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DANA TOWER HOTEL @danatowerhotel
DANA ist ein kleines zerfallenes Dorf am Ende der Strasse, hoch über der Wadi Dana Schlucht, mitten im grössten Nationalpark Jordaniens. Sein Vater Nabil habe die Vision gehabt, eines Tages würden hier Touristen absteigen, erzählt Hazem, der Manager des Dana Tower Hotels. Er habe in den Ruinen erste Zimmer errichtet, da eine Terrasse gebaut, dort ein Sitzecke und hier den Speisesaal und herausgekommen ist ein einfaches heimeliges Labyrinth, in dem die Gäste sich pudelwohl fühlen. Die Köchin aus Bangladesh kocht ganz ausgezeichnet und Marian aus Äthiopien hat mir bei jeder Begegnung ihr Lachen geschenkt.
Historie
Jährlich erinnert der 8. Mai als "Tag der Befreiung" an die Beendigung des 2. Weltkrieges durch die Alliierten und durch die Rote Armee im Jahr 1945. Die Siegermächte waren nämlich nicht nur die ehemaligen Sowjets, sondern u.a. auch die Staaten: USA, Großbritannien und Frankreich.
In der Roten Armee kämpften einst Soldaten aus 15 Volksgruppen gegen Nazideutschland. Sie kamen u.a. aus Weißrussland, Armenien, Kirgistan, Kasachstan, Tadschikistan, Ukraine, Litauen oder Aserbaidschan. Die meisten dieser Staaten zählen heute zu den Nachfolgestaaten des heutigen Russlands, andere Staaten wie z.B. Litauen haben bereits ihre Unabhängigkeit wieder erlangt. Letztere sind zugleich auch Mitglied der NATO.
Am 7. Mai 1945 wurde bei den Verhandlungen im Hauptquartier der alliierten Streitkräfte (SHAEF) in Reims die bedingungslose Kapitulation aller deutschen Streitkräfte vereinbart und diese dort vertraglich unterzeichnet. Als Zeitpunkt für die Einstellung aller Kampfhandlungen in Europa wurde der 8. Mai, 23:01 Uhr festgelegt.
Da in der Sowjetunion die Kapitulation erst nach diesem Akt bekanntgegeben wurde und bedingt durch die Zeitverschiebung (siehe Moskauer Zeit) das Inkrafttreten der Kapitulation in Moskau auf den 9. Mai fällt, werden im heutigen Russland und in vielen anderen postsowjetischen Staaten bis heute die Feierlichkeiten erst am 9. Mai und als „Tag des Sieges“ begangen.
Als postsowjetische Staaten im politikwissenschaftlichen Sinne werden diejenigen unabhängigen Staaten bezeichnet, die aus dem Zerfall der einstigen Sowjetunion ab 1990 hervorgingen. Die Auflösung des weltgrößten sozialistischen Staates markierte zugleich das Ende des Kalten Krieges. Noch lebende Veteranen werden überall geehrt, doch manch frühere Teilrepublik oder auch sich als Opposition verortete Vereine und Organisationen versuchen sich vom heutigen Russland abzugrenzen.
Der Tag des Sieges ohne russische Propaganda, mit Aufklärung und Memorial-Führung im Treptower Park
So auch das exilrussische Bündnis Demokrati-Я, die in diesem Jahr erneut einen Stand -diesmal im Treptower Park- aufgebaut hatten. Schon im letzten Jahr waren sie für 2 Tage -allerdings am Mahnmal im Tiergarten- mit einem Infostand vertreten; Demokrati-Я hält auch fortlaufend Proteste in der Stadt gegen Putin ab.
In ihrer Veranstaltung zum diesjährigen 8. und 9. Mai schrieben sie:
Vor 78 Jahren endete der blutigste Krieg in der Geschichte der Menschheit mit dem Sieg der Anti-Hitler-Koalition und der Kapitulation Nazideutschlands. Doch heute wütet ein weiterer Krieg wieder mitten in Europa. Diesmal ist es einer eines Landes, das 1945 die Welt von der braunen Pest befreit hat. Wie kann es sein, dass ein Dreivierteljahrhundert nach dem Sieg über den Faschismus das Siegerland Russland alle Anzeichen einer wiederauflebenden faschistischen Diktatur aufweist?
Um diese Frage zu beantworten, ist es wichtig, sich der Geschichte und ihren ungelernten Lektionen zuzuwenden. Das Gedächtnis von den Verzerrungen der Propaganda zu befreien, an die Verbrechen der sowjetischen Diktatur zu erinnern, die lange vertuscht wurden, und die aktuellen Verbrechen des russischen Regimes nicht zu vergessen. Aber unsere Hauptaufgabe für heute ist es, dem neuen Sieg (peremoha) näher zu kommen. Die Aggression muss bekämpft werden.
Unsere Aktion ist Teil eines gemeinsamen Projekts von Bürgerinitiativen, die sich im Frühjahr 2022 zusammengeschlossen haben: www.gedenken-gegen-krieg.de/
Dieses Jahr werden wir am 8. und 9. Mai im Treptower Park ein kleines Zeltlager mit Ausstellungsmaterial, einem Performance-Bereich und verschiedenen interaktiven Programmen für zwei volle Tage aufbauen.
Unsere Ziele:
▪️ die historische Bedeutung dieses Datums und dieses Ortes im Kontext der aktuellen Ereignisse (neu) zu reflektieren;
▪️ die Besucher:innen des Denkmals über die Verbrechen des sowjetischen und russischen Regimes und deren Zusammenhang mit dem aktuellen Krieg in der Ukraine zu informieren;
▪️ die Bundesregierung aufzufordern, die historische Verantwortung Deutschlands gegenüber der Ukraine anzuerkennen und sie noch umfassender in ihrem Befreiungskampf gegen die russische Aggression zu unterstützen.
Demokrati-Я hatte für die beiden Tage ein Programm aufgestellt und u.a. Gäste wie Markus Meckel, ehemaliger Außenminister der DDR und Bundestagsabgeordnete, Dmitri Stratievski, Vorsitzender des Osteuropa-Zentrum Berlin, Olga Romanova, Gründerin der Organisation "Russland hinter Gittern", Maria Tunkara, Bloggerin, Anna Narinskaya, Journalistin, Mitglieder der Menschenrechtsorganisation "Memorial" und andere geladen.
Als Künstler traten u.a. auf: der DDR-Dissident Ekkehard Maaß, die Schauspielerin und Performance-Künstlerin Janina Ahh, der Dichter und Sozialaktivist Alexander Delfinov, die Filmemacherin Anya Demidova und andere.
Außerdem wurden an beiden Tagen Führungen durch den Denkmalkomplex in Zusammenarbeit mit Memorial Deutschland durchgeführt. Auf der Website "Gedenken gegen Krieg" steht dazu geschrieben:
"Inmitten des pompösen, spätstalinistischen Denkmals sprechen wir über die sowjetische Architektur von Gedenkstätten für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs, die Merkmale totalitärer Erinnerungskultur, die Ersetzung der Trauer um die Toten durch eine Feier des Triumphs und den sowjetischen Einsatz von Dieser Triumph legitimierte die Versklavung eines großen Teils Europas.
Wir sprechen über die unterschiedliche Wahrnehmung des Treptower Denkmals heute, aber auch darüber, wie sich die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg in Russland verändert hat und wie sie von der russischen Staatspropaganda instrumentalisiert wird, um den Beginn eines neuen Angriffskrieges zu rechtfertigen."
Für viele wahrscheinlich nicht wissend: auch acht Zitate des Diktators Josef Stalin sind bis heute am Sowjetischen Ehrenmal in Berlin-Treptow in goldenen Lettern verziert. Stalin war ein kommunistischer Diktator der Sowjetunion von 1927 bis 1953. Er war für den Holodomor mit Millionen von Toten verantwortlich.
Von 1932 bis 1933 starben rund 8 Millionen Menschen in der Sowjetunion am Hungertot, davon rund 4 Millionen Menschen in der Ukraine.
Im November 2022 hat der Deutsche Bundestag den "Mord durch Hunger" als Genozid anerkannt.
Die russische Politik wehrt sich bis heute und mit Nachdruck gegen die Einordnung des Holodomor als Völkermord.
In der zweiten Säuberungswelle zu Beginn des Jahres 1948 wurden hauptsächlich Juden in der Sowjetunion hingerichtet, die als „wurzellose Kosmopoliten“ denunziert wurden. Die Kampagne führte zunächst zur Auflösung des Jüdischen Antifaschistischen Komitees und zur Hinrichtung jiddischer Intellektueller, bekannt als Nacht der ermordeten Dichter. Sie erreichte ihren Höhepunkt in der sogenannten Ärzteverschwörung. Siehe dazu auch der Beitrag in der Jüdischen Allgemeinen: "Der König der Juden".
In diesem Jahr war das tragen der ukrainischen Flagge erlaubt, während russische- aber auch sowjetische Flaggen sowie das tragen von St. Georgs-Bändern u.ä. verboten waren. Diese könnten „im aktuellen Kontext als Sympathiebekundung für die Kriegsführung verstanden werden“, entschied das Oberveraltungsgericht. Dutzende Menschen verstießen dennoch gegen diese Verbote und drückten somit ihre Unterstützung aus.
Ein Verbot für ukrainische Flaggen hatte das Verwaltungsgericht am Freitag nach einer Eilklage des ukrainischen Verein Vitsche Berlin aufgehoben.
Einer der Aktivisten rund um Demokrati-Я war laut t-Online Alexander Sch. Auf seinem T-Shirt war ein stark geschminkter Wladimir Putin abgebildet, ein bekanntes Bild des Widerstands. "Putin hat kein Recht, diesen Sieg für sich zu privatisieren", sagte der Mann aus Lettland. Russland sei mittlerweile selbst zu einem "echten faschistischen Staat" geworden. Er habe Familienmitglieder in Russland, die Putin und seinen Krieg unterstützten. "Seit Kriegsbeginn bezeichne ich die nicht mehr als meine Verwandten. Ich habe sie für immer aus meinem Leben gestrichen."
Gemeinsam mit ein paar Mitstreitern aus Russland und der Ukraine machte Sch. sich auf den Weg nach vorne zur "Mutter Heimat". Sie hatten eine Ukraine-Flagge, die Flagge des russischen Widerstandes (weiß/hellblau/weiß und ohne das Rot, was als Blut bezeichnet wird) und eine EU-Flagge dabei und sangen ukrainische Lieder.
Immer wieder wurden sie auf Russisch oder Deutsch beleidigt. "Fuck Ukraine", "Bandera", "Faschisten" rief ihnen die Menschenmenge zu.
Als sie vorne angekommen waren, bildete sich eine Menschentraube um sie. Polizeikräfte trennten beiden Gruppen. Immer wieder wurde versucht, die Ukraine-Flagge zu entreißen. Dann fingen die Putin-Unterstützer an, den Männern mit den Ukraine-Flaggen "Nazis raus" entgegenzurufen. Sch. und seine Mitstreiter stimmten in diesen Ruf mit ein. Unter Polizeischutz und anhaltenden Beschimpfungen wurden sie von der Soldatenstatue wieder weg geführt.
Sch. und seine Mitstreiter gaben im Anschluss Medienvertretern noch ein Interview, wo sie abermals mehrmals von Putinunterstützern gestört wurden. U.a. rief ein Mann, der eine zeitlang dem Interview mit gelauscht hatte: "Lieber Stalin als Selenskyj" zu. Das sagt dann auch schon sehr viel aus.
Messerattacke und Übergriffe auf Medienjournalisten
Entgegen aller Presseberichte gab es am Abend des 9. Mai noch einen versuchten Messerangriff auf diese Aktivisten, der Täter konnte später von der Polizei dingfest und abgeführt werden. Eine russische Aktivistin von "МЫР — My Russian Rights — MRR" (Verein für Menschenrechte), aber auch Martin Lejeune hatte mit einem ausgiebigen Video darüber berichtet. Wie Waffen in diesen Denkmalkomplex kommen konnten, bleibt unklar.
Gezeigt wurde im Video von Lejeune aber auch, wie ein immer größer werdender Mob aus Putin-Anhängern einen ukrainischen Medienaktivisten attackierten, diesen traten und schlugen und als die Polizei kam, wurde dieser -wie erwartet- beschuldigt, die Putin-Anhänger bespuckt zu haben ("weswegen man treten und schlagen durfte").
Fake-News à la Russland. Es ist ein Elend.
Ganz vorne im Park hatte erneut die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) am 8. und 9. Mai einen Stand mit Programm -und ohne russische Propaganda- aufgebaut. Die VVN-BdA verteilte an diesen Tagen z.B. rote Nelken mit einem Aufkleber: "Nein zum Krieg", die auch direkt an der "Mutter Heimat" in das Denkmal gesteckt wurden. Interessant zu beobachten war, das Putinfreunde nur Nelken ansteckten, die ohne den Aufkleber "Nein zum Krieg" auskamen. Im letzten Jahr wurden die VVN-BdA im Treptower Park laut taz mit Worten wie: "Ihr seid gegen Russland, also seid ihr Nazis." beschimpft.
hinzugezogene Quellen
www.flickr.com/photos/tags/demokratija
www.flickr.com/photos/sozialfotografie/albums/72177720308...
www.facebook.com/events/639991311331587/
www.gedenken-gegen-krieg.de/en/events/
www.tagesspiegel.de/berlin/ovg-folgt-beschwerde-der-berli...
www.stern.de/politik/geschichte/berliner-denkmaeler-ueber...
de.wikipedia.org/wiki/Josef_Stalin
de.wikipedia.org/wiki/Holodomor
osteuropa.lpb-bw.de/simon-holodomor-als-voelkerm
www.dw.com/de/was-ist-der-holodomor-hungersnot-ukraine-v%...
www.juedische-allgemeine.de/kultur/der-koenig-der-juden/ (archive.fo/R6vkA)
www.facebook.com/dasha.dudley/posts/pfbid02J4NpRn5kqSs3SV...
www.facebook.com/dasha.dudley/posts/pfbid02Jjh9fyRitSiVmA...
www.facebook.com/dasha.dudley/posts/pfbid02n29V5Pty86Gpzi...
www.facebook.com/dasha.dudley/posts/pfbid0veDoqsNFQ7SeNnW...
www.facebook.com/dasha.dudley/posts/pfbid02tAcHz8zTAQD6Bx...
www.facebook.com/dasha.dudley/posts/pfbid0kAuQ4qHYjfKPqAi...
www.facebook.com/dasha.dudley/posts/pfbid0nNgPwxKrvnYwMhM...
www.t-online.de/region/berlin/id_100173060/putin-fans-fei...
www.dw.com/ru/akcia-s-krovavoj-kukloj-v-berline-vojna-eto...
www.facebook.com/Ooo.Romanova/videos/192582193712995
www.youtube.com/watch?v=p5NmadEpZuE
neuntermai.vvn-bda.de/wp-content/uploads/sites/4/2022/05/...
taz.de/Gedenken-zum-9-Mai-in-Berlin/!5850611/
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Stand: Mai 2023