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Italien / Toskana - Sorano

 

Sorano is a town and comune in the province of Grosseto, southern Tuscany (Italy).

 

It as an ancient medieval hill town hanging from a tuff stone over the Lente River.

 

History

 

Sorano was probably inhabited by Villanovan culture, but the first historical mentions are relative to the 3rd century BC, when it was an Etruscan city under the influence of the more populous nearby Sovana.

 

Disappearing from history under the Roman domination, it is again known in 862 when a county was founded by Emperor Louis II, under the Aldobrandeschi suzerainty. The Aldobrandeschi were the most powerful feudataries of southern Tuscany for more than four centuries, disappearing in 1312 when Margherita, son of Ildibrandino, died without male heirs. His daughter Adelaide married to Romano di Gentile Orsini, who added the city to the family fiefs.

 

The county of Pitigliano-Sorano fought against the Republic of Siena, but was forced to accept its suzerainty from 1417. It regained a full independence in 1556, when the latter was annexed to the Duchy of Tuscany. The fortress, due to its strategic position, was frequently attacked; it was also the seat of fratricidal fights between the Orsini. In 1604, with the death of Alessandro di Bertoldo, it became part of the Grand Duchy of Tuscany.

 

It became part of the Kingdom of Italy in 1860.

 

Frazioni

 

The municipality is formed by the municipal seat of Sorano and the villages (frazioni) of Castell'Ottieri, Cerreto, Elmo, Montebuono, Montevitozzo, Montorio, San Giovanni delle Contee, San Quirico, San Valentino and Sovana.

 

Culture

 

Comedian Jack Benny mentions Sorano in a running gag on both the radio and television versions of The Jack Benny Program, in which Jack has written a song entitled “When You Say 'I Beg Your Pardon,' Then I’ll Come Back to You.” In the gag, each time Jack reaches the lyric “when the swallows at Sorano return to Capistrano,” the song is interrupted by a cast member or guest star questioning how a swallow could possibly fly all the way from Italy to California.

 

Main sights

 

Rocca degli Orsini (Orsini castle), built in the 14th century but totally renovated by Niccolò IV Orsini in 1552. It is considered one of the most important examples of Renaissance military architecture. It has two massive angular bastions, connected by a line of walls with the main gate, which is surmounted by a noteworthy coat of arms and by a square tower. In the interior of the walls are remains of the ancient nucleus, with a round tower and the draw-bridge, now disappeared. A cycle of 16th-century frescoes of Sienese school have been recently found out.

Masso Leopoldino, a natural tuff stone carved to form a fortified, panoramic terrace by order of Gran Duke Leopold.

Vitozza cave settlement and fortress

Another castle is in the frazione of Sovana.

 

(Wikipedia)

 

Sorano ist eine kleine mittelalterliche Stadt mit 3180 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) der italienischen Provinz Grosseto in der Toskana.

 

Geografische Lage

 

Die Stadt liegt in der südlichen Toskana, im äußersten Osten der Hochmaremma, am Hang eines Tuffsteinhügels über dem Fluss Lente, der hier von den kleineren Wasserläufen Cercone und Castelsereno gespeist wird. Wie Pitigliano und Castell’Azzara ist sie eine der „Tuffsteinstädte“ (città del tufo).

 

Zur Gemeinde gehören folgende Siedlungen: Castell'Ottieri, Cerreto, Elmo, Montebuono, Montevitozzo, Montorio, San Giovanni delle Contee, San Quirico, San Valentino und Sovana.

 

Nachbargemeinden sind Acquapendente (VT), Castell’Azzara, Latera (VT), Manciano, Onano (VT), Pitigliano, Proceno (VT) und Semproniano. Im Osten grenzt Sorano an die Region Latium. Die Entfernung zur Provinzhauptstadt Grosseto beträgt etwa 80 km. Nach Rom sind es etwa 150 km, Siena ist etwa 100 km und Florenz etwa 180 km entfernt.

 

Geschichte

 

Das Felsplateau von Sorano war vermutlich seit der Bronzezeit besiedelt. Zur Zeit der Etrusker war das Gebiet sicher besiedelt, der etruskische Name der Siedlung ist allerdings nicht überliefert. Der heutige Ortsname leitet sich vermutlich von dem lateinischen Namen einer etruskischen Gottheit, Pater Soranus her. Sorano wurde in der Römerzeit durch das Municipium von Sovana verwaltet.

 

Im Mittelalter war die Stadt im achten Jahrhundert unter langobardischer Herrschaft. 862 ging sie in den Besitz der Grafen Aldobrandeschi über. Diese wurden 1312 von dem Geschlecht der Orsini als Herrscher abgelöst, die die Stadt wiederum 1604 an die Medici abtreten mussten. 1737 kam die Stadt unter die Herrschaft des Hauses Habsburg-Lothringen.

 

Die Erosion des Tuffsteinfelsens, der die Bausubstanz der Stadt mit betraf, führte zu einem allmählichen Niedergang der Stadt. In den letzten Jahren wurde Sorano als Touristenziel wieder aufgewertet.

 

Sehenswürdigkeiten

 

Die Kirche Collegiata di San Niccolò wurde bereits 1276 erwähnt.

Der Ort verfügt über zwei mittelalterliche Befestigungsanlagen, die Fortezza Orsini und den Masso Leopoldino.

Der zur Fortezza Orsini gehörende Orsinipark ist nur noch teilweise erhalten, einige Skulpturen und die Reste eines Brunnens sind noch sichtbar.

Der Palazzo Comitale ist ein gut erhaltener Renaissancepalast, der den Orsini als Residenz diente.

Die Porta dei Merli ist ein Stadttor, das früher mit einer Zugbrücke ausgestattet war und mit Wappen verziert ist.

Außerhalb der Stadt gibt es eine Reihe von Höhlen zu sehen, die von den Etruskern und Römern genutzt wurden. Am bekanntesten dabei ist die Nekropole von San Rocco.

Ebenfalls außerhalb der Stadt befinden sich mehrere Via Cave, Wegsysteme der Etrusker, die in den Tuffstein gegraben wurden.

 

(Wikipedia)

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Schloss Schwetzingen ist ein Schloss in Schwetzingen, das vor allem den pfälzischen Kurfürsten Karl Philipp und Karl Theodor als Sommerresidenz diente. Bekannt ist in erster Linie der im 18. Jahrhundert angelegte Schlossgarten. Jährlich finden im Schloss die Schwetzinger Festspiele und alle zwei Jahre das Lichterfest statt.

 

Inhaltsverzeichnis

 

1 Geschichte

2 Weltkulturerbe

3 Schloss

3.1 Innenräume

3.2 Zirkelbauten

3.3 Theater

3.4 Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen

4 Garten

4.1 Französischer Garten

4.2 Englischer Garten

4.3 Arboretum

4.4 See

4.5 Bauten

4.5.1 Merkurtempel

4.5.2 Minervatempel

4.5.3 Apollotempel

4.5.4 Tempel der Waldbotanik

4.5.5 Badhaus

4.5.6 Wasserspeiende Vögel

4.5.7 Perspektiv

4.5.8 Orangerie

4.5.9 Moschee

4.5.10 Römische Wasserleitung

4.5.11 Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)

4.6 Landschaftsschutzgebiet

5 Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses

6 Siehe auch

7 Literatur

8 Film

9 Weblinks

10 Einzelnachweise

 

Geschichte

 

Das Schwetzinger Schloss wurde im Jahr 1350 zum ersten Mal als Feste urkundlich erwähnt. Es handelte sich um ein mittelalterliches Wasserschloss. 1427 kam es in den Besitz des Kurfürsten Ludwig III. In der Folgezeit wurde es mehrfach umgebaut, diente als Jagdschloss und wurde gegen Ende des Dreißigjährigen Kriegs zerstört. Kurfürst Karl Ludwig ließ das Schwetzinger Schloss für seine Geliebte Luise von Degenfeld wieder aufbauen. Während eines Besuchs im August 1656 hatte er den Einwohnern von Schwetzingen bereits befohlen, sämtlichen Schutt wegzuräumen, wobei aufgelesene Trümmerteile wie Steine, Hölzer und „altes Eisenwerk“ bei den Untertanen zur eigenen Verwendung verbleiben durften. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde das Schloss erneut zerstört, die Grundmauern blieben allerdings stehen.

 

Karl Philipp

 

Karl Theodor

 

Seine heutige Form erhielt das Schloss auf Befehl des Kurfürsten Johann Wilhelm, der in Düsseldorf regierte. Dieser ließ es unter Leitung des Grafen Matteo Alberti – der Erbauer des Schlosses Bensberg – von dem Heidelberger Baumeister Johann Adam Breunig umbauen und durch zwei Flügelbauten wesentlich vergrößern. Das Bauwerk wurde in mehreren Bauabschnitten ab dem Jahre 1697 errichtet und ausgebaut. Im Jahr 1752 wurde eine Gartenerweiterung auf dem damals rund 70 Hektar großen Areal vorgenommen. Im gleichen Jahr wurde auch das Schlosstheater eröffnet. Obwohl das Schloss seit der Verlegung der Residenz des Kurfürsten Karl Theodor von Mannheim nach München im Jahr 1778 kaum mehr benutzt wurde, wurde in der Folgezeit am Garten weiter gearbeitet.

 

Unter Karl Theodor war Schwetzingen Sommerresidenz: Die Hofhaltung wurde in den warmen Monaten von Schloss Mannheim nach Schloss Schwetzingen verlegt. Die Schlichtheit der Wohnungen des Kurfürstenpaares und eine größere Informalität der Umgangsformen waren Ausdruck eines vorgeblich einfacheren, unbeschwerten „Lebens auf dem Lande“.

 

An der künstlerischen Ausgestaltung von Schloss und Garten waren nahezu alle am Hof in Mannheim beschäftigten Künstler beteiligt. Dazu gehörten Alessandro Galli da Bibiena und Peter Anton von Verschaffelt. Der Lothringer Nicolas de Pigage war Intendant der Gärten und Wasserkünste sowie der bestimmende Architekt in der Karl-Theodor-Zeit. Pigage erweiterte den Garten in allen Stilwandlungen der Zeit. Der Zweibrücker Hofgärtner Johann Ludwig Petri plante das Hauptparterre und den Zirkel des französischen Gartens. Der erste Hofgärtner, van Wynder, wurde aus Kassel nach Schwetzingen berufen.

 

Der zweite Hofgärtner war Johann Wilhelm Sckell, ein Hauptmitarbeiter Pigages. Sein Sohn Friedrich Ludwig Sckell wurde 1804 nach München berufen, wo er den Englischen Garten anlegte. Der erste badische Gartenbaudirektor war Johann Michael Zeyher, der den Flieder in Schwetzingen einführte.

 

Schloss Schwetzingen zählt heute zu den landeseigenen Monumenten und wird von der Einrichtung Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg betreut. Der Garten ist gegen Eintritt öffentlich zugänglich, Schloss und Theater können im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

Weltkulturerbe

 

Im September 1999 meldete Deutschland Schwetzingen in der bei der UNESCO geführten sogenannten Tentativliste als potentielle Welterbestätte an.[1] Ein dortiger Eintrag ist die Voraussetzung dafür, dass zu einem späteren Zeitpunkt ein Antrag auf Verleihung eines entsprechenden Prädikats, in diesem Fall des Weltkulturerbes, gestellt werden kann. Dies geschah dann auch im Jahre 2007. Der Antrag umfasste einen Kernbereich von Schloss und Schlossgarten, den vorgelagerten Schlossplatz, das Ysenburgsche Palais sowie die Sichtachsen der Carl-Theodor- und der Lindenstraße. Hinzu kam eine zusätzliche Pufferzone, die weitere Teile der Stadt einbezog.[2]

 

Im Juni 2009 wurde der Antrag aufgrund eines negativen Votums des ICOMOS wieder zurückgenommen und infolgedessen im Laufe des folgenden Herbstes überarbeitet. Der ursprüngliche Ansatz, das freimaurerische und aufklärerische Wirken Carl-Theodors begleitend zu betonen, wurde zurückgefahren, stattdessen die künstlerische und musische Bedeutung von Schloss und Stadt hervorgehoben. Außerdem wurde der Kernbereich geringfügig erweitert.[2] Im Januar 2010 wurde der Neuantrag eingereicht.[3] Im März 2010 setzte die Kultusministerkonferenz Schwetzingen erneut auf die deutsche Nominierungsliste, diesmal für 2011.[4][5] Der als Entscheidungsgrundlage dienende Bewertungsbericht der ICOMOS vom Mai 2012 empfahl jedoch abermals, die Anlage nicht aufzunehmen. Negativ wurde insbesondere bewertet, dass es von dieser Art von Schlössern und Gärten schon elf, beispielsweise in Dessau, in Brühl oder in Potsdam und Berlin, und damit eigentlich deren genügend auf der Welterbeliste gebe. Eine besondere Stellung Schwetzingens habe nicht erkannt werden können.[6] Das Welterbekomitee stimmte dem ICOSMOS-Votum zwar mehrheitlich nicht zu, behandelte den Schwetzinger Antrag aber auch nicht, sondern empfahl stattdessen, einen neuen, abermals überarbeiteten Entwurf vorzulegen. Ob es dazu kommt, ist fraglich.[7][8][9] Über einen erneuten Versuch wurde nichts bekannt.

Schloss

Plan von Schwetzingen (um 1840)

 

Eine Anfahrt aus Heidelberg liegt auf der geraden Verbindung vom Königstuhl nach Schwetzingen. Die Trasse ist von erhöhter Position aus in der Landschaft noch gut erkennbar, aber nicht durchgehend befahrbar. Vom Königstuhl aus gesehen läuft diese Linie hinter dem Schloss weiter auf die Kalmit zu.

 

Vom Schwetzinger Schlossplatz gelangt man in den Ehrenhof. In den beiden ehemaligen Wachhäuschen am Schlosstor befinden sich heute ein Museumsladen und ein Café. Der Hof wird links und rechts von symmetrischen Wirtschaftsgebäuden flankiert. In der Mitte, an der Westseite, befindet sich das Corps de Logis, der Wohnbau des Schlosses.

Innenräume

 

In einer langwierigen Restaurierung der Jahre 1975–1991 wurden die Innenräume des Schlosses wiederhergestellt und mit authentischen Möbeln des 18. Jahrhunderts eingerichtet. In der Beletage verdeutlichen im Rahmen eines Schlossmuseums die Gesellschaftsräume, die Wohnung des Kurfürsten und die Wohnung der Kurfürstin das Funktionsprofil des Schlosses in der Karl-Theodor-Zeit.

 

Von besonderem kunstgeschichtlichen Rang sind die Räume der in badischer Zeit ab 1803 umgestalteten Wohnung der Reichsgräfin Luise Karoline von Hochberg im zweiten Obergeschoss aufgrund der vorzüglich erhaltenen Handdrucktapeten (1804) der Firma Zuber et Cie in Rixheim (Compagniezimmer mit Alpenpanorama „Vues de Suisse“, Schlafzimmer, Grand Cabinet).

Zirkelbauten

Nördlicher Zirkelbau

Südlicher Zirkelbau

 

Die Zirkelbauten sind zwei eingeschossige, dank hoher Fenstertüren mit unmittelbarem Gartenzugang versehene Werksteinbauten, die sich seitlich an das Schloss zu einem Halbrund anschließen und das kreisrunde Gartenparterre gemeinsam mit dem Halbkreis der Wandelgänge aus Lattenwerk umfangen. Der nördliche Zirkelbau wurde in den Jahren 1748/1749 von Alessandro Galli da Bibiena erbaut, der südliche im Jahr 1753 von Franz Wilhelm Rabaliatti. Die Zirkelbauten wurden für die Hofgesellschaften (Speisetafel, Spiele und Konzerte, Bälle) genutzt. Solche zusätzlichen, repräsentativen Räumlichkeiten waren angesichts der beengten Verhältnisse im alten Wohnbau des Schlosses unverzichtbar. Heute werden die Zirkelbauten als Schlossrestaurant, Café und Theaterfoyer sowie für Konzerte und Ausstellungen genutzt.

Theater

→ Hauptartikel: Schlosstheater Schwetzingen

 

Das kurfürstliche Hoftheater im frühklassizistischen Stil (oft fälschlich „Rokokotheater“ genannt) wurde am 15. Juni 1753 mit Oper Il figlio delle selve („Der Sohn der Wälder“) von Ignaz Holzbauer eröffnet. Hier wirkten Sänger, Instrumentalisten und Komponisten von internationalem Rang, darunter die Vertreter der Mannheimer Schule. Nachdem Karl Theodor seine Residenz nach München verlegt hatte, fanden nur noch gelegentliche Aufführungen in Schwetzingen statt, wenn der Kurfürst dort zu Besuch war. Auch in der badischen Zeit wurde das Theater nur selten benutzt. Es verfiel und konnte nicht mehr bespielt werden. 1936/37 und 2002/03 wurde das Theater völlig renoviert. Die Brüstungen der leicht ansteigenden Logenränge haben im Grundriss die Form einer Lyra. Die Pfeiler sind reich verziert und von Korbbögen überbrückt, die die Wirkung des Raumes vertiefen.

Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen

 

Im südlichen Flügel des Schlosses sind seit ihrer Gründung 1953 die Fachhochschule Schwetzingen – Hochschule für Rechtspflege bzw. deren Vorgängereinrichtungen untergebracht. Aufgrund umfangreicher Umbau- und Renovierungsarbeiten wurde der Studienbetrieb seit September 2009 in ein Ausweichquartier nach Mannheim-Wohlgelegen verlegt.

Garten

Parterre

 

Der Schwetzinger Schlossgarten gliedert sich in einen Französischen Garten und einen Englischen Garten. Bei der kunsthistorischen Interpretation des Gartens wird auch unterschieden zwischen dem „Garten der Allegorien“, also jener Gartenteil, in welchem ohne tiefere Bedeutung allegorische Figuren stehen, und dem „Garten der Vernunft“. Zum „Garten der Vernunft“ zählen Minervatempel, Merkurtempel, Moschee, Apollotempel, Tempel der Botanik, das römische Wasserkastell sowie das Arboretum, also jene Gartenteile, in denen im Sinne aufklärerischen Denkens die Vernunft gefeiert wird. Der Schwetzinger Schlossgarten war, mit Ausnahme des Bereiches um das Badhaus, bereits in kurfürstlicher Zeit für die gesamte Bevölkerung zugänglich, damals noch ohne Eintrittsgeld. Eine Parkordnung regelte das angemessene Verhalten der Besucher.

Französischer Garten

Luftaufnahme des Barockgartens

Fontäne in der Gartenmitte

 

Längs der Hauptachse des Gartens blickt man nach Osten auf den Königstuhl im Odenwald und nach Westen auf die Kalmit im Pfälzerwald.

 

Der Barockgarten ist nach französischer Art in strengen geometrischen Formen angelegt. Die wichtigsten Elemente sind die Hauptachse, die Querachse und das Kreisrund. Der vordere Gartenteil zeigt Parterres und Boskette. Auf der Schlossterrasse befinden sich Urnen, die die vier Weltzeitalter darstellen (goldenes, silbernes, ehernes und eisernes Zeitalter). Zudem befinden sich dort zwei vergoldete Atalanten, die noch aus dem Vorgängergarten stammen. Eine Besonderheit des französischen Gartens ist die kreisförmige Anlage der zentrale Teil rund um den Arionbrunnen, das sogenannte Kreisparterre.

 

Der zentrale Arionbrunnen von Guibal hat eine Begebenheit der antiken Mythologie zum Thema: Arion (Arion von Lesbos) ist ein berühmter Sänger. Nach einem Wettstreit reich beschenkt, wird er auf See von den Schiffsleuten bedrängt. Er bittet, ein letztes Mal singen zu dürfen. Bei seinem Gesang erscheinen Delfine. Der Sänger stürzt sich in die Fluten und ein Delfin bringt ihn an die Küste, so dass er seinen Weg nach Korinth fortsetzen kann. Das Sternbild Delphin wird in manchen Überlieferungen als der von den Göttern ans Firmament entrückte Arion auf dem Delfin gedeutet.

 

Abgeschlossen wird der französische Garten durch die Darstellung einer Hirschjagd von Verschaffelt. In unmittelbarer Nähe sind die vier Elemente in Skulpturen dargestellt.

Englischer Garten

 

Die westlichen und nordwestlichen Teile des Gartens wurden als englischer Landschaftsgarten gestaltet. Im Gegensatz zum französischen Garten sind hier die Wege und Uferlinien leicht geschwungen. Am unregelmäßigen Waldbereich wurde fast nichts verändert.

Arboretum

 

Ein Arboretum ist eine Sammlung oft exotischer Gehölze. Der Gartenbaumeister Zeyher legte diesen Garten im Jahr 1802 mit exotischen Bildern aus aller Welt an. Besonders kunstvoll ist das schmiedeeiserne, teilvergoldete Tor von Rabaliatti. Auf derselben Fläche befand sich vorher eine Fasanerie mit Tiergehegen.

See

See mit Schloss im Hintergrund

See im Winter

Gartenphaeton des Kurfürsten 1775

 

Schon beim Betreten des Schlossgartens sieht der Besucher auf den großen See, der den Garten abschließt. An der Stelle des Sees befand sich ursprünglich ein ummauertes Bassin, das auf Vorschlag Zeyhers im Jahr 1823 auf Befehl des Großherzogs Ludwig von Baden erweitert und in einen See mit natürlicher Uferausformung umgewandelt wurde. Zwei Skulpturen (Kopien) von Verschaffelt ruhen auf der dem Schloss zugewandten Längsseite beidseitig der Blickachse: die Flussgötter Rhein und Donau. Die Originale sind in der Orangerie zu besichtigen.

 

Der See und alle weiteren Gewässer werden seit Pigage von zwei Wasserwerken gefüllt, die den Leimbach als Antrieb für die Mühlräder der Pumpen nutzten. Dieser umschloss bereits die ursprüngliche Burganlage und fließt vom Kraichgau kommend in Richtung Rhein. Für die Fontänen wurde sauberes Grundwasser verwendet. Diese Pumpen befanden sich im nördlichen Schlossflügel (oberes Wasserwerk mit Hochbehälter im heutigen Finanzamt). Ein zweites Pumpwerk mit Hochbehälter, das einen gleichbleibenden Druck sicherstellte, war am Parkende hinter dem Aquädukt verborgen (unteres Wasserwerk).

 

Für Karl-Theodor kaufte Pigage 1775 in London einen Gartenphaeton mit Lakai-Antrieb, wozu alle Hauptwege topfeben angelegt und sogar vorzeitliche Grabhügel abgetragen wurden. Damit konnte der Kurfürst im Park herumfahren, ohne dass Pferdeexkremente die Gartenwege verschmutzten. Der Muskelkraftwagen, heute im Schloss Nymphenburg, regte den Heidelberger Studenten Karl Drais vor 1803 zur späteren Erfindung des Ur-Fahrrads an.[10]

Bauten

 

Im Schwetzinger Schlosspark befinden sich neben zahlreichen Statuen auch einige Bauwerke. Das Gebäudeprogramm zeigt einen philosophischen und architektonischen Bezug auf die klassische Antike und, im Falle des Moschee-Komplexes, auf den Islam und die orientalische Weisheitslehre. Neuere Forschungen wollen im Schwetzinger Garten ein freimaurerisches Programm erkennen, in dem christliche Vorstellungen eingebunden wären. Gartenbauten, Wegbeziehungen, Tore und Brücken sollten den Park nicht nur in Einzelräume unterteilen, sondern größer wirken lassen. Einen eigenen Komplex bietet das früher nur auf Einladung oder Befehl des Kurfürsten zugängliche Badhaus, ein kleines Lusthaus mit eigenem Garten und dem „Perspektiv“.

 

Nach Ansicht von Richard Benz führte das Erlebnis der „künstlichen Ruinen“ im Schwetzinger Schlosspark die Dichter des 18. Jahrhunderts zur Beschäftigung mit den echten Ruinen des Heidelberger Schlosses und damit zur im späten 18. Jahrhundert einsetzenden „Wiederentdeckung“ Heidelbergs.[11]

Merkurtempel

 

Die Lage des Tempels oberhalb des Moscheeweihers

 

Der Tempel von Norden

 

Der Tempel aus der Nähe

 

Relief am Tempel

 

In den „Parties sauvages“, den südwestlichen landschaftlichen Partien des Schwetzinger Gartens wurde bereits 1784 ein „Monument“ gegenüber der Moschee geplant. 1787/88 entstand der Ruinenbau Pigages, der erstmals 1791 dem römischen Gott Merkur zugewiesen wird. Sein kellerartiger Unterbau aus großen Sandsteinblöcken erscheint als Rest eines älteren Vorgängers. Der dreigeschossige, turmartige Merkur-Tempel aus Tuffstein besitzt ein im Grundriss sechseckiges Hauptgeschoss, darüber ein Attikageschoss und eine abschließende Laterne. Auf Merkur verweisen Reliefs aus Stuckmarmor über den Eingängen der drei gleichartigen Fassaden.

 

Die Deutung der Parkruine ist kontrovers: Nach überkommener Lesart steht sie für die Überwindung von Geheimlehren durch die Vernunft. Diese Lesart verweist darauf, dass der Tempel die Form eines römischen Grabmals hat. Durch drei Reliefs, die ausschließlich negative Episoden aus dem Leben des Merkur zeigen, wird dieser mit dem antiken Hermes Trismegistos, einem Symbol für Magie, gleichgesetzt. Der Aberglaube ist also gewissermaßen in seinem eigenen Tempel begraben worden. In diesem Zusammenhang wird auch betont, dass man von der Moschee über einen Weiher auf den Merkurtempel blickt. Wenn man die Moschee als Symbol für die Weisheit versteht, bedeutet dies: Der Weise muss Tod und Aberglaube nicht fürchten. Eine neue freimaurerische Interpretation hingegen sieht verborgene Verweise auf den Salomonischen Tempel und seinen Architekten Hiram Abif.

 

Der Merkurtempel hat die Funktion eines Aussichtspunkts, das Obergeschoss gestattet einen Blick über den See und auf die Moschee.

Minervatempel

Minervatempel

 

Die römische Göttin Minerva ist mehrfach im Schlossgarten dargestellt. Symmetrisch zu dem Minerva-Tempel war als Gegenstück ein Tempel des Cupido geplant, der nicht zur Ausführung kam.

 

Der von Pigage entworfene Tempel war 1769 vollendet. Seine viersäulige Front korinthischer Säulenordnung ist durch ein antik-römisches Vorbild angeregt, den Eingangsbau zur Portikus der Octavia. Einmalig ist die Umkehrung des Verhältnisses von Säulenhalle und Cella: Die Tempelcella wird zu einer gegenüber der Natur geöffneten Raumhülle umgedeutet, innerhalb derer sich die Säulenstellung fortsetzt.

 

Minerva, Göttin der Weisheit, erscheint vor der Rückwand in einem umgearbeiteten Standbild von Gabriel de Grupello. Sie ist, auch nach Ausweis des Giebelfeldes, die Göttin der friedlichen Künste und Wissenschaften, insbesondere der Gartenkunst. Die mit Marmorbänken ausgestattete Cella dient Parkbesuchern als Ruheraum, kann aber auch als imaginärer Versammlungsort derjenigen, die Weisheit erlangt haben, verstanden werden.

 

Unterhalb des Tempels befindet sich ein rechteckiger Raum, mit Nischen und runden Fensteröffnungen. Dieser Raum ist von außen zugänglich und zeigt Merkmale eines geheimen Versammlungsortes. Er wird von Pan regiert, wie eine Maske über der Tür anzeigt. Der Minerva-Tempel, der sich über dieser irrationalen Sphäre erhebt, wird so ein aufklärerisches Monument der gestaltenden Vernunft und der menschlichen Zivilisationsleistung.

Apollotempel

 

Apollotempel von Westen

 

Apollotempel von Westen

 

Lyraspielender Apollo

 

Apollos Rücken

 

Im Jahr 1762 plante man an dieser Stelle ein Belvedere. Nach dem Entwurf von Nicolas de Pigage entstand ein hoher, terrassierter Unterbau, auf dessen oberster Plattform sich ein Monopteros, ein Rundtempel mit zwölf Säulen ionischer Säulenordnung ohne Cella erhebt. Der Tempel ist dem griechischen Gott Apollo gewidmet. Die Statue des Apollo stammt von dem Bildhauer Anton von Verschaffelt. Sie zeigt den Gott beim linkshändigen Lyra-Spiel, was dem Künstler einigen Hohn eingebracht hat. In einem Briefwechsel zwischen Gleim, Wilhelm Heinse und Johannes von Müller heißt es, er stehe zwar »gar heilig« auf einer Anhöhe, »nur hat der linke Gott darin einen erbärmlichen Hintern«.

 

Der Apollo-Tempel krönt eine nach zwei Seiten gerichtete Anlage: Vom Eingang an der Westseite steigt der Besucher durch felsige, dunkle und verwirrende Korridore zur lichtumfluteten Plattform mit dem klassischen Monopteros empor. Aus der Sicht der Zuschauer im östlichen Heckentheater krönt der Tempel den Bühnenprospekt. Apoll erscheint als Gott der Künste und Führer der Musen auf dem Berg Helikon, wo der Hufschlag des Pegasus die Quelle Hippokrene, deren Wasser durch die Najaden über die Kaskade an die Menschen weitergegeben wird.

Tempel der Waldbotanik

Tempel der Waldbotanik

 

Der von Pigage entworfene Tempel der Waldbotanik – „Botanicae Silvestris“ – wurde schon 1777 geplant. Die Weiheinschrift nennt das Datum 1778, aber erst 1780 wurde der Bau fertig. Er bildet den Abschluss des „Arboretum Theodoricum“, der Baumsammlung im sogenannten Wiesentälchen. Der aufgesockelte, zylindrische Baukörper weist außen Rauputz nach Art von Eichenrinde auf. Eine Freitreppe, auf deren Wangen Sphingen wachen, führt zur Eingangstür. Innen vermittelt eine runde Öffnung von circa 20 cm Durchmesser in der Fußbodenmitte zu einem dunklen Gewölbe darunter. Das Bildprogramm handelt vom Wachsen, Reifen und Absterben der Natur. Vier große Relieffelder zeigen Symbole der vier Jahreszeiten in Verbindung mit einem antiken Dreifuß. Die Naturrhythmen werden mit der modernen Naturwissenschaft verknüpft: Bildnismedaillons der älteren Autoritäten Theophrastos von Eresos und Plinius stehen solche der modernen Naturforscher Joseph Pitton de Tournefort und Carl von Linné gegenüber. Linnés revolutionäres Buch über die Pflanzensystematik bildete das inzwischen verschwundene Attribut einer Statue der Göttin Ceres in der Mittelapsis.

Badhaus

Badhaus

 

Das von Pigage errichtete Badhaus ist ein kleines Lusthaus nach Art einer italienischen Villa. Während unter Karl Theodor der übrige Schlossgarten öffentlich zugänglich war, durfte der Badehaus-Bereich, zu dem ein eigener Garten gehört, nur auf Einladung oder mit Genehmigung des Kurfürsten betreten werden. Hier konnte Karl Theodor wie ein Privatmann leben und sich seinen musischen Neigungen hingeben. Vom Apollo-Bezirk her wird das Badhaus durch eine im Grundriss halbkreisförmige Exedra betreten, eine gleich gebildete liegt an der Rückseite. Durch beide Eingangsbereiche gelangt der Besucher in den Ovalsaal mit der Aurora als Deckengemälde und vier Horen als vergoldeten Plastiken, der das Zentrum des Schlösschens bildet. Vom Ovalsaal gehen nach Westen und nach Osten flurartige Vorzimmer mit fein eingelegtem Parkett aus drei Hölzern ab. Über sie gelangt der Besucher in das Schlafzimmer des Kurfürsten (Südwestseite, mit separater Toilette) und in den Baderaum (Nordwestseite) mit einem vertieften Marmorbecken (etwa 1‚2 m tief) mit zwei Sitzbänken in einer elliptischen Nische. Die Wasserleitungen sind als bekrönte Schlangen ausgearbeitet. An der Nordostseite liegt das Chinesische Zimmer mit chinesischen Papiertapeten, an der Südostseite das Schreibzimmer mit Landschaftsgemälden von Ferdinand Kobell.

 

In der beim Badhaus gelegenen Badhausküche befand sich der Kessel zum Erhitzen des Badewassers. Bemerkenswert ist, dass das Badhaus im Verhältnis zum Hauptschloss in der gleichen Position gelegen ist wie sein Vorbild, das Grand Trianon, im Schlosspark von Versailles.

Wasserspeiende Vögel

 

Uhu mit geschlagenem Fasan

 

wasserspeiende Vögel auf der Einfassung

 

Brunnen der wasserspeienden Vögel

 

Eine Attraktion des Badhausgartens ist der Brunnen der wasserspeienden Vögel (alle aus Eisenblech gearbeitet). Im mittleren Bassin sitzt in Angriffshaltung mit gespreizten Flügeln ein Uhu, der in seinen Fängen einen von ihm geschlagenen Fasan hält. Oben auf der Einfassung aus Lattenwerk, das die Anlage umgibt, sitzen zwanzig andere Vögel, die den Uhu (mit Wasser) bespucken. Das Thema des Brunnens geht auf eine Fabel von Äsop zurück, die vom Zorn der guten Vögel über den bösen Uhu handelt. Die Schwetzinger Figuren stammen aus dem lothringischen Schloss La Malgrange des polnischen Exkönigs Stanislaus I. Leszczyński. Vier Volieren mit lebenden, zwitschernden Vögeln erhöhen die Illusion. Zu der Anlage zählen zwei weitere kleine Gebäude, die sogenannten Achathäuschen.

Perspektiv

 

Perspektiv im Laubengang

 

Perspektiv aus der Nähe

 

Perspektiv von außen

 

Blick auf die halbrunde Mauer vom „Perspektiv“ oder „Ende der Welt“ im Schlossgarten Schwetzingen.

 

Das Perspektiv oder Ende der Welt im Schlossgarten Schwetzingen.

 

Das Perspektiv, im Volksmund als „Ende der Welt“ bezeichnet, schließt die Hauptachse des Badhausgartens nach Norden hin ab. Am hinteren Ende der Treillage ist eine Flusslandschaft zu erkennen. Dabei handelt es sich um die Kopie eines Gemäldes von Ferdinand Kobell auf einer Mauer. Durch geschickt genutzten Lichteinfall erscheint das Bild realistisch. Im Zusammenspiel mit dem zuführenden Gang und einem Architekturrahmen vor der Mauer entsteht eine starke Tiefenwirkung.

 

Aufbau des Perspektivs (von Pigage gestaltet): An den Laubengang (Treillage) schließt sich ein Pavillon mit zwei Seitenräumen an. Der Hauptraum des Pavillons (zum Gemälde hin offen und mit Tuffstein verkleidet) ist als Grotte gestaltet. Gegenüber dem Eingang des Laubengangs befindet sich eine Maueröffnung im Pavillon. In der Maueröffnung sind eiserne Schilfblättchen angebracht und Wasser tropft von der Grottendecke in ein Bassin. Hinter dieser Öffnung befindet sich in etwas Abstand eine halbrunde Mauer mit Landschaftsgemälde (in Freskotechnik). Das Landschaftsgemälde wird durch das Sonnenlicht beleuchtet und strahlt so förmlich, wenn man vor dem Laubengang steht.

Orangerie

Orangerie

→ Hauptartikel: Orangerie (Schwetzingen)

 

Ab dem 16. Jahrhundert kamen an den europäischen Fürstenhöfen Sammlungen von Orangen und anderen Zitrusbäumen in Mode. Diese überwinterten in abschlagbaren, nur für die kalte Jahreszeit um die Pflanzen herum errichteten Gebäuden. Im späten 17. und im 18. Jahrhundert wurden die Pflanzen in Pflanzkästen und Kübeln gehalten, die in einem festen Gebäude überwinterten und in den warmen Monaten in einem Orangerieparterre ins Freie gestellt wurden.

 

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts konnte der Bedarf an Räumlichkeiten für höfische Festivitäten in Schwetzingen nicht annähernd gedeckt werden. Eine Orangerie mit großem Festsaal westlich des Schlosses sollte hier Abhilfe schaffen. So hatte es jedenfalls Kurfürst Karl Philipp entschieden, der 1716 die Nachfolge des überwiegend in Düsseldorf residierenden Kurfürsten Johann Wilhelm angetreten hatte.

 

Die unter Karl Theodor errichtete Schwetzinger Orangerie mit ihren Fassadenmalereien wurde von Nicolas de Pigage entworfen. Die Malereien täuschen Naturstein als Material vor, wo nur simple Backsteinmauern sind. Davor liegt das Orangerieparterre, das gegenüber den anderen Gartenbereichen zugunsten eines Binnenklimas abgesenkt und zur warmen Südseite ausgerichtet ist. An den Ecken des Parterres befinden sich Statuen von drei Jahreszeiten, die vierte fehlt. In der Mitte stehen die Orangen- und Zitronenbäume in Kübeln auf einer rechteckigen Insel.

Moschee

→ Hauptartikel: Moschee Schwetzingen

 

Rote Moschee im Türkischen Garten

 

Wandelgang mit Eckpavillon

 

Innenansicht der Moscheekuppel

 

Im hinteren (südlichen) Bereich, dem Türkischen Garten, steht die Rote Moschee von Pigage, errichtet von 1778 bis 1785. Das Bauwerk hat keine liturgische Funktion, es handelt sich vielmehr um ein Gartenfolly mit ausschließlich ästhetischer Bedeutung. Die Schwetzinger Moschee ist der erste und größte Bau dieser Art in einem deutschen Park. Das Gebäude des späten Barock ist mit zahlreichen orientalischen Elementen versehen. Der Moscheehof wurde gelegentlich für Freilichtaufführungen von Opern genutzt. Die Moschee wurde im 20. Jahrhundert zeitweise von Muslimen genutzt.

 

Vor der Moschee befinden sich der ehemalige fürstliche Obstgarten, dahinter eine Baumschule und die Schlossgärtnerei.

Römische Wasserleitung

Römische Wasserleitung

 

Im Sommer 1779 wurde die am nördlichen Rand des Gartens gelegene künstliche Ruine nach Entwürfen von Nicolas de Pigage begonnen. Ein Torbau, auf dem noch ein Turmaufsatz erhalten scheint, erinnert an einen römischen Triumphbogen. In seiner mittleren Arkade rauscht ein Wasserfall. Von diesem Torbau greifen nach drei Seiten die Reste eines Aquäduktes aus, wobei der östliche Arm einen Freiplatz hinterfängt, auf dem sich ein Obelisk erhebt.

 

Pigage konnte auf eigene Antikenstudien während seiner Italienreise 1767/68 zurückgreifen. Die Verbindung von Torbogen und Aquädukt begegnet an der römischen Porta Maggiore und am Aquädukt der Acqua Vergine. Das Turmfreigeschoss könnte durch mittelalterliche Wehraufbauten auf römischen Brücken angeregt sein. Die Vorbilder finden sich in Veduten von Piranesi. Die Bezeichnung als Römisches Wasserkastell erscheint erst 1828.

Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)

Blick über die Chinesische Brücke, im Hintergrund der Merkurtempel

 

Die oft als „chinesisch“ bezeichnete Brücke im hinteren, nordwestlichen Bereich des Gartens verbindet den französischen mit dem englischen Gartenteil. Das Bauwerk geht tatsächlich auf einen Brückenentwurf des in Venetien tätig gewesenen Renaissance-Architekten Andrea Palladio zurück. Die Brücke hat den populären Beinamen „Lügenbrücke“, denn wer auf deren unregelmäßigen Stufen ins Straucheln kommt, soll schon einmal geschwindelt haben.

Landschaftsschutzgebiet

 

Bereits am 8. August 1952 hat das damalige Landratsamt Mannheim den Schloßgarten unter der Bezeichnung Schwetzinger Schloßgarten und Umgebung als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Das Gebiet mit der Nummer 2.26.013 hat aktuell eine Größe von rund 190 Hektar und umfasst den historischen Park aus der Kurfürstenzeit sowie das westliche Vorgelände und die historische Jagdanlage am Stern.

Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses

 

Voltaire kam im Jahr 1753 zum ersten Mal nach Schwetzingen und war 14 Tage lang Gast des mit ihm befreundeten Kurfürsten. Im Sommer 1758 kam Voltaire erneut zu einem kurzen Aufenthalt nach Schwetzingen. Wolfgang Amadeus Mozart wirkte zusammen mit seinem Vater und seiner Schwester an einem Hofkonzert am 18. Juli 1763 mit. Der Komponist Christoph Willibald Ritter von Gluck war im Jahr 1774 Gast des Kurfürsten. Friedrich Schiller fand in Schwetzingen Anregungen zu den gegensätzlichen „Aranjuez-Stimmungen“ des ersten Aktes von Don Karlos. Der Schauspieler August Wilhelm Iffland schilderte in einem Brief vom 26. November 1779 eine Jagd bei Schwetzingen, die 50.000 Gulden gekostet hatte und bei der für 9.000 Menschen Zuschauergerüste aufgebaut waren. Kaiser Joseph II. hielt sich im Jahr 1781 unter dem Namen Graf von Falkenstein in Schwetzingen auf.

Siehe auch

 

Schloss Benrath – 1755 bis 1773 von Pigage im Auftrag von Kurfürst Karl Theodor erbaut am Übergang vom Rokoko zum Klassizismus. Der Garten ist eine geometrisch achsensymmetrische Barockanlage nach französischem Vorbild, der Privatgarten des Kurfürsten wurde im 19. Jahrhundert landschaftlich umgestaltet. Im Nebengebäude des Schlosses befindet sich das Museum für Europäische Gartenkunst.

Maulbeerbaumallee nach Heidelberg – im Zusammenhang mit der Seidenraupenzucht.

 

Literatur

 

Carl Ludwig Fuchs, Claus Reisinger: Schloss und Garten zu Schwetzingen. 2. Auflage. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2008, ISBN 978-3-88462-266-7

Volker Hannwacker: Friedrich Ludwig von Sckell. Der Begründer des Landschaftsgartens in Deutschland. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1992, ISBN 3-421-03012-X, S. 11–21.

Nanette Schärf, Hartmann Manfred Schärf: Das Badhaus im Schwetzinger Schlossgarten. Die Restaurierung des Gebäudes, seiner Innenräume und Ausstattungen. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 37. Jg. 2008, Heft 1, S. 29–35 (PDF)

Ralf Richard Wagner: In seinem Paradiese Schwetzingen … Das Badhaus des Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz. Hrsg. von Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2009, 302 S., ISBN 978-3-89735-587-3.

Wegweiser durch den Schwetzinger Garten. Mit zwölf Ansichten von Conrad Caspar Rordorf. Engelmann, Heidelberg 1830 (Digitalisat)

Karl Wörn: Schwetzingen Lebendige Stadt. 3. Auflage. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 1980.

Oswald Zenker: Schwetzinger Schlossgarten. Ein Führer durch das Französische Gartenparterre und den Englischen Landschaftsgarten, mit Informationen über Schloss und Rokokotheater sowie Sehenswürdigkeiten der Umgebung. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 2002, ISBN 3-87742-170-9.

 

Film

 

Im Hain des Apoll. Der Schlosspark Schwetzingen. Dokumentarfilm, Deutschland, 2007, 28:20 Min., Buch und Regie: Christopher Paul, Produktion: SWR, Reihe: Schätze des Landes, Inhaltsangabe von ARD.

 

Weblinks

Commons: Schloss Schwetzingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

 

Offizielle Seite von Schloss Schwetzingen

Infos zum Schloss auf der Seite der Stadt Schwetzingen

Schloss Schwetzingen von ZUM

Kein Land „wo die Zitronen blühen“. In: Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Artikel zur Geschichte von Orangerien, darunter der in Schwetzingen

Schloss Schwetzingen auf badischewanderungen.de

Schloss Schwetzingen als 3D-Modell im 3D Warehouse von SketchUp

 

Einzelnachweise

Schwetzingen: A Prince Elector’s Summer Residence – garden design and Freemasonic allusions. Eintrag in der Tentativliste der UNESCO auf deren Website, abgerufen am 8. April 2014 (französisch)

Vorlage zur Gemeinderatssitzung vom 22. September 2009, abgerufen am 8. April 2014

Neue Akzente sollen in Paris überzeugen. Schwetzinger Zeitung, 2. Februar 2010, abgerufen am 8. April 2014

Die Sommerresidenz und ihre Musik sollen es richten. Mannheimer Morgen, 6. März 2010, abgerufen am 8. April 2014

Kurfürstliche Sommerresidenz Schwetzingen für die Aufnahme in die UNESCO-Weltkulturerbeliste nominiert. Pressemitteilung des Landesdenkmalsamts Baden-Württemberg vom 8. März 2010, abgerufen am 8. April 2014

ICOMOS Evaluations of Nominations of Cultural and Mixed Properties. Empfehlungsbericht zur 36. Sitzung des Welterbekomitees im Juni/Juli 2012, S. 224–233, PDF-Datei, 28,4 MB, abgerufen am 8. April 2014 (englisch)

Schwetzingen zunächst nicht Welterbe. Pressemitteilung der Stadt Schwetzingen vom 29. Juni 2012, abgerufen am 8. April 2014

Johanna Eberhardt: Schwetzingen nimmt keinen neuen Anlauf. Stuttgarter Zeitung, 3. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014

Kein dritter Anlauf für Unseco-Welterbe-Titel in Schwetzingen. xity, 2. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014

Hans-Erhard Lessing: Zwei Räder statt vier Hufe – Karl Drais G.Braun-Verlag, Karlsruhe 2010

Richard Benz: Heidelberg. Schicksal und Geist, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen, 2. Auflage 1975, ISBN 3-7995-4008-3, S. 296

Italien / Toskana - Landschaft in der Umgebung von Pitigliano

 

Pitigliano is a town in the province of Grosseto, located about 80 kilometres (50 mi) south-east of the city of Grosseto, Tuscany, Italy.

 

The quaint old town is known as the little Jerusalem, for the historical presence of a Jewish community that has always been well integrated into the social context and that has its own synagogue.

 

History

 

Pitigliano and its area were inhabited in Etruscan times but the first extant written mention of it dates only to 1061. In the early 13th century it belonged to the Aldobrandeschi family and by the middle of the century it had become the capital of the surrounding county.

 

In 1293 the county passed to the Orsini family, signalling the start of 150 years of on-again/off-again wars with Siena, at the end of which, in 1455, a compromise of sorts was reached: Siena acknowledged the status of county to Pitigliano, which in exchange placed herself under the sovereignty of Siena.

 

From then onwards the history of Pitigliano resorbs into the gradually wider ambit first of the Grand Duchy of Tuscany (1562) then of the united Kingdom of Italy.

 

Population

 

Synagogue and Jewish community

 

For several hundred years Pitigliano was a frontier town between the Grand Duchy of Tuscany and, to the south, the Papal States. For this reason, the town was home to a flourishing and long-lived Jewish community, mostly made up by people fleeing from Rome during the Counterreformation persecutions. Jews of the town used one of the caves for their ritual Passover matzoh bakery, the "forno delle azzime" described in detail in Edda Servi Machlin's "Classic Cuisine of the Italian Jews." After the promulgation of racial laws under Nazi influence, all the Jews of the town reportedly escaped capture with the help of their Christian neighbors. Although there are almost no Jews left in town, not enough to provide a minyan, the synagogue (1598, with furnishings of the 17th and 18th centuries) is still officiated from time to time. It was restored in 1995.

 

Main sights

 

Etruscan remains

 

Pitigliano is home to a series of artificial cuts into the tufa rock to varying depths ranging from less than 1 metre (3.3 ft) to over 10 metres (33 ft). At the bottom of these cuts (Italian: tagliate) are carved channels, apparently for water, although some take the form of steps. The purpose of the cuts is not known: the three main theories are that they were roads, quarries, or water conveyance schemes; they radiate outward from the base of the butte of Pitigliano, down to the rivers then back to the top of the plateau that surrounds the town. A few very brief Etruscan inscriptions are said to have been found on the walls of the cuts, but are ill documented.

 

Medieval and Renaissance structures

 

The Cathedral of Santi Pietro e Paolo, Pitigliano.

The church of Santa Maria.

The Orsini Fortress, which achieved its present state in 1545 but represents a reworking of the earlier medieval fortress

the town's walls and gates, the best preserved of which is the Porta Sovana.

remains of a tall and very visible aqueduct at the very top of the butte.

 

Tempietto

 

The Tempietto ("Small temple") is a small cave, probably of natural origin but considerably reworked by human hands, lying a few hundred meters outside the central district, yet far above the Lente valley. Its purpose and builders remain unknown. Locally it is referred to as a "paleochristian tempietto", but this has never been confirmed; it must date to Late Antiquity or the early Middle Ages, although it may replace an Etruscan or Roman arcosolium.

 

(Wikipedia)

 

Pitigliano ist eine italienische Gemeinde mit 3732 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) im Südosten der Provinz Grosseto in der Toskana, zwischen steil eingeschnittenen Tälern gelegen mit einem mittelalterlichen Stadtkern.

 

Die Gemeinde ist Mitglied der Vereinigung I borghi più belli d’Italia (Die schönsten Orte Italiens).

 

Geografie

 

Der Tuffstein dieser Gegend ist auf die vulkanische Vergangenheit dieses Teils der Toskana zurückzuführen. Etwa 20 km von Pitigliano entfernt liegt der Bolsena-See, eine Caldera von etwa 14 km Durchmesser. Sie ist das Ergebnis enormer vulkanischer Explosionen, die sich vor etwa 300.000 Jahren ereignet haben. Der Monte Amiata, ein 1738 m hoher erloschener Vulkan, ist von Pitigliano aus zu sehen, im Winter ist er ein beliebtes Skigebiet. Pitigliano selbst liegt an den Flüssen Lente und Meleta.

 

Einziger Ortsteil (Frazione) ist Casone (524 m, ca. 130 Einwohner).

 

Zu den Nachbargemeinden gehören Farnese (VT), Ischia di Castro (VT), Latera (VT), Manciano, Sorano und Valentano (VT).

 

Geschichte

 

Die Stadt liegt im ursprünglich etruskischen Stammland und ist auf einen ca. 300 m hoch gelegenen Tuffsteinfelsen gebaut. Der Tuff ist auch das hier übliche Baumaterial, das in Ziegelform aus dem Fels geschnitten wird. Pitigliano ist von den tiefen Schluchten der Bäche Lente und Meleta umflossen, die sich im Lauf der Zeit in das Plateau geschnitten haben. Zusätzlich zu den natürlichen Canyons finden sich rund um die Stadt viele sogenannte „Vie Cave“, Wegsysteme der Etrusker, die in den Tuffstein gegraben wurden. Diese Etruskerstraßen sind zum Teil mit ausgeklügelten Entwässerungssystemen versehen.

 

Die erste schriftliche Erwähnung der Stadt stammt aus dem Jahr 1061. Im frühen 13. Jahrhundert gehörte die Stadt zum Besitz der Aldobrandeschi und wurde zum Hauptort der Umgebung. 1293 ging sie dann an die Orsini, Anfang des 17. Jahrhunderts an die Medici, welche sie 1604 in das Großherzogtum Toskana eingliederten. Im Zuge des Risorgimento im 19. Jahrhundert wurde sie Teil des Königreichs Italien.

 

Die Geschichte der Stadt ist stärker als an anderen Orten der Maremma von Juden mitgeprägt, die im 16. Jahrhundert in Pitigliano Zuflucht vor Verfolgung und Vertreibung fanden. Ein Verein kümmert sich um das jüdische Erbe der Stadt, so dass die Synagoge und das jüdische Viertel einer seit 1500 bestehenden sephardischen Gemeinde („Klein-Jerusalem“, Piccola Gerusalemme) in der Altstadt heute restauriert und wieder zu besichtigen sind.

 

Sehenswürdigkeiten

 

Die Kathedrale „Santi Pietro e Paolo“ geht auf das Mittelalter zurück. Im 16. Jahrhundert und danach wurde sie stark verändert und hat heute eine spätbarocke Fassade. Enthält zwei Werke von Pietro Aldi. Der Campanile, im Kern ein zum Kirchturm umgebauter mittelalterlicher Geschlechterturm, überragt weithin sichtbar die Stadt.

 

Die Kirche San Rocco ist die älteste Kirche der Stadt und wurde schon 1274 urkundlich erwähnt. An der äußeren Nordwand befindet sich ein Steinrelief aus dem 12. Jahrhundert.

 

Der Palazzo Orsini wurde am einzigen natürlichen Zugang zur Stadt als Verteidigungsanlage errichtet und wurde über mehrere Jahrhunderte immer wieder erweitert. In der Burg befindet sich heute der Bischofssitz, ein Museum religiöser Kunst sowie das städtische archäologische Museum.

 

Der beeindruckende Aquädukt wurde in der Mitte des 16. Jahrhunderts begonnen, aber erst im 17. Jahrhundert unter den Medici vollendet.

 

Im Bereich des ehemaligen jüdischen Viertels sind die Synagoge, sowie die Überreste einer Mikwe, einer koscheren Schlachterei und Bäckerei zu besichtigen.

 

Rund um Pitigliano finden sich eine große Anzahl von Grabstätten der Etrusker, deren bekannteste die „Tomba Ildebranda“ ist. Sie ist fälschlich benannt nach dem berühmten Ildebrando von Sovana, der im 11. Jahrhundert als Papst Gregor VII. in die Kirchengeschichte einging. Die Ausgrabungsstätte ist öffentlich zugänglich.

Nahe Pititgliano befinden sich Via Cave.

 

Ein weiteres bedeutendes Zeugnis der etruskischen Kultur in der Umgebung der Stadt sind die Reste der Siedlung „Poggio Buco“ zwischen Pitigliano und Manciano, wo sich auch ein Museum befindet, das sich mit der Geschichte der Gegend befasst.

 

(Wikipedia)

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Minervatempel

 

Die römische Göttin Minerva ist mehrfach im Schlossgarten dargestellt. Symmetrisch zu dem Minerva-Tempel war als Gegenstück ein Tempel des Cupido geplant, der nicht zur Ausführung kam.

 

Der von Pigage entworfene Tempel war 1769 vollendet. Seine viersäulige Front korinthischer Säulenordnung ist durch ein antik-römisches Vorbild angeregt, den Eingangsbau zur Portikus der Octavia. Einmalig ist die Umkehrung des Verhältnisses von Säulenhalle und Cella: Die Tempelcella wird zu einer gegenüber der Natur geöffneten Raumhülle umgedeutet, innerhalb derer sich die Säulenstellung fortsetzt.

 

Minerva, Göttin der Weisheit, erscheint vor der Rückwand in einem umgearbeiteten Standbild von Gabriel de Grupello. Sie ist, auch nach Ausweis des Giebelfeldes, die Göttin der friedlichen Künste und Wissenschaften, insbesondere der Gartenkunst. Die mit Marmorbänken ausgestattete Cella dient Parkbesuchern als Ruheraum, kann aber auch als imaginärer Versammlungsort derjenigen, die Weisheit erlangt haben, verstanden werden.

 

Unterhalb des Tempels befindet sich ein rechteckiger Raum, mit Nischen und runden Fensteröffnungen. Dieser Raum ist von außen zugänglich und zeigt Merkmale eines geheimen Versammlungsortes. Er wird von Pan regiert, wie eine Maske über der Tür anzeigt. Der Minerva-Tempel, der sich über dieser irrationalen Sphäre erhebt, wird so ein aufklärerisches Monument der gestaltenden Vernunft und der menschlichen Zivilisationsleistung.

  

Schloss Schwetzingen ist ein Schloss in Schwetzingen, das vor allem den pfälzischen Kurfürsten Karl Philipp und Karl Theodor als Sommerresidenz diente. Bekannt ist in erster Linie der im 18. Jahrhundert angelegte Schlossgarten. Jährlich finden im Schloss die Schwetzinger Festspiele und alle zwei Jahre das Lichterfest statt.

 

Inhaltsverzeichnis

 

1 Geschichte

2 Weltkulturerbe

3 Schloss

3.1 Innenräume

3.2 Zirkelbauten

3.3 Theater

3.4 Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen

4 Garten

4.1 Französischer Garten

4.2 Englischer Garten

4.3 Arboretum

4.4 See

4.5 Bauten

4.5.1 Merkurtempel

4.5.2 Minervatempel

4.5.3 Apollotempel

4.5.4 Tempel der Waldbotanik

4.5.5 Badhaus

4.5.6 Wasserspeiende Vögel

4.5.7 Perspektiv

4.5.8 Orangerie

4.5.9 Moschee

4.5.10 Römische Wasserleitung

4.5.11 Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)

4.6 Landschaftsschutzgebiet

5 Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses

6 Siehe auch

7 Literatur

8 Film

9 Weblinks

10 Einzelnachweise

 

Geschichte

 

Das Schwetzinger Schloss wurde im Jahr 1350 zum ersten Mal als Feste urkundlich erwähnt. Es handelte sich um ein mittelalterliches Wasserschloss. 1427 kam es in den Besitz des Kurfürsten Ludwig III. In der Folgezeit wurde es mehrfach umgebaut, diente als Jagdschloss und wurde gegen Ende des Dreißigjährigen Kriegs zerstört. Kurfürst Karl Ludwig ließ das Schwetzinger Schloss für seine Geliebte Luise von Degenfeld wieder aufbauen. Während eines Besuchs im August 1656 hatte er den Einwohnern von Schwetzingen bereits befohlen, sämtlichen Schutt wegzuräumen, wobei aufgelesene Trümmerteile wie Steine, Hölzer und „altes Eisenwerk“ bei den Untertanen zur eigenen Verwendung verbleiben durften. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde das Schloss erneut zerstört, die Grundmauern blieben allerdings stehen.

 

Karl Philipp

 

Karl Theodor

 

Seine heutige Form erhielt das Schloss auf Befehl des Kurfürsten Johann Wilhelm, der in Düsseldorf regierte. Dieser ließ es unter Leitung des Grafen Matteo Alberti – der Erbauer des Schlosses Bensberg – von dem Heidelberger Baumeister Johann Adam Breunig umbauen und durch zwei Flügelbauten wesentlich vergrößern. Das Bauwerk wurde in mehreren Bauabschnitten ab dem Jahre 1697 errichtet und ausgebaut. Im Jahr 1752 wurde eine Gartenerweiterung auf dem damals rund 70 Hektar großen Areal vorgenommen. Im gleichen Jahr wurde auch das Schlosstheater eröffnet. Obwohl das Schloss seit der Verlegung der Residenz des Kurfürsten Karl Theodor von Mannheim nach München im Jahr 1778 kaum mehr benutzt wurde, wurde in der Folgezeit am Garten weiter gearbeitet.

 

Unter Karl Theodor war Schwetzingen Sommerresidenz: Die Hofhaltung wurde in den warmen Monaten von Schloss Mannheim nach Schloss Schwetzingen verlegt. Die Schlichtheit der Wohnungen des Kurfürstenpaares und eine größere Informalität der Umgangsformen waren Ausdruck eines vorgeblich einfacheren, unbeschwerten „Lebens auf dem Lande“.

 

An der künstlerischen Ausgestaltung von Schloss und Garten waren nahezu alle am Hof in Mannheim beschäftigten Künstler beteiligt. Dazu gehörten Alessandro Galli da Bibiena und Peter Anton von Verschaffelt. Der Lothringer Nicolas de Pigage war Intendant der Gärten und Wasserkünste sowie der bestimmende Architekt in der Karl-Theodor-Zeit. Pigage erweiterte den Garten in allen Stilwandlungen der Zeit. Der Zweibrücker Hofgärtner Johann Ludwig Petri plante das Hauptparterre und den Zirkel des französischen Gartens. Der erste Hofgärtner, van Wynder, wurde aus Kassel nach Schwetzingen berufen.

 

Der zweite Hofgärtner war Johann Wilhelm Sckell, ein Hauptmitarbeiter Pigages. Sein Sohn Friedrich Ludwig Sckell wurde 1804 nach München berufen, wo er den Englischen Garten anlegte. Der erste badische Gartenbaudirektor war Johann Michael Zeyher, der den Flieder in Schwetzingen einführte.

 

Schloss Schwetzingen zählt heute zu den landeseigenen Monumenten und wird von der Einrichtung Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg betreut. Der Garten ist gegen Eintritt öffentlich zugänglich, Schloss und Theater können im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

Weltkulturerbe

 

Im September 1999 meldete Deutschland Schwetzingen in der bei der UNESCO geführten sogenannten Tentativliste als potentielle Welterbestätte an.[1] Ein dortiger Eintrag ist die Voraussetzung dafür, dass zu einem späteren Zeitpunkt ein Antrag auf Verleihung eines entsprechenden Prädikats, in diesem Fall des Weltkulturerbes, gestellt werden kann. Dies geschah dann auch im Jahre 2007. Der Antrag umfasste einen Kernbereich von Schloss und Schlossgarten, den vorgelagerten Schlossplatz, das Ysenburgsche Palais sowie die Sichtachsen der Carl-Theodor- und der Lindenstraße. Hinzu kam eine zusätzliche Pufferzone, die weitere Teile der Stadt einbezog.[2]

 

Im Juni 2009 wurde der Antrag aufgrund eines negativen Votums des ICOMOS wieder zurückgenommen und infolgedessen im Laufe des folgenden Herbstes überarbeitet. Der ursprüngliche Ansatz, das freimaurerische und aufklärerische Wirken Carl-Theodors begleitend zu betonen, wurde zurückgefahren, stattdessen die künstlerische und musische Bedeutung von Schloss und Stadt hervorgehoben. Außerdem wurde der Kernbereich geringfügig erweitert.[2] Im Januar 2010 wurde der Neuantrag eingereicht.[3] Im März 2010 setzte die Kultusministerkonferenz Schwetzingen erneut auf die deutsche Nominierungsliste, diesmal für 2011.[4][5] Der als Entscheidungsgrundlage dienende Bewertungsbericht der ICOMOS vom Mai 2012 empfahl jedoch abermals, die Anlage nicht aufzunehmen. Negativ wurde insbesondere bewertet, dass es von dieser Art von Schlössern und Gärten schon elf, beispielsweise in Dessau, in Brühl oder in Potsdam und Berlin, und damit eigentlich deren genügend auf der Welterbeliste gebe. Eine besondere Stellung Schwetzingens habe nicht erkannt werden können.[6] Das Welterbekomitee stimmte dem ICOSMOS-Votum zwar mehrheitlich nicht zu, behandelte den Schwetzinger Antrag aber auch nicht, sondern empfahl stattdessen, einen neuen, abermals überarbeiteten Entwurf vorzulegen. Ob es dazu kommt, ist fraglich.[7][8][9] Über einen erneuten Versuch wurde nichts bekannt.

Schloss

Plan von Schwetzingen (um 1840)

 

Eine Anfahrt aus Heidelberg liegt auf der geraden Verbindung vom Königstuhl nach Schwetzingen. Die Trasse ist von erhöhter Position aus in der Landschaft noch gut erkennbar, aber nicht durchgehend befahrbar. Vom Königstuhl aus gesehen läuft diese Linie hinter dem Schloss weiter auf die Kalmit zu.

 

Vom Schwetzinger Schlossplatz gelangt man in den Ehrenhof. In den beiden ehemaligen Wachhäuschen am Schlosstor befinden sich heute ein Museumsladen und ein Café. Der Hof wird links und rechts von symmetrischen Wirtschaftsgebäuden flankiert. In der Mitte, an der Westseite, befindet sich das Corps de Logis, der Wohnbau des Schlosses.

Innenräume

 

In einer langwierigen Restaurierung der Jahre 1975–1991 wurden die Innenräume des Schlosses wiederhergestellt und mit authentischen Möbeln des 18. Jahrhunderts eingerichtet. In der Beletage verdeutlichen im Rahmen eines Schlossmuseums die Gesellschaftsräume, die Wohnung des Kurfürsten und die Wohnung der Kurfürstin das Funktionsprofil des Schlosses in der Karl-Theodor-Zeit.

 

Von besonderem kunstgeschichtlichen Rang sind die Räume der in badischer Zeit ab 1803 umgestalteten Wohnung der Reichsgräfin Luise Karoline von Hochberg im zweiten Obergeschoss aufgrund der vorzüglich erhaltenen Handdrucktapeten (1804) der Firma Zuber et Cie in Rixheim (Compagniezimmer mit Alpenpanorama „Vues de Suisse“, Schlafzimmer, Grand Cabinet).

Zirkelbauten

Nördlicher Zirkelbau

Südlicher Zirkelbau

 

Die Zirkelbauten sind zwei eingeschossige, dank hoher Fenstertüren mit unmittelbarem Gartenzugang versehene Werksteinbauten, die sich seitlich an das Schloss zu einem Halbrund anschließen und das kreisrunde Gartenparterre gemeinsam mit dem Halbkreis der Wandelgänge aus Lattenwerk umfangen. Der nördliche Zirkelbau wurde in den Jahren 1748/1749 von Alessandro Galli da Bibiena erbaut, der südliche im Jahr 1753 von Franz Wilhelm Rabaliatti. Die Zirkelbauten wurden für die Hofgesellschaften (Speisetafel, Spiele und Konzerte, Bälle) genutzt. Solche zusätzlichen, repräsentativen Räumlichkeiten waren angesichts der beengten Verhältnisse im alten Wohnbau des Schlosses unverzichtbar. Heute werden die Zirkelbauten als Schlossrestaurant, Café und Theaterfoyer sowie für Konzerte und Ausstellungen genutzt.

Theater

→ Hauptartikel: Schlosstheater Schwetzingen

 

Das kurfürstliche Hoftheater im frühklassizistischen Stil (oft fälschlich „Rokokotheater“ genannt) wurde am 15. Juni 1753 mit Oper Il figlio delle selve („Der Sohn der Wälder“) von Ignaz Holzbauer eröffnet. Hier wirkten Sänger, Instrumentalisten und Komponisten von internationalem Rang, darunter die Vertreter der Mannheimer Schule. Nachdem Karl Theodor seine Residenz nach München verlegt hatte, fanden nur noch gelegentliche Aufführungen in Schwetzingen statt, wenn der Kurfürst dort zu Besuch war. Auch in der badischen Zeit wurde das Theater nur selten benutzt. Es verfiel und konnte nicht mehr bespielt werden. 1936/37 und 2002/03 wurde das Theater völlig renoviert. Die Brüstungen der leicht ansteigenden Logenränge haben im Grundriss die Form einer Lyra. Die Pfeiler sind reich verziert und von Korbbögen überbrückt, die die Wirkung des Raumes vertiefen.

Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen

 

Im südlichen Flügel des Schlosses sind seit ihrer Gründung 1953 die Fachhochschule Schwetzingen – Hochschule für Rechtspflege bzw. deren Vorgängereinrichtungen untergebracht. Aufgrund umfangreicher Umbau- und Renovierungsarbeiten wurde der Studienbetrieb seit September 2009 in ein Ausweichquartier nach Mannheim-Wohlgelegen verlegt.

Garten

Parterre

 

Der Schwetzinger Schlossgarten gliedert sich in einen Französischen Garten und einen Englischen Garten. Bei der kunsthistorischen Interpretation des Gartens wird auch unterschieden zwischen dem „Garten der Allegorien“, also jener Gartenteil, in welchem ohne tiefere Bedeutung allegorische Figuren stehen, und dem „Garten der Vernunft“. Zum „Garten der Vernunft“ zählen Minervatempel, Merkurtempel, Moschee, Apollotempel, Tempel der Botanik, das römische Wasserkastell sowie das Arboretum, also jene Gartenteile, in denen im Sinne aufklärerischen Denkens die Vernunft gefeiert wird. Der Schwetzinger Schlossgarten war, mit Ausnahme des Bereiches um das Badhaus, bereits in kurfürstlicher Zeit für die gesamte Bevölkerung zugänglich, damals noch ohne Eintrittsgeld. Eine Parkordnung regelte das angemessene Verhalten der Besucher.

Französischer Garten

Luftaufnahme des Barockgartens

Fontäne in der Gartenmitte

 

Längs der Hauptachse des Gartens blickt man nach Osten auf den Königstuhl im Odenwald und nach Westen auf die Kalmit im Pfälzerwald.

 

Der Barockgarten ist nach französischer Art in strengen geometrischen Formen angelegt. Die wichtigsten Elemente sind die Hauptachse, die Querachse und das Kreisrund. Der vordere Gartenteil zeigt Parterres und Boskette. Auf der Schlossterrasse befinden sich Urnen, die die vier Weltzeitalter darstellen (goldenes, silbernes, ehernes und eisernes Zeitalter). Zudem befinden sich dort zwei vergoldete Atalanten, die noch aus dem Vorgängergarten stammen. Eine Besonderheit des französischen Gartens ist die kreisförmige Anlage der zentrale Teil rund um den Arionbrunnen, das sogenannte Kreisparterre.

 

Der zentrale Arionbrunnen von Guibal hat eine Begebenheit der antiken Mythologie zum Thema: Arion (Arion von Lesbos) ist ein berühmter Sänger. Nach einem Wettstreit reich beschenkt, wird er auf See von den Schiffsleuten bedrängt. Er bittet, ein letztes Mal singen zu dürfen. Bei seinem Gesang erscheinen Delfine. Der Sänger stürzt sich in die Fluten und ein Delfin bringt ihn an die Küste, so dass er seinen Weg nach Korinth fortsetzen kann. Das Sternbild Delphin wird in manchen Überlieferungen als der von den Göttern ans Firmament entrückte Arion auf dem Delfin gedeutet.

 

Abgeschlossen wird der französische Garten durch die Darstellung einer Hirschjagd von Verschaffelt. In unmittelbarer Nähe sind die vier Elemente in Skulpturen dargestellt.

Englischer Garten

 

Die westlichen und nordwestlichen Teile des Gartens wurden als englischer Landschaftsgarten gestaltet. Im Gegensatz zum französischen Garten sind hier die Wege und Uferlinien leicht geschwungen. Am unregelmäßigen Waldbereich wurde fast nichts verändert.

Arboretum

 

Ein Arboretum ist eine Sammlung oft exotischer Gehölze. Der Gartenbaumeister Zeyher legte diesen Garten im Jahr 1802 mit exotischen Bildern aus aller Welt an. Besonders kunstvoll ist das schmiedeeiserne, teilvergoldete Tor von Rabaliatti. Auf derselben Fläche befand sich vorher eine Fasanerie mit Tiergehegen.

See

See mit Schloss im Hintergrund

See im Winter

Gartenphaeton des Kurfürsten 1775

 

Schon beim Betreten des Schlossgartens sieht der Besucher auf den großen See, der den Garten abschließt. An der Stelle des Sees befand sich ursprünglich ein ummauertes Bassin, das auf Vorschlag Zeyhers im Jahr 1823 auf Befehl des Großherzogs Ludwig von Baden erweitert und in einen See mit natürlicher Uferausformung umgewandelt wurde. Zwei Skulpturen (Kopien) von Verschaffelt ruhen auf der dem Schloss zugewandten Längsseite beidseitig der Blickachse: die Flussgötter Rhein und Donau. Die Originale sind in der Orangerie zu besichtigen.

 

Der See und alle weiteren Gewässer werden seit Pigage von zwei Wasserwerken gefüllt, die den Leimbach als Antrieb für die Mühlräder der Pumpen nutzten. Dieser umschloss bereits die ursprüngliche Burganlage und fließt vom Kraichgau kommend in Richtung Rhein. Für die Fontänen wurde sauberes Grundwasser verwendet. Diese Pumpen befanden sich im nördlichen Schlossflügel (oberes Wasserwerk mit Hochbehälter im heutigen Finanzamt). Ein zweites Pumpwerk mit Hochbehälter, das einen gleichbleibenden Druck sicherstellte, war am Parkende hinter dem Aquädukt verborgen (unteres Wasserwerk).

 

Für Karl-Theodor kaufte Pigage 1775 in London einen Gartenphaeton mit Lakai-Antrieb, wozu alle Hauptwege topfeben angelegt und sogar vorzeitliche Grabhügel abgetragen wurden. Damit konnte der Kurfürst im Park herumfahren, ohne dass Pferdeexkremente die Gartenwege verschmutzten. Der Muskelkraftwagen, heute im Schloss Nymphenburg, regte den Heidelberger Studenten Karl Drais vor 1803 zur späteren Erfindung des Ur-Fahrrads an.[10]

Bauten

 

Im Schwetzinger Schlosspark befinden sich neben zahlreichen Statuen auch einige Bauwerke. Das Gebäudeprogramm zeigt einen philosophischen und architektonischen Bezug auf die klassische Antike und, im Falle des Moschee-Komplexes, auf den Islam und die orientalische Weisheitslehre. Neuere Forschungen wollen im Schwetzinger Garten ein freimaurerisches Programm erkennen, in dem christliche Vorstellungen eingebunden wären. Gartenbauten, Wegbeziehungen, Tore und Brücken sollten den Park nicht nur in Einzelräume unterteilen, sondern größer wirken lassen. Einen eigenen Komplex bietet das früher nur auf Einladung oder Befehl des Kurfürsten zugängliche Badhaus, ein kleines Lusthaus mit eigenem Garten und dem „Perspektiv“.

 

Nach Ansicht von Richard Benz führte das Erlebnis der „künstlichen Ruinen“ im Schwetzinger Schlosspark die Dichter des 18. Jahrhunderts zur Beschäftigung mit den echten Ruinen des Heidelberger Schlosses und damit zur im späten 18. Jahrhundert einsetzenden „Wiederentdeckung“ Heidelbergs.[11]

Merkurtempel

 

Die Lage des Tempels oberhalb des Moscheeweihers

 

Der Tempel von Norden

 

Der Tempel aus der Nähe

 

Relief am Tempel

 

In den „Parties sauvages“, den südwestlichen landschaftlichen Partien des Schwetzinger Gartens wurde bereits 1784 ein „Monument“ gegenüber der Moschee geplant. 1787/88 entstand der Ruinenbau Pigages, der erstmals 1791 dem römischen Gott Merkur zugewiesen wird. Sein kellerartiger Unterbau aus großen Sandsteinblöcken erscheint als Rest eines älteren Vorgängers. Der dreigeschossige, turmartige Merkur-Tempel aus Tuffstein besitzt ein im Grundriss sechseckiges Hauptgeschoss, darüber ein Attikageschoss und eine abschließende Laterne. Auf Merkur verweisen Reliefs aus Stuckmarmor über den Eingängen der drei gleichartigen Fassaden.

 

Die Deutung der Parkruine ist kontrovers: Nach überkommener Lesart steht sie für die Überwindung von Geheimlehren durch die Vernunft. Diese Lesart verweist darauf, dass der Tempel die Form eines römischen Grabmals hat. Durch drei Reliefs, die ausschließlich negative Episoden aus dem Leben des Merkur zeigen, wird dieser mit dem antiken Hermes Trismegistos, einem Symbol für Magie, gleichgesetzt. Der Aberglaube ist also gewissermaßen in seinem eigenen Tempel begraben worden. In diesem Zusammenhang wird auch betont, dass man von der Moschee über einen Weiher auf den Merkurtempel blickt. Wenn man die Moschee als Symbol für die Weisheit versteht, bedeutet dies: Der Weise muss Tod und Aberglaube nicht fürchten. Eine neue freimaurerische Interpretation hingegen sieht verborgene Verweise auf den Salomonischen Tempel und seinen Architekten Hiram Abif.

 

Der Merkurtempel hat die Funktion eines Aussichtspunkts, das Obergeschoss gestattet einen Blick über den See und auf die Moschee.

  

Apollotempel

  

Im Jahr 1762 plante man an dieser Stelle ein Belvedere. Nach dem Entwurf von Nicolas de Pigage entstand ein hoher, terrassierter Unterbau, auf dessen oberster Plattform sich ein Monopteros, ein Rundtempel mit zwölf Säulen ionischer Säulenordnung ohne Cella erhebt. Der Tempel ist dem griechischen Gott Apollo gewidmet. Die Statue des Apollo stammt von dem Bildhauer Anton von Verschaffelt. Sie zeigt den Gott beim linkshändigen Lyra-Spiel, was dem Künstler einigen Hohn eingebracht hat. In einem Briefwechsel zwischen Gleim, Wilhelm Heinse und Johannes von Müller heißt es, er stehe zwar »gar heilig« auf einer Anhöhe, »nur hat der linke Gott darin einen erbärmlichen Hintern«.

 

Der Apollo-Tempel krönt eine nach zwei Seiten gerichtete Anlage: Vom Eingang an der Westseite steigt der Besucher durch felsige, dunkle und verwirrende Korridore zur lichtumfluteten Plattform mit dem klassischen Monopteros empor. Aus der Sicht der Zuschauer im östlichen Heckentheater krönt der Tempel den Bühnenprospekt. Apoll erscheint als Gott der Künste und Führer der Musen auf dem Berg Helikon, wo der Hufschlag des Pegasus die Quelle Hippokrene, deren Wasser durch die Najaden über die Kaskade an die Menschen weitergegeben wird.

Tempel der Waldbotanik

  

Der von Pigage entworfene Tempel der Waldbotanik – „Botanicae Silvestris“ – wurde schon 1777 geplant. Die Weiheinschrift nennt das Datum 1778, aber erst 1780 wurde der Bau fertig. Er bildet den Abschluss des „Arboretum Theodoricum“, der Baumsammlung im sogenannten Wiesentälchen. Der aufgesockelte, zylindrische Baukörper weist außen Rauputz nach Art von Eichenrinde auf. Eine Freitreppe, auf deren Wangen Sphingen wachen, führt zur Eingangstür. Innen vermittelt eine runde Öffnung von circa 20 cm Durchmesser in der Fußbodenmitte zu einem dunklen Gewölbe darunter. Das Bildprogramm handelt vom Wachsen, Reifen und Absterben der Natur. Vier große Relieffelder zeigen Symbole der vier Jahreszeiten in Verbindung mit einem antiken Dreifuß. Die Naturrhythmen werden mit der modernen Naturwissenschaft verknüpft: Bildnismedaillons der älteren Autoritäten Theophrastos von Eresos und Plinius stehen solche der modernen Naturforscher Joseph Pitton de Tournefort und Carl von Linné gegenüber. Linnés revolutionäres Buch über die Pflanzensystematik bildete das inzwischen verschwundene Attribut einer Statue der Göttin Ceres in der Mittelapsis.

Badhaus

  

Das von Pigage errichtete Badhaus ist ein kleines Lusthaus nach Art einer italienischen Villa. Während unter Karl Theodor der übrige Schlossgarten öffentlich zugänglich war, durfte der Badehaus-Bereich, zu dem ein eigener Garten gehört, nur auf Einladung oder mit Genehmigung des Kurfürsten betreten werden. Hier konnte Karl Theodor wie ein Privatmann leben und sich seinen musischen Neigungen hingeben. Vom Apollo-Bezirk her wird das Badhaus durch eine im Grundriss halbkreisförmige Exedra betreten, eine gleich gebildete liegt an der Rückseite. Durch beide Eingangsbereiche gelangt der Besucher in den Ovalsaal mit der Aurora als Deckengemälde und vier Horen als vergoldeten Plastiken, der das Zentrum des Schlösschens bildet. Vom Ovalsaal gehen nach Westen und nach Osten flurartige Vorzimmer mit fein eingelegtem Parkett aus drei Hölzern ab. Über sie gelangt der Besucher in das Schlafzimmer des Kurfürsten (Südwestseite, mit separater Toilette) und in den Baderaum (Nordwestseite) mit einem vertieften Marmorbecken (etwa 1‚2 m tief) mit zwei Sitzbänken in einer elliptischen Nische. Die Wasserleitungen sind als bekrönte Schlangen ausgearbeitet. An der Nordostseite liegt das Chinesische Zimmer mit chinesischen Papiertapeten, an der Südostseite das Schreibzimmer mit Landschaftsgemälden von Ferdinand Kobell.

 

In der beim Badhaus gelegenen Badhausküche befand sich der Kessel zum Erhitzen des Badewassers. Bemerkenswert ist, dass das Badhaus im Verhältnis zum Hauptschloss in der gleichen Position gelegen ist wie sein Vorbild, das Grand Trianon, im Schlosspark von Versailles.

Wasserspeiende Vögel

 

Uhu mit geschlagenem Fasan

 

wasserspeiende Vögel auf der Einfassung

 

Brunnen der wasserspeienden Vögel

 

Eine Attraktion des Badhausgartens ist der Brunnen der wasserspeienden Vögel (alle aus Eisenblech gearbeitet). Im mittleren Bassin sitzt in Angriffshaltung mit gespreizten Flügeln ein Uhu, der in seinen Fängen einen von ihm geschlagenen Fasan hält. Oben auf der Einfassung aus Lattenwerk, das die Anlage umgibt, sitzen zwanzig andere Vögel, die den Uhu (mit Wasser) bespucken. Das Thema des Brunnens geht auf eine Fabel von Äsop zurück, die vom Zorn der guten Vögel über den bösen Uhu handelt. Die Schwetzinger Figuren stammen aus dem lothringischen Schloss La Malgrange des polnischen Exkönigs Stanislaus I. Leszczyński. Vier Volieren mit lebenden, zwitschernden Vögeln erhöhen die Illusion. Zu der Anlage zählen zwei weitere kleine Gebäude, die sogenannten Achathäuschen.

Perspektiv

  

Blick auf die halbrunde Mauer vom „Perspektiv“ oder „Ende der Welt“ im Schlossgarten Schwetzingen.

 

Das Perspektiv oder Ende der Welt im Schlossgarten Schwetzingen.

 

Das Perspektiv, im Volksmund als „Ende der Welt“ bezeichnet, schließt die Hauptachse des Badhausgartens nach Norden hin ab. Am hinteren Ende der Treillage ist eine Flusslandschaft zu erkennen. Dabei handelt es sich um die Kopie eines Gemäldes von Ferdinand Kobell auf einer Mauer. Durch geschickt genutzten Lichteinfall erscheint das Bild realistisch. Im Zusammenspiel mit dem zuführenden Gang und einem Architekturrahmen vor der Mauer entsteht eine starke Tiefenwirkung.

 

Aufbau des Perspektivs (von Pigage gestaltet): An den Laubengang (Treillage) schließt sich ein Pavillon mit zwei Seitenräumen an. Der Hauptraum des Pavillons (zum Gemälde hin offen und mit Tuffstein verkleidet) ist als Grotte gestaltet. Gegenüber dem Eingang des Laubengangs befindet sich eine Maueröffnung im Pavillon. In der Maueröffnung sind eiserne Schilfblättchen angebracht und Wasser tropft von der Grottendecke in ein Bassin. Hinter dieser Öffnung befindet sich in etwas Abstand eine halbrunde Mauer mit Landschaftsgemälde (in Freskotechnik). Das Landschaftsgemälde wird durch das Sonnenlicht beleuchtet und strahlt so förmlich, wenn man vor dem Laubengang steht.

Orangerie

  

Ab dem 16. Jahrhundert kamen an den europäischen Fürstenhöfen Sammlungen von Orangen und anderen Zitrusbäumen in Mode. Diese überwinterten in abschlagbaren, nur für die kalte Jahreszeit um die Pflanzen herum errichteten Gebäuden. Im späten 17. und im 18. Jahrhundert wurden die Pflanzen in Pflanzkästen und Kübeln gehalten, die in einem festen Gebäude überwinterten und in den warmen Monaten in einem Orangerieparterre ins Freie gestellt wurden.

 

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts konnte der Bedarf an Räumlichkeiten für höfische Festivitäten in Schwetzingen nicht annähernd gedeckt werden. Eine Orangerie mit großem Festsaal westlich des Schlosses sollte hier Abhilfe schaffen. So hatte es jedenfalls Kurfürst Karl Philipp entschieden, der 1716 die Nachfolge des überwiegend in Düsseldorf residierenden Kurfürsten Johann Wilhelm angetreten hatte.

 

Die unter Karl Theodor errichtete Schwetzinger Orangerie mit ihren Fassadenmalereien wurde von Nicolas de Pigage entworfen. Die Malereien täuschen Naturstein als Material vor, wo nur simple Backsteinmauern sind. Davor liegt das Orangerieparterre, das gegenüber den anderen Gartenbereichen zugunsten eines Binnenklimas abgesenkt und zur warmen Südseite ausgerichtet ist. An den Ecken des Parterres befinden sich Statuen von drei Jahreszeiten, die vierte fehlt. In der Mitte stehen die Orangen- und Zitronenbäume in Kübeln auf einer rechteckigen Insel.

Moschee

 

Innenansicht der Moscheekuppel

 

Im hinteren (südlichen) Bereich, dem Türkischen Garten, steht die Rote Moschee von Pigage, errichtet von 1778 bis 1785. Das Bauwerk hat keine liturgische Funktion, es handelt sich vielmehr um ein Gartenfolly mit ausschließlich ästhetischer Bedeutung. Die Schwetzinger Moschee ist der erste und größte Bau dieser Art in einem deutschen Park. Das Gebäude des späten Barock ist mit zahlreichen orientalischen Elementen versehen. Der Moscheehof wurde gelegentlich für Freilichtaufführungen von Opern genutzt. Die Moschee wurde im 20. Jahrhundert zeitweise von Muslimen genutzt.

 

Vor der Moschee befinden sich der ehemalige fürstliche Obstgarten, dahinter eine Baumschule und die Schlossgärtnerei.

 

Im Sommer 1779 wurde die am nördlichen Rand des Gartens gelegene künstliche Ruine nach Entwürfen von Nicolas de Pigage begonnen. Ein Torbau, auf dem noch ein Turmaufsatz erhalten scheint, erinnert an einen römischen Triumphbogen. In seiner mittleren Arkade rauscht ein Wasserfall. Von diesem Torbau greifen nach drei Seiten die Reste eines Aquäduktes aus, wobei der östliche Arm einen Freiplatz hinterfängt, auf dem sich ein Obelisk erhebt.

 

Pigage konnte auf eigene Antikenstudien während seiner Italienreise 1767/68 zurückgreifen. Die Verbindung von Torbogen und Aquädukt begegnet an der römischen Porta Maggiore und am Aquädukt der Acqua Vergine. Das Turmfreigeschoss könnte durch mittelalterliche Wehraufbauten auf römischen Brücken angeregt sein. Die Vorbilder finden sich in Veduten von Piranesi. Die Bezeichnung als Römisches Wasserkastell erscheint erst 1828.

Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)

Blick über die Chinesische Brücke, im Hintergrund der Merkurtempel

 

Die oft als „chinesisch“ bezeichnete Brücke im hinteren, nordwestlichen Bereich des Gartens verbindet den französischen mit dem englischen Gartenteil. Das Bauwerk geht tatsächlich auf einen Brückenentwurf des in Venetien tätig gewesenen Renaissance-Architekten Andrea Palladio zurück. Die Brücke hat den populären Beinamen „Lügenbrücke“, denn wer auf deren unregelmäßigen Stufen ins Straucheln kommt, soll schon einmal geschwindelt haben.

Landschaftsschutzgebiet

 

Bereits am 8. August 1952 hat das damalige Landratsamt Mannheim den Schloßgarten unter der Bezeichnung Schwetzinger Schloßgarten und Umgebung als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Das Gebiet mit der Nummer 2.26.013 hat aktuell eine Größe von rund 190 Hektar und umfasst den historischen Park aus der Kurfürstenzeit sowie das westliche Vorgelände und die historische Jagdanlage am Stern.

Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses

 

Voltaire kam im Jahr 1753 zum ersten Mal nach Schwetzingen und war 14 Tage lang Gast des mit ihm befreundeten Kurfürsten. Im Sommer 1758 kam Voltaire erneut zu einem kurzen Aufenthalt nach Schwetzingen. Wolfgang Amadeus Mozart wirkte zusammen mit seinem Vater und seiner Schwester an einem Hofkonzert am 18. Juli 1763 mit. Der Komponist Christoph Willibald Ritter von Gluck war im Jahr 1774 Gast des Kurfürsten. Friedrich Schiller fand in Schwetzingen Anregungen zu den gegensätzlichen „Aranjuez-Stimmungen“ des ersten Aktes von Don Karlos. Der Schauspieler August Wilhelm Iffland schilderte in einem Brief vom 26. November 1779 eine Jagd bei Schwetzingen, die 50.000 Gulden gekostet hatte und bei der für 9.000 Menschen Zuschauergerüste aufgebaut waren. Kaiser Joseph II. hielt sich im Jahr 1781 unter dem Namen Graf von Falkenstein in Schwetzingen auf.

Siehe auch

 

Schloss Benrath – 1755 bis 1773 von Pigage im Auftrag von Kurfürst Karl Theodor erbaut am Übergang vom Rokoko zum Klassizismus. Der Garten ist eine geometrisch achsensymmetrische Barockanlage nach französischem Vorbild, der Privatgarten des Kurfürsten wurde im 19. Jahrhundert landschaftlich umgestaltet. Im Nebengebäude des Schlosses befindet sich das Museum für Europäische Gartenkunst.

Maulbeerbaumallee nach Heidelberg – im Zusammenhang mit der Seidenraupenzucht.

 

Literatur

 

Carl Ludwig Fuchs, Claus Reisinger: Schloss und Garten zu Schwetzingen. 2. Auflage. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2008, ISBN 978-3-88462-266-7

Volker Hannwacker: Friedrich Ludwig von Sckell. Der Begründer des Landschaftsgartens in Deutschland. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1992, ISBN 3-421-03012-X, S. 11–21.

Nanette Schärf, Hartmann Manfred Schärf: Das Badhaus im Schwetzinger Schlossgarten. Die Restaurierung des Gebäudes, seiner Innenräume und Ausstattungen. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 37. Jg. 2008, Heft 1, S. 29–35 (PDF)

Ralf Richard Wagner: In seinem Paradiese Schwetzingen … Das Badhaus des Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz. Hrsg. von Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2009, 302 S., ISBN 978-3-89735-587-3.

Wegweiser durch den Schwetzinger Garten. Mit zwölf Ansichten von Conrad Caspar Rordorf. Engelmann, Heidelberg 1830 (Digitalisat)

Karl Wörn: Schwetzingen Lebendige Stadt. 3. Auflage. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 1980.

Oswald Zenker: Schwetzinger Schlossgarten. Ein Führer durch das Französische Gartenparterre und den Englischen Landschaftsgarten, mit Informationen über Schloss und Rokokotheater sowie Sehenswürdigkeiten der Umgebung. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 2002, ISBN 3-87742-170-9.

 

Film

 

Im Hain des Apoll. Der Schlosspark Schwetzingen. Dokumentarfilm, Deutschland, 2007, 28:20 Min., Buch und Regie: Christopher Paul, Produktion: SWR, Reihe: Schätze des Landes, Inhaltsangabe von ARD.

 

Weblinks

Commons: Schloss Schwetzingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

 

Offizielle Seite von Schloss Schwetzingen

Infos zum Schloss auf der Seite der Stadt Schwetzingen

Schloss Schwetzingen von ZUM

Kein Land „wo die Zitronen blühen“. In: Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Artikel zur Geschichte von Orangerien, darunter der in Schwetzingen

Schloss Schwetzingen auf badischewanderungen.de

Schloss Schwetzingen als 3D-Modell im 3D Warehouse von SketchUp

 

Einzelnachweise

Schwetzingen: A Prince Elector’s Summer Residence – garden design and Freemasonic allusions. Eintrag in der Tentativliste der UNESCO auf deren Website, abgerufen am 8. April 2014 (französisch)

Vorlage zur Gemeinderatssitzung vom 22. September 2009, abgerufen am 8. April 2014

Neue Akzente sollen in Paris überzeugen. Schwetzinger Zeitung, 2. Februar 2010, abgerufen am 8. April 2014

Die Sommerresidenz und ihre Musik sollen es richten. Mannheimer Morgen, 6. März 2010, abgerufen am 8. April 2014

Kurfürstliche Sommerresidenz Schwetzingen für die Aufnahme in die UNESCO-Weltkulturerbeliste nominiert. Pressemitteilung des Landesdenkmalsamts Baden-Württemberg vom 8. März 2010, abgerufen am 8. April 2014

ICOMOS Evaluations of Nominations of Cultural and Mixed Properties. Empfehlungsbericht zur 36. Sitzung des Welterbekomitees im Juni/Juli 2012, S. 224–233, PDF-Datei, 28,4 MB, abgerufen am 8. April 2014 (englisch)

Schwetzingen zunächst nicht Welterbe. Pressemitteilung der Stadt Schwetzingen vom 29. Juni 2012, abgerufen am 8. April 2014

Johanna Eberhardt: Schwetzingen nimmt keinen neuen Anlauf. Stuttgarter Zeitung, 3. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014

Kein dritter Anlauf für Unseco-Welterbe-Titel in Schwetzingen. xity, 2. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014

Hans-Erhard Lessing: Zwei Räder statt vier Hufe – Karl Drais G.Braun-Verlag, Karlsruhe 2010

Richard Benz: Heidelberg. Schicksal und Geist, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen, 2. Auflage 1975, ISBN 3-7995-4008-3, S. 296

Italien / Toskana - Volterra

 

Volterra (Italian pronunciation: [volˈtɛrra]; Latin: Volaterrae) is a walled mountaintop town in the Tuscany region of Italy. Its history dates from before the 8th century BC and it has substantial structures from the Etruscan, Roman, and Medieval periods.

 

History

 

Volterra, known to the ancient Etruscans as Velathri or Vlathri and to the Romans as Volaterrae, is a town and comune in the Tuscany region of Italy. The town was a Bronze Age settlement of the Proto-Villanovan culture, and an important Etruscan center (Velàthre, Velathri or Felathri in Etruscan, Volaterrae in Latin language), one of the "twelve cities" of the Etruscan League.

 

The site is believed to have been continuously inhabited as a city since at least the end of the 8th century BC. It became a municipium allied to Rome at the end of the 3rd century BC. The city was a bishop's residence in the 5th century, and its episcopal power was affirmed during the 12th century. With the decline of the episcopate and the discovery of local alum deposits, Volterra became a place of interest of the Republic of Florence, whose forces conquered Volterra. Florentine rule was not always popular, and opposition occasionally broke into rebellion. These rebellions were put down by Florence.

 

When the Republic of Florence fell in 1530, Volterra came under the control of the Medici family and later followed the history of the Grand Duchy of Tuscany.

 

Culture

 

The main events that take place during the year in Volterra are

 

Volterra gusto

Volterra arte

Volterra teatro

 

Main sights

 

Roman Theatre of Volterra, 1st century BC, excavated in the 1950s

 

the Roman amphitheatre was discovered in 2015 and has been excavated over the succeeding years

 

Piazza dei Priori, the main square, a fine example of medieval Tuscan town squares

 

Palazzo dei Priori, the town hall located on Piazza dei Priori, construction begun in 1208 and finished in 1257

 

Pinacoteca e museo civico di Volterra (Art Gallery) in Palazzo Minucci-Solaini. Founded in 1905, the gallery consists mostly of works by Tuscan artists from 14th to 17th centuries. Includes a Deposition by Rosso Fiorentino.

 

Etruscan Acropolis and Roman Cistern. The acropolis on the citadel dates to the 8th century B.C., while the impressive cistern is from the 1st century B.C.

 

Volterra Cathedral. It was enlarged in the 13th century after an earthquake. It houses a ciborium and some angels by Mino da Fiesole, a notable wood Deposition (1228), a masterwork of Romanesque sculpture and the Sacrament Chapel, with paintings by Santi di Tito, Giovanni Balducci and Agostino Veracini. In the center of the vault are fragments of an Eternal Father by Niccolò Circignani. Also noteworthy is the Addolorata Chapel, with a terracotta group attributed to Andrea della Robbia and a fresco of Riding Magi by Benozzo Gozzoli. In the nearby chapel, dedicated to the Most Holy Name of Jesus, is a table with Christ's monogram, allegedly painted by Bernardino of Siena. The rectangular bell tower is from 1493.

 

Volterra Baptistery of San Giovanni, built in the second half of the 13th century.

 

Fortezza Medicea (Medicean Fortress), built in the 1470s, now a prison housing the noted restaurant, Fortezza Medicea restaurant.

 

Guarnacci Etruscan Museum, with thousands of funeral urns dating back to the Hellenistic and Archaic periods. Main attractions are the bronze statuette "Ombra della sera" (lit. '"Shadow of the Night"'), and the sculpted effigy, "Urna degli Sposi" (lit. '"Urn of the Spouses"') of an Etruscan couple in terra cotta.

 

The Etruscan Walls of Volterra, including the well-preserved Walls of Volterra (3rd-2nd centuries BC), and Porta Diana gates.

 

The Medici Villa di Spedaletto, outside the city, in direction of Lajatico

 

There are excavations of Etruscan tombs in the Valle Bona area.

 

Volterra Psychiatric Hospital, Founded in 1888 until 1978, it was reopened for public and will be once more used for psychiatric purposes.

 

In popular culture

 

Volterra features in Horatius, a poem by Lord Macaulay.

 

Linda Proud's A Tabernacle for the Sun (2005), the first volume of The Botticelli Trilogy, begins with the sack of Volterra in 1472. Volterra is the ancestral home of the Maffei family and the events of 1472 lead directly to the Pazzi Conspiracy of 1478. The protagonist of the novel is Tommaso de' Maffei, half brother of one of the conspirators.

 

Volterra is an important location in Stephenie Meyer's Twilight series. In the books, Volterra is home to the Volturi, a clan of rich, regal, powerful ancient vampires, who essentially act as the rulers of the world's vampire population. (However, the relevant scenes from the movie were shot in Montepulciano.)

 

Volterra is the site of Stendhal's famously disastrous encounter in 1819 with his beloved Countess Mathilde Dembowska: she recognised him there, despite his disguise of new clothes and green glasses, and was furious. This is the central incident in his book On Love

 

Volterra is mentioned repeatedly in British author Dudley Pope's Captain Nicholas Ramage historical nautical series. Gianna, the Marchesa of Volterra and the fictional ruler of the area, features in the first twelve books of the eighteen-book series. The books chart the progress and career of Ramage during the Napoleonic wars of the late eighteenth and early nineteenth century, providing readers with well-scripted articulate details of life aboard sailing vessels and conditions at sea of that time.

 

Volterra is the site where the novel Chimaira by the Italian author Valerio Massimo Manfredi takes place.

 

Valerio Massimo Manfredi's The Ancient Curse is also set in Volterra, where a statue called 'The Shade of Twilight' is stolen from the Volterra museum.

 

Volterra is featured in Jhumpa Lahiri's 2008 collection of short stories Unaccustomed Earth. It is where Hema and Kaushik, the protagonists of the final short story "Going Ashore," travel before they part.

 

Volterra is featured in Luchino Visconti's 1965 film Vaghe stelle dell'Orsa, released as Sandra (Of a Thousand Delights) in the United States and as Of These Thousand Pleasures in the UK.

 

Volterra's scenery is used for Central City in the 2017 film Fullmetal Alchemist (film) directed by Fumihiko Sori.

 

The 2016 video game The Town of Light is set in a fictionalized version of the notorious Volterra Psychiatric Hospital.

 

"Volaterrae" is the name given by Dan and Una to their secret place in Far Wood in Rudyard Kipling's Puck of Pook's Hill. They named it from the verse in Lord Macaulay's Lays of Ancient Rome:

 

From lordly Volaterrae,

Where scowls the far-famed hold

Piled by the hands of giants

For Godlike Kings of old.

 

Volterra and its relationship with Medici Florence features in the 2018 second season of Medici: Masters of Florence.

 

(Wikipedia)

 

Volterra, lateinisch Volaterrae, ist eine italienische Stadt mit 9980 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) in der Provinz Pisa in der Region Toskana.

 

Geographie

 

Volterra liegt etwa 50 Kilometer südlich von Pisa und 30 Kilometer vom Mittelmeer entfernt. Die Stadt gilt mit ihrem spektakulären landschaftlichen Umfeld als eine der schönsten in der Toskana.

 

Der Kern der heutigen Stadt liegt abgeschieden auf einem 550 m hohen Bergrücken über dem Tal der Cecina (Val di Cecina) inmitten einer kargen, zerfurchten Hügellandschaft. Die Felsabbrüche und Geröllhalden sind das Produkt jahrhundertelanger Erosion. Das Gebiet Le Balze im Nordwesten Volterras vermittelt einen beispielhaften Eindruck dieses Phänomens.

 

Die Stadt wird beherrscht von einer heute als Staatsgefängnis benutzten Festung der Medici, der Fortezza Medicea. Volterra ist ein Zentrum der Alabasterverarbeitung.

 

Zu den Ortsteilen (Frazioni) zählen Mazzolla, Montemiccioli, Saline di Volterra und Villamagna.

 

Die Nachbargemeinden sind Casole d’Elsa (SI), Colle di Val d’Elsa (SI), Gambassi Terme (FI), Lajatico, Montaione (FI), Montecatini Val di Cecina, Peccioli, Pomarance und San Gimignano (SI).

 

Geschichte

 

Volterra kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. entstand der Ort aus der Verbindung mehrerer kleiner etruskischer Ansiedlungen, deren Bestand bis ins 7. Jahrhundert v. Chr. zurückverfolgt werden kann. Zu dieser Zeit bauten die Etrusker eine sieben Kilometer lange Ringmauer und nannten die nunmehr vereinigte Stadt Velathri.

 

Volterra war eine der ältesten und größten der zwölf Bundesstädte Etruriens. Später war es eine römische Stadt mit den Rechten eines Municipiums. Ihre hohe Lage machte sie zu einer starken Festung, die Sulla im ersten Bürgerkrieg erst nach zweijähriger Belagerung 79 v. Chr. einnehmen konnte.

 

Im 12. und 13. Jahrhundert war Volterra eine Republik; im 14. Jahrhundert fiel es an Florenz.

 

Sehenswürdigkeiten

 

Architektonische und künstlerische Zeugnisse der verschiedenen Epochen zeugen von der wechselvollen Existenz und Bedeutung der Stadt. Einige der etruskischen Nekropolen und mittelalterlichen Kirchenmauern sind jedoch in der Vergangenheit der Erosion zum Opfer gefallen.

 

Am Hauptplatz der Stadt, der Piazza dei Priori, steht der älteste erhaltene Kommunalpalast der Toskana, der Palazzo dei Priori.

 

Von der etruskischen Stadtmauer ist als einziges Tor die Porta all’Arco gut erhalten. Es stammt aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. Im äußeren Bogen sind drei verwitterte Köpfe zu erkennen, deren Bedeutung aber umstritten ist.

 

Außerhalb der mittelalterlichen Porta Fiorentina liegt das Teatro Romano, erbaut zur Zeit des Kaisers Augustus. Von der Zuschauertribüne für etwa 2000 Personen blickt man auf die teilweise rekonstruierte Bühnenwand. Die unterhalb des Theaters liegenden Thermenanlagen stammen aus späterer Zeit.

 

Andere historische öffentliche Gebäude sind der Dom Santa Maria Assunta aus dem frühen 12. Jahrhundert mit einer Kassettendecke und mit Granit vortäuschender Stuckverkleidung der Säulen sowie etlichen künstlerisch hochrangigen Ausstattungsstücken, das oktogonale Baptisterium mit einem Taufbecken von Andrea Sansovino, der auf Privatpaläste und Wohntürme aus dem 12. und 13. Jahrhundert zurückgehende Palazzo Pretorio sowie der als Gefängnis dienende Torre del Porcellino. Schließlich gehört der Palazzo Incontri-Viti zu den prachtvollsten Gebäuden Volterras.

 

Unter den Kirchen sind zu nennen: die spätromanische S. Michele sowie die Kirchen von S. Francesco, S. Lino und S. Girolamo mit Bildern und Skulpturen aus der Schule von Florenz.

 

Museen

 

Von besonderer Bedeutung ist das archäologische Museo Etrusco Guarnacci im Palazzo Desideri Tangassi. Mario Guarnacci (1701–1785), ein vielseitig interessierter Gelehrter, widmete seine Studien der antiken Geschichte. Dabei konnte er durch Ankäufe und Ausgrabungen eine ansehnliche Menge Belegmaterial über die etruskische Zivilisation sammeln.

 

Ein bedeutender Teil der Sammlung umfasst Ascheurnen sowie Stücke aus Bronze und Keramik. Die Urnen bestehen aus Tuffstein, Alabaster und Tonerde. Eine der bekanntesten ganz Etruriens ist die Urna degli Sposi (dt. Urne der Brautleute), auf deren Deckel ein Paar beim Festmahl liegend dargestellt ist.

 

Das bedeutendste Stück der Sammlung ist jedoch die Bronzefigur Ombra della sera (dt. Abendschatten). Es ist mit der Zeit zu einer „Ikone“ für das Museum und die Stadt Volterra geworden. Seine Berühmtheit verdankt es hauptsächlich seiner einzigartigen Form, die den italienischen Dichter Gabriele D’Annunzio an den Schatten einer menschlichen Figur in der Abendsonne erinnert haben soll. Es ist ein Meisterwerk etruskischer Bronzegießer aus der hellenistischen Periode. Ein weiteres bedeutendes Exponat ist die Stele des Avile Tite aus dem 6. Jahrhundert v. Chr.

 

Weitere Ausstellungsstücke sind verschiedene Mosaikböden aus der römischen Kaiserzeit, die aus Volterra und Segalari stammen. Hinzu kommt eine Münzsammlung mit seltenen etruskischen Münzen aus Gold, Silber und Bronze. Schließlich sind noch mit Edelsteinen verzierte etruskische und römische Schmuckstücke zu sehen.

 

Wichtig ist die Sammlung der seit 1982 im Minucci-Solaini-Palast untergebrachten „Pinacoteca“ mit der berühmten Kreuzesabnahme (1521), dem Meisterwerk des Malers Rosso Fiorentino, und den bedeutendsten Arbeiten von Taddeo di Bartolo, Domenico Ghirlandaio und Luca Signorelli, welche die künstlerischen Einflüsse aus Pisa, Florenz und Siena anschaulich machen.

 

Im April 2003 wurde im Turmhaus des Palazzo Minucci-Solaini das Ecomuseo dell’Alabastro eröffnet, in dem die Geschichte der Gewinnung und der Verarbeitung von Alabaster seit der Antike bis zur Gegenwart dargestellt ist.

 

Volterra in der Literatur

 

Volterra ist eine wichtige Stadt in Stephenie Meyers „Biss“-Serie. Dort ist Volterra die Heimatstadt der Volturi, einer königlichen Vampirfamilie.

 

Volterra spielt auch in der von Dudley Pope geschriebenen Romanreihe um den britischen Marineoffizier Nicolas Ramage eine Rolle. Im ersten Band rettet er während der Napoleonischen Kriege die Marchesa von Volterra vor den französischen Besatzungstruppen. Er verliebt sich in sie, und ihre Herrschaft über Volterra spielt in den weiteren Bänden eine wichtige Rolle. Auch ihr Neffe, Paolo Orsini, nächster in der Erbreihenfolge der Regentschaft, kommt in den meisten Romanen vor, da er als Fähnrich unter Ramages Kommando segelt.

 

(Wikipedia)

Duck on a Rock

 

Ente auf einem Felsen

 

Chiricahua National Monument is a unit of the National Park System located in the Chiricahua Mountains of southeastern Arizona. The monument was established on April 18, 1924 to protect its extensive hoodoos and balancing rocks. The Faraway Ranch, which was owned at one time by Swedish immigrants Neil and Emma Erickson, is also preserved within the monument.

 

Located approximately 36 miles (58 km) southeast of Willcox, Arizona, the monument preserves the remains of an immense volcanic eruption that shook the region about 27 million years ago. The thick white-hot ash spewed forth from the nearby Turkey Creek Caldera, cooled and hardened into rhyolitic tuff, laying down almost two thousand feet of dark volcanic ash and pumice, highly siliceous in nature, which eventually eroded into the natural features that we see at the monument today.

 

In 2008, the Chiricahua National Monument Historic Designed Landscape, covering roughly 80% of the national monument, was listed on the National Register of Historic Places.

 

(Wikipedia)

 

Das Chiricahua National Monument ist ein unter der Verwaltung des National Park Service stehendes Nationalmonument im US-Bundesstaat Arizona, das ein Gebiet mit skurrilen Felsskulpturen schützt. Es liegt rund 160 km östlich von Tucson am Übergang der Chihuahua- zur Sonorawüste und nahe der mexikanischen sowie neumexikanischen Grenze.

 

Die ungewöhnlichen Felsformationen des Chiricahua-Nationalmonuments resultieren aus einer Serie von gewaltigen Vulkanausbrüchen am heutigen Turkey Creek, die sich vor rund 27 Millionen Jahren ereignete und das umliegende Land mit einer mehr als 600 Meter hohen Asche- und Sandschicht überzog. Nachdem sich das pyroklastisches Material zu festem Tuffstein verdichte, wurde das dunkle Gestein über Jahrmillionen durch die Plattentektonik angehoben, verschoben und immer wieder gebrochen.

 

Winde und Wasser wuschen so lange das weichere Gestein aus dem festeren heraus, bis nur noch unzählige emporragende Gesteinsformationen übrigblieben. Teilweise bildeten sich auf diese Art derart ungewöhnliche Felsformationen, dass sie die äußere Gestalt von Gegenständen oder Lebewesen annahmen oder bestimmte Situationen darstellen. Zu ihnen gehören beispielsweise die „Ente auf einem Fels“ (Duck on a Rock), der „Kamelfelsen“ (Camel Rock), die „Küssenden Felsen“ (Kissing Rocks) und die zahlreichen „balancierenden“ Felsen (Balanced Rocks).

 

Das im gleichnamigen Gebirge befindliche Chiricahua-Nationalmonument wurde im Jahr 1924 gegründet und umfasst eine Fläche von rund 50 Quadratkilometern. Der Bonita Canyon Drive, an dem auch ein kleinerer Campingplatz liegt, verbindet das Besucherzentrum mit dem Massai Point, an dem diverse Wanderwege beginnen - darunter auch die zum Heart of Rocks (Herz der Felsen) mit den spektakulärsten Felsformationen sowie der abwechslungsreichere Echo Canyon Loop Trail (Rundweg). In der Summe stehen dem Besucher ein rund 30 km langes Streckennetz durch Felsskulpturen und Canyons offen.

 

(Wikipedia)

s0774a 4559 Brock14A1B Die Brockhaus Konversations-Lexikon Die Brockhaus Enzyklopädie 14. Auflage Aquarium

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Meerwasser-Aquarium.

 

Meerwasser-Aquarium 1. Seestichling (Gasterosteus spinachia). 2. Zahnkarpfen (Cyprinodon carpio). 3. Grüne Seerose (Anthea cereus). 4. Garneele (Crangon vulgaris). 5. Seenelke (Actinoloba dianthus). 6. Schmarotzer-Aktinie (Actinia effoeta). 7. Sägestachliger Palämon (Palaemon serratus). 8. Gemeiner Taschenkrebs (Platycarcinus pagurus). 9. Roter Seestern (Asterias rubens). 10. Seepferdchen (Hippocampus antiquorum). 11. Miesmuschel (Mytilus edulis). 12. Röhrenwurm (Serpula contortuplicata). 13. Witwen-Aktinie (Sagartia viduata). 14. Bernhardinerkrebs (Pagurus Bernhardus). 15. Seeigell (Echinus saxatilis). 16. Gemeine Krabbe (Carcinus maenas). 17. Dickarmige Seerose (Tealia crassicornis). 18. Blattmoostierchen (Flustra foliacea). 19. Warzige Rindenkoralle (Gorgonia verrucosa).

  

Aquarium (vom lat. aqua, Wasser) hieß früher in den Apotheken der zur Aufbewahrung flüssiger Arzneistoffe in Flaschen, Fässern u. s. w. bestimmte Kellerraum; in England pflegte man auch wohl in den Warmhäusern die zur Unterhaltung von Wasserpflanzen bestimmten Bassins so zu nennen. In neuerer Zeit ist das Wort vorzugsweise zur Bezeichnung von Wasserbehältern üblich geworden, in denen außer Wasserpflanzen auch Wassertiere unterhalten werden und die zur Beobachtung des organischen Lebens der Wasserwelt dienen sollen. Vorrichtungen mit letzterm Zweck gab es schon früher. Seit etwa 1852 kamen jedoch die Aquarien von England aus, durch Ward, Johnston, Warrington, Gosse u. a. empfohlen, zum Zweck belehrender Unterhaltung in Aufnahme und sind seitdem rasch zu beliebten Dekorationsstücken nicht nur für Garten- und Gewächshäuser, sondern auch für Zimmer geworden. Aquarien für Garten- und Gewächshäuser sind größere Bassins, solche für Zimmer entweder aus Glastafeln zusammengesetzte Kästen oder kelch-, schalen- und napfartige Glasgefäße. Ein jedes A. muß außer Tieren auch Pflanzen enthalten, wenn diese kleine Welt durch sich selbst fortbestehen soll. Der Sauerstoff, welchen die Pflanzen entwickeln, kommt den Tieren zugute, während der Kohlenstoff, den letztere ausatmen, für erstere unentbehrliche Nahrung ist. Wesentliche Bedingungen sind: Reinhalten und Austausch des Wassers, sobald es trübe wird; Zufuhr von Luft, die das Atmen der Tiere ermöglicht; Herstellung von Bewegung für solche Tiere, die an fließendes Wasser, Wellenbewegung am Seestrande gewöhnt sind und ein intensives Atembedürfnis besitzen. Es giebt Süßwasser- und Meerwasser-Aquarien.

 

Das Süßwasser-Aquarium ist am leichtesten zu unterhalten. Es wird in den Glasbehältern, die gegen zu viel Licht und Wärme geschützt sein müssen, ein sandiger, mit Torfstücken vermischter Grund gebildet und in der Mitte eine Art Insel von Tuffstein zu Schlupfwinkeln und Wohnungen errichtet; zum Schmuck legt man wohl auch zierliche Muschelschalen u. dgl. ein. Von Tieren werden in das Wasser am besten Goldfischchen und andere Süßwasserfische in jüngerm Zustande, junge Wasserfrösche, Wasserskorpione, Wasserschnecken u. s. w. eingesetzt. Von Pflanzen eignen sich am besten für den Boden des A. Saggittaria, Alisma, Ceratophyllum, Myriophyllum, Mentha aquatica L., Callitriche, Urticularia, Hippuris, Potamogeton, Glyceria aquatica Presl.; für den Tuffstein Vaccinium oxycoccos L., Myosotis palustris L., Drosera, Hydrocotyle, Empetrum nigrum L., Andromeda polifolia, Selaginella, Calla aethiopica und palustris L., mehrere Farnkräuter, wie Blechnum, Osmunda, Struthiopteris. Besonders reinigenden Einfluß üben die Wasserpest (Elodea) und die Wasserlinsen (Lemna). Für das größere Bassin-Aquarium benutzt man auch größere Pflanzen. - Vgl. Roßmäßler, Das Süßwasser-Aquarium (5., von Hermes bearbeitete Aufl., Lpz. 1892); Grässe, Das Süßwasser-Aquarium (2. Aufl., Hamb. 1881); Solotnitzty, Das A. (Hagen 1893 fg.); Monatsschrift für Aquarienfreunde (Leipzig, seit 1894).

 

Die Meerwasser-Aquarien erfordern bei weitem kostspieligere Einrichtungen, da das Seewasser, welches die Meertiere genießen, entweder beständig erneuert oder aufs neue mit Luft gesättigt werden muß. Gewöhnlich läßt man eine Dampfmaschine das aus den Glasbehältern, in welchen die Seetiere sich befinden, abfließende Wasser in die Höhe pumpen in Sammelbecken, aus welchen dasselbe sich wieder im Strahle in die Glaskästen ergießt, wobei es eine Menge Luft mitreißt. Jetzt befinden sich fast in allen größern zoolog. Gärten auch Aquarien für Seetiere und an vielen Orten (Berlin, Brighton, Havre, Trieft) besondere Aquarien ohne Verbindung mit zoolog. Gärten. Auch giebt es Aquarien, welche für wissenschaftliche Zwecke eingerichtet sind (s. Zoologische Stationen). – Über Anlage von See-Aquarien vgl. Gosse, A handbook to the marine Aquarium (Lond. 1855). (Hierzu Tafel: Meerwasser-Aquarium.)

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oldest local pharmacy in Tuebingen

 

Pharmacia Pharmazie

since

1569

W.Mayer'sche Apotheke am Markt (Tübingen)

 

with a showroom of the old pharmacia

 

source: IHK reutlingen:

www.150-jahre-ihk.de/start.oscms/0/3385/9287/Die aelteste...

-

- Mayer´sche Apotheke

Am Markt 13

72070 Tübingen

 

ps

nach Bad Urach die älteste Apotheke in Württemberg.

Warum?

 

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EXKURS:

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und

 

kirchmusik.kirchkunst.de/venues/detail/1714

 

BAD URACH und Tübingen

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Die Stadt ist staatlich anerkannter Luftkurort und Heilbad.

In Bad Urach befindet sich die mit 61 °C heißeste Thermalquelle Baden-Württembergs. Die hohe Wärme beruht auf einer Temperaturanomalie im Untergrund.

  

Ums Jahr 1260 ist Urach württembergisch geworden.

1265 verkaufte Graf Heinrich von Fürstenberg die Burg und die meisten Besitzungen an Graf Ulrich von Württemberg.

Knapp 200 Jahre später, in der Zeit, da Württemberg geteilt war, wurde die südliche Landeshälfte von Bad Urach aus regiert.

Und damit entstand in »Württembergs heimlicher Hauptstadt« das Uracher Stadtschloß, indem Graf Eberhard im Barte geboren wurde.

Graf Eberhard im Bart wünschte sich für seine neue Residenz eine der Stuttgarter Stiftskirche ebenbürtige Kirche.

Bis etwa 1500 entstand eine rund 60 Meter lange spätgotische Basilika aus Tuffstein.

 

Die Stiftskirche St. Amandus in Bad Urach im Landkreis Reutlingen, Baden-Württemberg:

www.flickr.com/photos/fbayer/6770488209/

Peter v. Coblenz, Baumeister. Der Name „Maister Peter Stainmetz von koblentz“

Meister P

 

Vermutlich um 1474/75 beauftragte der Graf Eberhard V. seinen Baumeister Peter von Koblenz ( auch Baumeister der Tübinger Stiftskirche) , die spätgotische Stiftskirche zu bauen.

www.flickr.com/search/?q=Stiftskirche%20St.%20Amandus

 

Die Fertigstellung des Kirchenbaus erfolgte erst nach dem Tod des „Grafen im Barte“ um 1500.

Peter von Koblenz erlebte sie selbst knapp auch nicht mehr, er wurde 1501 dort begraben. Im selben Jahr vollendete sein Nachfolger Marx Welling die Kirche mit der westlichsten Seitenkapelle des Südschiffs.

Mit der Berufung der Kanoniker (Kappenherren) vom gemeinsamen Leben an die Residenzstadt Urach 1477 verband der Landesherr, Graf Eberhard V. von Württemberg, ein ehrgeiziges religions- und bildungspolitisches Programm.

In den Folgejahren entstanden noch weitere Stifte der Brüder in der Grafschaft, die so ein entscheidendes Gewicht innerhalb der im oberdeutschen Generalkapitel zusammengeschlossenen Bruderhäuser erlangten. Einheitliche Kleidung, gemeinsames Leben und gemeinsamer Besitz ließen die Brüder in den Augen vieler als Ordensleute erscheinen. In Württemberg wurden sie aufgrund ihrer vielfältigen Privilegien misstrauisch beäugt, und schon kurz nach dem Tode Eberhards (1496) gab es Bemühungen, die "Kappenherren" abzuschaffen. 1517 gab Herzog Ulrich diesen Forderungen nach. Bis auf das unter päpstlichem Schutz stehende Stift St. Peter auf dem Einsiedel wurden alle württembergischen Brüderhäuser aufgehoben.

Urach wurde mit zehn Kanonikerstellen in ein weltliches Chorherrenstift überführt, zwei weitere Pfründen wurden zur Finanzierung der herzoglichen Hofkapelle verwendet. Dem neuen Stift gehörten dieselben Personen an wie zuvor. Bis zu seiner Auflösung in der Reformation (1534/35) erlangte es jedoch nurmehr lokale Bedeutung.

 

Die um 1474 bis 1499 durch den Baumeister Graf Eberhards, Peter von Koblenz, an Stelle eines Vorgängerbaus errichtete Stiftskirche blieb nach der Reformation Pfarrkirche der Stadt.

An die Zeit der Kanoniker vom gemeinsamen Leben erinnern besonders das Chorgestühl mit Reliefbüsten von Kappenherren

www.flickr.com/photos/30957604@N06/7936673346/

 

und die steinerne Kanzel (um 1500) mit einer sehr seltenen Darstellung des Kanzlers der Pariser Universität, Johannes Gerson, der sich für die Brüder eingesetzt hatte.

 

Der ab 1477 entstandene "Mönchshof", eine nördlich an die Kirche angebaute dreiflügelige Anlage, wurde 1537 Wohnsitz von Diakon und Lehrer und 1561-1564 aufgrund des Wirkens von Primus Truber Druckerei von protestantische Literatur in kroatischer Sprache.

Im Stift entsteht die erste internationale Bibeldruckerei eingerichtet. 30 000 Bibeln und Katechismen werden in slowenisch, das damit zur Schrift­sprache wird.

 

1818 wurde hier ein evangelisches Seminar errichtet, das bis 1977 bestand. Seit 1980 dient der "Mönchshof" als Einkehrhaus der evangelischen Landeskirche Württemberg.

 

www.kloester-bw.de/klostertexte.php?kreis=&bistum=&am...

 

...

 

Die Webervorstadt besteht aus vier Häuserzeilen mit insgesamt 29 Häusern, die nach den Plänen von Heinrich Schickhardt entstanden. Erbaut wurde die Webervorstadt unter Herzog Friedrich I. von Württemberg im Jahre 1599.

 

Die ältesten Mitgliedsunternehmen der IHK Reutlingen.

 

1479

 

Rathaus-Apotheke, Kurbad-Parfümerie, Dr. Harald Erdl (Bad Urach)

Das Rathaus ist ein Bauwerk aus dem Jahre 1440, erweitert wurde es 1562. In den Jahren 1907 und 1908 erfolgte dann der Umbau. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts verkauften Bäcker und Metzger ihre Waren im Erdgeschoss des Gebäudes.

Nach dieser Zeit war das Erdgeschoss bis 1939 ein Fruchtmarkt, bis ins 16. Jahrhundert eine Ratsdiele, sowie bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts ein Ratssaal und in den Jahren 1907 und 1908 eine Arkade mit Wappenreihe.

  

1569

W.Mayer'sche Apotheke am Markt (Tübingen)

 

www.reutlingen.ihk.de/start.oscms/0/3385/9287/function.in...

  

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Am Markt 13: Stammhaus der Tübinger Familie GMELIN. Zum Gedächtnis ihres Begründers, des Apothekers JOHANN GEORG GMELIN 1674 - 1728 und der vielen hervorragenden Glieder dieser Schwäbischen Familie, in Sonderheit ihrer zahlreichen Tübinger Hochschullehrer

 

Italien / Toskana - Volterra

 

Piazza dei Priori

 

Cathedral

 

Dom

 

Volterra (Italian pronunciation: [volˈtɛrra]; Latin: Volaterrae) is a walled mountaintop town in the Tuscany region of Italy. Its history dates from before the 8th century BC and it has substantial structures from the Etruscan, Roman, and Medieval periods.

 

History

 

Volterra, known to the ancient Etruscans as Velathri or Vlathri and to the Romans as Volaterrae, is a town and comune in the Tuscany region of Italy. The town was a Bronze Age settlement of the Proto-Villanovan culture, and an important Etruscan center (Velàthre, Velathri or Felathri in Etruscan, Volaterrae in Latin language), one of the "twelve cities" of the Etruscan League.

 

The site is believed to have been continuously inhabited as a city since at least the end of the 8th century BC. It became a municipium allied to Rome at the end of the 3rd century BC. The city was a bishop's residence in the 5th century, and its episcopal power was affirmed during the 12th century. With the decline of the episcopate and the discovery of local alum deposits, Volterra became a place of interest of the Republic of Florence, whose forces conquered Volterra. Florentine rule was not always popular, and opposition occasionally broke into rebellion. These rebellions were put down by Florence.

 

When the Republic of Florence fell in 1530, Volterra came under the control of the Medici family and later followed the history of the Grand Duchy of Tuscany.

 

Culture

 

The main events that take place during the year in Volterra are

 

Volterra gusto

Volterra arte

Volterra teatro

 

Main sights

 

Roman Theatre of Volterra, 1st century BC, excavated in the 1950s

 

the Roman amphitheatre was discovered in 2015 and has been excavated over the succeeding years

 

Piazza dei Priori, the main square, a fine example of medieval Tuscan town squares

 

Palazzo dei Priori, the town hall located on Piazza dei Priori, construction begun in 1208 and finished in 1257

 

Pinacoteca e museo civico di Volterra (Art Gallery) in Palazzo Minucci-Solaini. Founded in 1905, the gallery consists mostly of works by Tuscan artists from 14th to 17th centuries. Includes a Deposition by Rosso Fiorentino.

 

Etruscan Acropolis and Roman Cistern. The acropolis on the citadel dates to the 8th century B.C., while the impressive cistern is from the 1st century B.C.

 

Volterra Cathedral. It was enlarged in the 13th century after an earthquake. It houses a ciborium and some angels by Mino da Fiesole, a notable wood Deposition (1228), a masterwork of Romanesque sculpture and the Sacrament Chapel, with paintings by Santi di Tito, Giovanni Balducci and Agostino Veracini. In the center of the vault are fragments of an Eternal Father by Niccolò Circignani. Also noteworthy is the Addolorata Chapel, with a terracotta group attributed to Andrea della Robbia and a fresco of Riding Magi by Benozzo Gozzoli. In the nearby chapel, dedicated to the Most Holy Name of Jesus, is a table with Christ's monogram, allegedly painted by Bernardino of Siena. The rectangular bell tower is from 1493.

 

Volterra Baptistery of San Giovanni, built in the second half of the 13th century.

 

Fortezza Medicea (Medicean Fortress), built in the 1470s, now a prison housing the noted restaurant, Fortezza Medicea restaurant.

 

Guarnacci Etruscan Museum, with thousands of funeral urns dating back to the Hellenistic and Archaic periods. Main attractions are the bronze statuette "Ombra della sera" (lit. '"Shadow of the Night"'), and the sculpted effigy, "Urna degli Sposi" (lit. '"Urn of the Spouses"') of an Etruscan couple in terra cotta.

 

The Etruscan Walls of Volterra, including the well-preserved Walls of Volterra (3rd-2nd centuries BC), and Porta Diana gates.

 

The Medici Villa di Spedaletto, outside the city, in direction of Lajatico

 

There are excavations of Etruscan tombs in the Valle Bona area.

 

Volterra Psychiatric Hospital, Founded in 1888 until 1978, it was reopened for public and will be once more used for psychiatric purposes.

 

In popular culture

 

Volterra features in Horatius, a poem by Lord Macaulay.

 

Linda Proud's A Tabernacle for the Sun (2005), the first volume of The Botticelli Trilogy, begins with the sack of Volterra in 1472. Volterra is the ancestral home of the Maffei family and the events of 1472 lead directly to the Pazzi Conspiracy of 1478. The protagonist of the novel is Tommaso de' Maffei, half brother of one of the conspirators.

 

Volterra is an important location in Stephenie Meyer's Twilight series. In the books, Volterra is home to the Volturi, a clan of rich, regal, powerful ancient vampires, who essentially act as the rulers of the world's vampire population. (However, the relevant scenes from the movie were shot in Montepulciano.)

 

Volterra is the site of Stendhal's famously disastrous encounter in 1819 with his beloved Countess Mathilde Dembowska: she recognised him there, despite his disguise of new clothes and green glasses, and was furious. This is the central incident in his book On Love

 

Volterra is mentioned repeatedly in British author Dudley Pope's Captain Nicholas Ramage historical nautical series. Gianna, the Marchesa of Volterra and the fictional ruler of the area, features in the first twelve books of the eighteen-book series. The books chart the progress and career of Ramage during the Napoleonic wars of the late eighteenth and early nineteenth century, providing readers with well-scripted articulate details of life aboard sailing vessels and conditions at sea of that time.

 

Volterra is the site where the novel Chimaira by the Italian author Valerio Massimo Manfredi takes place.

 

Valerio Massimo Manfredi's The Ancient Curse is also set in Volterra, where a statue called 'The Shade of Twilight' is stolen from the Volterra museum.

 

Volterra is featured in Jhumpa Lahiri's 2008 collection of short stories Unaccustomed Earth. It is where Hema and Kaushik, the protagonists of the final short story "Going Ashore," travel before they part.

 

Volterra is featured in Luchino Visconti's 1965 film Vaghe stelle dell'Orsa, released as Sandra (Of a Thousand Delights) in the United States and as Of These Thousand Pleasures in the UK.

 

Volterra's scenery is used for Central City in the 2017 film Fullmetal Alchemist (film) directed by Fumihiko Sori.

 

The 2016 video game The Town of Light is set in a fictionalized version of the notorious Volterra Psychiatric Hospital.

 

"Volaterrae" is the name given by Dan and Una to their secret place in Far Wood in Rudyard Kipling's Puck of Pook's Hill. They named it from the verse in Lord Macaulay's Lays of Ancient Rome:

 

From lordly Volaterrae,

Where scowls the far-famed hold

Piled by the hands of giants

For Godlike Kings of old.

 

Volterra and its relationship with Medici Florence features in the 2018 second season of Medici: Masters of Florence.

 

(Wikipedia)

 

Volterra Cathedral (Italian: Cattedrale di Santa Maria Assunta, or Duomo di Volterra) is a Roman Catholic cathedral in Volterra, Italy, dedicated to the Assumption of the Virgin Mary. It is the seat of the bishop of Volterra.

 

History

 

The present church was rebuilt after the earthquake of 1117 that destroyed most of the town, and consecrated by Pope Calixtus II in 1120. Details of the earlier church on the site are not clear, although a church dedicated to Saint Mary is known from the 9th century. This was not the original cathedral, which was dedicated to Saint Peter and located next to the bishop's palace; it was destroyed by the Florentines during a siege in 1472, after which the bishop's seat was transferred to the present cathedral.

 

Nicola Pisano is said to have been involved in further reconstruction in the mid 13th century. The rustic stone façade was built in Romanesque style using spolia from the Roman theater of Volterra in the portal. The intarsia over the door is attributed to Pisano.

 

In 1580, bishop Guido Serguidi, with the approval of Ferdinando I de' Medici, Grand Duke of Tuscany, commissioned the decoration of the intricately coffered ceiling of the nave and crossings, designed by Francesco Capriani, carved by Jacopo Pavolini, and gilded by Fulvo della Tuccia. The ceiling has sculpted reliefs of Saints Ugo, Giusto, Pope Linus, Clemente, Attinea, and Greciniana, round a central symbol of the Holy Spirit. The campanile of 1493 replaced an older belltower.

 

(Wikipedia)

 

Volterra, lateinisch Volaterrae, ist eine italienische Stadt mit 9980 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) in der Provinz Pisa in der Region Toskana.

 

Geographie

 

Volterra liegt etwa 50 Kilometer südlich von Pisa und 30 Kilometer vom Mittelmeer entfernt. Die Stadt gilt mit ihrem spektakulären landschaftlichen Umfeld als eine der schönsten in der Toskana.

 

Der Kern der heutigen Stadt liegt abgeschieden auf einem 550 m hohen Bergrücken über dem Tal der Cecina (Val di Cecina) inmitten einer kargen, zerfurchten Hügellandschaft. Die Felsabbrüche und Geröllhalden sind das Produkt jahrhundertelanger Erosion. Das Gebiet Le Balze im Nordwesten Volterras vermittelt einen beispielhaften Eindruck dieses Phänomens.

 

Die Stadt wird beherrscht von einer heute als Staatsgefängnis benutzten Festung der Medici, der Fortezza Medicea. Volterra ist ein Zentrum der Alabasterverarbeitung.

 

Zu den Ortsteilen (Frazioni) zählen Mazzolla, Montemiccioli, Saline di Volterra und Villamagna.

 

Die Nachbargemeinden sind Casole d’Elsa (SI), Colle di Val d’Elsa (SI), Gambassi Terme (FI), Lajatico, Montaione (FI), Montecatini Val di Cecina, Peccioli, Pomarance und San Gimignano (SI).

 

Geschichte

 

Volterra kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. entstand der Ort aus der Verbindung mehrerer kleiner etruskischer Ansiedlungen, deren Bestand bis ins 7. Jahrhundert v. Chr. zurückverfolgt werden kann. Zu dieser Zeit bauten die Etrusker eine sieben Kilometer lange Ringmauer und nannten die nunmehr vereinigte Stadt Velathri.

 

Volterra war eine der ältesten und größten der zwölf Bundesstädte Etruriens. Später war es eine römische Stadt mit den Rechten eines Municipiums. Ihre hohe Lage machte sie zu einer starken Festung, die Sulla im ersten Bürgerkrieg erst nach zweijähriger Belagerung 79 v. Chr. einnehmen konnte.

 

Im 12. und 13. Jahrhundert war Volterra eine Republik; im 14. Jahrhundert fiel es an Florenz.

 

Sehenswürdigkeiten

 

Architektonische und künstlerische Zeugnisse der verschiedenen Epochen zeugen von der wechselvollen Existenz und Bedeutung der Stadt. Einige der etruskischen Nekropolen und mittelalterlichen Kirchenmauern sind jedoch in der Vergangenheit der Erosion zum Opfer gefallen.

 

Am Hauptplatz der Stadt, der Piazza dei Priori, steht der älteste erhaltene Kommunalpalast der Toskana, der Palazzo dei Priori.

 

Von der etruskischen Stadtmauer ist als einziges Tor die Porta all’Arco gut erhalten. Es stammt aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. Im äußeren Bogen sind drei verwitterte Köpfe zu erkennen, deren Bedeutung aber umstritten ist.

 

Außerhalb der mittelalterlichen Porta Fiorentina liegt das Teatro Romano, erbaut zur Zeit des Kaisers Augustus. Von der Zuschauertribüne für etwa 2000 Personen blickt man auf die teilweise rekonstruierte Bühnenwand. Die unterhalb des Theaters liegenden Thermenanlagen stammen aus späterer Zeit.

 

Andere historische öffentliche Gebäude sind der Dom Santa Maria Assunta aus dem frühen 12. Jahrhundert mit einer Kassettendecke und mit Granit vortäuschender Stuckverkleidung der Säulen sowie etlichen künstlerisch hochrangigen Ausstattungsstücken, das oktogonale Baptisterium mit einem Taufbecken von Andrea Sansovino, der auf Privatpaläste und Wohntürme aus dem 12. und 13. Jahrhundert zurückgehende Palazzo Pretorio sowie der als Gefängnis dienende Torre del Porcellino. Schließlich gehört der Palazzo Incontri-Viti zu den prachtvollsten Gebäuden Volterras.

 

Unter den Kirchen sind zu nennen: die spätromanische S. Michele sowie die Kirchen von S. Francesco, S. Lino und S. Girolamo mit Bildern und Skulpturen aus der Schule von Florenz.

 

Museen

 

Von besonderer Bedeutung ist das archäologische Museo Etrusco Guarnacci im Palazzo Desideri Tangassi. Mario Guarnacci (1701–1785), ein vielseitig interessierter Gelehrter, widmete seine Studien der antiken Geschichte. Dabei konnte er durch Ankäufe und Ausgrabungen eine ansehnliche Menge Belegmaterial über die etruskische Zivilisation sammeln.

 

Ein bedeutender Teil der Sammlung umfasst Ascheurnen sowie Stücke aus Bronze und Keramik. Die Urnen bestehen aus Tuffstein, Alabaster und Tonerde. Eine der bekanntesten ganz Etruriens ist die Urna degli Sposi (dt. Urne der Brautleute), auf deren Deckel ein Paar beim Festmahl liegend dargestellt ist.

 

Das bedeutendste Stück der Sammlung ist jedoch die Bronzefigur Ombra della sera (dt. Abendschatten). Es ist mit der Zeit zu einer „Ikone“ für das Museum und die Stadt Volterra geworden. Seine Berühmtheit verdankt es hauptsächlich seiner einzigartigen Form, die den italienischen Dichter Gabriele D’Annunzio an den Schatten einer menschlichen Figur in der Abendsonne erinnert haben soll. Es ist ein Meisterwerk etruskischer Bronzegießer aus der hellenistischen Periode. Ein weiteres bedeutendes Exponat ist die Stele des Avile Tite aus dem 6. Jahrhundert v. Chr.

 

Weitere Ausstellungsstücke sind verschiedene Mosaikböden aus der römischen Kaiserzeit, die aus Volterra und Segalari stammen. Hinzu kommt eine Münzsammlung mit seltenen etruskischen Münzen aus Gold, Silber und Bronze. Schließlich sind noch mit Edelsteinen verzierte etruskische und römische Schmuckstücke zu sehen.

 

Wichtig ist die Sammlung der seit 1982 im Minucci-Solaini-Palast untergebrachten „Pinacoteca“ mit der berühmten Kreuzesabnahme (1521), dem Meisterwerk des Malers Rosso Fiorentino, und den bedeutendsten Arbeiten von Taddeo di Bartolo, Domenico Ghirlandaio und Luca Signorelli, welche die künstlerischen Einflüsse aus Pisa, Florenz und Siena anschaulich machen.

 

Im April 2003 wurde im Turmhaus des Palazzo Minucci-Solaini das Ecomuseo dell’Alabastro eröffnet, in dem die Geschichte der Gewinnung und der Verarbeitung von Alabaster seit der Antike bis zur Gegenwart dargestellt ist.

 

Volterra in der Literatur

 

Volterra ist eine wichtige Stadt in Stephenie Meyers „Biss“-Serie. Dort ist Volterra die Heimatstadt der Volturi, einer königlichen Vampirfamilie.

 

Volterra spielt auch in der von Dudley Pope geschriebenen Romanreihe um den britischen Marineoffizier Nicolas Ramage eine Rolle. Im ersten Band rettet er während der Napoleonischen Kriege die Marchesa von Volterra vor den französischen Besatzungstruppen. Er verliebt sich in sie, und ihre Herrschaft über Volterra spielt in den weiteren Bänden eine wichtige Rolle. Auch ihr Neffe, Paolo Orsini, nächster in der Erbreihenfolge der Regentschaft, kommt in den meisten Romanen vor, da er als Fähnrich unter Ramages Kommando segelt.

 

(Wikipedia)

 

Der Dom von Volterra oder die Kathedrale Mariä Himmelfahrt (italienisch Cattedrale di Santa Maria Assunta) ist eine Kirche in der toskanischen Stadt Volterra. Die Kathedrale des Bistums Volterra wurde zu Beginn des 12. Jahrhunderts im Stil der Romanik erbaut. Sie führt das Patrozinium Mariä Aufnahme in den Himmel und trägt den Titel einer Basilica minor.

 

Geschichte

 

Ab dem 9. Jahrhundert ist eine Marienkirche in Volterra belegt, die beim Erdbeben von 1117 zerstört wurde. An ihrer Stelle wurde anschließend der heutige Dom errichtet, der 1120 durch Papst Calixtus II. geweiht und in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erweitert wurde. Die markante Fassade ist durch viereckige, lombardische Pilaster in drei Körper unterteilt. Das Marmorportal ist aus wiederverwendeten Materialien des römischen Theaters von Vallebuona hergestellt. Die Ausstattung stammt aus den folgenden Jahrhunderten, der Innenraum wurde bis ins 19. Jahrhundert umgestaltet. Im November 1957 erhob Papst Pius XII. den Dom in den Rang einer Basilika minor.

 

(Wikipedia)

Italien / Toskana - Volterra

 

Volterra (Italian pronunciation: [volˈtɛrra]; Latin: Volaterrae) is a walled mountaintop town in the Tuscany region of Italy. Its history dates from before the 8th century BC and it has substantial structures from the Etruscan, Roman, and Medieval periods.

 

History

 

Volterra, known to the ancient Etruscans as Velathri or Vlathri and to the Romans as Volaterrae, is a town and comune in the Tuscany region of Italy. The town was a Bronze Age settlement of the Proto-Villanovan culture, and an important Etruscan center (Velàthre, Velathri or Felathri in Etruscan, Volaterrae in Latin language), one of the "twelve cities" of the Etruscan League.

 

The site is believed to have been continuously inhabited as a city since at least the end of the 8th century BC. It became a municipium allied to Rome at the end of the 3rd century BC. The city was a bishop's residence in the 5th century, and its episcopal power was affirmed during the 12th century. With the decline of the episcopate and the discovery of local alum deposits, Volterra became a place of interest of the Republic of Florence, whose forces conquered Volterra. Florentine rule was not always popular, and opposition occasionally broke into rebellion. These rebellions were put down by Florence.

 

When the Republic of Florence fell in 1530, Volterra came under the control of the Medici family and later followed the history of the Grand Duchy of Tuscany.

 

Culture

 

The main events that take place during the year in Volterra are

 

Volterra gusto

Volterra arte

Volterra teatro

 

Main sights

 

Roman Theatre of Volterra, 1st century BC, excavated in the 1950s

 

the Roman amphitheatre was discovered in 2015 and has been excavated over the succeeding years

 

Piazza dei Priori, the main square, a fine example of medieval Tuscan town squares

 

Palazzo dei Priori, the town hall located on Piazza dei Priori, construction begun in 1208 and finished in 1257

 

Pinacoteca e museo civico di Volterra (Art Gallery) in Palazzo Minucci-Solaini. Founded in 1905, the gallery consists mostly of works by Tuscan artists from 14th to 17th centuries. Includes a Deposition by Rosso Fiorentino.

 

Etruscan Acropolis and Roman Cistern. The acropolis on the citadel dates to the 8th century B.C., while the impressive cistern is from the 1st century B.C.

 

Volterra Cathedral. It was enlarged in the 13th century after an earthquake. It houses a ciborium and some angels by Mino da Fiesole, a notable wood Deposition (1228), a masterwork of Romanesque sculpture and the Sacrament Chapel, with paintings by Santi di Tito, Giovanni Balducci and Agostino Veracini. In the center of the vault are fragments of an Eternal Father by Niccolò Circignani. Also noteworthy is the Addolorata Chapel, with a terracotta group attributed to Andrea della Robbia and a fresco of Riding Magi by Benozzo Gozzoli. In the nearby chapel, dedicated to the Most Holy Name of Jesus, is a table with Christ's monogram, allegedly painted by Bernardino of Siena. The rectangular bell tower is from 1493.

 

Volterra Baptistery of San Giovanni, built in the second half of the 13th century.

 

Fortezza Medicea (Medicean Fortress), built in the 1470s, now a prison housing the noted restaurant, Fortezza Medicea restaurant.

 

Guarnacci Etruscan Museum, with thousands of funeral urns dating back to the Hellenistic and Archaic periods. Main attractions are the bronze statuette "Ombra della sera" (lit. '"Shadow of the Night"'), and the sculpted effigy, "Urna degli Sposi" (lit. '"Urn of the Spouses"') of an Etruscan couple in terra cotta.

 

The Etruscan Walls of Volterra, including the well-preserved Walls of Volterra (3rd-2nd centuries BC), and Porta Diana gates.

 

The Medici Villa di Spedaletto, outside the city, in direction of Lajatico

 

There are excavations of Etruscan tombs in the Valle Bona area.

 

Volterra Psychiatric Hospital, Founded in 1888 until 1978, it was reopened for public and will be once more used for psychiatric purposes.

 

In popular culture

 

Volterra features in Horatius, a poem by Lord Macaulay.

 

Linda Proud's A Tabernacle for the Sun (2005), the first volume of The Botticelli Trilogy, begins with the sack of Volterra in 1472. Volterra is the ancestral home of the Maffei family and the events of 1472 lead directly to the Pazzi Conspiracy of 1478. The protagonist of the novel is Tommaso de' Maffei, half brother of one of the conspirators.

 

Volterra is an important location in Stephenie Meyer's Twilight series. In the books, Volterra is home to the Volturi, a clan of rich, regal, powerful ancient vampires, who essentially act as the rulers of the world's vampire population. (However, the relevant scenes from the movie were shot in Montepulciano.)

 

Volterra is the site of Stendhal's famously disastrous encounter in 1819 with his beloved Countess Mathilde Dembowska: she recognised him there, despite his disguise of new clothes and green glasses, and was furious. This is the central incident in his book On Love

 

Volterra is mentioned repeatedly in British author Dudley Pope's Captain Nicholas Ramage historical nautical series. Gianna, the Marchesa of Volterra and the fictional ruler of the area, features in the first twelve books of the eighteen-book series. The books chart the progress and career of Ramage during the Napoleonic wars of the late eighteenth and early nineteenth century, providing readers with well-scripted articulate details of life aboard sailing vessels and conditions at sea of that time.

 

Volterra is the site where the novel Chimaira by the Italian author Valerio Massimo Manfredi takes place.

 

Valerio Massimo Manfredi's The Ancient Curse is also set in Volterra, where a statue called 'The Shade of Twilight' is stolen from the Volterra museum.

 

Volterra is featured in Jhumpa Lahiri's 2008 collection of short stories Unaccustomed Earth. It is where Hema and Kaushik, the protagonists of the final short story "Going Ashore," travel before they part.

 

Volterra is featured in Luchino Visconti's 1965 film Vaghe stelle dell'Orsa, released as Sandra (Of a Thousand Delights) in the United States and as Of These Thousand Pleasures in the UK.

 

Volterra's scenery is used for Central City in the 2017 film Fullmetal Alchemist (film) directed by Fumihiko Sori.

 

The 2016 video game The Town of Light is set in a fictionalized version of the notorious Volterra Psychiatric Hospital.

 

"Volaterrae" is the name given by Dan and Una to their secret place in Far Wood in Rudyard Kipling's Puck of Pook's Hill. They named it from the verse in Lord Macaulay's Lays of Ancient Rome:

 

From lordly Volaterrae,

Where scowls the far-famed hold

Piled by the hands of giants

For Godlike Kings of old.

 

Volterra and its relationship with Medici Florence features in the 2018 second season of Medici: Masters of Florence.

 

(Wikipedia)

 

Volterra, lateinisch Volaterrae, ist eine italienische Stadt mit 9980 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) in der Provinz Pisa in der Region Toskana.

 

Geographie

 

Volterra liegt etwa 50 Kilometer südlich von Pisa und 30 Kilometer vom Mittelmeer entfernt. Die Stadt gilt mit ihrem spektakulären landschaftlichen Umfeld als eine der schönsten in der Toskana.

 

Der Kern der heutigen Stadt liegt abgeschieden auf einem 550 m hohen Bergrücken über dem Tal der Cecina (Val di Cecina) inmitten einer kargen, zerfurchten Hügellandschaft. Die Felsabbrüche und Geröllhalden sind das Produkt jahrhundertelanger Erosion. Das Gebiet Le Balze im Nordwesten Volterras vermittelt einen beispielhaften Eindruck dieses Phänomens.

 

Die Stadt wird beherrscht von einer heute als Staatsgefängnis benutzten Festung der Medici, der Fortezza Medicea. Volterra ist ein Zentrum der Alabasterverarbeitung.

 

Zu den Ortsteilen (Frazioni) zählen Mazzolla, Montemiccioli, Saline di Volterra und Villamagna.

 

Die Nachbargemeinden sind Casole d’Elsa (SI), Colle di Val d’Elsa (SI), Gambassi Terme (FI), Lajatico, Montaione (FI), Montecatini Val di Cecina, Peccioli, Pomarance und San Gimignano (SI).

 

Geschichte

 

Volterra kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. entstand der Ort aus der Verbindung mehrerer kleiner etruskischer Ansiedlungen, deren Bestand bis ins 7. Jahrhundert v. Chr. zurückverfolgt werden kann. Zu dieser Zeit bauten die Etrusker eine sieben Kilometer lange Ringmauer und nannten die nunmehr vereinigte Stadt Velathri.

 

Volterra war eine der ältesten und größten der zwölf Bundesstädte Etruriens. Später war es eine römische Stadt mit den Rechten eines Municipiums. Ihre hohe Lage machte sie zu einer starken Festung, die Sulla im ersten Bürgerkrieg erst nach zweijähriger Belagerung 79 v. Chr. einnehmen konnte.

 

Im 12. und 13. Jahrhundert war Volterra eine Republik; im 14. Jahrhundert fiel es an Florenz.

 

Sehenswürdigkeiten

 

Architektonische und künstlerische Zeugnisse der verschiedenen Epochen zeugen von der wechselvollen Existenz und Bedeutung der Stadt. Einige der etruskischen Nekropolen und mittelalterlichen Kirchenmauern sind jedoch in der Vergangenheit der Erosion zum Opfer gefallen.

 

Am Hauptplatz der Stadt, der Piazza dei Priori, steht der älteste erhaltene Kommunalpalast der Toskana, der Palazzo dei Priori.

 

Von der etruskischen Stadtmauer ist als einziges Tor die Porta all’Arco gut erhalten. Es stammt aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. Im äußeren Bogen sind drei verwitterte Köpfe zu erkennen, deren Bedeutung aber umstritten ist.

 

Außerhalb der mittelalterlichen Porta Fiorentina liegt das Teatro Romano, erbaut zur Zeit des Kaisers Augustus. Von der Zuschauertribüne für etwa 2000 Personen blickt man auf die teilweise rekonstruierte Bühnenwand. Die unterhalb des Theaters liegenden Thermenanlagen stammen aus späterer Zeit.

 

Andere historische öffentliche Gebäude sind der Dom Santa Maria Assunta aus dem frühen 12. Jahrhundert mit einer Kassettendecke und mit Granit vortäuschender Stuckverkleidung der Säulen sowie etlichen künstlerisch hochrangigen Ausstattungsstücken, das oktogonale Baptisterium mit einem Taufbecken von Andrea Sansovino, der auf Privatpaläste und Wohntürme aus dem 12. und 13. Jahrhundert zurückgehende Palazzo Pretorio sowie der als Gefängnis dienende Torre del Porcellino. Schließlich gehört der Palazzo Incontri-Viti zu den prachtvollsten Gebäuden Volterras.

 

Unter den Kirchen sind zu nennen: die spätromanische S. Michele sowie die Kirchen von S. Francesco, S. Lino und S. Girolamo mit Bildern und Skulpturen aus der Schule von Florenz.

 

Museen

 

Von besonderer Bedeutung ist das archäologische Museo Etrusco Guarnacci im Palazzo Desideri Tangassi. Mario Guarnacci (1701–1785), ein vielseitig interessierter Gelehrter, widmete seine Studien der antiken Geschichte. Dabei konnte er durch Ankäufe und Ausgrabungen eine ansehnliche Menge Belegmaterial über die etruskische Zivilisation sammeln.

 

Ein bedeutender Teil der Sammlung umfasst Ascheurnen sowie Stücke aus Bronze und Keramik. Die Urnen bestehen aus Tuffstein, Alabaster und Tonerde. Eine der bekanntesten ganz Etruriens ist die Urna degli Sposi (dt. Urne der Brautleute), auf deren Deckel ein Paar beim Festmahl liegend dargestellt ist.

 

Das bedeutendste Stück der Sammlung ist jedoch die Bronzefigur Ombra della sera (dt. Abendschatten). Es ist mit der Zeit zu einer „Ikone“ für das Museum und die Stadt Volterra geworden. Seine Berühmtheit verdankt es hauptsächlich seiner einzigartigen Form, die den italienischen Dichter Gabriele D’Annunzio an den Schatten einer menschlichen Figur in der Abendsonne erinnert haben soll. Es ist ein Meisterwerk etruskischer Bronzegießer aus der hellenistischen Periode. Ein weiteres bedeutendes Exponat ist die Stele des Avile Tite aus dem 6. Jahrhundert v. Chr.

 

Weitere Ausstellungsstücke sind verschiedene Mosaikböden aus der römischen Kaiserzeit, die aus Volterra und Segalari stammen. Hinzu kommt eine Münzsammlung mit seltenen etruskischen Münzen aus Gold, Silber und Bronze. Schließlich sind noch mit Edelsteinen verzierte etruskische und römische Schmuckstücke zu sehen.

 

Wichtig ist die Sammlung der seit 1982 im Minucci-Solaini-Palast untergebrachten „Pinacoteca“ mit der berühmten Kreuzesabnahme (1521), dem Meisterwerk des Malers Rosso Fiorentino, und den bedeutendsten Arbeiten von Taddeo di Bartolo, Domenico Ghirlandaio und Luca Signorelli, welche die künstlerischen Einflüsse aus Pisa, Florenz und Siena anschaulich machen.

 

Im April 2003 wurde im Turmhaus des Palazzo Minucci-Solaini das Ecomuseo dell’Alabastro eröffnet, in dem die Geschichte der Gewinnung und der Verarbeitung von Alabaster seit der Antike bis zur Gegenwart dargestellt ist.

 

Volterra in der Literatur

 

Volterra ist eine wichtige Stadt in Stephenie Meyers „Biss“-Serie. Dort ist Volterra die Heimatstadt der Volturi, einer königlichen Vampirfamilie.

 

Volterra spielt auch in der von Dudley Pope geschriebenen Romanreihe um den britischen Marineoffizier Nicolas Ramage eine Rolle. Im ersten Band rettet er während der Napoleonischen Kriege die Marchesa von Volterra vor den französischen Besatzungstruppen. Er verliebt sich in sie, und ihre Herrschaft über Volterra spielt in den weiteren Bänden eine wichtige Rolle. Auch ihr Neffe, Paolo Orsini, nächster in der Erbreihenfolge der Regentschaft, kommt in den meisten Romanen vor, da er als Fähnrich unter Ramages Kommando segelt.

 

(Wikipedia)

General view of Matera's Sasso Caveoso district and the cathedral tower at the top of the hill. This is my favourite shot of Matera, despite being the typical postcard view of the town and the rather bad weather. A great place, which I recommend to visit.

 

The cave/tuff town reminded me very much of the South Eastern turkish towns of Mardin, Midyat and Hasankeyf, as well as of Vardzia and Uplistsikhe in Georgia.

Photo Copyright 2012, dynamo.photography.

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Schloss Schwetzingen ist ein Schloss in Schwetzingen, das vor allem den pfälzischen Kurfürsten Karl Philipp und Karl Theodor als Sommerresidenz diente. Bekannt ist in erster Linie der im 18. Jahrhundert angelegte Schlossgarten. Jährlich finden im Schloss die Schwetzinger Festspiele und alle zwei Jahre das Lichterfest statt.

 

Inhaltsverzeichnis

 

1 Geschichte

2 Weltkulturerbe

3 Schloss

3.1 Innenräume

3.2 Zirkelbauten

3.3 Theater

3.4 Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen

4 Garten

4.1 Französischer Garten

4.2 Englischer Garten

4.3 Arboretum

4.4 See

4.5 Bauten

4.5.1 Merkurtempel

4.5.2 Minervatempel

4.5.3 Apollotempel

4.5.4 Tempel der Waldbotanik

4.5.5 Badhaus

4.5.6 Wasserspeiende Vögel

4.5.7 Perspektiv

4.5.8 Orangerie

4.5.9 Moschee

4.5.10 Römische Wasserleitung

4.5.11 Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)

4.6 Landschaftsschutzgebiet

5 Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses

6 Siehe auch

7 Literatur

8 Film

9 Weblinks

10 Einzelnachweise

 

Geschichte

 

Das Schwetzinger Schloss wurde im Jahr 1350 zum ersten Mal als Feste urkundlich erwähnt. Es handelte sich um ein mittelalterliches Wasserschloss. 1427 kam es in den Besitz des Kurfürsten Ludwig III. In der Folgezeit wurde es mehrfach umgebaut, diente als Jagdschloss und wurde gegen Ende des Dreißigjährigen Kriegs zerstört. Kurfürst Karl Ludwig ließ das Schwetzinger Schloss für seine Geliebte Luise von Degenfeld wieder aufbauen. Während eines Besuchs im August 1656 hatte er den Einwohnern von Schwetzingen bereits befohlen, sämtlichen Schutt wegzuräumen, wobei aufgelesene Trümmerteile wie Steine, Hölzer und „altes Eisenwerk“ bei den Untertanen zur eigenen Verwendung verbleiben durften. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde das Schloss erneut zerstört, die Grundmauern blieben allerdings stehen.

 

Karl Philipp

 

Karl Theodor

 

Seine heutige Form erhielt das Schloss auf Befehl des Kurfürsten Johann Wilhelm, der in Düsseldorf regierte. Dieser ließ es unter Leitung des Grafen Matteo Alberti – der Erbauer des Schlosses Bensberg – von dem Heidelberger Baumeister Johann Adam Breunig umbauen und durch zwei Flügelbauten wesentlich vergrößern. Das Bauwerk wurde in mehreren Bauabschnitten ab dem Jahre 1697 errichtet und ausgebaut. Im Jahr 1752 wurde eine Gartenerweiterung auf dem damals rund 70 Hektar großen Areal vorgenommen. Im gleichen Jahr wurde auch das Schlosstheater eröffnet. Obwohl das Schloss seit der Verlegung der Residenz des Kurfürsten Karl Theodor von Mannheim nach München im Jahr 1778 kaum mehr benutzt wurde, wurde in der Folgezeit am Garten weiter gearbeitet.

 

Unter Karl Theodor war Schwetzingen Sommerresidenz: Die Hofhaltung wurde in den warmen Monaten von Schloss Mannheim nach Schloss Schwetzingen verlegt. Die Schlichtheit der Wohnungen des Kurfürstenpaares und eine größere Informalität der Umgangsformen waren Ausdruck eines vorgeblich einfacheren, unbeschwerten „Lebens auf dem Lande“.

 

An der künstlerischen Ausgestaltung von Schloss und Garten waren nahezu alle am Hof in Mannheim beschäftigten Künstler beteiligt. Dazu gehörten Alessandro Galli da Bibiena und Peter Anton von Verschaffelt. Der Lothringer Nicolas de Pigage war Intendant der Gärten und Wasserkünste sowie der bestimmende Architekt in der Karl-Theodor-Zeit. Pigage erweiterte den Garten in allen Stilwandlungen der Zeit. Der Zweibrücker Hofgärtner Johann Ludwig Petri plante das Hauptparterre und den Zirkel des französischen Gartens. Der erste Hofgärtner, van Wynder, wurde aus Kassel nach Schwetzingen berufen.

 

Der zweite Hofgärtner war Johann Wilhelm Sckell, ein Hauptmitarbeiter Pigages. Sein Sohn Friedrich Ludwig Sckell wurde 1804 nach München berufen, wo er den Englischen Garten anlegte. Der erste badische Gartenbaudirektor war Johann Michael Zeyher, der den Flieder in Schwetzingen einführte.

 

Schloss Schwetzingen zählt heute zu den landeseigenen Monumenten und wird von der Einrichtung Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg betreut. Der Garten ist gegen Eintritt öffentlich zugänglich, Schloss und Theater können im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

Weltkulturerbe

 

Im September 1999 meldete Deutschland Schwetzingen in der bei der UNESCO geführten sogenannten Tentativliste als potentielle Welterbestätte an.[1] Ein dortiger Eintrag ist die Voraussetzung dafür, dass zu einem späteren Zeitpunkt ein Antrag auf Verleihung eines entsprechenden Prädikats, in diesem Fall des Weltkulturerbes, gestellt werden kann. Dies geschah dann auch im Jahre 2007. Der Antrag umfasste einen Kernbereich von Schloss und Schlossgarten, den vorgelagerten Schlossplatz, das Ysenburgsche Palais sowie die Sichtachsen der Carl-Theodor- und der Lindenstraße. Hinzu kam eine zusätzliche Pufferzone, die weitere Teile der Stadt einbezog.[2]

 

Im Juni 2009 wurde der Antrag aufgrund eines negativen Votums des ICOMOS wieder zurückgenommen und infolgedessen im Laufe des folgenden Herbstes überarbeitet. Der ursprüngliche Ansatz, das freimaurerische und aufklärerische Wirken Carl-Theodors begleitend zu betonen, wurde zurückgefahren, stattdessen die künstlerische und musische Bedeutung von Schloss und Stadt hervorgehoben. Außerdem wurde der Kernbereich geringfügig erweitert.[2] Im Januar 2010 wurde der Neuantrag eingereicht.[3] Im März 2010 setzte die Kultusministerkonferenz Schwetzingen erneut auf die deutsche Nominierungsliste, diesmal für 2011.[4][5] Der als Entscheidungsgrundlage dienende Bewertungsbericht der ICOMOS vom Mai 2012 empfahl jedoch abermals, die Anlage nicht aufzunehmen. Negativ wurde insbesondere bewertet, dass es von dieser Art von Schlössern und Gärten schon elf, beispielsweise in Dessau, in Brühl oder in Potsdam und Berlin, und damit eigentlich deren genügend auf der Welterbeliste gebe. Eine besondere Stellung Schwetzingens habe nicht erkannt werden können.[6] Das Welterbekomitee stimmte dem ICOSMOS-Votum zwar mehrheitlich nicht zu, behandelte den Schwetzinger Antrag aber auch nicht, sondern empfahl stattdessen, einen neuen, abermals überarbeiteten Entwurf vorzulegen. Ob es dazu kommt, ist fraglich.[7][8][9] Über einen erneuten Versuch wurde nichts bekannt.

Schloss

Plan von Schwetzingen (um 1840)

 

Eine Anfahrt aus Heidelberg liegt auf der geraden Verbindung vom Königstuhl nach Schwetzingen. Die Trasse ist von erhöhter Position aus in der Landschaft noch gut erkennbar, aber nicht durchgehend befahrbar. Vom Königstuhl aus gesehen läuft diese Linie hinter dem Schloss weiter auf die Kalmit zu.

 

Vom Schwetzinger Schlossplatz gelangt man in den Ehrenhof. In den beiden ehemaligen Wachhäuschen am Schlosstor befinden sich heute ein Museumsladen und ein Café. Der Hof wird links und rechts von symmetrischen Wirtschaftsgebäuden flankiert. In der Mitte, an der Westseite, befindet sich das Corps de Logis, der Wohnbau des Schlosses.

Innenräume

 

In einer langwierigen Restaurierung der Jahre 1975–1991 wurden die Innenräume des Schlosses wiederhergestellt und mit authentischen Möbeln des 18. Jahrhunderts eingerichtet. In der Beletage verdeutlichen im Rahmen eines Schlossmuseums die Gesellschaftsräume, die Wohnung des Kurfürsten und die Wohnung der Kurfürstin das Funktionsprofil des Schlosses in der Karl-Theodor-Zeit.

 

Von besonderem kunstgeschichtlichen Rang sind die Räume der in badischer Zeit ab 1803 umgestalteten Wohnung der Reichsgräfin Luise Karoline von Hochberg im zweiten Obergeschoss aufgrund der vorzüglich erhaltenen Handdrucktapeten (1804) der Firma Zuber et Cie in Rixheim (Compagniezimmer mit Alpenpanorama „Vues de Suisse“, Schlafzimmer, Grand Cabinet).

Zirkelbauten

Nördlicher Zirkelbau

Südlicher Zirkelbau

 

Die Zirkelbauten sind zwei eingeschossige, dank hoher Fenstertüren mit unmittelbarem Gartenzugang versehene Werksteinbauten, die sich seitlich an das Schloss zu einem Halbrund anschließen und das kreisrunde Gartenparterre gemeinsam mit dem Halbkreis der Wandelgänge aus Lattenwerk umfangen. Der nördliche Zirkelbau wurde in den Jahren 1748/1749 von Alessandro Galli da Bibiena erbaut, der südliche im Jahr 1753 von Franz Wilhelm Rabaliatti. Die Zirkelbauten wurden für die Hofgesellschaften (Speisetafel, Spiele und Konzerte, Bälle) genutzt. Solche zusätzlichen, repräsentativen Räumlichkeiten waren angesichts der beengten Verhältnisse im alten Wohnbau des Schlosses unverzichtbar. Heute werden die Zirkelbauten als Schlossrestaurant, Café und Theaterfoyer sowie für Konzerte und Ausstellungen genutzt.

Theater

→ Hauptartikel: Schlosstheater Schwetzingen

 

Das kurfürstliche Hoftheater im frühklassizistischen Stil (oft fälschlich „Rokokotheater“ genannt) wurde am 15. Juni 1753 mit Oper Il figlio delle selve („Der Sohn der Wälder“) von Ignaz Holzbauer eröffnet. Hier wirkten Sänger, Instrumentalisten und Komponisten von internationalem Rang, darunter die Vertreter der Mannheimer Schule. Nachdem Karl Theodor seine Residenz nach München verlegt hatte, fanden nur noch gelegentliche Aufführungen in Schwetzingen statt, wenn der Kurfürst dort zu Besuch war. Auch in der badischen Zeit wurde das Theater nur selten benutzt. Es verfiel und konnte nicht mehr bespielt werden. 1936/37 und 2002/03 wurde das Theater völlig renoviert. Die Brüstungen der leicht ansteigenden Logenränge haben im Grundriss die Form einer Lyra. Die Pfeiler sind reich verziert und von Korbbögen überbrückt, die die Wirkung des Raumes vertiefen.

Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen

 

Im südlichen Flügel des Schlosses sind seit ihrer Gründung 1953 die Fachhochschule Schwetzingen – Hochschule für Rechtspflege bzw. deren Vorgängereinrichtungen untergebracht. Aufgrund umfangreicher Umbau- und Renovierungsarbeiten wurde der Studienbetrieb seit September 2009 in ein Ausweichquartier nach Mannheim-Wohlgelegen verlegt.

Garten

Parterre

 

Der Schwetzinger Schlossgarten gliedert sich in einen Französischen Garten und einen Englischen Garten. Bei der kunsthistorischen Interpretation des Gartens wird auch unterschieden zwischen dem „Garten der Allegorien“, also jener Gartenteil, in welchem ohne tiefere Bedeutung allegorische Figuren stehen, und dem „Garten der Vernunft“. Zum „Garten der Vernunft“ zählen Minervatempel, Merkurtempel, Moschee, Apollotempel, Tempel der Botanik, das römische Wasserkastell sowie das Arboretum, also jene Gartenteile, in denen im Sinne aufklärerischen Denkens die Vernunft gefeiert wird. Der Schwetzinger Schlossgarten war, mit Ausnahme des Bereiches um das Badhaus, bereits in kurfürstlicher Zeit für die gesamte Bevölkerung zugänglich, damals noch ohne Eintrittsgeld. Eine Parkordnung regelte das angemessene Verhalten der Besucher.

Französischer Garten

Luftaufnahme des Barockgartens

Fontäne in der Gartenmitte

 

Längs der Hauptachse des Gartens blickt man nach Osten auf den Königstuhl im Odenwald und nach Westen auf die Kalmit im Pfälzerwald.

 

Der Barockgarten ist nach französischer Art in strengen geometrischen Formen angelegt. Die wichtigsten Elemente sind die Hauptachse, die Querachse und das Kreisrund. Der vordere Gartenteil zeigt Parterres und Boskette. Auf der Schlossterrasse befinden sich Urnen, die die vier Weltzeitalter darstellen (goldenes, silbernes, ehernes und eisernes Zeitalter). Zudem befinden sich dort zwei vergoldete Atalanten, die noch aus dem Vorgängergarten stammen. Eine Besonderheit des französischen Gartens ist die kreisförmige Anlage der zentrale Teil rund um den Arionbrunnen, das sogenannte Kreisparterre.

 

Der zentrale Arionbrunnen von Guibal hat eine Begebenheit der antiken Mythologie zum Thema: Arion (Arion von Lesbos) ist ein berühmter Sänger. Nach einem Wettstreit reich beschenkt, wird er auf See von den Schiffsleuten bedrängt. Er bittet, ein letztes Mal singen zu dürfen. Bei seinem Gesang erscheinen Delfine. Der Sänger stürzt sich in die Fluten und ein Delfin bringt ihn an die Küste, so dass er seinen Weg nach Korinth fortsetzen kann. Das Sternbild Delphin wird in manchen Überlieferungen als der von den Göttern ans Firmament entrückte Arion auf dem Delfin gedeutet.

 

Abgeschlossen wird der französische Garten durch die Darstellung einer Hirschjagd von Verschaffelt. In unmittelbarer Nähe sind die vier Elemente in Skulpturen dargestellt.

Englischer Garten

 

Die westlichen und nordwestlichen Teile des Gartens wurden als englischer Landschaftsgarten gestaltet. Im Gegensatz zum französischen Garten sind hier die Wege und Uferlinien leicht geschwungen. Am unregelmäßigen Waldbereich wurde fast nichts verändert.

Arboretum

 

Ein Arboretum ist eine Sammlung oft exotischer Gehölze. Der Gartenbaumeister Zeyher legte diesen Garten im Jahr 1802 mit exotischen Bildern aus aller Welt an. Besonders kunstvoll ist das schmiedeeiserne, teilvergoldete Tor von Rabaliatti. Auf derselben Fläche befand sich vorher eine Fasanerie mit Tiergehegen.

See

See mit Schloss im Hintergrund

See im Winter

Gartenphaeton des Kurfürsten 1775

 

Schon beim Betreten des Schlossgartens sieht der Besucher auf den großen See, der den Garten abschließt. An der Stelle des Sees befand sich ursprünglich ein ummauertes Bassin, das auf Vorschlag Zeyhers im Jahr 1823 auf Befehl des Großherzogs Ludwig von Baden erweitert und in einen See mit natürlicher Uferausformung umgewandelt wurde. Zwei Skulpturen (Kopien) von Verschaffelt ruhen auf der dem Schloss zugewandten Längsseite beidseitig der Blickachse: die Flussgötter Rhein und Donau. Die Originale sind in der Orangerie zu besichtigen.

 

Der See und alle weiteren Gewässer werden seit Pigage von zwei Wasserwerken gefüllt, die den Leimbach als Antrieb für die Mühlräder der Pumpen nutzten. Dieser umschloss bereits die ursprüngliche Burganlage und fließt vom Kraichgau kommend in Richtung Rhein. Für die Fontänen wurde sauberes Grundwasser verwendet. Diese Pumpen befanden sich im nördlichen Schlossflügel (oberes Wasserwerk mit Hochbehälter im heutigen Finanzamt). Ein zweites Pumpwerk mit Hochbehälter, das einen gleichbleibenden Druck sicherstellte, war am Parkende hinter dem Aquädukt verborgen (unteres Wasserwerk).

 

Für Karl-Theodor kaufte Pigage 1775 in London einen Gartenphaeton mit Lakai-Antrieb, wozu alle Hauptwege topfeben angelegt und sogar vorzeitliche Grabhügel abgetragen wurden. Damit konnte der Kurfürst im Park herumfahren, ohne dass Pferdeexkremente die Gartenwege verschmutzten. Der Muskelkraftwagen, heute im Schloss Nymphenburg, regte den Heidelberger Studenten Karl Drais vor 1803 zur späteren Erfindung des Ur-Fahrrads an.[10]

Bauten

 

Im Schwetzinger Schlosspark befinden sich neben zahlreichen Statuen auch einige Bauwerke. Das Gebäudeprogramm zeigt einen philosophischen und architektonischen Bezug auf die klassische Antike und, im Falle des Moschee-Komplexes, auf den Islam und die orientalische Weisheitslehre. Neuere Forschungen wollen im Schwetzinger Garten ein freimaurerisches Programm erkennen, in dem christliche Vorstellungen eingebunden wären. Gartenbauten, Wegbeziehungen, Tore und Brücken sollten den Park nicht nur in Einzelräume unterteilen, sondern größer wirken lassen. Einen eigenen Komplex bietet das früher nur auf Einladung oder Befehl des Kurfürsten zugängliche Badhaus, ein kleines Lusthaus mit eigenem Garten und dem „Perspektiv“.

 

Nach Ansicht von Richard Benz führte das Erlebnis der „künstlichen Ruinen“ im Schwetzinger Schlosspark die Dichter des 18. Jahrhunderts zur Beschäftigung mit den echten Ruinen des Heidelberger Schlosses und damit zur im späten 18. Jahrhundert einsetzenden „Wiederentdeckung“ Heidelbergs.[11]

Merkurtempel

 

Die Lage des Tempels oberhalb des Moscheeweihers

 

Der Tempel von Norden

 

Der Tempel aus der Nähe

 

Relief am Tempel

 

In den „Parties sauvages“, den südwestlichen landschaftlichen Partien des Schwetzinger Gartens wurde bereits 1784 ein „Monument“ gegenüber der Moschee geplant. 1787/88 entstand der Ruinenbau Pigages, der erstmals 1791 dem römischen Gott Merkur zugewiesen wird. Sein kellerartiger Unterbau aus großen Sandsteinblöcken erscheint als Rest eines älteren Vorgängers. Der dreigeschossige, turmartige Merkur-Tempel aus Tuffstein besitzt ein im Grundriss sechseckiges Hauptgeschoss, darüber ein Attikageschoss und eine abschließende Laterne. Auf Merkur verweisen Reliefs aus Stuckmarmor über den Eingängen der drei gleichartigen Fassaden.

 

Die Deutung der Parkruine ist kontrovers: Nach überkommener Lesart steht sie für die Überwindung von Geheimlehren durch die Vernunft. Diese Lesart verweist darauf, dass der Tempel die Form eines römischen Grabmals hat. Durch drei Reliefs, die ausschließlich negative Episoden aus dem Leben des Merkur zeigen, wird dieser mit dem antiken Hermes Trismegistos, einem Symbol für Magie, gleichgesetzt. Der Aberglaube ist also gewissermaßen in seinem eigenen Tempel begraben worden. In diesem Zusammenhang wird auch betont, dass man von der Moschee über einen Weiher auf den Merkurtempel blickt. Wenn man die Moschee als Symbol für die Weisheit versteht, bedeutet dies: Der Weise muss Tod und Aberglaube nicht fürchten. Eine neue freimaurerische Interpretation hingegen sieht verborgene Verweise auf den Salomonischen Tempel und seinen Architekten Hiram Abif.

 

Der Merkurtempel hat die Funktion eines Aussichtspunkts, das Obergeschoss gestattet einen Blick über den See und auf die Moschee.

Minervatempel

Minervatempel

 

Die römische Göttin Minerva ist mehrfach im Schlossgarten dargestellt. Symmetrisch zu dem Minerva-Tempel war als Gegenstück ein Tempel des Cupido geplant, der nicht zur Ausführung kam.

 

Der von Pigage entworfene Tempel war 1769 vollendet. Seine viersäulige Front korinthischer Säulenordnung ist durch ein antik-römisches Vorbild angeregt, den Eingangsbau zur Portikus der Octavia. Einmalig ist die Umkehrung des Verhältnisses von Säulenhalle und Cella: Die Tempelcella wird zu einer gegenüber der Natur geöffneten Raumhülle umgedeutet, innerhalb derer sich die Säulenstellung fortsetzt.

 

Minerva, Göttin der Weisheit, erscheint vor der Rückwand in einem umgearbeiteten Standbild von Gabriel de Grupello. Sie ist, auch nach Ausweis des Giebelfeldes, die Göttin der friedlichen Künste und Wissenschaften, insbesondere der Gartenkunst. Die mit Marmorbänken ausgestattete Cella dient Parkbesuchern als Ruheraum, kann aber auch als imaginärer Versammlungsort derjenigen, die Weisheit erlangt haben, verstanden werden.

 

Unterhalb des Tempels befindet sich ein rechteckiger Raum, mit Nischen und runden Fensteröffnungen. Dieser Raum ist von außen zugänglich und zeigt Merkmale eines geheimen Versammlungsortes. Er wird von Pan regiert, wie eine Maske über der Tür anzeigt. Der Minerva-Tempel, der sich über dieser irrationalen Sphäre erhebt, wird so ein aufklärerisches Monument der gestaltenden Vernunft und der menschlichen Zivilisationsleistung.

Apollotempel

 

Apollotempel von Westen

 

Apollotempel von Westen

 

Lyraspielender Apollo

 

Apollos Rücken

 

Im Jahr 1762 plante man an dieser Stelle ein Belvedere. Nach dem Entwurf von Nicolas de Pigage entstand ein hoher, terrassierter Unterbau, auf dessen oberster Plattform sich ein Monopteros, ein Rundtempel mit zwölf Säulen ionischer Säulenordnung ohne Cella erhebt. Der Tempel ist dem griechischen Gott Apollo gewidmet. Die Statue des Apollo stammt von dem Bildhauer Anton von Verschaffelt. Sie zeigt den Gott beim linkshändigen Lyra-Spiel, was dem Künstler einigen Hohn eingebracht hat. In einem Briefwechsel zwischen Gleim, Wilhelm Heinse und Johannes von Müller heißt es, er stehe zwar »gar heilig« auf einer Anhöhe, »nur hat der linke Gott darin einen erbärmlichen Hintern«.

 

Der Apollo-Tempel krönt eine nach zwei Seiten gerichtete Anlage: Vom Eingang an der Westseite steigt der Besucher durch felsige, dunkle und verwirrende Korridore zur lichtumfluteten Plattform mit dem klassischen Monopteros empor. Aus der Sicht der Zuschauer im östlichen Heckentheater krönt der Tempel den Bühnenprospekt. Apoll erscheint als Gott der Künste und Führer der Musen auf dem Berg Helikon, wo der Hufschlag des Pegasus die Quelle Hippokrene, deren Wasser durch die Najaden über die Kaskade an die Menschen weitergegeben wird.

Tempel der Waldbotanik

Tempel der Waldbotanik

 

Der von Pigage entworfene Tempel der Waldbotanik – „Botanicae Silvestris“ – wurde schon 1777 geplant. Die Weiheinschrift nennt das Datum 1778, aber erst 1780 wurde der Bau fertig. Er bildet den Abschluss des „Arboretum Theodoricum“, der Baumsammlung im sogenannten Wiesentälchen. Der aufgesockelte, zylindrische Baukörper weist außen Rauputz nach Art von Eichenrinde auf. Eine Freitreppe, auf deren Wangen Sphingen wachen, führt zur Eingangstür. Innen vermittelt eine runde Öffnung von circa 20 cm Durchmesser in der Fußbodenmitte zu einem dunklen Gewölbe darunter. Das Bildprogramm handelt vom Wachsen, Reifen und Absterben der Natur. Vier große Relieffelder zeigen Symbole der vier Jahreszeiten in Verbindung mit einem antiken Dreifuß. Die Naturrhythmen werden mit der modernen Naturwissenschaft verknüpft: Bildnismedaillons der älteren Autoritäten Theophrastos von Eresos und Plinius stehen solche der modernen Naturforscher Joseph Pitton de Tournefort und Carl von Linné gegenüber. Linnés revolutionäres Buch über die Pflanzensystematik bildete das inzwischen verschwundene Attribut einer Statue der Göttin Ceres in der Mittelapsis.

Badhaus

Badhaus

 

Das von Pigage errichtete Badhaus ist ein kleines Lusthaus nach Art einer italienischen Villa. Während unter Karl Theodor der übrige Schlossgarten öffentlich zugänglich war, durfte der Badehaus-Bereich, zu dem ein eigener Garten gehört, nur auf Einladung oder mit Genehmigung des Kurfürsten betreten werden. Hier konnte Karl Theodor wie ein Privatmann leben und sich seinen musischen Neigungen hingeben. Vom Apollo-Bezirk her wird das Badhaus durch eine im Grundriss halbkreisförmige Exedra betreten, eine gleich gebildete liegt an der Rückseite. Durch beide Eingangsbereiche gelangt der Besucher in den Ovalsaal mit der Aurora als Deckengemälde und vier Horen als vergoldeten Plastiken, der das Zentrum des Schlösschens bildet. Vom Ovalsaal gehen nach Westen und nach Osten flurartige Vorzimmer mit fein eingelegtem Parkett aus drei Hölzern ab. Über sie gelangt der Besucher in das Schlafzimmer des Kurfürsten (Südwestseite, mit separater Toilette) und in den Baderaum (Nordwestseite) mit einem vertieften Marmorbecken (etwa 1‚2 m tief) mit zwei Sitzbänken in einer elliptischen Nische. Die Wasserleitungen sind als bekrönte Schlangen ausgearbeitet. An der Nordostseite liegt das Chinesische Zimmer mit chinesischen Papiertapeten, an der Südostseite das Schreibzimmer mit Landschaftsgemälden von Ferdinand Kobell.

 

In der beim Badhaus gelegenen Badhausküche befand sich der Kessel zum Erhitzen des Badewassers. Bemerkenswert ist, dass das Badhaus im Verhältnis zum Hauptschloss in der gleichen Position gelegen ist wie sein Vorbild, das Grand Trianon, im Schlosspark von Versailles.

Wasserspeiende Vögel

 

Uhu mit geschlagenem Fasan

 

wasserspeiende Vögel auf der Einfassung

 

Brunnen der wasserspeienden Vögel

 

Eine Attraktion des Badhausgartens ist der Brunnen der wasserspeienden Vögel (alle aus Eisenblech gearbeitet). Im mittleren Bassin sitzt in Angriffshaltung mit gespreizten Flügeln ein Uhu, der in seinen Fängen einen von ihm geschlagenen Fasan hält. Oben auf der Einfassung aus Lattenwerk, das die Anlage umgibt, sitzen zwanzig andere Vögel, die den Uhu (mit Wasser) bespucken. Das Thema des Brunnens geht auf eine Fabel von Äsop zurück, die vom Zorn der guten Vögel über den bösen Uhu handelt. Die Schwetzinger Figuren stammen aus dem lothringischen Schloss La Malgrange des polnischen Exkönigs Stanislaus I. Leszczyński. Vier Volieren mit lebenden, zwitschernden Vögeln erhöhen die Illusion. Zu der Anlage zählen zwei weitere kleine Gebäude, die sogenannten Achathäuschen.

Perspektiv

 

Perspektiv im Laubengang

 

Perspektiv aus der Nähe

 

Perspektiv von außen

 

Blick auf die halbrunde Mauer vom „Perspektiv“ oder „Ende der Welt“ im Schlossgarten Schwetzingen.

 

Das Perspektiv oder Ende der Welt im Schlossgarten Schwetzingen.

 

Das Perspektiv, im Volksmund als „Ende der Welt“ bezeichnet, schließt die Hauptachse des Badhausgartens nach Norden hin ab. Am hinteren Ende der Treillage ist eine Flusslandschaft zu erkennen. Dabei handelt es sich um die Kopie eines Gemäldes von Ferdinand Kobell auf einer Mauer. Durch geschickt genutzten Lichteinfall erscheint das Bild realistisch. Im Zusammenspiel mit dem zuführenden Gang und einem Architekturrahmen vor der Mauer entsteht eine starke Tiefenwirkung.

 

Aufbau des Perspektivs (von Pigage gestaltet): An den Laubengang (Treillage) schließt sich ein Pavillon mit zwei Seitenräumen an. Der Hauptraum des Pavillons (zum Gemälde hin offen und mit Tuffstein verkleidet) ist als Grotte gestaltet. Gegenüber dem Eingang des Laubengangs befindet sich eine Maueröffnung im Pavillon. In der Maueröffnung sind eiserne Schilfblättchen angebracht und Wasser tropft von der Grottendecke in ein Bassin. Hinter dieser Öffnung befindet sich in etwas Abstand eine halbrunde Mauer mit Landschaftsgemälde (in Freskotechnik). Das Landschaftsgemälde wird durch das Sonnenlicht beleuchtet und strahlt so förmlich, wenn man vor dem Laubengang steht.

Orangerie

Orangerie

→ Hauptartikel: Orangerie (Schwetzingen)

 

Ab dem 16. Jahrhundert kamen an den europäischen Fürstenhöfen Sammlungen von Orangen und anderen Zitrusbäumen in Mode. Diese überwinterten in abschlagbaren, nur für die kalte Jahreszeit um die Pflanzen herum errichteten Gebäuden. Im späten 17. und im 18. Jahrhundert wurden die Pflanzen in Pflanzkästen und Kübeln gehalten, die in einem festen Gebäude überwinterten und in den warmen Monaten in einem Orangerieparterre ins Freie gestellt wurden.

 

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts konnte der Bedarf an Räumlichkeiten für höfische Festivitäten in Schwetzingen nicht annähernd gedeckt werden. Eine Orangerie mit großem Festsaal westlich des Schlosses sollte hier Abhilfe schaffen. So hatte es jedenfalls Kurfürst Karl Philipp entschieden, der 1716 die Nachfolge des überwiegend in Düsseldorf residierenden Kurfürsten Johann Wilhelm angetreten hatte.

 

Die unter Karl Theodor errichtete Schwetzinger Orangerie mit ihren Fassadenmalereien wurde von Nicolas de Pigage entworfen. Die Malereien täuschen Naturstein als Material vor, wo nur simple Backsteinmauern sind. Davor liegt das Orangerieparterre, das gegenüber den anderen Gartenbereichen zugunsten eines Binnenklimas abgesenkt und zur warmen Südseite ausgerichtet ist. An den Ecken des Parterres befinden sich Statuen von drei Jahreszeiten, die vierte fehlt. In der Mitte stehen die Orangen- und Zitronenbäume in Kübeln auf einer rechteckigen Insel.

Moschee

→ Hauptartikel: Moschee Schwetzingen

 

Rote Moschee im Türkischen Garten

 

Wandelgang mit Eckpavillon

 

Innenansicht der Moscheekuppel

 

Im hinteren (südlichen) Bereich, dem Türkischen Garten, steht die Rote Moschee von Pigage, errichtet von 1778 bis 1785. Das Bauwerk hat keine liturgische Funktion, es handelt sich vielmehr um ein Gartenfolly mit ausschließlich ästhetischer Bedeutung. Die Schwetzinger Moschee ist der erste und größte Bau dieser Art in einem deutschen Park. Das Gebäude des späten Barock ist mit zahlreichen orientalischen Elementen versehen. Der Moscheehof wurde gelegentlich für Freilichtaufführungen von Opern genutzt. Die Moschee wurde im 20. Jahrhundert zeitweise von Muslimen genutzt.

 

Vor der Moschee befinden sich der ehemalige fürstliche Obstgarten, dahinter eine Baumschule und die Schlossgärtnerei.

Römische Wasserleitung

Römische Wasserleitung

 

Im Sommer 1779 wurde die am nördlichen Rand des Gartens gelegene künstliche Ruine nach Entwürfen von Nicolas de Pigage begonnen. Ein Torbau, auf dem noch ein Turmaufsatz erhalten scheint, erinnert an einen römischen Triumphbogen. In seiner mittleren Arkade rauscht ein Wasserfall. Von diesem Torbau greifen nach drei Seiten die Reste eines Aquäduktes aus, wobei der östliche Arm einen Freiplatz hinterfängt, auf dem sich ein Obelisk erhebt.

 

Pigage konnte auf eigene Antikenstudien während seiner Italienreise 1767/68 zurückgreifen. Die Verbindung von Torbogen und Aquädukt begegnet an der römischen Porta Maggiore und am Aquädukt der Acqua Vergine. Das Turmfreigeschoss könnte durch mittelalterliche Wehraufbauten auf römischen Brücken angeregt sein. Die Vorbilder finden sich in Veduten von Piranesi. Die Bezeichnung als Römisches Wasserkastell erscheint erst 1828.

Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)

Blick über die Chinesische Brücke, im Hintergrund der Merkurtempel

 

Die oft als „chinesisch“ bezeichnete Brücke im hinteren, nordwestlichen Bereich des Gartens verbindet den französischen mit dem englischen Gartenteil. Das Bauwerk geht tatsächlich auf einen Brückenentwurf des in Venetien tätig gewesenen Renaissance-Architekten Andrea Palladio zurück. Die Brücke hat den populären Beinamen „Lügenbrücke“, denn wer auf deren unregelmäßigen Stufen ins Straucheln kommt, soll schon einmal geschwindelt haben.

Landschaftsschutzgebiet

 

Bereits am 8. August 1952 hat das damalige Landratsamt Mannheim den Schloßgarten unter der Bezeichnung Schwetzinger Schloßgarten und Umgebung als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Das Gebiet mit der Nummer 2.26.013 hat aktuell eine Größe von rund 190 Hektar und umfasst den historischen Park aus der Kurfürstenzeit sowie das westliche Vorgelände und die historische Jagdanlage am Stern.

Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses

 

Voltaire kam im Jahr 1753 zum ersten Mal nach Schwetzingen und war 14 Tage lang Gast des mit ihm befreundeten Kurfürsten. Im Sommer 1758 kam Voltaire erneut zu einem kurzen Aufenthalt nach Schwetzingen. Wolfgang Amadeus Mozart wirkte zusammen mit seinem Vater und seiner Schwester an einem Hofkonzert am 18. Juli 1763 mit. Der Komponist Christoph Willibald Ritter von Gluck war im Jahr 1774 Gast des Kurfürsten. Friedrich Schiller fand in Schwetzingen Anregungen zu den gegensätzlichen „Aranjuez-Stimmungen“ des ersten Aktes von Don Karlos. Der Schauspieler August Wilhelm Iffland schilderte in einem Brief vom 26. November 1779 eine Jagd bei Schwetzingen, die 50.000 Gulden gekostet hatte und bei der für 9.000 Menschen Zuschauergerüste aufgebaut waren. Kaiser Joseph II. hielt sich im Jahr 1781 unter dem Namen Graf von Falkenstein in Schwetzingen auf.

Siehe auch

 

Schloss Benrath – 1755 bis 1773 von Pigage im Auftrag von Kurfürst Karl Theodor erbaut am Übergang vom Rokoko zum Klassizismus. Der Garten ist eine geometrisch achsensymmetrische Barockanlage nach französischem Vorbild, der Privatgarten des Kurfürsten wurde im 19. Jahrhundert landschaftlich umgestaltet. Im Nebengebäude des Schlosses befindet sich das Museum für Europäische Gartenkunst.

Maulbeerbaumallee nach Heidelberg – im Zusammenhang mit der Seidenraupenzucht.

 

Literatur

 

Carl Ludwig Fuchs, Claus Reisinger: Schloss und Garten zu Schwetzingen. 2. Auflage. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2008, ISBN 978-3-88462-266-7

Volker Hannwacker: Friedrich Ludwig von Sckell. Der Begründer des Landschaftsgartens in Deutschland. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1992, ISBN 3-421-03012-X, S. 11–21.

Nanette Schärf, Hartmann Manfred Schärf: Das Badhaus im Schwetzinger Schlossgarten. Die Restaurierung des Gebäudes, seiner Innenräume und Ausstattungen. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 37. Jg. 2008, Heft 1, S. 29–35 (PDF)

Ralf Richard Wagner: In seinem Paradiese Schwetzingen … Das Badhaus des Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz. Hrsg. von Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2009, 302 S., ISBN 978-3-89735-587-3.

Wegweiser durch den Schwetzinger Garten. Mit zwölf Ansichten von Conrad Caspar Rordorf. Engelmann, Heidelberg 1830 (Digitalisat)

Karl Wörn: Schwetzingen Lebendige Stadt. 3. Auflage. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 1980.

Oswald Zenker: Schwetzinger Schlossgarten. Ein Führer durch das Französische Gartenparterre und den Englischen Landschaftsgarten, mit Informationen über Schloss und Rokokotheater sowie Sehenswürdigkeiten der Umgebung. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 2002, ISBN 3-87742-170-9.

 

Film

 

Im Hain des Apoll. Der Schlosspark Schwetzingen. Dokumentarfilm, Deutschland, 2007, 28:20 Min., Buch und Regie: Christopher Paul, Produktion: SWR, Reihe: Schätze des Landes, Inhaltsangabe von ARD.

 

Weblinks

Commons: Schloss Schwetzingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

 

Offizielle Seite von Schloss Schwetzingen

Infos zum Schloss auf der Seite der Stadt Schwetzingen

Schloss Schwetzingen von ZUM

Kein Land „wo die Zitronen blühen“. In: Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Artikel zur Geschichte von Orangerien, darunter der in Schwetzingen

Schloss Schwetzingen auf badischewanderungen.de

Schloss Schwetzingen als 3D-Modell im 3D Warehouse von SketchUp

 

Einzelnachweise

Schwetzingen: A Prince Elector’s Summer Residence – garden design and Freemasonic allusions. Eintrag in der Tentativliste der UNESCO auf deren Website, abgerufen am 8. April 2014 (französisch)

Vorlage zur Gemeinderatssitzung vom 22. September 2009, abgerufen am 8. April 2014

Neue Akzente sollen in Paris überzeugen. Schwetzinger Zeitung, 2. Februar 2010, abgerufen am 8. April 2014

Die Sommerresidenz und ihre Musik sollen es richten. Mannheimer Morgen, 6. März 2010, abgerufen am 8. April 2014

Kurfürstliche Sommerresidenz Schwetzingen für die Aufnahme in die UNESCO-Weltkulturerbeliste nominiert. Pressemitteilung des Landesdenkmalsamts Baden-Württemberg vom 8. März 2010, abgerufen am 8. April 2014

ICOMOS Evaluations of Nominations of Cultural and Mixed Properties. Empfehlungsbericht zur 36. Sitzung des Welterbekomitees im Juni/Juli 2012, S. 224–233, PDF-Datei, 28,4 MB, abgerufen am 8. April 2014 (englisch)

Schwetzingen zunächst nicht Welterbe. Pressemitteilung der Stadt Schwetzingen vom 29. Juni 2012, abgerufen am 8. April 2014

Johanna Eberhardt: Schwetzingen nimmt keinen neuen Anlauf. Stuttgarter Zeitung, 3. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014

Kein dritter Anlauf für Unseco-Welterbe-Titel in Schwetzingen. xity, 2. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014

Hans-Erhard Lessing: Zwei Räder statt vier Hufe – Karl Drais G.Braun-Verlag, Karlsruhe 2010

Richard Benz: Heidelberg. Schicksal und Geist, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen, 2. Auflage 1975, ISBN 3-7995-4008-3, S. 296

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Schloss Schwetzingen ist ein Schloss in Schwetzingen, das vor allem den pfälzischen Kurfürsten Karl Philipp und Karl Theodor als Sommerresidenz diente. Bekannt ist in erster Linie der im 18. Jahrhundert angelegte Schlossgarten. Jährlich finden im Schloss die Schwetzinger Festspiele und alle zwei Jahre das Lichterfest statt.

 

Inhaltsverzeichnis

 

1 Geschichte

2 Weltkulturerbe

3 Schloss

3.1 Innenräume

3.2 Zirkelbauten

3.3 Theater

3.4 Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen

4 Garten

4.1 Französischer Garten

4.2 Englischer Garten

4.3 Arboretum

4.4 See

4.5 Bauten

4.5.1 Merkurtempel

4.5.2 Minervatempel

4.5.3 Apollotempel

4.5.4 Tempel der Waldbotanik

4.5.5 Badhaus

4.5.6 Wasserspeiende Vögel

4.5.7 Perspektiv

4.5.8 Orangerie

4.5.9 Moschee

4.5.10 Römische Wasserleitung

4.5.11 Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)

4.6 Landschaftsschutzgebiet

5 Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses

6 Siehe auch

7 Literatur

8 Film

9 Weblinks

10 Einzelnachweise

 

Geschichte

 

Das Schwetzinger Schloss wurde im Jahr 1350 zum ersten Mal als Feste urkundlich erwähnt. Es handelte sich um ein mittelalterliches Wasserschloss. 1427 kam es in den Besitz des Kurfürsten Ludwig III. In der Folgezeit wurde es mehrfach umgebaut, diente als Jagdschloss und wurde gegen Ende des Dreißigjährigen Kriegs zerstört. Kurfürst Karl Ludwig ließ das Schwetzinger Schloss für seine Geliebte Luise von Degenfeld wieder aufbauen. Während eines Besuchs im August 1656 hatte er den Einwohnern von Schwetzingen bereits befohlen, sämtlichen Schutt wegzuräumen, wobei aufgelesene Trümmerteile wie Steine, Hölzer und „altes Eisenwerk“ bei den Untertanen zur eigenen Verwendung verbleiben durften. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde das Schloss erneut zerstört, die Grundmauern blieben allerdings stehen.

 

Karl Philipp

 

Karl Theodor

 

Seine heutige Form erhielt das Schloss auf Befehl des Kurfürsten Johann Wilhelm, der in Düsseldorf regierte. Dieser ließ es unter Leitung des Grafen Matteo Alberti – der Erbauer des Schlosses Bensberg – von dem Heidelberger Baumeister Johann Adam Breunig umbauen und durch zwei Flügelbauten wesentlich vergrößern. Das Bauwerk wurde in mehreren Bauabschnitten ab dem Jahre 1697 errichtet und ausgebaut. Im Jahr 1752 wurde eine Gartenerweiterung auf dem damals rund 70 Hektar großen Areal vorgenommen. Im gleichen Jahr wurde auch das Schlosstheater eröffnet. Obwohl das Schloss seit der Verlegung der Residenz des Kurfürsten Karl Theodor von Mannheim nach München im Jahr 1778 kaum mehr benutzt wurde, wurde in der Folgezeit am Garten weiter gearbeitet.

 

Unter Karl Theodor war Schwetzingen Sommerresidenz: Die Hofhaltung wurde in den warmen Monaten von Schloss Mannheim nach Schloss Schwetzingen verlegt. Die Schlichtheit der Wohnungen des Kurfürstenpaares und eine größere Informalität der Umgangsformen waren Ausdruck eines vorgeblich einfacheren, unbeschwerten „Lebens auf dem Lande“.

 

An der künstlerischen Ausgestaltung von Schloss und Garten waren nahezu alle am Hof in Mannheim beschäftigten Künstler beteiligt. Dazu gehörten Alessandro Galli da Bibiena und Peter Anton von Verschaffelt. Der Lothringer Nicolas de Pigage war Intendant der Gärten und Wasserkünste sowie der bestimmende Architekt in der Karl-Theodor-Zeit. Pigage erweiterte den Garten in allen Stilwandlungen der Zeit. Der Zweibrücker Hofgärtner Johann Ludwig Petri plante das Hauptparterre und den Zirkel des französischen Gartens. Der erste Hofgärtner, van Wynder, wurde aus Kassel nach Schwetzingen berufen.

 

Der zweite Hofgärtner war Johann Wilhelm Sckell, ein Hauptmitarbeiter Pigages. Sein Sohn Friedrich Ludwig Sckell wurde 1804 nach München berufen, wo er den Englischen Garten anlegte. Der erste badische Gartenbaudirektor war Johann Michael Zeyher, der den Flieder in Schwetzingen einführte.

 

Schloss Schwetzingen zählt heute zu den landeseigenen Monumenten und wird von der Einrichtung Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg betreut. Der Garten ist gegen Eintritt öffentlich zugänglich, Schloss und Theater können im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

Weltkulturerbe

 

Im September 1999 meldete Deutschland Schwetzingen in der bei der UNESCO geführten sogenannten Tentativliste als potentielle Welterbestätte an.[1] Ein dortiger Eintrag ist die Voraussetzung dafür, dass zu einem späteren Zeitpunkt ein Antrag auf Verleihung eines entsprechenden Prädikats, in diesem Fall des Weltkulturerbes, gestellt werden kann. Dies geschah dann auch im Jahre 2007. Der Antrag umfasste einen Kernbereich von Schloss und Schlossgarten, den vorgelagerten Schlossplatz, das Ysenburgsche Palais sowie die Sichtachsen der Carl-Theodor- und der Lindenstraße. Hinzu kam eine zusätzliche Pufferzone, die weitere Teile der Stadt einbezog.[2]

 

Im Juni 2009 wurde der Antrag aufgrund eines negativen Votums des ICOMOS wieder zurückgenommen und infolgedessen im Laufe des folgenden Herbstes überarbeitet. Der ursprüngliche Ansatz, das freimaurerische und aufklärerische Wirken Carl-Theodors begleitend zu betonen, wurde zurückgefahren, stattdessen die künstlerische und musische Bedeutung von Schloss und Stadt hervorgehoben. Außerdem wurde der Kernbereich geringfügig erweitert.[2] Im Januar 2010 wurde der Neuantrag eingereicht.[3] Im März 2010 setzte die Kultusministerkonferenz Schwetzingen erneut auf die deutsche Nominierungsliste, diesmal für 2011.[4][5] Der als Entscheidungsgrundlage dienende Bewertungsbericht der ICOMOS vom Mai 2012 empfahl jedoch abermals, die Anlage nicht aufzunehmen. Negativ wurde insbesondere bewertet, dass es von dieser Art von Schlössern und Gärten schon elf, beispielsweise in Dessau, in Brühl oder in Potsdam und Berlin, und damit eigentlich deren genügend auf der Welterbeliste gebe. Eine besondere Stellung Schwetzingens habe nicht erkannt werden können.[6] Das Welterbekomitee stimmte dem ICOSMOS-Votum zwar mehrheitlich nicht zu, behandelte den Schwetzinger Antrag aber auch nicht, sondern empfahl stattdessen, einen neuen, abermals überarbeiteten Entwurf vorzulegen. Ob es dazu kommt, ist fraglich.[7][8][9] Über einen erneuten Versuch wurde nichts bekannt.

Schloss

Plan von Schwetzingen (um 1840)

 

Eine Anfahrt aus Heidelberg liegt auf der geraden Verbindung vom Königstuhl nach Schwetzingen. Die Trasse ist von erhöhter Position aus in der Landschaft noch gut erkennbar, aber nicht durchgehend befahrbar. Vom Königstuhl aus gesehen läuft diese Linie hinter dem Schloss weiter auf die Kalmit zu.

 

Vom Schwetzinger Schlossplatz gelangt man in den Ehrenhof. In den beiden ehemaligen Wachhäuschen am Schlosstor befinden sich heute ein Museumsladen und ein Café. Der Hof wird links und rechts von symmetrischen Wirtschaftsgebäuden flankiert. In der Mitte, an der Westseite, befindet sich das Corps de Logis, der Wohnbau des Schlosses.

Innenräume

 

In einer langwierigen Restaurierung der Jahre 1975–1991 wurden die Innenräume des Schlosses wiederhergestellt und mit authentischen Möbeln des 18. Jahrhunderts eingerichtet. In der Beletage verdeutlichen im Rahmen eines Schlossmuseums die Gesellschaftsräume, die Wohnung des Kurfürsten und die Wohnung der Kurfürstin das Funktionsprofil des Schlosses in der Karl-Theodor-Zeit.

 

Von besonderem kunstgeschichtlichen Rang sind die Räume der in badischer Zeit ab 1803 umgestalteten Wohnung der Reichsgräfin Luise Karoline von Hochberg im zweiten Obergeschoss aufgrund der vorzüglich erhaltenen Handdrucktapeten (1804) der Firma Zuber et Cie in Rixheim (Compagniezimmer mit Alpenpanorama „Vues de Suisse“, Schlafzimmer, Grand Cabinet).

Zirkelbauten

Nördlicher Zirkelbau

Südlicher Zirkelbau

 

Die Zirkelbauten sind zwei eingeschossige, dank hoher Fenstertüren mit unmittelbarem Gartenzugang versehene Werksteinbauten, die sich seitlich an das Schloss zu einem Halbrund anschließen und das kreisrunde Gartenparterre gemeinsam mit dem Halbkreis der Wandelgänge aus Lattenwerk umfangen. Der nördliche Zirkelbau wurde in den Jahren 1748/1749 von Alessandro Galli da Bibiena erbaut, der südliche im Jahr 1753 von Franz Wilhelm Rabaliatti. Die Zirkelbauten wurden für die Hofgesellschaften (Speisetafel, Spiele und Konzerte, Bälle) genutzt. Solche zusätzlichen, repräsentativen Räumlichkeiten waren angesichts der beengten Verhältnisse im alten Wohnbau des Schlosses unverzichtbar. Heute werden die Zirkelbauten als Schlossrestaurant, Café und Theaterfoyer sowie für Konzerte und Ausstellungen genutzt.

Theater

→ Hauptartikel: Schlosstheater Schwetzingen

 

Das kurfürstliche Hoftheater im frühklassizistischen Stil (oft fälschlich „Rokokotheater“ genannt) wurde am 15. Juni 1753 mit Oper Il figlio delle selve („Der Sohn der Wälder“) von Ignaz Holzbauer eröffnet. Hier wirkten Sänger, Instrumentalisten und Komponisten von internationalem Rang, darunter die Vertreter der Mannheimer Schule. Nachdem Karl Theodor seine Residenz nach München verlegt hatte, fanden nur noch gelegentliche Aufführungen in Schwetzingen statt, wenn der Kurfürst dort zu Besuch war. Auch in der badischen Zeit wurde das Theater nur selten benutzt. Es verfiel und konnte nicht mehr bespielt werden. 1936/37 und 2002/03 wurde das Theater völlig renoviert. Die Brüstungen der leicht ansteigenden Logenränge haben im Grundriss die Form einer Lyra. Die Pfeiler sind reich verziert und von Korbbögen überbrückt, die die Wirkung des Raumes vertiefen.

Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen

 

Im südlichen Flügel des Schlosses sind seit ihrer Gründung 1953 die Fachhochschule Schwetzingen – Hochschule für Rechtspflege bzw. deren Vorgängereinrichtungen untergebracht. Aufgrund umfangreicher Umbau- und Renovierungsarbeiten wurde der Studienbetrieb seit September 2009 in ein Ausweichquartier nach Mannheim-Wohlgelegen verlegt.

Garten

Parterre

 

Der Schwetzinger Schlossgarten gliedert sich in einen Französischen Garten und einen Englischen Garten. Bei der kunsthistorischen Interpretation des Gartens wird auch unterschieden zwischen dem „Garten der Allegorien“, also jener Gartenteil, in welchem ohne tiefere Bedeutung allegorische Figuren stehen, und dem „Garten der Vernunft“. Zum „Garten der Vernunft“ zählen Minervatempel, Merkurtempel, Moschee, Apollotempel, Tempel der Botanik, das römische Wasserkastell sowie das Arboretum, also jene Gartenteile, in denen im Sinne aufklärerischen Denkens die Vernunft gefeiert wird. Der Schwetzinger Schlossgarten war, mit Ausnahme des Bereiches um das Badhaus, bereits in kurfürstlicher Zeit für die gesamte Bevölkerung zugänglich, damals noch ohne Eintrittsgeld. Eine Parkordnung regelte das angemessene Verhalten der Besucher.

Französischer Garten

Luftaufnahme des Barockgartens

Fontäne in der Gartenmitte

 

Längs der Hauptachse des Gartens blickt man nach Osten auf den Königstuhl im Odenwald und nach Westen auf die Kalmit im Pfälzerwald.

 

Der Barockgarten ist nach französischer Art in strengen geometrischen Formen angelegt. Die wichtigsten Elemente sind die Hauptachse, die Querachse und das Kreisrund. Der vordere Gartenteil zeigt Parterres und Boskette. Auf der Schlossterrasse befinden sich Urnen, die die vier Weltzeitalter darstellen (goldenes, silbernes, ehernes und eisernes Zeitalter). Zudem befinden sich dort zwei vergoldete Atalanten, die noch aus dem Vorgängergarten stammen. Eine Besonderheit des französischen Gartens ist die kreisförmige Anlage der zentrale Teil rund um den Arionbrunnen, das sogenannte Kreisparterre.

 

Der zentrale Arionbrunnen von Guibal hat eine Begebenheit der antiken Mythologie zum Thema: Arion (Arion von Lesbos) ist ein berühmter Sänger. Nach einem Wettstreit reich beschenkt, wird er auf See von den Schiffsleuten bedrängt. Er bittet, ein letztes Mal singen zu dürfen. Bei seinem Gesang erscheinen Delfine. Der Sänger stürzt sich in die Fluten und ein Delfin bringt ihn an die Küste, so dass er seinen Weg nach Korinth fortsetzen kann. Das Sternbild Delphin wird in manchen Überlieferungen als der von den Göttern ans Firmament entrückte Arion auf dem Delfin gedeutet.

 

Abgeschlossen wird der französische Garten durch die Darstellung einer Hirschjagd von Verschaffelt. In unmittelbarer Nähe sind die vier Elemente in Skulpturen dargestellt.

Englischer Garten

 

Die westlichen und nordwestlichen Teile des Gartens wurden als englischer Landschaftsgarten gestaltet. Im Gegensatz zum französischen Garten sind hier die Wege und Uferlinien leicht geschwungen. Am unregelmäßigen Waldbereich wurde fast nichts verändert.

Arboretum

 

Ein Arboretum ist eine Sammlung oft exotischer Gehölze. Der Gartenbaumeister Zeyher legte diesen Garten im Jahr 1802 mit exotischen Bildern aus aller Welt an. Besonders kunstvoll ist das schmiedeeiserne, teilvergoldete Tor von Rabaliatti. Auf derselben Fläche befand sich vorher eine Fasanerie mit Tiergehegen.

See

See mit Schloss im Hintergrund

See im Winter

Gartenphaeton des Kurfürsten 1775

 

Schon beim Betreten des Schlossgartens sieht der Besucher auf den großen See, der den Garten abschließt. An der Stelle des Sees befand sich ursprünglich ein ummauertes Bassin, das auf Vorschlag Zeyhers im Jahr 1823 auf Befehl des Großherzogs Ludwig von Baden erweitert und in einen See mit natürlicher Uferausformung umgewandelt wurde. Zwei Skulpturen (Kopien) von Verschaffelt ruhen auf der dem Schloss zugewandten Längsseite beidseitig der Blickachse: die Flussgötter Rhein und Donau. Die Originale sind in der Orangerie zu besichtigen.

 

Der See und alle weiteren Gewässer werden seit Pigage von zwei Wasserwerken gefüllt, die den Leimbach als Antrieb für die Mühlräder der Pumpen nutzten. Dieser umschloss bereits die ursprüngliche Burganlage und fließt vom Kraichgau kommend in Richtung Rhein. Für die Fontänen wurde sauberes Grundwasser verwendet. Diese Pumpen befanden sich im nördlichen Schlossflügel (oberes Wasserwerk mit Hochbehälter im heutigen Finanzamt). Ein zweites Pumpwerk mit Hochbehälter, das einen gleichbleibenden Druck sicherstellte, war am Parkende hinter dem Aquädukt verborgen (unteres Wasserwerk).

 

Für Karl-Theodor kaufte Pigage 1775 in London einen Gartenphaeton mit Lakai-Antrieb, wozu alle Hauptwege topfeben angelegt und sogar vorzeitliche Grabhügel abgetragen wurden. Damit konnte der Kurfürst im Park herumfahren, ohne dass Pferdeexkremente die Gartenwege verschmutzten. Der Muskelkraftwagen, heute im Schloss Nymphenburg, regte den Heidelberger Studenten Karl Drais vor 1803 zur späteren Erfindung des Ur-Fahrrads an.[10]

Bauten

 

Im Schwetzinger Schlosspark befinden sich neben zahlreichen Statuen auch einige Bauwerke. Das Gebäudeprogramm zeigt einen philosophischen und architektonischen Bezug auf die klassische Antike und, im Falle des Moschee-Komplexes, auf den Islam und die orientalische Weisheitslehre. Neuere Forschungen wollen im Schwetzinger Garten ein freimaurerisches Programm erkennen, in dem christliche Vorstellungen eingebunden wären. Gartenbauten, Wegbeziehungen, Tore und Brücken sollten den Park nicht nur in Einzelräume unterteilen, sondern größer wirken lassen. Einen eigenen Komplex bietet das früher nur auf Einladung oder Befehl des Kurfürsten zugängliche Badhaus, ein kleines Lusthaus mit eigenem Garten und dem „Perspektiv“.

 

Nach Ansicht von Richard Benz führte das Erlebnis der „künstlichen Ruinen“ im Schwetzinger Schlosspark die Dichter des 18. Jahrhunderts zur Beschäftigung mit den echten Ruinen des Heidelberger Schlosses und damit zur im späten 18. Jahrhundert einsetzenden „Wiederentdeckung“ Heidelbergs.[11]

Merkurtempel

 

Die Lage des Tempels oberhalb des Moscheeweihers

 

Der Tempel von Norden

 

Der Tempel aus der Nähe

 

Relief am Tempel

 

In den „Parties sauvages“, den südwestlichen landschaftlichen Partien des Schwetzinger Gartens wurde bereits 1784 ein „Monument“ gegenüber der Moschee geplant. 1787/88 entstand der Ruinenbau Pigages, der erstmals 1791 dem römischen Gott Merkur zugewiesen wird. Sein kellerartiger Unterbau aus großen Sandsteinblöcken erscheint als Rest eines älteren Vorgängers. Der dreigeschossige, turmartige Merkur-Tempel aus Tuffstein besitzt ein im Grundriss sechseckiges Hauptgeschoss, darüber ein Attikageschoss und eine abschließende Laterne. Auf Merkur verweisen Reliefs aus Stuckmarmor über den Eingängen der drei gleichartigen Fassaden.

 

Die Deutung der Parkruine ist kontrovers: Nach überkommener Lesart steht sie für die Überwindung von Geheimlehren durch die Vernunft. Diese Lesart verweist darauf, dass der Tempel die Form eines römischen Grabmals hat. Durch drei Reliefs, die ausschließlich negative Episoden aus dem Leben des Merkur zeigen, wird dieser mit dem antiken Hermes Trismegistos, einem Symbol für Magie, gleichgesetzt. Der Aberglaube ist also gewissermaßen in seinem eigenen Tempel begraben worden. In diesem Zusammenhang wird auch betont, dass man von der Moschee über einen Weiher auf den Merkurtempel blickt. Wenn man die Moschee als Symbol für die Weisheit versteht, bedeutet dies: Der Weise muss Tod und Aberglaube nicht fürchten. Eine neue freimaurerische Interpretation hingegen sieht verborgene Verweise auf den Salomonischen Tempel und seinen Architekten Hiram Abif.

 

Der Merkurtempel hat die Funktion eines Aussichtspunkts, das Obergeschoss gestattet einen Blick über den See und auf die Moschee.

Minervatempel

Minervatempel

 

Die römische Göttin Minerva ist mehrfach im Schlossgarten dargestellt. Symmetrisch zu dem Minerva-Tempel war als Gegenstück ein Tempel des Cupido geplant, der nicht zur Ausführung kam.

 

Der von Pigage entworfene Tempel war 1769 vollendet. Seine viersäulige Front korinthischer Säulenordnung ist durch ein antik-römisches Vorbild angeregt, den Eingangsbau zur Portikus der Octavia. Einmalig ist die Umkehrung des Verhältnisses von Säulenhalle und Cella: Die Tempelcella wird zu einer gegenüber der Natur geöffneten Raumhülle umgedeutet, innerhalb derer sich die Säulenstellung fortsetzt.

 

Minerva, Göttin der Weisheit, erscheint vor der Rückwand in einem umgearbeiteten Standbild von Gabriel de Grupello. Sie ist, auch nach Ausweis des Giebelfeldes, die Göttin der friedlichen Künste und Wissenschaften, insbesondere der Gartenkunst. Die mit Marmorbänken ausgestattete Cella dient Parkbesuchern als Ruheraum, kann aber auch als imaginärer Versammlungsort derjenigen, die Weisheit erlangt haben, verstanden werden.

 

Unterhalb des Tempels befindet sich ein rechteckiger Raum, mit Nischen und runden Fensteröffnungen. Dieser Raum ist von außen zugänglich und zeigt Merkmale eines geheimen Versammlungsortes. Er wird von Pan regiert, wie eine Maske über der Tür anzeigt. Der Minerva-Tempel, der sich über dieser irrationalen Sphäre erhebt, wird so ein aufklärerisches Monument der gestaltenden Vernunft und der menschlichen Zivilisationsleistung.

Apollotempel

 

Apollotempel von Westen

 

Apollotempel von Westen

 

Lyraspielender Apollo

 

Apollos Rücken

 

Im Jahr 1762 plante man an dieser Stelle ein Belvedere. Nach dem Entwurf von Nicolas de Pigage entstand ein hoher, terrassierter Unterbau, auf dessen oberster Plattform sich ein Monopteros, ein Rundtempel mit zwölf Säulen ionischer Säulenordnung ohne Cella erhebt. Der Tempel ist dem griechischen Gott Apollo gewidmet. Die Statue des Apollo stammt von dem Bildhauer Anton von Verschaffelt. Sie zeigt den Gott beim linkshändigen Lyra-Spiel, was dem Künstler einigen Hohn eingebracht hat. In einem Briefwechsel zwischen Gleim, Wilhelm Heinse und Johannes von Müller heißt es, er stehe zwar »gar heilig« auf einer Anhöhe, »nur hat der linke Gott darin einen erbärmlichen Hintern«.

 

Der Apollo-Tempel krönt eine nach zwei Seiten gerichtete Anlage: Vom Eingang an der Westseite steigt der Besucher durch felsige, dunkle und verwirrende Korridore zur lichtumfluteten Plattform mit dem klassischen Monopteros empor. Aus der Sicht der Zuschauer im östlichen Heckentheater krönt der Tempel den Bühnenprospekt. Apoll erscheint als Gott der Künste und Führer der Musen auf dem Berg Helikon, wo der Hufschlag des Pegasus die Quelle Hippokrene, deren Wasser durch die Najaden über die Kaskade an die Menschen weitergegeben wird.

Tempel der Waldbotanik

Tempel der Waldbotanik

 

Der von Pigage entworfene Tempel der Waldbotanik – „Botanicae Silvestris“ – wurde schon 1777 geplant. Die Weiheinschrift nennt das Datum 1778, aber erst 1780 wurde der Bau fertig. Er bildet den Abschluss des „Arboretum Theodoricum“, der Baumsammlung im sogenannten Wiesentälchen. Der aufgesockelte, zylindrische Baukörper weist außen Rauputz nach Art von Eichenrinde auf. Eine Freitreppe, auf deren Wangen Sphingen wachen, führt zur Eingangstür. Innen vermittelt eine runde Öffnung von circa 20 cm Durchmesser in der Fußbodenmitte zu einem dunklen Gewölbe darunter. Das Bildprogramm handelt vom Wachsen, Reifen und Absterben der Natur. Vier große Relieffelder zeigen Symbole der vier Jahreszeiten in Verbindung mit einem antiken Dreifuß. Die Naturrhythmen werden mit der modernen Naturwissenschaft verknüpft: Bildnismedaillons der älteren Autoritäten Theophrastos von Eresos und Plinius stehen solche der modernen Naturforscher Joseph Pitton de Tournefort und Carl von Linné gegenüber. Linnés revolutionäres Buch über die Pflanzensystematik bildete das inzwischen verschwundene Attribut einer Statue der Göttin Ceres in der Mittelapsis.

Badhaus

Badhaus

 

Das von Pigage errichtete Badhaus ist ein kleines Lusthaus nach Art einer italienischen Villa. Während unter Karl Theodor der übrige Schlossgarten öffentlich zugänglich war, durfte der Badehaus-Bereich, zu dem ein eigener Garten gehört, nur auf Einladung oder mit Genehmigung des Kurfürsten betreten werden. Hier konnte Karl Theodor wie ein Privatmann leben und sich seinen musischen Neigungen hingeben. Vom Apollo-Bezirk her wird das Badhaus durch eine im Grundriss halbkreisförmige Exedra betreten, eine gleich gebildete liegt an der Rückseite. Durch beide Eingangsbereiche gelangt der Besucher in den Ovalsaal mit der Aurora als Deckengemälde und vier Horen als vergoldeten Plastiken, der das Zentrum des Schlösschens bildet. Vom Ovalsaal gehen nach Westen und nach Osten flurartige Vorzimmer mit fein eingelegtem Parkett aus drei Hölzern ab. Über sie gelangt der Besucher in das Schlafzimmer des Kurfürsten (Südwestseite, mit separater Toilette) und in den Baderaum (Nordwestseite) mit einem vertieften Marmorbecken (etwa 1‚2 m tief) mit zwei Sitzbänken in einer elliptischen Nische. Die Wasserleitungen sind als bekrönte Schlangen ausgearbeitet. An der Nordostseite liegt das Chinesische Zimmer mit chinesischen Papiertapeten, an der Südostseite das Schreibzimmer mit Landschaftsgemälden von Ferdinand Kobell.

 

In der beim Badhaus gelegenen Badhausküche befand sich der Kessel zum Erhitzen des Badewassers. Bemerkenswert ist, dass das Badhaus im Verhältnis zum Hauptschloss in der gleichen Position gelegen ist wie sein Vorbild, das Grand Trianon, im Schlosspark von Versailles.

Wasserspeiende Vögel

 

Uhu mit geschlagenem Fasan

 

wasserspeiende Vögel auf der Einfassung

 

Brunnen der wasserspeienden Vögel

 

Eine Attraktion des Badhausgartens ist der Brunnen der wasserspeienden Vögel (alle aus Eisenblech gearbeitet). Im mittleren Bassin sitzt in Angriffshaltung mit gespreizten Flügeln ein Uhu, der in seinen Fängen einen von ihm geschlagenen Fasan hält. Oben auf der Einfassung aus Lattenwerk, das die Anlage umgibt, sitzen zwanzig andere Vögel, die den Uhu (mit Wasser) bespucken. Das Thema des Brunnens geht auf eine Fabel von Äsop zurück, die vom Zorn der guten Vögel über den bösen Uhu handelt. Die Schwetzinger Figuren stammen aus dem lothringischen Schloss La Malgrange des polnischen Exkönigs Stanislaus I. Leszczyński. Vier Volieren mit lebenden, zwitschernden Vögeln erhöhen die Illusion. Zu der Anlage zählen zwei weitere kleine Gebäude, die sogenannten Achathäuschen.

Perspektiv

 

Perspektiv im Laubengang

 

Perspektiv aus der Nähe

 

Perspektiv von außen

 

Blick auf die halbrunde Mauer vom „Perspektiv“ oder „Ende der Welt“ im Schlossgarten Schwetzingen.

 

Das Perspektiv oder Ende der Welt im Schlossgarten Schwetzingen.

 

Das Perspektiv, im Volksmund als „Ende der Welt“ bezeichnet, schließt die Hauptachse des Badhausgartens nach Norden hin ab. Am hinteren Ende der Treillage ist eine Flusslandschaft zu erkennen. Dabei handelt es sich um die Kopie eines Gemäldes von Ferdinand Kobell auf einer Mauer. Durch geschickt genutzten Lichteinfall erscheint das Bild realistisch. Im Zusammenspiel mit dem zuführenden Gang und einem Architekturrahmen vor der Mauer entsteht eine starke Tiefenwirkung.

 

Aufbau des Perspektivs (von Pigage gestaltet): An den Laubengang (Treillage) schließt sich ein Pavillon mit zwei Seitenräumen an. Der Hauptraum des Pavillons (zum Gemälde hin offen und mit Tuffstein verkleidet) ist als Grotte gestaltet. Gegenüber dem Eingang des Laubengangs befindet sich eine Maueröffnung im Pavillon. In der Maueröffnung sind eiserne Schilfblättchen angebracht und Wasser tropft von der Grottendecke in ein Bassin. Hinter dieser Öffnung befindet sich in etwas Abstand eine halbrunde Mauer mit Landschaftsgemälde (in Freskotechnik). Das Landschaftsgemälde wird durch das Sonnenlicht beleuchtet und strahlt so förmlich, wenn man vor dem Laubengang steht.

Orangerie

Orangerie

→ Hauptartikel: Orangerie (Schwetzingen)

 

Ab dem 16. Jahrhundert kamen an den europäischen Fürstenhöfen Sammlungen von Orangen und anderen Zitrusbäumen in Mode. Diese überwinterten in abschlagbaren, nur für die kalte Jahreszeit um die Pflanzen herum errichteten Gebäuden. Im späten 17. und im 18. Jahrhundert wurden die Pflanzen in Pflanzkästen und Kübeln gehalten, die in einem festen Gebäude überwinterten und in den warmen Monaten in einem Orangerieparterre ins Freie gestellt wurden.

 

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts konnte der Bedarf an Räumlichkeiten für höfische Festivitäten in Schwetzingen nicht annähernd gedeckt werden. Eine Orangerie mit großem Festsaal westlich des Schlosses sollte hier Abhilfe schaffen. So hatte es jedenfalls Kurfürst Karl Philipp entschieden, der 1716 die Nachfolge des überwiegend in Düsseldorf residierenden Kurfürsten Johann Wilhelm angetreten hatte.

 

Die unter Karl Theodor errichtete Schwetzinger Orangerie mit ihren Fassadenmalereien wurde von Nicolas de Pigage entworfen. Die Malereien täuschen Naturstein als Material vor, wo nur simple Backsteinmauern sind. Davor liegt das Orangerieparterre, das gegenüber den anderen Gartenbereichen zugunsten eines Binnenklimas abgesenkt und zur warmen Südseite ausgerichtet ist. An den Ecken des Parterres befinden sich Statuen von drei Jahreszeiten, die vierte fehlt. In der Mitte stehen die Orangen- und Zitronenbäume in Kübeln auf einer rechteckigen Insel.

Moschee

→ Hauptartikel: Moschee Schwetzingen

 

Rote Moschee im Türkischen Garten

 

Wandelgang mit Eckpavillon

 

Innenansicht der Moscheekuppel

 

Im hinteren (südlichen) Bereich, dem Türkischen Garten, steht die Rote Moschee von Pigage, errichtet von 1778 bis 1785. Das Bauwerk hat keine liturgische Funktion, es handelt sich vielmehr um ein Gartenfolly mit ausschließlich ästhetischer Bedeutung. Die Schwetzinger Moschee ist der erste und größte Bau dieser Art in einem deutschen Park. Das Gebäude des späten Barock ist mit zahlreichen orientalischen Elementen versehen. Der Moscheehof wurde gelegentlich für Freilichtaufführungen von Opern genutzt. Die Moschee wurde im 20. Jahrhundert zeitweise von Muslimen genutzt.

 

Vor der Moschee befinden sich der ehemalige fürstliche Obstgarten, dahinter eine Baumschule und die Schlossgärtnerei.

Römische Wasserleitung

Römische Wasserleitung

 

Im Sommer 1779 wurde die am nördlichen Rand des Gartens gelegene künstliche Ruine nach Entwürfen von Nicolas de Pigage begonnen. Ein Torbau, auf dem noch ein Turmaufsatz erhalten scheint, erinnert an einen römischen Triumphbogen. In seiner mittleren Arkade rauscht ein Wasserfall. Von diesem Torbau greifen nach drei Seiten die Reste eines Aquäduktes aus, wobei der östliche Arm einen Freiplatz hinterfängt, auf dem sich ein Obelisk erhebt.

 

Pigage konnte auf eigene Antikenstudien während seiner Italienreise 1767/68 zurückgreifen. Die Verbindung von Torbogen und Aquädukt begegnet an der römischen Porta Maggiore und am Aquädukt der Acqua Vergine. Das Turmfreigeschoss könnte durch mittelalterliche Wehraufbauten auf römischen Brücken angeregt sein. Die Vorbilder finden sich in Veduten von Piranesi. Die Bezeichnung als Römisches Wasserkastell erscheint erst 1828.

Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)

Blick über die Chinesische Brücke, im Hintergrund der Merkurtempel

 

Die oft als „chinesisch“ bezeichnete Brücke im hinteren, nordwestlichen Bereich des Gartens verbindet den französischen mit dem englischen Gartenteil. Das Bauwerk geht tatsächlich auf einen Brückenentwurf des in Venetien tätig gewesenen Renaissance-Architekten Andrea Palladio zurück. Die Brücke hat den populären Beinamen „Lügenbrücke“, denn wer auf deren unregelmäßigen Stufen ins Straucheln kommt, soll schon einmal geschwindelt haben.

Landschaftsschutzgebiet

 

Bereits am 8. August 1952 hat das damalige Landratsamt Mannheim den Schloßgarten unter der Bezeichnung Schwetzinger Schloßgarten und Umgebung als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Das Gebiet mit der Nummer 2.26.013 hat aktuell eine Größe von rund 190 Hektar und umfasst den historischen Park aus der Kurfürstenzeit sowie das westliche Vorgelände und die historische Jagdanlage am Stern.

Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses

 

Voltaire kam im Jahr 1753 zum ersten Mal nach Schwetzingen und war 14 Tage lang Gast des mit ihm befreundeten Kurfürsten. Im Sommer 1758 kam Voltaire erneut zu einem kurzen Aufenthalt nach Schwetzingen. Wolfgang Amadeus Mozart wirkte zusammen mit seinem Vater und seiner Schwester an einem Hofkonzert am 18. Juli 1763 mit. Der Komponist Christoph Willibald Ritter von Gluck war im Jahr 1774 Gast des Kurfürsten. Friedrich Schiller fand in Schwetzingen Anregungen zu den gegensätzlichen „Aranjuez-Stimmungen“ des ersten Aktes von Don Karlos. Der Schauspieler August Wilhelm Iffland schilderte in einem Brief vom 26. November 1779 eine Jagd bei Schwetzingen, die 50.000 Gulden gekostet hatte und bei der für 9.000 Menschen Zuschauergerüste aufgebaut waren. Kaiser Joseph II. hielt sich im Jahr 1781 unter dem Namen Graf von Falkenstein in Schwetzingen auf.

Siehe auch

 

Schloss Benrath – 1755 bis 1773 von Pigage im Auftrag von Kurfürst Karl Theodor erbaut am Übergang vom Rokoko zum Klassizismus. Der Garten ist eine geometrisch achsensymmetrische Barockanlage nach französischem Vorbild, der Privatgarten des Kurfürsten wurde im 19. Jahrhundert landschaftlich umgestaltet. Im Nebengebäude des Schlosses befindet sich das Museum für Europäische Gartenkunst.

Maulbeerbaumallee nach Heidelberg – im Zusammenhang mit der Seidenraupenzucht.

 

Literatur

 

Carl Ludwig Fuchs, Claus Reisinger: Schloss und Garten zu Schwetzingen. 2. Auflage. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2008, ISBN 978-3-88462-266-7

Volker Hannwacker: Friedrich Ludwig von Sckell. Der Begründer des Landschaftsgartens in Deutschland. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1992, ISBN 3-421-03012-X, S. 11–21.

Nanette Schärf, Hartmann Manfred Schärf: Das Badhaus im Schwetzinger Schlossgarten. Die Restaurierung des Gebäudes, seiner Innenräume und Ausstattungen. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 37. Jg. 2008, Heft 1, S. 29–35 (PDF)

Ralf Richard Wagner: In seinem Paradiese Schwetzingen … Das Badhaus des Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz. Hrsg. von Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2009, 302 S., ISBN 978-3-89735-587-3.

Wegweiser durch den Schwetzinger Garten. Mit zwölf Ansichten von Conrad Caspar Rordorf. Engelmann, Heidelberg 1830 (Digitalisat)

Karl Wörn: Schwetzingen Lebendige Stadt. 3. Auflage. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 1980.

Oswald Zenker: Schwetzinger Schlossgarten. Ein Führer durch das Französische Gartenparterre und den Englischen Landschaftsgarten, mit Informationen über Schloss und Rokokotheater sowie Sehenswürdigkeiten der Umgebung. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 2002, ISBN 3-87742-170-9.

 

Film

 

Im Hain des Apoll. Der Schlosspark Schwetzingen. Dokumentarfilm, Deutschland, 2007, 28:20 Min., Buch und Regie: Christopher Paul, Produktion: SWR, Reihe: Schätze des Landes, Inhaltsangabe von ARD.

 

Weblinks

Commons: Schloss Schwetzingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

 

Offizielle Seite von Schloss Schwetzingen

Infos zum Schloss auf der Seite der Stadt Schwetzingen

Schloss Schwetzingen von ZUM

Kein Land „wo die Zitronen blühen“. In: Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Artikel zur Geschichte von Orangerien, darunter der in Schwetzingen

Schloss Schwetzingen auf badischewanderungen.de

Schloss Schwetzingen als 3D-Modell im 3D Warehouse von SketchUp

 

Einzelnachweise

Schwetzingen: A Prince Elector’s Summer Residence – garden design and Freemasonic allusions. Eintrag in der Tentativliste der UNESCO auf deren Website, abgerufen am 8. April 2014 (französisch)

Vorlage zur Gemeinderatssitzung vom 22. September 2009, abgerufen am 8. April 2014

Neue Akzente sollen in Paris überzeugen. Schwetzinger Zeitung, 2. Februar 2010, abgerufen am 8. April 2014

Die Sommerresidenz und ihre Musik sollen es richten. Mannheimer Morgen, 6. März 2010, abgerufen am 8. April 2014

Kurfürstliche Sommerresidenz Schwetzingen für die Aufnahme in die UNESCO-Weltkulturerbeliste nominiert. Pressemitteilung des Landesdenkmalsamts Baden-Württemberg vom 8. März 2010, abgerufen am 8. April 2014

ICOMOS Evaluations of Nominations of Cultural and Mixed Properties. Empfehlungsbericht zur 36. Sitzung des Welterbekomitees im Juni/Juli 2012, S. 224–233, PDF-Datei, 28,4 MB, abgerufen am 8. April 2014 (englisch)

Schwetzingen zunächst nicht Welterbe. Pressemitteilung der Stadt Schwetzingen vom 29. Juni 2012, abgerufen am 8. April 2014

Johanna Eberhardt: Schwetzingen nimmt keinen neuen Anlauf. Stuttgarter Zeitung, 3. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014

Kein dritter Anlauf für Unseco-Welterbe-Titel in Schwetzingen. xity, 2. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014

Hans-Erhard Lessing: Zwei Räder statt vier Hufe – Karl Drais G.Braun-Verlag, Karlsruhe 2010

Richard Benz: Heidelberg. Schicksal und Geist, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen, 2. Auflage 1975, ISBN 3-7995-4008-3, S. 296

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Schloss Schwetzingen ist ein Schloss in Schwetzingen, das vor allem den pfälzischen Kurfürsten Karl Philipp und Karl Theodor als Sommerresidenz diente. Bekannt ist in erster Linie der im 18. Jahrhundert angelegte Schlossgarten. Jährlich finden im Schloss die Schwetzinger Festspiele und alle zwei Jahre das Lichterfest statt.

 

Inhaltsverzeichnis

 

1 Geschichte

2 Weltkulturerbe

3 Schloss

3.1 Innenräume

3.2 Zirkelbauten

3.3 Theater

3.4 Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen

4 Garten

4.1 Französischer Garten

4.2 Englischer Garten

4.3 Arboretum

4.4 See

4.5 Bauten

4.5.1 Merkurtempel

4.5.2 Minervatempel

4.5.3 Apollotempel

4.5.4 Tempel der Waldbotanik

4.5.5 Badhaus

4.5.6 Wasserspeiende Vögel

4.5.7 Perspektiv

4.5.8 Orangerie

4.5.9 Moschee

4.5.10 Römische Wasserleitung

4.5.11 Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)

4.6 Landschaftsschutzgebiet

5 Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses

6 Siehe auch

7 Literatur

8 Film

9 Weblinks

10 Einzelnachweise

 

Geschichte

 

Das Schwetzinger Schloss wurde im Jahr 1350 zum ersten Mal als Feste urkundlich erwähnt. Es handelte sich um ein mittelalterliches Wasserschloss. 1427 kam es in den Besitz des Kurfürsten Ludwig III. In der Folgezeit wurde es mehrfach umgebaut, diente als Jagdschloss und wurde gegen Ende des Dreißigjährigen Kriegs zerstört. Kurfürst Karl Ludwig ließ das Schwetzinger Schloss für seine Geliebte Luise von Degenfeld wieder aufbauen. Während eines Besuchs im August 1656 hatte er den Einwohnern von Schwetzingen bereits befohlen, sämtlichen Schutt wegzuräumen, wobei aufgelesene Trümmerteile wie Steine, Hölzer und „altes Eisenwerk“ bei den Untertanen zur eigenen Verwendung verbleiben durften. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde das Schloss erneut zerstört, die Grundmauern blieben allerdings stehen.

 

Karl Philipp

 

Karl Theodor

 

Seine heutige Form erhielt das Schloss auf Befehl des Kurfürsten Johann Wilhelm, der in Düsseldorf regierte. Dieser ließ es unter Leitung des Grafen Matteo Alberti – der Erbauer des Schlosses Bensberg – von dem Heidelberger Baumeister Johann Adam Breunig umbauen und durch zwei Flügelbauten wesentlich vergrößern. Das Bauwerk wurde in mehreren Bauabschnitten ab dem Jahre 1697 errichtet und ausgebaut. Im Jahr 1752 wurde eine Gartenerweiterung auf dem damals rund 70 Hektar großen Areal vorgenommen. Im gleichen Jahr wurde auch das Schlosstheater eröffnet. Obwohl das Schloss seit der Verlegung der Residenz des Kurfürsten Karl Theodor von Mannheim nach München im Jahr 1778 kaum mehr benutzt wurde, wurde in der Folgezeit am Garten weiter gearbeitet.

 

Unter Karl Theodor war Schwetzingen Sommerresidenz: Die Hofhaltung wurde in den warmen Monaten von Schloss Mannheim nach Schloss Schwetzingen verlegt. Die Schlichtheit der Wohnungen des Kurfürstenpaares und eine größere Informalität der Umgangsformen waren Ausdruck eines vorgeblich einfacheren, unbeschwerten „Lebens auf dem Lande“.

 

An der künstlerischen Ausgestaltung von Schloss und Garten waren nahezu alle am Hof in Mannheim beschäftigten Künstler beteiligt. Dazu gehörten Alessandro Galli da Bibiena und Peter Anton von Verschaffelt. Der Lothringer Nicolas de Pigage war Intendant der Gärten und Wasserkünste sowie der bestimmende Architekt in der Karl-Theodor-Zeit. Pigage erweiterte den Garten in allen Stilwandlungen der Zeit. Der Zweibrücker Hofgärtner Johann Ludwig Petri plante das Hauptparterre und den Zirkel des französischen Gartens. Der erste Hofgärtner, van Wynder, wurde aus Kassel nach Schwetzingen berufen.

 

Der zweite Hofgärtner war Johann Wilhelm Sckell, ein Hauptmitarbeiter Pigages. Sein Sohn Friedrich Ludwig Sckell wurde 1804 nach München berufen, wo er den Englischen Garten anlegte. Der erste badische Gartenbaudirektor war Johann Michael Zeyher, der den Flieder in Schwetzingen einführte.

 

Schloss Schwetzingen zählt heute zu den landeseigenen Monumenten und wird von der Einrichtung Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg betreut. Der Garten ist gegen Eintritt öffentlich zugänglich, Schloss und Theater können im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

Weltkulturerbe

 

Im September 1999 meldete Deutschland Schwetzingen in der bei der UNESCO geführten sogenannten Tentativliste als potentielle Welterbestätte an.[1] Ein dortiger Eintrag ist die Voraussetzung dafür, dass zu einem späteren Zeitpunkt ein Antrag auf Verleihung eines entsprechenden Prädikats, in diesem Fall des Weltkulturerbes, gestellt werden kann. Dies geschah dann auch im Jahre 2007. Der Antrag umfasste einen Kernbereich von Schloss und Schlossgarten, den vorgelagerten Schlossplatz, das Ysenburgsche Palais sowie die Sichtachsen der Carl-Theodor- und der Lindenstraße. Hinzu kam eine zusätzliche Pufferzone, die weitere Teile der Stadt einbezog.[2]

 

Im Juni 2009 wurde der Antrag aufgrund eines negativen Votums des ICOMOS wieder zurückgenommen und infolgedessen im Laufe des folgenden Herbstes überarbeitet. Der ursprüngliche Ansatz, das freimaurerische und aufklärerische Wirken Carl-Theodors begleitend zu betonen, wurde zurückgefahren, stattdessen die künstlerische und musische Bedeutung von Schloss und Stadt hervorgehoben. Außerdem wurde der Kernbereich geringfügig erweitert.[2] Im Januar 2010 wurde der Neuantrag eingereicht.[3] Im März 2010 setzte die Kultusministerkonferenz Schwetzingen erneut auf die deutsche Nominierungsliste, diesmal für 2011.[4][5] Der als Entscheidungsgrundlage dienende Bewertungsbericht der ICOMOS vom Mai 2012 empfahl jedoch abermals, die Anlage nicht aufzunehmen. Negativ wurde insbesondere bewertet, dass es von dieser Art von Schlössern und Gärten schon elf, beispielsweise in Dessau, in Brühl oder in Potsdam und Berlin, und damit eigentlich deren genügend auf der Welterbeliste gebe. Eine besondere Stellung Schwetzingens habe nicht erkannt werden können.[6] Das Welterbekomitee stimmte dem ICOSMOS-Votum zwar mehrheitlich nicht zu, behandelte den Schwetzinger Antrag aber auch nicht, sondern empfahl stattdessen, einen neuen, abermals überarbeiteten Entwurf vorzulegen. Ob es dazu kommt, ist fraglich.[7][8][9] Über einen erneuten Versuch wurde nichts bekannt.

Schloss

Plan von Schwetzingen (um 1840)

 

Eine Anfahrt aus Heidelberg liegt auf der geraden Verbindung vom Königstuhl nach Schwetzingen. Die Trasse ist von erhöhter Position aus in der Landschaft noch gut erkennbar, aber nicht durchgehend befahrbar. Vom Königstuhl aus gesehen läuft diese Linie hinter dem Schloss weiter auf die Kalmit zu.

 

Vom Schwetzinger Schlossplatz gelangt man in den Ehrenhof. In den beiden ehemaligen Wachhäuschen am Schlosstor befinden sich heute ein Museumsladen und ein Café. Der Hof wird links und rechts von symmetrischen Wirtschaftsgebäuden flankiert. In der Mitte, an der Westseite, befindet sich das Corps de Logis, der Wohnbau des Schlosses.

Innenräume

 

In einer langwierigen Restaurierung der Jahre 1975–1991 wurden die Innenräume des Schlosses wiederhergestellt und mit authentischen Möbeln des 18. Jahrhunderts eingerichtet. In der Beletage verdeutlichen im Rahmen eines Schlossmuseums die Gesellschaftsräume, die Wohnung des Kurfürsten und die Wohnung der Kurfürstin das Funktionsprofil des Schlosses in der Karl-Theodor-Zeit.

 

Von besonderem kunstgeschichtlichen Rang sind die Räume der in badischer Zeit ab 1803 umgestalteten Wohnung der Reichsgräfin Luise Karoline von Hochberg im zweiten Obergeschoss aufgrund der vorzüglich erhaltenen Handdrucktapeten (1804) der Firma Zuber et Cie in Rixheim (Compagniezimmer mit Alpenpanorama „Vues de Suisse“, Schlafzimmer, Grand Cabinet).

Zirkelbauten

Nördlicher Zirkelbau

Südlicher Zirkelbau

 

Die Zirkelbauten sind zwei eingeschossige, dank hoher Fenstertüren mit unmittelbarem Gartenzugang versehene Werksteinbauten, die sich seitlich an das Schloss zu einem Halbrund anschließen und das kreisrunde Gartenparterre gemeinsam mit dem Halbkreis der Wandelgänge aus Lattenwerk umfangen. Der nördliche Zirkelbau wurde in den Jahren 1748/1749 von Alessandro Galli da Bibiena erbaut, der südliche im Jahr 1753 von Franz Wilhelm Rabaliatti. Die Zirkelbauten wurden für die Hofgesellschaften (Speisetafel, Spiele und Konzerte, Bälle) genutzt. Solche zusätzlichen, repräsentativen Räumlichkeiten waren angesichts der beengten Verhältnisse im alten Wohnbau des Schlosses unverzichtbar. Heute werden die Zirkelbauten als Schlossrestaurant, Café und Theaterfoyer sowie für Konzerte und Ausstellungen genutzt.

Theater

→ Hauptartikel: Schlosstheater Schwetzingen

 

Das kurfürstliche Hoftheater im frühklassizistischen Stil (oft fälschlich „Rokokotheater“ genannt) wurde am 15. Juni 1753 mit Oper Il figlio delle selve („Der Sohn der Wälder“) von Ignaz Holzbauer eröffnet. Hier wirkten Sänger, Instrumentalisten und Komponisten von internationalem Rang, darunter die Vertreter der Mannheimer Schule. Nachdem Karl Theodor seine Residenz nach München verlegt hatte, fanden nur noch gelegentliche Aufführungen in Schwetzingen statt, wenn der Kurfürst dort zu Besuch war. Auch in der badischen Zeit wurde das Theater nur selten benutzt. Es verfiel und konnte nicht mehr bespielt werden. 1936/37 und 2002/03 wurde das Theater völlig renoviert. Die Brüstungen der leicht ansteigenden Logenränge haben im Grundriss die Form einer Lyra. Die Pfeiler sind reich verziert und von Korbbögen überbrückt, die die Wirkung des Raumes vertiefen.

Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen

 

Im südlichen Flügel des Schlosses sind seit ihrer Gründung 1953 die Fachhochschule Schwetzingen – Hochschule für Rechtspflege bzw. deren Vorgängereinrichtungen untergebracht. Aufgrund umfangreicher Umbau- und Renovierungsarbeiten wurde der Studienbetrieb seit September 2009 in ein Ausweichquartier nach Mannheim-Wohlgelegen verlegt.

Garten

Parterre

 

Der Schwetzinger Schlossgarten gliedert sich in einen Französischen Garten und einen Englischen Garten. Bei der kunsthistorischen Interpretation des Gartens wird auch unterschieden zwischen dem „Garten der Allegorien“, also jener Gartenteil, in welchem ohne tiefere Bedeutung allegorische Figuren stehen, und dem „Garten der Vernunft“. Zum „Garten der Vernunft“ zählen Minervatempel, Merkurtempel, Moschee, Apollotempel, Tempel der Botanik, das römische Wasserkastell sowie das Arboretum, also jene Gartenteile, in denen im Sinne aufklärerischen Denkens die Vernunft gefeiert wird. Der Schwetzinger Schlossgarten war, mit Ausnahme des Bereiches um das Badhaus, bereits in kurfürstlicher Zeit für die gesamte Bevölkerung zugänglich, damals noch ohne Eintrittsgeld. Eine Parkordnung regelte das angemessene Verhalten der Besucher.

Französischer Garten

Luftaufnahme des Barockgartens

Fontäne in der Gartenmitte

 

Längs der Hauptachse des Gartens blickt man nach Osten auf den Königstuhl im Odenwald und nach Westen auf die Kalmit im Pfälzerwald.

 

Der Barockgarten ist nach französischer Art in strengen geometrischen Formen angelegt. Die wichtigsten Elemente sind die Hauptachse, die Querachse und das Kreisrund. Der vordere Gartenteil zeigt Parterres und Boskette. Auf der Schlossterrasse befinden sich Urnen, die die vier Weltzeitalter darstellen (goldenes, silbernes, ehernes und eisernes Zeitalter). Zudem befinden sich dort zwei vergoldete Atalanten, die noch aus dem Vorgängergarten stammen. Eine Besonderheit des französischen Gartens ist die kreisförmige Anlage der zentrale Teil rund um den Arionbrunnen, das sogenannte Kreisparterre.

 

Der zentrale Arionbrunnen von Guibal hat eine Begebenheit der antiken Mythologie zum Thema: Arion (Arion von Lesbos) ist ein berühmter Sänger. Nach einem Wettstreit reich beschenkt, wird er auf See von den Schiffsleuten bedrängt. Er bittet, ein letztes Mal singen zu dürfen. Bei seinem Gesang erscheinen Delfine. Der Sänger stürzt sich in die Fluten und ein Delfin bringt ihn an die Küste, so dass er seinen Weg nach Korinth fortsetzen kann. Das Sternbild Delphin wird in manchen Überlieferungen als der von den Göttern ans Firmament entrückte Arion auf dem Delfin gedeutet.

 

Abgeschlossen wird der französische Garten durch die Darstellung einer Hirschjagd von Verschaffelt. In unmittelbarer Nähe sind die vier Elemente in Skulpturen dargestellt.

Englischer Garten

 

Die westlichen und nordwestlichen Teile des Gartens wurden als englischer Landschaftsgarten gestaltet. Im Gegensatz zum französischen Garten sind hier die Wege und Uferlinien leicht geschwungen. Am unregelmäßigen Waldbereich wurde fast nichts verändert.

Arboretum

 

Ein Arboretum ist eine Sammlung oft exotischer Gehölze. Der Gartenbaumeister Zeyher legte diesen Garten im Jahr 1802 mit exotischen Bildern aus aller Welt an. Besonders kunstvoll ist das schmiedeeiserne, teilvergoldete Tor von Rabaliatti. Auf derselben Fläche befand sich vorher eine Fasanerie mit Tiergehegen.

See

See mit Schloss im Hintergrund

See im Winter

Gartenphaeton des Kurfürsten 1775

 

Schon beim Betreten des Schlossgartens sieht der Besucher auf den großen See, der den Garten abschließt. An der Stelle des Sees befand sich ursprünglich ein ummauertes Bassin, das auf Vorschlag Zeyhers im Jahr 1823 auf Befehl des Großherzogs Ludwig von Baden erweitert und in einen See mit natürlicher Uferausformung umgewandelt wurde. Zwei Skulpturen (Kopien) von Verschaffelt ruhen auf der dem Schloss zugewandten Längsseite beidseitig der Blickachse: die Flussgötter Rhein und Donau. Die Originale sind in der Orangerie zu besichtigen.

 

Der See und alle weiteren Gewässer werden seit Pigage von zwei Wasserwerken gefüllt, die den Leimbach als Antrieb für die Mühlräder der Pumpen nutzten. Dieser umschloss bereits die ursprüngliche Burganlage und fließt vom Kraichgau kommend in Richtung Rhein. Für die Fontänen wurde sauberes Grundwasser verwendet. Diese Pumpen befanden sich im nördlichen Schlossflügel (oberes Wasserwerk mit Hochbehälter im heutigen Finanzamt). Ein zweites Pumpwerk mit Hochbehälter, das einen gleichbleibenden Druck sicherstellte, war am Parkende hinter dem Aquädukt verborgen (unteres Wasserwerk).

 

Für Karl-Theodor kaufte Pigage 1775 in London einen Gartenphaeton mit Lakai-Antrieb, wozu alle Hauptwege topfeben angelegt und sogar vorzeitliche Grabhügel abgetragen wurden. Damit konnte der Kurfürst im Park herumfahren, ohne dass Pferdeexkremente die Gartenwege verschmutzten. Der Muskelkraftwagen, heute im Schloss Nymphenburg, regte den Heidelberger Studenten Karl Drais vor 1803 zur späteren Erfindung des Ur-Fahrrads an.[10]

Bauten

 

Im Schwetzinger Schlosspark befinden sich neben zahlreichen Statuen auch einige Bauwerke. Das Gebäudeprogramm zeigt einen philosophischen und architektonischen Bezug auf die klassische Antike und, im Falle des Moschee-Komplexes, auf den Islam und die orientalische Weisheitslehre. Neuere Forschungen wollen im Schwetzinger Garten ein freimaurerisches Programm erkennen, in dem christliche Vorstellungen eingebunden wären. Gartenbauten, Wegbeziehungen, Tore und Brücken sollten den Park nicht nur in Einzelräume unterteilen, sondern größer wirken lassen. Einen eigenen Komplex bietet das früher nur auf Einladung oder Befehl des Kurfürsten zugängliche Badhaus, ein kleines Lusthaus mit eigenem Garten und dem „Perspektiv“.

 

Nach Ansicht von Richard Benz führte das Erlebnis der „künstlichen Ruinen“ im Schwetzinger Schlosspark die Dichter des 18. Jahrhunderts zur Beschäftigung mit den echten Ruinen des Heidelberger Schlosses und damit zur im späten 18. Jahrhundert einsetzenden „Wiederentdeckung“ Heidelbergs.[11]

Merkurtempel

 

Die Lage des Tempels oberhalb des Moscheeweihers

 

Der Tempel von Norden

 

Der Tempel aus der Nähe

 

Relief am Tempel

 

In den „Parties sauvages“, den südwestlichen landschaftlichen Partien des Schwetzinger Gartens wurde bereits 1784 ein „Monument“ gegenüber der Moschee geplant. 1787/88 entstand der Ruinenbau Pigages, der erstmals 1791 dem römischen Gott Merkur zugewiesen wird. Sein kellerartiger Unterbau aus großen Sandsteinblöcken erscheint als Rest eines älteren Vorgängers. Der dreigeschossige, turmartige Merkur-Tempel aus Tuffstein besitzt ein im Grundriss sechseckiges Hauptgeschoss, darüber ein Attikageschoss und eine abschließende Laterne. Auf Merkur verweisen Reliefs aus Stuckmarmor über den Eingängen der drei gleichartigen Fassaden.

 

Die Deutung der Parkruine ist kontrovers: Nach überkommener Lesart steht sie für die Überwindung von Geheimlehren durch die Vernunft. Diese Lesart verweist darauf, dass der Tempel die Form eines römischen Grabmals hat. Durch drei Reliefs, die ausschließlich negative Episoden aus dem Leben des Merkur zeigen, wird dieser mit dem antiken Hermes Trismegistos, einem Symbol für Magie, gleichgesetzt. Der Aberglaube ist also gewissermaßen in seinem eigenen Tempel begraben worden. In diesem Zusammenhang wird auch betont, dass man von der Moschee über einen Weiher auf den Merkurtempel blickt. Wenn man die Moschee als Symbol für die Weisheit versteht, bedeutet dies: Der Weise muss Tod und Aberglaube nicht fürchten. Eine neue freimaurerische Interpretation hingegen sieht verborgene Verweise auf den Salomonischen Tempel und seinen Architekten Hiram Abif.

 

Der Merkurtempel hat die Funktion eines Aussichtspunkts, das Obergeschoss gestattet einen Blick über den See und auf die Moschee.

Minervatempel

Minervatempel

 

Die römische Göttin Minerva ist mehrfach im Schlossgarten dargestellt. Symmetrisch zu dem Minerva-Tempel war als Gegenstück ein Tempel des Cupido geplant, der nicht zur Ausführung kam.

 

Der von Pigage entworfene Tempel war 1769 vollendet. Seine viersäulige Front korinthischer Säulenordnung ist durch ein antik-römisches Vorbild angeregt, den Eingangsbau zur Portikus der Octavia. Einmalig ist die Umkehrung des Verhältnisses von Säulenhalle und Cella: Die Tempelcella wird zu einer gegenüber der Natur geöffneten Raumhülle umgedeutet, innerhalb derer sich die Säulenstellung fortsetzt.

 

Minerva, Göttin der Weisheit, erscheint vor der Rückwand in einem umgearbeiteten Standbild von Gabriel de Grupello. Sie ist, auch nach Ausweis des Giebelfeldes, die Göttin der friedlichen Künste und Wissenschaften, insbesondere der Gartenkunst. Die mit Marmorbänken ausgestattete Cella dient Parkbesuchern als Ruheraum, kann aber auch als imaginärer Versammlungsort derjenigen, die Weisheit erlangt haben, verstanden werden.

 

Unterhalb des Tempels befindet sich ein rechteckiger Raum, mit Nischen und runden Fensteröffnungen. Dieser Raum ist von außen zugänglich und zeigt Merkmale eines geheimen Versammlungsortes. Er wird von Pan regiert, wie eine Maske über der Tür anzeigt. Der Minerva-Tempel, der sich über dieser irrationalen Sphäre erhebt, wird so ein aufklärerisches Monument der gestaltenden Vernunft und der menschlichen Zivilisationsleistung.

Apollotempel

 

Apollotempel von Westen

 

Apollotempel von Westen

 

Lyraspielender Apollo

 

Apollos Rücken

 

Im Jahr 1762 plante man an dieser Stelle ein Belvedere. Nach dem Entwurf von Nicolas de Pigage entstand ein hoher, terrassierter Unterbau, auf dessen oberster Plattform sich ein Monopteros, ein Rundtempel mit zwölf Säulen ionischer Säulenordnung ohne Cella erhebt. Der Tempel ist dem griechischen Gott Apollo gewidmet. Die Statue des Apollo stammt von dem Bildhauer Anton von Verschaffelt. Sie zeigt den Gott beim linkshändigen Lyra-Spiel, was dem Künstler einigen Hohn eingebracht hat. In einem Briefwechsel zwischen Gleim, Wilhelm Heinse und Johannes von Müller heißt es, er stehe zwar »gar heilig« auf einer Anhöhe, »nur hat der linke Gott darin einen erbärmlichen Hintern«.

 

Der Apollo-Tempel krönt eine nach zwei Seiten gerichtete Anlage: Vom Eingang an der Westseite steigt der Besucher durch felsige, dunkle und verwirrende Korridore zur lichtumfluteten Plattform mit dem klassischen Monopteros empor. Aus der Sicht der Zuschauer im östlichen Heckentheater krönt der Tempel den Bühnenprospekt. Apoll erscheint als Gott der Künste und Führer der Musen auf dem Berg Helikon, wo der Hufschlag des Pegasus die Quelle Hippokrene, deren Wasser durch die Najaden über die Kaskade an die Menschen weitergegeben wird.

Tempel der Waldbotanik

Tempel der Waldbotanik

 

Der von Pigage entworfene Tempel der Waldbotanik – „Botanicae Silvestris“ – wurde schon 1777 geplant. Die Weiheinschrift nennt das Datum 1778, aber erst 1780 wurde der Bau fertig. Er bildet den Abschluss des „Arboretum Theodoricum“, der Baumsammlung im sogenannten Wiesentälchen. Der aufgesockelte, zylindrische Baukörper weist außen Rauputz nach Art von Eichenrinde auf. Eine Freitreppe, auf deren Wangen Sphingen wachen, führt zur Eingangstür. Innen vermittelt eine runde Öffnung von circa 20 cm Durchmesser in der Fußbodenmitte zu einem dunklen Gewölbe darunter. Das Bildprogramm handelt vom Wachsen, Reifen und Absterben der Natur. Vier große Relieffelder zeigen Symbole der vier Jahreszeiten in Verbindung mit einem antiken Dreifuß. Die Naturrhythmen werden mit der modernen Naturwissenschaft verknüpft: Bildnismedaillons der älteren Autoritäten Theophrastos von Eresos und Plinius stehen solche der modernen Naturforscher Joseph Pitton de Tournefort und Carl von Linné gegenüber. Linnés revolutionäres Buch über die Pflanzensystematik bildete das inzwischen verschwundene Attribut einer Statue der Göttin Ceres in der Mittelapsis.

Badhaus

Badhaus

 

Das von Pigage errichtete Badhaus ist ein kleines Lusthaus nach Art einer italienischen Villa. Während unter Karl Theodor der übrige Schlossgarten öffentlich zugänglich war, durfte der Badehaus-Bereich, zu dem ein eigener Garten gehört, nur auf Einladung oder mit Genehmigung des Kurfürsten betreten werden. Hier konnte Karl Theodor wie ein Privatmann leben und sich seinen musischen Neigungen hingeben. Vom Apollo-Bezirk her wird das Badhaus durch eine im Grundriss halbkreisförmige Exedra betreten, eine gleich gebildete liegt an der Rückseite. Durch beide Eingangsbereiche gelangt der Besucher in den Ovalsaal mit der Aurora als Deckengemälde und vier Horen als vergoldeten Plastiken, der das Zentrum des Schlösschens bildet. Vom Ovalsaal gehen nach Westen und nach Osten flurartige Vorzimmer mit fein eingelegtem Parkett aus drei Hölzern ab. Über sie gelangt der Besucher in das Schlafzimmer des Kurfürsten (Südwestseite, mit separater Toilette) und in den Baderaum (Nordwestseite) mit einem vertieften Marmorbecken (etwa 1‚2 m tief) mit zwei Sitzbänken in einer elliptischen Nische. Die Wasserleitungen sind als bekrönte Schlangen ausgearbeitet. An der Nordostseite liegt das Chinesische Zimmer mit chinesischen Papiertapeten, an der Südostseite das Schreibzimmer mit Landschaftsgemälden von Ferdinand Kobell.

 

In der beim Badhaus gelegenen Badhausküche befand sich der Kessel zum Erhitzen des Badewassers. Bemerkenswert ist, dass das Badhaus im Verhältnis zum Hauptschloss in der gleichen Position gelegen ist wie sein Vorbild, das Grand Trianon, im Schlosspark von Versailles.

Wasserspeiende Vögel

 

Uhu mit geschlagenem Fasan

 

wasserspeiende Vögel auf der Einfassung

 

Brunnen der wasserspeienden Vögel

 

Eine Attraktion des Badhausgartens ist der Brunnen der wasserspeienden Vögel (alle aus Eisenblech gearbeitet). Im mittleren Bassin sitzt in Angriffshaltung mit gespreizten Flügeln ein Uhu, der in seinen Fängen einen von ihm geschlagenen Fasan hält. Oben auf der Einfassung aus Lattenwerk, das die Anlage umgibt, sitzen zwanzig andere Vögel, die den Uhu (mit Wasser) bespucken. Das Thema des Brunnens geht auf eine Fabel von Äsop zurück, die vom Zorn der guten Vögel über den bösen Uhu handelt. Die Schwetzinger Figuren stammen aus dem lothringischen Schloss La Malgrange des polnischen Exkönigs Stanislaus I. Leszczyński. Vier Volieren mit lebenden, zwitschernden Vögeln erhöhen die Illusion. Zu der Anlage zählen zwei weitere kleine Gebäude, die sogenannten Achathäuschen.

Perspektiv

 

Perspektiv im Laubengang

 

Perspektiv aus der Nähe

 

Perspektiv von außen

 

Blick auf die halbrunde Mauer vom „Perspektiv“ oder „Ende der Welt“ im Schlossgarten Schwetzingen.

 

Das Perspektiv oder Ende der Welt im Schlossgarten Schwetzingen.

 

Das Perspektiv, im Volksmund als „Ende der Welt“ bezeichnet, schließt die Hauptachse des Badhausgartens nach Norden hin ab. Am hinteren Ende der Treillage ist eine Flusslandschaft zu erkennen. Dabei handelt es sich um die Kopie eines Gemäldes von Ferdinand Kobell auf einer Mauer. Durch geschickt genutzten Lichteinfall erscheint das Bild realistisch. Im Zusammenspiel mit dem zuführenden Gang und einem Architekturrahmen vor der Mauer entsteht eine starke Tiefenwirkung.

 

Aufbau des Perspektivs (von Pigage gestaltet): An den Laubengang (Treillage) schließt sich ein Pavillon mit zwei Seitenräumen an. Der Hauptraum des Pavillons (zum Gemälde hin offen und mit Tuffstein verkleidet) ist als Grotte gestaltet. Gegenüber dem Eingang des Laubengangs befindet sich eine Maueröffnung im Pavillon. In der Maueröffnung sind eiserne Schilfblättchen angebracht und Wasser tropft von der Grottendecke in ein Bassin. Hinter dieser Öffnung befindet sich in etwas Abstand eine halbrunde Mauer mit Landschaftsgemälde (in Freskotechnik). Das Landschaftsgemälde wird durch das Sonnenlicht beleuchtet und strahlt so förmlich, wenn man vor dem Laubengang steht.

Orangerie

Orangerie

→ Hauptartikel: Orangerie (Schwetzingen)

 

Ab dem 16. Jahrhundert kamen an den europäischen Fürstenhöfen Sammlungen von Orangen und anderen Zitrusbäumen in Mode. Diese überwinterten in abschlagbaren, nur für die kalte Jahreszeit um die Pflanzen herum errichteten Gebäuden. Im späten 17. und im 18. Jahrhundert wurden die Pflanzen in Pflanzkästen und Kübeln gehalten, die in einem festen Gebäude überwinterten und in den warmen Monaten in einem Orangerieparterre ins Freie gestellt wurden.

 

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts konnte der Bedarf an Räumlichkeiten für höfische Festivitäten in Schwetzingen nicht annähernd gedeckt werden. Eine Orangerie mit großem Festsaal westlich des Schlosses sollte hier Abhilfe schaffen. So hatte es jedenfalls Kurfürst Karl Philipp entschieden, der 1716 die Nachfolge des überwiegend in Düsseldorf residierenden Kurfürsten Johann Wilhelm angetreten hatte.

 

Die unter Karl Theodor errichtete Schwetzinger Orangerie mit ihren Fassadenmalereien wurde von Nicolas de Pigage entworfen. Die Malereien täuschen Naturstein als Material vor, wo nur simple Backsteinmauern sind. Davor liegt das Orangerieparterre, das gegenüber den anderen Gartenbereichen zugunsten eines Binnenklimas abgesenkt und zur warmen Südseite ausgerichtet ist. An den Ecken des Parterres befinden sich Statuen von drei Jahreszeiten, die vierte fehlt. In der Mitte stehen die Orangen- und Zitronenbäume in Kübeln auf einer rechteckigen Insel.

Moschee

→ Hauptartikel: Moschee Schwetzingen

 

Rote Moschee im Türkischen Garten

 

Wandelgang mit Eckpavillon

 

Innenansicht der Moscheekuppel

 

Im hinteren (südlichen) Bereich, dem Türkischen Garten, steht die Rote Moschee von Pigage, errichtet von 1778 bis 1785. Das Bauwerk hat keine liturgische Funktion, es handelt sich vielmehr um ein Gartenfolly mit ausschließlich ästhetischer Bedeutung. Die Schwetzinger Moschee ist der erste und größte Bau dieser Art in einem deutschen Park. Das Gebäude des späten Barock ist mit zahlreichen orientalischen Elementen versehen. Der Moscheehof wurde gelegentlich für Freilichtaufführungen von Opern genutzt. Die Moschee wurde im 20. Jahrhundert zeitweise von Muslimen genutzt.

 

Vor der Moschee befinden sich der ehemalige fürstliche Obstgarten, dahinter eine Baumschule und die Schlossgärtnerei.

Römische Wasserleitung

Römische Wasserleitung

 

Im Sommer 1779 wurde die am nördlichen Rand des Gartens gelegene künstliche Ruine nach Entwürfen von Nicolas de Pigage begonnen. Ein Torbau, auf dem noch ein Turmaufsatz erhalten scheint, erinnert an einen römischen Triumphbogen. In seiner mittleren Arkade rauscht ein Wasserfall. Von diesem Torbau greifen nach drei Seiten die Reste eines Aquäduktes aus, wobei der östliche Arm einen Freiplatz hinterfängt, auf dem sich ein Obelisk erhebt.

 

Pigage konnte auf eigene Antikenstudien während seiner Italienreise 1767/68 zurückgreifen. Die Verbindung von Torbogen und Aquädukt begegnet an der römischen Porta Maggiore und am Aquädukt der Acqua Vergine. Das Turmfreigeschoss könnte durch mittelalterliche Wehraufbauten auf römischen Brücken angeregt sein. Die Vorbilder finden sich in Veduten von Piranesi. Die Bezeichnung als Römisches Wasserkastell erscheint erst 1828.

Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)

Blick über die Chinesische Brücke, im Hintergrund der Merkurtempel

 

Die oft als „chinesisch“ bezeichnete Brücke im hinteren, nordwestlichen Bereich des Gartens verbindet den französischen mit dem englischen Gartenteil. Das Bauwerk geht tatsächlich auf einen Brückenentwurf des in Venetien tätig gewesenen Renaissance-Architekten Andrea Palladio zurück. Die Brücke hat den populären Beinamen „Lügenbrücke“, denn wer auf deren unregelmäßigen Stufen ins Straucheln kommt, soll schon einmal geschwindelt haben.

Landschaftsschutzgebiet

 

Bereits am 8. August 1952 hat das damalige Landratsamt Mannheim den Schloßgarten unter der Bezeichnung Schwetzinger Schloßgarten und Umgebung als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Das Gebiet mit der Nummer 2.26.013 hat aktuell eine Größe von rund 190 Hektar und umfasst den historischen Park aus der Kurfürstenzeit sowie das westliche Vorgelände und die historische Jagdanlage am Stern.

Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses

 

Voltaire kam im Jahr 1753 zum ersten Mal nach Schwetzingen und war 14 Tage lang Gast des mit ihm befreundeten Kurfürsten. Im Sommer 1758 kam Voltaire erneut zu einem kurzen Aufenthalt nach Schwetzingen. Wolfgang Amadeus Mozart wirkte zusammen mit seinem Vater und seiner Schwester an einem Hofkonzert am 18. Juli 1763 mit. Der Komponist Christoph Willibald Ritter von Gluck war im Jahr 1774 Gast des Kurfürsten. Friedrich Schiller fand in Schwetzingen Anregungen zu den gegensätzlichen „Aranjuez-Stimmungen“ des ersten Aktes von Don Karlos. Der Schauspieler August Wilhelm Iffland schilderte in einem Brief vom 26. November 1779 eine Jagd bei Schwetzingen, die 50.000 Gulden gekostet hatte und bei der für 9.000 Menschen Zuschauergerüste aufgebaut waren. Kaiser Joseph II. hielt sich im Jahr 1781 unter dem Namen Graf von Falkenstein in Schwetzingen auf.

Siehe auch

 

Schloss Benrath – 1755 bis 1773 von Pigage im Auftrag von Kurfürst Karl Theodor erbaut am Übergang vom Rokoko zum Klassizismus. Der Garten ist eine geometrisch achsensymmetrische Barockanlage nach französischem Vorbild, der Privatgarten des Kurfürsten wurde im 19. Jahrhundert landschaftlich umgestaltet. Im Nebengebäude des Schlosses befindet sich das Museum für Europäische Gartenkunst.

Maulbeerbaumallee nach Heidelberg – im Zusammenhang mit der Seidenraupenzucht.

 

Literatur

 

Carl Ludwig Fuchs, Claus Reisinger: Schloss und Garten zu Schwetzingen. 2. Auflage. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2008, ISBN 978-3-88462-266-7

Volker Hannwacker: Friedrich Ludwig von Sckell. Der Begründer des Landschaftsgartens in Deutschland. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1992, ISBN 3-421-03012-X, S. 11–21.

Nanette Schärf, Hartmann Manfred Schärf: Das Badhaus im Schwetzinger Schlossgarten. Die Restaurierung des Gebäudes, seiner Innenräume und Ausstattungen. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 37. Jg. 2008, Heft 1, S. 29–35 (PDF)

Ralf Richard Wagner: In seinem Paradiese Schwetzingen … Das Badhaus des Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz. Hrsg. von Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2009, 302 S., ISBN 978-3-89735-587-3.

Wegweiser durch den Schwetzinger Garten. Mit zwölf Ansichten von Conrad Caspar Rordorf. Engelmann, Heidelberg 1830 (Digitalisat)

Karl Wörn: Schwetzingen Lebendige Stadt. 3. Auflage. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 1980.

Oswald Zenker: Schwetzinger Schlossgarten. Ein Führer durch das Französische Gartenparterre und den Englischen Landschaftsgarten, mit Informationen über Schloss und Rokokotheater sowie Sehenswürdigkeiten der Umgebung. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 2002, ISBN 3-87742-170-9.

 

Film

 

Im Hain des Apoll. Der Schlosspark Schwetzingen. Dokumentarfilm, Deutschland, 2007, 28:20 Min., Buch und Regie: Christopher Paul, Produktion: SWR, Reihe: Schätze des Landes, Inhaltsangabe von ARD.

 

Weblinks

Commons: Schloss Schwetzingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

 

Offizielle Seite von Schloss Schwetzingen

Infos zum Schloss auf der Seite der Stadt Schwetzingen

Schloss Schwetzingen von ZUM

Kein Land „wo die Zitronen blühen“. In: Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Artikel zur Geschichte von Orangerien, darunter der in Schwetzingen

Schloss Schwetzingen auf badischewanderungen.de

Schloss Schwetzingen als 3D-Modell im 3D Warehouse von SketchUp

 

Einzelnachweise

Schwetzingen: A Prince Elector’s Summer Residence – garden design and Freemasonic allusions. Eintrag in der Tentativliste der UNESCO auf deren Website, abgerufen am 8. April 2014 (französisch)

Vorlage zur Gemeinderatssitzung vom 22. September 2009, abgerufen am 8. April 2014

Neue Akzente sollen in Paris überzeugen. Schwetzinger Zeitung, 2. Februar 2010, abgerufen am 8. April 2014

Die Sommerresidenz und ihre Musik sollen es richten. Mannheimer Morgen, 6. März 2010, abgerufen am 8. April 2014

Kurfürstliche Sommerresidenz Schwetzingen für die Aufnahme in die UNESCO-Weltkulturerbeliste nominiert. Pressemitteilung des Landesdenkmalsamts Baden-Württemberg vom 8. März 2010, abgerufen am 8. April 2014

ICOMOS Evaluations of Nominations of Cultural and Mixed Properties. Empfehlungsbericht zur 36. Sitzung des Welterbekomitees im Juni/Juli 2012, S. 224–233, PDF-Datei, 28,4 MB, abgerufen am 8. April 2014 (englisch)

Schwetzingen zunächst nicht Welterbe. Pressemitteilung der Stadt Schwetzingen vom 29. Juni 2012, abgerufen am 8. April 2014

Johanna Eberhardt: Schwetzingen nimmt keinen neuen Anlauf. Stuttgarter Zeitung, 3. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014

Kein dritter Anlauf für Unseco-Welterbe-Titel in Schwetzingen. xity, 2. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014

Hans-Erhard Lessing: Zwei Räder statt vier Hufe – Karl Drais G.Braun-Verlag, Karlsruhe 2010

Richard Benz: Heidelberg. Schicksal und Geist, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen, 2. Auflage 1975, ISBN 3-7995-4008-3, S. 296

Italien / Toskana - Volterra

 

Volterra (Italian pronunciation: [volˈtɛrra]; Latin: Volaterrae) is a walled mountaintop town in the Tuscany region of Italy. Its history dates from before the 8th century BC and it has substantial structures from the Etruscan, Roman, and Medieval periods.

 

History

 

Volterra, known to the ancient Etruscans as Velathri or Vlathri and to the Romans as Volaterrae, is a town and comune in the Tuscany region of Italy. The town was a Bronze Age settlement of the Proto-Villanovan culture, and an important Etruscan center (Velàthre, Velathri or Felathri in Etruscan, Volaterrae in Latin language), one of the "twelve cities" of the Etruscan League.

 

The site is believed to have been continuously inhabited as a city since at least the end of the 8th century BC. It became a municipium allied to Rome at the end of the 3rd century BC. The city was a bishop's residence in the 5th century, and its episcopal power was affirmed during the 12th century. With the decline of the episcopate and the discovery of local alum deposits, Volterra became a place of interest of the Republic of Florence, whose forces conquered Volterra. Florentine rule was not always popular, and opposition occasionally broke into rebellion. These rebellions were put down by Florence.

 

When the Republic of Florence fell in 1530, Volterra came under the control of the Medici family and later followed the history of the Grand Duchy of Tuscany.

 

Culture

 

The main events that take place during the year in Volterra are

 

Volterra gusto

Volterra arte

Volterra teatro

 

Main sights

 

Roman Theatre of Volterra, 1st century BC, excavated in the 1950s

 

the Roman amphitheatre was discovered in 2015 and has been excavated over the succeeding years

 

Piazza dei Priori, the main square, a fine example of medieval Tuscan town squares

 

Palazzo dei Priori, the town hall located on Piazza dei Priori, construction begun in 1208 and finished in 1257

 

Pinacoteca e museo civico di Volterra (Art Gallery) in Palazzo Minucci-Solaini. Founded in 1905, the gallery consists mostly of works by Tuscan artists from 14th to 17th centuries. Includes a Deposition by Rosso Fiorentino.

 

Etruscan Acropolis and Roman Cistern. The acropolis on the citadel dates to the 8th century B.C., while the impressive cistern is from the 1st century B.C.

 

Volterra Cathedral. It was enlarged in the 13th century after an earthquake. It houses a ciborium and some angels by Mino da Fiesole, a notable wood Deposition (1228), a masterwork of Romanesque sculpture and the Sacrament Chapel, with paintings by Santi di Tito, Giovanni Balducci and Agostino Veracini. In the center of the vault are fragments of an Eternal Father by Niccolò Circignani. Also noteworthy is the Addolorata Chapel, with a terracotta group attributed to Andrea della Robbia and a fresco of Riding Magi by Benozzo Gozzoli. In the nearby chapel, dedicated to the Most Holy Name of Jesus, is a table with Christ's monogram, allegedly painted by Bernardino of Siena. The rectangular bell tower is from 1493.

 

Volterra Baptistery of San Giovanni, built in the second half of the 13th century.

 

Fortezza Medicea (Medicean Fortress), built in the 1470s, now a prison housing the noted restaurant, Fortezza Medicea restaurant.

 

Guarnacci Etruscan Museum, with thousands of funeral urns dating back to the Hellenistic and Archaic periods. Main attractions are the bronze statuette "Ombra della sera" (lit. '"Shadow of the Night"'), and the sculpted effigy, "Urna degli Sposi" (lit. '"Urn of the Spouses"') of an Etruscan couple in terra cotta.

 

The Etruscan Walls of Volterra, including the well-preserved Walls of Volterra (3rd-2nd centuries BC), and Porta Diana gates.

 

The Medici Villa di Spedaletto, outside the city, in direction of Lajatico

 

There are excavations of Etruscan tombs in the Valle Bona area.

 

Volterra Psychiatric Hospital, Founded in 1888 until 1978, it was reopened for public and will be once more used for psychiatric purposes.

 

In popular culture

 

Volterra features in Horatius, a poem by Lord Macaulay.

 

Linda Proud's A Tabernacle for the Sun (2005), the first volume of The Botticelli Trilogy, begins with the sack of Volterra in 1472. Volterra is the ancestral home of the Maffei family and the events of 1472 lead directly to the Pazzi Conspiracy of 1478. The protagonist of the novel is Tommaso de' Maffei, half brother of one of the conspirators.

 

Volterra is an important location in Stephenie Meyer's Twilight series. In the books, Volterra is home to the Volturi, a clan of rich, regal, powerful ancient vampires, who essentially act as the rulers of the world's vampire population. (However, the relevant scenes from the movie were shot in Montepulciano.)

 

Volterra is the site of Stendhal's famously disastrous encounter in 1819 with his beloved Countess Mathilde Dembowska: she recognised him there, despite his disguise of new clothes and green glasses, and was furious. This is the central incident in his book On Love

 

Volterra is mentioned repeatedly in British author Dudley Pope's Captain Nicholas Ramage historical nautical series. Gianna, the Marchesa of Volterra and the fictional ruler of the area, features in the first twelve books of the eighteen-book series. The books chart the progress and career of Ramage during the Napoleonic wars of the late eighteenth and early nineteenth century, providing readers with well-scripted articulate details of life aboard sailing vessels and conditions at sea of that time.

 

Volterra is the site where the novel Chimaira by the Italian author Valerio Massimo Manfredi takes place.

 

Valerio Massimo Manfredi's The Ancient Curse is also set in Volterra, where a statue called 'The Shade of Twilight' is stolen from the Volterra museum.

 

Volterra is featured in Jhumpa Lahiri's 2008 collection of short stories Unaccustomed Earth. It is where Hema and Kaushik, the protagonists of the final short story "Going Ashore," travel before they part.

 

Volterra is featured in Luchino Visconti's 1965 film Vaghe stelle dell'Orsa, released as Sandra (Of a Thousand Delights) in the United States and as Of These Thousand Pleasures in the UK.

 

Volterra's scenery is used for Central City in the 2017 film Fullmetal Alchemist (film) directed by Fumihiko Sori.

 

The 2016 video game The Town of Light is set in a fictionalized version of the notorious Volterra Psychiatric Hospital.

 

"Volaterrae" is the name given by Dan and Una to their secret place in Far Wood in Rudyard Kipling's Puck of Pook's Hill. They named it from the verse in Lord Macaulay's Lays of Ancient Rome:

 

From lordly Volaterrae,

Where scowls the far-famed hold

Piled by the hands of giants

For Godlike Kings of old.

 

Volterra and its relationship with Medici Florence features in the 2018 second season of Medici: Masters of Florence.

 

(Wikipedia)

 

Volterra, lateinisch Volaterrae, ist eine italienische Stadt mit 9980 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) in der Provinz Pisa in der Region Toskana.

 

Geographie

 

Volterra liegt etwa 50 Kilometer südlich von Pisa und 30 Kilometer vom Mittelmeer entfernt. Die Stadt gilt mit ihrem spektakulären landschaftlichen Umfeld als eine der schönsten in der Toskana.

 

Der Kern der heutigen Stadt liegt abgeschieden auf einem 550 m hohen Bergrücken über dem Tal der Cecina (Val di Cecina) inmitten einer kargen, zerfurchten Hügellandschaft. Die Felsabbrüche und Geröllhalden sind das Produkt jahrhundertelanger Erosion. Das Gebiet Le Balze im Nordwesten Volterras vermittelt einen beispielhaften Eindruck dieses Phänomens.

 

Die Stadt wird beherrscht von einer heute als Staatsgefängnis benutzten Festung der Medici, der Fortezza Medicea. Volterra ist ein Zentrum der Alabasterverarbeitung.

 

Zu den Ortsteilen (Frazioni) zählen Mazzolla, Montemiccioli, Saline di Volterra und Villamagna.

 

Die Nachbargemeinden sind Casole d’Elsa (SI), Colle di Val d’Elsa (SI), Gambassi Terme (FI), Lajatico, Montaione (FI), Montecatini Val di Cecina, Peccioli, Pomarance und San Gimignano (SI).

 

Geschichte

 

Volterra kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. entstand der Ort aus der Verbindung mehrerer kleiner etruskischer Ansiedlungen, deren Bestand bis ins 7. Jahrhundert v. Chr. zurückverfolgt werden kann. Zu dieser Zeit bauten die Etrusker eine sieben Kilometer lange Ringmauer und nannten die nunmehr vereinigte Stadt Velathri.

 

Volterra war eine der ältesten und größten der zwölf Bundesstädte Etruriens. Später war es eine römische Stadt mit den Rechten eines Municipiums. Ihre hohe Lage machte sie zu einer starken Festung, die Sulla im ersten Bürgerkrieg erst nach zweijähriger Belagerung 79 v. Chr. einnehmen konnte.

 

Im 12. und 13. Jahrhundert war Volterra eine Republik; im 14. Jahrhundert fiel es an Florenz.

 

Sehenswürdigkeiten

 

Architektonische und künstlerische Zeugnisse der verschiedenen Epochen zeugen von der wechselvollen Existenz und Bedeutung der Stadt. Einige der etruskischen Nekropolen und mittelalterlichen Kirchenmauern sind jedoch in der Vergangenheit der Erosion zum Opfer gefallen.

 

Am Hauptplatz der Stadt, der Piazza dei Priori, steht der älteste erhaltene Kommunalpalast der Toskana, der Palazzo dei Priori.

 

Von der etruskischen Stadtmauer ist als einziges Tor die Porta all’Arco gut erhalten. Es stammt aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. Im äußeren Bogen sind drei verwitterte Köpfe zu erkennen, deren Bedeutung aber umstritten ist.

 

Außerhalb der mittelalterlichen Porta Fiorentina liegt das Teatro Romano, erbaut zur Zeit des Kaisers Augustus. Von der Zuschauertribüne für etwa 2000 Personen blickt man auf die teilweise rekonstruierte Bühnenwand. Die unterhalb des Theaters liegenden Thermenanlagen stammen aus späterer Zeit.

 

Andere historische öffentliche Gebäude sind der Dom Santa Maria Assunta aus dem frühen 12. Jahrhundert mit einer Kassettendecke und mit Granit vortäuschender Stuckverkleidung der Säulen sowie etlichen künstlerisch hochrangigen Ausstattungsstücken, das oktogonale Baptisterium mit einem Taufbecken von Andrea Sansovino, der auf Privatpaläste und Wohntürme aus dem 12. und 13. Jahrhundert zurückgehende Palazzo Pretorio sowie der als Gefängnis dienende Torre del Porcellino. Schließlich gehört der Palazzo Incontri-Viti zu den prachtvollsten Gebäuden Volterras.

 

Unter den Kirchen sind zu nennen: die spätromanische S. Michele sowie die Kirchen von S. Francesco, S. Lino und S. Girolamo mit Bildern und Skulpturen aus der Schule von Florenz.

 

Museen

 

Von besonderer Bedeutung ist das archäologische Museo Etrusco Guarnacci im Palazzo Desideri Tangassi. Mario Guarnacci (1701–1785), ein vielseitig interessierter Gelehrter, widmete seine Studien der antiken Geschichte. Dabei konnte er durch Ankäufe und Ausgrabungen eine ansehnliche Menge Belegmaterial über die etruskische Zivilisation sammeln.

 

Ein bedeutender Teil der Sammlung umfasst Ascheurnen sowie Stücke aus Bronze und Keramik. Die Urnen bestehen aus Tuffstein, Alabaster und Tonerde. Eine der bekanntesten ganz Etruriens ist die Urna degli Sposi (dt. Urne der Brautleute), auf deren Deckel ein Paar beim Festmahl liegend dargestellt ist.

 

Das bedeutendste Stück der Sammlung ist jedoch die Bronzefigur Ombra della sera (dt. Abendschatten). Es ist mit der Zeit zu einer „Ikone“ für das Museum und die Stadt Volterra geworden. Seine Berühmtheit verdankt es hauptsächlich seiner einzigartigen Form, die den italienischen Dichter Gabriele D’Annunzio an den Schatten einer menschlichen Figur in der Abendsonne erinnert haben soll. Es ist ein Meisterwerk etruskischer Bronzegießer aus der hellenistischen Periode. Ein weiteres bedeutendes Exponat ist die Stele des Avile Tite aus dem 6. Jahrhundert v. Chr.

 

Weitere Ausstellungsstücke sind verschiedene Mosaikböden aus der römischen Kaiserzeit, die aus Volterra und Segalari stammen. Hinzu kommt eine Münzsammlung mit seltenen etruskischen Münzen aus Gold, Silber und Bronze. Schließlich sind noch mit Edelsteinen verzierte etruskische und römische Schmuckstücke zu sehen.

 

Wichtig ist die Sammlung der seit 1982 im Minucci-Solaini-Palast untergebrachten „Pinacoteca“ mit der berühmten Kreuzesabnahme (1521), dem Meisterwerk des Malers Rosso Fiorentino, und den bedeutendsten Arbeiten von Taddeo di Bartolo, Domenico Ghirlandaio und Luca Signorelli, welche die künstlerischen Einflüsse aus Pisa, Florenz und Siena anschaulich machen.

 

Im April 2003 wurde im Turmhaus des Palazzo Minucci-Solaini das Ecomuseo dell’Alabastro eröffnet, in dem die Geschichte der Gewinnung und der Verarbeitung von Alabaster seit der Antike bis zur Gegenwart dargestellt ist.

 

Volterra in der Literatur

 

Volterra ist eine wichtige Stadt in Stephenie Meyers „Biss“-Serie. Dort ist Volterra die Heimatstadt der Volturi, einer königlichen Vampirfamilie.

 

Volterra spielt auch in der von Dudley Pope geschriebenen Romanreihe um den britischen Marineoffizier Nicolas Ramage eine Rolle. Im ersten Band rettet er während der Napoleonischen Kriege die Marchesa von Volterra vor den französischen Besatzungstruppen. Er verliebt sich in sie, und ihre Herrschaft über Volterra spielt in den weiteren Bänden eine wichtige Rolle. Auch ihr Neffe, Paolo Orsini, nächster in der Erbreihenfolge der Regentschaft, kommt in den meisten Romanen vor, da er als Fähnrich unter Ramages Kommando segelt.

 

(Wikipedia)

Italien / Toskana - Volterra

 

Volterra (Italian pronunciation: [volˈtɛrra]; Latin: Volaterrae) is a walled mountaintop town in the Tuscany region of Italy. Its history dates from before the 8th century BC and it has substantial structures from the Etruscan, Roman, and Medieval periods.

 

History

 

Volterra, known to the ancient Etruscans as Velathri or Vlathri and to the Romans as Volaterrae, is a town and comune in the Tuscany region of Italy. The town was a Bronze Age settlement of the Proto-Villanovan culture, and an important Etruscan center (Velàthre, Velathri or Felathri in Etruscan, Volaterrae in Latin language), one of the "twelve cities" of the Etruscan League.

 

The site is believed to have been continuously inhabited as a city since at least the end of the 8th century BC. It became a municipium allied to Rome at the end of the 3rd century BC. The city was a bishop's residence in the 5th century, and its episcopal power was affirmed during the 12th century. With the decline of the episcopate and the discovery of local alum deposits, Volterra became a place of interest of the Republic of Florence, whose forces conquered Volterra. Florentine rule was not always popular, and opposition occasionally broke into rebellion. These rebellions were put down by Florence.

 

When the Republic of Florence fell in 1530, Volterra came under the control of the Medici family and later followed the history of the Grand Duchy of Tuscany.

 

Culture

 

The main events that take place during the year in Volterra are

 

Volterra gusto

Volterra arte

Volterra teatro

 

Main sights

 

Roman Theatre of Volterra, 1st century BC, excavated in the 1950s

 

the Roman amphitheatre was discovered in 2015 and has been excavated over the succeeding years

 

Piazza dei Priori, the main square, a fine example of medieval Tuscan town squares

 

Palazzo dei Priori, the town hall located on Piazza dei Priori, construction begun in 1208 and finished in 1257

 

Pinacoteca e museo civico di Volterra (Art Gallery) in Palazzo Minucci-Solaini. Founded in 1905, the gallery consists mostly of works by Tuscan artists from 14th to 17th centuries. Includes a Deposition by Rosso Fiorentino.

 

Etruscan Acropolis and Roman Cistern. The acropolis on the citadel dates to the 8th century B.C., while the impressive cistern is from the 1st century B.C.

 

Volterra Cathedral. It was enlarged in the 13th century after an earthquake. It houses a ciborium and some angels by Mino da Fiesole, a notable wood Deposition (1228), a masterwork of Romanesque sculpture and the Sacrament Chapel, with paintings by Santi di Tito, Giovanni Balducci and Agostino Veracini. In the center of the vault are fragments of an Eternal Father by Niccolò Circignani. Also noteworthy is the Addolorata Chapel, with a terracotta group attributed to Andrea della Robbia and a fresco of Riding Magi by Benozzo Gozzoli. In the nearby chapel, dedicated to the Most Holy Name of Jesus, is a table with Christ's monogram, allegedly painted by Bernardino of Siena. The rectangular bell tower is from 1493.

 

Volterra Baptistery of San Giovanni, built in the second half of the 13th century.

 

Fortezza Medicea (Medicean Fortress), built in the 1470s, now a prison housing the noted restaurant, Fortezza Medicea restaurant.

 

Guarnacci Etruscan Museum, with thousands of funeral urns dating back to the Hellenistic and Archaic periods. Main attractions are the bronze statuette "Ombra della sera" (lit. '"Shadow of the Night"'), and the sculpted effigy, "Urna degli Sposi" (lit. '"Urn of the Spouses"') of an Etruscan couple in terra cotta.

 

The Etruscan Walls of Volterra, including the well-preserved Walls of Volterra (3rd-2nd centuries BC), and Porta Diana gates.

 

The Medici Villa di Spedaletto, outside the city, in direction of Lajatico

 

There are excavations of Etruscan tombs in the Valle Bona area.

 

Volterra Psychiatric Hospital, Founded in 1888 until 1978, it was reopened for public and will be once more used for psychiatric purposes.

 

In popular culture

 

Volterra features in Horatius, a poem by Lord Macaulay.

 

Linda Proud's A Tabernacle for the Sun (2005), the first volume of The Botticelli Trilogy, begins with the sack of Volterra in 1472. Volterra is the ancestral home of the Maffei family and the events of 1472 lead directly to the Pazzi Conspiracy of 1478. The protagonist of the novel is Tommaso de' Maffei, half brother of one of the conspirators.

 

Volterra is an important location in Stephenie Meyer's Twilight series. In the books, Volterra is home to the Volturi, a clan of rich, regal, powerful ancient vampires, who essentially act as the rulers of the world's vampire population. (However, the relevant scenes from the movie were shot in Montepulciano.)

 

Volterra is the site of Stendhal's famously disastrous encounter in 1819 with his beloved Countess Mathilde Dembowska: she recognised him there, despite his disguise of new clothes and green glasses, and was furious. This is the central incident in his book On Love

 

Volterra is mentioned repeatedly in British author Dudley Pope's Captain Nicholas Ramage historical nautical series. Gianna, the Marchesa of Volterra and the fictional ruler of the area, features in the first twelve books of the eighteen-book series. The books chart the progress and career of Ramage during the Napoleonic wars of the late eighteenth and early nineteenth century, providing readers with well-scripted articulate details of life aboard sailing vessels and conditions at sea of that time.

 

Volterra is the site where the novel Chimaira by the Italian author Valerio Massimo Manfredi takes place.

 

Valerio Massimo Manfredi's The Ancient Curse is also set in Volterra, where a statue called 'The Shade of Twilight' is stolen from the Volterra museum.

 

Volterra is featured in Jhumpa Lahiri's 2008 collection of short stories Unaccustomed Earth. It is where Hema and Kaushik, the protagonists of the final short story "Going Ashore," travel before they part.

 

Volterra is featured in Luchino Visconti's 1965 film Vaghe stelle dell'Orsa, released as Sandra (Of a Thousand Delights) in the United States and as Of These Thousand Pleasures in the UK.

 

Volterra's scenery is used for Central City in the 2017 film Fullmetal Alchemist (film) directed by Fumihiko Sori.

 

The 2016 video game The Town of Light is set in a fictionalized version of the notorious Volterra Psychiatric Hospital.

 

"Volaterrae" is the name given by Dan and Una to their secret place in Far Wood in Rudyard Kipling's Puck of Pook's Hill. They named it from the verse in Lord Macaulay's Lays of Ancient Rome:

 

From lordly Volaterrae,

Where scowls the far-famed hold

Piled by the hands of giants

For Godlike Kings of old.

 

Volterra and its relationship with Medici Florence features in the 2018 second season of Medici: Masters of Florence.

 

(Wikipedia)

 

Volterra, lateinisch Volaterrae, ist eine italienische Stadt mit 9980 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) in der Provinz Pisa in der Region Toskana.

 

Geographie

 

Volterra liegt etwa 50 Kilometer südlich von Pisa und 30 Kilometer vom Mittelmeer entfernt. Die Stadt gilt mit ihrem spektakulären landschaftlichen Umfeld als eine der schönsten in der Toskana.

 

Der Kern der heutigen Stadt liegt abgeschieden auf einem 550 m hohen Bergrücken über dem Tal der Cecina (Val di Cecina) inmitten einer kargen, zerfurchten Hügellandschaft. Die Felsabbrüche und Geröllhalden sind das Produkt jahrhundertelanger Erosion. Das Gebiet Le Balze im Nordwesten Volterras vermittelt einen beispielhaften Eindruck dieses Phänomens.

 

Die Stadt wird beherrscht von einer heute als Staatsgefängnis benutzten Festung der Medici, der Fortezza Medicea. Volterra ist ein Zentrum der Alabasterverarbeitung.

 

Zu den Ortsteilen (Frazioni) zählen Mazzolla, Montemiccioli, Saline di Volterra und Villamagna.

 

Die Nachbargemeinden sind Casole d’Elsa (SI), Colle di Val d’Elsa (SI), Gambassi Terme (FI), Lajatico, Montaione (FI), Montecatini Val di Cecina, Peccioli, Pomarance und San Gimignano (SI).

 

Geschichte

 

Volterra kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. entstand der Ort aus der Verbindung mehrerer kleiner etruskischer Ansiedlungen, deren Bestand bis ins 7. Jahrhundert v. Chr. zurückverfolgt werden kann. Zu dieser Zeit bauten die Etrusker eine sieben Kilometer lange Ringmauer und nannten die nunmehr vereinigte Stadt Velathri.

 

Volterra war eine der ältesten und größten der zwölf Bundesstädte Etruriens. Später war es eine römische Stadt mit den Rechten eines Municipiums. Ihre hohe Lage machte sie zu einer starken Festung, die Sulla im ersten Bürgerkrieg erst nach zweijähriger Belagerung 79 v. Chr. einnehmen konnte.

 

Im 12. und 13. Jahrhundert war Volterra eine Republik; im 14. Jahrhundert fiel es an Florenz.

 

Sehenswürdigkeiten

 

Architektonische und künstlerische Zeugnisse der verschiedenen Epochen zeugen von der wechselvollen Existenz und Bedeutung der Stadt. Einige der etruskischen Nekropolen und mittelalterlichen Kirchenmauern sind jedoch in der Vergangenheit der Erosion zum Opfer gefallen.

 

Am Hauptplatz der Stadt, der Piazza dei Priori, steht der älteste erhaltene Kommunalpalast der Toskana, der Palazzo dei Priori.

 

Von der etruskischen Stadtmauer ist als einziges Tor die Porta all’Arco gut erhalten. Es stammt aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. Im äußeren Bogen sind drei verwitterte Köpfe zu erkennen, deren Bedeutung aber umstritten ist.

 

Außerhalb der mittelalterlichen Porta Fiorentina liegt das Teatro Romano, erbaut zur Zeit des Kaisers Augustus. Von der Zuschauertribüne für etwa 2000 Personen blickt man auf die teilweise rekonstruierte Bühnenwand. Die unterhalb des Theaters liegenden Thermenanlagen stammen aus späterer Zeit.

 

Andere historische öffentliche Gebäude sind der Dom Santa Maria Assunta aus dem frühen 12. Jahrhundert mit einer Kassettendecke und mit Granit vortäuschender Stuckverkleidung der Säulen sowie etlichen künstlerisch hochrangigen Ausstattungsstücken, das oktogonale Baptisterium mit einem Taufbecken von Andrea Sansovino, der auf Privatpaläste und Wohntürme aus dem 12. und 13. Jahrhundert zurückgehende Palazzo Pretorio sowie der als Gefängnis dienende Torre del Porcellino. Schließlich gehört der Palazzo Incontri-Viti zu den prachtvollsten Gebäuden Volterras.

 

Unter den Kirchen sind zu nennen: die spätromanische S. Michele sowie die Kirchen von S. Francesco, S. Lino und S. Girolamo mit Bildern und Skulpturen aus der Schule von Florenz.

 

Museen

 

Von besonderer Bedeutung ist das archäologische Museo Etrusco Guarnacci im Palazzo Desideri Tangassi. Mario Guarnacci (1701–1785), ein vielseitig interessierter Gelehrter, widmete seine Studien der antiken Geschichte. Dabei konnte er durch Ankäufe und Ausgrabungen eine ansehnliche Menge Belegmaterial über die etruskische Zivilisation sammeln.

 

Ein bedeutender Teil der Sammlung umfasst Ascheurnen sowie Stücke aus Bronze und Keramik. Die Urnen bestehen aus Tuffstein, Alabaster und Tonerde. Eine der bekanntesten ganz Etruriens ist die Urna degli Sposi (dt. Urne der Brautleute), auf deren Deckel ein Paar beim Festmahl liegend dargestellt ist.

 

Das bedeutendste Stück der Sammlung ist jedoch die Bronzefigur Ombra della sera (dt. Abendschatten). Es ist mit der Zeit zu einer „Ikone“ für das Museum und die Stadt Volterra geworden. Seine Berühmtheit verdankt es hauptsächlich seiner einzigartigen Form, die den italienischen Dichter Gabriele D’Annunzio an den Schatten einer menschlichen Figur in der Abendsonne erinnert haben soll. Es ist ein Meisterwerk etruskischer Bronzegießer aus der hellenistischen Periode. Ein weiteres bedeutendes Exponat ist die Stele des Avile Tite aus dem 6. Jahrhundert v. Chr.

 

Weitere Ausstellungsstücke sind verschiedene Mosaikböden aus der römischen Kaiserzeit, die aus Volterra und Segalari stammen. Hinzu kommt eine Münzsammlung mit seltenen etruskischen Münzen aus Gold, Silber und Bronze. Schließlich sind noch mit Edelsteinen verzierte etruskische und römische Schmuckstücke zu sehen.

 

Wichtig ist die Sammlung der seit 1982 im Minucci-Solaini-Palast untergebrachten „Pinacoteca“ mit der berühmten Kreuzesabnahme (1521), dem Meisterwerk des Malers Rosso Fiorentino, und den bedeutendsten Arbeiten von Taddeo di Bartolo, Domenico Ghirlandaio und Luca Signorelli, welche die künstlerischen Einflüsse aus Pisa, Florenz und Siena anschaulich machen.

 

Im April 2003 wurde im Turmhaus des Palazzo Minucci-Solaini das Ecomuseo dell’Alabastro eröffnet, in dem die Geschichte der Gewinnung und der Verarbeitung von Alabaster seit der Antike bis zur Gegenwart dargestellt ist.

 

Volterra in der Literatur

 

Volterra ist eine wichtige Stadt in Stephenie Meyers „Biss“-Serie. Dort ist Volterra die Heimatstadt der Volturi, einer königlichen Vampirfamilie.

 

Volterra spielt auch in der von Dudley Pope geschriebenen Romanreihe um den britischen Marineoffizier Nicolas Ramage eine Rolle. Im ersten Band rettet er während der Napoleonischen Kriege die Marchesa von Volterra vor den französischen Besatzungstruppen. Er verliebt sich in sie, und ihre Herrschaft über Volterra spielt in den weiteren Bänden eine wichtige Rolle. Auch ihr Neffe, Paolo Orsini, nächster in der Erbreihenfolge der Regentschaft, kommt in den meisten Romanen vor, da er als Fähnrich unter Ramages Kommando segelt.

 

(Wikipedia)

Toskana, Provinz Grosseto, Italien

 

Tuscany (Province of Grosseto), Italy

Der Wasserfall von der anderen Seite. Auch wenn mir die Qualität des von mir jetzt noch so gut wie möglich nachbearbeiteten Fotos nicht besonders gefällt, kann ich damit vielleicht meinem lieben Freund Paul doch eine kleine Freude bereiten. Auch zeigt es die Lücke, durch die wir mühsam gekrochen sind.

Wessobrunn

 

Von der romanischen Klosterkirche St. Peter steht heute nur noch der Glockenturm aus Tuffstein (um 1260), der grauer Herzog oder Römerturm genannt wird.

 

www.klosterwessobrunn.de/geschichte/

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Schloss Schwetzingen ist ein Schloss in Schwetzingen, das vor allem den pfälzischen Kurfürsten Karl Philipp und Karl Theodor als Sommerresidenz diente. Bekannt ist in erster Linie der im 18. Jahrhundert angelegte Schlossgarten. Jährlich finden im Schloss die Schwetzinger Festspiele und alle zwei Jahre das Lichterfest statt.

 

Inhaltsverzeichnis

 

1 Geschichte

2 Weltkulturerbe

3 Schloss

3.1 Innenräume

3.2 Zirkelbauten

3.3 Theater

3.4 Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen

4 Garten

4.1 Französischer Garten

4.2 Englischer Garten

4.3 Arboretum

4.4 See

4.5 Bauten

4.5.1 Merkurtempel

4.5.2 Minervatempel

4.5.3 Apollotempel

4.5.4 Tempel der Waldbotanik

4.5.5 Badhaus

4.5.6 Wasserspeiende Vögel

4.5.7 Perspektiv

4.5.8 Orangerie

4.5.9 Moschee

4.5.10 Römische Wasserleitung

4.5.11 Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)

4.6 Landschaftsschutzgebiet

5 Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses

6 Siehe auch

7 Literatur

8 Film

9 Weblinks

10 Einzelnachweise

 

Geschichte

 

Das Schwetzinger Schloss wurde im Jahr 1350 zum ersten Mal als Feste urkundlich erwähnt. Es handelte sich um ein mittelalterliches Wasserschloss. 1427 kam es in den Besitz des Kurfürsten Ludwig III. In der Folgezeit wurde es mehrfach umgebaut, diente als Jagdschloss und wurde gegen Ende des Dreißigjährigen Kriegs zerstört. Kurfürst Karl Ludwig ließ das Schwetzinger Schloss für seine Geliebte Luise von Degenfeld wieder aufbauen. Während eines Besuchs im August 1656 hatte er den Einwohnern von Schwetzingen bereits befohlen, sämtlichen Schutt wegzuräumen, wobei aufgelesene Trümmerteile wie Steine, Hölzer und „altes Eisenwerk“ bei den Untertanen zur eigenen Verwendung verbleiben durften. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde das Schloss erneut zerstört, die Grundmauern blieben allerdings stehen.

 

Karl Philipp

 

Karl Theodor

 

Seine heutige Form erhielt das Schloss auf Befehl des Kurfürsten Johann Wilhelm, der in Düsseldorf regierte. Dieser ließ es unter Leitung des Grafen Matteo Alberti – der Erbauer des Schlosses Bensberg – von dem Heidelberger Baumeister Johann Adam Breunig umbauen und durch zwei Flügelbauten wesentlich vergrößern. Das Bauwerk wurde in mehreren Bauabschnitten ab dem Jahre 1697 errichtet und ausgebaut. Im Jahr 1752 wurde eine Gartenerweiterung auf dem damals rund 70 Hektar großen Areal vorgenommen. Im gleichen Jahr wurde auch das Schlosstheater eröffnet. Obwohl das Schloss seit der Verlegung der Residenz des Kurfürsten Karl Theodor von Mannheim nach München im Jahr 1778 kaum mehr benutzt wurde, wurde in der Folgezeit am Garten weiter gearbeitet.

 

Unter Karl Theodor war Schwetzingen Sommerresidenz: Die Hofhaltung wurde in den warmen Monaten von Schloss Mannheim nach Schloss Schwetzingen verlegt. Die Schlichtheit der Wohnungen des Kurfürstenpaares und eine größere Informalität der Umgangsformen waren Ausdruck eines vorgeblich einfacheren, unbeschwerten „Lebens auf dem Lande“.

 

An der künstlerischen Ausgestaltung von Schloss und Garten waren nahezu alle am Hof in Mannheim beschäftigten Künstler beteiligt. Dazu gehörten Alessandro Galli da Bibiena und Peter Anton von Verschaffelt. Der Lothringer Nicolas de Pigage war Intendant der Gärten und Wasserkünste sowie der bestimmende Architekt in der Karl-Theodor-Zeit. Pigage erweiterte den Garten in allen Stilwandlungen der Zeit. Der Zweibrücker Hofgärtner Johann Ludwig Petri plante das Hauptparterre und den Zirkel des französischen Gartens. Der erste Hofgärtner, van Wynder, wurde aus Kassel nach Schwetzingen berufen.

 

Der zweite Hofgärtner war Johann Wilhelm Sckell, ein Hauptmitarbeiter Pigages. Sein Sohn Friedrich Ludwig Sckell wurde 1804 nach München berufen, wo er den Englischen Garten anlegte. Der erste badische Gartenbaudirektor war Johann Michael Zeyher, der den Flieder in Schwetzingen einführte.

 

Schloss Schwetzingen zählt heute zu den landeseigenen Monumenten und wird von der Einrichtung Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg betreut. Der Garten ist gegen Eintritt öffentlich zugänglich, Schloss und Theater können im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

Weltkulturerbe

 

Im September 1999 meldete Deutschland Schwetzingen in der bei der UNESCO geführten sogenannten Tentativliste als potentielle Welterbestätte an.[1] Ein dortiger Eintrag ist die Voraussetzung dafür, dass zu einem späteren Zeitpunkt ein Antrag auf Verleihung eines entsprechenden Prädikats, in diesem Fall des Weltkulturerbes, gestellt werden kann. Dies geschah dann auch im Jahre 2007. Der Antrag umfasste einen Kernbereich von Schloss und Schlossgarten, den vorgelagerten Schlossplatz, das Ysenburgsche Palais sowie die Sichtachsen der Carl-Theodor- und der Lindenstraße. Hinzu kam eine zusätzliche Pufferzone, die weitere Teile der Stadt einbezog.[2]

 

Im Juni 2009 wurde der Antrag aufgrund eines negativen Votums des ICOMOS wieder zurückgenommen und infolgedessen im Laufe des folgenden Herbstes überarbeitet. Der ursprüngliche Ansatz, das freimaurerische und aufklärerische Wirken Carl-Theodors begleitend zu betonen, wurde zurückgefahren, stattdessen die künstlerische und musische Bedeutung von Schloss und Stadt hervorgehoben. Außerdem wurde der Kernbereich geringfügig erweitert.[2] Im Januar 2010 wurde der Neuantrag eingereicht.[3] Im März 2010 setzte die Kultusministerkonferenz Schwetzingen erneut auf die deutsche Nominierungsliste, diesmal für 2011.[4][5] Der als Entscheidungsgrundlage dienende Bewertungsbericht der ICOMOS vom Mai 2012 empfahl jedoch abermals, die Anlage nicht aufzunehmen. Negativ wurde insbesondere bewertet, dass es von dieser Art von Schlössern und Gärten schon elf, beispielsweise in Dessau, in Brühl oder in Potsdam und Berlin, und damit eigentlich deren genügend auf der Welterbeliste gebe. Eine besondere Stellung Schwetzingens habe nicht erkannt werden können.[6] Das Welterbekomitee stimmte dem ICOSMOS-Votum zwar mehrheitlich nicht zu, behandelte den Schwetzinger Antrag aber auch nicht, sondern empfahl stattdessen, einen neuen, abermals überarbeiteten Entwurf vorzulegen. Ob es dazu kommt, ist fraglich.[7][8][9] Über einen erneuten Versuch wurde nichts bekannt.

Schloss

Plan von Schwetzingen (um 1840)

 

Eine Anfahrt aus Heidelberg liegt auf der geraden Verbindung vom Königstuhl nach Schwetzingen. Die Trasse ist von erhöhter Position aus in der Landschaft noch gut erkennbar, aber nicht durchgehend befahrbar. Vom Königstuhl aus gesehen läuft diese Linie hinter dem Schloss weiter auf die Kalmit zu.

 

Vom Schwetzinger Schlossplatz gelangt man in den Ehrenhof. In den beiden ehemaligen Wachhäuschen am Schlosstor befinden sich heute ein Museumsladen und ein Café. Der Hof wird links und rechts von symmetrischen Wirtschaftsgebäuden flankiert. In der Mitte, an der Westseite, befindet sich das Corps de Logis, der Wohnbau des Schlosses.

Innenräume

 

In einer langwierigen Restaurierung der Jahre 1975–1991 wurden die Innenräume des Schlosses wiederhergestellt und mit authentischen Möbeln des 18. Jahrhunderts eingerichtet. In der Beletage verdeutlichen im Rahmen eines Schlossmuseums die Gesellschaftsräume, die Wohnung des Kurfürsten und die Wohnung der Kurfürstin das Funktionsprofil des Schlosses in der Karl-Theodor-Zeit.

 

Von besonderem kunstgeschichtlichen Rang sind die Räume der in badischer Zeit ab 1803 umgestalteten Wohnung der Reichsgräfin Luise Karoline von Hochberg im zweiten Obergeschoss aufgrund der vorzüglich erhaltenen Handdrucktapeten (1804) der Firma Zuber et Cie in Rixheim (Compagniezimmer mit Alpenpanorama „Vues de Suisse“, Schlafzimmer, Grand Cabinet).

Zirkelbauten

Nördlicher Zirkelbau

Südlicher Zirkelbau

 

Die Zirkelbauten sind zwei eingeschossige, dank hoher Fenstertüren mit unmittelbarem Gartenzugang versehene Werksteinbauten, die sich seitlich an das Schloss zu einem Halbrund anschließen und das kreisrunde Gartenparterre gemeinsam mit dem Halbkreis der Wandelgänge aus Lattenwerk umfangen. Der nördliche Zirkelbau wurde in den Jahren 1748/1749 von Alessandro Galli da Bibiena erbaut, der südliche im Jahr 1753 von Franz Wilhelm Rabaliatti. Die Zirkelbauten wurden für die Hofgesellschaften (Speisetafel, Spiele und Konzerte, Bälle) genutzt. Solche zusätzlichen, repräsentativen Räumlichkeiten waren angesichts der beengten Verhältnisse im alten Wohnbau des Schlosses unverzichtbar. Heute werden die Zirkelbauten als Schlossrestaurant, Café und Theaterfoyer sowie für Konzerte und Ausstellungen genutzt.

Theater

→ Hauptartikel: Schlosstheater Schwetzingen

 

Das kurfürstliche Hoftheater im frühklassizistischen Stil (oft fälschlich „Rokokotheater“ genannt) wurde am 15. Juni 1753 mit Oper Il figlio delle selve („Der Sohn der Wälder“) von Ignaz Holzbauer eröffnet. Hier wirkten Sänger, Instrumentalisten und Komponisten von internationalem Rang, darunter die Vertreter der Mannheimer Schule. Nachdem Karl Theodor seine Residenz nach München verlegt hatte, fanden nur noch gelegentliche Aufführungen in Schwetzingen statt, wenn der Kurfürst dort zu Besuch war. Auch in der badischen Zeit wurde das Theater nur selten benutzt. Es verfiel und konnte nicht mehr bespielt werden. 1936/37 und 2002/03 wurde das Theater völlig renoviert. Die Brüstungen der leicht ansteigenden Logenränge haben im Grundriss die Form einer Lyra. Die Pfeiler sind reich verziert und von Korbbögen überbrückt, die die Wirkung des Raumes vertiefen.

Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen

 

Im südlichen Flügel des Schlosses sind seit ihrer Gründung 1953 die Fachhochschule Schwetzingen – Hochschule für Rechtspflege bzw. deren Vorgängereinrichtungen untergebracht. Aufgrund umfangreicher Umbau- und Renovierungsarbeiten wurde der Studienbetrieb seit September 2009 in ein Ausweichquartier nach Mannheim-Wohlgelegen verlegt.

Garten

Parterre

 

Der Schwetzinger Schlossgarten gliedert sich in einen Französischen Garten und einen Englischen Garten. Bei der kunsthistorischen Interpretation des Gartens wird auch unterschieden zwischen dem „Garten der Allegorien“, also jener Gartenteil, in welchem ohne tiefere Bedeutung allegorische Figuren stehen, und dem „Garten der Vernunft“. Zum „Garten der Vernunft“ zählen Minervatempel, Merkurtempel, Moschee, Apollotempel, Tempel der Botanik, das römische Wasserkastell sowie das Arboretum, also jene Gartenteile, in denen im Sinne aufklärerischen Denkens die Vernunft gefeiert wird. Der Schwetzinger Schlossgarten war, mit Ausnahme des Bereiches um das Badhaus, bereits in kurfürstlicher Zeit für die gesamte Bevölkerung zugänglich, damals noch ohne Eintrittsgeld. Eine Parkordnung regelte das angemessene Verhalten der Besucher.

Französischer Garten

Luftaufnahme des Barockgartens

Fontäne in der Gartenmitte

 

Längs der Hauptachse des Gartens blickt man nach Osten auf den Königstuhl im Odenwald und nach Westen auf die Kalmit im Pfälzerwald.

 

Der Barockgarten ist nach französischer Art in strengen geometrischen Formen angelegt. Die wichtigsten Elemente sind die Hauptachse, die Querachse und das Kreisrund. Der vordere Gartenteil zeigt Parterres und Boskette. Auf der Schlossterrasse befinden sich Urnen, die die vier Weltzeitalter darstellen (goldenes, silbernes, ehernes und eisernes Zeitalter). Zudem befinden sich dort zwei vergoldete Atalanten, die noch aus dem Vorgängergarten stammen. Eine Besonderheit des französischen Gartens ist die kreisförmige Anlage der zentrale Teil rund um den Arionbrunnen, das sogenannte Kreisparterre.

 

Der zentrale Arionbrunnen von Guibal hat eine Begebenheit der antiken Mythologie zum Thema: Arion (Arion von Lesbos) ist ein berühmter Sänger. Nach einem Wettstreit reich beschenkt, wird er auf See von den Schiffsleuten bedrängt. Er bittet, ein letztes Mal singen zu dürfen. Bei seinem Gesang erscheinen Delfine. Der Sänger stürzt sich in die Fluten und ein Delfin bringt ihn an die Küste, so dass er seinen Weg nach Korinth fortsetzen kann. Das Sternbild Delphin wird in manchen Überlieferungen als der von den Göttern ans Firmament entrückte Arion auf dem Delfin gedeutet.

 

Abgeschlossen wird der französische Garten durch die Darstellung einer Hirschjagd von Verschaffelt. In unmittelbarer Nähe sind die vier Elemente in Skulpturen dargestellt.

Englischer Garten

 

Die westlichen und nordwestlichen Teile des Gartens wurden als englischer Landschaftsgarten gestaltet. Im Gegensatz zum französischen Garten sind hier die Wege und Uferlinien leicht geschwungen. Am unregelmäßigen Waldbereich wurde fast nichts verändert.

Arboretum

 

Ein Arboretum ist eine Sammlung oft exotischer Gehölze. Der Gartenbaumeister Zeyher legte diesen Garten im Jahr 1802 mit exotischen Bildern aus aller Welt an. Besonders kunstvoll ist das schmiedeeiserne, teilvergoldete Tor von Rabaliatti. Auf derselben Fläche befand sich vorher eine Fasanerie mit Tiergehegen.

See

See mit Schloss im Hintergrund

See im Winter

Gartenphaeton des Kurfürsten 1775

 

Schon beim Betreten des Schlossgartens sieht der Besucher auf den großen See, der den Garten abschließt. An der Stelle des Sees befand sich ursprünglich ein ummauertes Bassin, das auf Vorschlag Zeyhers im Jahr 1823 auf Befehl des Großherzogs Ludwig von Baden erweitert und in einen See mit natürlicher Uferausformung umgewandelt wurde. Zwei Skulpturen (Kopien) von Verschaffelt ruhen auf der dem Schloss zugewandten Längsseite beidseitig der Blickachse: die Flussgötter Rhein und Donau. Die Originale sind in der Orangerie zu besichtigen.

 

Der See und alle weiteren Gewässer werden seit Pigage von zwei Wasserwerken gefüllt, die den Leimbach als Antrieb für die Mühlräder der Pumpen nutzten. Dieser umschloss bereits die ursprüngliche Burganlage und fließt vom Kraichgau kommend in Richtung Rhein. Für die Fontänen wurde sauberes Grundwasser verwendet. Diese Pumpen befanden sich im nördlichen Schlossflügel (oberes Wasserwerk mit Hochbehälter im heutigen Finanzamt). Ein zweites Pumpwerk mit Hochbehälter, das einen gleichbleibenden Druck sicherstellte, war am Parkende hinter dem Aquädukt verborgen (unteres Wasserwerk).

 

Für Karl-Theodor kaufte Pigage 1775 in London einen Gartenphaeton mit Lakai-Antrieb, wozu alle Hauptwege topfeben angelegt und sogar vorzeitliche Grabhügel abgetragen wurden. Damit konnte der Kurfürst im Park herumfahren, ohne dass Pferdeexkremente die Gartenwege verschmutzten. Der Muskelkraftwagen, heute im Schloss Nymphenburg, regte den Heidelberger Studenten Karl Drais vor 1803 zur späteren Erfindung des Ur-Fahrrads an.[10]

Bauten

 

Im Schwetzinger Schlosspark befinden sich neben zahlreichen Statuen auch einige Bauwerke. Das Gebäudeprogramm zeigt einen philosophischen und architektonischen Bezug auf die klassische Antike und, im Falle des Moschee-Komplexes, auf den Islam und die orientalische Weisheitslehre. Neuere Forschungen wollen im Schwetzinger Garten ein freimaurerisches Programm erkennen, in dem christliche Vorstellungen eingebunden wären. Gartenbauten, Wegbeziehungen, Tore und Brücken sollten den Park nicht nur in Einzelräume unterteilen, sondern größer wirken lassen. Einen eigenen Komplex bietet das früher nur auf Einladung oder Befehl des Kurfürsten zugängliche Badhaus, ein kleines Lusthaus mit eigenem Garten und dem „Perspektiv“.

 

Nach Ansicht von Richard Benz führte das Erlebnis der „künstlichen Ruinen“ im Schwetzinger Schlosspark die Dichter des 18. Jahrhunderts zur Beschäftigung mit den echten Ruinen des Heidelberger Schlosses und damit zur im späten 18. Jahrhundert einsetzenden „Wiederentdeckung“ Heidelbergs.[11]

Merkurtempel

 

Die Lage des Tempels oberhalb des Moscheeweihers

 

Der Tempel von Norden

 

Der Tempel aus der Nähe

 

Relief am Tempel

 

In den „Parties sauvages“, den südwestlichen landschaftlichen Partien des Schwetzinger Gartens wurde bereits 1784 ein „Monument“ gegenüber der Moschee geplant. 1787/88 entstand der Ruinenbau Pigages, der erstmals 1791 dem römischen Gott Merkur zugewiesen wird. Sein kellerartiger Unterbau aus großen Sandsteinblöcken erscheint als Rest eines älteren Vorgängers. Der dreigeschossige, turmartige Merkur-Tempel aus Tuffstein besitzt ein im Grundriss sechseckiges Hauptgeschoss, darüber ein Attikageschoss und eine abschließende Laterne. Auf Merkur verweisen Reliefs aus Stuckmarmor über den Eingängen der drei gleichartigen Fassaden.

 

Die Deutung der Parkruine ist kontrovers: Nach überkommener Lesart steht sie für die Überwindung von Geheimlehren durch die Vernunft. Diese Lesart verweist darauf, dass der Tempel die Form eines römischen Grabmals hat. Durch drei Reliefs, die ausschließlich negative Episoden aus dem Leben des Merkur zeigen, wird dieser mit dem antiken Hermes Trismegistos, einem Symbol für Magie, gleichgesetzt. Der Aberglaube ist also gewissermaßen in seinem eigenen Tempel begraben worden. In diesem Zusammenhang wird auch betont, dass man von der Moschee über einen Weiher auf den Merkurtempel blickt. Wenn man die Moschee als Symbol für die Weisheit versteht, bedeutet dies: Der Weise muss Tod und Aberglaube nicht fürchten. Eine neue freimaurerische Interpretation hingegen sieht verborgene Verweise auf den Salomonischen Tempel und seinen Architekten Hiram Abif.

 

Der Merkurtempel hat die Funktion eines Aussichtspunkts, das Obergeschoss gestattet einen Blick über den See und auf die Moschee.

Minervatempel

Minervatempel

 

Die römische Göttin Minerva ist mehrfach im Schlossgarten dargestellt. Symmetrisch zu dem Minerva-Tempel war als Gegenstück ein Tempel des Cupido geplant, der nicht zur Ausführung kam.

 

Der von Pigage entworfene Tempel war 1769 vollendet. Seine viersäulige Front korinthischer Säulenordnung ist durch ein antik-römisches Vorbild angeregt, den Eingangsbau zur Portikus der Octavia. Einmalig ist die Umkehrung des Verhältnisses von Säulenhalle und Cella: Die Tempelcella wird zu einer gegenüber der Natur geöffneten Raumhülle umgedeutet, innerhalb derer sich die Säulenstellung fortsetzt.

 

Minerva, Göttin der Weisheit, erscheint vor der Rückwand in einem umgearbeiteten Standbild von Gabriel de Grupello. Sie ist, auch nach Ausweis des Giebelfeldes, die Göttin der friedlichen Künste und Wissenschaften, insbesondere der Gartenkunst. Die mit Marmorbänken ausgestattete Cella dient Parkbesuchern als Ruheraum, kann aber auch als imaginärer Versammlungsort derjenigen, die Weisheit erlangt haben, verstanden werden.

 

Unterhalb des Tempels befindet sich ein rechteckiger Raum, mit Nischen und runden Fensteröffnungen. Dieser Raum ist von außen zugänglich und zeigt Merkmale eines geheimen Versammlungsortes. Er wird von Pan regiert, wie eine Maske über der Tür anzeigt. Der Minerva-Tempel, der sich über dieser irrationalen Sphäre erhebt, wird so ein aufklärerisches Monument der gestaltenden Vernunft und der menschlichen Zivilisationsleistung.

Apollotempel

 

Apollotempel von Westen

 

Apollotempel von Westen

 

Lyraspielender Apollo

 

Apollos Rücken

 

Im Jahr 1762 plante man an dieser Stelle ein Belvedere. Nach dem Entwurf von Nicolas de Pigage entstand ein hoher, terrassierter Unterbau, auf dessen oberster Plattform sich ein Monopteros, ein Rundtempel mit zwölf Säulen ionischer Säulenordnung ohne Cella erhebt. Der Tempel ist dem griechischen Gott Apollo gewidmet. Die Statue des Apollo stammt von dem Bildhauer Anton von Verschaffelt. Sie zeigt den Gott beim linkshändigen Lyra-Spiel, was dem Künstler einigen Hohn eingebracht hat. In einem Briefwechsel zwischen Gleim, Wilhelm Heinse und Johannes von Müller heißt es, er stehe zwar »gar heilig« auf einer Anhöhe, »nur hat der linke Gott darin einen erbärmlichen Hintern«.

 

Der Apollo-Tempel krönt eine nach zwei Seiten gerichtete Anlage: Vom Eingang an der Westseite steigt der Besucher durch felsige, dunkle und verwirrende Korridore zur lichtumfluteten Plattform mit dem klassischen Monopteros empor. Aus der Sicht der Zuschauer im östlichen Heckentheater krönt der Tempel den Bühnenprospekt. Apoll erscheint als Gott der Künste und Führer der Musen auf dem Berg Helikon, wo der Hufschlag des Pegasus die Quelle Hippokrene, deren Wasser durch die Najaden über die Kaskade an die Menschen weitergegeben wird.

Tempel der Waldbotanik

Tempel der Waldbotanik

 

Der von Pigage entworfene Tempel der Waldbotanik – „Botanicae Silvestris“ – wurde schon 1777 geplant. Die Weiheinschrift nennt das Datum 1778, aber erst 1780 wurde der Bau fertig. Er bildet den Abschluss des „Arboretum Theodoricum“, der Baumsammlung im sogenannten Wiesentälchen. Der aufgesockelte, zylindrische Baukörper weist außen Rauputz nach Art von Eichenrinde auf. Eine Freitreppe, auf deren Wangen Sphingen wachen, führt zur Eingangstür. Innen vermittelt eine runde Öffnung von circa 20 cm Durchmesser in der Fußbodenmitte zu einem dunklen Gewölbe darunter. Das Bildprogramm handelt vom Wachsen, Reifen und Absterben der Natur. Vier große Relieffelder zeigen Symbole der vier Jahreszeiten in Verbindung mit einem antiken Dreifuß. Die Naturrhythmen werden mit der modernen Naturwissenschaft verknüpft: Bildnismedaillons der älteren Autoritäten Theophrastos von Eresos und Plinius stehen solche der modernen Naturforscher Joseph Pitton de Tournefort und Carl von Linné gegenüber. Linnés revolutionäres Buch über die Pflanzensystematik bildete das inzwischen verschwundene Attribut einer Statue der Göttin Ceres in der Mittelapsis.

Badhaus

Badhaus

 

Das von Pigage errichtete Badhaus ist ein kleines Lusthaus nach Art einer italienischen Villa. Während unter Karl Theodor der übrige Schlossgarten öffentlich zugänglich war, durfte der Badehaus-Bereich, zu dem ein eigener Garten gehört, nur auf Einladung oder mit Genehmigung des Kurfürsten betreten werden. Hier konnte Karl Theodor wie ein Privatmann leben und sich seinen musischen Neigungen hingeben. Vom Apollo-Bezirk her wird das Badhaus durch eine im Grundriss halbkreisförmige Exedra betreten, eine gleich gebildete liegt an der Rückseite. Durch beide Eingangsbereiche gelangt der Besucher in den Ovalsaal mit der Aurora als Deckengemälde und vier Horen als vergoldeten Plastiken, der das Zentrum des Schlösschens bildet. Vom Ovalsaal gehen nach Westen und nach Osten flurartige Vorzimmer mit fein eingelegtem Parkett aus drei Hölzern ab. Über sie gelangt der Besucher in das Schlafzimmer des Kurfürsten (Südwestseite, mit separater Toilette) und in den Baderaum (Nordwestseite) mit einem vertieften Marmorbecken (etwa 1‚2 m tief) mit zwei Sitzbänken in einer elliptischen Nische. Die Wasserleitungen sind als bekrönte Schlangen ausgearbeitet. An der Nordostseite liegt das Chinesische Zimmer mit chinesischen Papiertapeten, an der Südostseite das Schreibzimmer mit Landschaftsgemälden von Ferdinand Kobell.

 

In der beim Badhaus gelegenen Badhausküche befand sich der Kessel zum Erhitzen des Badewassers. Bemerkenswert ist, dass das Badhaus im Verhältnis zum Hauptschloss in der gleichen Position gelegen ist wie sein Vorbild, das Grand Trianon, im Schlosspark von Versailles.

Wasserspeiende Vögel

 

Uhu mit geschlagenem Fasan

 

wasserspeiende Vögel auf der Einfassung

 

Brunnen der wasserspeienden Vögel

 

Eine Attraktion des Badhausgartens ist der Brunnen der wasserspeienden Vögel (alle aus Eisenblech gearbeitet). Im mittleren Bassin sitzt in Angriffshaltung mit gespreizten Flügeln ein Uhu, der in seinen Fängen einen von ihm geschlagenen Fasan hält. Oben auf der Einfassung aus Lattenwerk, das die Anlage umgibt, sitzen zwanzig andere Vögel, die den Uhu (mit Wasser) bespucken. Das Thema des Brunnens geht auf eine Fabel von Äsop zurück, die vom Zorn der guten Vögel über den bösen Uhu handelt. Die Schwetzinger Figuren stammen aus dem lothringischen Schloss La Malgrange des polnischen Exkönigs Stanislaus I. Leszczyński. Vier Volieren mit lebenden, zwitschernden Vögeln erhöhen die Illusion. Zu der Anlage zählen zwei weitere kleine Gebäude, die sogenannten Achathäuschen.

Perspektiv

 

Perspektiv im Laubengang

 

Perspektiv aus der Nähe

 

Perspektiv von außen

 

Blick auf die halbrunde Mauer vom „Perspektiv“ oder „Ende der Welt“ im Schlossgarten Schwetzingen.

 

Das Perspektiv oder Ende der Welt im Schlossgarten Schwetzingen.

 

Das Perspektiv, im Volksmund als „Ende der Welt“ bezeichnet, schließt die Hauptachse des Badhausgartens nach Norden hin ab. Am hinteren Ende der Treillage ist eine Flusslandschaft zu erkennen. Dabei handelt es sich um die Kopie eines Gemäldes von Ferdinand Kobell auf einer Mauer. Durch geschickt genutzten Lichteinfall erscheint das Bild realistisch. Im Zusammenspiel mit dem zuführenden Gang und einem Architekturrahmen vor der Mauer entsteht eine starke Tiefenwirkung.

 

Aufbau des Perspektivs (von Pigage gestaltet): An den Laubengang (Treillage) schließt sich ein Pavillon mit zwei Seitenräumen an. Der Hauptraum des Pavillons (zum Gemälde hin offen und mit Tuffstein verkleidet) ist als Grotte gestaltet. Gegenüber dem Eingang des Laubengangs befindet sich eine Maueröffnung im Pavillon. In der Maueröffnung sind eiserne Schilfblättchen angebracht und Wasser tropft von der Grottendecke in ein Bassin. Hinter dieser Öffnung befindet sich in etwas Abstand eine halbrunde Mauer mit Landschaftsgemälde (in Freskotechnik). Das Landschaftsgemälde wird durch das Sonnenlicht beleuchtet und strahlt so förmlich, wenn man vor dem Laubengang steht.

Orangerie

Orangerie

→ Hauptartikel: Orangerie (Schwetzingen)

 

Ab dem 16. Jahrhundert kamen an den europäischen Fürstenhöfen Sammlungen von Orangen und anderen Zitrusbäumen in Mode. Diese überwinterten in abschlagbaren, nur für die kalte Jahreszeit um die Pflanzen herum errichteten Gebäuden. Im späten 17. und im 18. Jahrhundert wurden die Pflanzen in Pflanzkästen und Kübeln gehalten, die in einem festen Gebäude überwinterten und in den warmen Monaten in einem Orangerieparterre ins Freie gestellt wurden.

 

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts konnte der Bedarf an Räumlichkeiten für höfische Festivitäten in Schwetzingen nicht annähernd gedeckt werden. Eine Orangerie mit großem Festsaal westlich des Schlosses sollte hier Abhilfe schaffen. So hatte es jedenfalls Kurfürst Karl Philipp entschieden, der 1716 die Nachfolge des überwiegend in Düsseldorf residierenden Kurfürsten Johann Wilhelm angetreten hatte.

 

Die unter Karl Theodor errichtete Schwetzinger Orangerie mit ihren Fassadenmalereien wurde von Nicolas de Pigage entworfen. Die Malereien täuschen Naturstein als Material vor, wo nur simple Backsteinmauern sind. Davor liegt das Orangerieparterre, das gegenüber den anderen Gartenbereichen zugunsten eines Binnenklimas abgesenkt und zur warmen Südseite ausgerichtet ist. An den Ecken des Parterres befinden sich Statuen von drei Jahreszeiten, die vierte fehlt. In der Mitte stehen die Orangen- und Zitronenbäume in Kübeln auf einer rechteckigen Insel.

Moschee

→ Hauptartikel: Moschee Schwetzingen

 

Rote Moschee im Türkischen Garten

 

Wandelgang mit Eckpavillon

 

Innenansicht der Moscheekuppel

 

Im hinteren (südlichen) Bereich, dem Türkischen Garten, steht die Rote Moschee von Pigage, errichtet von 1778 bis 1785. Das Bauwerk hat keine liturgische Funktion, es handelt sich vielmehr um ein Gartenfolly mit ausschließlich ästhetischer Bedeutung. Die Schwetzinger Moschee ist der erste und größte Bau dieser Art in einem deutschen Park. Das Gebäude des späten Barock ist mit zahlreichen orientalischen Elementen versehen. Der Moscheehof wurde gelegentlich für Freilichtaufführungen von Opern genutzt. Die Moschee wurde im 20. Jahrhundert zeitweise von Muslimen genutzt.

 

Vor der Moschee befinden sich der ehemalige fürstliche Obstgarten, dahinter eine Baumschule und die Schlossgärtnerei.

Römische Wasserleitung

Römische Wasserleitung

 

Im Sommer 1779 wurde die am nördlichen Rand des Gartens gelegene künstliche Ruine nach Entwürfen von Nicolas de Pigage begonnen. Ein Torbau, auf dem noch ein Turmaufsatz erhalten scheint, erinnert an einen römischen Triumphbogen. In seiner mittleren Arkade rauscht ein Wasserfall. Von diesem Torbau greifen nach drei Seiten die Reste eines Aquäduktes aus, wobei der östliche Arm einen Freiplatz hinterfängt, auf dem sich ein Obelisk erhebt.

 

Pigage konnte auf eigene Antikenstudien während seiner Italienreise 1767/68 zurückgreifen. Die Verbindung von Torbogen und Aquädukt begegnet an der römischen Porta Maggiore und am Aquädukt der Acqua Vergine. Das Turmfreigeschoss könnte durch mittelalterliche Wehraufbauten auf römischen Brücken angeregt sein. Die Vorbilder finden sich in Veduten von Piranesi. Die Bezeichnung als Römisches Wasserkastell erscheint erst 1828.

Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)

Blick über die Chinesische Brücke, im Hintergrund der Merkurtempel

 

Die oft als „chinesisch“ bezeichnete Brücke im hinteren, nordwestlichen Bereich des Gartens verbindet den französischen mit dem englischen Gartenteil. Das Bauwerk geht tatsächlich auf einen Brückenentwurf des in Venetien tätig gewesenen Renaissance-Architekten Andrea Palladio zurück. Die Brücke hat den populären Beinamen „Lügenbrücke“, denn wer auf deren unregelmäßigen Stufen ins Straucheln kommt, soll schon einmal geschwindelt haben.

Landschaftsschutzgebiet

 

Bereits am 8. August 1952 hat das damalige Landratsamt Mannheim den Schloßgarten unter der Bezeichnung Schwetzinger Schloßgarten und Umgebung als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Das Gebiet mit der Nummer 2.26.013 hat aktuell eine Größe von rund 190 Hektar und umfasst den historischen Park aus der Kurfürstenzeit sowie das westliche Vorgelände und die historische Jagdanlage am Stern.

Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses

 

Voltaire kam im Jahr 1753 zum ersten Mal nach Schwetzingen und war 14 Tage lang Gast des mit ihm befreundeten Kurfürsten. Im Sommer 1758 kam Voltaire erneut zu einem kurzen Aufenthalt nach Schwetzingen. Wolfgang Amadeus Mozart wirkte zusammen mit seinem Vater und seiner Schwester an einem Hofkonzert am 18. Juli 1763 mit. Der Komponist Christoph Willibald Ritter von Gluck war im Jahr 1774 Gast des Kurfürsten. Friedrich Schiller fand in Schwetzingen Anregungen zu den gegensätzlichen „Aranjuez-Stimmungen“ des ersten Aktes von Don Karlos. Der Schauspieler August Wilhelm Iffland schilderte in einem Brief vom 26. November 1779 eine Jagd bei Schwetzingen, die 50.000 Gulden gekostet hatte und bei der für 9.000 Menschen Zuschauergerüste aufgebaut waren. Kaiser Joseph II. hielt sich im Jahr 1781 unter dem Namen Graf von Falkenstein in Schwetzingen auf.

Siehe auch

 

Schloss Benrath – 1755 bis 1773 von Pigage im Auftrag von Kurfürst Karl Theodor erbaut am Übergang vom Rokoko zum Klassizismus. Der Garten ist eine geometrisch achsensymmetrische Barockanlage nach französischem Vorbild, der Privatgarten des Kurfürsten wurde im 19. Jahrhundert landschaftlich umgestaltet. Im Nebengebäude des Schlosses befindet sich das Museum für Europäische Gartenkunst.

Maulbeerbaumallee nach Heidelberg – im Zusammenhang mit der Seidenraupenzucht.

 

Literatur

 

Carl Ludwig Fuchs, Claus Reisinger: Schloss und Garten zu Schwetzingen. 2. Auflage. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2008, ISBN 978-3-88462-266-7

Volker Hannwacker: Friedrich Ludwig von Sckell. Der Begründer des Landschaftsgartens in Deutschland. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1992, ISBN 3-421-03012-X, S. 11–21.

Nanette Schärf, Hartmann Manfred Schärf: Das Badhaus im Schwetzinger Schlossgarten. Die Restaurierung des Gebäudes, seiner Innenräume und Ausstattungen. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 37. Jg. 2008, Heft 1, S. 29–35 (PDF)

Ralf Richard Wagner: In seinem Paradiese Schwetzingen … Das Badhaus des Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz. Hrsg. von Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2009, 302 S., ISBN 978-3-89735-587-3.

Wegweiser durch den Schwetzinger Garten. Mit zwölf Ansichten von Conrad Caspar Rordorf. Engelmann, Heidelberg 1830 (Digitalisat)

Karl Wörn: Schwetzingen Lebendige Stadt. 3. Auflage. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 1980.

Oswald Zenker: Schwetzinger Schlossgarten. Ein Führer durch das Französische Gartenparterre und den Englischen Landschaftsgarten, mit Informationen über Schloss und Rokokotheater sowie Sehenswürdigkeiten der Umgebung. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 2002, ISBN 3-87742-170-9.

 

Film

 

Im Hain des Apoll. Der Schlosspark Schwetzingen. Dokumentarfilm, Deutschland, 2007, 28:20 Min., Buch und Regie: Christopher Paul, Produktion: SWR, Reihe: Schätze des Landes, Inhaltsangabe von ARD.

 

Weblinks

Commons: Schloss Schwetzingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

 

Offizielle Seite von Schloss Schwetzingen

Infos zum Schloss auf der Seite der Stadt Schwetzingen

Schloss Schwetzingen von ZUM

Kein Land „wo die Zitronen blühen“. In: Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Artikel zur Geschichte von Orangerien, darunter der in Schwetzingen

Schloss Schwetzingen auf badischewanderungen.de

Schloss Schwetzingen als 3D-Modell im 3D Warehouse von SketchUp

 

Einzelnachweise

Schwetzingen: A Prince Elector’s Summer Residence – garden design and Freemasonic allusions. Eintrag in der Tentativliste der UNESCO auf deren Website, abgerufen am 8. April 2014 (französisch)

Vorlage zur Gemeinderatssitzung vom 22. September 2009, abgerufen am 8. April 2014

Neue Akzente sollen in Paris überzeugen. Schwetzinger Zeitung, 2. Februar 2010, abgerufen am 8. April 2014

Die Sommerresidenz und ihre Musik sollen es richten. Mannheimer Morgen, 6. März 2010, abgerufen am 8. April 2014

Kurfürstliche Sommerresidenz Schwetzingen für die Aufnahme in die UNESCO-Weltkulturerbeliste nominiert. Pressemitteilung des Landesdenkmalsamts Baden-Württemberg vom 8. März 2010, abgerufen am 8. April 2014

ICOMOS Evaluations of Nominations of Cultural and Mixed Properties. Empfehlungsbericht zur 36. Sitzung des Welterbekomitees im Juni/Juli 2012, S. 224–233, PDF-Datei, 28,4 MB, abgerufen am 8. April 2014 (englisch)

Schwetzingen zunächst nicht Welterbe. Pressemitteilung der Stadt Schwetzingen vom 29. Juni 2012, abgerufen am 8. April 2014

Johanna Eberhardt: Schwetzingen nimmt keinen neuen Anlauf. Stuttgarter Zeitung, 3. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014

Kein dritter Anlauf für Unseco-Welterbe-Titel in Schwetzingen. xity, 2. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014

Hans-Erhard Lessing: Zwei Räder statt vier Hufe – Karl Drais G.Braun-Verlag, Karlsruhe 2010

Richard Benz: Heidelberg. Schicksal und Geist, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen, 2. Auflage 1975, ISBN 3-7995-4008-3, S. 296

Italien / Toskana - Volterra

 

Palazzo dei Priori

 

Volterra (Italian pronunciation: [volˈtɛrra]; Latin: Volaterrae) is a walled mountaintop town in the Tuscany region of Italy. Its history dates from before the 8th century BC and it has substantial structures from the Etruscan, Roman, and Medieval periods.

 

History

 

Volterra, known to the ancient Etruscans as Velathri or Vlathri and to the Romans as Volaterrae, is a town and comune in the Tuscany region of Italy. The town was a Bronze Age settlement of the Proto-Villanovan culture, and an important Etruscan center (Velàthre, Velathri or Felathri in Etruscan, Volaterrae in Latin language), one of the "twelve cities" of the Etruscan League.

 

The site is believed to have been continuously inhabited as a city since at least the end of the 8th century BC. It became a municipium allied to Rome at the end of the 3rd century BC. The city was a bishop's residence in the 5th century, and its episcopal power was affirmed during the 12th century. With the decline of the episcopate and the discovery of local alum deposits, Volterra became a place of interest of the Republic of Florence, whose forces conquered Volterra. Florentine rule was not always popular, and opposition occasionally broke into rebellion. These rebellions were put down by Florence.

 

When the Republic of Florence fell in 1530, Volterra came under the control of the Medici family and later followed the history of the Grand Duchy of Tuscany.

 

Culture

 

The main events that take place during the year in Volterra are

 

Volterra gusto

Volterra arte

Volterra teatro

 

Main sights

 

Roman Theatre of Volterra, 1st century BC, excavated in the 1950s

 

the Roman amphitheatre was discovered in 2015 and has been excavated over the succeeding years

 

Piazza dei Priori, the main square, a fine example of medieval Tuscan town squares

 

Palazzo dei Priori, the town hall located on Piazza dei Priori, construction begun in 1208 and finished in 1257

 

Pinacoteca e museo civico di Volterra (Art Gallery) in Palazzo Minucci-Solaini. Founded in 1905, the gallery consists mostly of works by Tuscan artists from 14th to 17th centuries. Includes a Deposition by Rosso Fiorentino.

 

Etruscan Acropolis and Roman Cistern. The acropolis on the citadel dates to the 8th century B.C., while the impressive cistern is from the 1st century B.C.

 

Volterra Cathedral. It was enlarged in the 13th century after an earthquake. It houses a ciborium and some angels by Mino da Fiesole, a notable wood Deposition (1228), a masterwork of Romanesque sculpture and the Sacrament Chapel, with paintings by Santi di Tito, Giovanni Balducci and Agostino Veracini. In the center of the vault are fragments of an Eternal Father by Niccolò Circignani. Also noteworthy is the Addolorata Chapel, with a terracotta group attributed to Andrea della Robbia and a fresco of Riding Magi by Benozzo Gozzoli. In the nearby chapel, dedicated to the Most Holy Name of Jesus, is a table with Christ's monogram, allegedly painted by Bernardino of Siena. The rectangular bell tower is from 1493.

 

Volterra Baptistery of San Giovanni, built in the second half of the 13th century.

 

Fortezza Medicea (Medicean Fortress), built in the 1470s, now a prison housing the noted restaurant, Fortezza Medicea restaurant.

 

Guarnacci Etruscan Museum, with thousands of funeral urns dating back to the Hellenistic and Archaic periods. Main attractions are the bronze statuette "Ombra della sera" (lit. '"Shadow of the Night"'), and the sculpted effigy, "Urna degli Sposi" (lit. '"Urn of the Spouses"') of an Etruscan couple in terra cotta.

 

The Etruscan Walls of Volterra, including the well-preserved Walls of Volterra (3rd-2nd centuries BC), and Porta Diana gates.

 

The Medici Villa di Spedaletto, outside the city, in direction of Lajatico

 

There are excavations of Etruscan tombs in the Valle Bona area.

 

Volterra Psychiatric Hospital, Founded in 1888 until 1978, it was reopened for public and will be once more used for psychiatric purposes.

 

In popular culture

 

Volterra features in Horatius, a poem by Lord Macaulay.

 

Linda Proud's A Tabernacle for the Sun (2005), the first volume of The Botticelli Trilogy, begins with the sack of Volterra in 1472. Volterra is the ancestral home of the Maffei family and the events of 1472 lead directly to the Pazzi Conspiracy of 1478. The protagonist of the novel is Tommaso de' Maffei, half brother of one of the conspirators.

 

Volterra is an important location in Stephenie Meyer's Twilight series. In the books, Volterra is home to the Volturi, a clan of rich, regal, powerful ancient vampires, who essentially act as the rulers of the world's vampire population. (However, the relevant scenes from the movie were shot in Montepulciano.)

 

Volterra is the site of Stendhal's famously disastrous encounter in 1819 with his beloved Countess Mathilde Dembowska: she recognised him there, despite his disguise of new clothes and green glasses, and was furious. This is the central incident in his book On Love

 

Volterra is mentioned repeatedly in British author Dudley Pope's Captain Nicholas Ramage historical nautical series. Gianna, the Marchesa of Volterra and the fictional ruler of the area, features in the first twelve books of the eighteen-book series. The books chart the progress and career of Ramage during the Napoleonic wars of the late eighteenth and early nineteenth century, providing readers with well-scripted articulate details of life aboard sailing vessels and conditions at sea of that time.

 

Volterra is the site where the novel Chimaira by the Italian author Valerio Massimo Manfredi takes place.

 

Valerio Massimo Manfredi's The Ancient Curse is also set in Volterra, where a statue called 'The Shade of Twilight' is stolen from the Volterra museum.

 

Volterra is featured in Jhumpa Lahiri's 2008 collection of short stories Unaccustomed Earth. It is where Hema and Kaushik, the protagonists of the final short story "Going Ashore," travel before they part.

 

Volterra is featured in Luchino Visconti's 1965 film Vaghe stelle dell'Orsa, released as Sandra (Of a Thousand Delights) in the United States and as Of These Thousand Pleasures in the UK.

 

Volterra's scenery is used for Central City in the 2017 film Fullmetal Alchemist (film) directed by Fumihiko Sori.

 

The 2016 video game The Town of Light is set in a fictionalized version of the notorious Volterra Psychiatric Hospital.

 

"Volaterrae" is the name given by Dan and Una to their secret place in Far Wood in Rudyard Kipling's Puck of Pook's Hill. They named it from the verse in Lord Macaulay's Lays of Ancient Rome:

 

From lordly Volaterrae,

Where scowls the far-famed hold

Piled by the hands of giants

For Godlike Kings of old.

 

Volterra and its relationship with Medici Florence features in the 2018 second season of Medici: Masters of Florence.

 

(Wikipedia)

 

Volterra, lateinisch Volaterrae, ist eine italienische Stadt mit 9980 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) in der Provinz Pisa in der Region Toskana.

 

Geographie

 

Volterra liegt etwa 50 Kilometer südlich von Pisa und 30 Kilometer vom Mittelmeer entfernt. Die Stadt gilt mit ihrem spektakulären landschaftlichen Umfeld als eine der schönsten in der Toskana.

 

Der Kern der heutigen Stadt liegt abgeschieden auf einem 550 m hohen Bergrücken über dem Tal der Cecina (Val di Cecina) inmitten einer kargen, zerfurchten Hügellandschaft. Die Felsabbrüche und Geröllhalden sind das Produkt jahrhundertelanger Erosion. Das Gebiet Le Balze im Nordwesten Volterras vermittelt einen beispielhaften Eindruck dieses Phänomens.

 

Die Stadt wird beherrscht von einer heute als Staatsgefängnis benutzten Festung der Medici, der Fortezza Medicea. Volterra ist ein Zentrum der Alabasterverarbeitung.

 

Zu den Ortsteilen (Frazioni) zählen Mazzolla, Montemiccioli, Saline di Volterra und Villamagna.

 

Die Nachbargemeinden sind Casole d’Elsa (SI), Colle di Val d’Elsa (SI), Gambassi Terme (FI), Lajatico, Montaione (FI), Montecatini Val di Cecina, Peccioli, Pomarance und San Gimignano (SI).

 

Geschichte

 

Volterra kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. entstand der Ort aus der Verbindung mehrerer kleiner etruskischer Ansiedlungen, deren Bestand bis ins 7. Jahrhundert v. Chr. zurückverfolgt werden kann. Zu dieser Zeit bauten die Etrusker eine sieben Kilometer lange Ringmauer und nannten die nunmehr vereinigte Stadt Velathri.

 

Volterra war eine der ältesten und größten der zwölf Bundesstädte Etruriens. Später war es eine römische Stadt mit den Rechten eines Municipiums. Ihre hohe Lage machte sie zu einer starken Festung, die Sulla im ersten Bürgerkrieg erst nach zweijähriger Belagerung 79 v. Chr. einnehmen konnte.

 

Im 12. und 13. Jahrhundert war Volterra eine Republik; im 14. Jahrhundert fiel es an Florenz.

 

Sehenswürdigkeiten

 

Architektonische und künstlerische Zeugnisse der verschiedenen Epochen zeugen von der wechselvollen Existenz und Bedeutung der Stadt. Einige der etruskischen Nekropolen und mittelalterlichen Kirchenmauern sind jedoch in der Vergangenheit der Erosion zum Opfer gefallen.

 

Am Hauptplatz der Stadt, der Piazza dei Priori, steht der älteste erhaltene Kommunalpalast der Toskana, der Palazzo dei Priori.

 

Von der etruskischen Stadtmauer ist als einziges Tor die Porta all’Arco gut erhalten. Es stammt aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. Im äußeren Bogen sind drei verwitterte Köpfe zu erkennen, deren Bedeutung aber umstritten ist.

 

Außerhalb der mittelalterlichen Porta Fiorentina liegt das Teatro Romano, erbaut zur Zeit des Kaisers Augustus. Von der Zuschauertribüne für etwa 2000 Personen blickt man auf die teilweise rekonstruierte Bühnenwand. Die unterhalb des Theaters liegenden Thermenanlagen stammen aus späterer Zeit.

 

Andere historische öffentliche Gebäude sind der Dom Santa Maria Assunta aus dem frühen 12. Jahrhundert mit einer Kassettendecke und mit Granit vortäuschender Stuckverkleidung der Säulen sowie etlichen künstlerisch hochrangigen Ausstattungsstücken, das oktogonale Baptisterium mit einem Taufbecken von Andrea Sansovino, der auf Privatpaläste und Wohntürme aus dem 12. und 13. Jahrhundert zurückgehende Palazzo Pretorio sowie der als Gefängnis dienende Torre del Porcellino. Schließlich gehört der Palazzo Incontri-Viti zu den prachtvollsten Gebäuden Volterras.

 

Unter den Kirchen sind zu nennen: die spätromanische S. Michele sowie die Kirchen von S. Francesco, S. Lino und S. Girolamo mit Bildern und Skulpturen aus der Schule von Florenz.

 

Museen

 

Von besonderer Bedeutung ist das archäologische Museo Etrusco Guarnacci im Palazzo Desideri Tangassi. Mario Guarnacci (1701–1785), ein vielseitig interessierter Gelehrter, widmete seine Studien der antiken Geschichte. Dabei konnte er durch Ankäufe und Ausgrabungen eine ansehnliche Menge Belegmaterial über die etruskische Zivilisation sammeln.

 

Ein bedeutender Teil der Sammlung umfasst Ascheurnen sowie Stücke aus Bronze und Keramik. Die Urnen bestehen aus Tuffstein, Alabaster und Tonerde. Eine der bekanntesten ganz Etruriens ist die Urna degli Sposi (dt. Urne der Brautleute), auf deren Deckel ein Paar beim Festmahl liegend dargestellt ist.

 

Das bedeutendste Stück der Sammlung ist jedoch die Bronzefigur Ombra della sera (dt. Abendschatten). Es ist mit der Zeit zu einer „Ikone“ für das Museum und die Stadt Volterra geworden. Seine Berühmtheit verdankt es hauptsächlich seiner einzigartigen Form, die den italienischen Dichter Gabriele D’Annunzio an den Schatten einer menschlichen Figur in der Abendsonne erinnert haben soll. Es ist ein Meisterwerk etruskischer Bronzegießer aus der hellenistischen Periode. Ein weiteres bedeutendes Exponat ist die Stele des Avile Tite aus dem 6. Jahrhundert v. Chr.

 

Weitere Ausstellungsstücke sind verschiedene Mosaikböden aus der römischen Kaiserzeit, die aus Volterra und Segalari stammen. Hinzu kommt eine Münzsammlung mit seltenen etruskischen Münzen aus Gold, Silber und Bronze. Schließlich sind noch mit Edelsteinen verzierte etruskische und römische Schmuckstücke zu sehen.

 

Wichtig ist die Sammlung der seit 1982 im Minucci-Solaini-Palast untergebrachten „Pinacoteca“ mit der berühmten Kreuzesabnahme (1521), dem Meisterwerk des Malers Rosso Fiorentino, und den bedeutendsten Arbeiten von Taddeo di Bartolo, Domenico Ghirlandaio und Luca Signorelli, welche die künstlerischen Einflüsse aus Pisa, Florenz und Siena anschaulich machen.

 

Im April 2003 wurde im Turmhaus des Palazzo Minucci-Solaini das Ecomuseo dell’Alabastro eröffnet, in dem die Geschichte der Gewinnung und der Verarbeitung von Alabaster seit der Antike bis zur Gegenwart dargestellt ist.

 

Volterra in der Literatur

 

Volterra ist eine wichtige Stadt in Stephenie Meyers „Biss“-Serie. Dort ist Volterra die Heimatstadt der Volturi, einer königlichen Vampirfamilie.

 

Volterra spielt auch in der von Dudley Pope geschriebenen Romanreihe um den britischen Marineoffizier Nicolas Ramage eine Rolle. Im ersten Band rettet er während der Napoleonischen Kriege die Marchesa von Volterra vor den französischen Besatzungstruppen. Er verliebt sich in sie, und ihre Herrschaft über Volterra spielt in den weiteren Bänden eine wichtige Rolle. Auch ihr Neffe, Paolo Orsini, nächster in der Erbreihenfolge der Regentschaft, kommt in den meisten Romanen vor, da er als Fähnrich unter Ramages Kommando segelt.

 

(Wikipedia)

 

Der Palazzo dei Priori ist ein Kommunalpalast in der toskanischen Stadt Volterra. Er ist der älteste Palast dieser Art in der Toskana, der noch erhalten ist.

 

Lage und Baugeschichte

 

Der Palast liegt im historischen Zentrum von Volterra an der Piazza dei Priori. Auf dem Platz befand sich eine Ulme, unter ihr berieten sich die Konsuln der Stadt vor dem Bau des Palastes.

 

Der Palast wurde von 1208 bis 1254 oder 1257 errichtet. Er war zum Zeitpunkt der Errichtung eine architektonische Neuheit italienischer Kommunalpaläste. Bis dahin hatten öffentliche Gebäude zumeist über der offenen Markthalle des Untergeschosses lediglich ein weiteres Geschoss für den Ratssaal, so beispielsweise in Bergamo, Mailand oder Como. Im Verhältnis zu ihrer Höhe waren diese Bauten auch sehr breit. Bei diesem Palast wurden gleich drei weitere Geschosse über der ursprünglich offenen Halle des Erdgeschosses errichtet. Die Arkaden der Halle des Erdgeschosses waren beim Bau spitzbögig, nach dem Fall Volterras an Florenz 1361 wurden die Arkaden von den Florentinern 1472 zugemauert. Auch hatte der Bau im Urzustand umlaufende hölzerne Galerien, zu erkennen an den Pfostenlöchern der Außenwände. Insgesamt entstand so ein neuer Typus städtischer Monumentalarchitektur, dazu heißt es: "(...) wird hier eine neue Form des monumentalen Stadthauses gefunden, die aus dem Geist der toskanischen Wohnarchitektur entstanden ist und dem Bilde der hoch- und enggebauten Bergstadt entspricht.". Dennoch gilt die Architektur als "streng". Diese neue Bauweise wurde zum Vorbild für den nur wenige Jahrzehnte danach errichteten berühmten Palazzo Vecchio.

 

Der Turm des Palastes ist fünfeckig und asymmetrisch angelegt. Bei einem Erdbeben 1846 wurde der Turmaufsatz beschädigt und danach rekonstruiert, allerdings dabei stark verändert. Die Zinnen des Gebäudes entsprechen auch nicht mehr ihrem ursprünglichen Aussehen, die abgerundete Form dürfte nachträglich entstanden sein.

 

An der Vorderseite befinden sich die Wappen der ehemaligen Florentiner Statthalter, teilweise aus Terrakotta, sonst aus Stein gearbeitet. An der rechten Eckseite des Palastes ist eine Figur des florentinischen Marzocco auf einer Säule aufgestellt.

 

Die Biforienfenster entsprechen klassischer gotischer Architektur des 13. Jahrhunderts.

 

Inneres und Nutzung

 

Im ersten Stock befand sich der Ratssaal, sein Gewölbe allerdings wurde erst später, 1516, eingezogen. Die heute sichtbaren Ausmalungen entstanden erst nach dem Erdbeben von 1846. Darüber befanden sich die Küche und ein Speisesaal, noch ein Stockwerk höher die Schlaf- und Wohngemächer.

 

Der Palast war bis zum Verlust der Eigenständigkeit seit 1218 Sitz des jeweiligen Podestà Volterras, danach der florentinischen Prioren und Kommissare, auch im Inneren hinterließen sie ihre Wappenschilder.

 

Im Palast befindet sich heute neben der Stadtverwaltung eine Pinakothek. Gezeigt wird toskanische Malerei aus dem 14. und 15. Jahrhundert im Zusammenhang mit den Ausstellungsstücken des benachbarten Museo Diocesano di Arte Sacra di Volterra stehend.

 

An klaren Tagen beträgt die Sichtweite von der obersten Turmplattform mehr als 50 Kilometer weit bis zum Golf von Piombino.

 

(Wikipedia)

Italien / Toskana - Volterra

 

On the way down to Prato d'Era.

 

Auf dem Weg hinunter nach Prato d'Era.

 

Volterra (Italian pronunciation: [volˈtɛrra]; Latin: Volaterrae) is a walled mountaintop town in the Tuscany region of Italy. Its history dates from before the 8th century BC and it has substantial structures from the Etruscan, Roman, and Medieval periods.

 

History

 

Volterra, known to the ancient Etruscans as Velathri or Vlathri and to the Romans as Volaterrae, is a town and comune in the Tuscany region of Italy. The town was a Bronze Age settlement of the Proto-Villanovan culture, and an important Etruscan center (Velàthre, Velathri or Felathri in Etruscan, Volaterrae in Latin language), one of the "twelve cities" of the Etruscan League.

 

The site is believed to have been continuously inhabited as a city since at least the end of the 8th century BC. It became a municipium allied to Rome at the end of the 3rd century BC. The city was a bishop's residence in the 5th century, and its episcopal power was affirmed during the 12th century. With the decline of the episcopate and the discovery of local alum deposits, Volterra became a place of interest of the Republic of Florence, whose forces conquered Volterra. Florentine rule was not always popular, and opposition occasionally broke into rebellion. These rebellions were put down by Florence.

 

When the Republic of Florence fell in 1530, Volterra came under the control of the Medici family and later followed the history of the Grand Duchy of Tuscany.

 

Culture

 

The main events that take place during the year in Volterra are

 

Volterra gusto

Volterra arte

Volterra teatro

 

Main sights

 

Roman Theatre of Volterra, 1st century BC, excavated in the 1950s

 

the Roman amphitheatre was discovered in 2015 and has been excavated over the succeeding years

 

Piazza dei Priori, the main square, a fine example of medieval Tuscan town squares

 

Palazzo dei Priori, the town hall located on Piazza dei Priori, construction begun in 1208 and finished in 1257

 

Pinacoteca e museo civico di Volterra (Art Gallery) in Palazzo Minucci-Solaini. Founded in 1905, the gallery consists mostly of works by Tuscan artists from 14th to 17th centuries. Includes a Deposition by Rosso Fiorentino.

 

Etruscan Acropolis and Roman Cistern. The acropolis on the citadel dates to the 8th century B.C., while the impressive cistern is from the 1st century B.C.

 

Volterra Cathedral. It was enlarged in the 13th century after an earthquake. It houses a ciborium and some angels by Mino da Fiesole, a notable wood Deposition (1228), a masterwork of Romanesque sculpture and the Sacrament Chapel, with paintings by Santi di Tito, Giovanni Balducci and Agostino Veracini. In the center of the vault are fragments of an Eternal Father by Niccolò Circignani. Also noteworthy is the Addolorata Chapel, with a terracotta group attributed to Andrea della Robbia and a fresco of Riding Magi by Benozzo Gozzoli. In the nearby chapel, dedicated to the Most Holy Name of Jesus, is a table with Christ's monogram, allegedly painted by Bernardino of Siena. The rectangular bell tower is from 1493.

 

Volterra Baptistery of San Giovanni, built in the second half of the 13th century.

 

Fortezza Medicea (Medicean Fortress), built in the 1470s, now a prison housing the noted restaurant, Fortezza Medicea restaurant.

 

Guarnacci Etruscan Museum, with thousands of funeral urns dating back to the Hellenistic and Archaic periods. Main attractions are the bronze statuette "Ombra della sera" (lit. '"Shadow of the Night"'), and the sculpted effigy, "Urna degli Sposi" (lit. '"Urn of the Spouses"') of an Etruscan couple in terra cotta.

 

The Etruscan Walls of Volterra, including the well-preserved Walls of Volterra (3rd-2nd centuries BC), and Porta Diana gates.

 

The Medici Villa di Spedaletto, outside the city, in direction of Lajatico

 

There are excavations of Etruscan tombs in the Valle Bona area.

 

Volterra Psychiatric Hospital, Founded in 1888 until 1978, it was reopened for public and will be once more used for psychiatric purposes.

 

In popular culture

 

Volterra features in Horatius, a poem by Lord Macaulay.

 

Linda Proud's A Tabernacle for the Sun (2005), the first volume of The Botticelli Trilogy, begins with the sack of Volterra in 1472. Volterra is the ancestral home of the Maffei family and the events of 1472 lead directly to the Pazzi Conspiracy of 1478. The protagonist of the novel is Tommaso de' Maffei, half brother of one of the conspirators.

 

Volterra is an important location in Stephenie Meyer's Twilight series. In the books, Volterra is home to the Volturi, a clan of rich, regal, powerful ancient vampires, who essentially act as the rulers of the world's vampire population. (However, the relevant scenes from the movie were shot in Montepulciano.)

 

Volterra is the site of Stendhal's famously disastrous encounter in 1819 with his beloved Countess Mathilde Dembowska: she recognised him there, despite his disguise of new clothes and green glasses, and was furious. This is the central incident in his book On Love

 

Volterra is mentioned repeatedly in British author Dudley Pope's Captain Nicholas Ramage historical nautical series. Gianna, the Marchesa of Volterra and the fictional ruler of the area, features in the first twelve books of the eighteen-book series. The books chart the progress and career of Ramage during the Napoleonic wars of the late eighteenth and early nineteenth century, providing readers with well-scripted articulate details of life aboard sailing vessels and conditions at sea of that time.

 

Volterra is the site where the novel Chimaira by the Italian author Valerio Massimo Manfredi takes place.

 

Valerio Massimo Manfredi's The Ancient Curse is also set in Volterra, where a statue called 'The Shade of Twilight' is stolen from the Volterra museum.

 

Volterra is featured in Jhumpa Lahiri's 2008 collection of short stories Unaccustomed Earth. It is where Hema and Kaushik, the protagonists of the final short story "Going Ashore," travel before they part.

 

Volterra is featured in Luchino Visconti's 1965 film Vaghe stelle dell'Orsa, released as Sandra (Of a Thousand Delights) in the United States and as Of These Thousand Pleasures in the UK.

 

Volterra's scenery is used for Central City in the 2017 film Fullmetal Alchemist (film) directed by Fumihiko Sori.

 

The 2016 video game The Town of Light is set in a fictionalized version of the notorious Volterra Psychiatric Hospital.

 

"Volaterrae" is the name given by Dan and Una to their secret place in Far Wood in Rudyard Kipling's Puck of Pook's Hill. They named it from the verse in Lord Macaulay's Lays of Ancient Rome:

 

From lordly Volaterrae,

Where scowls the far-famed hold

Piled by the hands of giants

For Godlike Kings of old.

 

Volterra and its relationship with Medici Florence features in the 2018 second season of Medici: Masters of Florence.

 

(Wikipedia)

 

Volterra, lateinisch Volaterrae, ist eine italienische Stadt mit 9980 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) in der Provinz Pisa in der Region Toskana.

 

Geographie

 

Volterra liegt etwa 50 Kilometer südlich von Pisa und 30 Kilometer vom Mittelmeer entfernt. Die Stadt gilt mit ihrem spektakulären landschaftlichen Umfeld als eine der schönsten in der Toskana.

 

Der Kern der heutigen Stadt liegt abgeschieden auf einem 550 m hohen Bergrücken über dem Tal der Cecina (Val di Cecina) inmitten einer kargen, zerfurchten Hügellandschaft. Die Felsabbrüche und Geröllhalden sind das Produkt jahrhundertelanger Erosion. Das Gebiet Le Balze im Nordwesten Volterras vermittelt einen beispielhaften Eindruck dieses Phänomens.

 

Die Stadt wird beherrscht von einer heute als Staatsgefängnis benutzten Festung der Medici, der Fortezza Medicea. Volterra ist ein Zentrum der Alabasterverarbeitung.

 

Zu den Ortsteilen (Frazioni) zählen Mazzolla, Montemiccioli, Saline di Volterra und Villamagna.

 

Die Nachbargemeinden sind Casole d’Elsa (SI), Colle di Val d’Elsa (SI), Gambassi Terme (FI), Lajatico, Montaione (FI), Montecatini Val di Cecina, Peccioli, Pomarance und San Gimignano (SI).

 

Geschichte

 

Volterra kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. entstand der Ort aus der Verbindung mehrerer kleiner etruskischer Ansiedlungen, deren Bestand bis ins 7. Jahrhundert v. Chr. zurückverfolgt werden kann. Zu dieser Zeit bauten die Etrusker eine sieben Kilometer lange Ringmauer und nannten die nunmehr vereinigte Stadt Velathri.

 

Volterra war eine der ältesten und größten der zwölf Bundesstädte Etruriens. Später war es eine römische Stadt mit den Rechten eines Municipiums. Ihre hohe Lage machte sie zu einer starken Festung, die Sulla im ersten Bürgerkrieg erst nach zweijähriger Belagerung 79 v. Chr. einnehmen konnte.

 

Im 12. und 13. Jahrhundert war Volterra eine Republik; im 14. Jahrhundert fiel es an Florenz.

 

Sehenswürdigkeiten

 

Architektonische und künstlerische Zeugnisse der verschiedenen Epochen zeugen von der wechselvollen Existenz und Bedeutung der Stadt. Einige der etruskischen Nekropolen und mittelalterlichen Kirchenmauern sind jedoch in der Vergangenheit der Erosion zum Opfer gefallen.

 

Am Hauptplatz der Stadt, der Piazza dei Priori, steht der älteste erhaltene Kommunalpalast der Toskana, der Palazzo dei Priori.

 

Von der etruskischen Stadtmauer ist als einziges Tor die Porta all’Arco gut erhalten. Es stammt aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. Im äußeren Bogen sind drei verwitterte Köpfe zu erkennen, deren Bedeutung aber umstritten ist.

 

Außerhalb der mittelalterlichen Porta Fiorentina liegt das Teatro Romano, erbaut zur Zeit des Kaisers Augustus. Von der Zuschauertribüne für etwa 2000 Personen blickt man auf die teilweise rekonstruierte Bühnenwand. Die unterhalb des Theaters liegenden Thermenanlagen stammen aus späterer Zeit.

 

Andere historische öffentliche Gebäude sind der Dom Santa Maria Assunta aus dem frühen 12. Jahrhundert mit einer Kassettendecke und mit Granit vortäuschender Stuckverkleidung der Säulen sowie etlichen künstlerisch hochrangigen Ausstattungsstücken, das oktogonale Baptisterium mit einem Taufbecken von Andrea Sansovino, der auf Privatpaläste und Wohntürme aus dem 12. und 13. Jahrhundert zurückgehende Palazzo Pretorio sowie der als Gefängnis dienende Torre del Porcellino. Schließlich gehört der Palazzo Incontri-Viti zu den prachtvollsten Gebäuden Volterras.

 

Unter den Kirchen sind zu nennen: die spätromanische S. Michele sowie die Kirchen von S. Francesco, S. Lino und S. Girolamo mit Bildern und Skulpturen aus der Schule von Florenz.

 

Museen

 

Von besonderer Bedeutung ist das archäologische Museo Etrusco Guarnacci im Palazzo Desideri Tangassi. Mario Guarnacci (1701–1785), ein vielseitig interessierter Gelehrter, widmete seine Studien der antiken Geschichte. Dabei konnte er durch Ankäufe und Ausgrabungen eine ansehnliche Menge Belegmaterial über die etruskische Zivilisation sammeln.

 

Ein bedeutender Teil der Sammlung umfasst Ascheurnen sowie Stücke aus Bronze und Keramik. Die Urnen bestehen aus Tuffstein, Alabaster und Tonerde. Eine der bekanntesten ganz Etruriens ist die Urna degli Sposi (dt. Urne der Brautleute), auf deren Deckel ein Paar beim Festmahl liegend dargestellt ist.

 

Das bedeutendste Stück der Sammlung ist jedoch die Bronzefigur Ombra della sera (dt. Abendschatten). Es ist mit der Zeit zu einer „Ikone“ für das Museum und die Stadt Volterra geworden. Seine Berühmtheit verdankt es hauptsächlich seiner einzigartigen Form, die den italienischen Dichter Gabriele D’Annunzio an den Schatten einer menschlichen Figur in der Abendsonne erinnert haben soll. Es ist ein Meisterwerk etruskischer Bronzegießer aus der hellenistischen Periode. Ein weiteres bedeutendes Exponat ist die Stele des Avile Tite aus dem 6. Jahrhundert v. Chr.

 

Weitere Ausstellungsstücke sind verschiedene Mosaikböden aus der römischen Kaiserzeit, die aus Volterra und Segalari stammen. Hinzu kommt eine Münzsammlung mit seltenen etruskischen Münzen aus Gold, Silber und Bronze. Schließlich sind noch mit Edelsteinen verzierte etruskische und römische Schmuckstücke zu sehen.

 

Wichtig ist die Sammlung der seit 1982 im Minucci-Solaini-Palast untergebrachten „Pinacoteca“ mit der berühmten Kreuzesabnahme (1521), dem Meisterwerk des Malers Rosso Fiorentino, und den bedeutendsten Arbeiten von Taddeo di Bartolo, Domenico Ghirlandaio und Luca Signorelli, welche die künstlerischen Einflüsse aus Pisa, Florenz und Siena anschaulich machen.

 

Im April 2003 wurde im Turmhaus des Palazzo Minucci-Solaini das Ecomuseo dell’Alabastro eröffnet, in dem die Geschichte der Gewinnung und der Verarbeitung von Alabaster seit der Antike bis zur Gegenwart dargestellt ist.

 

Volterra in der Literatur

 

Volterra ist eine wichtige Stadt in Stephenie Meyers „Biss“-Serie. Dort ist Volterra die Heimatstadt der Volturi, einer königlichen Vampirfamilie.

 

Volterra spielt auch in der von Dudley Pope geschriebenen Romanreihe um den britischen Marineoffizier Nicolas Ramage eine Rolle. Im ersten Band rettet er während der Napoleonischen Kriege die Marchesa von Volterra vor den französischen Besatzungstruppen. Er verliebt sich in sie, und ihre Herrschaft über Volterra spielt in den weiteren Bänden eine wichtige Rolle. Auch ihr Neffe, Paolo Orsini, nächster in der Erbreihenfolge der Regentschaft, kommt in den meisten Romanen vor, da er als Fähnrich unter Ramages Kommando segelt.

 

(Wikipedia)

Rom - Fontana dei Tritoni und Tempel des Hercules Victor

 

The Fountain of the Tritons (Italian: Fontana dei Tritoni) is a fountain in Rome (Italy), Piazza Bocca della Verità, in front of the basilica of Santa Maria in Cosmedin. This fountain should be distinguished from the similarly named nearby Triton Fountain (Fontana del Tritone) by Gian Lorenzo Bernini, in the Piazza Barberini, with only a single Triton.

 

History

 

The building, starting from 1610, of the last Roman aqueduct, the Acqua Paola, didn't move to the background the two aqueducts built just a few years before (the Aqua Virgo in 1570 and the Acqua Felice in 1586), which gave the possibility to erect new fountains on the branches that guaranteed a more widespread distribution of water in the whole town. A secondary branch of the Acqua Felice reached the area south of the Tiber Island: here, between ancient and middle-age monuments (the Arcus Argentariorum, the Arch of Janus, the Temple of Hercules Victor, the Temple of Portunus and the basilica of Santa Maria in Cosmedin).

 

Pope Clement XI ordered the construction of a monument in his own memory. It is not clear why the pontiff chose to erect a fountain in an area that was scarcely inhabited, broken-grounded and subject to the floods of the Tiber. In fact, its fulfillment raised many criticisms for the location was believed to be unsatisfactory.

 

On 11 August 1717, the foundation stone of the new fountain was laid. The fountain was designed by architect Carlo Bizzaccheri, during the works for the accommodation of the square in front of the basilica. The whole travertine structure is placed on a circular step (delimited by 16 little columns joined by a grating), within which the design of the main basin represents an octagon with concave sides, or rather the eight-tips star that was the heraldic symbol of the family of the Pope, the Albanis). In the centre there is a group of rocks (an element that had become popular after the success of the fontana dei Quattro Fiumi) with bushes on which two Tritons, sculpted by Francesco Moratti, kneel with entwined tails and raised arms, sustaining on their shoulders a big oyster shell serving as upper basin] Between the two Tritons there is the coat of arms of the pontiff.

 

Four mascarons formerly dumped water into the main basin; they were removed in the 19th century, probably due to the scarcity of the incoming water. In fact the fountain has been without water for a long time, but the hydric provision, though quite scarce, has been restored.

 

The last restorations date back to 1994–1995 and 2010.

 

(Wikipedia)

 

The Temple of Hercules Victor (Italian: Tempio di Ercole Vincitore) or Hercules Olivarius (Latin for "Hercules the Olive-Bearer") is a Roman temple in Piazza Bocca della Verità, the former Forum Boarium, in Rome, Italy. It is a tholos, a round temple of Greek 'peripteral' design completely surrounded by a colonnade. This layout caused it to be mistaken for a temple of Vesta until it was correctly identified by Napoleon's Prefect of Rome, Camille de Tournon.

 

Despite (or perhaps due to) the Forum Boarium's role as the cattle market for ancient Rome, the Temple of Hercules is the subject of a folk belief claiming that neither flies nor dogs will enter the holy place.[3] The temple is the earliest surviving mostly intact marble building in Rome and the only surviving one made of Greek marble.

 

Description

 

Dating from the later 2nd century BC and erected by L. Mummius Achaicus, conqueror of the Achaeans and destroyer of Corinth, or by Marcus Octavius Herrenus, the temple is 14.8 m in diameter and consists of a circular cella within a concentric ring of twenty Corinthian columns 10.66 m tall, resting on a tuff foundation. These elements supported an architrave and roof, which have disappeared.

 

The original wall of the cella, built of travertine and marble blocks, and nineteen of the originally twenty columns remain but the current tile roof was added later. Palladio's published reconstruction suggested a dome, though this was apparently erroneous. The temple is the earliest surviving marble building in Rome. The temple's original dedication is dated back to circa 143-132 BC, a time when intense construction was taking place in Portus Tiberinus.

 

Identification

 

Its major literary sources are two almost identical passages, one in Servius' commentary on the Aeneid (viii.363) and the other in Macrobius' Saturnalia.[ Though Servius mentions that aedes duae sunt, "there are two sacred temples", the earliest Roman calendars mention but one festival, on 13 August, to Hercules Victor and Hercules Invictus interchangeably.[

 

In the 1st century AD, the temple was hit with some sort of disaster as 10 columns were replaced with Luna marble, which is similar to the original but not an exact replica. By 1132, the temple had been converted to a church, known as Santo Stefano alle Carozze (St. Stephen 'of the carriages'). In 1140, Innocent II converted the temple into a Christian church dedicating it to Santo Stefano.

 

Additional restorations (and a fresco over the altar) were made in 1475. A plaque in the floor was dedicated by Sixtus IV. In the 12th century, the cella wall was replaced with brick faced concrete and windows were added as well.

 

In the 17th century, the church was rededicated to Santa Maria del Sole ("St. Mary of the Sun"). The temple and the Temple of Vesta in Tivoli were an inspiration for Bramante's Tempietto and other High Renaissance churches of centralized plan.[citation needed] Between 1809 and 1810, the surrounding ground level was lowered and the temple was restored once again. The temple was recognized officially as an ancient monument in 1935 and restored in 1996.

 

(Wikipedia)

 

Der Tempel des Hercules Victor („siegreicher Herkules“; zuweilen auch Hercules Olivarius genannt), zutreffender wäre es, von Rundtempel am Tiber oder Rundtempel am Forum Boarium zu sprechen, ist ein antiker Tempel im Forum Boarium in Rom. Der runde, allseitig von Säulen umstandene Tempel ist der älteste in Rom erhaltene Marmorbau.

 

Die Ähnlichkeit mit den Resten des Tempels der Vesta auf dem Forum Romanum verleitete früher zu der Annahme, dass es sich auch hier um ein Heiligtum der Vesta gehandelt habe. Doch die Zuschreibung zu Herkules, der in Rom hoch verehrt wurde, ist mittlerweile gesichert. Eine fragmentarische Inschrift auf einer Statuenbasis nennt Hercules Olivarius. Dieser Beiname kann daher rühren, dass der Bauherr – ein reicher Kaufmann namens Marcus Octavius Herrenus – möglicherweise mit Öl gehandelt hat.

 

Erbaut um 120 v. Chr., hat der Tempel einen Durchmesser von 14,8 Metern und besteht aus einem zentralen, kreisrunden Kultraum (Cella), der von 19 über zehn Meter hohen Säulen umstanden ist (eine Säule fehlt; sie diente vielleicht als Spolie in einem anderen Bau). Die Kapitelle sind korinthisch, die Basen aus Tuffstein.

 

Diese Säulen trugen ursprünglich einen Architrav. Dieser ist ebenso wenig wie das originale Dach erhalten. Die Wände und die Säulen stammen jedoch noch aus der Erbauungszeit; sie bilden das älteste erhaltene Gebäude aus Marmor in Rom.

 

Im Jahr 1132 wurde der Tempel in eine dem heiligen Stephanus geweihte Kirche umgewandelt und dadurch erhalten. Sie diente vielen Baumeistern der Renaissance als Inspiration. Im 17. Jahrhundert wurde sie zu Santa Maria del Sole umgewidmet.

 

(Wikipedia)

ie Nikolauskapelle auf der von Karl dem Großen gegründeten Pfalz ist ein ursprünglich aus Tuffsteinen im Mörtelverband errichteter Zentralbau. Um einen achteckigen Zentralraum legt sich ein sechzehneckiger, gedeckter Umgang, dem im Westen ein Portalbau vorgelagert ist. Der zweigeschossige Umgang hatte eine lichte Weite von knapp 12 Metern. Seine Außenwände besaßen Rundbogenöffnungen, die in Blendfenster eingelassen waren. Die Höhe des Umgangsbaues erreichte nicht die des deutlich überhöhten Zentralraums, zu dem er sich im Erdgeschoss mittels Arkaden öffnet. Die Arkaden ruhen auf einfach profilierten, vortretenden Kämpferplatten. Die Erdgeschossdecke des Umgangs besteht aus flachen Kreuzgratgewölben, die den Boden des Emporengeschosses tragen. Der Zugang zur Empore wurde durch ein benachbartes Gebäude ermöglicht, eine Treppenanlage besaß die Kapelle nicht. Die Öffnungen der Empore zum Zentralraum wurden mit Doppelbögen über einer Mittelsäule versehen, deren Basen und Würfelkapitelle des ursprünglichen Baus zum Teil erhalten sind. Der obere Abschluss des Zentralraums und die Dachlösung des ältesten Baues insgesamt sind unbekannt. Wahrscheinlich schloss eine Flachdecke den Raum zum zentralen Zeltdach ab.

Bei dem markierten Objekt handelt es sich anscheinend um einen porösen, rötlich-braunen Gesteinsbrocken, der stark an vulkanisches Auswurfmaterial wie Vulkanschlacke oder eisenhaltigen Tuffstein erinnert

Italien / Toskana - Volterra

 

Volterra (Italian pronunciation: [volˈtɛrra]; Latin: Volaterrae) is a walled mountaintop town in the Tuscany region of Italy. Its history dates from before the 8th century BC and it has substantial structures from the Etruscan, Roman, and Medieval periods.

 

History

 

Volterra, known to the ancient Etruscans as Velathri or Vlathri and to the Romans as Volaterrae, is a town and comune in the Tuscany region of Italy. The town was a Bronze Age settlement of the Proto-Villanovan culture, and an important Etruscan center (Velàthre, Velathri or Felathri in Etruscan, Volaterrae in Latin language), one of the "twelve cities" of the Etruscan League.

 

The site is believed to have been continuously inhabited as a city since at least the end of the 8th century BC. It became a municipium allied to Rome at the end of the 3rd century BC. The city was a bishop's residence in the 5th century, and its episcopal power was affirmed during the 12th century. With the decline of the episcopate and the discovery of local alum deposits, Volterra became a place of interest of the Republic of Florence, whose forces conquered Volterra. Florentine rule was not always popular, and opposition occasionally broke into rebellion. These rebellions were put down by Florence.

 

When the Republic of Florence fell in 1530, Volterra came under the control of the Medici family and later followed the history of the Grand Duchy of Tuscany.

 

Culture

 

The main events that take place during the year in Volterra are

 

Volterra gusto

Volterra arte

Volterra teatro

 

Main sights

 

Roman Theatre of Volterra, 1st century BC, excavated in the 1950s

 

the Roman amphitheatre was discovered in 2015 and has been excavated over the succeeding years

 

Piazza dei Priori, the main square, a fine example of medieval Tuscan town squares

 

Palazzo dei Priori, the town hall located on Piazza dei Priori, construction begun in 1208 and finished in 1257

 

Pinacoteca e museo civico di Volterra (Art Gallery) in Palazzo Minucci-Solaini. Founded in 1905, the gallery consists mostly of works by Tuscan artists from 14th to 17th centuries. Includes a Deposition by Rosso Fiorentino.

 

Etruscan Acropolis and Roman Cistern. The acropolis on the citadel dates to the 8th century B.C., while the impressive cistern is from the 1st century B.C.

 

Volterra Cathedral. It was enlarged in the 13th century after an earthquake. It houses a ciborium and some angels by Mino da Fiesole, a notable wood Deposition (1228), a masterwork of Romanesque sculpture and the Sacrament Chapel, with paintings by Santi di Tito, Giovanni Balducci and Agostino Veracini. In the center of the vault are fragments of an Eternal Father by Niccolò Circignani. Also noteworthy is the Addolorata Chapel, with a terracotta group attributed to Andrea della Robbia and a fresco of Riding Magi by Benozzo Gozzoli. In the nearby chapel, dedicated to the Most Holy Name of Jesus, is a table with Christ's monogram, allegedly painted by Bernardino of Siena. The rectangular bell tower is from 1493.

 

Volterra Baptistery of San Giovanni, built in the second half of the 13th century.

 

Fortezza Medicea (Medicean Fortress), built in the 1470s, now a prison housing the noted restaurant, Fortezza Medicea restaurant.

 

Guarnacci Etruscan Museum, with thousands of funeral urns dating back to the Hellenistic and Archaic periods. Main attractions are the bronze statuette "Ombra della sera" (lit. '"Shadow of the Night"'), and the sculpted effigy, "Urna degli Sposi" (lit. '"Urn of the Spouses"') of an Etruscan couple in terra cotta.

 

The Etruscan Walls of Volterra, including the well-preserved Walls of Volterra (3rd-2nd centuries BC), and Porta Diana gates.

 

The Medici Villa di Spedaletto, outside the city, in direction of Lajatico

 

There are excavations of Etruscan tombs in the Valle Bona area.

 

Volterra Psychiatric Hospital, Founded in 1888 until 1978, it was reopened for public and will be once more used for psychiatric purposes.

 

In popular culture

 

Volterra features in Horatius, a poem by Lord Macaulay.

 

Linda Proud's A Tabernacle for the Sun (2005), the first volume of The Botticelli Trilogy, begins with the sack of Volterra in 1472. Volterra is the ancestral home of the Maffei family and the events of 1472 lead directly to the Pazzi Conspiracy of 1478. The protagonist of the novel is Tommaso de' Maffei, half brother of one of the conspirators.

 

Volterra is an important location in Stephenie Meyer's Twilight series. In the books, Volterra is home to the Volturi, a clan of rich, regal, powerful ancient vampires, who essentially act as the rulers of the world's vampire population. (However, the relevant scenes from the movie were shot in Montepulciano.)

 

Volterra is the site of Stendhal's famously disastrous encounter in 1819 with his beloved Countess Mathilde Dembowska: she recognised him there, despite his disguise of new clothes and green glasses, and was furious. This is the central incident in his book On Love

 

Volterra is mentioned repeatedly in British author Dudley Pope's Captain Nicholas Ramage historical nautical series. Gianna, the Marchesa of Volterra and the fictional ruler of the area, features in the first twelve books of the eighteen-book series. The books chart the progress and career of Ramage during the Napoleonic wars of the late eighteenth and early nineteenth century, providing readers with well-scripted articulate details of life aboard sailing vessels and conditions at sea of that time.

 

Volterra is the site where the novel Chimaira by the Italian author Valerio Massimo Manfredi takes place.

 

Valerio Massimo Manfredi's The Ancient Curse is also set in Volterra, where a statue called 'The Shade of Twilight' is stolen from the Volterra museum.

 

Volterra is featured in Jhumpa Lahiri's 2008 collection of short stories Unaccustomed Earth. It is where Hema and Kaushik, the protagonists of the final short story "Going Ashore," travel before they part.

 

Volterra is featured in Luchino Visconti's 1965 film Vaghe stelle dell'Orsa, released as Sandra (Of a Thousand Delights) in the United States and as Of These Thousand Pleasures in the UK.

 

Volterra's scenery is used for Central City in the 2017 film Fullmetal Alchemist (film) directed by Fumihiko Sori.

 

The 2016 video game The Town of Light is set in a fictionalized version of the notorious Volterra Psychiatric Hospital.

 

"Volaterrae" is the name given by Dan and Una to their secret place in Far Wood in Rudyard Kipling's Puck of Pook's Hill. They named it from the verse in Lord Macaulay's Lays of Ancient Rome:

 

From lordly Volaterrae,

Where scowls the far-famed hold

Piled by the hands of giants

For Godlike Kings of old.

 

Volterra and its relationship with Medici Florence features in the 2018 second season of Medici: Masters of Florence.

 

(Wikipedia)

 

Volterra, lateinisch Volaterrae, ist eine italienische Stadt mit 9980 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) in der Provinz Pisa in der Region Toskana.

 

Geographie

 

Volterra liegt etwa 50 Kilometer südlich von Pisa und 30 Kilometer vom Mittelmeer entfernt. Die Stadt gilt mit ihrem spektakulären landschaftlichen Umfeld als eine der schönsten in der Toskana.

 

Der Kern der heutigen Stadt liegt abgeschieden auf einem 550 m hohen Bergrücken über dem Tal der Cecina (Val di Cecina) inmitten einer kargen, zerfurchten Hügellandschaft. Die Felsabbrüche und Geröllhalden sind das Produkt jahrhundertelanger Erosion. Das Gebiet Le Balze im Nordwesten Volterras vermittelt einen beispielhaften Eindruck dieses Phänomens.

 

Die Stadt wird beherrscht von einer heute als Staatsgefängnis benutzten Festung der Medici, der Fortezza Medicea. Volterra ist ein Zentrum der Alabasterverarbeitung.

 

Zu den Ortsteilen (Frazioni) zählen Mazzolla, Montemiccioli, Saline di Volterra und Villamagna.

 

Die Nachbargemeinden sind Casole d’Elsa (SI), Colle di Val d’Elsa (SI), Gambassi Terme (FI), Lajatico, Montaione (FI), Montecatini Val di Cecina, Peccioli, Pomarance und San Gimignano (SI).

 

Geschichte

 

Volterra kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. entstand der Ort aus der Verbindung mehrerer kleiner etruskischer Ansiedlungen, deren Bestand bis ins 7. Jahrhundert v. Chr. zurückverfolgt werden kann. Zu dieser Zeit bauten die Etrusker eine sieben Kilometer lange Ringmauer und nannten die nunmehr vereinigte Stadt Velathri.

 

Volterra war eine der ältesten und größten der zwölf Bundesstädte Etruriens. Später war es eine römische Stadt mit den Rechten eines Municipiums. Ihre hohe Lage machte sie zu einer starken Festung, die Sulla im ersten Bürgerkrieg erst nach zweijähriger Belagerung 79 v. Chr. einnehmen konnte.

 

Im 12. und 13. Jahrhundert war Volterra eine Republik; im 14. Jahrhundert fiel es an Florenz.

 

Sehenswürdigkeiten

 

Architektonische und künstlerische Zeugnisse der verschiedenen Epochen zeugen von der wechselvollen Existenz und Bedeutung der Stadt. Einige der etruskischen Nekropolen und mittelalterlichen Kirchenmauern sind jedoch in der Vergangenheit der Erosion zum Opfer gefallen.

 

Am Hauptplatz der Stadt, der Piazza dei Priori, steht der älteste erhaltene Kommunalpalast der Toskana, der Palazzo dei Priori.

 

Von der etruskischen Stadtmauer ist als einziges Tor die Porta all’Arco gut erhalten. Es stammt aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. Im äußeren Bogen sind drei verwitterte Köpfe zu erkennen, deren Bedeutung aber umstritten ist.

 

Außerhalb der mittelalterlichen Porta Fiorentina liegt das Teatro Romano, erbaut zur Zeit des Kaisers Augustus. Von der Zuschauertribüne für etwa 2000 Personen blickt man auf die teilweise rekonstruierte Bühnenwand. Die unterhalb des Theaters liegenden Thermenanlagen stammen aus späterer Zeit.

 

Andere historische öffentliche Gebäude sind der Dom Santa Maria Assunta aus dem frühen 12. Jahrhundert mit einer Kassettendecke und mit Granit vortäuschender Stuckverkleidung der Säulen sowie etlichen künstlerisch hochrangigen Ausstattungsstücken, das oktogonale Baptisterium mit einem Taufbecken von Andrea Sansovino, der auf Privatpaläste und Wohntürme aus dem 12. und 13. Jahrhundert zurückgehende Palazzo Pretorio sowie der als Gefängnis dienende Torre del Porcellino. Schließlich gehört der Palazzo Incontri-Viti zu den prachtvollsten Gebäuden Volterras.

 

Unter den Kirchen sind zu nennen: die spätromanische S. Michele sowie die Kirchen von S. Francesco, S. Lino und S. Girolamo mit Bildern und Skulpturen aus der Schule von Florenz.

 

Museen

 

Von besonderer Bedeutung ist das archäologische Museo Etrusco Guarnacci im Palazzo Desideri Tangassi. Mario Guarnacci (1701–1785), ein vielseitig interessierter Gelehrter, widmete seine Studien der antiken Geschichte. Dabei konnte er durch Ankäufe und Ausgrabungen eine ansehnliche Menge Belegmaterial über die etruskische Zivilisation sammeln.

 

Ein bedeutender Teil der Sammlung umfasst Ascheurnen sowie Stücke aus Bronze und Keramik. Die Urnen bestehen aus Tuffstein, Alabaster und Tonerde. Eine der bekanntesten ganz Etruriens ist die Urna degli Sposi (dt. Urne der Brautleute), auf deren Deckel ein Paar beim Festmahl liegend dargestellt ist.

 

Das bedeutendste Stück der Sammlung ist jedoch die Bronzefigur Ombra della sera (dt. Abendschatten). Es ist mit der Zeit zu einer „Ikone“ für das Museum und die Stadt Volterra geworden. Seine Berühmtheit verdankt es hauptsächlich seiner einzigartigen Form, die den italienischen Dichter Gabriele D’Annunzio an den Schatten einer menschlichen Figur in der Abendsonne erinnert haben soll. Es ist ein Meisterwerk etruskischer Bronzegießer aus der hellenistischen Periode. Ein weiteres bedeutendes Exponat ist die Stele des Avile Tite aus dem 6. Jahrhundert v. Chr.

 

Weitere Ausstellungsstücke sind verschiedene Mosaikböden aus der römischen Kaiserzeit, die aus Volterra und Segalari stammen. Hinzu kommt eine Münzsammlung mit seltenen etruskischen Münzen aus Gold, Silber und Bronze. Schließlich sind noch mit Edelsteinen verzierte etruskische und römische Schmuckstücke zu sehen.

 

Wichtig ist die Sammlung der seit 1982 im Minucci-Solaini-Palast untergebrachten „Pinacoteca“ mit der berühmten Kreuzesabnahme (1521), dem Meisterwerk des Malers Rosso Fiorentino, und den bedeutendsten Arbeiten von Taddeo di Bartolo, Domenico Ghirlandaio und Luca Signorelli, welche die künstlerischen Einflüsse aus Pisa, Florenz und Siena anschaulich machen.

 

Im April 2003 wurde im Turmhaus des Palazzo Minucci-Solaini das Ecomuseo dell’Alabastro eröffnet, in dem die Geschichte der Gewinnung und der Verarbeitung von Alabaster seit der Antike bis zur Gegenwart dargestellt ist.

 

Volterra in der Literatur

 

Volterra ist eine wichtige Stadt in Stephenie Meyers „Biss“-Serie. Dort ist Volterra die Heimatstadt der Volturi, einer königlichen Vampirfamilie.

 

Volterra spielt auch in der von Dudley Pope geschriebenen Romanreihe um den britischen Marineoffizier Nicolas Ramage eine Rolle. Im ersten Band rettet er während der Napoleonischen Kriege die Marchesa von Volterra vor den französischen Besatzungstruppen. Er verliebt sich in sie, und ihre Herrschaft über Volterra spielt in den weiteren Bänden eine wichtige Rolle. Auch ihr Neffe, Paolo Orsini, nächster in der Erbreihenfolge der Regentschaft, kommt in den meisten Romanen vor, da er als Fähnrich unter Ramages Kommando segelt.

 

(Wikipedia)

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Schloss Schwetzingen ist ein Schloss in Schwetzingen, das vor allem den pfälzischen Kurfürsten Karl Philipp und Karl Theodor als Sommerresidenz diente. Bekannt ist in erster Linie der im 18. Jahrhundert angelegte Schlossgarten. Jährlich finden im Schloss die Schwetzinger Festspiele und alle zwei Jahre das Lichterfest statt.

 

Inhaltsverzeichnis

 

1 Geschichte

2 Weltkulturerbe

3 Schloss

3.1 Innenräume

3.2 Zirkelbauten

3.3 Theater

3.4 Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen

4 Garten

4.1 Französischer Garten

4.2 Englischer Garten

4.3 Arboretum

4.4 See

4.5 Bauten

4.5.1 Merkurtempel

4.5.2 Minervatempel

4.5.3 Apollotempel

4.5.4 Tempel der Waldbotanik

4.5.5 Badhaus

4.5.6 Wasserspeiende Vögel

4.5.7 Perspektiv

4.5.8 Orangerie

4.5.9 Moschee

4.5.10 Römische Wasserleitung

4.5.11 Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)

4.6 Landschaftsschutzgebiet

5 Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses

6 Siehe auch

7 Literatur

8 Film

9 Weblinks

10 Einzelnachweise

 

Geschichte

 

Das Schwetzinger Schloss wurde im Jahr 1350 zum ersten Mal als Feste urkundlich erwähnt. Es handelte sich um ein mittelalterliches Wasserschloss. 1427 kam es in den Besitz des Kurfürsten Ludwig III. In der Folgezeit wurde es mehrfach umgebaut, diente als Jagdschloss und wurde gegen Ende des Dreißigjährigen Kriegs zerstört. Kurfürst Karl Ludwig ließ das Schwetzinger Schloss für seine Geliebte Luise von Degenfeld wieder aufbauen. Während eines Besuchs im August 1656 hatte er den Einwohnern von Schwetzingen bereits befohlen, sämtlichen Schutt wegzuräumen, wobei aufgelesene Trümmerteile wie Steine, Hölzer und „altes Eisenwerk“ bei den Untertanen zur eigenen Verwendung verbleiben durften. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde das Schloss erneut zerstört, die Grundmauern blieben allerdings stehen.

 

Karl Philipp

 

Karl Theodor

 

Seine heutige Form erhielt das Schloss auf Befehl des Kurfürsten Johann Wilhelm, der in Düsseldorf regierte. Dieser ließ es unter Leitung des Grafen Matteo Alberti – der Erbauer des Schlosses Bensberg – von dem Heidelberger Baumeister Johann Adam Breunig umbauen und durch zwei Flügelbauten wesentlich vergrößern. Das Bauwerk wurde in mehreren Bauabschnitten ab dem Jahre 1697 errichtet und ausgebaut. Im Jahr 1752 wurde eine Gartenerweiterung auf dem damals rund 70 Hektar großen Areal vorgenommen. Im gleichen Jahr wurde auch das Schlosstheater eröffnet. Obwohl das Schloss seit der Verlegung der Residenz des Kurfürsten Karl Theodor von Mannheim nach München im Jahr 1778 kaum mehr benutzt wurde, wurde in der Folgezeit am Garten weiter gearbeitet.

 

Unter Karl Theodor war Schwetzingen Sommerresidenz: Die Hofhaltung wurde in den warmen Monaten von Schloss Mannheim nach Schloss Schwetzingen verlegt. Die Schlichtheit der Wohnungen des Kurfürstenpaares und eine größere Informalität der Umgangsformen waren Ausdruck eines vorgeblich einfacheren, unbeschwerten „Lebens auf dem Lande“.

 

An der künstlerischen Ausgestaltung von Schloss und Garten waren nahezu alle am Hof in Mannheim beschäftigten Künstler beteiligt. Dazu gehörten Alessandro Galli da Bibiena und Peter Anton von Verschaffelt. Der Lothringer Nicolas de Pigage war Intendant der Gärten und Wasserkünste sowie der bestimmende Architekt in der Karl-Theodor-Zeit. Pigage erweiterte den Garten in allen Stilwandlungen der Zeit. Der Zweibrücker Hofgärtner Johann Ludwig Petri plante das Hauptparterre und den Zirkel des französischen Gartens. Der erste Hofgärtner, van Wynder, wurde aus Kassel nach Schwetzingen berufen.

 

Der zweite Hofgärtner war Johann Wilhelm Sckell, ein Hauptmitarbeiter Pigages. Sein Sohn Friedrich Ludwig Sckell wurde 1804 nach München berufen, wo er den Englischen Garten anlegte. Der erste badische Gartenbaudirektor war Johann Michael Zeyher, der den Flieder in Schwetzingen einführte.

 

Schloss Schwetzingen zählt heute zu den landeseigenen Monumenten und wird von der Einrichtung Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg betreut. Der Garten ist gegen Eintritt öffentlich zugänglich, Schloss und Theater können im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

Weltkulturerbe

 

Im September 1999 meldete Deutschland Schwetzingen in der bei der UNESCO geführten sogenannten Tentativliste als potentielle Welterbestätte an.[1] Ein dortiger Eintrag ist die Voraussetzung dafür, dass zu einem späteren Zeitpunkt ein Antrag auf Verleihung eines entsprechenden Prädikats, in diesem Fall des Weltkulturerbes, gestellt werden kann. Dies geschah dann auch im Jahre 2007. Der Antrag umfasste einen Kernbereich von Schloss und Schlossgarten, den vorgelagerten Schlossplatz, das Ysenburgsche Palais sowie die Sichtachsen der Carl-Theodor- und der Lindenstraße. Hinzu kam eine zusätzliche Pufferzone, die weitere Teile der Stadt einbezog.[2]

 

Im Juni 2009 wurde der Antrag aufgrund eines negativen Votums des ICOMOS wieder zurückgenommen und infolgedessen im Laufe des folgenden Herbstes überarbeitet. Der ursprüngliche Ansatz, das freimaurerische und aufklärerische Wirken Carl-Theodors begleitend zu betonen, wurde zurückgefahren, stattdessen die künstlerische und musische Bedeutung von Schloss und Stadt hervorgehoben. Außerdem wurde der Kernbereich geringfügig erweitert.[2] Im Januar 2010 wurde der Neuantrag eingereicht.[3] Im März 2010 setzte die Kultusministerkonferenz Schwetzingen erneut auf die deutsche Nominierungsliste, diesmal für 2011.[4][5] Der als Entscheidungsgrundlage dienende Bewertungsbericht der ICOMOS vom Mai 2012 empfahl jedoch abermals, die Anlage nicht aufzunehmen. Negativ wurde insbesondere bewertet, dass es von dieser Art von Schlössern und Gärten schon elf, beispielsweise in Dessau, in Brühl oder in Potsdam und Berlin, und damit eigentlich deren genügend auf der Welterbeliste gebe. Eine besondere Stellung Schwetzingens habe nicht erkannt werden können.[6] Das Welterbekomitee stimmte dem ICOSMOS-Votum zwar mehrheitlich nicht zu, behandelte den Schwetzinger Antrag aber auch nicht, sondern empfahl stattdessen, einen neuen, abermals überarbeiteten Entwurf vorzulegen. Ob es dazu kommt, ist fraglich.[7][8][9] Über einen erneuten Versuch wurde nichts bekannt.

Schloss

Plan von Schwetzingen (um 1840)

 

Eine Anfahrt aus Heidelberg liegt auf der geraden Verbindung vom Königstuhl nach Schwetzingen. Die Trasse ist von erhöhter Position aus in der Landschaft noch gut erkennbar, aber nicht durchgehend befahrbar. Vom Königstuhl aus gesehen läuft diese Linie hinter dem Schloss weiter auf die Kalmit zu.

 

Vom Schwetzinger Schlossplatz gelangt man in den Ehrenhof. In den beiden ehemaligen Wachhäuschen am Schlosstor befinden sich heute ein Museumsladen und ein Café. Der Hof wird links und rechts von symmetrischen Wirtschaftsgebäuden flankiert. In der Mitte, an der Westseite, befindet sich das Corps de Logis, der Wohnbau des Schlosses.

Innenräume

 

In einer langwierigen Restaurierung der Jahre 1975–1991 wurden die Innenräume des Schlosses wiederhergestellt und mit authentischen Möbeln des 18. Jahrhunderts eingerichtet. In der Beletage verdeutlichen im Rahmen eines Schlossmuseums die Gesellschaftsräume, die Wohnung des Kurfürsten und die Wohnung der Kurfürstin das Funktionsprofil des Schlosses in der Karl-Theodor-Zeit.

 

Von besonderem kunstgeschichtlichen Rang sind die Räume der in badischer Zeit ab 1803 umgestalteten Wohnung der Reichsgräfin Luise Karoline von Hochberg im zweiten Obergeschoss aufgrund der vorzüglich erhaltenen Handdrucktapeten (1804) der Firma Zuber et Cie in Rixheim (Compagniezimmer mit Alpenpanorama „Vues de Suisse“, Schlafzimmer, Grand Cabinet).

Zirkelbauten

Nördlicher Zirkelbau

Südlicher Zirkelbau

 

Die Zirkelbauten sind zwei eingeschossige, dank hoher Fenstertüren mit unmittelbarem Gartenzugang versehene Werksteinbauten, die sich seitlich an das Schloss zu einem Halbrund anschließen und das kreisrunde Gartenparterre gemeinsam mit dem Halbkreis der Wandelgänge aus Lattenwerk umfangen. Der nördliche Zirkelbau wurde in den Jahren 1748/1749 von Alessandro Galli da Bibiena erbaut, der südliche im Jahr 1753 von Franz Wilhelm Rabaliatti. Die Zirkelbauten wurden für die Hofgesellschaften (Speisetafel, Spiele und Konzerte, Bälle) genutzt. Solche zusätzlichen, repräsentativen Räumlichkeiten waren angesichts der beengten Verhältnisse im alten Wohnbau des Schlosses unverzichtbar. Heute werden die Zirkelbauten als Schlossrestaurant, Café und Theaterfoyer sowie für Konzerte und Ausstellungen genutzt.

Theater

→ Hauptartikel: Schlosstheater Schwetzingen

 

Das kurfürstliche Hoftheater im frühklassizistischen Stil (oft fälschlich „Rokokotheater“ genannt) wurde am 15. Juni 1753 mit Oper Il figlio delle selve („Der Sohn der Wälder“) von Ignaz Holzbauer eröffnet. Hier wirkten Sänger, Instrumentalisten und Komponisten von internationalem Rang, darunter die Vertreter der Mannheimer Schule. Nachdem Karl Theodor seine Residenz nach München verlegt hatte, fanden nur noch gelegentliche Aufführungen in Schwetzingen statt, wenn der Kurfürst dort zu Besuch war. Auch in der badischen Zeit wurde das Theater nur selten benutzt. Es verfiel und konnte nicht mehr bespielt werden. 1936/37 und 2002/03 wurde das Theater völlig renoviert. Die Brüstungen der leicht ansteigenden Logenränge haben im Grundriss die Form einer Lyra. Die Pfeiler sind reich verziert und von Korbbögen überbrückt, die die Wirkung des Raumes vertiefen.

Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen

 

Im südlichen Flügel des Schlosses sind seit ihrer Gründung 1953 die Fachhochschule Schwetzingen – Hochschule für Rechtspflege bzw. deren Vorgängereinrichtungen untergebracht. Aufgrund umfangreicher Umbau- und Renovierungsarbeiten wurde der Studienbetrieb seit September 2009 in ein Ausweichquartier nach Mannheim-Wohlgelegen verlegt.

Garten

Parterre

 

Der Schwetzinger Schlossgarten gliedert sich in einen Französischen Garten und einen Englischen Garten. Bei der kunsthistorischen Interpretation des Gartens wird auch unterschieden zwischen dem „Garten der Allegorien“, also jener Gartenteil, in welchem ohne tiefere Bedeutung allegorische Figuren stehen, und dem „Garten der Vernunft“. Zum „Garten der Vernunft“ zählen Minervatempel, Merkurtempel, Moschee, Apollotempel, Tempel der Botanik, das römische Wasserkastell sowie das Arboretum, also jene Gartenteile, in denen im Sinne aufklärerischen Denkens die Vernunft gefeiert wird. Der Schwetzinger Schlossgarten war, mit Ausnahme des Bereiches um das Badhaus, bereits in kurfürstlicher Zeit für die gesamte Bevölkerung zugänglich, damals noch ohne Eintrittsgeld. Eine Parkordnung regelte das angemessene Verhalten der Besucher.

Französischer Garten

Luftaufnahme des Barockgartens

Fontäne in der Gartenmitte

 

Längs der Hauptachse des Gartens blickt man nach Osten auf den Königstuhl im Odenwald und nach Westen auf die Kalmit im Pfälzerwald.

 

Der Barockgarten ist nach französischer Art in strengen geometrischen Formen angelegt. Die wichtigsten Elemente sind die Hauptachse, die Querachse und das Kreisrund. Der vordere Gartenteil zeigt Parterres und Boskette. Auf der Schlossterrasse befinden sich Urnen, die die vier Weltzeitalter darstellen (goldenes, silbernes, ehernes und eisernes Zeitalter). Zudem befinden sich dort zwei vergoldete Atalanten, die noch aus dem Vorgängergarten stammen. Eine Besonderheit des französischen Gartens ist die kreisförmige Anlage der zentrale Teil rund um den Arionbrunnen, das sogenannte Kreisparterre.

 

Der zentrale Arionbrunnen von Guibal hat eine Begebenheit der antiken Mythologie zum Thema: Arion (Arion von Lesbos) ist ein berühmter Sänger. Nach einem Wettstreit reich beschenkt, wird er auf See von den Schiffsleuten bedrängt. Er bittet, ein letztes Mal singen zu dürfen. Bei seinem Gesang erscheinen Delfine. Der Sänger stürzt sich in die Fluten und ein Delfin bringt ihn an die Küste, so dass er seinen Weg nach Korinth fortsetzen kann. Das Sternbild Delphin wird in manchen Überlieferungen als der von den Göttern ans Firmament entrückte Arion auf dem Delfin gedeutet.

 

Abgeschlossen wird der französische Garten durch die Darstellung einer Hirschjagd von Verschaffelt. In unmittelbarer Nähe sind die vier Elemente in Skulpturen dargestellt.

Englischer Garten

 

Die westlichen und nordwestlichen Teile des Gartens wurden als englischer Landschaftsgarten gestaltet. Im Gegensatz zum französischen Garten sind hier die Wege und Uferlinien leicht geschwungen. Am unregelmäßigen Waldbereich wurde fast nichts verändert.

Arboretum

 

Ein Arboretum ist eine Sammlung oft exotischer Gehölze. Der Gartenbaumeister Zeyher legte diesen Garten im Jahr 1802 mit exotischen Bildern aus aller Welt an. Besonders kunstvoll ist das schmiedeeiserne, teilvergoldete Tor von Rabaliatti. Auf derselben Fläche befand sich vorher eine Fasanerie mit Tiergehegen.

See

See mit Schloss im Hintergrund

See im Winter

Gartenphaeton des Kurfürsten 1775

 

Schon beim Betreten des Schlossgartens sieht der Besucher auf den großen See, der den Garten abschließt. An der Stelle des Sees befand sich ursprünglich ein ummauertes Bassin, das auf Vorschlag Zeyhers im Jahr 1823 auf Befehl des Großherzogs Ludwig von Baden erweitert und in einen See mit natürlicher Uferausformung umgewandelt wurde. Zwei Skulpturen (Kopien) von Verschaffelt ruhen auf der dem Schloss zugewandten Längsseite beidseitig der Blickachse: die Flussgötter Rhein und Donau. Die Originale sind in der Orangerie zu besichtigen.

 

Der See und alle weiteren Gewässer werden seit Pigage von zwei Wasserwerken gefüllt, die den Leimbach als Antrieb für die Mühlräder der Pumpen nutzten. Dieser umschloss bereits die ursprüngliche Burganlage und fließt vom Kraichgau kommend in Richtung Rhein. Für die Fontänen wurde sauberes Grundwasser verwendet. Diese Pumpen befanden sich im nördlichen Schlossflügel (oberes Wasserwerk mit Hochbehälter im heutigen Finanzamt). Ein zweites Pumpwerk mit Hochbehälter, das einen gleichbleibenden Druck sicherstellte, war am Parkende hinter dem Aquädukt verborgen (unteres Wasserwerk).

 

Für Karl-Theodor kaufte Pigage 1775 in London einen Gartenphaeton mit Lakai-Antrieb, wozu alle Hauptwege topfeben angelegt und sogar vorzeitliche Grabhügel abgetragen wurden. Damit konnte der Kurfürst im Park herumfahren, ohne dass Pferdeexkremente die Gartenwege verschmutzten. Der Muskelkraftwagen, heute im Schloss Nymphenburg, regte den Heidelberger Studenten Karl Drais vor 1803 zur späteren Erfindung des Ur-Fahrrads an.[10]

Bauten

 

Im Schwetzinger Schlosspark befinden sich neben zahlreichen Statuen auch einige Bauwerke. Das Gebäudeprogramm zeigt einen philosophischen und architektonischen Bezug auf die klassische Antike und, im Falle des Moschee-Komplexes, auf den Islam und die orientalische Weisheitslehre. Neuere Forschungen wollen im Schwetzinger Garten ein freimaurerisches Programm erkennen, in dem christliche Vorstellungen eingebunden wären. Gartenbauten, Wegbeziehungen, Tore und Brücken sollten den Park nicht nur in Einzelräume unterteilen, sondern größer wirken lassen. Einen eigenen Komplex bietet das früher nur auf Einladung oder Befehl des Kurfürsten zugängliche Badhaus, ein kleines Lusthaus mit eigenem Garten und dem „Perspektiv“.

 

Nach Ansicht von Richard Benz führte das Erlebnis der „künstlichen Ruinen“ im Schwetzinger Schlosspark die Dichter des 18. Jahrhunderts zur Beschäftigung mit den echten Ruinen des Heidelberger Schlosses und damit zur im späten 18. Jahrhundert einsetzenden „Wiederentdeckung“ Heidelbergs.[11]

Merkurtempel

 

Die Lage des Tempels oberhalb des Moscheeweihers

 

Der Tempel von Norden

 

Der Tempel aus der Nähe

 

Relief am Tempel

 

In den „Parties sauvages“, den südwestlichen landschaftlichen Partien des Schwetzinger Gartens wurde bereits 1784 ein „Monument“ gegenüber der Moschee geplant. 1787/88 entstand der Ruinenbau Pigages, der erstmals 1791 dem römischen Gott Merkur zugewiesen wird. Sein kellerartiger Unterbau aus großen Sandsteinblöcken erscheint als Rest eines älteren Vorgängers. Der dreigeschossige, turmartige Merkur-Tempel aus Tuffstein besitzt ein im Grundriss sechseckiges Hauptgeschoss, darüber ein Attikageschoss und eine abschließende Laterne. Auf Merkur verweisen Reliefs aus Stuckmarmor über den Eingängen der drei gleichartigen Fassaden.

 

Die Deutung der Parkruine ist kontrovers: Nach überkommener Lesart steht sie für die Überwindung von Geheimlehren durch die Vernunft. Diese Lesart verweist darauf, dass der Tempel die Form eines römischen Grabmals hat. Durch drei Reliefs, die ausschließlich negative Episoden aus dem Leben des Merkur zeigen, wird dieser mit dem antiken Hermes Trismegistos, einem Symbol für Magie, gleichgesetzt. Der Aberglaube ist also gewissermaßen in seinem eigenen Tempel begraben worden. In diesem Zusammenhang wird auch betont, dass man von der Moschee über einen Weiher auf den Merkurtempel blickt. Wenn man die Moschee als Symbol für die Weisheit versteht, bedeutet dies: Der Weise muss Tod und Aberglaube nicht fürchten. Eine neue freimaurerische Interpretation hingegen sieht verborgene Verweise auf den Salomonischen Tempel und seinen Architekten Hiram Abif.

 

Der Merkurtempel hat die Funktion eines Aussichtspunkts, das Obergeschoss gestattet einen Blick über den See und auf die Moschee.

Minervatempel

Minervatempel

 

Die römische Göttin Minerva ist mehrfach im Schlossgarten dargestellt. Symmetrisch zu dem Minerva-Tempel war als Gegenstück ein Tempel des Cupido geplant, der nicht zur Ausführung kam.

 

Der von Pigage entworfene Tempel war 1769 vollendet. Seine viersäulige Front korinthischer Säulenordnung ist durch ein antik-römisches Vorbild angeregt, den Eingangsbau zur Portikus der Octavia. Einmalig ist die Umkehrung des Verhältnisses von Säulenhalle und Cella: Die Tempelcella wird zu einer gegenüber der Natur geöffneten Raumhülle umgedeutet, innerhalb derer sich die Säulenstellung fortsetzt.

 

Minerva, Göttin der Weisheit, erscheint vor der Rückwand in einem umgearbeiteten Standbild von Gabriel de Grupello. Sie ist, auch nach Ausweis des Giebelfeldes, die Göttin der friedlichen Künste und Wissenschaften, insbesondere der Gartenkunst. Die mit Marmorbänken ausgestattete Cella dient Parkbesuchern als Ruheraum, kann aber auch als imaginärer Versammlungsort derjenigen, die Weisheit erlangt haben, verstanden werden.

 

Unterhalb des Tempels befindet sich ein rechteckiger Raum, mit Nischen und runden Fensteröffnungen. Dieser Raum ist von außen zugänglich und zeigt Merkmale eines geheimen Versammlungsortes. Er wird von Pan regiert, wie eine Maske über der Tür anzeigt. Der Minerva-Tempel, der sich über dieser irrationalen Sphäre erhebt, wird so ein aufklärerisches Monument der gestaltenden Vernunft und der menschlichen Zivilisationsleistung.

Apollotempel

 

Apollotempel von Westen

 

Apollotempel von Westen

 

Lyraspielender Apollo

 

Apollos Rücken

 

Im Jahr 1762 plante man an dieser Stelle ein Belvedere. Nach dem Entwurf von Nicolas de Pigage entstand ein hoher, terrassierter Unterbau, auf dessen oberster Plattform sich ein Monopteros, ein Rundtempel mit zwölf Säulen ionischer Säulenordnung ohne Cella erhebt. Der Tempel ist dem griechischen Gott Apollo gewidmet. Die Statue des Apollo stammt von dem Bildhauer Anton von Verschaffelt. Sie zeigt den Gott beim linkshändigen Lyra-Spiel, was dem Künstler einigen Hohn eingebracht hat. In einem Briefwechsel zwischen Gleim, Wilhelm Heinse und Johannes von Müller heißt es, er stehe zwar »gar heilig« auf einer Anhöhe, »nur hat der linke Gott darin einen erbärmlichen Hintern«.

 

Der Apollo-Tempel krönt eine nach zwei Seiten gerichtete Anlage: Vom Eingang an der Westseite steigt der Besucher durch felsige, dunkle und verwirrende Korridore zur lichtumfluteten Plattform mit dem klassischen Monopteros empor. Aus der Sicht der Zuschauer im östlichen Heckentheater krönt der Tempel den Bühnenprospekt. Apoll erscheint als Gott der Künste und Führer der Musen auf dem Berg Helikon, wo der Hufschlag des Pegasus die Quelle Hippokrene, deren Wasser durch die Najaden über die Kaskade an die Menschen weitergegeben wird.

Tempel der Waldbotanik

Tempel der Waldbotanik

 

Der von Pigage entworfene Tempel der Waldbotanik – „Botanicae Silvestris“ – wurde schon 1777 geplant. Die Weiheinschrift nennt das Datum 1778, aber erst 1780 wurde der Bau fertig. Er bildet den Abschluss des „Arboretum Theodoricum“, der Baumsammlung im sogenannten Wiesentälchen. Der aufgesockelte, zylindrische Baukörper weist außen Rauputz nach Art von Eichenrinde auf. Eine Freitreppe, auf deren Wangen Sphingen wachen, führt zur Eingangstür. Innen vermittelt eine runde Öffnung von circa 20 cm Durchmesser in der Fußbodenmitte zu einem dunklen Gewölbe darunter. Das Bildprogramm handelt vom Wachsen, Reifen und Absterben der Natur. Vier große Relieffelder zeigen Symbole der vier Jahreszeiten in Verbindung mit einem antiken Dreifuß. Die Naturrhythmen werden mit der modernen Naturwissenschaft verknüpft: Bildnismedaillons der älteren Autoritäten Theophrastos von Eresos und Plinius stehen solche der modernen Naturforscher Joseph Pitton de Tournefort und Carl von Linné gegenüber. Linnés revolutionäres Buch über die Pflanzensystematik bildete das inzwischen verschwundene Attribut einer Statue der Göttin Ceres in der Mittelapsis.

Badhaus

Badhaus

 

Das von Pigage errichtete Badhaus ist ein kleines Lusthaus nach Art einer italienischen Villa. Während unter Karl Theodor der übrige Schlossgarten öffentlich zugänglich war, durfte der Badehaus-Bereich, zu dem ein eigener Garten gehört, nur auf Einladung oder mit Genehmigung des Kurfürsten betreten werden. Hier konnte Karl Theodor wie ein Privatmann leben und sich seinen musischen Neigungen hingeben. Vom Apollo-Bezirk her wird das Badhaus durch eine im Grundriss halbkreisförmige Exedra betreten, eine gleich gebildete liegt an der Rückseite. Durch beide Eingangsbereiche gelangt der Besucher in den Ovalsaal mit der Aurora als Deckengemälde und vier Horen als vergoldeten Plastiken, der das Zentrum des Schlösschens bildet. Vom Ovalsaal gehen nach Westen und nach Osten flurartige Vorzimmer mit fein eingelegtem Parkett aus drei Hölzern ab. Über sie gelangt der Besucher in das Schlafzimmer des Kurfürsten (Südwestseite, mit separater Toilette) und in den Baderaum (Nordwestseite) mit einem vertieften Marmorbecken (etwa 1‚2 m tief) mit zwei Sitzbänken in einer elliptischen Nische. Die Wasserleitungen sind als bekrönte Schlangen ausgearbeitet. An der Nordostseite liegt das Chinesische Zimmer mit chinesischen Papiertapeten, an der Südostseite das Schreibzimmer mit Landschaftsgemälden von Ferdinand Kobell.

 

In der beim Badhaus gelegenen Badhausküche befand sich der Kessel zum Erhitzen des Badewassers. Bemerkenswert ist, dass das Badhaus im Verhältnis zum Hauptschloss in der gleichen Position gelegen ist wie sein Vorbild, das Grand Trianon, im Schlosspark von Versailles.

Wasserspeiende Vögel

 

Uhu mit geschlagenem Fasan

 

wasserspeiende Vögel auf der Einfassung

 

Brunnen der wasserspeienden Vögel

 

Eine Attraktion des Badhausgartens ist der Brunnen der wasserspeienden Vögel (alle aus Eisenblech gearbeitet). Im mittleren Bassin sitzt in Angriffshaltung mit gespreizten Flügeln ein Uhu, der in seinen Fängen einen von ihm geschlagenen Fasan hält. Oben auf der Einfassung aus Lattenwerk, das die Anlage umgibt, sitzen zwanzig andere Vögel, die den Uhu (mit Wasser) bespucken. Das Thema des Brunnens geht auf eine Fabel von Äsop zurück, die vom Zorn der guten Vögel über den bösen Uhu handelt. Die Schwetzinger Figuren stammen aus dem lothringischen Schloss La Malgrange des polnischen Exkönigs Stanislaus I. Leszczyński. Vier Volieren mit lebenden, zwitschernden Vögeln erhöhen die Illusion. Zu der Anlage zählen zwei weitere kleine Gebäude, die sogenannten Achathäuschen.

Perspektiv

 

Perspektiv im Laubengang

 

Perspektiv aus der Nähe

 

Perspektiv von außen

 

Blick auf die halbrunde Mauer vom „Perspektiv“ oder „Ende der Welt“ im Schlossgarten Schwetzingen.

 

Das Perspektiv oder Ende der Welt im Schlossgarten Schwetzingen.

 

Das Perspektiv, im Volksmund als „Ende der Welt“ bezeichnet, schließt die Hauptachse des Badhausgartens nach Norden hin ab. Am hinteren Ende der Treillage ist eine Flusslandschaft zu erkennen. Dabei handelt es sich um die Kopie eines Gemäldes von Ferdinand Kobell auf einer Mauer. Durch geschickt genutzten Lichteinfall erscheint das Bild realistisch. Im Zusammenspiel mit dem zuführenden Gang und einem Architekturrahmen vor der Mauer entsteht eine starke Tiefenwirkung.

 

Aufbau des Perspektivs (von Pigage gestaltet): An den Laubengang (Treillage) schließt sich ein Pavillon mit zwei Seitenräumen an. Der Hauptraum des Pavillons (zum Gemälde hin offen und mit Tuffstein verkleidet) ist als Grotte gestaltet. Gegenüber dem Eingang des Laubengangs befindet sich eine Maueröffnung im Pavillon. In der Maueröffnung sind eiserne Schilfblättchen angebracht und Wasser tropft von der Grottendecke in ein Bassin. Hinter dieser Öffnung befindet sich in etwas Abstand eine halbrunde Mauer mit Landschaftsgemälde (in Freskotechnik). Das Landschaftsgemälde wird durch das Sonnenlicht beleuchtet und strahlt so förmlich, wenn man vor dem Laubengang steht.

Orangerie

Orangerie

→ Hauptartikel: Orangerie (Schwetzingen)

 

Ab dem 16. Jahrhundert kamen an den europäischen Fürstenhöfen Sammlungen von Orangen und anderen Zitrusbäumen in Mode. Diese überwinterten in abschlagbaren, nur für die kalte Jahreszeit um die Pflanzen herum errichteten Gebäuden. Im späten 17. und im 18. Jahrhundert wurden die Pflanzen in Pflanzkästen und Kübeln gehalten, die in einem festen Gebäude überwinterten und in den warmen Monaten in einem Orangerieparterre ins Freie gestellt wurden.

 

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts konnte der Bedarf an Räumlichkeiten für höfische Festivitäten in Schwetzingen nicht annähernd gedeckt werden. Eine Orangerie mit großem Festsaal westlich des Schlosses sollte hier Abhilfe schaffen. So hatte es jedenfalls Kurfürst Karl Philipp entschieden, der 1716 die Nachfolge des überwiegend in Düsseldorf residierenden Kurfürsten Johann Wilhelm angetreten hatte.

 

Die unter Karl Theodor errichtete Schwetzinger Orangerie mit ihren Fassadenmalereien wurde von Nicolas de Pigage entworfen. Die Malereien täuschen Naturstein als Material vor, wo nur simple Backsteinmauern sind. Davor liegt das Orangerieparterre, das gegenüber den anderen Gartenbereichen zugunsten eines Binnenklimas abgesenkt und zur warmen Südseite ausgerichtet ist. An den Ecken des Parterres befinden sich Statuen von drei Jahreszeiten, die vierte fehlt. In der Mitte stehen die Orangen- und Zitronenbäume in Kübeln auf einer rechteckigen Insel.

Moschee

→ Hauptartikel: Moschee Schwetzingen

 

Rote Moschee im Türkischen Garten

 

Wandelgang mit Eckpavillon

 

Innenansicht der Moscheekuppel

 

Im hinteren (südlichen) Bereich, dem Türkischen Garten, steht die Rote Moschee von Pigage, errichtet von 1778 bis 1785. Das Bauwerk hat keine liturgische Funktion, es handelt sich vielmehr um ein Gartenfolly mit ausschließlich ästhetischer Bedeutung. Die Schwetzinger Moschee ist der erste und größte Bau dieser Art in einem deutschen Park. Das Gebäude des späten Barock ist mit zahlreichen orientalischen Elementen versehen. Der Moscheehof wurde gelegentlich für Freilichtaufführungen von Opern genutzt. Die Moschee wurde im 20. Jahrhundert zeitweise von Muslimen genutzt.

 

Vor der Moschee befinden sich der ehemalige fürstliche Obstgarten, dahinter eine Baumschule und die Schlossgärtnerei.

Römische Wasserleitung

Römische Wasserleitung

 

Im Sommer 1779 wurde die am nördlichen Rand des Gartens gelegene künstliche Ruine nach Entwürfen von Nicolas de Pigage begonnen. Ein Torbau, auf dem noch ein Turmaufsatz erhalten scheint, erinnert an einen römischen Triumphbogen. In seiner mittleren Arkade rauscht ein Wasserfall. Von diesem Torbau greifen nach drei Seiten die Reste eines Aquäduktes aus, wobei der östliche Arm einen Freiplatz hinterfängt, auf dem sich ein Obelisk erhebt.

 

Pigage konnte auf eigene Antikenstudien während seiner Italienreise 1767/68 zurückgreifen. Die Verbindung von Torbogen und Aquädukt begegnet an der römischen Porta Maggiore und am Aquädukt der Acqua Vergine. Das Turmfreigeschoss könnte durch mittelalterliche Wehraufbauten auf römischen Brücken angeregt sein. Die Vorbilder finden sich in Veduten von Piranesi. Die Bezeichnung als Römisches Wasserkastell erscheint erst 1828.

Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)

Blick über die Chinesische Brücke, im Hintergrund der Merkurtempel

 

Die oft als „chinesisch“ bezeichnete Brücke im hinteren, nordwestlichen Bereich des Gartens verbindet den französischen mit dem englischen Gartenteil. Das Bauwerk geht tatsächlich auf einen Brückenentwurf des in Venetien tätig gewesenen Renaissance-Architekten Andrea Palladio zurück. Die Brücke hat den populären Beinamen „Lügenbrücke“, denn wer auf deren unregelmäßigen Stufen ins Straucheln kommt, soll schon einmal geschwindelt haben.

Landschaftsschutzgebiet

 

Bereits am 8. August 1952 hat das damalige Landratsamt Mannheim den Schloßgarten unter der Bezeichnung Schwetzinger Schloßgarten und Umgebung als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Das Gebiet mit der Nummer 2.26.013 hat aktuell eine Größe von rund 190 Hektar und umfasst den historischen Park aus der Kurfürstenzeit sowie das westliche Vorgelände und die historische Jagdanlage am Stern.

Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses

 

Voltaire kam im Jahr 1753 zum ersten Mal nach Schwetzingen und war 14 Tage lang Gast des mit ihm befreundeten Kurfürsten. Im Sommer 1758 kam Voltaire erneut zu einem kurzen Aufenthalt nach Schwetzingen. Wolfgang Amadeus Mozart wirkte zusammen mit seinem Vater und seiner Schwester an einem Hofkonzert am 18. Juli 1763 mit. Der Komponist Christoph Willibald Ritter von Gluck war im Jahr 1774 Gast des Kurfürsten. Friedrich Schiller fand in Schwetzingen Anregungen zu den gegensätzlichen „Aranjuez-Stimmungen“ des ersten Aktes von Don Karlos. Der Schauspieler August Wilhelm Iffland schilderte in einem Brief vom 26. November 1779 eine Jagd bei Schwetzingen, die 50.000 Gulden gekostet hatte und bei der für 9.000 Menschen Zuschauergerüste aufgebaut waren. Kaiser Joseph II. hielt sich im Jahr 1781 unter dem Namen Graf von Falkenstein in Schwetzingen auf.

Siehe auch

 

Schloss Benrath – 1755 bis 1773 von Pigage im Auftrag von Kurfürst Karl Theodor erbaut am Übergang vom Rokoko zum Klassizismus. Der Garten ist eine geometrisch achsensymmetrische Barockanlage nach französischem Vorbild, der Privatgarten des Kurfürsten wurde im 19. Jahrhundert landschaftlich umgestaltet. Im Nebengebäude des Schlosses befindet sich das Museum für Europäische Gartenkunst.

Maulbeerbaumallee nach Heidelberg – im Zusammenhang mit der Seidenraupenzucht.

 

Literatur

 

Carl Ludwig Fuchs, Claus Reisinger: Schloss und Garten zu Schwetzingen. 2. Auflage. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2008, ISBN 978-3-88462-266-7

Volker Hannwacker: Friedrich Ludwig von Sckell. Der Begründer des Landschaftsgartens in Deutschland. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1992, ISBN 3-421-03012-X, S. 11–21.

Nanette Schärf, Hartmann Manfred Schärf: Das Badhaus im Schwetzinger Schlossgarten. Die Restaurierung des Gebäudes, seiner Innenräume und Ausstattungen. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 37. Jg. 2008, Heft 1, S. 29–35 (PDF)

Ralf Richard Wagner: In seinem Paradiese Schwetzingen … Das Badhaus des Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz. Hrsg. von Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2009, 302 S., ISBN 978-3-89735-587-3.

Wegweiser durch den Schwetzinger Garten. Mit zwölf Ansichten von Conrad Caspar Rordorf. Engelmann, Heidelberg 1830 (Digitalisat)

Karl Wörn: Schwetzingen Lebendige Stadt. 3. Auflage. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 1980.

Oswald Zenker: Schwetzinger Schlossgarten. Ein Führer durch das Französische Gartenparterre und den Englischen Landschaftsgarten, mit Informationen über Schloss und Rokokotheater sowie Sehenswürdigkeiten der Umgebung. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 2002, ISBN 3-87742-170-9.

 

Film

 

Im Hain des Apoll. Der Schlosspark Schwetzingen. Dokumentarfilm, Deutschland, 2007, 28:20 Min., Buch und Regie: Christopher Paul, Produktion: SWR, Reihe: Schätze des Landes, Inhaltsangabe von ARD.

 

Weblinks

Commons: Schloss Schwetzingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

 

Offizielle Seite von Schloss Schwetzingen

Infos zum Schloss auf der Seite der Stadt Schwetzingen

Schloss Schwetzingen von ZUM

Kein Land „wo die Zitronen blühen“. In: Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Artikel zur Geschichte von Orangerien, darunter der in Schwetzingen

Schloss Schwetzingen auf badischewanderungen.de

Schloss Schwetzingen als 3D-Modell im 3D Warehouse von SketchUp

 

Einzelnachweise

Schwetzingen: A Prince Elector’s Summer Residence – garden design and Freemasonic allusions. Eintrag in der Tentativliste der UNESCO auf deren Website, abgerufen am 8. April 2014 (französisch)

Vorlage zur Gemeinderatssitzung vom 22. September 2009, abgerufen am 8. April 2014

Neue Akzente sollen in Paris überzeugen. Schwetzinger Zeitung, 2. Februar 2010, abgerufen am 8. April 2014

Die Sommerresidenz und ihre Musik sollen es richten. Mannheimer Morgen, 6. März 2010, abgerufen am 8. April 2014

Kurfürstliche Sommerresidenz Schwetzingen für die Aufnahme in die UNESCO-Weltkulturerbeliste nominiert. Pressemitteilung des Landesdenkmalsamts Baden-Württemberg vom 8. März 2010, abgerufen am 8. April 2014

ICOMOS Evaluations of Nominations of Cultural and Mixed Properties. Empfehlungsbericht zur 36. Sitzung des Welterbekomitees im Juni/Juli 2012, S. 224–233, PDF-Datei, 28,4 MB, abgerufen am 8. April 2014 (englisch)

Schwetzingen zunächst nicht Welterbe. Pressemitteilung der Stadt Schwetzingen vom 29. Juni 2012, abgerufen am 8. April 2014

Johanna Eberhardt: Schwetzingen nimmt keinen neuen Anlauf. Stuttgarter Zeitung, 3. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014

Kein dritter Anlauf für Unseco-Welterbe-Titel in Schwetzingen. xity, 2. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014

Hans-Erhard Lessing: Zwei Räder statt vier Hufe – Karl Drais G.Braun-Verlag, Karlsruhe 2010

Richard Benz: Heidelberg. Schicksal und Geist, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen, 2. Auflage 1975, ISBN 3-7995-4008-3, S. 296

Italien / Toskana - Pitigliano

 

Santuario della Madonna delle Grazie

 

Pitigliano is a town in the province of Grosseto, located about 80 kilometres (50 mi) south-east of the city of Grosseto, Tuscany, Italy.

 

The quaint old town is known as the little Jerusalem, for the historical presence of a Jewish community that has always been well integrated into the social context and that has its own synagogue.

 

History

 

Pitigliano and its area were inhabited in Etruscan times but the first extant written mention of it dates only to 1061. In the early 13th century it belonged to the Aldobrandeschi family and by the middle of the century it had become the capital of the surrounding county.

 

In 1293 the county passed to the Orsini family, signalling the start of 150 years of on-again/off-again wars with Siena, at the end of which, in 1455, a compromise of sorts was reached: Siena acknowledged the status of county to Pitigliano, which in exchange placed herself under the sovereignty of Siena.

 

From then onwards the history of Pitigliano resorbs into the gradually wider ambit first of the Grand Duchy of Tuscany (1562) then of the united Kingdom of Italy.

 

Population

 

Synagogue and Jewish community

 

For several hundred years Pitigliano was a frontier town between the Grand Duchy of Tuscany and, to the south, the Papal States. For this reason, the town was home to a flourishing and long-lived Jewish community, mostly made up by people fleeing from Rome during the Counterreformation persecutions. Jews of the town used one of the caves for their ritual Passover matzoh bakery, the "forno delle azzime" described in detail in Edda Servi Machlin's "Classic Cuisine of the Italian Jews." After the promulgation of racial laws under Nazi influence, all the Jews of the town reportedly escaped capture with the help of their Christian neighbors. Although there are almost no Jews left in town, not enough to provide a minyan, the synagogue (1598, with furnishings of the 17th and 18th centuries) is still officiated from time to time. It was restored in 1995.

 

Main sights

 

Etruscan remains

 

Pitigliano is home to a series of artificial cuts into the tufa rock to varying depths ranging from less than 1 metre (3.3 ft) to over 10 metres (33 ft). At the bottom of these cuts (Italian: tagliate) are carved channels, apparently for water, although some take the form of steps. The purpose of the cuts is not known: the three main theories are that they were roads, quarries, or water conveyance schemes; they radiate outward from the base of the butte of Pitigliano, down to the rivers then back to the top of the plateau that surrounds the town. A few very brief Etruscan inscriptions are said to have been found on the walls of the cuts, but are ill documented.

 

Medieval and Renaissance structures

 

The Cathedral of Santi Pietro e Paolo, Pitigliano.

The church of Santa Maria.

The Orsini Fortress, which achieved its present state in 1545 but represents a reworking of the earlier medieval fortress

the town's walls and gates, the best preserved of which is the Porta Sovana.

remains of a tall and very visible aqueduct at the very top of the butte.

 

Tempietto

 

The Tempietto ("Small temple") is a small cave, probably of natural origin but considerably reworked by human hands, lying a few hundred meters outside the central district, yet far above the Lente valley. Its purpose and builders remain unknown. Locally it is referred to as a "paleochristian tempietto", but this has never been confirmed; it must date to Late Antiquity or the early Middle Ages, although it may replace an Etruscan or Roman arcosolium.

 

(Wikipedia)

 

Pitigliano ist eine italienische Gemeinde mit 3732 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) im Südosten der Provinz Grosseto in der Toskana, zwischen steil eingeschnittenen Tälern gelegen mit einem mittelalterlichen Stadtkern.

 

Die Gemeinde ist Mitglied der Vereinigung I borghi più belli d’Italia (Die schönsten Orte Italiens).

 

Geografie

 

Der Tuffstein dieser Gegend ist auf die vulkanische Vergangenheit dieses Teils der Toskana zurückzuführen. Etwa 20 km von Pitigliano entfernt liegt der Bolsena-See, eine Caldera von etwa 14 km Durchmesser. Sie ist das Ergebnis enormer vulkanischer Explosionen, die sich vor etwa 300.000 Jahren ereignet haben. Der Monte Amiata, ein 1738 m hoher erloschener Vulkan, ist von Pitigliano aus zu sehen, im Winter ist er ein beliebtes Skigebiet. Pitigliano selbst liegt an den Flüssen Lente und Meleta.

 

Einziger Ortsteil (Frazione) ist Casone (524 m, ca. 130 Einwohner).

 

Zu den Nachbargemeinden gehören Farnese (VT), Ischia di Castro (VT), Latera (VT), Manciano, Sorano und Valentano (VT).

 

Geschichte

 

Die Stadt liegt im ursprünglich etruskischen Stammland und ist auf einen ca. 300 m hoch gelegenen Tuffsteinfelsen gebaut. Der Tuff ist auch das hier übliche Baumaterial, das in Ziegelform aus dem Fels geschnitten wird. Pitigliano ist von den tiefen Schluchten der Bäche Lente und Meleta umflossen, die sich im Lauf der Zeit in das Plateau geschnitten haben. Zusätzlich zu den natürlichen Canyons finden sich rund um die Stadt viele sogenannte „Vie Cave“, Wegsysteme der Etrusker, die in den Tuffstein gegraben wurden. Diese Etruskerstraßen sind zum Teil mit ausgeklügelten Entwässerungssystemen versehen.

 

Die erste schriftliche Erwähnung der Stadt stammt aus dem Jahr 1061. Im frühen 13. Jahrhundert gehörte die Stadt zum Besitz der Aldobrandeschi und wurde zum Hauptort der Umgebung. 1293 ging sie dann an die Orsini, Anfang des 17. Jahrhunderts an die Medici, welche sie 1604 in das Großherzogtum Toskana eingliederten. Im Zuge des Risorgimento im 19. Jahrhundert wurde sie Teil des Königreichs Italien.

 

Die Geschichte der Stadt ist stärker als an anderen Orten der Maremma von Juden mitgeprägt, die im 16. Jahrhundert in Pitigliano Zuflucht vor Verfolgung und Vertreibung fanden. Ein Verein kümmert sich um das jüdische Erbe der Stadt, so dass die Synagoge und das jüdische Viertel einer seit 1500 bestehenden sephardischen Gemeinde („Klein-Jerusalem“, Piccola Gerusalemme) in der Altstadt heute restauriert und wieder zu besichtigen sind.

 

Sehenswürdigkeiten

 

Die Kathedrale „Santi Pietro e Paolo“ geht auf das Mittelalter zurück. Im 16. Jahrhundert und danach wurde sie stark verändert und hat heute eine spätbarocke Fassade. Enthält zwei Werke von Pietro Aldi. Der Campanile, im Kern ein zum Kirchturm umgebauter mittelalterlicher Geschlechterturm, überragt weithin sichtbar die Stadt.

 

Die Kirche San Rocco ist die älteste Kirche der Stadt und wurde schon 1274 urkundlich erwähnt. An der äußeren Nordwand befindet sich ein Steinrelief aus dem 12. Jahrhundert.

 

Der Palazzo Orsini wurde am einzigen natürlichen Zugang zur Stadt als Verteidigungsanlage errichtet und wurde über mehrere Jahrhunderte immer wieder erweitert. In der Burg befindet sich heute der Bischofssitz, ein Museum religiöser Kunst sowie das städtische archäologische Museum.

 

Der beeindruckende Aquädukt wurde in der Mitte des 16. Jahrhunderts begonnen, aber erst im 17. Jahrhundert unter den Medici vollendet.

 

Im Bereich des ehemaligen jüdischen Viertels sind die Synagoge, sowie die Überreste einer Mikwe, einer koscheren Schlachterei und Bäckerei zu besichtigen.

 

Rund um Pitigliano finden sich eine große Anzahl von Grabstätten der Etrusker, deren bekannteste die „Tomba Ildebranda“ ist. Sie ist fälschlich benannt nach dem berühmten Ildebrando von Sovana, der im 11. Jahrhundert als Papst Gregor VII. in die Kirchengeschichte einging. Die Ausgrabungsstätte ist öffentlich zugänglich.

Nahe Pititgliano befinden sich Via Cave.

 

Ein weiteres bedeutendes Zeugnis der etruskischen Kultur in der Umgebung der Stadt sind die Reste der Siedlung „Poggio Buco“ zwischen Pitigliano und Manciano, wo sich auch ein Museum befindet, das sich mit der Geschichte der Gegend befasst.

 

(Wikipedia)

Werkstatt Hans Backoffen, gestiftet 1519

Mainz, St. Ignaz, Friedhof

Sand- und Tuffstein, farbig gefasst

 

Die vielfigurige Kreuzigungsgruppe beeindruckt durch ihre Monumentalität, ihre Fülle naturnah ausgebildeter Details sowie einen spannungsreichen Aufbau. So setzt das ausschwingende, stark bewegte Lendentuch Christi ebenso einen Kontrapunkt zu dem extrem gespannten Körper wie die Putten, die ihn umflattern und sein Blut in ihren Kelchen sammeln. Rechts und links sind die Schächer Dismas und Gesmas zu sehen, am Fuße des Kreuzes trauern still und versunken Maria und Johannes sowie, in prächtig wiedergegebener Kleidung, Maria Magdalena. Der Gewandsaum Mariens trägt eine fragmentierte Inschrift, ebenso das Lendentuch Christi, welches den Bibelvers Hosea 13,14 zeigt. Die Kreuzigungsgruppe befand sich bis 1995 an der Kirche St. Ignaz.

 

Leider floss an diesem Tag nur ein Rinnsal über den Tuffkegel

Italien / Toskana - Pitigliano

 

Pitigliano is a town in the province of Grosseto, located about 80 kilometres (50 mi) south-east of the city of Grosseto, Tuscany, Italy.

 

The quaint old town is known as the little Jerusalem, for the historical presence of a Jewish community that has always been well integrated into the social context and that has its own synagogue.

 

History

 

Pitigliano and its area were inhabited in Etruscan times but the first extant written mention of it dates only to 1061. In the early 13th century it belonged to the Aldobrandeschi family and by the middle of the century it had become the capital of the surrounding county.

 

In 1293 the county passed to the Orsini family, signalling the start of 150 years of on-again/off-again wars with Siena, at the end of which, in 1455, a compromise of sorts was reached: Siena acknowledged the status of county to Pitigliano, which in exchange placed herself under the sovereignty of Siena.

 

From then onwards the history of Pitigliano resorbs into the gradually wider ambit first of the Grand Duchy of Tuscany (1562) then of the united Kingdom of Italy.

 

Population

 

Synagogue and Jewish community

 

For several hundred years Pitigliano was a frontier town between the Grand Duchy of Tuscany and, to the south, the Papal States. For this reason, the town was home to a flourishing and long-lived Jewish community, mostly made up by people fleeing from Rome during the Counterreformation persecutions. Jews of the town used one of the caves for their ritual Passover matzoh bakery, the "forno delle azzime" described in detail in Edda Servi Machlin's "Classic Cuisine of the Italian Jews." After the promulgation of racial laws under Nazi influence, all the Jews of the town reportedly escaped capture with the help of their Christian neighbors. Although there are almost no Jews left in town, not enough to provide a minyan, the synagogue (1598, with furnishings of the 17th and 18th centuries) is still officiated from time to time. It was restored in 1995.

 

Main sights

 

Etruscan remains

 

Pitigliano is home to a series of artificial cuts into the tufa rock to varying depths ranging from less than 1 metre (3.3 ft) to over 10 metres (33 ft). At the bottom of these cuts (Italian: tagliate) are carved channels, apparently for water, although some take the form of steps. The purpose of the cuts is not known: the three main theories are that they were roads, quarries, or water conveyance schemes; they radiate outward from the base of the butte of Pitigliano, down to the rivers then back to the top of the plateau that surrounds the town. A few very brief Etruscan inscriptions are said to have been found on the walls of the cuts, but are ill documented.

 

Medieval and Renaissance structures

 

The Cathedral of Santi Pietro e Paolo, Pitigliano.

The church of Santa Maria.

The Orsini Fortress, which achieved its present state in 1545 but represents a reworking of the earlier medieval fortress

the town's walls and gates, the best preserved of which is the Porta Sovana.

remains of a tall and very visible aqueduct at the very top of the butte.

 

Tempietto

 

The Tempietto ("Small temple") is a small cave, probably of natural origin but considerably reworked by human hands, lying a few hundred meters outside the central district, yet far above the Lente valley. Its purpose and builders remain unknown. Locally it is referred to as a "paleochristian tempietto", but this has never been confirmed; it must date to Late Antiquity or the early Middle Ages, although it may replace an Etruscan or Roman arcosolium.

 

(Wikipedia)

 

Pitigliano ist eine italienische Gemeinde mit 3732 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) im Südosten der Provinz Grosseto in der Toskana, zwischen steil eingeschnittenen Tälern gelegen mit einem mittelalterlichen Stadtkern.

 

Die Gemeinde ist Mitglied der Vereinigung I borghi più belli d’Italia (Die schönsten Orte Italiens).

 

Geografie

 

Der Tuffstein dieser Gegend ist auf die vulkanische Vergangenheit dieses Teils der Toskana zurückzuführen. Etwa 20 km von Pitigliano entfernt liegt der Bolsena-See, eine Caldera von etwa 14 km Durchmesser. Sie ist das Ergebnis enormer vulkanischer Explosionen, die sich vor etwa 300.000 Jahren ereignet haben. Der Monte Amiata, ein 1738 m hoher erloschener Vulkan, ist von Pitigliano aus zu sehen, im Winter ist er ein beliebtes Skigebiet. Pitigliano selbst liegt an den Flüssen Lente und Meleta.

 

Einziger Ortsteil (Frazione) ist Casone (524 m, ca. 130 Einwohner).

 

Zu den Nachbargemeinden gehören Farnese (VT), Ischia di Castro (VT), Latera (VT), Manciano, Sorano und Valentano (VT).

 

Geschichte

 

Die Stadt liegt im ursprünglich etruskischen Stammland und ist auf einen ca. 300 m hoch gelegenen Tuffsteinfelsen gebaut. Der Tuff ist auch das hier übliche Baumaterial, das in Ziegelform aus dem Fels geschnitten wird. Pitigliano ist von den tiefen Schluchten der Bäche Lente und Meleta umflossen, die sich im Lauf der Zeit in das Plateau geschnitten haben. Zusätzlich zu den natürlichen Canyons finden sich rund um die Stadt viele sogenannte „Vie Cave“, Wegsysteme der Etrusker, die in den Tuffstein gegraben wurden. Diese Etruskerstraßen sind zum Teil mit ausgeklügelten Entwässerungssystemen versehen.

 

Die erste schriftliche Erwähnung der Stadt stammt aus dem Jahr 1061. Im frühen 13. Jahrhundert gehörte die Stadt zum Besitz der Aldobrandeschi und wurde zum Hauptort der Umgebung. 1293 ging sie dann an die Orsini, Anfang des 17. Jahrhunderts an die Medici, welche sie 1604 in das Großherzogtum Toskana eingliederten. Im Zuge des Risorgimento im 19. Jahrhundert wurde sie Teil des Königreichs Italien.

 

Die Geschichte der Stadt ist stärker als an anderen Orten der Maremma von Juden mitgeprägt, die im 16. Jahrhundert in Pitigliano Zuflucht vor Verfolgung und Vertreibung fanden. Ein Verein kümmert sich um das jüdische Erbe der Stadt, so dass die Synagoge und das jüdische Viertel einer seit 1500 bestehenden sephardischen Gemeinde („Klein-Jerusalem“, Piccola Gerusalemme) in der Altstadt heute restauriert und wieder zu besichtigen sind.

 

Sehenswürdigkeiten

 

Die Kathedrale „Santi Pietro e Paolo“ geht auf das Mittelalter zurück. Im 16. Jahrhundert und danach wurde sie stark verändert und hat heute eine spätbarocke Fassade. Enthält zwei Werke von Pietro Aldi. Der Campanile, im Kern ein zum Kirchturm umgebauter mittelalterlicher Geschlechterturm, überragt weithin sichtbar die Stadt.

 

Die Kirche San Rocco ist die älteste Kirche der Stadt und wurde schon 1274 urkundlich erwähnt. An der äußeren Nordwand befindet sich ein Steinrelief aus dem 12. Jahrhundert.

 

Der Palazzo Orsini wurde am einzigen natürlichen Zugang zur Stadt als Verteidigungsanlage errichtet und wurde über mehrere Jahrhunderte immer wieder erweitert. In der Burg befindet sich heute der Bischofssitz, ein Museum religiöser Kunst sowie das städtische archäologische Museum.

 

Der beeindruckende Aquädukt wurde in der Mitte des 16. Jahrhunderts begonnen, aber erst im 17. Jahrhundert unter den Medici vollendet.

 

Im Bereich des ehemaligen jüdischen Viertels sind die Synagoge, sowie die Überreste einer Mikwe, einer koscheren Schlachterei und Bäckerei zu besichtigen.

 

Rund um Pitigliano finden sich eine große Anzahl von Grabstätten der Etrusker, deren bekannteste die „Tomba Ildebranda“ ist. Sie ist fälschlich benannt nach dem berühmten Ildebrando von Sovana, der im 11. Jahrhundert als Papst Gregor VII. in die Kirchengeschichte einging. Die Ausgrabungsstätte ist öffentlich zugänglich.

Nahe Pititgliano befinden sich Via Cave.

 

Ein weiteres bedeutendes Zeugnis der etruskischen Kultur in der Umgebung der Stadt sind die Reste der Siedlung „Poggio Buco“ zwischen Pitigliano und Manciano, wo sich auch ein Museum befindet, das sich mit der Geschichte der Gegend befasst.

 

(Wikipedia)

Leider floss an diesem Tag nur ein Rinnsal über den Tuffkegel

Italien / Toskana - Volterra

 

Volterra (Italian pronunciation: [volˈtɛrra]; Latin: Volaterrae) is a walled mountaintop town in the Tuscany region of Italy. Its history dates from before the 8th century BC and it has substantial structures from the Etruscan, Roman, and Medieval periods.

 

History

 

Volterra, known to the ancient Etruscans as Velathri or Vlathri and to the Romans as Volaterrae, is a town and comune in the Tuscany region of Italy. The town was a Bronze Age settlement of the Proto-Villanovan culture, and an important Etruscan center (Velàthre, Velathri or Felathri in Etruscan, Volaterrae in Latin language), one of the "twelve cities" of the Etruscan League.

 

The site is believed to have been continuously inhabited as a city since at least the end of the 8th century BC. It became a municipium allied to Rome at the end of the 3rd century BC. The city was a bishop's residence in the 5th century, and its episcopal power was affirmed during the 12th century. With the decline of the episcopate and the discovery of local alum deposits, Volterra became a place of interest of the Republic of Florence, whose forces conquered Volterra. Florentine rule was not always popular, and opposition occasionally broke into rebellion. These rebellions were put down by Florence.

 

When the Republic of Florence fell in 1530, Volterra came under the control of the Medici family and later followed the history of the Grand Duchy of Tuscany.

 

Culture

 

The main events that take place during the year in Volterra are

 

Volterra gusto

Volterra arte

Volterra teatro

 

Main sights

 

Roman Theatre of Volterra, 1st century BC, excavated in the 1950s

 

the Roman amphitheatre was discovered in 2015 and has been excavated over the succeeding years

 

Piazza dei Priori, the main square, a fine example of medieval Tuscan town squares

 

Palazzo dei Priori, the town hall located on Piazza dei Priori, construction begun in 1208 and finished in 1257

 

Pinacoteca e museo civico di Volterra (Art Gallery) in Palazzo Minucci-Solaini. Founded in 1905, the gallery consists mostly of works by Tuscan artists from 14th to 17th centuries. Includes a Deposition by Rosso Fiorentino.

 

Etruscan Acropolis and Roman Cistern. The acropolis on the citadel dates to the 8th century B.C., while the impressive cistern is from the 1st century B.C.

 

Volterra Cathedral. It was enlarged in the 13th century after an earthquake. It houses a ciborium and some angels by Mino da Fiesole, a notable wood Deposition (1228), a masterwork of Romanesque sculpture and the Sacrament Chapel, with paintings by Santi di Tito, Giovanni Balducci and Agostino Veracini. In the center of the vault are fragments of an Eternal Father by Niccolò Circignani. Also noteworthy is the Addolorata Chapel, with a terracotta group attributed to Andrea della Robbia and a fresco of Riding Magi by Benozzo Gozzoli. In the nearby chapel, dedicated to the Most Holy Name of Jesus, is a table with Christ's monogram, allegedly painted by Bernardino of Siena. The rectangular bell tower is from 1493.

 

Volterra Baptistery of San Giovanni, built in the second half of the 13th century.

 

Fortezza Medicea (Medicean Fortress), built in the 1470s, now a prison housing the noted restaurant, Fortezza Medicea restaurant.

 

Guarnacci Etruscan Museum, with thousands of funeral urns dating back to the Hellenistic and Archaic periods. Main attractions are the bronze statuette "Ombra della sera" (lit. '"Shadow of the Night"'), and the sculpted effigy, "Urna degli Sposi" (lit. '"Urn of the Spouses"') of an Etruscan couple in terra cotta.

 

The Etruscan Walls of Volterra, including the well-preserved Walls of Volterra (3rd-2nd centuries BC), and Porta Diana gates.

 

The Medici Villa di Spedaletto, outside the city, in direction of Lajatico

 

There are excavations of Etruscan tombs in the Valle Bona area.

 

Volterra Psychiatric Hospital, Founded in 1888 until 1978, it was reopened for public and will be once more used for psychiatric purposes.

 

In popular culture

 

Volterra features in Horatius, a poem by Lord Macaulay.

 

Linda Proud's A Tabernacle for the Sun (2005), the first volume of The Botticelli Trilogy, begins with the sack of Volterra in 1472. Volterra is the ancestral home of the Maffei family and the events of 1472 lead directly to the Pazzi Conspiracy of 1478. The protagonist of the novel is Tommaso de' Maffei, half brother of one of the conspirators.

 

Volterra is an important location in Stephenie Meyer's Twilight series. In the books, Volterra is home to the Volturi, a clan of rich, regal, powerful ancient vampires, who essentially act as the rulers of the world's vampire population. (However, the relevant scenes from the movie were shot in Montepulciano.)

 

Volterra is the site of Stendhal's famously disastrous encounter in 1819 with his beloved Countess Mathilde Dembowska: she recognised him there, despite his disguise of new clothes and green glasses, and was furious. This is the central incident in his book On Love

 

Volterra is mentioned repeatedly in British author Dudley Pope's Captain Nicholas Ramage historical nautical series. Gianna, the Marchesa of Volterra and the fictional ruler of the area, features in the first twelve books of the eighteen-book series. The books chart the progress and career of Ramage during the Napoleonic wars of the late eighteenth and early nineteenth century, providing readers with well-scripted articulate details of life aboard sailing vessels and conditions at sea of that time.

 

Volterra is the site where the novel Chimaira by the Italian author Valerio Massimo Manfredi takes place.

 

Valerio Massimo Manfredi's The Ancient Curse is also set in Volterra, where a statue called 'The Shade of Twilight' is stolen from the Volterra museum.

 

Volterra is featured in Jhumpa Lahiri's 2008 collection of short stories Unaccustomed Earth. It is where Hema and Kaushik, the protagonists of the final short story "Going Ashore," travel before they part.

 

Volterra is featured in Luchino Visconti's 1965 film Vaghe stelle dell'Orsa, released as Sandra (Of a Thousand Delights) in the United States and as Of These Thousand Pleasures in the UK.

 

Volterra's scenery is used for Central City in the 2017 film Fullmetal Alchemist (film) directed by Fumihiko Sori.

 

The 2016 video game The Town of Light is set in a fictionalized version of the notorious Volterra Psychiatric Hospital.

 

"Volaterrae" is the name given by Dan and Una to their secret place in Far Wood in Rudyard Kipling's Puck of Pook's Hill. They named it from the verse in Lord Macaulay's Lays of Ancient Rome:

 

From lordly Volaterrae,

Where scowls the far-famed hold

Piled by the hands of giants

For Godlike Kings of old.

 

Volterra and its relationship with Medici Florence features in the 2018 second season of Medici: Masters of Florence.

 

(Wikipedia)

 

Volterra, lateinisch Volaterrae, ist eine italienische Stadt mit 9980 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) in der Provinz Pisa in der Region Toskana.

 

Geographie

 

Volterra liegt etwa 50 Kilometer südlich von Pisa und 30 Kilometer vom Mittelmeer entfernt. Die Stadt gilt mit ihrem spektakulären landschaftlichen Umfeld als eine der schönsten in der Toskana.

 

Der Kern der heutigen Stadt liegt abgeschieden auf einem 550 m hohen Bergrücken über dem Tal der Cecina (Val di Cecina) inmitten einer kargen, zerfurchten Hügellandschaft. Die Felsabbrüche und Geröllhalden sind das Produkt jahrhundertelanger Erosion. Das Gebiet Le Balze im Nordwesten Volterras vermittelt einen beispielhaften Eindruck dieses Phänomens.

 

Die Stadt wird beherrscht von einer heute als Staatsgefängnis benutzten Festung der Medici, der Fortezza Medicea. Volterra ist ein Zentrum der Alabasterverarbeitung.

 

Zu den Ortsteilen (Frazioni) zählen Mazzolla, Montemiccioli, Saline di Volterra und Villamagna.

 

Die Nachbargemeinden sind Casole d’Elsa (SI), Colle di Val d’Elsa (SI), Gambassi Terme (FI), Lajatico, Montaione (FI), Montecatini Val di Cecina, Peccioli, Pomarance und San Gimignano (SI).

 

Geschichte

 

Volterra kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. entstand der Ort aus der Verbindung mehrerer kleiner etruskischer Ansiedlungen, deren Bestand bis ins 7. Jahrhundert v. Chr. zurückverfolgt werden kann. Zu dieser Zeit bauten die Etrusker eine sieben Kilometer lange Ringmauer und nannten die nunmehr vereinigte Stadt Velathri.

 

Volterra war eine der ältesten und größten der zwölf Bundesstädte Etruriens. Später war es eine römische Stadt mit den Rechten eines Municipiums. Ihre hohe Lage machte sie zu einer starken Festung, die Sulla im ersten Bürgerkrieg erst nach zweijähriger Belagerung 79 v. Chr. einnehmen konnte.

 

Im 12. und 13. Jahrhundert war Volterra eine Republik; im 14. Jahrhundert fiel es an Florenz.

 

Sehenswürdigkeiten

 

Architektonische und künstlerische Zeugnisse der verschiedenen Epochen zeugen von der wechselvollen Existenz und Bedeutung der Stadt. Einige der etruskischen Nekropolen und mittelalterlichen Kirchenmauern sind jedoch in der Vergangenheit der Erosion zum Opfer gefallen.

 

Am Hauptplatz der Stadt, der Piazza dei Priori, steht der älteste erhaltene Kommunalpalast der Toskana, der Palazzo dei Priori.

 

Von der etruskischen Stadtmauer ist als einziges Tor die Porta all’Arco gut erhalten. Es stammt aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. Im äußeren Bogen sind drei verwitterte Köpfe zu erkennen, deren Bedeutung aber umstritten ist.

 

Außerhalb der mittelalterlichen Porta Fiorentina liegt das Teatro Romano, erbaut zur Zeit des Kaisers Augustus. Von der Zuschauertribüne für etwa 2000 Personen blickt man auf die teilweise rekonstruierte Bühnenwand. Die unterhalb des Theaters liegenden Thermenanlagen stammen aus späterer Zeit.

 

Andere historische öffentliche Gebäude sind der Dom Santa Maria Assunta aus dem frühen 12. Jahrhundert mit einer Kassettendecke und mit Granit vortäuschender Stuckverkleidung der Säulen sowie etlichen künstlerisch hochrangigen Ausstattungsstücken, das oktogonale Baptisterium mit einem Taufbecken von Andrea Sansovino, der auf Privatpaläste und Wohntürme aus dem 12. und 13. Jahrhundert zurückgehende Palazzo Pretorio sowie der als Gefängnis dienende Torre del Porcellino. Schließlich gehört der Palazzo Incontri-Viti zu den prachtvollsten Gebäuden Volterras.

 

Unter den Kirchen sind zu nennen: die spätromanische S. Michele sowie die Kirchen von S. Francesco, S. Lino und S. Girolamo mit Bildern und Skulpturen aus der Schule von Florenz.

 

Museen

 

Von besonderer Bedeutung ist das archäologische Museo Etrusco Guarnacci im Palazzo Desideri Tangassi. Mario Guarnacci (1701–1785), ein vielseitig interessierter Gelehrter, widmete seine Studien der antiken Geschichte. Dabei konnte er durch Ankäufe und Ausgrabungen eine ansehnliche Menge Belegmaterial über die etruskische Zivilisation sammeln.

 

Ein bedeutender Teil der Sammlung umfasst Ascheurnen sowie Stücke aus Bronze und Keramik. Die Urnen bestehen aus Tuffstein, Alabaster und Tonerde. Eine der bekanntesten ganz Etruriens ist die Urna degli Sposi (dt. Urne der Brautleute), auf deren Deckel ein Paar beim Festmahl liegend dargestellt ist.

 

Das bedeutendste Stück der Sammlung ist jedoch die Bronzefigur Ombra della sera (dt. Abendschatten). Es ist mit der Zeit zu einer „Ikone“ für das Museum und die Stadt Volterra geworden. Seine Berühmtheit verdankt es hauptsächlich seiner einzigartigen Form, die den italienischen Dichter Gabriele D’Annunzio an den Schatten einer menschlichen Figur in der Abendsonne erinnert haben soll. Es ist ein Meisterwerk etruskischer Bronzegießer aus der hellenistischen Periode. Ein weiteres bedeutendes Exponat ist die Stele des Avile Tite aus dem 6. Jahrhundert v. Chr.

 

Weitere Ausstellungsstücke sind verschiedene Mosaikböden aus der römischen Kaiserzeit, die aus Volterra und Segalari stammen. Hinzu kommt eine Münzsammlung mit seltenen etruskischen Münzen aus Gold, Silber und Bronze. Schließlich sind noch mit Edelsteinen verzierte etruskische und römische Schmuckstücke zu sehen.

 

Wichtig ist die Sammlung der seit 1982 im Minucci-Solaini-Palast untergebrachten „Pinacoteca“ mit der berühmten Kreuzesabnahme (1521), dem Meisterwerk des Malers Rosso Fiorentino, und den bedeutendsten Arbeiten von Taddeo di Bartolo, Domenico Ghirlandaio und Luca Signorelli, welche die künstlerischen Einflüsse aus Pisa, Florenz und Siena anschaulich machen.

 

Im April 2003 wurde im Turmhaus des Palazzo Minucci-Solaini das Ecomuseo dell’Alabastro eröffnet, in dem die Geschichte der Gewinnung und der Verarbeitung von Alabaster seit der Antike bis zur Gegenwart dargestellt ist.

 

Volterra in der Literatur

 

Volterra ist eine wichtige Stadt in Stephenie Meyers „Biss“-Serie. Dort ist Volterra die Heimatstadt der Volturi, einer königlichen Vampirfamilie.

 

Volterra spielt auch in der von Dudley Pope geschriebenen Romanreihe um den britischen Marineoffizier Nicolas Ramage eine Rolle. Im ersten Band rettet er während der Napoleonischen Kriege die Marchesa von Volterra vor den französischen Besatzungstruppen. Er verliebt sich in sie, und ihre Herrschaft über Volterra spielt in den weiteren Bänden eine wichtige Rolle. Auch ihr Neffe, Paolo Orsini, nächster in der Erbreihenfolge der Regentschaft, kommt in den meisten Romanen vor, da er als Fähnrich unter Ramages Kommando segelt.

 

(Wikipedia)

Wanderung von Betlem nach Es Caló

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Lorenzo und Giovanni di Pier Francesco de'Medici erwarben 1472 ein Landgut, das in eine Villa umgewandelt wurde. Großherzg Cosimo I. erteilte 1538 dem NiccolòTriboli den Auftrag zur Gestaltung des Gartens mit mehrere Terrassen, Fontänen, Wasserspielen, Grotten und Marmorstatuen. Nach Tribolos Tod im Jahr 1550 führte Bernardo Buontalenti die Arbeiten fort. Der Garten mit seinen drei Terrassen und der geometrischen Form gilt heute als das am besten erhaltene Beispiel eines ""giardino all'italiana" (italienischen Gartens). aus dem 15. Jahrhundert. Die Tiergrotte (Grotta degli Animali ), der Figurenschmuck und die Wasserspiele sind jedoch im Stil des Manierismus. Für diese Villa malte Sandro Botticelli im Auftrag von Lorenzo di Pier Francesco de'Medici seine berühmtesten Gemälde, den "Frühling" und die "Geburt der Venus", die sich heute in den Uffizien befinden.

 

Beeindruckend ist die Grotta dei Animali (Grotte der Tiere), in der in einem größeren Raum sowie einer kleineren Apsis ein eindrucksvolles Arrangement von Marmorwannen und Tierfiguren zu sehen ist. Die Decke und die Wände sind mit Tuffstein ausgekleidet und mit Muscheln sowie Mosaik- und Flusssteinen besetzt. Ein komplexes Hydrauliksystem speiste einst die im Boden befindlichen Düsen, so dass die Grotte unter Wasser gesetzt werden konnte und daher auch als Grotte der Sintflut bezeichnet wurde.

 

Die Arbeiten an der Grotte wurden 1538 von Niccolò Triboli begonnen und etwa 40 Jahre später von Giorgio Vasari vollendet. Die beiden eleganten Marmorbecken werden Tribolo zugeschrieben, das dritte seiner Werkstatt. Die Tierskulpturen sind das Werk von Antonio Lorenzi, einem Mitarbeiter Tribolos. Das Einhorn in der zentralen Nische ist eine Allegorie auf die Säuberung des Staates durch Großherzog Cosimo I. Die Bronzevögel von Ammannati und Giambologna, die ursprünglich die Decke und Wände der Grotte zierten, befinden sich heute aus konservatorischen Gründen im Museo del Bargello.

   

Der Tuffstein-Wasserfall des Fluebachs beim Schloss Wildenstein im Gemeindebann Bubendorf_BL.

Rosalie klettert Pequeno coatí (6a+) im Sektor Dragonera in Mont Port auf Mallorca

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Italien / Toskana - Volterra

 

Prato d'Era

 

Volterra (Italian pronunciation: [volˈtɛrra]; Latin: Volaterrae) is a walled mountaintop town in the Tuscany region of Italy. Its history dates from before the 8th century BC and it has substantial structures from the Etruscan, Roman, and Medieval periods.

 

History

 

Volterra, known to the ancient Etruscans as Velathri or Vlathri and to the Romans as Volaterrae, is a town and comune in the Tuscany region of Italy. The town was a Bronze Age settlement of the Proto-Villanovan culture, and an important Etruscan center (Velàthre, Velathri or Felathri in Etruscan, Volaterrae in Latin language), one of the "twelve cities" of the Etruscan League.

 

The site is believed to have been continuously inhabited as a city since at least the end of the 8th century BC. It became a municipium allied to Rome at the end of the 3rd century BC. The city was a bishop's residence in the 5th century, and its episcopal power was affirmed during the 12th century. With the decline of the episcopate and the discovery of local alum deposits, Volterra became a place of interest of the Republic of Florence, whose forces conquered Volterra. Florentine rule was not always popular, and opposition occasionally broke into rebellion. These rebellions were put down by Florence.

 

When the Republic of Florence fell in 1530, Volterra came under the control of the Medici family and later followed the history of the Grand Duchy of Tuscany.

 

Culture

 

The main events that take place during the year in Volterra are

 

Volterra gusto

Volterra arte

Volterra teatro

 

Main sights

 

Roman Theatre of Volterra, 1st century BC, excavated in the 1950s

 

the Roman amphitheatre was discovered in 2015 and has been excavated over the succeeding years

 

Piazza dei Priori, the main square, a fine example of medieval Tuscan town squares

 

Palazzo dei Priori, the town hall located on Piazza dei Priori, construction begun in 1208 and finished in 1257

 

Pinacoteca e museo civico di Volterra (Art Gallery) in Palazzo Minucci-Solaini. Founded in 1905, the gallery consists mostly of works by Tuscan artists from 14th to 17th centuries. Includes a Deposition by Rosso Fiorentino.

 

Etruscan Acropolis and Roman Cistern. The acropolis on the citadel dates to the 8th century B.C., while the impressive cistern is from the 1st century B.C.

 

Volterra Cathedral. It was enlarged in the 13th century after an earthquake. It houses a ciborium and some angels by Mino da Fiesole, a notable wood Deposition (1228), a masterwork of Romanesque sculpture and the Sacrament Chapel, with paintings by Santi di Tito, Giovanni Balducci and Agostino Veracini. In the center of the vault are fragments of an Eternal Father by Niccolò Circignani. Also noteworthy is the Addolorata Chapel, with a terracotta group attributed to Andrea della Robbia and a fresco of Riding Magi by Benozzo Gozzoli. In the nearby chapel, dedicated to the Most Holy Name of Jesus, is a table with Christ's monogram, allegedly painted by Bernardino of Siena. The rectangular bell tower is from 1493.

 

Volterra Baptistery of San Giovanni, built in the second half of the 13th century.

 

Fortezza Medicea (Medicean Fortress), built in the 1470s, now a prison housing the noted restaurant, Fortezza Medicea restaurant.

 

Guarnacci Etruscan Museum, with thousands of funeral urns dating back to the Hellenistic and Archaic periods. Main attractions are the bronze statuette "Ombra della sera" (lit. '"Shadow of the Night"'), and the sculpted effigy, "Urna degli Sposi" (lit. '"Urn of the Spouses"') of an Etruscan couple in terra cotta.

 

The Etruscan Walls of Volterra, including the well-preserved Walls of Volterra (3rd-2nd centuries BC), and Porta Diana gates.

 

The Medici Villa di Spedaletto, outside the city, in direction of Lajatico

 

There are excavations of Etruscan tombs in the Valle Bona area.

 

Volterra Psychiatric Hospital, Founded in 1888 until 1978, it was reopened for public and will be once more used for psychiatric purposes.

 

In popular culture

 

Volterra features in Horatius, a poem by Lord Macaulay.

 

Linda Proud's A Tabernacle for the Sun (2005), the first volume of The Botticelli Trilogy, begins with the sack of Volterra in 1472. Volterra is the ancestral home of the Maffei family and the events of 1472 lead directly to the Pazzi Conspiracy of 1478. The protagonist of the novel is Tommaso de' Maffei, half brother of one of the conspirators.

 

Volterra is an important location in Stephenie Meyer's Twilight series. In the books, Volterra is home to the Volturi, a clan of rich, regal, powerful ancient vampires, who essentially act as the rulers of the world's vampire population. (However, the relevant scenes from the movie were shot in Montepulciano.)

 

Volterra is the site of Stendhal's famously disastrous encounter in 1819 with his beloved Countess Mathilde Dembowska: she recognised him there, despite his disguise of new clothes and green glasses, and was furious. This is the central incident in his book On Love

 

Volterra is mentioned repeatedly in British author Dudley Pope's Captain Nicholas Ramage historical nautical series. Gianna, the Marchesa of Volterra and the fictional ruler of the area, features in the first twelve books of the eighteen-book series. The books chart the progress and career of Ramage during the Napoleonic wars of the late eighteenth and early nineteenth century, providing readers with well-scripted articulate details of life aboard sailing vessels and conditions at sea of that time.

 

Volterra is the site where the novel Chimaira by the Italian author Valerio Massimo Manfredi takes place.

 

Valerio Massimo Manfredi's The Ancient Curse is also set in Volterra, where a statue called 'The Shade of Twilight' is stolen from the Volterra museum.

 

Volterra is featured in Jhumpa Lahiri's 2008 collection of short stories Unaccustomed Earth. It is where Hema and Kaushik, the protagonists of the final short story "Going Ashore," travel before they part.

 

Volterra is featured in Luchino Visconti's 1965 film Vaghe stelle dell'Orsa, released as Sandra (Of a Thousand Delights) in the United States and as Of These Thousand Pleasures in the UK.

 

Volterra's scenery is used for Central City in the 2017 film Fullmetal Alchemist (film) directed by Fumihiko Sori.

 

The 2016 video game The Town of Light is set in a fictionalized version of the notorious Volterra Psychiatric Hospital.

 

"Volaterrae" is the name given by Dan and Una to their secret place in Far Wood in Rudyard Kipling's Puck of Pook's Hill. They named it from the verse in Lord Macaulay's Lays of Ancient Rome:

 

From lordly Volaterrae,

Where scowls the far-famed hold

Piled by the hands of giants

For Godlike Kings of old.

 

Volterra and its relationship with Medici Florence features in the 2018 second season of Medici: Masters of Florence.

 

(Wikipedia)

 

Volterra, lateinisch Volaterrae, ist eine italienische Stadt mit 9980 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) in der Provinz Pisa in der Region Toskana.

 

Geographie

 

Volterra liegt etwa 50 Kilometer südlich von Pisa und 30 Kilometer vom Mittelmeer entfernt. Die Stadt gilt mit ihrem spektakulären landschaftlichen Umfeld als eine der schönsten in der Toskana.

 

Der Kern der heutigen Stadt liegt abgeschieden auf einem 550 m hohen Bergrücken über dem Tal der Cecina (Val di Cecina) inmitten einer kargen, zerfurchten Hügellandschaft. Die Felsabbrüche und Geröllhalden sind das Produkt jahrhundertelanger Erosion. Das Gebiet Le Balze im Nordwesten Volterras vermittelt einen beispielhaften Eindruck dieses Phänomens.

 

Die Stadt wird beherrscht von einer heute als Staatsgefängnis benutzten Festung der Medici, der Fortezza Medicea. Volterra ist ein Zentrum der Alabasterverarbeitung.

 

Zu den Ortsteilen (Frazioni) zählen Mazzolla, Montemiccioli, Saline di Volterra und Villamagna.

 

Die Nachbargemeinden sind Casole d’Elsa (SI), Colle di Val d’Elsa (SI), Gambassi Terme (FI), Lajatico, Montaione (FI), Montecatini Val di Cecina, Peccioli, Pomarance und San Gimignano (SI).

 

Geschichte

 

Volterra kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. entstand der Ort aus der Verbindung mehrerer kleiner etruskischer Ansiedlungen, deren Bestand bis ins 7. Jahrhundert v. Chr. zurückverfolgt werden kann. Zu dieser Zeit bauten die Etrusker eine sieben Kilometer lange Ringmauer und nannten die nunmehr vereinigte Stadt Velathri.

 

Volterra war eine der ältesten und größten der zwölf Bundesstädte Etruriens. Später war es eine römische Stadt mit den Rechten eines Municipiums. Ihre hohe Lage machte sie zu einer starken Festung, die Sulla im ersten Bürgerkrieg erst nach zweijähriger Belagerung 79 v. Chr. einnehmen konnte.

 

Im 12. und 13. Jahrhundert war Volterra eine Republik; im 14. Jahrhundert fiel es an Florenz.

 

Sehenswürdigkeiten

 

Architektonische und künstlerische Zeugnisse der verschiedenen Epochen zeugen von der wechselvollen Existenz und Bedeutung der Stadt. Einige der etruskischen Nekropolen und mittelalterlichen Kirchenmauern sind jedoch in der Vergangenheit der Erosion zum Opfer gefallen.

 

Am Hauptplatz der Stadt, der Piazza dei Priori, steht der älteste erhaltene Kommunalpalast der Toskana, der Palazzo dei Priori.

 

Von der etruskischen Stadtmauer ist als einziges Tor die Porta all’Arco gut erhalten. Es stammt aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. Im äußeren Bogen sind drei verwitterte Köpfe zu erkennen, deren Bedeutung aber umstritten ist.

 

Außerhalb der mittelalterlichen Porta Fiorentina liegt das Teatro Romano, erbaut zur Zeit des Kaisers Augustus. Von der Zuschauertribüne für etwa 2000 Personen blickt man auf die teilweise rekonstruierte Bühnenwand. Die unterhalb des Theaters liegenden Thermenanlagen stammen aus späterer Zeit.

 

Andere historische öffentliche Gebäude sind der Dom Santa Maria Assunta aus dem frühen 12. Jahrhundert mit einer Kassettendecke und mit Granit vortäuschender Stuckverkleidung der Säulen sowie etlichen künstlerisch hochrangigen Ausstattungsstücken, das oktogonale Baptisterium mit einem Taufbecken von Andrea Sansovino, der auf Privatpaläste und Wohntürme aus dem 12. und 13. Jahrhundert zurückgehende Palazzo Pretorio sowie der als Gefängnis dienende Torre del Porcellino. Schließlich gehört der Palazzo Incontri-Viti zu den prachtvollsten Gebäuden Volterras.

 

Unter den Kirchen sind zu nennen: die spätromanische S. Michele sowie die Kirchen von S. Francesco, S. Lino und S. Girolamo mit Bildern und Skulpturen aus der Schule von Florenz.

 

Museen

 

Von besonderer Bedeutung ist das archäologische Museo Etrusco Guarnacci im Palazzo Desideri Tangassi. Mario Guarnacci (1701–1785), ein vielseitig interessierter Gelehrter, widmete seine Studien der antiken Geschichte. Dabei konnte er durch Ankäufe und Ausgrabungen eine ansehnliche Menge Belegmaterial über die etruskische Zivilisation sammeln.

 

Ein bedeutender Teil der Sammlung umfasst Ascheurnen sowie Stücke aus Bronze und Keramik. Die Urnen bestehen aus Tuffstein, Alabaster und Tonerde. Eine der bekanntesten ganz Etruriens ist die Urna degli Sposi (dt. Urne der Brautleute), auf deren Deckel ein Paar beim Festmahl liegend dargestellt ist.

 

Das bedeutendste Stück der Sammlung ist jedoch die Bronzefigur Ombra della sera (dt. Abendschatten). Es ist mit der Zeit zu einer „Ikone“ für das Museum und die Stadt Volterra geworden. Seine Berühmtheit verdankt es hauptsächlich seiner einzigartigen Form, die den italienischen Dichter Gabriele D’Annunzio an den Schatten einer menschlichen Figur in der Abendsonne erinnert haben soll. Es ist ein Meisterwerk etruskischer Bronzegießer aus der hellenistischen Periode. Ein weiteres bedeutendes Exponat ist die Stele des Avile Tite aus dem 6. Jahrhundert v. Chr.

 

Weitere Ausstellungsstücke sind verschiedene Mosaikböden aus der römischen Kaiserzeit, die aus Volterra und Segalari stammen. Hinzu kommt eine Münzsammlung mit seltenen etruskischen Münzen aus Gold, Silber und Bronze. Schließlich sind noch mit Edelsteinen verzierte etruskische und römische Schmuckstücke zu sehen.

 

Wichtig ist die Sammlung der seit 1982 im Minucci-Solaini-Palast untergebrachten „Pinacoteca“ mit der berühmten Kreuzesabnahme (1521), dem Meisterwerk des Malers Rosso Fiorentino, und den bedeutendsten Arbeiten von Taddeo di Bartolo, Domenico Ghirlandaio und Luca Signorelli, welche die künstlerischen Einflüsse aus Pisa, Florenz und Siena anschaulich machen.

 

Im April 2003 wurde im Turmhaus des Palazzo Minucci-Solaini das Ecomuseo dell’Alabastro eröffnet, in dem die Geschichte der Gewinnung und der Verarbeitung von Alabaster seit der Antike bis zur Gegenwart dargestellt ist.

 

Volterra in der Literatur

 

Volterra ist eine wichtige Stadt in Stephenie Meyers „Biss“-Serie. Dort ist Volterra die Heimatstadt der Volturi, einer königlichen Vampirfamilie.

 

Volterra spielt auch in der von Dudley Pope geschriebenen Romanreihe um den britischen Marineoffizier Nicolas Ramage eine Rolle. Im ersten Band rettet er während der Napoleonischen Kriege die Marchesa von Volterra vor den französischen Besatzungstruppen. Er verliebt sich in sie, und ihre Herrschaft über Volterra spielt in den weiteren Bänden eine wichtige Rolle. Auch ihr Neffe, Paolo Orsini, nächster in der Erbreihenfolge der Regentschaft, kommt in den meisten Romanen vor, da er als Fähnrich unter Ramages Kommando segelt.

 

(Wikipedia)

Der Tuffstein-Wasserfall des Fluebachs beim Schloss Wildenstein im Gemeindebann Bubendorf_BL.

Wanderung von Betlem nach Es Caló

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Berner Wappen mit Berner Bär in einem Kirchenfenster der ...

 

Kirche Langnau im Emmental ( Gotteshaus reformiert - Erwähnt 1275 - Baujahr Turm 13. Jahrhundert - Neubau Schiff 1673 - 1674 - Chiuche church église temple chiesa ) im Dorf Langnau im Emmental im Kanton Bern der Schweiz

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Reformierte Kirche Langnau im Emmental

 

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- Baujahr : Neubau 1673

 

- Erste Erwähung :

 

- Besonderes :

 

- O.rgel : 1958

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Die reformierte Kirche Langnau im Emmental steht in Langnau im Emmental im Kanton Bern

in der Schweiz.

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Die heutige Kirche wurde 1673 von Baumeister Abraham Dünz I auf den Grundmauern

von mindestens drei Vorgängerkirchen erbaut. Erst eine G.rabung durch den Archäolo-

gischen Dienst würde die heutigen Vermutungen erhärten, dass das Dorf Langnau be-

reits vor der K.losterg.ründung T.rub ( 1125 ) eine eigene Kirche besass.

 

Die mittelalterliche Vorgängerkirche war dem heiligen Martin gewidmet. Die Verehrung

dieses Heiligen, der im ersten Jahrtausend sehr populär war, lässt auf das Alter von Dorf

und Kirche schliessen.

 

Wegen der massiven Zunahme der T.äufer und der aufständischen Landbevölkerung

( B.auernk.rieg 1653 ) ordnete die Regierung in Bern im 17. Jahrhundert den Neu- und

Wiederaufbau von über dreissig Kirchen an. Sie beauftragte ihren M.ünsterbaumeister

Abraham Dünz I mit dem Neubau einer reformierten Kirche in Langnau.

 

Nach dem Bau von 1673 wurde die Kirche mehrfach renoviert und häufig dem Geschmack

der Zeit angepasst. So verzierten verschiedenartige M.alereien die Wände und die Decke,

einmal als bunt wuchernde P.flanzeng.irlanden, einmal als Vorhangimitationen, einmal als

nüchterne geradlinige Quadereinteilungen.

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Die R.enovation von 1997/1998

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Schäden an T.urm, B.oden und am Mauerverputz machten die Planung einer umfassen-

den R.enovation notwendig. Neben der Behebung der Schäden sollte die Grosszügigkeit

der ursprünglichen Saalkirche von Abraham Dünz I so weit wie möglich wieder hergestellt

werden.

 

Elemente, die aus der Bauzeit von 1673 stammen und wieder restauriert wurden:

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Die aus T.annenholz gefertigte D.ecke

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Um dem H.olz ein edleres Aussehen zu verleihen, wurde es wie 1673 mit Knochenleim

eingefärbt. Die rauchschwarzen S.chablonenm.alereien, von denen nur noch Farbspuren

gefunden wurden, sind der Decke in der Kirche T.rub nachempfunden.

 

Die K.anzel ist geschmückt mit dem W.appen des Stifters Samuel Frisching (Widder).

 

Der A.bendmahlstisch wurde von der Einwohnergemeinde Langnau zur Einweihung

von 1674 gestiftet.

 

Die zweite Frau des Schultheissen Samuel Frisching liess den T.aufs.tein mit ihrem W.appen

der Familie von B.ons.tetten verzieren.

 

Die alten G.lasf.enster auf der S.üdseite wurden zur Einweihung von 1674 gespendet.

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Elemente, die aufgrund archäologischer Untersuchungen wieder hergestellt wurden:

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Der S.ands.teinboden im C.hor: Die Ausrichtung und die beeindruckende Grösse der P.latten

entspricht dem ursprünglichen Boden.

 

Zwei C.horstühle in der C.hormitte: Während den Renovationsarbeiten wurden auf dem

Estrich zwei alte C.horstühle entdeckt. Sie wurden mit über 300-jährigem Holz, das die

Denkmalpflege unserer Kirchgemeinde überliess, restauriert und durch moderne C.hor-

s.tühle ergänzt.

 

Der H.olzboden: Nachdem der defekte M.uschelk.alkb.oden entfernt worden war, fand

man Überreste eines H.olzbodens - sehr zur Überraschung der Denkmalpflege, da

Abraham Dünz I den Boden der Kirchen normalerweise mit S.ands.tein auslegen liess.

Es wird vermutet, dass die ursprünglichen B.odenbrettern von D.ürsr.ütit.annen stammten.

  

Die gemalte F.ensterumrahmung: Die F.ensterumrahmung wurde aufgrund von Farbspuren

an der äusseren Südfassade restauriert.

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K.irchenf.enster im C.hor

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Die K.irchenf.enster im C.hor wurden während der Renovation von 1897 - 1898 eingesetzt.

Den Auftrag, für die Pläne und den Kostenvoranschlag der Kirchenrenovation zu sorgen,

erhielt P.farrer Dr. Ernst M.üller.

 

Seine T.ochter war die bekannte K.inderb.uchs.chriftstellerin E.lisabeth M.üller, deren Gedenk-

stein am P.farrh.aus an der H.aldenstrasse zu sehen ist.

 

Die K.irchenf.enster wurden von der "Mayer'schen Kgl. Hofkunstanstalt M.ünchen" geschaffen.

 

Am Basar, dessen Erlös dem Erwerb der K.irchenf.enster diente, wurde unter anderem ein

"Naturalienkabinett" mit R.öntgens.trahlen gezeigt. Die R.öntgens.trahlen kannte man erst wenige Jahre, und man wusste noch nicht, wie gefährlich sie sein können. Man brauchte

sie, um die K.nochen des P.artners zu bestaunen.

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O.rgel

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Die heutige, vierte O.rgel wurde während der Renovation von 1958 von der Firma K.uhn

in M.änned.orf nach einem Konzept des bekannten Berner O.rgelexperten Ernst Schiess

erbaut. Sie umfasst 36 Register und wurde während der letzten Renovation vollständig

zerlegt, revidiert und wieder aufgebaut.

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Der Kircht.urm

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Als 1673 - 1674 nach den Plänen von Abraham Dünz I an Stelle der alten Martinskirche

eine neue Kirche entstand, bezog man den alten Turm, der vermutlich aus Steinen der

Vorgängerkirchen gebaut worden war, mit in den Neubau ein.

 

Der obere Teil besteht aus Tuffstein, der anlässlich der Renovation von 1997 - 1998

wieder sichtbar gemacht wurde. G.lockens.tube und T.urmh.elm erfuhren im Lauf der

Jahrhunderte mehrere Umbauten.

 

Das heutige Aussehen erhielt der Turm 1938 unter der Bauleitung des Langnauer

Architekten Mühlemann.

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Die G.locken

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Die älteste und grösste Langnauer G.locke, die 1617 in Bern gegossen worden war,

wurde 1815 durch zwei neue ergänzt. Die drei G.locken klangen im Dur - Dreiklang

D / Fis / A zusammen.

 

Damit der Klöppel nicht immer auf der gleichen Stelle aufschlug und die G.locke be-

schädigte, musste sie nach e.inigen Jahren gedreht werden. 1922 liess die grösste

G.locke durch ihren Ton erkennen, dass sie gesprungen war.

 

Da die Kirchgemeinde hohe Ansprüche an die Qualität des Geläutes stellte, wurden

alle G.locken durch neue ersetzt. Heute erklingt das Geläute in C / Es / F / G / B. Die

G.locken läuten je nach Anlass in 23 verschiedenen Kombinationen.

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( BeschriebKircheLangnau KircheLangnau KantonBern Berner KircheKantonBern

AlbumKircheKantonBern AlbumKirchenundKapellenimKantonBern Kirche Church

Eglise Chiuche Chiuchli Iglesia Kirke Kirkko Εκκλησία Chiesa 教会 Kerk Kościół

Igreja Церковь Schweiz Suisse Switzerland Svizzera Suissa Swiss Sveitsi Sviss

スイス Zwitserland Sveits Szwajcaria Suíça Suiza )

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Berner Wappen / Berner Bär

 

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Das Wappen des Kantons, Amtsbezirks und der S.tadt Bern stellt einen Bären als Wappen-

figur dar. Dies ist eine Anspielung auf den Namen des Kantons und der S.tadt.

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Die Farbe Schwarz des Bären soll Wehrhaftigkeit darstellen, das Gold im Querbalken das

edle Geblüt, das Rot das Blut der Väter.

 

Die älteste bekannte Abbildung dieses Bären findet sich auf einer M.ünze aus dem Jahr

1224. Die Livreefarben sind Rot und Schwarz.

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Blasonierung

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Die offizielle Blasonierung des Wappens lautet: In Rot ein goldener Schrägbalken, belegt mit

einem rotbewehrten, schwarzen Bären mit roter Zunge.

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Geschichte

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Wahrscheinlich geht der Bär im Wappen auf den d.eutschen M.arkgrafen Albrecht " den

Bären " zurück, der im 12. Jahrhundert regierte. Einige Wappen dieser Zeit zeigen den

stets schwarzen Bären auf goldenem Grund ( Gold war die Farbe der Könige oder all-

gemein des edlen Geblüts ).

 

Alle von Albrecht abstammenden Wappen hatten den schwarzen Bären auf Gold zum

Inhalt. Die Verwandtschaft von Albrecht dem Bären zur S.tadt Bern kann heute aller-

dings nicht mehr schlüssig nachgewiesen werden, da Albrecht aus B.randenburg

stammte, also weit weg weilte.

 

Bern selbst wurde von Herzog Berchtold V. dem Z.ähringer gegründet, eine Theorie be-

sagt, dass B.erchtold aus Bewunderung für seinen Zeitgenossen und Mitregenten Alb-

recht der S.tadt dessen Wappen verlieh.

 

Im Mittelalter war es in der Schweiz wie andernorts üblich, dass die Städte und Fürsten-

tümer ihre eigenen M.ünzen als G.eldmittel hatten. Vielfach zeigt eine M.ünze ein heute

gebräuchliches Wappen, so auch im Falle der S.tadt Bern.

 

Der Bär wird hier bereits verwendet, die M.ünze kann zweifelsfrei auf das Jahr 1224 zu-

rückdatiert werden. Die M.ünze ist somit älter als die Schweiz, welche notabene gemäss

Legende 1291 gegründet wurde.

 

Zu der Zeit war Bern natürlich noch kein Teil der heutigen Schweiz, sondern eine selb-

ständige R.eichsstadt. Auch im restlichen 13. Jahrhundert tauchen M.ünzen auf, die den

Bären in vielfältiger Weise zeigen.

 

Seit dem darauf folgenden 14. Jahrhundert werden die Farben wie im Wappen ersichtlich

verwendet. Um die Wappen der S.tadt und des Kantons zu unterscheiden, werden die

Wappen unterschiedlich gezeigt, das K.antonswappen oft mit einer Blumenkrone, das

S.tadtwappen mit einer M.auerkrone.

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Im sogenannten Guglerlied von 1375 wird das Wappen beschrieben, dort heisst es:

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Berner waffen ist so schnell

mit drin gevarwten strichen;

der ein ist rot, der mittel gel,

darin stat unverblichen

 

ein ber gar swarz gemalet wol,

rot sind ihn die clawen;

er ist swerzer denn ein kol,

bris er bejagen sol.

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Seit dieser Zeit erfuhr das S.tadtwappen keine Veränderung mehr und wurde, als 1803

der Kanton mittels der Mediationsakte seine heutige Form erhielt, als Kantonswappen

übernommen.

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Unterscheidung der Wappen

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Auf offiziellen Dokumenten des Kantons ist das Berner Wappen mit einer Krone ( als

Symbol der Staatsmacht ) versehen. Offizielle Dokumente der S.tadt Bern verwenden

eine M.auerkrone. Das Wappen des Amtsbezirks Bern ist ungekrönt.

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( BeschriebBernerWappen AlbumBernerWappen BernerWappen Wappen Bär Bær Bear

bear porter Orso クマ dragen bære Tenga Coat of Arms Schweiz Suisse Switzerland Suissa

Svizzera Swiss Sveitsi Sviss スイス Zwitserland Sveits Szwajcaria Suíça Suiza )

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Wanderung von L.angnau auf die L.üderenalp am Sonntag den 29. August 2010

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Mit dem Z.ug von B.ern nach L.angnau

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L.angnau - B.ahnhof ( BE - 673m ) - L.angnau ( BE - 688m ) - D.orfberg ( BE - 785m ) -

H.ohgratwald ( BE - 960m ) - C.hammeren ( BE - 990m ) - R.ämis ( BE - 1`095m ) -

O.ber R.afrüti ( BE - 1`180m ) - L.üderenalp ( BE - 1`144m ) - O.ber R.äfrüti ( BE - 1`180m ) -

S.unnberg ( BE - 1`078m ) - F.luehüsli ( BE - 1`007m ) - H.ullerenschür ( BE - 929m ) -

D.ürsrütiwald ( BE - 910m ) - O.ber D.ürsrüti ( BE - 843m )

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Per A.utostop nach L.angnau und mit dem Z.ug wieder zurück nach B.ern

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Hurni100829 AlbumZZZZ100829WanderungDürsrütiwald KantonBern AlbumEmmental

AlbumKantonBernEmmental

 

E - Mail : chrigu.hurni@bluemail.ch

 

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Letzte Aktualisierung - Bearbeitung des Textes : 070216

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NIF

Werkstatt Hans Backoffen, gestiftet 1519

Mainz, St. Ignaz, Friedhof

Sand- und Tuffstein, farbig gefasst

 

Die vielfigurige Kreuzigungsgruppe beeindruckt durch ihre Monumentalität, ihre Fülle naturnah ausgebildeter Details sowie einen spannungsreichen Aufbau. So setzt das ausschwingende, stark bewegte Lendentuch Christi ebenso einen Kontrapunkt zu dem extrem gespannten Körper wie die Putten, die ihn umflattern und sein Blut in ihren Kelchen sammeln. Rechts und links sind die Schächer Dismas und Gesmas zu sehen, am Fuße des Kreuzes trauern still und versunken Maria und Johannes sowie, in prächtig wiedergegebener Kleidung, Maria Magdalena. Der Gewandsaum Mariens trägt eine fragmentierte Inschrift, ebenso das Lendentuch Christi, welches den Bibelvers Hosea 13,14 zeigt. Die Kreuzigungsgruppe befand sich bis 1995 an der Kirche St. Ignaz.

 

Tuff

ca. 2nd-3rd c. CE

Provenience unknown

 

A drill hole in the gable would have accomodated some applique.

 

Photographed on display in the LVR-LandesMuseum Bonn, Germany

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