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es hat seine besten Zeiten hinter sich...

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DANA TOWER HOTEL @danatowerhotel

 

DANA ist ein kleines zerfallenes Dorf am Ende der Strasse, hoch über der Wadi Dana Schlucht, mitten im grössten Nationalpark Jordaniens. Sein Vater Nabil habe die Vision gehabt, eines Tages würden hier Touristen absteigen, erzählt Hazem, der Manager des Dana Tower Hotels. Er habe in den Ruinen erste Zimmer errichtet, da eine Terrasse gebaut, dort ein Sitzecke und hier den Speisesaal und herausgekommen ist ein einfaches heimeliges Labyrinth, in dem die Gäste sich pudelwohl fühlen. Die Köchin aus Bangladesh kocht ganz ausgezeichnet und Marian aus Äthiopien hat mir bei jeder Begegnung ihr Lachen geschenkt.

Mauersteine.

Fig. 1. Ziegelpreßmaschine von Sachsenberg.

 

Fig. 2. Kasseler Flamm-Ziegelofen.

 

Fig. 3. Grundriß, Fig. 4. Durchschnitt von Hoffmanns Ringofen.

 

Fig. 5. Walzenpreßmaschine von Jordan.

 

Fig. 6. Röhrenpresse von Jordan.

 

Fig. 7. Runder gewölbter Ofen von Parkes, Durchschitt.

 

Fig. 8. Claytons Ofen für Steinkohlenfeuerung, Grundriß.

 

Fig. 9. Claytons Ofen für Steinkohlenfeuerung, Durchschnitt.

 

Mauersteine (Backsteine, Barnsteine, Mauerziegel, Ziegel, hierzu Tafel "Mauersteine"), künstliche Steine aus gebranntem Thon, seltener aus anderm Material. Man benutzt zu Mauersteinen eisen- und kalkhaltige, magere (sandhaltige) Thone, welche beim Trocknen und Brennen weniger schwinden und reißen als fette. Kalkgehalt befördert die Schmelzbarkeit des Thons und gestattet daher die Anwendung niederer Temperaturen beim Brennen. Kalkknollen verursachen, weil sie sich nach dem Brennen löschen, stets das Zerfallen der Steine. Eisenoxyd wirkt ebenfalls als Flußmittel, Sand aber macht den Thon schwerer schmelzbar. Kieselknollen zersprengen den Stein beim Brennen oder machen ihn doch beulig und rissig. Schwefelkies wird beim Brennen zersetzt, und die sich bildende Schwefelsäure kann Salze erzeugen, die später auswittern. Der Rückstand von der Zersetzung des Schwefelkieses verwittert später an der Luft und zerstört den Stein. Enthält der Thon neben Gips auch Magnesia, so kann schwefelsaure Magnesia auswittern. Die Farbe der M. hängt wesentlich von den Beimengungen des Thons ab. Reiner Thon gibt weiße Steine, Eisenoxydgehalt färbt sie gelb, rötlich, rot bis schwarzbraun, je nach seiner Menge und der Temperatur beim Brennen; brennt man aber bei niedriger Temperatur und in reduzierenden Ofengasen, so wird das Eisenoxyd in Oxydul verwandelt, und man kann auch bei Eisengehalt gelbe, selbst weiße M. erzielen. Auch Kalkgehalt gibt bei Gegenwart von Eisen helle Steine. Gute M. müssen mäßig klingend, ziemlich porös sein und sollen nur etwa 7 Proz. Wasser aufsaugen. Zu stark gebrannte M. lassen sich nicht verhauen und nehmen den Mörtel nicht gut an, zu schwach gebrannte werden durch Feuchtigkeit und Frost leicht zerstört, auch zu magerer Thon gibt wenig haltbare Steine.

 

Den in den Ziegeleien (Ziegelscheuern, Ziegelhütten) zu verarbeitenden Thon läßt man über Winter locker aufgeschichtet liegen, um ihn durch Frost aufzuschließen, sumpft ihn dann mit Wasser ein und macht ihn homogen durch Treten, durch Bearbeiten mit breiten Rädern oder mit Thonschneidemaschinen. Eine solche ist die holländische Kleimühle, ein nach oben sich erweiterndes Faß a (s. Figur), in welchem an einer vertikalen, drehbaren Achse b sechs Arme c aus flachem, zugeschärftem Eisen sitzen, die bei Drehung der Achse den Effekt einer Schraube machen und den gekneteten Thon durch die Öffnung d hindurchpressen. Für feinere M. wird der Thon geschlämmt, um alle Beimischungen zu entfernen und ihn völlig homogen zu machen. In größern Ziegeleien wird der geförderte Thon sofort auf einem Brechwerk zerkleinert und passiert dann Walzwerke, auf denen er zerquetscht, zerrissen und in ein dünnes Band verwandelt wird. Man befeuchtet ihn dann mit Wasser, setzt Sand etc. zu und mischt im Thonschneider. Sollen die M. aus Thonpulver hergestellt werden, so trocknet man den Thon und pulverisiert ihn auf der Kugelmühle oder dem Desintegrator.

 

Zum Formen (Streichen) der M. dient eine Form aus Holz oder Gußeisen mit oder ohne Boden, die, um das Anhaften der feuchten Thonmasse zu verhindern, in Wasser getaucht oder mit Sand bestreut wird. Man drückt den Thon hinein, entfernt den Überschuß mit einem Streichbrett und hebt die Form ab. Um saubere Ware zu erhalten, werden die lederharten Steine mit einem Messer beputzt, mit einem Brett geklopft, auch wohl nach hinreichendem Trocknen in Formen gepreßt. Die Handformerei ist aber vielfach durch Maschinen verdrängt, bei denen eine dem Thonschneider ähnliche Vorrichtung (an einer Walze befestigte, schraubenartig wirkende Messer: Schlickeisen, Hertel) oder ein Paar Walzen (Sachsenberg, s. Tafel, Fig. 1) oder der in einem Cylinder hin- und hergehende Kolben (Clayton) den Thon durch ein Mundstück in Form eines parallelepipedischen Thonstranges, dessen Querschnitt mit der Grundfläche der Ziegel übereinstimmt, herausgepreßt wird. Der Thonstrang tritt auf eine durch kleine Walzen gebildete Bahn und wird durch Stahldrähte zerschnitten. Hertels Maschine liefert bei einem Kraftbedarf von 4 Pferden in zehn Stunden 6-8000 Steine von solcher Trockenheit, daß sofort 4-6 übereinander gestellt werden können. Maschinen, auf welchen jeder Stein einzeln in einer Form gepreßt wird, haben weniger Verbreitung gefunden; Maschinen, die getrockneten, gepulverten und gesiebten Thon verarbeiten und dadurch unabhängig von Witterung und Jahreszeit sind, werden in größerer Ausdehnung nur in England und Nordamerika benutzt, sie liefern bei einem Kraftaufwand von 15-16 Pferdekräften 40,000 Steine in zehn Arbeitsstunden.

 

Die geformten Steine werden an freier Luft oder in Trockenschuppen getrocknet; größere Ziegeleien, die sich von der Witterung unabhängig zu machen streben, benutzen heiz- und ventilierbare Räume und verwerten soviel wie möglich überschüssige Wärme der Ziegelöfen. Auch hat man Kanalöfen konstruiert, bei welchen die nassen Ziegel auf Wagen, die sich auf Schienen bewegen, durch einen geheizten und ventilierten Kanal befördert werden. Für jeden eintretenden Wagen mit nassen Ziegeln verläßt den Kanal ein Wagen mit trocknen Ziegeln. Lufttrockne M. (Lehm-, Luftsteine, Luftziegel) eignen sich für manche Zwecke, dürfen aber größerm Druck und der Feuchtigkeit nicht ausgesetzt werden; erst durch das Brennen erlangen die M. Festigkeit, indem ihre Teilchen in der Hitze zusammensintern, was durch die Flußmittel (Eisenoxyd, Kalk) begünstigt wird. Man brennt die M., indem man sie passend aufstellt, den Haufen mit einem Lehmbewurf bedeckt und das Feuer in den beim Aufstellen offen gelassenen Räumen entzündet (Feldziegeleien). Bessere Ware, gleichmäßigen Brand, liefern die Öfen, von denen die offenen auf den an einigen Stellen erhöhten Umfassungsmauern ein leichtes Dach tragen. Die gewöhnlichen überwölbten Öfen, denen die erstern in der Konstruktion ähnlich sind, haben am Boden mehrere Schürgassen von Mauer zu Mauer und Zuglöcher im Mauerwerk zur Regulierung des Feuers. In den ersten 4 Tagen heizt man gelind und gibt dann erst starkes Feuer, so daß die M. in 7-8 Tagen gar sind. Nun werden alle Öffnungen verschlossen und der Ofen 5-6 Tage sich selbst überlassen, worauf er entleert werden kann. Als wichtigster Repräsentant der liegenden Öfen gilt der Kasseler Ofen (Fig. 2). Sein Brennraum ist mit flachem Gewölbe überspannt und gegen den Feuerraum durch eine durchbrochene Mauer abgegrenzt, welche die Feuergase gleichmäßig verteilt, Flugasche zurückhält und, wenn glühend, zur Rauchverbrennung beiträgt. Der Feuerung gegenüber befindet sich der Schornstein und in der Längswand die zu vermauernde Eintragsthür. Ein Kanal dient zur Ableitung der Feuchtigkeit, wenn der Ofen tiefer liegt. Man hat auch kontinuierliche Öfen nach demselben Prinzip wie die oben erwähnten kontinuierlichen Trockenapparate (Pariser Öfen) konstruiert; weitaus die größte Wichtigkeit besitzt aber der Ringofen von Hoffmann u. Licht, welcher eine völlige Neugestaltung des Ziegeleigewerbes herbeigeführt hat. Ein oblonger, ringförmiger überwölbter Ofenkanal (Fig. 3 und 4) besitzt 12-24 Einsatzöffnungen in der äußern und ebenso viele Rauchabzugsöffnungen in der innern Wand; letztere stehen durch Kanäle mit dem in der Mitte befindlichen Schornstein in Verbindung. Ein durch einen Schlitz im Gewölbe herabgelassener Schieber unterbricht den Kanal an einer beliebigen Stelle, dabei werden dann aber alle Einsatzöffnungen bis auf die unmittelbar hinter dem Schieber befindliche vermauert und alle Rauchabzüge mit Ausnahme desjenigen unmittelbar vor dem Schieber, welcher mit dem Schornstein in Verbindung steht, ebenfalls geschlossen. Das Feuer befindet sich dem Schieber diametral gegenüber und wird durch Öffnungen im Gewölbe gespeist. Die Feuerungsgase ziehen nach der Abzugsöffnung und erhitzen die noch nicht gebrannten M., während die Luft durch die offene Einkarrthür streicht, die schon gebrannten Steine abkühlt und deren Wärme für das Feuer nutzbar macht, so daß eine bedeutende Ersparnis (60-70 Proz.) an Brennmaterial entsteht. Nach 12-24 Stunden wird der Schieber durch den folgenden Schlitz herabgelassen, die folgenden Einsatz- und Rauchöffnungen werden geöffnet, und das Feuer wandert nach der nächsten Abteilung. Auskarren der gebrannten und abgekühlten und Einkarren der frischen Ziegel geschieht ununterbrochen durch die jeweilig offene Einkarrthür. Der Ringofen verbraucht pro Tausend hart gebrannter M. kaum 3 Ztr. Steinkohle, und man kann auch geringwertiges Brennmaterial benutzen; er liefert je nach seiner Größe 2-20,000 M. pro Tag. Auch baut man etwas modifizierte Ringöfen für noch kleinern Betrieb und partielle Ringöfen, die leicht in vollständige umgebaut werden können. Um beim Brennen von Verblendsteinen die Ware mit dem Brennstoff, mit Asche und Schlacken nicht in Berührung zu bringen, hat man den Ringofen mit permanenten Heizschächten versehen, welche vom Gewölbe aus mit Brennmaterial versorgt werden. Escherich hat den Ringofen mit Gasfeuerung versehen. Das Gas tritt aus den Generatoren in den Gaskanal, der im Gewölbe des Ofens dem Brennkanal folgt. In der Entfernung der Heizlochreihen im Gewölbe des Brennkanals befinden sich im Gaskanal Öffnungen, die für gewöhnlich durch eine Glocke verschlossen sind. Durch Blechröhren wird das Gas in die reihenweise angeordneten Heizlöcher und durch diese in vertikale Röhren aus feuerfestem Thon geleitet. Letztere reichen bis zur Sohle des Brennkanals und sind mit Ausströmungsöffnungen für das Gas versehen. Im übrigen ist der Betrieb der Gasöfen derselbe wie der der gewöhnlichen Öfen.

 

Die Ziegeleien liefern sehr verschiedenartige Ware. Die gewöhnlichen Feldbacksteine, Russensteine, Hintermauerungssteine, aus gewöhnlichem Material ohne besondere Sorgfalt hergestellt, besitzen verschiedene Formate, die zuweilen durch gesetzliche Vorschriften festgestellt sind. Das deutsche Normalformat hat 0,25 m Länge, 0,12 m Breite und 0,065 m Dicke. Klinker sind stark gebrannte gewöhnliche M. oder solche aus besonderm Thon mit Zusatz schwer schmelzbarer Substanzen (Ziegelmehl). Sie dienen vielfach zum Straßenpflaster (Holland). Für Rohbau benutzt man Blend- oder Verblendsteine (Klopfsteine, Preßsteine). Diese werden aus sorgfältig zubereitetem Thon, oft zur Erzielung bestimmter Farbentöne aus Mischungen verschiedener Thone hergestellt und zwar, wie bisweilen auch gewöhnliche M., als Lochsteine, die sich leichter durchbrennen, weniger Frachtkosten verursachen und die Wände trocken und warm erhalten. Die Verblendsteine erfordern sehr exakt arbeitende Abschneideapparate, werden auch bisweilen auf Nachschneideapparaten und nach dem Trocknen nachgeputzt. Man taucht sie auch mit der Verblendfläche in dünnen Schlamm aus gleichem oder anderm Thon und erzielt, da sich der Überzug mit der Grundmasse völlig vereinigt, gute und jede beliebige Färbung (Engobieren). Oft werden Verblendsteine auch farbig glasiert. Ölsteine, Schneidsteine werden aus feinem Material und in mit Öl bestrichenen Formen hergestellt und im lederharten Zustand nach Schablonen geschnitten, häufiger werden Façonsteine in Formen gepreßt. Poröse M., Kohlenziegel, Loh-, Schwammsteine, schwimmende M. aus Infusorienerde oder aus Thon mit Kohlenpulver, Lohe, Sägespänen dienen zur Herstellung leichter Gewölbe, Sprengwände etc. M. aus Kieselgur wiegen nur 0,45 kg (gegen 2,7 kg eines gewöhnlichen Mauersteins). Der Form nach unterscheidet man Kesselsteine, Brunnenziegel, zur Mauerung der Brunnenschächte, Gewölbsteine von Keilform, halbcylindrische Rinnsteine etc., auch Fliesen- oder Flurziegel in verschiedenen Formen, Größen und Farben sowie mancherlei Arten von Dachsteinen (Dachpfannen). Letztere formt man wie gewöhnliche M. und setzt ihnen die Nase mit der Hand an. Feuerfeste M., Schamotte-, Porzellansteine werden aus sehr sorgfältig vorbereitetem feuerfesten Thon, oft unter Zusatz von Quarz, Schamotte, Steinzeugscherben, Serpentin, Kalk, Graphit, Holzkohle, Koks, hergestellt. Die Menge dieser Zusätze richtet sich nach der Fettigkeit des Thons, die Korngröße nach der Größe des herzustellenden Gegenstandes. Der als Schamotte zu verwendende Thon wird in Stücken in Ziegelöfen oder als Pulver in Muffelöfen gebrannt, die Materialien werden trocken gemischt und mit Wasser angemacht, die geformten Steine oft durch Nachpressen verdichtet. Die englischen Dinassteine (Flintshiresteine, Quarzziegel) werden aus grob gepulvertem Dinassandstein (Glamorganshire) mit Zusatz von 1,5-2 Proz. Kalk hergestellt. Sie ertragen die größte Hitze, leiten die Wärme sehr schlecht, sind aber gegen Temperaturwechsel empfindlich und werden von Flugasche, Metalloxyden und basischen Schlacken stark angegriffen. Ähnlich ist der Ganister; auch eisenarmer Bauxit, Magnesia, Dolomit liefern sehr brauchbare feuerfeste Steine. Kokssteine bestehen aus gesiebter Kokslösche, die mit Thonschlamm gemischt wird. Den Mauersteinen schließt sich auch die Terrakotta an, gebrannte, unglasierte Gegenstände aus gelbem oder rotem Thon, oft durch aufgelegte andersfarbige Ornamente verziert, welche zu Bildwerken oder Bauornamenten, wie Turmspitzen, Portal- und Fensterverzierungen, Kreuzblumen, Rosetten etc., benutzt werden. Sie werden aus feinem Thon in sehr verschiedener Weise geformt, oft engobiert und der Wetterbeständigkeit halber scharf gebrannt. Vor dem gehauenen Stein, den sie ersetzen, haben sie den Vorzug der leichten mechanischen Vervielfältigung des Originals und, da sie hohl gefertigt werden, der weit größern Leichtigkeit voraus.

 

Zu Drainröhren benutzt man einen guten, fetten, namentlich von allen Steinchen sorgfältig befreiten, oft geschlämmten Thon, welcher stets auf Maschinen geformt wird. Die Maschine preßt ihn durch ein Mundstück mit ringförmigem Durchlaß, und von dem wulstförmigen Hohlkörper, den man durch Walzen oder ein endloses Tuch fortführt, werden Stücke von 0,3-0,5 m Länge abgeschnitten. Die durch Dampf getriebene Maschine von Marshall in Hull, bei welcher die Knetmaschine den Thon direkt durch das Mundstück hindurchpreßt, liefert bei 4-6 Pferdekräften täglich 2000 Röhren. Dichteres Material erzielten die Maschinen mit Walzendruck, wie die von Jordan u. Sohn in Darmstadt (Fig. 5 u. 6), die auch zur Herstellung von Hohlziegeln geeignet sind. Am verbreitetsten sind Maschinen mit Kolbenpressung für Hand- und Dampfbetrieb. Bei der Claytonschen Röhrenpresse wird ein vertikaler Cylinder mit Thon gefüllt, während in einem andern ein durch Zahnstangen abwärts getriebener Stempel den Thon durch das im Cylinderboden angebrachte Mundstück herauspreßt. Hierauf wird der frisch gefüllte Cylinder durch einen passenden Mechanismus an die Stelle des entleerten gebracht. Mit diesen Pressen stimmen im Prinzip die Maschinen zur Herstellung der Wasserleitungsröhren überein. Hier ist der Preßkolben zugleich Kolben einer hydraulischen Presse, deren Cylinder in derselben Achse mit dem Thoncylinder oberhalb des letztern angeordnet ist. Der große Druck, den die hydraulische Presse ausübt, sichert eine hinreichende Dichtigkeit des Fabrikats. Die geformten und geschnittenen Röhren bringt man mittels einfacher, mit Gabelzinken versehener Instrumente auf die Trockengestelle und schützt sie sorgfältig vor Wind und Sonne. In kleinern Ziegeleien brennt man sie zusammen mit Mauersteinen. Für rationellern Betrieb benutzt man besondere Öfen, z. B. den runden, gewölbten Ofen von Parkes (Fig. 7) mit zehn Feuerungen, deren Gase, nachdem sie die Ware erhitzt haben, durch Zugöffnungen im Gewölbe entweichen. Man stellt auch mehrere derartige Öfen mit nur je einer Feuerung um einen gemeinschaftlichen Schornstein, läßt die Flamme in der Ofenmitte emporsteigen, durch die Ware niedersinken, am Umfang des Ofens in den Fuchskanal und dann in einen zweiten Ofen treten, um hier die Röhren vorzuwärmen. Der Claytonsche Ofen (Fig. 8 u. 9) mit viereckiger Grundform hat in zwei gegenüberliegenden Seiten je 3 Feuerungen, und die Feuerungsgase ziehen durch das Gewölbe ab. Zwei solcher Öfen werden mit gemeinschaftlicher Scheidemauer nebeneinander erbaut.

 

Geschichtliches. Aus den ältesten Zeiten Ägyptens sind M. bekannt, welche denen gleichen, die auf manchen Feldziegeleien auch in Europa noch heute hergestellt werden. Man benutzte ungebrannte und gebrannte, in Babylonien auch Steine mit lebhaft farbigen Glasuren. Griechen und Römer verwendeten M. und bekleideten das Mauerwerk mit Marmor oder Putz. Der römische Ziegelbau verbreitete sich über Italien, Gallien, Hispanien, Britannien und zum Teil auch über Deutschland. Aber von dieser Zeit an datiert eine Periode des Verfalls, welcher erst seit dem 12. Jahrh. eine neue Blüte folgte. Gotische Bauwerke zeigen eine große Vollkommenheit der Ziegeltechnik, welche mit Vorliebe auch glasierte, farbige M. verwendete. Mit dem Vordringen der Renaissance verfiel aber dieser Industriezweig sehr schnell, man begnügte sich vielfach selbst mit Luftsteinen, und im 17. Jahrh. befand sich die Ziegelfabrikation auf sehr niedriger Stufe. Erst die neueste Zeit hat eine Wendung zum Bessern gebracht, die Einführung der Maschinen und die Konstruktion des Ringofens begründeten eine ganz neue Epoche, zumal gleichzeitig auch die Beachtung wissenschaftlicher Verhältnisse immer mehr Boden gewann. Der wieder zur Geltung gekommene Rohbau verfügt über ein schöneres Material, als je zuvor hergestellt wurde. Die erste Maschine, welche die Handarbeit nachahmte, konstruierte der Nordamerikaner Kinsley 1799; Maschinen, welche einen Thonstrang liefern, der zerschnitten wird, gaben Hattenberg in Petersburg 1807 und Deyerlein in London 1810 an, und seit 1824 tauchten zahlreiche neue Konstruktionen auf, aber erst in der neuesten Zeit gewann die Benutzung der Maschinen allgemeinere Verbreitung.

 

Vgl. Heusinger v. Waldegg, Die Ziegel- und Röhrenfabrikation (3. Aufl., Leipz. 1876); Neumann, Ziegelfabrikation (Weimar 1874); Liebold, Die neuen kontinuierlichen Brennöfen für Ziegelfabrikation (das. 1876); Zwick, Die Natur der Ziegelthone und die Ziegelfabrikation der Gegenwart (Wien 1878); Olschewsky, Katechismus der Ziegelfabrikation (das. 1880).

alter Textilbetrieb im Münsterland

Impressionen unterhalb des Volcan San Juan, am El Aljibe, La Palma - Kanarische Inseln

decomposition of a bird

verlassenes Kulturhaus (Tour mit Baerchen57)

ehemaliges Hotel des VEB Reisebüro der DDR

the abandoned Sulzer canteen

DANA TOWER HOTEL @danatowerhotel

 

DANA ist ein kleines zerfallenes Dorf am Ende der Strasse, hoch über der Wadi Dana Schlucht, mitten im grössten Nationalpark Jordaniens. Sein Vater Nabil habe die Vision gehabt, eines Tages würden hier Touristen absteigen, erzählt Hazem, der Manager des Dana Tower Hotels. Er habe in den Ruinen erste Zimmer errichtet, da eine Terrasse gebaut, dort ein Sitzecke und hier den Speisesaal und herausgekommen ist ein einfaches heimeliges Labyrinth, in dem die Gäste sich pudelwohl fühlen. Die Köchin aus Bangladesh kocht ganz ausgezeichnet und Marian aus Äthiopien hat mir bei jeder Begegnung ihr Lachen geschenkt.

s0532 4397 MeyA4B2 Bayern Meyers Konversations-Lexikon Jahr 1885. Vierte Auflage Zweiter Band Verlag des Bibliographischen Institut in Leipzig

Maßstab 1:1,700,000.

 

Die Kreishauptstädte sind doppelt, die Sitze der Bezirksämter einfach unterstrichen.

Eisenbahnen Hauptlinien Andere Bahnen.

Die Pfalz im Maßstab der Hauptkarte.

Zum Artikel "Bayern".

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Bayern (hierzu die Karte "Bayern"), Königreich, nach Flächenraum und Bevölkerung der zweite Staat des Deutschen Reichs, besteht aus zwei an Größe sehr ungleichen, geographisch getrennten, aber gut gerundeten Gebietsteilen, von denen der größere östliche Teil, von den Alpen, dem Böhmerwald, Fichtelgebirge, Thüringer Wald und der Hohen Rhön umschlossen, überwiegend dem Donaugebiet angehört, während der kleinere, westlich des Rheins abgesondert liegende Gebietsteil, Rheinbayern oder die Pfalz genannt, 1/13 des Ganzen, seine Gewässer dem Rhein zusendet. Der erstere Teil, Bayern diesseit des Rheins, zwischen 8° 59' und 13° 50' östl. L. v. Gr. und zwischen 47° 16' und 50° 33' nördl. Br. gelegen, grenzt gegen N. an die preußische Provinz Hessen-Nassau, an Sachsen-Weimar, Sachsen-Meiningen und Koburg-Gotha, an das Fürstentum Reuß j. L. und das Königreich Sachsen, gegen O. an Böhmen, das Erzherzogtum Österreich ob der Enns und Salzburg, gegen S. an Salzburg, Tirol und Vorarlberg, gegen W. an Württemberg, Baden und Hessen-Darmstadt. Rheinbayern oder B. jenseit des Rheins liegt zwischen 48° 58' und 49° 49' nördl. Br. und 7° 4' und 8° 30' östl. L. und grenzt gegen N. an die preußische Rheinprovinz und an Hessen-Darmstadt, gegen O. an Baden, wovon es durch den Rhein getrennt ist, gegen S. an die deutschen Reichslande Elsaß und Lothringen, gegen W. an die preußische Provinz Rheinland.

In orographischer Beziehung teilt sich die östliche Hauptmasse des Landes (hinsichtlich Westbayerns s. Pfalz) in Nord- und Südbayern, d. h. in das Land nördlich und südlich der Donau, wovon Südbayern dem alpinen Gebirgssystem, Nordbayern dagegen dem rheinischen und mitteldeutschen System angehört. Spezieller zerfällt Südbayern wieder in eine Alpen- und eine Flachlandszone. Bayerns Alpengebiet gehört den nördlichen Kalkalpen an, Die erst von WSW. nach ONO., dann westöstlich streichende Hauptkette besteht aus einer Anzahl von Parallelketten, dem Hauptzug, Mittelzug und den Voralpen, welche, durch Querthäler und tief einschneidende Alpenpässe wiederholt unterbrochen, in eine Anzahl einzelner Gebirgsstöcke zerfallen. Die drei Hauptglieder sind: die Algäuer Alpen zwischen Bodensee und Lech, die Bayrischen Alpen zwischen Lech und Inn (mit dem höchsten Punkte des Deutschen Reichs, der Zugspitze, 2960 m) und die Salzburger Alpen (s. die besondern Artikel) zwischen Inn und Salzach. Dem Material nach sind alle diese Gebirge aus parallelen Zonen von Buntsandstein, Muschelkalk, Lias, Oxford- und Hochgebirgskalk und einer breitern Zone von Kreidebildungen und Flysch sowie von Molassebildungen zusammengesetzt. Zwischen Alpen und Donau erstreckt sich dann das südbayrische Flachland oder die schwäbisch-bayrische Hochebene, westlich von der Iller gegen das oberschwäbische Plateau, östlich durch Inn und Salzach gegen das österreichische Donaustufenland abgeschlossen. Sie hat ein mittleres Niveau von 500 m und ist die höchstgelegene aller Ebenen, die dem Alpengebirge unmittelbar vorliegen. Ihre Abdachung findet von S. nach N. und von W. nach O. statt. Man unterscheidet drei Zonen. Unmittelbar vor dem Fuß der Alpen, zum Teil zwischen einzelnen ihrer Zweige in sie eindringend, breitet sich die Zone der obern Ebenen oder der (ehemaligen und heutigen) Seelandschaften in einer durchschnittlichen Höhe von 650-975 m aus. Es gehören dahin: die Kessel von Oberstdorf, Sonthofen, der obern Wertach, die Ebene von Füssen, von Schongau, die vom Ammer- und Würmsee aufwärts bis zum Staffel- und Kochelsee, die Innebene um Rosenheim, die Chiemsee-Ebene, der Salzburger Thalkessel. An diese Zone schließen sich weiter nördlich Bergrücken (z. B. der Hohe Peißenberg) mit Thalengen, welche meist den Durchbruch jener großen Seen verkündigen. Darauf folgt die Zone der mittlern Ebenen (das Lechfeld, die Ebenen von Memmingen, München, Mühldorf, Braunau und Pocking, mit durchschnittlicher Höhe von 400-600 m), deren Charakter als ehemaliges Aufstauungsbecken der vier Flüsse Iller, Lech, Isar und Inn unverkennbar ist. Im N. sind diese oft unfruchtbaren Ebenen von einem hügeligen Landstreifen eingefaßt, von dem an sich die dritte Zone mit ihrer Tertiärformation bis an und über die Donau erstreckt. Der Boden des ganzen Hochlandes besteht aus tertiären Bildungen, namentlich aus grauem Molassesandstein mit thonigen Zwischenlagerungen und Nagelfluh, hier und da auch aus Süßwasserkalk, vielfach überdeckt von geschiebereichen Alluvionen, den bis aufs Minimum verkleinerten Trümmern der Alpengesteine, und von breiten Moorstrecken und Torflagern. Auf der böhmisch-bayrischen Grenze, zugleich die Wasserscheide bildend zwischen Elbe und Donau, erhebt sich der rauhe, mit Torfmooren und dichten Wäldern bedeckte Gneiskamm des Böhmerwaldes, der mit seinem südwestlichen Teil, dem sanftern Bayrischen Wald, bis dicht an die Donau herantritt und im Arber (1458 m) und Rachel (1450 m) seine höchsten Höhen erreicht. Den nordöstlichen Winkel des Landes erfüllt das Fichtelgebirge mit seinen Verzweigungen (höchste Spitzen: Schneeberg 1060 m, Ochsenkopf 1017 m). Nördlich stößt es an den Frankenwald, der B. nur im äußersten Norden berührt. Gegenüber in der Nordwestspitze des Landes steht die Hohe Rhön, eine vulkanisch-plutonische, an Basaltkuppen reiche Gebirgserhebung, deren Hauptmasse mit dem ganzen Südost- und Osthang (Kreuzberg 930 m) B. angehört. Südlich von der Rhön breitet sich in der westlichen Südbiegung des Mains zwischen Gemünden und Aschaffenburg der Spessart aus, eine waldreiche Hügellandschaft von etwas über 400 m Durchschnittserhebung (Geiersberg 615 m), in welchem der Basalt allmählich verschwindet und Buntsandstein an dessen Stelle tritt. Auch der Odenwald reicht in seinem östlichsten Teil nach B. herüber. Im Innern von Nordbayern finden sich, der Regnitz parallel, zwei andre Höhen, welche beide an den Main (bei Haßfurt und Lichtenfels) herantreten. Die Nab umsäumt den Ostrand der östlichen, des Fränkischen Jura, die Tauber und Jagst den Westrand der westlichen, der Frankenhöhe. Letztere, ein in seinen Teilen verschieden benannter Zug von Keuperrücken, schließt sich südlich im Herdtfeld an die Rauhe Alb an, während sie sich nordwärts in dem Steigerwald (mit dem Frankenberg 500 m) an den Main und jenseit des Flusses in den Haßbergen noch weiter nach N. erstreckt. Sie bildet die eigentliche Scheide zwischen dem fränkischen und schwäbischen Kesselland. Der Fränkische Jura hat zwei Arme: einen vom Durchbruch der Wörnitz bis Regensburg nordöstlich streichenden und einen nördlich zwischen Regnitz und Nab bis in die Mainbiegung bei Lichtenfels streichenden. Als höchster Punkt gilt der Kalvariberg (645 m) bei Thurndorf. Zwischen Frankenhöhe und Odenwald-Spessart erstreckt sich ein Plateau aus Muschelkalk, in welchem Tauber, Jagst, Kocher und der Main selbst in tief eingerissenen Thälern hinfließen. Dieser Plateaubildung entspricht östlich eine ähnliche zwischen Jura und Böhmerwald, das Liasplateau der Oberpfalz längs der Nab. Zwischen beiden Plateaus liegt die Regnitzebene (Keupergebilde). Der Gegenfluß der Tauber, die Wörnitz, bildet einen großen Thalkessel, das Ries. Wo die Nab mündet, bildet sich der Thalkessel von Regensburg, und diese zirkelrunden Thalungen entsprechen symmetrisch den nördlich von ihnen langgedehnten Hochplatten an Tauber und Nab.

 

Die meisten Flüsse Ostbayerns gehören den Gebieten der Donau und des Mains, nur wenige denen der Elbe und der Weser an. Zur Elbe fließen die Saale und Eger, in der Nordostecke, zur Weser die Fulda und Ulster, im NW. entspringend, während die Südwestecke kleine Gewässer unmittelbar zum großen Becken des Rheins (Bodensee) entsendet. In südwest-nordöstlicher Richtung fließt die Donau bis Regensburg, wo sie durch den vorliegenden Bayrischen Wald in eine südöstliche gedrängt wird. Von den vier größern Nebenflüssen der Donau von S. her, Iller, Lech, Isar, Inn, haben wenigstens die ersten drei ihre Quellen in den Alpen verhältnismäßig nahe bei einander, strömen aber fächerartig auseinander, so daß ihre Mündungen je 75-110 km voneinander entfernt sind. Eigentümlich ist das Flußgebiet des Mains gegliedert, dessen Ursprung am Osthang des Ochsenkopfes im Fichtelgebirge von seiner Mündung in den Rhein nur 250 km entfernt ist, während seine gewaltige Stromentwickelung 490 km erreicht. Sein Flußgebiet verbreitert sich nach W. zu, da gerade an den ausspringenden Winkeln des Stromlaufs die bedeutendsten Nebenflüsse (Rodach, Saale, Kinzig, Nidda, Regnitz, Tauber) einmünden. Main und Donau sind durch den Ludwigskanal (s. d.) verbunden. Besonders charakteristisch für Oberbayern sind die gewaltigen Wasserstagnationen: Seen und Moose (Moore), beides Überreste vorzeitiger gewaltiger Wasseranstauungen. Die Seen erstrecken sich bis ½° nördlich der Voralpen, vom großartigen Bodensee bis zu dem pittoresken Königssee. Alle tragen die in Europa vorherrschende Natur reiner Flußseen. Die höchstgelegenen trägt das innerste Gebirge, in den Querthälern der Wettersteingruppe (obere und untere Blaue Gumpe des Rainthals, 1174 und 1118 m ü. M. gelegen), und das Nordgehänge der Wettersteinwand. Die Seen des obern Lechbeckens liegen vom Steilrand der Alpen an nordwärts heraus bis zu 7 km Entfernung vom Gebirge, fast alle in gleichem Niveau, ein Umstand, der sie deutlich als Überreste einer und derselben großen Wasserbedeckung erscheinen läßt. Von den Seen des Isargebiets zeichnen sich durch Größe der Ammer- und der Würmsee, durch schöne Lage der Walchen-, Kochel-, Tegern- und Schliersee aus. Der größte See Bayerns, der Chiemsee, auch wohl Bayrisches Meer genannt, 192 qkm groß, gehört ebenso wie der malerische Königs- oder Bartholomäussee zum Gebiet des Inn. Der am tiefsten gelegene aller Alpenseen, an denen B. teilhat, ist der Bodensee (398 m). Nord- und Westbayern haben nur wenige und unbedeutende Seen aufzuweisen. Von den zahlreichen Moosen, die alle südlich der Donau liegen, sind die umfangreichsten das Haselmoos, durch welches der Loisachkanal geht, nördlich vom Kochelsee; das Filz südwestlich von Rosenheim; das Filz- und das Freimoos nahe dem Chiemsee; besonders aber das Erdinger oder Freisinger Moos (das erstere rechts, das andre links von der Isar unterhalb München), das Dachauer und das fast ganz ausgetrocknete Donaumoos. Außerdem hat auch die Rhön nicht unbeträchtliche Moorflächen.

 

Bayerns Klima ist gemäßigt und gesund, wenngleich etwas kälter als das andrer deutscher Länder. Mit Ausnahme des Rhein- und Mainthals dürfte keine Gegend Bayerns sich in der Milde des Klimas mit den nördlichen Ebenen Deutschlands messen können, was teils von der absolut hohen Lage des Landes, teils von der mannigfaltigen Abwechselung der Gebirgszüge und Hochebenen herrührt. Am rauhesten und durch tiefen Schneefall und lang andauernden Winter bekannt sind die Alpen, der Böhmerwald, die Rhön und der Spessart. Das meteorologische Stationsnetz in B. umfaßt 34 Beobachtungsstationen mit einer Zentralstation in München.

 

Vorherrschend sind im allgemeinen Südwest- und Nordwestwinde. Die stärksten Nebel hat das Donauthal; München hat fast drei Viertel, die Pfalz nicht die Hälfte des Jahrs bedeckten Himmel. Hagelschläge sind am häufigsten auf der Hochebene längs der Alpen. Die meisten und stärksten Gewitter kommen in zwei Strichen vor: zwischen der nördlichen Abdachung des Schwäbischen Jura und dem Ostabhang des Fränkischen Jura, sodann zwischen Bodensee und der mittlern Isar.

 

Areal und Bevölkerung.

 

Das Königreich B. umfaßt ein Gesamtareal von 75,858,40 qkm (1377,8 QM.) und hat nach der letzten Zählung vom 1. Dez. 1880: 5,284,778 Einw., unter welchen sich 5,144,538 Bayern, 83,975 übrige Angehörige des Deutschen Reichs und 56,265 Ausländer befanden.

 

Die Bevölkerung verteilt sich auf die acht Regierungsbezirke, in welche B. eingeteilt ist, wie folgt:

 

RegierungsbezirkeSitz der RegierungAreal QKil. QM. Bevölkerung 1880Auf 1 QK. Zahl der Ortschaft. (1884)

 

Oberbayern München 16725, 43303, 79519775713409

 

Niederbayern Landshut 10759, 10195, 46469476011925

 

Oberpfalz Regensburg 9662, 59175,5528564555566

 

Oberfranken Baireuth 6999, 48127, 1575357823562

 

Mittelfranken Ansbach 7572, 95137, 5643817853274

 

Unterfranken Würzburg 8399, 57152, 6626305752042

 

Schwaben Augsburg 9811, 14178, 2634530654340

 

Rheinpfalz Speier 5928, 14107, 76772811141909

 

Zusammen: 75858, 401377, 7528477869, 746027

 

Die dichteste Bevölkerung hat demnach die Pfalz, die schwächste Oberpfalz und Oberbayern. Im allgemeinen kommen 69,7 Menschen auf das QKilometer, so daß B. in Beziehung auf Volksdichtigkeit den meisten deutschen Staaten nachsteht. Die mittlere Zunahme der Bevölkerung betrug in den Jahren von 1840 bis 1867 im Jahresdurchschnitt nur 0,38 Proz., weil die Zahl der Auswanderer die der Einwanderer um ein Beträchtliches überwog (in den Jahren 1834 bis 1864 um 226,703 Menschen). Die Bevölkerungszunahme ist seit jener Zeit bedeutender geworden. Nachdem sie von 1867 bis 1871 bis auf 0,202 pro Jahr weiter gesunken war, stieg sie unter dem Einfluß stärkerer Einwanderung und eines größern Geburtenüberschusses (s. unten) von 1871 bis 1875 pro Jahr auf 0,654, in der Periode 1875-80 auf 1,049 (1,14 im Deutschen Reich). Von 1818 bis 1880 ergibt sich ein Bevölkerungszuwachs von zusammen 42,5 Proz. Die Zahl der Eingewanderten (1871 noch 1491) stieg seit 1872 erheblich und betrug 1882: 17,470. Während von 1860 bis 1873 die Zahl der Auswanderer stets jene der Einwanderer überwog, trat von 1873 bis 1879 das umgekehrte Verhältnis ein. Die Eingewanderten betrugen in dieser Periode zusammen 69,332, die Ausgewanderten 48,817 Personen; es ergibt sich somit ein jährlicher Überschuß der Einwanderung von 3419 Personen. Die Jahre 1880-82 weisen jedoch bei einer Auswanderung von 63,897 Personen wieder einen jährlichen Überschuß der Auswanderer von 5391 auf. - Was die überseeische Auswanderung betrifft, so sind in den Jahren 1881 bis 1883: 17,106, 17,641 und 17,986 Personen von B. aus den Häfen Bremen, Hamburg, Stettin und Antwerpen befördert worden. Berechnet man das Prozentverhältnis zur Bevölkerung (von 1880), so sind in diesen drei Jahren durchschnittlich je 0,33 Proz. (in der Rheinpfalz 0,44 Proz.) der Bevölkerung über See ausgewandert. Im J. 1882 betrug die Gesamtzahl der rechtlich Eingewanderten 1354, die der rechtlich Ausgewanderten 2537; außerdem waren noch 16,116 Personen faktisch zugezogen und 21,184 faktisch weggezogen. Von den Einwohnern sind 2,578,910 männlichen, 2,705,868 weiblichen Geschlechts, so daß auf 1000 Männer 1049 Frauen kommen. Was den Zivilstand der Bevölkerung anbetrifft, so sind 61 Proz. ledig, 33,4 Proz. verheiratet, 5,5 Proz. verwitwet und 0,1 Proz. geschieden. Die Zahl der Trauungen, welche 1850-54 nur 28,296 betragen hatte, stieg 1867-68 auf 38,077, 1868-69 sogar auf 59,726, nach einem kurzen Rückgang dann 1872 auf 52,045; von da sank sie stetig bis 1880 mit 34,958 und hat 1882 wieder die Zahl 37,801 erreicht. Von Geburten kamen 1835-60 auf das Jahr durchschnittlich 156,228, 1860-68: 179,551, dagegen 1868-69: 192,030; von da an stiegen dieselben stetig bis 1876 mit 223,356 und fallen seit dieser Zeit regelmäßig (1882: 209,227). Darunter waren in den drei erstern Zeiträumen Totgeborne: 4793, 5900 und 6808, 1882: 7048; von den Geburten waren unehelich 1835-60: 31,886 (21,1 Proz., d. h. in der Pfalz nur 8 Proz., im rechtsrheinischen B. 23,2 Proz.), 1860-68: 38,413 (22,2 Proz.); im J. 1858-59 hatten dieselben ihren höchsten Stand (39,116 = 23,6 Proz.) erreicht, von da ab fielen sie stetig bis 1878 (27,420 = 12,7 Proz.) und sind bis jetzt wieder in Steigerung begriffen, 1882: 28,528 = 13,6 Proz. Die Gesamtzahl der Sterbefälle (einschließlich der Totgebornen) betrug in den genannten Zeiträumen durchschnittlich 129,815, 146,307 und 159,187, 1882: 160,160, somit im letztern Jahr der Überschuß an Gebornen 49,067. Ferner sind 7/10 der Einwohner Landbewohner, 3/10 Bewohner von Städten. Die Gesamtzahl der Haushaltungen beträgt 1,121,105, die der Wohnhäuser 793,217, die Zahl politischer Gemeinden 8027, die der Ortschaften 46,027, darunter 242 Städte, wovon 8 (München, Nürnberg, Augsburg, Würzburg, Regensburg, Fürth, Bamberg, Kaiserslautern) mehr als 26,000 Einw. zählen. Eigentümlich ist in Altbayern das zerstreute Wohnen. Auf 10 qkm treffen z. B. in Oberbayern 80, in Niederbayern sogar 111, dagegen in der Pfalz 32, in Unterfranken 24 Ortschaften. Dieses Verhältnis steigert sich noch mehr, wenn man dasselbe auf die Einwohnerzahl berechnet. Auf 1000 Einw. treffen in Niederbayern 18,4, in Oberbayern 14,1, in Unterfranken 3,3, in der Pfalz jedoch nur 2,8 Ortschaften.

 

Nach der Berufsstatistik von 1882 verteilt sich die Bevölkerung in ihrem Hauptberuf auf die einzelnen Berufsabteilungen in folgender Weise:

BerufsabteilungenMännlichWeiblichIm ganzenProz.

Landwirtschaft, Tierzucht, Gärtnerei, Forstwirtschaft, Jagd und Fischerei 831896674116150601228,6

Bergbau und Hüttenwesen, Industrie u. Baugewerbe 52740210201762941912,0

Handel und Verkehr 117085549231720083,3

Dienst und Lohnarbeit wechselnder Art 709615494225900,4

Militär-, Hof-, bürgerlicher, kirchlicher Dienst und sogen. freie Berufsarten 105392164981218902,3

Erwerbstätige überhaupt 1588871863048245191946,6

Selbständige Personen ohne Beruf und Angehörige von Anstalten 1248651498842747495,2

Häusliche Dienstboten 222893749959771,8

Familienangehörige ohne Beruf u. Kinder im ganzen 8533861592730244611646,4

Gesamtbevölkerung: 256935026994115268761-

 

Rechnet man die häuslichen Dienstboten sowie die Familienangehörigen und Kinder den einzelnen Berufsabteilungen hinzu, so ergibt sich, daß die Landwirtschaft etc. 2,681,265 Personen (50,9 Proz.), die Industrie etc. 1,492,391 Personen (28,3 Proz.), der Handel und Verkehr 435,701 Personen (8,3 Proz.) der Gesamtbevölkerung ernähren. Vgl. auch unten.

 

In ethnographischer Hinsicht gehört die Bevölkerung Bayerns verschiedenen Stämmen an: außer einigen germanisierten Slawen (Wenden) in Oberfranken bewohnen Franken die drei fränkischen Regierungsbezirke, Schwaben (Alemannen) den Südwesten des Landes, eigentliche Bayern (Altbayern) die Regierungsbezirke Ober- u. Niederbayern und die Oberpfalz. Die Bevölkerung der Rheinpfalz ist vorwiegend fränkisch (westfränkisch). Der Altbayer ist durchschnittlich von mittlerer Statur, kräftig, zuverlässig, natürlich, offen und anspruchslos, aber im ganzen schwer beweglich, Neuerungen wenig zugänglich und streitsüchtig. Charakteristisch ist ihm die rauhe bayrische Mundart sowie in Beziehung auf seine Nahrungsweise die fast ausschließliche Herrschaft von Mehl-, Milch- und Schmalzspeisen mit einem Zusatz von Gemüsen und die Beschränkung des Genusses von Fleischspeisen auf die höchsten Festtage des Jahrs: Fastnacht, Ostern, Kirchweih und Weihnachten, sowie eine reichliche Fülle von Bier. Trotz des zunehmenden Einflusses der Mode bewahrt der altbayrische Bauer im allgemeinen seine ihm eigentümliche Tracht: er trägt gewöhnlich, insbesondere in der Umgebung von München, einen breitrandigen Hut, Tuchspenzer oder langen Flügelrock, einen schweren Mantel und Kniestiefel mit Lederhosen. Die Frau erscheint gewöhnlich mit hoch und dick ausgestopften Ärmeln. Die Schwaben oder Alemannen sind einfache, genügsame Menschen, dabei geistig beweglicher und geselliger als ihre östlichen Nachbarn. Die ihnen eigentümliche Tracht (dreigespitzter Hut, im Winter kleine, spitz zulaufende Mütze, Tuchweste, langer Oberrock mit Stehkragen, Kniehosen mit Schnallenschuhen, Strümpfe aus weißer Leinwand oder Wolle) wird durch die Nachahmung der städtischen Mode immer mehr verdrängt. Eigentümlich ist dem Schwaben sein Dialekt. In den drei Franken haben die Bewohner des sogen. Baireuther und Ansbacher Landes, des Bamberger und Würzburger Landes etc. noch ihre Eigentümlichkeiten. Im allgemeinen ist der Franke heiterern und hellern Geistes, Neuerungen im Vergleich zu dem Altbayer zugänglicher und industriös. Die Bevölkerung der Pfalz ist im ganzen von kräftigem und schlankem Körper. Sie zeichnet sich durch Rührigkeit und Unternehmungsgeist aus und ist vor andern Volksstämmen wanderlustig.

 

Dem Religionsbekenntnis nach gehört die Mehrzahl der Bewohner Bayerns zur römisch-katholischen Kirche (1880: 3,748,032); 1,474,761 Seelen sind evangelisch, 2551 reformiert und 53,526 Juden. Sonst gibt es noch 216 Griechen, 3775 Mennoniten, 45 Wiedertäufer, 379 Irvingianer, 82 Anglikaner, 29 Deutschkatholiken, 819 Freireligiöse, 243 Konfessionslose und 320 unbekannten Bekenntnisses. Auf die einzelnen Regierungsbezirke verteilt, treffen auf:

 

Regierungsbezirke Römisch-Katholische Evangelische u. ReformierteJuden

Oberbayern 904119427114343

Niederbayern 6419394741134

Pfalz 29339936902411998

Oberpfalz 484679421601522

Oberfranken 2425483285894148

Mittelfranken 14038449099311689

Unterfranken 50050811014315256

Schwaben 540456889514436

 

Überwiegend katholisch sind hiernach Niederbayern, Oberbayern, Oberpfalz, Unterfranken und Schwaben, vorwiegend evangelisch Mittel- und Oberfranken und die Pfalz, wo die Bevölkerung überhaupt konfessionell am stärksten gemischt ist. Das Kirchenregiment steht in der katholischen Kirche den zwei Erzbischöfen in München-Freising und Bamberg und ihren Suffraganen, den Bischöfen von Regensburg, Augsburg, Passau, Eichstätt, Würzburg und Speier, zu. Die Leitung der innern Angelegenheiten der protestantischen Kirche in den Kreisen diesseit des Rheins geht von einem selbständigen Oberkonsistorium aus, welches dem Kultusministerium untergeordnet ist. Unter ihm stehen die zwei Konsistorien in Ansbach und Baireuth, deren Organe die Dekanate sind. In der Pfalz besteht für die vereinigte protestantische Kirche das protestantische Konsistorium zu Speier, welches dem Kultusministerium unmittelbar untergeordnet ist. Anfang 1884 zählte die katholische Kirche in B. 211 Dekanate mit 2948 Pfarreien und 5789 Priestern, 9 Priesterseminare und 6 Knabenseminare; die evangelische Kirche 80 Dekanate mit 1057 Pfarreien und 1200 Geistlichen. Übrigens haben nur drei Religionsgesellschaften: die Katholiken, Protestanten nebst Reformierten und die griechische Kirche, die Rechte einer juristischen Person und genießen den besondern Schutz des Staats; alle andern Religionsgesellschaften, die Gemeinschaft der Israeliten (mit 40 voneinander unabhängigen Rabbinaten) und die Mennonitenkonfession gelten als Privatgesellschaften. Für die Verhältnisse der katholischen Kirche sind das Konkordat vom 24. Okt. 1817 und das Verfassungsedikt vom 26. Mai 1818, für die der protestantischen Kirche ebenfalls das letztere maßgebend.

 

Bildungsanstalten.

 

Mit Anstalten für Wissenschaften und Künste, für Unterricht und Erziehung ist B. reichlich versehen. Für den Elementarunterricht bestanden nach der letzten Schulstatistik von 1872: 7016 Schulen (und zwar 4893 katholische, 1938 protestantische, 124 israelitische, 61 gemischte), zusammen mit 632,599 Schulkindern und über 10,500 Lehrern, und zwar 438,945 Katholiken, 187,387 Protestanten, 5883 Israeliten und 384 sonstiger Konfession. Zur Heranbildung des Lehrpersonals bestehen 11 Schullehrerseminare (7 katholische, 3 evangelische und 1 konfessionell gemischtes) und 3 Lehrerinnenbildungsanstalten mit 1882/83: 1275 Schülern und 349 Schülerinnen und 36 Präparandenschulen (25 katholische, 11 protestantische) mit 1882/83: 2345 Schülern. Nach den Ergebnissen bei Prüfung der Wehrpflichtigen waren von den im Ersatzjahr 1882/83 geprüften 18,422 Rekruten 33, welche weder lesen noch schreiben konnten, = 0,18 (in Preußen 2,00) Proz. Außerdem gibt es 20 Taubstummenanstalten, wovon 10 mit den Lehrerseminaren verbunden sind, 3 Blindeninstitute und zahlreiche Fortbildungsschulen (s. unten). Humanistische Gymnasien zählt B. 33, jedes mit einer vorbereitenden Lateinschule verbunden (5 in Oberbayern, 4 in Niederbayern, 5 in der Pfalz, 3 in der Oberpfalz, 3 in Oberfranken, 4 in Mittelfranken, 4 in Unterfranken und 5 in Schwaben); ferner gibt es 45 isolierte Lateinschulen und 5 Realgymnasien. Die Schülerzahl betrug an den Gymnasien und den damit verbundenen Lateinschulen 14,534, an den isolierten Lateinschulen 3345, an den Realgymnasien 422. Für den höhern landwirtschaftlichen Unterricht bestehen in B. die Zentralforstlehranstalt in Aschaffenburg, die landwirtschaftliche Abteilung an der polytechnischen Schule in München sowie die landwirtschaftliche Zentralschule in Weihenstephan mit 1882/83: 76 Schülern. Für Veterinärwesen besteht die Zentraltierarzneischule in München. Mittlerer landwirtschaftlicher Unterricht wird an den mit landwirtschaftlichen Abteilungen verbundenen Realschulen zu Freising, Landshut und Kaiserslautern sowie an der Kreislandwirtschaftsschule in Lichtenhof erteilt. Der praktischen Ausbildung junger Leute, namentlich der Bauernsöhne, in der Landwirtschaft dienen mehrere Kreisackerbauschulen (Landsberg in Oberbayern, Schönbrunn in Niederbayern, Pfrentsch in der Oberpfalz, Spitalhof in Oberfranken, Triesdorf in Mittelfranken). Für den landwirtschaftlichen Fortbildungsunterricht bestanden Ende 1882: 14 Winterschulen mit einer Gesamtfrequenz von 389 Schülern sowie 770 Fortbildungsschulen (meist in der Pfalz und in Mittelfranken), welche von 13,191 Schülern besucht waren. Zur Förderung der landwirtschaftlichen Interessen besteht in B. seit 1810 ein Landwirtschaftlicher Verein, welcher sich in 8 Kreis- und 225 Bezirksvereine mit (1884) über 50,700 Vereinsmitgliedern teilt; Organ desselben ist das Generalkomitee in München. Außerdem bestehen zur Förderung der Landeskultur überhaupt oder einzelner Zweige derselben bestimmte Spezialvereine, z. B. Verein zur Gründung landwirtschaftlicher Versuchsstationen, Rindviehzuchtvereine, Bienenvereine etc. - Für den technischen und gewerblichen Unterricht besteht in B. die technische Hochschule in München, die im Wintersemester 1882/83: 774 Besucher (darunter 241 Nichtbayern) zählte. Außerdem bestehen in B. 4 Industrieschulen (München, Nürnberg, Augsburg, Kaiserslautern) mit 1882/83: 268 Schülern. Sie zerfallen in eine mechanisch-technische, chemisch-technische und bautechnische Abteilung. Zur theoretischen Vorbereitung sowohl für den Eintritt in das Gewerbe als für den Besuch einer technischen Mittelschule bestehen 8 Kreisrealschulen und 38 Realschulen, deren Schülerzahl 1882/83: 6946 betrug. Zur Weiterbildung von Bauhandwerkern, Polieren etc. bestehen 2 Kreis-Baugewerkschulen in Kaiserslautern und Würzburg, ferner 3 Baugewerkschulen in München, Nürnberg und Regensburg, außerdem 1882: 292 gewerbliche Fortbildungsschulen mit 1881/82: 22,110 Schülern, 2 Kunstgewerbeschulen in München und Nürnberg, 2 Musikschulen.

 

in München und Würzburg, endlich Webschulen, Schnitzschulen etc.

 

Wissenschaftliche Zentralstellen sind: die Akademie der Wissenschaften in München (1759 gegründet), aus drei Klassen, der philologisch-philosophischen, der mathematisch-physikalischen und der historischen, bestehend; das Generalkonservatorium der wissenschaftlichen Sammlungen daselbst und die Hof- und Staatsbibliothek, ebenfalls in München, die größte Deutschlands (über 800,000 Bände, 25,000 Handschriften). Unter den wissenschaftlichen Anstalten stehen in erster Reihe die drei Universitäten des Landes: München, 1826 von Landshut hierher verlegt (die theologische Fakultät ist katholisch; als fünfte Fakultät existiert in München wie in Würzburg die staatswirtschaftliche), mit 1884: 2552 Studenten und 150 Professoren und Dozenten; Würzburg (1403 gestiftet) mit 1884: 1242 Studenten und 69 Professoren und Dozenten; Erlangen (1743 gestiftet; die theologische Fakultät ist evangelisch) mit 1884: 720 Studenten und 61 Professoren und Dozenten; an den drei Universitäten zusammen 1884 ca. 1650 nichtbayrische Studenten. Als Spezialschulen für das philosophische und theologische Studium und mit den betreffenden Fakultäten der Universitäten gleichgestellt bestehen in B. 6 königliche Lyceen, nämlich zu Freising, Passau, Regensburg, Bamberg und Dillingen mit der philosophischen und theologischen Sektion, zu Augsburg mit der philosophischen Sektion. Außerdem besteht in Eichstätt ein bischöfliches Lyceum mit der philosophischen und theologischen Sektion; dazu noch 9 Klerikalseminare mit 1882/83: 632 Schülern. Auch wissenschaftliche Vereine und gelehrte, besonders historische, Gesellschaften sind in B. zahlreich. Außer der oben erwähnten Staatsbibliothek bestehen im Königreich noch 28 andre öffentliche Bibliotheken, unter denen die der Universitäten zu München, Erlangen, Würzburg und die von Augsburg am bedeutendsten. Wissenschaftliche Sammlungen und Institute, botanische Gärten, Sternwarten (die wichtigste in München) sind den Universitäten beigesellt. Es gibt nach der Gewerbestatistik von 1882: 445 Buch- und Kunsthandlungen: 46 in Nürnberg, 28 in Augsburg, 109 in München, worunter in Bezug auf die Schulen der Zentralschulbücherverlag daselbst von Wichtigkeit ist, ein Institut mit dem Privilegium (seit 1785), die Normalunterrichtsbücher der Volksschulen zu liefern, das 1838 auch auf alte Klassiker, Lehrbücher für Gewerbeschulen und Gymnasien etc. ausgedehnt wurde.

 

Mehr als jede andre geistige Schöpfung gedieh in B. die Kunst zu hoher Blüte. Die königliche Akademie der bildenden Künste in München, in ihrer jetzigen Gestalt 1808 gegründet, ist sowohl eine Lehr- und Bildungsanstalt mit 1882/83: 450 Schülern, darunter 129 Nichtbayern, als eine Kunstverbindung oder Kunstgesellschaft. Unter den Kunstsammlungen sind die Alte und die Neue Pinakothek, die Glyptothek und das Nationalmuseum zu München, die Gemäldesammlungen zu Augsburg und Nürnberg als die bedeutendsten hervorzuheben. Unter den Theatern des Landes steht das Nationaltheater in München obenan, und außerdem ist auch das von Richard Wagner für seine Tondramen begründete Bühnenfestspielhaus in Baireuth besonders zu erwähnen.

 

Naturprodukte, Landwirtschaft.

 

Hinsichtlich der Mannigfaltigkeit und des Reichtums seiner Naturprodukte gehört B. zu den gesegnetsten Ländern Deutschlands. Das Pflanzenreich liefert in den Wäldern und dem reichen Ertrag des landwirtschaftlich benutzten Areals zwei Hauptquellen des Reichtums Bayerns. Vom gesamten Flächenraum des Königreichs, den die amtliche Statistik von 1883 zu 7,585,840 Hektar berechnet, kommen 4,350,732 Hektar (57,4 Proz.) auf landwirtschaftlich benutzten Boden, 437,761 Hektar (5,8 Proz.) auf Weiden, 2,504,732 Hektar (33 Proz.) auf Waldung, der Rest auf Haus- und Hofräume, Straßen, Gewässer und unkultivierte Flächen, die sich indessen durch Urbarmachung fortwährend vermindern. Unter den Kulturpflanzen nimmt das Getreide, für dessen Anbau B. einen im ganzen sehr günstigen Boden besitzt, die erste Stelle ein. Oberbayern besitzt in den den Alpen vorgelagerten Hochflächen einen fruchtbaren, von grobem Sand gebrochenen Thonboden, der sich zum Anbau von Korn vorzüglich eignet. In Niederbayern ist nur der nördliche, gebirgige Teil für den Ackerbau weniger günstig; das Plateaugebiet dagegen ist ein äußerst fruchtbares Kornland. Besonders berühmt wegen ihres Getreidebaues ist die Straubinger Ebene; überhaupt aber heißt Niederbayern die "Kornkammer Bayerns". In der Pfalz, wo die landwirtschaftliche Produktion am mannigfachsten, ist im Rheinthal der Getreidebau vorherrschend. In der Oberpfalz sind die Bodenverhältnisse sehr verschieden. Im O. und N. findet sich nahezu unfruchtbarer Steingrund mit ausgedehnten Sandflächen, nur der südliche Teil des Regierungsbezirks, die Ebene des Donauthals, hat fruchtbaren Boden; der Bodenertrag dieses Landesteils ist daher verhältnismäßig gering. In Oberfranken bietet das südwestliche Gebiet die produktivsten Flächen, besonders die Main- und Regnitzthäler, zum Teil auch die Flußthäler des Steigerwaldes. Hieran reihen sich in zweiter Linie das nördliche Fichtelgebirgsvorland und das östliche zwischen Eger und Röslau. Mittelfranken gebührt im allgemeinen das Prädikat ungemein großer Fruchtbarkeit, wenn dieselbe auch jener des niederbayrischen Kornlandes nicht gleichkommt. In den Ansbacher Landen findet sich eine rationelle Agrikultur, weniger im Eichstätter Gebiet. Auch Unterfranken gehört zu den ergiebigsten Distrikten Bayerns; hier sind besonders die Gegenden um Ochsenfurt, Schweinfurt und Haßfurt wegen ihrer Fruchtbarkeit berühmt. Im Rhöngebirge dagegen und im Spessart begünstigen Boden und Klima den Getreidebau nicht, hier finden sich fast nur im Gebiet von Obernburg fruchtbare Flächen (der sogen. Bachgau). Schwaben und Neuburg ist durch das Hochgebirge im S. dem Ackerbau weniger zugänglich gemacht, mehr begünstigt sind die untern Gebiete der in die Donau einmündenden Flüsse; dagegen gehören die Striche um Nördlingen, Wallerstein, Öttingen etc. (das sogen. Ries) zu den fruchtbarsten Bayerns. Das Donaumoos bei Neuburg ist größtenteils in tragbaren Wiesengrund umgeschaffen.

 

Die landwirtschaftliche Betriebsstatistik von 1882 hat 681,521 Haushaltungen ergeben. Unter diesen sind 168,528 Haushaltungen mit einer Pachtfläche von 213,400 Hektar, 278,943 besitzen auch Holzland, 81,473 Haushaltungen halten kein Nutzvieh. Von den landwirtschaftlich benutzten Flächen besitzen:

unter 20 Ar 59371, 20 Ar bis 1 Hektar 114685, 1-2 Hektar 88287. 2-5165429 ,5-10 Hektar 121191. 10-50128635,

50-1003279. über 100644

 

Beinahe 63 Proz. aller landwirtschaftlichen Haushaltungen besitzen weniger als 5 Hektar, die landwirtschaftlich benutzte Fläche derselben beträgt jedoch nur 745,064 Hektar oder 17,3 Proz. der landwirtschaftlich benutzten Fläche überhaupt. Von dem landwirtschaftlich benutzten Areal fallen auf Getreide und Hülsenfrüchte 41,9 Proz., Hackfrüchte und Gemüse 9,3, Handelsgewächse 1,2, Futterpflanzen 7,4, Ackerweide 0,9, reine Brache 7,8, Obstgärten 1,6, Wiesen 29,3, Weinberge 0,6 Proz. Fast sämtliche bekannte Wirtschaftssysteme sind in B. üblich. Die wilde Gras- oder Alpenwirtschaft findet sich in großer Ausdehnung im bayrischen Hochland (Schwaben und Oberbayern), am höchsten ausgebildet im Algäu, am schwächsten in Berchtesgaden. Die Eggartenwirtschaft (Feldgraswirtschaft) trifft man im ganzen bayrischen Oberland, vom Gebirgsrand an weit in die Ebene heraustretend. Die Dreifelderwirtschaft herrscht im Flachland von Ober- und Niederbayern, Oberpfalz, Ober-, Mittel- und Unterfranken vor. Die Fruchtwechselwirtschaft findet sich, auch mit der Körnerwirtschaft verbunden, auf den größern Gütern in B. Freie Wirtschaft wird in Unter- und Oberfranken im Mainthal, sodann im ganzen Gebiet der Pfalz getrieben. Feldgärtnerei findet sich insbesondere um Bamberg, Nürnberg, Stadtamhof, Kitzingen, Würzburg und Schweinfurt, auch um Landshut, Neu-Ulm, Lindau etc.

 

Der gesamte Ertrag an Kornfrüchten (Weizen, Roggen, Dinkel, Gerste, Hafer, Hülsenfrüchten, Mais, Buchweizen, Hirse) beträgt (1883) 2,409,881 Ton., wovon auf Weizen 429,907, Spelz 136,027, Roggen 776,091, Gerste 471,046, Hafer 596,435 T. treffen. Weizen wird sehr viel (auf 70-50,000 Hektar) in Nieder- und Oberbayern und Oberpfalz, am wenigsten in Schwaben, Roggen in Oberbayern (101,000 Hektar) und Niederbayern, in der Oberpfalz und Pfalz, Mittel- und Oberfranken, Spelz hervorragend in Schwaben, dann noch in Oberbayern gebaut. Sehr bedeutend ist der Gerstenbau in Niederbayern und Unterfranken, dann Oberbayern und Schwaben. Hafer findet sich hauptsächlich in Oberbayern (117,000 Hektar) und Niederbayern, sehr viel auch in Schwaben und in der Oberpfalz. Hülsenfrüchte (Erbsen, Linsen, Bohnen) werden namentlich in Niederbayern, Mittel- und Unterfranken angebaut. Buchweizen findet sich zumeist in Unterfranken, Hirse in der Pfalz und in Mittelfranken. An Kartoffeln werden auf nahezu 300,000 Hektar über 2 Mill. Ton. gebaut. Am bedeutendsten ist der Kartoffelbau in der Pfalz auf 59,000 Hektar (um Frankenthal ist die Kartoffel eine Handelsfrucht geworden); hieran reihen sich Unterfranken, Oberpfalz und Oberfranken. Der Rapsbau ist nur in Niederbayern und Oberbayern (auf den größern Gütern), in der Pfalz sowie im westlichen Teil von Unterfranken von einiger Bedeutung. Mohn (3480 Hektar im ganzen) findet sich hauptsächlich in Unterfranken (Ochsenfurt, auf 178 Hektar), in Schwaben (Günzburg, Neuburg, Neu-Ulm), auch in der Pfalz; Leindotter in der Pfalz um Landau, in Oberfranken bei Bamberg, Burgebrach, Höchstadt a. A., in Schwaben bei Ottobeuren und Weißenhorn. Hanf wird (auf 1467 Hektar) in wenigen Bezirken von Oberbayern, Niederbayern, Pfalz, Mittelfranken und Schwaben angebaut. Ansehnlich ist der Flachsbau in der Oberpfalz, in Niederbayern im Bayrischen Wald, im Alpenvorland von Oberbayern und Schwaben, auch in Oberfranken, im ganzen auf 14,076 Hektar. In ganz B. wurden 1883 an gehecheltem Flachs 4068 Ton. gewonnen. Krapp findet sich in einiger Ausdehnung in der Pfalz in den Bezirken Speier und Zweibrücken. Weberkarden werden auf im ganzen 211 Hektar in Niederbayern (Deggendorf und Vilshofen), in der Pfalz (Speier), in Oberfranken um Forchheim angebaut. Der Anbau von Zichorie findet namentlich in der Gegend von Frankenthal, Zweibrücken und Speier statt. Sehr bedeutend ist in der Pfalz und Mittelfranken der Tabaksbau, der 1882-1883 von 22,860 Tabakspflanzern auf 5302 Hektar 8383 T. Tabak im Wert von 6,239,380 Mk. lieferte. Der Hauptteil hiervon entfällt auf die Rheinpfalz (Bezirke Landau und Ludwigshafen mit zusammen 4353 Hektar), während in Mittelfranken nur in den Bezirken von Nürnberg und Fürth Tabak in nennenswertem Umfang produziert wird. Einen der wichtigsten Zweige der Gewächskultur bildet außerdem der Hopfenbau, dessen Gesamtproduktion sich 1883 auf 8128 T. belief. Er findet sich hauptsächlich in der sogen. Holledau, dem Hügelland nördlich der Amper und Isar, von Freising und Moosburg bis Mainburg und von Landshut bis Pfaffenhofen mit Einschluß der Bezirke Rottenburg, Abensberg und Kelheim, ferner um Friedberg. In Mittelfranken wird derselbe in der Gegend von Altdorf, Schwabach, Hersbruck, Lauf und Nürnberg, sodann im Rezatgebiet bei Spalt, Pleinfeld, Ellingen und Weißenburg (sogen. Spalter Hopfen) betrieben. Nicht unbedeutend ist auch der Hopfenbau im Aischgrund (Markt Erlbach, Neustadt a. A. und Windsheim). In Oberfranken findet sich Hopfenbau in den Bezirken Bamberg, Burgebrach, Forchheim, Höchstadt a. A. und Gräfenberg. In Unterfranken ist derselbe unbedeutend, nur die Gegenden von Baunach, Ebern und Haßfurt ragen etwas hervor. In der Oberpfalz wird Hopfen um Stadtamhof, Nabburg und Amberg, in Schwaben vorzugsweise um Krumbach, dann Memmingen und Neuburg gebaut. In der Pfalz ist der Hopfenbau nur in der Umgegend von Landau von einiger Bedeutung, doch hat er dort seit den letzten Jahren an Ausdehnung zugenommen. Der Rübenbau ist in B. nicht unbeträchtlich, findet aber meist zur Futtergewinnung statt (1883 auf nahezu 50,000 Hektar 1,170,000 T.), während der Anbau der Rübe behufs der Zuckerfabrikation noch unbedeutend ist (1883 auf 1889 Hektar vorzugsweise in der Pfalz). Runkelrübenzuckerfabriken bestehen in Friedensau bei Ludwigshafen und Frankenthal (Pfalz), ferner in Regensburg, Baireuth und Schweinfurt. Obstbau blüht vorzüglich in Ober-, Mittel- und Unterfranken, in der Pfalz, in Niederbayern (an der Donau) und am Bodensee. Verhältnismäßig bedeutend ist die Weinproduktion Bayerns, in welcher Beziehung Unterfranken die höchste Stelle einnimmt. Im J. 1883 betrug dieselbe auf 9616 Hektar 202,603 hl. Die vorzüglichsten Mainweine sind die bei Randersacker und Würzburg, die besten Tauberweine die bei Wertheim. Würzburg allein umfaßt ein Weingebiet von 442 Hektar, worunter die Parzellen Stein und Leisten ein weltberühmtes Gewächs liefern; die ausgezeichnetsten Randersackerschen Weine (Weingebiet 275 Hektar) sind der Pfülbener, Spielberg, Hohburger und Lämmerberger. Die Frankenweine zeichnen sich vor allen Weinen durch große Haltbarkeit aus und eignen sich besonders für die Champagnerfabrikation (s. unten). Von den Tauberweinen ist der beste der "Kalmuth" von Homburg; vorzüglich sind auch die am Main zu Hörstein (Abtsberg) und an der Saale bei Saaleck wachsenden Weine. In der Pfalz, in welcher 1883 die Gesamtproduktion auf 13,388 Hektar über 367,000 hl betrug, sind die ausgezeichnetsten Weine die von Forst, Wachenheim, Deidesheim und Dürkheim. Im übrigen B. ist der Weinbau sehr unbedeutend; er findet sich nur noch in Mittelfranken bei Windsheim und Scheinfeld, in der Oberpfalz bei Stadtamhof und Wörth, bei Lindau am Bodensee ("Seewein" auf 190 Hektar). Champagnerfabriken bestehen fünf in Würzburg, eine in Kitzingen; in der Pfalz je eine in Neustadt a. H. und in Ruppertsberg. Der Kleebau nimmt in B. immer mehr zu. Der Rotklee (Kopfklee) findet sich durch ganz B.; der Anbau der Luzerne und Esparsette verbreitet sich immer mehr. Auch mit dem Anbau von Lupinen, Spargelklee, Bocharaklee und andern Sorten wurden vielfache Versuche angestellt. Anstatt der reinen Kleesaat nimmt der Bau von Kleegras von Jahr zu Jahr zu. Fruchtbare Wiesen finden sich hauptsächlich im Alpenvorland, am Fuß des Bayrischen Waldes, an den Alluvionen der Altmühl, Rott, Vils, Itz, Baunach, Regnitz, Wiesent und in Unterfranken in den Mainthälern. Die Gesamtheuernte betrug 1883 auf 1,275,000 Hektar über 5,700,000 Ton. Auf Weideflächen entfallen 437,000 Hektar.

 

Was das Tierreich betrifft, so steht zunächst die Pferdezucht, wie überhaupt in Süddeutschland, auf niedrigerer Stufe als in Preußen. Man zählte 1883 in ganz B. 356,316 Stück (4,8 auf 1 qkm) mit einem Schätzungswert von 159,2 Mill. Mk. Durch Reichtum an Pferden ragen Oberbayern (mit 111,336 Stück), Niederbayern (mit 77,219 Stück) und Schwaben (mit 59,862 Stück) hervor. Für das diesseitige B. besteht ein Landesgestüt in Achselschwang, für die Pfalz ein solches in Zweibrücken.

 

Die Viehzucht hat sich im allgemeinen in den letzten Jahrzehnten bedeutend gehoben. Nach der Zählung vom 10. Jan. 1883 betrug der Gesamtbestand des Rindviehs in B. 3,037,098 Stück (mit einem Schätzungswert von 561,8 Mill. Mk.). Davon kommen auf:

 

Oberbayern 615398 Stück,

Niederbayern 521562

Schwaben 479084

Oberpfalz 346243

Mittelfranken 300768

Unterfranken 292493

Oberfranken 262575

Pfalz 218975

 

Die Rindviehzucht ist hiernach am bedeutendsten im südlichen B. Sie blüht in Schwaben und Neuburg in den grasreichen Thälern an den Flüssen und auf den durch Futterreichtum begünstigten Alpen, insbesondere im Algäu (Algäuer Stamm), in Oberbayern, im Alpengebiet mit dem Gebirgsvorland, soweit die Eggartenwirtschaft hinabreicht, vorzugsweise in der Gegend des Kochel- und Walchensees (Pinzgauer Vieh), sowie um Tegernsee und Miesbach (Miesbacher Vieh). In Niederbayern ist die Viehzucht bedeutend im Rott- und Vilsthal sowie in der Umgegend von Kelheim (Kelheimer Rasse) und im Bayrischen Wald. In der Pfalz wird sie hauptsächlich im Glanthal (Glanvieh) und in der Gegend um den Donnersberg (Donnersberger Vieh) getrieben. In der Oberpfalz zeichnen sich durch Viehzucht aus die Bezirke Regensburg, Worth, Stadtamhof, Roding, Cham, Fürth, Nittenau sowie die längs des Böhmerwaldes sich hinziehenden Bezirke. In Oberfranken ragt hervor das sogen. Sechsämterland des Fichtelgebirges (Vogtländer Vieh) und die am Main, an der Rodach, Itz, Regnitz, Aisch, Ebrach und Wiesent liegenden Bezirke. In Mittelfranken findet sich starke Rindviehzucht um Scheinfeld, Marktbibart, Uffenheim und Windsheim (Scheinfelder Vieh), in den Bezirken Ansbach, Heilsbronn, Fürth, Erlangen (Ansbacher Vieh) sowie in den Altmühlbezirken. In Unterfranken endlich wird Rindviehzucht hauptsächlich betrieben in dem Mainthal (Mainthaler Vieh) sowie in der Rhön und im Spessart. Die Gesamtzahl der Schafe belief sich 1883 auf 1,178,270 (Abnahme gegen 1873 um 12,2 Proz.), wovon auf Oberbayern 247,657, Mittelfranken 215,814, Schwaben 185,078 entfallen, während die Pfalz am wenigsten (37,619 Stück, Steigerung um 10,8 Proz.) besitzt. Ihr Schätzungswert beträgt 21,1 Mill. Mk. Das feine Merinoschaf findet sich hauptsächlich in Oberbayern und Schwaben. Merinostammschäfereien sind auf den Staatsgütern Schleißheim und Weihenstephan; sonstige Stammschäfereien gibt es in Stepperg, Puchhof bei Straubing, Freimann bei München etc. Schweine wurden 1883: 1,038,344 Stück gezählt (Zunahme gegen 1873 um 19,1 Proz.), die meisten in Niederbayern (183,877) und Unterfranken (171,464); Schätzungswert 50,3 Mill. Mk. Ziegen wurden ermittelt 220,818 Stück (Zunahme 13,9 Proz.), die meisten in Unterfranken (49,745), Pfalz (40,734), Oberfranken (40,423), während Schwaben nur 8913 Stück zählte; Schätzungswert 3,1 Mill. Mk. 1883 wurde der Verkaufswert des gesamten Bestandes an Vieh und Pferden auf 795,6 Mill. Mk. geschätzt. Bienenstöcke gab es 231,374, die meisten in Oberbayern (48,752), Schwaben und Niederbayern, die wenigsten in der Pfalz (19,968); Rückgang gegen 1873 um 31,7 Proz. Fische und Krebse finden sich reichlich in den Flüssen und Seen. Sogar Perlen werden in einigen Bächen in Niederbayern (im Rentamt Viechtach) und in Oberfranken (in der Lamitz, Ölsnitz etc.) für Zwecke der Perlmutterindustrie gefischt. Die Versuche mit der Seidenraupenzucht haben den Erwartungen nicht entsprochen und wurden fast überall wieder aufgegeben.

 

In Beziehung auf Wald sind die Pfalz, Unterfranken und Oberpfalz mit einem Waldstand von 39, resp. 37 Proz. der Gesamtfläche die reichsten Regierungsbezirke, wogegen Schwaben mit 24 Proz. am wenigsten bewaldet ist. Die größte zusammenhängende Waldmasse bildet das Bayrische Hochgebirge mit den Algäuer Alpen längs der südlichen Landesgrenze vom Salzachfluß in Oberbayern bis zum Illerfluß bei Immenstadt in Schwaben. Hieran reihen sich der Bayrische Wald in Niederbayern, der Pfälzer Wald auf dem Haardtgebirge und im Westrich der Pfalz, der Spessart im W. Unterfrankens mit dem bayrischen Anteil des Odenwaldes bei Amorbach, das Fichtelgebirge in Oberfranken und in der Oberpfalz, der Fränkische Wald an der nördlichen Grenze von Oberfranken, das Rhöngebirge in Unterfranken, endlich der Nürnberger Reichsforst in Mittelfranken. Außerdem finden sich in jedem Regierungsbezirk noch größere Waldkomplexe. Der Bruttogeldwert der jährlichen Produktion an Holz wird auf nahezu 60 Mill. Mk. (24 Mk. pro Hektar) geschätzt. Von der Gesamtwaldfläche sind 849,103 Hektar im Besitz des Staats, 10,154 Hektar Staatsanteilforste, 307,543 Hektar Gemeindeforste, 39,568 Hektar Stiftungsforste, 48,003 Hektar Genossenschaftsforste u. 1,250,360 Hektar im Besitz von Privaten; ferner sind unter anderm 70,319 Hektar mit Eichen, 241,541 Hektar mit Buchen, 734,650 Hektar mit Kiefern, 16,540 Hektar mit Lärchen, 1,166,969 Hektar mit Fichten bestanden.

 

Obwohl der Wildstand in B. wie anderwärts vermindert ist, so liefern die königlichen Leibgehegs- und Regiejagden des Alpengebiets noch immer einen schönen Ertrag. Gemsen werden namentlich bei Berchtesgaden am Watzmann, in der vordern Riß, südlich von Tölz, bei Partenkirchen und bei Oberstdorf gehegt. Edelwild findet sich außer dem Hochgebirge und Algäu fast in allen größern Waldkomplexen vor. Der Rehstand ist am vorzüglichsten in der Rheinpfalz und im Nürnberger Reichswald; nächstdem im Steigerwald, Frankenwald, Fichtelgebirge, im Algäu und Bayrischen Hochgebirge um Ettal, Partenkirchen, Hohenschwangau, Rosenheim und Berchtesgaden. Die Hasenjagden sind am ergiebigsten um München, in den fränkischen Gauen und in der Pfalz. Der Dachs kommt in B. fast allenthalben vor, namentlich in Oberbayern, Schwaben und Aschaffenburg. Biber finden sich nur noch in den Salzachauen. Auerwild kommt fast überall längs des Alpengebirges vor, weniger zahlreich im Bayrischen Walde, dagegen ziemlich verbreitet in der Oberpfalz (bei Tirschenreuth, Weiden), im Nürnberger Reichswald, Fichtelgebirge, in einigen Spessart- und Rhönrevieren, endlich bei Johannesberg im Pfälzer Wald. Haselhühner trifft man in allen Vorbergen der Alpen und des Algäus, im Bayrischen Wald, Fichtelgebirge und Spessart. Schneehühner zeigen sich im Algäu und in den Bergen um Hohenschwangau. Das Steinhuhn ist in B. selten, Rebhühner finden sich in Oberbayern, insbesondere in der Nähe von München und Schleißheim, in Niederbayern, in der Oberpfalz, in Franken sowie in der Rheinpfalz. Fasanen kommen vor in den Isar-, Inn- und Rheinauen. Bären gibt es in B. nicht mehr. Die Wölfe treten nur in manchen Jahren ganz vereinzelt auf. Der Luchs ist in B. verschwunden; die Wildkatze kommt vereinzelt vor, ebenso der Uhu. Adler horsten nur im Hochgebirge.

 

Bergbau. Auch die mineralische Produktion ist ansehnlich. Am wichtigsten sind Kohlen, Eisen und Salz. Man zählte 1882 zur Aufschließung und Gewinnung von Mineralkohlen und Bitumen 29 betriebene Werke, in welchen 3002 Arbeiter 509,117 Ton. im Wert von 4,287,546 Mk. zu Tage förderten. Steinkohle findet sich hauptsächlich in Oberbayern (Miesbach, Hausham, Penzberg, Au bei Aibling, Peißenberg), in der Pfalz (St. Ingbert, Mittelbexbach und im Bezirksamt Kusel) und in Oberfranken (Kronach); Braunkohle in Oberbayern (Großweil), Niederbayern (Kelheim), in der Oberpfalz (Burglengenfeld, Stadtamhof), in Unterfranken (Bischofsheim) und in der Pfalz (Dürkheim). Für Gewinnung von Graphit bestehen in Niederbayern (Bezirksamt Passau) 44 Gruben, die 1882: 2123 T. im Wert von 210,280 Mk. gewannen. Erze (Eisen-, Zink- und Blei-, Kupfer-, Antimon-, Manganerze, Schwefelkies) wurden 1882 in 31 Werken durch 727 Arbeiter 77,183 T. im Wert von 575,790 Mk. gewonnen; Eisenerze am meisten in Oberfranken (Arzberg, Wolfsdorf, Grundfeld und Burkheim), in der Oberpfalz (Amberg, Etzmannsberg, Rosenberg, Krottensee), in Oberbayern (Achthal) und in Schwaben (im Bezirksamt Dillingen). Eine große Zahl von Eisenerzgruben steht übrigens zur Zeit außer Betrieb. Bleierze werden in Mittenwald (Oberbayern), in Freihung (Oberpfalz) und in Wolfersgrün (Oberfranken), Kupfererze in den Ämtern Naila (Oberfranken) und Alzenau (Unterfranken), Schwefelkies in Niederbayern bei Bodenmais zu Tage gefördert. Außerdem gewinnt man Ocker und Farberde 5655 T. (in 45 Werken im Bezirk Eschenbach in der Oberpfalz, bei Battenberg und Neuleiningen in der Pfalz), Porzellanerde (hauptsächlich im Bezirk Tirschenreuth in der Oberpfalz und bei Wunsiedel in Oberfranken), Thonerde 66,923 T. in 105 Werken (bei Stulln, Schwarzenfeld, Ehenfeld in der Oberpfalz, bei Landau und Edenkoben in der Rheinpfalz), Speckstein (bei Töpfersgrün in Oberfranken), Dach- und Tafelschiefer 1428 T. (in Oberfranken in den Bezirksämtern Hof, Naila und Kronach), Schwerspat (in Unterfranken) und Schmirgel (bei Albertsried und Wildenreuth in der Oberpfalz). Auch etwas Gold wird aus der Isar und dem Inn gewaschen (1882: 0,2 kg im Wert von 525 Mk.). Hervorragend ist die Gewinnung von Kalksteinen (100,000 T.); von Basalt in Oberpfalz, Unterfranken und Pfalz (74,000 T.); von Granit (120,000 T.) vorzugsweise in Niederbayern, Oberpfalz, Oberfranken und Pfalz; von Melaphyr in der Pfalz (100,000 T.). Wetzsteine werden in Oberbayern 130 T., Lithographiesteine bei Solnhofen (Mittelfranken) 8000 T. im Wert von 1,130,000 Mk. gewonnen. Für Salz ist der Hauptbezirk im SO., wo sich das Steinsalzwerk Berchtesgaden und die großen Salinen Berchtesgaden, Reichenhall, Traunstein und Rosenheim befinden. Diese vier Salinen nebst denen von Dürkheim und Kissingen produzierten 1882 mit 304 Arbeitern 44,226,7 T. Kochsalz im Wert von 1,965,056 Mk.; der Ertrag des Staatsbergwerks Berchtesgaden an Steinsalz belief sich auf 922 T. im Wert von 23,360 Mk. und 127,000 cbm gesättigte Sole, welche in den vier Salinen versotten wird. Der Bergbau Bayerns wird zum kleinern Teil vom Staat, zum größern von Privatgewerken betrieben. Die Regalität desselben ist durch das Berggesetz vom 20. März 1869 aufgehoben und der Bergbau auf den Standpunkt des konzessionierten Gewerbes gestellt, dessen Regeln der Staat nicht weniger als der Privatmann unterworfen ist. Es bestehen als erste Instanzen die drei Bergämter München, Baireuth und Zweibrücken, als zweite und letzte Instanz das Oberbergamt in München. Die Bergämter Amberg, St. Ingbert und das Berg- und Hüttenamt Bodenwöhr (in der Oberpfalz) sind ausschließlich für den Betrieb und die Verwaltung der dortigen Staatswerke bestimmt. Die General-Bergwerks- und Salinenadministration leitet und verwaltet nur die ihr unterstellten Staatswerke.

 

Unter den zahlreichen Mineralquellen Bayerns, die meist in den Gebirgsgegenden Ober- und Unterfrankens und Oberbayerns liegen, nimmt Kissingen in Unterfranken mit seinen berühmten kohlensäurereichen Kochsalzquellen den ersten Rang ein. Kochsalzquellen befinden sich außerdem in Berchtesgaden, Reichenhall und Rosenheim (Oberbayern), Dürkheim (Pfalz); Schwefelquellen in Kreuth und Kainzenbad bei Partenkirchen (Oberbayern), Abbach und Höhenstadt (Niederbayern), Faulenbach bei Füssen, Tiefenbach und Au bei Sonthofen (Schwaben), Neumarkt in der Oberpfalz (Stahl- und Schwefelquellen), Langenkandel und Freinsheim (Pfalz); Jodquellen in Heilbrunn bei Benediktbeuern und in Tölz (Oberbayern), bei Sulzberg (Schwaben); Eisensäuerlinge in Alexanderbad bei Wunsiedel und Steben (Oberfranken), bei Kondrau und Wiesau (Oberpfalz), zu Kellberg bei Passau (Niederbayern), zu Bocklet und Brückenau (Unterfranken). Berneck (Oberfranken) ist hauptsächlich Molkenkuranstalt.

 

Industrie.

 

B. hatte sich als Glied des Zollvereins, seit 1833, schon in seiner Gewerbegesetzgebung von 1825 und 1862 insbesondere die Aufgabe gestellt, dem kleinen Gewerbe durch Beseitigung des Zunftzwanges die lang entbehrte Entwickelung zu verleihen, bis mit 1. Mai 1868 die volle Gewerbefreiheit eingeführt wurde. Seitdem ist die Industrie Bayerns in einer steten Entwickelung begriffen. Als industrielle Plätze ragen unter den größern Städten hervor: Nürnberg, Fürth, München, Augsburg, Würzburg, Schweinfurt, Zweibrücken, Speier, Kaiserslautern, Ludwigshafen, Baireuth, Hof etc. Ziemlich bedeutend ist die Produktion von Eisen und die Fabrikation von Eisen- und Stahlwaren. Für die Produktion von Roheisen waren 1882: 5 Hochöfen in Betrieb, welche mit 490 Arbeitern 41,110 Ton. Roheisen in Masseln und Gänzen im Wert von 2,086,624 Mk. erzeugten, darunter 3 Werke, welche 1015 T. Eisenguß erster Schmelzung lieferten. Die Hauptwerke für Verarbeitung des Roheisens finden sich in Oberbayern (Achthal), in der Pfalz (St. Ingbert) und in der Oberpfalz (Nittenau, Rosenberg); Hütten für Fabrikation des Stabeisens in der Oberpfalz (Fronberg); für Eisenguß zweiter Schmelzung gibt es außer in Niederbayern Hüttenwerke in allen Landesteilen (darunter die Maxhütte und die Staatshüttenwerke Bodenwöhr und Weiherhammer in der Oberpfalz und Sonthofen in Schwaben), für Eisenblech in Oberbayern (Hammerau) und Pfalz (Kaiserslautern). Im allgemeinen bestanden 1882 für Verarbeitung des Roheisens 17 mit Fabriken verbundene Eisengießereien und 28 sonstige Fabriken, Frisch- und Streckwerke, deren Produktion (bei 2430 Arbeitern) in 89 Kupolöfen 33,397 T. Gußeisen im Wert von 6,532,713 Mk. betrug; 25 Werke für Schweißeisen, welche bei einer Belegschaft von 2076 Arbeitern 76,044 T. Roheisen, 20,387 T. Rohschienen etc. verwendeten und 74,573 T. Schweißeisen im Wert von 11,404,516 Mk. erzeugten, und 1 Stahlwerk, das mit 40 Arbeitern in 2 Bessemeröfen 377 T. Rohstahl, Stahlblöcke, Flußeisen etc. im Wert von 110,839 Mk. produzierte. Messerschmiedewaren werden hauptsächlich in Nürnberg verfertigt; die Näh- und Stricknadelfabrikation blüht in Schwabach (Jahresproduktion 250 Mill. Stück) und Nürnberg, die Fabrikation von Drahtstiften in Nürnberg, Augsburg, Landstuhl und Grünstadt, von Feilen in Nürnberg und Rosenheim. Außerdem werden noch verfertigt aus Eisen und sonstigen unedlen Metallen Kreis- und Längensägen (Augsburg, Nürnberg), feuerfeste Schränke (München, Augsburg, Nürnberg etc.), Füllöfen (München), Waffen (München, Nürnberg, Traunstein), Wagen und Gewichte (Augsburg, Nürnberg), Zinnfolien (Nürnberg, Fürth, Erlangen), Blei- und Zinnspielwaren (Nürnberg, Fürth, Diessen in Oberbayern), Bronzegußwaren (München, Nürnberg), Blattmetalle und leonische Drähte (Nürnberg, Fürth, Schwabach), Glocken (München, Memmingen, Regensburg, Baireuth, Donauwörth, Zweibrücken). Die Metallverarbeitung beschäftigt (1882) 19,900 Selbständige und 34,706 Gehilfen; in Verfertigung von Maschinen, Instrumenten etc. sind 10,142 Selbständige und 18,023 Gehilfen thätig. Die Fabrikation von Waren aus edlen Metallen, z. B. von Feingold und Silber, blüht in Nürnberg, Fürth, München, Schwabach und Augsburg, von Glanzgold in Passau. Kunstgefäße aus Silber und Gold werden hauptsächlich in München und Nürnberg angefertigt. In Beziehung auf die Anfertigung von Maschinen, Werkzeugen, Transportmitteln ist B. gegenüber andern Staaten nicht zurückgeblieben. Für die Anfertigung von Lokomotiven, Lokomobilen, Eisenbahnwaggons etc. bestehen zwölf Etablissements in München, Nürnberg (größtes Etablissement die Maschinenbau-Aktiengesellschaft Nürnberg [vorm. Klett u. Komp.] mit 1400 Arbeitern), Würzburg, Ludwigshafen; für Dampfmaschinen jeder Art in München, Kissingen, Bergen, Zweibrücken, St. Ingbert, Frankenthal, Schönau, Augsburg, Hof, Aschaffenburg, Schweinfurt; für Straßen- und Luxuswagen in München, Kaiserslautern, Speier, Neustadt a. d. Haardt, Kirchheimbolanden; für Brauereieinrichtungen in München, Augsburg, Würzburg etc.; für landwirtschaftliche Maschinen in München, Schleißheim, Bergen, Speier, Augsburg etc.; für Feuerspritzen in München, Landshut, Fürth, Würzburg; für Brückenbaueinrichtungen in München, Nürnberg, Regensburg, Würzburg; für Nähmaschinen in Neustadt a. d. Haardt, Augsburg, Baireuth, Kaiserslautern; für Buchdruckereimaschinen hauptsächlich in Oberzell bei Würzburg, Zweibrücken, Augsburg; für Webereimaschinen zu Kottern in Schwaben; für Brückenwagen in München, Baireuth; für elektrische Beleuchtung in Nürnberg. Für Fabrikation von mathematischen, astronomischen, physikalischen und optischen Instrumenten sind München, Nürnberg, Fürth und Augsburg die Hauptsitze. Hervorzuheben sind hauptsächlich die Fraunhoferschen und Steinheilschen optischen Instrumente, telegraphischen Apparate etc. Brillenfabrikation blüht in Nürnberg und Fürth; die Fabrikation von Uhren (Turmuhren) vorzugsweise in München, Speier, Kaiserslautern und Fürth. Pianofortefabrikation findet sich in München, Würzburg, Baireuth; Orgelbau in Öttingen; Fabrikation von Flöten in München; von Saiteninstrumenten in München, Passau, Nürnberg, Baireuth, Mittenwald und Regensburg. Eine staatliche Gewehrfabrik besteht in Amberg. Im Gebiet der Stein-, Zement- und Thonwarenfabrikation bethätigt sich in B. eine stets fortschreitende Bewegung. Größere Ziegelfabriken bestehen bei München, Augsburg, Baireuth, Bamberg, Ludwigshafen etc.; Fabriken für feuerfeste Ziegel in Schwandorf, Rosenau bei Passau etc.; für Trottoirsteine in Großhesselohe bei München; Zementfabriken finden sich sehr viele im Bezirk Rosenheim, in Miesbach, Staudach am Chiemsee, München etc. Terrakottewaren werden in München, Speier, Schmelztiegel besonders in Obernzell und Hafnerzell in Niederbayern angefertigt. Porzellan- und Steingutwarenfabrikation ist hervorragend in Nymphenburg, Amberg, Hirschau, Regensburg, Kaiserslautern, Rosenau bei Passau, Passau, Lichtenfels, Damm bei Aschaffenburg und Neuburg. Solnhofen ist berühmt durch seine "Solnhofener Steinplatten". Mühlsteine liefern hauptsächlich mehrere unterfränkische Orte (Miltenberg etc.), Neustadt a. d. Haardt, Miesbach, Diessen, Weilheim. Wetzsteine liefert Ohlstadt in Oberbayern. Steinschleifereien (Granit- und Syenitschleifereien) befinden sich im Fichtelgebirge, die hervorragendste ist die in Weißenstadt. Nicht geringe Wichtigkeit hat die Industrie in Glas, sie beschäftigt 594 Selbständige und 4973 Gehilfen. Glashütten (im ganzen 134) sind sehr zahlreich in Niederbayern (bei Grafenau, Kötzting, Regen), in der Oberpfalz (Annahütte und Waldmünchen), in der Pfalz (bei Sulzbach, St. Ingbert, Pirmasens, Trippstadt [Uhrengläser]). Für Fabrikation von Spiegelglas und Spiegeln bestehen in B. viele Fabriken, welche beinahe ihre ganze Produktion nach Fürth liefern, wo sie belegt werden. Das Fichtelgebirge ist der Hauptsitz für die Fabrikation gewickelter Perlen. Optische Gläser werden in Nürnberg, Fürth und München angefertigt.

 

Zur Fabrikation von chemischen Produkten für technische Zwecke bestehen Fabriken in München, Nürnberg, Augsburg, Kitzingen, Regensburg, Kaiserslautern, Ludwigshafen; Ultramarinfabriken namentlich in Nürnberg und Kaiserslautern; für Anilinfarben in Ludwigshafen. Parfümerien werden vorzugsweise in München und Würzburg fabriziert; Fettwaren, Seifen und Öle in München, Würzburg, Nürnberg, Regensburg, Speier und Schweinfurt; Farbwaren in München, Schweinfurt ("Schweinfurter Grün"), Amberg, Regensburg, Augsburg und Dürkheim in der Pfalz. Eine chemische Fabrik für künstlichen Dünger besteht in Heufeld (Oberbayern). Die Holzindustrie Bayerns gründet sich auf die bedeutende einheimische Holzproduktion. Anstalten zum Imprägnieren von Eisenbahnschwellen finden sich in Kirchseeon (Oberbayern) und Schwandorf (Oberpfalz). Parkettfabrikation blüht in München, Regensburg, Kaiserslautern; Möbeltischlerei in Augsburg, Mün-

   

Vor einigen Jahre noch ein Wohn- und Arbeitsort. Zerfällt zur Ruine. Künftige Archäologen werden ihre Freude damit haben...

Irrenanstalt bei Milano

The decay

Der Zerfall bis Juni 1990

 

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