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Er steht immer noch am ursprünglichen Ort, einem hübschen Dreieckplatz unterhalb des Kurzwegs. Die Statue ist eine Allegorie der Kardinaltugend Fortitudo.
Die Mauer aus abgerundetem Tuffstein auf der Nordseite stammt mit Sicherheit aus dem 16. Jahrhundert, die Wasserröhre aus Bronze aus dem 18. Jahrhundert. Der mit Arabesken verzierte untere Teil des Säulenschafts ist im oberen Teil gerillt; das korinthische Kapitell ist mit stilisierten Blättern und Putti-Köpfen versehen. Die Stärke, in Harnisch und Helm, umfasst mit dem rechten Arm eine beschädigte Säule und hat ihren linken Fuss auf das abgeschlagene Kapitell gestellt. Die von Hans Gieng geschaffene Statue verblüfft durch ihre plastischen Eigenschaften und ihre Ausdruckskraft (1549-1550).
Über den Ursprung des Schlosses ist nichts Genaues bekannt. Wahrscheinlich ist um das Jahr 1100 auf einer Insel im Moor ein künstlicher Hügel angelegt worden, auf dem ein hölzerner Wohnturm errichtet wurde. Später, vermutlich um das Jahr 1200, wurde dieser hölzerne Wohnturm durch einen runden Tuffstein-Turm ersetzt. Reste davon sind noch in der Mauer der Hauptburg zu sehen. In den folgenden Jahren wurde das Schloss immer weiter ausgebaut.
Im Achtzigjährigen Krieg wurde Huis Bergh schrecklich verwüstet.
1735 brannte das Schloss komplett aus. 1939 wurden die Gebäude ein zweites Mal vom Feuer verwüstet. Noch im gleichen Jahr begann der Wiederaufbau. 1912 waren Huis Bergh und alle zugehörigen Besitztümer in das Eigentum des Industriebarons Jan H. van Heek aus Enschede übergegangen.
Italien / Toskana - Pitigliano
Pitigliano is a town in the province of Grosseto, located about 80 kilometres (50 mi) south-east of the city of Grosseto, Tuscany, Italy.
The quaint old town is known as the little Jerusalem, for the historical presence of a Jewish community that has always been well integrated into the social context and that has its own synagogue.
History
Pitigliano and its area were inhabited in Etruscan times but the first extant written mention of it dates only to 1061. In the early 13th century it belonged to the Aldobrandeschi family and by the middle of the century it had become the capital of the surrounding county.
In 1293 the county passed to the Orsini family, signalling the start of 150 years of on-again/off-again wars with Siena, at the end of which, in 1455, a compromise of sorts was reached: Siena acknowledged the status of county to Pitigliano, which in exchange placed herself under the sovereignty of Siena.
From then onwards the history of Pitigliano resorbs into the gradually wider ambit first of the Grand Duchy of Tuscany (1562) then of the united Kingdom of Italy.
Population
Synagogue and Jewish community
For several hundred years Pitigliano was a frontier town between the Grand Duchy of Tuscany and, to the south, the Papal States. For this reason, the town was home to a flourishing and long-lived Jewish community, mostly made up by people fleeing from Rome during the Counterreformation persecutions. Jews of the town used one of the caves for their ritual Passover matzoh bakery, the "forno delle azzime" described in detail in Edda Servi Machlin's "Classic Cuisine of the Italian Jews." After the promulgation of racial laws under Nazi influence, all the Jews of the town reportedly escaped capture with the help of their Christian neighbors. Although there are almost no Jews left in town, not enough to provide a minyan, the synagogue (1598, with furnishings of the 17th and 18th centuries) is still officiated from time to time. It was restored in 1995.
Main sights
Etruscan remains
Pitigliano is home to a series of artificial cuts into the tufa rock to varying depths ranging from less than 1 metre (3.3 ft) to over 10 metres (33 ft). At the bottom of these cuts (Italian: tagliate) are carved channels, apparently for water, although some take the form of steps. The purpose of the cuts is not known: the three main theories are that they were roads, quarries, or water conveyance schemes; they radiate outward from the base of the butte of Pitigliano, down to the rivers then back to the top of the plateau that surrounds the town. A few very brief Etruscan inscriptions are said to have been found on the walls of the cuts, but are ill documented.
Medieval and Renaissance structures
The Cathedral of Santi Pietro e Paolo, Pitigliano.
The church of Santa Maria.
The Orsini Fortress, which achieved its present state in 1545 but represents a reworking of the earlier medieval fortress
the town's walls and gates, the best preserved of which is the Porta Sovana.
remains of a tall and very visible aqueduct at the very top of the butte.
Tempietto
The Tempietto ("Small temple") is a small cave, probably of natural origin but considerably reworked by human hands, lying a few hundred meters outside the central district, yet far above the Lente valley. Its purpose and builders remain unknown. Locally it is referred to as a "paleochristian tempietto", but this has never been confirmed; it must date to Late Antiquity or the early Middle Ages, although it may replace an Etruscan or Roman arcosolium.
(Wikipedia)
Pitigliano ist eine italienische Gemeinde mit 3732 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) im Südosten der Provinz Grosseto in der Toskana, zwischen steil eingeschnittenen Tälern gelegen mit einem mittelalterlichen Stadtkern.
Die Gemeinde ist Mitglied der Vereinigung I borghi più belli d’Italia (Die schönsten Orte Italiens).
Geografie
Der Tuffstein dieser Gegend ist auf die vulkanische Vergangenheit dieses Teils der Toskana zurückzuführen. Etwa 20 km von Pitigliano entfernt liegt der Bolsena-See, eine Caldera von etwa 14 km Durchmesser. Sie ist das Ergebnis enormer vulkanischer Explosionen, die sich vor etwa 300.000 Jahren ereignet haben. Der Monte Amiata, ein 1738 m hoher erloschener Vulkan, ist von Pitigliano aus zu sehen, im Winter ist er ein beliebtes Skigebiet. Pitigliano selbst liegt an den Flüssen Lente und Meleta.
Einziger Ortsteil (Frazione) ist Casone (524 m, ca. 130 Einwohner).
Zu den Nachbargemeinden gehören Farnese (VT), Ischia di Castro (VT), Latera (VT), Manciano, Sorano und Valentano (VT).
Geschichte
Die Stadt liegt im ursprünglich etruskischen Stammland und ist auf einen ca. 300 m hoch gelegenen Tuffsteinfelsen gebaut. Der Tuff ist auch das hier übliche Baumaterial, das in Ziegelform aus dem Fels geschnitten wird. Pitigliano ist von den tiefen Schluchten der Bäche Lente und Meleta umflossen, die sich im Lauf der Zeit in das Plateau geschnitten haben. Zusätzlich zu den natürlichen Canyons finden sich rund um die Stadt viele sogenannte „Vie Cave“, Wegsysteme der Etrusker, die in den Tuffstein gegraben wurden. Diese Etruskerstraßen sind zum Teil mit ausgeklügelten Entwässerungssystemen versehen.
Die erste schriftliche Erwähnung der Stadt stammt aus dem Jahr 1061. Im frühen 13. Jahrhundert gehörte die Stadt zum Besitz der Aldobrandeschi und wurde zum Hauptort der Umgebung. 1293 ging sie dann an die Orsini, Anfang des 17. Jahrhunderts an die Medici, welche sie 1604 in das Großherzogtum Toskana eingliederten. Im Zuge des Risorgimento im 19. Jahrhundert wurde sie Teil des Königreichs Italien.
Die Geschichte der Stadt ist stärker als an anderen Orten der Maremma von Juden mitgeprägt, die im 16. Jahrhundert in Pitigliano Zuflucht vor Verfolgung und Vertreibung fanden. Ein Verein kümmert sich um das jüdische Erbe der Stadt, so dass die Synagoge und das jüdische Viertel einer seit 1500 bestehenden sephardischen Gemeinde („Klein-Jerusalem“, Piccola Gerusalemme) in der Altstadt heute restauriert und wieder zu besichtigen sind.
Sehenswürdigkeiten
Die Kathedrale „Santi Pietro e Paolo“ geht auf das Mittelalter zurück. Im 16. Jahrhundert und danach wurde sie stark verändert und hat heute eine spätbarocke Fassade. Enthält zwei Werke von Pietro Aldi. Der Campanile, im Kern ein zum Kirchturm umgebauter mittelalterlicher Geschlechterturm, überragt weithin sichtbar die Stadt.
Die Kirche San Rocco ist die älteste Kirche der Stadt und wurde schon 1274 urkundlich erwähnt. An der äußeren Nordwand befindet sich ein Steinrelief aus dem 12. Jahrhundert.
Der Palazzo Orsini wurde am einzigen natürlichen Zugang zur Stadt als Verteidigungsanlage errichtet und wurde über mehrere Jahrhunderte immer wieder erweitert. In der Burg befindet sich heute der Bischofssitz, ein Museum religiöser Kunst sowie das städtische archäologische Museum.
Der beeindruckende Aquädukt wurde in der Mitte des 16. Jahrhunderts begonnen, aber erst im 17. Jahrhundert unter den Medici vollendet.
Im Bereich des ehemaligen jüdischen Viertels sind die Synagoge, sowie die Überreste einer Mikwe, einer koscheren Schlachterei und Bäckerei zu besichtigen.
Rund um Pitigliano finden sich eine große Anzahl von Grabstätten der Etrusker, deren bekannteste die „Tomba Ildebranda“ ist. Sie ist fälschlich benannt nach dem berühmten Ildebrando von Sovana, der im 11. Jahrhundert als Papst Gregor VII. in die Kirchengeschichte einging. Die Ausgrabungsstätte ist öffentlich zugänglich.
Nahe Pititgliano befinden sich Via Cave.
Ein weiteres bedeutendes Zeugnis der etruskischen Kultur in der Umgebung der Stadt sind die Reste der Siedlung „Poggio Buco“ zwischen Pitigliano und Manciano, wo sich auch ein Museum befindet, das sich mit der Geschichte der Gegend befasst.
(Wikipedia)
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57. Bambi - junges Reh . Rehkitz mit Fellzeichnung., 58. Eule im steilen Anflug, Bubo bubo very steep approach, UHU. Nikon D5100., 59. SAMSUNG GALAXY S5 - SKY with birds. Wolken-Photo mt Vögeln. On Explore 2014-10-20 Top #46, 60. Blaue Blume. Blou Blom. The romantic "blue flower", the blue Cornflower, blaue Kornblume, (Centaurea cyanus). Fiore azzurro. Flor azul . On Explore, 2014-08-17 , #187., 61. August 2014 - SUPERMOON Full MOON -- Panasonic DMC-TZ41 - Sternschnuppen-Regen - Perigäumsvollmond - Supermond., 62. Human eye view adaption - and Persidien - Sternenstaub rechts oben, 63. LILY Lilie Shushan, 64. Botanischer Garten Botanic Gardens Stuttgart aka "Wilhelma". German Landscape. Aussichtspavillon Belvedere.,
65. Subtropen Terrasse - Trachycarpus fortunei, die Chinesische Hanfpalme in Stuttgart., 66. Auf der Stadt-Mauer - Wenn dann das Azoren-Hoch kommt - leuchtet die Sonne, 67. Magnificent orange-colored Shirley Poppy - Prächtiger orangefarbener Seidenmohn, 68. Touching Paradise, 69. Schönes Wochenende * Happy WEEKEND * Bonne fin de semaine ! * Bom fim de semana! * Buen fin de semana * Buon fine settimana * Bon weekend *, 70. Schöllkraut, bewährtes Warzenkraut, ... - - The greater celandine - Chelidonium majus - the power of flowers, herbs. onExplore inExplore Explore explored, 71. Kaleidoskop der Architektur bei Sonnenaufgang - Herma, 72. Heron "Aerial" sunbathing in the air
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Italien / Toskana - Volterra
Volterra (Italian pronunciation: [volˈtɛrra]; Latin: Volaterrae) is a walled mountaintop town in the Tuscany region of Italy. Its history dates from before the 8th century BC and it has substantial structures from the Etruscan, Roman, and Medieval periods.
History
Volterra, known to the ancient Etruscans as Velathri or Vlathri and to the Romans as Volaterrae, is a town and comune in the Tuscany region of Italy. The town was a Bronze Age settlement of the Proto-Villanovan culture, and an important Etruscan center (Velàthre, Velathri or Felathri in Etruscan, Volaterrae in Latin language), one of the "twelve cities" of the Etruscan League.
The site is believed to have been continuously inhabited as a city since at least the end of the 8th century BC. It became a municipium allied to Rome at the end of the 3rd century BC. The city was a bishop's residence in the 5th century, and its episcopal power was affirmed during the 12th century. With the decline of the episcopate and the discovery of local alum deposits, Volterra became a place of interest of the Republic of Florence, whose forces conquered Volterra. Florentine rule was not always popular, and opposition occasionally broke into rebellion. These rebellions were put down by Florence.
When the Republic of Florence fell in 1530, Volterra came under the control of the Medici family and later followed the history of the Grand Duchy of Tuscany.
Culture
The main events that take place during the year in Volterra are
Volterra gusto
Volterra arte
Volterra teatro
Main sights
Roman Theatre of Volterra, 1st century BC, excavated in the 1950s
the Roman amphitheatre was discovered in 2015 and has been excavated over the succeeding years
Piazza dei Priori, the main square, a fine example of medieval Tuscan town squares
Palazzo dei Priori, the town hall located on Piazza dei Priori, construction begun in 1208 and finished in 1257
Pinacoteca e museo civico di Volterra (Art Gallery) in Palazzo Minucci-Solaini. Founded in 1905, the gallery consists mostly of works by Tuscan artists from 14th to 17th centuries. Includes a Deposition by Rosso Fiorentino.
Etruscan Acropolis and Roman Cistern. The acropolis on the citadel dates to the 8th century B.C., while the impressive cistern is from the 1st century B.C.
Volterra Cathedral. It was enlarged in the 13th century after an earthquake. It houses a ciborium and some angels by Mino da Fiesole, a notable wood Deposition (1228), a masterwork of Romanesque sculpture and the Sacrament Chapel, with paintings by Santi di Tito, Giovanni Balducci and Agostino Veracini. In the center of the vault are fragments of an Eternal Father by Niccolò Circignani. Also noteworthy is the Addolorata Chapel, with a terracotta group attributed to Andrea della Robbia and a fresco of Riding Magi by Benozzo Gozzoli. In the nearby chapel, dedicated to the Most Holy Name of Jesus, is a table with Christ's monogram, allegedly painted by Bernardino of Siena. The rectangular bell tower is from 1493.
Volterra Baptistery of San Giovanni, built in the second half of the 13th century.
Fortezza Medicea (Medicean Fortress), built in the 1470s, now a prison housing the noted restaurant, Fortezza Medicea restaurant.
Guarnacci Etruscan Museum, with thousands of funeral urns dating back to the Hellenistic and Archaic periods. Main attractions are the bronze statuette "Ombra della sera" (lit. '"Shadow of the Night"'), and the sculpted effigy, "Urna degli Sposi" (lit. '"Urn of the Spouses"') of an Etruscan couple in terra cotta.
The Etruscan Walls of Volterra, including the well-preserved Walls of Volterra (3rd-2nd centuries BC), and Porta Diana gates.
The Medici Villa di Spedaletto, outside the city, in direction of Lajatico
There are excavations of Etruscan tombs in the Valle Bona area.
Volterra Psychiatric Hospital, Founded in 1888 until 1978, it was reopened for public and will be once more used for psychiatric purposes.
In popular culture
Volterra features in Horatius, a poem by Lord Macaulay.
Linda Proud's A Tabernacle for the Sun (2005), the first volume of The Botticelli Trilogy, begins with the sack of Volterra in 1472. Volterra is the ancestral home of the Maffei family and the events of 1472 lead directly to the Pazzi Conspiracy of 1478. The protagonist of the novel is Tommaso de' Maffei, half brother of one of the conspirators.
Volterra is an important location in Stephenie Meyer's Twilight series. In the books, Volterra is home to the Volturi, a clan of rich, regal, powerful ancient vampires, who essentially act as the rulers of the world's vampire population. (However, the relevant scenes from the movie were shot in Montepulciano.)
Volterra is the site of Stendhal's famously disastrous encounter in 1819 with his beloved Countess Mathilde Dembowska: she recognised him there, despite his disguise of new clothes and green glasses, and was furious. This is the central incident in his book On Love
Volterra is mentioned repeatedly in British author Dudley Pope's Captain Nicholas Ramage historical nautical series. Gianna, the Marchesa of Volterra and the fictional ruler of the area, features in the first twelve books of the eighteen-book series. The books chart the progress and career of Ramage during the Napoleonic wars of the late eighteenth and early nineteenth century, providing readers with well-scripted articulate details of life aboard sailing vessels and conditions at sea of that time.
Volterra is the site where the novel Chimaira by the Italian author Valerio Massimo Manfredi takes place.
Valerio Massimo Manfredi's The Ancient Curse is also set in Volterra, where a statue called 'The Shade of Twilight' is stolen from the Volterra museum.
Volterra is featured in Jhumpa Lahiri's 2008 collection of short stories Unaccustomed Earth. It is where Hema and Kaushik, the protagonists of the final short story "Going Ashore," travel before they part.
Volterra is featured in Luchino Visconti's 1965 film Vaghe stelle dell'Orsa, released as Sandra (Of a Thousand Delights) in the United States and as Of These Thousand Pleasures in the UK.
Volterra's scenery is used for Central City in the 2017 film Fullmetal Alchemist (film) directed by Fumihiko Sori.
The 2016 video game The Town of Light is set in a fictionalized version of the notorious Volterra Psychiatric Hospital.
"Volaterrae" is the name given by Dan and Una to their secret place in Far Wood in Rudyard Kipling's Puck of Pook's Hill. They named it from the verse in Lord Macaulay's Lays of Ancient Rome:
From lordly Volaterrae,
Where scowls the far-famed hold
Piled by the hands of giants
For Godlike Kings of old.
Volterra and its relationship with Medici Florence features in the 2018 second season of Medici: Masters of Florence.
(Wikipedia)
Volterra, lateinisch Volaterrae, ist eine italienische Stadt mit 9980 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) in der Provinz Pisa in der Region Toskana.
Geographie
Volterra liegt etwa 50 Kilometer südlich von Pisa und 30 Kilometer vom Mittelmeer entfernt. Die Stadt gilt mit ihrem spektakulären landschaftlichen Umfeld als eine der schönsten in der Toskana.
Der Kern der heutigen Stadt liegt abgeschieden auf einem 550 m hohen Bergrücken über dem Tal der Cecina (Val di Cecina) inmitten einer kargen, zerfurchten Hügellandschaft. Die Felsabbrüche und Geröllhalden sind das Produkt jahrhundertelanger Erosion. Das Gebiet Le Balze im Nordwesten Volterras vermittelt einen beispielhaften Eindruck dieses Phänomens.
Die Stadt wird beherrscht von einer heute als Staatsgefängnis benutzten Festung der Medici, der Fortezza Medicea. Volterra ist ein Zentrum der Alabasterverarbeitung.
Zu den Ortsteilen (Frazioni) zählen Mazzolla, Montemiccioli, Saline di Volterra und Villamagna.
Die Nachbargemeinden sind Casole d’Elsa (SI), Colle di Val d’Elsa (SI), Gambassi Terme (FI), Lajatico, Montaione (FI), Montecatini Val di Cecina, Peccioli, Pomarance und San Gimignano (SI).
Geschichte
Volterra kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. entstand der Ort aus der Verbindung mehrerer kleiner etruskischer Ansiedlungen, deren Bestand bis ins 7. Jahrhundert v. Chr. zurückverfolgt werden kann. Zu dieser Zeit bauten die Etrusker eine sieben Kilometer lange Ringmauer und nannten die nunmehr vereinigte Stadt Velathri.
Volterra war eine der ältesten und größten der zwölf Bundesstädte Etruriens. Später war es eine römische Stadt mit den Rechten eines Municipiums. Ihre hohe Lage machte sie zu einer starken Festung, die Sulla im ersten Bürgerkrieg erst nach zweijähriger Belagerung 79 v. Chr. einnehmen konnte.
Im 12. und 13. Jahrhundert war Volterra eine Republik; im 14. Jahrhundert fiel es an Florenz.
Sehenswürdigkeiten
Architektonische und künstlerische Zeugnisse der verschiedenen Epochen zeugen von der wechselvollen Existenz und Bedeutung der Stadt. Einige der etruskischen Nekropolen und mittelalterlichen Kirchenmauern sind jedoch in der Vergangenheit der Erosion zum Opfer gefallen.
Am Hauptplatz der Stadt, der Piazza dei Priori, steht der älteste erhaltene Kommunalpalast der Toskana, der Palazzo dei Priori.
Von der etruskischen Stadtmauer ist als einziges Tor die Porta all’Arco gut erhalten. Es stammt aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. Im äußeren Bogen sind drei verwitterte Köpfe zu erkennen, deren Bedeutung aber umstritten ist.
Außerhalb der mittelalterlichen Porta Fiorentina liegt das Teatro Romano, erbaut zur Zeit des Kaisers Augustus. Von der Zuschauertribüne für etwa 2000 Personen blickt man auf die teilweise rekonstruierte Bühnenwand. Die unterhalb des Theaters liegenden Thermenanlagen stammen aus späterer Zeit.
Andere historische öffentliche Gebäude sind der Dom Santa Maria Assunta aus dem frühen 12. Jahrhundert mit einer Kassettendecke und mit Granit vortäuschender Stuckverkleidung der Säulen sowie etlichen künstlerisch hochrangigen Ausstattungsstücken, das oktogonale Baptisterium mit einem Taufbecken von Andrea Sansovino, der auf Privatpaläste und Wohntürme aus dem 12. und 13. Jahrhundert zurückgehende Palazzo Pretorio sowie der als Gefängnis dienende Torre del Porcellino. Schließlich gehört der Palazzo Incontri-Viti zu den prachtvollsten Gebäuden Volterras.
Unter den Kirchen sind zu nennen: die spätromanische S. Michele sowie die Kirchen von S. Francesco, S. Lino und S. Girolamo mit Bildern und Skulpturen aus der Schule von Florenz.
Museen
Von besonderer Bedeutung ist das archäologische Museo Etrusco Guarnacci im Palazzo Desideri Tangassi. Mario Guarnacci (1701–1785), ein vielseitig interessierter Gelehrter, widmete seine Studien der antiken Geschichte. Dabei konnte er durch Ankäufe und Ausgrabungen eine ansehnliche Menge Belegmaterial über die etruskische Zivilisation sammeln.
Ein bedeutender Teil der Sammlung umfasst Ascheurnen sowie Stücke aus Bronze und Keramik. Die Urnen bestehen aus Tuffstein, Alabaster und Tonerde. Eine der bekanntesten ganz Etruriens ist die Urna degli Sposi (dt. Urne der Brautleute), auf deren Deckel ein Paar beim Festmahl liegend dargestellt ist.
Das bedeutendste Stück der Sammlung ist jedoch die Bronzefigur Ombra della sera (dt. Abendschatten). Es ist mit der Zeit zu einer „Ikone“ für das Museum und die Stadt Volterra geworden. Seine Berühmtheit verdankt es hauptsächlich seiner einzigartigen Form, die den italienischen Dichter Gabriele D’Annunzio an den Schatten einer menschlichen Figur in der Abendsonne erinnert haben soll. Es ist ein Meisterwerk etruskischer Bronzegießer aus der hellenistischen Periode. Ein weiteres bedeutendes Exponat ist die Stele des Avile Tite aus dem 6. Jahrhundert v. Chr.
Weitere Ausstellungsstücke sind verschiedene Mosaikböden aus der römischen Kaiserzeit, die aus Volterra und Segalari stammen. Hinzu kommt eine Münzsammlung mit seltenen etruskischen Münzen aus Gold, Silber und Bronze. Schließlich sind noch mit Edelsteinen verzierte etruskische und römische Schmuckstücke zu sehen.
Wichtig ist die Sammlung der seit 1982 im Minucci-Solaini-Palast untergebrachten „Pinacoteca“ mit der berühmten Kreuzesabnahme (1521), dem Meisterwerk des Malers Rosso Fiorentino, und den bedeutendsten Arbeiten von Taddeo di Bartolo, Domenico Ghirlandaio und Luca Signorelli, welche die künstlerischen Einflüsse aus Pisa, Florenz und Siena anschaulich machen.
Im April 2003 wurde im Turmhaus des Palazzo Minucci-Solaini das Ecomuseo dell’Alabastro eröffnet, in dem die Geschichte der Gewinnung und der Verarbeitung von Alabaster seit der Antike bis zur Gegenwart dargestellt ist.
Volterra in der Literatur
Volterra ist eine wichtige Stadt in Stephenie Meyers „Biss“-Serie. Dort ist Volterra die Heimatstadt der Volturi, einer königlichen Vampirfamilie.
Volterra spielt auch in der von Dudley Pope geschriebenen Romanreihe um den britischen Marineoffizier Nicolas Ramage eine Rolle. Im ersten Band rettet er während der Napoleonischen Kriege die Marchesa von Volterra vor den französischen Besatzungstruppen. Er verliebt sich in sie, und ihre Herrschaft über Volterra spielt in den weiteren Bänden eine wichtige Rolle. Auch ihr Neffe, Paolo Orsini, nächster in der Erbreihenfolge der Regentschaft, kommt in den meisten Romanen vor, da er als Fähnrich unter Ramages Kommando segelt.
(Wikipedia)
Italien / Toskana - Pitigliano
Vie Cave
The Vie Cave (in English excavated roads), also known in Italian as Cavoni, is a road network in southern Europe, found in Spain, Italy, Turkey and as far east as Jordan. In Italy they partly link an Etruscan necropolis and several settlements in the area between Sovana, Sorano and Pitigliano. They consist mainly of trenches of variable width and length, excavated as nearly vertical cliffs in different types of bedrock, sometimes over sixty feet high, possibly serving as a defense system against invaders, wild animals or forces of nature. Although often dated as being carved by pre-Roman civilisations in the first or second millennium BC, the builders and purpose of the road system are largely unclear, and there are indications that they are much older than assumed.
In Italy they are sometimes narrow, sometimes wider cuttings often running deeply through hills and bedrock, and are thought to have changed little since Etruscan times. Their construction is said to have resulted from the wearing through soft tuff but also harder bedrock by iron-rimmed wheels, creating deep ruts that required the road to be frequently recut to a smooth surface. Their dating is mainly deduced from the settlements they pass between, and objects from tombs beside them. This dating is deemed uncertain by those pointing out the extent of petrifaction of the so-called cart ruts.
In Roman times segments of the Vie Cave became part of a road system that was connected to the main trunk of the Via Clodia, an ancient road linking Rome and Manciano, through the city of Tuscania, which branched off from the Cassia road in Lazio territory. Wider segments are even included in the modern road system.
Vie Cave of Sovana
Around Sovana, the Vie Cave wind around and towards the archaeological area of that town, then reconnecting with those from Sorano and Pitigliano.
Vie Cave in Sorano
Around Sorano the Vie Cave begin coming out of the Porta dei Merli, and descending into the valley of the river Lente.
The Via Cava (singular for Vie Cave) of San Rocco was on the opposite side of the Sorano county, along the ruins of the church of San Rocco, religious building of the romanesque art that retains parts of the original wall of the via. Behind the ruins of the church there is a vast Etruscan necropolis with tombs hewn into the tuff.
Near Poggio San Rocco and Poggio Croce there are also numerous Etruscan tombs and a columbarium, which are as rock-cut cells arranged in several rows one above the other. From Middle Ages on these ancient tombs became a shelter for pigeons.
Vie Cave of Pitigliano
Around Pitigliano there are several Vie Cave, including the one directed towards the archaeological area of Sovana.
(Wikipedia)
Die Vie Cave (italienisch auch Cavoni) sind teils tief gegrabene Straßen in der heutigen Gegend zwischen Sovana, Sorano und Pitigliano in der Provinz Grosseto in der Toskana. Sie bestehen hauptsächlich aus Gräben unterschiedlicher Breite und Länge, die als fast senkrechte Schluchten in verschiedene Arten von Grundgestein gegraben wurden, manchmal über 20 Meter tief, und möglicherweise als Verteidigungssystem gegen Eindringlinge, wilde Tiere oder Naturgewalten dienten.
Obwohl oft angenommen wird, dass sie von vorrömischen Zivilisationen im 1. oder 2. Jahrtausend v. Chr. angelegt wurden, sind die Erbauer und der Zweck des Straßensystems weitgehend unklar, und es gibt Hinweise darauf, dass sie viel älter sind als angenommen. Solche Straßennetze sind auch anderorts in Südeuropa, in Spanien, der Türkei und im Osten bis nach Jordanien bekannt.
In Italien sind sie manchmal schmale, manchmal breitere Einschnitte, die oft tief durch Hügel und Grundgestein verlaufen, und es wird angenommen, dass sie sich seit der Zeit der Etrusker kaum verändert haben. Sie sollen entstanden sein durch das Einwirken eisenbeschlagener Räder auf den weichen Tuffstein, aber auch auf härteres Grundgestein, deren tiefe Spurrillen es erforderlich machten, die Straße immer wieder auf eine ebene Oberfläche zu schleifen. Ihre Datierung leitet sich hauptsächlich aus den Siedlungen ab, zwischen denen sie hindurchgehen, und Gegenständen aus Gräbern neben ihnen. Diese Datierung wird von denjenigen als unsicher angesehen, die auf das Ausmaß der Versteinerung der sogenannten Karrenspuren hinweisen.
In der Römerzeit wurden Teile der Via Cave Teil des Straßensystems, das mit der Hauptstraße der Via Clodia verbunden war, einer alten Straße, die Rom und Manciano durch die Stadt Tuscania verband, die von der Cassia-Straße im Gebiet von Latium abzweigte. Breitere Abschnitte sind sogar im modernen Straßensystem enthalten.
(Wikipedia)
Der St.-Petri-Dom in Bremen wurde über den Fundamenten älterer Vorgängerbauten vom 11. Jahrhundert an in romanischem Stil errichtet und seit dem 13. Jahrhundert in gotischem Stil umgebaut und erweitert. Gemauert ist dieser Kirchenbau aus Sandstein, an verborgenen Stellen der älteren Teile auch Tuffstein. Wikipedia
Euch allen ein schönes Weihnachtsfest und bleibt gesund.
Italien / Toskana - Volterra
Volterra (Italian pronunciation: [volˈtɛrra]; Latin: Volaterrae) is a walled mountaintop town in the Tuscany region of Italy. Its history dates from before the 8th century BC and it has substantial structures from the Etruscan, Roman, and Medieval periods.
History
Volterra, known to the ancient Etruscans as Velathri or Vlathri and to the Romans as Volaterrae, is a town and comune in the Tuscany region of Italy. The town was a Bronze Age settlement of the Proto-Villanovan culture, and an important Etruscan center (Velàthre, Velathri or Felathri in Etruscan, Volaterrae in Latin language), one of the "twelve cities" of the Etruscan League.
The site is believed to have been continuously inhabited as a city since at least the end of the 8th century BC. It became a municipium allied to Rome at the end of the 3rd century BC. The city was a bishop's residence in the 5th century, and its episcopal power was affirmed during the 12th century. With the decline of the episcopate and the discovery of local alum deposits, Volterra became a place of interest of the Republic of Florence, whose forces conquered Volterra. Florentine rule was not always popular, and opposition occasionally broke into rebellion. These rebellions were put down by Florence.
When the Republic of Florence fell in 1530, Volterra came under the control of the Medici family and later followed the history of the Grand Duchy of Tuscany.
Culture
The main events that take place during the year in Volterra are
Volterra gusto
Volterra arte
Volterra teatro
Main sights
Roman Theatre of Volterra, 1st century BC, excavated in the 1950s
the Roman amphitheatre was discovered in 2015 and has been excavated over the succeeding years
Piazza dei Priori, the main square, a fine example of medieval Tuscan town squares
Palazzo dei Priori, the town hall located on Piazza dei Priori, construction begun in 1208 and finished in 1257
Pinacoteca e museo civico di Volterra (Art Gallery) in Palazzo Minucci-Solaini. Founded in 1905, the gallery consists mostly of works by Tuscan artists from 14th to 17th centuries. Includes a Deposition by Rosso Fiorentino.
Etruscan Acropolis and Roman Cistern. The acropolis on the citadel dates to the 8th century B.C., while the impressive cistern is from the 1st century B.C.
Volterra Cathedral. It was enlarged in the 13th century after an earthquake. It houses a ciborium and some angels by Mino da Fiesole, a notable wood Deposition (1228), a masterwork of Romanesque sculpture and the Sacrament Chapel, with paintings by Santi di Tito, Giovanni Balducci and Agostino Veracini. In the center of the vault are fragments of an Eternal Father by Niccolò Circignani. Also noteworthy is the Addolorata Chapel, with a terracotta group attributed to Andrea della Robbia and a fresco of Riding Magi by Benozzo Gozzoli. In the nearby chapel, dedicated to the Most Holy Name of Jesus, is a table with Christ's monogram, allegedly painted by Bernardino of Siena. The rectangular bell tower is from 1493.
Volterra Baptistery of San Giovanni, built in the second half of the 13th century.
Fortezza Medicea (Medicean Fortress), built in the 1470s, now a prison housing the noted restaurant, Fortezza Medicea restaurant.
Guarnacci Etruscan Museum, with thousands of funeral urns dating back to the Hellenistic and Archaic periods. Main attractions are the bronze statuette "Ombra della sera" (lit. '"Shadow of the Night"'), and the sculpted effigy, "Urna degli Sposi" (lit. '"Urn of the Spouses"') of an Etruscan couple in terra cotta.
The Etruscan Walls of Volterra, including the well-preserved Walls of Volterra (3rd-2nd centuries BC), and Porta Diana gates.
The Medici Villa di Spedaletto, outside the city, in direction of Lajatico
There are excavations of Etruscan tombs in the Valle Bona area.
Volterra Psychiatric Hospital, Founded in 1888 until 1978, it was reopened for public and will be once more used for psychiatric purposes.
In popular culture
Volterra features in Horatius, a poem by Lord Macaulay.
Linda Proud's A Tabernacle for the Sun (2005), the first volume of The Botticelli Trilogy, begins with the sack of Volterra in 1472. Volterra is the ancestral home of the Maffei family and the events of 1472 lead directly to the Pazzi Conspiracy of 1478. The protagonist of the novel is Tommaso de' Maffei, half brother of one of the conspirators.
Volterra is an important location in Stephenie Meyer's Twilight series. In the books, Volterra is home to the Volturi, a clan of rich, regal, powerful ancient vampires, who essentially act as the rulers of the world's vampire population. (However, the relevant scenes from the movie were shot in Montepulciano.)
Volterra is the site of Stendhal's famously disastrous encounter in 1819 with his beloved Countess Mathilde Dembowska: she recognised him there, despite his disguise of new clothes and green glasses, and was furious. This is the central incident in his book On Love
Volterra is mentioned repeatedly in British author Dudley Pope's Captain Nicholas Ramage historical nautical series. Gianna, the Marchesa of Volterra and the fictional ruler of the area, features in the first twelve books of the eighteen-book series. The books chart the progress and career of Ramage during the Napoleonic wars of the late eighteenth and early nineteenth century, providing readers with well-scripted articulate details of life aboard sailing vessels and conditions at sea of that time.
Volterra is the site where the novel Chimaira by the Italian author Valerio Massimo Manfredi takes place.
Valerio Massimo Manfredi's The Ancient Curse is also set in Volterra, where a statue called 'The Shade of Twilight' is stolen from the Volterra museum.
Volterra is featured in Jhumpa Lahiri's 2008 collection of short stories Unaccustomed Earth. It is where Hema and Kaushik, the protagonists of the final short story "Going Ashore," travel before they part.
Volterra is featured in Luchino Visconti's 1965 film Vaghe stelle dell'Orsa, released as Sandra (Of a Thousand Delights) in the United States and as Of These Thousand Pleasures in the UK.
Volterra's scenery is used for Central City in the 2017 film Fullmetal Alchemist (film) directed by Fumihiko Sori.
The 2016 video game The Town of Light is set in a fictionalized version of the notorious Volterra Psychiatric Hospital.
"Volaterrae" is the name given by Dan and Una to their secret place in Far Wood in Rudyard Kipling's Puck of Pook's Hill. They named it from the verse in Lord Macaulay's Lays of Ancient Rome:
From lordly Volaterrae,
Where scowls the far-famed hold
Piled by the hands of giants
For Godlike Kings of old.
Volterra and its relationship with Medici Florence features in the 2018 second season of Medici: Masters of Florence.
(Wikipedia)
Volterra, lateinisch Volaterrae, ist eine italienische Stadt mit 9980 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) in der Provinz Pisa in der Region Toskana.
Geographie
Volterra liegt etwa 50 Kilometer südlich von Pisa und 30 Kilometer vom Mittelmeer entfernt. Die Stadt gilt mit ihrem spektakulären landschaftlichen Umfeld als eine der schönsten in der Toskana.
Der Kern der heutigen Stadt liegt abgeschieden auf einem 550 m hohen Bergrücken über dem Tal der Cecina (Val di Cecina) inmitten einer kargen, zerfurchten Hügellandschaft. Die Felsabbrüche und Geröllhalden sind das Produkt jahrhundertelanger Erosion. Das Gebiet Le Balze im Nordwesten Volterras vermittelt einen beispielhaften Eindruck dieses Phänomens.
Die Stadt wird beherrscht von einer heute als Staatsgefängnis benutzten Festung der Medici, der Fortezza Medicea. Volterra ist ein Zentrum der Alabasterverarbeitung.
Zu den Ortsteilen (Frazioni) zählen Mazzolla, Montemiccioli, Saline di Volterra und Villamagna.
Die Nachbargemeinden sind Casole d’Elsa (SI), Colle di Val d’Elsa (SI), Gambassi Terme (FI), Lajatico, Montaione (FI), Montecatini Val di Cecina, Peccioli, Pomarance und San Gimignano (SI).
Geschichte
Volterra kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. entstand der Ort aus der Verbindung mehrerer kleiner etruskischer Ansiedlungen, deren Bestand bis ins 7. Jahrhundert v. Chr. zurückverfolgt werden kann. Zu dieser Zeit bauten die Etrusker eine sieben Kilometer lange Ringmauer und nannten die nunmehr vereinigte Stadt Velathri.
Volterra war eine der ältesten und größten der zwölf Bundesstädte Etruriens. Später war es eine römische Stadt mit den Rechten eines Municipiums. Ihre hohe Lage machte sie zu einer starken Festung, die Sulla im ersten Bürgerkrieg erst nach zweijähriger Belagerung 79 v. Chr. einnehmen konnte.
Im 12. und 13. Jahrhundert war Volterra eine Republik; im 14. Jahrhundert fiel es an Florenz.
Sehenswürdigkeiten
Architektonische und künstlerische Zeugnisse der verschiedenen Epochen zeugen von der wechselvollen Existenz und Bedeutung der Stadt. Einige der etruskischen Nekropolen und mittelalterlichen Kirchenmauern sind jedoch in der Vergangenheit der Erosion zum Opfer gefallen.
Am Hauptplatz der Stadt, der Piazza dei Priori, steht der älteste erhaltene Kommunalpalast der Toskana, der Palazzo dei Priori.
Von der etruskischen Stadtmauer ist als einziges Tor die Porta all’Arco gut erhalten. Es stammt aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. Im äußeren Bogen sind drei verwitterte Köpfe zu erkennen, deren Bedeutung aber umstritten ist.
Außerhalb der mittelalterlichen Porta Fiorentina liegt das Teatro Romano, erbaut zur Zeit des Kaisers Augustus. Von der Zuschauertribüne für etwa 2000 Personen blickt man auf die teilweise rekonstruierte Bühnenwand. Die unterhalb des Theaters liegenden Thermenanlagen stammen aus späterer Zeit.
Andere historische öffentliche Gebäude sind der Dom Santa Maria Assunta aus dem frühen 12. Jahrhundert mit einer Kassettendecke und mit Granit vortäuschender Stuckverkleidung der Säulen sowie etlichen künstlerisch hochrangigen Ausstattungsstücken, das oktogonale Baptisterium mit einem Taufbecken von Andrea Sansovino, der auf Privatpaläste und Wohntürme aus dem 12. und 13. Jahrhundert zurückgehende Palazzo Pretorio sowie der als Gefängnis dienende Torre del Porcellino. Schließlich gehört der Palazzo Incontri-Viti zu den prachtvollsten Gebäuden Volterras.
Unter den Kirchen sind zu nennen: die spätromanische S. Michele sowie die Kirchen von S. Francesco, S. Lino und S. Girolamo mit Bildern und Skulpturen aus der Schule von Florenz.
Museen
Von besonderer Bedeutung ist das archäologische Museo Etrusco Guarnacci im Palazzo Desideri Tangassi. Mario Guarnacci (1701–1785), ein vielseitig interessierter Gelehrter, widmete seine Studien der antiken Geschichte. Dabei konnte er durch Ankäufe und Ausgrabungen eine ansehnliche Menge Belegmaterial über die etruskische Zivilisation sammeln.
Ein bedeutender Teil der Sammlung umfasst Ascheurnen sowie Stücke aus Bronze und Keramik. Die Urnen bestehen aus Tuffstein, Alabaster und Tonerde. Eine der bekanntesten ganz Etruriens ist die Urna degli Sposi (dt. Urne der Brautleute), auf deren Deckel ein Paar beim Festmahl liegend dargestellt ist.
Das bedeutendste Stück der Sammlung ist jedoch die Bronzefigur Ombra della sera (dt. Abendschatten). Es ist mit der Zeit zu einer „Ikone“ für das Museum und die Stadt Volterra geworden. Seine Berühmtheit verdankt es hauptsächlich seiner einzigartigen Form, die den italienischen Dichter Gabriele D’Annunzio an den Schatten einer menschlichen Figur in der Abendsonne erinnert haben soll. Es ist ein Meisterwerk etruskischer Bronzegießer aus der hellenistischen Periode. Ein weiteres bedeutendes Exponat ist die Stele des Avile Tite aus dem 6. Jahrhundert v. Chr.
Weitere Ausstellungsstücke sind verschiedene Mosaikböden aus der römischen Kaiserzeit, die aus Volterra und Segalari stammen. Hinzu kommt eine Münzsammlung mit seltenen etruskischen Münzen aus Gold, Silber und Bronze. Schließlich sind noch mit Edelsteinen verzierte etruskische und römische Schmuckstücke zu sehen.
Wichtig ist die Sammlung der seit 1982 im Minucci-Solaini-Palast untergebrachten „Pinacoteca“ mit der berühmten Kreuzesabnahme (1521), dem Meisterwerk des Malers Rosso Fiorentino, und den bedeutendsten Arbeiten von Taddeo di Bartolo, Domenico Ghirlandaio und Luca Signorelli, welche die künstlerischen Einflüsse aus Pisa, Florenz und Siena anschaulich machen.
Im April 2003 wurde im Turmhaus des Palazzo Minucci-Solaini das Ecomuseo dell’Alabastro eröffnet, in dem die Geschichte der Gewinnung und der Verarbeitung von Alabaster seit der Antike bis zur Gegenwart dargestellt ist.
Volterra in der Literatur
Volterra ist eine wichtige Stadt in Stephenie Meyers „Biss“-Serie. Dort ist Volterra die Heimatstadt der Volturi, einer königlichen Vampirfamilie.
Volterra spielt auch in der von Dudley Pope geschriebenen Romanreihe um den britischen Marineoffizier Nicolas Ramage eine Rolle. Im ersten Band rettet er während der Napoleonischen Kriege die Marchesa von Volterra vor den französischen Besatzungstruppen. Er verliebt sich in sie, und ihre Herrschaft über Volterra spielt in den weiteren Bänden eine wichtige Rolle. Auch ihr Neffe, Paolo Orsini, nächster in der Erbreihenfolge der Regentschaft, kommt in den meisten Romanen vor, da er als Fähnrich unter Ramages Kommando segelt.
(Wikipedia)
Italien / Toskana - Volterra
Volterra (Italian pronunciation: [volˈtɛrra]; Latin: Volaterrae) is a walled mountaintop town in the Tuscany region of Italy. Its history dates from before the 8th century BC and it has substantial structures from the Etruscan, Roman, and Medieval periods.
History
Volterra, known to the ancient Etruscans as Velathri or Vlathri and to the Romans as Volaterrae, is a town and comune in the Tuscany region of Italy. The town was a Bronze Age settlement of the Proto-Villanovan culture, and an important Etruscan center (Velàthre, Velathri or Felathri in Etruscan, Volaterrae in Latin language), one of the "twelve cities" of the Etruscan League.
The site is believed to have been continuously inhabited as a city since at least the end of the 8th century BC. It became a municipium allied to Rome at the end of the 3rd century BC. The city was a bishop's residence in the 5th century, and its episcopal power was affirmed during the 12th century. With the decline of the episcopate and the discovery of local alum deposits, Volterra became a place of interest of the Republic of Florence, whose forces conquered Volterra. Florentine rule was not always popular, and opposition occasionally broke into rebellion. These rebellions were put down by Florence.
When the Republic of Florence fell in 1530, Volterra came under the control of the Medici family and later followed the history of the Grand Duchy of Tuscany.
Culture
The main events that take place during the year in Volterra are
Volterra gusto
Volterra arte
Volterra teatro
Main sights
Roman Theatre of Volterra, 1st century BC, excavated in the 1950s
the Roman amphitheatre was discovered in 2015 and has been excavated over the succeeding years
Piazza dei Priori, the main square, a fine example of medieval Tuscan town squares
Palazzo dei Priori, the town hall located on Piazza dei Priori, construction begun in 1208 and finished in 1257
Pinacoteca e museo civico di Volterra (Art Gallery) in Palazzo Minucci-Solaini. Founded in 1905, the gallery consists mostly of works by Tuscan artists from 14th to 17th centuries. Includes a Deposition by Rosso Fiorentino.
Etruscan Acropolis and Roman Cistern. The acropolis on the citadel dates to the 8th century B.C., while the impressive cistern is from the 1st century B.C.
Volterra Cathedral. It was enlarged in the 13th century after an earthquake. It houses a ciborium and some angels by Mino da Fiesole, a notable wood Deposition (1228), a masterwork of Romanesque sculpture and the Sacrament Chapel, with paintings by Santi di Tito, Giovanni Balducci and Agostino Veracini. In the center of the vault are fragments of an Eternal Father by Niccolò Circignani. Also noteworthy is the Addolorata Chapel, with a terracotta group attributed to Andrea della Robbia and a fresco of Riding Magi by Benozzo Gozzoli. In the nearby chapel, dedicated to the Most Holy Name of Jesus, is a table with Christ's monogram, allegedly painted by Bernardino of Siena. The rectangular bell tower is from 1493.
Volterra Baptistery of San Giovanni, built in the second half of the 13th century.
Fortezza Medicea (Medicean Fortress), built in the 1470s, now a prison housing the noted restaurant, Fortezza Medicea restaurant.
Guarnacci Etruscan Museum, with thousands of funeral urns dating back to the Hellenistic and Archaic periods. Main attractions are the bronze statuette "Ombra della sera" (lit. '"Shadow of the Night"'), and the sculpted effigy, "Urna degli Sposi" (lit. '"Urn of the Spouses"') of an Etruscan couple in terra cotta.
The Etruscan Walls of Volterra, including the well-preserved Walls of Volterra (3rd-2nd centuries BC), and Porta Diana gates.
The Medici Villa di Spedaletto, outside the city, in direction of Lajatico
There are excavations of Etruscan tombs in the Valle Bona area.
Volterra Psychiatric Hospital, Founded in 1888 until 1978, it was reopened for public and will be once more used for psychiatric purposes.
In popular culture
Volterra features in Horatius, a poem by Lord Macaulay.
Linda Proud's A Tabernacle for the Sun (2005), the first volume of The Botticelli Trilogy, begins with the sack of Volterra in 1472. Volterra is the ancestral home of the Maffei family and the events of 1472 lead directly to the Pazzi Conspiracy of 1478. The protagonist of the novel is Tommaso de' Maffei, half brother of one of the conspirators.
Volterra is an important location in Stephenie Meyer's Twilight series. In the books, Volterra is home to the Volturi, a clan of rich, regal, powerful ancient vampires, who essentially act as the rulers of the world's vampire population. (However, the relevant scenes from the movie were shot in Montepulciano.)
Volterra is the site of Stendhal's famously disastrous encounter in 1819 with his beloved Countess Mathilde Dembowska: she recognised him there, despite his disguise of new clothes and green glasses, and was furious. This is the central incident in his book On Love
Volterra is mentioned repeatedly in British author Dudley Pope's Captain Nicholas Ramage historical nautical series. Gianna, the Marchesa of Volterra and the fictional ruler of the area, features in the first twelve books of the eighteen-book series. The books chart the progress and career of Ramage during the Napoleonic wars of the late eighteenth and early nineteenth century, providing readers with well-scripted articulate details of life aboard sailing vessels and conditions at sea of that time.
Volterra is the site where the novel Chimaira by the Italian author Valerio Massimo Manfredi takes place.
Valerio Massimo Manfredi's The Ancient Curse is also set in Volterra, where a statue called 'The Shade of Twilight' is stolen from the Volterra museum.
Volterra is featured in Jhumpa Lahiri's 2008 collection of short stories Unaccustomed Earth. It is where Hema and Kaushik, the protagonists of the final short story "Going Ashore," travel before they part.
Volterra is featured in Luchino Visconti's 1965 film Vaghe stelle dell'Orsa, released as Sandra (Of a Thousand Delights) in the United States and as Of These Thousand Pleasures in the UK.
Volterra's scenery is used for Central City in the 2017 film Fullmetal Alchemist (film) directed by Fumihiko Sori.
The 2016 video game The Town of Light is set in a fictionalized version of the notorious Volterra Psychiatric Hospital.
"Volaterrae" is the name given by Dan and Una to their secret place in Far Wood in Rudyard Kipling's Puck of Pook's Hill. They named it from the verse in Lord Macaulay's Lays of Ancient Rome:
From lordly Volaterrae,
Where scowls the far-famed hold
Piled by the hands of giants
For Godlike Kings of old.
Volterra and its relationship with Medici Florence features in the 2018 second season of Medici: Masters of Florence.
(Wikipedia)
Volterra, lateinisch Volaterrae, ist eine italienische Stadt mit 9980 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) in der Provinz Pisa in der Region Toskana.
Geographie
Volterra liegt etwa 50 Kilometer südlich von Pisa und 30 Kilometer vom Mittelmeer entfernt. Die Stadt gilt mit ihrem spektakulären landschaftlichen Umfeld als eine der schönsten in der Toskana.
Der Kern der heutigen Stadt liegt abgeschieden auf einem 550 m hohen Bergrücken über dem Tal der Cecina (Val di Cecina) inmitten einer kargen, zerfurchten Hügellandschaft. Die Felsabbrüche und Geröllhalden sind das Produkt jahrhundertelanger Erosion. Das Gebiet Le Balze im Nordwesten Volterras vermittelt einen beispielhaften Eindruck dieses Phänomens.
Die Stadt wird beherrscht von einer heute als Staatsgefängnis benutzten Festung der Medici, der Fortezza Medicea. Volterra ist ein Zentrum der Alabasterverarbeitung.
Zu den Ortsteilen (Frazioni) zählen Mazzolla, Montemiccioli, Saline di Volterra und Villamagna.
Die Nachbargemeinden sind Casole d’Elsa (SI), Colle di Val d’Elsa (SI), Gambassi Terme (FI), Lajatico, Montaione (FI), Montecatini Val di Cecina, Peccioli, Pomarance und San Gimignano (SI).
Geschichte
Volterra kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. entstand der Ort aus der Verbindung mehrerer kleiner etruskischer Ansiedlungen, deren Bestand bis ins 7. Jahrhundert v. Chr. zurückverfolgt werden kann. Zu dieser Zeit bauten die Etrusker eine sieben Kilometer lange Ringmauer und nannten die nunmehr vereinigte Stadt Velathri.
Volterra war eine der ältesten und größten der zwölf Bundesstädte Etruriens. Später war es eine römische Stadt mit den Rechten eines Municipiums. Ihre hohe Lage machte sie zu einer starken Festung, die Sulla im ersten Bürgerkrieg erst nach zweijähriger Belagerung 79 v. Chr. einnehmen konnte.
Im 12. und 13. Jahrhundert war Volterra eine Republik; im 14. Jahrhundert fiel es an Florenz.
Sehenswürdigkeiten
Architektonische und künstlerische Zeugnisse der verschiedenen Epochen zeugen von der wechselvollen Existenz und Bedeutung der Stadt. Einige der etruskischen Nekropolen und mittelalterlichen Kirchenmauern sind jedoch in der Vergangenheit der Erosion zum Opfer gefallen.
Am Hauptplatz der Stadt, der Piazza dei Priori, steht der älteste erhaltene Kommunalpalast der Toskana, der Palazzo dei Priori.
Von der etruskischen Stadtmauer ist als einziges Tor die Porta all’Arco gut erhalten. Es stammt aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. Im äußeren Bogen sind drei verwitterte Köpfe zu erkennen, deren Bedeutung aber umstritten ist.
Außerhalb der mittelalterlichen Porta Fiorentina liegt das Teatro Romano, erbaut zur Zeit des Kaisers Augustus. Von der Zuschauertribüne für etwa 2000 Personen blickt man auf die teilweise rekonstruierte Bühnenwand. Die unterhalb des Theaters liegenden Thermenanlagen stammen aus späterer Zeit.
Andere historische öffentliche Gebäude sind der Dom Santa Maria Assunta aus dem frühen 12. Jahrhundert mit einer Kassettendecke und mit Granit vortäuschender Stuckverkleidung der Säulen sowie etlichen künstlerisch hochrangigen Ausstattungsstücken, das oktogonale Baptisterium mit einem Taufbecken von Andrea Sansovino, der auf Privatpaläste und Wohntürme aus dem 12. und 13. Jahrhundert zurückgehende Palazzo Pretorio sowie der als Gefängnis dienende Torre del Porcellino. Schließlich gehört der Palazzo Incontri-Viti zu den prachtvollsten Gebäuden Volterras.
Unter den Kirchen sind zu nennen: die spätromanische S. Michele sowie die Kirchen von S. Francesco, S. Lino und S. Girolamo mit Bildern und Skulpturen aus der Schule von Florenz.
Museen
Von besonderer Bedeutung ist das archäologische Museo Etrusco Guarnacci im Palazzo Desideri Tangassi. Mario Guarnacci (1701–1785), ein vielseitig interessierter Gelehrter, widmete seine Studien der antiken Geschichte. Dabei konnte er durch Ankäufe und Ausgrabungen eine ansehnliche Menge Belegmaterial über die etruskische Zivilisation sammeln.
Ein bedeutender Teil der Sammlung umfasst Ascheurnen sowie Stücke aus Bronze und Keramik. Die Urnen bestehen aus Tuffstein, Alabaster und Tonerde. Eine der bekanntesten ganz Etruriens ist die Urna degli Sposi (dt. Urne der Brautleute), auf deren Deckel ein Paar beim Festmahl liegend dargestellt ist.
Das bedeutendste Stück der Sammlung ist jedoch die Bronzefigur Ombra della sera (dt. Abendschatten). Es ist mit der Zeit zu einer „Ikone“ für das Museum und die Stadt Volterra geworden. Seine Berühmtheit verdankt es hauptsächlich seiner einzigartigen Form, die den italienischen Dichter Gabriele D’Annunzio an den Schatten einer menschlichen Figur in der Abendsonne erinnert haben soll. Es ist ein Meisterwerk etruskischer Bronzegießer aus der hellenistischen Periode. Ein weiteres bedeutendes Exponat ist die Stele des Avile Tite aus dem 6. Jahrhundert v. Chr.
Weitere Ausstellungsstücke sind verschiedene Mosaikböden aus der römischen Kaiserzeit, die aus Volterra und Segalari stammen. Hinzu kommt eine Münzsammlung mit seltenen etruskischen Münzen aus Gold, Silber und Bronze. Schließlich sind noch mit Edelsteinen verzierte etruskische und römische Schmuckstücke zu sehen.
Wichtig ist die Sammlung der seit 1982 im Minucci-Solaini-Palast untergebrachten „Pinacoteca“ mit der berühmten Kreuzesabnahme (1521), dem Meisterwerk des Malers Rosso Fiorentino, und den bedeutendsten Arbeiten von Taddeo di Bartolo, Domenico Ghirlandaio und Luca Signorelli, welche die künstlerischen Einflüsse aus Pisa, Florenz und Siena anschaulich machen.
Im April 2003 wurde im Turmhaus des Palazzo Minucci-Solaini das Ecomuseo dell’Alabastro eröffnet, in dem die Geschichte der Gewinnung und der Verarbeitung von Alabaster seit der Antike bis zur Gegenwart dargestellt ist.
Volterra in der Literatur
Volterra ist eine wichtige Stadt in Stephenie Meyers „Biss“-Serie. Dort ist Volterra die Heimatstadt der Volturi, einer königlichen Vampirfamilie.
Volterra spielt auch in der von Dudley Pope geschriebenen Romanreihe um den britischen Marineoffizier Nicolas Ramage eine Rolle. Im ersten Band rettet er während der Napoleonischen Kriege die Marchesa von Volterra vor den französischen Besatzungstruppen. Er verliebt sich in sie, und ihre Herrschaft über Volterra spielt in den weiteren Bänden eine wichtige Rolle. Auch ihr Neffe, Paolo Orsini, nächster in der Erbreihenfolge der Regentschaft, kommt in den meisten Romanen vor, da er als Fähnrich unter Ramages Kommando segelt.
(Wikipedia)
Italien / Toskana - Sorano
Sorano is a town and comune in the province of Grosseto, southern Tuscany (Italy).
It as an ancient medieval hill town hanging from a tuff stone over the Lente River.
History
Sorano was probably inhabited by Villanovan culture, but the first historical mentions are relative to the 3rd century BC, when it was an Etruscan city under the influence of the more populous nearby Sovana.
Disappearing from history under the Roman domination, it is again known in 862 when a county was founded by Emperor Louis II, under the Aldobrandeschi suzerainty. The Aldobrandeschi were the most powerful feudataries of southern Tuscany for more than four centuries, disappearing in 1312 when Margherita, son of Ildibrandino, died without male heirs. His daughter Adelaide married to Romano di Gentile Orsini, who added the city to the family fiefs.
The county of Pitigliano-Sorano fought against the Republic of Siena, but was forced to accept its suzerainty from 1417. It regained a full independence in 1556, when the latter was annexed to the Duchy of Tuscany. The fortress, due to its strategic position, was frequently attacked; it was also the seat of fratricidal fights between the Orsini. In 1604, with the death of Alessandro di Bertoldo, it became part of the Grand Duchy of Tuscany.
It became part of the Kingdom of Italy in 1860.
Frazioni
The municipality is formed by the municipal seat of Sorano and the villages (frazioni) of Castell'Ottieri, Cerreto, Elmo, Montebuono, Montevitozzo, Montorio, San Giovanni delle Contee, San Quirico, San Valentino and Sovana.
Culture
Comedian Jack Benny mentions Sorano in a running gag on both the radio and television versions of The Jack Benny Program, in which Jack has written a song entitled “When You Say 'I Beg Your Pardon,' Then I’ll Come Back to You.” In the gag, each time Jack reaches the lyric “when the swallows at Sorano return to Capistrano,” the song is interrupted by a cast member or guest star questioning how a swallow could possibly fly all the way from Italy to California.
Main sights
Rocca degli Orsini (Orsini castle), built in the 14th century but totally renovated by Niccolò IV Orsini in 1552. It is considered one of the most important examples of Renaissance military architecture. It has two massive angular bastions, connected by a line of walls with the main gate, which is surmounted by a noteworthy coat of arms and by a square tower. In the interior of the walls are remains of the ancient nucleus, with a round tower and the draw-bridge, now disappeared. A cycle of 16th-century frescoes of Sienese school have been recently found out.
Masso Leopoldino, a natural tuff stone carved to form a fortified, panoramic terrace by order of Gran Duke Leopold.
Vitozza cave settlement and fortress
Another castle is in the frazione of Sovana.
(Wikipedia)
Sorano ist eine kleine mittelalterliche Stadt mit 3180 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) der italienischen Provinz Grosseto in der Toskana.
Geografische Lage
Die Stadt liegt in der südlichen Toskana, im äußersten Osten der Hochmaremma, am Hang eines Tuffsteinhügels über dem Fluss Lente, der hier von den kleineren Wasserläufen Cercone und Castelsereno gespeist wird. Wie Pitigliano und Castell’Azzara ist sie eine der „Tuffsteinstädte“ (città del tufo).
Zur Gemeinde gehören folgende Siedlungen: Castell'Ottieri, Cerreto, Elmo, Montebuono, Montevitozzo, Montorio, San Giovanni delle Contee, San Quirico, San Valentino und Sovana.
Nachbargemeinden sind Acquapendente (VT), Castell’Azzara, Latera (VT), Manciano, Onano (VT), Pitigliano, Proceno (VT) und Semproniano. Im Osten grenzt Sorano an die Region Latium. Die Entfernung zur Provinzhauptstadt Grosseto beträgt etwa 80 km. Nach Rom sind es etwa 150 km, Siena ist etwa 100 km und Florenz etwa 180 km entfernt.
Geschichte
Das Felsplateau von Sorano war vermutlich seit der Bronzezeit besiedelt. Zur Zeit der Etrusker war das Gebiet sicher besiedelt, der etruskische Name der Siedlung ist allerdings nicht überliefert. Der heutige Ortsname leitet sich vermutlich von dem lateinischen Namen einer etruskischen Gottheit, Pater Soranus her. Sorano wurde in der Römerzeit durch das Municipium von Sovana verwaltet.
Im Mittelalter war die Stadt im achten Jahrhundert unter langobardischer Herrschaft. 862 ging sie in den Besitz der Grafen Aldobrandeschi über. Diese wurden 1312 von dem Geschlecht der Orsini als Herrscher abgelöst, die die Stadt wiederum 1604 an die Medici abtreten mussten. 1737 kam die Stadt unter die Herrschaft des Hauses Habsburg-Lothringen.
Die Erosion des Tuffsteinfelsens, der die Bausubstanz der Stadt mit betraf, führte zu einem allmählichen Niedergang der Stadt. In den letzten Jahren wurde Sorano als Touristenziel wieder aufgewertet.
Sehenswürdigkeiten
Die Kirche Collegiata di San Niccolò wurde bereits 1276 erwähnt.
Der Ort verfügt über zwei mittelalterliche Befestigungsanlagen, die Fortezza Orsini und den Masso Leopoldino.
Der zur Fortezza Orsini gehörende Orsinipark ist nur noch teilweise erhalten, einige Skulpturen und die Reste eines Brunnens sind noch sichtbar.
Der Palazzo Comitale ist ein gut erhaltener Renaissancepalast, der den Orsini als Residenz diente.
Die Porta dei Merli ist ein Stadttor, das früher mit einer Zugbrücke ausgestattet war und mit Wappen verziert ist.
Außerhalb der Stadt gibt es eine Reihe von Höhlen zu sehen, die von den Etruskern und Römern genutzt wurden. Am bekanntesten dabei ist die Nekropole von San Rocco.
Ebenfalls außerhalb der Stadt befinden sich mehrere Via Cave, Wegsysteme der Etrusker, die in den Tuffstein gegraben wurden.
(Wikipedia)
Bremen Cathedral (German: Bremer Dom or St. Petri Dom zu Bremen), dedicated to St. Peter, is a church situated in the market square in the center of Bremen. The cathedral belongs to the Bremian Evangelical Church, a member of the Protestant umbrella organization named Evangelical Church in Germany. It is the previous cathedral of the former Prince-Archbishopric of Bremen. Since 1973, it is protected by the monument protection act.
Der St.-Petri-Dom in Bremen wurde über den Fundamenten älterer Vorgängerbauten vom 11. Jahrhundert an in romanischem Stil errichtet und seit dem 13. Jahrhundert in gotischem Stil umgebaut und erweitert. Gemauert ist dieser Kirchenbau aus Sandstein, an verborgenen Stellen der älteren Teile auch Tuffstein. Von dem seit der Gotik eingesetzten Backstein ist nur ein Teil sichtbar. Im 14. Jahrhundert gab es Erweiterungen um seitliche Kapellen. 1502 begann die Umgestaltung in eine spätgotische Hallenkirche, die aber über ein neues Nordseitenschiff nicht hinauskam, als die Reformation weitere Ausbauten stoppte. Im späten 19. Jahrhundert erfolgte eine umfangreiche Renovierung des innen durchaus gepflegten, äußerlich aber schäbig wirkenden Baus, dessen einer Turm von zweien eingestürzt war. Die Gestaltung orientierte sich überwiegend am Vorhandenen und an alten Darstellungen, jedoch gestaltete man auch einige Neuerungen wie den neoromanischen Vierungsturm. Das Gotteshaus gehört heute zur evangelisch-lutherischen Domgemeinde St. Petri.
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Fujifilm X-S10
SIGMA 56mm F1.4 DC DN | Contemporary 018
Italien / Toskana - Volterra
Olive grove below Volterra
Olivenhain unterhalb von Volterra
Volterra (Italian pronunciation: [volˈtɛrra]; Latin: Volaterrae) is a walled mountaintop town in the Tuscany region of Italy. Its history dates from before the 8th century BC and it has substantial structures from the Etruscan, Roman, and Medieval periods.
History
Volterra, known to the ancient Etruscans as Velathri or Vlathri and to the Romans as Volaterrae, is a town and comune in the Tuscany region of Italy. The town was a Bronze Age settlement of the Proto-Villanovan culture, and an important Etruscan center (Velàthre, Velathri or Felathri in Etruscan, Volaterrae in Latin language), one of the "twelve cities" of the Etruscan League.
The site is believed to have been continuously inhabited as a city since at least the end of the 8th century BC. It became a municipium allied to Rome at the end of the 3rd century BC. The city was a bishop's residence in the 5th century, and its episcopal power was affirmed during the 12th century. With the decline of the episcopate and the discovery of local alum deposits, Volterra became a place of interest of the Republic of Florence, whose forces conquered Volterra. Florentine rule was not always popular, and opposition occasionally broke into rebellion. These rebellions were put down by Florence.
When the Republic of Florence fell in 1530, Volterra came under the control of the Medici family and later followed the history of the Grand Duchy of Tuscany.
Culture
The main events that take place during the year in Volterra are
Volterra gusto
Volterra arte
Volterra teatro
Main sights
Roman Theatre of Volterra, 1st century BC, excavated in the 1950s
the Roman amphitheatre was discovered in 2015 and has been excavated over the succeeding years
Piazza dei Priori, the main square, a fine example of medieval Tuscan town squares
Palazzo dei Priori, the town hall located on Piazza dei Priori, construction begun in 1208 and finished in 1257
Pinacoteca e museo civico di Volterra (Art Gallery) in Palazzo Minucci-Solaini. Founded in 1905, the gallery consists mostly of works by Tuscan artists from 14th to 17th centuries. Includes a Deposition by Rosso Fiorentino.
Etruscan Acropolis and Roman Cistern. The acropolis on the citadel dates to the 8th century B.C., while the impressive cistern is from the 1st century B.C.
Volterra Cathedral. It was enlarged in the 13th century after an earthquake. It houses a ciborium and some angels by Mino da Fiesole, a notable wood Deposition (1228), a masterwork of Romanesque sculpture and the Sacrament Chapel, with paintings by Santi di Tito, Giovanni Balducci and Agostino Veracini. In the center of the vault are fragments of an Eternal Father by Niccolò Circignani. Also noteworthy is the Addolorata Chapel, with a terracotta group attributed to Andrea della Robbia and a fresco of Riding Magi by Benozzo Gozzoli. In the nearby chapel, dedicated to the Most Holy Name of Jesus, is a table with Christ's monogram, allegedly painted by Bernardino of Siena. The rectangular bell tower is from 1493.
Volterra Baptistery of San Giovanni, built in the second half of the 13th century.
Fortezza Medicea (Medicean Fortress), built in the 1470s, now a prison housing the noted restaurant, Fortezza Medicea restaurant.
Guarnacci Etruscan Museum, with thousands of funeral urns dating back to the Hellenistic and Archaic periods. Main attractions are the bronze statuette "Ombra della sera" (lit. '"Shadow of the Night"'), and the sculpted effigy, "Urna degli Sposi" (lit. '"Urn of the Spouses"') of an Etruscan couple in terra cotta.
The Etruscan Walls of Volterra, including the well-preserved Walls of Volterra (3rd-2nd centuries BC), and Porta Diana gates.
The Medici Villa di Spedaletto, outside the city, in direction of Lajatico
There are excavations of Etruscan tombs in the Valle Bona area.
Volterra Psychiatric Hospital, Founded in 1888 until 1978, it was reopened for public and will be once more used for psychiatric purposes.
In popular culture
Volterra features in Horatius, a poem by Lord Macaulay.
Linda Proud's A Tabernacle for the Sun (2005), the first volume of The Botticelli Trilogy, begins with the sack of Volterra in 1472. Volterra is the ancestral home of the Maffei family and the events of 1472 lead directly to the Pazzi Conspiracy of 1478. The protagonist of the novel is Tommaso de' Maffei, half brother of one of the conspirators.
Volterra is an important location in Stephenie Meyer's Twilight series. In the books, Volterra is home to the Volturi, a clan of rich, regal, powerful ancient vampires, who essentially act as the rulers of the world's vampire population. (However, the relevant scenes from the movie were shot in Montepulciano.)
Volterra is the site of Stendhal's famously disastrous encounter in 1819 with his beloved Countess Mathilde Dembowska: she recognised him there, despite his disguise of new clothes and green glasses, and was furious. This is the central incident in his book On Love
Volterra is mentioned repeatedly in British author Dudley Pope's Captain Nicholas Ramage historical nautical series. Gianna, the Marchesa of Volterra and the fictional ruler of the area, features in the first twelve books of the eighteen-book series. The books chart the progress and career of Ramage during the Napoleonic wars of the late eighteenth and early nineteenth century, providing readers with well-scripted articulate details of life aboard sailing vessels and conditions at sea of that time.
Volterra is the site where the novel Chimaira by the Italian author Valerio Massimo Manfredi takes place.
Valerio Massimo Manfredi's The Ancient Curse is also set in Volterra, where a statue called 'The Shade of Twilight' is stolen from the Volterra museum.
Volterra is featured in Jhumpa Lahiri's 2008 collection of short stories Unaccustomed Earth. It is where Hema and Kaushik, the protagonists of the final short story "Going Ashore," travel before they part.
Volterra is featured in Luchino Visconti's 1965 film Vaghe stelle dell'Orsa, released as Sandra (Of a Thousand Delights) in the United States and as Of These Thousand Pleasures in the UK.
Volterra's scenery is used for Central City in the 2017 film Fullmetal Alchemist (film) directed by Fumihiko Sori.
The 2016 video game The Town of Light is set in a fictionalized version of the notorious Volterra Psychiatric Hospital.
"Volaterrae" is the name given by Dan and Una to their secret place in Far Wood in Rudyard Kipling's Puck of Pook's Hill. They named it from the verse in Lord Macaulay's Lays of Ancient Rome:
From lordly Volaterrae,
Where scowls the far-famed hold
Piled by the hands of giants
For Godlike Kings of old.
Volterra and its relationship with Medici Florence features in the 2018 second season of Medici: Masters of Florence.
(Wikipedia)
Volterra, lateinisch Volaterrae, ist eine italienische Stadt mit 9980 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) in der Provinz Pisa in der Region Toskana.
Geographie
Volterra liegt etwa 50 Kilometer südlich von Pisa und 30 Kilometer vom Mittelmeer entfernt. Die Stadt gilt mit ihrem spektakulären landschaftlichen Umfeld als eine der schönsten in der Toskana.
Der Kern der heutigen Stadt liegt abgeschieden auf einem 550 m hohen Bergrücken über dem Tal der Cecina (Val di Cecina) inmitten einer kargen, zerfurchten Hügellandschaft. Die Felsabbrüche und Geröllhalden sind das Produkt jahrhundertelanger Erosion. Das Gebiet Le Balze im Nordwesten Volterras vermittelt einen beispielhaften Eindruck dieses Phänomens.
Die Stadt wird beherrscht von einer heute als Staatsgefängnis benutzten Festung der Medici, der Fortezza Medicea. Volterra ist ein Zentrum der Alabasterverarbeitung.
Zu den Ortsteilen (Frazioni) zählen Mazzolla, Montemiccioli, Saline di Volterra und Villamagna.
Die Nachbargemeinden sind Casole d’Elsa (SI), Colle di Val d’Elsa (SI), Gambassi Terme (FI), Lajatico, Montaione (FI), Montecatini Val di Cecina, Peccioli, Pomarance und San Gimignano (SI).
Geschichte
Volterra kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. entstand der Ort aus der Verbindung mehrerer kleiner etruskischer Ansiedlungen, deren Bestand bis ins 7. Jahrhundert v. Chr. zurückverfolgt werden kann. Zu dieser Zeit bauten die Etrusker eine sieben Kilometer lange Ringmauer und nannten die nunmehr vereinigte Stadt Velathri.
Volterra war eine der ältesten und größten der zwölf Bundesstädte Etruriens. Später war es eine römische Stadt mit den Rechten eines Municipiums. Ihre hohe Lage machte sie zu einer starken Festung, die Sulla im ersten Bürgerkrieg erst nach zweijähriger Belagerung 79 v. Chr. einnehmen konnte.
Im 12. und 13. Jahrhundert war Volterra eine Republik; im 14. Jahrhundert fiel es an Florenz.
Sehenswürdigkeiten
Architektonische und künstlerische Zeugnisse der verschiedenen Epochen zeugen von der wechselvollen Existenz und Bedeutung der Stadt. Einige der etruskischen Nekropolen und mittelalterlichen Kirchenmauern sind jedoch in der Vergangenheit der Erosion zum Opfer gefallen.
Am Hauptplatz der Stadt, der Piazza dei Priori, steht der älteste erhaltene Kommunalpalast der Toskana, der Palazzo dei Priori.
Von der etruskischen Stadtmauer ist als einziges Tor die Porta all’Arco gut erhalten. Es stammt aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. Im äußeren Bogen sind drei verwitterte Köpfe zu erkennen, deren Bedeutung aber umstritten ist.
Außerhalb der mittelalterlichen Porta Fiorentina liegt das Teatro Romano, erbaut zur Zeit des Kaisers Augustus. Von der Zuschauertribüne für etwa 2000 Personen blickt man auf die teilweise rekonstruierte Bühnenwand. Die unterhalb des Theaters liegenden Thermenanlagen stammen aus späterer Zeit.
Andere historische öffentliche Gebäude sind der Dom Santa Maria Assunta aus dem frühen 12. Jahrhundert mit einer Kassettendecke und mit Granit vortäuschender Stuckverkleidung der Säulen sowie etlichen künstlerisch hochrangigen Ausstattungsstücken, das oktogonale Baptisterium mit einem Taufbecken von Andrea Sansovino, der auf Privatpaläste und Wohntürme aus dem 12. und 13. Jahrhundert zurückgehende Palazzo Pretorio sowie der als Gefängnis dienende Torre del Porcellino. Schließlich gehört der Palazzo Incontri-Viti zu den prachtvollsten Gebäuden Volterras.
Unter den Kirchen sind zu nennen: die spätromanische S. Michele sowie die Kirchen von S. Francesco, S. Lino und S. Girolamo mit Bildern und Skulpturen aus der Schule von Florenz.
Museen
Von besonderer Bedeutung ist das archäologische Museo Etrusco Guarnacci im Palazzo Desideri Tangassi. Mario Guarnacci (1701–1785), ein vielseitig interessierter Gelehrter, widmete seine Studien der antiken Geschichte. Dabei konnte er durch Ankäufe und Ausgrabungen eine ansehnliche Menge Belegmaterial über die etruskische Zivilisation sammeln.
Ein bedeutender Teil der Sammlung umfasst Ascheurnen sowie Stücke aus Bronze und Keramik. Die Urnen bestehen aus Tuffstein, Alabaster und Tonerde. Eine der bekanntesten ganz Etruriens ist die Urna degli Sposi (dt. Urne der Brautleute), auf deren Deckel ein Paar beim Festmahl liegend dargestellt ist.
Das bedeutendste Stück der Sammlung ist jedoch die Bronzefigur Ombra della sera (dt. Abendschatten). Es ist mit der Zeit zu einer „Ikone“ für das Museum und die Stadt Volterra geworden. Seine Berühmtheit verdankt es hauptsächlich seiner einzigartigen Form, die den italienischen Dichter Gabriele D’Annunzio an den Schatten einer menschlichen Figur in der Abendsonne erinnert haben soll. Es ist ein Meisterwerk etruskischer Bronzegießer aus der hellenistischen Periode. Ein weiteres bedeutendes Exponat ist die Stele des Avile Tite aus dem 6. Jahrhundert v. Chr.
Weitere Ausstellungsstücke sind verschiedene Mosaikböden aus der römischen Kaiserzeit, die aus Volterra und Segalari stammen. Hinzu kommt eine Münzsammlung mit seltenen etruskischen Münzen aus Gold, Silber und Bronze. Schließlich sind noch mit Edelsteinen verzierte etruskische und römische Schmuckstücke zu sehen.
Wichtig ist die Sammlung der seit 1982 im Minucci-Solaini-Palast untergebrachten „Pinacoteca“ mit der berühmten Kreuzesabnahme (1521), dem Meisterwerk des Malers Rosso Fiorentino, und den bedeutendsten Arbeiten von Taddeo di Bartolo, Domenico Ghirlandaio und Luca Signorelli, welche die künstlerischen Einflüsse aus Pisa, Florenz und Siena anschaulich machen.
Im April 2003 wurde im Turmhaus des Palazzo Minucci-Solaini das Ecomuseo dell’Alabastro eröffnet, in dem die Geschichte der Gewinnung und der Verarbeitung von Alabaster seit der Antike bis zur Gegenwart dargestellt ist.
Volterra in der Literatur
Volterra ist eine wichtige Stadt in Stephenie Meyers „Biss“-Serie. Dort ist Volterra die Heimatstadt der Volturi, einer königlichen Vampirfamilie.
Volterra spielt auch in der von Dudley Pope geschriebenen Romanreihe um den britischen Marineoffizier Nicolas Ramage eine Rolle. Im ersten Band rettet er während der Napoleonischen Kriege die Marchesa von Volterra vor den französischen Besatzungstruppen. Er verliebt sich in sie, und ihre Herrschaft über Volterra spielt in den weiteren Bänden eine wichtige Rolle. Auch ihr Neffe, Paolo Orsini, nächster in der Erbreihenfolge der Regentschaft, kommt in den meisten Romanen vor, da er als Fähnrich unter Ramages Kommando segelt.
(Wikipedia)
Eine detaillierte Aufnahme von bizarren Felsformationen in einer trockenen, wüstenähnlichen Landschaft in der Nähe von Yanque, Peru. Wind- und Wassererosion haben das helle Vulkangestein, wahrscheinlich Tuffstein (Sillar), zu spitzen, kegelförmigen Säulen geformt, die an Feenkamine oder Hoodoos erinnern. Die oberen Schichten der Formationen sind dunkler, fast schwarz gefärbt, was einen starken Kontrast zu den unteren, beigefarbenen Teilen bildet. Das intensive Sonnenlicht wirft harte Schatten und hebt die komplexen Strukturen und Texturen der erodierten Landschaft im Colca-Tal hervor.
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Schloss Schwetzingen ist ein Schloss in Schwetzingen, das vor allem den pfälzischen Kurfürsten Karl Philipp und Karl Theodor als Sommerresidenz diente. Bekannt ist in erster Linie der im 18. Jahrhundert angelegte Schlossgarten. Jährlich finden im Schloss die Schwetzinger Festspiele und alle zwei Jahre das Lichterfest statt.
Inhaltsverzeichnis
1 Geschichte
2 Weltkulturerbe
3 Schloss
3.1 Innenräume
3.2 Zirkelbauten
3.3 Theater
3.4 Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen
4 Garten
4.1 Französischer Garten
4.2 Englischer Garten
4.3 Arboretum
4.4 See
4.5 Bauten
4.5.1 Merkurtempel
4.5.2 Minervatempel
4.5.3 Apollotempel
4.5.4 Tempel der Waldbotanik
4.5.5 Badhaus
4.5.6 Wasserspeiende Vögel
4.5.7 Perspektiv
4.5.8 Orangerie
4.5.9 Moschee
4.5.10 Römische Wasserleitung
4.5.11 Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)
4.6 Landschaftsschutzgebiet
5 Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses
6 Siehe auch
7 Literatur
8 Film
9 Weblinks
10 Einzelnachweise
Geschichte
Das Schwetzinger Schloss wurde im Jahr 1350 zum ersten Mal als Feste urkundlich erwähnt. Es handelte sich um ein mittelalterliches Wasserschloss. 1427 kam es in den Besitz des Kurfürsten Ludwig III. In der Folgezeit wurde es mehrfach umgebaut, diente als Jagdschloss und wurde gegen Ende des Dreißigjährigen Kriegs zerstört. Kurfürst Karl Ludwig ließ das Schwetzinger Schloss für seine Geliebte Luise von Degenfeld wieder aufbauen. Während eines Besuchs im August 1656 hatte er den Einwohnern von Schwetzingen bereits befohlen, sämtlichen Schutt wegzuräumen, wobei aufgelesene Trümmerteile wie Steine, Hölzer und „altes Eisenwerk“ bei den Untertanen zur eigenen Verwendung verbleiben durften. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde das Schloss erneut zerstört, die Grundmauern blieben allerdings stehen.
Karl Philipp
Karl Theodor
Seine heutige Form erhielt das Schloss auf Befehl des Kurfürsten Johann Wilhelm, der in Düsseldorf regierte. Dieser ließ es unter Leitung des Grafen Matteo Alberti – der Erbauer des Schlosses Bensberg – von dem Heidelberger Baumeister Johann Adam Breunig umbauen und durch zwei Flügelbauten wesentlich vergrößern. Das Bauwerk wurde in mehreren Bauabschnitten ab dem Jahre 1697 errichtet und ausgebaut. Im Jahr 1752 wurde eine Gartenerweiterung auf dem damals rund 70 Hektar großen Areal vorgenommen. Im gleichen Jahr wurde auch das Schlosstheater eröffnet. Obwohl das Schloss seit der Verlegung der Residenz des Kurfürsten Karl Theodor von Mannheim nach München im Jahr 1778 kaum mehr benutzt wurde, wurde in der Folgezeit am Garten weiter gearbeitet.
Unter Karl Theodor war Schwetzingen Sommerresidenz: Die Hofhaltung wurde in den warmen Monaten von Schloss Mannheim nach Schloss Schwetzingen verlegt. Die Schlichtheit der Wohnungen des Kurfürstenpaares und eine größere Informalität der Umgangsformen waren Ausdruck eines vorgeblich einfacheren, unbeschwerten „Lebens auf dem Lande“.
An der künstlerischen Ausgestaltung von Schloss und Garten waren nahezu alle am Hof in Mannheim beschäftigten Künstler beteiligt. Dazu gehörten Alessandro Galli da Bibiena und Peter Anton von Verschaffelt. Der Lothringer Nicolas de Pigage war Intendant der Gärten und Wasserkünste sowie der bestimmende Architekt in der Karl-Theodor-Zeit. Pigage erweiterte den Garten in allen Stilwandlungen der Zeit. Der Zweibrücker Hofgärtner Johann Ludwig Petri plante das Hauptparterre und den Zirkel des französischen Gartens. Der erste Hofgärtner, van Wynder, wurde aus Kassel nach Schwetzingen berufen.
Der zweite Hofgärtner war Johann Wilhelm Sckell, ein Hauptmitarbeiter Pigages. Sein Sohn Friedrich Ludwig Sckell wurde 1804 nach München berufen, wo er den Englischen Garten anlegte. Der erste badische Gartenbaudirektor war Johann Michael Zeyher, der den Flieder in Schwetzingen einführte.
Schloss Schwetzingen zählt heute zu den landeseigenen Monumenten und wird von der Einrichtung Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg betreut. Der Garten ist gegen Eintritt öffentlich zugänglich, Schloss und Theater können im Rahmen von Führungen besichtigt werden.
Weltkulturerbe
Im September 1999 meldete Deutschland Schwetzingen in der bei der UNESCO geführten sogenannten Tentativliste als potentielle Welterbestätte an.[1] Ein dortiger Eintrag ist die Voraussetzung dafür, dass zu einem späteren Zeitpunkt ein Antrag auf Verleihung eines entsprechenden Prädikats, in diesem Fall des Weltkulturerbes, gestellt werden kann. Dies geschah dann auch im Jahre 2007. Der Antrag umfasste einen Kernbereich von Schloss und Schlossgarten, den vorgelagerten Schlossplatz, das Ysenburgsche Palais sowie die Sichtachsen der Carl-Theodor- und der Lindenstraße. Hinzu kam eine zusätzliche Pufferzone, die weitere Teile der Stadt einbezog.[2]
Im Juni 2009 wurde der Antrag aufgrund eines negativen Votums des ICOMOS wieder zurückgenommen und infolgedessen im Laufe des folgenden Herbstes überarbeitet. Der ursprüngliche Ansatz, das freimaurerische und aufklärerische Wirken Carl-Theodors begleitend zu betonen, wurde zurückgefahren, stattdessen die künstlerische und musische Bedeutung von Schloss und Stadt hervorgehoben. Außerdem wurde der Kernbereich geringfügig erweitert.[2] Im Januar 2010 wurde der Neuantrag eingereicht.[3] Im März 2010 setzte die Kultusministerkonferenz Schwetzingen erneut auf die deutsche Nominierungsliste, diesmal für 2011.[4][5] Der als Entscheidungsgrundlage dienende Bewertungsbericht der ICOMOS vom Mai 2012 empfahl jedoch abermals, die Anlage nicht aufzunehmen. Negativ wurde insbesondere bewertet, dass es von dieser Art von Schlössern und Gärten schon elf, beispielsweise in Dessau, in Brühl oder in Potsdam und Berlin, und damit eigentlich deren genügend auf der Welterbeliste gebe. Eine besondere Stellung Schwetzingens habe nicht erkannt werden können.[6] Das Welterbekomitee stimmte dem ICOSMOS-Votum zwar mehrheitlich nicht zu, behandelte den Schwetzinger Antrag aber auch nicht, sondern empfahl stattdessen, einen neuen, abermals überarbeiteten Entwurf vorzulegen. Ob es dazu kommt, ist fraglich.[7][8][9] Über einen erneuten Versuch wurde nichts bekannt.
Schloss
Plan von Schwetzingen (um 1840)
Eine Anfahrt aus Heidelberg liegt auf der geraden Verbindung vom Königstuhl nach Schwetzingen. Die Trasse ist von erhöhter Position aus in der Landschaft noch gut erkennbar, aber nicht durchgehend befahrbar. Vom Königstuhl aus gesehen läuft diese Linie hinter dem Schloss weiter auf die Kalmit zu.
Vom Schwetzinger Schlossplatz gelangt man in den Ehrenhof. In den beiden ehemaligen Wachhäuschen am Schlosstor befinden sich heute ein Museumsladen und ein Café. Der Hof wird links und rechts von symmetrischen Wirtschaftsgebäuden flankiert. In der Mitte, an der Westseite, befindet sich das Corps de Logis, der Wohnbau des Schlosses.
Innenräume
In einer langwierigen Restaurierung der Jahre 1975–1991 wurden die Innenräume des Schlosses wiederhergestellt und mit authentischen Möbeln des 18. Jahrhunderts eingerichtet. In der Beletage verdeutlichen im Rahmen eines Schlossmuseums die Gesellschaftsräume, die Wohnung des Kurfürsten und die Wohnung der Kurfürstin das Funktionsprofil des Schlosses in der Karl-Theodor-Zeit.
Von besonderem kunstgeschichtlichen Rang sind die Räume der in badischer Zeit ab 1803 umgestalteten Wohnung der Reichsgräfin Luise Karoline von Hochberg im zweiten Obergeschoss aufgrund der vorzüglich erhaltenen Handdrucktapeten (1804) der Firma Zuber et Cie in Rixheim (Compagniezimmer mit Alpenpanorama „Vues de Suisse“, Schlafzimmer, Grand Cabinet).
Zirkelbauten
Nördlicher Zirkelbau
Südlicher Zirkelbau
Die Zirkelbauten sind zwei eingeschossige, dank hoher Fenstertüren mit unmittelbarem Gartenzugang versehene Werksteinbauten, die sich seitlich an das Schloss zu einem Halbrund anschließen und das kreisrunde Gartenparterre gemeinsam mit dem Halbkreis der Wandelgänge aus Lattenwerk umfangen. Der nördliche Zirkelbau wurde in den Jahren 1748/1749 von Alessandro Galli da Bibiena erbaut, der südliche im Jahr 1753 von Franz Wilhelm Rabaliatti. Die Zirkelbauten wurden für die Hofgesellschaften (Speisetafel, Spiele und Konzerte, Bälle) genutzt. Solche zusätzlichen, repräsentativen Räumlichkeiten waren angesichts der beengten Verhältnisse im alten Wohnbau des Schlosses unverzichtbar. Heute werden die Zirkelbauten als Schlossrestaurant, Café und Theaterfoyer sowie für Konzerte und Ausstellungen genutzt.
Theater
→ Hauptartikel: Schlosstheater Schwetzingen
Das kurfürstliche Hoftheater im frühklassizistischen Stil (oft fälschlich „Rokokotheater“ genannt) wurde am 15. Juni 1753 mit Oper Il figlio delle selve („Der Sohn der Wälder“) von Ignaz Holzbauer eröffnet. Hier wirkten Sänger, Instrumentalisten und Komponisten von internationalem Rang, darunter die Vertreter der Mannheimer Schule. Nachdem Karl Theodor seine Residenz nach München verlegt hatte, fanden nur noch gelegentliche Aufführungen in Schwetzingen statt, wenn der Kurfürst dort zu Besuch war. Auch in der badischen Zeit wurde das Theater nur selten benutzt. Es verfiel und konnte nicht mehr bespielt werden. 1936/37 und 2002/03 wurde das Theater völlig renoviert. Die Brüstungen der leicht ansteigenden Logenränge haben im Grundriss die Form einer Lyra. Die Pfeiler sind reich verziert und von Korbbögen überbrückt, die die Wirkung des Raumes vertiefen.
Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen
Im südlichen Flügel des Schlosses sind seit ihrer Gründung 1953 die Fachhochschule Schwetzingen – Hochschule für Rechtspflege bzw. deren Vorgängereinrichtungen untergebracht. Aufgrund umfangreicher Umbau- und Renovierungsarbeiten wurde der Studienbetrieb seit September 2009 in ein Ausweichquartier nach Mannheim-Wohlgelegen verlegt.
Garten
Parterre
Der Schwetzinger Schlossgarten gliedert sich in einen Französischen Garten und einen Englischen Garten. Bei der kunsthistorischen Interpretation des Gartens wird auch unterschieden zwischen dem „Garten der Allegorien“, also jener Gartenteil, in welchem ohne tiefere Bedeutung allegorische Figuren stehen, und dem „Garten der Vernunft“. Zum „Garten der Vernunft“ zählen Minervatempel, Merkurtempel, Moschee, Apollotempel, Tempel der Botanik, das römische Wasserkastell sowie das Arboretum, also jene Gartenteile, in denen im Sinne aufklärerischen Denkens die Vernunft gefeiert wird. Der Schwetzinger Schlossgarten war, mit Ausnahme des Bereiches um das Badhaus, bereits in kurfürstlicher Zeit für die gesamte Bevölkerung zugänglich, damals noch ohne Eintrittsgeld. Eine Parkordnung regelte das angemessene Verhalten der Besucher.
Französischer Garten
Luftaufnahme des Barockgartens
Fontäne in der Gartenmitte
Längs der Hauptachse des Gartens blickt man nach Osten auf den Königstuhl im Odenwald und nach Westen auf die Kalmit im Pfälzerwald.
Der Barockgarten ist nach französischer Art in strengen geometrischen Formen angelegt. Die wichtigsten Elemente sind die Hauptachse, die Querachse und das Kreisrund. Der vordere Gartenteil zeigt Parterres und Boskette. Auf der Schlossterrasse befinden sich Urnen, die die vier Weltzeitalter darstellen (goldenes, silbernes, ehernes und eisernes Zeitalter). Zudem befinden sich dort zwei vergoldete Atalanten, die noch aus dem Vorgängergarten stammen. Eine Besonderheit des französischen Gartens ist die kreisförmige Anlage der zentrale Teil rund um den Arionbrunnen, das sogenannte Kreisparterre.
Der zentrale Arionbrunnen von Guibal hat eine Begebenheit der antiken Mythologie zum Thema: Arion (Arion von Lesbos) ist ein berühmter Sänger. Nach einem Wettstreit reich beschenkt, wird er auf See von den Schiffsleuten bedrängt. Er bittet, ein letztes Mal singen zu dürfen. Bei seinem Gesang erscheinen Delfine. Der Sänger stürzt sich in die Fluten und ein Delfin bringt ihn an die Küste, so dass er seinen Weg nach Korinth fortsetzen kann. Das Sternbild Delphin wird in manchen Überlieferungen als der von den Göttern ans Firmament entrückte Arion auf dem Delfin gedeutet.
Abgeschlossen wird der französische Garten durch die Darstellung einer Hirschjagd von Verschaffelt. In unmittelbarer Nähe sind die vier Elemente in Skulpturen dargestellt.
Englischer Garten
Die westlichen und nordwestlichen Teile des Gartens wurden als englischer Landschaftsgarten gestaltet. Im Gegensatz zum französischen Garten sind hier die Wege und Uferlinien leicht geschwungen. Am unregelmäßigen Waldbereich wurde fast nichts verändert.
Arboretum
Ein Arboretum ist eine Sammlung oft exotischer Gehölze. Der Gartenbaumeister Zeyher legte diesen Garten im Jahr 1802 mit exotischen Bildern aus aller Welt an. Besonders kunstvoll ist das schmiedeeiserne, teilvergoldete Tor von Rabaliatti. Auf derselben Fläche befand sich vorher eine Fasanerie mit Tiergehegen.
See
See mit Schloss im Hintergrund
See im Winter
Gartenphaeton des Kurfürsten 1775
Schon beim Betreten des Schlossgartens sieht der Besucher auf den großen See, der den Garten abschließt. An der Stelle des Sees befand sich ursprünglich ein ummauertes Bassin, das auf Vorschlag Zeyhers im Jahr 1823 auf Befehl des Großherzogs Ludwig von Baden erweitert und in einen See mit natürlicher Uferausformung umgewandelt wurde. Zwei Skulpturen (Kopien) von Verschaffelt ruhen auf der dem Schloss zugewandten Längsseite beidseitig der Blickachse: die Flussgötter Rhein und Donau. Die Originale sind in der Orangerie zu besichtigen.
Der See und alle weiteren Gewässer werden seit Pigage von zwei Wasserwerken gefüllt, die den Leimbach als Antrieb für die Mühlräder der Pumpen nutzten. Dieser umschloss bereits die ursprüngliche Burganlage und fließt vom Kraichgau kommend in Richtung Rhein. Für die Fontänen wurde sauberes Grundwasser verwendet. Diese Pumpen befanden sich im nördlichen Schlossflügel (oberes Wasserwerk mit Hochbehälter im heutigen Finanzamt). Ein zweites Pumpwerk mit Hochbehälter, das einen gleichbleibenden Druck sicherstellte, war am Parkende hinter dem Aquädukt verborgen (unteres Wasserwerk).
Für Karl-Theodor kaufte Pigage 1775 in London einen Gartenphaeton mit Lakai-Antrieb, wozu alle Hauptwege topfeben angelegt und sogar vorzeitliche Grabhügel abgetragen wurden. Damit konnte der Kurfürst im Park herumfahren, ohne dass Pferdeexkremente die Gartenwege verschmutzten. Der Muskelkraftwagen, heute im Schloss Nymphenburg, regte den Heidelberger Studenten Karl Drais vor 1803 zur späteren Erfindung des Ur-Fahrrads an.[10]
Bauten
Im Schwetzinger Schlosspark befinden sich neben zahlreichen Statuen auch einige Bauwerke. Das Gebäudeprogramm zeigt einen philosophischen und architektonischen Bezug auf die klassische Antike und, im Falle des Moschee-Komplexes, auf den Islam und die orientalische Weisheitslehre. Neuere Forschungen wollen im Schwetzinger Garten ein freimaurerisches Programm erkennen, in dem christliche Vorstellungen eingebunden wären. Gartenbauten, Wegbeziehungen, Tore und Brücken sollten den Park nicht nur in Einzelräume unterteilen, sondern größer wirken lassen. Einen eigenen Komplex bietet das früher nur auf Einladung oder Befehl des Kurfürsten zugängliche Badhaus, ein kleines Lusthaus mit eigenem Garten und dem „Perspektiv“.
Nach Ansicht von Richard Benz führte das Erlebnis der „künstlichen Ruinen“ im Schwetzinger Schlosspark die Dichter des 18. Jahrhunderts zur Beschäftigung mit den echten Ruinen des Heidelberger Schlosses und damit zur im späten 18. Jahrhundert einsetzenden „Wiederentdeckung“ Heidelbergs.[11]
Merkurtempel
Die Lage des Tempels oberhalb des Moscheeweihers
Der Tempel von Norden
Der Tempel aus der Nähe
Relief am Tempel
In den „Parties sauvages“, den südwestlichen landschaftlichen Partien des Schwetzinger Gartens wurde bereits 1784 ein „Monument“ gegenüber der Moschee geplant. 1787/88 entstand der Ruinenbau Pigages, der erstmals 1791 dem römischen Gott Merkur zugewiesen wird. Sein kellerartiger Unterbau aus großen Sandsteinblöcken erscheint als Rest eines älteren Vorgängers. Der dreigeschossige, turmartige Merkur-Tempel aus Tuffstein besitzt ein im Grundriss sechseckiges Hauptgeschoss, darüber ein Attikageschoss und eine abschließende Laterne. Auf Merkur verweisen Reliefs aus Stuckmarmor über den Eingängen der drei gleichartigen Fassaden.
Die Deutung der Parkruine ist kontrovers: Nach überkommener Lesart steht sie für die Überwindung von Geheimlehren durch die Vernunft. Diese Lesart verweist darauf, dass der Tempel die Form eines römischen Grabmals hat. Durch drei Reliefs, die ausschließlich negative Episoden aus dem Leben des Merkur zeigen, wird dieser mit dem antiken Hermes Trismegistos, einem Symbol für Magie, gleichgesetzt. Der Aberglaube ist also gewissermaßen in seinem eigenen Tempel begraben worden. In diesem Zusammenhang wird auch betont, dass man von der Moschee über einen Weiher auf den Merkurtempel blickt. Wenn man die Moschee als Symbol für die Weisheit versteht, bedeutet dies: Der Weise muss Tod und Aberglaube nicht fürchten. Eine neue freimaurerische Interpretation hingegen sieht verborgene Verweise auf den Salomonischen Tempel und seinen Architekten Hiram Abif.
Der Merkurtempel hat die Funktion eines Aussichtspunkts, das Obergeschoss gestattet einen Blick über den See und auf die Moschee.
Minervatempel
Minervatempel
Die römische Göttin Minerva ist mehrfach im Schlossgarten dargestellt. Symmetrisch zu dem Minerva-Tempel war als Gegenstück ein Tempel des Cupido geplant, der nicht zur Ausführung kam.
Der von Pigage entworfene Tempel war 1769 vollendet. Seine viersäulige Front korinthischer Säulenordnung ist durch ein antik-römisches Vorbild angeregt, den Eingangsbau zur Portikus der Octavia. Einmalig ist die Umkehrung des Verhältnisses von Säulenhalle und Cella: Die Tempelcella wird zu einer gegenüber der Natur geöffneten Raumhülle umgedeutet, innerhalb derer sich die Säulenstellung fortsetzt.
Minerva, Göttin der Weisheit, erscheint vor der Rückwand in einem umgearbeiteten Standbild von Gabriel de Grupello. Sie ist, auch nach Ausweis des Giebelfeldes, die Göttin der friedlichen Künste und Wissenschaften, insbesondere der Gartenkunst. Die mit Marmorbänken ausgestattete Cella dient Parkbesuchern als Ruheraum, kann aber auch als imaginärer Versammlungsort derjenigen, die Weisheit erlangt haben, verstanden werden.
Unterhalb des Tempels befindet sich ein rechteckiger Raum, mit Nischen und runden Fensteröffnungen. Dieser Raum ist von außen zugänglich und zeigt Merkmale eines geheimen Versammlungsortes. Er wird von Pan regiert, wie eine Maske über der Tür anzeigt. Der Minerva-Tempel, der sich über dieser irrationalen Sphäre erhebt, wird so ein aufklärerisches Monument der gestaltenden Vernunft und der menschlichen Zivilisationsleistung.
Apollotempel
Apollotempel von Westen
Apollotempel von Westen
Lyraspielender Apollo
Apollos Rücken
Im Jahr 1762 plante man an dieser Stelle ein Belvedere. Nach dem Entwurf von Nicolas de Pigage entstand ein hoher, terrassierter Unterbau, auf dessen oberster Plattform sich ein Monopteros, ein Rundtempel mit zwölf Säulen ionischer Säulenordnung ohne Cella erhebt. Der Tempel ist dem griechischen Gott Apollo gewidmet. Die Statue des Apollo stammt von dem Bildhauer Anton von Verschaffelt. Sie zeigt den Gott beim linkshändigen Lyra-Spiel, was dem Künstler einigen Hohn eingebracht hat. In einem Briefwechsel zwischen Gleim, Wilhelm Heinse und Johannes von Müller heißt es, er stehe zwar »gar heilig« auf einer Anhöhe, »nur hat der linke Gott darin einen erbärmlichen Hintern«.
Der Apollo-Tempel krönt eine nach zwei Seiten gerichtete Anlage: Vom Eingang an der Westseite steigt der Besucher durch felsige, dunkle und verwirrende Korridore zur lichtumfluteten Plattform mit dem klassischen Monopteros empor. Aus der Sicht der Zuschauer im östlichen Heckentheater krönt der Tempel den Bühnenprospekt. Apoll erscheint als Gott der Künste und Führer der Musen auf dem Berg Helikon, wo der Hufschlag des Pegasus die Quelle Hippokrene, deren Wasser durch die Najaden über die Kaskade an die Menschen weitergegeben wird.
Tempel der Waldbotanik
Tempel der Waldbotanik
Der von Pigage entworfene Tempel der Waldbotanik – „Botanicae Silvestris“ – wurde schon 1777 geplant. Die Weiheinschrift nennt das Datum 1778, aber erst 1780 wurde der Bau fertig. Er bildet den Abschluss des „Arboretum Theodoricum“, der Baumsammlung im sogenannten Wiesentälchen. Der aufgesockelte, zylindrische Baukörper weist außen Rauputz nach Art von Eichenrinde auf. Eine Freitreppe, auf deren Wangen Sphingen wachen, führt zur Eingangstür. Innen vermittelt eine runde Öffnung von circa 20 cm Durchmesser in der Fußbodenmitte zu einem dunklen Gewölbe darunter. Das Bildprogramm handelt vom Wachsen, Reifen und Absterben der Natur. Vier große Relieffelder zeigen Symbole der vier Jahreszeiten in Verbindung mit einem antiken Dreifuß. Die Naturrhythmen werden mit der modernen Naturwissenschaft verknüpft: Bildnismedaillons der älteren Autoritäten Theophrastos von Eresos und Plinius stehen solche der modernen Naturforscher Joseph Pitton de Tournefort und Carl von Linné gegenüber. Linnés revolutionäres Buch über die Pflanzensystematik bildete das inzwischen verschwundene Attribut einer Statue der Göttin Ceres in der Mittelapsis.
Badhaus
Badhaus
Das von Pigage errichtete Badhaus ist ein kleines Lusthaus nach Art einer italienischen Villa. Während unter Karl Theodor der übrige Schlossgarten öffentlich zugänglich war, durfte der Badehaus-Bereich, zu dem ein eigener Garten gehört, nur auf Einladung oder mit Genehmigung des Kurfürsten betreten werden. Hier konnte Karl Theodor wie ein Privatmann leben und sich seinen musischen Neigungen hingeben. Vom Apollo-Bezirk her wird das Badhaus durch eine im Grundriss halbkreisförmige Exedra betreten, eine gleich gebildete liegt an der Rückseite. Durch beide Eingangsbereiche gelangt der Besucher in den Ovalsaal mit der Aurora als Deckengemälde und vier Horen als vergoldeten Plastiken, der das Zentrum des Schlösschens bildet. Vom Ovalsaal gehen nach Westen und nach Osten flurartige Vorzimmer mit fein eingelegtem Parkett aus drei Hölzern ab. Über sie gelangt der Besucher in das Schlafzimmer des Kurfürsten (Südwestseite, mit separater Toilette) und in den Baderaum (Nordwestseite) mit einem vertieften Marmorbecken (etwa 1‚2 m tief) mit zwei Sitzbänken in einer elliptischen Nische. Die Wasserleitungen sind als bekrönte Schlangen ausgearbeitet. An der Nordostseite liegt das Chinesische Zimmer mit chinesischen Papiertapeten, an der Südostseite das Schreibzimmer mit Landschaftsgemälden von Ferdinand Kobell.
In der beim Badhaus gelegenen Badhausküche befand sich der Kessel zum Erhitzen des Badewassers. Bemerkenswert ist, dass das Badhaus im Verhältnis zum Hauptschloss in der gleichen Position gelegen ist wie sein Vorbild, das Grand Trianon, im Schlosspark von Versailles.
Wasserspeiende Vögel
Uhu mit geschlagenem Fasan
wasserspeiende Vögel auf der Einfassung
Brunnen der wasserspeienden Vögel
Eine Attraktion des Badhausgartens ist der Brunnen der wasserspeienden Vögel (alle aus Eisenblech gearbeitet). Im mittleren Bassin sitzt in Angriffshaltung mit gespreizten Flügeln ein Uhu, der in seinen Fängen einen von ihm geschlagenen Fasan hält. Oben auf der Einfassung aus Lattenwerk, das die Anlage umgibt, sitzen zwanzig andere Vögel, die den Uhu (mit Wasser) bespucken. Das Thema des Brunnens geht auf eine Fabel von Äsop zurück, die vom Zorn der guten Vögel über den bösen Uhu handelt. Die Schwetzinger Figuren stammen aus dem lothringischen Schloss La Malgrange des polnischen Exkönigs Stanislaus I. Leszczyński. Vier Volieren mit lebenden, zwitschernden Vögeln erhöhen die Illusion. Zu der Anlage zählen zwei weitere kleine Gebäude, die sogenannten Achathäuschen.
Perspektiv
Perspektiv im Laubengang
Perspektiv aus der Nähe
Perspektiv von außen
Blick auf die halbrunde Mauer vom „Perspektiv“ oder „Ende der Welt“ im Schlossgarten Schwetzingen.
Das Perspektiv oder Ende der Welt im Schlossgarten Schwetzingen.
Das Perspektiv, im Volksmund als „Ende der Welt“ bezeichnet, schließt die Hauptachse des Badhausgartens nach Norden hin ab. Am hinteren Ende der Treillage ist eine Flusslandschaft zu erkennen. Dabei handelt es sich um die Kopie eines Gemäldes von Ferdinand Kobell auf einer Mauer. Durch geschickt genutzten Lichteinfall erscheint das Bild realistisch. Im Zusammenspiel mit dem zuführenden Gang und einem Architekturrahmen vor der Mauer entsteht eine starke Tiefenwirkung.
Aufbau des Perspektivs (von Pigage gestaltet): An den Laubengang (Treillage) schließt sich ein Pavillon mit zwei Seitenräumen an. Der Hauptraum des Pavillons (zum Gemälde hin offen und mit Tuffstein verkleidet) ist als Grotte gestaltet. Gegenüber dem Eingang des Laubengangs befindet sich eine Maueröffnung im Pavillon. In der Maueröffnung sind eiserne Schilfblättchen angebracht und Wasser tropft von der Grottendecke in ein Bassin. Hinter dieser Öffnung befindet sich in etwas Abstand eine halbrunde Mauer mit Landschaftsgemälde (in Freskotechnik). Das Landschaftsgemälde wird durch das Sonnenlicht beleuchtet und strahlt so förmlich, wenn man vor dem Laubengang steht.
Orangerie
Orangerie
→ Hauptartikel: Orangerie (Schwetzingen)
Ab dem 16. Jahrhundert kamen an den europäischen Fürstenhöfen Sammlungen von Orangen und anderen Zitrusbäumen in Mode. Diese überwinterten in abschlagbaren, nur für die kalte Jahreszeit um die Pflanzen herum errichteten Gebäuden. Im späten 17. und im 18. Jahrhundert wurden die Pflanzen in Pflanzkästen und Kübeln gehalten, die in einem festen Gebäude überwinterten und in den warmen Monaten in einem Orangerieparterre ins Freie gestellt wurden.
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts konnte der Bedarf an Räumlichkeiten für höfische Festivitäten in Schwetzingen nicht annähernd gedeckt werden. Eine Orangerie mit großem Festsaal westlich des Schlosses sollte hier Abhilfe schaffen. So hatte es jedenfalls Kurfürst Karl Philipp entschieden, der 1716 die Nachfolge des überwiegend in Düsseldorf residierenden Kurfürsten Johann Wilhelm angetreten hatte.
Die unter Karl Theodor errichtete Schwetzinger Orangerie mit ihren Fassadenmalereien wurde von Nicolas de Pigage entworfen. Die Malereien täuschen Naturstein als Material vor, wo nur simple Backsteinmauern sind. Davor liegt das Orangerieparterre, das gegenüber den anderen Gartenbereichen zugunsten eines Binnenklimas abgesenkt und zur warmen Südseite ausgerichtet ist. An den Ecken des Parterres befinden sich Statuen von drei Jahreszeiten, die vierte fehlt. In der Mitte stehen die Orangen- und Zitronenbäume in Kübeln auf einer rechteckigen Insel.
Moschee
→ Hauptartikel: Moschee Schwetzingen
Rote Moschee im Türkischen Garten
Wandelgang mit Eckpavillon
Innenansicht der Moscheekuppel
Im hinteren (südlichen) Bereich, dem Türkischen Garten, steht die Rote Moschee von Pigage, errichtet von 1778 bis 1785. Das Bauwerk hat keine liturgische Funktion, es handelt sich vielmehr um ein Gartenfolly mit ausschließlich ästhetischer Bedeutung. Die Schwetzinger Moschee ist der erste und größte Bau dieser Art in einem deutschen Park. Das Gebäude des späten Barock ist mit zahlreichen orientalischen Elementen versehen. Der Moscheehof wurde gelegentlich für Freilichtaufführungen von Opern genutzt. Die Moschee wurde im 20. Jahrhundert zeitweise von Muslimen genutzt.
Vor der Moschee befinden sich der ehemalige fürstliche Obstgarten, dahinter eine Baumschule und die Schlossgärtnerei.
Römische Wasserleitung
Römische Wasserleitung
Im Sommer 1779 wurde die am nördlichen Rand des Gartens gelegene künstliche Ruine nach Entwürfen von Nicolas de Pigage begonnen. Ein Torbau, auf dem noch ein Turmaufsatz erhalten scheint, erinnert an einen römischen Triumphbogen. In seiner mittleren Arkade rauscht ein Wasserfall. Von diesem Torbau greifen nach drei Seiten die Reste eines Aquäduktes aus, wobei der östliche Arm einen Freiplatz hinterfängt, auf dem sich ein Obelisk erhebt.
Pigage konnte auf eigene Antikenstudien während seiner Italienreise 1767/68 zurückgreifen. Die Verbindung von Torbogen und Aquädukt begegnet an der römischen Porta Maggiore und am Aquädukt der Acqua Vergine. Das Turmfreigeschoss könnte durch mittelalterliche Wehraufbauten auf römischen Brücken angeregt sein. Die Vorbilder finden sich in Veduten von Piranesi. Die Bezeichnung als Römisches Wasserkastell erscheint erst 1828.
Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)
Blick über die Chinesische Brücke, im Hintergrund der Merkurtempel
Die oft als „chinesisch“ bezeichnete Brücke im hinteren, nordwestlichen Bereich des Gartens verbindet den französischen mit dem englischen Gartenteil. Das Bauwerk geht tatsächlich auf einen Brückenentwurf des in Venetien tätig gewesenen Renaissance-Architekten Andrea Palladio zurück. Die Brücke hat den populären Beinamen „Lügenbrücke“, denn wer auf deren unregelmäßigen Stufen ins Straucheln kommt, soll schon einmal geschwindelt haben.
Landschaftsschutzgebiet
Bereits am 8. August 1952 hat das damalige Landratsamt Mannheim den Schloßgarten unter der Bezeichnung Schwetzinger Schloßgarten und Umgebung als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Das Gebiet mit der Nummer 2.26.013 hat aktuell eine Größe von rund 190 Hektar und umfasst den historischen Park aus der Kurfürstenzeit sowie das westliche Vorgelände und die historische Jagdanlage am Stern.
Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses
Voltaire kam im Jahr 1753 zum ersten Mal nach Schwetzingen und war 14 Tage lang Gast des mit ihm befreundeten Kurfürsten. Im Sommer 1758 kam Voltaire erneut zu einem kurzen Aufenthalt nach Schwetzingen. Wolfgang Amadeus Mozart wirkte zusammen mit seinem Vater und seiner Schwester an einem Hofkonzert am 18. Juli 1763 mit. Der Komponist Christoph Willibald Ritter von Gluck war im Jahr 1774 Gast des Kurfürsten. Friedrich Schiller fand in Schwetzingen Anregungen zu den gegensätzlichen „Aranjuez-Stimmungen“ des ersten Aktes von Don Karlos. Der Schauspieler August Wilhelm Iffland schilderte in einem Brief vom 26. November 1779 eine Jagd bei Schwetzingen, die 50.000 Gulden gekostet hatte und bei der für 9.000 Menschen Zuschauergerüste aufgebaut waren. Kaiser Joseph II. hielt sich im Jahr 1781 unter dem Namen Graf von Falkenstein in Schwetzingen auf.
Siehe auch
Schloss Benrath – 1755 bis 1773 von Pigage im Auftrag von Kurfürst Karl Theodor erbaut am Übergang vom Rokoko zum Klassizismus. Der Garten ist eine geometrisch achsensymmetrische Barockanlage nach französischem Vorbild, der Privatgarten des Kurfürsten wurde im 19. Jahrhundert landschaftlich umgestaltet. Im Nebengebäude des Schlosses befindet sich das Museum für Europäische Gartenkunst.
Maulbeerbaumallee nach Heidelberg – im Zusammenhang mit der Seidenraupenzucht.
Literatur
Carl Ludwig Fuchs, Claus Reisinger: Schloss und Garten zu Schwetzingen. 2. Auflage. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2008, ISBN 978-3-88462-266-7
Volker Hannwacker: Friedrich Ludwig von Sckell. Der Begründer des Landschaftsgartens in Deutschland. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1992, ISBN 3-421-03012-X, S. 11–21.
Nanette Schärf, Hartmann Manfred Schärf: Das Badhaus im Schwetzinger Schlossgarten. Die Restaurierung des Gebäudes, seiner Innenräume und Ausstattungen. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 37. Jg. 2008, Heft 1, S. 29–35 (PDF)
Ralf Richard Wagner: In seinem Paradiese Schwetzingen … Das Badhaus des Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz. Hrsg. von Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2009, 302 S., ISBN 978-3-89735-587-3.
Wegweiser durch den Schwetzinger Garten. Mit zwölf Ansichten von Conrad Caspar Rordorf. Engelmann, Heidelberg 1830 (Digitalisat)
Karl Wörn: Schwetzingen Lebendige Stadt. 3. Auflage. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 1980.
Oswald Zenker: Schwetzinger Schlossgarten. Ein Führer durch das Französische Gartenparterre und den Englischen Landschaftsgarten, mit Informationen über Schloss und Rokokotheater sowie Sehenswürdigkeiten der Umgebung. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 2002, ISBN 3-87742-170-9.
Film
Im Hain des Apoll. Der Schlosspark Schwetzingen. Dokumentarfilm, Deutschland, 2007, 28:20 Min., Buch und Regie: Christopher Paul, Produktion: SWR, Reihe: Schätze des Landes, Inhaltsangabe von ARD.
Weblinks
Commons: Schloss Schwetzingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Offizielle Seite von Schloss Schwetzingen
Infos zum Schloss auf der Seite der Stadt Schwetzingen
Schloss Schwetzingen von ZUM
Kein Land „wo die Zitronen blühen“. In: Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Artikel zur Geschichte von Orangerien, darunter der in Schwetzingen
Schloss Schwetzingen auf badischewanderungen.de
Schloss Schwetzingen als 3D-Modell im 3D Warehouse von SketchUp
Einzelnachweise
Schwetzingen: A Prince Elector’s Summer Residence – garden design and Freemasonic allusions. Eintrag in der Tentativliste der UNESCO auf deren Website, abgerufen am 8. April 2014 (französisch)
Vorlage zur Gemeinderatssitzung vom 22. September 2009, abgerufen am 8. April 2014
Neue Akzente sollen in Paris überzeugen. Schwetzinger Zeitung, 2. Februar 2010, abgerufen am 8. April 2014
Die Sommerresidenz und ihre Musik sollen es richten. Mannheimer Morgen, 6. März 2010, abgerufen am 8. April 2014
Kurfürstliche Sommerresidenz Schwetzingen für die Aufnahme in die UNESCO-Weltkulturerbeliste nominiert. Pressemitteilung des Landesdenkmalsamts Baden-Württemberg vom 8. März 2010, abgerufen am 8. April 2014
ICOMOS Evaluations of Nominations of Cultural and Mixed Properties. Empfehlungsbericht zur 36. Sitzung des Welterbekomitees im Juni/Juli 2012, S. 224–233, PDF-Datei, 28,4 MB, abgerufen am 8. April 2014 (englisch)
Schwetzingen zunächst nicht Welterbe. Pressemitteilung der Stadt Schwetzingen vom 29. Juni 2012, abgerufen am 8. April 2014
Johanna Eberhardt: Schwetzingen nimmt keinen neuen Anlauf. Stuttgarter Zeitung, 3. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014
Kein dritter Anlauf für Unseco-Welterbe-Titel in Schwetzingen. xity, 2. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014
Hans-Erhard Lessing: Zwei Räder statt vier Hufe – Karl Drais G.Braun-Verlag, Karlsruhe 2010
Richard Benz: Heidelberg. Schicksal und Geist, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen, 2. Auflage 1975, ISBN 3-7995-4008-3, S. 296
Italien / Toskana - Volterra
Volterra (Italian pronunciation: [volˈtɛrra]; Latin: Volaterrae) is a walled mountaintop town in the Tuscany region of Italy. Its history dates from before the 8th century BC and it has substantial structures from the Etruscan, Roman, and Medieval periods.
History
Volterra, known to the ancient Etruscans as Velathri or Vlathri and to the Romans as Volaterrae, is a town and comune in the Tuscany region of Italy. The town was a Bronze Age settlement of the Proto-Villanovan culture, and an important Etruscan center (Velàthre, Velathri or Felathri in Etruscan, Volaterrae in Latin language), one of the "twelve cities" of the Etruscan League.
The site is believed to have been continuously inhabited as a city since at least the end of the 8th century BC. It became a municipium allied to Rome at the end of the 3rd century BC. The city was a bishop's residence in the 5th century, and its episcopal power was affirmed during the 12th century. With the decline of the episcopate and the discovery of local alum deposits, Volterra became a place of interest of the Republic of Florence, whose forces conquered Volterra. Florentine rule was not always popular, and opposition occasionally broke into rebellion. These rebellions were put down by Florence.
When the Republic of Florence fell in 1530, Volterra came under the control of the Medici family and later followed the history of the Grand Duchy of Tuscany.
Culture
The main events that take place during the year in Volterra are
Volterra gusto
Volterra arte
Volterra teatro
Main sights
Roman Theatre of Volterra, 1st century BC, excavated in the 1950s
the Roman amphitheatre was discovered in 2015 and has been excavated over the succeeding years
Piazza dei Priori, the main square, a fine example of medieval Tuscan town squares
Palazzo dei Priori, the town hall located on Piazza dei Priori, construction begun in 1208 and finished in 1257
Pinacoteca e museo civico di Volterra (Art Gallery) in Palazzo Minucci-Solaini. Founded in 1905, the gallery consists mostly of works by Tuscan artists from 14th to 17th centuries. Includes a Deposition by Rosso Fiorentino.
Etruscan Acropolis and Roman Cistern. The acropolis on the citadel dates to the 8th century B.C., while the impressive cistern is from the 1st century B.C.
Volterra Cathedral. It was enlarged in the 13th century after an earthquake. It houses a ciborium and some angels by Mino da Fiesole, a notable wood Deposition (1228), a masterwork of Romanesque sculpture and the Sacrament Chapel, with paintings by Santi di Tito, Giovanni Balducci and Agostino Veracini. In the center of the vault are fragments of an Eternal Father by Niccolò Circignani. Also noteworthy is the Addolorata Chapel, with a terracotta group attributed to Andrea della Robbia and a fresco of Riding Magi by Benozzo Gozzoli. In the nearby chapel, dedicated to the Most Holy Name of Jesus, is a table with Christ's monogram, allegedly painted by Bernardino of Siena. The rectangular bell tower is from 1493.
Volterra Baptistery of San Giovanni, built in the second half of the 13th century.
Fortezza Medicea (Medicean Fortress), built in the 1470s, now a prison housing the noted restaurant, Fortezza Medicea restaurant.
Guarnacci Etruscan Museum, with thousands of funeral urns dating back to the Hellenistic and Archaic periods. Main attractions are the bronze statuette "Ombra della sera" (lit. '"Shadow of the Night"'), and the sculpted effigy, "Urna degli Sposi" (lit. '"Urn of the Spouses"') of an Etruscan couple in terra cotta.
The Etruscan Walls of Volterra, including the well-preserved Walls of Volterra (3rd-2nd centuries BC), and Porta Diana gates.
The Medici Villa di Spedaletto, outside the city, in direction of Lajatico
There are excavations of Etruscan tombs in the Valle Bona area.
Volterra Psychiatric Hospital, Founded in 1888 until 1978, it was reopened for public and will be once more used for psychiatric purposes.
In popular culture
Volterra features in Horatius, a poem by Lord Macaulay.
Linda Proud's A Tabernacle for the Sun (2005), the first volume of The Botticelli Trilogy, begins with the sack of Volterra in 1472. Volterra is the ancestral home of the Maffei family and the events of 1472 lead directly to the Pazzi Conspiracy of 1478. The protagonist of the novel is Tommaso de' Maffei, half brother of one of the conspirators.
Volterra is an important location in Stephenie Meyer's Twilight series. In the books, Volterra is home to the Volturi, a clan of rich, regal, powerful ancient vampires, who essentially act as the rulers of the world's vampire population. (However, the relevant scenes from the movie were shot in Montepulciano.)
Volterra is the site of Stendhal's famously disastrous encounter in 1819 with his beloved Countess Mathilde Dembowska: she recognised him there, despite his disguise of new clothes and green glasses, and was furious. This is the central incident in his book On Love
Volterra is mentioned repeatedly in British author Dudley Pope's Captain Nicholas Ramage historical nautical series. Gianna, the Marchesa of Volterra and the fictional ruler of the area, features in the first twelve books of the eighteen-book series. The books chart the progress and career of Ramage during the Napoleonic wars of the late eighteenth and early nineteenth century, providing readers with well-scripted articulate details of life aboard sailing vessels and conditions at sea of that time.
Volterra is the site where the novel Chimaira by the Italian author Valerio Massimo Manfredi takes place.
Valerio Massimo Manfredi's The Ancient Curse is also set in Volterra, where a statue called 'The Shade of Twilight' is stolen from the Volterra museum.
Volterra is featured in Jhumpa Lahiri's 2008 collection of short stories Unaccustomed Earth. It is where Hema and Kaushik, the protagonists of the final short story "Going Ashore," travel before they part.
Volterra is featured in Luchino Visconti's 1965 film Vaghe stelle dell'Orsa, released as Sandra (Of a Thousand Delights) in the United States and as Of These Thousand Pleasures in the UK.
Volterra's scenery is used for Central City in the 2017 film Fullmetal Alchemist (film) directed by Fumihiko Sori.
The 2016 video game The Town of Light is set in a fictionalized version of the notorious Volterra Psychiatric Hospital.
"Volaterrae" is the name given by Dan and Una to their secret place in Far Wood in Rudyard Kipling's Puck of Pook's Hill. They named it from the verse in Lord Macaulay's Lays of Ancient Rome:
From lordly Volaterrae,
Where scowls the far-famed hold
Piled by the hands of giants
For Godlike Kings of old.
Volterra and its relationship with Medici Florence features in the 2018 second season of Medici: Masters of Florence.
(Wikipedia)
Volterra, lateinisch Volaterrae, ist eine italienische Stadt mit 9980 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) in der Provinz Pisa in der Region Toskana.
Geographie
Volterra liegt etwa 50 Kilometer südlich von Pisa und 30 Kilometer vom Mittelmeer entfernt. Die Stadt gilt mit ihrem spektakulären landschaftlichen Umfeld als eine der schönsten in der Toskana.
Der Kern der heutigen Stadt liegt abgeschieden auf einem 550 m hohen Bergrücken über dem Tal der Cecina (Val di Cecina) inmitten einer kargen, zerfurchten Hügellandschaft. Die Felsabbrüche und Geröllhalden sind das Produkt jahrhundertelanger Erosion. Das Gebiet Le Balze im Nordwesten Volterras vermittelt einen beispielhaften Eindruck dieses Phänomens.
Die Stadt wird beherrscht von einer heute als Staatsgefängnis benutzten Festung der Medici, der Fortezza Medicea. Volterra ist ein Zentrum der Alabasterverarbeitung.
Zu den Ortsteilen (Frazioni) zählen Mazzolla, Montemiccioli, Saline di Volterra und Villamagna.
Die Nachbargemeinden sind Casole d’Elsa (SI), Colle di Val d’Elsa (SI), Gambassi Terme (FI), Lajatico, Montaione (FI), Montecatini Val di Cecina, Peccioli, Pomarance und San Gimignano (SI).
Geschichte
Volterra kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. entstand der Ort aus der Verbindung mehrerer kleiner etruskischer Ansiedlungen, deren Bestand bis ins 7. Jahrhundert v. Chr. zurückverfolgt werden kann. Zu dieser Zeit bauten die Etrusker eine sieben Kilometer lange Ringmauer und nannten die nunmehr vereinigte Stadt Velathri.
Volterra war eine der ältesten und größten der zwölf Bundesstädte Etruriens. Später war es eine römische Stadt mit den Rechten eines Municipiums. Ihre hohe Lage machte sie zu einer starken Festung, die Sulla im ersten Bürgerkrieg erst nach zweijähriger Belagerung 79 v. Chr. einnehmen konnte.
Im 12. und 13. Jahrhundert war Volterra eine Republik; im 14. Jahrhundert fiel es an Florenz.
Sehenswürdigkeiten
Architektonische und künstlerische Zeugnisse der verschiedenen Epochen zeugen von der wechselvollen Existenz und Bedeutung der Stadt. Einige der etruskischen Nekropolen und mittelalterlichen Kirchenmauern sind jedoch in der Vergangenheit der Erosion zum Opfer gefallen.
Am Hauptplatz der Stadt, der Piazza dei Priori, steht der älteste erhaltene Kommunalpalast der Toskana, der Palazzo dei Priori.
Von der etruskischen Stadtmauer ist als einziges Tor die Porta all’Arco gut erhalten. Es stammt aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. Im äußeren Bogen sind drei verwitterte Köpfe zu erkennen, deren Bedeutung aber umstritten ist.
Außerhalb der mittelalterlichen Porta Fiorentina liegt das Teatro Romano, erbaut zur Zeit des Kaisers Augustus. Von der Zuschauertribüne für etwa 2000 Personen blickt man auf die teilweise rekonstruierte Bühnenwand. Die unterhalb des Theaters liegenden Thermenanlagen stammen aus späterer Zeit.
Andere historische öffentliche Gebäude sind der Dom Santa Maria Assunta aus dem frühen 12. Jahrhundert mit einer Kassettendecke und mit Granit vortäuschender Stuckverkleidung der Säulen sowie etlichen künstlerisch hochrangigen Ausstattungsstücken, das oktogonale Baptisterium mit einem Taufbecken von Andrea Sansovino, der auf Privatpaläste und Wohntürme aus dem 12. und 13. Jahrhundert zurückgehende Palazzo Pretorio sowie der als Gefängnis dienende Torre del Porcellino. Schließlich gehört der Palazzo Incontri-Viti zu den prachtvollsten Gebäuden Volterras.
Unter den Kirchen sind zu nennen: die spätromanische S. Michele sowie die Kirchen von S. Francesco, S. Lino und S. Girolamo mit Bildern und Skulpturen aus der Schule von Florenz.
Museen
Von besonderer Bedeutung ist das archäologische Museo Etrusco Guarnacci im Palazzo Desideri Tangassi. Mario Guarnacci (1701–1785), ein vielseitig interessierter Gelehrter, widmete seine Studien der antiken Geschichte. Dabei konnte er durch Ankäufe und Ausgrabungen eine ansehnliche Menge Belegmaterial über die etruskische Zivilisation sammeln.
Ein bedeutender Teil der Sammlung umfasst Ascheurnen sowie Stücke aus Bronze und Keramik. Die Urnen bestehen aus Tuffstein, Alabaster und Tonerde. Eine der bekanntesten ganz Etruriens ist die Urna degli Sposi (dt. Urne der Brautleute), auf deren Deckel ein Paar beim Festmahl liegend dargestellt ist.
Das bedeutendste Stück der Sammlung ist jedoch die Bronzefigur Ombra della sera (dt. Abendschatten). Es ist mit der Zeit zu einer „Ikone“ für das Museum und die Stadt Volterra geworden. Seine Berühmtheit verdankt es hauptsächlich seiner einzigartigen Form, die den italienischen Dichter Gabriele D’Annunzio an den Schatten einer menschlichen Figur in der Abendsonne erinnert haben soll. Es ist ein Meisterwerk etruskischer Bronzegießer aus der hellenistischen Periode. Ein weiteres bedeutendes Exponat ist die Stele des Avile Tite aus dem 6. Jahrhundert v. Chr.
Weitere Ausstellungsstücke sind verschiedene Mosaikböden aus der römischen Kaiserzeit, die aus Volterra und Segalari stammen. Hinzu kommt eine Münzsammlung mit seltenen etruskischen Münzen aus Gold, Silber und Bronze. Schließlich sind noch mit Edelsteinen verzierte etruskische und römische Schmuckstücke zu sehen.
Wichtig ist die Sammlung der seit 1982 im Minucci-Solaini-Palast untergebrachten „Pinacoteca“ mit der berühmten Kreuzesabnahme (1521), dem Meisterwerk des Malers Rosso Fiorentino, und den bedeutendsten Arbeiten von Taddeo di Bartolo, Domenico Ghirlandaio und Luca Signorelli, welche die künstlerischen Einflüsse aus Pisa, Florenz und Siena anschaulich machen.
Im April 2003 wurde im Turmhaus des Palazzo Minucci-Solaini das Ecomuseo dell’Alabastro eröffnet, in dem die Geschichte der Gewinnung und der Verarbeitung von Alabaster seit der Antike bis zur Gegenwart dargestellt ist.
Volterra in der Literatur
Volterra ist eine wichtige Stadt in Stephenie Meyers „Biss“-Serie. Dort ist Volterra die Heimatstadt der Volturi, einer königlichen Vampirfamilie.
Volterra spielt auch in der von Dudley Pope geschriebenen Romanreihe um den britischen Marineoffizier Nicolas Ramage eine Rolle. Im ersten Band rettet er während der Napoleonischen Kriege die Marchesa von Volterra vor den französischen Besatzungstruppen. Er verliebt sich in sie, und ihre Herrschaft über Volterra spielt in den weiteren Bänden eine wichtige Rolle. Auch ihr Neffe, Paolo Orsini, nächster in der Erbreihenfolge der Regentschaft, kommt in den meisten Romanen vor, da er als Fähnrich unter Ramages Kommando segelt.
(Wikipedia)
Chiricahua National Monument is a unit of the National Park System located in the Chiricahua Mountains of southeastern Arizona. The monument was established on April 18, 1924 to protect its extensive hoodoos and balancing rocks. The Faraway Ranch, which was owned at one time by Swedish immigrants Neil and Emma Erickson, is also preserved within the monument.
Located approximately 36 miles (58 km) southeast of Willcox, Arizona, the monument preserves the remains of an immense volcanic eruption that shook the region about 27 million years ago. The thick white-hot ash spewed forth from the nearby Turkey Creek Caldera, cooled and hardened into rhyolitic tuff, laying down almost two thousand feet of dark volcanic ash and pumice, highly siliceous in nature, which eventually eroded into the natural features that we see at the monument today.
In 2008, the Chiricahua National Monument Historic Designed Landscape, covering roughly 80% of the national monument, was listed on the National Register of Historic Places.
(Wikipedia)
Das Chiricahua National Monument ist ein unter der Verwaltung des National Park Service stehendes Nationalmonument im US-Bundesstaat Arizona, das ein Gebiet mit skurrilen Felsskulpturen schützt. Es liegt rund 160 km östlich von Tucson am Übergang der Chihuahua- zur Sonorawüste und nahe der mexikanischen sowie neumexikanischen Grenze.
Die ungewöhnlichen Felsformationen des Chiricahua-Nationalmonuments resultieren aus einer Serie von gewaltigen Vulkanausbrüchen am heutigen Turkey Creek, die sich vor rund 27 Millionen Jahren ereignete und das umliegende Land mit einer mehr als 600 Meter hohen Asche- und Sandschicht überzog. Nachdem sich das pyroklastische Material zu festem Tuffstein verdichte, wurde das dunkle Gestein über Jahrmillionen durch die Plattentektonik angehoben, verschoben und immer wieder gebrochen.
Winde und Wasser wuschen so lange das weichere Gestein aus dem festeren heraus, bis nur noch unzählige emporragende Gesteinsformationen übrigblieben. Teilweise bildeten sich auf diese Art derart ungewöhnliche Felsformationen, dass sie die äußere Gestalt von Gegenständen oder Lebewesen annahmen oder bestimmte Situationen darstellen. Zu ihnen gehören beispielsweise die „Ente auf einem Fels“ (Duck on a Rock), der „Kamelfelsen“ (Camel Rock), die „Küssenden Felsen“ (Kissing Rocks) und die zahlreichen „balancierenden“ Felsen (Balanced Rocks).
Das im gleichnamigen Gebirge befindliche Chiricahua-Nationalmonument wurde im Jahr 1924 gegründet und umfasst eine Fläche von rund 50 Quadratkilometern. Der Bonita Canyon Drive, an dem auch ein kleinerer Campingplatz liegt, verbindet das Besucherzentrum mit dem Massai Point, an dem diverse Wanderwege beginnen - darunter auch die zum Heart of Rocks (Herz der Felsen) mit den spektakulärsten Felsformationen sowie der abwechslungsreichere Echo Canyon Loop Trail (Rundweg). In der Summe stehen dem Besucher ein rund 30 km langes Streckennetz durch Felsskulpturen und Canyons offen.
(Wikipedia)
The Narrows
Zion National Park is located in the Southwestern United States, near Springdale, Utah. A prominent feature of the 229-square-mile (590 km2) park is Zion Canyon, which is 15 miles (24 km) long and up to half a mile (800 m) deep, cut through the reddish and tan-colored Navajo Sandstone by the North Fork of the Virgin River. The lowest elevation is 3,666 ft (1,117 m) at Coalpits Wash and the highest elevation is 8,726 ft (2,660 m) at Horse Ranch Mountain. Located at the junction of the Colorado Plateau, Great Basin, and Mojave Desert regions, the park's unique geography and variety of life zones allow for unusual plant and animal diversity. Numerous plant species as well as 289 species of birds, 75 mammals (including 19 species of bat), and 32 reptiles inhabit the park's four life zones: desert, riparian, woodland, and coniferous forest. Zion National Park includes mountains, canyons, buttes, mesas, monoliths, rivers, slot canyons, and natural arches.
Human habitation of the area started about 8,000 years ago with small family groups of Native Americans; the semi-nomadic Basketmaker Anasazi (300 CE) stem from one of these groups. In turn, the Virgin Anasazi culture (500 CE) developed as the Basketmakers settled in permanent communities. A different group, the Parowan Fremont, lived in the area as well. Both groups moved away by 1300 and were replaced by the Parrusits and several other Southern Paiute subtribes. Mormons came into the area in 1858 and settled there in the early 1860s. In 1909 the President of the United States, William Howard Taft, named the area a National Monument to protect the canyon, under the name of Mukuntuweap National Monument. In 1918, however, the acting director of the newly created National Park Service changed the park's name to Zion, the name used by the Mormons. According to historian Hal Rothman: "The name change played to a prevalent bias of the time. Many believed that Spanish and Indian names would deter visitors who, if they could not pronounce the name of a place, might not bother to visit it. The new name, Zion, had greater appeal to an ethnocentric audience." The United States Congress established the monument as a National Park on November 19, 1919. The Kolob section was proclaimed a separate Zion National Monument in 1937, but was incorporated into the park in 1956.
The geology of the Zion and Kolob canyons area includes nine formations that together represent 150 million years of mostly Mesozoic-aged sedimentation. At various periods in that time warm, shallow seas, streams, ponds and lakes, vast deserts, and dry near-shore environments covered the area. Uplift associated with the creation of the Colorado Plateaus lifted the region 10,000 feet (3,000 m) starting 13 million years ago.
(Wikipedia)
The Narrows is the narrowest section of Zion Canyon in Zion National Park, Utah, United States. Situated on the North Fork of the Virgin River and upstream of the main canyon, The Narrows is one of the premier hikes in the park and on the Colorado Plateau. The Narrows refers to both the 3.6-mile (5.8 km) bottom-up hike from the Temple of Sinawava to Big Springs, as well as the 16-mile (26 km) top-down hike from Chamberlain's Ranch back to the Temple of Sinawava.
Mormon Pioneer and Explorer Nephi Johnson was guided to Zion Canyon in November, 1858 by a friendly Paiute Indian, and was probably the first European-American to see The Narrows. Soon after, in 1861 and 1862, the towns of Virgin and Springdale, just south of Zion Canyon, were founded. The next year, Isaac Behunin built a cabin in upper Zion Canyon for summer farming.
The Narrows was first descended (and named) in 1872 by geologist and explorer Grove Karl Gilbert as part of the Wheeler Survey. His party traveled from Navajo Lake through the Narrows to Zion Canyon and Springdale on horseback. John Wesley Powell had traversed the nearby Parunaweap Canyon (the East Fork of the Virgin) earlier in the same year.
From when Zion became a National Park (1919), tourists were guided up the Narrows on horseback well into the 1960s. The through-hike of The Narrows became popular starting in the late 1960s.
The Virgin River runs south through upland aspen forest from near Navajo Lake at 9,200 feet (2,800 m) elevation, 11 miles (18 km) to Chamberlain's Ranch, 5,900 feet (1,800 m) where the through-hike of The Narrows starts. The river turns west and a gorge starts to form within 2 miles (3.2 km). By the time the North Fork enters Zion National Park, 5 miles (8 km) from Chamberlain's Ranch, the gorge is 500 feet (150 m) deep. three and a half miles (5.6 km) further, at the confluence with Deep Creek, the gorge is 1,300 feet (400 m) deep, and the combined river turns south. The gorge from here is continuous and has vertical sandstone walls from 40 to 100 feet (12 to 30 m) apart, with pockets of forest on both sides. From Deep Creek to Big Spring is 2.7 miles (4.3 km). At Big Spring, the canyon narrows again, and the true Narrows begin. For most of the next 3.6-mile (5.8 km) stretch to the Mouth of the Narrows, the river runs wall to wall, with vertical sandstone cliffs on both sides. A mile (1.6 km) south of the Mouth of the Narrows is the Temple of Sinawava, where the river enters main Zion Canyon, a flat-floored, quarter- to half-mile-wide (400 to 800 m) canyon with sandstone mountains on each side, their summits 2,400 feet (730 m) above. Eight miles (13 km) further south, where the canyon widens again, is the town of Springdale and the southern boundary of Zion National Park.
Hiking The Narrows is arguably the quintessential Zion experience. The Narrows can be hiked either as a top-down through-hike from Chamberlain Ranch to the Temple of Sinawava, or as an up-and-back bottom-up hike from the Temple of Sinawava. Hiking is done largely in the river as, for a third of the route, the river runs canyon wall to canyon wall. Water levels change from season to season; most hikers will wade at least waist-deep and many will swim a few short sections.
The Narrows hike from the bottom up starts at the Temple of Sinawava and ends as far as Big Springs at the 4.3-mile mark. As opposed to the top-down Narrows hike, this hike does not require a permit. Around the first bend is Mystery Falls, the exit point for Mystery Canyon. At the 2.5-mile point is Orderville Canyon, beyond which lies the Wall Street section of the Narrows, named after the sheer cliff walls surrounding the trail. After this section, the water gets periodically deeper and may require swimming in certain areas. One will need to negotiate a series of boulders at the 4-mile mark, and reach Big Springs at the 4.3-mile mark, where one is required to turn around. The entire hike up to Big Springs is 8.6 miles and may require up to 8 hours.
The through-hike can be done in a day or as a two-day backpack trip. Chamberlain's Ranch is accessed by the dirt North Fork Road east of the Park, and is situated in a rolling forest of aspen and scrub oak. No sign of the gorge ahead can be seen from the ranch. The hiker proceeds down the river and into an ever-deepening gorge, eventually getting to The Narrows and ending at the Temple of Sinawava. The hike is 16 miles (26 km) long and is very tiring because it is in the river itself. Permits are required before hiking the Narrows from the top and can be obtained at the Zion National Park Wilderness Desk. Reservations should be made ahead of time as permits can be difficult to get during the summer months.
Hiking in the river is strenuous. The water is often murky and the bottom of the river is covered with rocks about the size of bowling balls. This makes proper footwear and bringing in trekking poles or a walking stick essential. The Narrows may be closed in the spring due to flooding while the snow melts off the upland areas to the north if the flow rate is higher than 120 cubic feet per second (3.4 m3/s). Thunderstorms can cause The Narrows to flash flood during the summer. Rain showers upriver can cause flash floods in the canyon without it raining over the canyon itself. Thus, hikers should exercise caution when hiking The Narrows during rainy periods as the winding canyon and sheer walls make approaching flash floods all the more sudden and difficult to evade.
(Wikipedia)
Der Zion-Nationalpark befindet sich im Südwesten Utahs an der Grenze zu Arizona. Er hat eine Fläche von 579 km² und liegt zwischen 1128 m (Coalpits Wash) und 2660 m Höhe (Horse Ranch Mountain). 1909 wurde das Gebiet des Canyons zum Mukuntuweap National Monument ernannt, seit 1919 besitzt es den Status eines Nationalparks. Der Park wurde 1937 um den Kolob Canyon erweitert.
Zion ist ein altes hebräisches Wort und bedeutet so viel wie Zufluchtsort oder Heiligtum, das oft von den mormonischen Siedlern in Utah benutzt wurde. Innerhalb des Parks befindet sich eine schluchtenreiche Landschaft mit zahlreichen Canyons, von denen der Zion Canyon und der Kolob Canyon die bekanntesten sind. Die Canyons sind aus 170 Millionen Jahre altem braunen bis orangeroten Sandstein der Navajo-Formation entstanden. Der Park liegt an der Grenze zwischen dem Colorado-Plateau, dem Great Basin und der Mojave-Wüste. Durch seine besondere geografische Lage existiert im Park eine Vielzahl an unterschiedlichen Lebensräumen mit vielen verschiedenen Pflanzen und Tieren.
(Wikipedia)
Die Zion Narrows (Zion-Engpässe) sind eine Folge von engen Canyons des Virgin Rivers im Zion-Nationalpark im US-Bundesstaat Utah. Die Felsdurchbrüche durch den weichen Navajo-Sandstein haben eine Länge von rund 26 km und sind bei Niedrigwasser passierbar.
Der Virgin River entsteht aus zwei Quellflüssen, dem East Fork Virgin und dem North Fork Virgin. Die Narrows werden vom North Fork Virgin gebildet, der im Kane County in Utah in 2800 m Höhe entspringt und zunächst in westlicher Richtung fließt. Nach etwa 18 km erreicht der Fluss die Chamberlain’s Ranch, dem Einstieg zum Trail durch den Canyon. Nach drei Kilometern passiert er die Grenze zum Zion-Nationalpark und bildet hier eine 150 m tiefe Schlucht. In diesem Bereich gibt es etwa 3,5 m hohe Wasserfälle, die North Fork Falls. Sechs Kilometer weiter an der Einmündung des Deep Creeks ist die Schlucht schon 400 m tief und der Fluss biegt nach Süden. Ab hier wird der Canyon flacher und breiter, die Sandsteinwände sind nur noch 10 bis 30 Meter hoch und weisen an beiden Seiten Baumbestand auf. Nach weiteren vier Kilometern bei Big Spring verengt sich der Canyon erneut, die Wände werden höher und die eigentlichen Narrows beginnen. Von Westen her mündet der nur zeitweilig Wasser führende Orderville Canyon in die Narrows. Der Canyon bildet jetzt beiderseits des Flusses senkrechte Sandsteinfelsen und endet nach sechs Kilometern und zahlreichen Biegungen. Zwei Kilometer südlich passiert der Fluss den Temple of Sinawava und erreicht den 400 bis 800 m breiten Zion-Canyon mit hohen Sandsteinformationen an beiden Seiten, die eine Höhe bis zu 730 m über dem Canyonboden erreichen.
Als im Tertiär große Seen den nordamerikanischen Kontinent bedeckten, bildeten sich sedimentäre Ablagerungen unterschiedlicher Mächtigkeit, darunter bevorzugt der Navajo-Sandstein. Dieser leuchtet je nach Lichtverhältnissen gelblich, orange, rot bis violett. Das gesamte Gebiet im südwestlichen Utah gehört zum Grand Staircase, dessen bedeutendste Schicht aus weichem Navajo-Sandstein besteht und verantwortlich für die zahlreichen Canyons in dieser Gegend ist. Die darunter liegende härtere Kayenta-Schicht verhindert ein weiteres Abtragen des Canyonbodens.
Der Navajo-Sandstein ist relativ porös und durchlässig. Die Kayenta-Formation dagegen ist weniger undicht. Regen- und Schmelzwasser sickert langsam vom Canyonrand nach unten, bis es auf die undurchlässige Kayenta-Formation trifft und seitwärts abgeleitet wird. Schließlich tritt es am Fuß der Sandsteinwand als Quelle oder Sickerwasser nach außen. Derartige Quellen und Sickerstellen sind häufig im Zion-Nationalpark anzutreffen. Diese sind typischerweise alkalisch und enthalten einen beträchtlichen Anteil von gelöstem Kalzium und anderen Mineralien. Sie bilden Felsablagerungen, die Tuffstein genannt werden und sehr häufig am Flussufer und höher am Fels anzutreffen sind. Überall im Zion-Canyon sind die Quellen und Sickerstellen verantwortlich für die üppigen Hängenden Gärten, wie bei Weeping Rock.
Der North Fork des Virgin Rivers entspringt bei Cascade Falls im Cedar Breaks National Monument in rund 2800 m Höhe. Zusammen mit seinen Nebenflüssen führt er auf seinem Weg nach Südwesten massenhaft Sedimente mit sich, die in den Narrows und weiter flussabwärts ablagert werden, sogar bis zum 300 m tiefer liegenden Lake Mead in etwa 320 km Entfernung. Dabei verursacht normales Flusswasser nur 10 Prozent der Erosion, während Hochwasser (Flashfloods) im Frühjahr und Starkregen bei Gewittern 90 Prozent ausmachen.
Etwa 16 km südlich der Nordgrenze des Nationalparks beginnen die Narrows, eine beeindruckende Schlucht, die der Fluss tief in den Navajo-Sandstein geschnitten hat. Die Erosion des relativ weichen Sandsteins ist 1,5 km oberhalb der Einmündung des Orderville Canyons besonders spektakulär. Hier hat die Schlucht teilweise nur eine Breite von fünf Metern am Canyonboden und eine Höhe von rund 300 Metern.
Die Anasazi bewohnten das Gebiet von etwa 500 bis 1200 n. Chr. und hinterließen Felswohnungen und Felsmalereien im gesamten Nationalpark. Danach lebten hier Angehörige der südlichen Paiute, einem Indianerstamm aus dem Kulturareal des Großen Beckens. Heute kommen Paiute-Indianer gelegentlich aus religiösen Gründen in den Park, aber auch, um seltene Pflanzen zu sammeln. Der Mormone Nephi Johnson wurde im Jahr 1858 von einem Paiute-Indianer zum Zion-Canyon geführt und war vermutlich der erste Weiße, der die Narrows zu Gesicht bekam. 1861 und 1862 wurden die Orte Virgin und Springdale südlich des heutigen Nationalparks von Mormonen gegründet. Im folgenden Jahr errichtete Isaac Behunin eine Hütte im oberen Zion Canyon, um dort im Sommer eine Farm zu bewirtschaften und wurde der erste weiße Siedler im Canyon. Nach 1863 besiedelten zahlreiche weitere Farmer den Canyon. Im frühen 20. Jahrhundert betrieb David Flanigan ein Transportsystem im Canyon, um Holz aus den Wäldern in der Höhe zum rund 650 m tieferen Canyonboden zu schaffen.
1872 erforschten John Wesley Powell und der Geologe Grove Karl Gilbert vom Grand Canyon kommend die gesamte Region, die sie im Auftrag der US-Regierung untersuchten und kartographierten. Sie passierten als erste zu Pferde die Narrows und nannten den Zion-Canyon Mukuntuweap (gerader Canyon), da sie dachten, es wäre der Paiuteausdruck für diesen Canyon. 1909 unterzeichnete Präsident William Howard Taft eine Proklamation zum Schutz des Zion-Canyons und der Umgebung. Die erste Straße zum Zion-Canyon wurde im Jahr 1917 eröffnet. Unter der Regierung von Präsident Woodrow Wilson wurde das Schutzgebiet vergrößert, 1918 in Zion National Monument umbenannt und erhielt ein Jahr später den Status eines Nationalparks. In den frühen Jahren des Tourismus zum Zion-Nationalpark konnten die Besucher die Narrows zu Pferde durchqueren. Ab 1960 wurde das Wandern auf dem Riverside Trail durch die Narrows populär.
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Italien / Toskana - Volterra
Volterra (Italian pronunciation: [volˈtɛrra]; Latin: Volaterrae) is a walled mountaintop town in the Tuscany region of Italy. Its history dates from before the 8th century BC and it has substantial structures from the Etruscan, Roman, and Medieval periods.
History
Volterra, known to the ancient Etruscans as Velathri or Vlathri and to the Romans as Volaterrae, is a town and comune in the Tuscany region of Italy. The town was a Bronze Age settlement of the Proto-Villanovan culture, and an important Etruscan center (Velàthre, Velathri or Felathri in Etruscan, Volaterrae in Latin language), one of the "twelve cities" of the Etruscan League.
The site is believed to have been continuously inhabited as a city since at least the end of the 8th century BC. It became a municipium allied to Rome at the end of the 3rd century BC. The city was a bishop's residence in the 5th century, and its episcopal power was affirmed during the 12th century. With the decline of the episcopate and the discovery of local alum deposits, Volterra became a place of interest of the Republic of Florence, whose forces conquered Volterra. Florentine rule was not always popular, and opposition occasionally broke into rebellion. These rebellions were put down by Florence.
When the Republic of Florence fell in 1530, Volterra came under the control of the Medici family and later followed the history of the Grand Duchy of Tuscany.
Culture
The main events that take place during the year in Volterra are
Volterra gusto
Volterra arte
Volterra teatro
Main sights
Roman Theatre of Volterra, 1st century BC, excavated in the 1950s
the Roman amphitheatre was discovered in 2015 and has been excavated over the succeeding years
Piazza dei Priori, the main square, a fine example of medieval Tuscan town squares
Palazzo dei Priori, the town hall located on Piazza dei Priori, construction begun in 1208 and finished in 1257
Pinacoteca e museo civico di Volterra (Art Gallery) in Palazzo Minucci-Solaini. Founded in 1905, the gallery consists mostly of works by Tuscan artists from 14th to 17th centuries. Includes a Deposition by Rosso Fiorentino.
Etruscan Acropolis and Roman Cistern. The acropolis on the citadel dates to the 8th century B.C., while the impressive cistern is from the 1st century B.C.
Volterra Cathedral. It was enlarged in the 13th century after an earthquake. It houses a ciborium and some angels by Mino da Fiesole, a notable wood Deposition (1228), a masterwork of Romanesque sculpture and the Sacrament Chapel, with paintings by Santi di Tito, Giovanni Balducci and Agostino Veracini. In the center of the vault are fragments of an Eternal Father by Niccolò Circignani. Also noteworthy is the Addolorata Chapel, with a terracotta group attributed to Andrea della Robbia and a fresco of Riding Magi by Benozzo Gozzoli. In the nearby chapel, dedicated to the Most Holy Name of Jesus, is a table with Christ's monogram, allegedly painted by Bernardino of Siena. The rectangular bell tower is from 1493.
Volterra Baptistery of San Giovanni, built in the second half of the 13th century.
Fortezza Medicea (Medicean Fortress), built in the 1470s, now a prison housing the noted restaurant, Fortezza Medicea restaurant.
Guarnacci Etruscan Museum, with thousands of funeral urns dating back to the Hellenistic and Archaic periods. Main attractions are the bronze statuette "Ombra della sera" (lit. '"Shadow of the Night"'), and the sculpted effigy, "Urna degli Sposi" (lit. '"Urn of the Spouses"') of an Etruscan couple in terra cotta.
The Etruscan Walls of Volterra, including the well-preserved Walls of Volterra (3rd-2nd centuries BC), and Porta Diana gates.
The Medici Villa di Spedaletto, outside the city, in direction of Lajatico
There are excavations of Etruscan tombs in the Valle Bona area.
Volterra Psychiatric Hospital, Founded in 1888 until 1978, it was reopened for public and will be once more used for psychiatric purposes.
In popular culture
Volterra features in Horatius, a poem by Lord Macaulay.
Linda Proud's A Tabernacle for the Sun (2005), the first volume of The Botticelli Trilogy, begins with the sack of Volterra in 1472. Volterra is the ancestral home of the Maffei family and the events of 1472 lead directly to the Pazzi Conspiracy of 1478. The protagonist of the novel is Tommaso de' Maffei, half brother of one of the conspirators.
Volterra is an important location in Stephenie Meyer's Twilight series. In the books, Volterra is home to the Volturi, a clan of rich, regal, powerful ancient vampires, who essentially act as the rulers of the world's vampire population. (However, the relevant scenes from the movie were shot in Montepulciano.)
Volterra is the site of Stendhal's famously disastrous encounter in 1819 with his beloved Countess Mathilde Dembowska: she recognised him there, despite his disguise of new clothes and green glasses, and was furious. This is the central incident in his book On Love
Volterra is mentioned repeatedly in British author Dudley Pope's Captain Nicholas Ramage historical nautical series. Gianna, the Marchesa of Volterra and the fictional ruler of the area, features in the first twelve books of the eighteen-book series. The books chart the progress and career of Ramage during the Napoleonic wars of the late eighteenth and early nineteenth century, providing readers with well-scripted articulate details of life aboard sailing vessels and conditions at sea of that time.
Volterra is the site where the novel Chimaira by the Italian author Valerio Massimo Manfredi takes place.
Valerio Massimo Manfredi's The Ancient Curse is also set in Volterra, where a statue called 'The Shade of Twilight' is stolen from the Volterra museum.
Volterra is featured in Jhumpa Lahiri's 2008 collection of short stories Unaccustomed Earth. It is where Hema and Kaushik, the protagonists of the final short story "Going Ashore," travel before they part.
Volterra is featured in Luchino Visconti's 1965 film Vaghe stelle dell'Orsa, released as Sandra (Of a Thousand Delights) in the United States and as Of These Thousand Pleasures in the UK.
Volterra's scenery is used for Central City in the 2017 film Fullmetal Alchemist (film) directed by Fumihiko Sori.
The 2016 video game The Town of Light is set in a fictionalized version of the notorious Volterra Psychiatric Hospital.
"Volaterrae" is the name given by Dan and Una to their secret place in Far Wood in Rudyard Kipling's Puck of Pook's Hill. They named it from the verse in Lord Macaulay's Lays of Ancient Rome:
From lordly Volaterrae,
Where scowls the far-famed hold
Piled by the hands of giants
For Godlike Kings of old.
Volterra and its relationship with Medici Florence features in the 2018 second season of Medici: Masters of Florence.
(Wikipedia)
Volterra, lateinisch Volaterrae, ist eine italienische Stadt mit 9980 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) in der Provinz Pisa in der Region Toskana.
Geographie
Volterra liegt etwa 50 Kilometer südlich von Pisa und 30 Kilometer vom Mittelmeer entfernt. Die Stadt gilt mit ihrem spektakulären landschaftlichen Umfeld als eine der schönsten in der Toskana.
Der Kern der heutigen Stadt liegt abgeschieden auf einem 550 m hohen Bergrücken über dem Tal der Cecina (Val di Cecina) inmitten einer kargen, zerfurchten Hügellandschaft. Die Felsabbrüche und Geröllhalden sind das Produkt jahrhundertelanger Erosion. Das Gebiet Le Balze im Nordwesten Volterras vermittelt einen beispielhaften Eindruck dieses Phänomens.
Die Stadt wird beherrscht von einer heute als Staatsgefängnis benutzten Festung der Medici, der Fortezza Medicea. Volterra ist ein Zentrum der Alabasterverarbeitung.
Zu den Ortsteilen (Frazioni) zählen Mazzolla, Montemiccioli, Saline di Volterra und Villamagna.
Die Nachbargemeinden sind Casole d’Elsa (SI), Colle di Val d’Elsa (SI), Gambassi Terme (FI), Lajatico, Montaione (FI), Montecatini Val di Cecina, Peccioli, Pomarance und San Gimignano (SI).
Geschichte
Volterra kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. entstand der Ort aus der Verbindung mehrerer kleiner etruskischer Ansiedlungen, deren Bestand bis ins 7. Jahrhundert v. Chr. zurückverfolgt werden kann. Zu dieser Zeit bauten die Etrusker eine sieben Kilometer lange Ringmauer und nannten die nunmehr vereinigte Stadt Velathri.
Volterra war eine der ältesten und größten der zwölf Bundesstädte Etruriens. Später war es eine römische Stadt mit den Rechten eines Municipiums. Ihre hohe Lage machte sie zu einer starken Festung, die Sulla im ersten Bürgerkrieg erst nach zweijähriger Belagerung 79 v. Chr. einnehmen konnte.
Im 12. und 13. Jahrhundert war Volterra eine Republik; im 14. Jahrhundert fiel es an Florenz.
Sehenswürdigkeiten
Architektonische und künstlerische Zeugnisse der verschiedenen Epochen zeugen von der wechselvollen Existenz und Bedeutung der Stadt. Einige der etruskischen Nekropolen und mittelalterlichen Kirchenmauern sind jedoch in der Vergangenheit der Erosion zum Opfer gefallen.
Am Hauptplatz der Stadt, der Piazza dei Priori, steht der älteste erhaltene Kommunalpalast der Toskana, der Palazzo dei Priori.
Von der etruskischen Stadtmauer ist als einziges Tor die Porta all’Arco gut erhalten. Es stammt aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. Im äußeren Bogen sind drei verwitterte Köpfe zu erkennen, deren Bedeutung aber umstritten ist.
Außerhalb der mittelalterlichen Porta Fiorentina liegt das Teatro Romano, erbaut zur Zeit des Kaisers Augustus. Von der Zuschauertribüne für etwa 2000 Personen blickt man auf die teilweise rekonstruierte Bühnenwand. Die unterhalb des Theaters liegenden Thermenanlagen stammen aus späterer Zeit.
Andere historische öffentliche Gebäude sind der Dom Santa Maria Assunta aus dem frühen 12. Jahrhundert mit einer Kassettendecke und mit Granit vortäuschender Stuckverkleidung der Säulen sowie etlichen künstlerisch hochrangigen Ausstattungsstücken, das oktogonale Baptisterium mit einem Taufbecken von Andrea Sansovino, der auf Privatpaläste und Wohntürme aus dem 12. und 13. Jahrhundert zurückgehende Palazzo Pretorio sowie der als Gefängnis dienende Torre del Porcellino. Schließlich gehört der Palazzo Incontri-Viti zu den prachtvollsten Gebäuden Volterras.
Unter den Kirchen sind zu nennen: die spätromanische S. Michele sowie die Kirchen von S. Francesco, S. Lino und S. Girolamo mit Bildern und Skulpturen aus der Schule von Florenz.
Museen
Von besonderer Bedeutung ist das archäologische Museo Etrusco Guarnacci im Palazzo Desideri Tangassi. Mario Guarnacci (1701–1785), ein vielseitig interessierter Gelehrter, widmete seine Studien der antiken Geschichte. Dabei konnte er durch Ankäufe und Ausgrabungen eine ansehnliche Menge Belegmaterial über die etruskische Zivilisation sammeln.
Ein bedeutender Teil der Sammlung umfasst Ascheurnen sowie Stücke aus Bronze und Keramik. Die Urnen bestehen aus Tuffstein, Alabaster und Tonerde. Eine der bekanntesten ganz Etruriens ist die Urna degli Sposi (dt. Urne der Brautleute), auf deren Deckel ein Paar beim Festmahl liegend dargestellt ist.
Das bedeutendste Stück der Sammlung ist jedoch die Bronzefigur Ombra della sera (dt. Abendschatten). Es ist mit der Zeit zu einer „Ikone“ für das Museum und die Stadt Volterra geworden. Seine Berühmtheit verdankt es hauptsächlich seiner einzigartigen Form, die den italienischen Dichter Gabriele D’Annunzio an den Schatten einer menschlichen Figur in der Abendsonne erinnert haben soll. Es ist ein Meisterwerk etruskischer Bronzegießer aus der hellenistischen Periode. Ein weiteres bedeutendes Exponat ist die Stele des Avile Tite aus dem 6. Jahrhundert v. Chr.
Weitere Ausstellungsstücke sind verschiedene Mosaikböden aus der römischen Kaiserzeit, die aus Volterra und Segalari stammen. Hinzu kommt eine Münzsammlung mit seltenen etruskischen Münzen aus Gold, Silber und Bronze. Schließlich sind noch mit Edelsteinen verzierte etruskische und römische Schmuckstücke zu sehen.
Wichtig ist die Sammlung der seit 1982 im Minucci-Solaini-Palast untergebrachten „Pinacoteca“ mit der berühmten Kreuzesabnahme (1521), dem Meisterwerk des Malers Rosso Fiorentino, und den bedeutendsten Arbeiten von Taddeo di Bartolo, Domenico Ghirlandaio und Luca Signorelli, welche die künstlerischen Einflüsse aus Pisa, Florenz und Siena anschaulich machen.
Im April 2003 wurde im Turmhaus des Palazzo Minucci-Solaini das Ecomuseo dell’Alabastro eröffnet, in dem die Geschichte der Gewinnung und der Verarbeitung von Alabaster seit der Antike bis zur Gegenwart dargestellt ist.
Volterra in der Literatur
Volterra ist eine wichtige Stadt in Stephenie Meyers „Biss“-Serie. Dort ist Volterra die Heimatstadt der Volturi, einer königlichen Vampirfamilie.
Volterra spielt auch in der von Dudley Pope geschriebenen Romanreihe um den britischen Marineoffizier Nicolas Ramage eine Rolle. Im ersten Band rettet er während der Napoleonischen Kriege die Marchesa von Volterra vor den französischen Besatzungstruppen. Er verliebt sich in sie, und ihre Herrschaft über Volterra spielt in den weiteren Bänden eine wichtige Rolle. Auch ihr Neffe, Paolo Orsini, nächster in der Erbreihenfolge der Regentschaft, kommt in den meisten Romanen vor, da er als Fähnrich unter Ramages Kommando segelt.
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Hamburg - St. Pauli-Landungsbrücken
The St. Pauli Piers (German: St. Pauli Landungsbrücken, often only referred to as Landungsbrücken; German pronunciation: [ˈlandʊŋsˌbʀʏkn̩]), are the largest landing place in the Port of Hamburg, Germany, and also one of Hamburg's major tourist attractions. Other English language translations include St. Pauli Landing Stages or St. Pauli Landing Bridges.
The piers are located in the St. Pauli area of Hamburg, between the lower harbour and the Fischmarkt (Fish Market), on the banks of the Elbe river. The Landungsbrücken today form a central transportation hub, with S-Bahn, U-Bahn and ferry stations, and are also a major tourist magnet with numerous restaurants and departure points for harbour pleasure boats. There is an entrance to the Old Elbe tunnel at the western end of the Landungsbrücken. The eastern end of the building complex is marked by the Pegelturm (water level tower). Halfway up the tower, there is a water level indicator built into the wall, which indicates the current stage of the tides.
The first pier here was built in 1839 at what was then the edge of the harbour. It served as a terminal for steamships, which could be relatively easily filled with coal here. The pier ensured a sufficient security distance from the city, since these ships were fueled by coal which presented a fire risk. The current piers built in 1907 consist of floating pontoons, which are accessible from land by ten movable bridges.
The 688 metres (2,257 ft) long landing place originally served the passenger steamers of the overseas lines. Among others, the great Hapag-Lloyd liners landed here. Today only the HADAG ferries, harbour tour ships and motor launches, passenger ships serving the lower Elbe, and catamarans to Stade and Helgoland still travel to the piers. Ships travel from here daily to the musical island of the concert, "The Lion King".
The old piers were destroyed during the Second World War, so today's pontoons were rebuilt between 1953 and 1955. The last section destroyed in the War, between bridges 2 and 3, was not rebuilt until 1976. During the modernisation begun in 1999, the roofing and lighting were updated. Part of this modernisation is planned to include replacing bridge 7.
The terminal building, built from volcanic tuff, and the piers were constructed between 1907 and 1909 in the same location as the old Landungsbrücken. It was designed as a representative shipping station by the architectural company of Raabe & Wöhlecke for the department of river and harbour construction of the construction deputation. With its length of 205 m, its numerous gateways to the ships' piers, its domes and towers, it sets a structural accent. The architectural sculptures were created by Arthur Bock.
The complex was classified as a historical monument on 15 September 2003.
(Wikipedia)
The piers are located in the St. Pauli area of Hamburg, between the lower harbour and the Fischmarkt (Fish Market), on the banks of the Elbe river. The Landungsbrücken today form a central transportation hub, with S-Bahn, U-Bahn and ferry stations, and are also a major tourist magnet with numerous restaurants and departure points for harbour pleasure boats. There is an entrance to the Old Elbe tunnel at the western end of the Landungsbrücken. The eastern end of the building complex is marked by the Pegelturm (water level tower). Halfway up the tower, there is a water level indicator built into the wall, which indicates the
Die St. Pauli-Landungsbrücken sind eine große Anlegestelle für Fahrgastschiffe am Nordrand des Hamburger Hafens. Die Landungsbrücken liegen im Hamburger Stadtteil St. Pauli zwischen Niederhafen und St. Pauli Fischmarkt an der Elbe.
Auf der Uferseite der Landungsbrücken verläuft die Straße Bei den St. Pauli Landungsbrücken. Am westlichen Ende der Landungsbrücken befindet sich in einem separaten Bauwerk der nördliche Eingang zum Alten Elbtunnel. Den östlichen Abschluss des Gebäudekomplexes bildet der Pegelturm. Auf halber Höhe des Turmes auf der Elbseite ist oben in der Mauer ein Wasserstandsanzeiger eingelassen, der über den aktuellen Stand der Tide informiert. In seiner zweiten Funktion ist der Pegelturm auch Uhren- und Glockenturm. Das Zifferblatt ist weithin sichtbar. Die Glocke erklingt zur vollen und halben Stunde.
Der Bahnhof Hamburg Landungsbrücken besteht aus einer U-Bahn-Station, einer S-Bahn-Station und Omnibushaltestellen und bildet so einen Verkehrsknotenpunkt in Hamburg. Die Landungsbrücken sind auch eine Touristenattraktion, da von hier aus eine interessante Sicht auf die Norderelbe, gegenüberliegende Werftanlagen und Hafenbecken sowie zur Elbphilharmonie besteht und Hafenrundfahrten unternommen werden können.
Der erste Schiffsanleger an dieser Stelle wurde 1839 errichtet. Er diente als Anlegestelle von Dampfern, die hier relativ einfach mit Kohle befüllt werden konnten. Außerdem wollte man bei diesen großen Schiffen aufgrund ihrer Kohlebefeuerung und der damit verbundenen Brandgefahr kein Risiko eingehen und einen ausreichenden Sicherheitsabstand gewährleisten. Der heutige, ab 1907 errichtete Schiffsanleger besteht aus schwimmenden Pontons, die über neun bewegliche Brücken vom Festland aus zugänglich sind. Die 688 m lange Anlegestelle diente ursprünglich den Personendampfern der Überseelinien als Anlegestelle. Unter anderem legten hier die großen HAPAG-Linienschiffe an.
Der alte Schiffsanleger wurde im Zweiten Weltkrieg bei der Operation Gomorrha zerstört, so dass die heutigen Pontons während des Wiederaufbaus von 1953 bis 1955 entstanden sind. Das letzte im Krieg zerstörte Teilstück zwischen den Brücken 2 und 3 wurde erst 1976 neu erbaut. Im Rahmen einer 1999 begonnenen Modernisierung wurden die Überdachung und die Beleuchtung neu gestaltet. Im Zusammenhang mit dieser Maßnahme ist auch der Austausch von Brücke 7 vorgesehen.
Aktuell wird der Schiffsanleger genutzt von Hafenfähren der HADAG, Hafenrundfahrtschiffen und Barkassen, Passagierschiffen im Unterelbedienst sowie die Katamarane nach Helgoland. Täglich pendeln von hier aus auch Schiffe zum gegenüberliegenden Theater im Hafen Hamburg.
Am östlichen Ende der Anlage ist dauerhaft das Dreimast-Segelschiff Rickmer Rickmers festgemacht, das auch an Deck besichtigt werden kann.
Gegenüber dem östlichen Ende der Landungsbrücken befindet sich annähernd in deren Fluchtlinie die Überseebrücke auf einer eigenständigen Pontonanlage, diese war vormals der Anleger für Passagierschiffe von und nach Häfen im Ausland. Hier ist auch dauerhaft das Fracht-Motorschiff Cap San Diego als Museumsschiff festgemacht.
Das spätere, erweiterte uferseitige Abfertigungsgebäude wurde von 1907 bis 1909 aus Tuffstein zugleich mit dem schwimmenden Schiffsanleger an der Stelle der alten Landungsbrücken errichtet. Es wurde von der Architektengemeinschaft Raabe & Wöhlecke für das Amt für Strom- und Hafenbau der Baudeputation als ein repräsentativer Schiffsbahnhof gestaltet. Mit seiner Länge von 205 m und mit seinen zahlreichen Durchgängen bzw. "Brücken" zu den Schiffsanlegern sowie Kuppeln und Türmen setzt es deutliche bauliche Akzente. Die Bauplastiken stammen von Arthur Bock. An der Nordseite des Pegelturms befindet sich neben der Türumrahmung ein Relief mit der Inschrift „Wohr Di, wenn de Blanke Hans kummt“.
Die Gesamtanlage wurde am 15. September 2003 unter Denkmalschutz gestellt.
(Wikipedia)
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Schloss Schwetzingen ist ein Schloss in Schwetzingen, das vor allem den pfälzischen Kurfürsten Karl Philipp und Karl Theodor als Sommerresidenz diente. Bekannt ist in erster Linie der im 18. Jahrhundert angelegte Schlossgarten. Jährlich finden im Schloss die Schwetzinger Festspiele und alle zwei Jahre das Lichterfest statt.
Inhaltsverzeichnis
1 Geschichte
2 Weltkulturerbe
3 Schloss
3.1 Innenräume
3.2 Zirkelbauten
3.3 Theater
3.4 Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen
4 Garten
4.1 Französischer Garten
4.2 Englischer Garten
4.3 Arboretum
4.4 See
4.5 Bauten
4.5.1 Merkurtempel
4.5.2 Minervatempel
4.5.3 Apollotempel
4.5.4 Tempel der Waldbotanik
4.5.5 Badhaus
4.5.6 Wasserspeiende Vögel
4.5.7 Perspektiv
4.5.8 Orangerie
4.5.9 Moschee
4.5.10 Römische Wasserleitung
4.5.11 Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)
4.6 Landschaftsschutzgebiet
5 Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses
6 Siehe auch
7 Literatur
8 Film
9 Weblinks
10 Einzelnachweise
Geschichte
Das Schwetzinger Schloss wurde im Jahr 1350 zum ersten Mal als Feste urkundlich erwähnt. Es handelte sich um ein mittelalterliches Wasserschloss. 1427 kam es in den Besitz des Kurfürsten Ludwig III. In der Folgezeit wurde es mehrfach umgebaut, diente als Jagdschloss und wurde gegen Ende des Dreißigjährigen Kriegs zerstört. Kurfürst Karl Ludwig ließ das Schwetzinger Schloss für seine Geliebte Luise von Degenfeld wieder aufbauen. Während eines Besuchs im August 1656 hatte er den Einwohnern von Schwetzingen bereits befohlen, sämtlichen Schutt wegzuräumen, wobei aufgelesene Trümmerteile wie Steine, Hölzer und „altes Eisenwerk“ bei den Untertanen zur eigenen Verwendung verbleiben durften. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde das Schloss erneut zerstört, die Grundmauern blieben allerdings stehen.
Karl Philipp
Karl Theodor
Seine heutige Form erhielt das Schloss auf Befehl des Kurfürsten Johann Wilhelm, der in Düsseldorf regierte. Dieser ließ es unter Leitung des Grafen Matteo Alberti – der Erbauer des Schlosses Bensberg – von dem Heidelberger Baumeister Johann Adam Breunig umbauen und durch zwei Flügelbauten wesentlich vergrößern. Das Bauwerk wurde in mehreren Bauabschnitten ab dem Jahre 1697 errichtet und ausgebaut. Im Jahr 1752 wurde eine Gartenerweiterung auf dem damals rund 70 Hektar großen Areal vorgenommen. Im gleichen Jahr wurde auch das Schlosstheater eröffnet. Obwohl das Schloss seit der Verlegung der Residenz des Kurfürsten Karl Theodor von Mannheim nach München im Jahr 1778 kaum mehr benutzt wurde, wurde in der Folgezeit am Garten weiter gearbeitet.
Unter Karl Theodor war Schwetzingen Sommerresidenz: Die Hofhaltung wurde in den warmen Monaten von Schloss Mannheim nach Schloss Schwetzingen verlegt. Die Schlichtheit der Wohnungen des Kurfürstenpaares und eine größere Informalität der Umgangsformen waren Ausdruck eines vorgeblich einfacheren, unbeschwerten „Lebens auf dem Lande“.
An der künstlerischen Ausgestaltung von Schloss und Garten waren nahezu alle am Hof in Mannheim beschäftigten Künstler beteiligt. Dazu gehörten Alessandro Galli da Bibiena und Peter Anton von Verschaffelt. Der Lothringer Nicolas de Pigage war Intendant der Gärten und Wasserkünste sowie der bestimmende Architekt in der Karl-Theodor-Zeit. Pigage erweiterte den Garten in allen Stilwandlungen der Zeit. Der Zweibrücker Hofgärtner Johann Ludwig Petri plante das Hauptparterre und den Zirkel des französischen Gartens. Der erste Hofgärtner, van Wynder, wurde aus Kassel nach Schwetzingen berufen.
Der zweite Hofgärtner war Johann Wilhelm Sckell, ein Hauptmitarbeiter Pigages. Sein Sohn Friedrich Ludwig Sckell wurde 1804 nach München berufen, wo er den Englischen Garten anlegte. Der erste badische Gartenbaudirektor war Johann Michael Zeyher, der den Flieder in Schwetzingen einführte.
Schloss Schwetzingen zählt heute zu den landeseigenen Monumenten und wird von der Einrichtung Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg betreut. Der Garten ist gegen Eintritt öffentlich zugänglich, Schloss und Theater können im Rahmen von Führungen besichtigt werden.
Weltkulturerbe
Im September 1999 meldete Deutschland Schwetzingen in der bei der UNESCO geführten sogenannten Tentativliste als potentielle Welterbestätte an.[1] Ein dortiger Eintrag ist die Voraussetzung dafür, dass zu einem späteren Zeitpunkt ein Antrag auf Verleihung eines entsprechenden Prädikats, in diesem Fall des Weltkulturerbes, gestellt werden kann. Dies geschah dann auch im Jahre 2007. Der Antrag umfasste einen Kernbereich von Schloss und Schlossgarten, den vorgelagerten Schlossplatz, das Ysenburgsche Palais sowie die Sichtachsen der Carl-Theodor- und der Lindenstraße. Hinzu kam eine zusätzliche Pufferzone, die weitere Teile der Stadt einbezog.[2]
Im Juni 2009 wurde der Antrag aufgrund eines negativen Votums des ICOMOS wieder zurückgenommen und infolgedessen im Laufe des folgenden Herbstes überarbeitet. Der ursprüngliche Ansatz, das freimaurerische und aufklärerische Wirken Carl-Theodors begleitend zu betonen, wurde zurückgefahren, stattdessen die künstlerische und musische Bedeutung von Schloss und Stadt hervorgehoben. Außerdem wurde der Kernbereich geringfügig erweitert.[2] Im Januar 2010 wurde der Neuantrag eingereicht.[3] Im März 2010 setzte die Kultusministerkonferenz Schwetzingen erneut auf die deutsche Nominierungsliste, diesmal für 2011.[4][5] Der als Entscheidungsgrundlage dienende Bewertungsbericht der ICOMOS vom Mai 2012 empfahl jedoch abermals, die Anlage nicht aufzunehmen. Negativ wurde insbesondere bewertet, dass es von dieser Art von Schlössern und Gärten schon elf, beispielsweise in Dessau, in Brühl oder in Potsdam und Berlin, und damit eigentlich deren genügend auf der Welterbeliste gebe. Eine besondere Stellung Schwetzingens habe nicht erkannt werden können.[6] Das Welterbekomitee stimmte dem ICOSMOS-Votum zwar mehrheitlich nicht zu, behandelte den Schwetzinger Antrag aber auch nicht, sondern empfahl stattdessen, einen neuen, abermals überarbeiteten Entwurf vorzulegen. Ob es dazu kommt, ist fraglich.[7][8][9] Über einen erneuten Versuch wurde nichts bekannt.
Schloss
Plan von Schwetzingen (um 1840)
Eine Anfahrt aus Heidelberg liegt auf der geraden Verbindung vom Königstuhl nach Schwetzingen. Die Trasse ist von erhöhter Position aus in der Landschaft noch gut erkennbar, aber nicht durchgehend befahrbar. Vom Königstuhl aus gesehen läuft diese Linie hinter dem Schloss weiter auf die Kalmit zu.
Vom Schwetzinger Schlossplatz gelangt man in den Ehrenhof. In den beiden ehemaligen Wachhäuschen am Schlosstor befinden sich heute ein Museumsladen und ein Café. Der Hof wird links und rechts von symmetrischen Wirtschaftsgebäuden flankiert. In der Mitte, an der Westseite, befindet sich das Corps de Logis, der Wohnbau des Schlosses.
Innenräume
In einer langwierigen Restaurierung der Jahre 1975–1991 wurden die Innenräume des Schlosses wiederhergestellt und mit authentischen Möbeln des 18. Jahrhunderts eingerichtet. In der Beletage verdeutlichen im Rahmen eines Schlossmuseums die Gesellschaftsräume, die Wohnung des Kurfürsten und die Wohnung der Kurfürstin das Funktionsprofil des Schlosses in der Karl-Theodor-Zeit.
Von besonderem kunstgeschichtlichen Rang sind die Räume der in badischer Zeit ab 1803 umgestalteten Wohnung der Reichsgräfin Luise Karoline von Hochberg im zweiten Obergeschoss aufgrund der vorzüglich erhaltenen Handdrucktapeten (1804) der Firma Zuber et Cie in Rixheim (Compagniezimmer mit Alpenpanorama „Vues de Suisse“, Schlafzimmer, Grand Cabinet).
Zirkelbauten
Nördlicher Zirkelbau
Südlicher Zirkelbau
Die Zirkelbauten sind zwei eingeschossige, dank hoher Fenstertüren mit unmittelbarem Gartenzugang versehene Werksteinbauten, die sich seitlich an das Schloss zu einem Halbrund anschließen und das kreisrunde Gartenparterre gemeinsam mit dem Halbkreis der Wandelgänge aus Lattenwerk umfangen. Der nördliche Zirkelbau wurde in den Jahren 1748/1749 von Alessandro Galli da Bibiena erbaut, der südliche im Jahr 1753 von Franz Wilhelm Rabaliatti. Die Zirkelbauten wurden für die Hofgesellschaften (Speisetafel, Spiele und Konzerte, Bälle) genutzt. Solche zusätzlichen, repräsentativen Räumlichkeiten waren angesichts der beengten Verhältnisse im alten Wohnbau des Schlosses unverzichtbar. Heute werden die Zirkelbauten als Schlossrestaurant, Café und Theaterfoyer sowie für Konzerte und Ausstellungen genutzt.
Theater
→ Hauptartikel: Schlosstheater Schwetzingen
Das kurfürstliche Hoftheater im frühklassizistischen Stil (oft fälschlich „Rokokotheater“ genannt) wurde am 15. Juni 1753 mit Oper Il figlio delle selve („Der Sohn der Wälder“) von Ignaz Holzbauer eröffnet. Hier wirkten Sänger, Instrumentalisten und Komponisten von internationalem Rang, darunter die Vertreter der Mannheimer Schule. Nachdem Karl Theodor seine Residenz nach München verlegt hatte, fanden nur noch gelegentliche Aufführungen in Schwetzingen statt, wenn der Kurfürst dort zu Besuch war. Auch in der badischen Zeit wurde das Theater nur selten benutzt. Es verfiel und konnte nicht mehr bespielt werden. 1936/37 und 2002/03 wurde das Theater völlig renoviert. Die Brüstungen der leicht ansteigenden Logenränge haben im Grundriss die Form einer Lyra. Die Pfeiler sind reich verziert und von Korbbögen überbrückt, die die Wirkung des Raumes vertiefen.
Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen
Im südlichen Flügel des Schlosses sind seit ihrer Gründung 1953 die Fachhochschule Schwetzingen – Hochschule für Rechtspflege bzw. deren Vorgängereinrichtungen untergebracht. Aufgrund umfangreicher Umbau- und Renovierungsarbeiten wurde der Studienbetrieb seit September 2009 in ein Ausweichquartier nach Mannheim-Wohlgelegen verlegt.
Garten
Parterre
Der Schwetzinger Schlossgarten gliedert sich in einen Französischen Garten und einen Englischen Garten. Bei der kunsthistorischen Interpretation des Gartens wird auch unterschieden zwischen dem „Garten der Allegorien“, also jener Gartenteil, in welchem ohne tiefere Bedeutung allegorische Figuren stehen, und dem „Garten der Vernunft“. Zum „Garten der Vernunft“ zählen Minervatempel, Merkurtempel, Moschee, Apollotempel, Tempel der Botanik, das römische Wasserkastell sowie das Arboretum, also jene Gartenteile, in denen im Sinne aufklärerischen Denkens die Vernunft gefeiert wird. Der Schwetzinger Schlossgarten war, mit Ausnahme des Bereiches um das Badhaus, bereits in kurfürstlicher Zeit für die gesamte Bevölkerung zugänglich, damals noch ohne Eintrittsgeld. Eine Parkordnung regelte das angemessene Verhalten der Besucher.
Französischer Garten
Luftaufnahme des Barockgartens
Fontäne in der Gartenmitte
Längs der Hauptachse des Gartens blickt man nach Osten auf den Königstuhl im Odenwald und nach Westen auf die Kalmit im Pfälzerwald.
Der Barockgarten ist nach französischer Art in strengen geometrischen Formen angelegt. Die wichtigsten Elemente sind die Hauptachse, die Querachse und das Kreisrund. Der vordere Gartenteil zeigt Parterres und Boskette. Auf der Schlossterrasse befinden sich Urnen, die die vier Weltzeitalter darstellen (goldenes, silbernes, ehernes und eisernes Zeitalter). Zudem befinden sich dort zwei vergoldete Atalanten, die noch aus dem Vorgängergarten stammen. Eine Besonderheit des französischen Gartens ist die kreisförmige Anlage der zentrale Teil rund um den Arionbrunnen, das sogenannte Kreisparterre.
Der zentrale Arionbrunnen von Guibal hat eine Begebenheit der antiken Mythologie zum Thema: Arion (Arion von Lesbos) ist ein berühmter Sänger. Nach einem Wettstreit reich beschenkt, wird er auf See von den Schiffsleuten bedrängt. Er bittet, ein letztes Mal singen zu dürfen. Bei seinem Gesang erscheinen Delfine. Der Sänger stürzt sich in die Fluten und ein Delfin bringt ihn an die Küste, so dass er seinen Weg nach Korinth fortsetzen kann. Das Sternbild Delphin wird in manchen Überlieferungen als der von den Göttern ans Firmament entrückte Arion auf dem Delfin gedeutet.
Abgeschlossen wird der französische Garten durch die Darstellung einer Hirschjagd von Verschaffelt. In unmittelbarer Nähe sind die vier Elemente in Skulpturen dargestellt.
Englischer Garten
Die westlichen und nordwestlichen Teile des Gartens wurden als englischer Landschaftsgarten gestaltet. Im Gegensatz zum französischen Garten sind hier die Wege und Uferlinien leicht geschwungen. Am unregelmäßigen Waldbereich wurde fast nichts verändert.
Arboretum
Ein Arboretum ist eine Sammlung oft exotischer Gehölze. Der Gartenbaumeister Zeyher legte diesen Garten im Jahr 1802 mit exotischen Bildern aus aller Welt an. Besonders kunstvoll ist das schmiedeeiserne, teilvergoldete Tor von Rabaliatti. Auf derselben Fläche befand sich vorher eine Fasanerie mit Tiergehegen.
See
See mit Schloss im Hintergrund
See im Winter
Gartenphaeton des Kurfürsten 1775
Schon beim Betreten des Schlossgartens sieht der Besucher auf den großen See, der den Garten abschließt. An der Stelle des Sees befand sich ursprünglich ein ummauertes Bassin, das auf Vorschlag Zeyhers im Jahr 1823 auf Befehl des Großherzogs Ludwig von Baden erweitert und in einen See mit natürlicher Uferausformung umgewandelt wurde. Zwei Skulpturen (Kopien) von Verschaffelt ruhen auf der dem Schloss zugewandten Längsseite beidseitig der Blickachse: die Flussgötter Rhein und Donau. Die Originale sind in der Orangerie zu besichtigen.
Der See und alle weiteren Gewässer werden seit Pigage von zwei Wasserwerken gefüllt, die den Leimbach als Antrieb für die Mühlräder der Pumpen nutzten. Dieser umschloss bereits die ursprüngliche Burganlage und fließt vom Kraichgau kommend in Richtung Rhein. Für die Fontänen wurde sauberes Grundwasser verwendet. Diese Pumpen befanden sich im nördlichen Schlossflügel (oberes Wasserwerk mit Hochbehälter im heutigen Finanzamt). Ein zweites Pumpwerk mit Hochbehälter, das einen gleichbleibenden Druck sicherstellte, war am Parkende hinter dem Aquädukt verborgen (unteres Wasserwerk).
Für Karl-Theodor kaufte Pigage 1775 in London einen Gartenphaeton mit Lakai-Antrieb, wozu alle Hauptwege topfeben angelegt und sogar vorzeitliche Grabhügel abgetragen wurden. Damit konnte der Kurfürst im Park herumfahren, ohne dass Pferdeexkremente die Gartenwege verschmutzten. Der Muskelkraftwagen, heute im Schloss Nymphenburg, regte den Heidelberger Studenten Karl Drais vor 1803 zur späteren Erfindung des Ur-Fahrrads an.[10]
Bauten
Im Schwetzinger Schlosspark befinden sich neben zahlreichen Statuen auch einige Bauwerke. Das Gebäudeprogramm zeigt einen philosophischen und architektonischen Bezug auf die klassische Antike und, im Falle des Moschee-Komplexes, auf den Islam und die orientalische Weisheitslehre. Neuere Forschungen wollen im Schwetzinger Garten ein freimaurerisches Programm erkennen, in dem christliche Vorstellungen eingebunden wären. Gartenbauten, Wegbeziehungen, Tore und Brücken sollten den Park nicht nur in Einzelräume unterteilen, sondern größer wirken lassen. Einen eigenen Komplex bietet das früher nur auf Einladung oder Befehl des Kurfürsten zugängliche Badhaus, ein kleines Lusthaus mit eigenem Garten und dem „Perspektiv“.
Nach Ansicht von Richard Benz führte das Erlebnis der „künstlichen Ruinen“ im Schwetzinger Schlosspark die Dichter des 18. Jahrhunderts zur Beschäftigung mit den echten Ruinen des Heidelberger Schlosses und damit zur im späten 18. Jahrhundert einsetzenden „Wiederentdeckung“ Heidelbergs.[11]
Merkurtempel
Die Lage des Tempels oberhalb des Moscheeweihers
Der Tempel von Norden
Der Tempel aus der Nähe
Relief am Tempel
In den „Parties sauvages“, den südwestlichen landschaftlichen Partien des Schwetzinger Gartens wurde bereits 1784 ein „Monument“ gegenüber der Moschee geplant. 1787/88 entstand der Ruinenbau Pigages, der erstmals 1791 dem römischen Gott Merkur zugewiesen wird. Sein kellerartiger Unterbau aus großen Sandsteinblöcken erscheint als Rest eines älteren Vorgängers. Der dreigeschossige, turmartige Merkur-Tempel aus Tuffstein besitzt ein im Grundriss sechseckiges Hauptgeschoss, darüber ein Attikageschoss und eine abschließende Laterne. Auf Merkur verweisen Reliefs aus Stuckmarmor über den Eingängen der drei gleichartigen Fassaden.
Die Deutung der Parkruine ist kontrovers: Nach überkommener Lesart steht sie für die Überwindung von Geheimlehren durch die Vernunft. Diese Lesart verweist darauf, dass der Tempel die Form eines römischen Grabmals hat. Durch drei Reliefs, die ausschließlich negative Episoden aus dem Leben des Merkur zeigen, wird dieser mit dem antiken Hermes Trismegistos, einem Symbol für Magie, gleichgesetzt. Der Aberglaube ist also gewissermaßen in seinem eigenen Tempel begraben worden. In diesem Zusammenhang wird auch betont, dass man von der Moschee über einen Weiher auf den Merkurtempel blickt. Wenn man die Moschee als Symbol für die Weisheit versteht, bedeutet dies: Der Weise muss Tod und Aberglaube nicht fürchten. Eine neue freimaurerische Interpretation hingegen sieht verborgene Verweise auf den Salomonischen Tempel und seinen Architekten Hiram Abif.
Der Merkurtempel hat die Funktion eines Aussichtspunkts, das Obergeschoss gestattet einen Blick über den See und auf die Moschee.
Minervatempel
Minervatempel
Die römische Göttin Minerva ist mehrfach im Schlossgarten dargestellt. Symmetrisch zu dem Minerva-Tempel war als Gegenstück ein Tempel des Cupido geplant, der nicht zur Ausführung kam.
Der von Pigage entworfene Tempel war 1769 vollendet. Seine viersäulige Front korinthischer Säulenordnung ist durch ein antik-römisches Vorbild angeregt, den Eingangsbau zur Portikus der Octavia. Einmalig ist die Umkehrung des Verhältnisses von Säulenhalle und Cella: Die Tempelcella wird zu einer gegenüber der Natur geöffneten Raumhülle umgedeutet, innerhalb derer sich die Säulenstellung fortsetzt.
Minerva, Göttin der Weisheit, erscheint vor der Rückwand in einem umgearbeiteten Standbild von Gabriel de Grupello. Sie ist, auch nach Ausweis des Giebelfeldes, die Göttin der friedlichen Künste und Wissenschaften, insbesondere der Gartenkunst. Die mit Marmorbänken ausgestattete Cella dient Parkbesuchern als Ruheraum, kann aber auch als imaginärer Versammlungsort derjenigen, die Weisheit erlangt haben, verstanden werden.
Unterhalb des Tempels befindet sich ein rechteckiger Raum, mit Nischen und runden Fensteröffnungen. Dieser Raum ist von außen zugänglich und zeigt Merkmale eines geheimen Versammlungsortes. Er wird von Pan regiert, wie eine Maske über der Tür anzeigt. Der Minerva-Tempel, der sich über dieser irrationalen Sphäre erhebt, wird so ein aufklärerisches Monument der gestaltenden Vernunft und der menschlichen Zivilisationsleistung.
Apollotempel
Apollotempel von Westen
Apollotempel von Westen
Lyraspielender Apollo
Apollos Rücken
Im Jahr 1762 plante man an dieser Stelle ein Belvedere. Nach dem Entwurf von Nicolas de Pigage entstand ein hoher, terrassierter Unterbau, auf dessen oberster Plattform sich ein Monopteros, ein Rundtempel mit zwölf Säulen ionischer Säulenordnung ohne Cella erhebt. Der Tempel ist dem griechischen Gott Apollo gewidmet. Die Statue des Apollo stammt von dem Bildhauer Anton von Verschaffelt. Sie zeigt den Gott beim linkshändigen Lyra-Spiel, was dem Künstler einigen Hohn eingebracht hat. In einem Briefwechsel zwischen Gleim, Wilhelm Heinse und Johannes von Müller heißt es, er stehe zwar »gar heilig« auf einer Anhöhe, »nur hat der linke Gott darin einen erbärmlichen Hintern«.
Der Apollo-Tempel krönt eine nach zwei Seiten gerichtete Anlage: Vom Eingang an der Westseite steigt der Besucher durch felsige, dunkle und verwirrende Korridore zur lichtumfluteten Plattform mit dem klassischen Monopteros empor. Aus der Sicht der Zuschauer im östlichen Heckentheater krönt der Tempel den Bühnenprospekt. Apoll erscheint als Gott der Künste und Führer der Musen auf dem Berg Helikon, wo der Hufschlag des Pegasus die Quelle Hippokrene, deren Wasser durch die Najaden über die Kaskade an die Menschen weitergegeben wird.
Tempel der Waldbotanik
Tempel der Waldbotanik
Der von Pigage entworfene Tempel der Waldbotanik – „Botanicae Silvestris“ – wurde schon 1777 geplant. Die Weiheinschrift nennt das Datum 1778, aber erst 1780 wurde der Bau fertig. Er bildet den Abschluss des „Arboretum Theodoricum“, der Baumsammlung im sogenannten Wiesentälchen. Der aufgesockelte, zylindrische Baukörper weist außen Rauputz nach Art von Eichenrinde auf. Eine Freitreppe, auf deren Wangen Sphingen wachen, führt zur Eingangstür. Innen vermittelt eine runde Öffnung von circa 20 cm Durchmesser in der Fußbodenmitte zu einem dunklen Gewölbe darunter. Das Bildprogramm handelt vom Wachsen, Reifen und Absterben der Natur. Vier große Relieffelder zeigen Symbole der vier Jahreszeiten in Verbindung mit einem antiken Dreifuß. Die Naturrhythmen werden mit der modernen Naturwissenschaft verknüpft: Bildnismedaillons der älteren Autoritäten Theophrastos von Eresos und Plinius stehen solche der modernen Naturforscher Joseph Pitton de Tournefort und Carl von Linné gegenüber. Linnés revolutionäres Buch über die Pflanzensystematik bildete das inzwischen verschwundene Attribut einer Statue der Göttin Ceres in der Mittelapsis.
Badhaus
Badhaus
Das von Pigage errichtete Badhaus ist ein kleines Lusthaus nach Art einer italienischen Villa. Während unter Karl Theodor der übrige Schlossgarten öffentlich zugänglich war, durfte der Badehaus-Bereich, zu dem ein eigener Garten gehört, nur auf Einladung oder mit Genehmigung des Kurfürsten betreten werden. Hier konnte Karl Theodor wie ein Privatmann leben und sich seinen musischen Neigungen hingeben. Vom Apollo-Bezirk her wird das Badhaus durch eine im Grundriss halbkreisförmige Exedra betreten, eine gleich gebildete liegt an der Rückseite. Durch beide Eingangsbereiche gelangt der Besucher in den Ovalsaal mit der Aurora als Deckengemälde und vier Horen als vergoldeten Plastiken, der das Zentrum des Schlösschens bildet. Vom Ovalsaal gehen nach Westen und nach Osten flurartige Vorzimmer mit fein eingelegtem Parkett aus drei Hölzern ab. Über sie gelangt der Besucher in das Schlafzimmer des Kurfürsten (Südwestseite, mit separater Toilette) und in den Baderaum (Nordwestseite) mit einem vertieften Marmorbecken (etwa 1‚2 m tief) mit zwei Sitzbänken in einer elliptischen Nische. Die Wasserleitungen sind als bekrönte Schlangen ausgearbeitet. An der Nordostseite liegt das Chinesische Zimmer mit chinesischen Papiertapeten, an der Südostseite das Schreibzimmer mit Landschaftsgemälden von Ferdinand Kobell.
In der beim Badhaus gelegenen Badhausküche befand sich der Kessel zum Erhitzen des Badewassers. Bemerkenswert ist, dass das Badhaus im Verhältnis zum Hauptschloss in der gleichen Position gelegen ist wie sein Vorbild, das Grand Trianon, im Schlosspark von Versailles.
Wasserspeiende Vögel
Uhu mit geschlagenem Fasan
wasserspeiende Vögel auf der Einfassung
Brunnen der wasserspeienden Vögel
Eine Attraktion des Badhausgartens ist der Brunnen der wasserspeienden Vögel (alle aus Eisenblech gearbeitet). Im mittleren Bassin sitzt in Angriffshaltung mit gespreizten Flügeln ein Uhu, der in seinen Fängen einen von ihm geschlagenen Fasan hält. Oben auf der Einfassung aus Lattenwerk, das die Anlage umgibt, sitzen zwanzig andere Vögel, die den Uhu (mit Wasser) bespucken. Das Thema des Brunnens geht auf eine Fabel von Äsop zurück, die vom Zorn der guten Vögel über den bösen Uhu handelt. Die Schwetzinger Figuren stammen aus dem lothringischen Schloss La Malgrange des polnischen Exkönigs Stanislaus I. Leszczyński. Vier Volieren mit lebenden, zwitschernden Vögeln erhöhen die Illusion. Zu der Anlage zählen zwei weitere kleine Gebäude, die sogenannten Achathäuschen.
Perspektiv
Perspektiv im Laubengang
Perspektiv aus der Nähe
Perspektiv von außen
Blick auf die halbrunde Mauer vom „Perspektiv“ oder „Ende der Welt“ im Schlossgarten Schwetzingen.
Das Perspektiv oder Ende der Welt im Schlossgarten Schwetzingen.
Das Perspektiv, im Volksmund als „Ende der Welt“ bezeichnet, schließt die Hauptachse des Badhausgartens nach Norden hin ab. Am hinteren Ende der Treillage ist eine Flusslandschaft zu erkennen. Dabei handelt es sich um die Kopie eines Gemäldes von Ferdinand Kobell auf einer Mauer. Durch geschickt genutzten Lichteinfall erscheint das Bild realistisch. Im Zusammenspiel mit dem zuführenden Gang und einem Architekturrahmen vor der Mauer entsteht eine starke Tiefenwirkung.
Aufbau des Perspektivs (von Pigage gestaltet): An den Laubengang (Treillage) schließt sich ein Pavillon mit zwei Seitenräumen an. Der Hauptraum des Pavillons (zum Gemälde hin offen und mit Tuffstein verkleidet) ist als Grotte gestaltet. Gegenüber dem Eingang des Laubengangs befindet sich eine Maueröffnung im Pavillon. In der Maueröffnung sind eiserne Schilfblättchen angebracht und Wasser tropft von der Grottendecke in ein Bassin. Hinter dieser Öffnung befindet sich in etwas Abstand eine halbrunde Mauer mit Landschaftsgemälde (in Freskotechnik). Das Landschaftsgemälde wird durch das Sonnenlicht beleuchtet und strahlt so förmlich, wenn man vor dem Laubengang steht.
Orangerie
Orangerie
→ Hauptartikel: Orangerie (Schwetzingen)
Ab dem 16. Jahrhundert kamen an den europäischen Fürstenhöfen Sammlungen von Orangen und anderen Zitrusbäumen in Mode. Diese überwinterten in abschlagbaren, nur für die kalte Jahreszeit um die Pflanzen herum errichteten Gebäuden. Im späten 17. und im 18. Jahrhundert wurden die Pflanzen in Pflanzkästen und Kübeln gehalten, die in einem festen Gebäude überwinterten und in den warmen Monaten in einem Orangerieparterre ins Freie gestellt wurden.
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts konnte der Bedarf an Räumlichkeiten für höfische Festivitäten in Schwetzingen nicht annähernd gedeckt werden. Eine Orangerie mit großem Festsaal westlich des Schlosses sollte hier Abhilfe schaffen. So hatte es jedenfalls Kurfürst Karl Philipp entschieden, der 1716 die Nachfolge des überwiegend in Düsseldorf residierenden Kurfürsten Johann Wilhelm angetreten hatte.
Die unter Karl Theodor errichtete Schwetzinger Orangerie mit ihren Fassadenmalereien wurde von Nicolas de Pigage entworfen. Die Malereien täuschen Naturstein als Material vor, wo nur simple Backsteinmauern sind. Davor liegt das Orangerieparterre, das gegenüber den anderen Gartenbereichen zugunsten eines Binnenklimas abgesenkt und zur warmen Südseite ausgerichtet ist. An den Ecken des Parterres befinden sich Statuen von drei Jahreszeiten, die vierte fehlt. In der Mitte stehen die Orangen- und Zitronenbäume in Kübeln auf einer rechteckigen Insel.
Moschee
→ Hauptartikel: Moschee Schwetzingen
Rote Moschee im Türkischen Garten
Wandelgang mit Eckpavillon
Innenansicht der Moscheekuppel
Im hinteren (südlichen) Bereich, dem Türkischen Garten, steht die Rote Moschee von Pigage, errichtet von 1778 bis 1785. Das Bauwerk hat keine liturgische Funktion, es handelt sich vielmehr um ein Gartenfolly mit ausschließlich ästhetischer Bedeutung. Die Schwetzinger Moschee ist der erste und größte Bau dieser Art in einem deutschen Park. Das Gebäude des späten Barock ist mit zahlreichen orientalischen Elementen versehen. Der Moscheehof wurde gelegentlich für Freilichtaufführungen von Opern genutzt. Die Moschee wurde im 20. Jahrhundert zeitweise von Muslimen genutzt.
Vor der Moschee befinden sich der ehemalige fürstliche Obstgarten, dahinter eine Baumschule und die Schlossgärtnerei.
Römische Wasserleitung
Römische Wasserleitung
Im Sommer 1779 wurde die am nördlichen Rand des Gartens gelegene künstliche Ruine nach Entwürfen von Nicolas de Pigage begonnen. Ein Torbau, auf dem noch ein Turmaufsatz erhalten scheint, erinnert an einen römischen Triumphbogen. In seiner mittleren Arkade rauscht ein Wasserfall. Von diesem Torbau greifen nach drei Seiten die Reste eines Aquäduktes aus, wobei der östliche Arm einen Freiplatz hinterfängt, auf dem sich ein Obelisk erhebt.
Pigage konnte auf eigene Antikenstudien während seiner Italienreise 1767/68 zurückgreifen. Die Verbindung von Torbogen und Aquädukt begegnet an der römischen Porta Maggiore und am Aquädukt der Acqua Vergine. Das Turmfreigeschoss könnte durch mittelalterliche Wehraufbauten auf römischen Brücken angeregt sein. Die Vorbilder finden sich in Veduten von Piranesi. Die Bezeichnung als Römisches Wasserkastell erscheint erst 1828.
Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)
Blick über die Chinesische Brücke, im Hintergrund der Merkurtempel
Die oft als „chinesisch“ bezeichnete Brücke im hinteren, nordwestlichen Bereich des Gartens verbindet den französischen mit dem englischen Gartenteil. Das Bauwerk geht tatsächlich auf einen Brückenentwurf des in Venetien tätig gewesenen Renaissance-Architekten Andrea Palladio zurück. Die Brücke hat den populären Beinamen „Lügenbrücke“, denn wer auf deren unregelmäßigen Stufen ins Straucheln kommt, soll schon einmal geschwindelt haben.
Landschaftsschutzgebiet
Bereits am 8. August 1952 hat das damalige Landratsamt Mannheim den Schloßgarten unter der Bezeichnung Schwetzinger Schloßgarten und Umgebung als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Das Gebiet mit der Nummer 2.26.013 hat aktuell eine Größe von rund 190 Hektar und umfasst den historischen Park aus der Kurfürstenzeit sowie das westliche Vorgelände und die historische Jagdanlage am Stern.
Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses
Voltaire kam im Jahr 1753 zum ersten Mal nach Schwetzingen und war 14 Tage lang Gast des mit ihm befreundeten Kurfürsten. Im Sommer 1758 kam Voltaire erneut zu einem kurzen Aufenthalt nach Schwetzingen. Wolfgang Amadeus Mozart wirkte zusammen mit seinem Vater und seiner Schwester an einem Hofkonzert am 18. Juli 1763 mit. Der Komponist Christoph Willibald Ritter von Gluck war im Jahr 1774 Gast des Kurfürsten. Friedrich Schiller fand in Schwetzingen Anregungen zu den gegensätzlichen „Aranjuez-Stimmungen“ des ersten Aktes von Don Karlos. Der Schauspieler August Wilhelm Iffland schilderte in einem Brief vom 26. November 1779 eine Jagd bei Schwetzingen, die 50.000 Gulden gekostet hatte und bei der für 9.000 Menschen Zuschauergerüste aufgebaut waren. Kaiser Joseph II. hielt sich im Jahr 1781 unter dem Namen Graf von Falkenstein in Schwetzingen auf.
Siehe auch
Schloss Benrath – 1755 bis 1773 von Pigage im Auftrag von Kurfürst Karl Theodor erbaut am Übergang vom Rokoko zum Klassizismus. Der Garten ist eine geometrisch achsensymmetrische Barockanlage nach französischem Vorbild, der Privatgarten des Kurfürsten wurde im 19. Jahrhundert landschaftlich umgestaltet. Im Nebengebäude des Schlosses befindet sich das Museum für Europäische Gartenkunst.
Maulbeerbaumallee nach Heidelberg – im Zusammenhang mit der Seidenraupenzucht.
Literatur
Carl Ludwig Fuchs, Claus Reisinger: Schloss und Garten zu Schwetzingen. 2. Auflage. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2008, ISBN 978-3-88462-266-7
Volker Hannwacker: Friedrich Ludwig von Sckell. Der Begründer des Landschaftsgartens in Deutschland. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1992, ISBN 3-421-03012-X, S. 11–21.
Nanette Schärf, Hartmann Manfred Schärf: Das Badhaus im Schwetzinger Schlossgarten. Die Restaurierung des Gebäudes, seiner Innenräume und Ausstattungen. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 37. Jg. 2008, Heft 1, S. 29–35 (PDF)
Ralf Richard Wagner: In seinem Paradiese Schwetzingen … Das Badhaus des Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz. Hrsg. von Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2009, 302 S., ISBN 978-3-89735-587-3.
Wegweiser durch den Schwetzinger Garten. Mit zwölf Ansichten von Conrad Caspar Rordorf. Engelmann, Heidelberg 1830 (Digitalisat)
Karl Wörn: Schwetzingen Lebendige Stadt. 3. Auflage. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 1980.
Oswald Zenker: Schwetzinger Schlossgarten. Ein Führer durch das Französische Gartenparterre und den Englischen Landschaftsgarten, mit Informationen über Schloss und Rokokotheater sowie Sehenswürdigkeiten der Umgebung. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 2002, ISBN 3-87742-170-9.
Film
Im Hain des Apoll. Der Schlosspark Schwetzingen. Dokumentarfilm, Deutschland, 2007, 28:20 Min., Buch und Regie: Christopher Paul, Produktion: SWR, Reihe: Schätze des Landes, Inhaltsangabe von ARD.
Weblinks
Commons: Schloss Schwetzingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Offizielle Seite von Schloss Schwetzingen
Infos zum Schloss auf der Seite der Stadt Schwetzingen
Schloss Schwetzingen von ZUM
Kein Land „wo die Zitronen blühen“. In: Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Artikel zur Geschichte von Orangerien, darunter der in Schwetzingen
Schloss Schwetzingen auf badischewanderungen.de
Schloss Schwetzingen als 3D-Modell im 3D Warehouse von SketchUp
Einzelnachweise
Schwetzingen: A Prince Elector’s Summer Residence – garden design and Freemasonic allusions. Eintrag in der Tentativliste der UNESCO auf deren Website, abgerufen am 8. April 2014 (französisch)
Vorlage zur Gemeinderatssitzung vom 22. September 2009, abgerufen am 8. April 2014
Neue Akzente sollen in Paris überzeugen. Schwetzinger Zeitung, 2. Februar 2010, abgerufen am 8. April 2014
Die Sommerresidenz und ihre Musik sollen es richten. Mannheimer Morgen, 6. März 2010, abgerufen am 8. April 2014
Kurfürstliche Sommerresidenz Schwetzingen für die Aufnahme in die UNESCO-Weltkulturerbeliste nominiert. Pressemitteilung des Landesdenkmalsamts Baden-Württemberg vom 8. März 2010, abgerufen am 8. April 2014
ICOMOS Evaluations of Nominations of Cultural and Mixed Properties. Empfehlungsbericht zur 36. Sitzung des Welterbekomitees im Juni/Juli 2012, S. 224–233, PDF-Datei, 28,4 MB, abgerufen am 8. April 2014 (englisch)
Schwetzingen zunächst nicht Welterbe. Pressemitteilung der Stadt Schwetzingen vom 29. Juni 2012, abgerufen am 8. April 2014
Johanna Eberhardt: Schwetzingen nimmt keinen neuen Anlauf. Stuttgarter Zeitung, 3. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014
Kein dritter Anlauf für Unseco-Welterbe-Titel in Schwetzingen. xity, 2. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014
Hans-Erhard Lessing: Zwei Räder statt vier Hufe – Karl Drais G.Braun-Verlag, Karlsruhe 2010
Richard Benz: Heidelberg. Schicksal und Geist, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen, 2. Auflage 1975, ISBN 3-7995-4008-3, S. 296
Italien / Toskana - Volterra
On the way down to Prato d'Era.
Auf dem Weg hinunter nach Prato d'Era.
Volterra (Italian pronunciation: [volˈtɛrra]; Latin: Volaterrae) is a walled mountaintop town in the Tuscany region of Italy. Its history dates from before the 8th century BC and it has substantial structures from the Etruscan, Roman, and Medieval periods.
History
Volterra, known to the ancient Etruscans as Velathri or Vlathri and to the Romans as Volaterrae, is a town and comune in the Tuscany region of Italy. The town was a Bronze Age settlement of the Proto-Villanovan culture, and an important Etruscan center (Velàthre, Velathri or Felathri in Etruscan, Volaterrae in Latin language), one of the "twelve cities" of the Etruscan League.
The site is believed to have been continuously inhabited as a city since at least the end of the 8th century BC. It became a municipium allied to Rome at the end of the 3rd century BC. The city was a bishop's residence in the 5th century, and its episcopal power was affirmed during the 12th century. With the decline of the episcopate and the discovery of local alum deposits, Volterra became a place of interest of the Republic of Florence, whose forces conquered Volterra. Florentine rule was not always popular, and opposition occasionally broke into rebellion. These rebellions were put down by Florence.
When the Republic of Florence fell in 1530, Volterra came under the control of the Medici family and later followed the history of the Grand Duchy of Tuscany.
Culture
The main events that take place during the year in Volterra are
Volterra gusto
Volterra arte
Volterra teatro
Main sights
Roman Theatre of Volterra, 1st century BC, excavated in the 1950s
the Roman amphitheatre was discovered in 2015 and has been excavated over the succeeding years
Piazza dei Priori, the main square, a fine example of medieval Tuscan town squares
Palazzo dei Priori, the town hall located on Piazza dei Priori, construction begun in 1208 and finished in 1257
Pinacoteca e museo civico di Volterra (Art Gallery) in Palazzo Minucci-Solaini. Founded in 1905, the gallery consists mostly of works by Tuscan artists from 14th to 17th centuries. Includes a Deposition by Rosso Fiorentino.
Etruscan Acropolis and Roman Cistern. The acropolis on the citadel dates to the 8th century B.C., while the impressive cistern is from the 1st century B.C.
Volterra Cathedral. It was enlarged in the 13th century after an earthquake. It houses a ciborium and some angels by Mino da Fiesole, a notable wood Deposition (1228), a masterwork of Romanesque sculpture and the Sacrament Chapel, with paintings by Santi di Tito, Giovanni Balducci and Agostino Veracini. In the center of the vault are fragments of an Eternal Father by Niccolò Circignani. Also noteworthy is the Addolorata Chapel, with a terracotta group attributed to Andrea della Robbia and a fresco of Riding Magi by Benozzo Gozzoli. In the nearby chapel, dedicated to the Most Holy Name of Jesus, is a table with Christ's monogram, allegedly painted by Bernardino of Siena. The rectangular bell tower is from 1493.
Volterra Baptistery of San Giovanni, built in the second half of the 13th century.
Fortezza Medicea (Medicean Fortress), built in the 1470s, now a prison housing the noted restaurant, Fortezza Medicea restaurant.
Guarnacci Etruscan Museum, with thousands of funeral urns dating back to the Hellenistic and Archaic periods. Main attractions are the bronze statuette "Ombra della sera" (lit. '"Shadow of the Night"'), and the sculpted effigy, "Urna degli Sposi" (lit. '"Urn of the Spouses"') of an Etruscan couple in terra cotta.
The Etruscan Walls of Volterra, including the well-preserved Walls of Volterra (3rd-2nd centuries BC), and Porta Diana gates.
The Medici Villa di Spedaletto, outside the city, in direction of Lajatico
There are excavations of Etruscan tombs in the Valle Bona area.
Volterra Psychiatric Hospital, Founded in 1888 until 1978, it was reopened for public and will be once more used for psychiatric purposes.
In popular culture
Volterra features in Horatius, a poem by Lord Macaulay.
Linda Proud's A Tabernacle for the Sun (2005), the first volume of The Botticelli Trilogy, begins with the sack of Volterra in 1472. Volterra is the ancestral home of the Maffei family and the events of 1472 lead directly to the Pazzi Conspiracy of 1478. The protagonist of the novel is Tommaso de' Maffei, half brother of one of the conspirators.
Volterra is an important location in Stephenie Meyer's Twilight series. In the books, Volterra is home to the Volturi, a clan of rich, regal, powerful ancient vampires, who essentially act as the rulers of the world's vampire population. (However, the relevant scenes from the movie were shot in Montepulciano.)
Volterra is the site of Stendhal's famously disastrous encounter in 1819 with his beloved Countess Mathilde Dembowska: she recognised him there, despite his disguise of new clothes and green glasses, and was furious. This is the central incident in his book On Love
Volterra is mentioned repeatedly in British author Dudley Pope's Captain Nicholas Ramage historical nautical series. Gianna, the Marchesa of Volterra and the fictional ruler of the area, features in the first twelve books of the eighteen-book series. The books chart the progress and career of Ramage during the Napoleonic wars of the late eighteenth and early nineteenth century, providing readers with well-scripted articulate details of life aboard sailing vessels and conditions at sea of that time.
Volterra is the site where the novel Chimaira by the Italian author Valerio Massimo Manfredi takes place.
Valerio Massimo Manfredi's The Ancient Curse is also set in Volterra, where a statue called 'The Shade of Twilight' is stolen from the Volterra museum.
Volterra is featured in Jhumpa Lahiri's 2008 collection of short stories Unaccustomed Earth. It is where Hema and Kaushik, the protagonists of the final short story "Going Ashore," travel before they part.
Volterra is featured in Luchino Visconti's 1965 film Vaghe stelle dell'Orsa, released as Sandra (Of a Thousand Delights) in the United States and as Of These Thousand Pleasures in the UK.
Volterra's scenery is used for Central City in the 2017 film Fullmetal Alchemist (film) directed by Fumihiko Sori.
The 2016 video game The Town of Light is set in a fictionalized version of the notorious Volterra Psychiatric Hospital.
"Volaterrae" is the name given by Dan and Una to their secret place in Far Wood in Rudyard Kipling's Puck of Pook's Hill. They named it from the verse in Lord Macaulay's Lays of Ancient Rome:
From lordly Volaterrae,
Where scowls the far-famed hold
Piled by the hands of giants
For Godlike Kings of old.
Volterra and its relationship with Medici Florence features in the 2018 second season of Medici: Masters of Florence.
(Wikipedia)
Volterra, lateinisch Volaterrae, ist eine italienische Stadt mit 9980 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) in der Provinz Pisa in der Region Toskana.
Geographie
Volterra liegt etwa 50 Kilometer südlich von Pisa und 30 Kilometer vom Mittelmeer entfernt. Die Stadt gilt mit ihrem spektakulären landschaftlichen Umfeld als eine der schönsten in der Toskana.
Der Kern der heutigen Stadt liegt abgeschieden auf einem 550 m hohen Bergrücken über dem Tal der Cecina (Val di Cecina) inmitten einer kargen, zerfurchten Hügellandschaft. Die Felsabbrüche und Geröllhalden sind das Produkt jahrhundertelanger Erosion. Das Gebiet Le Balze im Nordwesten Volterras vermittelt einen beispielhaften Eindruck dieses Phänomens.
Die Stadt wird beherrscht von einer heute als Staatsgefängnis benutzten Festung der Medici, der Fortezza Medicea. Volterra ist ein Zentrum der Alabasterverarbeitung.
Zu den Ortsteilen (Frazioni) zählen Mazzolla, Montemiccioli, Saline di Volterra und Villamagna.
Die Nachbargemeinden sind Casole d’Elsa (SI), Colle di Val d’Elsa (SI), Gambassi Terme (FI), Lajatico, Montaione (FI), Montecatini Val di Cecina, Peccioli, Pomarance und San Gimignano (SI).
Geschichte
Volterra kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. entstand der Ort aus der Verbindung mehrerer kleiner etruskischer Ansiedlungen, deren Bestand bis ins 7. Jahrhundert v. Chr. zurückverfolgt werden kann. Zu dieser Zeit bauten die Etrusker eine sieben Kilometer lange Ringmauer und nannten die nunmehr vereinigte Stadt Velathri.
Volterra war eine der ältesten und größten der zwölf Bundesstädte Etruriens. Später war es eine römische Stadt mit den Rechten eines Municipiums. Ihre hohe Lage machte sie zu einer starken Festung, die Sulla im ersten Bürgerkrieg erst nach zweijähriger Belagerung 79 v. Chr. einnehmen konnte.
Im 12. und 13. Jahrhundert war Volterra eine Republik; im 14. Jahrhundert fiel es an Florenz.
Sehenswürdigkeiten
Architektonische und künstlerische Zeugnisse der verschiedenen Epochen zeugen von der wechselvollen Existenz und Bedeutung der Stadt. Einige der etruskischen Nekropolen und mittelalterlichen Kirchenmauern sind jedoch in der Vergangenheit der Erosion zum Opfer gefallen.
Am Hauptplatz der Stadt, der Piazza dei Priori, steht der älteste erhaltene Kommunalpalast der Toskana, der Palazzo dei Priori.
Von der etruskischen Stadtmauer ist als einziges Tor die Porta all’Arco gut erhalten. Es stammt aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. Im äußeren Bogen sind drei verwitterte Köpfe zu erkennen, deren Bedeutung aber umstritten ist.
Außerhalb der mittelalterlichen Porta Fiorentina liegt das Teatro Romano, erbaut zur Zeit des Kaisers Augustus. Von der Zuschauertribüne für etwa 2000 Personen blickt man auf die teilweise rekonstruierte Bühnenwand. Die unterhalb des Theaters liegenden Thermenanlagen stammen aus späterer Zeit.
Andere historische öffentliche Gebäude sind der Dom Santa Maria Assunta aus dem frühen 12. Jahrhundert mit einer Kassettendecke und mit Granit vortäuschender Stuckverkleidung der Säulen sowie etlichen künstlerisch hochrangigen Ausstattungsstücken, das oktogonale Baptisterium mit einem Taufbecken von Andrea Sansovino, der auf Privatpaläste und Wohntürme aus dem 12. und 13. Jahrhundert zurückgehende Palazzo Pretorio sowie der als Gefängnis dienende Torre del Porcellino. Schließlich gehört der Palazzo Incontri-Viti zu den prachtvollsten Gebäuden Volterras.
Unter den Kirchen sind zu nennen: die spätromanische S. Michele sowie die Kirchen von S. Francesco, S. Lino und S. Girolamo mit Bildern und Skulpturen aus der Schule von Florenz.
Museen
Von besonderer Bedeutung ist das archäologische Museo Etrusco Guarnacci im Palazzo Desideri Tangassi. Mario Guarnacci (1701–1785), ein vielseitig interessierter Gelehrter, widmete seine Studien der antiken Geschichte. Dabei konnte er durch Ankäufe und Ausgrabungen eine ansehnliche Menge Belegmaterial über die etruskische Zivilisation sammeln.
Ein bedeutender Teil der Sammlung umfasst Ascheurnen sowie Stücke aus Bronze und Keramik. Die Urnen bestehen aus Tuffstein, Alabaster und Tonerde. Eine der bekanntesten ganz Etruriens ist die Urna degli Sposi (dt. Urne der Brautleute), auf deren Deckel ein Paar beim Festmahl liegend dargestellt ist.
Das bedeutendste Stück der Sammlung ist jedoch die Bronzefigur Ombra della sera (dt. Abendschatten). Es ist mit der Zeit zu einer „Ikone“ für das Museum und die Stadt Volterra geworden. Seine Berühmtheit verdankt es hauptsächlich seiner einzigartigen Form, die den italienischen Dichter Gabriele D’Annunzio an den Schatten einer menschlichen Figur in der Abendsonne erinnert haben soll. Es ist ein Meisterwerk etruskischer Bronzegießer aus der hellenistischen Periode. Ein weiteres bedeutendes Exponat ist die Stele des Avile Tite aus dem 6. Jahrhundert v. Chr.
Weitere Ausstellungsstücke sind verschiedene Mosaikböden aus der römischen Kaiserzeit, die aus Volterra und Segalari stammen. Hinzu kommt eine Münzsammlung mit seltenen etruskischen Münzen aus Gold, Silber und Bronze. Schließlich sind noch mit Edelsteinen verzierte etruskische und römische Schmuckstücke zu sehen.
Wichtig ist die Sammlung der seit 1982 im Minucci-Solaini-Palast untergebrachten „Pinacoteca“ mit der berühmten Kreuzesabnahme (1521), dem Meisterwerk des Malers Rosso Fiorentino, und den bedeutendsten Arbeiten von Taddeo di Bartolo, Domenico Ghirlandaio und Luca Signorelli, welche die künstlerischen Einflüsse aus Pisa, Florenz und Siena anschaulich machen.
Im April 2003 wurde im Turmhaus des Palazzo Minucci-Solaini das Ecomuseo dell’Alabastro eröffnet, in dem die Geschichte der Gewinnung und der Verarbeitung von Alabaster seit der Antike bis zur Gegenwart dargestellt ist.
Volterra in der Literatur
Volterra ist eine wichtige Stadt in Stephenie Meyers „Biss“-Serie. Dort ist Volterra die Heimatstadt der Volturi, einer königlichen Vampirfamilie.
Volterra spielt auch in der von Dudley Pope geschriebenen Romanreihe um den britischen Marineoffizier Nicolas Ramage eine Rolle. Im ersten Band rettet er während der Napoleonischen Kriege die Marchesa von Volterra vor den französischen Besatzungstruppen. Er verliebt sich in sie, und ihre Herrschaft über Volterra spielt in den weiteren Bänden eine wichtige Rolle. Auch ihr Neffe, Paolo Orsini, nächster in der Erbreihenfolge der Regentschaft, kommt in den meisten Romanen vor, da er als Fähnrich unter Ramages Kommando segelt.
(Wikipedia)
Italien / Toskana - Volterra
Palazzo dei Priori
Volterra (Italian pronunciation: [volˈtɛrra]; Latin: Volaterrae) is a walled mountaintop town in the Tuscany region of Italy. Its history dates from before the 8th century BC and it has substantial structures from the Etruscan, Roman, and Medieval periods.
History
Volterra, known to the ancient Etruscans as Velathri or Vlathri and to the Romans as Volaterrae, is a town and comune in the Tuscany region of Italy. The town was a Bronze Age settlement of the Proto-Villanovan culture, and an important Etruscan center (Velàthre, Velathri or Felathri in Etruscan, Volaterrae in Latin language), one of the "twelve cities" of the Etruscan League.
The site is believed to have been continuously inhabited as a city since at least the end of the 8th century BC. It became a municipium allied to Rome at the end of the 3rd century BC. The city was a bishop's residence in the 5th century, and its episcopal power was affirmed during the 12th century. With the decline of the episcopate and the discovery of local alum deposits, Volterra became a place of interest of the Republic of Florence, whose forces conquered Volterra. Florentine rule was not always popular, and opposition occasionally broke into rebellion. These rebellions were put down by Florence.
When the Republic of Florence fell in 1530, Volterra came under the control of the Medici family and later followed the history of the Grand Duchy of Tuscany.
Culture
The main events that take place during the year in Volterra are
Volterra gusto
Volterra arte
Volterra teatro
Main sights
Roman Theatre of Volterra, 1st century BC, excavated in the 1950s
the Roman amphitheatre was discovered in 2015 and has been excavated over the succeeding years
Piazza dei Priori, the main square, a fine example of medieval Tuscan town squares
Palazzo dei Priori, the town hall located on Piazza dei Priori, construction begun in 1208 and finished in 1257
Pinacoteca e museo civico di Volterra (Art Gallery) in Palazzo Minucci-Solaini. Founded in 1905, the gallery consists mostly of works by Tuscan artists from 14th to 17th centuries. Includes a Deposition by Rosso Fiorentino.
Etruscan Acropolis and Roman Cistern. The acropolis on the citadel dates to the 8th century B.C., while the impressive cistern is from the 1st century B.C.
Volterra Cathedral. It was enlarged in the 13th century after an earthquake. It houses a ciborium and some angels by Mino da Fiesole, a notable wood Deposition (1228), a masterwork of Romanesque sculpture and the Sacrament Chapel, with paintings by Santi di Tito, Giovanni Balducci and Agostino Veracini. In the center of the vault are fragments of an Eternal Father by Niccolò Circignani. Also noteworthy is the Addolorata Chapel, with a terracotta group attributed to Andrea della Robbia and a fresco of Riding Magi by Benozzo Gozzoli. In the nearby chapel, dedicated to the Most Holy Name of Jesus, is a table with Christ's monogram, allegedly painted by Bernardino of Siena. The rectangular bell tower is from 1493.
Volterra Baptistery of San Giovanni, built in the second half of the 13th century.
Fortezza Medicea (Medicean Fortress), built in the 1470s, now a prison housing the noted restaurant, Fortezza Medicea restaurant.
Guarnacci Etruscan Museum, with thousands of funeral urns dating back to the Hellenistic and Archaic periods. Main attractions are the bronze statuette "Ombra della sera" (lit. '"Shadow of the Night"'), and the sculpted effigy, "Urna degli Sposi" (lit. '"Urn of the Spouses"') of an Etruscan couple in terra cotta.
The Etruscan Walls of Volterra, including the well-preserved Walls of Volterra (3rd-2nd centuries BC), and Porta Diana gates.
The Medici Villa di Spedaletto, outside the city, in direction of Lajatico
There are excavations of Etruscan tombs in the Valle Bona area.
Volterra Psychiatric Hospital, Founded in 1888 until 1978, it was reopened for public and will be once more used for psychiatric purposes.
In popular culture
Volterra features in Horatius, a poem by Lord Macaulay.
Linda Proud's A Tabernacle for the Sun (2005), the first volume of The Botticelli Trilogy, begins with the sack of Volterra in 1472. Volterra is the ancestral home of the Maffei family and the events of 1472 lead directly to the Pazzi Conspiracy of 1478. The protagonist of the novel is Tommaso de' Maffei, half brother of one of the conspirators.
Volterra is an important location in Stephenie Meyer's Twilight series. In the books, Volterra is home to the Volturi, a clan of rich, regal, powerful ancient vampires, who essentially act as the rulers of the world's vampire population. (However, the relevant scenes from the movie were shot in Montepulciano.)
Volterra is the site of Stendhal's famously disastrous encounter in 1819 with his beloved Countess Mathilde Dembowska: she recognised him there, despite his disguise of new clothes and green glasses, and was furious. This is the central incident in his book On Love
Volterra is mentioned repeatedly in British author Dudley Pope's Captain Nicholas Ramage historical nautical series. Gianna, the Marchesa of Volterra and the fictional ruler of the area, features in the first twelve books of the eighteen-book series. The books chart the progress and career of Ramage during the Napoleonic wars of the late eighteenth and early nineteenth century, providing readers with well-scripted articulate details of life aboard sailing vessels and conditions at sea of that time.
Volterra is the site where the novel Chimaira by the Italian author Valerio Massimo Manfredi takes place.
Valerio Massimo Manfredi's The Ancient Curse is also set in Volterra, where a statue called 'The Shade of Twilight' is stolen from the Volterra museum.
Volterra is featured in Jhumpa Lahiri's 2008 collection of short stories Unaccustomed Earth. It is where Hema and Kaushik, the protagonists of the final short story "Going Ashore," travel before they part.
Volterra is featured in Luchino Visconti's 1965 film Vaghe stelle dell'Orsa, released as Sandra (Of a Thousand Delights) in the United States and as Of These Thousand Pleasures in the UK.
Volterra's scenery is used for Central City in the 2017 film Fullmetal Alchemist (film) directed by Fumihiko Sori.
The 2016 video game The Town of Light is set in a fictionalized version of the notorious Volterra Psychiatric Hospital.
"Volaterrae" is the name given by Dan and Una to their secret place in Far Wood in Rudyard Kipling's Puck of Pook's Hill. They named it from the verse in Lord Macaulay's Lays of Ancient Rome:
From lordly Volaterrae,
Where scowls the far-famed hold
Piled by the hands of giants
For Godlike Kings of old.
Volterra and its relationship with Medici Florence features in the 2018 second season of Medici: Masters of Florence.
(Wikipedia)
Volterra, lateinisch Volaterrae, ist eine italienische Stadt mit 9980 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) in der Provinz Pisa in der Region Toskana.
Geographie
Volterra liegt etwa 50 Kilometer südlich von Pisa und 30 Kilometer vom Mittelmeer entfernt. Die Stadt gilt mit ihrem spektakulären landschaftlichen Umfeld als eine der schönsten in der Toskana.
Der Kern der heutigen Stadt liegt abgeschieden auf einem 550 m hohen Bergrücken über dem Tal der Cecina (Val di Cecina) inmitten einer kargen, zerfurchten Hügellandschaft. Die Felsabbrüche und Geröllhalden sind das Produkt jahrhundertelanger Erosion. Das Gebiet Le Balze im Nordwesten Volterras vermittelt einen beispielhaften Eindruck dieses Phänomens.
Die Stadt wird beherrscht von einer heute als Staatsgefängnis benutzten Festung der Medici, der Fortezza Medicea. Volterra ist ein Zentrum der Alabasterverarbeitung.
Zu den Ortsteilen (Frazioni) zählen Mazzolla, Montemiccioli, Saline di Volterra und Villamagna.
Die Nachbargemeinden sind Casole d’Elsa (SI), Colle di Val d’Elsa (SI), Gambassi Terme (FI), Lajatico, Montaione (FI), Montecatini Val di Cecina, Peccioli, Pomarance und San Gimignano (SI).
Geschichte
Volterra kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. entstand der Ort aus der Verbindung mehrerer kleiner etruskischer Ansiedlungen, deren Bestand bis ins 7. Jahrhundert v. Chr. zurückverfolgt werden kann. Zu dieser Zeit bauten die Etrusker eine sieben Kilometer lange Ringmauer und nannten die nunmehr vereinigte Stadt Velathri.
Volterra war eine der ältesten und größten der zwölf Bundesstädte Etruriens. Später war es eine römische Stadt mit den Rechten eines Municipiums. Ihre hohe Lage machte sie zu einer starken Festung, die Sulla im ersten Bürgerkrieg erst nach zweijähriger Belagerung 79 v. Chr. einnehmen konnte.
Im 12. und 13. Jahrhundert war Volterra eine Republik; im 14. Jahrhundert fiel es an Florenz.
Sehenswürdigkeiten
Architektonische und künstlerische Zeugnisse der verschiedenen Epochen zeugen von der wechselvollen Existenz und Bedeutung der Stadt. Einige der etruskischen Nekropolen und mittelalterlichen Kirchenmauern sind jedoch in der Vergangenheit der Erosion zum Opfer gefallen.
Am Hauptplatz der Stadt, der Piazza dei Priori, steht der älteste erhaltene Kommunalpalast der Toskana, der Palazzo dei Priori.
Von der etruskischen Stadtmauer ist als einziges Tor die Porta all’Arco gut erhalten. Es stammt aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. Im äußeren Bogen sind drei verwitterte Köpfe zu erkennen, deren Bedeutung aber umstritten ist.
Außerhalb der mittelalterlichen Porta Fiorentina liegt das Teatro Romano, erbaut zur Zeit des Kaisers Augustus. Von der Zuschauertribüne für etwa 2000 Personen blickt man auf die teilweise rekonstruierte Bühnenwand. Die unterhalb des Theaters liegenden Thermenanlagen stammen aus späterer Zeit.
Andere historische öffentliche Gebäude sind der Dom Santa Maria Assunta aus dem frühen 12. Jahrhundert mit einer Kassettendecke und mit Granit vortäuschender Stuckverkleidung der Säulen sowie etlichen künstlerisch hochrangigen Ausstattungsstücken, das oktogonale Baptisterium mit einem Taufbecken von Andrea Sansovino, der auf Privatpaläste und Wohntürme aus dem 12. und 13. Jahrhundert zurückgehende Palazzo Pretorio sowie der als Gefängnis dienende Torre del Porcellino. Schließlich gehört der Palazzo Incontri-Viti zu den prachtvollsten Gebäuden Volterras.
Unter den Kirchen sind zu nennen: die spätromanische S. Michele sowie die Kirchen von S. Francesco, S. Lino und S. Girolamo mit Bildern und Skulpturen aus der Schule von Florenz.
Museen
Von besonderer Bedeutung ist das archäologische Museo Etrusco Guarnacci im Palazzo Desideri Tangassi. Mario Guarnacci (1701–1785), ein vielseitig interessierter Gelehrter, widmete seine Studien der antiken Geschichte. Dabei konnte er durch Ankäufe und Ausgrabungen eine ansehnliche Menge Belegmaterial über die etruskische Zivilisation sammeln.
Ein bedeutender Teil der Sammlung umfasst Ascheurnen sowie Stücke aus Bronze und Keramik. Die Urnen bestehen aus Tuffstein, Alabaster und Tonerde. Eine der bekanntesten ganz Etruriens ist die Urna degli Sposi (dt. Urne der Brautleute), auf deren Deckel ein Paar beim Festmahl liegend dargestellt ist.
Das bedeutendste Stück der Sammlung ist jedoch die Bronzefigur Ombra della sera (dt. Abendschatten). Es ist mit der Zeit zu einer „Ikone“ für das Museum und die Stadt Volterra geworden. Seine Berühmtheit verdankt es hauptsächlich seiner einzigartigen Form, die den italienischen Dichter Gabriele D’Annunzio an den Schatten einer menschlichen Figur in der Abendsonne erinnert haben soll. Es ist ein Meisterwerk etruskischer Bronzegießer aus der hellenistischen Periode. Ein weiteres bedeutendes Exponat ist die Stele des Avile Tite aus dem 6. Jahrhundert v. Chr.
Weitere Ausstellungsstücke sind verschiedene Mosaikböden aus der römischen Kaiserzeit, die aus Volterra und Segalari stammen. Hinzu kommt eine Münzsammlung mit seltenen etruskischen Münzen aus Gold, Silber und Bronze. Schließlich sind noch mit Edelsteinen verzierte etruskische und römische Schmuckstücke zu sehen.
Wichtig ist die Sammlung der seit 1982 im Minucci-Solaini-Palast untergebrachten „Pinacoteca“ mit der berühmten Kreuzesabnahme (1521), dem Meisterwerk des Malers Rosso Fiorentino, und den bedeutendsten Arbeiten von Taddeo di Bartolo, Domenico Ghirlandaio und Luca Signorelli, welche die künstlerischen Einflüsse aus Pisa, Florenz und Siena anschaulich machen.
Im April 2003 wurde im Turmhaus des Palazzo Minucci-Solaini das Ecomuseo dell’Alabastro eröffnet, in dem die Geschichte der Gewinnung und der Verarbeitung von Alabaster seit der Antike bis zur Gegenwart dargestellt ist.
Volterra in der Literatur
Volterra ist eine wichtige Stadt in Stephenie Meyers „Biss“-Serie. Dort ist Volterra die Heimatstadt der Volturi, einer königlichen Vampirfamilie.
Volterra spielt auch in der von Dudley Pope geschriebenen Romanreihe um den britischen Marineoffizier Nicolas Ramage eine Rolle. Im ersten Band rettet er während der Napoleonischen Kriege die Marchesa von Volterra vor den französischen Besatzungstruppen. Er verliebt sich in sie, und ihre Herrschaft über Volterra spielt in den weiteren Bänden eine wichtige Rolle. Auch ihr Neffe, Paolo Orsini, nächster in der Erbreihenfolge der Regentschaft, kommt in den meisten Romanen vor, da er als Fähnrich unter Ramages Kommando segelt.
(Wikipedia)
Der Palazzo dei Priori ist ein Kommunalpalast in der toskanischen Stadt Volterra. Er ist der älteste Palast dieser Art in der Toskana, der noch erhalten ist.
Lage und Baugeschichte
Der Palast liegt im historischen Zentrum von Volterra an der Piazza dei Priori. Auf dem Platz befand sich eine Ulme, unter ihr berieten sich die Konsuln der Stadt vor dem Bau des Palastes.
Der Palast wurde von 1208 bis 1254 oder 1257 errichtet. Er war zum Zeitpunkt der Errichtung eine architektonische Neuheit italienischer Kommunalpaläste. Bis dahin hatten öffentliche Gebäude zumeist über der offenen Markthalle des Untergeschosses lediglich ein weiteres Geschoss für den Ratssaal, so beispielsweise in Bergamo, Mailand oder Como. Im Verhältnis zu ihrer Höhe waren diese Bauten auch sehr breit. Bei diesem Palast wurden gleich drei weitere Geschosse über der ursprünglich offenen Halle des Erdgeschosses errichtet. Die Arkaden der Halle des Erdgeschosses waren beim Bau spitzbögig, nach dem Fall Volterras an Florenz 1361 wurden die Arkaden von den Florentinern 1472 zugemauert. Auch hatte der Bau im Urzustand umlaufende hölzerne Galerien, zu erkennen an den Pfostenlöchern der Außenwände. Insgesamt entstand so ein neuer Typus städtischer Monumentalarchitektur, dazu heißt es: "(...) wird hier eine neue Form des monumentalen Stadthauses gefunden, die aus dem Geist der toskanischen Wohnarchitektur entstanden ist und dem Bilde der hoch- und enggebauten Bergstadt entspricht.". Dennoch gilt die Architektur als "streng". Diese neue Bauweise wurde zum Vorbild für den nur wenige Jahrzehnte danach errichteten berühmten Palazzo Vecchio.
Der Turm des Palastes ist fünfeckig und asymmetrisch angelegt. Bei einem Erdbeben 1846 wurde der Turmaufsatz beschädigt und danach rekonstruiert, allerdings dabei stark verändert. Die Zinnen des Gebäudes entsprechen auch nicht mehr ihrem ursprünglichen Aussehen, die abgerundete Form dürfte nachträglich entstanden sein.
An der Vorderseite befinden sich die Wappen der ehemaligen Florentiner Statthalter, teilweise aus Terrakotta, sonst aus Stein gearbeitet. An der rechten Eckseite des Palastes ist eine Figur des florentinischen Marzocco auf einer Säule aufgestellt.
Die Biforienfenster entsprechen klassischer gotischer Architektur des 13. Jahrhunderts.
Inneres und Nutzung
Im ersten Stock befand sich der Ratssaal, sein Gewölbe allerdings wurde erst später, 1516, eingezogen. Die heute sichtbaren Ausmalungen entstanden erst nach dem Erdbeben von 1846. Darüber befanden sich die Küche und ein Speisesaal, noch ein Stockwerk höher die Schlaf- und Wohngemächer.
Der Palast war bis zum Verlust der Eigenständigkeit seit 1218 Sitz des jeweiligen Podestà Volterras, danach der florentinischen Prioren und Kommissare, auch im Inneren hinterließen sie ihre Wappenschilder.
Im Palast befindet sich heute neben der Stadtverwaltung eine Pinakothek. Gezeigt wird toskanische Malerei aus dem 14. und 15. Jahrhundert im Zusammenhang mit den Ausstellungsstücken des benachbarten Museo Diocesano di Arte Sacra di Volterra stehend.
An klaren Tagen beträgt die Sichtweite von der obersten Turmplattform mehr als 50 Kilometer weit bis zum Golf von Piombino.
(Wikipedia)
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Schloss Schwetzingen ist ein Schloss in Schwetzingen, das vor allem den pfälzischen Kurfürsten Karl Philipp und Karl Theodor als Sommerresidenz diente. Bekannt ist in erster Linie der im 18. Jahrhundert angelegte Schlossgarten. Jährlich finden im Schloss die Schwetzinger Festspiele und alle zwei Jahre das Lichterfest statt.
Inhaltsverzeichnis
1 Geschichte
2 Weltkulturerbe
3 Schloss
3.1 Innenräume
3.2 Zirkelbauten
3.3 Theater
3.4 Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen
4 Garten
4.1 Französischer Garten
4.2 Englischer Garten
4.3 Arboretum
4.4 See
4.5 Bauten
4.5.1 Merkurtempel
4.5.2 Minervatempel
4.5.3 Apollotempel
4.5.4 Tempel der Waldbotanik
4.5.5 Badhaus
4.5.6 Wasserspeiende Vögel
4.5.7 Perspektiv
4.5.8 Orangerie
4.5.9 Moschee
4.5.10 Römische Wasserleitung
4.5.11 Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)
4.6 Landschaftsschutzgebiet
5 Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses
6 Siehe auch
7 Literatur
8 Film
9 Weblinks
10 Einzelnachweise
Geschichte
Das Schwetzinger Schloss wurde im Jahr 1350 zum ersten Mal als Feste urkundlich erwähnt. Es handelte sich um ein mittelalterliches Wasserschloss. 1427 kam es in den Besitz des Kurfürsten Ludwig III. In der Folgezeit wurde es mehrfach umgebaut, diente als Jagdschloss und wurde gegen Ende des Dreißigjährigen Kriegs zerstört. Kurfürst Karl Ludwig ließ das Schwetzinger Schloss für seine Geliebte Luise von Degenfeld wieder aufbauen. Während eines Besuchs im August 1656 hatte er den Einwohnern von Schwetzingen bereits befohlen, sämtlichen Schutt wegzuräumen, wobei aufgelesene Trümmerteile wie Steine, Hölzer und „altes Eisenwerk“ bei den Untertanen zur eigenen Verwendung verbleiben durften. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde das Schloss erneut zerstört, die Grundmauern blieben allerdings stehen.
Karl Philipp
Karl Theodor
Seine heutige Form erhielt das Schloss auf Befehl des Kurfürsten Johann Wilhelm, der in Düsseldorf regierte. Dieser ließ es unter Leitung des Grafen Matteo Alberti – der Erbauer des Schlosses Bensberg – von dem Heidelberger Baumeister Johann Adam Breunig umbauen und durch zwei Flügelbauten wesentlich vergrößern. Das Bauwerk wurde in mehreren Bauabschnitten ab dem Jahre 1697 errichtet und ausgebaut. Im Jahr 1752 wurde eine Gartenerweiterung auf dem damals rund 70 Hektar großen Areal vorgenommen. Im gleichen Jahr wurde auch das Schlosstheater eröffnet. Obwohl das Schloss seit der Verlegung der Residenz des Kurfürsten Karl Theodor von Mannheim nach München im Jahr 1778 kaum mehr benutzt wurde, wurde in der Folgezeit am Garten weiter gearbeitet.
Unter Karl Theodor war Schwetzingen Sommerresidenz: Die Hofhaltung wurde in den warmen Monaten von Schloss Mannheim nach Schloss Schwetzingen verlegt. Die Schlichtheit der Wohnungen des Kurfürstenpaares und eine größere Informalität der Umgangsformen waren Ausdruck eines vorgeblich einfacheren, unbeschwerten „Lebens auf dem Lande“.
An der künstlerischen Ausgestaltung von Schloss und Garten waren nahezu alle am Hof in Mannheim beschäftigten Künstler beteiligt. Dazu gehörten Alessandro Galli da Bibiena und Peter Anton von Verschaffelt. Der Lothringer Nicolas de Pigage war Intendant der Gärten und Wasserkünste sowie der bestimmende Architekt in der Karl-Theodor-Zeit. Pigage erweiterte den Garten in allen Stilwandlungen der Zeit. Der Zweibrücker Hofgärtner Johann Ludwig Petri plante das Hauptparterre und den Zirkel des französischen Gartens. Der erste Hofgärtner, van Wynder, wurde aus Kassel nach Schwetzingen berufen.
Der zweite Hofgärtner war Johann Wilhelm Sckell, ein Hauptmitarbeiter Pigages. Sein Sohn Friedrich Ludwig Sckell wurde 1804 nach München berufen, wo er den Englischen Garten anlegte. Der erste badische Gartenbaudirektor war Johann Michael Zeyher, der den Flieder in Schwetzingen einführte.
Schloss Schwetzingen zählt heute zu den landeseigenen Monumenten und wird von der Einrichtung Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg betreut. Der Garten ist gegen Eintritt öffentlich zugänglich, Schloss und Theater können im Rahmen von Führungen besichtigt werden.
Weltkulturerbe
Im September 1999 meldete Deutschland Schwetzingen in der bei der UNESCO geführten sogenannten Tentativliste als potentielle Welterbestätte an.[1] Ein dortiger Eintrag ist die Voraussetzung dafür, dass zu einem späteren Zeitpunkt ein Antrag auf Verleihung eines entsprechenden Prädikats, in diesem Fall des Weltkulturerbes, gestellt werden kann. Dies geschah dann auch im Jahre 2007. Der Antrag umfasste einen Kernbereich von Schloss und Schlossgarten, den vorgelagerten Schlossplatz, das Ysenburgsche Palais sowie die Sichtachsen der Carl-Theodor- und der Lindenstraße. Hinzu kam eine zusätzliche Pufferzone, die weitere Teile der Stadt einbezog.[2]
Im Juni 2009 wurde der Antrag aufgrund eines negativen Votums des ICOMOS wieder zurückgenommen und infolgedessen im Laufe des folgenden Herbstes überarbeitet. Der ursprüngliche Ansatz, das freimaurerische und aufklärerische Wirken Carl-Theodors begleitend zu betonen, wurde zurückgefahren, stattdessen die künstlerische und musische Bedeutung von Schloss und Stadt hervorgehoben. Außerdem wurde der Kernbereich geringfügig erweitert.[2] Im Januar 2010 wurde der Neuantrag eingereicht.[3] Im März 2010 setzte die Kultusministerkonferenz Schwetzingen erneut auf die deutsche Nominierungsliste, diesmal für 2011.[4][5] Der als Entscheidungsgrundlage dienende Bewertungsbericht der ICOMOS vom Mai 2012 empfahl jedoch abermals, die Anlage nicht aufzunehmen. Negativ wurde insbesondere bewertet, dass es von dieser Art von Schlössern und Gärten schon elf, beispielsweise in Dessau, in Brühl oder in Potsdam und Berlin, und damit eigentlich deren genügend auf der Welterbeliste gebe. Eine besondere Stellung Schwetzingens habe nicht erkannt werden können.[6] Das Welterbekomitee stimmte dem ICOSMOS-Votum zwar mehrheitlich nicht zu, behandelte den Schwetzinger Antrag aber auch nicht, sondern empfahl stattdessen, einen neuen, abermals überarbeiteten Entwurf vorzulegen. Ob es dazu kommt, ist fraglich.[7][8][9] Über einen erneuten Versuch wurde nichts bekannt.
Schloss
Plan von Schwetzingen (um 1840)
Eine Anfahrt aus Heidelberg liegt auf der geraden Verbindung vom Königstuhl nach Schwetzingen. Die Trasse ist von erhöhter Position aus in der Landschaft noch gut erkennbar, aber nicht durchgehend befahrbar. Vom Königstuhl aus gesehen läuft diese Linie hinter dem Schloss weiter auf die Kalmit zu.
Vom Schwetzinger Schlossplatz gelangt man in den Ehrenhof. In den beiden ehemaligen Wachhäuschen am Schlosstor befinden sich heute ein Museumsladen und ein Café. Der Hof wird links und rechts von symmetrischen Wirtschaftsgebäuden flankiert. In der Mitte, an der Westseite, befindet sich das Corps de Logis, der Wohnbau des Schlosses.
Innenräume
In einer langwierigen Restaurierung der Jahre 1975–1991 wurden die Innenräume des Schlosses wiederhergestellt und mit authentischen Möbeln des 18. Jahrhunderts eingerichtet. In der Beletage verdeutlichen im Rahmen eines Schlossmuseums die Gesellschaftsräume, die Wohnung des Kurfürsten und die Wohnung der Kurfürstin das Funktionsprofil des Schlosses in der Karl-Theodor-Zeit.
Von besonderem kunstgeschichtlichen Rang sind die Räume der in badischer Zeit ab 1803 umgestalteten Wohnung der Reichsgräfin Luise Karoline von Hochberg im zweiten Obergeschoss aufgrund der vorzüglich erhaltenen Handdrucktapeten (1804) der Firma Zuber et Cie in Rixheim (Compagniezimmer mit Alpenpanorama „Vues de Suisse“, Schlafzimmer, Grand Cabinet).
Zirkelbauten
Nördlicher Zirkelbau
Südlicher Zirkelbau
Die Zirkelbauten sind zwei eingeschossige, dank hoher Fenstertüren mit unmittelbarem Gartenzugang versehene Werksteinbauten, die sich seitlich an das Schloss zu einem Halbrund anschließen und das kreisrunde Gartenparterre gemeinsam mit dem Halbkreis der Wandelgänge aus Lattenwerk umfangen. Der nördliche Zirkelbau wurde in den Jahren 1748/1749 von Alessandro Galli da Bibiena erbaut, der südliche im Jahr 1753 von Franz Wilhelm Rabaliatti. Die Zirkelbauten wurden für die Hofgesellschaften (Speisetafel, Spiele und Konzerte, Bälle) genutzt. Solche zusätzlichen, repräsentativen Räumlichkeiten waren angesichts der beengten Verhältnisse im alten Wohnbau des Schlosses unverzichtbar. Heute werden die Zirkelbauten als Schlossrestaurant, Café und Theaterfoyer sowie für Konzerte und Ausstellungen genutzt.
Theater
→ Hauptartikel: Schlosstheater Schwetzingen
Das kurfürstliche Hoftheater im frühklassizistischen Stil (oft fälschlich „Rokokotheater“ genannt) wurde am 15. Juni 1753 mit Oper Il figlio delle selve („Der Sohn der Wälder“) von Ignaz Holzbauer eröffnet. Hier wirkten Sänger, Instrumentalisten und Komponisten von internationalem Rang, darunter die Vertreter der Mannheimer Schule. Nachdem Karl Theodor seine Residenz nach München verlegt hatte, fanden nur noch gelegentliche Aufführungen in Schwetzingen statt, wenn der Kurfürst dort zu Besuch war. Auch in der badischen Zeit wurde das Theater nur selten benutzt. Es verfiel und konnte nicht mehr bespielt werden. 1936/37 und 2002/03 wurde das Theater völlig renoviert. Die Brüstungen der leicht ansteigenden Logenränge haben im Grundriss die Form einer Lyra. Die Pfeiler sind reich verziert und von Korbbögen überbrückt, die die Wirkung des Raumes vertiefen.
Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen
Im südlichen Flügel des Schlosses sind seit ihrer Gründung 1953 die Fachhochschule Schwetzingen – Hochschule für Rechtspflege bzw. deren Vorgängereinrichtungen untergebracht. Aufgrund umfangreicher Umbau- und Renovierungsarbeiten wurde der Studienbetrieb seit September 2009 in ein Ausweichquartier nach Mannheim-Wohlgelegen verlegt.
Garten
Parterre
Der Schwetzinger Schlossgarten gliedert sich in einen Französischen Garten und einen Englischen Garten. Bei der kunsthistorischen Interpretation des Gartens wird auch unterschieden zwischen dem „Garten der Allegorien“, also jener Gartenteil, in welchem ohne tiefere Bedeutung allegorische Figuren stehen, und dem „Garten der Vernunft“. Zum „Garten der Vernunft“ zählen Minervatempel, Merkurtempel, Moschee, Apollotempel, Tempel der Botanik, das römische Wasserkastell sowie das Arboretum, also jene Gartenteile, in denen im Sinne aufklärerischen Denkens die Vernunft gefeiert wird. Der Schwetzinger Schlossgarten war, mit Ausnahme des Bereiches um das Badhaus, bereits in kurfürstlicher Zeit für die gesamte Bevölkerung zugänglich, damals noch ohne Eintrittsgeld. Eine Parkordnung regelte das angemessene Verhalten der Besucher.
Französischer Garten
Luftaufnahme des Barockgartens
Fontäne in der Gartenmitte
Längs der Hauptachse des Gartens blickt man nach Osten auf den Königstuhl im Odenwald und nach Westen auf die Kalmit im Pfälzerwald.
Der Barockgarten ist nach französischer Art in strengen geometrischen Formen angelegt. Die wichtigsten Elemente sind die Hauptachse, die Querachse und das Kreisrund. Der vordere Gartenteil zeigt Parterres und Boskette. Auf der Schlossterrasse befinden sich Urnen, die die vier Weltzeitalter darstellen (goldenes, silbernes, ehernes und eisernes Zeitalter). Zudem befinden sich dort zwei vergoldete Atalanten, die noch aus dem Vorgängergarten stammen. Eine Besonderheit des französischen Gartens ist die kreisförmige Anlage der zentrale Teil rund um den Arionbrunnen, das sogenannte Kreisparterre.
Der zentrale Arionbrunnen von Guibal hat eine Begebenheit der antiken Mythologie zum Thema: Arion (Arion von Lesbos) ist ein berühmter Sänger. Nach einem Wettstreit reich beschenkt, wird er auf See von den Schiffsleuten bedrängt. Er bittet, ein letztes Mal singen zu dürfen. Bei seinem Gesang erscheinen Delfine. Der Sänger stürzt sich in die Fluten und ein Delfin bringt ihn an die Küste, so dass er seinen Weg nach Korinth fortsetzen kann. Das Sternbild Delphin wird in manchen Überlieferungen als der von den Göttern ans Firmament entrückte Arion auf dem Delfin gedeutet.
Abgeschlossen wird der französische Garten durch die Darstellung einer Hirschjagd von Verschaffelt. In unmittelbarer Nähe sind die vier Elemente in Skulpturen dargestellt.
Englischer Garten
Die westlichen und nordwestlichen Teile des Gartens wurden als englischer Landschaftsgarten gestaltet. Im Gegensatz zum französischen Garten sind hier die Wege und Uferlinien leicht geschwungen. Am unregelmäßigen Waldbereich wurde fast nichts verändert.
Arboretum
Ein Arboretum ist eine Sammlung oft exotischer Gehölze. Der Gartenbaumeister Zeyher legte diesen Garten im Jahr 1802 mit exotischen Bildern aus aller Welt an. Besonders kunstvoll ist das schmiedeeiserne, teilvergoldete Tor von Rabaliatti. Auf derselben Fläche befand sich vorher eine Fasanerie mit Tiergehegen.
See
See mit Schloss im Hintergrund
See im Winter
Gartenphaeton des Kurfürsten 1775
Schon beim Betreten des Schlossgartens sieht der Besucher auf den großen See, der den Garten abschließt. An der Stelle des Sees befand sich ursprünglich ein ummauertes Bassin, das auf Vorschlag Zeyhers im Jahr 1823 auf Befehl des Großherzogs Ludwig von Baden erweitert und in einen See mit natürlicher Uferausformung umgewandelt wurde. Zwei Skulpturen (Kopien) von Verschaffelt ruhen auf der dem Schloss zugewandten Längsseite beidseitig der Blickachse: die Flussgötter Rhein und Donau. Die Originale sind in der Orangerie zu besichtigen.
Der See und alle weiteren Gewässer werden seit Pigage von zwei Wasserwerken gefüllt, die den Leimbach als Antrieb für die Mühlräder der Pumpen nutzten. Dieser umschloss bereits die ursprüngliche Burganlage und fließt vom Kraichgau kommend in Richtung Rhein. Für die Fontänen wurde sauberes Grundwasser verwendet. Diese Pumpen befanden sich im nördlichen Schlossflügel (oberes Wasserwerk mit Hochbehälter im heutigen Finanzamt). Ein zweites Pumpwerk mit Hochbehälter, das einen gleichbleibenden Druck sicherstellte, war am Parkende hinter dem Aquädukt verborgen (unteres Wasserwerk).
Für Karl-Theodor kaufte Pigage 1775 in London einen Gartenphaeton mit Lakai-Antrieb, wozu alle Hauptwege topfeben angelegt und sogar vorzeitliche Grabhügel abgetragen wurden. Damit konnte der Kurfürst im Park herumfahren, ohne dass Pferdeexkremente die Gartenwege verschmutzten. Der Muskelkraftwagen, heute im Schloss Nymphenburg, regte den Heidelberger Studenten Karl Drais vor 1803 zur späteren Erfindung des Ur-Fahrrads an.[10]
Bauten
Im Schwetzinger Schlosspark befinden sich neben zahlreichen Statuen auch einige Bauwerke. Das Gebäudeprogramm zeigt einen philosophischen und architektonischen Bezug auf die klassische Antike und, im Falle des Moschee-Komplexes, auf den Islam und die orientalische Weisheitslehre. Neuere Forschungen wollen im Schwetzinger Garten ein freimaurerisches Programm erkennen, in dem christliche Vorstellungen eingebunden wären. Gartenbauten, Wegbeziehungen, Tore und Brücken sollten den Park nicht nur in Einzelräume unterteilen, sondern größer wirken lassen. Einen eigenen Komplex bietet das früher nur auf Einladung oder Befehl des Kurfürsten zugängliche Badhaus, ein kleines Lusthaus mit eigenem Garten und dem „Perspektiv“.
Nach Ansicht von Richard Benz führte das Erlebnis der „künstlichen Ruinen“ im Schwetzinger Schlosspark die Dichter des 18. Jahrhunderts zur Beschäftigung mit den echten Ruinen des Heidelberger Schlosses und damit zur im späten 18. Jahrhundert einsetzenden „Wiederentdeckung“ Heidelbergs.[11]
Merkurtempel
Die Lage des Tempels oberhalb des Moscheeweihers
Der Tempel von Norden
Der Tempel aus der Nähe
Relief am Tempel
In den „Parties sauvages“, den südwestlichen landschaftlichen Partien des Schwetzinger Gartens wurde bereits 1784 ein „Monument“ gegenüber der Moschee geplant. 1787/88 entstand der Ruinenbau Pigages, der erstmals 1791 dem römischen Gott Merkur zugewiesen wird. Sein kellerartiger Unterbau aus großen Sandsteinblöcken erscheint als Rest eines älteren Vorgängers. Der dreigeschossige, turmartige Merkur-Tempel aus Tuffstein besitzt ein im Grundriss sechseckiges Hauptgeschoss, darüber ein Attikageschoss und eine abschließende Laterne. Auf Merkur verweisen Reliefs aus Stuckmarmor über den Eingängen der drei gleichartigen Fassaden.
Die Deutung der Parkruine ist kontrovers: Nach überkommener Lesart steht sie für die Überwindung von Geheimlehren durch die Vernunft. Diese Lesart verweist darauf, dass der Tempel die Form eines römischen Grabmals hat. Durch drei Reliefs, die ausschließlich negative Episoden aus dem Leben des Merkur zeigen, wird dieser mit dem antiken Hermes Trismegistos, einem Symbol für Magie, gleichgesetzt. Der Aberglaube ist also gewissermaßen in seinem eigenen Tempel begraben worden. In diesem Zusammenhang wird auch betont, dass man von der Moschee über einen Weiher auf den Merkurtempel blickt. Wenn man die Moschee als Symbol für die Weisheit versteht, bedeutet dies: Der Weise muss Tod und Aberglaube nicht fürchten. Eine neue freimaurerische Interpretation hingegen sieht verborgene Verweise auf den Salomonischen Tempel und seinen Architekten Hiram Abif.
Der Merkurtempel hat die Funktion eines Aussichtspunkts, das Obergeschoss gestattet einen Blick über den See und auf die Moschee.
Minervatempel
Minervatempel
Die römische Göttin Minerva ist mehrfach im Schlossgarten dargestellt. Symmetrisch zu dem Minerva-Tempel war als Gegenstück ein Tempel des Cupido geplant, der nicht zur Ausführung kam.
Der von Pigage entworfene Tempel war 1769 vollendet. Seine viersäulige Front korinthischer Säulenordnung ist durch ein antik-römisches Vorbild angeregt, den Eingangsbau zur Portikus der Octavia. Einmalig ist die Umkehrung des Verhältnisses von Säulenhalle und Cella: Die Tempelcella wird zu einer gegenüber der Natur geöffneten Raumhülle umgedeutet, innerhalb derer sich die Säulenstellung fortsetzt.
Minerva, Göttin der Weisheit, erscheint vor der Rückwand in einem umgearbeiteten Standbild von Gabriel de Grupello. Sie ist, auch nach Ausweis des Giebelfeldes, die Göttin der friedlichen Künste und Wissenschaften, insbesondere der Gartenkunst. Die mit Marmorbänken ausgestattete Cella dient Parkbesuchern als Ruheraum, kann aber auch als imaginärer Versammlungsort derjenigen, die Weisheit erlangt haben, verstanden werden.
Unterhalb des Tempels befindet sich ein rechteckiger Raum, mit Nischen und runden Fensteröffnungen. Dieser Raum ist von außen zugänglich und zeigt Merkmale eines geheimen Versammlungsortes. Er wird von Pan regiert, wie eine Maske über der Tür anzeigt. Der Minerva-Tempel, der sich über dieser irrationalen Sphäre erhebt, wird so ein aufklärerisches Monument der gestaltenden Vernunft und der menschlichen Zivilisationsleistung.
Apollotempel
Apollotempel von Westen
Apollotempel von Westen
Lyraspielender Apollo
Apollos Rücken
Im Jahr 1762 plante man an dieser Stelle ein Belvedere. Nach dem Entwurf von Nicolas de Pigage entstand ein hoher, terrassierter Unterbau, auf dessen oberster Plattform sich ein Monopteros, ein Rundtempel mit zwölf Säulen ionischer Säulenordnung ohne Cella erhebt. Der Tempel ist dem griechischen Gott Apollo gewidmet. Die Statue des Apollo stammt von dem Bildhauer Anton von Verschaffelt. Sie zeigt den Gott beim linkshändigen Lyra-Spiel, was dem Künstler einigen Hohn eingebracht hat. In einem Briefwechsel zwischen Gleim, Wilhelm Heinse und Johannes von Müller heißt es, er stehe zwar »gar heilig« auf einer Anhöhe, »nur hat der linke Gott darin einen erbärmlichen Hintern«.
Der Apollo-Tempel krönt eine nach zwei Seiten gerichtete Anlage: Vom Eingang an der Westseite steigt der Besucher durch felsige, dunkle und verwirrende Korridore zur lichtumfluteten Plattform mit dem klassischen Monopteros empor. Aus der Sicht der Zuschauer im östlichen Heckentheater krönt der Tempel den Bühnenprospekt. Apoll erscheint als Gott der Künste und Führer der Musen auf dem Berg Helikon, wo der Hufschlag des Pegasus die Quelle Hippokrene, deren Wasser durch die Najaden über die Kaskade an die Menschen weitergegeben wird.
Tempel der Waldbotanik
Tempel der Waldbotanik
Der von Pigage entworfene Tempel der Waldbotanik – „Botanicae Silvestris“ – wurde schon 1777 geplant. Die Weiheinschrift nennt das Datum 1778, aber erst 1780 wurde der Bau fertig. Er bildet den Abschluss des „Arboretum Theodoricum“, der Baumsammlung im sogenannten Wiesentälchen. Der aufgesockelte, zylindrische Baukörper weist außen Rauputz nach Art von Eichenrinde auf. Eine Freitreppe, auf deren Wangen Sphingen wachen, führt zur Eingangstür. Innen vermittelt eine runde Öffnung von circa 20 cm Durchmesser in der Fußbodenmitte zu einem dunklen Gewölbe darunter. Das Bildprogramm handelt vom Wachsen, Reifen und Absterben der Natur. Vier große Relieffelder zeigen Symbole der vier Jahreszeiten in Verbindung mit einem antiken Dreifuß. Die Naturrhythmen werden mit der modernen Naturwissenschaft verknüpft: Bildnismedaillons der älteren Autoritäten Theophrastos von Eresos und Plinius stehen solche der modernen Naturforscher Joseph Pitton de Tournefort und Carl von Linné gegenüber. Linnés revolutionäres Buch über die Pflanzensystematik bildete das inzwischen verschwundene Attribut einer Statue der Göttin Ceres in der Mittelapsis.
Badhaus
Badhaus
Das von Pigage errichtete Badhaus ist ein kleines Lusthaus nach Art einer italienischen Villa. Während unter Karl Theodor der übrige Schlossgarten öffentlich zugänglich war, durfte der Badehaus-Bereich, zu dem ein eigener Garten gehört, nur auf Einladung oder mit Genehmigung des Kurfürsten betreten werden. Hier konnte Karl Theodor wie ein Privatmann leben und sich seinen musischen Neigungen hingeben. Vom Apollo-Bezirk her wird das Badhaus durch eine im Grundriss halbkreisförmige Exedra betreten, eine gleich gebildete liegt an der Rückseite. Durch beide Eingangsbereiche gelangt der Besucher in den Ovalsaal mit der Aurora als Deckengemälde und vier Horen als vergoldeten Plastiken, der das Zentrum des Schlösschens bildet. Vom Ovalsaal gehen nach Westen und nach Osten flurartige Vorzimmer mit fein eingelegtem Parkett aus drei Hölzern ab. Über sie gelangt der Besucher in das Schlafzimmer des Kurfürsten (Südwestseite, mit separater Toilette) und in den Baderaum (Nordwestseite) mit einem vertieften Marmorbecken (etwa 1‚2 m tief) mit zwei Sitzbänken in einer elliptischen Nische. Die Wasserleitungen sind als bekrönte Schlangen ausgearbeitet. An der Nordostseite liegt das Chinesische Zimmer mit chinesischen Papiertapeten, an der Südostseite das Schreibzimmer mit Landschaftsgemälden von Ferdinand Kobell.
In der beim Badhaus gelegenen Badhausküche befand sich der Kessel zum Erhitzen des Badewassers. Bemerkenswert ist, dass das Badhaus im Verhältnis zum Hauptschloss in der gleichen Position gelegen ist wie sein Vorbild, das Grand Trianon, im Schlosspark von Versailles.
Wasserspeiende Vögel
Uhu mit geschlagenem Fasan
wasserspeiende Vögel auf der Einfassung
Brunnen der wasserspeienden Vögel
Eine Attraktion des Badhausgartens ist der Brunnen der wasserspeienden Vögel (alle aus Eisenblech gearbeitet). Im mittleren Bassin sitzt in Angriffshaltung mit gespreizten Flügeln ein Uhu, der in seinen Fängen einen von ihm geschlagenen Fasan hält. Oben auf der Einfassung aus Lattenwerk, das die Anlage umgibt, sitzen zwanzig andere Vögel, die den Uhu (mit Wasser) bespucken. Das Thema des Brunnens geht auf eine Fabel von Äsop zurück, die vom Zorn der guten Vögel über den bösen Uhu handelt. Die Schwetzinger Figuren stammen aus dem lothringischen Schloss La Malgrange des polnischen Exkönigs Stanislaus I. Leszczyński. Vier Volieren mit lebenden, zwitschernden Vögeln erhöhen die Illusion. Zu der Anlage zählen zwei weitere kleine Gebäude, die sogenannten Achathäuschen.
Perspektiv
Perspektiv im Laubengang
Perspektiv aus der Nähe
Perspektiv von außen
Blick auf die halbrunde Mauer vom „Perspektiv“ oder „Ende der Welt“ im Schlossgarten Schwetzingen.
Das Perspektiv oder Ende der Welt im Schlossgarten Schwetzingen.
Das Perspektiv, im Volksmund als „Ende der Welt“ bezeichnet, schließt die Hauptachse des Badhausgartens nach Norden hin ab. Am hinteren Ende der Treillage ist eine Flusslandschaft zu erkennen. Dabei handelt es sich um die Kopie eines Gemäldes von Ferdinand Kobell auf einer Mauer. Durch geschickt genutzten Lichteinfall erscheint das Bild realistisch. Im Zusammenspiel mit dem zuführenden Gang und einem Architekturrahmen vor der Mauer entsteht eine starke Tiefenwirkung.
Aufbau des Perspektivs (von Pigage gestaltet): An den Laubengang (Treillage) schließt sich ein Pavillon mit zwei Seitenräumen an. Der Hauptraum des Pavillons (zum Gemälde hin offen und mit Tuffstein verkleidet) ist als Grotte gestaltet. Gegenüber dem Eingang des Laubengangs befindet sich eine Maueröffnung im Pavillon. In der Maueröffnung sind eiserne Schilfblättchen angebracht und Wasser tropft von der Grottendecke in ein Bassin. Hinter dieser Öffnung befindet sich in etwas Abstand eine halbrunde Mauer mit Landschaftsgemälde (in Freskotechnik). Das Landschaftsgemälde wird durch das Sonnenlicht beleuchtet und strahlt so förmlich, wenn man vor dem Laubengang steht.
Orangerie
Orangerie
→ Hauptartikel: Orangerie (Schwetzingen)
Ab dem 16. Jahrhundert kamen an den europäischen Fürstenhöfen Sammlungen von Orangen und anderen Zitrusbäumen in Mode. Diese überwinterten in abschlagbaren, nur für die kalte Jahreszeit um die Pflanzen herum errichteten Gebäuden. Im späten 17. und im 18. Jahrhundert wurden die Pflanzen in Pflanzkästen und Kübeln gehalten, die in einem festen Gebäude überwinterten und in den warmen Monaten in einem Orangerieparterre ins Freie gestellt wurden.
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts konnte der Bedarf an Räumlichkeiten für höfische Festivitäten in Schwetzingen nicht annähernd gedeckt werden. Eine Orangerie mit großem Festsaal westlich des Schlosses sollte hier Abhilfe schaffen. So hatte es jedenfalls Kurfürst Karl Philipp entschieden, der 1716 die Nachfolge des überwiegend in Düsseldorf residierenden Kurfürsten Johann Wilhelm angetreten hatte.
Die unter Karl Theodor errichtete Schwetzinger Orangerie mit ihren Fassadenmalereien wurde von Nicolas de Pigage entworfen. Die Malereien täuschen Naturstein als Material vor, wo nur simple Backsteinmauern sind. Davor liegt das Orangerieparterre, das gegenüber den anderen Gartenbereichen zugunsten eines Binnenklimas abgesenkt und zur warmen Südseite ausgerichtet ist. An den Ecken des Parterres befinden sich Statuen von drei Jahreszeiten, die vierte fehlt. In der Mitte stehen die Orangen- und Zitronenbäume in Kübeln auf einer rechteckigen Insel.
Moschee
→ Hauptartikel: Moschee Schwetzingen
Rote Moschee im Türkischen Garten
Wandelgang mit Eckpavillon
Innenansicht der Moscheekuppel
Im hinteren (südlichen) Bereich, dem Türkischen Garten, steht die Rote Moschee von Pigage, errichtet von 1778 bis 1785. Das Bauwerk hat keine liturgische Funktion, es handelt sich vielmehr um ein Gartenfolly mit ausschließlich ästhetischer Bedeutung. Die Schwetzinger Moschee ist der erste und größte Bau dieser Art in einem deutschen Park. Das Gebäude des späten Barock ist mit zahlreichen orientalischen Elementen versehen. Der Moscheehof wurde gelegentlich für Freilichtaufführungen von Opern genutzt. Die Moschee wurde im 20. Jahrhundert zeitweise von Muslimen genutzt.
Vor der Moschee befinden sich der ehemalige fürstliche Obstgarten, dahinter eine Baumschule und die Schlossgärtnerei.
Römische Wasserleitung
Römische Wasserleitung
Im Sommer 1779 wurde die am nördlichen Rand des Gartens gelegene künstliche Ruine nach Entwürfen von Nicolas de Pigage begonnen. Ein Torbau, auf dem noch ein Turmaufsatz erhalten scheint, erinnert an einen römischen Triumphbogen. In seiner mittleren Arkade rauscht ein Wasserfall. Von diesem Torbau greifen nach drei Seiten die Reste eines Aquäduktes aus, wobei der östliche Arm einen Freiplatz hinterfängt, auf dem sich ein Obelisk erhebt.
Pigage konnte auf eigene Antikenstudien während seiner Italienreise 1767/68 zurückgreifen. Die Verbindung von Torbogen und Aquädukt begegnet an der römischen Porta Maggiore und am Aquädukt der Acqua Vergine. Das Turmfreigeschoss könnte durch mittelalterliche Wehraufbauten auf römischen Brücken angeregt sein. Die Vorbilder finden sich in Veduten von Piranesi. Die Bezeichnung als Römisches Wasserkastell erscheint erst 1828.
Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)
Blick über die Chinesische Brücke, im Hintergrund der Merkurtempel
Die oft als „chinesisch“ bezeichnete Brücke im hinteren, nordwestlichen Bereich des Gartens verbindet den französischen mit dem englischen Gartenteil. Das Bauwerk geht tatsächlich auf einen Brückenentwurf des in Venetien tätig gewesenen Renaissance-Architekten Andrea Palladio zurück. Die Brücke hat den populären Beinamen „Lügenbrücke“, denn wer auf deren unregelmäßigen Stufen ins Straucheln kommt, soll schon einmal geschwindelt haben.
Landschaftsschutzgebiet
Bereits am 8. August 1952 hat das damalige Landratsamt Mannheim den Schloßgarten unter der Bezeichnung Schwetzinger Schloßgarten und Umgebung als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Das Gebiet mit der Nummer 2.26.013 hat aktuell eine Größe von rund 190 Hektar und umfasst den historischen Park aus der Kurfürstenzeit sowie das westliche Vorgelände und die historische Jagdanlage am Stern.
Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses
Voltaire kam im Jahr 1753 zum ersten Mal nach Schwetzingen und war 14 Tage lang Gast des mit ihm befreundeten Kurfürsten. Im Sommer 1758 kam Voltaire erneut zu einem kurzen Aufenthalt nach Schwetzingen. Wolfgang Amadeus Mozart wirkte zusammen mit seinem Vater und seiner Schwester an einem Hofkonzert am 18. Juli 1763 mit. Der Komponist Christoph Willibald Ritter von Gluck war im Jahr 1774 Gast des Kurfürsten. Friedrich Schiller fand in Schwetzingen Anregungen zu den gegensätzlichen „Aranjuez-Stimmungen“ des ersten Aktes von Don Karlos. Der Schauspieler August Wilhelm Iffland schilderte in einem Brief vom 26. November 1779 eine Jagd bei Schwetzingen, die 50.000 Gulden gekostet hatte und bei der für 9.000 Menschen Zuschauergerüste aufgebaut waren. Kaiser Joseph II. hielt sich im Jahr 1781 unter dem Namen Graf von Falkenstein in Schwetzingen auf.
Siehe auch
Schloss Benrath – 1755 bis 1773 von Pigage im Auftrag von Kurfürst Karl Theodor erbaut am Übergang vom Rokoko zum Klassizismus. Der Garten ist eine geometrisch achsensymmetrische Barockanlage nach französischem Vorbild, der Privatgarten des Kurfürsten wurde im 19. Jahrhundert landschaftlich umgestaltet. Im Nebengebäude des Schlosses befindet sich das Museum für Europäische Gartenkunst.
Maulbeerbaumallee nach Heidelberg – im Zusammenhang mit der Seidenraupenzucht.
Literatur
Carl Ludwig Fuchs, Claus Reisinger: Schloss und Garten zu Schwetzingen. 2. Auflage. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2008, ISBN 978-3-88462-266-7
Volker Hannwacker: Friedrich Ludwig von Sckell. Der Begründer des Landschaftsgartens in Deutschland. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1992, ISBN 3-421-03012-X, S. 11–21.
Nanette Schärf, Hartmann Manfred Schärf: Das Badhaus im Schwetzinger Schlossgarten. Die Restaurierung des Gebäudes, seiner Innenräume und Ausstattungen. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 37. Jg. 2008, Heft 1, S. 29–35 (PDF)
Ralf Richard Wagner: In seinem Paradiese Schwetzingen … Das Badhaus des Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz. Hrsg. von Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2009, 302 S., ISBN 978-3-89735-587-3.
Wegweiser durch den Schwetzinger Garten. Mit zwölf Ansichten von Conrad Caspar Rordorf. Engelmann, Heidelberg 1830 (Digitalisat)
Karl Wörn: Schwetzingen Lebendige Stadt. 3. Auflage. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 1980.
Oswald Zenker: Schwetzinger Schlossgarten. Ein Führer durch das Französische Gartenparterre und den Englischen Landschaftsgarten, mit Informationen über Schloss und Rokokotheater sowie Sehenswürdigkeiten der Umgebung. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 2002, ISBN 3-87742-170-9.
Film
Im Hain des Apoll. Der Schlosspark Schwetzingen. Dokumentarfilm, Deutschland, 2007, 28:20 Min., Buch und Regie: Christopher Paul, Produktion: SWR, Reihe: Schätze des Landes, Inhaltsangabe von ARD.
Weblinks
Commons: Schloss Schwetzingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Offizielle Seite von Schloss Schwetzingen
Infos zum Schloss auf der Seite der Stadt Schwetzingen
Schloss Schwetzingen von ZUM
Kein Land „wo die Zitronen blühen“. In: Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Artikel zur Geschichte von Orangerien, darunter der in Schwetzingen
Schloss Schwetzingen auf badischewanderungen.de
Schloss Schwetzingen als 3D-Modell im 3D Warehouse von SketchUp
Einzelnachweise
Schwetzingen: A Prince Elector’s Summer Residence – garden design and Freemasonic allusions. Eintrag in der Tentativliste der UNESCO auf deren Website, abgerufen am 8. April 2014 (französisch)
Vorlage zur Gemeinderatssitzung vom 22. September 2009, abgerufen am 8. April 2014
Neue Akzente sollen in Paris überzeugen. Schwetzinger Zeitung, 2. Februar 2010, abgerufen am 8. April 2014
Die Sommerresidenz und ihre Musik sollen es richten. Mannheimer Morgen, 6. März 2010, abgerufen am 8. April 2014
Kurfürstliche Sommerresidenz Schwetzingen für die Aufnahme in die UNESCO-Weltkulturerbeliste nominiert. Pressemitteilung des Landesdenkmalsamts Baden-Württemberg vom 8. März 2010, abgerufen am 8. April 2014
ICOMOS Evaluations of Nominations of Cultural and Mixed Properties. Empfehlungsbericht zur 36. Sitzung des Welterbekomitees im Juni/Juli 2012, S. 224–233, PDF-Datei, 28,4 MB, abgerufen am 8. April 2014 (englisch)
Schwetzingen zunächst nicht Welterbe. Pressemitteilung der Stadt Schwetzingen vom 29. Juni 2012, abgerufen am 8. April 2014
Johanna Eberhardt: Schwetzingen nimmt keinen neuen Anlauf. Stuttgarter Zeitung, 3. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014
Kein dritter Anlauf für Unseco-Welterbe-Titel in Schwetzingen. xity, 2. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014
Hans-Erhard Lessing: Zwei Räder statt vier Hufe – Karl Drais G.Braun-Verlag, Karlsruhe 2010
Richard Benz: Heidelberg. Schicksal und Geist, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen, 2. Auflage 1975, ISBN 3-7995-4008-3, S. 296
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Schloss Schwetzingen ist ein Schloss in Schwetzingen, das vor allem den pfälzischen Kurfürsten Karl Philipp und Karl Theodor als Sommerresidenz diente. Bekannt ist in erster Linie der im 18. Jahrhundert angelegte Schlossgarten. Jährlich finden im Schloss die Schwetzinger Festspiele und alle zwei Jahre das Lichterfest statt.
Inhaltsverzeichnis
1 Geschichte
2 Weltkulturerbe
3 Schloss
3.1 Innenräume
3.2 Zirkelbauten
3.3 Theater
3.4 Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen
4 Garten
4.1 Französischer Garten
4.2 Englischer Garten
4.3 Arboretum
4.4 See
4.5 Bauten
4.5.1 Merkurtempel
4.5.2 Minervatempel
4.5.3 Apollotempel
4.5.4 Tempel der Waldbotanik
4.5.5 Badhaus
4.5.6 Wasserspeiende Vögel
4.5.7 Perspektiv
4.5.8 Orangerie
4.5.9 Moschee
4.5.10 Römische Wasserleitung
4.5.11 Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)
4.6 Landschaftsschutzgebiet
5 Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses
6 Siehe auch
7 Literatur
8 Film
9 Weblinks
10 Einzelnachweise
Geschichte
Das Schwetzinger Schloss wurde im Jahr 1350 zum ersten Mal als Feste urkundlich erwähnt. Es handelte sich um ein mittelalterliches Wasserschloss. 1427 kam es in den Besitz des Kurfürsten Ludwig III. In der Folgezeit wurde es mehrfach umgebaut, diente als Jagdschloss und wurde gegen Ende des Dreißigjährigen Kriegs zerstört. Kurfürst Karl Ludwig ließ das Schwetzinger Schloss für seine Geliebte Luise von Degenfeld wieder aufbauen. Während eines Besuchs im August 1656 hatte er den Einwohnern von Schwetzingen bereits befohlen, sämtlichen Schutt wegzuräumen, wobei aufgelesene Trümmerteile wie Steine, Hölzer und „altes Eisenwerk“ bei den Untertanen zur eigenen Verwendung verbleiben durften. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde das Schloss erneut zerstört, die Grundmauern blieben allerdings stehen.
Karl Philipp
Karl Theodor
Seine heutige Form erhielt das Schloss auf Befehl des Kurfürsten Johann Wilhelm, der in Düsseldorf regierte. Dieser ließ es unter Leitung des Grafen Matteo Alberti – der Erbauer des Schlosses Bensberg – von dem Heidelberger Baumeister Johann Adam Breunig umbauen und durch zwei Flügelbauten wesentlich vergrößern. Das Bauwerk wurde in mehreren Bauabschnitten ab dem Jahre 1697 errichtet und ausgebaut. Im Jahr 1752 wurde eine Gartenerweiterung auf dem damals rund 70 Hektar großen Areal vorgenommen. Im gleichen Jahr wurde auch das Schlosstheater eröffnet. Obwohl das Schloss seit der Verlegung der Residenz des Kurfürsten Karl Theodor von Mannheim nach München im Jahr 1778 kaum mehr benutzt wurde, wurde in der Folgezeit am Garten weiter gearbeitet.
Unter Karl Theodor war Schwetzingen Sommerresidenz: Die Hofhaltung wurde in den warmen Monaten von Schloss Mannheim nach Schloss Schwetzingen verlegt. Die Schlichtheit der Wohnungen des Kurfürstenpaares und eine größere Informalität der Umgangsformen waren Ausdruck eines vorgeblich einfacheren, unbeschwerten „Lebens auf dem Lande“.
An der künstlerischen Ausgestaltung von Schloss und Garten waren nahezu alle am Hof in Mannheim beschäftigten Künstler beteiligt. Dazu gehörten Alessandro Galli da Bibiena und Peter Anton von Verschaffelt. Der Lothringer Nicolas de Pigage war Intendant der Gärten und Wasserkünste sowie der bestimmende Architekt in der Karl-Theodor-Zeit. Pigage erweiterte den Garten in allen Stilwandlungen der Zeit. Der Zweibrücker Hofgärtner Johann Ludwig Petri plante das Hauptparterre und den Zirkel des französischen Gartens. Der erste Hofgärtner, van Wynder, wurde aus Kassel nach Schwetzingen berufen.
Der zweite Hofgärtner war Johann Wilhelm Sckell, ein Hauptmitarbeiter Pigages. Sein Sohn Friedrich Ludwig Sckell wurde 1804 nach München berufen, wo er den Englischen Garten anlegte. Der erste badische Gartenbaudirektor war Johann Michael Zeyher, der den Flieder in Schwetzingen einführte.
Schloss Schwetzingen zählt heute zu den landeseigenen Monumenten und wird von der Einrichtung Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg betreut. Der Garten ist gegen Eintritt öffentlich zugänglich, Schloss und Theater können im Rahmen von Führungen besichtigt werden.
Weltkulturerbe
Im September 1999 meldete Deutschland Schwetzingen in der bei der UNESCO geführten sogenannten Tentativliste als potentielle Welterbestätte an.[1] Ein dortiger Eintrag ist die Voraussetzung dafür, dass zu einem späteren Zeitpunkt ein Antrag auf Verleihung eines entsprechenden Prädikats, in diesem Fall des Weltkulturerbes, gestellt werden kann. Dies geschah dann auch im Jahre 2007. Der Antrag umfasste einen Kernbereich von Schloss und Schlossgarten, den vorgelagerten Schlossplatz, das Ysenburgsche Palais sowie die Sichtachsen der Carl-Theodor- und der Lindenstraße. Hinzu kam eine zusätzliche Pufferzone, die weitere Teile der Stadt einbezog.[2]
Im Juni 2009 wurde der Antrag aufgrund eines negativen Votums des ICOMOS wieder zurückgenommen und infolgedessen im Laufe des folgenden Herbstes überarbeitet. Der ursprüngliche Ansatz, das freimaurerische und aufklärerische Wirken Carl-Theodors begleitend zu betonen, wurde zurückgefahren, stattdessen die künstlerische und musische Bedeutung von Schloss und Stadt hervorgehoben. Außerdem wurde der Kernbereich geringfügig erweitert.[2] Im Januar 2010 wurde der Neuantrag eingereicht.[3] Im März 2010 setzte die Kultusministerkonferenz Schwetzingen erneut auf die deutsche Nominierungsliste, diesmal für 2011.[4][5] Der als Entscheidungsgrundlage dienende Bewertungsbericht der ICOMOS vom Mai 2012 empfahl jedoch abermals, die Anlage nicht aufzunehmen. Negativ wurde insbesondere bewertet, dass es von dieser Art von Schlössern und Gärten schon elf, beispielsweise in Dessau, in Brühl oder in Potsdam und Berlin, und damit eigentlich deren genügend auf der Welterbeliste gebe. Eine besondere Stellung Schwetzingens habe nicht erkannt werden können.[6] Das Welterbekomitee stimmte dem ICOSMOS-Votum zwar mehrheitlich nicht zu, behandelte den Schwetzinger Antrag aber auch nicht, sondern empfahl stattdessen, einen neuen, abermals überarbeiteten Entwurf vorzulegen. Ob es dazu kommt, ist fraglich.[7][8][9] Über einen erneuten Versuch wurde nichts bekannt.
Schloss
Plan von Schwetzingen (um 1840)
Eine Anfahrt aus Heidelberg liegt auf der geraden Verbindung vom Königstuhl nach Schwetzingen. Die Trasse ist von erhöhter Position aus in der Landschaft noch gut erkennbar, aber nicht durchgehend befahrbar. Vom Königstuhl aus gesehen läuft diese Linie hinter dem Schloss weiter auf die Kalmit zu.
Vom Schwetzinger Schlossplatz gelangt man in den Ehrenhof. In den beiden ehemaligen Wachhäuschen am Schlosstor befinden sich heute ein Museumsladen und ein Café. Der Hof wird links und rechts von symmetrischen Wirtschaftsgebäuden flankiert. In der Mitte, an der Westseite, befindet sich das Corps de Logis, der Wohnbau des Schlosses.
Innenräume
In einer langwierigen Restaurierung der Jahre 1975–1991 wurden die Innenräume des Schlosses wiederhergestellt und mit authentischen Möbeln des 18. Jahrhunderts eingerichtet. In der Beletage verdeutlichen im Rahmen eines Schlossmuseums die Gesellschaftsräume, die Wohnung des Kurfürsten und die Wohnung der Kurfürstin das Funktionsprofil des Schlosses in der Karl-Theodor-Zeit.
Von besonderem kunstgeschichtlichen Rang sind die Räume der in badischer Zeit ab 1803 umgestalteten Wohnung der Reichsgräfin Luise Karoline von Hochberg im zweiten Obergeschoss aufgrund der vorzüglich erhaltenen Handdrucktapeten (1804) der Firma Zuber et Cie in Rixheim (Compagniezimmer mit Alpenpanorama „Vues de Suisse“, Schlafzimmer, Grand Cabinet).
Zirkelbauten
Nördlicher Zirkelbau
Südlicher Zirkelbau
Die Zirkelbauten sind zwei eingeschossige, dank hoher Fenstertüren mit unmittelbarem Gartenzugang versehene Werksteinbauten, die sich seitlich an das Schloss zu einem Halbrund anschließen und das kreisrunde Gartenparterre gemeinsam mit dem Halbkreis der Wandelgänge aus Lattenwerk umfangen. Der nördliche Zirkelbau wurde in den Jahren 1748/1749 von Alessandro Galli da Bibiena erbaut, der südliche im Jahr 1753 von Franz Wilhelm Rabaliatti. Die Zirkelbauten wurden für die Hofgesellschaften (Speisetafel, Spiele und Konzerte, Bälle) genutzt. Solche zusätzlichen, repräsentativen Räumlichkeiten waren angesichts der beengten Verhältnisse im alten Wohnbau des Schlosses unverzichtbar. Heute werden die Zirkelbauten als Schlossrestaurant, Café und Theaterfoyer sowie für Konzerte und Ausstellungen genutzt.
Theater
→ Hauptartikel: Schlosstheater Schwetzingen
Das kurfürstliche Hoftheater im frühklassizistischen Stil (oft fälschlich „Rokokotheater“ genannt) wurde am 15. Juni 1753 mit Oper Il figlio delle selve („Der Sohn der Wälder“) von Ignaz Holzbauer eröffnet. Hier wirkten Sänger, Instrumentalisten und Komponisten von internationalem Rang, darunter die Vertreter der Mannheimer Schule. Nachdem Karl Theodor seine Residenz nach München verlegt hatte, fanden nur noch gelegentliche Aufführungen in Schwetzingen statt, wenn der Kurfürst dort zu Besuch war. Auch in der badischen Zeit wurde das Theater nur selten benutzt. Es verfiel und konnte nicht mehr bespielt werden. 1936/37 und 2002/03 wurde das Theater völlig renoviert. Die Brüstungen der leicht ansteigenden Logenränge haben im Grundriss die Form einer Lyra. Die Pfeiler sind reich verziert und von Korbbögen überbrückt, die die Wirkung des Raumes vertiefen.
Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen
Im südlichen Flügel des Schlosses sind seit ihrer Gründung 1953 die Fachhochschule Schwetzingen – Hochschule für Rechtspflege bzw. deren Vorgängereinrichtungen untergebracht. Aufgrund umfangreicher Umbau- und Renovierungsarbeiten wurde der Studienbetrieb seit September 2009 in ein Ausweichquartier nach Mannheim-Wohlgelegen verlegt.
Garten
Parterre
Der Schwetzinger Schlossgarten gliedert sich in einen Französischen Garten und einen Englischen Garten. Bei der kunsthistorischen Interpretation des Gartens wird auch unterschieden zwischen dem „Garten der Allegorien“, also jener Gartenteil, in welchem ohne tiefere Bedeutung allegorische Figuren stehen, und dem „Garten der Vernunft“. Zum „Garten der Vernunft“ zählen Minervatempel, Merkurtempel, Moschee, Apollotempel, Tempel der Botanik, das römische Wasserkastell sowie das Arboretum, also jene Gartenteile, in denen im Sinne aufklärerischen Denkens die Vernunft gefeiert wird. Der Schwetzinger Schlossgarten war, mit Ausnahme des Bereiches um das Badhaus, bereits in kurfürstlicher Zeit für die gesamte Bevölkerung zugänglich, damals noch ohne Eintrittsgeld. Eine Parkordnung regelte das angemessene Verhalten der Besucher.
Französischer Garten
Luftaufnahme des Barockgartens
Fontäne in der Gartenmitte
Längs der Hauptachse des Gartens blickt man nach Osten auf den Königstuhl im Odenwald und nach Westen auf die Kalmit im Pfälzerwald.
Der Barockgarten ist nach französischer Art in strengen geometrischen Formen angelegt. Die wichtigsten Elemente sind die Hauptachse, die Querachse und das Kreisrund. Der vordere Gartenteil zeigt Parterres und Boskette. Auf der Schlossterrasse befinden sich Urnen, die die vier Weltzeitalter darstellen (goldenes, silbernes, ehernes und eisernes Zeitalter). Zudem befinden sich dort zwei vergoldete Atalanten, die noch aus dem Vorgängergarten stammen. Eine Besonderheit des französischen Gartens ist die kreisförmige Anlage der zentrale Teil rund um den Arionbrunnen, das sogenannte Kreisparterre.
Der zentrale Arionbrunnen von Guibal hat eine Begebenheit der antiken Mythologie zum Thema: Arion (Arion von Lesbos) ist ein berühmter Sänger. Nach einem Wettstreit reich beschenkt, wird er auf See von den Schiffsleuten bedrängt. Er bittet, ein letztes Mal singen zu dürfen. Bei seinem Gesang erscheinen Delfine. Der Sänger stürzt sich in die Fluten und ein Delfin bringt ihn an die Küste, so dass er seinen Weg nach Korinth fortsetzen kann. Das Sternbild Delphin wird in manchen Überlieferungen als der von den Göttern ans Firmament entrückte Arion auf dem Delfin gedeutet.
Abgeschlossen wird der französische Garten durch die Darstellung einer Hirschjagd von Verschaffelt. In unmittelbarer Nähe sind die vier Elemente in Skulpturen dargestellt.
Englischer Garten
Die westlichen und nordwestlichen Teile des Gartens wurden als englischer Landschaftsgarten gestaltet. Im Gegensatz zum französischen Garten sind hier die Wege und Uferlinien leicht geschwungen. Am unregelmäßigen Waldbereich wurde fast nichts verändert.
Arboretum
Ein Arboretum ist eine Sammlung oft exotischer Gehölze. Der Gartenbaumeister Zeyher legte diesen Garten im Jahr 1802 mit exotischen Bildern aus aller Welt an. Besonders kunstvoll ist das schmiedeeiserne, teilvergoldete Tor von Rabaliatti. Auf derselben Fläche befand sich vorher eine Fasanerie mit Tiergehegen.
See
See mit Schloss im Hintergrund
See im Winter
Gartenphaeton des Kurfürsten 1775
Schon beim Betreten des Schlossgartens sieht der Besucher auf den großen See, der den Garten abschließt. An der Stelle des Sees befand sich ursprünglich ein ummauertes Bassin, das auf Vorschlag Zeyhers im Jahr 1823 auf Befehl des Großherzogs Ludwig von Baden erweitert und in einen See mit natürlicher Uferausformung umgewandelt wurde. Zwei Skulpturen (Kopien) von Verschaffelt ruhen auf der dem Schloss zugewandten Längsseite beidseitig der Blickachse: die Flussgötter Rhein und Donau. Die Originale sind in der Orangerie zu besichtigen.
Der See und alle weiteren Gewässer werden seit Pigage von zwei Wasserwerken gefüllt, die den Leimbach als Antrieb für die Mühlräder der Pumpen nutzten. Dieser umschloss bereits die ursprüngliche Burganlage und fließt vom Kraichgau kommend in Richtung Rhein. Für die Fontänen wurde sauberes Grundwasser verwendet. Diese Pumpen befanden sich im nördlichen Schlossflügel (oberes Wasserwerk mit Hochbehälter im heutigen Finanzamt). Ein zweites Pumpwerk mit Hochbehälter, das einen gleichbleibenden Druck sicherstellte, war am Parkende hinter dem Aquädukt verborgen (unteres Wasserwerk).
Für Karl-Theodor kaufte Pigage 1775 in London einen Gartenphaeton mit Lakai-Antrieb, wozu alle Hauptwege topfeben angelegt und sogar vorzeitliche Grabhügel abgetragen wurden. Damit konnte der Kurfürst im Park herumfahren, ohne dass Pferdeexkremente die Gartenwege verschmutzten. Der Muskelkraftwagen, heute im Schloss Nymphenburg, regte den Heidelberger Studenten Karl Drais vor 1803 zur späteren Erfindung des Ur-Fahrrads an.[10]
Bauten
Im Schwetzinger Schlosspark befinden sich neben zahlreichen Statuen auch einige Bauwerke. Das Gebäudeprogramm zeigt einen philosophischen und architektonischen Bezug auf die klassische Antike und, im Falle des Moschee-Komplexes, auf den Islam und die orientalische Weisheitslehre. Neuere Forschungen wollen im Schwetzinger Garten ein freimaurerisches Programm erkennen, in dem christliche Vorstellungen eingebunden wären. Gartenbauten, Wegbeziehungen, Tore und Brücken sollten den Park nicht nur in Einzelräume unterteilen, sondern größer wirken lassen. Einen eigenen Komplex bietet das früher nur auf Einladung oder Befehl des Kurfürsten zugängliche Badhaus, ein kleines Lusthaus mit eigenem Garten und dem „Perspektiv“.
Nach Ansicht von Richard Benz führte das Erlebnis der „künstlichen Ruinen“ im Schwetzinger Schlosspark die Dichter des 18. Jahrhunderts zur Beschäftigung mit den echten Ruinen des Heidelberger Schlosses und damit zur im späten 18. Jahrhundert einsetzenden „Wiederentdeckung“ Heidelbergs.[11]
Merkurtempel
Die Lage des Tempels oberhalb des Moscheeweihers
Der Tempel von Norden
Der Tempel aus der Nähe
Relief am Tempel
In den „Parties sauvages“, den südwestlichen landschaftlichen Partien des Schwetzinger Gartens wurde bereits 1784 ein „Monument“ gegenüber der Moschee geplant. 1787/88 entstand der Ruinenbau Pigages, der erstmals 1791 dem römischen Gott Merkur zugewiesen wird. Sein kellerartiger Unterbau aus großen Sandsteinblöcken erscheint als Rest eines älteren Vorgängers. Der dreigeschossige, turmartige Merkur-Tempel aus Tuffstein besitzt ein im Grundriss sechseckiges Hauptgeschoss, darüber ein Attikageschoss und eine abschließende Laterne. Auf Merkur verweisen Reliefs aus Stuckmarmor über den Eingängen der drei gleichartigen Fassaden.
Die Deutung der Parkruine ist kontrovers: Nach überkommener Lesart steht sie für die Überwindung von Geheimlehren durch die Vernunft. Diese Lesart verweist darauf, dass der Tempel die Form eines römischen Grabmals hat. Durch drei Reliefs, die ausschließlich negative Episoden aus dem Leben des Merkur zeigen, wird dieser mit dem antiken Hermes Trismegistos, einem Symbol für Magie, gleichgesetzt. Der Aberglaube ist also gewissermaßen in seinem eigenen Tempel begraben worden. In diesem Zusammenhang wird auch betont, dass man von der Moschee über einen Weiher auf den Merkurtempel blickt. Wenn man die Moschee als Symbol für die Weisheit versteht, bedeutet dies: Der Weise muss Tod und Aberglaube nicht fürchten. Eine neue freimaurerische Interpretation hingegen sieht verborgene Verweise auf den Salomonischen Tempel und seinen Architekten Hiram Abif.
Der Merkurtempel hat die Funktion eines Aussichtspunkts, das Obergeschoss gestattet einen Blick über den See und auf die Moschee.
Minervatempel
Minervatempel
Die römische Göttin Minerva ist mehrfach im Schlossgarten dargestellt. Symmetrisch zu dem Minerva-Tempel war als Gegenstück ein Tempel des Cupido geplant, der nicht zur Ausführung kam.
Der von Pigage entworfene Tempel war 1769 vollendet. Seine viersäulige Front korinthischer Säulenordnung ist durch ein antik-römisches Vorbild angeregt, den Eingangsbau zur Portikus der Octavia. Einmalig ist die Umkehrung des Verhältnisses von Säulenhalle und Cella: Die Tempelcella wird zu einer gegenüber der Natur geöffneten Raumhülle umgedeutet, innerhalb derer sich die Säulenstellung fortsetzt.
Minerva, Göttin der Weisheit, erscheint vor der Rückwand in einem umgearbeiteten Standbild von Gabriel de Grupello. Sie ist, auch nach Ausweis des Giebelfeldes, die Göttin der friedlichen Künste und Wissenschaften, insbesondere der Gartenkunst. Die mit Marmorbänken ausgestattete Cella dient Parkbesuchern als Ruheraum, kann aber auch als imaginärer Versammlungsort derjenigen, die Weisheit erlangt haben, verstanden werden.
Unterhalb des Tempels befindet sich ein rechteckiger Raum, mit Nischen und runden Fensteröffnungen. Dieser Raum ist von außen zugänglich und zeigt Merkmale eines geheimen Versammlungsortes. Er wird von Pan regiert, wie eine Maske über der Tür anzeigt. Der Minerva-Tempel, der sich über dieser irrationalen Sphäre erhebt, wird so ein aufklärerisches Monument der gestaltenden Vernunft und der menschlichen Zivilisationsleistung.
Apollotempel
Apollotempel von Westen
Apollotempel von Westen
Lyraspielender Apollo
Apollos Rücken
Im Jahr 1762 plante man an dieser Stelle ein Belvedere. Nach dem Entwurf von Nicolas de Pigage entstand ein hoher, terrassierter Unterbau, auf dessen oberster Plattform sich ein Monopteros, ein Rundtempel mit zwölf Säulen ionischer Säulenordnung ohne Cella erhebt. Der Tempel ist dem griechischen Gott Apollo gewidmet. Die Statue des Apollo stammt von dem Bildhauer Anton von Verschaffelt. Sie zeigt den Gott beim linkshändigen Lyra-Spiel, was dem Künstler einigen Hohn eingebracht hat. In einem Briefwechsel zwischen Gleim, Wilhelm Heinse und Johannes von Müller heißt es, er stehe zwar »gar heilig« auf einer Anhöhe, »nur hat der linke Gott darin einen erbärmlichen Hintern«.
Der Apollo-Tempel krönt eine nach zwei Seiten gerichtete Anlage: Vom Eingang an der Westseite steigt der Besucher durch felsige, dunkle und verwirrende Korridore zur lichtumfluteten Plattform mit dem klassischen Monopteros empor. Aus der Sicht der Zuschauer im östlichen Heckentheater krönt der Tempel den Bühnenprospekt. Apoll erscheint als Gott der Künste und Führer der Musen auf dem Berg Helikon, wo der Hufschlag des Pegasus die Quelle Hippokrene, deren Wasser durch die Najaden über die Kaskade an die Menschen weitergegeben wird.
Tempel der Waldbotanik
Tempel der Waldbotanik
Der von Pigage entworfene Tempel der Waldbotanik – „Botanicae Silvestris“ – wurde schon 1777 geplant. Die Weiheinschrift nennt das Datum 1778, aber erst 1780 wurde der Bau fertig. Er bildet den Abschluss des „Arboretum Theodoricum“, der Baumsammlung im sogenannten Wiesentälchen. Der aufgesockelte, zylindrische Baukörper weist außen Rauputz nach Art von Eichenrinde auf. Eine Freitreppe, auf deren Wangen Sphingen wachen, führt zur Eingangstür. Innen vermittelt eine runde Öffnung von circa 20 cm Durchmesser in der Fußbodenmitte zu einem dunklen Gewölbe darunter. Das Bildprogramm handelt vom Wachsen, Reifen und Absterben der Natur. Vier große Relieffelder zeigen Symbole der vier Jahreszeiten in Verbindung mit einem antiken Dreifuß. Die Naturrhythmen werden mit der modernen Naturwissenschaft verknüpft: Bildnismedaillons der älteren Autoritäten Theophrastos von Eresos und Plinius stehen solche der modernen Naturforscher Joseph Pitton de Tournefort und Carl von Linné gegenüber. Linnés revolutionäres Buch über die Pflanzensystematik bildete das inzwischen verschwundene Attribut einer Statue der Göttin Ceres in der Mittelapsis.
Badhaus
Badhaus
Das von Pigage errichtete Badhaus ist ein kleines Lusthaus nach Art einer italienischen Villa. Während unter Karl Theodor der übrige Schlossgarten öffentlich zugänglich war, durfte der Badehaus-Bereich, zu dem ein eigener Garten gehört, nur auf Einladung oder mit Genehmigung des Kurfürsten betreten werden. Hier konnte Karl Theodor wie ein Privatmann leben und sich seinen musischen Neigungen hingeben. Vom Apollo-Bezirk her wird das Badhaus durch eine im Grundriss halbkreisförmige Exedra betreten, eine gleich gebildete liegt an der Rückseite. Durch beide Eingangsbereiche gelangt der Besucher in den Ovalsaal mit der Aurora als Deckengemälde und vier Horen als vergoldeten Plastiken, der das Zentrum des Schlösschens bildet. Vom Ovalsaal gehen nach Westen und nach Osten flurartige Vorzimmer mit fein eingelegtem Parkett aus drei Hölzern ab. Über sie gelangt der Besucher in das Schlafzimmer des Kurfürsten (Südwestseite, mit separater Toilette) und in den Baderaum (Nordwestseite) mit einem vertieften Marmorbecken (etwa 1‚2 m tief) mit zwei Sitzbänken in einer elliptischen Nische. Die Wasserleitungen sind als bekrönte Schlangen ausgearbeitet. An der Nordostseite liegt das Chinesische Zimmer mit chinesischen Papiertapeten, an der Südostseite das Schreibzimmer mit Landschaftsgemälden von Ferdinand Kobell.
In der beim Badhaus gelegenen Badhausküche befand sich der Kessel zum Erhitzen des Badewassers. Bemerkenswert ist, dass das Badhaus im Verhältnis zum Hauptschloss in der gleichen Position gelegen ist wie sein Vorbild, das Grand Trianon, im Schlosspark von Versailles.
Wasserspeiende Vögel
Uhu mit geschlagenem Fasan
wasserspeiende Vögel auf der Einfassung
Brunnen der wasserspeienden Vögel
Eine Attraktion des Badhausgartens ist der Brunnen der wasserspeienden Vögel (alle aus Eisenblech gearbeitet). Im mittleren Bassin sitzt in Angriffshaltung mit gespreizten Flügeln ein Uhu, der in seinen Fängen einen von ihm geschlagenen Fasan hält. Oben auf der Einfassung aus Lattenwerk, das die Anlage umgibt, sitzen zwanzig andere Vögel, die den Uhu (mit Wasser) bespucken. Das Thema des Brunnens geht auf eine Fabel von Äsop zurück, die vom Zorn der guten Vögel über den bösen Uhu handelt. Die Schwetzinger Figuren stammen aus dem lothringischen Schloss La Malgrange des polnischen Exkönigs Stanislaus I. Leszczyński. Vier Volieren mit lebenden, zwitschernden Vögeln erhöhen die Illusion. Zu der Anlage zählen zwei weitere kleine Gebäude, die sogenannten Achathäuschen.
Perspektiv
Perspektiv im Laubengang
Perspektiv aus der Nähe
Perspektiv von außen
Blick auf die halbrunde Mauer vom „Perspektiv“ oder „Ende der Welt“ im Schlossgarten Schwetzingen.
Das Perspektiv oder Ende der Welt im Schlossgarten Schwetzingen.
Das Perspektiv, im Volksmund als „Ende der Welt“ bezeichnet, schließt die Hauptachse des Badhausgartens nach Norden hin ab. Am hinteren Ende der Treillage ist eine Flusslandschaft zu erkennen. Dabei handelt es sich um die Kopie eines Gemäldes von Ferdinand Kobell auf einer Mauer. Durch geschickt genutzten Lichteinfall erscheint das Bild realistisch. Im Zusammenspiel mit dem zuführenden Gang und einem Architekturrahmen vor der Mauer entsteht eine starke Tiefenwirkung.
Aufbau des Perspektivs (von Pigage gestaltet): An den Laubengang (Treillage) schließt sich ein Pavillon mit zwei Seitenräumen an. Der Hauptraum des Pavillons (zum Gemälde hin offen und mit Tuffstein verkleidet) ist als Grotte gestaltet. Gegenüber dem Eingang des Laubengangs befindet sich eine Maueröffnung im Pavillon. In der Maueröffnung sind eiserne Schilfblättchen angebracht und Wasser tropft von der Grottendecke in ein Bassin. Hinter dieser Öffnung befindet sich in etwas Abstand eine halbrunde Mauer mit Landschaftsgemälde (in Freskotechnik). Das Landschaftsgemälde wird durch das Sonnenlicht beleuchtet und strahlt so förmlich, wenn man vor dem Laubengang steht.
Orangerie
Orangerie
→ Hauptartikel: Orangerie (Schwetzingen)
Ab dem 16. Jahrhundert kamen an den europäischen Fürstenhöfen Sammlungen von Orangen und anderen Zitrusbäumen in Mode. Diese überwinterten in abschlagbaren, nur für die kalte Jahreszeit um die Pflanzen herum errichteten Gebäuden. Im späten 17. und im 18. Jahrhundert wurden die Pflanzen in Pflanzkästen und Kübeln gehalten, die in einem festen Gebäude überwinterten und in den warmen Monaten in einem Orangerieparterre ins Freie gestellt wurden.
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts konnte der Bedarf an Räumlichkeiten für höfische Festivitäten in Schwetzingen nicht annähernd gedeckt werden. Eine Orangerie mit großem Festsaal westlich des Schlosses sollte hier Abhilfe schaffen. So hatte es jedenfalls Kurfürst Karl Philipp entschieden, der 1716 die Nachfolge des überwiegend in Düsseldorf residierenden Kurfürsten Johann Wilhelm angetreten hatte.
Die unter Karl Theodor errichtete Schwetzinger Orangerie mit ihren Fassadenmalereien wurde von Nicolas de Pigage entworfen. Die Malereien täuschen Naturstein als Material vor, wo nur simple Backsteinmauern sind. Davor liegt das Orangerieparterre, das gegenüber den anderen Gartenbereichen zugunsten eines Binnenklimas abgesenkt und zur warmen Südseite ausgerichtet ist. An den Ecken des Parterres befinden sich Statuen von drei Jahreszeiten, die vierte fehlt. In der Mitte stehen die Orangen- und Zitronenbäume in Kübeln auf einer rechteckigen Insel.
Moschee
→ Hauptartikel: Moschee Schwetzingen
Rote Moschee im Türkischen Garten
Wandelgang mit Eckpavillon
Innenansicht der Moscheekuppel
Im hinteren (südlichen) Bereich, dem Türkischen Garten, steht die Rote Moschee von Pigage, errichtet von 1778 bis 1785. Das Bauwerk hat keine liturgische Funktion, es handelt sich vielmehr um ein Gartenfolly mit ausschließlich ästhetischer Bedeutung. Die Schwetzinger Moschee ist der erste und größte Bau dieser Art in einem deutschen Park. Das Gebäude des späten Barock ist mit zahlreichen orientalischen Elementen versehen. Der Moscheehof wurde gelegentlich für Freilichtaufführungen von Opern genutzt. Die Moschee wurde im 20. Jahrhundert zeitweise von Muslimen genutzt.
Vor der Moschee befinden sich der ehemalige fürstliche Obstgarten, dahinter eine Baumschule und die Schlossgärtnerei.
Römische Wasserleitung
Römische Wasserleitung
Im Sommer 1779 wurde die am nördlichen Rand des Gartens gelegene künstliche Ruine nach Entwürfen von Nicolas de Pigage begonnen. Ein Torbau, auf dem noch ein Turmaufsatz erhalten scheint, erinnert an einen römischen Triumphbogen. In seiner mittleren Arkade rauscht ein Wasserfall. Von diesem Torbau greifen nach drei Seiten die Reste eines Aquäduktes aus, wobei der östliche Arm einen Freiplatz hinterfängt, auf dem sich ein Obelisk erhebt.
Pigage konnte auf eigene Antikenstudien während seiner Italienreise 1767/68 zurückgreifen. Die Verbindung von Torbogen und Aquädukt begegnet an der römischen Porta Maggiore und am Aquädukt der Acqua Vergine. Das Turmfreigeschoss könnte durch mittelalterliche Wehraufbauten auf römischen Brücken angeregt sein. Die Vorbilder finden sich in Veduten von Piranesi. Die Bezeichnung als Römisches Wasserkastell erscheint erst 1828.
Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)
Blick über die Chinesische Brücke, im Hintergrund der Merkurtempel
Die oft als „chinesisch“ bezeichnete Brücke im hinteren, nordwestlichen Bereich des Gartens verbindet den französischen mit dem englischen Gartenteil. Das Bauwerk geht tatsächlich auf einen Brückenentwurf des in Venetien tätig gewesenen Renaissance-Architekten Andrea Palladio zurück. Die Brücke hat den populären Beinamen „Lügenbrücke“, denn wer auf deren unregelmäßigen Stufen ins Straucheln kommt, soll schon einmal geschwindelt haben.
Landschaftsschutzgebiet
Bereits am 8. August 1952 hat das damalige Landratsamt Mannheim den Schloßgarten unter der Bezeichnung Schwetzinger Schloßgarten und Umgebung als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Das Gebiet mit der Nummer 2.26.013 hat aktuell eine Größe von rund 190 Hektar und umfasst den historischen Park aus der Kurfürstenzeit sowie das westliche Vorgelände und die historische Jagdanlage am Stern.
Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses
Voltaire kam im Jahr 1753 zum ersten Mal nach Schwetzingen und war 14 Tage lang Gast des mit ihm befreundeten Kurfürsten. Im Sommer 1758 kam Voltaire erneut zu einem kurzen Aufenthalt nach Schwetzingen. Wolfgang Amadeus Mozart wirkte zusammen mit seinem Vater und seiner Schwester an einem Hofkonzert am 18. Juli 1763 mit. Der Komponist Christoph Willibald Ritter von Gluck war im Jahr 1774 Gast des Kurfürsten. Friedrich Schiller fand in Schwetzingen Anregungen zu den gegensätzlichen „Aranjuez-Stimmungen“ des ersten Aktes von Don Karlos. Der Schauspieler August Wilhelm Iffland schilderte in einem Brief vom 26. November 1779 eine Jagd bei Schwetzingen, die 50.000 Gulden gekostet hatte und bei der für 9.000 Menschen Zuschauergerüste aufgebaut waren. Kaiser Joseph II. hielt sich im Jahr 1781 unter dem Namen Graf von Falkenstein in Schwetzingen auf.
Siehe auch
Schloss Benrath – 1755 bis 1773 von Pigage im Auftrag von Kurfürst Karl Theodor erbaut am Übergang vom Rokoko zum Klassizismus. Der Garten ist eine geometrisch achsensymmetrische Barockanlage nach französischem Vorbild, der Privatgarten des Kurfürsten wurde im 19. Jahrhundert landschaftlich umgestaltet. Im Nebengebäude des Schlosses befindet sich das Museum für Europäische Gartenkunst.
Maulbeerbaumallee nach Heidelberg – im Zusammenhang mit der Seidenraupenzucht.
Literatur
Carl Ludwig Fuchs, Claus Reisinger: Schloss und Garten zu Schwetzingen. 2. Auflage. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2008, ISBN 978-3-88462-266-7
Volker Hannwacker: Friedrich Ludwig von Sckell. Der Begründer des Landschaftsgartens in Deutschland. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1992, ISBN 3-421-03012-X, S. 11–21.
Nanette Schärf, Hartmann Manfred Schärf: Das Badhaus im Schwetzinger Schlossgarten. Die Restaurierung des Gebäudes, seiner Innenräume und Ausstattungen. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 37. Jg. 2008, Heft 1, S. 29–35 (PDF)
Ralf Richard Wagner: In seinem Paradiese Schwetzingen … Das Badhaus des Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz. Hrsg. von Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2009, 302 S., ISBN 978-3-89735-587-3.
Wegweiser durch den Schwetzinger Garten. Mit zwölf Ansichten von Conrad Caspar Rordorf. Engelmann, Heidelberg 1830 (Digitalisat)
Karl Wörn: Schwetzingen Lebendige Stadt. 3. Auflage. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 1980.
Oswald Zenker: Schwetzinger Schlossgarten. Ein Führer durch das Französische Gartenparterre und den Englischen Landschaftsgarten, mit Informationen über Schloss und Rokokotheater sowie Sehenswürdigkeiten der Umgebung. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 2002, ISBN 3-87742-170-9.
Film
Im Hain des Apoll. Der Schlosspark Schwetzingen. Dokumentarfilm, Deutschland, 2007, 28:20 Min., Buch und Regie: Christopher Paul, Produktion: SWR, Reihe: Schätze des Landes, Inhaltsangabe von ARD.
Weblinks
Commons: Schloss Schwetzingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Offizielle Seite von Schloss Schwetzingen
Infos zum Schloss auf der Seite der Stadt Schwetzingen
Schloss Schwetzingen von ZUM
Kein Land „wo die Zitronen blühen“. In: Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Artikel zur Geschichte von Orangerien, darunter der in Schwetzingen
Schloss Schwetzingen auf badischewanderungen.de
Schloss Schwetzingen als 3D-Modell im 3D Warehouse von SketchUp
Einzelnachweise
Schwetzingen: A Prince Elector’s Summer Residence – garden design and Freemasonic allusions. Eintrag in der Tentativliste der UNESCO auf deren Website, abgerufen am 8. April 2014 (französisch)
Vorlage zur Gemeinderatssitzung vom 22. September 2009, abgerufen am 8. April 2014
Neue Akzente sollen in Paris überzeugen. Schwetzinger Zeitung, 2. Februar 2010, abgerufen am 8. April 2014
Die Sommerresidenz und ihre Musik sollen es richten. Mannheimer Morgen, 6. März 2010, abgerufen am 8. April 2014
Kurfürstliche Sommerresidenz Schwetzingen für die Aufnahme in die UNESCO-Weltkulturerbeliste nominiert. Pressemitteilung des Landesdenkmalsamts Baden-Württemberg vom 8. März 2010, abgerufen am 8. April 2014
ICOMOS Evaluations of Nominations of Cultural and Mixed Properties. Empfehlungsbericht zur 36. Sitzung des Welterbekomitees im Juni/Juli 2012, S. 224–233, PDF-Datei, 28,4 MB, abgerufen am 8. April 2014 (englisch)
Schwetzingen zunächst nicht Welterbe. Pressemitteilung der Stadt Schwetzingen vom 29. Juni 2012, abgerufen am 8. April 2014
Johanna Eberhardt: Schwetzingen nimmt keinen neuen Anlauf. Stuttgarter Zeitung, 3. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014
Kein dritter Anlauf für Unseco-Welterbe-Titel in Schwetzingen. xity, 2. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014
Hans-Erhard Lessing: Zwei Räder statt vier Hufe – Karl Drais G.Braun-Verlag, Karlsruhe 2010
Richard Benz: Heidelberg. Schicksal und Geist, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen, 2. Auflage 1975, ISBN 3-7995-4008-3, S. 296
Italien / Toskana - Volterra
On the way down to Prato d'Era.
Auf dem Weg hinunter nach Prato d'Era.
Volterra (Italian pronunciation: [volˈtɛrra]; Latin: Volaterrae) is a walled mountaintop town in the Tuscany region of Italy. Its history dates from before the 8th century BC and it has substantial structures from the Etruscan, Roman, and Medieval periods.
History
Volterra, known to the ancient Etruscans as Velathri or Vlathri and to the Romans as Volaterrae, is a town and comune in the Tuscany region of Italy. The town was a Bronze Age settlement of the Proto-Villanovan culture, and an important Etruscan center (Velàthre, Velathri or Felathri in Etruscan, Volaterrae in Latin language), one of the "twelve cities" of the Etruscan League.
The site is believed to have been continuously inhabited as a city since at least the end of the 8th century BC. It became a municipium allied to Rome at the end of the 3rd century BC. The city was a bishop's residence in the 5th century, and its episcopal power was affirmed during the 12th century. With the decline of the episcopate and the discovery of local alum deposits, Volterra became a place of interest of the Republic of Florence, whose forces conquered Volterra. Florentine rule was not always popular, and opposition occasionally broke into rebellion. These rebellions were put down by Florence.
When the Republic of Florence fell in 1530, Volterra came under the control of the Medici family and later followed the history of the Grand Duchy of Tuscany.
Culture
The main events that take place during the year in Volterra are
Volterra gusto
Volterra arte
Volterra teatro
Main sights
Roman Theatre of Volterra, 1st century BC, excavated in the 1950s
the Roman amphitheatre was discovered in 2015 and has been excavated over the succeeding years
Piazza dei Priori, the main square, a fine example of medieval Tuscan town squares
Palazzo dei Priori, the town hall located on Piazza dei Priori, construction begun in 1208 and finished in 1257
Pinacoteca e museo civico di Volterra (Art Gallery) in Palazzo Minucci-Solaini. Founded in 1905, the gallery consists mostly of works by Tuscan artists from 14th to 17th centuries. Includes a Deposition by Rosso Fiorentino.
Etruscan Acropolis and Roman Cistern. The acropolis on the citadel dates to the 8th century B.C., while the impressive cistern is from the 1st century B.C.
Volterra Cathedral. It was enlarged in the 13th century after an earthquake. It houses a ciborium and some angels by Mino da Fiesole, a notable wood Deposition (1228), a masterwork of Romanesque sculpture and the Sacrament Chapel, with paintings by Santi di Tito, Giovanni Balducci and Agostino Veracini. In the center of the vault are fragments of an Eternal Father by Niccolò Circignani. Also noteworthy is the Addolorata Chapel, with a terracotta group attributed to Andrea della Robbia and a fresco of Riding Magi by Benozzo Gozzoli. In the nearby chapel, dedicated to the Most Holy Name of Jesus, is a table with Christ's monogram, allegedly painted by Bernardino of Siena. The rectangular bell tower is from 1493.
Volterra Baptistery of San Giovanni, built in the second half of the 13th century.
Fortezza Medicea (Medicean Fortress), built in the 1470s, now a prison housing the noted restaurant, Fortezza Medicea restaurant.
Guarnacci Etruscan Museum, with thousands of funeral urns dating back to the Hellenistic and Archaic periods. Main attractions are the bronze statuette "Ombra della sera" (lit. '"Shadow of the Night"'), and the sculpted effigy, "Urna degli Sposi" (lit. '"Urn of the Spouses"') of an Etruscan couple in terra cotta.
The Etruscan Walls of Volterra, including the well-preserved Walls of Volterra (3rd-2nd centuries BC), and Porta Diana gates.
The Medici Villa di Spedaletto, outside the city, in direction of Lajatico
There are excavations of Etruscan tombs in the Valle Bona area.
Volterra Psychiatric Hospital, Founded in 1888 until 1978, it was reopened for public and will be once more used for psychiatric purposes.
In popular culture
Volterra features in Horatius, a poem by Lord Macaulay.
Linda Proud's A Tabernacle for the Sun (2005), the first volume of The Botticelli Trilogy, begins with the sack of Volterra in 1472. Volterra is the ancestral home of the Maffei family and the events of 1472 lead directly to the Pazzi Conspiracy of 1478. The protagonist of the novel is Tommaso de' Maffei, half brother of one of the conspirators.
Volterra is an important location in Stephenie Meyer's Twilight series. In the books, Volterra is home to the Volturi, a clan of rich, regal, powerful ancient vampires, who essentially act as the rulers of the world's vampire population. (However, the relevant scenes from the movie were shot in Montepulciano.)
Volterra is the site of Stendhal's famously disastrous encounter in 1819 with his beloved Countess Mathilde Dembowska: she recognised him there, despite his disguise of new clothes and green glasses, and was furious. This is the central incident in his book On Love
Volterra is mentioned repeatedly in British author Dudley Pope's Captain Nicholas Ramage historical nautical series. Gianna, the Marchesa of Volterra and the fictional ruler of the area, features in the first twelve books of the eighteen-book series. The books chart the progress and career of Ramage during the Napoleonic wars of the late eighteenth and early nineteenth century, providing readers with well-scripted articulate details of life aboard sailing vessels and conditions at sea of that time.
Volterra is the site where the novel Chimaira by the Italian author Valerio Massimo Manfredi takes place.
Valerio Massimo Manfredi's The Ancient Curse is also set in Volterra, where a statue called 'The Shade of Twilight' is stolen from the Volterra museum.
Volterra is featured in Jhumpa Lahiri's 2008 collection of short stories Unaccustomed Earth. It is where Hema and Kaushik, the protagonists of the final short story "Going Ashore," travel before they part.
Volterra is featured in Luchino Visconti's 1965 film Vaghe stelle dell'Orsa, released as Sandra (Of a Thousand Delights) in the United States and as Of These Thousand Pleasures in the UK.
Volterra's scenery is used for Central City in the 2017 film Fullmetal Alchemist (film) directed by Fumihiko Sori.
The 2016 video game The Town of Light is set in a fictionalized version of the notorious Volterra Psychiatric Hospital.
"Volaterrae" is the name given by Dan and Una to their secret place in Far Wood in Rudyard Kipling's Puck of Pook's Hill. They named it from the verse in Lord Macaulay's Lays of Ancient Rome:
From lordly Volaterrae,
Where scowls the far-famed hold
Piled by the hands of giants
For Godlike Kings of old.
Volterra and its relationship with Medici Florence features in the 2018 second season of Medici: Masters of Florence.
(Wikipedia)
Volterra, lateinisch Volaterrae, ist eine italienische Stadt mit 9980 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) in der Provinz Pisa in der Region Toskana.
Geographie
Volterra liegt etwa 50 Kilometer südlich von Pisa und 30 Kilometer vom Mittelmeer entfernt. Die Stadt gilt mit ihrem spektakulären landschaftlichen Umfeld als eine der schönsten in der Toskana.
Der Kern der heutigen Stadt liegt abgeschieden auf einem 550 m hohen Bergrücken über dem Tal der Cecina (Val di Cecina) inmitten einer kargen, zerfurchten Hügellandschaft. Die Felsabbrüche und Geröllhalden sind das Produkt jahrhundertelanger Erosion. Das Gebiet Le Balze im Nordwesten Volterras vermittelt einen beispielhaften Eindruck dieses Phänomens.
Die Stadt wird beherrscht von einer heute als Staatsgefängnis benutzten Festung der Medici, der Fortezza Medicea. Volterra ist ein Zentrum der Alabasterverarbeitung.
Zu den Ortsteilen (Frazioni) zählen Mazzolla, Montemiccioli, Saline di Volterra und Villamagna.
Die Nachbargemeinden sind Casole d’Elsa (SI), Colle di Val d’Elsa (SI), Gambassi Terme (FI), Lajatico, Montaione (FI), Montecatini Val di Cecina, Peccioli, Pomarance und San Gimignano (SI).
Geschichte
Volterra kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. entstand der Ort aus der Verbindung mehrerer kleiner etruskischer Ansiedlungen, deren Bestand bis ins 7. Jahrhundert v. Chr. zurückverfolgt werden kann. Zu dieser Zeit bauten die Etrusker eine sieben Kilometer lange Ringmauer und nannten die nunmehr vereinigte Stadt Velathri.
Volterra war eine der ältesten und größten der zwölf Bundesstädte Etruriens. Später war es eine römische Stadt mit den Rechten eines Municipiums. Ihre hohe Lage machte sie zu einer starken Festung, die Sulla im ersten Bürgerkrieg erst nach zweijähriger Belagerung 79 v. Chr. einnehmen konnte.
Im 12. und 13. Jahrhundert war Volterra eine Republik; im 14. Jahrhundert fiel es an Florenz.
Sehenswürdigkeiten
Architektonische und künstlerische Zeugnisse der verschiedenen Epochen zeugen von der wechselvollen Existenz und Bedeutung der Stadt. Einige der etruskischen Nekropolen und mittelalterlichen Kirchenmauern sind jedoch in der Vergangenheit der Erosion zum Opfer gefallen.
Am Hauptplatz der Stadt, der Piazza dei Priori, steht der älteste erhaltene Kommunalpalast der Toskana, der Palazzo dei Priori.
Von der etruskischen Stadtmauer ist als einziges Tor die Porta all’Arco gut erhalten. Es stammt aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. Im äußeren Bogen sind drei verwitterte Köpfe zu erkennen, deren Bedeutung aber umstritten ist.
Außerhalb der mittelalterlichen Porta Fiorentina liegt das Teatro Romano, erbaut zur Zeit des Kaisers Augustus. Von der Zuschauertribüne für etwa 2000 Personen blickt man auf die teilweise rekonstruierte Bühnenwand. Die unterhalb des Theaters liegenden Thermenanlagen stammen aus späterer Zeit.
Andere historische öffentliche Gebäude sind der Dom Santa Maria Assunta aus dem frühen 12. Jahrhundert mit einer Kassettendecke und mit Granit vortäuschender Stuckverkleidung der Säulen sowie etlichen künstlerisch hochrangigen Ausstattungsstücken, das oktogonale Baptisterium mit einem Taufbecken von Andrea Sansovino, der auf Privatpaläste und Wohntürme aus dem 12. und 13. Jahrhundert zurückgehende Palazzo Pretorio sowie der als Gefängnis dienende Torre del Porcellino. Schließlich gehört der Palazzo Incontri-Viti zu den prachtvollsten Gebäuden Volterras.
Unter den Kirchen sind zu nennen: die spätromanische S. Michele sowie die Kirchen von S. Francesco, S. Lino und S. Girolamo mit Bildern und Skulpturen aus der Schule von Florenz.
Museen
Von besonderer Bedeutung ist das archäologische Museo Etrusco Guarnacci im Palazzo Desideri Tangassi. Mario Guarnacci (1701–1785), ein vielseitig interessierter Gelehrter, widmete seine Studien der antiken Geschichte. Dabei konnte er durch Ankäufe und Ausgrabungen eine ansehnliche Menge Belegmaterial über die etruskische Zivilisation sammeln.
Ein bedeutender Teil der Sammlung umfasst Ascheurnen sowie Stücke aus Bronze und Keramik. Die Urnen bestehen aus Tuffstein, Alabaster und Tonerde. Eine der bekanntesten ganz Etruriens ist die Urna degli Sposi (dt. Urne der Brautleute), auf deren Deckel ein Paar beim Festmahl liegend dargestellt ist.
Das bedeutendste Stück der Sammlung ist jedoch die Bronzefigur Ombra della sera (dt. Abendschatten). Es ist mit der Zeit zu einer „Ikone“ für das Museum und die Stadt Volterra geworden. Seine Berühmtheit verdankt es hauptsächlich seiner einzigartigen Form, die den italienischen Dichter Gabriele D’Annunzio an den Schatten einer menschlichen Figur in der Abendsonne erinnert haben soll. Es ist ein Meisterwerk etruskischer Bronzegießer aus der hellenistischen Periode. Ein weiteres bedeutendes Exponat ist die Stele des Avile Tite aus dem 6. Jahrhundert v. Chr.
Weitere Ausstellungsstücke sind verschiedene Mosaikböden aus der römischen Kaiserzeit, die aus Volterra und Segalari stammen. Hinzu kommt eine Münzsammlung mit seltenen etruskischen Münzen aus Gold, Silber und Bronze. Schließlich sind noch mit Edelsteinen verzierte etruskische und römische Schmuckstücke zu sehen.
Wichtig ist die Sammlung der seit 1982 im Minucci-Solaini-Palast untergebrachten „Pinacoteca“ mit der berühmten Kreuzesabnahme (1521), dem Meisterwerk des Malers Rosso Fiorentino, und den bedeutendsten Arbeiten von Taddeo di Bartolo, Domenico Ghirlandaio und Luca Signorelli, welche die künstlerischen Einflüsse aus Pisa, Florenz und Siena anschaulich machen.
Im April 2003 wurde im Turmhaus des Palazzo Minucci-Solaini das Ecomuseo dell’Alabastro eröffnet, in dem die Geschichte der Gewinnung und der Verarbeitung von Alabaster seit der Antike bis zur Gegenwart dargestellt ist.
Volterra in der Literatur
Volterra ist eine wichtige Stadt in Stephenie Meyers „Biss“-Serie. Dort ist Volterra die Heimatstadt der Volturi, einer königlichen Vampirfamilie.
Volterra spielt auch in der von Dudley Pope geschriebenen Romanreihe um den britischen Marineoffizier Nicolas Ramage eine Rolle. Im ersten Band rettet er während der Napoleonischen Kriege die Marchesa von Volterra vor den französischen Besatzungstruppen. Er verliebt sich in sie, und ihre Herrschaft über Volterra spielt in den weiteren Bänden eine wichtige Rolle. Auch ihr Neffe, Paolo Orsini, nächster in der Erbreihenfolge der Regentschaft, kommt in den meisten Romanen vor, da er als Fähnrich unter Ramages Kommando segelt.
(Wikipedia)
Chiricahua National Monument is a unit of the National Park System located in the Chiricahua Mountains of southeastern Arizona. The monument was established on April 18, 1924 to protect its extensive hoodoos and balancing rocks. The Faraway Ranch, which was owned at one time by Swedish immigrants Neil and Emma Erickson, is also preserved within the monument.
Located approximately 36 miles (58 km) southeast of Willcox, Arizona, the monument preserves the remains of an immense volcanic eruption that shook the region about 27 million years ago. The thick white-hot ash spewed forth from the nearby Turkey Creek Caldera, cooled and hardened into rhyolitic tuff, laying down almost two thousand feet of dark volcanic ash and pumice, highly siliceous in nature, which eventually eroded into the natural features that we see at the monument today.
In 2008, the Chiricahua National Monument Historic Designed Landscape, covering roughly 80% of the national monument, was listed on the National Register of Historic Places.
(Wikipedia)
Das Chiricahua National Monument ist ein unter der Verwaltung des National Park Service stehendes Nationalmonument im US-Bundesstaat Arizona, das ein Gebiet mit skurrilen Felsskulpturen schützt. Es liegt rund 160 km östlich von Tucson am Übergang der Chihuahua- zur Sonorawüste und nahe der mexikanischen sowie neumexikanischen Grenze.
Die ungewöhnlichen Felsformationen des Chiricahua-Nationalmonuments resultieren aus einer Serie von gewaltigen Vulkanausbrüchen am heutigen Turkey Creek, die sich vor rund 27 Millionen Jahren ereignete und das umliegende Land mit einer mehr als 600 Meter hohen Asche- und Sandschicht überzog. Nachdem sich das pyroklastisches Material zu festem Tuffstein verdichte, wurde das dunkle Gestein über Jahrmillionen durch die Plattentektonik angehoben, verschoben und immer wieder gebrochen.
Winde und Wasser wuschen so lange das weichere Gestein aus dem festeren heraus, bis nur noch unzählige emporragende Gesteinsformationen übrigblieben. Teilweise bildeten sich auf diese Art derart ungewöhnliche Felsformationen, dass sie die äußere Gestalt von Gegenständen oder Lebewesen annahmen oder bestimmte Situationen darstellen. Zu ihnen gehören beispielsweise die „Ente auf einem Fels“ (Duck on a Rock), der „Kamelfelsen“ (Camel Rock), die „Küssenden Felsen“ (Kissing Rocks) und die zahlreichen „balancierenden“ Felsen (Balanced Rocks).
Das im gleichnamigen Gebirge befindliche Chiricahua-Nationalmonument wurde im Jahr 1924 gegründet und umfasst eine Fläche von rund 50 Quadratkilometern. Der Bonita Canyon Drive, an dem auch ein kleinerer Campingplatz liegt, verbindet das Besucherzentrum mit dem Massai Point, an dem diverse Wanderwege beginnen - darunter auch die zum Heart of Rocks (Herz der Felsen) mit den spektakulärsten Felsformationen sowie der abwechslungsreichere Echo Canyon Loop Trail (Rundweg). In der Summe stehen dem Besucher ein rund 30 km langes Streckennetz durch Felsskulpturen und Canyons offen.
(Wikipedia)
Chiricahua National Monument is a unit of the National Park System located in the Chiricahua Mountains of southeastern Arizona. The monument was established on April 18, 1924 to protect its extensive hoodoos and balancing rocks. The Faraway Ranch, which was owned at one time by Swedish immigrants Neil and Emma Erickson, is also preserved within the monument.
Located approximately 36 miles (58 km) southeast of Willcox, Arizona, the monument preserves the remains of an immense volcanic eruption that shook the region about 27 million years ago. The thick white-hot ash spewed forth from the nearby Turkey Creek Caldera, cooled and hardened into rhyolitic tuff, laying down almost two thousand feet of dark volcanic ash and pumice, highly siliceous in nature, which eventually eroded into the natural features that we see at the monument today.
In 2008, the Chiricahua National Monument Historic Designed Landscape, covering roughly 80% of the national monument, was listed on the National Register of Historic Places.
(Wikipedia)
Das Chiricahua National Monument ist ein unter der Verwaltung des National Park Service stehendes Nationalmonument im US-Bundesstaat Arizona, das ein Gebiet mit skurrilen Felsskulpturen schützt. Es liegt rund 160 km östlich von Tucson am Übergang der Chihuahua- zur Sonorawüste und nahe der mexikanischen sowie neumexikanischen Grenze.
Die ungewöhnlichen Felsformationen des Chiricahua-Nationalmonuments resultieren aus einer Serie von gewaltigen Vulkanausbrüchen am heutigen Turkey Creek, die sich vor rund 27 Millionen Jahren ereignete und das umliegende Land mit einer mehr als 600 Meter hohen Asche- und Sandschicht überzog. Nachdem sich das pyroklastisches Material zu festem Tuffstein verdichte, wurde das dunkle Gestein über Jahrmillionen durch die Plattentektonik angehoben, verschoben und immer wieder gebrochen.
Winde und Wasser wuschen so lange das weichere Gestein aus dem festeren heraus, bis nur noch unzählige emporragende Gesteinsformationen übrigblieben. Teilweise bildeten sich auf diese Art derart ungewöhnliche Felsformationen, dass sie die äußere Gestalt von Gegenständen oder Lebewesen annahmen oder bestimmte Situationen darstellen. Zu ihnen gehören beispielsweise die „Ente auf einem Fels“ (Duck on a Rock), der „Kamelfelsen“ (Camel Rock), die „Küssenden Felsen“ (Kissing Rocks) und die zahlreichen „balancierenden“ Felsen (Balanced Rocks).
Das im gleichnamigen Gebirge befindliche Chiricahua-Nationalmonument wurde im Jahr 1924 gegründet und umfasst eine Fläche von rund 50 Quadratkilometern. Der Bonita Canyon Drive, an dem auch ein kleinerer Campingplatz liegt, verbindet das Besucherzentrum mit dem Massai Point, an dem diverse Wanderwege beginnen - darunter auch die zum Heart of Rocks (Herz der Felsen) mit den spektakulärsten Felsformationen sowie der abwechslungsreichere Echo Canyon Loop Trail (Rundweg). In der Summe stehen dem Besucher ein rund 30 km langes Streckennetz durch Felsskulpturen und Canyons offen.
(Wikipedia)
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Schloss Schwetzingen ist ein Schloss in Schwetzingen, das vor allem den pfälzischen Kurfürsten Karl Philipp und Karl Theodor als Sommerresidenz diente. Bekannt ist in erster Linie der im 18. Jahrhundert angelegte Schlossgarten. Jährlich finden im Schloss die Schwetzinger Festspiele und alle zwei Jahre das Lichterfest statt.
Inhaltsverzeichnis
1 Geschichte
2 Weltkulturerbe
3 Schloss
3.1 Innenräume
3.2 Zirkelbauten
3.3 Theater
3.4 Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen
4 Garten
4.1 Französischer Garten
4.2 Englischer Garten
4.3 Arboretum
4.4 See
4.5 Bauten
4.5.1 Merkurtempel
4.5.2 Minervatempel
4.5.3 Apollotempel
4.5.4 Tempel der Waldbotanik
4.5.5 Badhaus
4.5.6 Wasserspeiende Vögel
4.5.7 Perspektiv
4.5.8 Orangerie
4.5.9 Moschee
4.5.10 Römische Wasserleitung
4.5.11 Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)
4.6 Landschaftsschutzgebiet
5 Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses
6 Siehe auch
7 Literatur
8 Film
9 Weblinks
10 Einzelnachweise
Geschichte
Das Schwetzinger Schloss wurde im Jahr 1350 zum ersten Mal als Feste urkundlich erwähnt. Es handelte sich um ein mittelalterliches Wasserschloss. 1427 kam es in den Besitz des Kurfürsten Ludwig III. In der Folgezeit wurde es mehrfach umgebaut, diente als Jagdschloss und wurde gegen Ende des Dreißigjährigen Kriegs zerstört. Kurfürst Karl Ludwig ließ das Schwetzinger Schloss für seine Geliebte Luise von Degenfeld wieder aufbauen. Während eines Besuchs im August 1656 hatte er den Einwohnern von Schwetzingen bereits befohlen, sämtlichen Schutt wegzuräumen, wobei aufgelesene Trümmerteile wie Steine, Hölzer und „altes Eisenwerk“ bei den Untertanen zur eigenen Verwendung verbleiben durften. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde das Schloss erneut zerstört, die Grundmauern blieben allerdings stehen.
Karl Philipp
Karl Theodor
Seine heutige Form erhielt das Schloss auf Befehl des Kurfürsten Johann Wilhelm, der in Düsseldorf regierte. Dieser ließ es unter Leitung des Grafen Matteo Alberti – der Erbauer des Schlosses Bensberg – von dem Heidelberger Baumeister Johann Adam Breunig umbauen und durch zwei Flügelbauten wesentlich vergrößern. Das Bauwerk wurde in mehreren Bauabschnitten ab dem Jahre 1697 errichtet und ausgebaut. Im Jahr 1752 wurde eine Gartenerweiterung auf dem damals rund 70 Hektar großen Areal vorgenommen. Im gleichen Jahr wurde auch das Schlosstheater eröffnet. Obwohl das Schloss seit der Verlegung der Residenz des Kurfürsten Karl Theodor von Mannheim nach München im Jahr 1778 kaum mehr benutzt wurde, wurde in der Folgezeit am Garten weiter gearbeitet.
Unter Karl Theodor war Schwetzingen Sommerresidenz: Die Hofhaltung wurde in den warmen Monaten von Schloss Mannheim nach Schloss Schwetzingen verlegt. Die Schlichtheit der Wohnungen des Kurfürstenpaares und eine größere Informalität der Umgangsformen waren Ausdruck eines vorgeblich einfacheren, unbeschwerten „Lebens auf dem Lande“.
An der künstlerischen Ausgestaltung von Schloss und Garten waren nahezu alle am Hof in Mannheim beschäftigten Künstler beteiligt. Dazu gehörten Alessandro Galli da Bibiena und Peter Anton von Verschaffelt. Der Lothringer Nicolas de Pigage war Intendant der Gärten und Wasserkünste sowie der bestimmende Architekt in der Karl-Theodor-Zeit. Pigage erweiterte den Garten in allen Stilwandlungen der Zeit. Der Zweibrücker Hofgärtner Johann Ludwig Petri plante das Hauptparterre und den Zirkel des französischen Gartens. Der erste Hofgärtner, van Wynder, wurde aus Kassel nach Schwetzingen berufen.
Der zweite Hofgärtner war Johann Wilhelm Sckell, ein Hauptmitarbeiter Pigages. Sein Sohn Friedrich Ludwig Sckell wurde 1804 nach München berufen, wo er den Englischen Garten anlegte. Der erste badische Gartenbaudirektor war Johann Michael Zeyher, der den Flieder in Schwetzingen einführte.
Schloss Schwetzingen zählt heute zu den landeseigenen Monumenten und wird von der Einrichtung Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg betreut. Der Garten ist gegen Eintritt öffentlich zugänglich, Schloss und Theater können im Rahmen von Führungen besichtigt werden.
Weltkulturerbe
Im September 1999 meldete Deutschland Schwetzingen in der bei der UNESCO geführten sogenannten Tentativliste als potentielle Welterbestätte an.[1] Ein dortiger Eintrag ist die Voraussetzung dafür, dass zu einem späteren Zeitpunkt ein Antrag auf Verleihung eines entsprechenden Prädikats, in diesem Fall des Weltkulturerbes, gestellt werden kann. Dies geschah dann auch im Jahre 2007. Der Antrag umfasste einen Kernbereich von Schloss und Schlossgarten, den vorgelagerten Schlossplatz, das Ysenburgsche Palais sowie die Sichtachsen der Carl-Theodor- und der Lindenstraße. Hinzu kam eine zusätzliche Pufferzone, die weitere Teile der Stadt einbezog.[2]
Im Juni 2009 wurde der Antrag aufgrund eines negativen Votums des ICOMOS wieder zurückgenommen und infolgedessen im Laufe des folgenden Herbstes überarbeitet. Der ursprüngliche Ansatz, das freimaurerische und aufklärerische Wirken Carl-Theodors begleitend zu betonen, wurde zurückgefahren, stattdessen die künstlerische und musische Bedeutung von Schloss und Stadt hervorgehoben. Außerdem wurde der Kernbereich geringfügig erweitert.[2] Im Januar 2010 wurde der Neuantrag eingereicht.[3] Im März 2010 setzte die Kultusministerkonferenz Schwetzingen erneut auf die deutsche Nominierungsliste, diesmal für 2011.[4][5] Der als Entscheidungsgrundlage dienende Bewertungsbericht der ICOMOS vom Mai 2012 empfahl jedoch abermals, die Anlage nicht aufzunehmen. Negativ wurde insbesondere bewertet, dass es von dieser Art von Schlössern und Gärten schon elf, beispielsweise in Dessau, in Brühl oder in Potsdam und Berlin, und damit eigentlich deren genügend auf der Welterbeliste gebe. Eine besondere Stellung Schwetzingens habe nicht erkannt werden können.[6] Das Welterbekomitee stimmte dem ICOSMOS-Votum zwar mehrheitlich nicht zu, behandelte den Schwetzinger Antrag aber auch nicht, sondern empfahl stattdessen, einen neuen, abermals überarbeiteten Entwurf vorzulegen. Ob es dazu kommt, ist fraglich.[7][8][9] Über einen erneuten Versuch wurde nichts bekannt.
Schloss
Plan von Schwetzingen (um 1840)
Eine Anfahrt aus Heidelberg liegt auf der geraden Verbindung vom Königstuhl nach Schwetzingen. Die Trasse ist von erhöhter Position aus in der Landschaft noch gut erkennbar, aber nicht durchgehend befahrbar. Vom Königstuhl aus gesehen läuft diese Linie hinter dem Schloss weiter auf die Kalmit zu.
Vom Schwetzinger Schlossplatz gelangt man in den Ehrenhof. In den beiden ehemaligen Wachhäuschen am Schlosstor befinden sich heute ein Museumsladen und ein Café. Der Hof wird links und rechts von symmetrischen Wirtschaftsgebäuden flankiert. In der Mitte, an der Westseite, befindet sich das Corps de Logis, der Wohnbau des Schlosses.
Innenräume
In einer langwierigen Restaurierung der Jahre 1975–1991 wurden die Innenräume des Schlosses wiederhergestellt und mit authentischen Möbeln des 18. Jahrhunderts eingerichtet. In der Beletage verdeutlichen im Rahmen eines Schlossmuseums die Gesellschaftsräume, die Wohnung des Kurfürsten und die Wohnung der Kurfürstin das Funktionsprofil des Schlosses in der Karl-Theodor-Zeit.
Von besonderem kunstgeschichtlichen Rang sind die Räume der in badischer Zeit ab 1803 umgestalteten Wohnung der Reichsgräfin Luise Karoline von Hochberg im zweiten Obergeschoss aufgrund der vorzüglich erhaltenen Handdrucktapeten (1804) der Firma Zuber et Cie in Rixheim (Compagniezimmer mit Alpenpanorama „Vues de Suisse“, Schlafzimmer, Grand Cabinet).
Zirkelbauten
Nördlicher Zirkelbau
Südlicher Zirkelbau
Die Zirkelbauten sind zwei eingeschossige, dank hoher Fenstertüren mit unmittelbarem Gartenzugang versehene Werksteinbauten, die sich seitlich an das Schloss zu einem Halbrund anschließen und das kreisrunde Gartenparterre gemeinsam mit dem Halbkreis der Wandelgänge aus Lattenwerk umfangen. Der nördliche Zirkelbau wurde in den Jahren 1748/1749 von Alessandro Galli da Bibiena erbaut, der südliche im Jahr 1753 von Franz Wilhelm Rabaliatti. Die Zirkelbauten wurden für die Hofgesellschaften (Speisetafel, Spiele und Konzerte, Bälle) genutzt. Solche zusätzlichen, repräsentativen Räumlichkeiten waren angesichts der beengten Verhältnisse im alten Wohnbau des Schlosses unverzichtbar. Heute werden die Zirkelbauten als Schlossrestaurant, Café und Theaterfoyer sowie für Konzerte und Ausstellungen genutzt.
Theater
→ Hauptartikel: Schlosstheater Schwetzingen
Das kurfürstliche Hoftheater im frühklassizistischen Stil (oft fälschlich „Rokokotheater“ genannt) wurde am 15. Juni 1753 mit Oper Il figlio delle selve („Der Sohn der Wälder“) von Ignaz Holzbauer eröffnet. Hier wirkten Sänger, Instrumentalisten und Komponisten von internationalem Rang, darunter die Vertreter der Mannheimer Schule. Nachdem Karl Theodor seine Residenz nach München verlegt hatte, fanden nur noch gelegentliche Aufführungen in Schwetzingen statt, wenn der Kurfürst dort zu Besuch war. Auch in der badischen Zeit wurde das Theater nur selten benutzt. Es verfiel und konnte nicht mehr bespielt werden. 1936/37 und 2002/03 wurde das Theater völlig renoviert. Die Brüstungen der leicht ansteigenden Logenränge haben im Grundriss die Form einer Lyra. Die Pfeiler sind reich verziert und von Korbbögen überbrückt, die die Wirkung des Raumes vertiefen.
Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen
Im südlichen Flügel des Schlosses sind seit ihrer Gründung 1953 die Fachhochschule Schwetzingen – Hochschule für Rechtspflege bzw. deren Vorgängereinrichtungen untergebracht. Aufgrund umfangreicher Umbau- und Renovierungsarbeiten wurde der Studienbetrieb seit September 2009 in ein Ausweichquartier nach Mannheim-Wohlgelegen verlegt.
Garten
Parterre
Der Schwetzinger Schlossgarten gliedert sich in einen Französischen Garten und einen Englischen Garten. Bei der kunsthistorischen Interpretation des Gartens wird auch unterschieden zwischen dem „Garten der Allegorien“, also jener Gartenteil, in welchem ohne tiefere Bedeutung allegorische Figuren stehen, und dem „Garten der Vernunft“. Zum „Garten der Vernunft“ zählen Minervatempel, Merkurtempel, Moschee, Apollotempel, Tempel der Botanik, das römische Wasserkastell sowie das Arboretum, also jene Gartenteile, in denen im Sinne aufklärerischen Denkens die Vernunft gefeiert wird. Der Schwetzinger Schlossgarten war, mit Ausnahme des Bereiches um das Badhaus, bereits in kurfürstlicher Zeit für die gesamte Bevölkerung zugänglich, damals noch ohne Eintrittsgeld. Eine Parkordnung regelte das angemessene Verhalten der Besucher.
Französischer Garten
Luftaufnahme des Barockgartens
Fontäne in der Gartenmitte
Längs der Hauptachse des Gartens blickt man nach Osten auf den Königstuhl im Odenwald und nach Westen auf die Kalmit im Pfälzerwald.
Der Barockgarten ist nach französischer Art in strengen geometrischen Formen angelegt. Die wichtigsten Elemente sind die Hauptachse, die Querachse und das Kreisrund. Der vordere Gartenteil zeigt Parterres und Boskette. Auf der Schlossterrasse befinden sich Urnen, die die vier Weltzeitalter darstellen (goldenes, silbernes, ehernes und eisernes Zeitalter). Zudem befinden sich dort zwei vergoldete Atalanten, die noch aus dem Vorgängergarten stammen. Eine Besonderheit des französischen Gartens ist die kreisförmige Anlage der zentrale Teil rund um den Arionbrunnen, das sogenannte Kreisparterre.
Der zentrale Arionbrunnen von Guibal hat eine Begebenheit der antiken Mythologie zum Thema: Arion (Arion von Lesbos) ist ein berühmter Sänger. Nach einem Wettstreit reich beschenkt, wird er auf See von den Schiffsleuten bedrängt. Er bittet, ein letztes Mal singen zu dürfen. Bei seinem Gesang erscheinen Delfine. Der Sänger stürzt sich in die Fluten und ein Delfin bringt ihn an die Küste, so dass er seinen Weg nach Korinth fortsetzen kann. Das Sternbild Delphin wird in manchen Überlieferungen als der von den Göttern ans Firmament entrückte Arion auf dem Delfin gedeutet.
Abgeschlossen wird der französische Garten durch die Darstellung einer Hirschjagd von Verschaffelt. In unmittelbarer Nähe sind die vier Elemente in Skulpturen dargestellt.
Englischer Garten
Die westlichen und nordwestlichen Teile des Gartens wurden als englischer Landschaftsgarten gestaltet. Im Gegensatz zum französischen Garten sind hier die Wege und Uferlinien leicht geschwungen. Am unregelmäßigen Waldbereich wurde fast nichts verändert.
Arboretum
Ein Arboretum ist eine Sammlung oft exotischer Gehölze. Der Gartenbaumeister Zeyher legte diesen Garten im Jahr 1802 mit exotischen Bildern aus aller Welt an. Besonders kunstvoll ist das schmiedeeiserne, teilvergoldete Tor von Rabaliatti. Auf derselben Fläche befand sich vorher eine Fasanerie mit Tiergehegen.
See
See mit Schloss im Hintergrund
See im Winter
Gartenphaeton des Kurfürsten 1775
Schon beim Betreten des Schlossgartens sieht der Besucher auf den großen See, der den Garten abschließt. An der Stelle des Sees befand sich ursprünglich ein ummauertes Bassin, das auf Vorschlag Zeyhers im Jahr 1823 auf Befehl des Großherzogs Ludwig von Baden erweitert und in einen See mit natürlicher Uferausformung umgewandelt wurde. Zwei Skulpturen (Kopien) von Verschaffelt ruhen auf der dem Schloss zugewandten Längsseite beidseitig der Blickachse: die Flussgötter Rhein und Donau. Die Originale sind in der Orangerie zu besichtigen.
Der See und alle weiteren Gewässer werden seit Pigage von zwei Wasserwerken gefüllt, die den Leimbach als Antrieb für die Mühlräder der Pumpen nutzten. Dieser umschloss bereits die ursprüngliche Burganlage und fließt vom Kraichgau kommend in Richtung Rhein. Für die Fontänen wurde sauberes Grundwasser verwendet. Diese Pumpen befanden sich im nördlichen Schlossflügel (oberes Wasserwerk mit Hochbehälter im heutigen Finanzamt). Ein zweites Pumpwerk mit Hochbehälter, das einen gleichbleibenden Druck sicherstellte, war am Parkende hinter dem Aquädukt verborgen (unteres Wasserwerk).
Für Karl-Theodor kaufte Pigage 1775 in London einen Gartenphaeton mit Lakai-Antrieb, wozu alle Hauptwege topfeben angelegt und sogar vorzeitliche Grabhügel abgetragen wurden. Damit konnte der Kurfürst im Park herumfahren, ohne dass Pferdeexkremente die Gartenwege verschmutzten. Der Muskelkraftwagen, heute im Schloss Nymphenburg, regte den Heidelberger Studenten Karl Drais vor 1803 zur späteren Erfindung des Ur-Fahrrads an.[10]
Bauten
Im Schwetzinger Schlosspark befinden sich neben zahlreichen Statuen auch einige Bauwerke. Das Gebäudeprogramm zeigt einen philosophischen und architektonischen Bezug auf die klassische Antike und, im Falle des Moschee-Komplexes, auf den Islam und die orientalische Weisheitslehre. Neuere Forschungen wollen im Schwetzinger Garten ein freimaurerisches Programm erkennen, in dem christliche Vorstellungen eingebunden wären. Gartenbauten, Wegbeziehungen, Tore und Brücken sollten den Park nicht nur in Einzelräume unterteilen, sondern größer wirken lassen. Einen eigenen Komplex bietet das früher nur auf Einladung oder Befehl des Kurfürsten zugängliche Badhaus, ein kleines Lusthaus mit eigenem Garten und dem „Perspektiv“.
Nach Ansicht von Richard Benz führte das Erlebnis der „künstlichen Ruinen“ im Schwetzinger Schlosspark die Dichter des 18. Jahrhunderts zur Beschäftigung mit den echten Ruinen des Heidelberger Schlosses und damit zur im späten 18. Jahrhundert einsetzenden „Wiederentdeckung“ Heidelbergs.[11]
Merkurtempel
Die Lage des Tempels oberhalb des Moscheeweihers
Der Tempel von Norden
Der Tempel aus der Nähe
Relief am Tempel
In den „Parties sauvages“, den südwestlichen landschaftlichen Partien des Schwetzinger Gartens wurde bereits 1784 ein „Monument“ gegenüber der Moschee geplant. 1787/88 entstand der Ruinenbau Pigages, der erstmals 1791 dem römischen Gott Merkur zugewiesen wird. Sein kellerartiger Unterbau aus großen Sandsteinblöcken erscheint als Rest eines älteren Vorgängers. Der dreigeschossige, turmartige Merkur-Tempel aus Tuffstein besitzt ein im Grundriss sechseckiges Hauptgeschoss, darüber ein Attikageschoss und eine abschließende Laterne. Auf Merkur verweisen Reliefs aus Stuckmarmor über den Eingängen der drei gleichartigen Fassaden.
Die Deutung der Parkruine ist kontrovers: Nach überkommener Lesart steht sie für die Überwindung von Geheimlehren durch die Vernunft. Diese Lesart verweist darauf, dass der Tempel die Form eines römischen Grabmals hat. Durch drei Reliefs, die ausschließlich negative Episoden aus dem Leben des Merkur zeigen, wird dieser mit dem antiken Hermes Trismegistos, einem Symbol für Magie, gleichgesetzt. Der Aberglaube ist also gewissermaßen in seinem eigenen Tempel begraben worden. In diesem Zusammenhang wird auch betont, dass man von der Moschee über einen Weiher auf den Merkurtempel blickt. Wenn man die Moschee als Symbol für die Weisheit versteht, bedeutet dies: Der Weise muss Tod und Aberglaube nicht fürchten. Eine neue freimaurerische Interpretation hingegen sieht verborgene Verweise auf den Salomonischen Tempel und seinen Architekten Hiram Abif.
Der Merkurtempel hat die Funktion eines Aussichtspunkts, das Obergeschoss gestattet einen Blick über den See und auf die Moschee.
Minervatempel
Minervatempel
Die römische Göttin Minerva ist mehrfach im Schlossgarten dargestellt. Symmetrisch zu dem Minerva-Tempel war als Gegenstück ein Tempel des Cupido geplant, der nicht zur Ausführung kam.
Der von Pigage entworfene Tempel war 1769 vollendet. Seine viersäulige Front korinthischer Säulenordnung ist durch ein antik-römisches Vorbild angeregt, den Eingangsbau zur Portikus der Octavia. Einmalig ist die Umkehrung des Verhältnisses von Säulenhalle und Cella: Die Tempelcella wird zu einer gegenüber der Natur geöffneten Raumhülle umgedeutet, innerhalb derer sich die Säulenstellung fortsetzt.
Minerva, Göttin der Weisheit, erscheint vor der Rückwand in einem umgearbeiteten Standbild von Gabriel de Grupello. Sie ist, auch nach Ausweis des Giebelfeldes, die Göttin der friedlichen Künste und Wissenschaften, insbesondere der Gartenkunst. Die mit Marmorbänken ausgestattete Cella dient Parkbesuchern als Ruheraum, kann aber auch als imaginärer Versammlungsort derjenigen, die Weisheit erlangt haben, verstanden werden.
Unterhalb des Tempels befindet sich ein rechteckiger Raum, mit Nischen und runden Fensteröffnungen. Dieser Raum ist von außen zugänglich und zeigt Merkmale eines geheimen Versammlungsortes. Er wird von Pan regiert, wie eine Maske über der Tür anzeigt. Der Minerva-Tempel, der sich über dieser irrationalen Sphäre erhebt, wird so ein aufklärerisches Monument der gestaltenden Vernunft und der menschlichen Zivilisationsleistung.
Apollotempel
Apollotempel von Westen
Apollotempel von Westen
Lyraspielender Apollo
Apollos Rücken
Im Jahr 1762 plante man an dieser Stelle ein Belvedere. Nach dem Entwurf von Nicolas de Pigage entstand ein hoher, terrassierter Unterbau, auf dessen oberster Plattform sich ein Monopteros, ein Rundtempel mit zwölf Säulen ionischer Säulenordnung ohne Cella erhebt. Der Tempel ist dem griechischen Gott Apollo gewidmet. Die Statue des Apollo stammt von dem Bildhauer Anton von Verschaffelt. Sie zeigt den Gott beim linkshändigen Lyra-Spiel, was dem Künstler einigen Hohn eingebracht hat. In einem Briefwechsel zwischen Gleim, Wilhelm Heinse und Johannes von Müller heißt es, er stehe zwar »gar heilig« auf einer Anhöhe, »nur hat der linke Gott darin einen erbärmlichen Hintern«.
Der Apollo-Tempel krönt eine nach zwei Seiten gerichtete Anlage: Vom Eingang an der Westseite steigt der Besucher durch felsige, dunkle und verwirrende Korridore zur lichtumfluteten Plattform mit dem klassischen Monopteros empor. Aus der Sicht der Zuschauer im östlichen Heckentheater krönt der Tempel den Bühnenprospekt. Apoll erscheint als Gott der Künste und Führer der Musen auf dem Berg Helikon, wo der Hufschlag des Pegasus die Quelle Hippokrene, deren Wasser durch die Najaden über die Kaskade an die Menschen weitergegeben wird.
Tempel der Waldbotanik
Tempel der Waldbotanik
Der von Pigage entworfene Tempel der Waldbotanik – „Botanicae Silvestris“ – wurde schon 1777 geplant. Die Weiheinschrift nennt das Datum 1778, aber erst 1780 wurde der Bau fertig. Er bildet den Abschluss des „Arboretum Theodoricum“, der Baumsammlung im sogenannten Wiesentälchen. Der aufgesockelte, zylindrische Baukörper weist außen Rauputz nach Art von Eichenrinde auf. Eine Freitreppe, auf deren Wangen Sphingen wachen, führt zur Eingangstür. Innen vermittelt eine runde Öffnung von circa 20 cm Durchmesser in der Fußbodenmitte zu einem dunklen Gewölbe darunter. Das Bildprogramm handelt vom Wachsen, Reifen und Absterben der Natur. Vier große Relieffelder zeigen Symbole der vier Jahreszeiten in Verbindung mit einem antiken Dreifuß. Die Naturrhythmen werden mit der modernen Naturwissenschaft verknüpft: Bildnismedaillons der älteren Autoritäten Theophrastos von Eresos und Plinius stehen solche der modernen Naturforscher Joseph Pitton de Tournefort und Carl von Linné gegenüber. Linnés revolutionäres Buch über die Pflanzensystematik bildete das inzwischen verschwundene Attribut einer Statue der Göttin Ceres in der Mittelapsis.
Badhaus
Badhaus
Das von Pigage errichtete Badhaus ist ein kleines Lusthaus nach Art einer italienischen Villa. Während unter Karl Theodor der übrige Schlossgarten öffentlich zugänglich war, durfte der Badehaus-Bereich, zu dem ein eigener Garten gehört, nur auf Einladung oder mit Genehmigung des Kurfürsten betreten werden. Hier konnte Karl Theodor wie ein Privatmann leben und sich seinen musischen Neigungen hingeben. Vom Apollo-Bezirk her wird das Badhaus durch eine im Grundriss halbkreisförmige Exedra betreten, eine gleich gebildete liegt an der Rückseite. Durch beide Eingangsbereiche gelangt der Besucher in den Ovalsaal mit der Aurora als Deckengemälde und vier Horen als vergoldeten Plastiken, der das Zentrum des Schlösschens bildet. Vom Ovalsaal gehen nach Westen und nach Osten flurartige Vorzimmer mit fein eingelegtem Parkett aus drei Hölzern ab. Über sie gelangt der Besucher in das Schlafzimmer des Kurfürsten (Südwestseite, mit separater Toilette) und in den Baderaum (Nordwestseite) mit einem vertieften Marmorbecken (etwa 1‚2 m tief) mit zwei Sitzbänken in einer elliptischen Nische. Die Wasserleitungen sind als bekrönte Schlangen ausgearbeitet. An der Nordostseite liegt das Chinesische Zimmer mit chinesischen Papiertapeten, an der Südostseite das Schreibzimmer mit Landschaftsgemälden von Ferdinand Kobell.
In der beim Badhaus gelegenen Badhausküche befand sich der Kessel zum Erhitzen des Badewassers. Bemerkenswert ist, dass das Badhaus im Verhältnis zum Hauptschloss in der gleichen Position gelegen ist wie sein Vorbild, das Grand Trianon, im Schlosspark von Versailles.
Wasserspeiende Vögel
Uhu mit geschlagenem Fasan
wasserspeiende Vögel auf der Einfassung
Brunnen der wasserspeienden Vögel
Eine Attraktion des Badhausgartens ist der Brunnen der wasserspeienden Vögel (alle aus Eisenblech gearbeitet). Im mittleren Bassin sitzt in Angriffshaltung mit gespreizten Flügeln ein Uhu, der in seinen Fängen einen von ihm geschlagenen Fasan hält. Oben auf der Einfassung aus Lattenwerk, das die Anlage umgibt, sitzen zwanzig andere Vögel, die den Uhu (mit Wasser) bespucken. Das Thema des Brunnens geht auf eine Fabel von Äsop zurück, die vom Zorn der guten Vögel über den bösen Uhu handelt. Die Schwetzinger Figuren stammen aus dem lothringischen Schloss La Malgrange des polnischen Exkönigs Stanislaus I. Leszczyński. Vier Volieren mit lebenden, zwitschernden Vögeln erhöhen die Illusion. Zu der Anlage zählen zwei weitere kleine Gebäude, die sogenannten Achathäuschen.
Perspektiv
Perspektiv im Laubengang
Perspektiv aus der Nähe
Perspektiv von außen
Blick auf die halbrunde Mauer vom „Perspektiv“ oder „Ende der Welt“ im Schlossgarten Schwetzingen.
Das Perspektiv oder Ende der Welt im Schlossgarten Schwetzingen.
Das Perspektiv, im Volksmund als „Ende der Welt“ bezeichnet, schließt die Hauptachse des Badhausgartens nach Norden hin ab. Am hinteren Ende der Treillage ist eine Flusslandschaft zu erkennen. Dabei handelt es sich um die Kopie eines Gemäldes von Ferdinand Kobell auf einer Mauer. Durch geschickt genutzten Lichteinfall erscheint das Bild realistisch. Im Zusammenspiel mit dem zuführenden Gang und einem Architekturrahmen vor der Mauer entsteht eine starke Tiefenwirkung.
Aufbau des Perspektivs (von Pigage gestaltet): An den Laubengang (Treillage) schließt sich ein Pavillon mit zwei Seitenräumen an. Der Hauptraum des Pavillons (zum Gemälde hin offen und mit Tuffstein verkleidet) ist als Grotte gestaltet. Gegenüber dem Eingang des Laubengangs befindet sich eine Maueröffnung im Pavillon. In der Maueröffnung sind eiserne Schilfblättchen angebracht und Wasser tropft von der Grottendecke in ein Bassin. Hinter dieser Öffnung befindet sich in etwas Abstand eine halbrunde Mauer mit Landschaftsgemälde (in Freskotechnik). Das Landschaftsgemälde wird durch das Sonnenlicht beleuchtet und strahlt so förmlich, wenn man vor dem Laubengang steht.
Orangerie
Orangerie
→ Hauptartikel: Orangerie (Schwetzingen)
Ab dem 16. Jahrhundert kamen an den europäischen Fürstenhöfen Sammlungen von Orangen und anderen Zitrusbäumen in Mode. Diese überwinterten in abschlagbaren, nur für die kalte Jahreszeit um die Pflanzen herum errichteten Gebäuden. Im späten 17. und im 18. Jahrhundert wurden die Pflanzen in Pflanzkästen und Kübeln gehalten, die in einem festen Gebäude überwinterten und in den warmen Monaten in einem Orangerieparterre ins Freie gestellt wurden.
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts konnte der Bedarf an Räumlichkeiten für höfische Festivitäten in Schwetzingen nicht annähernd gedeckt werden. Eine Orangerie mit großem Festsaal westlich des Schlosses sollte hier Abhilfe schaffen. So hatte es jedenfalls Kurfürst Karl Philipp entschieden, der 1716 die Nachfolge des überwiegend in Düsseldorf residierenden Kurfürsten Johann Wilhelm angetreten hatte.
Die unter Karl Theodor errichtete Schwetzinger Orangerie mit ihren Fassadenmalereien wurde von Nicolas de Pigage entworfen. Die Malereien täuschen Naturstein als Material vor, wo nur simple Backsteinmauern sind. Davor liegt das Orangerieparterre, das gegenüber den anderen Gartenbereichen zugunsten eines Binnenklimas abgesenkt und zur warmen Südseite ausgerichtet ist. An den Ecken des Parterres befinden sich Statuen von drei Jahreszeiten, die vierte fehlt. In der Mitte stehen die Orangen- und Zitronenbäume in Kübeln auf einer rechteckigen Insel.
Moschee
→ Hauptartikel: Moschee Schwetzingen
Rote Moschee im Türkischen Garten
Wandelgang mit Eckpavillon
Innenansicht der Moscheekuppel
Im hinteren (südlichen) Bereich, dem Türkischen Garten, steht die Rote Moschee von Pigage, errichtet von 1778 bis 1785. Das Bauwerk hat keine liturgische Funktion, es handelt sich vielmehr um ein Gartenfolly mit ausschließlich ästhetischer Bedeutung. Die Schwetzinger Moschee ist der erste und größte Bau dieser Art in einem deutschen Park. Das Gebäude des späten Barock ist mit zahlreichen orientalischen Elementen versehen. Der Moscheehof wurde gelegentlich für Freilichtaufführungen von Opern genutzt. Die Moschee wurde im 20. Jahrhundert zeitweise von Muslimen genutzt.
Vor der Moschee befinden sich der ehemalige fürstliche Obstgarten, dahinter eine Baumschule und die Schlossgärtnerei.
Römische Wasserleitung
Römische Wasserleitung
Im Sommer 1779 wurde die am nördlichen Rand des Gartens gelegene künstliche Ruine nach Entwürfen von Nicolas de Pigage begonnen. Ein Torbau, auf dem noch ein Turmaufsatz erhalten scheint, erinnert an einen römischen Triumphbogen. In seiner mittleren Arkade rauscht ein Wasserfall. Von diesem Torbau greifen nach drei Seiten die Reste eines Aquäduktes aus, wobei der östliche Arm einen Freiplatz hinterfängt, auf dem sich ein Obelisk erhebt.
Pigage konnte auf eigene Antikenstudien während seiner Italienreise 1767/68 zurückgreifen. Die Verbindung von Torbogen und Aquädukt begegnet an der römischen Porta Maggiore und am Aquädukt der Acqua Vergine. Das Turmfreigeschoss könnte durch mittelalterliche Wehraufbauten auf römischen Brücken angeregt sein. Die Vorbilder finden sich in Veduten von Piranesi. Die Bezeichnung als Römisches Wasserkastell erscheint erst 1828.
Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)
Blick über die Chinesische Brücke, im Hintergrund der Merkurtempel
Die oft als „chinesisch“ bezeichnete Brücke im hinteren, nordwestlichen Bereich des Gartens verbindet den französischen mit dem englischen Gartenteil. Das Bauwerk geht tatsächlich auf einen Brückenentwurf des in Venetien tätig gewesenen Renaissance-Architekten Andrea Palladio zurück. Die Brücke hat den populären Beinamen „Lügenbrücke“, denn wer auf deren unregelmäßigen Stufen ins Straucheln kommt, soll schon einmal geschwindelt haben.
Landschaftsschutzgebiet
Bereits am 8. August 1952 hat das damalige Landratsamt Mannheim den Schloßgarten unter der Bezeichnung Schwetzinger Schloßgarten und Umgebung als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Das Gebiet mit der Nummer 2.26.013 hat aktuell eine Größe von rund 190 Hektar und umfasst den historischen Park aus der Kurfürstenzeit sowie das westliche Vorgelände und die historische Jagdanlage am Stern.
Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses
Voltaire kam im Jahr 1753 zum ersten Mal nach Schwetzingen und war 14 Tage lang Gast des mit ihm befreundeten Kurfürsten. Im Sommer 1758 kam Voltaire erneut zu einem kurzen Aufenthalt nach Schwetzingen. Wolfgang Amadeus Mozart wirkte zusammen mit seinem Vater und seiner Schwester an einem Hofkonzert am 18. Juli 1763 mit. Der Komponist Christoph Willibald Ritter von Gluck war im Jahr 1774 Gast des Kurfürsten. Friedrich Schiller fand in Schwetzingen Anregungen zu den gegensätzlichen „Aranjuez-Stimmungen“ des ersten Aktes von Don Karlos. Der Schauspieler August Wilhelm Iffland schilderte in einem Brief vom 26. November 1779 eine Jagd bei Schwetzingen, die 50.000 Gulden gekostet hatte und bei der für 9.000 Menschen Zuschauergerüste aufgebaut waren. Kaiser Joseph II. hielt sich im Jahr 1781 unter dem Namen Graf von Falkenstein in Schwetzingen auf.
Siehe auch
Schloss Benrath – 1755 bis 1773 von Pigage im Auftrag von Kurfürst Karl Theodor erbaut am Übergang vom Rokoko zum Klassizismus. Der Garten ist eine geometrisch achsensymmetrische Barockanlage nach französischem Vorbild, der Privatgarten des Kurfürsten wurde im 19. Jahrhundert landschaftlich umgestaltet. Im Nebengebäude des Schlosses befindet sich das Museum für Europäische Gartenkunst.
Maulbeerbaumallee nach Heidelberg – im Zusammenhang mit der Seidenraupenzucht.
Literatur
Carl Ludwig Fuchs, Claus Reisinger: Schloss und Garten zu Schwetzingen. 2. Auflage. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2008, ISBN 978-3-88462-266-7
Volker Hannwacker: Friedrich Ludwig von Sckell. Der Begründer des Landschaftsgartens in Deutschland. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1992, ISBN 3-421-03012-X, S. 11–21.
Nanette Schärf, Hartmann Manfred Schärf: Das Badhaus im Schwetzinger Schlossgarten. Die Restaurierung des Gebäudes, seiner Innenräume und Ausstattungen. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 37. Jg. 2008, Heft 1, S. 29–35 (PDF)
Ralf Richard Wagner: In seinem Paradiese Schwetzingen … Das Badhaus des Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz. Hrsg. von Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2009, 302 S., ISBN 978-3-89735-587-3.
Wegweiser durch den Schwetzinger Garten. Mit zwölf Ansichten von Conrad Caspar Rordorf. Engelmann, Heidelberg 1830 (Digitalisat)
Karl Wörn: Schwetzingen Lebendige Stadt. 3. Auflage. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 1980.
Oswald Zenker: Schwetzinger Schlossgarten. Ein Führer durch das Französische Gartenparterre und den Englischen Landschaftsgarten, mit Informationen über Schloss und Rokokotheater sowie Sehenswürdigkeiten der Umgebung. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 2002, ISBN 3-87742-170-9.
Film
Im Hain des Apoll. Der Schlosspark Schwetzingen. Dokumentarfilm, Deutschland, 2007, 28:20 Min., Buch und Regie: Christopher Paul, Produktion: SWR, Reihe: Schätze des Landes, Inhaltsangabe von ARD.
Weblinks
Commons: Schloss Schwetzingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Offizielle Seite von Schloss Schwetzingen
Infos zum Schloss auf der Seite der Stadt Schwetzingen
Schloss Schwetzingen von ZUM
Kein Land „wo die Zitronen blühen“. In: Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Artikel zur Geschichte von Orangerien, darunter der in Schwetzingen
Schloss Schwetzingen auf badischewanderungen.de
Schloss Schwetzingen als 3D-Modell im 3D Warehouse von SketchUp
Einzelnachweise
Schwetzingen: A Prince Elector’s Summer Residence – garden design and Freemasonic allusions. Eintrag in der Tentativliste der UNESCO auf deren Website, abgerufen am 8. April 2014 (französisch)
Vorlage zur Gemeinderatssitzung vom 22. September 2009, abgerufen am 8. April 2014
Neue Akzente sollen in Paris überzeugen. Schwetzinger Zeitung, 2. Februar 2010, abgerufen am 8. April 2014
Die Sommerresidenz und ihre Musik sollen es richten. Mannheimer Morgen, 6. März 2010, abgerufen am 8. April 2014
Kurfürstliche Sommerresidenz Schwetzingen für die Aufnahme in die UNESCO-Weltkulturerbeliste nominiert. Pressemitteilung des Landesdenkmalsamts Baden-Württemberg vom 8. März 2010, abgerufen am 8. April 2014
ICOMOS Evaluations of Nominations of Cultural and Mixed Properties. Empfehlungsbericht zur 36. Sitzung des Welterbekomitees im Juni/Juli 2012, S. 224–233, PDF-Datei, 28,4 MB, abgerufen am 8. April 2014 (englisch)
Schwetzingen zunächst nicht Welterbe. Pressemitteilung der Stadt Schwetzingen vom 29. Juni 2012, abgerufen am 8. April 2014
Johanna Eberhardt: Schwetzingen nimmt keinen neuen Anlauf. Stuttgarter Zeitung, 3. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014
Kein dritter Anlauf für Unseco-Welterbe-Titel in Schwetzingen. xity, 2. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014
Hans-Erhard Lessing: Zwei Räder statt vier Hufe – Karl Drais G.Braun-Verlag, Karlsruhe 2010
Richard Benz: Heidelberg. Schicksal und Geist, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen, 2. Auflage 1975, ISBN 3-7995-4008-3, S. 296
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Schloss Schwetzingen ist ein Schloss in Schwetzingen, das vor allem den pfälzischen Kurfürsten Karl Philipp und Karl Theodor als Sommerresidenz diente. Bekannt ist in erster Linie der im 18. Jahrhundert angelegte Schlossgarten. Jährlich finden im Schloss die Schwetzinger Festspiele und alle zwei Jahre das Lichterfest statt.
Inhaltsverzeichnis
1 Geschichte
2 Weltkulturerbe
3 Schloss
3.1 Innenräume
3.2 Zirkelbauten
3.3 Theater
3.4 Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen
4 Garten
4.1 Französischer Garten
4.2 Englischer Garten
4.3 Arboretum
4.4 See
4.5 Bauten
4.5.1 Merkurtempel
4.5.2 Minervatempel
4.5.3 Apollotempel
4.5.4 Tempel der Waldbotanik
4.5.5 Badhaus
4.5.6 Wasserspeiende Vögel
4.5.7 Perspektiv
4.5.8 Orangerie
4.5.9 Moschee
4.5.10 Römische Wasserleitung
4.5.11 Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)
4.6 Landschaftsschutzgebiet
5 Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses
6 Siehe auch
7 Literatur
8 Film
9 Weblinks
10 Einzelnachweise
Geschichte
Das Schwetzinger Schloss wurde im Jahr 1350 zum ersten Mal als Feste urkundlich erwähnt. Es handelte sich um ein mittelalterliches Wasserschloss. 1427 kam es in den Besitz des Kurfürsten Ludwig III. In der Folgezeit wurde es mehrfach umgebaut, diente als Jagdschloss und wurde gegen Ende des Dreißigjährigen Kriegs zerstört. Kurfürst Karl Ludwig ließ das Schwetzinger Schloss für seine Geliebte Luise von Degenfeld wieder aufbauen. Während eines Besuchs im August 1656 hatte er den Einwohnern von Schwetzingen bereits befohlen, sämtlichen Schutt wegzuräumen, wobei aufgelesene Trümmerteile wie Steine, Hölzer und „altes Eisenwerk“ bei den Untertanen zur eigenen Verwendung verbleiben durften. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde das Schloss erneut zerstört, die Grundmauern blieben allerdings stehen.
Karl Philipp
Karl Theodor
Seine heutige Form erhielt das Schloss auf Befehl des Kurfürsten Johann Wilhelm, der in Düsseldorf regierte. Dieser ließ es unter Leitung des Grafen Matteo Alberti – der Erbauer des Schlosses Bensberg – von dem Heidelberger Baumeister Johann Adam Breunig umbauen und durch zwei Flügelbauten wesentlich vergrößern. Das Bauwerk wurde in mehreren Bauabschnitten ab dem Jahre 1697 errichtet und ausgebaut. Im Jahr 1752 wurde eine Gartenerweiterung auf dem damals rund 70 Hektar großen Areal vorgenommen. Im gleichen Jahr wurde auch das Schlosstheater eröffnet. Obwohl das Schloss seit der Verlegung der Residenz des Kurfürsten Karl Theodor von Mannheim nach München im Jahr 1778 kaum mehr benutzt wurde, wurde in der Folgezeit am Garten weiter gearbeitet.
Unter Karl Theodor war Schwetzingen Sommerresidenz: Die Hofhaltung wurde in den warmen Monaten von Schloss Mannheim nach Schloss Schwetzingen verlegt. Die Schlichtheit der Wohnungen des Kurfürstenpaares und eine größere Informalität der Umgangsformen waren Ausdruck eines vorgeblich einfacheren, unbeschwerten „Lebens auf dem Lande“.
An der künstlerischen Ausgestaltung von Schloss und Garten waren nahezu alle am Hof in Mannheim beschäftigten Künstler beteiligt. Dazu gehörten Alessandro Galli da Bibiena und Peter Anton von Verschaffelt. Der Lothringer Nicolas de Pigage war Intendant der Gärten und Wasserkünste sowie der bestimmende Architekt in der Karl-Theodor-Zeit. Pigage erweiterte den Garten in allen Stilwandlungen der Zeit. Der Zweibrücker Hofgärtner Johann Ludwig Petri plante das Hauptparterre und den Zirkel des französischen Gartens. Der erste Hofgärtner, van Wynder, wurde aus Kassel nach Schwetzingen berufen.
Der zweite Hofgärtner war Johann Wilhelm Sckell, ein Hauptmitarbeiter Pigages. Sein Sohn Friedrich Ludwig Sckell wurde 1804 nach München berufen, wo er den Englischen Garten anlegte. Der erste badische Gartenbaudirektor war Johann Michael Zeyher, der den Flieder in Schwetzingen einführte.
Schloss Schwetzingen zählt heute zu den landeseigenen Monumenten und wird von der Einrichtung Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg betreut. Der Garten ist gegen Eintritt öffentlich zugänglich, Schloss und Theater können im Rahmen von Führungen besichtigt werden.
Weltkulturerbe
Im September 1999 meldete Deutschland Schwetzingen in der bei der UNESCO geführten sogenannten Tentativliste als potentielle Welterbestätte an.[1] Ein dortiger Eintrag ist die Voraussetzung dafür, dass zu einem späteren Zeitpunkt ein Antrag auf Verleihung eines entsprechenden Prädikats, in diesem Fall des Weltkulturerbes, gestellt werden kann. Dies geschah dann auch im Jahre 2007. Der Antrag umfasste einen Kernbereich von Schloss und Schlossgarten, den vorgelagerten Schlossplatz, das Ysenburgsche Palais sowie die Sichtachsen der Carl-Theodor- und der Lindenstraße. Hinzu kam eine zusätzliche Pufferzone, die weitere Teile der Stadt einbezog.[2]
Im Juni 2009 wurde der Antrag aufgrund eines negativen Votums des ICOMOS wieder zurückgenommen und infolgedessen im Laufe des folgenden Herbstes überarbeitet. Der ursprüngliche Ansatz, das freimaurerische und aufklärerische Wirken Carl-Theodors begleitend zu betonen, wurde zurückgefahren, stattdessen die künstlerische und musische Bedeutung von Schloss und Stadt hervorgehoben. Außerdem wurde der Kernbereich geringfügig erweitert.[2] Im Januar 2010 wurde der Neuantrag eingereicht.[3] Im März 2010 setzte die Kultusministerkonferenz Schwetzingen erneut auf die deutsche Nominierungsliste, diesmal für 2011.[4][5] Der als Entscheidungsgrundlage dienende Bewertungsbericht der ICOMOS vom Mai 2012 empfahl jedoch abermals, die Anlage nicht aufzunehmen. Negativ wurde insbesondere bewertet, dass es von dieser Art von Schlössern und Gärten schon elf, beispielsweise in Dessau, in Brühl oder in Potsdam und Berlin, und damit eigentlich deren genügend auf der Welterbeliste gebe. Eine besondere Stellung Schwetzingens habe nicht erkannt werden können.[6] Das Welterbekomitee stimmte dem ICOSMOS-Votum zwar mehrheitlich nicht zu, behandelte den Schwetzinger Antrag aber auch nicht, sondern empfahl stattdessen, einen neuen, abermals überarbeiteten Entwurf vorzulegen. Ob es dazu kommt, ist fraglich.[7][8][9] Über einen erneuten Versuch wurde nichts bekannt.
Schloss
Plan von Schwetzingen (um 1840)
Eine Anfahrt aus Heidelberg liegt auf der geraden Verbindung vom Königstuhl nach Schwetzingen. Die Trasse ist von erhöhter Position aus in der Landschaft noch gut erkennbar, aber nicht durchgehend befahrbar. Vom Königstuhl aus gesehen läuft diese Linie hinter dem Schloss weiter auf die Kalmit zu.
Vom Schwetzinger Schlossplatz gelangt man in den Ehrenhof. In den beiden ehemaligen Wachhäuschen am Schlosstor befinden sich heute ein Museumsladen und ein Café. Der Hof wird links und rechts von symmetrischen Wirtschaftsgebäuden flankiert. In der Mitte, an der Westseite, befindet sich das Corps de Logis, der Wohnbau des Schlosses.
Innenräume
In einer langwierigen Restaurierung der Jahre 1975–1991 wurden die Innenräume des Schlosses wiederhergestellt und mit authentischen Möbeln des 18. Jahrhunderts eingerichtet. In der Beletage verdeutlichen im Rahmen eines Schlossmuseums die Gesellschaftsräume, die Wohnung des Kurfürsten und die Wohnung der Kurfürstin das Funktionsprofil des Schlosses in der Karl-Theodor-Zeit.
Von besonderem kunstgeschichtlichen Rang sind die Räume der in badischer Zeit ab 1803 umgestalteten Wohnung der Reichsgräfin Luise Karoline von Hochberg im zweiten Obergeschoss aufgrund der vorzüglich erhaltenen Handdrucktapeten (1804) der Firma Zuber et Cie in Rixheim (Compagniezimmer mit Alpenpanorama „Vues de Suisse“, Schlafzimmer, Grand Cabinet).
Zirkelbauten
Nördlicher Zirkelbau
Südlicher Zirkelbau
Die Zirkelbauten sind zwei eingeschossige, dank hoher Fenstertüren mit unmittelbarem Gartenzugang versehene Werksteinbauten, die sich seitlich an das Schloss zu einem Halbrund anschließen und das kreisrunde Gartenparterre gemeinsam mit dem Halbkreis der Wandelgänge aus Lattenwerk umfangen. Der nördliche Zirkelbau wurde in den Jahren 1748/1749 von Alessandro Galli da Bibiena erbaut, der südliche im Jahr 1753 von Franz Wilhelm Rabaliatti. Die Zirkelbauten wurden für die Hofgesellschaften (Speisetafel, Spiele und Konzerte, Bälle) genutzt. Solche zusätzlichen, repräsentativen Räumlichkeiten waren angesichts der beengten Verhältnisse im alten Wohnbau des Schlosses unverzichtbar. Heute werden die Zirkelbauten als Schlossrestaurant, Café und Theaterfoyer sowie für Konzerte und Ausstellungen genutzt.
Theater
→ Hauptartikel: Schlosstheater Schwetzingen
Das kurfürstliche Hoftheater im frühklassizistischen Stil (oft fälschlich „Rokokotheater“ genannt) wurde am 15. Juni 1753 mit Oper Il figlio delle selve („Der Sohn der Wälder“) von Ignaz Holzbauer eröffnet. Hier wirkten Sänger, Instrumentalisten und Komponisten von internationalem Rang, darunter die Vertreter der Mannheimer Schule. Nachdem Karl Theodor seine Residenz nach München verlegt hatte, fanden nur noch gelegentliche Aufführungen in Schwetzingen statt, wenn der Kurfürst dort zu Besuch war. Auch in der badischen Zeit wurde das Theater nur selten benutzt. Es verfiel und konnte nicht mehr bespielt werden. 1936/37 und 2002/03 wurde das Theater völlig renoviert. Die Brüstungen der leicht ansteigenden Logenränge haben im Grundriss die Form einer Lyra. Die Pfeiler sind reich verziert und von Korbbögen überbrückt, die die Wirkung des Raumes vertiefen.
Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen
Im südlichen Flügel des Schlosses sind seit ihrer Gründung 1953 die Fachhochschule Schwetzingen – Hochschule für Rechtspflege bzw. deren Vorgängereinrichtungen untergebracht. Aufgrund umfangreicher Umbau- und Renovierungsarbeiten wurde der Studienbetrieb seit September 2009 in ein Ausweichquartier nach Mannheim-Wohlgelegen verlegt.
Garten
Parterre
Der Schwetzinger Schlossgarten gliedert sich in einen Französischen Garten und einen Englischen Garten. Bei der kunsthistorischen Interpretation des Gartens wird auch unterschieden zwischen dem „Garten der Allegorien“, also jener Gartenteil, in welchem ohne tiefere Bedeutung allegorische Figuren stehen, und dem „Garten der Vernunft“. Zum „Garten der Vernunft“ zählen Minervatempel, Merkurtempel, Moschee, Apollotempel, Tempel der Botanik, das römische Wasserkastell sowie das Arboretum, also jene Gartenteile, in denen im Sinne aufklärerischen Denkens die Vernunft gefeiert wird. Der Schwetzinger Schlossgarten war, mit Ausnahme des Bereiches um das Badhaus, bereits in kurfürstlicher Zeit für die gesamte Bevölkerung zugänglich, damals noch ohne Eintrittsgeld. Eine Parkordnung regelte das angemessene Verhalten der Besucher.
Französischer Garten
Luftaufnahme des Barockgartens
Fontäne in der Gartenmitte
Längs der Hauptachse des Gartens blickt man nach Osten auf den Königstuhl im Odenwald und nach Westen auf die Kalmit im Pfälzerwald.
Der Barockgarten ist nach französischer Art in strengen geometrischen Formen angelegt. Die wichtigsten Elemente sind die Hauptachse, die Querachse und das Kreisrund. Der vordere Gartenteil zeigt Parterres und Boskette. Auf der Schlossterrasse befinden sich Urnen, die die vier Weltzeitalter darstellen (goldenes, silbernes, ehernes und eisernes Zeitalter). Zudem befinden sich dort zwei vergoldete Atalanten, die noch aus dem Vorgängergarten stammen. Eine Besonderheit des französischen Gartens ist die kreisförmige Anlage der zentrale Teil rund um den Arionbrunnen, das sogenannte Kreisparterre.
Der zentrale Arionbrunnen von Guibal hat eine Begebenheit der antiken Mythologie zum Thema: Arion (Arion von Lesbos) ist ein berühmter Sänger. Nach einem Wettstreit reich beschenkt, wird er auf See von den Schiffsleuten bedrängt. Er bittet, ein letztes Mal singen zu dürfen. Bei seinem Gesang erscheinen Delfine. Der Sänger stürzt sich in die Fluten und ein Delfin bringt ihn an die Küste, so dass er seinen Weg nach Korinth fortsetzen kann. Das Sternbild Delphin wird in manchen Überlieferungen als der von den Göttern ans Firmament entrückte Arion auf dem Delfin gedeutet.
Abgeschlossen wird der französische Garten durch die Darstellung einer Hirschjagd von Verschaffelt. In unmittelbarer Nähe sind die vier Elemente in Skulpturen dargestellt.
Englischer Garten
Die westlichen und nordwestlichen Teile des Gartens wurden als englischer Landschaftsgarten gestaltet. Im Gegensatz zum französischen Garten sind hier die Wege und Uferlinien leicht geschwungen. Am unregelmäßigen Waldbereich wurde fast nichts verändert.
Arboretum
Ein Arboretum ist eine Sammlung oft exotischer Gehölze. Der Gartenbaumeister Zeyher legte diesen Garten im Jahr 1802 mit exotischen Bildern aus aller Welt an. Besonders kunstvoll ist das schmiedeeiserne, teilvergoldete Tor von Rabaliatti. Auf derselben Fläche befand sich vorher eine Fasanerie mit Tiergehegen.
See
See mit Schloss im Hintergrund
See im Winter
Gartenphaeton des Kurfürsten 1775
Schon beim Betreten des Schlossgartens sieht der Besucher auf den großen See, der den Garten abschließt. An der Stelle des Sees befand sich ursprünglich ein ummauertes Bassin, das auf Vorschlag Zeyhers im Jahr 1823 auf Befehl des Großherzogs Ludwig von Baden erweitert und in einen See mit natürlicher Uferausformung umgewandelt wurde. Zwei Skulpturen (Kopien) von Verschaffelt ruhen auf der dem Schloss zugewandten Längsseite beidseitig der Blickachse: die Flussgötter Rhein und Donau. Die Originale sind in der Orangerie zu besichtigen.
Der See und alle weiteren Gewässer werden seit Pigage von zwei Wasserwerken gefüllt, die den Leimbach als Antrieb für die Mühlräder der Pumpen nutzten. Dieser umschloss bereits die ursprüngliche Burganlage und fließt vom Kraichgau kommend in Richtung Rhein. Für die Fontänen wurde sauberes Grundwasser verwendet. Diese Pumpen befanden sich im nördlichen Schlossflügel (oberes Wasserwerk mit Hochbehälter im heutigen Finanzamt). Ein zweites Pumpwerk mit Hochbehälter, das einen gleichbleibenden Druck sicherstellte, war am Parkende hinter dem Aquädukt verborgen (unteres Wasserwerk).
Für Karl-Theodor kaufte Pigage 1775 in London einen Gartenphaeton mit Lakai-Antrieb, wozu alle Hauptwege topfeben angelegt und sogar vorzeitliche Grabhügel abgetragen wurden. Damit konnte der Kurfürst im Park herumfahren, ohne dass Pferdeexkremente die Gartenwege verschmutzten. Der Muskelkraftwagen, heute im Schloss Nymphenburg, regte den Heidelberger Studenten Karl Drais vor 1803 zur späteren Erfindung des Ur-Fahrrads an.[10]
Bauten
Im Schwetzinger Schlosspark befinden sich neben zahlreichen Statuen auch einige Bauwerke. Das Gebäudeprogramm zeigt einen philosophischen und architektonischen Bezug auf die klassische Antike und, im Falle des Moschee-Komplexes, auf den Islam und die orientalische Weisheitslehre. Neuere Forschungen wollen im Schwetzinger Garten ein freimaurerisches Programm erkennen, in dem christliche Vorstellungen eingebunden wären. Gartenbauten, Wegbeziehungen, Tore und Brücken sollten den Park nicht nur in Einzelräume unterteilen, sondern größer wirken lassen. Einen eigenen Komplex bietet das früher nur auf Einladung oder Befehl des Kurfürsten zugängliche Badhaus, ein kleines Lusthaus mit eigenem Garten und dem „Perspektiv“.
Nach Ansicht von Richard Benz führte das Erlebnis der „künstlichen Ruinen“ im Schwetzinger Schlosspark die Dichter des 18. Jahrhunderts zur Beschäftigung mit den echten Ruinen des Heidelberger Schlosses und damit zur im späten 18. Jahrhundert einsetzenden „Wiederentdeckung“ Heidelbergs.[11]
Merkurtempel
Die Lage des Tempels oberhalb des Moscheeweihers
Der Tempel von Norden
Der Tempel aus der Nähe
Relief am Tempel
In den „Parties sauvages“, den südwestlichen landschaftlichen Partien des Schwetzinger Gartens wurde bereits 1784 ein „Monument“ gegenüber der Moschee geplant. 1787/88 entstand der Ruinenbau Pigages, der erstmals 1791 dem römischen Gott Merkur zugewiesen wird. Sein kellerartiger Unterbau aus großen Sandsteinblöcken erscheint als Rest eines älteren Vorgängers. Der dreigeschossige, turmartige Merkur-Tempel aus Tuffstein besitzt ein im Grundriss sechseckiges Hauptgeschoss, darüber ein Attikageschoss und eine abschließende Laterne. Auf Merkur verweisen Reliefs aus Stuckmarmor über den Eingängen der drei gleichartigen Fassaden.
Die Deutung der Parkruine ist kontrovers: Nach überkommener Lesart steht sie für die Überwindung von Geheimlehren durch die Vernunft. Diese Lesart verweist darauf, dass der Tempel die Form eines römischen Grabmals hat. Durch drei Reliefs, die ausschließlich negative Episoden aus dem Leben des Merkur zeigen, wird dieser mit dem antiken Hermes Trismegistos, einem Symbol für Magie, gleichgesetzt. Der Aberglaube ist also gewissermaßen in seinem eigenen Tempel begraben worden. In diesem Zusammenhang wird auch betont, dass man von der Moschee über einen Weiher auf den Merkurtempel blickt. Wenn man die Moschee als Symbol für die Weisheit versteht, bedeutet dies: Der Weise muss Tod und Aberglaube nicht fürchten. Eine neue freimaurerische Interpretation hingegen sieht verborgene Verweise auf den Salomonischen Tempel und seinen Architekten Hiram Abif.
Der Merkurtempel hat die Funktion eines Aussichtspunkts, das Obergeschoss gestattet einen Blick über den See und auf die Moschee.
Minervatempel
Minervatempel
Die römische Göttin Minerva ist mehrfach im Schlossgarten dargestellt. Symmetrisch zu dem Minerva-Tempel war als Gegenstück ein Tempel des Cupido geplant, der nicht zur Ausführung kam.
Der von Pigage entworfene Tempel war 1769 vollendet. Seine viersäulige Front korinthischer Säulenordnung ist durch ein antik-römisches Vorbild angeregt, den Eingangsbau zur Portikus der Octavia. Einmalig ist die Umkehrung des Verhältnisses von Säulenhalle und Cella: Die Tempelcella wird zu einer gegenüber der Natur geöffneten Raumhülle umgedeutet, innerhalb derer sich die Säulenstellung fortsetzt.
Minerva, Göttin der Weisheit, erscheint vor der Rückwand in einem umgearbeiteten Standbild von Gabriel de Grupello. Sie ist, auch nach Ausweis des Giebelfeldes, die Göttin der friedlichen Künste und Wissenschaften, insbesondere der Gartenkunst. Die mit Marmorbänken ausgestattete Cella dient Parkbesuchern als Ruheraum, kann aber auch als imaginärer Versammlungsort derjenigen, die Weisheit erlangt haben, verstanden werden.
Unterhalb des Tempels befindet sich ein rechteckiger Raum, mit Nischen und runden Fensteröffnungen. Dieser Raum ist von außen zugänglich und zeigt Merkmale eines geheimen Versammlungsortes. Er wird von Pan regiert, wie eine Maske über der Tür anzeigt. Der Minerva-Tempel, der sich über dieser irrationalen Sphäre erhebt, wird so ein aufklärerisches Monument der gestaltenden Vernunft und der menschlichen Zivilisationsleistung.
Apollotempel
Apollotempel von Westen
Apollotempel von Westen
Lyraspielender Apollo
Apollos Rücken
Im Jahr 1762 plante man an dieser Stelle ein Belvedere. Nach dem Entwurf von Nicolas de Pigage entstand ein hoher, terrassierter Unterbau, auf dessen oberster Plattform sich ein Monopteros, ein Rundtempel mit zwölf Säulen ionischer Säulenordnung ohne Cella erhebt. Der Tempel ist dem griechischen Gott Apollo gewidmet. Die Statue des Apollo stammt von dem Bildhauer Anton von Verschaffelt. Sie zeigt den Gott beim linkshändigen Lyra-Spiel, was dem Künstler einigen Hohn eingebracht hat. In einem Briefwechsel zwischen Gleim, Wilhelm Heinse und Johannes von Müller heißt es, er stehe zwar »gar heilig« auf einer Anhöhe, »nur hat der linke Gott darin einen erbärmlichen Hintern«.
Der Apollo-Tempel krönt eine nach zwei Seiten gerichtete Anlage: Vom Eingang an der Westseite steigt der Besucher durch felsige, dunkle und verwirrende Korridore zur lichtumfluteten Plattform mit dem klassischen Monopteros empor. Aus der Sicht der Zuschauer im östlichen Heckentheater krönt der Tempel den Bühnenprospekt. Apoll erscheint als Gott der Künste und Führer der Musen auf dem Berg Helikon, wo der Hufschlag des Pegasus die Quelle Hippokrene, deren Wasser durch die Najaden über die Kaskade an die Menschen weitergegeben wird.
Tempel der Waldbotanik
Tempel der Waldbotanik
Der von Pigage entworfene Tempel der Waldbotanik – „Botanicae Silvestris“ – wurde schon 1777 geplant. Die Weiheinschrift nennt das Datum 1778, aber erst 1780 wurde der Bau fertig. Er bildet den Abschluss des „Arboretum Theodoricum“, der Baumsammlung im sogenannten Wiesentälchen. Der aufgesockelte, zylindrische Baukörper weist außen Rauputz nach Art von Eichenrinde auf. Eine Freitreppe, auf deren Wangen Sphingen wachen, führt zur Eingangstür. Innen vermittelt eine runde Öffnung von circa 20 cm Durchmesser in der Fußbodenmitte zu einem dunklen Gewölbe darunter. Das Bildprogramm handelt vom Wachsen, Reifen und Absterben der Natur. Vier große Relieffelder zeigen Symbole der vier Jahreszeiten in Verbindung mit einem antiken Dreifuß. Die Naturrhythmen werden mit der modernen Naturwissenschaft verknüpft: Bildnismedaillons der älteren Autoritäten Theophrastos von Eresos und Plinius stehen solche der modernen Naturforscher Joseph Pitton de Tournefort und Carl von Linné gegenüber. Linnés revolutionäres Buch über die Pflanzensystematik bildete das inzwischen verschwundene Attribut einer Statue der Göttin Ceres in der Mittelapsis.
Badhaus
Badhaus
Das von Pigage errichtete Badhaus ist ein kleines Lusthaus nach Art einer italienischen Villa. Während unter Karl Theodor der übrige Schlossgarten öffentlich zugänglich war, durfte der Badehaus-Bereich, zu dem ein eigener Garten gehört, nur auf Einladung oder mit Genehmigung des Kurfürsten betreten werden. Hier konnte Karl Theodor wie ein Privatmann leben und sich seinen musischen Neigungen hingeben. Vom Apollo-Bezirk her wird das Badhaus durch eine im Grundriss halbkreisförmige Exedra betreten, eine gleich gebildete liegt an der Rückseite. Durch beide Eingangsbereiche gelangt der Besucher in den Ovalsaal mit der Aurora als Deckengemälde und vier Horen als vergoldeten Plastiken, der das Zentrum des Schlösschens bildet. Vom Ovalsaal gehen nach Westen und nach Osten flurartige Vorzimmer mit fein eingelegtem Parkett aus drei Hölzern ab. Über sie gelangt der Besucher in das Schlafzimmer des Kurfürsten (Südwestseite, mit separater Toilette) und in den Baderaum (Nordwestseite) mit einem vertieften Marmorbecken (etwa 1‚2 m tief) mit zwei Sitzbänken in einer elliptischen Nische. Die Wasserleitungen sind als bekrönte Schlangen ausgearbeitet. An der Nordostseite liegt das Chinesische Zimmer mit chinesischen Papiertapeten, an der Südostseite das Schreibzimmer mit Landschaftsgemälden von Ferdinand Kobell.
In der beim Badhaus gelegenen Badhausküche befand sich der Kessel zum Erhitzen des Badewassers. Bemerkenswert ist, dass das Badhaus im Verhältnis zum Hauptschloss in der gleichen Position gelegen ist wie sein Vorbild, das Grand Trianon, im Schlosspark von Versailles.
Wasserspeiende Vögel
Uhu mit geschlagenem Fasan
wasserspeiende Vögel auf der Einfassung
Brunnen der wasserspeienden Vögel
Eine Attraktion des Badhausgartens ist der Brunnen der wasserspeienden Vögel (alle aus Eisenblech gearbeitet). Im mittleren Bassin sitzt in Angriffshaltung mit gespreizten Flügeln ein Uhu, der in seinen Fängen einen von ihm geschlagenen Fasan hält. Oben auf der Einfassung aus Lattenwerk, das die Anlage umgibt, sitzen zwanzig andere Vögel, die den Uhu (mit Wasser) bespucken. Das Thema des Brunnens geht auf eine Fabel von Äsop zurück, die vom Zorn der guten Vögel über den bösen Uhu handelt. Die Schwetzinger Figuren stammen aus dem lothringischen Schloss La Malgrange des polnischen Exkönigs Stanislaus I. Leszczyński. Vier Volieren mit lebenden, zwitschernden Vögeln erhöhen die Illusion. Zu der Anlage zählen zwei weitere kleine Gebäude, die sogenannten Achathäuschen.
Perspektiv
Perspektiv im Laubengang
Perspektiv aus der Nähe
Perspektiv von außen
Blick auf die halbrunde Mauer vom „Perspektiv“ oder „Ende der Welt“ im Schlossgarten Schwetzingen.
Das Perspektiv oder Ende der Welt im Schlossgarten Schwetzingen.
Das Perspektiv, im Volksmund als „Ende der Welt“ bezeichnet, schließt die Hauptachse des Badhausgartens nach Norden hin ab. Am hinteren Ende der Treillage ist eine Flusslandschaft zu erkennen. Dabei handelt es sich um die Kopie eines Gemäldes von Ferdinand Kobell auf einer Mauer. Durch geschickt genutzten Lichteinfall erscheint das Bild realistisch. Im Zusammenspiel mit dem zuführenden Gang und einem Architekturrahmen vor der Mauer entsteht eine starke Tiefenwirkung.
Aufbau des Perspektivs (von Pigage gestaltet): An den Laubengang (Treillage) schließt sich ein Pavillon mit zwei Seitenräumen an. Der Hauptraum des Pavillons (zum Gemälde hin offen und mit Tuffstein verkleidet) ist als Grotte gestaltet. Gegenüber dem Eingang des Laubengangs befindet sich eine Maueröffnung im Pavillon. In der Maueröffnung sind eiserne Schilfblättchen angebracht und Wasser tropft von der Grottendecke in ein Bassin. Hinter dieser Öffnung befindet sich in etwas Abstand eine halbrunde Mauer mit Landschaftsgemälde (in Freskotechnik). Das Landschaftsgemälde wird durch das Sonnenlicht beleuchtet und strahlt so förmlich, wenn man vor dem Laubengang steht.
Orangerie
Orangerie
→ Hauptartikel: Orangerie (Schwetzingen)
Ab dem 16. Jahrhundert kamen an den europäischen Fürstenhöfen Sammlungen von Orangen und anderen Zitrusbäumen in Mode. Diese überwinterten in abschlagbaren, nur für die kalte Jahreszeit um die Pflanzen herum errichteten Gebäuden. Im späten 17. und im 18. Jahrhundert wurden die Pflanzen in Pflanzkästen und Kübeln gehalten, die in einem festen Gebäude überwinterten und in den warmen Monaten in einem Orangerieparterre ins Freie gestellt wurden.
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts konnte der Bedarf an Räumlichkeiten für höfische Festivitäten in Schwetzingen nicht annähernd gedeckt werden. Eine Orangerie mit großem Festsaal westlich des Schlosses sollte hier Abhilfe schaffen. So hatte es jedenfalls Kurfürst Karl Philipp entschieden, der 1716 die Nachfolge des überwiegend in Düsseldorf residierenden Kurfürsten Johann Wilhelm angetreten hatte.
Die unter Karl Theodor errichtete Schwetzinger Orangerie mit ihren Fassadenmalereien wurde von Nicolas de Pigage entworfen. Die Malereien täuschen Naturstein als Material vor, wo nur simple Backsteinmauern sind. Davor liegt das Orangerieparterre, das gegenüber den anderen Gartenbereichen zugunsten eines Binnenklimas abgesenkt und zur warmen Südseite ausgerichtet ist. An den Ecken des Parterres befinden sich Statuen von drei Jahreszeiten, die vierte fehlt. In der Mitte stehen die Orangen- und Zitronenbäume in Kübeln auf einer rechteckigen Insel.
Moschee
→ Hauptartikel: Moschee Schwetzingen
Rote Moschee im Türkischen Garten
Wandelgang mit Eckpavillon
Innenansicht der Moscheekuppel
Im hinteren (südlichen) Bereich, dem Türkischen Garten, steht die Rote Moschee von Pigage, errichtet von 1778 bis 1785. Das Bauwerk hat keine liturgische Funktion, es handelt sich vielmehr um ein Gartenfolly mit ausschließlich ästhetischer Bedeutung. Die Schwetzinger Moschee ist der erste und größte Bau dieser Art in einem deutschen Park. Das Gebäude des späten Barock ist mit zahlreichen orientalischen Elementen versehen. Der Moscheehof wurde gelegentlich für Freilichtaufführungen von Opern genutzt. Die Moschee wurde im 20. Jahrhundert zeitweise von Muslimen genutzt.
Vor der Moschee befinden sich der ehemalige fürstliche Obstgarten, dahinter eine Baumschule und die Schlossgärtnerei.
Römische Wasserleitung
Römische Wasserleitung
Im Sommer 1779 wurde die am nördlichen Rand des Gartens gelegene künstliche Ruine nach Entwürfen von Nicolas de Pigage begonnen. Ein Torbau, auf dem noch ein Turmaufsatz erhalten scheint, erinnert an einen römischen Triumphbogen. In seiner mittleren Arkade rauscht ein Wasserfall. Von diesem Torbau greifen nach drei Seiten die Reste eines Aquäduktes aus, wobei der östliche Arm einen Freiplatz hinterfängt, auf dem sich ein Obelisk erhebt.
Pigage konnte auf eigene Antikenstudien während seiner Italienreise 1767/68 zurückgreifen. Die Verbindung von Torbogen und Aquädukt begegnet an der römischen Porta Maggiore und am Aquädukt der Acqua Vergine. Das Turmfreigeschoss könnte durch mittelalterliche Wehraufbauten auf römischen Brücken angeregt sein. Die Vorbilder finden sich in Veduten von Piranesi. Die Bezeichnung als Römisches Wasserkastell erscheint erst 1828.
Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)
Blick über die Chinesische Brücke, im Hintergrund der Merkurtempel
Die oft als „chinesisch“ bezeichnete Brücke im hinteren, nordwestlichen Bereich des Gartens verbindet den französischen mit dem englischen Gartenteil. Das Bauwerk geht tatsächlich auf einen Brückenentwurf des in Venetien tätig gewesenen Renaissance-Architekten Andrea Palladio zurück. Die Brücke hat den populären Beinamen „Lügenbrücke“, denn wer auf deren unregelmäßigen Stufen ins Straucheln kommt, soll schon einmal geschwindelt haben.
Landschaftsschutzgebiet
Bereits am 8. August 1952 hat das damalige Landratsamt Mannheim den Schloßgarten unter der Bezeichnung Schwetzinger Schloßgarten und Umgebung als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Das Gebiet mit der Nummer 2.26.013 hat aktuell eine Größe von rund 190 Hektar und umfasst den historischen Park aus der Kurfürstenzeit sowie das westliche Vorgelände und die historische Jagdanlage am Stern.
Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses
Voltaire kam im Jahr 1753 zum ersten Mal nach Schwetzingen und war 14 Tage lang Gast des mit ihm befreundeten Kurfürsten. Im Sommer 1758 kam Voltaire erneut zu einem kurzen Aufenthalt nach Schwetzingen. Wolfgang Amadeus Mozart wirkte zusammen mit seinem Vater und seiner Schwester an einem Hofkonzert am 18. Juli 1763 mit. Der Komponist Christoph Willibald Ritter von Gluck war im Jahr 1774 Gast des Kurfürsten. Friedrich Schiller fand in Schwetzingen Anregungen zu den gegensätzlichen „Aranjuez-Stimmungen“ des ersten Aktes von Don Karlos. Der Schauspieler August Wilhelm Iffland schilderte in einem Brief vom 26. November 1779 eine Jagd bei Schwetzingen, die 50.000 Gulden gekostet hatte und bei der für 9.000 Menschen Zuschauergerüste aufgebaut waren. Kaiser Joseph II. hielt sich im Jahr 1781 unter dem Namen Graf von Falkenstein in Schwetzingen auf.
Siehe auch
Schloss Benrath – 1755 bis 1773 von Pigage im Auftrag von Kurfürst Karl Theodor erbaut am Übergang vom Rokoko zum Klassizismus. Der Garten ist eine geometrisch achsensymmetrische Barockanlage nach französischem Vorbild, der Privatgarten des Kurfürsten wurde im 19. Jahrhundert landschaftlich umgestaltet. Im Nebengebäude des Schlosses befindet sich das Museum für Europäische Gartenkunst.
Maulbeerbaumallee nach Heidelberg – im Zusammenhang mit der Seidenraupenzucht.
Literatur
Carl Ludwig Fuchs, Claus Reisinger: Schloss und Garten zu Schwetzingen. 2. Auflage. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2008, ISBN 978-3-88462-266-7
Volker Hannwacker: Friedrich Ludwig von Sckell. Der Begründer des Landschaftsgartens in Deutschland. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1992, ISBN 3-421-03012-X, S. 11–21.
Nanette Schärf, Hartmann Manfred Schärf: Das Badhaus im Schwetzinger Schlossgarten. Die Restaurierung des Gebäudes, seiner Innenräume und Ausstattungen. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 37. Jg. 2008, Heft 1, S. 29–35 (PDF)
Ralf Richard Wagner: In seinem Paradiese Schwetzingen … Das Badhaus des Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz. Hrsg. von Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2009, 302 S., ISBN 978-3-89735-587-3.
Wegweiser durch den Schwetzinger Garten. Mit zwölf Ansichten von Conrad Caspar Rordorf. Engelmann, Heidelberg 1830 (Digitalisat)
Karl Wörn: Schwetzingen Lebendige Stadt. 3. Auflage. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 1980.
Oswald Zenker: Schwetzinger Schlossgarten. Ein Führer durch das Französische Gartenparterre und den Englischen Landschaftsgarten, mit Informationen über Schloss und Rokokotheater sowie Sehenswürdigkeiten der Umgebung. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 2002, ISBN 3-87742-170-9.
Film
Im Hain des Apoll. Der Schlosspark Schwetzingen. Dokumentarfilm, Deutschland, 2007, 28:20 Min., Buch und Regie: Christopher Paul, Produktion: SWR, Reihe: Schätze des Landes, Inhaltsangabe von ARD.
Weblinks
Commons: Schloss Schwetzingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Offizielle Seite von Schloss Schwetzingen
Infos zum Schloss auf der Seite der Stadt Schwetzingen
Schloss Schwetzingen von ZUM
Kein Land „wo die Zitronen blühen“. In: Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Artikel zur Geschichte von Orangerien, darunter der in Schwetzingen
Schloss Schwetzingen auf badischewanderungen.de
Schloss Schwetzingen als 3D-Modell im 3D Warehouse von SketchUp
Einzelnachweise
Schwetzingen: A Prince Elector’s Summer Residence – garden design and Freemasonic allusions. Eintrag in der Tentativliste der UNESCO auf deren Website, abgerufen am 8. April 2014 (französisch)
Vorlage zur Gemeinderatssitzung vom 22. September 2009, abgerufen am 8. April 2014
Neue Akzente sollen in Paris überzeugen. Schwetzinger Zeitung, 2. Februar 2010, abgerufen am 8. April 2014
Die Sommerresidenz und ihre Musik sollen es richten. Mannheimer Morgen, 6. März 2010, abgerufen am 8. April 2014
Kurfürstliche Sommerresidenz Schwetzingen für die Aufnahme in die UNESCO-Weltkulturerbeliste nominiert. Pressemitteilung des Landesdenkmalsamts Baden-Württemberg vom 8. März 2010, abgerufen am 8. April 2014
ICOMOS Evaluations of Nominations of Cultural and Mixed Properties. Empfehlungsbericht zur 36. Sitzung des Welterbekomitees im Juni/Juli 2012, S. 224–233, PDF-Datei, 28,4 MB, abgerufen am 8. April 2014 (englisch)
Schwetzingen zunächst nicht Welterbe. Pressemitteilung der Stadt Schwetzingen vom 29. Juni 2012, abgerufen am 8. April 2014
Johanna Eberhardt: Schwetzingen nimmt keinen neuen Anlauf. Stuttgarter Zeitung, 3. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014
Kein dritter Anlauf für Unseco-Welterbe-Titel in Schwetzingen. xity, 2. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014
Hans-Erhard Lessing: Zwei Räder statt vier Hufe – Karl Drais G.Braun-Verlag, Karlsruhe 2010
Richard Benz: Heidelberg. Schicksal und Geist, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen, 2. Auflage 1975, ISBN 3-7995-4008-3, S. 296
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Schloss Schwetzingen ist ein Schloss in Schwetzingen, das vor allem den pfälzischen Kurfürsten Karl Philipp und Karl Theodor als Sommerresidenz diente. Bekannt ist in erster Linie der im 18. Jahrhundert angelegte Schlossgarten. Jährlich finden im Schloss die Schwetzinger Festspiele und alle zwei Jahre das Lichterfest statt.
Inhaltsverzeichnis
1 Geschichte
2 Weltkulturerbe
3 Schloss
3.1 Innenräume
3.2 Zirkelbauten
3.3 Theater
3.4 Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen
4 Garten
4.1 Französischer Garten
4.2 Englischer Garten
4.3 Arboretum
4.4 See
4.5 Bauten
4.5.1 Merkurtempel
4.5.2 Minervatempel
4.5.3 Apollotempel
4.5.4 Tempel der Waldbotanik
4.5.5 Badhaus
4.5.6 Wasserspeiende Vögel
4.5.7 Perspektiv
4.5.8 Orangerie
4.5.9 Moschee
4.5.10 Römische Wasserleitung
4.5.11 Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)
4.6 Landschaftsschutzgebiet
5 Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses
6 Siehe auch
7 Literatur
8 Film
9 Weblinks
10 Einzelnachweise
Geschichte
Das Schwetzinger Schloss wurde im Jahr 1350 zum ersten Mal als Feste urkundlich erwähnt. Es handelte sich um ein mittelalterliches Wasserschloss. 1427 kam es in den Besitz des Kurfürsten Ludwig III. In der Folgezeit wurde es mehrfach umgebaut, diente als Jagdschloss und wurde gegen Ende des Dreißigjährigen Kriegs zerstört. Kurfürst Karl Ludwig ließ das Schwetzinger Schloss für seine Geliebte Luise von Degenfeld wieder aufbauen. Während eines Besuchs im August 1656 hatte er den Einwohnern von Schwetzingen bereits befohlen, sämtlichen Schutt wegzuräumen, wobei aufgelesene Trümmerteile wie Steine, Hölzer und „altes Eisenwerk“ bei den Untertanen zur eigenen Verwendung verbleiben durften. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde das Schloss erneut zerstört, die Grundmauern blieben allerdings stehen.
Karl Philipp
Karl Theodor
Seine heutige Form erhielt das Schloss auf Befehl des Kurfürsten Johann Wilhelm, der in Düsseldorf regierte. Dieser ließ es unter Leitung des Grafen Matteo Alberti – der Erbauer des Schlosses Bensberg – von dem Heidelberger Baumeister Johann Adam Breunig umbauen und durch zwei Flügelbauten wesentlich vergrößern. Das Bauwerk wurde in mehreren Bauabschnitten ab dem Jahre 1697 errichtet und ausgebaut. Im Jahr 1752 wurde eine Gartenerweiterung auf dem damals rund 70 Hektar großen Areal vorgenommen. Im gleichen Jahr wurde auch das Schlosstheater eröffnet. Obwohl das Schloss seit der Verlegung der Residenz des Kurfürsten Karl Theodor von Mannheim nach München im Jahr 1778 kaum mehr benutzt wurde, wurde in der Folgezeit am Garten weiter gearbeitet.
Unter Karl Theodor war Schwetzingen Sommerresidenz: Die Hofhaltung wurde in den warmen Monaten von Schloss Mannheim nach Schloss Schwetzingen verlegt. Die Schlichtheit der Wohnungen des Kurfürstenpaares und eine größere Informalität der Umgangsformen waren Ausdruck eines vorgeblich einfacheren, unbeschwerten „Lebens auf dem Lande“.
An der künstlerischen Ausgestaltung von Schloss und Garten waren nahezu alle am Hof in Mannheim beschäftigten Künstler beteiligt. Dazu gehörten Alessandro Galli da Bibiena und Peter Anton von Verschaffelt. Der Lothringer Nicolas de Pigage war Intendant der Gärten und Wasserkünste sowie der bestimmende Architekt in der Karl-Theodor-Zeit. Pigage erweiterte den Garten in allen Stilwandlungen der Zeit. Der Zweibrücker Hofgärtner Johann Ludwig Petri plante das Hauptparterre und den Zirkel des französischen Gartens. Der erste Hofgärtner, van Wynder, wurde aus Kassel nach Schwetzingen berufen.
Der zweite Hofgärtner war Johann Wilhelm Sckell, ein Hauptmitarbeiter Pigages. Sein Sohn Friedrich Ludwig Sckell wurde 1804 nach München berufen, wo er den Englischen Garten anlegte. Der erste badische Gartenbaudirektor war Johann Michael Zeyher, der den Flieder in Schwetzingen einführte.
Schloss Schwetzingen zählt heute zu den landeseigenen Monumenten und wird von der Einrichtung Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg betreut. Der Garten ist gegen Eintritt öffentlich zugänglich, Schloss und Theater können im Rahmen von Führungen besichtigt werden.
Weltkulturerbe
Im September 1999 meldete Deutschland Schwetzingen in der bei der UNESCO geführten sogenannten Tentativliste als potentielle Welterbestätte an.[1] Ein dortiger Eintrag ist die Voraussetzung dafür, dass zu einem späteren Zeitpunkt ein Antrag auf Verleihung eines entsprechenden Prädikats, in diesem Fall des Weltkulturerbes, gestellt werden kann. Dies geschah dann auch im Jahre 2007. Der Antrag umfasste einen Kernbereich von Schloss und Schlossgarten, den vorgelagerten Schlossplatz, das Ysenburgsche Palais sowie die Sichtachsen der Carl-Theodor- und der Lindenstraße. Hinzu kam eine zusätzliche Pufferzone, die weitere Teile der Stadt einbezog.[2]
Im Juni 2009 wurde der Antrag aufgrund eines negativen Votums des ICOMOS wieder zurückgenommen und infolgedessen im Laufe des folgenden Herbstes überarbeitet. Der ursprüngliche Ansatz, das freimaurerische und aufklärerische Wirken Carl-Theodors begleitend zu betonen, wurde zurückgefahren, stattdessen die künstlerische und musische Bedeutung von Schloss und Stadt hervorgehoben. Außerdem wurde der Kernbereich geringfügig erweitert.[2] Im Januar 2010 wurde der Neuantrag eingereicht.[3] Im März 2010 setzte die Kultusministerkonferenz Schwetzingen erneut auf die deutsche Nominierungsliste, diesmal für 2011.[4][5] Der als Entscheidungsgrundlage dienende Bewertungsbericht der ICOMOS vom Mai 2012 empfahl jedoch abermals, die Anlage nicht aufzunehmen. Negativ wurde insbesondere bewertet, dass es von dieser Art von Schlössern und Gärten schon elf, beispielsweise in Dessau, in Brühl oder in Potsdam und Berlin, und damit eigentlich deren genügend auf der Welterbeliste gebe. Eine besondere Stellung Schwetzingens habe nicht erkannt werden können.[6] Das Welterbekomitee stimmte dem ICOSMOS-Votum zwar mehrheitlich nicht zu, behandelte den Schwetzinger Antrag aber auch nicht, sondern empfahl stattdessen, einen neuen, abermals überarbeiteten Entwurf vorzulegen. Ob es dazu kommt, ist fraglich.[7][8][9] Über einen erneuten Versuch wurde nichts bekannt.
Schloss
Plan von Schwetzingen (um 1840)
Eine Anfahrt aus Heidelberg liegt auf der geraden Verbindung vom Königstuhl nach Schwetzingen. Die Trasse ist von erhöhter Position aus in der Landschaft noch gut erkennbar, aber nicht durchgehend befahrbar. Vom Königstuhl aus gesehen läuft diese Linie hinter dem Schloss weiter auf die Kalmit zu.
Vom Schwetzinger Schlossplatz gelangt man in den Ehrenhof. In den beiden ehemaligen Wachhäuschen am Schlosstor befinden sich heute ein Museumsladen und ein Café. Der Hof wird links und rechts von symmetrischen Wirtschaftsgebäuden flankiert. In der Mitte, an der Westseite, befindet sich das Corps de Logis, der Wohnbau des Schlosses.
Innenräume
In einer langwierigen Restaurierung der Jahre 1975–1991 wurden die Innenräume des Schlosses wiederhergestellt und mit authentischen Möbeln des 18. Jahrhunderts eingerichtet. In der Beletage verdeutlichen im Rahmen eines Schlossmuseums die Gesellschaftsräume, die Wohnung des Kurfürsten und die Wohnung der Kurfürstin das Funktionsprofil des Schlosses in der Karl-Theodor-Zeit.
Von besonderem kunstgeschichtlichen Rang sind die Räume der in badischer Zeit ab 1803 umgestalteten Wohnung der Reichsgräfin Luise Karoline von Hochberg im zweiten Obergeschoss aufgrund der vorzüglich erhaltenen Handdrucktapeten (1804) der Firma Zuber et Cie in Rixheim (Compagniezimmer mit Alpenpanorama „Vues de Suisse“, Schlafzimmer, Grand Cabinet).
Zirkelbauten
Nördlicher Zirkelbau
Südlicher Zirkelbau
Die Zirkelbauten sind zwei eingeschossige, dank hoher Fenstertüren mit unmittelbarem Gartenzugang versehene Werksteinbauten, die sich seitlich an das Schloss zu einem Halbrund anschließen und das kreisrunde Gartenparterre gemeinsam mit dem Halbkreis der Wandelgänge aus Lattenwerk umfangen. Der nördliche Zirkelbau wurde in den Jahren 1748/1749 von Alessandro Galli da Bibiena erbaut, der südliche im Jahr 1753 von Franz Wilhelm Rabaliatti. Die Zirkelbauten wurden für die Hofgesellschaften (Speisetafel, Spiele und Konzerte, Bälle) genutzt. Solche zusätzlichen, repräsentativen Räumlichkeiten waren angesichts der beengten Verhältnisse im alten Wohnbau des Schlosses unverzichtbar. Heute werden die Zirkelbauten als Schlossrestaurant, Café und Theaterfoyer sowie für Konzerte und Ausstellungen genutzt.
Theater
→ Hauptartikel: Schlosstheater Schwetzingen
Das kurfürstliche Hoftheater im frühklassizistischen Stil (oft fälschlich „Rokokotheater“ genannt) wurde am 15. Juni 1753 mit Oper Il figlio delle selve („Der Sohn der Wälder“) von Ignaz Holzbauer eröffnet. Hier wirkten Sänger, Instrumentalisten und Komponisten von internationalem Rang, darunter die Vertreter der Mannheimer Schule. Nachdem Karl Theodor seine Residenz nach München verlegt hatte, fanden nur noch gelegentliche Aufführungen in Schwetzingen statt, wenn der Kurfürst dort zu Besuch war. Auch in der badischen Zeit wurde das Theater nur selten benutzt. Es verfiel und konnte nicht mehr bespielt werden. 1936/37 und 2002/03 wurde das Theater völlig renoviert. Die Brüstungen der leicht ansteigenden Logenränge haben im Grundriss die Form einer Lyra. Die Pfeiler sind reich verziert und von Korbbögen überbrückt, die die Wirkung des Raumes vertiefen.
Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen
Im südlichen Flügel des Schlosses sind seit ihrer Gründung 1953 die Fachhochschule Schwetzingen – Hochschule für Rechtspflege bzw. deren Vorgängereinrichtungen untergebracht. Aufgrund umfangreicher Umbau- und Renovierungsarbeiten wurde der Studienbetrieb seit September 2009 in ein Ausweichquartier nach Mannheim-Wohlgelegen verlegt.
Garten
Parterre
Der Schwetzinger Schlossgarten gliedert sich in einen Französischen Garten und einen Englischen Garten. Bei der kunsthistorischen Interpretation des Gartens wird auch unterschieden zwischen dem „Garten der Allegorien“, also jener Gartenteil, in welchem ohne tiefere Bedeutung allegorische Figuren stehen, und dem „Garten der Vernunft“. Zum „Garten der Vernunft“ zählen Minervatempel, Merkurtempel, Moschee, Apollotempel, Tempel der Botanik, das römische Wasserkastell sowie das Arboretum, also jene Gartenteile, in denen im Sinne aufklärerischen Denkens die Vernunft gefeiert wird. Der Schwetzinger Schlossgarten war, mit Ausnahme des Bereiches um das Badhaus, bereits in kurfürstlicher Zeit für die gesamte Bevölkerung zugänglich, damals noch ohne Eintrittsgeld. Eine Parkordnung regelte das angemessene Verhalten der Besucher.
Französischer Garten
Luftaufnahme des Barockgartens
Fontäne in der Gartenmitte
Längs der Hauptachse des Gartens blickt man nach Osten auf den Königstuhl im Odenwald und nach Westen auf die Kalmit im Pfälzerwald.
Der Barockgarten ist nach französischer Art in strengen geometrischen Formen angelegt. Die wichtigsten Elemente sind die Hauptachse, die Querachse und das Kreisrund. Der vordere Gartenteil zeigt Parterres und Boskette. Auf der Schlossterrasse befinden sich Urnen, die die vier Weltzeitalter darstellen (goldenes, silbernes, ehernes und eisernes Zeitalter). Zudem befinden sich dort zwei vergoldete Atalanten, die noch aus dem Vorgängergarten stammen. Eine Besonderheit des französischen Gartens ist die kreisförmige Anlage der zentrale Teil rund um den Arionbrunnen, das sogenannte Kreisparterre.
Der zentrale Arionbrunnen von Guibal hat eine Begebenheit der antiken Mythologie zum Thema: Arion (Arion von Lesbos) ist ein berühmter Sänger. Nach einem Wettstreit reich beschenkt, wird er auf See von den Schiffsleuten bedrängt. Er bittet, ein letztes Mal singen zu dürfen. Bei seinem Gesang erscheinen Delfine. Der Sänger stürzt sich in die Fluten und ein Delfin bringt ihn an die Küste, so dass er seinen Weg nach Korinth fortsetzen kann. Das Sternbild Delphin wird in manchen Überlieferungen als der von den Göttern ans Firmament entrückte Arion auf dem Delfin gedeutet.
Abgeschlossen wird der französische Garten durch die Darstellung einer Hirschjagd von Verschaffelt. In unmittelbarer Nähe sind die vier Elemente in Skulpturen dargestellt.
Englischer Garten
Die westlichen und nordwestlichen Teile des Gartens wurden als englischer Landschaftsgarten gestaltet. Im Gegensatz zum französischen Garten sind hier die Wege und Uferlinien leicht geschwungen. Am unregelmäßigen Waldbereich wurde fast nichts verändert.
Arboretum
Ein Arboretum ist eine Sammlung oft exotischer Gehölze. Der Gartenbaumeister Zeyher legte diesen Garten im Jahr 1802 mit exotischen Bildern aus aller Welt an. Besonders kunstvoll ist das schmiedeeiserne, teilvergoldete Tor von Rabaliatti. Auf derselben Fläche befand sich vorher eine Fasanerie mit Tiergehegen.
See
See mit Schloss im Hintergrund
See im Winter
Gartenphaeton des Kurfürsten 1775
Schon beim Betreten des Schlossgartens sieht der Besucher auf den großen See, der den Garten abschließt. An der Stelle des Sees befand sich ursprünglich ein ummauertes Bassin, das auf Vorschlag Zeyhers im Jahr 1823 auf Befehl des Großherzogs Ludwig von Baden erweitert und in einen See mit natürlicher Uferausformung umgewandelt wurde. Zwei Skulpturen (Kopien) von Verschaffelt ruhen auf der dem Schloss zugewandten Längsseite beidseitig der Blickachse: die Flussgötter Rhein und Donau. Die Originale sind in der Orangerie zu besichtigen.
Der See und alle weiteren Gewässer werden seit Pigage von zwei Wasserwerken gefüllt, die den Leimbach als Antrieb für die Mühlräder der Pumpen nutzten. Dieser umschloss bereits die ursprüngliche Burganlage und fließt vom Kraichgau kommend in Richtung Rhein. Für die Fontänen wurde sauberes Grundwasser verwendet. Diese Pumpen befanden sich im nördlichen Schlossflügel (oberes Wasserwerk mit Hochbehälter im heutigen Finanzamt). Ein zweites Pumpwerk mit Hochbehälter, das einen gleichbleibenden Druck sicherstellte, war am Parkende hinter dem Aquädukt verborgen (unteres Wasserwerk).
Für Karl-Theodor kaufte Pigage 1775 in London einen Gartenphaeton mit Lakai-Antrieb, wozu alle Hauptwege topfeben angelegt und sogar vorzeitliche Grabhügel abgetragen wurden. Damit konnte der Kurfürst im Park herumfahren, ohne dass Pferdeexkremente die Gartenwege verschmutzten. Der Muskelkraftwagen, heute im Schloss Nymphenburg, regte den Heidelberger Studenten Karl Drais vor 1803 zur späteren Erfindung des Ur-Fahrrads an.[10]
Bauten
Im Schwetzinger Schlosspark befinden sich neben zahlreichen Statuen auch einige Bauwerke. Das Gebäudeprogramm zeigt einen philosophischen und architektonischen Bezug auf die klassische Antike und, im Falle des Moschee-Komplexes, auf den Islam und die orientalische Weisheitslehre. Neuere Forschungen wollen im Schwetzinger Garten ein freimaurerisches Programm erkennen, in dem christliche Vorstellungen eingebunden wären. Gartenbauten, Wegbeziehungen, Tore und Brücken sollten den Park nicht nur in Einzelräume unterteilen, sondern größer wirken lassen. Einen eigenen Komplex bietet das früher nur auf Einladung oder Befehl des Kurfürsten zugängliche Badhaus, ein kleines Lusthaus mit eigenem Garten und dem „Perspektiv“.
Nach Ansicht von Richard Benz führte das Erlebnis der „künstlichen Ruinen“ im Schwetzinger Schlosspark die Dichter des 18. Jahrhunderts zur Beschäftigung mit den echten Ruinen des Heidelberger Schlosses und damit zur im späten 18. Jahrhundert einsetzenden „Wiederentdeckung“ Heidelbergs.[11]
Merkurtempel
Die Lage des Tempels oberhalb des Moscheeweihers
Der Tempel von Norden
Der Tempel aus der Nähe
Relief am Tempel
In den „Parties sauvages“, den südwestlichen landschaftlichen Partien des Schwetzinger Gartens wurde bereits 1784 ein „Monument“ gegenüber der Moschee geplant. 1787/88 entstand der Ruinenbau Pigages, der erstmals 1791 dem römischen Gott Merkur zugewiesen wird. Sein kellerartiger Unterbau aus großen Sandsteinblöcken erscheint als Rest eines älteren Vorgängers. Der dreigeschossige, turmartige Merkur-Tempel aus Tuffstein besitzt ein im Grundriss sechseckiges Hauptgeschoss, darüber ein Attikageschoss und eine abschließende Laterne. Auf Merkur verweisen Reliefs aus Stuckmarmor über den Eingängen der drei gleichartigen Fassaden.
Die Deutung der Parkruine ist kontrovers: Nach überkommener Lesart steht sie für die Überwindung von Geheimlehren durch die Vernunft. Diese Lesart verweist darauf, dass der Tempel die Form eines römischen Grabmals hat. Durch drei Reliefs, die ausschließlich negative Episoden aus dem Leben des Merkur zeigen, wird dieser mit dem antiken Hermes Trismegistos, einem Symbol für Magie, gleichgesetzt. Der Aberglaube ist also gewissermaßen in seinem eigenen Tempel begraben worden. In diesem Zusammenhang wird auch betont, dass man von der Moschee über einen Weiher auf den Merkurtempel blickt. Wenn man die Moschee als Symbol für die Weisheit versteht, bedeutet dies: Der Weise muss Tod und Aberglaube nicht fürchten. Eine neue freimaurerische Interpretation hingegen sieht verborgene Verweise auf den Salomonischen Tempel und seinen Architekten Hiram Abif.
Der Merkurtempel hat die Funktion eines Aussichtspunkts, das Obergeschoss gestattet einen Blick über den See und auf die Moschee.
Minervatempel
Minervatempel
Die römische Göttin Minerva ist mehrfach im Schlossgarten dargestellt. Symmetrisch zu dem Minerva-Tempel war als Gegenstück ein Tempel des Cupido geplant, der nicht zur Ausführung kam.
Der von Pigage entworfene Tempel war 1769 vollendet. Seine viersäulige Front korinthischer Säulenordnung ist durch ein antik-römisches Vorbild angeregt, den Eingangsbau zur Portikus der Octavia. Einmalig ist die Umkehrung des Verhältnisses von Säulenhalle und Cella: Die Tempelcella wird zu einer gegenüber der Natur geöffneten Raumhülle umgedeutet, innerhalb derer sich die Säulenstellung fortsetzt.
Minerva, Göttin der Weisheit, erscheint vor der Rückwand in einem umgearbeiteten Standbild von Gabriel de Grupello. Sie ist, auch nach Ausweis des Giebelfeldes, die Göttin der friedlichen Künste und Wissenschaften, insbesondere der Gartenkunst. Die mit Marmorbänken ausgestattete Cella dient Parkbesuchern als Ruheraum, kann aber auch als imaginärer Versammlungsort derjenigen, die Weisheit erlangt haben, verstanden werden.
Unterhalb des Tempels befindet sich ein rechteckiger Raum, mit Nischen und runden Fensteröffnungen. Dieser Raum ist von außen zugänglich und zeigt Merkmale eines geheimen Versammlungsortes. Er wird von Pan regiert, wie eine Maske über der Tür anzeigt. Der Minerva-Tempel, der sich über dieser irrationalen Sphäre erhebt, wird so ein aufklärerisches Monument der gestaltenden Vernunft und der menschlichen Zivilisationsleistung.
Apollotempel
Apollotempel von Westen
Apollotempel von Westen
Lyraspielender Apollo
Apollos Rücken
Im Jahr 1762 plante man an dieser Stelle ein Belvedere. Nach dem Entwurf von Nicolas de Pigage entstand ein hoher, terrassierter Unterbau, auf dessen oberster Plattform sich ein Monopteros, ein Rundtempel mit zwölf Säulen ionischer Säulenordnung ohne Cella erhebt. Der Tempel ist dem griechischen Gott Apollo gewidmet. Die Statue des Apollo stammt von dem Bildhauer Anton von Verschaffelt. Sie zeigt den Gott beim linkshändigen Lyra-Spiel, was dem Künstler einigen Hohn eingebracht hat. In einem Briefwechsel zwischen Gleim, Wilhelm Heinse und Johannes von Müller heißt es, er stehe zwar »gar heilig« auf einer Anhöhe, »nur hat der linke Gott darin einen erbärmlichen Hintern«.
Der Apollo-Tempel krönt eine nach zwei Seiten gerichtete Anlage: Vom Eingang an der Westseite steigt der Besucher durch felsige, dunkle und verwirrende Korridore zur lichtumfluteten Plattform mit dem klassischen Monopteros empor. Aus der Sicht der Zuschauer im östlichen Heckentheater krönt der Tempel den Bühnenprospekt. Apoll erscheint als Gott der Künste und Führer der Musen auf dem Berg Helikon, wo der Hufschlag des Pegasus die Quelle Hippokrene, deren Wasser durch die Najaden über die Kaskade an die Menschen weitergegeben wird.
Tempel der Waldbotanik
Tempel der Waldbotanik
Der von Pigage entworfene Tempel der Waldbotanik – „Botanicae Silvestris“ – wurde schon 1777 geplant. Die Weiheinschrift nennt das Datum 1778, aber erst 1780 wurde der Bau fertig. Er bildet den Abschluss des „Arboretum Theodoricum“, der Baumsammlung im sogenannten Wiesentälchen. Der aufgesockelte, zylindrische Baukörper weist außen Rauputz nach Art von Eichenrinde auf. Eine Freitreppe, auf deren Wangen Sphingen wachen, führt zur Eingangstür. Innen vermittelt eine runde Öffnung von circa 20 cm Durchmesser in der Fußbodenmitte zu einem dunklen Gewölbe darunter. Das Bildprogramm handelt vom Wachsen, Reifen und Absterben der Natur. Vier große Relieffelder zeigen Symbole der vier Jahreszeiten in Verbindung mit einem antiken Dreifuß. Die Naturrhythmen werden mit der modernen Naturwissenschaft verknüpft: Bildnismedaillons der älteren Autoritäten Theophrastos von Eresos und Plinius stehen solche der modernen Naturforscher Joseph Pitton de Tournefort und Carl von Linné gegenüber. Linnés revolutionäres Buch über die Pflanzensystematik bildete das inzwischen verschwundene Attribut einer Statue der Göttin Ceres in der Mittelapsis.
Badhaus
Badhaus
Das von Pigage errichtete Badhaus ist ein kleines Lusthaus nach Art einer italienischen Villa. Während unter Karl Theodor der übrige Schlossgarten öffentlich zugänglich war, durfte der Badehaus-Bereich, zu dem ein eigener Garten gehört, nur auf Einladung oder mit Genehmigung des Kurfürsten betreten werden. Hier konnte Karl Theodor wie ein Privatmann leben und sich seinen musischen Neigungen hingeben. Vom Apollo-Bezirk her wird das Badhaus durch eine im Grundriss halbkreisförmige Exedra betreten, eine gleich gebildete liegt an der Rückseite. Durch beide Eingangsbereiche gelangt der Besucher in den Ovalsaal mit der Aurora als Deckengemälde und vier Horen als vergoldeten Plastiken, der das Zentrum des Schlösschens bildet. Vom Ovalsaal gehen nach Westen und nach Osten flurartige Vorzimmer mit fein eingelegtem Parkett aus drei Hölzern ab. Über sie gelangt der Besucher in das Schlafzimmer des Kurfürsten (Südwestseite, mit separater Toilette) und in den Baderaum (Nordwestseite) mit einem vertieften Marmorbecken (etwa 1‚2 m tief) mit zwei Sitzbänken in einer elliptischen Nische. Die Wasserleitungen sind als bekrönte Schlangen ausgearbeitet. An der Nordostseite liegt das Chinesische Zimmer mit chinesischen Papiertapeten, an der Südostseite das Schreibzimmer mit Landschaftsgemälden von Ferdinand Kobell.
In der beim Badhaus gelegenen Badhausküche befand sich der Kessel zum Erhitzen des Badewassers. Bemerkenswert ist, dass das Badhaus im Verhältnis zum Hauptschloss in der gleichen Position gelegen ist wie sein Vorbild, das Grand Trianon, im Schlosspark von Versailles.
Wasserspeiende Vögel
Uhu mit geschlagenem Fasan
wasserspeiende Vögel auf der Einfassung
Brunnen der wasserspeienden Vögel
Eine Attraktion des Badhausgartens ist der Brunnen der wasserspeienden Vögel (alle aus Eisenblech gearbeitet). Im mittleren Bassin sitzt in Angriffshaltung mit gespreizten Flügeln ein Uhu, der in seinen Fängen einen von ihm geschlagenen Fasan hält. Oben auf der Einfassung aus Lattenwerk, das die Anlage umgibt, sitzen zwanzig andere Vögel, die den Uhu (mit Wasser) bespucken. Das Thema des Brunnens geht auf eine Fabel von Äsop zurück, die vom Zorn der guten Vögel über den bösen Uhu handelt. Die Schwetzinger Figuren stammen aus dem lothringischen Schloss La Malgrange des polnischen Exkönigs Stanislaus I. Leszczyński. Vier Volieren mit lebenden, zwitschernden Vögeln erhöhen die Illusion. Zu der Anlage zählen zwei weitere kleine Gebäude, die sogenannten Achathäuschen.
Perspektiv
Perspektiv im Laubengang
Perspektiv aus der Nähe
Perspektiv von außen
Blick auf die halbrunde Mauer vom „Perspektiv“ oder „Ende der Welt“ im Schlossgarten Schwetzingen.
Das Perspektiv oder Ende der Welt im Schlossgarten Schwetzingen.
Das Perspektiv, im Volksmund als „Ende der Welt“ bezeichnet, schließt die Hauptachse des Badhausgartens nach Norden hin ab. Am hinteren Ende der Treillage ist eine Flusslandschaft zu erkennen. Dabei handelt es sich um die Kopie eines Gemäldes von Ferdinand Kobell auf einer Mauer. Durch geschickt genutzten Lichteinfall erscheint das Bild realistisch. Im Zusammenspiel mit dem zuführenden Gang und einem Architekturrahmen vor der Mauer entsteht eine starke Tiefenwirkung.
Aufbau des Perspektivs (von Pigage gestaltet): An den Laubengang (Treillage) schließt sich ein Pavillon mit zwei Seitenräumen an. Der Hauptraum des Pavillons (zum Gemälde hin offen und mit Tuffstein verkleidet) ist als Grotte gestaltet. Gegenüber dem Eingang des Laubengangs befindet sich eine Maueröffnung im Pavillon. In der Maueröffnung sind eiserne Schilfblättchen angebracht und Wasser tropft von der Grottendecke in ein Bassin. Hinter dieser Öffnung befindet sich in etwas Abstand eine halbrunde Mauer mit Landschaftsgemälde (in Freskotechnik). Das Landschaftsgemälde wird durch das Sonnenlicht beleuchtet und strahlt so förmlich, wenn man vor dem Laubengang steht.
Orangerie
Orangerie
→ Hauptartikel: Orangerie (Schwetzingen)
Ab dem 16. Jahrhundert kamen an den europäischen Fürstenhöfen Sammlungen von Orangen und anderen Zitrusbäumen in Mode. Diese überwinterten in abschlagbaren, nur für die kalte Jahreszeit um die Pflanzen herum errichteten Gebäuden. Im späten 17. und im 18. Jahrhundert wurden die Pflanzen in Pflanzkästen und Kübeln gehalten, die in einem festen Gebäude überwinterten und in den warmen Monaten in einem Orangerieparterre ins Freie gestellt wurden.
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts konnte der Bedarf an Räumlichkeiten für höfische Festivitäten in Schwetzingen nicht annähernd gedeckt werden. Eine Orangerie mit großem Festsaal westlich des Schlosses sollte hier Abhilfe schaffen. So hatte es jedenfalls Kurfürst Karl Philipp entschieden, der 1716 die Nachfolge des überwiegend in Düsseldorf residierenden Kurfürsten Johann Wilhelm angetreten hatte.
Die unter Karl Theodor errichtete Schwetzinger Orangerie mit ihren Fassadenmalereien wurde von Nicolas de Pigage entworfen. Die Malereien täuschen Naturstein als Material vor, wo nur simple Backsteinmauern sind. Davor liegt das Orangerieparterre, das gegenüber den anderen Gartenbereichen zugunsten eines Binnenklimas abgesenkt und zur warmen Südseite ausgerichtet ist. An den Ecken des Parterres befinden sich Statuen von drei Jahreszeiten, die vierte fehlt. In der Mitte stehen die Orangen- und Zitronenbäume in Kübeln auf einer rechteckigen Insel.
Moschee
→ Hauptartikel: Moschee Schwetzingen
Rote Moschee im Türkischen Garten
Wandelgang mit Eckpavillon
Innenansicht der Moscheekuppel
Im hinteren (südlichen) Bereich, dem Türkischen Garten, steht die Rote Moschee von Pigage, errichtet von 1778 bis 1785. Das Bauwerk hat keine liturgische Funktion, es handelt sich vielmehr um ein Gartenfolly mit ausschließlich ästhetischer Bedeutung. Die Schwetzinger Moschee ist der erste und größte Bau dieser Art in einem deutschen Park. Das Gebäude des späten Barock ist mit zahlreichen orientalischen Elementen versehen. Der Moscheehof wurde gelegentlich für Freilichtaufführungen von Opern genutzt. Die Moschee wurde im 20. Jahrhundert zeitweise von Muslimen genutzt.
Vor der Moschee befinden sich der ehemalige fürstliche Obstgarten, dahinter eine Baumschule und die Schlossgärtnerei.
Römische Wasserleitung
Römische Wasserleitung
Im Sommer 1779 wurde die am nördlichen Rand des Gartens gelegene künstliche Ruine nach Entwürfen von Nicolas de Pigage begonnen. Ein Torbau, auf dem noch ein Turmaufsatz erhalten scheint, erinnert an einen römischen Triumphbogen. In seiner mittleren Arkade rauscht ein Wasserfall. Von diesem Torbau greifen nach drei Seiten die Reste eines Aquäduktes aus, wobei der östliche Arm einen Freiplatz hinterfängt, auf dem sich ein Obelisk erhebt.
Pigage konnte auf eigene Antikenstudien während seiner Italienreise 1767/68 zurückgreifen. Die Verbindung von Torbogen und Aquädukt begegnet an der römischen Porta Maggiore und am Aquädukt der Acqua Vergine. Das Turmfreigeschoss könnte durch mittelalterliche Wehraufbauten auf römischen Brücken angeregt sein. Die Vorbilder finden sich in Veduten von Piranesi. Die Bezeichnung als Römisches Wasserkastell erscheint erst 1828.
Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)
Blick über die Chinesische Brücke, im Hintergrund der Merkurtempel
Die oft als „chinesisch“ bezeichnete Brücke im hinteren, nordwestlichen Bereich des Gartens verbindet den französischen mit dem englischen Gartenteil. Das Bauwerk geht tatsächlich auf einen Brückenentwurf des in Venetien tätig gewesenen Renaissance-Architekten Andrea Palladio zurück. Die Brücke hat den populären Beinamen „Lügenbrücke“, denn wer auf deren unregelmäßigen Stufen ins Straucheln kommt, soll schon einmal geschwindelt haben.
Landschaftsschutzgebiet
Bereits am 8. August 1952 hat das damalige Landratsamt Mannheim den Schloßgarten unter der Bezeichnung Schwetzinger Schloßgarten und Umgebung als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Das Gebiet mit der Nummer 2.26.013 hat aktuell eine Größe von rund 190 Hektar und umfasst den historischen Park aus der Kurfürstenzeit sowie das westliche Vorgelände und die historische Jagdanlage am Stern.
Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses
Voltaire kam im Jahr 1753 zum ersten Mal nach Schwetzingen und war 14 Tage lang Gast des mit ihm befreundeten Kurfürsten. Im Sommer 1758 kam Voltaire erneut zu einem kurzen Aufenthalt nach Schwetzingen. Wolfgang Amadeus Mozart wirkte zusammen mit seinem Vater und seiner Schwester an einem Hofkonzert am 18. Juli 1763 mit. Der Komponist Christoph Willibald Ritter von Gluck war im Jahr 1774 Gast des Kurfürsten. Friedrich Schiller fand in Schwetzingen Anregungen zu den gegensätzlichen „Aranjuez-Stimmungen“ des ersten Aktes von Don Karlos. Der Schauspieler August Wilhelm Iffland schilderte in einem Brief vom 26. November 1779 eine Jagd bei Schwetzingen, die 50.000 Gulden gekostet hatte und bei der für 9.000 Menschen Zuschauergerüste aufgebaut waren. Kaiser Joseph II. hielt sich im Jahr 1781 unter dem Namen Graf von Falkenstein in Schwetzingen auf.
Siehe auch
Schloss Benrath – 1755 bis 1773 von Pigage im Auftrag von Kurfürst Karl Theodor erbaut am Übergang vom Rokoko zum Klassizismus. Der Garten ist eine geometrisch achsensymmetrische Barockanlage nach französischem Vorbild, der Privatgarten des Kurfürsten wurde im 19. Jahrhundert landschaftlich umgestaltet. Im Nebengebäude des Schlosses befindet sich das Museum für Europäische Gartenkunst.
Maulbeerbaumallee nach Heidelberg – im Zusammenhang mit der Seidenraupenzucht.
Literatur
Carl Ludwig Fuchs, Claus Reisinger: Schloss und Garten zu Schwetzingen. 2. Auflage. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2008, ISBN 978-3-88462-266-7
Volker Hannwacker: Friedrich Ludwig von Sckell. Der Begründer des Landschaftsgartens in Deutschland. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1992, ISBN 3-421-03012-X, S. 11–21.
Nanette Schärf, Hartmann Manfred Schärf: Das Badhaus im Schwetzinger Schlossgarten. Die Restaurierung des Gebäudes, seiner Innenräume und Ausstattungen. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 37. Jg. 2008, Heft 1, S. 29–35 (PDF)
Ralf Richard Wagner: In seinem Paradiese Schwetzingen … Das Badhaus des Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz. Hrsg. von Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2009, 302 S., ISBN 978-3-89735-587-3.
Wegweiser durch den Schwetzinger Garten. Mit zwölf Ansichten von Conrad Caspar Rordorf. Engelmann, Heidelberg 1830 (Digitalisat)
Karl Wörn: Schwetzingen Lebendige Stadt. 3. Auflage. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 1980.
Oswald Zenker: Schwetzinger Schlossgarten. Ein Führer durch das Französische Gartenparterre und den Englischen Landschaftsgarten, mit Informationen über Schloss und Rokokotheater sowie Sehenswürdigkeiten der Umgebung. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 2002, ISBN 3-87742-170-9.
Film
Im Hain des Apoll. Der Schlosspark Schwetzingen. Dokumentarfilm, Deutschland, 2007, 28:20 Min., Buch und Regie: Christopher Paul, Produktion: SWR, Reihe: Schätze des Landes, Inhaltsangabe von ARD.
Weblinks
Commons: Schloss Schwetzingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Offizielle Seite von Schloss Schwetzingen
Infos zum Schloss auf der Seite der Stadt Schwetzingen
Schloss Schwetzingen von ZUM
Kein Land „wo die Zitronen blühen“. In: Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Artikel zur Geschichte von Orangerien, darunter der in Schwetzingen
Schloss Schwetzingen auf badischewanderungen.de
Schloss Schwetzingen als 3D-Modell im 3D Warehouse von SketchUp
Einzelnachweise
Schwetzingen: A Prince Elector’s Summer Residence – garden design and Freemasonic allusions. Eintrag in der Tentativliste der UNESCO auf deren Website, abgerufen am 8. April 2014 (französisch)
Vorlage zur Gemeinderatssitzung vom 22. September 2009, abgerufen am 8. April 2014
Neue Akzente sollen in Paris überzeugen. Schwetzinger Zeitung, 2. Februar 2010, abgerufen am 8. April 2014
Die Sommerresidenz und ihre Musik sollen es richten. Mannheimer Morgen, 6. März 2010, abgerufen am 8. April 2014
Kurfürstliche Sommerresidenz Schwetzingen für die Aufnahme in die UNESCO-Weltkulturerbeliste nominiert. Pressemitteilung des Landesdenkmalsamts Baden-Württemberg vom 8. März 2010, abgerufen am 8. April 2014
ICOMOS Evaluations of Nominations of Cultural and Mixed Properties. Empfehlungsbericht zur 36. Sitzung des Welterbekomitees im Juni/Juli 2012, S. 224–233, PDF-Datei, 28,4 MB, abgerufen am 8. April 2014 (englisch)
Schwetzingen zunächst nicht Welterbe. Pressemitteilung der Stadt Schwetzingen vom 29. Juni 2012, abgerufen am 8. April 2014
Johanna Eberhardt: Schwetzingen nimmt keinen neuen Anlauf. Stuttgarter Zeitung, 3. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014
Kein dritter Anlauf für Unseco-Welterbe-Titel in Schwetzingen. xity, 2. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014
Hans-Erhard Lessing: Zwei Räder statt vier Hufe – Karl Drais G.Braun-Verlag, Karlsruhe 2010
Richard Benz: Heidelberg. Schicksal und Geist, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen, 2. Auflage 1975, ISBN 3-7995-4008-3, S. 296
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Altes Forsthaus Jagdhaus und heute Restaurant
Altes Forsthaus
Schloß Lichtenstein 5, 72805 Lichtenstein
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CASTLE
Burg LICHTENSTEIN bei HONAU, Reutlingen, Germany
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Schwarze Tor als Eingang zum Schwarzwald.
Das Schwarze Tor steht wuchtig und eindrucksvoll da. Ganz oben am Ende der steil aufsteigenden Rottweiler Fußgängerzone. Es hat einen schmalen Durchgang, durch den höchstens eine Pferdekutsche gepasst hatte. Die Frage ist nur. Warum heißt es eigentlich Schwarzes Tor? Es ist nämlich nicht schwarz, sondern eher kalksteinfarben, also hell. Im 16. Jahrhundert wurde es aufgestockt und schwarz verputzt. Seit dieser Zeit hält sich der Name "Schwarzes Tor".
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In den 1980er Jahren dann, erzählt der Rottweiler Bausachverständige Detlef Kauert, wurde bei einer Sanierung der gesamte schwarze Putz mit dem Sandstrahler entfernt. Seitdem ist das Tor nicht mehr schwarz. Die aktuelle Restaurierung ist heute abgeschlossen. Sie kostet 1,2 Millionen Euro.
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Der Steinmetz Nicolai Kube tauscht am Sockel des Schwarzen Tors Steinquader aus. Er hat sich in den letzten Monaten von oben nach unten durchgearbeitet. Viele Steine waren porös und drohten zu zerspringen, herunterzufallen und jemanden zu verletzten. Deshalb wurde eine Restaurierung dringend notwendig. Im Mittelalter, meint Kube, hat man eben mit dem gebaut, was gerade verfügbar war.
Die drei Stockwerke, die im 16. Jahrhundert dazu kamen, dienten Stadtmusikern als Wohnung und später als Gefängnis.
Restaurator Stefan Widmer ist auf Wandgemälde und alten Putz spezialisiert. Er hat Woche für Woche, Fuge für Fuge am Tor gereinigt, fast so sorgfältig wie ein Wandgemälde.
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Schloss Schwetzingen ist ein Schloss in Schwetzingen, das vor allem den pfälzischen Kurfürsten Karl Philipp und Karl Theodor als Sommerresidenz diente. Bekannt ist in erster Linie der im 18. Jahrhundert angelegte Schlossgarten. Jährlich finden im Schloss die Schwetzinger Festspiele und alle zwei Jahre das Lichterfest statt.
Inhaltsverzeichnis
1 Geschichte
2 Weltkulturerbe
3 Schloss
3.1 Innenräume
3.2 Zirkelbauten
3.3 Theater
3.4 Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen
4 Garten
4.1 Französischer Garten
4.2 Englischer Garten
4.3 Arboretum
4.4 See
4.5 Bauten
4.5.1 Merkurtempel
4.5.2 Minervatempel
4.5.3 Apollotempel
4.5.4 Tempel der Waldbotanik
4.5.5 Badhaus
4.5.6 Wasserspeiende Vögel
4.5.7 Perspektiv
4.5.8 Orangerie
4.5.9 Moschee
4.5.10 Römische Wasserleitung
4.5.11 Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)
4.6 Landschaftsschutzgebiet
5 Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses
6 Siehe auch
7 Literatur
8 Film
9 Weblinks
10 Einzelnachweise
Geschichte
Das Schwetzinger Schloss wurde im Jahr 1350 zum ersten Mal als Feste urkundlich erwähnt. Es handelte sich um ein mittelalterliches Wasserschloss. 1427 kam es in den Besitz des Kurfürsten Ludwig III. In der Folgezeit wurde es mehrfach umgebaut, diente als Jagdschloss und wurde gegen Ende des Dreißigjährigen Kriegs zerstört. Kurfürst Karl Ludwig ließ das Schwetzinger Schloss für seine Geliebte Luise von Degenfeld wieder aufbauen. Während eines Besuchs im August 1656 hatte er den Einwohnern von Schwetzingen bereits befohlen, sämtlichen Schutt wegzuräumen, wobei aufgelesene Trümmerteile wie Steine, Hölzer und „altes Eisenwerk“ bei den Untertanen zur eigenen Verwendung verbleiben durften. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde das Schloss erneut zerstört, die Grundmauern blieben allerdings stehen.
Karl Philipp
Karl Theodor
Seine heutige Form erhielt das Schloss auf Befehl des Kurfürsten Johann Wilhelm, der in Düsseldorf regierte. Dieser ließ es unter Leitung des Grafen Matteo Alberti – der Erbauer des Schlosses Bensberg – von dem Heidelberger Baumeister Johann Adam Breunig umbauen und durch zwei Flügelbauten wesentlich vergrößern. Das Bauwerk wurde in mehreren Bauabschnitten ab dem Jahre 1697 errichtet und ausgebaut. Im Jahr 1752 wurde eine Gartenerweiterung auf dem damals rund 70 Hektar großen Areal vorgenommen. Im gleichen Jahr wurde auch das Schlosstheater eröffnet. Obwohl das Schloss seit der Verlegung der Residenz des Kurfürsten Karl Theodor von Mannheim nach München im Jahr 1778 kaum mehr benutzt wurde, wurde in der Folgezeit am Garten weiter gearbeitet.
Unter Karl Theodor war Schwetzingen Sommerresidenz: Die Hofhaltung wurde in den warmen Monaten von Schloss Mannheim nach Schloss Schwetzingen verlegt. Die Schlichtheit der Wohnungen des Kurfürstenpaares und eine größere Informalität der Umgangsformen waren Ausdruck eines vorgeblich einfacheren, unbeschwerten „Lebens auf dem Lande“.
An der künstlerischen Ausgestaltung von Schloss und Garten waren nahezu alle am Hof in Mannheim beschäftigten Künstler beteiligt. Dazu gehörten Alessandro Galli da Bibiena und Peter Anton von Verschaffelt. Der Lothringer Nicolas de Pigage war Intendant der Gärten und Wasserkünste sowie der bestimmende Architekt in der Karl-Theodor-Zeit. Pigage erweiterte den Garten in allen Stilwandlungen der Zeit. Der Zweibrücker Hofgärtner Johann Ludwig Petri plante das Hauptparterre und den Zirkel des französischen Gartens. Der erste Hofgärtner, van Wynder, wurde aus Kassel nach Schwetzingen berufen.
Der zweite Hofgärtner war Johann Wilhelm Sckell, ein Hauptmitarbeiter Pigages. Sein Sohn Friedrich Ludwig Sckell wurde 1804 nach München berufen, wo er den Englischen Garten anlegte. Der erste badische Gartenbaudirektor war Johann Michael Zeyher, der den Flieder in Schwetzingen einführte.
Schloss Schwetzingen zählt heute zu den landeseigenen Monumenten und wird von der Einrichtung Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg betreut. Der Garten ist gegen Eintritt öffentlich zugänglich, Schloss und Theater können im Rahmen von Führungen besichtigt werden.
Weltkulturerbe
Im September 1999 meldete Deutschland Schwetzingen in der bei der UNESCO geführten sogenannten Tentativliste als potentielle Welterbestätte an.[1] Ein dortiger Eintrag ist die Voraussetzung dafür, dass zu einem späteren Zeitpunkt ein Antrag auf Verleihung eines entsprechenden Prädikats, in diesem Fall des Weltkulturerbes, gestellt werden kann. Dies geschah dann auch im Jahre 2007. Der Antrag umfasste einen Kernbereich von Schloss und Schlossgarten, den vorgelagerten Schlossplatz, das Ysenburgsche Palais sowie die Sichtachsen der Carl-Theodor- und der Lindenstraße. Hinzu kam eine zusätzliche Pufferzone, die weitere Teile der Stadt einbezog.[2]
Im Juni 2009 wurde der Antrag aufgrund eines negativen Votums des ICOMOS wieder zurückgenommen und infolgedessen im Laufe des folgenden Herbstes überarbeitet. Der ursprüngliche Ansatz, das freimaurerische und aufklärerische Wirken Carl-Theodors begleitend zu betonen, wurde zurückgefahren, stattdessen die künstlerische und musische Bedeutung von Schloss und Stadt hervorgehoben. Außerdem wurde der Kernbereich geringfügig erweitert.[2] Im Januar 2010 wurde der Neuantrag eingereicht.[3] Im März 2010 setzte die Kultusministerkonferenz Schwetzingen erneut auf die deutsche Nominierungsliste, diesmal für 2011.[4][5] Der als Entscheidungsgrundlage dienende Bewertungsbericht der ICOMOS vom Mai 2012 empfahl jedoch abermals, die Anlage nicht aufzunehmen. Negativ wurde insbesondere bewertet, dass es von dieser Art von Schlössern und Gärten schon elf, beispielsweise in Dessau, in Brühl oder in Potsdam und Berlin, und damit eigentlich deren genügend auf der Welterbeliste gebe. Eine besondere Stellung Schwetzingens habe nicht erkannt werden können.[6] Das Welterbekomitee stimmte dem ICOSMOS-Votum zwar mehrheitlich nicht zu, behandelte den Schwetzinger Antrag aber auch nicht, sondern empfahl stattdessen, einen neuen, abermals überarbeiteten Entwurf vorzulegen. Ob es dazu kommt, ist fraglich.[7][8][9] Über einen erneuten Versuch wurde nichts bekannt.
Schloss
Plan von Schwetzingen (um 1840)
Eine Anfahrt aus Heidelberg liegt auf der geraden Verbindung vom Königstuhl nach Schwetzingen. Die Trasse ist von erhöhter Position aus in der Landschaft noch gut erkennbar, aber nicht durchgehend befahrbar. Vom Königstuhl aus gesehen läuft diese Linie hinter dem Schloss weiter auf die Kalmit zu.
Vom Schwetzinger Schlossplatz gelangt man in den Ehrenhof. In den beiden ehemaligen Wachhäuschen am Schlosstor befinden sich heute ein Museumsladen und ein Café. Der Hof wird links und rechts von symmetrischen Wirtschaftsgebäuden flankiert. In der Mitte, an der Westseite, befindet sich das Corps de Logis, der Wohnbau des Schlosses.
Innenräume
In einer langwierigen Restaurierung der Jahre 1975–1991 wurden die Innenräume des Schlosses wiederhergestellt und mit authentischen Möbeln des 18. Jahrhunderts eingerichtet. In der Beletage verdeutlichen im Rahmen eines Schlossmuseums die Gesellschaftsräume, die Wohnung des Kurfürsten und die Wohnung der Kurfürstin das Funktionsprofil des Schlosses in der Karl-Theodor-Zeit.
Von besonderem kunstgeschichtlichen Rang sind die Räume der in badischer Zeit ab 1803 umgestalteten Wohnung der Reichsgräfin Luise Karoline von Hochberg im zweiten Obergeschoss aufgrund der vorzüglich erhaltenen Handdrucktapeten (1804) der Firma Zuber et Cie in Rixheim (Compagniezimmer mit Alpenpanorama „Vues de Suisse“, Schlafzimmer, Grand Cabinet).
Zirkelbauten
Nördlicher Zirkelbau
Südlicher Zirkelbau
Die Zirkelbauten sind zwei eingeschossige, dank hoher Fenstertüren mit unmittelbarem Gartenzugang versehene Werksteinbauten, die sich seitlich an das Schloss zu einem Halbrund anschließen und das kreisrunde Gartenparterre gemeinsam mit dem Halbkreis der Wandelgänge aus Lattenwerk umfangen. Der nördliche Zirkelbau wurde in den Jahren 1748/1749 von Alessandro Galli da Bibiena erbaut, der südliche im Jahr 1753 von Franz Wilhelm Rabaliatti. Die Zirkelbauten wurden für die Hofgesellschaften (Speisetafel, Spiele und Konzerte, Bälle) genutzt. Solche zusätzlichen, repräsentativen Räumlichkeiten waren angesichts der beengten Verhältnisse im alten Wohnbau des Schlosses unverzichtbar. Heute werden die Zirkelbauten als Schlossrestaurant, Café und Theaterfoyer sowie für Konzerte und Ausstellungen genutzt.
Theater
→ Hauptartikel: Schlosstheater Schwetzingen
Das kurfürstliche Hoftheater im frühklassizistischen Stil (oft fälschlich „Rokokotheater“ genannt) wurde am 15. Juni 1753 mit Oper Il figlio delle selve („Der Sohn der Wälder“) von Ignaz Holzbauer eröffnet. Hier wirkten Sänger, Instrumentalisten und Komponisten von internationalem Rang, darunter die Vertreter der Mannheimer Schule. Nachdem Karl Theodor seine Residenz nach München verlegt hatte, fanden nur noch gelegentliche Aufführungen in Schwetzingen statt, wenn der Kurfürst dort zu Besuch war. Auch in der badischen Zeit wurde das Theater nur selten benutzt. Es verfiel und konnte nicht mehr bespielt werden. 1936/37 und 2002/03 wurde das Theater völlig renoviert. Die Brüstungen der leicht ansteigenden Logenränge haben im Grundriss die Form einer Lyra. Die Pfeiler sind reich verziert und von Korbbögen überbrückt, die die Wirkung des Raumes vertiefen.
Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen
Im südlichen Flügel des Schlosses sind seit ihrer Gründung 1953 die Fachhochschule Schwetzingen – Hochschule für Rechtspflege bzw. deren Vorgängereinrichtungen untergebracht. Aufgrund umfangreicher Umbau- und Renovierungsarbeiten wurde der Studienbetrieb seit September 2009 in ein Ausweichquartier nach Mannheim-Wohlgelegen verlegt.
Garten
Parterre
Der Schwetzinger Schlossgarten gliedert sich in einen Französischen Garten und einen Englischen Garten. Bei der kunsthistorischen Interpretation des Gartens wird auch unterschieden zwischen dem „Garten der Allegorien“, also jener Gartenteil, in welchem ohne tiefere Bedeutung allegorische Figuren stehen, und dem „Garten der Vernunft“. Zum „Garten der Vernunft“ zählen Minervatempel, Merkurtempel, Moschee, Apollotempel, Tempel der Botanik, das römische Wasserkastell sowie das Arboretum, also jene Gartenteile, in denen im Sinne aufklärerischen Denkens die Vernunft gefeiert wird. Der Schwetzinger Schlossgarten war, mit Ausnahme des Bereiches um das Badhaus, bereits in kurfürstlicher Zeit für die gesamte Bevölkerung zugänglich, damals noch ohne Eintrittsgeld. Eine Parkordnung regelte das angemessene Verhalten der Besucher.
Französischer Garten
Luftaufnahme des Barockgartens
Fontäne in der Gartenmitte
Längs der Hauptachse des Gartens blickt man nach Osten auf den Königstuhl im Odenwald und nach Westen auf die Kalmit im Pfälzerwald.
Der Barockgarten ist nach französischer Art in strengen geometrischen Formen angelegt. Die wichtigsten Elemente sind die Hauptachse, die Querachse und das Kreisrund. Der vordere Gartenteil zeigt Parterres und Boskette. Auf der Schlossterrasse befinden sich Urnen, die die vier Weltzeitalter darstellen (goldenes, silbernes, ehernes und eisernes Zeitalter). Zudem befinden sich dort zwei vergoldete Atalanten, die noch aus dem Vorgängergarten stammen. Eine Besonderheit des französischen Gartens ist die kreisförmige Anlage der zentrale Teil rund um den Arionbrunnen, das sogenannte Kreisparterre.
Der zentrale Arionbrunnen von Guibal hat eine Begebenheit der antiken Mythologie zum Thema: Arion (Arion von Lesbos) ist ein berühmter Sänger. Nach einem Wettstreit reich beschenkt, wird er auf See von den Schiffsleuten bedrängt. Er bittet, ein letztes Mal singen zu dürfen. Bei seinem Gesang erscheinen Delfine. Der Sänger stürzt sich in die Fluten und ein Delfin bringt ihn an die Küste, so dass er seinen Weg nach Korinth fortsetzen kann. Das Sternbild Delphin wird in manchen Überlieferungen als der von den Göttern ans Firmament entrückte Arion auf dem Delfin gedeutet.
Abgeschlossen wird der französische Garten durch die Darstellung einer Hirschjagd von Verschaffelt. In unmittelbarer Nähe sind die vier Elemente in Skulpturen dargestellt.
Englischer Garten
Die westlichen und nordwestlichen Teile des Gartens wurden als englischer Landschaftsgarten gestaltet. Im Gegensatz zum französischen Garten sind hier die Wege und Uferlinien leicht geschwungen. Am unregelmäßigen Waldbereich wurde fast nichts verändert.
Arboretum
Ein Arboretum ist eine Sammlung oft exotischer Gehölze. Der Gartenbaumeister Zeyher legte diesen Garten im Jahr 1802 mit exotischen Bildern aus aller Welt an. Besonders kunstvoll ist das schmiedeeiserne, teilvergoldete Tor von Rabaliatti. Auf derselben Fläche befand sich vorher eine Fasanerie mit Tiergehegen.
See
See mit Schloss im Hintergrund
See im Winter
Gartenphaeton des Kurfürsten 1775
Schon beim Betreten des Schlossgartens sieht der Besucher auf den großen See, der den Garten abschließt. An der Stelle des Sees befand sich ursprünglich ein ummauertes Bassin, das auf Vorschlag Zeyhers im Jahr 1823 auf Befehl des Großherzogs Ludwig von Baden erweitert und in einen See mit natürlicher Uferausformung umgewandelt wurde. Zwei Skulpturen (Kopien) von Verschaffelt ruhen auf der dem Schloss zugewandten Längsseite beidseitig der Blickachse: die Flussgötter Rhein und Donau. Die Originale sind in der Orangerie zu besichtigen.
Der See und alle weiteren Gewässer werden seit Pigage von zwei Wasserwerken gefüllt, die den Leimbach als Antrieb für die Mühlräder der Pumpen nutzten. Dieser umschloss bereits die ursprüngliche Burganlage und fließt vom Kraichgau kommend in Richtung Rhein. Für die Fontänen wurde sauberes Grundwasser verwendet. Diese Pumpen befanden sich im nördlichen Schlossflügel (oberes Wasserwerk mit Hochbehälter im heutigen Finanzamt). Ein zweites Pumpwerk mit Hochbehälter, das einen gleichbleibenden Druck sicherstellte, war am Parkende hinter dem Aquädukt verborgen (unteres Wasserwerk).
Für Karl-Theodor kaufte Pigage 1775 in London einen Gartenphaeton mit Lakai-Antrieb, wozu alle Hauptwege topfeben angelegt und sogar vorzeitliche Grabhügel abgetragen wurden. Damit konnte der Kurfürst im Park herumfahren, ohne dass Pferdeexkremente die Gartenwege verschmutzten. Der Muskelkraftwagen, heute im Schloss Nymphenburg, regte den Heidelberger Studenten Karl Drais vor 1803 zur späteren Erfindung des Ur-Fahrrads an.[10]
Bauten
Im Schwetzinger Schlosspark befinden sich neben zahlreichen Statuen auch einige Bauwerke. Das Gebäudeprogramm zeigt einen philosophischen und architektonischen Bezug auf die klassische Antike und, im Falle des Moschee-Komplexes, auf den Islam und die orientalische Weisheitslehre. Neuere Forschungen wollen im Schwetzinger Garten ein freimaurerisches Programm erkennen, in dem christliche Vorstellungen eingebunden wären. Gartenbauten, Wegbeziehungen, Tore und Brücken sollten den Park nicht nur in Einzelräume unterteilen, sondern größer wirken lassen. Einen eigenen Komplex bietet das früher nur auf Einladung oder Befehl des Kurfürsten zugängliche Badhaus, ein kleines Lusthaus mit eigenem Garten und dem „Perspektiv“.
Nach Ansicht von Richard Benz führte das Erlebnis der „künstlichen Ruinen“ im Schwetzinger Schlosspark die Dichter des 18. Jahrhunderts zur Beschäftigung mit den echten Ruinen des Heidelberger Schlosses und damit zur im späten 18. Jahrhundert einsetzenden „Wiederentdeckung“ Heidelbergs.[11]
Merkurtempel
Die Lage des Tempels oberhalb des Moscheeweihers
Der Tempel von Norden
Der Tempel aus der Nähe
Relief am Tempel
In den „Parties sauvages“, den südwestlichen landschaftlichen Partien des Schwetzinger Gartens wurde bereits 1784 ein „Monument“ gegenüber der Moschee geplant. 1787/88 entstand der Ruinenbau Pigages, der erstmals 1791 dem römischen Gott Merkur zugewiesen wird. Sein kellerartiger Unterbau aus großen Sandsteinblöcken erscheint als Rest eines älteren Vorgängers. Der dreigeschossige, turmartige Merkur-Tempel aus Tuffstein besitzt ein im Grundriss sechseckiges Hauptgeschoss, darüber ein Attikageschoss und eine abschließende Laterne. Auf Merkur verweisen Reliefs aus Stuckmarmor über den Eingängen der drei gleichartigen Fassaden.
Die Deutung der Parkruine ist kontrovers: Nach überkommener Lesart steht sie für die Überwindung von Geheimlehren durch die Vernunft. Diese Lesart verweist darauf, dass der Tempel die Form eines römischen Grabmals hat. Durch drei Reliefs, die ausschließlich negative Episoden aus dem Leben des Merkur zeigen, wird dieser mit dem antiken Hermes Trismegistos, einem Symbol für Magie, gleichgesetzt. Der Aberglaube ist also gewissermaßen in seinem eigenen Tempel begraben worden. In diesem Zusammenhang wird auch betont, dass man von der Moschee über einen Weiher auf den Merkurtempel blickt. Wenn man die Moschee als Symbol für die Weisheit versteht, bedeutet dies: Der Weise muss Tod und Aberglaube nicht fürchten. Eine neue freimaurerische Interpretation hingegen sieht verborgene Verweise auf den Salomonischen Tempel und seinen Architekten Hiram Abif.
Der Merkurtempel hat die Funktion eines Aussichtspunkts, das Obergeschoss gestattet einen Blick über den See und auf die Moschee.
Minervatempel
Minervatempel
Die römische Göttin Minerva ist mehrfach im Schlossgarten dargestellt. Symmetrisch zu dem Minerva-Tempel war als Gegenstück ein Tempel des Cupido geplant, der nicht zur Ausführung kam.
Der von Pigage entworfene Tempel war 1769 vollendet. Seine viersäulige Front korinthischer Säulenordnung ist durch ein antik-römisches Vorbild angeregt, den Eingangsbau zur Portikus der Octavia. Einmalig ist die Umkehrung des Verhältnisses von Säulenhalle und Cella: Die Tempelcella wird zu einer gegenüber der Natur geöffneten Raumhülle umgedeutet, innerhalb derer sich die Säulenstellung fortsetzt.
Minerva, Göttin der Weisheit, erscheint vor der Rückwand in einem umgearbeiteten Standbild von Gabriel de Grupello. Sie ist, auch nach Ausweis des Giebelfeldes, die Göttin der friedlichen Künste und Wissenschaften, insbesondere der Gartenkunst. Die mit Marmorbänken ausgestattete Cella dient Parkbesuchern als Ruheraum, kann aber auch als imaginärer Versammlungsort derjenigen, die Weisheit erlangt haben, verstanden werden.
Unterhalb des Tempels befindet sich ein rechteckiger Raum, mit Nischen und runden Fensteröffnungen. Dieser Raum ist von außen zugänglich und zeigt Merkmale eines geheimen Versammlungsortes. Er wird von Pan regiert, wie eine Maske über der Tür anzeigt. Der Minerva-Tempel, der sich über dieser irrationalen Sphäre erhebt, wird so ein aufklärerisches Monument der gestaltenden Vernunft und der menschlichen Zivilisationsleistung.
Apollotempel
Apollotempel von Westen
Apollotempel von Westen
Lyraspielender Apollo
Apollos Rücken
Im Jahr 1762 plante man an dieser Stelle ein Belvedere. Nach dem Entwurf von Nicolas de Pigage entstand ein hoher, terrassierter Unterbau, auf dessen oberster Plattform sich ein Monopteros, ein Rundtempel mit zwölf Säulen ionischer Säulenordnung ohne Cella erhebt. Der Tempel ist dem griechischen Gott Apollo gewidmet. Die Statue des Apollo stammt von dem Bildhauer Anton von Verschaffelt. Sie zeigt den Gott beim linkshändigen Lyra-Spiel, was dem Künstler einigen Hohn eingebracht hat. In einem Briefwechsel zwischen Gleim, Wilhelm Heinse und Johannes von Müller heißt es, er stehe zwar »gar heilig« auf einer Anhöhe, »nur hat der linke Gott darin einen erbärmlichen Hintern«.
Der Apollo-Tempel krönt eine nach zwei Seiten gerichtete Anlage: Vom Eingang an der Westseite steigt der Besucher durch felsige, dunkle und verwirrende Korridore zur lichtumfluteten Plattform mit dem klassischen Monopteros empor. Aus der Sicht der Zuschauer im östlichen Heckentheater krönt der Tempel den Bühnenprospekt. Apoll erscheint als Gott der Künste und Führer der Musen auf dem Berg Helikon, wo der Hufschlag des Pegasus die Quelle Hippokrene, deren Wasser durch die Najaden über die Kaskade an die Menschen weitergegeben wird.
Tempel der Waldbotanik
Tempel der Waldbotanik
Der von Pigage entworfene Tempel der Waldbotanik – „Botanicae Silvestris“ – wurde schon 1777 geplant. Die Weiheinschrift nennt das Datum 1778, aber erst 1780 wurde der Bau fertig. Er bildet den Abschluss des „Arboretum Theodoricum“, der Baumsammlung im sogenannten Wiesentälchen. Der aufgesockelte, zylindrische Baukörper weist außen Rauputz nach Art von Eichenrinde auf. Eine Freitreppe, auf deren Wangen Sphingen wachen, führt zur Eingangstür. Innen vermittelt eine runde Öffnung von circa 20 cm Durchmesser in der Fußbodenmitte zu einem dunklen Gewölbe darunter. Das Bildprogramm handelt vom Wachsen, Reifen und Absterben der Natur. Vier große Relieffelder zeigen Symbole der vier Jahreszeiten in Verbindung mit einem antiken Dreifuß. Die Naturrhythmen werden mit der modernen Naturwissenschaft verknüpft: Bildnismedaillons der älteren Autoritäten Theophrastos von Eresos und Plinius stehen solche der modernen Naturforscher Joseph Pitton de Tournefort und Carl von Linné gegenüber. Linnés revolutionäres Buch über die Pflanzensystematik bildete das inzwischen verschwundene Attribut einer Statue der Göttin Ceres in der Mittelapsis.
Badhaus
Badhaus
Das von Pigage errichtete Badhaus ist ein kleines Lusthaus nach Art einer italienischen Villa. Während unter Karl Theodor der übrige Schlossgarten öffentlich zugänglich war, durfte der Badehaus-Bereich, zu dem ein eigener Garten gehört, nur auf Einladung oder mit Genehmigung des Kurfürsten betreten werden. Hier konnte Karl Theodor wie ein Privatmann leben und sich seinen musischen Neigungen hingeben. Vom Apollo-Bezirk her wird das Badhaus durch eine im Grundriss halbkreisförmige Exedra betreten, eine gleich gebildete liegt an der Rückseite. Durch beide Eingangsbereiche gelangt der Besucher in den Ovalsaal mit der Aurora als Deckengemälde und vier Horen als vergoldeten Plastiken, der das Zentrum des Schlösschens bildet. Vom Ovalsaal gehen nach Westen und nach Osten flurartige Vorzimmer mit fein eingelegtem Parkett aus drei Hölzern ab. Über sie gelangt der Besucher in das Schlafzimmer des Kurfürsten (Südwestseite, mit separater Toilette) und in den Baderaum (Nordwestseite) mit einem vertieften Marmorbecken (etwa 1‚2 m tief) mit zwei Sitzbänken in einer elliptischen Nische. Die Wasserleitungen sind als bekrönte Schlangen ausgearbeitet. An der Nordostseite liegt das Chinesische Zimmer mit chinesischen Papiertapeten, an der Südostseite das Schreibzimmer mit Landschaftsgemälden von Ferdinand Kobell.
In der beim Badhaus gelegenen Badhausküche befand sich der Kessel zum Erhitzen des Badewassers. Bemerkenswert ist, dass das Badhaus im Verhältnis zum Hauptschloss in der gleichen Position gelegen ist wie sein Vorbild, das Grand Trianon, im Schlosspark von Versailles.
Wasserspeiende Vögel
Uhu mit geschlagenem Fasan
wasserspeiende Vögel auf der Einfassung
Brunnen der wasserspeienden Vögel
Eine Attraktion des Badhausgartens ist der Brunnen der wasserspeienden Vögel (alle aus Eisenblech gearbeitet). Im mittleren Bassin sitzt in Angriffshaltung mit gespreizten Flügeln ein Uhu, der in seinen Fängen einen von ihm geschlagenen Fasan hält. Oben auf der Einfassung aus Lattenwerk, das die Anlage umgibt, sitzen zwanzig andere Vögel, die den Uhu (mit Wasser) bespucken. Das Thema des Brunnens geht auf eine Fabel von Äsop zurück, die vom Zorn der guten Vögel über den bösen Uhu handelt. Die Schwetzinger Figuren stammen aus dem lothringischen Schloss La Malgrange des polnischen Exkönigs Stanislaus I. Leszczyński. Vier Volieren mit lebenden, zwitschernden Vögeln erhöhen die Illusion. Zu der Anlage zählen zwei weitere kleine Gebäude, die sogenannten Achathäuschen.
Perspektiv
Perspektiv im Laubengang
Perspektiv aus der Nähe
Perspektiv von außen
Blick auf die halbrunde Mauer vom „Perspektiv“ oder „Ende der Welt“ im Schlossgarten Schwetzingen.
Das Perspektiv oder Ende der Welt im Schlossgarten Schwetzingen.
Das Perspektiv, im Volksmund als „Ende der Welt“ bezeichnet, schließt die Hauptachse des Badhausgartens nach Norden hin ab. Am hinteren Ende der Treillage ist eine Flusslandschaft zu erkennen. Dabei handelt es sich um die Kopie eines Gemäldes von Ferdinand Kobell auf einer Mauer. Durch geschickt genutzten Lichteinfall erscheint das Bild realistisch. Im Zusammenspiel mit dem zuführenden Gang und einem Architekturrahmen vor der Mauer entsteht eine starke Tiefenwirkung.
Aufbau des Perspektivs (von Pigage gestaltet): An den Laubengang (Treillage) schließt sich ein Pavillon mit zwei Seitenräumen an. Der Hauptraum des Pavillons (zum Gemälde hin offen und mit Tuffstein verkleidet) ist als Grotte gestaltet. Gegenüber dem Eingang des Laubengangs befindet sich eine Maueröffnung im Pavillon. In der Maueröffnung sind eiserne Schilfblättchen angebracht und Wasser tropft von der Grottendecke in ein Bassin. Hinter dieser Öffnung befindet sich in etwas Abstand eine halbrunde Mauer mit Landschaftsgemälde (in Freskotechnik). Das Landschaftsgemälde wird durch das Sonnenlicht beleuchtet und strahlt so förmlich, wenn man vor dem Laubengang steht.
Orangerie
Orangerie
→ Hauptartikel: Orangerie (Schwetzingen)
Ab dem 16. Jahrhundert kamen an den europäischen Fürstenhöfen Sammlungen von Orangen und anderen Zitrusbäumen in Mode. Diese überwinterten in abschlagbaren, nur für die kalte Jahreszeit um die Pflanzen herum errichteten Gebäuden. Im späten 17. und im 18. Jahrhundert wurden die Pflanzen in Pflanzkästen und Kübeln gehalten, die in einem festen Gebäude überwinterten und in den warmen Monaten in einem Orangerieparterre ins Freie gestellt wurden.
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts konnte der Bedarf an Räumlichkeiten für höfische Festivitäten in Schwetzingen nicht annähernd gedeckt werden. Eine Orangerie mit großem Festsaal westlich des Schlosses sollte hier Abhilfe schaffen. So hatte es jedenfalls Kurfürst Karl Philipp entschieden, der 1716 die Nachfolge des überwiegend in Düsseldorf residierenden Kurfürsten Johann Wilhelm angetreten hatte.
Die unter Karl Theodor errichtete Schwetzinger Orangerie mit ihren Fassadenmalereien wurde von Nicolas de Pigage entworfen. Die Malereien täuschen Naturstein als Material vor, wo nur simple Backsteinmauern sind. Davor liegt das Orangerieparterre, das gegenüber den anderen Gartenbereichen zugunsten eines Binnenklimas abgesenkt und zur warmen Südseite ausgerichtet ist. An den Ecken des Parterres befinden sich Statuen von drei Jahreszeiten, die vierte fehlt. In der Mitte stehen die Orangen- und Zitronenbäume in Kübeln auf einer rechteckigen Insel.
Moschee
→ Hauptartikel: Moschee Schwetzingen
Rote Moschee im Türkischen Garten
Wandelgang mit Eckpavillon
Innenansicht der Moscheekuppel
Im hinteren (südlichen) Bereich, dem Türkischen Garten, steht die Rote Moschee von Pigage, errichtet von 1778 bis 1785. Das Bauwerk hat keine liturgische Funktion, es handelt sich vielmehr um ein Gartenfolly mit ausschließlich ästhetischer Bedeutung. Die Schwetzinger Moschee ist der erste und größte Bau dieser Art in einem deutschen Park. Das Gebäude des späten Barock ist mit zahlreichen orientalischen Elementen versehen. Der Moscheehof wurde gelegentlich für Freilichtaufführungen von Opern genutzt. Die Moschee wurde im 20. Jahrhundert zeitweise von Muslimen genutzt.
Vor der Moschee befinden sich der ehemalige fürstliche Obstgarten, dahinter eine Baumschule und die Schlossgärtnerei.
Römische Wasserleitung
Römische Wasserleitung
Im Sommer 1779 wurde die am nördlichen Rand des Gartens gelegene künstliche Ruine nach Entwürfen von Nicolas de Pigage begonnen. Ein Torbau, auf dem noch ein Turmaufsatz erhalten scheint, erinnert an einen römischen Triumphbogen. In seiner mittleren Arkade rauscht ein Wasserfall. Von diesem Torbau greifen nach drei Seiten die Reste eines Aquäduktes aus, wobei der östliche Arm einen Freiplatz hinterfängt, auf dem sich ein Obelisk erhebt.
Pigage konnte auf eigene Antikenstudien während seiner Italienreise 1767/68 zurückgreifen. Die Verbindung von Torbogen und Aquädukt begegnet an der römischen Porta Maggiore und am Aquädukt der Acqua Vergine. Das Turmfreigeschoss könnte durch mittelalterliche Wehraufbauten auf römischen Brücken angeregt sein. Die Vorbilder finden sich in Veduten von Piranesi. Die Bezeichnung als Römisches Wasserkastell erscheint erst 1828.
Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)
Blick über die Chinesische Brücke, im Hintergrund der Merkurtempel
Die oft als „chinesisch“ bezeichnete Brücke im hinteren, nordwestlichen Bereich des Gartens verbindet den französischen mit dem englischen Gartenteil. Das Bauwerk geht tatsächlich auf einen Brückenentwurf des in Venetien tätig gewesenen Renaissance-Architekten Andrea Palladio zurück. Die Brücke hat den populären Beinamen „Lügenbrücke“, denn wer auf deren unregelmäßigen Stufen ins Straucheln kommt, soll schon einmal geschwindelt haben.
Landschaftsschutzgebiet
Bereits am 8. August 1952 hat das damalige Landratsamt Mannheim den Schloßgarten unter der Bezeichnung Schwetzinger Schloßgarten und Umgebung als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Das Gebiet mit der Nummer 2.26.013 hat aktuell eine Größe von rund 190 Hektar und umfasst den historischen Park aus der Kurfürstenzeit sowie das westliche Vorgelände und die historische Jagdanlage am Stern.
Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses
Voltaire kam im Jahr 1753 zum ersten Mal nach Schwetzingen und war 14 Tage lang Gast des mit ihm befreundeten Kurfürsten. Im Sommer 1758 kam Voltaire erneut zu einem kurzen Aufenthalt nach Schwetzingen. Wolfgang Amadeus Mozart wirkte zusammen mit seinem Vater und seiner Schwester an einem Hofkonzert am 18. Juli 1763 mit. Der Komponist Christoph Willibald Ritter von Gluck war im Jahr 1774 Gast des Kurfürsten. Friedrich Schiller fand in Schwetzingen Anregungen zu den gegensätzlichen „Aranjuez-Stimmungen“ des ersten Aktes von Don Karlos. Der Schauspieler August Wilhelm Iffland schilderte in einem Brief vom 26. November 1779 eine Jagd bei Schwetzingen, die 50.000 Gulden gekostet hatte und bei der für 9.000 Menschen Zuschauergerüste aufgebaut waren. Kaiser Joseph II. hielt sich im Jahr 1781 unter dem Namen Graf von Falkenstein in Schwetzingen auf.
Siehe auch
Schloss Benrath – 1755 bis 1773 von Pigage im Auftrag von Kurfürst Karl Theodor erbaut am Übergang vom Rokoko zum Klassizismus. Der Garten ist eine geometrisch achsensymmetrische Barockanlage nach französischem Vorbild, der Privatgarten des Kurfürsten wurde im 19. Jahrhundert landschaftlich umgestaltet. Im Nebengebäude des Schlosses befindet sich das Museum für Europäische Gartenkunst.
Maulbeerbaumallee nach Heidelberg – im Zusammenhang mit der Seidenraupenzucht.
Literatur
Carl Ludwig Fuchs, Claus Reisinger: Schloss und Garten zu Schwetzingen. 2. Auflage. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2008, ISBN 978-3-88462-266-7
Volker Hannwacker: Friedrich Ludwig von Sckell. Der Begründer des Landschaftsgartens in Deutschland. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1992, ISBN 3-421-03012-X, S. 11–21.
Nanette Schärf, Hartmann Manfred Schärf: Das Badhaus im Schwetzinger Schlossgarten. Die Restaurierung des Gebäudes, seiner Innenräume und Ausstattungen. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 37. Jg. 2008, Heft 1, S. 29–35 (PDF)
Ralf Richard Wagner: In seinem Paradiese Schwetzingen … Das Badhaus des Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz. Hrsg. von Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2009, 302 S., ISBN 978-3-89735-587-3.
Wegweiser durch den Schwetzinger Garten. Mit zwölf Ansichten von Conrad Caspar Rordorf. Engelmann, Heidelberg 1830 (Digitalisat)
Karl Wörn: Schwetzingen Lebendige Stadt. 3. Auflage. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 1980.
Oswald Zenker: Schwetzinger Schlossgarten. Ein Führer durch das Französische Gartenparterre und den Englischen Landschaftsgarten, mit Informationen über Schloss und Rokokotheater sowie Sehenswürdigkeiten der Umgebung. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 2002, ISBN 3-87742-170-9.
Film
Im Hain des Apoll. Der Schlosspark Schwetzingen. Dokumentarfilm, Deutschland, 2007, 28:20 Min., Buch und Regie: Christopher Paul, Produktion: SWR, Reihe: Schätze des Landes, Inhaltsangabe von ARD.
Weblinks
Commons: Schloss Schwetzingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Offizielle Seite von Schloss Schwetzingen
Infos zum Schloss auf der Seite der Stadt Schwetzingen
Schloss Schwetzingen von ZUM
Kein Land „wo die Zitronen blühen“. In: Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Artikel zur Geschichte von Orangerien, darunter der in Schwetzingen
Schloss Schwetzingen auf badischewanderungen.de
Schloss Schwetzingen als 3D-Modell im 3D Warehouse von SketchUp
Einzelnachweise
Schwetzingen: A Prince Elector’s Summer Residence – garden design and Freemasonic allusions. Eintrag in der Tentativliste der UNESCO auf deren Website, abgerufen am 8. April 2014 (französisch)
Vorlage zur Gemeinderatssitzung vom 22. September 2009, abgerufen am 8. April 2014
Neue Akzente sollen in Paris überzeugen. Schwetzinger Zeitung, 2. Februar 2010, abgerufen am 8. April 2014
Die Sommerresidenz und ihre Musik sollen es richten. Mannheimer Morgen, 6. März 2010, abgerufen am 8. April 2014
Kurfürstliche Sommerresidenz Schwetzingen für die Aufnahme in die UNESCO-Weltkulturerbeliste nominiert. Pressemitteilung des Landesdenkmalsamts Baden-Württemberg vom 8. März 2010, abgerufen am 8. April 2014
ICOMOS Evaluations of Nominations of Cultural and Mixed Properties. Empfehlungsbericht zur 36. Sitzung des Welterbekomitees im Juni/Juli 2012, S. 224–233, PDF-Datei, 28,4 MB, abgerufen am 8. April 2014 (englisch)
Schwetzingen zunächst nicht Welterbe. Pressemitteilung der Stadt Schwetzingen vom 29. Juni 2012, abgerufen am 8. April 2014
Johanna Eberhardt: Schwetzingen nimmt keinen neuen Anlauf. Stuttgarter Zeitung, 3. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014
Kein dritter Anlauf für Unseco-Welterbe-Titel in Schwetzingen. xity, 2. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014
Hans-Erhard Lessing: Zwei Räder statt vier Hufe – Karl Drais G.Braun-Verlag, Karlsruhe 2010
Richard Benz: Heidelberg. Schicksal und Geist, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen, 2. Auflage 1975, ISBN 3-7995-4008-3, S. 296
a place where legends begin “Devil’s Church” or Tüfels Chilen in the Canton of Zurich is such a remarkable place, combined work of nature and man :)
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Schloss Schwetzingen ist ein Schloss in Schwetzingen, das vor allem den pfälzischen Kurfürsten Karl Philipp und Karl Theodor als Sommerresidenz diente. Bekannt ist in erster Linie der im 18. Jahrhundert angelegte Schlossgarten. Jährlich finden im Schloss die Schwetzinger Festspiele und alle zwei Jahre das Lichterfest statt.
Inhaltsverzeichnis
1 Geschichte
2 Weltkulturerbe
3 Schloss
3.1 Innenräume
3.2 Zirkelbauten
3.3 Theater
3.4 Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen
4 Garten
4.1 Französischer Garten
4.2 Englischer Garten
4.3 Arboretum
4.4 See
4.5 Bauten
4.5.1 Merkurtempel
4.5.2 Minervatempel
4.5.3 Apollotempel
4.5.4 Tempel der Waldbotanik
4.5.5 Badhaus
4.5.6 Wasserspeiende Vögel
4.5.7 Perspektiv
4.5.8 Orangerie
4.5.9 Moschee
4.5.10 Römische Wasserleitung
4.5.11 Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)
4.6 Landschaftsschutzgebiet
5 Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses
6 Siehe auch
7 Literatur
8 Film
9 Weblinks
10 Einzelnachweise
Geschichte
Das Schwetzinger Schloss wurde im Jahr 1350 zum ersten Mal als Feste urkundlich erwähnt. Es handelte sich um ein mittelalterliches Wasserschloss. 1427 kam es in den Besitz des Kurfürsten Ludwig III. In der Folgezeit wurde es mehrfach umgebaut, diente als Jagdschloss und wurde gegen Ende des Dreißigjährigen Kriegs zerstört. Kurfürst Karl Ludwig ließ das Schwetzinger Schloss für seine Geliebte Luise von Degenfeld wieder aufbauen. Während eines Besuchs im August 1656 hatte er den Einwohnern von Schwetzingen bereits befohlen, sämtlichen Schutt wegzuräumen, wobei aufgelesene Trümmerteile wie Steine, Hölzer und „altes Eisenwerk“ bei den Untertanen zur eigenen Verwendung verbleiben durften. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde das Schloss erneut zerstört, die Grundmauern blieben allerdings stehen.
Karl Philipp
Karl Theodor
Seine heutige Form erhielt das Schloss auf Befehl des Kurfürsten Johann Wilhelm, der in Düsseldorf regierte. Dieser ließ es unter Leitung des Grafen Matteo Alberti – der Erbauer des Schlosses Bensberg – von dem Heidelberger Baumeister Johann Adam Breunig umbauen und durch zwei Flügelbauten wesentlich vergrößern. Das Bauwerk wurde in mehreren Bauabschnitten ab dem Jahre 1697 errichtet und ausgebaut. Im Jahr 1752 wurde eine Gartenerweiterung auf dem damals rund 70 Hektar großen Areal vorgenommen. Im gleichen Jahr wurde auch das Schlosstheater eröffnet. Obwohl das Schloss seit der Verlegung der Residenz des Kurfürsten Karl Theodor von Mannheim nach München im Jahr 1778 kaum mehr benutzt wurde, wurde in der Folgezeit am Garten weiter gearbeitet.
Unter Karl Theodor war Schwetzingen Sommerresidenz: Die Hofhaltung wurde in den warmen Monaten von Schloss Mannheim nach Schloss Schwetzingen verlegt. Die Schlichtheit der Wohnungen des Kurfürstenpaares und eine größere Informalität der Umgangsformen waren Ausdruck eines vorgeblich einfacheren, unbeschwerten „Lebens auf dem Lande“.
An der künstlerischen Ausgestaltung von Schloss und Garten waren nahezu alle am Hof in Mannheim beschäftigten Künstler beteiligt. Dazu gehörten Alessandro Galli da Bibiena und Peter Anton von Verschaffelt. Der Lothringer Nicolas de Pigage war Intendant der Gärten und Wasserkünste sowie der bestimmende Architekt in der Karl-Theodor-Zeit. Pigage erweiterte den Garten in allen Stilwandlungen der Zeit. Der Zweibrücker Hofgärtner Johann Ludwig Petri plante das Hauptparterre und den Zirkel des französischen Gartens. Der erste Hofgärtner, van Wynder, wurde aus Kassel nach Schwetzingen berufen.
Der zweite Hofgärtner war Johann Wilhelm Sckell, ein Hauptmitarbeiter Pigages. Sein Sohn Friedrich Ludwig Sckell wurde 1804 nach München berufen, wo er den Englischen Garten anlegte. Der erste badische Gartenbaudirektor war Johann Michael Zeyher, der den Flieder in Schwetzingen einführte.
Schloss Schwetzingen zählt heute zu den landeseigenen Monumenten und wird von der Einrichtung Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg betreut. Der Garten ist gegen Eintritt öffentlich zugänglich, Schloss und Theater können im Rahmen von Führungen besichtigt werden.
Weltkulturerbe
Im September 1999 meldete Deutschland Schwetzingen in der bei der UNESCO geführten sogenannten Tentativliste als potentielle Welterbestätte an.[1] Ein dortiger Eintrag ist die Voraussetzung dafür, dass zu einem späteren Zeitpunkt ein Antrag auf Verleihung eines entsprechenden Prädikats, in diesem Fall des Weltkulturerbes, gestellt werden kann. Dies geschah dann auch im Jahre 2007. Der Antrag umfasste einen Kernbereich von Schloss und Schlossgarten, den vorgelagerten Schlossplatz, das Ysenburgsche Palais sowie die Sichtachsen der Carl-Theodor- und der Lindenstraße. Hinzu kam eine zusätzliche Pufferzone, die weitere Teile der Stadt einbezog.[2]
Im Juni 2009 wurde der Antrag aufgrund eines negativen Votums des ICOMOS wieder zurückgenommen und infolgedessen im Laufe des folgenden Herbstes überarbeitet. Der ursprüngliche Ansatz, das freimaurerische und aufklärerische Wirken Carl-Theodors begleitend zu betonen, wurde zurückgefahren, stattdessen die künstlerische und musische Bedeutung von Schloss und Stadt hervorgehoben. Außerdem wurde der Kernbereich geringfügig erweitert.[2] Im Januar 2010 wurde der Neuantrag eingereicht.[3] Im März 2010 setzte die Kultusministerkonferenz Schwetzingen erneut auf die deutsche Nominierungsliste, diesmal für 2011.[4][5] Der als Entscheidungsgrundlage dienende Bewertungsbericht der ICOMOS vom Mai 2012 empfahl jedoch abermals, die Anlage nicht aufzunehmen. Negativ wurde insbesondere bewertet, dass es von dieser Art von Schlössern und Gärten schon elf, beispielsweise in Dessau, in Brühl oder in Potsdam und Berlin, und damit eigentlich deren genügend auf der Welterbeliste gebe. Eine besondere Stellung Schwetzingens habe nicht erkannt werden können.[6] Das Welterbekomitee stimmte dem ICOSMOS-Votum zwar mehrheitlich nicht zu, behandelte den Schwetzinger Antrag aber auch nicht, sondern empfahl stattdessen, einen neuen, abermals überarbeiteten Entwurf vorzulegen. Ob es dazu kommt, ist fraglich.[7][8][9] Über einen erneuten Versuch wurde nichts bekannt.
Schloss
Plan von Schwetzingen (um 1840)
Eine Anfahrt aus Heidelberg liegt auf der geraden Verbindung vom Königstuhl nach Schwetzingen. Die Trasse ist von erhöhter Position aus in der Landschaft noch gut erkennbar, aber nicht durchgehend befahrbar. Vom Königstuhl aus gesehen läuft diese Linie hinter dem Schloss weiter auf die Kalmit zu.
Vom Schwetzinger Schlossplatz gelangt man in den Ehrenhof. In den beiden ehemaligen Wachhäuschen am Schlosstor befinden sich heute ein Museumsladen und ein Café. Der Hof wird links und rechts von symmetrischen Wirtschaftsgebäuden flankiert. In der Mitte, an der Westseite, befindet sich das Corps de Logis, der Wohnbau des Schlosses.
Innenräume
In einer langwierigen Restaurierung der Jahre 1975–1991 wurden die Innenräume des Schlosses wiederhergestellt und mit authentischen Möbeln des 18. Jahrhunderts eingerichtet. In der Beletage verdeutlichen im Rahmen eines Schlossmuseums die Gesellschaftsräume, die Wohnung des Kurfürsten und die Wohnung der Kurfürstin das Funktionsprofil des Schlosses in der Karl-Theodor-Zeit.
Von besonderem kunstgeschichtlichen Rang sind die Räume der in badischer Zeit ab 1803 umgestalteten Wohnung der Reichsgräfin Luise Karoline von Hochberg im zweiten Obergeschoss aufgrund der vorzüglich erhaltenen Handdrucktapeten (1804) der Firma Zuber et Cie in Rixheim (Compagniezimmer mit Alpenpanorama „Vues de Suisse“, Schlafzimmer, Grand Cabinet).
Zirkelbauten
Nördlicher Zirkelbau
Südlicher Zirkelbau
Die Zirkelbauten sind zwei eingeschossige, dank hoher Fenstertüren mit unmittelbarem Gartenzugang versehene Werksteinbauten, die sich seitlich an das Schloss zu einem Halbrund anschließen und das kreisrunde Gartenparterre gemeinsam mit dem Halbkreis der Wandelgänge aus Lattenwerk umfangen. Der nördliche Zirkelbau wurde in den Jahren 1748/1749 von Alessandro Galli da Bibiena erbaut, der südliche im Jahr 1753 von Franz Wilhelm Rabaliatti. Die Zirkelbauten wurden für die Hofgesellschaften (Speisetafel, Spiele und Konzerte, Bälle) genutzt. Solche zusätzlichen, repräsentativen Räumlichkeiten waren angesichts der beengten Verhältnisse im alten Wohnbau des Schlosses unverzichtbar. Heute werden die Zirkelbauten als Schlossrestaurant, Café und Theaterfoyer sowie für Konzerte und Ausstellungen genutzt.
Theater
→ Hauptartikel: Schlosstheater Schwetzingen
Das kurfürstliche Hoftheater im frühklassizistischen Stil (oft fälschlich „Rokokotheater“ genannt) wurde am 15. Juni 1753 mit Oper Il figlio delle selve („Der Sohn der Wälder“) von Ignaz Holzbauer eröffnet. Hier wirkten Sänger, Instrumentalisten und Komponisten von internationalem Rang, darunter die Vertreter der Mannheimer Schule. Nachdem Karl Theodor seine Residenz nach München verlegt hatte, fanden nur noch gelegentliche Aufführungen in Schwetzingen statt, wenn der Kurfürst dort zu Besuch war. Auch in der badischen Zeit wurde das Theater nur selten benutzt. Es verfiel und konnte nicht mehr bespielt werden. 1936/37 und 2002/03 wurde das Theater völlig renoviert. Die Brüstungen der leicht ansteigenden Logenränge haben im Grundriss die Form einer Lyra. Die Pfeiler sind reich verziert und von Korbbögen überbrückt, die die Wirkung des Raumes vertiefen.
Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen
Im südlichen Flügel des Schlosses sind seit ihrer Gründung 1953 die Fachhochschule Schwetzingen – Hochschule für Rechtspflege bzw. deren Vorgängereinrichtungen untergebracht. Aufgrund umfangreicher Umbau- und Renovierungsarbeiten wurde der Studienbetrieb seit September 2009 in ein Ausweichquartier nach Mannheim-Wohlgelegen verlegt.
Garten
Parterre
Der Schwetzinger Schlossgarten gliedert sich in einen Französischen Garten und einen Englischen Garten. Bei der kunsthistorischen Interpretation des Gartens wird auch unterschieden zwischen dem „Garten der Allegorien“, also jener Gartenteil, in welchem ohne tiefere Bedeutung allegorische Figuren stehen, und dem „Garten der Vernunft“. Zum „Garten der Vernunft“ zählen Minervatempel, Merkurtempel, Moschee, Apollotempel, Tempel der Botanik, das römische Wasserkastell sowie das Arboretum, also jene Gartenteile, in denen im Sinne aufklärerischen Denkens die Vernunft gefeiert wird. Der Schwetzinger Schlossgarten war, mit Ausnahme des Bereiches um das Badhaus, bereits in kurfürstlicher Zeit für die gesamte Bevölkerung zugänglich, damals noch ohne Eintrittsgeld. Eine Parkordnung regelte das angemessene Verhalten der Besucher.
Französischer Garten
Luftaufnahme des Barockgartens
Fontäne in der Gartenmitte
Längs der Hauptachse des Gartens blickt man nach Osten auf den Königstuhl im Odenwald und nach Westen auf die Kalmit im Pfälzerwald.
Der Barockgarten ist nach französischer Art in strengen geometrischen Formen angelegt. Die wichtigsten Elemente sind die Hauptachse, die Querachse und das Kreisrund. Der vordere Gartenteil zeigt Parterres und Boskette. Auf der Schlossterrasse befinden sich Urnen, die die vier Weltzeitalter darstellen (goldenes, silbernes, ehernes und eisernes Zeitalter). Zudem befinden sich dort zwei vergoldete Atalanten, die noch aus dem Vorgängergarten stammen. Eine Besonderheit des französischen Gartens ist die kreisförmige Anlage der zentrale Teil rund um den Arionbrunnen, das sogenannte Kreisparterre.
Der zentrale Arionbrunnen von Guibal hat eine Begebenheit der antiken Mythologie zum Thema: Arion (Arion von Lesbos) ist ein berühmter Sänger. Nach einem Wettstreit reich beschenkt, wird er auf See von den Schiffsleuten bedrängt. Er bittet, ein letztes Mal singen zu dürfen. Bei seinem Gesang erscheinen Delfine. Der Sänger stürzt sich in die Fluten und ein Delfin bringt ihn an die Küste, so dass er seinen Weg nach Korinth fortsetzen kann. Das Sternbild Delphin wird in manchen Überlieferungen als der von den Göttern ans Firmament entrückte Arion auf dem Delfin gedeutet.
Abgeschlossen wird der französische Garten durch die Darstellung einer Hirschjagd von Verschaffelt. In unmittelbarer Nähe sind die vier Elemente in Skulpturen dargestellt.
Englischer Garten
Die westlichen und nordwestlichen Teile des Gartens wurden als englischer Landschaftsgarten gestaltet. Im Gegensatz zum französischen Garten sind hier die Wege und Uferlinien leicht geschwungen. Am unregelmäßigen Waldbereich wurde fast nichts verändert.
Arboretum
Ein Arboretum ist eine Sammlung oft exotischer Gehölze. Der Gartenbaumeister Zeyher legte diesen Garten im Jahr 1802 mit exotischen Bildern aus aller Welt an. Besonders kunstvoll ist das schmiedeeiserne, teilvergoldete Tor von Rabaliatti. Auf derselben Fläche befand sich vorher eine Fasanerie mit Tiergehegen.
See
See mit Schloss im Hintergrund
See im Winter
Gartenphaeton des Kurfürsten 1775
Schon beim Betreten des Schlossgartens sieht der Besucher auf den großen See, der den Garten abschließt. An der Stelle des Sees befand sich ursprünglich ein ummauertes Bassin, das auf Vorschlag Zeyhers im Jahr 1823 auf Befehl des Großherzogs Ludwig von Baden erweitert und in einen See mit natürlicher Uferausformung umgewandelt wurde. Zwei Skulpturen (Kopien) von Verschaffelt ruhen auf der dem Schloss zugewandten Längsseite beidseitig der Blickachse: die Flussgötter Rhein und Donau. Die Originale sind in der Orangerie zu besichtigen.
Der See und alle weiteren Gewässer werden seit Pigage von zwei Wasserwerken gefüllt, die den Leimbach als Antrieb für die Mühlräder der Pumpen nutzten. Dieser umschloss bereits die ursprüngliche Burganlage und fließt vom Kraichgau kommend in Richtung Rhein. Für die Fontänen wurde sauberes Grundwasser verwendet. Diese Pumpen befanden sich im nördlichen Schlossflügel (oberes Wasserwerk mit Hochbehälter im heutigen Finanzamt). Ein zweites Pumpwerk mit Hochbehälter, das einen gleichbleibenden Druck sicherstellte, war am Parkende hinter dem Aquädukt verborgen (unteres Wasserwerk).
Für Karl-Theodor kaufte Pigage 1775 in London einen Gartenphaeton mit Lakai-Antrieb, wozu alle Hauptwege topfeben angelegt und sogar vorzeitliche Grabhügel abgetragen wurden. Damit konnte der Kurfürst im Park herumfahren, ohne dass Pferdeexkremente die Gartenwege verschmutzten. Der Muskelkraftwagen, heute im Schloss Nymphenburg, regte den Heidelberger Studenten Karl Drais vor 1803 zur späteren Erfindung des Ur-Fahrrads an.[10]
Bauten
Im Schwetzinger Schlosspark befinden sich neben zahlreichen Statuen auch einige Bauwerke. Das Gebäudeprogramm zeigt einen philosophischen und architektonischen Bezug auf die klassische Antike und, im Falle des Moschee-Komplexes, auf den Islam und die orientalische Weisheitslehre. Neuere Forschungen wollen im Schwetzinger Garten ein freimaurerisches Programm erkennen, in dem christliche Vorstellungen eingebunden wären. Gartenbauten, Wegbeziehungen, Tore und Brücken sollten den Park nicht nur in Einzelräume unterteilen, sondern größer wirken lassen. Einen eigenen Komplex bietet das früher nur auf Einladung oder Befehl des Kurfürsten zugängliche Badhaus, ein kleines Lusthaus mit eigenem Garten und dem „Perspektiv“.
Nach Ansicht von Richard Benz führte das Erlebnis der „künstlichen Ruinen“ im Schwetzinger Schlosspark die Dichter des 18. Jahrhunderts zur Beschäftigung mit den echten Ruinen des Heidelberger Schlosses und damit zur im späten 18. Jahrhundert einsetzenden „Wiederentdeckung“ Heidelbergs.[11]
Merkurtempel
Die Lage des Tempels oberhalb des Moscheeweihers
Der Tempel von Norden
Der Tempel aus der Nähe
Relief am Tempel
In den „Parties sauvages“, den südwestlichen landschaftlichen Partien des Schwetzinger Gartens wurde bereits 1784 ein „Monument“ gegenüber der Moschee geplant. 1787/88 entstand der Ruinenbau Pigages, der erstmals 1791 dem römischen Gott Merkur zugewiesen wird. Sein kellerartiger Unterbau aus großen Sandsteinblöcken erscheint als Rest eines älteren Vorgängers. Der dreigeschossige, turmartige Merkur-Tempel aus Tuffstein besitzt ein im Grundriss sechseckiges Hauptgeschoss, darüber ein Attikageschoss und eine abschließende Laterne. Auf Merkur verweisen Reliefs aus Stuckmarmor über den Eingängen der drei gleichartigen Fassaden.
Die Deutung der Parkruine ist kontrovers: Nach überkommener Lesart steht sie für die Überwindung von Geheimlehren durch die Vernunft. Diese Lesart verweist darauf, dass der Tempel die Form eines römischen Grabmals hat. Durch drei Reliefs, die ausschließlich negative Episoden aus dem Leben des Merkur zeigen, wird dieser mit dem antiken Hermes Trismegistos, einem Symbol für Magie, gleichgesetzt. Der Aberglaube ist also gewissermaßen in seinem eigenen Tempel begraben worden. In diesem Zusammenhang wird auch betont, dass man von der Moschee über einen Weiher auf den Merkurtempel blickt. Wenn man die Moschee als Symbol für die Weisheit versteht, bedeutet dies: Der Weise muss Tod und Aberglaube nicht fürchten. Eine neue freimaurerische Interpretation hingegen sieht verborgene Verweise auf den Salomonischen Tempel und seinen Architekten Hiram Abif.
Der Merkurtempel hat die Funktion eines Aussichtspunkts, das Obergeschoss gestattet einen Blick über den See und auf die Moschee.
Minervatempel
Minervatempel
Die römische Göttin Minerva ist mehrfach im Schlossgarten dargestellt. Symmetrisch zu dem Minerva-Tempel war als Gegenstück ein Tempel des Cupido geplant, der nicht zur Ausführung kam.
Der von Pigage entworfene Tempel war 1769 vollendet. Seine viersäulige Front korinthischer Säulenordnung ist durch ein antik-römisches Vorbild angeregt, den Eingangsbau zur Portikus der Octavia. Einmalig ist die Umkehrung des Verhältnisses von Säulenhalle und Cella: Die Tempelcella wird zu einer gegenüber der Natur geöffneten Raumhülle umgedeutet, innerhalb derer sich die Säulenstellung fortsetzt.
Minerva, Göttin der Weisheit, erscheint vor der Rückwand in einem umgearbeiteten Standbild von Gabriel de Grupello. Sie ist, auch nach Ausweis des Giebelfeldes, die Göttin der friedlichen Künste und Wissenschaften, insbesondere der Gartenkunst. Die mit Marmorbänken ausgestattete Cella dient Parkbesuchern als Ruheraum, kann aber auch als imaginärer Versammlungsort derjenigen, die Weisheit erlangt haben, verstanden werden.
Unterhalb des Tempels befindet sich ein rechteckiger Raum, mit Nischen und runden Fensteröffnungen. Dieser Raum ist von außen zugänglich und zeigt Merkmale eines geheimen Versammlungsortes. Er wird von Pan regiert, wie eine Maske über der Tür anzeigt. Der Minerva-Tempel, der sich über dieser irrationalen Sphäre erhebt, wird so ein aufklärerisches Monument der gestaltenden Vernunft und der menschlichen Zivilisationsleistung.
Apollotempel
Apollotempel von Westen
Apollotempel von Westen
Lyraspielender Apollo
Apollos Rücken
Im Jahr 1762 plante man an dieser Stelle ein Belvedere. Nach dem Entwurf von Nicolas de Pigage entstand ein hoher, terrassierter Unterbau, auf dessen oberster Plattform sich ein Monopteros, ein Rundtempel mit zwölf Säulen ionischer Säulenordnung ohne Cella erhebt. Der Tempel ist dem griechischen Gott Apollo gewidmet. Die Statue des Apollo stammt von dem Bildhauer Anton von Verschaffelt. Sie zeigt den Gott beim linkshändigen Lyra-Spiel, was dem Künstler einigen Hohn eingebracht hat. In einem Briefwechsel zwischen Gleim, Wilhelm Heinse und Johannes von Müller heißt es, er stehe zwar »gar heilig« auf einer Anhöhe, »nur hat der linke Gott darin einen erbärmlichen Hintern«.
Der Apollo-Tempel krönt eine nach zwei Seiten gerichtete Anlage: Vom Eingang an der Westseite steigt der Besucher durch felsige, dunkle und verwirrende Korridore zur lichtumfluteten Plattform mit dem klassischen Monopteros empor. Aus der Sicht der Zuschauer im östlichen Heckentheater krönt der Tempel den Bühnenprospekt. Apoll erscheint als Gott der Künste und Führer der Musen auf dem Berg Helikon, wo der Hufschlag des Pegasus die Quelle Hippokrene, deren Wasser durch die Najaden über die Kaskade an die Menschen weitergegeben wird.
Tempel der Waldbotanik
Tempel der Waldbotanik
Der von Pigage entworfene Tempel der Waldbotanik – „Botanicae Silvestris“ – wurde schon 1777 geplant. Die Weiheinschrift nennt das Datum 1778, aber erst 1780 wurde der Bau fertig. Er bildet den Abschluss des „Arboretum Theodoricum“, der Baumsammlung im sogenannten Wiesentälchen. Der aufgesockelte, zylindrische Baukörper weist außen Rauputz nach Art von Eichenrinde auf. Eine Freitreppe, auf deren Wangen Sphingen wachen, führt zur Eingangstür. Innen vermittelt eine runde Öffnung von circa 20 cm Durchmesser in der Fußbodenmitte zu einem dunklen Gewölbe darunter. Das Bildprogramm handelt vom Wachsen, Reifen und Absterben der Natur. Vier große Relieffelder zeigen Symbole der vier Jahreszeiten in Verbindung mit einem antiken Dreifuß. Die Naturrhythmen werden mit der modernen Naturwissenschaft verknüpft: Bildnismedaillons der älteren Autoritäten Theophrastos von Eresos und Plinius stehen solche der modernen Naturforscher Joseph Pitton de Tournefort und Carl von Linné gegenüber. Linnés revolutionäres Buch über die Pflanzensystematik bildete das inzwischen verschwundene Attribut einer Statue der Göttin Ceres in der Mittelapsis.
Badhaus
Badhaus
Das von Pigage errichtete Badhaus ist ein kleines Lusthaus nach Art einer italienischen Villa. Während unter Karl Theodor der übrige Schlossgarten öffentlich zugänglich war, durfte der Badehaus-Bereich, zu dem ein eigener Garten gehört, nur auf Einladung oder mit Genehmigung des Kurfürsten betreten werden. Hier konnte Karl Theodor wie ein Privatmann leben und sich seinen musischen Neigungen hingeben. Vom Apollo-Bezirk her wird das Badhaus durch eine im Grundriss halbkreisförmige Exedra betreten, eine gleich gebildete liegt an der Rückseite. Durch beide Eingangsbereiche gelangt der Besucher in den Ovalsaal mit der Aurora als Deckengemälde und vier Horen als vergoldeten Plastiken, der das Zentrum des Schlösschens bildet. Vom Ovalsaal gehen nach Westen und nach Osten flurartige Vorzimmer mit fein eingelegtem Parkett aus drei Hölzern ab. Über sie gelangt der Besucher in das Schlafzimmer des Kurfürsten (Südwestseite, mit separater Toilette) und in den Baderaum (Nordwestseite) mit einem vertieften Marmorbecken (etwa 1‚2 m tief) mit zwei Sitzbänken in einer elliptischen Nische. Die Wasserleitungen sind als bekrönte Schlangen ausgearbeitet. An der Nordostseite liegt das Chinesische Zimmer mit chinesischen Papiertapeten, an der Südostseite das Schreibzimmer mit Landschaftsgemälden von Ferdinand Kobell.
In der beim Badhaus gelegenen Badhausküche befand sich der Kessel zum Erhitzen des Badewassers. Bemerkenswert ist, dass das Badhaus im Verhältnis zum Hauptschloss in der gleichen Position gelegen ist wie sein Vorbild, das Grand Trianon, im Schlosspark von Versailles.
Wasserspeiende Vögel
Uhu mit geschlagenem Fasan
wasserspeiende Vögel auf der Einfassung
Brunnen der wasserspeienden Vögel
Eine Attraktion des Badhausgartens ist der Brunnen der wasserspeienden Vögel (alle aus Eisenblech gearbeitet). Im mittleren Bassin sitzt in Angriffshaltung mit gespreizten Flügeln ein Uhu, der in seinen Fängen einen von ihm geschlagenen Fasan hält. Oben auf der Einfassung aus Lattenwerk, das die Anlage umgibt, sitzen zwanzig andere Vögel, die den Uhu (mit Wasser) bespucken. Das Thema des Brunnens geht auf eine Fabel von Äsop zurück, die vom Zorn der guten Vögel über den bösen Uhu handelt. Die Schwetzinger Figuren stammen aus dem lothringischen Schloss La Malgrange des polnischen Exkönigs Stanislaus I. Leszczyński. Vier Volieren mit lebenden, zwitschernden Vögeln erhöhen die Illusion. Zu der Anlage zählen zwei weitere kleine Gebäude, die sogenannten Achathäuschen.
Perspektiv
Perspektiv im Laubengang
Perspektiv aus der Nähe
Perspektiv von außen
Blick auf die halbrunde Mauer vom „Perspektiv“ oder „Ende der Welt“ im Schlossgarten Schwetzingen.
Das Perspektiv oder Ende der Welt im Schlossgarten Schwetzingen.
Das Perspektiv, im Volksmund als „Ende der Welt“ bezeichnet, schließt die Hauptachse des Badhausgartens nach Norden hin ab. Am hinteren Ende der Treillage ist eine Flusslandschaft zu erkennen. Dabei handelt es sich um die Kopie eines Gemäldes von Ferdinand Kobell auf einer Mauer. Durch geschickt genutzten Lichteinfall erscheint das Bild realistisch. Im Zusammenspiel mit dem zuführenden Gang und einem Architekturrahmen vor der Mauer entsteht eine starke Tiefenwirkung.
Aufbau des Perspektivs (von Pigage gestaltet): An den Laubengang (Treillage) schließt sich ein Pavillon mit zwei Seitenräumen an. Der Hauptraum des Pavillons (zum Gemälde hin offen und mit Tuffstein verkleidet) ist als Grotte gestaltet. Gegenüber dem Eingang des Laubengangs befindet sich eine Maueröffnung im Pavillon. In der Maueröffnung sind eiserne Schilfblättchen angebracht und Wasser tropft von der Grottendecke in ein Bassin. Hinter dieser Öffnung befindet sich in etwas Abstand eine halbrunde Mauer mit Landschaftsgemälde (in Freskotechnik). Das Landschaftsgemälde wird durch das Sonnenlicht beleuchtet und strahlt so förmlich, wenn man vor dem Laubengang steht.
Orangerie
Orangerie
→ Hauptartikel: Orangerie (Schwetzingen)
Ab dem 16. Jahrhundert kamen an den europäischen Fürstenhöfen Sammlungen von Orangen und anderen Zitrusbäumen in Mode. Diese überwinterten in abschlagbaren, nur für die kalte Jahreszeit um die Pflanzen herum errichteten Gebäuden. Im späten 17. und im 18. Jahrhundert wurden die Pflanzen in Pflanzkästen und Kübeln gehalten, die in einem festen Gebäude überwinterten und in den warmen Monaten in einem Orangerieparterre ins Freie gestellt wurden.
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts konnte der Bedarf an Räumlichkeiten für höfische Festivitäten in Schwetzingen nicht annähernd gedeckt werden. Eine Orangerie mit großem Festsaal westlich des Schlosses sollte hier Abhilfe schaffen. So hatte es jedenfalls Kurfürst Karl Philipp entschieden, der 1716 die Nachfolge des überwiegend in Düsseldorf residierenden Kurfürsten Johann Wilhelm angetreten hatte.
Die unter Karl Theodor errichtete Schwetzinger Orangerie mit ihren Fassadenmalereien wurde von Nicolas de Pigage entworfen. Die Malereien täuschen Naturstein als Material vor, wo nur simple Backsteinmauern sind. Davor liegt das Orangerieparterre, das gegenüber den anderen Gartenbereichen zugunsten eines Binnenklimas abgesenkt und zur warmen Südseite ausgerichtet ist. An den Ecken des Parterres befinden sich Statuen von drei Jahreszeiten, die vierte fehlt. In der Mitte stehen die Orangen- und Zitronenbäume in Kübeln auf einer rechteckigen Insel.
Moschee
→ Hauptartikel: Moschee Schwetzingen
Rote Moschee im Türkischen Garten
Wandelgang mit Eckpavillon
Innenansicht der Moscheekuppel
Im hinteren (südlichen) Bereich, dem Türkischen Garten, steht die Rote Moschee von Pigage, errichtet von 1778 bis 1785. Das Bauwerk hat keine liturgische Funktion, es handelt sich vielmehr um ein Gartenfolly mit ausschließlich ästhetischer Bedeutung. Die Schwetzinger Moschee ist der erste und größte Bau dieser Art in einem deutschen Park. Das Gebäude des späten Barock ist mit zahlreichen orientalischen Elementen versehen. Der Moscheehof wurde gelegentlich für Freilichtaufführungen von Opern genutzt. Die Moschee wurde im 20. Jahrhundert zeitweise von Muslimen genutzt.
Vor der Moschee befinden sich der ehemalige fürstliche Obstgarten, dahinter eine Baumschule und die Schlossgärtnerei.
Römische Wasserleitung
Römische Wasserleitung
Im Sommer 1779 wurde die am nördlichen Rand des Gartens gelegene künstliche Ruine nach Entwürfen von Nicolas de Pigage begonnen. Ein Torbau, auf dem noch ein Turmaufsatz erhalten scheint, erinnert an einen römischen Triumphbogen. In seiner mittleren Arkade rauscht ein Wasserfall. Von diesem Torbau greifen nach drei Seiten die Reste eines Aquäduktes aus, wobei der östliche Arm einen Freiplatz hinterfängt, auf dem sich ein Obelisk erhebt.
Pigage konnte auf eigene Antikenstudien während seiner Italienreise 1767/68 zurückgreifen. Die Verbindung von Torbogen und Aquädukt begegnet an der römischen Porta Maggiore und am Aquädukt der Acqua Vergine. Das Turmfreigeschoss könnte durch mittelalterliche Wehraufbauten auf römischen Brücken angeregt sein. Die Vorbilder finden sich in Veduten von Piranesi. Die Bezeichnung als Römisches Wasserkastell erscheint erst 1828.
Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)
Blick über die Chinesische Brücke, im Hintergrund der Merkurtempel
Die oft als „chinesisch“ bezeichnete Brücke im hinteren, nordwestlichen Bereich des Gartens verbindet den französischen mit dem englischen Gartenteil. Das Bauwerk geht tatsächlich auf einen Brückenentwurf des in Venetien tätig gewesenen Renaissance-Architekten Andrea Palladio zurück. Die Brücke hat den populären Beinamen „Lügenbrücke“, denn wer auf deren unregelmäßigen Stufen ins Straucheln kommt, soll schon einmal geschwindelt haben.
Landschaftsschutzgebiet
Bereits am 8. August 1952 hat das damalige Landratsamt Mannheim den Schloßgarten unter der Bezeichnung Schwetzinger Schloßgarten und Umgebung als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Das Gebiet mit der Nummer 2.26.013 hat aktuell eine Größe von rund 190 Hektar und umfasst den historischen Park aus der Kurfürstenzeit sowie das westliche Vorgelände und die historische Jagdanlage am Stern.
Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses
Voltaire kam im Jahr 1753 zum ersten Mal nach Schwetzingen und war 14 Tage lang Gast des mit ihm befreundeten Kurfürsten. Im Sommer 1758 kam Voltaire erneut zu einem kurzen Aufenthalt nach Schwetzingen. Wolfgang Amadeus Mozart wirkte zusammen mit seinem Vater und seiner Schwester an einem Hofkonzert am 18. Juli 1763 mit. Der Komponist Christoph Willibald Ritter von Gluck war im Jahr 1774 Gast des Kurfürsten. Friedrich Schiller fand in Schwetzingen Anregungen zu den gegensätzlichen „Aranjuez-Stimmungen“ des ersten Aktes von Don Karlos. Der Schauspieler August Wilhelm Iffland schilderte in einem Brief vom 26. November 1779 eine Jagd bei Schwetzingen, die 50.000 Gulden gekostet hatte und bei der für 9.000 Menschen Zuschauergerüste aufgebaut waren. Kaiser Joseph II. hielt sich im Jahr 1781 unter dem Namen Graf von Falkenstein in Schwetzingen auf.
Siehe auch
Schloss Benrath – 1755 bis 1773 von Pigage im Auftrag von Kurfürst Karl Theodor erbaut am Übergang vom Rokoko zum Klassizismus. Der Garten ist eine geometrisch achsensymmetrische Barockanlage nach französischem Vorbild, der Privatgarten des Kurfürsten wurde im 19. Jahrhundert landschaftlich umgestaltet. Im Nebengebäude des Schlosses befindet sich das Museum für Europäische Gartenkunst.
Maulbeerbaumallee nach Heidelberg – im Zusammenhang mit der Seidenraupenzucht.
Literatur
Carl Ludwig Fuchs, Claus Reisinger: Schloss und Garten zu Schwetzingen. 2. Auflage. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2008, ISBN 978-3-88462-266-7
Volker Hannwacker: Friedrich Ludwig von Sckell. Der Begründer des Landschaftsgartens in Deutschland. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1992, ISBN 3-421-03012-X, S. 11–21.
Nanette Schärf, Hartmann Manfred Schärf: Das Badhaus im Schwetzinger Schlossgarten. Die Restaurierung des Gebäudes, seiner Innenräume und Ausstattungen. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 37. Jg. 2008, Heft 1, S. 29–35 (PDF)
Ralf Richard Wagner: In seinem Paradiese Schwetzingen … Das Badhaus des Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz. Hrsg. von Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2009, 302 S., ISBN 978-3-89735-587-3.
Wegweiser durch den Schwetzinger Garten. Mit zwölf Ansichten von Conrad Caspar Rordorf. Engelmann, Heidelberg 1830 (Digitalisat)
Karl Wörn: Schwetzingen Lebendige Stadt. 3. Auflage. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 1980.
Oswald Zenker: Schwetzinger Schlossgarten. Ein Führer durch das Französische Gartenparterre und den Englischen Landschaftsgarten, mit Informationen über Schloss und Rokokotheater sowie Sehenswürdigkeiten der Umgebung. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 2002, ISBN 3-87742-170-9.
Film
Im Hain des Apoll. Der Schlosspark Schwetzingen. Dokumentarfilm, Deutschland, 2007, 28:20 Min., Buch und Regie: Christopher Paul, Produktion: SWR, Reihe: Schätze des Landes, Inhaltsangabe von ARD.
Weblinks
Commons: Schloss Schwetzingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Offizielle Seite von Schloss Schwetzingen
Infos zum Schloss auf der Seite der Stadt Schwetzingen
Schloss Schwetzingen von ZUM
Kein Land „wo die Zitronen blühen“. In: Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Artikel zur Geschichte von Orangerien, darunter der in Schwetzingen
Schloss Schwetzingen auf badischewanderungen.de
Schloss Schwetzingen als 3D-Modell im 3D Warehouse von SketchUp
Einzelnachweise
Schwetzingen: A Prince Elector’s Summer Residence – garden design and Freemasonic allusions. Eintrag in der Tentativliste der UNESCO auf deren Website, abgerufen am 8. April 2014 (französisch)
Vorlage zur Gemeinderatssitzung vom 22. September 2009, abgerufen am 8. April 2014
Neue Akzente sollen in Paris überzeugen. Schwetzinger Zeitung, 2. Februar 2010, abgerufen am 8. April 2014
Die Sommerresidenz und ihre Musik sollen es richten. Mannheimer Morgen, 6. März 2010, abgerufen am 8. April 2014
Kurfürstliche Sommerresidenz Schwetzingen für die Aufnahme in die UNESCO-Weltkulturerbeliste nominiert. Pressemitteilung des Landesdenkmalsamts Baden-Württemberg vom 8. März 2010, abgerufen am 8. April 2014
ICOMOS Evaluations of Nominations of Cultural and Mixed Properties. Empfehlungsbericht zur 36. Sitzung des Welterbekomitees im Juni/Juli 2012, S. 224–233, PDF-Datei, 28,4 MB, abgerufen am 8. April 2014 (englisch)
Schwetzingen zunächst nicht Welterbe. Pressemitteilung der Stadt Schwetzingen vom 29. Juni 2012, abgerufen am 8. April 2014
Johanna Eberhardt: Schwetzingen nimmt keinen neuen Anlauf. Stuttgarter Zeitung, 3. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014
Kein dritter Anlauf für Unseco-Welterbe-Titel in Schwetzingen. xity, 2. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014
Hans-Erhard Lessing: Zwei Räder statt vier Hufe – Karl Drais G.Braun-Verlag, Karlsruhe 2010
Richard Benz: Heidelberg. Schicksal und Geist, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen, 2. Auflage 1975, ISBN 3-7995-4008-3, S. 296
++++ from Wikipedia.de ++++++
Schloss Schwetzingen ist ein Schloss in Schwetzingen, das vor allem den pfälzischen Kurfürsten Karl Philipp und Karl Theodor als Sommerresidenz diente. Bekannt ist in erster Linie der im 18. Jahrhundert angelegte Schlossgarten. Jährlich finden im Schloss die Schwetzinger Festspiele und alle zwei Jahre das Lichterfest statt.
Inhaltsverzeichnis
1 Geschichte
2 Weltkulturerbe
3 Schloss
3.1 Innenräume
3.2 Zirkelbauten
3.3 Theater
3.4 Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen
4 Garten
4.1 Französischer Garten
4.2 Englischer Garten
4.3 Arboretum
4.4 See
4.5 Bauten
4.5.1 Merkurtempel
4.5.2 Minervatempel
4.5.3 Apollotempel
4.5.4 Tempel der Waldbotanik
4.5.5 Badhaus
4.5.6 Wasserspeiende Vögel
4.5.7 Perspektiv
4.5.8 Orangerie
4.5.9 Moschee
4.5.10 Römische Wasserleitung
4.5.11 Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)
4.6 Landschaftsschutzgebiet
5 Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses
6 Siehe auch
7 Literatur
8 Film
9 Weblinks
10 Einzelnachweise
Geschichte
Das Schwetzinger Schloss wurde im Jahr 1350 zum ersten Mal als Feste urkundlich erwähnt. Es handelte sich um ein mittelalterliches Wasserschloss. 1427 kam es in den Besitz des Kurfürsten Ludwig III. In der Folgezeit wurde es mehrfach umgebaut, diente als Jagdschloss und wurde gegen Ende des Dreißigjährigen Kriegs zerstört. Kurfürst Karl Ludwig ließ das Schwetzinger Schloss für seine Geliebte Luise von Degenfeld wieder aufbauen. Während eines Besuchs im August 1656 hatte er den Einwohnern von Schwetzingen bereits befohlen, sämtlichen Schutt wegzuräumen, wobei aufgelesene Trümmerteile wie Steine, Hölzer und „altes Eisenwerk“ bei den Untertanen zur eigenen Verwendung verbleiben durften. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde das Schloss erneut zerstört, die Grundmauern blieben allerdings stehen.
Karl Philipp
Karl Theodor
Seine heutige Form erhielt das Schloss auf Befehl des Kurfürsten Johann Wilhelm, der in Düsseldorf regierte. Dieser ließ es unter Leitung des Grafen Matteo Alberti – der Erbauer des Schlosses Bensberg – von dem Heidelberger Baumeister Johann Adam Breunig umbauen und durch zwei Flügelbauten wesentlich vergrößern. Das Bauwerk wurde in mehreren Bauabschnitten ab dem Jahre 1697 errichtet und ausgebaut. Im Jahr 1752 wurde eine Gartenerweiterung auf dem damals rund 70 Hektar großen Areal vorgenommen. Im gleichen Jahr wurde auch das Schlosstheater eröffnet. Obwohl das Schloss seit der Verlegung der Residenz des Kurfürsten Karl Theodor von Mannheim nach München im Jahr 1778 kaum mehr benutzt wurde, wurde in der Folgezeit am Garten weiter gearbeitet.
Unter Karl Theodor war Schwetzingen Sommerresidenz: Die Hofhaltung wurde in den warmen Monaten von Schloss Mannheim nach Schloss Schwetzingen verlegt. Die Schlichtheit der Wohnungen des Kurfürstenpaares und eine größere Informalität der Umgangsformen waren Ausdruck eines vorgeblich einfacheren, unbeschwerten „Lebens auf dem Lande“.
An der künstlerischen Ausgestaltung von Schloss und Garten waren nahezu alle am Hof in Mannheim beschäftigten Künstler beteiligt. Dazu gehörten Alessandro Galli da Bibiena und Peter Anton von Verschaffelt. Der Lothringer Nicolas de Pigage war Intendant der Gärten und Wasserkünste sowie der bestimmende Architekt in der Karl-Theodor-Zeit. Pigage erweiterte den Garten in allen Stilwandlungen der Zeit. Der Zweibrücker Hofgärtner Johann Ludwig Petri plante das Hauptparterre und den Zirkel des französischen Gartens. Der erste Hofgärtner, van Wynder, wurde aus Kassel nach Schwetzingen berufen.
Der zweite Hofgärtner war Johann Wilhelm Sckell, ein Hauptmitarbeiter Pigages. Sein Sohn Friedrich Ludwig Sckell wurde 1804 nach München berufen, wo er den Englischen Garten anlegte. Der erste badische Gartenbaudirektor war Johann Michael Zeyher, der den Flieder in Schwetzingen einführte.
Schloss Schwetzingen zählt heute zu den landeseigenen Monumenten und wird von der Einrichtung Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg betreut. Der Garten ist gegen Eintritt öffentlich zugänglich, Schloss und Theater können im Rahmen von Führungen besichtigt werden.
Weltkulturerbe
Im September 1999 meldete Deutschland Schwetzingen in der bei der UNESCO geführten sogenannten Tentativliste als potentielle Welterbestätte an.[1] Ein dortiger Eintrag ist die Voraussetzung dafür, dass zu einem späteren Zeitpunkt ein Antrag auf Verleihung eines entsprechenden Prädikats, in diesem Fall des Weltkulturerbes, gestellt werden kann. Dies geschah dann auch im Jahre 2007. Der Antrag umfasste einen Kernbereich von Schloss und Schlossgarten, den vorgelagerten Schlossplatz, das Ysenburgsche Palais sowie die Sichtachsen der Carl-Theodor- und der Lindenstraße. Hinzu kam eine zusätzliche Pufferzone, die weitere Teile der Stadt einbezog.[2]
Im Juni 2009 wurde der Antrag aufgrund eines negativen Votums des ICOMOS wieder zurückgenommen und infolgedessen im Laufe des folgenden Herbstes überarbeitet. Der ursprüngliche Ansatz, das freimaurerische und aufklärerische Wirken Carl-Theodors begleitend zu betonen, wurde zurückgefahren, stattdessen die künstlerische und musische Bedeutung von Schloss und Stadt hervorgehoben. Außerdem wurde der Kernbereich geringfügig erweitert.[2] Im Januar 2010 wurde der Neuantrag eingereicht.[3] Im März 2010 setzte die Kultusministerkonferenz Schwetzingen erneut auf die deutsche Nominierungsliste, diesmal für 2011.[4][5] Der als Entscheidungsgrundlage dienende Bewertungsbericht der ICOMOS vom Mai 2012 empfahl jedoch abermals, die Anlage nicht aufzunehmen. Negativ wurde insbesondere bewertet, dass es von dieser Art von Schlössern und Gärten schon elf, beispielsweise in Dessau, in Brühl oder in Potsdam und Berlin, und damit eigentlich deren genügend auf der Welterbeliste gebe. Eine besondere Stellung Schwetzingens habe nicht erkannt werden können.[6] Das Welterbekomitee stimmte dem ICOSMOS-Votum zwar mehrheitlich nicht zu, behandelte den Schwetzinger Antrag aber auch nicht, sondern empfahl stattdessen, einen neuen, abermals überarbeiteten Entwurf vorzulegen. Ob es dazu kommt, ist fraglich.[7][8][9] Über einen erneuten Versuch wurde nichts bekannt.
Schloss
Plan von Schwetzingen (um 1840)
Eine Anfahrt aus Heidelberg liegt auf der geraden Verbindung vom Königstuhl nach Schwetzingen. Die Trasse ist von erhöhter Position aus in der Landschaft noch gut erkennbar, aber nicht durchgehend befahrbar. Vom Königstuhl aus gesehen läuft diese Linie hinter dem Schloss weiter auf die Kalmit zu.
Vom Schwetzinger Schlossplatz gelangt man in den Ehrenhof. In den beiden ehemaligen Wachhäuschen am Schlosstor befinden sich heute ein Museumsladen und ein Café. Der Hof wird links und rechts von symmetrischen Wirtschaftsgebäuden flankiert. In der Mitte, an der Westseite, befindet sich das Corps de Logis, der Wohnbau des Schlosses.
Innenräume
In einer langwierigen Restaurierung der Jahre 1975–1991 wurden die Innenräume des Schlosses wiederhergestellt und mit authentischen Möbeln des 18. Jahrhunderts eingerichtet. In der Beletage verdeutlichen im Rahmen eines Schlossmuseums die Gesellschaftsräume, die Wohnung des Kurfürsten und die Wohnung der Kurfürstin das Funktionsprofil des Schlosses in der Karl-Theodor-Zeit.
Von besonderem kunstgeschichtlichen Rang sind die Räume der in badischer Zeit ab 1803 umgestalteten Wohnung der Reichsgräfin Luise Karoline von Hochberg im zweiten Obergeschoss aufgrund der vorzüglich erhaltenen Handdrucktapeten (1804) der Firma Zuber et Cie in Rixheim (Compagniezimmer mit Alpenpanorama „Vues de Suisse“, Schlafzimmer, Grand Cabinet).
Zirkelbauten
Nördlicher Zirkelbau
Südlicher Zirkelbau
Die Zirkelbauten sind zwei eingeschossige, dank hoher Fenstertüren mit unmittelbarem Gartenzugang versehene Werksteinbauten, die sich seitlich an das Schloss zu einem Halbrund anschließen und das kreisrunde Gartenparterre gemeinsam mit dem Halbkreis der Wandelgänge aus Lattenwerk umfangen. Der nördliche Zirkelbau wurde in den Jahren 1748/1749 von Alessandro Galli da Bibiena erbaut, der südliche im Jahr 1753 von Franz Wilhelm Rabaliatti. Die Zirkelbauten wurden für die Hofgesellschaften (Speisetafel, Spiele und Konzerte, Bälle) genutzt. Solche zusätzlichen, repräsentativen Räumlichkeiten waren angesichts der beengten Verhältnisse im alten Wohnbau des Schlosses unverzichtbar. Heute werden die Zirkelbauten als Schlossrestaurant, Café und Theaterfoyer sowie für Konzerte und Ausstellungen genutzt.
Theater
→ Hauptartikel: Schlosstheater Schwetzingen
Das kurfürstliche Hoftheater im frühklassizistischen Stil (oft fälschlich „Rokokotheater“ genannt) wurde am 15. Juni 1753 mit Oper Il figlio delle selve („Der Sohn der Wälder“) von Ignaz Holzbauer eröffnet. Hier wirkten Sänger, Instrumentalisten und Komponisten von internationalem Rang, darunter die Vertreter der Mannheimer Schule. Nachdem Karl Theodor seine Residenz nach München verlegt hatte, fanden nur noch gelegentliche Aufführungen in Schwetzingen statt, wenn der Kurfürst dort zu Besuch war. Auch in der badischen Zeit wurde das Theater nur selten benutzt. Es verfiel und konnte nicht mehr bespielt werden. 1936/37 und 2002/03 wurde das Theater völlig renoviert. Die Brüstungen der leicht ansteigenden Logenränge haben im Grundriss die Form einer Lyra. Die Pfeiler sind reich verziert und von Korbbögen überbrückt, die die Wirkung des Raumes vertiefen.
Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen
Im südlichen Flügel des Schlosses sind seit ihrer Gründung 1953 die Fachhochschule Schwetzingen – Hochschule für Rechtspflege bzw. deren Vorgängereinrichtungen untergebracht. Aufgrund umfangreicher Umbau- und Renovierungsarbeiten wurde der Studienbetrieb seit September 2009 in ein Ausweichquartier nach Mannheim-Wohlgelegen verlegt.
Garten
Parterre
Der Schwetzinger Schlossgarten gliedert sich in einen Französischen Garten und einen Englischen Garten. Bei der kunsthistorischen Interpretation des Gartens wird auch unterschieden zwischen dem „Garten der Allegorien“, also jener Gartenteil, in welchem ohne tiefere Bedeutung allegorische Figuren stehen, und dem „Garten der Vernunft“. Zum „Garten der Vernunft“ zählen Minervatempel, Merkurtempel, Moschee, Apollotempel, Tempel der Botanik, das römische Wasserkastell sowie das Arboretum, also jene Gartenteile, in denen im Sinne aufklärerischen Denkens die Vernunft gefeiert wird. Der Schwetzinger Schlossgarten war, mit Ausnahme des Bereiches um das Badhaus, bereits in kurfürstlicher Zeit für die gesamte Bevölkerung zugänglich, damals noch ohne Eintrittsgeld. Eine Parkordnung regelte das angemessene Verhalten der Besucher.
Französischer Garten
Luftaufnahme des Barockgartens
Fontäne in der Gartenmitte
Längs der Hauptachse des Gartens blickt man nach Osten auf den Königstuhl im Odenwald und nach Westen auf die Kalmit im Pfälzerwald.
Der Barockgarten ist nach französischer Art in strengen geometrischen Formen angelegt. Die wichtigsten Elemente sind die Hauptachse, die Querachse und das Kreisrund. Der vordere Gartenteil zeigt Parterres und Boskette. Auf der Schlossterrasse befinden sich Urnen, die die vier Weltzeitalter darstellen (goldenes, silbernes, ehernes und eisernes Zeitalter). Zudem befinden sich dort zwei vergoldete Atalanten, die noch aus dem Vorgängergarten stammen. Eine Besonderheit des französischen Gartens ist die kreisförmige Anlage der zentrale Teil rund um den Arionbrunnen, das sogenannte Kreisparterre.
Der zentrale Arionbrunnen von Guibal hat eine Begebenheit der antiken Mythologie zum Thema: Arion (Arion von Lesbos) ist ein berühmter Sänger. Nach einem Wettstreit reich beschenkt, wird er auf See von den Schiffsleuten bedrängt. Er bittet, ein letztes Mal singen zu dürfen. Bei seinem Gesang erscheinen Delfine. Der Sänger stürzt sich in die Fluten und ein Delfin bringt ihn an die Küste, so dass er seinen Weg nach Korinth fortsetzen kann. Das Sternbild Delphin wird in manchen Überlieferungen als der von den Göttern ans Firmament entrückte Arion auf dem Delfin gedeutet.
Abgeschlossen wird der französische Garten durch die Darstellung einer Hirschjagd von Verschaffelt. In unmittelbarer Nähe sind die vier Elemente in Skulpturen dargestellt.
Englischer Garten
Die westlichen und nordwestlichen Teile des Gartens wurden als englischer Landschaftsgarten gestaltet. Im Gegensatz zum französischen Garten sind hier die Wege und Uferlinien leicht geschwungen. Am unregelmäßigen Waldbereich wurde fast nichts verändert.
Arboretum
Ein Arboretum ist eine Sammlung oft exotischer Gehölze. Der Gartenbaumeister Zeyher legte diesen Garten im Jahr 1802 mit exotischen Bildern aus aller Welt an. Besonders kunstvoll ist das schmiedeeiserne, teilvergoldete Tor von Rabaliatti. Auf derselben Fläche befand sich vorher eine Fasanerie mit Tiergehegen.
See
See mit Schloss im Hintergrund
See im Winter
Gartenphaeton des Kurfürsten 1775
Schon beim Betreten des Schlossgartens sieht der Besucher auf den großen See, der den Garten abschließt. An der Stelle des Sees befand sich ursprünglich ein ummauertes Bassin, das auf Vorschlag Zeyhers im Jahr 1823 auf Befehl des Großherzogs Ludwig von Baden erweitert und in einen See mit natürlicher Uferausformung umgewandelt wurde. Zwei Skulpturen (Kopien) von Verschaffelt ruhen auf der dem Schloss zugewandten Längsseite beidseitig der Blickachse: die Flussgötter Rhein und Donau. Die Originale sind in der Orangerie zu besichtigen.
Der See und alle weiteren Gewässer werden seit Pigage von zwei Wasserwerken gefüllt, die den Leimbach als Antrieb für die Mühlräder der Pumpen nutzten. Dieser umschloss bereits die ursprüngliche Burganlage und fließt vom Kraichgau kommend in Richtung Rhein. Für die Fontänen wurde sauberes Grundwasser verwendet. Diese Pumpen befanden sich im nördlichen Schlossflügel (oberes Wasserwerk mit Hochbehälter im heutigen Finanzamt). Ein zweites Pumpwerk mit Hochbehälter, das einen gleichbleibenden Druck sicherstellte, war am Parkende hinter dem Aquädukt verborgen (unteres Wasserwerk).
Für Karl-Theodor kaufte Pigage 1775 in London einen Gartenphaeton mit Lakai-Antrieb, wozu alle Hauptwege topfeben angelegt und sogar vorzeitliche Grabhügel abgetragen wurden. Damit konnte der Kurfürst im Park herumfahren, ohne dass Pferdeexkremente die Gartenwege verschmutzten. Der Muskelkraftwagen, heute im Schloss Nymphenburg, regte den Heidelberger Studenten Karl Drais vor 1803 zur späteren Erfindung des Ur-Fahrrads an.[10]
Bauten
Im Schwetzinger Schlosspark befinden sich neben zahlreichen Statuen auch einige Bauwerke. Das Gebäudeprogramm zeigt einen philosophischen und architektonischen Bezug auf die klassische Antike und, im Falle des Moschee-Komplexes, auf den Islam und die orientalische Weisheitslehre. Neuere Forschungen wollen im Schwetzinger Garten ein freimaurerisches Programm erkennen, in dem christliche Vorstellungen eingebunden wären. Gartenbauten, Wegbeziehungen, Tore und Brücken sollten den Park nicht nur in Einzelräume unterteilen, sondern größer wirken lassen. Einen eigenen Komplex bietet das früher nur auf Einladung oder Befehl des Kurfürsten zugängliche Badhaus, ein kleines Lusthaus mit eigenem Garten und dem „Perspektiv“.
Nach Ansicht von Richard Benz führte das Erlebnis der „künstlichen Ruinen“ im Schwetzinger Schlosspark die Dichter des 18. Jahrhunderts zur Beschäftigung mit den echten Ruinen des Heidelberger Schlosses und damit zur im späten 18. Jahrhundert einsetzenden „Wiederentdeckung“ Heidelbergs.[11]
Merkurtempel
Die Lage des Tempels oberhalb des Moscheeweihers
Der Tempel von Norden
Der Tempel aus der Nähe
Relief am Tempel
In den „Parties sauvages“, den südwestlichen landschaftlichen Partien des Schwetzinger Gartens wurde bereits 1784 ein „Monument“ gegenüber der Moschee geplant. 1787/88 entstand der Ruinenbau Pigages, der erstmals 1791 dem römischen Gott Merkur zugewiesen wird. Sein kellerartiger Unterbau aus großen Sandsteinblöcken erscheint als Rest eines älteren Vorgängers. Der dreigeschossige, turmartige Merkur-Tempel aus Tuffstein besitzt ein im Grundriss sechseckiges Hauptgeschoss, darüber ein Attikageschoss und eine abschließende Laterne. Auf Merkur verweisen Reliefs aus Stuckmarmor über den Eingängen der drei gleichartigen Fassaden.
Die Deutung der Parkruine ist kontrovers: Nach überkommener Lesart steht sie für die Überwindung von Geheimlehren durch die Vernunft. Diese Lesart verweist darauf, dass der Tempel die Form eines römischen Grabmals hat. Durch drei Reliefs, die ausschließlich negative Episoden aus dem Leben des Merkur zeigen, wird dieser mit dem antiken Hermes Trismegistos, einem Symbol für Magie, gleichgesetzt. Der Aberglaube ist also gewissermaßen in seinem eigenen Tempel begraben worden. In diesem Zusammenhang wird auch betont, dass man von der Moschee über einen Weiher auf den Merkurtempel blickt. Wenn man die Moschee als Symbol für die Weisheit versteht, bedeutet dies: Der Weise muss Tod und Aberglaube nicht fürchten. Eine neue freimaurerische Interpretation hingegen sieht verborgene Verweise auf den Salomonischen Tempel und seinen Architekten Hiram Abif.
Der Merkurtempel hat die Funktion eines Aussichtspunkts, das Obergeschoss gestattet einen Blick über den See und auf die Moschee.
Minervatempel
Minervatempel
Die römische Göttin Minerva ist mehrfach im Schlossgarten dargestellt. Symmetrisch zu dem Minerva-Tempel war als Gegenstück ein Tempel des Cupido geplant, der nicht zur Ausführung kam.
Der von Pigage entworfene Tempel war 1769 vollendet. Seine viersäulige Front korinthischer Säulenordnung ist durch ein antik-römisches Vorbild angeregt, den Eingangsbau zur Portikus der Octavia. Einmalig ist die Umkehrung des Verhältnisses von Säulenhalle und Cella: Die Tempelcella wird zu einer gegenüber der Natur geöffneten Raumhülle umgedeutet, innerhalb derer sich die Säulenstellung fortsetzt.
Minerva, Göttin der Weisheit, erscheint vor der Rückwand in einem umgearbeiteten Standbild von Gabriel de Grupello. Sie ist, auch nach Ausweis des Giebelfeldes, die Göttin der friedlichen Künste und Wissenschaften, insbesondere der Gartenkunst. Die mit Marmorbänken ausgestattete Cella dient Parkbesuchern als Ruheraum, kann aber auch als imaginärer Versammlungsort derjenigen, die Weisheit erlangt haben, verstanden werden.
Unterhalb des Tempels befindet sich ein rechteckiger Raum, mit Nischen und runden Fensteröffnungen. Dieser Raum ist von außen zugänglich und zeigt Merkmale eines geheimen Versammlungsortes. Er wird von Pan regiert, wie eine Maske über der Tür anzeigt. Der Minerva-Tempel, der sich über dieser irrationalen Sphäre erhebt, wird so ein aufklärerisches Monument der gestaltenden Vernunft und der menschlichen Zivilisationsleistung.
Apollotempel
Apollotempel von Westen
Apollotempel von Westen
Lyraspielender Apollo
Apollos Rücken
Im Jahr 1762 plante man an dieser Stelle ein Belvedere. Nach dem Entwurf von Nicolas de Pigage entstand ein hoher, terrassierter Unterbau, auf dessen oberster Plattform sich ein Monopteros, ein Rundtempel mit zwölf Säulen ionischer Säulenordnung ohne Cella erhebt. Der Tempel ist dem griechischen Gott Apollo gewidmet. Die Statue des Apollo stammt von dem Bildhauer Anton von Verschaffelt. Sie zeigt den Gott beim linkshändigen Lyra-Spiel, was dem Künstler einigen Hohn eingebracht hat. In einem Briefwechsel zwischen Gleim, Wilhelm Heinse und Johannes von Müller heißt es, er stehe zwar »gar heilig« auf einer Anhöhe, »nur hat der linke Gott darin einen erbärmlichen Hintern«.
Der Apollo-Tempel krönt eine nach zwei Seiten gerichtete Anlage: Vom Eingang an der Westseite steigt der Besucher durch felsige, dunkle und verwirrende Korridore zur lichtumfluteten Plattform mit dem klassischen Monopteros empor. Aus der Sicht der Zuschauer im östlichen Heckentheater krönt der Tempel den Bühnenprospekt. Apoll erscheint als Gott der Künste und Führer der Musen auf dem Berg Helikon, wo der Hufschlag des Pegasus die Quelle Hippokrene, deren Wasser durch die Najaden über die Kaskade an die Menschen weitergegeben wird.
Tempel der Waldbotanik
Tempel der Waldbotanik
Der von Pigage entworfene Tempel der Waldbotanik – „Botanicae Silvestris“ – wurde schon 1777 geplant. Die Weiheinschrift nennt das Datum 1778, aber erst 1780 wurde der Bau fertig. Er bildet den Abschluss des „Arboretum Theodoricum“, der Baumsammlung im sogenannten Wiesentälchen. Der aufgesockelte, zylindrische Baukörper weist außen Rauputz nach Art von Eichenrinde auf. Eine Freitreppe, auf deren Wangen Sphingen wachen, führt zur Eingangstür. Innen vermittelt eine runde Öffnung von circa 20 cm Durchmesser in der Fußbodenmitte zu einem dunklen Gewölbe darunter. Das Bildprogramm handelt vom Wachsen, Reifen und Absterben der Natur. Vier große Relieffelder zeigen Symbole der vier Jahreszeiten in Verbindung mit einem antiken Dreifuß. Die Naturrhythmen werden mit der modernen Naturwissenschaft verknüpft: Bildnismedaillons der älteren Autoritäten Theophrastos von Eresos und Plinius stehen solche der modernen Naturforscher Joseph Pitton de Tournefort und Carl von Linné gegenüber. Linnés revolutionäres Buch über die Pflanzensystematik bildete das inzwischen verschwundene Attribut einer Statue der Göttin Ceres in der Mittelapsis.
Badhaus
Badhaus
Das von Pigage errichtete Badhaus ist ein kleines Lusthaus nach Art einer italienischen Villa. Während unter Karl Theodor der übrige Schlossgarten öffentlich zugänglich war, durfte der Badehaus-Bereich, zu dem ein eigener Garten gehört, nur auf Einladung oder mit Genehmigung des Kurfürsten betreten werden. Hier konnte Karl Theodor wie ein Privatmann leben und sich seinen musischen Neigungen hingeben. Vom Apollo-Bezirk her wird das Badhaus durch eine im Grundriss halbkreisförmige Exedra betreten, eine gleich gebildete liegt an der Rückseite. Durch beide Eingangsbereiche gelangt der Besucher in den Ovalsaal mit der Aurora als Deckengemälde und vier Horen als vergoldeten Plastiken, der das Zentrum des Schlösschens bildet. Vom Ovalsaal gehen nach Westen und nach Osten flurartige Vorzimmer mit fein eingelegtem Parkett aus drei Hölzern ab. Über sie gelangt der Besucher in das Schlafzimmer des Kurfürsten (Südwestseite, mit separater Toilette) und in den Baderaum (Nordwestseite) mit einem vertieften Marmorbecken (etwa 1‚2 m tief) mit zwei Sitzbänken in einer elliptischen Nische. Die Wasserleitungen sind als bekrönte Schlangen ausgearbeitet. An der Nordostseite liegt das Chinesische Zimmer mit chinesischen Papiertapeten, an der Südostseite das Schreibzimmer mit Landschaftsgemälden von Ferdinand Kobell.
In der beim Badhaus gelegenen Badhausküche befand sich der Kessel zum Erhitzen des Badewassers. Bemerkenswert ist, dass das Badhaus im Verhältnis zum Hauptschloss in der gleichen Position gelegen ist wie sein Vorbild, das Grand Trianon, im Schlosspark von Versailles.
Wasserspeiende Vögel
Uhu mit geschlagenem Fasan
wasserspeiende Vögel auf der Einfassung
Brunnen der wasserspeienden Vögel
Eine Attraktion des Badhausgartens ist der Brunnen der wasserspeienden Vögel (alle aus Eisenblech gearbeitet). Im mittleren Bassin sitzt in Angriffshaltung mit gespreizten Flügeln ein Uhu, der in seinen Fängen einen von ihm geschlagenen Fasan hält. Oben auf der Einfassung aus Lattenwerk, das die Anlage umgibt, sitzen zwanzig andere Vögel, die den Uhu (mit Wasser) bespucken. Das Thema des Brunnens geht auf eine Fabel von Äsop zurück, die vom Zorn der guten Vögel über den bösen Uhu handelt. Die Schwetzinger Figuren stammen aus dem lothringischen Schloss La Malgrange des polnischen Exkönigs Stanislaus I. Leszczyński. Vier Volieren mit lebenden, zwitschernden Vögeln erhöhen die Illusion. Zu der Anlage zählen zwei weitere kleine Gebäude, die sogenannten Achathäuschen.
Perspektiv
Perspektiv im Laubengang
Perspektiv aus der Nähe
Perspektiv von außen
Blick auf die halbrunde Mauer vom „Perspektiv“ oder „Ende der Welt“ im Schlossgarten Schwetzingen.
Das Perspektiv oder Ende der Welt im Schlossgarten Schwetzingen.
Das Perspektiv, im Volksmund als „Ende der Welt“ bezeichnet, schließt die Hauptachse des Badhausgartens nach Norden hin ab. Am hinteren Ende der Treillage ist eine Flusslandschaft zu erkennen. Dabei handelt es sich um die Kopie eines Gemäldes von Ferdinand Kobell auf einer Mauer. Durch geschickt genutzten Lichteinfall erscheint das Bild realistisch. Im Zusammenspiel mit dem zuführenden Gang und einem Architekturrahmen vor der Mauer entsteht eine starke Tiefenwirkung.
Aufbau des Perspektivs (von Pigage gestaltet): An den Laubengang (Treillage) schließt sich ein Pavillon mit zwei Seitenräumen an. Der Hauptraum des Pavillons (zum Gemälde hin offen und mit Tuffstein verkleidet) ist als Grotte gestaltet. Gegenüber dem Eingang des Laubengangs befindet sich eine Maueröffnung im Pavillon. In der Maueröffnung sind eiserne Schilfblättchen angebracht und Wasser tropft von der Grottendecke in ein Bassin. Hinter dieser Öffnung befindet sich in etwas Abstand eine halbrunde Mauer mit Landschaftsgemälde (in Freskotechnik). Das Landschaftsgemälde wird durch das Sonnenlicht beleuchtet und strahlt so förmlich, wenn man vor dem Laubengang steht.
Orangerie
Orangerie
→ Hauptartikel: Orangerie (Schwetzingen)
Ab dem 16. Jahrhundert kamen an den europäischen Fürstenhöfen Sammlungen von Orangen und anderen Zitrusbäumen in Mode. Diese überwinterten in abschlagbaren, nur für die kalte Jahreszeit um die Pflanzen herum errichteten Gebäuden. Im späten 17. und im 18. Jahrhundert wurden die Pflanzen in Pflanzkästen und Kübeln gehalten, die in einem festen Gebäude überwinterten und in den warmen Monaten in einem Orangerieparterre ins Freie gestellt wurden.
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts konnte der Bedarf an Räumlichkeiten für höfische Festivitäten in Schwetzingen nicht annähernd gedeckt werden. Eine Orangerie mit großem Festsaal westlich des Schlosses sollte hier Abhilfe schaffen. So hatte es jedenfalls Kurfürst Karl Philipp entschieden, der 1716 die Nachfolge des überwiegend in Düsseldorf residierenden Kurfürsten Johann Wilhelm angetreten hatte.
Die unter Karl Theodor errichtete Schwetzinger Orangerie mit ihren Fassadenmalereien wurde von Nicolas de Pigage entworfen. Die Malereien täuschen Naturstein als Material vor, wo nur simple Backsteinmauern sind. Davor liegt das Orangerieparterre, das gegenüber den anderen Gartenbereichen zugunsten eines Binnenklimas abgesenkt und zur warmen Südseite ausgerichtet ist. An den Ecken des Parterres befinden sich Statuen von drei Jahreszeiten, die vierte fehlt. In der Mitte stehen die Orangen- und Zitronenbäume in Kübeln auf einer rechteckigen Insel.
Moschee
→ Hauptartikel: Moschee Schwetzingen
Rote Moschee im Türkischen Garten
Wandelgang mit Eckpavillon
Innenansicht der Moscheekuppel
Im hinteren (südlichen) Bereich, dem Türkischen Garten, steht die Rote Moschee von Pigage, errichtet von 1778 bis 1785. Das Bauwerk hat keine liturgische Funktion, es handelt sich vielmehr um ein Gartenfolly mit ausschließlich ästhetischer Bedeutung. Die Schwetzinger Moschee ist der erste und größte Bau dieser Art in einem deutschen Park. Das Gebäude des späten Barock ist mit zahlreichen orientalischen Elementen versehen. Der Moscheehof wurde gelegentlich für Freilichtaufführungen von Opern genutzt. Die Moschee wurde im 20. Jahrhundert zeitweise von Muslimen genutzt.
Vor der Moschee befinden sich der ehemalige fürstliche Obstgarten, dahinter eine Baumschule und die Schlossgärtnerei.
Römische Wasserleitung
Römische Wasserleitung
Im Sommer 1779 wurde die am nördlichen Rand des Gartens gelegene künstliche Ruine nach Entwürfen von Nicolas de Pigage begonnen. Ein Torbau, auf dem noch ein Turmaufsatz erhalten scheint, erinnert an einen römischen Triumphbogen. In seiner mittleren Arkade rauscht ein Wasserfall. Von diesem Torbau greifen nach drei Seiten die Reste eines Aquäduktes aus, wobei der östliche Arm einen Freiplatz hinterfängt, auf dem sich ein Obelisk erhebt.
Pigage konnte auf eigene Antikenstudien während seiner Italienreise 1767/68 zurückgreifen. Die Verbindung von Torbogen und Aquädukt begegnet an der römischen Porta Maggiore und am Aquädukt der Acqua Vergine. Das Turmfreigeschoss könnte durch mittelalterliche Wehraufbauten auf römischen Brücken angeregt sein. Die Vorbilder finden sich in Veduten von Piranesi. Die Bezeichnung als Römisches Wasserkastell erscheint erst 1828.
Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)
Blick über die Chinesische Brücke, im Hintergrund der Merkurtempel
Die oft als „chinesisch“ bezeichnete Brücke im hinteren, nordwestlichen Bereich des Gartens verbindet den französischen mit dem englischen Gartenteil. Das Bauwerk geht tatsächlich auf einen Brückenentwurf des in Venetien tätig gewesenen Renaissance-Architekten Andrea Palladio zurück. Die Brücke hat den populären Beinamen „Lügenbrücke“, denn wer auf deren unregelmäßigen Stufen ins Straucheln kommt, soll schon einmal geschwindelt haben.
Landschaftsschutzgebiet
Bereits am 8. August 1952 hat das damalige Landratsamt Mannheim den Schloßgarten unter der Bezeichnung Schwetzinger Schloßgarten und Umgebung als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Das Gebiet mit der Nummer 2.26.013 hat aktuell eine Größe von rund 190 Hektar und umfasst den historischen Park aus der Kurfürstenzeit sowie das westliche Vorgelände und die historische Jagdanlage am Stern.
Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses
Voltaire kam im Jahr 1753 zum ersten Mal nach Schwetzingen und war 14 Tage lang Gast des mit ihm befreundeten Kurfürsten. Im Sommer 1758 kam Voltaire erneut zu einem kurzen Aufenthalt nach Schwetzingen. Wolfgang Amadeus Mozart wirkte zusammen mit seinem Vater und seiner Schwester an einem Hofkonzert am 18. Juli 1763 mit. Der Komponist Christoph Willibald Ritter von Gluck war im Jahr 1774 Gast des Kurfürsten. Friedrich Schiller fand in Schwetzingen Anregungen zu den gegensätzlichen „Aranjuez-Stimmungen“ des ersten Aktes von Don Karlos. Der Schauspieler August Wilhelm Iffland schilderte in einem Brief vom 26. November 1779 eine Jagd bei Schwetzingen, die 50.000 Gulden gekostet hatte und bei der für 9.000 Menschen Zuschauergerüste aufgebaut waren. Kaiser Joseph II. hielt sich im Jahr 1781 unter dem Namen Graf von Falkenstein in Schwetzingen auf.
Siehe auch
Schloss Benrath – 1755 bis 1773 von Pigage im Auftrag von Kurfürst Karl Theodor erbaut am Übergang vom Rokoko zum Klassizismus. Der Garten ist eine geometrisch achsensymmetrische Barockanlage nach französischem Vorbild, der Privatgarten des Kurfürsten wurde im 19. Jahrhundert landschaftlich umgestaltet. Im Nebengebäude des Schlosses befindet sich das Museum für Europäische Gartenkunst.
Maulbeerbaumallee nach Heidelberg – im Zusammenhang mit der Seidenraupenzucht.
Literatur
Carl Ludwig Fuchs, Claus Reisinger: Schloss und Garten zu Schwetzingen. 2. Auflage. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2008, ISBN 978-3-88462-266-7
Volker Hannwacker: Friedrich Ludwig von Sckell. Der Begründer des Landschaftsgartens in Deutschland. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1992, ISBN 3-421-03012-X, S. 11–21.
Nanette Schärf, Hartmann Manfred Schärf: Das Badhaus im Schwetzinger Schlossgarten. Die Restaurierung des Gebäudes, seiner Innenräume und Ausstattungen. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 37. Jg. 2008, Heft 1, S. 29–35 (PDF)
Ralf Richard Wagner: In seinem Paradiese Schwetzingen … Das Badhaus des Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz. Hrsg. von Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2009, 302 S., ISBN 978-3-89735-587-3.
Wegweiser durch den Schwetzinger Garten. Mit zwölf Ansichten von Conrad Caspar Rordorf. Engelmann, Heidelberg 1830 (Digitalisat)
Karl Wörn: Schwetzingen Lebendige Stadt. 3. Auflage. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 1980.
Oswald Zenker: Schwetzinger Schlossgarten. Ein Führer durch das Französische Gartenparterre und den Englischen Landschaftsgarten, mit Informationen über Schloss und Rokokotheater sowie Sehenswürdigkeiten der Umgebung. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 2002, ISBN 3-87742-170-9.
Film
Im Hain des Apoll. Der Schlosspark Schwetzingen. Dokumentarfilm, Deutschland, 2007, 28:20 Min., Buch und Regie: Christopher Paul, Produktion: SWR, Reihe: Schätze des Landes, Inhaltsangabe von ARD.
Weblinks
Commons: Schloss Schwetzingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Offizielle Seite von Schloss Schwetzingen
Infos zum Schloss auf der Seite der Stadt Schwetzingen
Schloss Schwetzingen von ZUM
Kein Land „wo die Zitronen blühen“. In: Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Artikel zur Geschichte von Orangerien, darunter der in Schwetzingen
Schloss Schwetzingen auf badischewanderungen.de
Schloss Schwetzingen als 3D-Modell im 3D Warehouse von SketchUp
Einzelnachweise
Schwetzingen: A Prince Elector’s Summer Residence – garden design and Freemasonic allusions. Eintrag in der Tentativliste der UNESCO auf deren Website, abgerufen am 8. April 2014 (französisch)
Vorlage zur Gemeinderatssitzung vom 22. September 2009, abgerufen am 8. April 2014
Neue Akzente sollen in Paris überzeugen. Schwetzinger Zeitung, 2. Februar 2010, abgerufen am 8. April 2014
Die Sommerresidenz und ihre Musik sollen es richten. Mannheimer Morgen, 6. März 2010, abgerufen am 8. April 2014
Kurfürstliche Sommerresidenz Schwetzingen für die Aufnahme in die UNESCO-Weltkulturerbeliste nominiert. Pressemitteilung des Landesdenkmalsamts Baden-Württemberg vom 8. März 2010, abgerufen am 8. April 2014
ICOMOS Evaluations of Nominations of Cultural and Mixed Properties. Empfehlungsbericht zur 36. Sitzung des Welterbekomitees im Juni/Juli 2012, S. 224–233, PDF-Datei, 28,4 MB, abgerufen am 8. April 2014 (englisch)
Schwetzingen zunächst nicht Welterbe. Pressemitteilung der Stadt Schwetzingen vom 29. Juni 2012, abgerufen am 8. April 2014
Johanna Eberhardt: Schwetzingen nimmt keinen neuen Anlauf. Stuttgarter Zeitung, 3. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014
Kein dritter Anlauf für Unseco-Welterbe-Titel in Schwetzingen. xity, 2. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014
Hans-Erhard Lessing: Zwei Räder statt vier Hufe – Karl Drais G.Braun-Verlag, Karlsruhe 2010
Richard Benz: Heidelberg. Schicksal und Geist, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen, 2. Auflage 1975, ISBN 3-7995-4008-3, S. 296
unterwegs im Dorf
- Gebäude "Chasa da las tuors"
[Tuffstein-Mauerwerk mit sgraffitierten Putzfeldern im Obergeschoss, Betonzinnen am Dach.]
Der St. Petri-Dom zu Schleswig zählt zu den bedeutendsten Baudenkmälern Schleswig-Holsteins
Dieser erste Kirchenbau am heutigen Standort war als dreischiffige romanische Basilika angelegt. Mit dem Abschluss des heute noch erhaltenen romanischen Querschiffs um das Jahr 1200 sind die letzten gesicherten Bauarbeiten an der romanischen Basilika dokumentiert. Als Baumaterial wurden Granit, Tuffstein aus dem Rheingebiet und Backstein verwendet.
Die romanische Basilika wurde von 1200 bis 1408 zur spätgotischen Hallenkirche erweitert und im 16. Jahrhundert vollendet. Erst 1894 erhielt diese Backsteingotik-Kathedrale ihre endgültige äußere Form. Im Drei-Kaiser-Jahr 1888, als Schleswig Provinzhauptstadt geworden war, begann auf Wunsch Kaiser Wilhelms II. die Errichtung des neugotischen Westturmes, der mit 112 Metern im Verhältnis zu den Proportionen des Domes allzu hoch geriet und sechs Jahre später fertiggestellt war.. Auf dem Turm befindet sich in 65 Metern eine Aussichtsplattform mit Blick auf Schleswig, die Schlei und die ehemalige Fischersiedlung Holm.
The Late Gothic Hall Church was built from 1200 to 1408 and was finally perfected in the 16th century. It was in 1894 that the cathedral got its final outward appearance. In 1888, when Schleswig became provincial capital, the construction of a Gothic revivalist western tower began at the request of the King William II of Prussia. It was finally completed in 1894 and was, measuring 112 meters, a little too high when compared to the proportions of the cathedral. There is a panorama platform on the tower at 65 meters which commands a great view on the city of Schleswig, the Schlei and the fishing village of Holm.
(Wikipedia)
Italien / Toskana - Volterra
Volterra (Italian pronunciation: [volˈtɛrra]; Latin: Volaterrae) is a walled mountaintop town in the Tuscany region of Italy. Its history dates from before the 8th century BC and it has substantial structures from the Etruscan, Roman, and Medieval periods.
History
Volterra, known to the ancient Etruscans as Velathri or Vlathri and to the Romans as Volaterrae, is a town and comune in the Tuscany region of Italy. The town was a Bronze Age settlement of the Proto-Villanovan culture, and an important Etruscan center (Velàthre, Velathri or Felathri in Etruscan, Volaterrae in Latin language), one of the "twelve cities" of the Etruscan League.
The site is believed to have been continuously inhabited as a city since at least the end of the 8th century BC. It became a municipium allied to Rome at the end of the 3rd century BC. The city was a bishop's residence in the 5th century, and its episcopal power was affirmed during the 12th century. With the decline of the episcopate and the discovery of local alum deposits, Volterra became a place of interest of the Republic of Florence, whose forces conquered Volterra. Florentine rule was not always popular, and opposition occasionally broke into rebellion. These rebellions were put down by Florence.
When the Republic of Florence fell in 1530, Volterra came under the control of the Medici family and later followed the history of the Grand Duchy of Tuscany.
Culture
The main events that take place during the year in Volterra are
Volterra gusto
Volterra arte
Volterra teatro
Main sights
Roman Theatre of Volterra, 1st century BC, excavated in the 1950s
the Roman amphitheatre was discovered in 2015 and has been excavated over the succeeding years
Piazza dei Priori, the main square, a fine example of medieval Tuscan town squares
Palazzo dei Priori, the town hall located on Piazza dei Priori, construction begun in 1208 and finished in 1257
Pinacoteca e museo civico di Volterra (Art Gallery) in Palazzo Minucci-Solaini. Founded in 1905, the gallery consists mostly of works by Tuscan artists from 14th to 17th centuries. Includes a Deposition by Rosso Fiorentino.
Etruscan Acropolis and Roman Cistern. The acropolis on the citadel dates to the 8th century B.C., while the impressive cistern is from the 1st century B.C.
Volterra Cathedral. It was enlarged in the 13th century after an earthquake. It houses a ciborium and some angels by Mino da Fiesole, a notable wood Deposition (1228), a masterwork of Romanesque sculpture and the Sacrament Chapel, with paintings by Santi di Tito, Giovanni Balducci and Agostino Veracini. In the center of the vault are fragments of an Eternal Father by Niccolò Circignani. Also noteworthy is the Addolorata Chapel, with a terracotta group attributed to Andrea della Robbia and a fresco of Riding Magi by Benozzo Gozzoli. In the nearby chapel, dedicated to the Most Holy Name of Jesus, is a table with Christ's monogram, allegedly painted by Bernardino of Siena. The rectangular bell tower is from 1493.
Volterra Baptistery of San Giovanni, built in the second half of the 13th century.
Fortezza Medicea (Medicean Fortress), built in the 1470s, now a prison housing the noted restaurant, Fortezza Medicea restaurant.
Guarnacci Etruscan Museum, with thousands of funeral urns dating back to the Hellenistic and Archaic periods. Main attractions are the bronze statuette "Ombra della sera" (lit. '"Shadow of the Night"'), and the sculpted effigy, "Urna degli Sposi" (lit. '"Urn of the Spouses"') of an Etruscan couple in terra cotta.
The Etruscan Walls of Volterra, including the well-preserved Walls of Volterra (3rd-2nd centuries BC), and Porta Diana gates.
The Medici Villa di Spedaletto, outside the city, in direction of Lajatico
There are excavations of Etruscan tombs in the Valle Bona area.
Volterra Psychiatric Hospital, Founded in 1888 until 1978, it was reopened for public and will be once more used for psychiatric purposes.
In popular culture
Volterra features in Horatius, a poem by Lord Macaulay.
Linda Proud's A Tabernacle for the Sun (2005), the first volume of The Botticelli Trilogy, begins with the sack of Volterra in 1472. Volterra is the ancestral home of the Maffei family and the events of 1472 lead directly to the Pazzi Conspiracy of 1478. The protagonist of the novel is Tommaso de' Maffei, half brother of one of the conspirators.
Volterra is an important location in Stephenie Meyer's Twilight series. In the books, Volterra is home to the Volturi, a clan of rich, regal, powerful ancient vampires, who essentially act as the rulers of the world's vampire population. (However, the relevant scenes from the movie were shot in Montepulciano.)
Volterra is the site of Stendhal's famously disastrous encounter in 1819 with his beloved Countess Mathilde Dembowska: she recognised him there, despite his disguise of new clothes and green glasses, and was furious. This is the central incident in his book On Love
Volterra is mentioned repeatedly in British author Dudley Pope's Captain Nicholas Ramage historical nautical series. Gianna, the Marchesa of Volterra and the fictional ruler of the area, features in the first twelve books of the eighteen-book series. The books chart the progress and career of Ramage during the Napoleonic wars of the late eighteenth and early nineteenth century, providing readers with well-scripted articulate details of life aboard sailing vessels and conditions at sea of that time.
Volterra is the site where the novel Chimaira by the Italian author Valerio Massimo Manfredi takes place.
Valerio Massimo Manfredi's The Ancient Curse is also set in Volterra, where a statue called 'The Shade of Twilight' is stolen from the Volterra museum.
Volterra is featured in Jhumpa Lahiri's 2008 collection of short stories Unaccustomed Earth. It is where Hema and Kaushik, the protagonists of the final short story "Going Ashore," travel before they part.
Volterra is featured in Luchino Visconti's 1965 film Vaghe stelle dell'Orsa, released as Sandra (Of a Thousand Delights) in the United States and as Of These Thousand Pleasures in the UK.
Volterra's scenery is used for Central City in the 2017 film Fullmetal Alchemist (film) directed by Fumihiko Sori.
The 2016 video game The Town of Light is set in a fictionalized version of the notorious Volterra Psychiatric Hospital.
"Volaterrae" is the name given by Dan and Una to their secret place in Far Wood in Rudyard Kipling's Puck of Pook's Hill. They named it from the verse in Lord Macaulay's Lays of Ancient Rome:
From lordly Volaterrae,
Where scowls the far-famed hold
Piled by the hands of giants
For Godlike Kings of old.
Volterra and its relationship with Medici Florence features in the 2018 second season of Medici: Masters of Florence.
(Wikipedia)
Volterra, lateinisch Volaterrae, ist eine italienische Stadt mit 9980 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) in der Provinz Pisa in der Region Toskana.
Geographie
Volterra liegt etwa 50 Kilometer südlich von Pisa und 30 Kilometer vom Mittelmeer entfernt. Die Stadt gilt mit ihrem spektakulären landschaftlichen Umfeld als eine der schönsten in der Toskana.
Der Kern der heutigen Stadt liegt abgeschieden auf einem 550 m hohen Bergrücken über dem Tal der Cecina (Val di Cecina) inmitten einer kargen, zerfurchten Hügellandschaft. Die Felsabbrüche und Geröllhalden sind das Produkt jahrhundertelanger Erosion. Das Gebiet Le Balze im Nordwesten Volterras vermittelt einen beispielhaften Eindruck dieses Phänomens.
Die Stadt wird beherrscht von einer heute als Staatsgefängnis benutzten Festung der Medici, der Fortezza Medicea. Volterra ist ein Zentrum der Alabasterverarbeitung.
Zu den Ortsteilen (Frazioni) zählen Mazzolla, Montemiccioli, Saline di Volterra und Villamagna.
Die Nachbargemeinden sind Casole d’Elsa (SI), Colle di Val d’Elsa (SI), Gambassi Terme (FI), Lajatico, Montaione (FI), Montecatini Val di Cecina, Peccioli, Pomarance und San Gimignano (SI).
Geschichte
Volterra kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. entstand der Ort aus der Verbindung mehrerer kleiner etruskischer Ansiedlungen, deren Bestand bis ins 7. Jahrhundert v. Chr. zurückverfolgt werden kann. Zu dieser Zeit bauten die Etrusker eine sieben Kilometer lange Ringmauer und nannten die nunmehr vereinigte Stadt Velathri.
Volterra war eine der ältesten und größten der zwölf Bundesstädte Etruriens. Später war es eine römische Stadt mit den Rechten eines Municipiums. Ihre hohe Lage machte sie zu einer starken Festung, die Sulla im ersten Bürgerkrieg erst nach zweijähriger Belagerung 79 v. Chr. einnehmen konnte.
Im 12. und 13. Jahrhundert war Volterra eine Republik; im 14. Jahrhundert fiel es an Florenz.
Sehenswürdigkeiten
Architektonische und künstlerische Zeugnisse der verschiedenen Epochen zeugen von der wechselvollen Existenz und Bedeutung der Stadt. Einige der etruskischen Nekropolen und mittelalterlichen Kirchenmauern sind jedoch in der Vergangenheit der Erosion zum Opfer gefallen.
Am Hauptplatz der Stadt, der Piazza dei Priori, steht der älteste erhaltene Kommunalpalast der Toskana, der Palazzo dei Priori.
Von der etruskischen Stadtmauer ist als einziges Tor die Porta all’Arco gut erhalten. Es stammt aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. Im äußeren Bogen sind drei verwitterte Köpfe zu erkennen, deren Bedeutung aber umstritten ist.
Außerhalb der mittelalterlichen Porta Fiorentina liegt das Teatro Romano, erbaut zur Zeit des Kaisers Augustus. Von der Zuschauertribüne für etwa 2000 Personen blickt man auf die teilweise rekonstruierte Bühnenwand. Die unterhalb des Theaters liegenden Thermenanlagen stammen aus späterer Zeit.
Andere historische öffentliche Gebäude sind der Dom Santa Maria Assunta aus dem frühen 12. Jahrhundert mit einer Kassettendecke und mit Granit vortäuschender Stuckverkleidung der Säulen sowie etlichen künstlerisch hochrangigen Ausstattungsstücken, das oktogonale Baptisterium mit einem Taufbecken von Andrea Sansovino, der auf Privatpaläste und Wohntürme aus dem 12. und 13. Jahrhundert zurückgehende Palazzo Pretorio sowie der als Gefängnis dienende Torre del Porcellino. Schließlich gehört der Palazzo Incontri-Viti zu den prachtvollsten Gebäuden Volterras.
Unter den Kirchen sind zu nennen: die spätromanische S. Michele sowie die Kirchen von S. Francesco, S. Lino und S. Girolamo mit Bildern und Skulpturen aus der Schule von Florenz.
Museen
Von besonderer Bedeutung ist das archäologische Museo Etrusco Guarnacci im Palazzo Desideri Tangassi. Mario Guarnacci (1701–1785), ein vielseitig interessierter Gelehrter, widmete seine Studien der antiken Geschichte. Dabei konnte er durch Ankäufe und Ausgrabungen eine ansehnliche Menge Belegmaterial über die etruskische Zivilisation sammeln.
Ein bedeutender Teil der Sammlung umfasst Ascheurnen sowie Stücke aus Bronze und Keramik. Die Urnen bestehen aus Tuffstein, Alabaster und Tonerde. Eine der bekanntesten ganz Etruriens ist die Urna degli Sposi (dt. Urne der Brautleute), auf deren Deckel ein Paar beim Festmahl liegend dargestellt ist.
Das bedeutendste Stück der Sammlung ist jedoch die Bronzefigur Ombra della sera (dt. Abendschatten). Es ist mit der Zeit zu einer „Ikone“ für das Museum und die Stadt Volterra geworden. Seine Berühmtheit verdankt es hauptsächlich seiner einzigartigen Form, die den italienischen Dichter Gabriele D’Annunzio an den Schatten einer menschlichen Figur in der Abendsonne erinnert haben soll. Es ist ein Meisterwerk etruskischer Bronzegießer aus der hellenistischen Periode. Ein weiteres bedeutendes Exponat ist die Stele des Avile Tite aus dem 6. Jahrhundert v. Chr.
Weitere Ausstellungsstücke sind verschiedene Mosaikböden aus der römischen Kaiserzeit, die aus Volterra und Segalari stammen. Hinzu kommt eine Münzsammlung mit seltenen etruskischen Münzen aus Gold, Silber und Bronze. Schließlich sind noch mit Edelsteinen verzierte etruskische und römische Schmuckstücke zu sehen.
Wichtig ist die Sammlung der seit 1982 im Minucci-Solaini-Palast untergebrachten „Pinacoteca“ mit der berühmten Kreuzesabnahme (1521), dem Meisterwerk des Malers Rosso Fiorentino, und den bedeutendsten Arbeiten von Taddeo di Bartolo, Domenico Ghirlandaio und Luca Signorelli, welche die künstlerischen Einflüsse aus Pisa, Florenz und Siena anschaulich machen.
Im April 2003 wurde im Turmhaus des Palazzo Minucci-Solaini das Ecomuseo dell’Alabastro eröffnet, in dem die Geschichte der Gewinnung und der Verarbeitung von Alabaster seit der Antike bis zur Gegenwart dargestellt ist.
Volterra in der Literatur
Volterra ist eine wichtige Stadt in Stephenie Meyers „Biss“-Serie. Dort ist Volterra die Heimatstadt der Volturi, einer königlichen Vampirfamilie.
Volterra spielt auch in der von Dudley Pope geschriebenen Romanreihe um den britischen Marineoffizier Nicolas Ramage eine Rolle. Im ersten Band rettet er während der Napoleonischen Kriege die Marchesa von Volterra vor den französischen Besatzungstruppen. Er verliebt sich in sie, und ihre Herrschaft über Volterra spielt in den weiteren Bänden eine wichtige Rolle. Auch ihr Neffe, Paolo Orsini, nächster in der Erbreihenfolge der Regentschaft, kommt in den meisten Romanen vor, da er als Fähnrich unter Ramages Kommando segelt.
(Wikipedia)
Italien / Toskana - Volterra
Volterra (Italian pronunciation: [volˈtɛrra]; Latin: Volaterrae) is a walled mountaintop town in the Tuscany region of Italy. Its history dates from before the 8th century BC and it has substantial structures from the Etruscan, Roman, and Medieval periods.
History
Volterra, known to the ancient Etruscans as Velathri or Vlathri and to the Romans as Volaterrae, is a town and comune in the Tuscany region of Italy. The town was a Bronze Age settlement of the Proto-Villanovan culture, and an important Etruscan center (Velàthre, Velathri or Felathri in Etruscan, Volaterrae in Latin language), one of the "twelve cities" of the Etruscan League.
The site is believed to have been continuously inhabited as a city since at least the end of the 8th century BC. It became a municipium allied to Rome at the end of the 3rd century BC. The city was a bishop's residence in the 5th century, and its episcopal power was affirmed during the 12th century. With the decline of the episcopate and the discovery of local alum deposits, Volterra became a place of interest of the Republic of Florence, whose forces conquered Volterra. Florentine rule was not always popular, and opposition occasionally broke into rebellion. These rebellions were put down by Florence.
When the Republic of Florence fell in 1530, Volterra came under the control of the Medici family and later followed the history of the Grand Duchy of Tuscany.
Culture
The main events that take place during the year in Volterra are
Volterra gusto
Volterra arte
Volterra teatro
Main sights
Roman Theatre of Volterra, 1st century BC, excavated in the 1950s
the Roman amphitheatre was discovered in 2015 and has been excavated over the succeeding years
Piazza dei Priori, the main square, a fine example of medieval Tuscan town squares
Palazzo dei Priori, the town hall located on Piazza dei Priori, construction begun in 1208 and finished in 1257
Pinacoteca e museo civico di Volterra (Art Gallery) in Palazzo Minucci-Solaini. Founded in 1905, the gallery consists mostly of works by Tuscan artists from 14th to 17th centuries. Includes a Deposition by Rosso Fiorentino.
Etruscan Acropolis and Roman Cistern. The acropolis on the citadel dates to the 8th century B.C., while the impressive cistern is from the 1st century B.C.
Volterra Cathedral. It was enlarged in the 13th century after an earthquake. It houses a ciborium and some angels by Mino da Fiesole, a notable wood Deposition (1228), a masterwork of Romanesque sculpture and the Sacrament Chapel, with paintings by Santi di Tito, Giovanni Balducci and Agostino Veracini. In the center of the vault are fragments of an Eternal Father by Niccolò Circignani. Also noteworthy is the Addolorata Chapel, with a terracotta group attributed to Andrea della Robbia and a fresco of Riding Magi by Benozzo Gozzoli. In the nearby chapel, dedicated to the Most Holy Name of Jesus, is a table with Christ's monogram, allegedly painted by Bernardino of Siena. The rectangular bell tower is from 1493.
Volterra Baptistery of San Giovanni, built in the second half of the 13th century.
Fortezza Medicea (Medicean Fortress), built in the 1470s, now a prison housing the noted restaurant, Fortezza Medicea restaurant.
Guarnacci Etruscan Museum, with thousands of funeral urns dating back to the Hellenistic and Archaic periods. Main attractions are the bronze statuette "Ombra della sera" (lit. '"Shadow of the Night"'), and the sculpted effigy, "Urna degli Sposi" (lit. '"Urn of the Spouses"') of an Etruscan couple in terra cotta.
The Etruscan Walls of Volterra, including the well-preserved Walls of Volterra (3rd-2nd centuries BC), and Porta Diana gates.
The Medici Villa di Spedaletto, outside the city, in direction of Lajatico
There are excavations of Etruscan tombs in the Valle Bona area.
Volterra Psychiatric Hospital, Founded in 1888 until 1978, it was reopened for public and will be once more used for psychiatric purposes.
In popular culture
Volterra features in Horatius, a poem by Lord Macaulay.
Linda Proud's A Tabernacle for the Sun (2005), the first volume of The Botticelli Trilogy, begins with the sack of Volterra in 1472. Volterra is the ancestral home of the Maffei family and the events of 1472 lead directly to the Pazzi Conspiracy of 1478. The protagonist of the novel is Tommaso de' Maffei, half brother of one of the conspirators.
Volterra is an important location in Stephenie Meyer's Twilight series. In the books, Volterra is home to the Volturi, a clan of rich, regal, powerful ancient vampires, who essentially act as the rulers of the world's vampire population. (However, the relevant scenes from the movie were shot in Montepulciano.)
Volterra is the site of Stendhal's famously disastrous encounter in 1819 with his beloved Countess Mathilde Dembowska: she recognised him there, despite his disguise of new clothes and green glasses, and was furious. This is the central incident in his book On Love
Volterra is mentioned repeatedly in British author Dudley Pope's Captain Nicholas Ramage historical nautical series. Gianna, the Marchesa of Volterra and the fictional ruler of the area, features in the first twelve books of the eighteen-book series. The books chart the progress and career of Ramage during the Napoleonic wars of the late eighteenth and early nineteenth century, providing readers with well-scripted articulate details of life aboard sailing vessels and conditions at sea of that time.
Volterra is the site where the novel Chimaira by the Italian author Valerio Massimo Manfredi takes place.
Valerio Massimo Manfredi's The Ancient Curse is also set in Volterra, where a statue called 'The Shade of Twilight' is stolen from the Volterra museum.
Volterra is featured in Jhumpa Lahiri's 2008 collection of short stories Unaccustomed Earth. It is where Hema and Kaushik, the protagonists of the final short story "Going Ashore," travel before they part.
Volterra is featured in Luchino Visconti's 1965 film Vaghe stelle dell'Orsa, released as Sandra (Of a Thousand Delights) in the United States and as Of These Thousand Pleasures in the UK.
Volterra's scenery is used for Central City in the 2017 film Fullmetal Alchemist (film) directed by Fumihiko Sori.
The 2016 video game The Town of Light is set in a fictionalized version of the notorious Volterra Psychiatric Hospital.
"Volaterrae" is the name given by Dan and Una to their secret place in Far Wood in Rudyard Kipling's Puck of Pook's Hill. They named it from the verse in Lord Macaulay's Lays of Ancient Rome:
From lordly Volaterrae,
Where scowls the far-famed hold
Piled by the hands of giants
For Godlike Kings of old.
Volterra and its relationship with Medici Florence features in the 2018 second season of Medici: Masters of Florence.
(Wikipedia)
Volterra, lateinisch Volaterrae, ist eine italienische Stadt mit 9980 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) in der Provinz Pisa in der Region Toskana.
Geographie
Volterra liegt etwa 50 Kilometer südlich von Pisa und 30 Kilometer vom Mittelmeer entfernt. Die Stadt gilt mit ihrem spektakulären landschaftlichen Umfeld als eine der schönsten in der Toskana.
Der Kern der heutigen Stadt liegt abgeschieden auf einem 550 m hohen Bergrücken über dem Tal der Cecina (Val di Cecina) inmitten einer kargen, zerfurchten Hügellandschaft. Die Felsabbrüche und Geröllhalden sind das Produkt jahrhundertelanger Erosion. Das Gebiet Le Balze im Nordwesten Volterras vermittelt einen beispielhaften Eindruck dieses Phänomens.
Die Stadt wird beherrscht von einer heute als Staatsgefängnis benutzten Festung der Medici, der Fortezza Medicea. Volterra ist ein Zentrum der Alabasterverarbeitung.
Zu den Ortsteilen (Frazioni) zählen Mazzolla, Montemiccioli, Saline di Volterra und Villamagna.
Die Nachbargemeinden sind Casole d’Elsa (SI), Colle di Val d’Elsa (SI), Gambassi Terme (FI), Lajatico, Montaione (FI), Montecatini Val di Cecina, Peccioli, Pomarance und San Gimignano (SI).
Geschichte
Volterra kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. entstand der Ort aus der Verbindung mehrerer kleiner etruskischer Ansiedlungen, deren Bestand bis ins 7. Jahrhundert v. Chr. zurückverfolgt werden kann. Zu dieser Zeit bauten die Etrusker eine sieben Kilometer lange Ringmauer und nannten die nunmehr vereinigte Stadt Velathri.
Volterra war eine der ältesten und größten der zwölf Bundesstädte Etruriens. Später war es eine römische Stadt mit den Rechten eines Municipiums. Ihre hohe Lage machte sie zu einer starken Festung, die Sulla im ersten Bürgerkrieg erst nach zweijähriger Belagerung 79 v. Chr. einnehmen konnte.
Im 12. und 13. Jahrhundert war Volterra eine Republik; im 14. Jahrhundert fiel es an Florenz.
Sehenswürdigkeiten
Architektonische und künstlerische Zeugnisse der verschiedenen Epochen zeugen von der wechselvollen Existenz und Bedeutung der Stadt. Einige der etruskischen Nekropolen und mittelalterlichen Kirchenmauern sind jedoch in der Vergangenheit der Erosion zum Opfer gefallen.
Am Hauptplatz der Stadt, der Piazza dei Priori, steht der älteste erhaltene Kommunalpalast der Toskana, der Palazzo dei Priori.
Von der etruskischen Stadtmauer ist als einziges Tor die Porta all’Arco gut erhalten. Es stammt aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. Im äußeren Bogen sind drei verwitterte Köpfe zu erkennen, deren Bedeutung aber umstritten ist.
Außerhalb der mittelalterlichen Porta Fiorentina liegt das Teatro Romano, erbaut zur Zeit des Kaisers Augustus. Von der Zuschauertribüne für etwa 2000 Personen blickt man auf die teilweise rekonstruierte Bühnenwand. Die unterhalb des Theaters liegenden Thermenanlagen stammen aus späterer Zeit.
Andere historische öffentliche Gebäude sind der Dom Santa Maria Assunta aus dem frühen 12. Jahrhundert mit einer Kassettendecke und mit Granit vortäuschender Stuckverkleidung der Säulen sowie etlichen künstlerisch hochrangigen Ausstattungsstücken, das oktogonale Baptisterium mit einem Taufbecken von Andrea Sansovino, der auf Privatpaläste und Wohntürme aus dem 12. und 13. Jahrhundert zurückgehende Palazzo Pretorio sowie der als Gefängnis dienende Torre del Porcellino. Schließlich gehört der Palazzo Incontri-Viti zu den prachtvollsten Gebäuden Volterras.
Unter den Kirchen sind zu nennen: die spätromanische S. Michele sowie die Kirchen von S. Francesco, S. Lino und S. Girolamo mit Bildern und Skulpturen aus der Schule von Florenz.
Museen
Von besonderer Bedeutung ist das archäologische Museo Etrusco Guarnacci im Palazzo Desideri Tangassi. Mario Guarnacci (1701–1785), ein vielseitig interessierter Gelehrter, widmete seine Studien der antiken Geschichte. Dabei konnte er durch Ankäufe und Ausgrabungen eine ansehnliche Menge Belegmaterial über die etruskische Zivilisation sammeln.
Ein bedeutender Teil der Sammlung umfasst Ascheurnen sowie Stücke aus Bronze und Keramik. Die Urnen bestehen aus Tuffstein, Alabaster und Tonerde. Eine der bekanntesten ganz Etruriens ist die Urna degli Sposi (dt. Urne der Brautleute), auf deren Deckel ein Paar beim Festmahl liegend dargestellt ist.
Das bedeutendste Stück der Sammlung ist jedoch die Bronzefigur Ombra della sera (dt. Abendschatten). Es ist mit der Zeit zu einer „Ikone“ für das Museum und die Stadt Volterra geworden. Seine Berühmtheit verdankt es hauptsächlich seiner einzigartigen Form, die den italienischen Dichter Gabriele D’Annunzio an den Schatten einer menschlichen Figur in der Abendsonne erinnert haben soll. Es ist ein Meisterwerk etruskischer Bronzegießer aus der hellenistischen Periode. Ein weiteres bedeutendes Exponat ist die Stele des Avile Tite aus dem 6. Jahrhundert v. Chr.
Weitere Ausstellungsstücke sind verschiedene Mosaikböden aus der römischen Kaiserzeit, die aus Volterra und Segalari stammen. Hinzu kommt eine Münzsammlung mit seltenen etruskischen Münzen aus Gold, Silber und Bronze. Schließlich sind noch mit Edelsteinen verzierte etruskische und römische Schmuckstücke zu sehen.
Wichtig ist die Sammlung der seit 1982 im Minucci-Solaini-Palast untergebrachten „Pinacoteca“ mit der berühmten Kreuzesabnahme (1521), dem Meisterwerk des Malers Rosso Fiorentino, und den bedeutendsten Arbeiten von Taddeo di Bartolo, Domenico Ghirlandaio und Luca Signorelli, welche die künstlerischen Einflüsse aus Pisa, Florenz und Siena anschaulich machen.
Im April 2003 wurde im Turmhaus des Palazzo Minucci-Solaini das Ecomuseo dell’Alabastro eröffnet, in dem die Geschichte der Gewinnung und der Verarbeitung von Alabaster seit der Antike bis zur Gegenwart dargestellt ist.
Volterra in der Literatur
Volterra ist eine wichtige Stadt in Stephenie Meyers „Biss“-Serie. Dort ist Volterra die Heimatstadt der Volturi, einer königlichen Vampirfamilie.
Volterra spielt auch in der von Dudley Pope geschriebenen Romanreihe um den britischen Marineoffizier Nicolas Ramage eine Rolle. Im ersten Band rettet er während der Napoleonischen Kriege die Marchesa von Volterra vor den französischen Besatzungstruppen. Er verliebt sich in sie, und ihre Herrschaft über Volterra spielt in den weiteren Bänden eine wichtige Rolle. Auch ihr Neffe, Paolo Orsini, nächster in der Erbreihenfolge der Regentschaft, kommt in den meisten Romanen vor, da er als Fähnrich unter Ramages Kommando segelt.
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Schloss Schwetzingen ist ein Schloss in Schwetzingen, das vor allem den pfälzischen Kurfürsten Karl Philipp und Karl Theodor als Sommerresidenz diente. Bekannt ist in erster Linie der im 18. Jahrhundert angelegte Schlossgarten. Jährlich finden im Schloss die Schwetzinger Festspiele und alle zwei Jahre das Lichterfest statt.
Inhaltsverzeichnis
1 Geschichte
2 Weltkulturerbe
3 Schloss
3.1 Innenräume
3.2 Zirkelbauten
3.3 Theater
3.4 Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen
4 Garten
4.1 Französischer Garten
4.2 Englischer Garten
4.3 Arboretum
4.4 See
4.5 Bauten
4.5.1 Merkurtempel
4.5.2 Minervatempel
4.5.3 Apollotempel
4.5.4 Tempel der Waldbotanik
4.5.5 Badhaus
4.5.6 Wasserspeiende Vögel
4.5.7 Perspektiv
4.5.8 Orangerie
4.5.9 Moschee
4.5.10 Römische Wasserleitung
4.5.11 Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)
4.6 Landschaftsschutzgebiet
5 Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses
6 Siehe auch
7 Literatur
8 Film
9 Weblinks
10 Einzelnachweise
Geschichte
Das Schwetzinger Schloss wurde im Jahr 1350 zum ersten Mal als Feste urkundlich erwähnt. Es handelte sich um ein mittelalterliches Wasserschloss. 1427 kam es in den Besitz des Kurfürsten Ludwig III. In der Folgezeit wurde es mehrfach umgebaut, diente als Jagdschloss und wurde gegen Ende des Dreißigjährigen Kriegs zerstört. Kurfürst Karl Ludwig ließ das Schwetzinger Schloss für seine Geliebte Luise von Degenfeld wieder aufbauen. Während eines Besuchs im August 1656 hatte er den Einwohnern von Schwetzingen bereits befohlen, sämtlichen Schutt wegzuräumen, wobei aufgelesene Trümmerteile wie Steine, Hölzer und „altes Eisenwerk“ bei den Untertanen zur eigenen Verwendung verbleiben durften. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde das Schloss erneut zerstört, die Grundmauern blieben allerdings stehen.
Karl Philipp
Karl Theodor
Seine heutige Form erhielt das Schloss auf Befehl des Kurfürsten Johann Wilhelm, der in Düsseldorf regierte. Dieser ließ es unter Leitung des Grafen Matteo Alberti – der Erbauer des Schlosses Bensberg – von dem Heidelberger Baumeister Johann Adam Breunig umbauen und durch zwei Flügelbauten wesentlich vergrößern. Das Bauwerk wurde in mehreren Bauabschnitten ab dem Jahre 1697 errichtet und ausgebaut. Im Jahr 1752 wurde eine Gartenerweiterung auf dem damals rund 70 Hektar großen Areal vorgenommen. Im gleichen Jahr wurde auch das Schlosstheater eröffnet. Obwohl das Schloss seit der Verlegung der Residenz des Kurfürsten Karl Theodor von Mannheim nach München im Jahr 1778 kaum mehr benutzt wurde, wurde in der Folgezeit am Garten weiter gearbeitet.
Unter Karl Theodor war Schwetzingen Sommerresidenz: Die Hofhaltung wurde in den warmen Monaten von Schloss Mannheim nach Schloss Schwetzingen verlegt. Die Schlichtheit der Wohnungen des Kurfürstenpaares und eine größere Informalität der Umgangsformen waren Ausdruck eines vorgeblich einfacheren, unbeschwerten „Lebens auf dem Lande“.
An der künstlerischen Ausgestaltung von Schloss und Garten waren nahezu alle am Hof in Mannheim beschäftigten Künstler beteiligt. Dazu gehörten Alessandro Galli da Bibiena und Peter Anton von Verschaffelt. Der Lothringer Nicolas de Pigage war Intendant der Gärten und Wasserkünste sowie der bestimmende Architekt in der Karl-Theodor-Zeit. Pigage erweiterte den Garten in allen Stilwandlungen der Zeit. Der Zweibrücker Hofgärtner Johann Ludwig Petri plante das Hauptparterre und den Zirkel des französischen Gartens. Der erste Hofgärtner, van Wynder, wurde aus Kassel nach Schwetzingen berufen.
Der zweite Hofgärtner war Johann Wilhelm Sckell, ein Hauptmitarbeiter Pigages. Sein Sohn Friedrich Ludwig Sckell wurde 1804 nach München berufen, wo er den Englischen Garten anlegte. Der erste badische Gartenbaudirektor war Johann Michael Zeyher, der den Flieder in Schwetzingen einführte.
Schloss Schwetzingen zählt heute zu den landeseigenen Monumenten und wird von der Einrichtung Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg betreut. Der Garten ist gegen Eintritt öffentlich zugänglich, Schloss und Theater können im Rahmen von Führungen besichtigt werden.
Weltkulturerbe
Im September 1999 meldete Deutschland Schwetzingen in der bei der UNESCO geführten sogenannten Tentativliste als potentielle Welterbestätte an.[1] Ein dortiger Eintrag ist die Voraussetzung dafür, dass zu einem späteren Zeitpunkt ein Antrag auf Verleihung eines entsprechenden Prädikats, in diesem Fall des Weltkulturerbes, gestellt werden kann. Dies geschah dann auch im Jahre 2007. Der Antrag umfasste einen Kernbereich von Schloss und Schlossgarten, den vorgelagerten Schlossplatz, das Ysenburgsche Palais sowie die Sichtachsen der Carl-Theodor- und der Lindenstraße. Hinzu kam eine zusätzliche Pufferzone, die weitere Teile der Stadt einbezog.[2]
Im Juni 2009 wurde der Antrag aufgrund eines negativen Votums des ICOMOS wieder zurückgenommen und infolgedessen im Laufe des folgenden Herbstes überarbeitet. Der ursprüngliche Ansatz, das freimaurerische und aufklärerische Wirken Carl-Theodors begleitend zu betonen, wurde zurückgefahren, stattdessen die künstlerische und musische Bedeutung von Schloss und Stadt hervorgehoben. Außerdem wurde der Kernbereich geringfügig erweitert.[2] Im Januar 2010 wurde der Neuantrag eingereicht.[3] Im März 2010 setzte die Kultusministerkonferenz Schwetzingen erneut auf die deutsche Nominierungsliste, diesmal für 2011.[4][5] Der als Entscheidungsgrundlage dienende Bewertungsbericht der ICOMOS vom Mai 2012 empfahl jedoch abermals, die Anlage nicht aufzunehmen. Negativ wurde insbesondere bewertet, dass es von dieser Art von Schlössern und Gärten schon elf, beispielsweise in Dessau, in Brühl oder in Potsdam und Berlin, und damit eigentlich deren genügend auf der Welterbeliste gebe. Eine besondere Stellung Schwetzingens habe nicht erkannt werden können.[6] Das Welterbekomitee stimmte dem ICOSMOS-Votum zwar mehrheitlich nicht zu, behandelte den Schwetzinger Antrag aber auch nicht, sondern empfahl stattdessen, einen neuen, abermals überarbeiteten Entwurf vorzulegen. Ob es dazu kommt, ist fraglich.[7][8][9] Über einen erneuten Versuch wurde nichts bekannt.
Schloss
Plan von Schwetzingen (um 1840)
Eine Anfahrt aus Heidelberg liegt auf der geraden Verbindung vom Königstuhl nach Schwetzingen. Die Trasse ist von erhöhter Position aus in der Landschaft noch gut erkennbar, aber nicht durchgehend befahrbar. Vom Königstuhl aus gesehen läuft diese Linie hinter dem Schloss weiter auf die Kalmit zu.
Vom Schwetzinger Schlossplatz gelangt man in den Ehrenhof. In den beiden ehemaligen Wachhäuschen am Schlosstor befinden sich heute ein Museumsladen und ein Café. Der Hof wird links und rechts von symmetrischen Wirtschaftsgebäuden flankiert. In der Mitte, an der Westseite, befindet sich das Corps de Logis, der Wohnbau des Schlosses.
Innenräume
In einer langwierigen Restaurierung der Jahre 1975–1991 wurden die Innenräume des Schlosses wiederhergestellt und mit authentischen Möbeln des 18. Jahrhunderts eingerichtet. In der Beletage verdeutlichen im Rahmen eines Schlossmuseums die Gesellschaftsräume, die Wohnung des Kurfürsten und die Wohnung der Kurfürstin das Funktionsprofil des Schlosses in der Karl-Theodor-Zeit.
Von besonderem kunstgeschichtlichen Rang sind die Räume der in badischer Zeit ab 1803 umgestalteten Wohnung der Reichsgräfin Luise Karoline von Hochberg im zweiten Obergeschoss aufgrund der vorzüglich erhaltenen Handdrucktapeten (1804) der Firma Zuber et Cie in Rixheim (Compagniezimmer mit Alpenpanorama „Vues de Suisse“, Schlafzimmer, Grand Cabinet).
Zirkelbauten
Nördlicher Zirkelbau
Südlicher Zirkelbau
Die Zirkelbauten sind zwei eingeschossige, dank hoher Fenstertüren mit unmittelbarem Gartenzugang versehene Werksteinbauten, die sich seitlich an das Schloss zu einem Halbrund anschließen und das kreisrunde Gartenparterre gemeinsam mit dem Halbkreis der Wandelgänge aus Lattenwerk umfangen. Der nördliche Zirkelbau wurde in den Jahren 1748/1749 von Alessandro Galli da Bibiena erbaut, der südliche im Jahr 1753 von Franz Wilhelm Rabaliatti. Die Zirkelbauten wurden für die Hofgesellschaften (Speisetafel, Spiele und Konzerte, Bälle) genutzt. Solche zusätzlichen, repräsentativen Räumlichkeiten waren angesichts der beengten Verhältnisse im alten Wohnbau des Schlosses unverzichtbar. Heute werden die Zirkelbauten als Schlossrestaurant, Café und Theaterfoyer sowie für Konzerte und Ausstellungen genutzt.
Theater
→ Hauptartikel: Schlosstheater Schwetzingen
Das kurfürstliche Hoftheater im frühklassizistischen Stil (oft fälschlich „Rokokotheater“ genannt) wurde am 15. Juni 1753 mit Oper Il figlio delle selve („Der Sohn der Wälder“) von Ignaz Holzbauer eröffnet. Hier wirkten Sänger, Instrumentalisten und Komponisten von internationalem Rang, darunter die Vertreter der Mannheimer Schule. Nachdem Karl Theodor seine Residenz nach München verlegt hatte, fanden nur noch gelegentliche Aufführungen in Schwetzingen statt, wenn der Kurfürst dort zu Besuch war. Auch in der badischen Zeit wurde das Theater nur selten benutzt. Es verfiel und konnte nicht mehr bespielt werden. 1936/37 und 2002/03 wurde das Theater völlig renoviert. Die Brüstungen der leicht ansteigenden Logenränge haben im Grundriss die Form einer Lyra. Die Pfeiler sind reich verziert und von Korbbögen überbrückt, die die Wirkung des Raumes vertiefen.
Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen
Im südlichen Flügel des Schlosses sind seit ihrer Gründung 1953 die Fachhochschule Schwetzingen – Hochschule für Rechtspflege bzw. deren Vorgängereinrichtungen untergebracht. Aufgrund umfangreicher Umbau- und Renovierungsarbeiten wurde der Studienbetrieb seit September 2009 in ein Ausweichquartier nach Mannheim-Wohlgelegen verlegt.
Garten
Parterre
Der Schwetzinger Schlossgarten gliedert sich in einen Französischen Garten und einen Englischen Garten. Bei der kunsthistorischen Interpretation des Gartens wird auch unterschieden zwischen dem „Garten der Allegorien“, also jener Gartenteil, in welchem ohne tiefere Bedeutung allegorische Figuren stehen, und dem „Garten der Vernunft“. Zum „Garten der Vernunft“ zählen Minervatempel, Merkurtempel, Moschee, Apollotempel, Tempel der Botanik, das römische Wasserkastell sowie das Arboretum, also jene Gartenteile, in denen im Sinne aufklärerischen Denkens die Vernunft gefeiert wird. Der Schwetzinger Schlossgarten war, mit Ausnahme des Bereiches um das Badhaus, bereits in kurfürstlicher Zeit für die gesamte Bevölkerung zugänglich, damals noch ohne Eintrittsgeld. Eine Parkordnung regelte das angemessene Verhalten der Besucher.
Französischer Garten
Luftaufnahme des Barockgartens
Fontäne in der Gartenmitte
Längs der Hauptachse des Gartens blickt man nach Osten auf den Königstuhl im Odenwald und nach Westen auf die Kalmit im Pfälzerwald.
Der Barockgarten ist nach französischer Art in strengen geometrischen Formen angelegt. Die wichtigsten Elemente sind die Hauptachse, die Querachse und das Kreisrund. Der vordere Gartenteil zeigt Parterres und Boskette. Auf der Schlossterrasse befinden sich Urnen, die die vier Weltzeitalter darstellen (goldenes, silbernes, ehernes und eisernes Zeitalter). Zudem befinden sich dort zwei vergoldete Atalanten, die noch aus dem Vorgängergarten stammen. Eine Besonderheit des französischen Gartens ist die kreisförmige Anlage der zentrale Teil rund um den Arionbrunnen, das sogenannte Kreisparterre.
Der zentrale Arionbrunnen von Guibal hat eine Begebenheit der antiken Mythologie zum Thema: Arion (Arion von Lesbos) ist ein berühmter Sänger. Nach einem Wettstreit reich beschenkt, wird er auf See von den Schiffsleuten bedrängt. Er bittet, ein letztes Mal singen zu dürfen. Bei seinem Gesang erscheinen Delfine. Der Sänger stürzt sich in die Fluten und ein Delfin bringt ihn an die Küste, so dass er seinen Weg nach Korinth fortsetzen kann. Das Sternbild Delphin wird in manchen Überlieferungen als der von den Göttern ans Firmament entrückte Arion auf dem Delfin gedeutet.
Abgeschlossen wird der französische Garten durch die Darstellung einer Hirschjagd von Verschaffelt. In unmittelbarer Nähe sind die vier Elemente in Skulpturen dargestellt.
Englischer Garten
Die westlichen und nordwestlichen Teile des Gartens wurden als englischer Landschaftsgarten gestaltet. Im Gegensatz zum französischen Garten sind hier die Wege und Uferlinien leicht geschwungen. Am unregelmäßigen Waldbereich wurde fast nichts verändert.
Arboretum
Ein Arboretum ist eine Sammlung oft exotischer Gehölze. Der Gartenbaumeister Zeyher legte diesen Garten im Jahr 1802 mit exotischen Bildern aus aller Welt an. Besonders kunstvoll ist das schmiedeeiserne, teilvergoldete Tor von Rabaliatti. Auf derselben Fläche befand sich vorher eine Fasanerie mit Tiergehegen.
See
See mit Schloss im Hintergrund
See im Winter
Gartenphaeton des Kurfürsten 1775
Schon beim Betreten des Schlossgartens sieht der Besucher auf den großen See, der den Garten abschließt. An der Stelle des Sees befand sich ursprünglich ein ummauertes Bassin, das auf Vorschlag Zeyhers im Jahr 1823 auf Befehl des Großherzogs Ludwig von Baden erweitert und in einen See mit natürlicher Uferausformung umgewandelt wurde. Zwei Skulpturen (Kopien) von Verschaffelt ruhen auf der dem Schloss zugewandten Längsseite beidseitig der Blickachse: die Flussgötter Rhein und Donau. Die Originale sind in der Orangerie zu besichtigen.
Der See und alle weiteren Gewässer werden seit Pigage von zwei Wasserwerken gefüllt, die den Leimbach als Antrieb für die Mühlräder der Pumpen nutzten. Dieser umschloss bereits die ursprüngliche Burganlage und fließt vom Kraichgau kommend in Richtung Rhein. Für die Fontänen wurde sauberes Grundwasser verwendet. Diese Pumpen befanden sich im nördlichen Schlossflügel (oberes Wasserwerk mit Hochbehälter im heutigen Finanzamt). Ein zweites Pumpwerk mit Hochbehälter, das einen gleichbleibenden Druck sicherstellte, war am Parkende hinter dem Aquädukt verborgen (unteres Wasserwerk).
Für Karl-Theodor kaufte Pigage 1775 in London einen Gartenphaeton mit Lakai-Antrieb, wozu alle Hauptwege topfeben angelegt und sogar vorzeitliche Grabhügel abgetragen wurden. Damit konnte der Kurfürst im Park herumfahren, ohne dass Pferdeexkremente die Gartenwege verschmutzten. Der Muskelkraftwagen, heute im Schloss Nymphenburg, regte den Heidelberger Studenten Karl Drais vor 1803 zur späteren Erfindung des Ur-Fahrrads an.[10]
Bauten
Im Schwetzinger Schlosspark befinden sich neben zahlreichen Statuen auch einige Bauwerke. Das Gebäudeprogramm zeigt einen philosophischen und architektonischen Bezug auf die klassische Antike und, im Falle des Moschee-Komplexes, auf den Islam und die orientalische Weisheitslehre. Neuere Forschungen wollen im Schwetzinger Garten ein freimaurerisches Programm erkennen, in dem christliche Vorstellungen eingebunden wären. Gartenbauten, Wegbeziehungen, Tore und Brücken sollten den Park nicht nur in Einzelräume unterteilen, sondern größer wirken lassen. Einen eigenen Komplex bietet das früher nur auf Einladung oder Befehl des Kurfürsten zugängliche Badhaus, ein kleines Lusthaus mit eigenem Garten und dem „Perspektiv“.
Nach Ansicht von Richard Benz führte das Erlebnis der „künstlichen Ruinen“ im Schwetzinger Schlosspark die Dichter des 18. Jahrhunderts zur Beschäftigung mit den echten Ruinen des Heidelberger Schlosses und damit zur im späten 18. Jahrhundert einsetzenden „Wiederentdeckung“ Heidelbergs.[11]
Merkurtempel
Die Lage des Tempels oberhalb des Moscheeweihers
Der Tempel von Norden
Der Tempel aus der Nähe
Relief am Tempel
In den „Parties sauvages“, den südwestlichen landschaftlichen Partien des Schwetzinger Gartens wurde bereits 1784 ein „Monument“ gegenüber der Moschee geplant. 1787/88 entstand der Ruinenbau Pigages, der erstmals 1791 dem römischen Gott Merkur zugewiesen wird. Sein kellerartiger Unterbau aus großen Sandsteinblöcken erscheint als Rest eines älteren Vorgängers. Der dreigeschossige, turmartige Merkur-Tempel aus Tuffstein besitzt ein im Grundriss sechseckiges Hauptgeschoss, darüber ein Attikageschoss und eine abschließende Laterne. Auf Merkur verweisen Reliefs aus Stuckmarmor über den Eingängen der drei gleichartigen Fassaden.
Die Deutung der Parkruine ist kontrovers: Nach überkommener Lesart steht sie für die Überwindung von Geheimlehren durch die Vernunft. Diese Lesart verweist darauf, dass der Tempel die Form eines römischen Grabmals hat. Durch drei Reliefs, die ausschließlich negative Episoden aus dem Leben des Merkur zeigen, wird dieser mit dem antiken Hermes Trismegistos, einem Symbol für Magie, gleichgesetzt. Der Aberglaube ist also gewissermaßen in seinem eigenen Tempel begraben worden. In diesem Zusammenhang wird auch betont, dass man von der Moschee über einen Weiher auf den Merkurtempel blickt. Wenn man die Moschee als Symbol für die Weisheit versteht, bedeutet dies: Der Weise muss Tod und Aberglaube nicht fürchten. Eine neue freimaurerische Interpretation hingegen sieht verborgene Verweise auf den Salomonischen Tempel und seinen Architekten Hiram Abif.
Der Merkurtempel hat die Funktion eines Aussichtspunkts, das Obergeschoss gestattet einen Blick über den See und auf die Moschee.
Minervatempel
Minervatempel
Die römische Göttin Minerva ist mehrfach im Schlossgarten dargestellt. Symmetrisch zu dem Minerva-Tempel war als Gegenstück ein Tempel des Cupido geplant, der nicht zur Ausführung kam.
Der von Pigage entworfene Tempel war 1769 vollendet. Seine viersäulige Front korinthischer Säulenordnung ist durch ein antik-römisches Vorbild angeregt, den Eingangsbau zur Portikus der Octavia. Einmalig ist die Umkehrung des Verhältnisses von Säulenhalle und Cella: Die Tempelcella wird zu einer gegenüber der Natur geöffneten Raumhülle umgedeutet, innerhalb derer sich die Säulenstellung fortsetzt.
Minerva, Göttin der Weisheit, erscheint vor der Rückwand in einem umgearbeiteten Standbild von Gabriel de Grupello. Sie ist, auch nach Ausweis des Giebelfeldes, die Göttin der friedlichen Künste und Wissenschaften, insbesondere der Gartenkunst. Die mit Marmorbänken ausgestattete Cella dient Parkbesuchern als Ruheraum, kann aber auch als imaginärer Versammlungsort derjenigen, die Weisheit erlangt haben, verstanden werden.
Unterhalb des Tempels befindet sich ein rechteckiger Raum, mit Nischen und runden Fensteröffnungen. Dieser Raum ist von außen zugänglich und zeigt Merkmale eines geheimen Versammlungsortes. Er wird von Pan regiert, wie eine Maske über der Tür anzeigt. Der Minerva-Tempel, der sich über dieser irrationalen Sphäre erhebt, wird so ein aufklärerisches Monument der gestaltenden Vernunft und der menschlichen Zivilisationsleistung.
Apollotempel
Apollotempel von Westen
Apollotempel von Westen
Lyraspielender Apollo
Apollos Rücken
Im Jahr 1762 plante man an dieser Stelle ein Belvedere. Nach dem Entwurf von Nicolas de Pigage entstand ein hoher, terrassierter Unterbau, auf dessen oberster Plattform sich ein Monopteros, ein Rundtempel mit zwölf Säulen ionischer Säulenordnung ohne Cella erhebt. Der Tempel ist dem griechischen Gott Apollo gewidmet. Die Statue des Apollo stammt von dem Bildhauer Anton von Verschaffelt. Sie zeigt den Gott beim linkshändigen Lyra-Spiel, was dem Künstler einigen Hohn eingebracht hat. In einem Briefwechsel zwischen Gleim, Wilhelm Heinse und Johannes von Müller heißt es, er stehe zwar »gar heilig« auf einer Anhöhe, »nur hat der linke Gott darin einen erbärmlichen Hintern«.
Der Apollo-Tempel krönt eine nach zwei Seiten gerichtete Anlage: Vom Eingang an der Westseite steigt der Besucher durch felsige, dunkle und verwirrende Korridore zur lichtumfluteten Plattform mit dem klassischen Monopteros empor. Aus der Sicht der Zuschauer im östlichen Heckentheater krönt der Tempel den Bühnenprospekt. Apoll erscheint als Gott der Künste und Führer der Musen auf dem Berg Helikon, wo der Hufschlag des Pegasus die Quelle Hippokrene, deren Wasser durch die Najaden über die Kaskade an die Menschen weitergegeben wird.
Tempel der Waldbotanik
Tempel der Waldbotanik
Der von Pigage entworfene Tempel der Waldbotanik – „Botanicae Silvestris“ – wurde schon 1777 geplant. Die Weiheinschrift nennt das Datum 1778, aber erst 1780 wurde der Bau fertig. Er bildet den Abschluss des „Arboretum Theodoricum“, der Baumsammlung im sogenannten Wiesentälchen. Der aufgesockelte, zylindrische Baukörper weist außen Rauputz nach Art von Eichenrinde auf. Eine Freitreppe, auf deren Wangen Sphingen wachen, führt zur Eingangstür. Innen vermittelt eine runde Öffnung von circa 20 cm Durchmesser in der Fußbodenmitte zu einem dunklen Gewölbe darunter. Das Bildprogramm handelt vom Wachsen, Reifen und Absterben der Natur. Vier große Relieffelder zeigen Symbole der vier Jahreszeiten in Verbindung mit einem antiken Dreifuß. Die Naturrhythmen werden mit der modernen Naturwissenschaft verknüpft: Bildnismedaillons der älteren Autoritäten Theophrastos von Eresos und Plinius stehen solche der modernen Naturforscher Joseph Pitton de Tournefort und Carl von Linné gegenüber. Linnés revolutionäres Buch über die Pflanzensystematik bildete das inzwischen verschwundene Attribut einer Statue der Göttin Ceres in der Mittelapsis.
Badhaus
Badhaus
Das von Pigage errichtete Badhaus ist ein kleines Lusthaus nach Art einer italienischen Villa. Während unter Karl Theodor der übrige Schlossgarten öffentlich zugänglich war, durfte der Badehaus-Bereich, zu dem ein eigener Garten gehört, nur auf Einladung oder mit Genehmigung des Kurfürsten betreten werden. Hier konnte Karl Theodor wie ein Privatmann leben und sich seinen musischen Neigungen hingeben. Vom Apollo-Bezirk her wird das Badhaus durch eine im Grundriss halbkreisförmige Exedra betreten, eine gleich gebildete liegt an der Rückseite. Durch beide Eingangsbereiche gelangt der Besucher in den Ovalsaal mit der Aurora als Deckengemälde und vier Horen als vergoldeten Plastiken, der das Zentrum des Schlösschens bildet. Vom Ovalsaal gehen nach Westen und nach Osten flurartige Vorzimmer mit fein eingelegtem Parkett aus drei Hölzern ab. Über sie gelangt der Besucher in das Schlafzimmer des Kurfürsten (Südwestseite, mit separater Toilette) und in den Baderaum (Nordwestseite) mit einem vertieften Marmorbecken (etwa 1‚2 m tief) mit zwei Sitzbänken in einer elliptischen Nische. Die Wasserleitungen sind als bekrönte Schlangen ausgearbeitet. An der Nordostseite liegt das Chinesische Zimmer mit chinesischen Papiertapeten, an der Südostseite das Schreibzimmer mit Landschaftsgemälden von Ferdinand Kobell.
In der beim Badhaus gelegenen Badhausküche befand sich der Kessel zum Erhitzen des Badewassers. Bemerkenswert ist, dass das Badhaus im Verhältnis zum Hauptschloss in der gleichen Position gelegen ist wie sein Vorbild, das Grand Trianon, im Schlosspark von Versailles.
Wasserspeiende Vögel
Uhu mit geschlagenem Fasan
wasserspeiende Vögel auf der Einfassung
Brunnen der wasserspeienden Vögel
Eine Attraktion des Badhausgartens ist der Brunnen der wasserspeienden Vögel (alle aus Eisenblech gearbeitet). Im mittleren Bassin sitzt in Angriffshaltung mit gespreizten Flügeln ein Uhu, der in seinen Fängen einen von ihm geschlagenen Fasan hält. Oben auf der Einfassung aus Lattenwerk, das die Anlage umgibt, sitzen zwanzig andere Vögel, die den Uhu (mit Wasser) bespucken. Das Thema des Brunnens geht auf eine Fabel von Äsop zurück, die vom Zorn der guten Vögel über den bösen Uhu handelt. Die Schwetzinger Figuren stammen aus dem lothringischen Schloss La Malgrange des polnischen Exkönigs Stanislaus I. Leszczyński. Vier Volieren mit lebenden, zwitschernden Vögeln erhöhen die Illusion. Zu der Anlage zählen zwei weitere kleine Gebäude, die sogenannten Achathäuschen.
Perspektiv
Perspektiv im Laubengang
Perspektiv aus der Nähe
Perspektiv von außen
Blick auf die halbrunde Mauer vom „Perspektiv“ oder „Ende der Welt“ im Schlossgarten Schwetzingen.
Das Perspektiv oder Ende der Welt im Schlossgarten Schwetzingen.
Das Perspektiv, im Volksmund als „Ende der Welt“ bezeichnet, schließt die Hauptachse des Badhausgartens nach Norden hin ab. Am hinteren Ende der Treillage ist eine Flusslandschaft zu erkennen. Dabei handelt es sich um die Kopie eines Gemäldes von Ferdinand Kobell auf einer Mauer. Durch geschickt genutzten Lichteinfall erscheint das Bild realistisch. Im Zusammenspiel mit dem zuführenden Gang und einem Architekturrahmen vor der Mauer entsteht eine starke Tiefenwirkung.
Aufbau des Perspektivs (von Pigage gestaltet): An den Laubengang (Treillage) schließt sich ein Pavillon mit zwei Seitenräumen an. Der Hauptraum des Pavillons (zum Gemälde hin offen und mit Tuffstein verkleidet) ist als Grotte gestaltet. Gegenüber dem Eingang des Laubengangs befindet sich eine Maueröffnung im Pavillon. In der Maueröffnung sind eiserne Schilfblättchen angebracht und Wasser tropft von der Grottendecke in ein Bassin. Hinter dieser Öffnung befindet sich in etwas Abstand eine halbrunde Mauer mit Landschaftsgemälde (in Freskotechnik). Das Landschaftsgemälde wird durch das Sonnenlicht beleuchtet und strahlt so förmlich, wenn man vor dem Laubengang steht.
Orangerie
Orangerie
→ Hauptartikel: Orangerie (Schwetzingen)
Ab dem 16. Jahrhundert kamen an den europäischen Fürstenhöfen Sammlungen von Orangen und anderen Zitrusbäumen in Mode. Diese überwinterten in abschlagbaren, nur für die kalte Jahreszeit um die Pflanzen herum errichteten Gebäuden. Im späten 17. und im 18. Jahrhundert wurden die Pflanzen in Pflanzkästen und Kübeln gehalten, die in einem festen Gebäude überwinterten und in den warmen Monaten in einem Orangerieparterre ins Freie gestellt wurden.
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts konnte der Bedarf an Räumlichkeiten für höfische Festivitäten in Schwetzingen nicht annähernd gedeckt werden. Eine Orangerie mit großem Festsaal westlich des Schlosses sollte hier Abhilfe schaffen. So hatte es jedenfalls Kurfürst Karl Philipp entschieden, der 1716 die Nachfolge des überwiegend in Düsseldorf residierenden Kurfürsten Johann Wilhelm angetreten hatte.
Die unter Karl Theodor errichtete Schwetzinger Orangerie mit ihren Fassadenmalereien wurde von Nicolas de Pigage entworfen. Die Malereien täuschen Naturstein als Material vor, wo nur simple Backsteinmauern sind. Davor liegt das Orangerieparterre, das gegenüber den anderen Gartenbereichen zugunsten eines Binnenklimas abgesenkt und zur warmen Südseite ausgerichtet ist. An den Ecken des Parterres befinden sich Statuen von drei Jahreszeiten, die vierte fehlt. In der Mitte stehen die Orangen- und Zitronenbäume in Kübeln auf einer rechteckigen Insel.
Moschee
→ Hauptartikel: Moschee Schwetzingen
Rote Moschee im Türkischen Garten
Wandelgang mit Eckpavillon
Innenansicht der Moscheekuppel
Im hinteren (südlichen) Bereich, dem Türkischen Garten, steht die Rote Moschee von Pigage, errichtet von 1778 bis 1785. Das Bauwerk hat keine liturgische Funktion, es handelt sich vielmehr um ein Gartenfolly mit ausschließlich ästhetischer Bedeutung. Die Schwetzinger Moschee ist der erste und größte Bau dieser Art in einem deutschen Park. Das Gebäude des späten Barock ist mit zahlreichen orientalischen Elementen versehen. Der Moscheehof wurde gelegentlich für Freilichtaufführungen von Opern genutzt. Die Moschee wurde im 20. Jahrhundert zeitweise von Muslimen genutzt.
Vor der Moschee befinden sich der ehemalige fürstliche Obstgarten, dahinter eine Baumschule und die Schlossgärtnerei.
Römische Wasserleitung
Römische Wasserleitung
Im Sommer 1779 wurde die am nördlichen Rand des Gartens gelegene künstliche Ruine nach Entwürfen von Nicolas de Pigage begonnen. Ein Torbau, auf dem noch ein Turmaufsatz erhalten scheint, erinnert an einen römischen Triumphbogen. In seiner mittleren Arkade rauscht ein Wasserfall. Von diesem Torbau greifen nach drei Seiten die Reste eines Aquäduktes aus, wobei der östliche Arm einen Freiplatz hinterfängt, auf dem sich ein Obelisk erhebt.
Pigage konnte auf eigene Antikenstudien während seiner Italienreise 1767/68 zurückgreifen. Die Verbindung von Torbogen und Aquädukt begegnet an der römischen Porta Maggiore und am Aquädukt der Acqua Vergine. Das Turmfreigeschoss könnte durch mittelalterliche Wehraufbauten auf römischen Brücken angeregt sein. Die Vorbilder finden sich in Veduten von Piranesi. Die Bezeichnung als Römisches Wasserkastell erscheint erst 1828.
Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)
Blick über die Chinesische Brücke, im Hintergrund der Merkurtempel
Die oft als „chinesisch“ bezeichnete Brücke im hinteren, nordwestlichen Bereich des Gartens verbindet den französischen mit dem englischen Gartenteil. Das Bauwerk geht tatsächlich auf einen Brückenentwurf des in Venetien tätig gewesenen Renaissance-Architekten Andrea Palladio zurück. Die Brücke hat den populären Beinamen „Lügenbrücke“, denn wer auf deren unregelmäßigen Stufen ins Straucheln kommt, soll schon einmal geschwindelt haben.
Landschaftsschutzgebiet
Bereits am 8. August 1952 hat das damalige Landratsamt Mannheim den Schloßgarten unter der Bezeichnung Schwetzinger Schloßgarten und Umgebung als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Das Gebiet mit der Nummer 2.26.013 hat aktuell eine Größe von rund 190 Hektar und umfasst den historischen Park aus der Kurfürstenzeit sowie das westliche Vorgelände und die historische Jagdanlage am Stern.
Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses
Voltaire kam im Jahr 1753 zum ersten Mal nach Schwetzingen und war 14 Tage lang Gast des mit ihm befreundeten Kurfürsten. Im Sommer 1758 kam Voltaire erneut zu einem kurzen Aufenthalt nach Schwetzingen. Wolfgang Amadeus Mozart wirkte zusammen mit seinem Vater und seiner Schwester an einem Hofkonzert am 18. Juli 1763 mit. Der Komponist Christoph Willibald Ritter von Gluck war im Jahr 1774 Gast des Kurfürsten. Friedrich Schiller fand in Schwetzingen Anregungen zu den gegensätzlichen „Aranjuez-Stimmungen“ des ersten Aktes von Don Karlos. Der Schauspieler August Wilhelm Iffland schilderte in einem Brief vom 26. November 1779 eine Jagd bei Schwetzingen, die 50.000 Gulden gekostet hatte und bei der für 9.000 Menschen Zuschauergerüste aufgebaut waren. Kaiser Joseph II. hielt sich im Jahr 1781 unter dem Namen Graf von Falkenstein in Schwetzingen auf.
Siehe auch
Schloss Benrath – 1755 bis 1773 von Pigage im Auftrag von Kurfürst Karl Theodor erbaut am Übergang vom Rokoko zum Klassizismus. Der Garten ist eine geometrisch achsensymmetrische Barockanlage nach französischem Vorbild, der Privatgarten des Kurfürsten wurde im 19. Jahrhundert landschaftlich umgestaltet. Im Nebengebäude des Schlosses befindet sich das Museum für Europäische Gartenkunst.
Maulbeerbaumallee nach Heidelberg – im Zusammenhang mit der Seidenraupenzucht.
Literatur
Carl Ludwig Fuchs, Claus Reisinger: Schloss und Garten zu Schwetzingen. 2. Auflage. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2008, ISBN 978-3-88462-266-7
Volker Hannwacker: Friedrich Ludwig von Sckell. Der Begründer des Landschaftsgartens in Deutschland. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1992, ISBN 3-421-03012-X, S. 11–21.
Nanette Schärf, Hartmann Manfred Schärf: Das Badhaus im Schwetzinger Schlossgarten. Die Restaurierung des Gebäudes, seiner Innenräume und Ausstattungen. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 37. Jg. 2008, Heft 1, S. 29–35 (PDF)
Ralf Richard Wagner: In seinem Paradiese Schwetzingen … Das Badhaus des Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz. Hrsg. von Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2009, 302 S., ISBN 978-3-89735-587-3.
Wegweiser durch den Schwetzinger Garten. Mit zwölf Ansichten von Conrad Caspar Rordorf. Engelmann, Heidelberg 1830 (Digitalisat)
Karl Wörn: Schwetzingen Lebendige Stadt. 3. Auflage. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 1980.
Oswald Zenker: Schwetzinger Schlossgarten. Ein Führer durch das Französische Gartenparterre und den Englischen Landschaftsgarten, mit Informationen über Schloss und Rokokotheater sowie Sehenswürdigkeiten der Umgebung. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 2002, ISBN 3-87742-170-9.
Film
Im Hain des Apoll. Der Schlosspark Schwetzingen. Dokumentarfilm, Deutschland, 2007, 28:20 Min., Buch und Regie: Christopher Paul, Produktion: SWR, Reihe: Schätze des Landes, Inhaltsangabe von ARD.
Weblinks
Commons: Schloss Schwetzingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Offizielle Seite von Schloss Schwetzingen
Infos zum Schloss auf der Seite der Stadt Schwetzingen
Schloss Schwetzingen von ZUM
Kein Land „wo die Zitronen blühen“. In: Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Artikel zur Geschichte von Orangerien, darunter der in Schwetzingen
Schloss Schwetzingen auf badischewanderungen.de
Schloss Schwetzingen als 3D-Modell im 3D Warehouse von SketchUp
Einzelnachweise
Schwetzingen: A Prince Elector’s Summer Residence – garden design and Freemasonic allusions. Eintrag in der Tentativliste der UNESCO auf deren Website, abgerufen am 8. April 2014 (französisch)
Vorlage zur Gemeinderatssitzung vom 22. September 2009, abgerufen am 8. April 2014
Neue Akzente sollen in Paris überzeugen. Schwetzinger Zeitung, 2. Februar 2010, abgerufen am 8. April 2014
Die Sommerresidenz und ihre Musik sollen es richten. Mannheimer Morgen, 6. März 2010, abgerufen am 8. April 2014
Kurfürstliche Sommerresidenz Schwetzingen für die Aufnahme in die UNESCO-Weltkulturerbeliste nominiert. Pressemitteilung des Landesdenkmalsamts Baden-Württemberg vom 8. März 2010, abgerufen am 8. April 2014
ICOMOS Evaluations of Nominations of Cultural and Mixed Properties. Empfehlungsbericht zur 36. Sitzung des Welterbekomitees im Juni/Juli 2012, S. 224–233, PDF-Datei, 28,4 MB, abgerufen am 8. April 2014 (englisch)
Schwetzingen zunächst nicht Welterbe. Pressemitteilung der Stadt Schwetzingen vom 29. Juni 2012, abgerufen am 8. April 2014
Johanna Eberhardt: Schwetzingen nimmt keinen neuen Anlauf. Stuttgarter Zeitung, 3. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014
Kein dritter Anlauf für Unseco-Welterbe-Titel in Schwetzingen. xity, 2. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014
Hans-Erhard Lessing: Zwei Räder statt vier Hufe – Karl Drais G.Braun-Verlag, Karlsruhe 2010
Richard Benz: Heidelberg. Schicksal und Geist, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen, 2. Auflage 1975, ISBN 3-7995-4008-3, S. 296
Italien / Toskana - Volterra
View back on the way back from Prato d'Era.
Rückblick auf dem Weg zurück von Prato d'Era.
Volterra (Italian pronunciation: [volˈtɛrra]; Latin: Volaterrae) is a walled mountaintop town in the Tuscany region of Italy. Its history dates from before the 8th century BC and it has substantial structures from the Etruscan, Roman, and Medieval periods.
History
Volterra, known to the ancient Etruscans as Velathri or Vlathri and to the Romans as Volaterrae, is a town and comune in the Tuscany region of Italy. The town was a Bronze Age settlement of the Proto-Villanovan culture, and an important Etruscan center (Velàthre, Velathri or Felathri in Etruscan, Volaterrae in Latin language), one of the "twelve cities" of the Etruscan League.
The site is believed to have been continuously inhabited as a city since at least the end of the 8th century BC. It became a municipium allied to Rome at the end of the 3rd century BC. The city was a bishop's residence in the 5th century, and its episcopal power was affirmed during the 12th century. With the decline of the episcopate and the discovery of local alum deposits, Volterra became a place of interest of the Republic of Florence, whose forces conquered Volterra. Florentine rule was not always popular, and opposition occasionally broke into rebellion. These rebellions were put down by Florence.
When the Republic of Florence fell in 1530, Volterra came under the control of the Medici family and later followed the history of the Grand Duchy of Tuscany.
Culture
The main events that take place during the year in Volterra are
Volterra gusto
Volterra arte
Volterra teatro
Main sights
Roman Theatre of Volterra, 1st century BC, excavated in the 1950s
the Roman amphitheatre was discovered in 2015 and has been excavated over the succeeding years
Piazza dei Priori, the main square, a fine example of medieval Tuscan town squares
Palazzo dei Priori, the town hall located on Piazza dei Priori, construction begun in 1208 and finished in 1257
Pinacoteca e museo civico di Volterra (Art Gallery) in Palazzo Minucci-Solaini. Founded in 1905, the gallery consists mostly of works by Tuscan artists from 14th to 17th centuries. Includes a Deposition by Rosso Fiorentino.
Etruscan Acropolis and Roman Cistern. The acropolis on the citadel dates to the 8th century B.C., while the impressive cistern is from the 1st century B.C.
Volterra Cathedral. It was enlarged in the 13th century after an earthquake. It houses a ciborium and some angels by Mino da Fiesole, a notable wood Deposition (1228), a masterwork of Romanesque sculpture and the Sacrament Chapel, with paintings by Santi di Tito, Giovanni Balducci and Agostino Veracini. In the center of the vault are fragments of an Eternal Father by Niccolò Circignani. Also noteworthy is the Addolorata Chapel, with a terracotta group attributed to Andrea della Robbia and a fresco of Riding Magi by Benozzo Gozzoli. In the nearby chapel, dedicated to the Most Holy Name of Jesus, is a table with Christ's monogram, allegedly painted by Bernardino of Siena. The rectangular bell tower is from 1493.
Volterra Baptistery of San Giovanni, built in the second half of the 13th century.
Fortezza Medicea (Medicean Fortress), built in the 1470s, now a prison housing the noted restaurant, Fortezza Medicea restaurant.
Guarnacci Etruscan Museum, with thousands of funeral urns dating back to the Hellenistic and Archaic periods. Main attractions are the bronze statuette "Ombra della sera" (lit. '"Shadow of the Night"'), and the sculpted effigy, "Urna degli Sposi" (lit. '"Urn of the Spouses"') of an Etruscan couple in terra cotta.
The Etruscan Walls of Volterra, including the well-preserved Walls of Volterra (3rd-2nd centuries BC), and Porta Diana gates.
The Medici Villa di Spedaletto, outside the city, in direction of Lajatico
There are excavations of Etruscan tombs in the Valle Bona area.
Volterra Psychiatric Hospital, Founded in 1888 until 1978, it was reopened for public and will be once more used for psychiatric purposes.
In popular culture
Volterra features in Horatius, a poem by Lord Macaulay.
Linda Proud's A Tabernacle for the Sun (2005), the first volume of The Botticelli Trilogy, begins with the sack of Volterra in 1472. Volterra is the ancestral home of the Maffei family and the events of 1472 lead directly to the Pazzi Conspiracy of 1478. The protagonist of the novel is Tommaso de' Maffei, half brother of one of the conspirators.
Volterra is an important location in Stephenie Meyer's Twilight series. In the books, Volterra is home to the Volturi, a clan of rich, regal, powerful ancient vampires, who essentially act as the rulers of the world's vampire population. (However, the relevant scenes from the movie were shot in Montepulciano.)
Volterra is the site of Stendhal's famously disastrous encounter in 1819 with his beloved Countess Mathilde Dembowska: she recognised him there, despite his disguise of new clothes and green glasses, and was furious. This is the central incident in his book On Love
Volterra is mentioned repeatedly in British author Dudley Pope's Captain Nicholas Ramage historical nautical series. Gianna, the Marchesa of Volterra and the fictional ruler of the area, features in the first twelve books of the eighteen-book series. The books chart the progress and career of Ramage during the Napoleonic wars of the late eighteenth and early nineteenth century, providing readers with well-scripted articulate details of life aboard sailing vessels and conditions at sea of that time.
Volterra is the site where the novel Chimaira by the Italian author Valerio Massimo Manfredi takes place.
Valerio Massimo Manfredi's The Ancient Curse is also set in Volterra, where a statue called 'The Shade of Twilight' is stolen from the Volterra museum.
Volterra is featured in Jhumpa Lahiri's 2008 collection of short stories Unaccustomed Earth. It is where Hema and Kaushik, the protagonists of the final short story "Going Ashore," travel before they part.
Volterra is featured in Luchino Visconti's 1965 film Vaghe stelle dell'Orsa, released as Sandra (Of a Thousand Delights) in the United States and as Of These Thousand Pleasures in the UK.
Volterra's scenery is used for Central City in the 2017 film Fullmetal Alchemist (film) directed by Fumihiko Sori.
The 2016 video game The Town of Light is set in a fictionalized version of the notorious Volterra Psychiatric Hospital.
"Volaterrae" is the name given by Dan and Una to their secret place in Far Wood in Rudyard Kipling's Puck of Pook's Hill. They named it from the verse in Lord Macaulay's Lays of Ancient Rome:
From lordly Volaterrae,
Where scowls the far-famed hold
Piled by the hands of giants
For Godlike Kings of old.
Volterra and its relationship with Medici Florence features in the 2018 second season of Medici: Masters of Florence.
(Wikipedia)
Volterra, lateinisch Volaterrae, ist eine italienische Stadt mit 9980 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) in der Provinz Pisa in der Region Toskana.
Geographie
Volterra liegt etwa 50 Kilometer südlich von Pisa und 30 Kilometer vom Mittelmeer entfernt. Die Stadt gilt mit ihrem spektakulären landschaftlichen Umfeld als eine der schönsten in der Toskana.
Der Kern der heutigen Stadt liegt abgeschieden auf einem 550 m hohen Bergrücken über dem Tal der Cecina (Val di Cecina) inmitten einer kargen, zerfurchten Hügellandschaft. Die Felsabbrüche und Geröllhalden sind das Produkt jahrhundertelanger Erosion. Das Gebiet Le Balze im Nordwesten Volterras vermittelt einen beispielhaften Eindruck dieses Phänomens.
Die Stadt wird beherrscht von einer heute als Staatsgefängnis benutzten Festung der Medici, der Fortezza Medicea. Volterra ist ein Zentrum der Alabasterverarbeitung.
Zu den Ortsteilen (Frazioni) zählen Mazzolla, Montemiccioli, Saline di Volterra und Villamagna.
Die Nachbargemeinden sind Casole d’Elsa (SI), Colle di Val d’Elsa (SI), Gambassi Terme (FI), Lajatico, Montaione (FI), Montecatini Val di Cecina, Peccioli, Pomarance und San Gimignano (SI).
Geschichte
Volterra kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. entstand der Ort aus der Verbindung mehrerer kleiner etruskischer Ansiedlungen, deren Bestand bis ins 7. Jahrhundert v. Chr. zurückverfolgt werden kann. Zu dieser Zeit bauten die Etrusker eine sieben Kilometer lange Ringmauer und nannten die nunmehr vereinigte Stadt Velathri.
Volterra war eine der ältesten und größten der zwölf Bundesstädte Etruriens. Später war es eine römische Stadt mit den Rechten eines Municipiums. Ihre hohe Lage machte sie zu einer starken Festung, die Sulla im ersten Bürgerkrieg erst nach zweijähriger Belagerung 79 v. Chr. einnehmen konnte.
Im 12. und 13. Jahrhundert war Volterra eine Republik; im 14. Jahrhundert fiel es an Florenz.
Sehenswürdigkeiten
Architektonische und künstlerische Zeugnisse der verschiedenen Epochen zeugen von der wechselvollen Existenz und Bedeutung der Stadt. Einige der etruskischen Nekropolen und mittelalterlichen Kirchenmauern sind jedoch in der Vergangenheit der Erosion zum Opfer gefallen.
Am Hauptplatz der Stadt, der Piazza dei Priori, steht der älteste erhaltene Kommunalpalast der Toskana, der Palazzo dei Priori.
Von der etruskischen Stadtmauer ist als einziges Tor die Porta all’Arco gut erhalten. Es stammt aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. Im äußeren Bogen sind drei verwitterte Köpfe zu erkennen, deren Bedeutung aber umstritten ist.
Außerhalb der mittelalterlichen Porta Fiorentina liegt das Teatro Romano, erbaut zur Zeit des Kaisers Augustus. Von der Zuschauertribüne für etwa 2000 Personen blickt man auf die teilweise rekonstruierte Bühnenwand. Die unterhalb des Theaters liegenden Thermenanlagen stammen aus späterer Zeit.
Andere historische öffentliche Gebäude sind der Dom Santa Maria Assunta aus dem frühen 12. Jahrhundert mit einer Kassettendecke und mit Granit vortäuschender Stuckverkleidung der Säulen sowie etlichen künstlerisch hochrangigen Ausstattungsstücken, das oktogonale Baptisterium mit einem Taufbecken von Andrea Sansovino, der auf Privatpaläste und Wohntürme aus dem 12. und 13. Jahrhundert zurückgehende Palazzo Pretorio sowie der als Gefängnis dienende Torre del Porcellino. Schließlich gehört der Palazzo Incontri-Viti zu den prachtvollsten Gebäuden Volterras.
Unter den Kirchen sind zu nennen: die spätromanische S. Michele sowie die Kirchen von S. Francesco, S. Lino und S. Girolamo mit Bildern und Skulpturen aus der Schule von Florenz.
Museen
Von besonderer Bedeutung ist das archäologische Museo Etrusco Guarnacci im Palazzo Desideri Tangassi. Mario Guarnacci (1701–1785), ein vielseitig interessierter Gelehrter, widmete seine Studien der antiken Geschichte. Dabei konnte er durch Ankäufe und Ausgrabungen eine ansehnliche Menge Belegmaterial über die etruskische Zivilisation sammeln.
Ein bedeutender Teil der Sammlung umfasst Ascheurnen sowie Stücke aus Bronze und Keramik. Die Urnen bestehen aus Tuffstein, Alabaster und Tonerde. Eine der bekanntesten ganz Etruriens ist die Urna degli Sposi (dt. Urne der Brautleute), auf deren Deckel ein Paar beim Festmahl liegend dargestellt ist.
Das bedeutendste Stück der Sammlung ist jedoch die Bronzefigur Ombra della sera (dt. Abendschatten). Es ist mit der Zeit zu einer „Ikone“ für das Museum und die Stadt Volterra geworden. Seine Berühmtheit verdankt es hauptsächlich seiner einzigartigen Form, die den italienischen Dichter Gabriele D’Annunzio an den Schatten einer menschlichen Figur in der Abendsonne erinnert haben soll. Es ist ein Meisterwerk etruskischer Bronzegießer aus der hellenistischen Periode. Ein weiteres bedeutendes Exponat ist die Stele des Avile Tite aus dem 6. Jahrhundert v. Chr.
Weitere Ausstellungsstücke sind verschiedene Mosaikböden aus der römischen Kaiserzeit, die aus Volterra und Segalari stammen. Hinzu kommt eine Münzsammlung mit seltenen etruskischen Münzen aus Gold, Silber und Bronze. Schließlich sind noch mit Edelsteinen verzierte etruskische und römische Schmuckstücke zu sehen.
Wichtig ist die Sammlung der seit 1982 im Minucci-Solaini-Palast untergebrachten „Pinacoteca“ mit der berühmten Kreuzesabnahme (1521), dem Meisterwerk des Malers Rosso Fiorentino, und den bedeutendsten Arbeiten von Taddeo di Bartolo, Domenico Ghirlandaio und Luca Signorelli, welche die künstlerischen Einflüsse aus Pisa, Florenz und Siena anschaulich machen.
Im April 2003 wurde im Turmhaus des Palazzo Minucci-Solaini das Ecomuseo dell’Alabastro eröffnet, in dem die Geschichte der Gewinnung und der Verarbeitung von Alabaster seit der Antike bis zur Gegenwart dargestellt ist.
Volterra in der Literatur
Volterra ist eine wichtige Stadt in Stephenie Meyers „Biss“-Serie. Dort ist Volterra die Heimatstadt der Volturi, einer königlichen Vampirfamilie.
Volterra spielt auch in der von Dudley Pope geschriebenen Romanreihe um den britischen Marineoffizier Nicolas Ramage eine Rolle. Im ersten Band rettet er während der Napoleonischen Kriege die Marchesa von Volterra vor den französischen Besatzungstruppen. Er verliebt sich in sie, und ihre Herrschaft über Volterra spielt in den weiteren Bänden eine wichtige Rolle. Auch ihr Neffe, Paolo Orsini, nächster in der Erbreihenfolge der Regentschaft, kommt in den meisten Romanen vor, da er als Fähnrich unter Ramages Kommando segelt.
(Wikipedia)
Als Tuff (italienisch tufo, vom gleichbedeutenden lateinisch tofus), verdeutlichend auch Tuffstein genannt, bezeichnet man in der Petrografie ein Gestein, das zu mehr als 75 % aus Pyroklasten aller Korngrößen besteht. Bei den Tuffen handelt sich um vulkanisches Eruptivgestein, das sich verfestigte. Die Farben der weltweit vorkommenden vulkanischen Tuffe reichen von grau über gelblich, bräunlich und rötlich bis kräftig rot. Aufgrund der vulkanischen Gaseinschlüsse ist Tuff häufig sehr porös. Im technischen Sinne handelt es sich nahezu bei allen Typen um Weichgesteine. Daher wurden Tuffe im Bauwesen früher gerne als Mauersteine und Tuffziegel, heute vor allem für Platten an Fassaden verwendet, für Restaurierungsarbeiten wie auch für Steinbildhauerarbeiten.
Aufgrund seiner kulturhistorischen Bedeutung wurde Tuff in Deutschland zum Gestein des Jahres 2011 bestimmt.
Rock that contains greater than 50% tuff is considered tuffaceous.
edit by Aviary
hard Crop (2000 x 3500)
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DXO IQ
Nikon D500 sensor review: Performance redefined
Score 83
-->
Nikon/D5100
Score 80
--->
Full Format
D810 Score: 97
D800 Score: 95
Nikon D600 / 610 Score : 94
D750 Score: 93
snapsort.com/de/Vergleichen/Nikon-D750-vs-Nikon-D810
DX Series
D7200 Score: 87
D5500, D5200 Score 84
D7100 Score: 83
D5100 Score: 81
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NEF (Nikon Electronic Format)
High Definition - RAW file
As most other raw photo formats, NEF also allows the inclusion of metadata into the image and it can store a lot of photo details, offering a high quality of the Picture.
• In-camera Effects mode for stills and D-Movies
Raw converter built into the camera.
Focal Length (35mm format) - 27 mm
Scene Capture Type - Landscape
ppc - post-processing
to get a much better result from the simultaneously-captured NEF file than the in-camera JPEG increase the amount of sharpening, and the radius .
- or use in camera presets
Picture Control konfigurieren
steuerbare Einstellungen Schärfe, Kontrast, Sättigung, Lichter- / Schattenkorrektur, Rauschfilter
Grundlegend bleibt es aber nach wie vor so, dass Nikon NEF Format seine beste Bildqualität mit der VIEW NX bzw. Capture NX Software hat.
Besucherströme im Herbst auf der Zugbrücke
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Nikon D5100
www.dpreview.com/reviews/nikond5100
18-55 mm
it is not the best lens quality
11MB kit lens
mit Polfilter
-
Die Nikon D5100 kennt insgesamt 134 verschiedene Einstellungen.
Anleitung: www.digitalfotografie.de/nikon-d5100
Original (3264 x 4343)
Settings: 1/50 ƒ/10 ISO 400
18 mm - 27 mm analog
Focal Length (35mm format) 27 mm
Scene Capture Type Landscape
Effective and easy to use Features make the D5100 ideal for everyday photography/videography
Nikon D5100 Key Features
•16.2 megapixel DX-format CMOS sensor
•Side-articulated 3.0" LCD monitor (920,000 dots)
•11 AF points (with 3D tracking)
•IS0 100-6400 range (Up to 25,600 equivalent when expanded)
•HD movies (1080p, 720p or WVGA)
•4 fps continuous shooting
•In-camera effects filters in both stills and video modes
- D-Lighting
Aufwertung dunkler Bildpartien durch Aufhellen und Kontrasterhöhung.
-- The 'straight from camera' JPEG lacks a bit of contrast, and at default sharpening settings, fine detail is slightly hazy when the image is viewed at 100%.
- The true potential of the D5100's 16MP CMOS sensor is revealed when the camera is switched to RAW capture.
-- unadvertised RAW+JPEG capture is available in high/low key and silhouette modes
- The Silhouette mode gives slightly lighter images than 'low key' but saturation is boosted to increase the overall color vibrancy.
- The High Key effects filter gives a brighter image. Used well, this can give a dreamlike effect (especially in portraits) but again, we suspect that a lot of beginners will simply treat it as generous 'one shot' positive exposure compensation.
- The 'Low Key' effect simply gives a darker exposure than normal. This can add a 'moody' atmosphere to certain images, and although it isn't as dramatic as some of the other effects modes, we can envisage novices finding it easier to get to grips with than exposure compensation.
- The D5100's Night Vision effect uses the camera's 'native' high ISO settings (ISO 6400-25,600) but can also shoot right up to ISO 102,400 (equivalent). Images are captured in black and white, and AF is by contrast-detection only (so if you're not in live view mode, you're stuck with manual focus).
- HDR mode works well, and as you can see from this example, it can have a dramatic effect on the amount of detail you can draw out of shadow areas, especially when combined with Active D-Lighting.
...
Location
Links die Abteikirche Saint-Nicolas, gefolgt von den schiefergedeckten Häusern aus Tuffstein die sich den Hang hochziehen, darüber das Schloss und die Kathedrale und schließlich die Brücke über den breiten, trägen Fluss: Blois, schöner kann sich ein Städtchen an der Loire kaum präsentieren.
Das Panorama entstand aus 4 Einzelfotos, die in Photomerge zusammengefügt wurden.
A gauche, l'église abbatiale Saint-Nicolas, puis les maisons de tuffeau aux toits d'ardoises qui remontent la pente, au-dessus du château et de la cathédrale et enfin le pont sur le large fleuve paresseux : Blois, ville de Loire pouvait difficilement être plus belle.
.
Beyond the Birds' Bath you enter a very long treillage tunnel that seems to lead towards a distant river landscape. This place is also known as The End of the World.
Look carefully. All this is a perspective trick. The tunnel is not as long as it seems, it gets narrower towards the end. The enchanting landscape is painted on a concave wall at the end, which is illuminated by daylight falling in through the gap between the end of the tunnel and the wall with the painting.
How it was done, can be observed from the arboretum, from where you see the construction from the right side,
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Eines der faszinierendsten Gartenelemente ist das sogenannte Perspektiv mit dem „Ende der Welt“. Magisch wird der Blick des Betrachters durch einen dunklen Gitterwerktunnel auf die liebliche Landschaft gezogen.
Eine der schönsten Illusionen im Schlossgarten Schwetzingen ist das „Ende der Welt“. Es schließt die intime Gartenanlage des Badhauses nach Norden hin ab. Vom Bassin der wasserspeienden Vögel gelangt man über einen Vorplatz zu einem langgestreckten Laubengang aus Holzgitterwerk. Am Ende des Gangs befindet sich eine Trompe-l’oeil-Malerei – aus dem Französischen: eine gemalte Augentäuschung. Sie suggeriert den Ausblick in eine idyllische Flusslandschaft.
Diese Illusion wird durch eine raffinierte Konstruktion erreicht. Ein mit Halbedelsteinen, Muscheln und Malerei verzierter Pavillon besitzt in seiner dunklen Rückwand eine Öffnung. Hinter dieser steht eine leicht konkave Wand, auf der in Freskotechnik ein Landschaftsbild aufgebracht ist. Der Blick wird so durch die Dunkelheit auf das helle Bild gezogen. Besonderer Effekt: Wenn der Betrachter den Standort wechselt, verändert sich auch der Ausblick in die Landschaft.
Das Perspektiv, im Volksmund als „Ende der Welt“ bezeichnet, schließt die Hauptachse des Badhausgartens nach Norden hin ab. Am hinteren Ende der Treillage ist eine Flusslandschaft zu erkennen. Dabei handelt es sich um die Kopie eines Gemäldes von Ferdinand Kobell auf einer Mauer. Durch geschickt genutzten Lichteinfall erscheint das Bild realistisch. Im Zusammenspiel mit dem zuführenden Gang und einem Architekturrahmen vor der Mauer entsteht eine starke Tiefenwirkung.
Aufbau des Perspektivs (von Pigage gestaltet): An den Laubengang (Treillage) schließt sich ein Pavillon mit zwei Seitenräumen an. Der Hauptraum des Pavillons (zum Gemälde hin offen und mit Tuffstein verkleidet) ist als Grotte gestaltet. Gegenüber dem Eingang des Laubengangs befindet sich eine Maueröffnung im Pavillon. In der Maueröffnung sind eiserne Schilfblättchen angebracht und Wasser tropft von der Grottendecke in ein Bassin. Hinter dieser Öffnung befindet sich in etwas Abstand eine halbrunde Mauer mit Landschaftsgemälde (in Freskotechnik). Das Landschaftsgemälde wird durch das Sonnenlicht beleuchtet und strahlt so förmlich, wenn man vor dem Laubengang steht. Die Komposition drückt die Sehnsucht nach der heilen Welt einer glücklichen Natur aus.
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Schloss Schwetzingen ist ein Schloss in Schwetzingen, das vor allem den pfälzischen Kurfürsten Karl Philipp und Karl Theodor als Sommerresidenz diente. Bekannt ist in erster Linie der im 18. Jahrhundert angelegte Schlossgarten. Jährlich finden im Schloss die Schwetzinger Festspiele und alle zwei Jahre das Lichterfest statt.
Inhaltsverzeichnis
1 Geschichte
2 Weltkulturerbe
3 Schloss
3.1 Innenräume
3.2 Zirkelbauten
3.3 Theater
3.4 Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen
4 Garten
4.1 Französischer Garten
4.2 Englischer Garten
4.3 Arboretum
4.4 See
4.5 Bauten
4.5.1 Merkurtempel
4.5.2 Minervatempel
4.5.3 Apollotempel
4.5.4 Tempel der Waldbotanik
4.5.5 Badhaus
4.5.6 Wasserspeiende Vögel
4.5.7 Perspektiv
4.5.8 Orangerie
4.5.9 Moschee
4.5.10 Römische Wasserleitung
4.5.11 Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)
4.6 Landschaftsschutzgebiet
5 Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses
6 Siehe auch
7 Literatur
8 Film
9 Weblinks
10 Einzelnachweise
Geschichte
Das Schwetzinger Schloss wurde im Jahr 1350 zum ersten Mal als Feste urkundlich erwähnt. Es handelte sich um ein mittelalterliches Wasserschloss. 1427 kam es in den Besitz des Kurfürsten Ludwig III. In der Folgezeit wurde es mehrfach umgebaut, diente als Jagdschloss und wurde gegen Ende des Dreißigjährigen Kriegs zerstört. Kurfürst Karl Ludwig ließ das Schwetzinger Schloss für seine Geliebte Luise von Degenfeld wieder aufbauen. Während eines Besuchs im August 1656 hatte er den Einwohnern von Schwetzingen bereits befohlen, sämtlichen Schutt wegzuräumen, wobei aufgelesene Trümmerteile wie Steine, Hölzer und „altes Eisenwerk“ bei den Untertanen zur eigenen Verwendung verbleiben durften. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde das Schloss erneut zerstört, die Grundmauern blieben allerdings stehen.
Karl Philipp
Karl Theodor
Seine heutige Form erhielt das Schloss auf Befehl des Kurfürsten Johann Wilhelm, der in Düsseldorf regierte. Dieser ließ es unter Leitung des Grafen Matteo Alberti – der Erbauer des Schlosses Bensberg – von dem Heidelberger Baumeister Johann Adam Breunig umbauen und durch zwei Flügelbauten wesentlich vergrößern. Das Bauwerk wurde in mehreren Bauabschnitten ab dem Jahre 1697 errichtet und ausgebaut. Im Jahr 1752 wurde eine Gartenerweiterung auf dem damals rund 70 Hektar großen Areal vorgenommen. Im gleichen Jahr wurde auch das Schlosstheater eröffnet. Obwohl das Schloss seit der Verlegung der Residenz des Kurfürsten Karl Theodor von Mannheim nach München im Jahr 1778 kaum mehr benutzt wurde, wurde in der Folgezeit am Garten weiter gearbeitet.
Unter Karl Theodor war Schwetzingen Sommerresidenz: Die Hofhaltung wurde in den warmen Monaten von Schloss Mannheim nach Schloss Schwetzingen verlegt. Die Schlichtheit der Wohnungen des Kurfürstenpaares und eine größere Informalität der Umgangsformen waren Ausdruck eines vorgeblich einfacheren, unbeschwerten „Lebens auf dem Lande“.
An der künstlerischen Ausgestaltung von Schloss und Garten waren nahezu alle am Hof in Mannheim beschäftigten Künstler beteiligt. Dazu gehörten Alessandro Galli da Bibiena und Peter Anton von Verschaffelt. Der Lothringer Nicolas de Pigage war Intendant der Gärten und Wasserkünste sowie der bestimmende Architekt in der Karl-Theodor-Zeit. Pigage erweiterte den Garten in allen Stilwandlungen der Zeit. Der Zweibrücker Hofgärtner Johann Ludwig Petri plante das Hauptparterre und den Zirkel des französischen Gartens. Der erste Hofgärtner, van Wynder, wurde aus Kassel nach Schwetzingen berufen.
Der zweite Hofgärtner war Johann Wilhelm Sckell, ein Hauptmitarbeiter Pigages. Sein Sohn Friedrich Ludwig Sckell wurde 1804 nach München berufen, wo er den Englischen Garten anlegte. Der erste badische Gartenbaudirektor war Johann Michael Zeyher, der den Flieder in Schwetzingen einführte.
Schloss Schwetzingen zählt heute zu den landeseigenen Monumenten und wird von der Einrichtung Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg betreut. Der Garten ist gegen Eintritt öffentlich zugänglich, Schloss und Theater können im Rahmen von Führungen besichtigt werden.
Weltkulturerbe
Im September 1999 meldete Deutschland Schwetzingen in der bei der UNESCO geführten sogenannten Tentativliste als potentielle Welterbestätte an.[1] Ein dortiger Eintrag ist die Voraussetzung dafür, dass zu einem späteren Zeitpunkt ein Antrag auf Verleihung eines entsprechenden Prädikats, in diesem Fall des Weltkulturerbes, gestellt werden kann. Dies geschah dann auch im Jahre 2007. Der Antrag umfasste einen Kernbereich von Schloss und Schlossgarten, den vorgelagerten Schlossplatz, das Ysenburgsche Palais sowie die Sichtachsen der Carl-Theodor- und der Lindenstraße. Hinzu kam eine zusätzliche Pufferzone, die weitere Teile der Stadt einbezog.[2]
Im Juni 2009 wurde der Antrag aufgrund eines negativen Votums des ICOMOS wieder zurückgenommen und infolgedessen im Laufe des folgenden Herbstes überarbeitet. Der ursprüngliche Ansatz, das freimaurerische und aufklärerische Wirken Carl-Theodors begleitend zu betonen, wurde zurückgefahren, stattdessen die künstlerische und musische Bedeutung von Schloss und Stadt hervorgehoben. Außerdem wurde der Kernbereich geringfügig erweitert.[2] Im Januar 2010 wurde der Neuantrag eingereicht.[3] Im März 2010 setzte die Kultusministerkonferenz Schwetzingen erneut auf die deutsche Nominierungsliste, diesmal für 2011.[4][5] Der als Entscheidungsgrundlage dienende Bewertungsbericht der ICOMOS vom Mai 2012 empfahl jedoch abermals, die Anlage nicht aufzunehmen. Negativ wurde insbesondere bewertet, dass es von dieser Art von Schlössern und Gärten schon elf, beispielsweise in Dessau, in Brühl oder in Potsdam und Berlin, und damit eigentlich deren genügend auf der Welterbeliste gebe. Eine besondere Stellung Schwetzingens habe nicht erkannt werden können.[6] Das Welterbekomitee stimmte dem ICOSMOS-Votum zwar mehrheitlich nicht zu, behandelte den Schwetzinger Antrag aber auch nicht, sondern empfahl stattdessen, einen neuen, abermals überarbeiteten Entwurf vorzulegen. Ob es dazu kommt, ist fraglich.[7][8][9] Über einen erneuten Versuch wurde nichts bekannt.
Schloss
Plan von Schwetzingen (um 1840)
Eine Anfahrt aus Heidelberg liegt auf der geraden Verbindung vom Königstuhl nach Schwetzingen. Die Trasse ist von erhöhter Position aus in der Landschaft noch gut erkennbar, aber nicht durchgehend befahrbar. Vom Königstuhl aus gesehen läuft diese Linie hinter dem Schloss weiter auf die Kalmit zu.
Vom Schwetzinger Schlossplatz gelangt man in den Ehrenhof. In den beiden ehemaligen Wachhäuschen am Schlosstor befinden sich heute ein Museumsladen und ein Café. Der Hof wird links und rechts von symmetrischen Wirtschaftsgebäuden flankiert. In der Mitte, an der Westseite, befindet sich das Corps de Logis, der Wohnbau des Schlosses.
Innenräume
In einer langwierigen Restaurierung der Jahre 1975–1991 wurden die Innenräume des Schlosses wiederhergestellt und mit authentischen Möbeln des 18. Jahrhunderts eingerichtet. In der Beletage verdeutlichen im Rahmen eines Schlossmuseums die Gesellschaftsräume, die Wohnung des Kurfürsten und die Wohnung der Kurfürstin das Funktionsprofil des Schlosses in der Karl-Theodor-Zeit.
Von besonderem kunstgeschichtlichen Rang sind die Räume der in badischer Zeit ab 1803 umgestalteten Wohnung der Reichsgräfin Luise Karoline von Hochberg im zweiten Obergeschoss aufgrund der vorzüglich erhaltenen Handdrucktapeten (1804) der Firma Zuber et Cie in Rixheim (Compagniezimmer mit Alpenpanorama „Vues de Suisse“, Schlafzimmer, Grand Cabinet).
Zirkelbauten
Nördlicher Zirkelbau
Südlicher Zirkelbau
Die Zirkelbauten sind zwei eingeschossige, dank hoher Fenstertüren mit unmittelbarem Gartenzugang versehene Werksteinbauten, die sich seitlich an das Schloss zu einem Halbrund anschließen und das kreisrunde Gartenparterre gemeinsam mit dem Halbkreis der Wandelgänge aus Lattenwerk umfangen. Der nördliche Zirkelbau wurde in den Jahren 1748/1749 von Alessandro Galli da Bibiena erbaut, der südliche im Jahr 1753 von Franz Wilhelm Rabaliatti. Die Zirkelbauten wurden für die Hofgesellschaften (Speisetafel, Spiele und Konzerte, Bälle) genutzt. Solche zusätzlichen, repräsentativen Räumlichkeiten waren angesichts der beengten Verhältnisse im alten Wohnbau des Schlosses unverzichtbar. Heute werden die Zirkelbauten als Schlossrestaurant, Café und Theaterfoyer sowie für Konzerte und Ausstellungen genutzt.
Theater
→ Hauptartikel: Schlosstheater Schwetzingen
Das kurfürstliche Hoftheater im frühklassizistischen Stil (oft fälschlich „Rokokotheater“ genannt) wurde am 15. Juni 1753 mit Oper Il figlio delle selve („Der Sohn der Wälder“) von Ignaz Holzbauer eröffnet. Hier wirkten Sänger, Instrumentalisten und Komponisten von internationalem Rang, darunter die Vertreter der Mannheimer Schule. Nachdem Karl Theodor seine Residenz nach München verlegt hatte, fanden nur noch gelegentliche Aufführungen in Schwetzingen statt, wenn der Kurfürst dort zu Besuch war. Auch in der badischen Zeit wurde das Theater nur selten benutzt. Es verfiel und konnte nicht mehr bespielt werden. 1936/37 und 2002/03 wurde das Theater völlig renoviert. Die Brüstungen der leicht ansteigenden Logenränge haben im Grundriss die Form einer Lyra. Die Pfeiler sind reich verziert und von Korbbögen überbrückt, die die Wirkung des Raumes vertiefen.
Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen
Im südlichen Flügel des Schlosses sind seit ihrer Gründung 1953 die Fachhochschule Schwetzingen – Hochschule für Rechtspflege bzw. deren Vorgängereinrichtungen untergebracht. Aufgrund umfangreicher Umbau- und Renovierungsarbeiten wurde der Studienbetrieb seit September 2009 in ein Ausweichquartier nach Mannheim-Wohlgelegen verlegt.
Garten
Parterre
Der Schwetzinger Schlossgarten gliedert sich in einen Französischen Garten und einen Englischen Garten. Bei der kunsthistorischen Interpretation des Gartens wird auch unterschieden zwischen dem „Garten der Allegorien“, also jener Gartenteil, in welchem ohne tiefere Bedeutung allegorische Figuren stehen, und dem „Garten der Vernunft“. Zum „Garten der Vernunft“ zählen Minervatempel, Merkurtempel, Moschee, Apollotempel, Tempel der Botanik, das römische Wasserkastell sowie das Arboretum, also jene Gartenteile, in denen im Sinne aufklärerischen Denkens die Vernunft gefeiert wird. Der Schwetzinger Schlossgarten war, mit Ausnahme des Bereiches um das Badhaus, bereits in kurfürstlicher Zeit für die gesamte Bevölkerung zugänglich, damals noch ohne Eintrittsgeld. Eine Parkordnung regelte das angemessene Verhalten der Besucher.
Französischer Garten
Luftaufnahme des Barockgartens
Fontäne in der Gartenmitte
Längs der Hauptachse des Gartens blickt man nach Osten auf den Königstuhl im Odenwald und nach Westen auf die Kalmit im Pfälzerwald.
Der Barockgarten ist nach französischer Art in strengen geometrischen Formen angelegt. Die wichtigsten Elemente sind die Hauptachse, die Querachse und das Kreisrund. Der vordere Gartenteil zeigt Parterres und Boskette. Auf der Schlossterrasse befinden sich Urnen, die die vier Weltzeitalter darstellen (goldenes, silbernes, ehernes und eisernes Zeitalter). Zudem befinden sich dort zwei vergoldete Atalanten, die noch aus dem Vorgängergarten stammen. Eine Besonderheit des französischen Gartens ist die kreisförmige Anlage der zentrale Teil rund um den Arionbrunnen, das sogenannte Kreisparterre.
Der zentrale Arionbrunnen von Guibal hat eine Begebenheit der antiken Mythologie zum Thema: Arion (Arion von Lesbos) ist ein berühmter Sänger. Nach einem Wettstreit reich beschenkt, wird er auf See von den Schiffsleuten bedrängt. Er bittet, ein letztes Mal singen zu dürfen. Bei seinem Gesang erscheinen Delfine. Der Sänger stürzt sich in die Fluten und ein Delfin bringt ihn an die Küste, so dass er seinen Weg nach Korinth fortsetzen kann. Das Sternbild Delphin wird in manchen Überlieferungen als der von den Göttern ans Firmament entrückte Arion auf dem Delfin gedeutet.
Abgeschlossen wird der französische Garten durch die Darstellung einer Hirschjagd von Verschaffelt. In unmittelbarer Nähe sind die vier Elemente in Skulpturen dargestellt.
Englischer Garten
Die westlichen und nordwestlichen Teile des Gartens wurden als englischer Landschaftsgarten gestaltet. Im Gegensatz zum französischen Garten sind hier die Wege und Uferlinien leicht geschwungen. Am unregelmäßigen Waldbereich wurde fast nichts verändert.
Arboretum
Ein Arboretum ist eine Sammlung oft exotischer Gehölze. Der Gartenbaumeister Zeyher legte diesen Garten im Jahr 1802 mit exotischen Bildern aus aller Welt an. Besonders kunstvoll ist das schmiedeeiserne, teilvergoldete Tor von Rabaliatti. Auf derselben Fläche befand sich vorher eine Fasanerie mit Tiergehegen.
See
See mit Schloss im Hintergrund
See im Winter
Gartenphaeton des Kurfürsten 1775
Schon beim Betreten des Schlossgartens sieht der Besucher auf den großen See, der den Garten abschließt. An der Stelle des Sees befand sich ursprünglich ein ummauertes Bassin, das auf Vorschlag Zeyhers im Jahr 1823 auf Befehl des Großherzogs Ludwig von Baden erweitert und in einen See mit natürlicher Uferausformung umgewandelt wurde. Zwei Skulpturen (Kopien) von Verschaffelt ruhen auf der dem Schloss zugewandten Längsseite beidseitig der Blickachse: die Flussgötter Rhein und Donau. Die Originale sind in der Orangerie zu besichtigen.
Der See und alle weiteren Gewässer werden seit Pigage von zwei Wasserwerken gefüllt, die den Leimbach als Antrieb für die Mühlräder der Pumpen nutzten. Dieser umschloss bereits die ursprüngliche Burganlage und fließt vom Kraichgau kommend in Richtung Rhein. Für die Fontänen wurde sauberes Grundwasser verwendet. Diese Pumpen befanden sich im nördlichen Schlossflügel (oberes Wasserwerk mit Hochbehälter im heutigen Finanzamt). Ein zweites Pumpwerk mit Hochbehälter, das einen gleichbleibenden Druck sicherstellte, war am Parkende hinter dem Aquädukt verborgen (unteres Wasserwerk).
Für Karl-Theodor kaufte Pigage 1775 in London einen Gartenphaeton mit Lakai-Antrieb, wozu alle Hauptwege topfeben angelegt und sogar vorzeitliche Grabhügel abgetragen wurden. Damit konnte der Kurfürst im Park herumfahren, ohne dass Pferdeexkremente die Gartenwege verschmutzten. Der Muskelkraftwagen, heute im Schloss Nymphenburg, regte den Heidelberger Studenten Karl Drais vor 1803 zur späteren Erfindung des Ur-Fahrrads an.[10]
Bauten
Im Schwetzinger Schlosspark befinden sich neben zahlreichen Statuen auch einige Bauwerke. Das Gebäudeprogramm zeigt einen philosophischen und architektonischen Bezug auf die klassische Antike und, im Falle des Moschee-Komplexes, auf den Islam und die orientalische Weisheitslehre. Neuere Forschungen wollen im Schwetzinger Garten ein freimaurerisches Programm erkennen, in dem christliche Vorstellungen eingebunden wären. Gartenbauten, Wegbeziehungen, Tore und Brücken sollten den Park nicht nur in Einzelräume unterteilen, sondern größer wirken lassen. Einen eigenen Komplex bietet das früher nur auf Einladung oder Befehl des Kurfürsten zugängliche Badhaus, ein kleines Lusthaus mit eigenem Garten und dem „Perspektiv“.
Nach Ansicht von Richard Benz führte das Erlebnis der „künstlichen Ruinen“ im Schwetzinger Schlosspark die Dichter des 18. Jahrhunderts zur Beschäftigung mit den echten Ruinen des Heidelberger Schlosses und damit zur im späten 18. Jahrhundert einsetzenden „Wiederentdeckung“ Heidelbergs.[11]
Merkurtempel
Die Lage des Tempels oberhalb des Moscheeweihers
Der Tempel von Norden
Der Tempel aus der Nähe
Relief am Tempel
In den „Parties sauvages“, den südwestlichen landschaftlichen Partien des Schwetzinger Gartens wurde bereits 1784 ein „Monument“ gegenüber der Moschee geplant. 1787/88 entstand der Ruinenbau Pigages, der erstmals 1791 dem römischen Gott Merkur zugewiesen wird. Sein kellerartiger Unterbau aus großen Sandsteinblöcken erscheint als Rest eines älteren Vorgängers. Der dreigeschossige, turmartige Merkur-Tempel aus Tuffstein besitzt ein im Grundriss sechseckiges Hauptgeschoss, darüber ein Attikageschoss und eine abschließende Laterne. Auf Merkur verweisen Reliefs aus Stuckmarmor über den Eingängen der drei gleichartigen Fassaden.
Die Deutung der Parkruine ist kontrovers: Nach überkommener Lesart steht sie für die Überwindung von Geheimlehren durch die Vernunft. Diese Lesart verweist darauf, dass der Tempel die Form eines römischen Grabmals hat. Durch drei Reliefs, die ausschließlich negative Episoden aus dem Leben des Merkur zeigen, wird dieser mit dem antiken Hermes Trismegistos, einem Symbol für Magie, gleichgesetzt. Der Aberglaube ist also gewissermaßen in seinem eigenen Tempel begraben worden. In diesem Zusammenhang wird auch betont, dass man von der Moschee über einen Weiher auf den Merkurtempel blickt. Wenn man die Moschee als Symbol für die Weisheit versteht, bedeutet dies: Der Weise muss Tod und Aberglaube nicht fürchten. Eine neue freimaurerische Interpretation hingegen sieht verborgene Verweise auf den Salomonischen Tempel und seinen Architekten Hiram Abif.
Der Merkurtempel hat die Funktion eines Aussichtspunkts, das Obergeschoss gestattet einen Blick über den See und auf die Moschee.
Minervatempel
Minervatempel
Die römische Göttin Minerva ist mehrfach im Schlossgarten dargestellt. Symmetrisch zu dem Minerva-Tempel war als Gegenstück ein Tempel des Cupido geplant, der nicht zur Ausführung kam.
Der von Pigage entworfene Tempel war 1769 vollendet. Seine viersäulige Front korinthischer Säulenordnung ist durch ein antik-römisches Vorbild angeregt, den Eingangsbau zur Portikus der Octavia. Einmalig ist die Umkehrung des Verhältnisses von Säulenhalle und Cella: Die Tempelcella wird zu einer gegenüber der Natur geöffneten Raumhülle umgedeutet, innerhalb derer sich die Säulenstellung fortsetzt.
Minerva, Göttin der Weisheit, erscheint vor der Rückwand in einem umgearbeiteten Standbild von Gabriel de Grupello. Sie ist, auch nach Ausweis des Giebelfeldes, die Göttin der friedlichen Künste und Wissenschaften, insbesondere der Gartenkunst. Die mit Marmorbänken ausgestattete Cella dient Parkbesuchern als Ruheraum, kann aber auch als imaginärer Versammlungsort derjenigen, die Weisheit erlangt haben, verstanden werden.
Unterhalb des Tempels befindet sich ein rechteckiger Raum, mit Nischen und runden Fensteröffnungen. Dieser Raum ist von außen zugänglich und zeigt Merkmale eines geheimen Versammlungsortes. Er wird von Pan regiert, wie eine Maske über der Tür anzeigt. Der Minerva-Tempel, der sich über dieser irrationalen Sphäre erhebt, wird so ein aufklärerisches Monument der gestaltenden Vernunft und der menschlichen Zivilisationsleistung.
Apollotempel
Apollotempel von Westen
Apollotempel von Westen
Lyraspielender Apollo
Apollos Rücken
Im Jahr 1762 plante man an dieser Stelle ein Belvedere. Nach dem Entwurf von Nicolas de Pigage entstand ein hoher, terrassierter Unterbau, auf dessen oberster Plattform sich ein Monopteros, ein Rundtempel mit zwölf Säulen ionischer Säulenordnung ohne Cella erhebt. Der Tempel ist dem griechischen Gott Apollo gewidmet. Die Statue des Apollo stammt von dem Bildhauer Anton von Verschaffelt. Sie zeigt den Gott beim linkshändigen Lyra-Spiel, was dem Künstler einigen Hohn eingebracht hat. In einem Briefwechsel zwischen Gleim, Wilhelm Heinse und Johannes von Müller heißt es, er stehe zwar »gar heilig« auf einer Anhöhe, »nur hat der linke Gott darin einen erbärmlichen Hintern«.
Der Apollo-Tempel krönt eine nach zwei Seiten gerichtete Anlage: Vom Eingang an der Westseite steigt der Besucher durch felsige, dunkle und verwirrende Korridore zur lichtumfluteten Plattform mit dem klassischen Monopteros empor. Aus der Sicht der Zuschauer im östlichen Heckentheater krönt der Tempel den Bühnenprospekt. Apoll erscheint als Gott der Künste und Führer der Musen auf dem Berg Helikon, wo der Hufschlag des Pegasus die Quelle Hippokrene, deren Wasser durch die Najaden über die Kaskade an die Menschen weitergegeben wird.
Tempel der Waldbotanik
Tempel der Waldbotanik
Der von Pigage entworfene Tempel der Waldbotanik – „Botanicae Silvestris“ – wurde schon 1777 geplant. Die Weiheinschrift nennt das Datum 1778, aber erst 1780 wurde der Bau fertig. Er bildet den Abschluss des „Arboretum Theodoricum“, der Baumsammlung im sogenannten Wiesentälchen. Der aufgesockelte, zylindrische Baukörper weist außen Rauputz nach Art von Eichenrinde auf. Eine Freitreppe, auf deren Wangen Sphingen wachen, führt zur Eingangstür. Innen vermittelt eine runde Öffnung von circa 20 cm Durchmesser in der Fußbodenmitte zu einem dunklen Gewölbe darunter. Das Bildprogramm handelt vom Wachsen, Reifen und Absterben der Natur. Vier große Relieffelder zeigen Symbole der vier Jahreszeiten in Verbindung mit einem antiken Dreifuß. Die Naturrhythmen werden mit der modernen Naturwissenschaft verknüpft: Bildnismedaillons der älteren Autoritäten Theophrastos von Eresos und Plinius stehen solche der modernen Naturforscher Joseph Pitton de Tournefort und Carl von Linné gegenüber. Linnés revolutionäres Buch über die Pflanzensystematik bildete das inzwischen verschwundene Attribut einer Statue der Göttin Ceres in der Mittelapsis.
Badhaus
Badhaus
Das von Pigage errichtete Badhaus ist ein kleines Lusthaus nach Art einer italienischen Villa. Während unter Karl Theodor der übrige Schlossgarten öffentlich zugänglich war, durfte der Badehaus-Bereich, zu dem ein eigener Garten gehört, nur auf Einladung oder mit Genehmigung des Kurfürsten betreten werden. Hier konnte Karl Theodor wie ein Privatmann leben und sich seinen musischen Neigungen hingeben. Vom Apollo-Bezirk her wird das Badhaus durch eine im Grundriss halbkreisförmige Exedra betreten, eine gleich gebildete liegt an der Rückseite. Durch beide Eingangsbereiche gelangt der Besucher in den Ovalsaal mit der Aurora als Deckengemälde und vier Horen als vergoldeten Plastiken, der das Zentrum des Schlösschens bildet. Vom Ovalsaal gehen nach Westen und nach Osten flurartige Vorzimmer mit fein eingelegtem Parkett aus drei Hölzern ab. Über sie gelangt der Besucher in das Schlafzimmer des Kurfürsten (Südwestseite, mit separater Toilette) und in den Baderaum (Nordwestseite) mit einem vertieften Marmorbecken (etwa 1‚2 m tief) mit zwei Sitzbänken in einer elliptischen Nische. Die Wasserleitungen sind als bekrönte Schlangen ausgearbeitet. An der Nordostseite liegt das Chinesische Zimmer mit chinesischen Papiertapeten, an der Südostseite das Schreibzimmer mit Landschaftsgemälden von Ferdinand Kobell.
In der beim Badhaus gelegenen Badhausküche befand sich der Kessel zum Erhitzen des Badewassers. Bemerkenswert ist, dass das Badhaus im Verhältnis zum Hauptschloss in der gleichen Position gelegen ist wie sein Vorbild, das Grand Trianon, im Schlosspark von Versailles.
Wasserspeiende Vögel
Uhu mit geschlagenem Fasan
wasserspeiende Vögel auf der Einfassung
Brunnen der wasserspeienden Vögel
Eine Attraktion des Badhausgartens ist der Brunnen der wasserspeienden Vögel (alle aus Eisenblech gearbeitet). Im mittleren Bassin sitzt in Angriffshaltung mit gespreizten Flügeln ein Uhu, der in seinen Fängen einen von ihm geschlagenen Fasan hält. Oben auf der Einfassung aus Lattenwerk, das die Anlage umgibt, sitzen zwanzig andere Vögel, die den Uhu (mit Wasser) bespucken. Das Thema des Brunnens geht auf eine Fabel von Äsop zurück, die vom Zorn der guten Vögel über den bösen Uhu handelt. Die Schwetzinger Figuren stammen aus dem lothringischen Schloss La Malgrange des polnischen Exkönigs Stanislaus I. Leszczyński. Vier Volieren mit lebenden, zwitschernden Vögeln erhöhen die Illusion. Zu der Anlage zählen zwei weitere kleine Gebäude, die sogenannten Achathäuschen.
Perspektiv
Perspektiv im Laubengang
Perspektiv aus der Nähe
Perspektiv von außen
Blick auf die halbrunde Mauer vom „Perspektiv“ oder „Ende der Welt“ im Schlossgarten Schwetzingen.
Das Perspektiv oder Ende der Welt im Schlossgarten Schwetzingen.
Das Perspektiv, im Volksmund als „Ende der Welt“ bezeichnet, schließt die Hauptachse des Badhausgartens nach Norden hin ab. Am hinteren Ende der Treillage ist eine Flusslandschaft zu erkennen. Dabei handelt es sich um die Kopie eines Gemäldes von Ferdinand Kobell auf einer Mauer. Durch geschickt genutzten Lichteinfall erscheint das Bild realistisch. Im Zusammenspiel mit dem zuführenden Gang und einem Architekturrahmen vor der Mauer entsteht eine starke Tiefenwirkung.
Aufbau des Perspektivs (von Pigage gestaltet): An den Laubengang (Treillage) schließt sich ein Pavillon mit zwei Seitenräumen an. Der Hauptraum des Pavillons (zum Gemälde hin offen und mit Tuffstein verkleidet) ist als Grotte gestaltet. Gegenüber dem Eingang des Laubengangs befindet sich eine Maueröffnung im Pavillon. In der Maueröffnung sind eiserne Schilfblättchen angebracht und Wasser tropft von der Grottendecke in ein Bassin. Hinter dieser Öffnung befindet sich in etwas Abstand eine halbrunde Mauer mit Landschaftsgemälde (in Freskotechnik). Das Landschaftsgemälde wird durch das Sonnenlicht beleuchtet und strahlt so förmlich, wenn man vor dem Laubengang steht.
Orangerie
Orangerie
→ Hauptartikel: Orangerie (Schwetzingen)
Ab dem 16. Jahrhundert kamen an den europäischen Fürstenhöfen Sammlungen von Orangen und anderen Zitrusbäumen in Mode. Diese überwinterten in abschlagbaren, nur für die kalte Jahreszeit um die Pflanzen herum errichteten Gebäuden. Im späten 17. und im 18. Jahrhundert wurden die Pflanzen in Pflanzkästen und Kübeln gehalten, die in einem festen Gebäude überwinterten und in den warmen Monaten in einem Orangerieparterre ins Freie gestellt wurden.
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts konnte der Bedarf an Räumlichkeiten für höfische Festivitäten in Schwetzingen nicht annähernd gedeckt werden. Eine Orangerie mit großem Festsaal westlich des Schlosses sollte hier Abhilfe schaffen. So hatte es jedenfalls Kurfürst Karl Philipp entschieden, der 1716 die Nachfolge des überwiegend in Düsseldorf residierenden Kurfürsten Johann Wilhelm angetreten hatte.
Die unter Karl Theodor errichtete Schwetzinger Orangerie mit ihren Fassadenmalereien wurde von Nicolas de Pigage entworfen. Die Malereien täuschen Naturstein als Material vor, wo nur simple Backsteinmauern sind. Davor liegt das Orangerieparterre, das gegenüber den anderen Gartenbereichen zugunsten eines Binnenklimas abgesenkt und zur warmen Südseite ausgerichtet ist. An den Ecken des Parterres befinden sich Statuen von drei Jahreszeiten, die vierte fehlt. In der Mitte stehen die Orangen- und Zitronenbäume in Kübeln auf einer rechteckigen Insel.
Moschee
→ Hauptartikel: Moschee Schwetzingen
Rote Moschee im Türkischen Garten
Wandelgang mit Eckpavillon
Innenansicht der Moscheekuppel
Im hinteren (südlichen) Bereich, dem Türkischen Garten, steht die Rote Moschee von Pigage, errichtet von 1778 bis 1785. Das Bauwerk hat keine liturgische Funktion, es handelt sich vielmehr um ein Gartenfolly mit ausschließlich ästhetischer Bedeutung. Die Schwetzinger Moschee ist der erste und größte Bau dieser Art in einem deutschen Park. Das Gebäude des späten Barock ist mit zahlreichen orientalischen Elementen versehen. Der Moscheehof wurde gelegentlich für Freilichtaufführungen von Opern genutzt. Die Moschee wurde im 20. Jahrhundert zeitweise von Muslimen genutzt.
Vor der Moschee befinden sich der ehemalige fürstliche Obstgarten, dahinter eine Baumschule und die Schlossgärtnerei.
Römische Wasserleitung
Römische Wasserleitung
Im Sommer 1779 wurde die am nördlichen Rand des Gartens gelegene künstliche Ruine nach Entwürfen von Nicolas de Pigage begonnen. Ein Torbau, auf dem noch ein Turmaufsatz erhalten scheint, erinnert an einen römischen Triumphbogen. In seiner mittleren Arkade rauscht ein Wasserfall. Von diesem Torbau greifen nach drei Seiten die Reste eines Aquäduktes aus, wobei der östliche Arm einen Freiplatz hinterfängt, auf dem sich ein Obelisk erhebt.
Pigage konnte auf eigene Antikenstudien während seiner Italienreise 1767/68 zurückgreifen. Die Verbindung von Torbogen und Aquädukt begegnet an der römischen Porta Maggiore und am Aquädukt der Acqua Vergine. Das Turmfreigeschoss könnte durch mittelalterliche Wehraufbauten auf römischen Brücken angeregt sein. Die Vorbilder finden sich in Veduten von Piranesi. Die Bezeichnung als Römisches Wasserkastell erscheint erst 1828.
Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)
Blick über die Chinesische Brücke, im Hintergrund der Merkurtempel
Die oft als „chinesisch“ bezeichnete Brücke im hinteren, nordwestlichen Bereich des Gartens verbindet den französischen mit dem englischen Gartenteil. Das Bauwerk geht tatsächlich auf einen Brückenentwurf des in Venetien tätig gewesenen Renaissance-Architekten Andrea Palladio zurück. Die Brücke hat den populären Beinamen „Lügenbrücke“, denn wer auf deren unregelmäßigen Stufen ins Straucheln kommt, soll schon einmal geschwindelt haben.
Landschaftsschutzgebiet
Bereits am 8. August 1952 hat das damalige Landratsamt Mannheim den Schloßgarten unter der Bezeichnung Schwetzinger Schloßgarten und Umgebung als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Das Gebiet mit der Nummer 2.26.013 hat aktuell eine Größe von rund 190 Hektar und umfasst den historischen Park aus der Kurfürstenzeit sowie das westliche Vorgelände und die historische Jagdanlage am Stern.
Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses
Voltaire kam im Jahr 1753 zum ersten Mal nach Schwetzingen und war 14 Tage lang Gast des mit ihm befreundeten Kurfürsten. Im Sommer 1758 kam Voltaire erneut zu einem kurzen Aufenthalt nach Schwetzingen. Wolfgang Amadeus Mozart wirkte zusammen mit seinem Vater und seiner Schwester an einem Hofkonzert am 18. Juli 1763 mit. Der Komponist Christoph Willibald Ritter von Gluck war im Jahr 1774 Gast des Kurfürsten. Friedrich Schiller fand in Schwetzingen Anregungen zu den gegensätzlichen „Aranjuez-Stimmungen“ des ersten Aktes von Don Karlos. Der Schauspieler August Wilhelm Iffland schilderte in einem Brief vom 26. November 1779 eine Jagd bei Schwetzingen, die 50.000 Gulden gekostet hatte und bei der für 9.000 Menschen Zuschauergerüste aufgebaut waren. Kaiser Joseph II. hielt sich im Jahr 1781 unter dem Namen Graf von Falkenstein in Schwetzingen auf.
Siehe auch
Schloss Benrath – 1755 bis 1773 von Pigage im Auftrag von Kurfürst Karl Theodor erbaut am Übergang vom Rokoko zum Klassizismus. Der Garten ist eine geometrisch achsensymmetrische Barockanlage nach französischem Vorbild, der Privatgarten des Kurfürsten wurde im 19. Jahrhundert landschaftlich umgestaltet. Im Nebengebäude des Schlosses befindet sich das Museum für Europäische Gartenkunst.
Maulbeerbaumallee nach Heidelberg – im Zusammenhang mit der Seidenraupenzucht.
Literatur
Carl Ludwig Fuchs, Claus Reisinger: Schloss und Garten zu Schwetzingen. 2. Auflage. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2008, ISBN 978-3-88462-266-7
Volker Hannwacker: Friedrich Ludwig von Sckell. Der Begründer des Landschaftsgartens in Deutschland. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1992, ISBN 3-421-03012-X, S. 11–21.
Nanette Schärf, Hartmann Manfred Schärf: Das Badhaus im Schwetzinger Schlossgarten. Die Restaurierung des Gebäudes, seiner Innenräume und Ausstattungen. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 37. Jg. 2008, Heft 1, S. 29–35 (PDF)
Ralf Richard Wagner: In seinem Paradiese Schwetzingen … Das Badhaus des Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz. Hrsg. von Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2009, 302 S., ISBN 978-3-89735-587-3.
Wegweiser durch den Schwetzinger Garten. Mit zwölf Ansichten von Conrad Caspar Rordorf. Engelmann, Heidelberg 1830 (Digitalisat)
Karl Wörn: Schwetzingen Lebendige Stadt. 3. Auflage. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 1980.
Oswald Zenker: Schwetzinger Schlossgarten. Ein Führer durch das Französische Gartenparterre und den Englischen Landschaftsgarten, mit Informationen über Schloss und Rokokotheater sowie Sehenswürdigkeiten der Umgebung. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 2002, ISBN 3-87742-170-9.
Film
Im Hain des Apoll. Der Schlosspark Schwetzingen. Dokumentarfilm, Deutschland, 2007, 28:20 Min., Buch und Regie: Christopher Paul, Produktion: SWR, Reihe: Schätze des Landes, Inhaltsangabe von ARD.
Weblinks
Commons: Schloss Schwetzingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Offizielle Seite von Schloss Schwetzingen
Infos zum Schloss auf der Seite der Stadt Schwetzingen
Schloss Schwetzingen von ZUM
Kein Land „wo die Zitronen blühen“. In: Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Artikel zur Geschichte von Orangerien, darunter der in Schwetzingen
Schloss Schwetzingen auf badischewanderungen.de
Schloss Schwetzingen als 3D-Modell im 3D Warehouse von SketchUp
Einzelnachweise
Schwetzingen: A Prince Elector’s Summer Residence – garden design and Freemasonic allusions. Eintrag in der Tentativliste der UNESCO auf deren Website, abgerufen am 8. April 2014 (französisch)
Vorlage zur Gemeinderatssitzung vom 22. September 2009, abgerufen am 8. April 2014
Neue Akzente sollen in Paris überzeugen. Schwetzinger Zeitung, 2. Februar 2010, abgerufen am 8. April 2014
Die Sommerresidenz und ihre Musik sollen es richten. Mannheimer Morgen, 6. März 2010, abgerufen am 8. April 2014
Kurfürstliche Sommerresidenz Schwetzingen für die Aufnahme in die UNESCO-Weltkulturerbeliste nominiert. Pressemitteilung des Landesdenkmalsamts Baden-Württemberg vom 8. März 2010, abgerufen am 8. April 2014
ICOMOS Evaluations of Nominations of Cultural and Mixed Properties. Empfehlungsbericht zur 36. Sitzung des Welterbekomitees im Juni/Juli 2012, S. 224–233, PDF-Datei, 28,4 MB, abgerufen am 8. April 2014 (englisch)
Schwetzingen zunächst nicht Welterbe. Pressemitteilung der Stadt Schwetzingen vom 29. Juni 2012, abgerufen am 8. April 2014
Johanna Eberhardt: Schwetzingen nimmt keinen neuen Anlauf. Stuttgarter Zeitung, 3. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014
Kein dritter Anlauf für Unseco-Welterbe-Titel in Schwetzingen. xity, 2. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014
Hans-Erhard Lessing: Zwei Räder statt vier Hufe – Karl Drais G.Braun-Verlag, Karlsruhe 2010
Richard Benz: Heidelberg. Schicksal und Geist, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen, 2. Auflage 1975, ISBN 3-7995-4008-3, S. 296
PPC Burg Nord-Ostseite vom Traifelberg aus gesehen.
Baumaterial:
poröser heller Tuffstein
gute Isolation durch die Lufteinschlüsse
postprocessing:
Schwarz-Rot-Gold
en.wikipedia.org/wiki/Kingdom_of_W.
Kingdom of Württemberg (German: Königreich Württemberg)
original: Schwarz-Rot
Au bord de l'Albtrauf
ppc warm colors
HDr-ish
In einem tiefen grünen Thal
Steigt auf ein Fels, als wie ein Strahl,
Drauf schaut das Schlößlein Lichtenstein
Vergnüglich in die Welt hinein.
-- Wilhelm Hauff (POET)
The Count drew his inspiration from the novel "Lichtenstein" (translated as white-colored stone).
Lichtenstein Castle is a castle situated on a cliff located near Honau on the Swabian Alb, Baden-Württemberg, Germany.
Historically, there has been a castle on the site since around 1200. It was twice destroyed, once in the Reichskrieg's War of 1311 and again by the city-state of Reutlingen in 1381. The castle was not reconstructed and subsequently fell to ruin.
In 1802, the land came into the hands of King Frederick I of Württemberg, who built a hunting lodge there. By 1837, the land had passed to his nephew Duke Wilhelm of Urach, Count of Württemberg, who, inspired by Wilhelm Hauff's novel Lichtenstein, added the current castle in 1840–42. The romantic Neo-Gothic design of the castle was created by the architect Carl Alexander Heideloff.
Today, the castle is still owned by the Dukes of Urach, but is open to visitors. The castle contains a large collection of historic weapons and armour.
en.wikipedia.org/wiki/Lichtenstein_Castle_(W%C3%BCrttemberg)
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Italien / Toskana - Volterra
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Volterra (Italian pronunciation: [volˈtɛrra]; Latin: Volaterrae) is a walled mountaintop town in the Tuscany region of Italy. Its history dates from before the 8th century BC and it has substantial structures from the Etruscan, Roman, and Medieval periods.
History
Volterra, known to the ancient Etruscans as Velathri or Vlathri and to the Romans as Volaterrae, is a town and comune in the Tuscany region of Italy. The town was a Bronze Age settlement of the Proto-Villanovan culture, and an important Etruscan center (Velàthre, Velathri or Felathri in Etruscan, Volaterrae in Latin language), one of the "twelve cities" of the Etruscan League.
The site is believed to have been continuously inhabited as a city since at least the end of the 8th century BC. It became a municipium allied to Rome at the end of the 3rd century BC. The city was a bishop's residence in the 5th century, and its episcopal power was affirmed during the 12th century. With the decline of the episcopate and the discovery of local alum deposits, Volterra became a place of interest of the Republic of Florence, whose forces conquered Volterra. Florentine rule was not always popular, and opposition occasionally broke into rebellion. These rebellions were put down by Florence.
When the Republic of Florence fell in 1530, Volterra came under the control of the Medici family and later followed the history of the Grand Duchy of Tuscany.
Culture
The main events that take place during the year in Volterra are
Volterra gusto
Volterra arte
Volterra teatro
Main sights
Roman Theatre of Volterra, 1st century BC, excavated in the 1950s
the Roman amphitheatre was discovered in 2015 and has been excavated over the succeeding years
Piazza dei Priori, the main square, a fine example of medieval Tuscan town squares
Palazzo dei Priori, the town hall located on Piazza dei Priori, construction begun in 1208 and finished in 1257
Pinacoteca e museo civico di Volterra (Art Gallery) in Palazzo Minucci-Solaini. Founded in 1905, the gallery consists mostly of works by Tuscan artists from 14th to 17th centuries. Includes a Deposition by Rosso Fiorentino.
Etruscan Acropolis and Roman Cistern. The acropolis on the citadel dates to the 8th century B.C., while the impressive cistern is from the 1st century B.C.
Volterra Cathedral. It was enlarged in the 13th century after an earthquake. It houses a ciborium and some angels by Mino da Fiesole, a notable wood Deposition (1228), a masterwork of Romanesque sculpture and the Sacrament Chapel, with paintings by Santi di Tito, Giovanni Balducci and Agostino Veracini. In the center of the vault are fragments of an Eternal Father by Niccolò Circignani. Also noteworthy is the Addolorata Chapel, with a terracotta group attributed to Andrea della Robbia and a fresco of Riding Magi by Benozzo Gozzoli. In the nearby chapel, dedicated to the Most Holy Name of Jesus, is a table with Christ's monogram, allegedly painted by Bernardino of Siena. The rectangular bell tower is from 1493.
Volterra Baptistery of San Giovanni, built in the second half of the 13th century.
Fortezza Medicea (Medicean Fortress), built in the 1470s, now a prison housing the noted restaurant, Fortezza Medicea restaurant.
Guarnacci Etruscan Museum, with thousands of funeral urns dating back to the Hellenistic and Archaic periods. Main attractions are the bronze statuette "Ombra della sera" (lit. '"Shadow of the Night"'), and the sculpted effigy, "Urna degli Sposi" (lit. '"Urn of the Spouses"') of an Etruscan couple in terra cotta.
The Etruscan Walls of Volterra, including the well-preserved Walls of Volterra (3rd-2nd centuries BC), and Porta Diana gates.
The Medici Villa di Spedaletto, outside the city, in direction of Lajatico
There are excavations of Etruscan tombs in the Valle Bona area.
Volterra Psychiatric Hospital, Founded in 1888 until 1978, it was reopened for public and will be once more used for psychiatric purposes.
In popular culture
Volterra features in Horatius, a poem by Lord Macaulay.
Linda Proud's A Tabernacle for the Sun (2005), the first volume of The Botticelli Trilogy, begins with the sack of Volterra in 1472. Volterra is the ancestral home of the Maffei family and the events of 1472 lead directly to the Pazzi Conspiracy of 1478. The protagonist of the novel is Tommaso de' Maffei, half brother of one of the conspirators.
Volterra is an important location in Stephenie Meyer's Twilight series. In the books, Volterra is home to the Volturi, a clan of rich, regal, powerful ancient vampires, who essentially act as the rulers of the world's vampire population. (However, the relevant scenes from the movie were shot in Montepulciano.)
Volterra is the site of Stendhal's famously disastrous encounter in 1819 with his beloved Countess Mathilde Dembowska: she recognised him there, despite his disguise of new clothes and green glasses, and was furious. This is the central incident in his book On Love
Volterra is mentioned repeatedly in British author Dudley Pope's Captain Nicholas Ramage historical nautical series. Gianna, the Marchesa of Volterra and the fictional ruler of the area, features in the first twelve books of the eighteen-book series. The books chart the progress and career of Ramage during the Napoleonic wars of the late eighteenth and early nineteenth century, providing readers with well-scripted articulate details of life aboard sailing vessels and conditions at sea of that time.
Volterra is the site where the novel Chimaira by the Italian author Valerio Massimo Manfredi takes place.
Valerio Massimo Manfredi's The Ancient Curse is also set in Volterra, where a statue called 'The Shade of Twilight' is stolen from the Volterra museum.
Volterra is featured in Jhumpa Lahiri's 2008 collection of short stories Unaccustomed Earth. It is where Hema and Kaushik, the protagonists of the final short story "Going Ashore," travel before they part.
Volterra is featured in Luchino Visconti's 1965 film Vaghe stelle dell'Orsa, released as Sandra (Of a Thousand Delights) in the United States and as Of These Thousand Pleasures in the UK.
Volterra's scenery is used for Central City in the 2017 film Fullmetal Alchemist (film) directed by Fumihiko Sori.
The 2016 video game The Town of Light is set in a fictionalized version of the notorious Volterra Psychiatric Hospital.
"Volaterrae" is the name given by Dan and Una to their secret place in Far Wood in Rudyard Kipling's Puck of Pook's Hill. They named it from the verse in Lord Macaulay's Lays of Ancient Rome:
From lordly Volaterrae,
Where scowls the far-famed hold
Piled by the hands of giants
For Godlike Kings of old.
Volterra and its relationship with Medici Florence features in the 2018 second season of Medici: Masters of Florence.
(Wikipedia)
Volterra, lateinisch Volaterrae, ist eine italienische Stadt mit 9980 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) in der Provinz Pisa in der Region Toskana.
Geographie
Volterra liegt etwa 50 Kilometer südlich von Pisa und 30 Kilometer vom Mittelmeer entfernt. Die Stadt gilt mit ihrem spektakulären landschaftlichen Umfeld als eine der schönsten in der Toskana.
Der Kern der heutigen Stadt liegt abgeschieden auf einem 550 m hohen Bergrücken über dem Tal der Cecina (Val di Cecina) inmitten einer kargen, zerfurchten Hügellandschaft. Die Felsabbrüche und Geröllhalden sind das Produkt jahrhundertelanger Erosion. Das Gebiet Le Balze im Nordwesten Volterras vermittelt einen beispielhaften Eindruck dieses Phänomens.
Die Stadt wird beherrscht von einer heute als Staatsgefängnis benutzten Festung der Medici, der Fortezza Medicea. Volterra ist ein Zentrum der Alabasterverarbeitung.
Zu den Ortsteilen (Frazioni) zählen Mazzolla, Montemiccioli, Saline di Volterra und Villamagna.
Die Nachbargemeinden sind Casole d’Elsa (SI), Colle di Val d’Elsa (SI), Gambassi Terme (FI), Lajatico, Montaione (FI), Montecatini Val di Cecina, Peccioli, Pomarance und San Gimignano (SI).
Geschichte
Volterra kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. entstand der Ort aus der Verbindung mehrerer kleiner etruskischer Ansiedlungen, deren Bestand bis ins 7. Jahrhundert v. Chr. zurückverfolgt werden kann. Zu dieser Zeit bauten die Etrusker eine sieben Kilometer lange Ringmauer und nannten die nunmehr vereinigte Stadt Velathri.
Volterra war eine der ältesten und größten der zwölf Bundesstädte Etruriens. Später war es eine römische Stadt mit den Rechten eines Municipiums. Ihre hohe Lage machte sie zu einer starken Festung, die Sulla im ersten Bürgerkrieg erst nach zweijähriger Belagerung 79 v. Chr. einnehmen konnte.
Im 12. und 13. Jahrhundert war Volterra eine Republik; im 14. Jahrhundert fiel es an Florenz.
Sehenswürdigkeiten
Architektonische und künstlerische Zeugnisse der verschiedenen Epochen zeugen von der wechselvollen Existenz und Bedeutung der Stadt. Einige der etruskischen Nekropolen und mittelalterlichen Kirchenmauern sind jedoch in der Vergangenheit der Erosion zum Opfer gefallen.
Am Hauptplatz der Stadt, der Piazza dei Priori, steht der älteste erhaltene Kommunalpalast der Toskana, der Palazzo dei Priori.
Von der etruskischen Stadtmauer ist als einziges Tor die Porta all’Arco gut erhalten. Es stammt aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. Im äußeren Bogen sind drei verwitterte Köpfe zu erkennen, deren Bedeutung aber umstritten ist.
Außerhalb der mittelalterlichen Porta Fiorentina liegt das Teatro Romano, erbaut zur Zeit des Kaisers Augustus. Von der Zuschauertribüne für etwa 2000 Personen blickt man auf die teilweise rekonstruierte Bühnenwand. Die unterhalb des Theaters liegenden Thermenanlagen stammen aus späterer Zeit.
Andere historische öffentliche Gebäude sind der Dom Santa Maria Assunta aus dem frühen 12. Jahrhundert mit einer Kassettendecke und mit Granit vortäuschender Stuckverkleidung der Säulen sowie etlichen künstlerisch hochrangigen Ausstattungsstücken, das oktogonale Baptisterium mit einem Taufbecken von Andrea Sansovino, der auf Privatpaläste und Wohntürme aus dem 12. und 13. Jahrhundert zurückgehende Palazzo Pretorio sowie der als Gefängnis dienende Torre del Porcellino. Schließlich gehört der Palazzo Incontri-Viti zu den prachtvollsten Gebäuden Volterras.
Unter den Kirchen sind zu nennen: die spätromanische S. Michele sowie die Kirchen von S. Francesco, S. Lino und S. Girolamo mit Bildern und Skulpturen aus der Schule von Florenz.
Museen
Von besonderer Bedeutung ist das archäologische Museo Etrusco Guarnacci im Palazzo Desideri Tangassi. Mario Guarnacci (1701–1785), ein vielseitig interessierter Gelehrter, widmete seine Studien der antiken Geschichte. Dabei konnte er durch Ankäufe und Ausgrabungen eine ansehnliche Menge Belegmaterial über die etruskische Zivilisation sammeln.
Ein bedeutender Teil der Sammlung umfasst Ascheurnen sowie Stücke aus Bronze und Keramik. Die Urnen bestehen aus Tuffstein, Alabaster und Tonerde. Eine der bekanntesten ganz Etruriens ist die Urna degli Sposi (dt. Urne der Brautleute), auf deren Deckel ein Paar beim Festmahl liegend dargestellt ist.
Das bedeutendste Stück der Sammlung ist jedoch die Bronzefigur Ombra della sera (dt. Abendschatten). Es ist mit der Zeit zu einer „Ikone“ für das Museum und die Stadt Volterra geworden. Seine Berühmtheit verdankt es hauptsächlich seiner einzigartigen Form, die den italienischen Dichter Gabriele D’Annunzio an den Schatten einer menschlichen Figur in der Abendsonne erinnert haben soll. Es ist ein Meisterwerk etruskischer Bronzegießer aus der hellenistischen Periode. Ein weiteres bedeutendes Exponat ist die Stele des Avile Tite aus dem 6. Jahrhundert v. Chr.
Weitere Ausstellungsstücke sind verschiedene Mosaikböden aus der römischen Kaiserzeit, die aus Volterra und Segalari stammen. Hinzu kommt eine Münzsammlung mit seltenen etruskischen Münzen aus Gold, Silber und Bronze. Schließlich sind noch mit Edelsteinen verzierte etruskische und römische Schmuckstücke zu sehen.
Wichtig ist die Sammlung der seit 1982 im Minucci-Solaini-Palast untergebrachten „Pinacoteca“ mit der berühmten Kreuzesabnahme (1521), dem Meisterwerk des Malers Rosso Fiorentino, und den bedeutendsten Arbeiten von Taddeo di Bartolo, Domenico Ghirlandaio und Luca Signorelli, welche die künstlerischen Einflüsse aus Pisa, Florenz und Siena anschaulich machen.
Im April 2003 wurde im Turmhaus des Palazzo Minucci-Solaini das Ecomuseo dell’Alabastro eröffnet, in dem die Geschichte der Gewinnung und der Verarbeitung von Alabaster seit der Antike bis zur Gegenwart dargestellt ist.
Volterra in der Literatur
Volterra ist eine wichtige Stadt in Stephenie Meyers „Biss“-Serie. Dort ist Volterra die Heimatstadt der Volturi, einer königlichen Vampirfamilie.
Volterra spielt auch in der von Dudley Pope geschriebenen Romanreihe um den britischen Marineoffizier Nicolas Ramage eine Rolle. Im ersten Band rettet er während der Napoleonischen Kriege die Marchesa von Volterra vor den französischen Besatzungstruppen. Er verliebt sich in sie, und ihre Herrschaft über Volterra spielt in den weiteren Bänden eine wichtige Rolle. Auch ihr Neffe, Paolo Orsini, nächster in der Erbreihenfolge der Regentschaft, kommt in den meisten Romanen vor, da er als Fähnrich unter Ramages Kommando segelt.
(Wikipedia)