances, the work reflects a geographic commonality that unconsciously binds people together through a shared determination to face a challenge and react in solidarity.

 

Yang’s exhibition encompasses galleries on both the first and second floors of the museum and exemplifies an array of Yang’s formally, conceptually ambitious and rigorous body of work. Considered an important ‘Light Sculpture’ work and one of the last made in the series, Strange Fruit (2012-13) occupies one of the first spaces in the exhibition. The group of anthropomorphic sculptures take their title from Jewish-American Abel Meeropol’s poem famously vocalized by Billie Holiday in 1939. Hanging string lights dangling from metal clothing racks intertwined with colorfully painted papier-mâché bowls and hands that hold plants resonate with the poem’s subject matter. The work reflects a recurring interest within Yang’s practice, illuminating unlikely, less-known connections throughout history and elucidating asymmetrical relationships among figures of the past. In the story of Strange Fruit, the point of interest is in a poem about the horrors and tragedy of lynching of African-Americans in the American South born from the empathies of a Jewish man and member of the Communist party. Yang’s interests are filtered through different geopolitical spheres with a keen concentration in collapsing time and place, unlike today’s compartmentalized diasporic studies.

 

Central to In the Cone of Uncertainty is the daring juxtaposition of two major large-scale installations made of venetian blinds. Yearning Melancholy Red and Red Broken Mountainous Labyrinth are similar in that they are both from 2008, a year of significant development for Yang, and their use of the color red: one consists of red blinds, while the other features white blinds colored by red light. With its labyrinthine structure, Red Broken Mountainous Labyrinth bears a story of the chance encounter between Korean revolutionary Kim San (1905-1938) and American journalist Nym Wales (1907-1997), without which a chapter of Korean history would not survive to this day. Yearning Melancholy Red references the seemingly apolitical childhood of French writer and filmmaker Marguerite Duras (1914-1996). While living in French Indochina (present-day Cambodia, Vietnam, and Laos), Duras and her family experienced a type of double isolation in material and moral poverty, by neither belonging to the native communities nor to the French colonizers, embodying the potentiality for her later political engagement. Despite their divergent subject matter, both works continue to envelop an interest in viewing histories from different perspectives and the unexpected connections that arise. By staging the two works together, what remains is Yang’s compelling constellation of blinds, choreographed moving lights, paradoxical pairings of sensorial devices – fans and infrared heaters – and our physical presence in an intensely charged field of unspoken narratives.

 

A third space of the exhibition will feature work from Yang’s signature ‘Sonic Sculpture’ series titled, Boxing Ballet (2013/2015). The work offers Yang’s translation of Oskar Schlemmmer’s Triadic Ballet (1922), transforming the historical lineage of time-based performance into spatial, sculptural and sensorial abstraction. Through elements of movement and sound, Yang develops an installation with a relationship to the Western Avant-Garde, investigating their understanding in the human body, movement and figuration.

 

Observing hidden structures to reimagine a possible community, Yang addresses themes that recur in her works such as migration, diasporas and history writing. Works presented in In the Cone of Uncertainty offer a substantial view into Yang’s rich artistic language, including her use of bodily experience as a means of evoking history and memory.

 

Haegue Yang lives and works in Berlin, Germany and Seoul, South Korea. She is a Professor at the Staedelschule in Frankfurt am Main. Yang has participated in major international exhibitions including the 21st Biennale of Sydney (2018), La Biennale de Montréal (2016), the 12th Sharjah Biennial (2015), the 9th Taipei Biennial (2014), dOCUMENTA (13) in Kassel (2012) and the 53rd Venice Biennale (2009) as the South Korean representative.

 

Recipient of the 2018 Wolfgang Hahn Prize, she held a survey exhibition titled ETA at the Museum Ludwig in Cologne in the same year, which displayed over 120 works of Yang from 1994-2018. Her recent solo exhibitions include Tracing Movement, South London Gallery (2019); Chronotopic Traverses, La Panacée-MoCo, Montpellier (2018); Tightrope Walking and Its Wordless Shadow, La Triennale di Milano (2018); Triple Vita Nestings, Govett-Brewster Art Gallery, New Plymouth, which travelled from the Institute of Modern Art, Brisbane (2018); VIP’s Union, Kunsthaus Graz (2017); Silo of Silence – Clicked Core, KINDL – Centre for Contemporary Art, Berlin (2017); Lingering Nous, Centre Pompidou, Paris (2016); Quasi-Pagan Serial, Hamburger Kunsthalle (2016); Come Shower or Shine, It Is Equally Blissful, Ullens Center for Contemporary Art, Beijing (2015); and Shooting the Elephant 象 Thinking the Elephant, Leeum, Samsung Museum of Art, Seoul (2015). Forthcoming projects include the Museum of Modern Art (October 2019), Tate St. Ives (May 2020) and Art Gallery of Ontario in Toronto (2020).

 

Yang’s work is included in permanent collections such as the Museum of Modern Art, New York, USA; M+, Hong Kong, China; National Museum of Modern and Contemporary Art, South Korea; Tate Modern, London, UK; The Solomon R. Guggenheim Museum, New York, USA; and The Walker Art Center, Minneapolis, USA. Her work has been the subject of numerous monographs, such as Haegue Yang: Anthology 2006–2018: Tightrope Walking and Its Wordless Shadow (2019); Haegue Yang: ETA 1994–2018 (2018); Haegue Yang – VIP’s Union (2017); and Haegue Yang: Family of Equivocations (2013).

Taken with a Sony Ericsson Xperia Ray phone as part of the finals of the Xperia Studio 'Reality Remade' competition organized by Street Reverb Magazine.

Nikon D700. AF-S VR Micro-NIKKOR 105mm f/2.8G IF-ED Lens. Aperture f/10 @ 1/50. ISO 200. Manual Focus. Manual Exposure.

Processing - Nikon Capture NX

Parallel Realities

Everything you experience as solid and "real" is a vibration of energy – held, or locked in place, by belief systems. If, for a moment, you could set aside all mental programs about your reality, you would experience an entirely different perspective of what you call reality.

 

We would like you to receive the idea that there are several realities, several outcomes, several parallel realities that could always manifest.... You and others are broadcasting energy in the form of your thoughts, your emotions, and your beliefs at all times. As you send the energy forth, several realities are always possible. The reality that manifests is the one you have focused more of your energy on.

 

We are encouraging you to.... embrace the countless realities that are only a frequency, a vibration away.

 

~ Morning Messages

The view out my window, record snow, oppressive cold and wind, must be Mother Natures pay back for our week of sun and warmth :-))

"Hidden Reflections: Tursiops" is a sculpture which combines both digital and the physical using augmented reality and 3D printing.

The scull of a Bottlenose dolphin (tursiops truncatus) was used as inspiration to create this piece.

To be able to see the sculpture, it is necessary to download an app to a mobile device.

The spinning Augmented Reality is tethered to the 3D printing, so can only be seen when in view of the physical installation.

No photo can do justice to this piece! Incredible technology.

 

Many thanks to this kind unknown enthusiast who allowed me to take her photo viewing the sculpture :)

You wear a VR headset and experience walking out on one of the struts, 90m up. There are three challenges: this one is to reach out and ring the bell...

Great visit to EON Reality in Singapore, incl NTU and Temasek Polytechnic.

 

NewCo Helsinkis team did a learning visit to experience the latest in VR/XR/AR education and learning. As well trends as the knowledge metaverse.

 

EON Reality is the world leader in Augmented and Virtual Reality academic and industry training solutions.

 

Thank you all for organising the visits to NTU and Temasek Polytechnic to see EON Reality in action.

 

eonreality.com/locations/singapore-sg/

 

Nanyang Technological University, Singapore (NTU Singapore)

www.ntu.edu.sg/

 

Temasek Polytechnic

www.tp.edu.sg/

 

NewCo Helsinki;

newcohelsinki.fi/en/

 

Thank you so much to Sridhar Sunkad, Mikael Jacobsson and his team, Camilla Hall, Henry Mytton Mills, Tommo Koivusalo and Jari Handelberg.

 

Next Generation Education Network by Start North was represented by its Chairman Jari Handelberg.

 

www.startnorth.com/

 

CleanTech Region Impact Group facilitated & coordinated the visit which included SLUSH, SWITCH, Nordic Innovation House.

 

Thank you all. Please connect for support and Nordic-Baltic European Singapore business facilitation and acceleration.

 

linktr.ee/cleantechregion

 

Join the Silicon Valley business networking and the Nordic-Baltic Impact Week to San Francisco.

 

linktr.ee/nordicimpact

 

Photos and video credits: Lars Ling

linktr.ee/larsling

 

All rights reserved (c) copyright

I've never really been comfortable in my own skin.

When I was in my teens I was skinny and had NO shape, so I often wore a t-shirt over my bathing suit (like it would help right? lol).

When I was having kids I didn't really have time to pay attention to my body, but began a long campaign of hiding what had become my very scarred and rather misshapen abdomen. In fact, I began to hate it with a passion!! Oh, I didn't mind the other enhancements that came with having kids, I actually had curves :o) Except for that one curve....I hated that one. Not every woman that has kids gets this deformed from it!! In fact I have seen very few abdomens as ruined as mine (and I see quite a number of them in my line of work). So now I am on this journey that is making me want to be comfortable in my own skin...for the first time in my life. When I set up to take these pics I was scared, and figured I would prolly toss them all after I saw them. I have surprised myself :o) !! You know, I actually like a couple of these. The belly is still ugly, maybe someday I'll be able to afford a tuck ;o)

Left to Right:

1- Strategic clothing!! Always wear something that allows you to put your hands in front of the area you want to hide.

2- Contemplating reality.

3- Scars.

4- More scars.

5- The flip side...I don't have any issues with the flip side ;o)

 

Inspired by Sheenacv's day 13....yeah, it's taken me a while.

 

Adstuck is the biggest and the most innovative firm working on augmented reality(www.adstuck.com/augmented-reality) in India. Our browser which is available on all major platforms including Android, iPhone, Windows, Blackberry and Symbian, is the fastest delivery platform currently available. We have been designing Augmented Reality( applications in various fields including advertising, marketing, utility, education, entertainment and others. With hundreds of brand activations and almost all print companies of India onboard, we have proudly created a lot of digital magic throughout the world.

15 year old entertainment Sim.

sooc.

 

It's so insane how much Aliya and Sahar look like twins when in reality they're just best friends.

 

Sunflareee <3

The Image is Describing Itself...

2019 collection

 

wearable wall hanging

 

freeform wrap rap

tunic dress top

wrap stole vest

pseudo poncho

reckless neckpiece

 

pattern knitting

fantasy crochet

freeform fusion

exploring the mysteries

of dreams

& the magic of nature

like the gentle dance

of pearly clouds

floating gently

in a soft breeze

 

marvel at the elements

& dreamweaving them

into reality

with hooks & needles

 

1 skein of Mohair effect art-yarn

enhanced with matching materials

in Dada kamikaze technique

 

mutiversatile unique

unorthodox designer piece

offering about a gazillion

wearing options

indoors & outdoors

 

deluxe urban streetwear

in lagenlock design

Augmented reality technology is interactive and it drives engagement of customer towards products and businesses. AR helps in attracting customers with digital content information media such as image, animation, videos. To get more information about the AR technology, visit @ yeppar.com/

My friend Michael Naimark is exploring new ideas for virtual reality experiences, in collaboration with Google and other researchers. To discuss this work, we got together with two other colleagues, Steve Gano and Jim McKee -- with whom we worked at the Apple Multimedia Lab in the eighties, pushing the envelope on related questions.

 

We started with a tour of the historic Sentinel Building in North Beach, home of American Zoetrope -- where Francis Coppola worked on many cinematic masterpieces like The Godfather and Apocalypse Now. We checked out the underground screening room and sound mixing room where some of that work took place, then headed upstairs to Michael and Jim’s studios, for a wonderful conversation about the new VR frontier.

 

Michael and his colleagues are researching how people are represented in virtual reality. Their first experiment at Google’s “Big Chairs” Park led to some helpful guidelines on how to film people for VR, by using different camera angles and distances.

 

They’re also investigating ‘hyper-images’ that resemble a group of people, but that are shot at different times and composited together to create both ‘credible’ and ‘incredible’ pictures. To enable more experiments like these, Michael is developing ‘IMU VR’, a new type of camera that could make it easier for communities to tell their stories in VR. More on this later.

 

It was great to reconnect with my colleagues and brainstorm these ideas together. It felt like the good old days, and the creative juices were flowing all over again ...

 

Learn more about Michael Naimark’s work:

naimark.net

 

View more photos about Virtual Reality:

www.flickr.com/photos/fabola/albums/72157663814178663

Handmade prototype, one of the first "virual reality" displays ever built. Developed in 1985 by Jim Humphries and Mike McGreevy at NASA's Ames Research Center

 

Taken at the National Air and Space Museum Steven F. Udvar-Hazy Center: James S. McDonnell Space Hangar in Dulles, VA.

 

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