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Holy Stephen Cathedral

Stephans-dom

église Saint-Étienne

Saint-Étienne-du-Mont

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Étienne oder Etienne ist eine französische Variante des Vornamens Stefan sowie ein Familienname.

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Estienne ist eine französische Form von Stefan und der Name von:

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Beispiel:

 

Henricus Stephanus, eigentlich Henry Estienne, (* um 1460; † 1520) war ein französischer Buchdrucker in Paris.

Bis zu seinem Tod hatte er über 120 Werke, überwiegend in lateinischer Sprache und im Format Folium herausgebracht.

 

Sein Sohn Robert Estienne wurde ebenfalls Drucker, sein Enkel Henri Estienne unter demselben Namen.

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Das Wort bedeutete ursprünglich im Altgriechischen Στέφανος „Kranz“; „Krone“ („der Bekränzte“ oder „der Gekrönte“).

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Esteban, Estevan (spanisch)

de.wikipedia.org/wiki/Stefan

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www.saintetiennedumont.fr/

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Paroisse Saint-Étienne-du-Mont, Église catholique de Paris

 

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Saint-Étienne-du-Mont

Die Pfarrkirche Saint-Étienne-du-Mont steht auf dem Montagne Sainte-Geneviève (dt. Hügel der heiligen Genoveva), im 5. Arrondissement von Paris, neben dem Lycée Henri IV und dem Panthéon.

 

Sie ist ein Architekturjuwel der Stadt Paris.

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Die von 1610 bis 1622 in einem Zug errichtete Renaissance-Fassade bildet den Abschluss der Bauarbeiten an St. Etienne du Mont. In ihrem urbanen Stil der katholischen Reform unterscheidet sie sich in ihrem Aufbau deutlich von gotischen Fassaden mit ihrem pädagogisch-katechetischen Stil.

 

Auf Straßenniveau ist ein griechischer Tempel mit vier korinthischen Säulen nachempfunden. Das Relief im Rundbogen über dem Eingang zeigt das Martyrium des hl. Stephanus, dem ein Engel die Märtyrerpalme reicht, während rechts sitzend, Saulus seine Zustimmung zur Steinigung gibt. Im Tympanon thront Christus in seiner Herrlichkeit.

 

Die Steinfiguren der hl. Genoveva von Paris (mit Lamm - kein originäres Symbol) und des hl. Stephanus ersetzen Originalfiguren, die durch die frz. Revolution zerstört wurden.

 

Das mittlere Fassadenniveau ist im römischen Stil gehalten und zeigt in den Figuren die Verkündigung des Engels Gabriel an Maria und über der Rosette die Wappen des Stifters Heinrich IV. (Frankreich). Der spitze Fassadenabschluss kann symbolisch an eine kleine Pyramide oder die Pfeilrichtung gen Himmel gedeutet werden.

 

Die einzige Asymmetrie der Fassade bildet ein kleiner Turm auf der rechten Seite, der auf der linken Seite kein Pendant hat. Er markiert die Grenze der Jurisdiktion des Klosters auf dem Stephanusberg und der des Bischofs von Paris.

 

Die Höhe des Glockenturms wird mit dem Wunsch der Bevölkerung auf geringere Lärmbelästigung begründet. Niedrigere Glockentürme erzeugten in den engen Gassen einen erheblichen Lärmpegel.

Über die Jahrhunderte haben verschiedene Heilige und Selige in St. Etienne du Mont gepredigt: Ignatius von Loyola, Vinzenz von Paul, Johannes Paul II.

Der Lettner von St-Étienne-du-Mont ist er einzig erhaltene in Paris und einer der wenigen in ganz Frankreich, der nicht den Veränderungen des liturgischen Verständnisses gewichen sind.

 

Es wird vermutet, das aufgrund der Veränderung der Liturgie nur eine hintere Rückwand des Lettners entfernt wurde, die Gemeindemitglieder ansonsten aber an ihrem Lettner festhalten wollten. Er besteht aus einer gotischen Struktur mit typisch renaissancistischem Dekor. Die Leidenswerkzeuge der Passion Christi, welche die beiden Engel im Rundbogen in Händen hielten, wurden in der frz. Revolution durch Siegespalme und Siegeskranz ersetzt. Weil auch diese christlichen Symbolen ähneln, wurden sie belassen.

s081 Ansicht von Venedig. 4808 Garten56 Die Gartenlaube Illustrirtes Familienblatt 1856 Redigiert von Ferdinand Stolle u. August Diezmann Jahrgang 1856. Leipzig Verlag von Ernst Keil

 

Vierundzwanzig Stunden in Venedig.

Der geflügelte Löwe von San Marco - das Sinnbild der alten Wunderstadt Venezia - war mir schon aus meinen jüngsten Jahren her ein Pförtner alles Geheimnißvollen und ein Schlüssel der reichsten Phantasie. Der würdige alte Graukopf, mein erster Lehrer in der Wissenschaft alles Geschehenen, mit seinem schiefgezogenen und so lehrreichen Munde, mit seinen humor-belebten Gesichtszügen, die eine große bewegliche Warze auf dem linken Nasenflügel keineswegs abstoßend, sondern nur noch ausdrucksvoller zu machen schien, hatte uns so oft vom geflügelten Löwen der mächtigen Lagunenstadt erzählt, daß die Wunder des Orients, die Schätze Indiens, die Schrecken der Inquisition, die Heldenthaten eines neuen Römerreichs, der Sagenreichthum der Kreuzzüge, die volle Gewalt jener ersten italienischen Landmacht und größten europäischen Seemacht ihrer Zeit, in plötzlicher Erinnerung heute noch in mir chaotisch auftauchen, bei der Vorstellung jenes trotzigen Markuslöwen und bei der Erinnerung an - die hügelreiche Nase des liebevollsten alten Lehrers meiner Kinderjahre.

 

Dieser Nasenflügel und jene Fittige des ehernen Wüstenkönigs auf der Piazzetta von Venedig beschäftigten meine Seele ganz, als von Padua her, in einer wundervollen Juninacht, das gewaltige Dampfroß mich der fabelhaften Seestadt entgegenschleifte, hin über die langgestreckte Lagunenbrücke, einen riesigen Damm von 222 Bögen, wohl die längste Brücke der Welt.

 

Es war eine jener oft besungenen Sternennächte, die das glückliche Italien uns Nordländern zum Feenreiche machen. Der milchweiße Glanz der Sterne, deren man hier Millionen mehr zu erblicken glaubt, als über unsern heimathlichen Wäldern, scheint das Blau der Luft zu verdrängen. Meer und Himmel bilden eine einzige Glorie, wie ein riesengroßer Heiligenschein deucht dem andachtsvoll erhobenen Gemüthe die weite Welt.

 

Das Geräusch des Bahnhofes riß mich aus der Nachempfindung dieses Bildes. Und doch ist das Treiben hier bei weitem nicht dem unseligen Lärmen unserer Bahnhöfe zu vergleichen. Der Italiener, Sohn einer milderen Natur, scheint Hamlet’s: „behandelt Alles gelinde“ nicht aus dem Sinne zu verlieren. Selbst wo er geräuschvoll werden muß, dämpft doch der weiche Laut seiner Sprache, der besonders dem venezianischen Accente eigen, leicht die Härten, und so wird hier sogar das Getöse von Menschenmassen musikalisch.

 

Ermüdet von der langen Fahrt, entriß ich mich jedoch schleunigst dem Gewoge der Menschen, um mich dem Wogen auf den Wogen in die Arme zu werfen. Die Straßen sind nämlich hier meistens mit Wasser gepflastert und Gondeln und Battelli vertreten hier die Stellen von Roß und Wagen. Solcher Gassen, deren Häuser sich schnurgerade aus dem Wasser erheben, hat Venedig 154, selten ist ein schmaler Kai (Uferstraße) vorhanden, der den Fußgängern erlaubt, wie auf einem Trottoir längs des Wassers zu gehen. Die eigentlichen Straßen sind enger als irgend in einer andern Stadt; oft kann man die Häuser zu beiden Seiten mit den ausgebreiteten Armen erreichen, manchmal sogar mit eingestämmten Ellenbogen. Es giebt Gassen von nur zwei Fuß Breite, so daß man nicht einmal einen Regenschirm aufspannen kann, und wenn man Jemandem begegnet, sich an die Wand drücken muß, um ihn vorbeizulassen. Die größte Straße, mit den prächtigsten Kaufläden und Buchhandlungen ausgeschmückt, die Merzeria, den Linden in Berlin und dem Kohlmarkte zu Wien an Pracht nichts nachgebend, mißt gleichwohl nur 4-6 Ellen Breite. Dagegen sind alle Gänge und Wege - bis auf einige entfernt liegende größere Plätze - mit kostbaren Quadersteinen gepflastert. Staub und Schmutz kennt man hier nicht, man kann die ganze Stadt, wie einen Salon, selbst bei schlechtem Wetter, in leichten Schuhen durchwandern: woher es kommt, daß der Venezianer bis auf den heutigen Tag nicht gewöhnt ist, Stiefeln zu tragen.

 

Eine Todtenstille umfing mich, als meine Gondel in den ersten Kanal der Stadt eingelenkt, Nacht über mir, Nacht unter mir. Sanft wiegte mich der leichte Nachen. Der Gondolier verrichtete schweigend sein geräuschloses Geschäft. Zurückgelehnt in die Polstersitze des schwarzbehangenen Häuschens, welches sich auf jeder Gondel zu befinden pflegt - ein altes Luxusgesetz, das längst zur Nationalsitte geworden, erlaubt den Gondeln nur die schwarze Farbe, bis auf den Fußteppich, der bunt sein darf - fuhr ich auf den schwarzen Wogen dahin, die nur im Fahrwasser mit grünlichen Flammen leicht phosphoreszirten, die einzigen lichten Punkte in diesem schwarzen Gemälde. Es war beinahe unheimlich. Keine Spur von Leben. Der Nachtwind wehte ungehört über diese Tiefe, die er nicht erreichte. Kein Baum, kein Zweig, kein Blättchen erzitterte in dieser steinernen Gruft. Wie Schatten schwebten stumme Gondeln an uns vorüber. Nur selten ein dumpfgedehntes „Eh!“ vernahm ich, die Warnung des umlenkenden Barcariols. Als ob mich Charon über den Styx führe, so ein Todesgrauen durchbebte mich auf diesem feuchten Pfade. Unwillkürlich griff ich mir in den Mund, um den Obolos herauszunehmen, welchen die Griechen ihren Todten für den unterirdischen Fährmann auf die Zunge zu legen pflegten.

 

Doch ein heller Schein versetzte mich plötzlich unter die Lebenden. Flügelthüren öffneten sich an einem mächtigen Palaste, und die blendenden Marmorstufen warfen den Schein von Windlichtern und Fackeln zurück. Festlich geputzte Damen und Herren bewegten sich die Stiegen herab, und die Barcariri stießen vom Ufer. Ein großer Brückenbogen, durch den mein schwarzer Nachen pfeilschnell dahinfuhr, entzog mir das Bild des blühenden Lebens, und starre Nacht tödtete mir wie zuvor plötzlich den geblendeten Blick. „Ein Bild unsers Erdendaseins!“ rief es in mir, und Goethe’s Distichen klangen in meinem Gedächtniß wieder:

 

„Diese Gondel vergleich’ ich der sanft einschaukelnden Wiege

und das Kästchen darauf scheint ein geräumiger Sarg.

Recht so! Zwischen der Wieg’ und dem Sarge wir schwanken und schweben

Auf dem großen Kanal sorglos durch’s Leben dahin.“

 

Den letzten Pentameter stoppelte ich mit Mühe in der Rumpelkammer meines Hirns zusammen, was mich aus meinen stoischen Philosophemen herausriß. Ein leiser Stoß meines Wasserrosses vollendete diese Thatsache. An einer breiten Treppe legte die Barke an; ich erstieg die Riva und fand mich bald in meinem Albergo, nach kurzer Stärkung des Magens die Ruhe der Nacht zu genießen.

Der erste Eindruck Venedigs war so befremdlich und mächtig gewesen, daß die ganze Nacht hindurch mein Geist damit beschäftigt war, und in schnell wechselnden Bildern die Geschichte der alten Republik berundschaute. Ich sah, wie in grauen Zeiten, vor Attila’s Alles verheerenden Hunnenschaaren, Flüchtlinge der Veneter sich auf die Laguneninseln des adriatischen Meeres retten, und mit unendlicher Mühe Jahrhunderte hindurch dem treulosen Sand- und Schlammboden, ja selbst dem Meere und den sumpfigen Lagunen, festen Boden abgewinnen, indem sie ganze Wälder von Pfählen einrammen. Wie sich ihre Vereinigung zu Gemeinden und Völkerschaften ausdehnt, die sich als Republik zusammen thun, und schon im 8. Jahrhundert einen Herzog, Dux oder Dogen, wählen. Diese Wahlfürsten sah ich zu Gerichte sitzen und in jener gewaltsamen Zeit, wo Geld theuer, Blut aber wohlfeil war - ganz im Gegensatz zu spätern Jahrhunderten - ohne Weitläufigkeit Prozesse schlichten und öffentlich Recht sprechen. Wie dann Parteiungen den Staat zerwühlen, Familienfehden und Bürgerkriege das eigene Fleisch des Staatskörpers verzehren. Lange Reihen von Dogen zogen kopflos an mir vorüber; denn selten starb einer natürlichen Todes. Die demokratische Form unterliegt nach und nach den Uebergriffen der mächtiger und reicher werdenden Herzoge und der Vornehmen, Nobili, die ihre Familien in das berühmte Goldene Buch eintragen lassen, und der Verfassung den Charakter der aristokratischen Oligarchie aufprägen. Die Schifffahrt, und nach ihr die Handelsmacht der Republik, sehe ich sich ausdehnen und den großen Dogen Heinrich Dandolo, der mit neunzig Jahren und blind die Regierung übernahm, mit den kreuzfahrenden Franzosen in Gemeinschaft, Konstantinopel erobern. Der Staat wird immer reicher, erlangt durch Kauf und Eroberung immer mehr Besitzungen, auch auf der Terra ferma von Italien, so daß die Dogen unter andern den kuriosen Titel annehmen: „Herren von anderthalb Viertheilen des ganzen römischen Reichs.“ Immer weiter tragen die Venetianer ihre Waffen, ihre Münzen, bis sie im 14. und 15. Jahrhunderte den Glanz des alten römischen Reichs über ihre Republik verbreiten. Wie in ersterem, wurden auch hier nach und nach die Sitten milder, Künste und Wissenschaften blühten auf, und schienen ein Monopol dieses prächtigen Staates zu einer Zeit, wo ganz Europa in Barbarei verfallen war. Aber die Sittenverderbniß des alten Rom kehrte auch in dessen Nachbildung, der üppigen Venezia, ein und zerstörte die Lebenskraft. Als nun vollends die Entdeckung Amerika’s und des Seewegs nach Ostindien, um Afrika herum, Venedig seinen ergiebigsten Handel mit Indien entzog, als die wilden Osmanen Konstantinopel genommen und dem Freistaate seine blühendsten Provinzen geraubt, Cypern, Candia, Morea etc., da war die stolze Kraft auf immer gebrochen. Schlemmerei und Tyrannei entmannte die römergleichen Veneter je mehr und mehr, die Republik vegetirte nur noch ein neutrales Leben dahin, dem, obwohl wieder erst nach Jahrhunderten, der Geist der französischen Revolution durch Bonaparte den Garaus machte. Vierzehn Jahrhunderte hatte die Republik bestanden, als sie sich am 12. Mai 1799 ohne Schwertstreich ergab, und der letzte Doge sammt dem Großen Rathe abdankte. Nach der französischen Herrschaft die eine heilsame Regeneration der verdorbenen Nation mit sich zu führen schien, kam Venedig unter die Botmäßigkeit Oesterreichs (seit dem Pariser Frieden von 1814), und - harrt nun vertrauend auf die Rückkehr seiner ehemaligen Pracht und Größe.

 

Da spiegelte sich der erste Schein der Morgendämmerung am Plafond meines Schlafzimmers; eiligst erhob ich mich, um die wenigen Stunden, die mir vergönnt waren, in Venedig zu verweilen, zur Betrachtung dieser Zauberstadt recht zu nützen. Dem vorgefaßten Plane gemäß begab ich mich, wie wohl die meisten Fremden, zunächst nach dem Markusthurme. um 1250 vollendet, erhebt sich derselbe schlank und frei aus dem Boden heraus, 335 Fuß hoch. Ein bequemer Gang ohne Stufen führt hinauf bis auf die Gallerie.

 

Welches Panorama beftürmt hier den trunkenen Blick! Da liegt zu meinen Füßen die triangelförmige Stadt, wie ein Floß anzuschauen, auf dem ein kleines Paris steht. 15,000 Häuser, Hunderte von Thürmen und Minarets, 41 freie Plätze. Dazwischen blinken die Kanäle mit 450 edlen Brücken übersäet. Sechs Häfen mit Tausenden von Schiffen, Schanzen und Batterien, mehr als hundert kleinere und größere Inseln, herrlich bebaut mit Ortschaften und himmlischen Gärten, zeigen sich der Stadt zunächst in den Lagunen verstreut, zumal gegen Süden. Oftwärts unterscheidet man deutlich die Küste des adriatischen Meeres, im Westen das lachende Grün der Ebene von Padua, nördlich, hinter einer weiten Landschaft, erglänzt mit beschneiten Gipfeln die Kette der Alpen. Wendet man von der wundervollen Fernsicht das Auge auf die nächsten Gegenstände, so ist es die uralte Markuskirche mit ihren fünf weißblinkenden orientalischen Kuppeln, welche die Blicke fesselt, neben ihr der riesige Dogenpalast mit den beiden prächtigen Prokuratien, die zusammen den Markusplatz einfassen, endlich das auf demselben sich bewegende ameisenartige Gewimmel der zwerghaft zusammengeschrumpften Menschen. An den Markusplatz rechtwicklicht stößt die Piazzetta, ein kleinerer Platz, der zwischen zwei hohen rothen Granitsäulen, die der Doge Ziani aus Griechenland hierher gebracht, und worauf sich der geflügelte Löwe von San Marco und die Statue des heiligen Theodor befinden, die Aussicht auf den Hafen eröffnet. Fast bestürzt von der Pracht dieses Anblicks stieg ich auf den Markusplatz hernieder. Neues Staunen ergriff mich hier! Es ist kein Markt, keine Straße, sondern ein Salon von 680 Fuß Länge und 550 Fuß Breite. Er ist mit großen Marmorplatten belegt und ringsum von den großartig schönsten Gebäuden und Arkaden geschmückt. Keine Stadt der Welt bietet so reichhaltige und vollkommene Muster der Architektur, wie Venedig.

 

Hier allein kann die Geschichte der Baukunst vom ersten Wiederaufleben derselben bis zur Epoche ihrer glänzendsten Höhe studirt werden. Freilich hat Venedig in dieser Kunst auch die größten Meister aufzuweisen. Zu einer und derselben Zeit concurrirten hier Baumeister, wie: Vignola, Sansovino, Palladio, Scamozzi und Antonio da Ponte! Während die Malerei außer dem großen Titian, Tintoretto, Paul Veronese und Giorgione wenig bedeutende Namen aufzuweisen hat und die Bildhauerkunst nur einen Canova erzeugte. - Zwei Seiten des Platzes begrenzen die alten und neuen Procuratien (Administrationsgebäude), an der dritten erhebt sich der wundervolle Dogenpalast, und an der gegenüber befindlichen offenen die Markuskirche mit ihren Portalen, Kuppeln und Thürmen, davor die drei großen Standarten, die ehemals die Fahnen der drei Königreiche Candia, Cypern und Morea trugen, jetzt mit Oesterreichs Farben bezeichnet. Ueber dem Portale der Kirche stehen jene vier korinthischen, aus Erz gegossenen, vergoldeten Rosse, welche einst durch Nero aus Griechenland nach Rom, durch Constantin nach Constantinopel, und 1204 durch den Dogen Dandalo nach Venedig gebracht wurden. Napoleon brachte sie nach Paris, von wo sie 1814 auf ihren alten Stand an der Markuskirche zurückkehrten. Die letztere selbst gehört zu dem Kostbarsten und Wunderreichsten, was die Erde bietet; selbst die Peterskirche in Rom verdunkelt sie nicht. Der Schatz der Kirche birgt nicht nur das ursprüngliche Evangelium St. Marci, vom Zahn der Zeit bis beinahe auf den letzten Buchstaben zernagt, sondern der Sage nach selbst die irdischen Ueberreste des heiligen Evangelisten, die man in den Kreuzzügen aus Alexandrien geraubt. Der im Jahr 967 begonnene Tempel selbft bietet ein seltsames Gemisch byzantinischer, gothischer und italienischer Bauart. Die Decke der Vorhalle ist ganz mit Mosaik ausgelegt. Drei bronzene Thüren mit eingelegten Arbeiten aus Silber führen in das Innere, wo der wellenförmige

 

Fußboden von Jaspis und Porphyr Thiere, Bäume und Hieroglyphen darstellt. Ueber demselben erhebt sich ein Wald von kostbaren Säulen, deren Zahl im Ganzen auf 500 angegeben wird. Das Gewölbe, die Kuppeln, alle sind von Mosaik, die Altäre und Kapellen mit Gold, Silber und Edelsteinen überladen; nicht eine Zierrath, keine Arabeske in dem weiten Raume, die sich wiederholte. Es bringt eine feenhafte Wirkung hervor, ähnlicher einem Palaste aus „Tausend und eine Nacht“ als einem Gotteshause der Christen.

 

Der alte Dogenpalast, ein maurisch-gothisches Riesengebäude, zur Zeit der Republik Residenz des Staatsoberhauptes, Rathskammer und Staatsgefängniß, enthält jetzt fast nur Kunstmufeen und Bibliotheken, deren Schätze ich ungenossen vorübergehen lassen mußte. Eine sogenannte Riesentreppe im Innern führt an dem höllischen Löwenrachen vorüber, in welchen man nur einen Zettel zu stecken brauchte, um den darauf Bezeichneten dem sichern Verderben preiszugeben. Aus dem ersten Stockwerke des Gebäudes führt eine bedeckte Gallerie, „die Seufzerbrücke,“ über einen Kanal in die gegenüberliegenden Staatsgefängnisse, die berüchtigten „Bleidächer (piombi)“, deren Scheidewände jetzt gestürzt sind, und die unterirdischen feuchtmoderigen Kerker (pozzi, Cisternen), die nunmehr mit Schutt ausgefüllt sind. Aehnlich dem Kaiser von China, dessen Thron unmittelbar auf den strengsten Staatsgefängnissen stehen soll, befanden sich die tyrannischen Machthaber Venedigs hier in nächster Nähe der bedauernswerthesten Opfer ihrer Justiz.

 

Von der Pracht und den Schrecken dieser merkwürdigen Orte tief ergriffen, zog ich mich in eines der Kaffeehäuser am Markusplatze zurück, um, bevor ich eine Rundreise zu Wasser um die Stadt unternahm, an einer Semada mich zu erquicken, einem mandelmilchähnlichen Getränk aus gestoßenem Melonensaamen und Wasser mit Zucker.

 

Ich ergößte mich an dem lärmenden Gewirre aller Stände und Nationen, die hier im Herzen der Lagunenstadt zusammentreffen. Verkäufer riefen ihre Waaren aus. Ein fliegender Buchhändler bot mir eine nova bellissima Caozonetta an - es war der Text einer Rossinischen Arie. Auf mein Bemerken, daß ich die Weise dazu nicht kenne, erbot er sich, mir dieselbe so lange vorzusingen, bis ich sie behalten. Ein italienischer Zug, dem man häufig begegnet. Schöne Damen in reizender Tracht promenirten und sprachen unverholenes Verlangen in ihren Blicken aus. Ihr schönen Kinder des Südens verblühet ungenossen! Die Pflicht treibt mich vorwärts und ruft mir zu, wie Mephisto Fausten am Hochgericht: „Vorbei, vorbei!“

 

An der Piazzetta , wo die Hauptstation der Gondoliere ist, war ein Fahrzeug bald gemiethet; ich warf mich hinein und fuhr, mit meinem Führer, rechts ab den Hafen entlang in den Kanal Grande, den Corfo Venedigs, eine prachtvolle Wasserstraße, welche die Stadt in Form eines S durchzieht, sie in zwei Hälften theilend. Die prächtigsten Paläste der alten Nobili imponiren uns hier zu beiden Seiten, und die Geschichte der alten Stadt redet mit steinernen Zungen zur Gegenwart. Leider daß viele der hohen Häuser verödet sind, die Fenster mit Bretern vernagelt, oder mit den Lumpen der Armuth verhängt.

 

Inmitten der Stadt ist der Kanal Grande von der berühmten Rialtobrücke überdämmt. Ein wahrhaft kühnes Bauwerk! Ein einziger Bogen von 70 Fuß Spannung und nur 30 Fuß Höhe trägt die 148 Fuß lange und 43 Fuß breite Brücke, zu welcher 50 Stufen hinaufführen. Fünf Baumeister, darunter Palladio, bewarben sich um die Ehre, sie erbauen zu dürfen. Antonio da Ponte mit seinem so einfachen als kühnen Plane trug den Sieg davon. - Niemand hat Venedig recht gesehen, der es nicht zu Wasser nach allen Richtungen durchschiffte. Mit jeder Wendung der Gondel entdecken wir neue Reize, entfaltet sich ein neues Blatt der Geschichte. Der Canalazzo oder Kanal Grande interessirte mich so sehr, daß ich wieder zurückfuhr, ihn nochmals zu durchlaufen. So kehrte ich wieder zur Piazzetta, meinem Ausgangspunkte. Den Wasserweg nach Osten verfolgend, staunte ich das bunte Leben der Riva degli Schaivoni (Kai der Leibeigenen) an, über den mehrere Brücken nach einem, von Napoleon angelegten, öffentlichen Garten führen, dem einzigen Punkte, wo der Veneter sich in der freien Natur unter Baumen ergehen konnte - wenn er es nicht vielmehr vorzöge, jedes freie Stündchen auf dem Markusplatze zu verbummeln. Weiterhin befindet sich das große Arsenal vor dem

die beiden berühmten Löwen aus dem Hafen Athens stehen. Das colossale Innere sah ich nicht; doch soll es mehr wie alles Andere die Größe und den Verfall der Republik predigen.

 

Staunenswerth sind die Murazzi, ungeheuere Dämme, welche zum Schutz gegen die Meereswellen aus großen Steinblöcken treppenartig in einer Breite von 52 Fuß und in einer Länge von zwei deutsche Meilen erbaut wurden. Sie tragen die stolze Inschrift: „Ausu romano, Aere veneto“ (mit römischer Kühnheit und venetianischem Gelde).

 

Außer der Markuskirche besitzt Venedig noch eine Menge anderer Tempel, wo man neben den Werken der Bildhauerkunst und Malerei auch die Geschichte der Republik an den Denkmälern ihrer großen Kriegs- und Friedenshelden studiren kann. Leider neigte sich der Tag schon zum Ende, nur flüchtig hatte ich die Prachtkirche SS. Giovanni e Paolo betrachten, nur aus der Ferne die Kirche del Redentore auf der Insel Gindecca, die Franziskanerkirche, die Confraternita S. Rocco sehen, und den großen Reichthum der Kunstwelt Venedigs ahnen können, den der würdige Winkelmann noch über Roms Kunstschätze stellt. Mit Wehmuth sah ich die Sonne sich neigen und die zugemessenen Stunden fliehen.

 

Schon läuteten alle Glocken mit feierlichen Klängen das Ave Maria ein, als ich, das Bild der Wunderstadt noch einmal ganz zu genießen und die südliche Sonne, von der ich nun Abschied nahm, noch einmal scheiden zu sehen, meine Gondel weit hinaus in die Lagune rudern ließ.

 

Meine Seele war in wirren Träumen schon nach der fernen Heimath vorausgeschwebt, als der Gondolier das Schiffchen wandte. Welch´ ein zauberisches Bild sich da dem Auge darbot!

 

Die Sonne war hinter den vizentinischen Bergen hinabgestigen, große veilchenblaue Wolken durchzogen den Himmel über Venedig. Der Thurm des St. Markus, die Kuppeln von Santa Maria und die Pflanzschule von Thurmspitzen und Minarets, welche von allen Punkten der Stadt sich erheben, zeichneten sich als schwarze Stacheln gegen den glänzenden Ton des Horizonts ab. Der Himmel ging durch eine wunderbare Abstufung der Schattirung vom Kirschroth bis zum Blau des Schmelzes über; und das Wasser, ruhig und eben, strahlte den Wiederschein dieses unendlichen Regenbogenschimmers aus seiner klaren Tiefe zurück. Unter Venedig erschien es gleich einem kupferrothen Spiegel. Niemals hatte ich etwas Schöneres gesehen. Diese schwarze Silhouette, zwischen dem glühenden Himmel und dem flammenden Wasser wie in ein Feuermeer geworfen, nahm jene erhabene Abweichung von der Architektur an, welche der Dichter der Offenbarung wohl auf den sandigen Ufern von Patmos schimmern sah, als er sein neues Jerusalem träumte, das er einer schönen Gemahlin nach der Nachtwache verglich. Nach und nach verdunkelten sich die Farben, die Umrisse wurden bestimmter, die Farben geheimnißvoller. Venedig nahm den Anblick einer unendlichen Flotte an, dann den eines hohen Cypressengehölzes, worin die Kanäle sich wie große silberne Sandwege vertieften.

 

Von dem Entzücken des Anblicks ermattet senkte sich mein Augenlid, eine wonnige Melancholie ergoß sich über meine Seele, die, in Vergessenheit aller Trübsal der Gegenwart, von Bildern einer großartigen Vergangenheit umgaukelt ward und noch einmal den hingeschwundenen bunten Traum träumte von Venedigs alter Herrlichkeit.

 

Das waren köstliche vierundzwanzig Stunden, der schönste Punkt einer mehrmonatlichen Reise. Venedig hat noch keinen Besucher unbefriedigt entlassen. Kann es auch mit seinem früheren Pomp, den glänzenden Volksfesten, dem Carneval, dem prächtigen Bucentoro (jener goldschimmernden Barke, auf welcher der Doge nach seiner Erwählung hinausfuhr auf die Lagunen, um dem Meere vermählt zu werden, damit es ihm unterthan sei, wie ein Weib), den alten Regatten (großen Schiffswettrennen) nicht mehr aufwarten, und sah ich auch von seinen verborgenen Reizen, jenen hervorragenden und reichhaltigen Kunstschätzen, nicht den hundertsten Theil: allein und einzig der Anblick jenes zuletzt geschilderten Einbruchs der Nacht war nicht nur ein unvergeßlicher Genuß für mich, sondern noch in der Erinnerung wirkt diese himmlische Natur erwärmend und gewissermaßen poetisch belebend in mir nach, wie kaum ein zweites Erlebniß meiner Reisen.

Anıtsal kapı ve Vespasian anıtı / Monumental gate and Vespasian monument

 

Tiyatronun yanında bulunan anıtsal kapı, Roma döneminde Side'nin merkezine uzanıyordu. Bugün bile şehrin tarihi kısmına giden trafik bu kapıdan geçiyor. Bu kapının bitişiğinde ve MS 4. yüzyıl surları tarafından desteklenen zarif bir bina muhtemelen İmparator Vespasian'ın onuruna dikilmiştir.

Anıtsal kapının şu anki yüksekliği 13,5 metredir, ancak eski zamanlarda yapı çok daha yüksekti. Kapının üstündeki saçaklık, bir zamanlar büyük olasılıkla dört atın çektiği bir quadriga veya iki tekerlekli bir vagonu temsil eden heykeli destekliyordu.

MS 4. yüzyılda kapının kemeri kısmen duvarla çevrilmiş ve surlarda şehre erişim sağlayan daha küçük bir açıklık bırakılmıştır. Halen bu duvarın bazı parçaları ayaktadır, ancak Side'ye girişi kolaylaştırmak için parçası yıkılmıştır. Buna rağmen, anıtsal kapı, özellikle gelen antrenör partileri için hala yerel iletişimde bir darboğazdır.

Vespasian anıtı, arşitravına yerleştirilen yazıt nedeniyle bugünkü adını almıştır. Bu yazıt, anıtın İmparator Vespasian onuruna dikildiğini bildirmektedir. Yapı 5,4 metre yüksekliğinde ve 6,4 metre genişliğindedir. Merkezi, yarı oval bir niş ve yanlarına yerleştirilmiş aediculalardan (küçük tapınaklar olarak hizmet veren nişler) oluşur. Merkezi nişte bir zamanlar İmparator Vespasian'ın heykeli durdu ve sol ve sağ aediculalar kadın figürlerinin heykelleriyle süslendi. Aediculae'nin önünde iki sütun ve arkada iki yarım sütun vardı. Sütunlar Korinth düzeninde yapılmıştır.

Anıtın sol tarafındaki aedicula çok daha iyi durumda. Tüm nişler üçgen alınlıklarla kaplanmış ve orta alınlık Medusa başı ile süslenmiştir. Vespasian anıtı sadece dekoratif ve dini işlev görmekle kalmadı, aynı zamanda bir çeşme işlevi gördü. Pişmiş toprak borular şehrin ana su kemerinden bu yapıya su getirmiştir.

 

The monumental gate, situated next to the theater, led in Roman times to the center of Side. Even today, traffic to the historical part of the town passes this gate. An elegant building, adjacent to this gate and supported by the ramparts of the 4th century AD, was probably erected in honor of Emperor Vespasian.

The current height of the monumental gate is 13.5 meters, but in the ancient times the structure was much higher. The entablature above the gate once supported the statue representing, most probably, a quadriga or a two-wheeled wagon drawn by four horses.

In the 4th century AD the arch of the gate was partially walled up, and a smaller opening was left in the ramparts, allowing access to the city. Currently, some fragments of this wall are still standing, but its part was demolished in order to facilitate the entry into Side. Despite that the monumental gate is still a bottleneck of local communication, especially for the incoming coach parties.

The Vespasian monument got its current name because of the inscription placed on its architrave. This inscription informs that the monument was erected in honor of Emperor Vespasian. The structure is 5.4 meters high and 6.4 meters wide. It consists of a central, semi-oval niche and to aediculae (the niches that served as small shrines) placed on its sides. In the central niche once the statue of Emperor Vespasian stood, and the left and right aediculae were decorated with the statues of female figures. The aediculae had two columns at the front and two half-columns at the rear The columns were made in the Corinthian order.

The left-side aedicula of the monument is in much better state of preservation. All niches were topped with triangular pediments and the central pediment was decorated with the head of Medusa.

The Vespasian monument played not only decorative and religious function, but also served as a fountain. Terracotta pipes brought water to this structure from the main aqueduct of the city.

 

April 1993.

Film: Fuji Velvia 50 ASA.

Camera: PENTAX LX.

Lens: Tamron 24mm.

Exposure: f/11, 1/125 sec.

Corinthia, Corinth. Stater circa 515-480, AR 8.64 g. Pegasus flying r.; below []. Rev. Head of Athena r., wearing Corinthian helmet; around, linear frame. All within partially incuse square. Ravel –, cf. P66 and T73. Dewing 1712 (this reverse die). BCD Korinth 15. Kray-Hirmer pl. 152, 481 (these dies).

Rare and in exceptional condition for the issue. A portrait of fine Archaic style

perfectly centred on a full flan, light iridescent tone and extremely fine

 

Privately purchased from Spink & Son in 1991 and from the Harald Salvesen collection.

 

NAC114, 192

Neue Aula =

main University building in Tübingen , Tubinga Germany

cast iron fountain

Gussseiserner Springbrunnen nach historischem Vorbild

 

2. Brunnen,

Blick von der Bibliothek aus gesehen!

Geschwister-Scholl-Platz 1, 72074 Tübingen

Die Fenster des ersten und zweiten Stockwerks, die sich über dem Haupteingang befinden, sind deutlich breiter und höher als die anderen und dreigeteilt durch vier Pilaster mit ionischen im ersten und vier Pilastern mit korinthischen Kapitellen im zweiten Stockwerk. Hierbei handelt es sich um eine Superposition.

 

location

Places / Germany / Baden-Wurttemberg / Tubinga

 

Taken on July 14, 2012 at 7.26am CEST

 

build MDCCCXXXII , 1832

M 1000

D 500

C 100

C 100

C 100

X 10

X 10

X 10

I 1

I1

-

Exif data

Camera Nokia Lumia 800

Exposure 1/2024 sec

Aperture f/2.2

presets

 

ISO Speed100

FlashOn, Fired

  

Eberhard Karls Universität Tübingen

 

de.wikipedia.org/wiki/Neue_Aula_Tübingen

 

Die Neue Aula wurde in den Jahren 1841 bis 1846 nach Plänen von Gottlob Georg Barth (1777–1848) erbaut. Auftraggeber war die Universität Tübingen, die damals ein neues Universitätszentrum mit verschiedenen Hörsälen und einer großen Festhalle benötigte. Die Einweihung erfolgte bereits im Jahr 1845, obwohl das Gebäude noch nicht ganz fertiggestellt war. 1928 bis 1932 erfolgte der Anbau des nordwestlichen Teils mit umfangreichem Umbau der Innenräume. Heute ist in der Neuen Aula die juristische Fakultät der Universität Tübingen untergebracht.

3120 R Korinthj Corinth Canal Hellas Grčka Greece Corinth Greek Κόρινθος Kórinthos Corinthia Peloponnese Publisher: Sotiris Toumpi -- 3 Korinnis -- Athens 214 10. IX. 1981. za Antun Pajnić Rijeka Printed Sotiris Toumbis

 

The Corinth Canal, carrying ship traffic between the western Mediterranean Sea and the Aegean Sea, is about 4 kilometres (2.5 mi) east of the city, cutting through the Isthmus of Corinth that connects the Peloponnesian peninsula to the Greek mainland, thus effectively making the former an island. The builders dug the canal through the Isthmus at sea level; no locks are employed. It is 6.4 kilometres (4.0 mi) in length and only 21.3 metres (70 ft) wide at its base, making it impassable for most modern ships. It now has little economic importance.

 

The canal was mooted in classical times and an abortive effort was made to build it in the 1st century AD. Construction finally got underway in 1881 but was hampered by geological and financial problems that bankrupted the original builders. It was completed in 1893, but due to the canal's narrowness, navigational problems and periodic closures to repair landslips from its steep walls, it failed to attract the level of traffic anticipated by its operators. It is now used mainly for tourist traffic.

 

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De museumtrein van Korinth naar Faaborg komt uit de bosrijke omgeving bij Lucienhøj.

Locomotief ML 12 (Frichs 1952) van de de Deense Syd Fyenske Veteranjernbane (SFvJ) wordt hierbij ingezet. De SFvJ exploiteert een museumlijn van 12,5 kilometer tussen Faaborg en Korinth, op Funen (Fyn).

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Schloss Schwetzingen ist ein Schloss in Schwetzingen, das vor allem den pfälzischen Kurfürsten Karl Philipp und Karl Theodor als Sommerresidenz diente. Bekannt ist in erster Linie der im 18. Jahrhundert angelegte Schlossgarten. Jährlich finden im Schloss die Schwetzinger Festspiele und alle zwei Jahre das Lichterfest statt.

 

Inhaltsverzeichnis

 

1 Geschichte

2 Weltkulturerbe

3 Schloss

3.1 Innenräume

3.2 Zirkelbauten

3.3 Theater

3.4 Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen

4 Garten

4.1 Französischer Garten

4.2 Englischer Garten

4.3 Arboretum

4.4 See

4.5 Bauten

4.5.1 Merkurtempel

4.5.2 Minervatempel

4.5.3 Apollotempel

4.5.4 Tempel der Waldbotanik

4.5.5 Badhaus

4.5.6 Wasserspeiende Vögel

4.5.7 Perspektiv

4.5.8 Orangerie

4.5.9 Moschee

4.5.10 Römische Wasserleitung

4.5.11 Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)

4.6 Landschaftsschutzgebiet

5 Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses

6 Siehe auch

7 Literatur

8 Film

9 Weblinks

10 Einzelnachweise

 

Geschichte

 

Das Schwetzinger Schloss wurde im Jahr 1350 zum ersten Mal als Feste urkundlich erwähnt. Es handelte sich um ein mittelalterliches Wasserschloss. 1427 kam es in den Besitz des Kurfürsten Ludwig III. In der Folgezeit wurde es mehrfach umgebaut, diente als Jagdschloss und wurde gegen Ende des Dreißigjährigen Kriegs zerstört. Kurfürst Karl Ludwig ließ das Schwetzinger Schloss für seine Geliebte Luise von Degenfeld wieder aufbauen. Während eines Besuchs im August 1656 hatte er den Einwohnern von Schwetzingen bereits befohlen, sämtlichen Schutt wegzuräumen, wobei aufgelesene Trümmerteile wie Steine, Hölzer und „altes Eisenwerk“ bei den Untertanen zur eigenen Verwendung verbleiben durften. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde das Schloss erneut zerstört, die Grundmauern blieben allerdings stehen.

 

Karl Philipp

 

Karl Theodor

 

Seine heutige Form erhielt das Schloss auf Befehl des Kurfürsten Johann Wilhelm, der in Düsseldorf regierte. Dieser ließ es unter Leitung des Grafen Matteo Alberti – der Erbauer des Schlosses Bensberg – von dem Heidelberger Baumeister Johann Adam Breunig umbauen und durch zwei Flügelbauten wesentlich vergrößern. Das Bauwerk wurde in mehreren Bauabschnitten ab dem Jahre 1697 errichtet und ausgebaut. Im Jahr 1752 wurde eine Gartenerweiterung auf dem damals rund 70 Hektar großen Areal vorgenommen. Im gleichen Jahr wurde auch das Schlosstheater eröffnet. Obwohl das Schloss seit der Verlegung der Residenz des Kurfürsten Karl Theodor von Mannheim nach München im Jahr 1778 kaum mehr benutzt wurde, wurde in der Folgezeit am Garten weiter gearbeitet.

 

Unter Karl Theodor war Schwetzingen Sommerresidenz: Die Hofhaltung wurde in den warmen Monaten von Schloss Mannheim nach Schloss Schwetzingen verlegt. Die Schlichtheit der Wohnungen des Kurfürstenpaares und eine größere Informalität der Umgangsformen waren Ausdruck eines vorgeblich einfacheren, unbeschwerten „Lebens auf dem Lande“.

 

An der künstlerischen Ausgestaltung von Schloss und Garten waren nahezu alle am Hof in Mannheim beschäftigten Künstler beteiligt. Dazu gehörten Alessandro Galli da Bibiena und Peter Anton von Verschaffelt. Der Lothringer Nicolas de Pigage war Intendant der Gärten und Wasserkünste sowie der bestimmende Architekt in der Karl-Theodor-Zeit. Pigage erweiterte den Garten in allen Stilwandlungen der Zeit. Der Zweibrücker Hofgärtner Johann Ludwig Petri plante das Hauptparterre und den Zirkel des französischen Gartens. Der erste Hofgärtner, van Wynder, wurde aus Kassel nach Schwetzingen berufen.

 

Der zweite Hofgärtner war Johann Wilhelm Sckell, ein Hauptmitarbeiter Pigages. Sein Sohn Friedrich Ludwig Sckell wurde 1804 nach München berufen, wo er den Englischen Garten anlegte. Der erste badische Gartenbaudirektor war Johann Michael Zeyher, der den Flieder in Schwetzingen einführte.

 

Schloss Schwetzingen zählt heute zu den landeseigenen Monumenten und wird von der Einrichtung Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg betreut. Der Garten ist gegen Eintritt öffentlich zugänglich, Schloss und Theater können im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

Weltkulturerbe

 

Im September 1999 meldete Deutschland Schwetzingen in der bei der UNESCO geführten sogenannten Tentativliste als potentielle Welterbestätte an.[1] Ein dortiger Eintrag ist die Voraussetzung dafür, dass zu einem späteren Zeitpunkt ein Antrag auf Verleihung eines entsprechenden Prädikats, in diesem Fall des Weltkulturerbes, gestellt werden kann. Dies geschah dann auch im Jahre 2007. Der Antrag umfasste einen Kernbereich von Schloss und Schlossgarten, den vorgelagerten Schlossplatz, das Ysenburgsche Palais sowie die Sichtachsen der Carl-Theodor- und der Lindenstraße. Hinzu kam eine zusätzliche Pufferzone, die weitere Teile der Stadt einbezog.[2]

 

Im Juni 2009 wurde der Antrag aufgrund eines negativen Votums des ICOMOS wieder zurückgenommen und infolgedessen im Laufe des folgenden Herbstes überarbeitet. Der ursprüngliche Ansatz, das freimaurerische und aufklärerische Wirken Carl-Theodors begleitend zu betonen, wurde zurückgefahren, stattdessen die künstlerische und musische Bedeutung von Schloss und Stadt hervorgehoben. Außerdem wurde der Kernbereich geringfügig erweitert.[2] Im Januar 2010 wurde der Neuantrag eingereicht.[3] Im März 2010 setzte die Kultusministerkonferenz Schwetzingen erneut auf die deutsche Nominierungsliste, diesmal für 2011.[4][5] Der als Entscheidungsgrundlage dienende Bewertungsbericht der ICOMOS vom Mai 2012 empfahl jedoch abermals, die Anlage nicht aufzunehmen. Negativ wurde insbesondere bewertet, dass es von dieser Art von Schlössern und Gärten schon elf, beispielsweise in Dessau, in Brühl oder in Potsdam und Berlin, und damit eigentlich deren genügend auf der Welterbeliste gebe. Eine besondere Stellung Schwetzingens habe nicht erkannt werden können.[6] Das Welterbekomitee stimmte dem ICOSMOS-Votum zwar mehrheitlich nicht zu, behandelte den Schwetzinger Antrag aber auch nicht, sondern empfahl stattdessen, einen neuen, abermals überarbeiteten Entwurf vorzulegen. Ob es dazu kommt, ist fraglich.[7][8][9] Über einen erneuten Versuch wurde nichts bekannt.

Schloss

Plan von Schwetzingen (um 1840)

 

Eine Anfahrt aus Heidelberg liegt auf der geraden Verbindung vom Königstuhl nach Schwetzingen. Die Trasse ist von erhöhter Position aus in der Landschaft noch gut erkennbar, aber nicht durchgehend befahrbar. Vom Königstuhl aus gesehen läuft diese Linie hinter dem Schloss weiter auf die Kalmit zu.

 

Vom Schwetzinger Schlossplatz gelangt man in den Ehrenhof. In den beiden ehemaligen Wachhäuschen am Schlosstor befinden sich heute ein Museumsladen und ein Café. Der Hof wird links und rechts von symmetrischen Wirtschaftsgebäuden flankiert. In der Mitte, an der Westseite, befindet sich das Corps de Logis, der Wohnbau des Schlosses.

Innenräume

 

In einer langwierigen Restaurierung der Jahre 1975–1991 wurden die Innenräume des Schlosses wiederhergestellt und mit authentischen Möbeln des 18. Jahrhunderts eingerichtet. In der Beletage verdeutlichen im Rahmen eines Schlossmuseums die Gesellschaftsräume, die Wohnung des Kurfürsten und die Wohnung der Kurfürstin das Funktionsprofil des Schlosses in der Karl-Theodor-Zeit.

 

Von besonderem kunstgeschichtlichen Rang sind die Räume der in badischer Zeit ab 1803 umgestalteten Wohnung der Reichsgräfin Luise Karoline von Hochberg im zweiten Obergeschoss aufgrund der vorzüglich erhaltenen Handdrucktapeten (1804) der Firma Zuber et Cie in Rixheim (Compagniezimmer mit Alpenpanorama „Vues de Suisse“, Schlafzimmer, Grand Cabinet).

Zirkelbauten

Nördlicher Zirkelbau

Südlicher Zirkelbau

 

Die Zirkelbauten sind zwei eingeschossige, dank hoher Fenstertüren mit unmittelbarem Gartenzugang versehene Werksteinbauten, die sich seitlich an das Schloss zu einem Halbrund anschließen und das kreisrunde Gartenparterre gemeinsam mit dem Halbkreis der Wandelgänge aus Lattenwerk umfangen. Der nördliche Zirkelbau wurde in den Jahren 1748/1749 von Alessandro Galli da Bibiena erbaut, der südliche im Jahr 1753 von Franz Wilhelm Rabaliatti. Die Zirkelbauten wurden für die Hofgesellschaften (Speisetafel, Spiele und Konzerte, Bälle) genutzt. Solche zusätzlichen, repräsentativen Räumlichkeiten waren angesichts der beengten Verhältnisse im alten Wohnbau des Schlosses unverzichtbar. Heute werden die Zirkelbauten als Schlossrestaurant, Café und Theaterfoyer sowie für Konzerte und Ausstellungen genutzt.

Theater

→ Hauptartikel: Schlosstheater Schwetzingen

 

Das kurfürstliche Hoftheater im frühklassizistischen Stil (oft fälschlich „Rokokotheater“ genannt) wurde am 15. Juni 1753 mit Oper Il figlio delle selve („Der Sohn der Wälder“) von Ignaz Holzbauer eröffnet. Hier wirkten Sänger, Instrumentalisten und Komponisten von internationalem Rang, darunter die Vertreter der Mannheimer Schule. Nachdem Karl Theodor seine Residenz nach München verlegt hatte, fanden nur noch gelegentliche Aufführungen in Schwetzingen statt, wenn der Kurfürst dort zu Besuch war. Auch in der badischen Zeit wurde das Theater nur selten benutzt. Es verfiel und konnte nicht mehr bespielt werden. 1936/37 und 2002/03 wurde das Theater völlig renoviert. Die Brüstungen der leicht ansteigenden Logenränge haben im Grundriss die Form einer Lyra. Die Pfeiler sind reich verziert und von Korbbögen überbrückt, die die Wirkung des Raumes vertiefen.

Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen

 

Im südlichen Flügel des Schlosses sind seit ihrer Gründung 1953 die Fachhochschule Schwetzingen – Hochschule für Rechtspflege bzw. deren Vorgängereinrichtungen untergebracht. Aufgrund umfangreicher Umbau- und Renovierungsarbeiten wurde der Studienbetrieb seit September 2009 in ein Ausweichquartier nach Mannheim-Wohlgelegen verlegt.

Garten

Parterre

 

Der Schwetzinger Schlossgarten gliedert sich in einen Französischen Garten und einen Englischen Garten. Bei der kunsthistorischen Interpretation des Gartens wird auch unterschieden zwischen dem „Garten der Allegorien“, also jener Gartenteil, in welchem ohne tiefere Bedeutung allegorische Figuren stehen, und dem „Garten der Vernunft“. Zum „Garten der Vernunft“ zählen Minervatempel, Merkurtempel, Moschee, Apollotempel, Tempel der Botanik, das römische Wasserkastell sowie das Arboretum, also jene Gartenteile, in denen im Sinne aufklärerischen Denkens die Vernunft gefeiert wird. Der Schwetzinger Schlossgarten war, mit Ausnahme des Bereiches um das Badhaus, bereits in kurfürstlicher Zeit für die gesamte Bevölkerung zugänglich, damals noch ohne Eintrittsgeld. Eine Parkordnung regelte das angemessene Verhalten der Besucher.

Französischer Garten

Luftaufnahme des Barockgartens

Fontäne in der Gartenmitte

 

Längs der Hauptachse des Gartens blickt man nach Osten auf den Königstuhl im Odenwald und nach Westen auf die Kalmit im Pfälzerwald.

 

Der Barockgarten ist nach französischer Art in strengen geometrischen Formen angelegt. Die wichtigsten Elemente sind die Hauptachse, die Querachse und das Kreisrund. Der vordere Gartenteil zeigt Parterres und Boskette. Auf der Schlossterrasse befinden sich Urnen, die die vier Weltzeitalter darstellen (goldenes, silbernes, ehernes und eisernes Zeitalter). Zudem befinden sich dort zwei vergoldete Atalanten, die noch aus dem Vorgängergarten stammen. Eine Besonderheit des französischen Gartens ist die kreisförmige Anlage der zentrale Teil rund um den Arionbrunnen, das sogenannte Kreisparterre.

 

Der zentrale Arionbrunnen von Guibal hat eine Begebenheit der antiken Mythologie zum Thema: Arion (Arion von Lesbos) ist ein berühmter Sänger. Nach einem Wettstreit reich beschenkt, wird er auf See von den Schiffsleuten bedrängt. Er bittet, ein letztes Mal singen zu dürfen. Bei seinem Gesang erscheinen Delfine. Der Sänger stürzt sich in die Fluten und ein Delfin bringt ihn an die Küste, so dass er seinen Weg nach Korinth fortsetzen kann. Das Sternbild Delphin wird in manchen Überlieferungen als der von den Göttern ans Firmament entrückte Arion auf dem Delfin gedeutet.

 

Abgeschlossen wird der französische Garten durch die Darstellung einer Hirschjagd von Verschaffelt. In unmittelbarer Nähe sind die vier Elemente in Skulpturen dargestellt.

Englischer Garten

 

Die westlichen und nordwestlichen Teile des Gartens wurden als englischer Landschaftsgarten gestaltet. Im Gegensatz zum französischen Garten sind hier die Wege und Uferlinien leicht geschwungen. Am unregelmäßigen Waldbereich wurde fast nichts verändert.

Arboretum

 

Ein Arboretum ist eine Sammlung oft exotischer Gehölze. Der Gartenbaumeister Zeyher legte diesen Garten im Jahr 1802 mit exotischen Bildern aus aller Welt an. Besonders kunstvoll ist das schmiedeeiserne, teilvergoldete Tor von Rabaliatti. Auf derselben Fläche befand sich vorher eine Fasanerie mit Tiergehegen.

See

See mit Schloss im Hintergrund

See im Winter

Gartenphaeton des Kurfürsten 1775

 

Schon beim Betreten des Schlossgartens sieht der Besucher auf den großen See, der den Garten abschließt. An der Stelle des Sees befand sich ursprünglich ein ummauertes Bassin, das auf Vorschlag Zeyhers im Jahr 1823 auf Befehl des Großherzogs Ludwig von Baden erweitert und in einen See mit natürlicher Uferausformung umgewandelt wurde. Zwei Skulpturen (Kopien) von Verschaffelt ruhen auf der dem Schloss zugewandten Längsseite beidseitig der Blickachse: die Flussgötter Rhein und Donau. Die Originale sind in der Orangerie zu besichtigen.

 

Der See und alle weiteren Gewässer werden seit Pigage von zwei Wasserwerken gefüllt, die den Leimbach als Antrieb für die Mühlräder der Pumpen nutzten. Dieser umschloss bereits die ursprüngliche Burganlage und fließt vom Kraichgau kommend in Richtung Rhein. Für die Fontänen wurde sauberes Grundwasser verwendet. Diese Pumpen befanden sich im nördlichen Schlossflügel (oberes Wasserwerk mit Hochbehälter im heutigen Finanzamt). Ein zweites Pumpwerk mit Hochbehälter, das einen gleichbleibenden Druck sicherstellte, war am Parkende hinter dem Aquädukt verborgen (unteres Wasserwerk).

 

Für Karl-Theodor kaufte Pigage 1775 in London einen Gartenphaeton mit Lakai-Antrieb, wozu alle Hauptwege topfeben angelegt und sogar vorzeitliche Grabhügel abgetragen wurden. Damit konnte der Kurfürst im Park herumfahren, ohne dass Pferdeexkremente die Gartenwege verschmutzten. Der Muskelkraftwagen, heute im Schloss Nymphenburg, regte den Heidelberger Studenten Karl Drais vor 1803 zur späteren Erfindung des Ur-Fahrrads an.[10]

Bauten

 

Im Schwetzinger Schlosspark befinden sich neben zahlreichen Statuen auch einige Bauwerke. Das Gebäudeprogramm zeigt einen philosophischen und architektonischen Bezug auf die klassische Antike und, im Falle des Moschee-Komplexes, auf den Islam und die orientalische Weisheitslehre. Neuere Forschungen wollen im Schwetzinger Garten ein freimaurerisches Programm erkennen, in dem christliche Vorstellungen eingebunden wären. Gartenbauten, Wegbeziehungen, Tore und Brücken sollten den Park nicht nur in Einzelräume unterteilen, sondern größer wirken lassen. Einen eigenen Komplex bietet das früher nur auf Einladung oder Befehl des Kurfürsten zugängliche Badhaus, ein kleines Lusthaus mit eigenem Garten und dem „Perspektiv“.

 

Nach Ansicht von Richard Benz führte das Erlebnis der „künstlichen Ruinen“ im Schwetzinger Schlosspark die Dichter des 18. Jahrhunderts zur Beschäftigung mit den echten Ruinen des Heidelberger Schlosses und damit zur im späten 18. Jahrhundert einsetzenden „Wiederentdeckung“ Heidelbergs.[11]

Merkurtempel

 

Die Lage des Tempels oberhalb des Moscheeweihers

 

Der Tempel von Norden

 

Der Tempel aus der Nähe

 

Relief am Tempel

 

In den „Parties sauvages“, den südwestlichen landschaftlichen Partien des Schwetzinger Gartens wurde bereits 1784 ein „Monument“ gegenüber der Moschee geplant. 1787/88 entstand der Ruinenbau Pigages, der erstmals 1791 dem römischen Gott Merkur zugewiesen wird. Sein kellerartiger Unterbau aus großen Sandsteinblöcken erscheint als Rest eines älteren Vorgängers. Der dreigeschossige, turmartige Merkur-Tempel aus Tuffstein besitzt ein im Grundriss sechseckiges Hauptgeschoss, darüber ein Attikageschoss und eine abschließende Laterne. Auf Merkur verweisen Reliefs aus Stuckmarmor über den Eingängen der drei gleichartigen Fassaden.

 

Die Deutung der Parkruine ist kontrovers: Nach überkommener Lesart steht sie für die Überwindung von Geheimlehren durch die Vernunft. Diese Lesart verweist darauf, dass der Tempel die Form eines römischen Grabmals hat. Durch drei Reliefs, die ausschließlich negative Episoden aus dem Leben des Merkur zeigen, wird dieser mit dem antiken Hermes Trismegistos, einem Symbol für Magie, gleichgesetzt. Der Aberglaube ist also gewissermaßen in seinem eigenen Tempel begraben worden. In diesem Zusammenhang wird auch betont, dass man von der Moschee über einen Weiher auf den Merkurtempel blickt. Wenn man die Moschee als Symbol für die Weisheit versteht, bedeutet dies: Der Weise muss Tod und Aberglaube nicht fürchten. Eine neue freimaurerische Interpretation hingegen sieht verborgene Verweise auf den Salomonischen Tempel und seinen Architekten Hiram Abif.

 

Der Merkurtempel hat die Funktion eines Aussichtspunkts, das Obergeschoss gestattet einen Blick über den See und auf die Moschee.

Minervatempel

Minervatempel

 

Die römische Göttin Minerva ist mehrfach im Schlossgarten dargestellt. Symmetrisch zu dem Minerva-Tempel war als Gegenstück ein Tempel des Cupido geplant, der nicht zur Ausführung kam.

 

Der von Pigage entworfene Tempel war 1769 vollendet. Seine viersäulige Front korinthischer Säulenordnung ist durch ein antik-römisches Vorbild angeregt, den Eingangsbau zur Portikus der Octavia. Einmalig ist die Umkehrung des Verhältnisses von Säulenhalle und Cella: Die Tempelcella wird zu einer gegenüber der Natur geöffneten Raumhülle umgedeutet, innerhalb derer sich die Säulenstellung fortsetzt.

 

Minerva, Göttin der Weisheit, erscheint vor der Rückwand in einem umgearbeiteten Standbild von Gabriel de Grupello. Sie ist, auch nach Ausweis des Giebelfeldes, die Göttin der friedlichen Künste und Wissenschaften, insbesondere der Gartenkunst. Die mit Marmorbänken ausgestattete Cella dient Parkbesuchern als Ruheraum, kann aber auch als imaginärer Versammlungsort derjenigen, die Weisheit erlangt haben, verstanden werden.

 

Unterhalb des Tempels befindet sich ein rechteckiger Raum, mit Nischen und runden Fensteröffnungen. Dieser Raum ist von außen zugänglich und zeigt Merkmale eines geheimen Versammlungsortes. Er wird von Pan regiert, wie eine Maske über der Tür anzeigt. Der Minerva-Tempel, der sich über dieser irrationalen Sphäre erhebt, wird so ein aufklärerisches Monument der gestaltenden Vernunft und der menschlichen Zivilisationsleistung.

Apollotempel

 

Apollotempel von Westen

 

Apollotempel von Westen

 

Lyraspielender Apollo

 

Apollos Rücken

 

Im Jahr 1762 plante man an dieser Stelle ein Belvedere. Nach dem Entwurf von Nicolas de Pigage entstand ein hoher, terrassierter Unterbau, auf dessen oberster Plattform sich ein Monopteros, ein Rundtempel mit zwölf Säulen ionischer Säulenordnung ohne Cella erhebt. Der Tempel ist dem griechischen Gott Apollo gewidmet. Die Statue des Apollo stammt von dem Bildhauer Anton von Verschaffelt. Sie zeigt den Gott beim linkshändigen Lyra-Spiel, was dem Künstler einigen Hohn eingebracht hat. In einem Briefwechsel zwischen Gleim, Wilhelm Heinse und Johannes von Müller heißt es, er stehe zwar »gar heilig« auf einer Anhöhe, »nur hat der linke Gott darin einen erbärmlichen Hintern«.

 

Der Apollo-Tempel krönt eine nach zwei Seiten gerichtete Anlage: Vom Eingang an der Westseite steigt der Besucher durch felsige, dunkle und verwirrende Korridore zur lichtumfluteten Plattform mit dem klassischen Monopteros empor. Aus der Sicht der Zuschauer im östlichen Heckentheater krönt der Tempel den Bühnenprospekt. Apoll erscheint als Gott der Künste und Führer der Musen auf dem Berg Helikon, wo der Hufschlag des Pegasus die Quelle Hippokrene, deren Wasser durch die Najaden über die Kaskade an die Menschen weitergegeben wird.

Tempel der Waldbotanik

Tempel der Waldbotanik

 

Der von Pigage entworfene Tempel der Waldbotanik – „Botanicae Silvestris“ – wurde schon 1777 geplant. Die Weiheinschrift nennt das Datum 1778, aber erst 1780 wurde der Bau fertig. Er bildet den Abschluss des „Arboretum Theodoricum“, der Baumsammlung im sogenannten Wiesentälchen. Der aufgesockelte, zylindrische Baukörper weist außen Rauputz nach Art von Eichenrinde auf. Eine Freitreppe, auf deren Wangen Sphingen wachen, führt zur Eingangstür. Innen vermittelt eine runde Öffnung von circa 20 cm Durchmesser in der Fußbodenmitte zu einem dunklen Gewölbe darunter. Das Bildprogramm handelt vom Wachsen, Reifen und Absterben der Natur. Vier große Relieffelder zeigen Symbole der vier Jahreszeiten in Verbindung mit einem antiken Dreifuß. Die Naturrhythmen werden mit der modernen Naturwissenschaft verknüpft: Bildnismedaillons der älteren Autoritäten Theophrastos von Eresos und Plinius stehen solche der modernen Naturforscher Joseph Pitton de Tournefort und Carl von Linné gegenüber. Linnés revolutionäres Buch über die Pflanzensystematik bildete das inzwischen verschwundene Attribut einer Statue der Göttin Ceres in der Mittelapsis.

Badhaus

Badhaus

 

Das von Pigage errichtete Badhaus ist ein kleines Lusthaus nach Art einer italienischen Villa. Während unter Karl Theodor der übrige Schlossgarten öffentlich zugänglich war, durfte der Badehaus-Bereich, zu dem ein eigener Garten gehört, nur auf Einladung oder mit Genehmigung des Kurfürsten betreten werden. Hier konnte Karl Theodor wie ein Privatmann leben und sich seinen musischen Neigungen hingeben. Vom Apollo-Bezirk her wird das Badhaus durch eine im Grundriss halbkreisförmige Exedra betreten, eine gleich gebildete liegt an der Rückseite. Durch beide Eingangsbereiche gelangt der Besucher in den Ovalsaal mit der Aurora als Deckengemälde und vier Horen als vergoldeten Plastiken, der das Zentrum des Schlösschens bildet. Vom Ovalsaal gehen nach Westen und nach Osten flurartige Vorzimmer mit fein eingelegtem Parkett aus drei Hölzern ab. Über sie gelangt der Besucher in das Schlafzimmer des Kurfürsten (Südwestseite, mit separater Toilette) und in den Baderaum (Nordwestseite) mit einem vertieften Marmorbecken (etwa 1‚2 m tief) mit zwei Sitzbänken in einer elliptischen Nische. Die Wasserleitungen sind als bekrönte Schlangen ausgearbeitet. An der Nordostseite liegt das Chinesische Zimmer mit chinesischen Papiertapeten, an der Südostseite das Schreibzimmer mit Landschaftsgemälden von Ferdinand Kobell.

 

In der beim Badhaus gelegenen Badhausküche befand sich der Kessel zum Erhitzen des Badewassers. Bemerkenswert ist, dass das Badhaus im Verhältnis zum Hauptschloss in der gleichen Position gelegen ist wie sein Vorbild, das Grand Trianon, im Schlosspark von Versailles.

Wasserspeiende Vögel

 

Uhu mit geschlagenem Fasan

 

wasserspeiende Vögel auf der Einfassung

 

Brunnen der wasserspeienden Vögel

 

Eine Attraktion des Badhausgartens ist der Brunnen der wasserspeienden Vögel (alle aus Eisenblech gearbeitet). Im mittleren Bassin sitzt in Angriffshaltung mit gespreizten Flügeln ein Uhu, der in seinen Fängen einen von ihm geschlagenen Fasan hält. Oben auf der Einfassung aus Lattenwerk, das die Anlage umgibt, sitzen zwanzig andere Vögel, die den Uhu (mit Wasser) bespucken. Das Thema des Brunnens geht auf eine Fabel von Äsop zurück, die vom Zorn der guten Vögel über den bösen Uhu handelt. Die Schwetzinger Figuren stammen aus dem lothringischen Schloss La Malgrange des polnischen Exkönigs Stanislaus I. Leszczyński. Vier Volieren mit lebenden, zwitschernden Vögeln erhöhen die Illusion. Zu der Anlage zählen zwei weitere kleine Gebäude, die sogenannten Achathäuschen.

Perspektiv

 

Perspektiv im Laubengang

 

Perspektiv aus der Nähe

 

Perspektiv von außen

 

Blick auf die halbrunde Mauer vom „Perspektiv“ oder „Ende der Welt“ im Schlossgarten Schwetzingen.

 

Das Perspektiv oder Ende der Welt im Schlossgarten Schwetzingen.

 

Das Perspektiv, im Volksmund als „Ende der Welt“ bezeichnet, schließt die Hauptachse des Badhausgartens nach Norden hin ab. Am hinteren Ende der Treillage ist eine Flusslandschaft zu erkennen. Dabei handelt es sich um die Kopie eines Gemäldes von Ferdinand Kobell auf einer Mauer. Durch geschickt genutzten Lichteinfall erscheint das Bild realistisch. Im Zusammenspiel mit dem zuführenden Gang und einem Architekturrahmen vor der Mauer entsteht eine starke Tiefenwirkung.

 

Aufbau des Perspektivs (von Pigage gestaltet): An den Laubengang (Treillage) schließt sich ein Pavillon mit zwei Seitenräumen an. Der Hauptraum des Pavillons (zum Gemälde hin offen und mit Tuffstein verkleidet) ist als Grotte gestaltet. Gegenüber dem Eingang des Laubengangs befindet sich eine Maueröffnung im Pavillon. In der Maueröffnung sind eiserne Schilfblättchen angebracht und Wasser tropft von der Grottendecke in ein Bassin. Hinter dieser Öffnung befindet sich in etwas Abstand eine halbrunde Mauer mit Landschaftsgemälde (in Freskotechnik). Das Landschaftsgemälde wird durch das Sonnenlicht beleuchtet und strahlt so förmlich, wenn man vor dem Laubengang steht.

Orangerie

Orangerie

→ Hauptartikel: Orangerie (Schwetzingen)

 

Ab dem 16. Jahrhundert kamen an den europäischen Fürstenhöfen Sammlungen von Orangen und anderen Zitrusbäumen in Mode. Diese überwinterten in abschlagbaren, nur für die kalte Jahreszeit um die Pflanzen herum errichteten Gebäuden. Im späten 17. und im 18. Jahrhundert wurden die Pflanzen in Pflanzkästen und Kübeln gehalten, die in einem festen Gebäude überwinterten und in den warmen Monaten in einem Orangerieparterre ins Freie gestellt wurden.

 

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts konnte der Bedarf an Räumlichkeiten für höfische Festivitäten in Schwetzingen nicht annähernd gedeckt werden. Eine Orangerie mit großem Festsaal westlich des Schlosses sollte hier Abhilfe schaffen. So hatte es jedenfalls Kurfürst Karl Philipp entschieden, der 1716 die Nachfolge des überwiegend in Düsseldorf residierenden Kurfürsten Johann Wilhelm angetreten hatte.

 

Die unter Karl Theodor errichtete Schwetzinger Orangerie mit ihren Fassadenmalereien wurde von Nicolas de Pigage entworfen. Die Malereien täuschen Naturstein als Material vor, wo nur simple Backsteinmauern sind. Davor liegt das Orangerieparterre, das gegenüber den anderen Gartenbereichen zugunsten eines Binnenklimas abgesenkt und zur warmen Südseite ausgerichtet ist. An den Ecken des Parterres befinden sich Statuen von drei Jahreszeiten, die vierte fehlt. In der Mitte stehen die Orangen- und Zitronenbäume in Kübeln auf einer rechteckigen Insel.

Moschee

→ Hauptartikel: Moschee Schwetzingen

 

Rote Moschee im Türkischen Garten

 

Wandelgang mit Eckpavillon

 

Innenansicht der Moscheekuppel

 

Im hinteren (südlichen) Bereich, dem Türkischen Garten, steht die Rote Moschee von Pigage, errichtet von 1778 bis 1785. Das Bauwerk hat keine liturgische Funktion, es handelt sich vielmehr um ein Gartenfolly mit ausschließlich ästhetischer Bedeutung. Die Schwetzinger Moschee ist der erste und größte Bau dieser Art in einem deutschen Park. Das Gebäude des späten Barock ist mit zahlreichen orientalischen Elementen versehen. Der Moscheehof wurde gelegentlich für Freilichtaufführungen von Opern genutzt. Die Moschee wurde im 20. Jahrhundert zeitweise von Muslimen genutzt.

 

Vor der Moschee befinden sich der ehemalige fürstliche Obstgarten, dahinter eine Baumschule und die Schlossgärtnerei.

Römische Wasserleitung

Römische Wasserleitung

 

Im Sommer 1779 wurde die am nördlichen Rand des Gartens gelegene künstliche Ruine nach Entwürfen von Nicolas de Pigage begonnen. Ein Torbau, auf dem noch ein Turmaufsatz erhalten scheint, erinnert an einen römischen Triumphbogen. In seiner mittleren Arkade rauscht ein Wasserfall. Von diesem Torbau greifen nach drei Seiten die Reste eines Aquäduktes aus, wobei der östliche Arm einen Freiplatz hinterfängt, auf dem sich ein Obelisk erhebt.

 

Pigage konnte auf eigene Antikenstudien während seiner Italienreise 1767/68 zurückgreifen. Die Verbindung von Torbogen und Aquädukt begegnet an der römischen Porta Maggiore und am Aquädukt der Acqua Vergine. Das Turmfreigeschoss könnte durch mittelalterliche Wehraufbauten auf römischen Brücken angeregt sein. Die Vorbilder finden sich in Veduten von Piranesi. Die Bezeichnung als Römisches Wasserkastell erscheint erst 1828.

Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)

Blick über die Chinesische Brücke, im Hintergrund der Merkurtempel

 

Die oft als „chinesisch“ bezeichnete Brücke im hinteren, nordwestlichen Bereich des Gartens verbindet den französischen mit dem englischen Gartenteil. Das Bauwerk geht tatsächlich auf einen Brückenentwurf des in Venetien tätig gewesenen Renaissance-Architekten Andrea Palladio zurück. Die Brücke hat den populären Beinamen „Lügenbrücke“, denn wer auf deren unregelmäßigen Stufen ins Straucheln kommt, soll schon einmal geschwindelt haben.

Landschaftsschutzgebiet

 

Bereits am 8. August 1952 hat das damalige Landratsamt Mannheim den Schloßgarten unter der Bezeichnung Schwetzinger Schloßgarten und Umgebung als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Das Gebiet mit der Nummer 2.26.013 hat aktuell eine Größe von rund 190 Hektar und umfasst den historischen Park aus der Kurfürstenzeit sowie das westliche Vorgelände und die historische Jagdanlage am Stern.

Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses

 

Voltaire kam im Jahr 1753 zum ersten Mal nach Schwetzingen und war 14 Tage lang Gast des mit ihm befreundeten Kurfürsten. Im Sommer 1758 kam Voltaire erneut zu einem kurzen Aufenthalt nach Schwetzingen. Wolfgang Amadeus Mozart wirkte zusammen mit seinem Vater und seiner Schwester an einem Hofkonzert am 18. Juli 1763 mit. Der Komponist Christoph Willibald Ritter von Gluck war im Jahr 1774 Gast des Kurfürsten. Friedrich Schiller fand in Schwetzingen Anregungen zu den gegensätzlichen „Aranjuez-Stimmungen“ des ersten Aktes von Don Karlos. Der Schauspieler August Wilhelm Iffland schilderte in einem Brief vom 26. November 1779 eine Jagd bei Schwetzingen, die 50.000 Gulden gekostet hatte und bei der für 9.000 Menschen Zuschauergerüste aufgebaut waren. Kaiser Joseph II. hielt sich im Jahr 1781 unter dem Namen Graf von Falkenstein in Schwetzingen auf.

Siehe auch

 

Schloss Benrath – 1755 bis 1773 von Pigage im Auftrag von Kurfürst Karl Theodor erbaut am Übergang vom Rokoko zum Klassizismus. Der Garten ist eine geometrisch achsensymmetrische Barockanlage nach französischem Vorbild, der Privatgarten des Kurfürsten wurde im 19. Jahrhundert landschaftlich umgestaltet. Im Nebengebäude des Schlosses befindet sich das Museum für Europäische Gartenkunst.

Maulbeerbaumallee nach Heidelberg – im Zusammenhang mit der Seidenraupenzucht.

 

Literatur

 

Carl Ludwig Fuchs, Claus Reisinger: Schloss und Garten zu Schwetzingen. 2. Auflage. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2008, ISBN 978-3-88462-266-7

Volker Hannwacker: Friedrich Ludwig von Sckell. Der Begründer des Landschaftsgartens in Deutschland. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1992, ISBN 3-421-03012-X, S. 11–21.

Nanette Schärf, Hartmann Manfred Schärf: Das Badhaus im Schwetzinger Schlossgarten. Die Restaurierung des Gebäudes, seiner Innenräume und Ausstattungen. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 37. Jg. 2008, Heft 1, S. 29–35 (PDF)

Ralf Richard Wagner: In seinem Paradiese Schwetzingen … Das Badhaus des Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz. Hrsg. von Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2009, 302 S., ISBN 978-3-89735-587-3.

Wegweiser durch den Schwetzinger Garten. Mit zwölf Ansichten von Conrad Caspar Rordorf. Engelmann, Heidelberg 1830 (Digitalisat)

Karl Wörn: Schwetzingen Lebendige Stadt. 3. Auflage. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 1980.

Oswald Zenker: Schwetzinger Schlossgarten. Ein Führer durch das Französische Gartenparterre und den Englischen Landschaftsgarten, mit Informationen über Schloss und Rokokotheater sowie Sehenswürdigkeiten der Umgebung. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 2002, ISBN 3-87742-170-9.

 

Film

 

Im Hain des Apoll. Der Schlosspark Schwetzingen. Dokumentarfilm, Deutschland, 2007, 28:20 Min., Buch und Regie: Christopher Paul, Produktion: SWR, Reihe: Schätze des Landes, Inhaltsangabe von ARD.

 

Weblinks

Commons: Schloss Schwetzingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

 

Offizielle Seite von Schloss Schwetzingen

Infos zum Schloss auf der Seite der Stadt Schwetzingen

Schloss Schwetzingen von ZUM

Kein Land „wo die Zitronen blühen“. In: Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Artikel zur Geschichte von Orangerien, darunter der in Schwetzingen

Schloss Schwetzingen auf badischewanderungen.de

Schloss Schwetzingen als 3D-Modell im 3D Warehouse von SketchUp

 

Einzelnachweise

Schwetzingen: A Prince Elector’s Summer Residence – garden design and Freemasonic allusions. Eintrag in der Tentativliste der UNESCO auf deren Website, abgerufen am 8. April 2014 (französisch)

Vorlage zur Gemeinderatssitzung vom 22. September 2009, abgerufen am 8. April 2014

Neue Akzente sollen in Paris überzeugen. Schwetzinger Zeitung, 2. Februar 2010, abgerufen am 8. April 2014

Die Sommerresidenz und ihre Musik sollen es richten. Mannheimer Morgen, 6. März 2010, abgerufen am 8. April 2014

Kurfürstliche Sommerresidenz Schwetzingen für die Aufnahme in die UNESCO-Weltkulturerbeliste nominiert. Pressemitteilung des Landesdenkmalsamts Baden-Württemberg vom 8. März 2010, abgerufen am 8. April 2014

ICOMOS Evaluations of Nominations of Cultural and Mixed Properties. Empfehlungsbericht zur 36. Sitzung des Welterbekomitees im Juni/Juli 2012, S. 224–233, PDF-Datei, 28,4 MB, abgerufen am 8. April 2014 (englisch)

Schwetzingen zunächst nicht Welterbe. Pressemitteilung der Stadt Schwetzingen vom 29. Juni 2012, abgerufen am 8. April 2014

Johanna Eberhardt: Schwetzingen nimmt keinen neuen Anlauf. Stuttgarter Zeitung, 3. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014

Kein dritter Anlauf für Unseco-Welterbe-Titel in Schwetzingen. xity, 2. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014

Hans-Erhard Lessing: Zwei Räder statt vier Hufe – Karl Drais G.Braun-Verlag, Karlsruhe 2010

Richard Benz: Heidelberg. Schicksal und Geist, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen, 2. Auflage 1975, ISBN 3-7995-4008-3, S. 296

Corinthia, Corinth. Stater circa 460-450, AR 8.52 g. Pegasus flying r.; below, []. Rev. Head of Athena l., wearing Corinthian helmet. All within partially incuse square. Traité III, pl. CCVIII, 11 (these dies). Ravel 304. Calciati –. BCD Korinth –. Kray-Hirmer pl. 153, 483.

A portrait of enchanting beauty, undoubtedly the finest of the entire

Corinthian series, work of an exceptionally talented maser engraver.

Old cabinet tone and extremely fine

 

Privately purchased from M&M on 29th April 1992. From the Harald Salvesen collection.

 

Corinth, a city traditionally settled by Phoenician traders but probably not founded as a Greek polis until c. 900 BC, was strategically located to control the isthmus connecting central Greece to the Peloponnesos. Although the surrounding territory was not especially good for agriculture, the city grew rich in the Archaic period through domination of maritime trade along the western coast of mainland Greece and with the Greek cities of Sicily. Indeed, in order to maintain a firm control of this western trading empire, the Corinthians established colonies at Syracuse and Corcyra. They were also said to have been the first Greeks to build a standing fleet of triremes. In the late seventh and early sixth centuries BC, Corinth was notorious for its Kypselid dynasty of tyrants, some of whom lived up to the modern understanding of the tyrant as an evil despotic ruler. The Greek term tyrannos did not always have such negative connotations attached to it, but merely denoted an extra-constitutional ruler. Although Corinth continued to prosper under the tyrants and established new colonies at Apollonia and Empidamnos, the last Kypselid was overthrown in c. 584 BC and replaced by an oligarchic government with the assistance of Sparta. Corinth seems to have been on friendly terms with Athens in the sixth century BC and was respected as one of the greatest contributors of men and ships to the allied Greek cause during Xerxes’ failed invasion of Greece (480–479 BC). After the war the relationship between Corinth and Athens quickly soured. The development of the Athenian fleet necessitated by the conflict and Athens’ leadership role in the Delian League became competition for the Corinthian fleet and the city’s maritime trading empire. The situation came to a head when Megara, a city traditionally dominated by Corinth, joined the Delian League. In 457 BC, the Corinthians challenged the Athenians in battle at Megara. Although the fighting proved indecisive, the Athenians erected a trophy on the battlefield after the Corinthians had returned home. Shamed by this development, the Corinthians returned two weeks later in order to raise their own trophy. Unfortunately, they were attacked by the Athenians while they were raising it and this time there was a clear victor. The Corinthians were routed with many slain by the Athenians while fleeing the battlefield. Thucydides identifies the dispute over Megara as the first major grievance that Corinth had against Athens, fuelling the jealousy and hatred that ultimately led the Corinthians to petition Sparta and the Peloponnesian League to begin the Peloponnesian War in 431 BC. The present Corinthian stater was struck in the pivotal period of the Megarian crisis. It may perhaps have financed this early conflict with Athens, although the wide use of Corinthian silver as a trade coinage in the Peloponnesos,

 

northwestern Greece and in Sicily makes it difficult to tie the issue to specific needs. The types of Athena and Pegasus were traditional to the city. Indeed, the Pegasus type was such an iconic badge that Corinthian coins were regularly referred to in common parlance simply as pegasoi, or even as ”Corinthian colts.” Pegasus was associated with Corinth through the myth of Bellerophon, a Corinthian hero who tamed the winged horse while he drank at a well on the Acrocorinth. Mounted on Pegasus, Bellerophon undertook a quest to slay the three-bodied Chimera, a terrible monster that terrorized Lycia. Alas, having successfully killed the beast, Bellerophon thought himself an equal to the gods and tried to fly to the top of Mount Olympus on the back of Pegasus. Angered by his hubris, Zeus sent a gadfly to bite the winged horse and cause him to throw Bellerophon to his death.

 

NAC114, 196

Der auf einer 38 m hohen korinthischen Säule stehender Engel soll an die friedlichen Zeit nach dem deutsch-französischem Krieg (1870/71) erinnern. Das Denkmal steht am Ender der Sichtachse der Prinzregentenstraße in München Bogenhausen

Model: Volvo FH 500 Euro6 8X2 (FH4)

VIN: YV2RT40F9EA764530

1. Registration: 2014-08-04

Company: Jan Johansens Vognmandsforretning, Bålsted, Tønder (DK)

Fleet No.: -

Nickname: -

License plates: AN94369 (aug. 2014-?)

Previous reg.: n/a

Later reg.: n/a

Retirement age: still active oct. 2024

Photo location: Motorway 501 (Aarhus Syd Motorvejen), Viby J, Aarhus, DK

  

From John Pilegaard, Korinth, Faaborg/Fåborg in August 2018 on same registration and same livery, just the names and roof-mounted equipment changed. Photo here flic.kr/p/GB1XYa

 

Tip: to locate trucks of particular interest to you, check my collections page, "truck collection" www.flickr.com/photos/lavulv/collections/72157684190396672/ - here you will find all trucks organized in more than 1700 albums, by haulier (with zip-codes), year, brand and country.

 

Retirement age for trucks: many used trucks are offered for sale on international markets. If sold to a foreign buyer, this will not be listed in the danish motor registry, so a "retired" truck may or may not have been exported. In other words, the "retirement age" only shows the age, at which the truck stopped running on danish license plates.

  

s0075 4394 MeyA4B16 Venedig Meyers Konversations-Lexikon Sechzehnter Band Jahr 1885. Vierte Auflage Verlag des Bibliographischen Institut in Leipzig.

 

Venedig (hierzu der Stadtplan), Hauptstadt der gleichnamigen ital. Provinz (s. oben), eine der schönsten und merkwürdigsten Städte Europas, liegt in den Lagunen, mit dem Festland durch eine 1845 vollendete 3,6 km lange Brücke mit 222 Bogen verbunden, auf 118 kleinen Inseln, welche durch 160 Kanäle geschieden und durch 390 meist steinerne Brücken u. Stege miteinander verbunden sind.

 

[Lage, Kanäle, Plätze.] Die Lage von V. ist eine so überaus günstige, daß die Stadt wohl durch ungünstige politische Verhältnisse zeitweilig sinken konnte, sich aber immer wieder erhoben hat. In dem Kampf mit den sie bedrohenden Naturkräften, den die Lagunen verschlämmenden Flüssen, dürfte allerdings V. sowie seine Vorgängerinnen Adria, Aquileja und Ravenna trotz Murazzi, Moli und Kanalisierungen einst erliegen. Dieser Kampf hat es aber zum Teil auch stark gemacht, denn um die Brenta von den Lagunen abzuwenden, wurde es zur Ausdehnung auf dem Festland gezwungen. Es war durch die Lage in den Lagunen gegen Angriffe vom Land wie von der See leicht zu verteidigen und konnte sich somit stetig entwickeln und Reichtümer aufhäufen; es war auf die See hingewiesen, und das Adriatische Meer führte seine Schiffe nach dem Orient und Ägypten, während sich ihm das ganze Pogebiet öffnete und das Etschthal den Weg nach Deutschland und Nordeuropa zeigte, dem sich in der Nordspitze der Adria das alte Kulturmeer am meisten nähert, wo also notwendig ein großer Vermittelungspunkt liegen muß. Nur die Kunst moderner Wegebahnung hat Triest fähig gemacht, mit V. zu wetteifern. So hat sich denn V. in der That nach dieser Erniedrigung (es war 180 bis auf 96,000 Einw. gesunken), namentlich seit Eröffnung des Suezkanals, wieder gehoben, und nur die anscheinend abhanden gekommene Thatkraft seines Adels läßt es noch gegen Genua zurückstehen. Die Stadt hat die Form eines Dreiecks, welches eine Fläche von 7,5 qkm bedeckt, und zerfällt in sechs Bezirke: Cannaregio, Castello, Dorsoduro, San Marco, San Polo und Santa Croce. Unter den Kanälen zeichnen sich aus der Große Kanal (Canale grande), welcher, 3470 m lang und 45-72 m breit, die Stadt von SO. nach NW. in malerischer Doppelwindung, in der Form eines S, durchzieht, und der Kanal der Giudecca, der von der Hauptmasse Venedigs den kleinen südlichsten Teil der Stadt scheidet. Die Kanäle vertreten die Stelle der Hauptstraßen, deren V. gänzlich entbehrt; es gibt nur eine große Zahl (über 1900) sich durchkreuzender enger Gäßchen, sogen. Calli, unter welchen die vom Markusplatz zum Ponte Rialto führende Merceria die belebteste ist. An vielen Kanälen laufen vor den Häusern schmale Pfade für Fußgänger hin, bei den meisten aber erheben sich die Häuser unmittelbar aus dem Wasser. Unter den Brücken ist hervorzuheben der 1588-91 erbaute Ponte Rialto, 47 m lang und 22 m breit, aus einem einzigen Marmorbogen von 28 m Spannung und 9,5 m Höhe bestehend, durch Kaufläden in zwei schmälere Seitenwege und einen breitern Mittelweg geteilt. Den Verkehr vermitteln Gondeln, Barken und kleine Dampfer. Die Häuser sind meist aus Backstein erbaut und haben einen auffallend stattlichen Typus; über den von feinen Säulchen getragenen Arkaden ruhen schwere, imposante Massen, welche durch schöne Altane unterbrochen werden. Treppen und Hofraum liegen bei den Kanalhäusern auf der Rückseite. Das Fundament ruht auf einem Rost von Eichenpfählen, der 3-9 m tief durch den Schlamm bis zur harten Thonmergelschicht (caranto) hinabdringt. Eigentliche Plätze gibt es nur zwei: den Markusplatz und die Piazzetta. Die übrigen Plätze heißen Campi. Der Markusplatz bildet ein großes, längliches, auf drei Seiten von Prachtbauten, deren Erdgeschoß aus Arkaden mit Kaufläden, Kaffeehäusern etc. besteht, auf der vierten Seite von der Markuskirche abgeschlossenes, 176 m langes, 56-82 m breites Viereck. Mit ihm hängt die Piazzetta zusammen, 97 m lang und 49 m breit, vom Dogenpalast und der alten Bibliothek eingefaßt und sich bis an das Meer erstreckend. Am südlichen Ende der Piazzetta stehen zwei Granitsäulen, die eine mit einem geflügelten Löwen (von San Marco) aus Bronze, die andre mit einer Marmorstatue des heil. Theodor (des ältern Schutzpatrons von V.) gekrönt. Die Wasserseite der Piazzetta dehnt sich nach beiden Seiten in einen breiten Kai aus, der östlich zur Riva degli Schiavoni (mit dem 1887 errichteten Viktor Emanuel-Denkmal), westlich zum Giardino reale führt. Auf dem Markusplatz, vor der St. Markuskirche, stehen drei große Masten (pili) mit bronzenen Fußgestellen von Al. Leopardi (1505), zur Erinnerung an die von V. eroberten Reiche Cypern, Kanda und Morea, deren Banner sie einst trugen. An der Ecke des Markusplatzes und der Piazzetta erhebt sich der 117 vollendete, aber später veränderte, 98,6 m hohe viereckige Glockenturm (campanile di San Marco), einen Engel als Windfahne auf der Spitze tragend und eine weite Aussicht über die Stadt und ihre Umgebung bis zu den Bergen Istriens darbietend. Unten lehnt sich an denselben ein kleiner, zierlicher Vorbau an, die Loggetta, eine mit Bronzewerken und Reliefs reich ausgestattete Marmorhalle (von Jac. Sansovino 1540 erbaut). Zwei Seiten des Markusplatzes und die eine der Piazzetta sind von den Prokurazien eingeschlossen. Die Alten Prokurazien (15. Jahrh.) an der Nordseite des Marktplatzes, ehemals Wohnungen der Prokuratoren von San Marco (jetzt Privatwohnungen), enthalten im Erdgeschoß Arkaden mit Kaufläden und Kaffeehäusern, im zweiten und dritten Stock schöne korinthische Bogenstellungen. Hieran schließt sich östlich der 1498 erbaute, 189 restaurierte Uhrturm (in Frührenaissance, mit Marmorfassade und interessantem Uhrwerk) an. Die auf der entgegengesetzten Seite befindlichen Neuen Prokurazien, unten ebenfalls mit Arkaden, bestehen aus der 1536 von Sansovino mit der Fassade gegen die Piazzetta zu erbauten alten Bibliothek von San Marco (s. Tafel »Baukunst XII«, Fig. 3) mit zwei Geschossen, dorischen und ionischen Säulen und Pilastern, reichgeschmücktem Fries und einer Fülle von Ornamenten sowie den 1584 von Scamozzi begonnenen eigentlichen Procurazie nuove und dienen als königlicher Palast. An die Bibliothek schließt sich an der Seeseite das 1536 von Sansovino ausgeführte ehemalige Münzgebäude an.

 

[Kirchliche Bauwerke.] Unter den Kirchen ist die berühmteste die St. Markuskirche, 976-1071 im byzantinisch romanischen Stil erbaut. Die Sage läßt hier den Leichnam des Evangelisten Markus ruhen, welcher 828 aus Alexandria hierher gebracht worden sein soll. Die Kirche hat eine prächtige Hauptfassade mit fünf breiten Portalen und bunten Mosaiken auf Goldgrund, eine Vorhalle mit Mosaiken und den Gräbern vieler Dogen, über 500 Säulen, künstlerisch ausgeführte Bronzethüren, fünf große Halbkuppeln und ist im Innern 76,5 m lang und 52 m breit. Der Fußboden ist von alter Marmormosaik und die Kirche reich an Statuen und andern Skulpturen, Mosaiken und sonstigen Kostbarkeiten. Erwähnenswert ist besonders die Pala d'oro, ein goldener, mit Gemmen besetzter und mit trefflichen Emailmalereien geschmückter Altarvorsatz aus dem 11. Jahrh. Über dem Hauptportal prangen die vier antiken Rosse aus vergoldeter Bronze, welche 1204 aus dem eroberten Konstantinopel nach V., von den Franzosen 1797 nach Paris und 1815 wieder an ihre jetzige Stelle gebracht wurden (vgl. Ongania, La Basilica di San Marco, Vened. 1878-86, 681 Tafeln, Text von Boito u. a.). Von den übrigen Kirchen sind hervorzuheben: San Francesco della Vigna, 1534-80 von Sansovino und Palladio (von diesem die Fassade) erbaut, mit der schönen, von den Lombardi aufgeführten Kapelle Giustiniani, Gemälden von P. Veronese, Bellini, Skulpturen von Vittoria u. a.; San Giacomo, die älteste, ursprünglich um 520 erbaute Kirche Venedigs bei der Rialtobrücke; San Giorgio Maggiore, auf der gleichnamigen Insel, eine Kuppelkirche aus weißlichem Marmor, das Innere von Palladio, die Fassade von Jacopo Santafelice um 1600 erbaut, mit Gemälden von Bassano, Tintoretto u. a. und Glockenturm; San Giovanni Crisostomo, im Renaissancestil 1489 erbaut, mit Gemälden von Bellini, Sebastiano del Piombo u. a.; San Giovanni e Paolo, eine imposante gotische Kirche, 1246-1430 für die Dominikaner erbaut, Gruftkirche der Dogen, mit interessantem Renaissanceportal und zahlreichen Grabmälern der Dogen, unter welken die von Pietro Mocenigo, Mich. Morosini, Andrea Vendramin, Marco Corner, Giov. Mocenigo u. a. als hervorragende Kunstwerke zu erwähnen sind (auf dem Platz vor der Kirche befindet sich das eherne Reiterstandbild des Condottiere Bart. Colleoni, von Andrea del Verrocchio 1496 errichtet); San Giovanni Elemosinario von 1527, mit Gemälden von Tizian, Pordenone u. a.; Santa Maria Assunta dei Gesuiti aus dem 18. Jahrh., im Innern ganz mit Marmor ausgekleidet; Santa Maria del Carmine von 1290, mit Gemälden von Tintoretto u. a.; Santa Maria della Saltue ^[richtig: Salute], eine Kuppelkirche von imposanter Wirkung (1631-87 von Longhena erbaut, mit Gemälden von Tizian u. a.); Madonna dell' Orto, ein seit 1850 restaurierter gotischer Bau aus dem 15. Jahrh., mit schön dekorierter Fassade, Gemälden von Cima, Palma Vecchio, Tintoretto (der hier begraben liegt) u. a.; Santa Maria Gloriosa al Frari, 1250-80 im frühgotischen Stil erbaut, mit den Grabmälern von Tizian (1852 auf Kosten des Kaisers von Österreich ausgeführt), Canova, der Dogen Foscari, Nic. Tron, Giov. Pesaro, des Admirals Pesaro u. a., Altarbildern von Tizian, Bellini u. a.; San Pietro di Castello, 1594-1807 Patriarchatskirche; Il Redentore auf der Insel Giudecca, der vorzüglichste Kirchenbau von Palladio (1577); San Rocco aus dem 15. Jahrh., mit Gemälden von Tizian, Tintoretto u. a. und dem daran stoßenden, 1550 ausgeführten Versammlungshaus der gleichnamigen Brüderschaft (Scuola di San Rocco), mit prunkvoller Renaissancefassade und in den Sälen im Innern mit 56 kolossalen biblischen Gemälden von Tintoretto; San Salvatore, vollendet 1534, mit Gemälden von Tizian, Dogendenkmälern etc.; San Sebastiano von 1506, mit Decken und Altarbildern sowie dem Grabmal von Paolo Veronese; Santo Stefano aus dem 14. Jahrh., im gotischen Stil, mit schönen Grabmonumenten; San Zaccaria, ein den Übergang von der Gotik zur Renaissance bezeichnender Bau von 1457 bis 1515 (s. Tafel »Baukunst XII«, Fig. 2), mit dem Grabmal des Al. Vittoria, Gemälden von Bellini u. a. Auch die Griechen, Armenier (s. San Lazaro) und Evangelischen haben je eine Kirche, die Juden sieben Synagogen.

 

[Paläste etc.] Unter den weltlichen Gebäuden steht obenan der Dogenpalast (Palazzo ducale) Derselbe ist seit seiner Gründung (809) fünfmal zerstört worden; der jetzige Bau wurde im maurisch gotischen Stil nach dem Entwurf von Filippo Calendario im 14. Jahrh. begonnen und im 15. und 16. Jahrh. fortgesetzt. Er enthält im Erdgeschoß eine offene Halle mit kurzen Säulen, eleganten verschiedenartigen Kapitälen und weiten Spitzbogen, darüber eine Loggia als Zwischengeschoß mit doppelter Spitzbogenzahl, endlich den gewaltigen, von wenigen gotischen Fenstern durchbrochenen, mit abwechselnd weißen und roten Marmorplatten bekleideten Oberbau. In dem von prächtigen Fassaden umschlossenen, mit zwei ehernen Brunnen geschmückten Hof erhebt sich die marmorne Riesentreppe (scala dei giganti), so benannt nach den riesigen Bildsäulen des Mars und Neptun, die sie zieren. Sie bildet den Haupteingang in das Innere des Palastes; auf ihrer obersten Stufe

Venedig (Bevölkerung, Industrie, Handel etc.).

 

wurden die Dogen gekrönt. Unter den elf ungeheuren Sälen des Palastes, die sämtlich mit Meisterstücken italienischer Maler (P. Veronese, Tizian, Tintoretto u. a.) prangen, ist der Saal des Großen Rats, welcher gegenwärtig zur Aufbewahrung der großen Bibliothek von St. Markus dient, der prachtvollste. Andre Säle enthalten die Antiken und die Münzsammlung. Noch zeigt man hier aus der Zeit der Republik die Staatsgefängnisse und die sogen. Seufzerbrücke (ponte dei sospiri), die in ein besonderes, durch den Kanal vom Dogenpalast getrenntes Staatsgefängnis führte. - Das Arsenal im südöstlichen Teil der Stadt (1104 gegründet, 1304 umgebaut und später mehrfach erweitert) nimmt eine ganze Insel ein, umfaßt Schiffswerften, Bassins, Magazine für Vorräte aller Art, Seiler- und Zimmerwerkstätten, Ankerschmieden, Kanonengießereien, eine Waffensammlung, verschiedene Denkmäler, Trophäen etc. und ist mit Mauern und Festungswerken umgeben. In der Blütezeit Venedigs war es der Stolz der Republik und beschäftigte 16,000 (jetzt gegen 2000) Arbeiter. An dem triumphbogenartigen, 1460 erbauten Portal stehen vier antike marmorne Löwen, welche 1687 vom Piräeus bei Athen hierher kamen. Von den sechs Theatern ist das Operntheater Fenice, 1836 umgebaut, eins der größten (es faßt 3000 Zuschauer) in Italien. Unter den sonstigen öffentlichen Gebäuden und den zahlreichen Palästen der alten venezianischen Adelsfamilien, die meist am Canale Grande liegen, sind hervorzuheben: der Palazzo Vendramin-Calergi, der edelste und schönste aller Paläste, von 1481; die reichgeschmückte Cà d'oro (s. beide Tafel »Wohnhaus II«); der Palazzo Emo (Treves), mit den Marmorstatuen des Hektor und Aias von Canova; die Dogana di Mare, von 1676; der Palazzo Corner della Cà grande, ein Prachtbau von Sansovino (1532); Palazzo Pisani; Palazzo Grimani, mit klassischer Fassade (1550); Palazzo Manin (jetzt Nationalbankfiliale), mit Renaissancefassade von Sansovino; Palazzo Contarini-Fasan, mit ausgezeichneter Spitzbogenarchitektur; Palazzo Dario, Foscari, Contarini delle Figure, Corner-Spinelli, Franchetti, Pesaro; das Rathaus, bestehend aus den Palazzi Farsetti und Loredan; der Fondaco dei Tedeschi, ein im 13. Jahrh. errichtetes, 1505 umgebautes Kaufhaus der Deutschen; der Fondaco dei Turchi (10. Jahrh., im 17. Jahrh. den türkischen Kaufleuten überlassen, 1880 im ursprünglichen Stil neugebaut, mit dem Museo civico) u. a.

 

[Bevölkerung, Erwerbszweige.] Die Zahl der Einwohner (zur Zeit der Blüte der Stadt 190,000) betrug Ende 1881: 129,445 (als Gemeinde 132,826). Die Industrie umfaßt vor allem die seit alters her berühmte, gegenwärtig aber start reduzierte Glasindustrie (namentlich in Perlen, Email, Mosaik, verschiedenen Kurzwaren und Spiegeln), dann die Fabrikation von Seidenwaren (Brokatstoffen u. a.), Spitzen, Kunstmöbeln, Gold- und Silberwaren, Leder und Lederarbeiten, Handschuhen, künstlichen Blumen, Seifen und Schiffbau. Hierzu sind in neuester Zeit eine Baumwollspinnerei u. -Weberei, Dampfmühlen, eine große Fabrik für Waggons und Maschinen und eine Fabrik für Sprenggeschosse hinzugekommen. Der einst so blühende Handel Venedigs ist durch die Entdeckung von Amerika und die Auffindung des Seewegs um Afrika nach Ostindien zu einem bloßen Schattenbild seiner alten Größe herabgesunken (1420 besaß die Republik noch 330 Handelsschiffe mit 26,000 Matrosen, 1886 belief sich die Handelsmarine des Seebezirks von V. auf 853 Schiffe, fast ausschließlich Segelboote, mit 31,519 Ton. Tragfähigkeit und einer Bemannung von 11,488 Personen); aber auch in seinem Verfall hat V. infolge seiner günstigen Lage, seines trefflichen Hafens, seines Fluß und Kanalsystems und seiner Eisenbahnverbindungen noch einen bedeutenden Geschäftsumsatz. Der Landhandel geht nach Mittel- und Westeuropa, vor allem nach dem nördlichen Italien, nach Tirol, der Schweiz und mittels der Brennerbahn nach Süddeutschland. Der Küstenhandel unterhält einen regen Verkehr mit den Handelsplätzen beider Gestade des Adriatischen und zum Teil auch des Mittelländischen Meers, vor allem mit Triest. Hierzu kommt der Seeverkehr mit den britischen, den belgischen, holländischen und deutschen Häfen, mit den Häfen der Levante, des Schwarzen Meers, Ägyptens und des übrigen Nordafrika, Ostindiens u. Chinas, Nord- und Südamerikas etc. Doch bildet der Mangel direkter überseeischer Dampferverbindungen ein Haupthindernis eines größern Aufschwungs der Handels- und Schiffahrtsverhältnisse Venedigs. In neuerer Zeit wurde ein Dock, dann die Stazione marittima am Westende der Stadt, zur Ermöglichung des Umladens von den Dampfern unmittelbar auf die Eisenbahn, eröffnet, welche Anlagen freilich erhebliche Mängel aufweisen. Neue Magazine sowie ein Freilager für den Transithandel (Punto franco) sind im Bau. Als Hafen dient der Teil der Lagune vor der Riva degli Schiavoni, von wo die Schiffe gewöhnlich durch den Porto di Malamocco, nur weniger tief gehende durch den nähern Porto di Lido aus-, bez. einfahren. Die Kommunikation mit dem Festland erfolgt durch die Eisenbahn, welche einerseits über Padua nach Verona und Mailand, nach Bologna, Ancona und Florenz, nach Tirol und Süddeutschland, anderseits über Udine nach Triest und nach Pontebba führt. Der Handel der Stadt V. umfaßte 1887 in der Einfuhr einen Wert von 27,2 Mill. Lire (davon 132 zur See, 95,2 zu Land), in der Ausfuhr 186,8 Mill. Lire (54,3 zur See, 132,5 zu Land). Die Hauptartikel des Warenverkehrs von V. sind in der Einfuhr und Ausfuhr (Wert in Millionen Lire):

 

Artikel Einfuhr Ausfuhr

Rohstoffe für Spinnereien 16, 415,5

Wein u. Branntwein 17, 28,4

Rohseide 6, 16, 2

Kolonialwaren 9, 08,

Brennholz u. Kohlen 11,66,0

Fische 3, 72, 9

Früchte 5, 95, 7

Getreide und Mehl 29, 626, 4

Glaswaren 1, 69, 6

Hanf 7,37,1

Häute und Felle 5,86,3

Bauholz 4,84,4

Käse 4,83,5

Garne und Gewebe 26, 420,1

Medizinalien 4,53,3

Metalle 14,98,0

Öl 19,415,9

Farbstoffe 1,20,6

Papier und Bücher 2,61,3

Schlachtvieh ,32,0

Tabak 2,22,3

Wachs und Wachswaren 1,14,1

 

Der Schiffsverkehr umfaßte 1887 im Einlauf 3618 beladene Schiffe mit 985,054 Ton. (darunter 1107 Dampfer mit 819,880 T.), im Auslauf 3539 beladene Schiffe mit 953,186 T. (darunter 1078 Dampfer mit 79,516 T.). Am stärksten war die englische, hiernach die italienische, dann die österreichisch-ungarische, deutsche und griechische Flagge vertreten. Hinsichtlich der Richtung des Schiffsverkehrs war derselbe am stärksten mit italienischen, dann mit österreichisch-ungarischen und britischen Häfen. Unter sämtlichen Hafenplätzen Italiens rangiert V. hinsichtlich des Tonnengehalts aller ein- und ausgelaufenen Schiffe (1,984,813 Ton.) an sechster Stelle und wird hierin nur von Genua, Neapel, Livorno, Palermo und Messina überragt. Im Seebezirk von V. (7 Häfen) ist nur noch der Hafen von Chioggia von Bedeutung.

 

Venedig (Geschichte: Mittelalter).

 

An Wohlthätigkeitsanstalten besitzt V.: ein Zivilspital mit 1600 Betten, ein Findelhaus, eine Säuglings- und 6 Kinderbewahranstalten, 2 Waisenhäuser, mehrere Versorgungsanstalten, eine Casa d'industria, eine Casa delle penitenti für gefallene Mädchen u. a.

 

[Bildungsanstalten.] Von Anstalten für Kunst und Wissenschaft hat V. vor allen eine Akademie der schönen Künste (1807 gegründet und in dem 1552 von Palladio erbauten Kloster und mehreren Anbauten untergebracht) mit reichhaltiger Sammlung von Gemälden, hauptsächlich venezianischer Meister (darunter die Himmelfahrt Mariä von Tizian, eine Madonna von Bellini, Jesus beim Gastmahl des Zöllners von P. Veronese u. a., zusammen ca. 700 Bilder), und Lehrkursen für einzelne Kunstzweige; ferner 2 Lycealgymnasien mit naturhistorischen Sammlungen und einem botanischen Garten, ein Patriarchalgymnasium, eine höhere Handelsschule, Marineschule, Hebammenschule, ein Gewerbeinstitut, 2 technische Schulen, ein Priesterseminar mit Bibliothek von 40,000 Bänden, mehrere Kollegien und Institute zur Erziehung von Knaben und Mädchen; die große Bibliothek San Marco (1536 gegründet) mit ca. 260,000 Bänden und 8000 Manuskripten; die Antiken- und Münzsammlung im Dogenpalast; ein königliches Institut der Wissenschaften und Künste (1838 gegründet), ein Athenäum zur Hebung der Wissenschaften und der Litteratur mit Bibliothek und Lesekabinett, ein reichhaltiges Staatsarchiv (Urkunden bis 833 zurück) im ehemaligen Klostergebäude der Frari, ein Musikkonservatorium etc. Hinsichtlich seiner Kunstschätze nimmt V. einen würdigen Platz neben Rom und Florenz ein, obwohl dieselben größtenteils nicht in Sammlungen vereinigt, sondern an vielen Orten zerstreut sind. Hervorzuheben sind außer der Gemäldegalerie in der Akademie: das städtische Museum (Museo Correr) mit Skulpturen, Gemäldesammlung (für die altvenezianische Schule wichtig), Handzeichnungen, alten Waffen, Münzen, Silber- und Goldarbeiten, Glassachen, Holzschnitzereien etc.; der Kirchenschatz in der St. Markuskirche und die vornehmlich in alten Waffen bestehenden Sammlungen im Arsenal.

 

[Behörden etc.] V. ist der Sitz eines katholischen Patriarchen u. eines armenischen Erzbischofs, eines Präfekten, eines obersten Gerichtshofs, eines Appellhofs, eines Provinzialtribunals, eines Handels- und Seetribunals, einer Finanzintendanz, eines General- und Marinekommandos, einer Handels- und Gewerbekammer, mehrerer Konsuln fremder Staaten etc. (darunter auch eines deutschen). V. bildet auch eine starke Festung, welche gegen die Landseite durch das am Rande des Festlandes gelegene Fort Malghera und 14 über die Lagunen zerstreute kleinere Werke, nach der Seeseite hin durch starke Forts an den Porti, San Niccolò am Porto di Lido, Alberoni und San Pietro am Porto di Malamocco, und 12 kleinere Werke auf den Lidi geschützt ist. Auch die Werke von Chioggia und das Fort von Brondolo gehören noch in das Verteidigungssystem. Zu Spaziergängen dienen die Giardini pubblici an der Südostspitze des Stadtgebiets, der schon erwähnte Giardino Reale, der Giardino Papadopoli und der botanische Garten, beide in der Nähe des Bahnhofs, der Garten auf der Insel San Giorgio Maggiore, der Lido mit stark besuchten Seebädern, Anlagen, Restaurants etc. Vgl. Gsell Fels, Venedig (Zürich 1887); die Reiseführer von Gsell Fels (»Oberitalien«, 4. Aufl., Leipz. 1888), Ohswaldt (4. Aufl., Triest 1878); Yriarte, Venise. Histoire, art, industrie, etc. (Par. 1877); Molinier, Venise, ses arts décoratifs, ses musées, etc. (das. 1889).

 

Geschichte.

 

An der Nordwestseite des Venezianischen Meerbusens wohnten im Altertum die Veneter (s. d.), wahrscheinlich illyrischen Stammes, nach denen das Land Venetia genannt wurde (s. Karte bei »Italia«). Während der Völkerwanderung flüchteten viele Einwohner von dem Festland auf die Inseln in den Lagunen. Die kleinen demokratischen Gemeinwesen wurden von Tribunen regiert, die unter dem Exarchen von Ravenna als dem Vertreter des byzantinischen Reichs standen. Um sich besser gegen die Langobarden und die dalmatischen Piraten zu schützen, wählten die Bewohner der Inseln 697 auf den Rat des Erzbischofs von Grado Paulucius Anafestus zu ihrem ersten Dux (Dogen) auf Lebenszeit. Die Oberhoheit des griechischen Kaisers wurde auch ferner anerkannt und erst im 11. Jahrh. mit der des römisch-deutschen Kaiserreichs vertauscht. Im Innern bewirkte die Einsetzung des Dogen die allmähliche Verwandlung der Republik in eine aristokratische Wahlmonarchie. Unter dem Dogen Orso entrissen die Venezianer den Langobarden Ravenna. Orso ward bald darauf ermordet (737), und seitdem werden mehrere Jahre hintereinander Magistri militum an der Spitze Venetiens genannt, bis Orsos Sohn Deodato 742 wieder zur Würde eines Dogen gelangte. Während der Kämpfe mit den fränkischen Königen, namentlich mit Karls d. Gr. Sohn Pippin, drängten sich die Einwohner mehr und mehr auf den festesten und bedeutendsten Inseln, namentlich auf Rialto (rivus altus), Malamocco und Torcello, zusammen, und auf der erstern erhob sich nach und nach eine volkreiche Stadt, in welche 810 der Sitz der Regierung verlegt ward. Unter dem Dogen Giustiniani (827-830) brachten venezianische Kaufleute den Körper des Apostels Markus aus Alexandria nach V., dessen Schutzherr Markus fortan wurde. Durch seinen Handel selbst mit sarazenischen Städten in Verbindung und zwischen das oströmische und das weströmische (fränkische) Reich in die Mitte gestellt, wuchs V. nun rasch an Reichtum und Selbständigkeit.

 

Die steigende Seemacht erweckte in den Dogen das Streben, ihre Würde in eine erbliche Gewalt umzuwandeln. Schon war sie im wechselnden Besitz weniger Familien, welche durch Verbindungen mit auswärtigen Fürstenhäusern ihre Macht erhöhten und durch Ernennung der Söhne zu Mitregenten ein Erbrecht schaffen wollten. Daher ward 1032 ein Gesetz gegeben, daß kein Doge mehr sich seinen Sohn oder Bruder als Mitregenten (condux) zur Seite stellen, dagegen seine Gewalt durch zwei ihm beigesetzte Räte beschränkt sein sollte. An die Stelle der Tribunen traten allmählich eigentliche Richter (judices), deren Urteile der Doge jedoch zu bestätigen hatte. Dem Dogen Vitale Falieri (Faledrus, 1084-96), trat der griechische Kaiser, um an den Venezianern eine Stütze gegen die Normannen zu haben, die Städte Dalmatiens und des griechischen Istrien ab. Besonders aber vermehrten die Kreuzzüge, an welchen die venezianischen Schiffe im Wetteifer mit denen Genuas und Pisas einen hervorragenden Anteil nahmen, Venedigs Handel und Seemacht. Nicht nur bereicherten sich die Kaufleute bei der Versorgung der Kreuzheere mit Lebensmitteln und Kriegsmaterial und bei dem freien Handel mit der Levante, sondern auch der Staat gewann in den christlichen Gebieten des Orients feste Stützen für die spätere Ausbreitung seiner Macht. Aber während die Macht der Republik nach außen wuchs, kämpfte im Innern die Aristokratie mit dem Volk und suchte der Doge seine Macht zu erweitern. Nachdem in einem der hierdurch veranlaßten Aufstände der 38. Doge, Vitale Michiele, 1172 ermordet worden war, ward nun die Verfassung dahin abgeändert, daß man die höchste Gewalt einer jährlich aus den sechs Quartieren der Stadt erwählten Vertretung der Bürgerschaft, 480 Notabeln (nobili), übertrug, die als Großer Rat (consiglio maggiore) dem Dogen und seinem Regierungskollegium von sechs Räten, der Signoria, zur Seite trat; nur in seltenen Fällen wurde noch die Volksgemeinde (arengo) berufen, die durch Akklamation ihre Zustimmung zu wichtigen Beschlüssen zu geben hatte. Ein mehr richterliches Kollegium bildeten die Vierziger (quarantia), ursprünglich ein Kriminalgericht, das aber allmählich eine politische Korporation ward, die zwischen der Signoria und dem Großen Rat stand und alle Vorschläge der Signoria zum Vortrag in dem letztern zu beraten hatte. An der Spitze der Quarantia standen drei Capi, die später beständige Mitglieder der Signoria wurden. 1177 war V. Schauplatz der weltgeschichtlich bedeutenden Zusammenkunft Papst Alexanders III. und Kaiser Friedrichs I. (Friede von V.).

 

Die Handelsmacht der Republik erhielt ihre weiteste Ausdehnung unter dem 41. Dogen, Enrico Dandolo (s. d.). Derselbe eroberte an der Spitze der venezianischen Flotte im vierten Kreuzzug 1203. Konstantinopel, half das lateinische Kaiserreich errichten, welches die Venezianer zu Herren und Meistern des Ostens machte, und erwarb der Republik vornehmlich den Besitz von Kandia und mehreren Inseln des Ägeischen und Ionischen Meers. Die Eifersucht Genuas auf Venedigs Machtentwickelung rief einen langen Seekrieg zwischen beiden Republiken hervor, in welchem Korfu den Venezianern in die Hände fiel und Modon und Koron erobert wurden. Sehr nachteilig wurde dagegen den Venezianern die Wiederherstellung des byzantinischen Kaisertums (1261), da ihre Rivalen, die Genuesen, die wesentlich zum Sturz des lateinischen Kaisertums beigetragen hatten, im Gebiet des griechischen Kaisers besondern Schutz fanden und namentlich den Handel auf dem Schwarzen Meer in ihre Hand bekamen. Die Venezianer mußten nun Verbindungen mit den arabischen Reichen anknüpfen, um die ostindischen Waren über Alexandria beziehen zu können. Der Krieg zwischen den beiden Handelsrepubliken entbrannte daher mit neuer Heftigkeit. Nach wechselndem Waffenglück ward die venezianische Flotte von 95 Galeeren unter Andrea Dandolo von den Genuesen 1298 fast gänzlich aufgerieben, worauf 1299 zu Mailand der Friede zu stande kam. Unter dem Dogen Pietro Gradenigo (1297) wurde die aristokratisch-oligarchische Konstitution mittels der sogen. Schließung des Großen Rats (il serrar del maggior consiglio) durchgeführt, indem das alte, bisher jährlich neugewählte große Kollegium von mitregierenden Großen sich in eine geschlossene Gesellschaft von Erbaristokraten verwandelte, worunter man die im Goldenen Buch eingezeichneten Familien der Nobili verstand. Infolge mehrerer Verschwörungen der zurückgesetzten Adelsfamilien und der Popolaren gegen diese Verfassung (so die des Tiepolo 1310) ward 1335 der Rat der Zehn (Consiglio dei Dieci) oder der Staatsinquisitoren, ein Polizeigericht mit ausgedehntester Vollmacht, welches anfangs nur für zwei Monate eingesetzt, aber immer wieder verlängert ward, zu einem organischen Institut der Republik erklärt. Hierdurch und durch Teilung der Gewalten unter die herrschenden Adelsgeschlechter und strenge Überwachung nach allen Seiten wurde das aristokratische Regiment gegen alle Umsturzversuche, sowohl monarchische als demokratische, gesichert. Der Doge Marino Falieri mußte 1355 einen solchen Versuch auf dem Blutgerüst büßen. Unter Francesco Dandolo (1328-39) ward das Landgebiet der Republik in einem Krieg mit Mastino della Scala durch die Erwerbung der Landschaft Treviso vergrößert. Ein Krieg mit Ungarn kostete V. 1358 die dalmatische Küste. Glücklicher war die Republik in einem unter Andrea Contarini (1367-82) geführten Krieg mit Padua. Auch Genua unterlag nach 130jährigem Kampf, indem die Flotte Genuas 23. Dez. 1379 bei Chioggia vernichtet und das Heer im Juni 1380 zur Kapitulation gezwungen wurde, worauf Genua 1381 den Frieden von Turin schloß, der Venedigs Seeherrschaft anerkannte. Bald darauf (1387) begab sich Korfu aus neapolitanischer Herrschaft unter venezianische.

 

Nach dem Frieden mit Genua begann die glücklichste Periode der Geschichte Venedigs. Vicenza, Verona, Bassano, Feltre, Belluno und Padua mit ihren Gebieten wurden 1404 und 1405, Friaul 1421, Brescia und Bergamo 1428, Crema 1448, die Inseln Zante und Kephalonia 1483 Bestandteile des venezianischen Gebiets, und 1489 trat die Witwe des letzten Königs von Cypern, Catarina Cornaro, auch diese Insel an die Republik ab. Reich, mächtig und gefürchtet, das durch Wissenschaft u. Kunst gebildetste Volk in sich fassend, so trat V. in das 16. Jahrhundert. Handel und Gewerbfleiß blühten, die Abgaben waren gering, die Regierung war mild, solange es sich nicht um Politik handelte; das streng aristokratische Staatssystem verurteilte zwar die Masse des Volkes zu politischer Unmündigkeit und Teilnahmlosigkeit, steigerte aber die Vaterlandsliebe und die Staatsmännische Klugheit und Thätigkeit des herrschenden Adels. Durch die Entdeckung des Seewegs nach Ostindien (1498) verlor V. den ostindischen Handel, und die Osmanen entrissen der Republik seit der Eroberung Konstantinopels alles, was sie im Archipel und auf Morea besessen, auch Albanien und Negroponte. Die Republik suchte diese Verluste durch Erweiterung des festländischen Gebiets und Verstärkung ihres Einflusses in Italien auszugleichen. Sie errang auch wichtige Erfolge. Indes erweckte sie durch ihre aggressive Politik, ihren Übermut und ihre Anmaßung auch den aktiven Widerstand andrer Mächte, welche um 1500 um den Besitz Italiens kämpften. Die 10. Dez. 1508 geschlossene Liga zu Cambrai zwischen dem Papste, dem Kaiser und den Königen von Frankreich und Aragonien bezweckte nichts Geringeres als die Vernichtung des Freistaats. Es gelang jedoch der Republik, ihre Gegner zu trennen, indem sie 5. Okt. 1511 die Heilige Liga und 14. März 1513 ein Bündnis mit Frankreich zu stande brachte. In dem endlich abgeschlossenen Frieden (15. Jan. 1517) erhielt V. das verlorne Verona zurück, büßte aber Cremona, die Ufer der Adda und die Romagna ein; auch blieben Roveredo, Riva und Gradisca noch in den Händen des Kaisers. Seine Teilnahme an einem Krieg des Papstes und Karls V. gegen die Türken kostete V. in dem Frieden vom Mai 1540 die Abtretung der Inseln Skio, Palmosa, Cesina, Nio und Paros, der Städte Malvasia und Nauplia und eine Kontribution von 300,000 Dukaten. Die hierauf folgende Zeit der Ruhe kam der Pflege der Künste sehr zu statten. Da 1571 die Osmanen die Insel Cypern eroberten, trat V. der vom Papst betriebenen Liga gegen die Pforte bei, und seine Flotte focht mit in der Schlacht bei Lepanto (7. Okt. 1571). 1645 entbrannte ein neuer Krieg mit der Pforte um Kreta, der erst 1669 trotz einiger glänzender Siege des venezianischen Feldherrn Francesco Morosini mit dem Verlust dieser Insel für V. endete. Erst die Niederlage der Türken vor Wien 1683 gab der Republik wieder den Mut, ein Bündnis mit Österreich, Polen und Rußland gegen den Sultan zu schließen. Francesco Morosini machte viele Eroberungen; doch behielt V. von denselben im Karlowitzer Frieden von 1699 nur Morea, die Inseln Ägina und Santa Maura, dann Castelnuovo am Kanal von Cattaro und einige Plätze in Dalmatien. An dem spanischen Erbfolgekrieg nahm V. keinen Teil, dennoch durchzogen die Österreicher und Franzosen verwüstend sein Gebiet. Nach einem neuen Krieg mit der Türkei verlor es im Passarowitzer Frieden (Juli 1718) Morea, wogegen es Korfu und Dalmatien behauptete.

 

Seitdem nahm die Republik an den Welthändeln keinen weitern Anteil mehr. Die Zahl der Einwohner, die das Gebiet der Republik bewohnten, belief sich 1722 auf 2½ Mill. Seelen; die Einkünfte betrugen 6 Mill. Dukaten, die Staatsschulden 28 Mill. Dukaten. Während des Kriegs, den Kaiser Karl VI. von 1736 bis 1739 mit den Türken führte, war V. bloß bemüht, seinen Handel gegen die Seeräubereien der Barbaresken zu schützen, sah sich aber dennoch in fortdauernde Händel mit den Türken verwickelt; von den Barbareskenstaaten mußte es überdies die Sicherheit seiner Flagge durch Tributzahlung erkaufen. In der europäischen Politik schwang sich V. nie wieder zu einer selbständigen Politik empor; seine schwankende Haltung während der Stürme, welche Italien nach der französischen Revolution durchtobten, führte auch seinen Untergang herbei. Die Neutralität Venedigs war eine schwächliche und zweideutige. Ein ihm 1796 von der französischen Republik angebotenes Bündnis lehnte der Senat ab, weil in diesem Augenblick neue österreichische Streitkräfte gegen Italien vorrückten, begünstigte dagegen den bewaffneten Aufstand des Volkes auf der Terra ferma, als Bonaparte in Steiermark eindrang. Als nun dieser im Mai 1797 an die Republik den Krieg erklärte, suchte man den Sieger dadurch zu beschwichtigen, daß der Große Rat den erblichen Rechten der Aristokratie entsagte, die Souveränität niederlegte und dieselbe dem Verein der Bürger übergab, somit die aristokratische Verfassung nach 500jährigem Bestehen in eine demokratische verwandelte. Der letzte Doge, Ludovico Manin, dankte 12. Mai 1797 ab; am 16. rückten 3000 Franzosen in V. ein, das noch nie feindliche Truppen betreten hatten, eine provisorische Regierung von 60 Mitgliedern trat an die Stelle des Großen Rats, und 4. Juni ward am Fuß des errichteten Freiheitsbaums das Goldene Buch verbrannt. Im Frieden vom Campo Formio wurde das ganze Gebiet diesseit der Etsch mit Dalmatien und Cattaro an Österreich, das jenseit der Etsch aber an die Cisalpinische Republik, das nachmalige Königreich Italien, gegeben, welchem durch den Frieden von Preßburg (26. Dez. 1805) auch das österreichische V. mit Dalmatien zufiel. Nach dem Wiener Frieden (1809) wurden die beiden Departements Passerino (Hauptstadt Udine) und Istrien (Hauptstadt Capo d'Istria) zu den illyrischen Provinzen Frankreichs geschlagen. Durch den ersten Frieden von Paris (1814) ward V. mit seinem Gebiet wieder Österreich übergeben, das nun alle italienischen Provinzen zu dem Lombardisch-Venezianischen Königreich (s. Lombardei) verband. 1830 erhielt V. einen Freihafen.

 

Die Reformbewegungen in Italien 1847 fanden auch in V. begeisterten Anklang. Der Advokat Daniel Manin und Tommaseo überreichten der Regierung Petitionen, in welchen auf die vielfachen Gebrechen in der Administration aufmerksam gemacht und Verbesserungen vorgeschlagen wurden. Man antwortete mit der Verhaftung der kühnen Antragsteller (18. Jan. 1848) und der Verkündigung des Standrechts. Dennoch kam es zu wiederholten Volksdemonstrationen und zu blutigen Konflikten zwischen Militär und Volk; 22. März erstürmte das Volk das Arsenal und nötigte den Stadtkommandanten Grafen Zichy zum Abschluß einer Konvention, wonach ohne Schwertstreich die Stadt mit allem Kriegsmaterial den Aufständischen überliefert ward. Gleichzeitig bildete sich eine provisorische Regierung, und 23. März erfolgte die feierliche Proklamation der Republik San Marco, an deren Spitze Manin als Ministerpräsident trat. Die von der Regierung berufene Assemblea beschloß den Anschluß an Sardinien. Nach der Niederlage der Sardinier erhob sich aber 11. Aug. ein neuer Aufstand, infolge dessen die Regierung abdankte, die piemontesischen Truppen entfernt und Manin die Diktatur übertragen wurde. Im März 1849 wurde er zum Präsidenten der Republik ernannt. Nach der abermaligen Niederlage der Piemontesen bei Novara (23. März) wurde V. vom österreichischen General Haynau belagert. Nach einem furchtbaren Bombardement mußten die Belagerten 26. Mai das Fort Malghera den Österreichern überlassen. Mangel und die wachsende Cholera zwangen Manin zur Einleitung von Unterhandlungen, und 23. Aug. ergab sich die Stadt auf sehr milde Bedingungen hin. Am 30. Aug. 1849 hielt Radetzky seinen Einzug. V. verlor sein Freihafenprivilegium und erhielt es erst 20. Juli 1851 wieder. Der Belagerungszustand ward erst 1. Mai 1854 aufgehoben. Im italienischen Krieg von 1859 lag die Absicht vor, auch V. den Österreichern zu entreißen; doch beließ der Friede von Villafranca Venetien unter Österreichs Zepter, welches sich trotz seiner finanziellen Bedrängnis weigerte, das Anerbieten Italiens, V. um eine hohe Summe zu kaufen, anzunehmen, und es dann im Krieg von 1866 durch den Sieg bei Custozza auch behauptete. Erst nach der Schlacht bei Königgrätz verzichtete Österreich (4. Juli) auf den Besitz Venetiens, indem es dasselbe an den Kaiser Napoleon III. abtrat; dieser überließ es dem Königreich Italien, dem es, nachdem 8. Okt. die Österreicher V. geräumt und 22. Okt. das Volk in einer allgemeinen Abstimmung sich mit allen gegen 69 Stimmen für den Anschluß an Italien erklärt hatte, einverleibt wurde. Am 7. Nov. 1866 hielt König Viktor Emanuel seinen feierlichen Einzug in V.

 

Vgl. außer den ältern Geschichtswerken von Laugier, Tentori, Barzoni u. a. Daru, Histoire de la république de Venise (4. Aufl., Par. 1853, 9 Bde.; deutsch, Leipz. 1859, 4 Bde.); Philippi, Geschichte des Freistaats V. (Dresd. 1828); Romanini, Storia di Venezia (Vened. 1854-61, 10 Bde.; Flor. 1875, 2 Bde.); Molmenti, Die Venezianer (deutsch von Bernardi, Hamb. 1886); Lamansky, Secrets d'État de Venise (Petersb. 1884); Hain, Der Doge von V. 1032-1172 (Königsb. 1883); Zwiedineck-Südenhorst, Die Politik Venedigs während des Dreißigjährigen Kriegs (Stuttg. 1882-85, 2 Bde.); Simonsfeld, Der Fondaco dei Tedeschi in V. (das. 1887, 2 Bde.); Dandolo, la caduta della repubblica di Venezia (Vened. 1855); Bonnal, Chute d'une république. Venise (Par. 1885); Cicogna, Delle iscrizioni veneziane (Vened. 1824-53, 7 Bde.); »Archivio Veneto« (das. 1871 ff., bis jetzt 37 Bde.); »I libri commemoriali della repubblica di Venezia« (ein Regestenwerk, das.).

  

Tapınağın hemen doğusunda ve kuzey-güney caddesi üzerinde yer alan bu anıtsal kapı İS. 2. Yüzyıla tarihlenmektedir. Korinth nizamında yapılmış olan bu yapı, Hellence, tetra: dört, pylon: kapı anlamına gelir. Dört tarafındaki dörder sütundan oluştuğu için bu adı almıştır. Tam olarak bir işlevinin olduğunu söylemek zordur. Tapınağın giriş binasının aksında değildir. Ancak tapınağa ulaşan merasim alaylarının burada toplanarak tapınağa gittiğini söyleyebiliriz. Genel anlamda bu yapı Aphrodisias’lı mimar ve yontucuların salt gösteriş amacı ile yaptıkları bir anıttır. Yapıda mimari olarak çok zengin tarzların bir arada kullanıldığını görmekteyiz. Düz, yivli, spiral yivli sütunların bazısı çift sütundan oluşur. Bazı sütunlar mavi mermerlerden yapılmıştır.

 

Batı alınlıkta kırık alanlık tarzının içerisinde akantus yapraklarının arasından çıkan Eros, Nike ve atlardan oluşan av sahneleri betimlenmiştir. Doğu alınlık ise yarım daire şeklindeki kemerden oluşur. Bu kemerin içerisinden Aphrodithe’nin yıldızı Venüs sabah akşam parlamasını sürdürmektedir. Nike ve Erotes’in rahatlatıcı şekilleri ile birlikte yarım daire şeklindeki eşiği, yapının 2. ve 3. kolonlarından baskı görünür. 16 sütun yeniden dikilmiş ve yapılan onarımlarda gerçeğine olabildiğince sadık kalınmaya çalışılmıştır.

 

Tetrapylon’un hemen doğusunda Aphrodisias mermer ocaklarının beyaz mermerlerinden yapılmış mütevazı bir mezar yer almaktadır. Burada Aphrodisias kenti için hayatının yarısını adayan ve Aphrodisias’ın ortaya çıkarılması ve tanınmasında büyük çaba harcayan Prof. Dr. Kenan T. Erim yatmaktadır.

 

Tetrapylon’un restorasyonu için çok büyük çaba harcayan Kenan Erim, yapının onarımının bitişi ve zamanın Cumhurbaşkanı merhum Turgut Özal tarafından açılışından üç hafta sonra sonsuzluğa ulaşmıştır.

 

Tetrapylon’un onarımı şimdiye dek Anadolu’da yapılmış en önemli restorasyondur. Antik devirde kullanılmış olan özgün parçaların %80’i kazılarda bulunarak yerlerine konulmuştur. Ayrıca yapının tümü hakkında bir fikir edinilecek bir yapılmıştır. Yapının onarımında Avusturyalı mimarlar, Türk arkeologlar ve ustaları görev almışlardır. Tetrapylon’un kolonlarının onarımı ve yeniden inşaatı 1990 yılında tamamlandı.

A.9112 seen crossing the Korinth Canal bridge on 3 November 1992 with train 309, 08:10 Kalamata to Pireás.

un desiro delle ferrovie greche OSE (gruppo 460) è qui ripreso in viaggio verso atene sulla nuova linea kiato - atene - aeroporto , proprio mentre passa sopra il canale di corinto mentre una piccola nave , probabilmente per il trasporto di grano , lo attraversa.

 

a desiro emu of the hellenic railways OSE (class 460) is here taken while passing through the canal of corinth towards athens on the new athens - kiato .

 

Alexandria (Alexandreia), eine von Alexander d. Gr. 331 v. Chr. gegründete und nach ihm benannte Stadt an der Küste von Unterägypten, jahrhundertelang eine der glänzendsten Großstädte des Altertums und als Pflegerin der Wissenschaften berühmt. Der Sage nach hatte dem Eroberer im Traum ein Greis die Verse Homers recitiert:

 

"Eine der Inseln liegt in der weit aufwogenden Meerflut

 

Vor des Ägyptos Strom, und Pharos wird sie geheißen" -

 

und so die Lage der zu erbauenden Stadt bestimmt. Sie nahm den sandigen Streifen zwischen dem Meer und dem Strandsee Mareotis ein und war vom Baumeister Deinokrates angelegt. Ihr Umfang betrug an 19 km. Die vorliegende Insel Pharos war mit dem Festland durch einen mächtigen, 7 Stadien (1290 m) langen Damm (Heptastadion) verbunden, welcher den Hafen in eine westliche (Eunostos) und eine östliche Hälfte (den sogen. Großen Hafen) teilte. Diese Häfen sind noch die der jetzigen Stadt A.; das tief und fest begründete Heptastadion ist durch die vom Meer angeschwemmten Gerölle und Schuttmassen zu einer etwa 500 m breiten Landzunge geworden, die Kanäle aber, welche die Häfen ehedem verbanden, sind längst angefüllt. Auf der Ostspitze der Insel Pharos erhob sich, von Sostratos unter Ptolemäos I. im 3. Jahrh. v. Chr. erbaut, der berühmte, 160 m hohe, aus acht Stockwerken bestehende Leuchtturm, dessen Leuchte auf 300 Stadien (50-60 km) den Schiffen sichtbar war. Das prächtigste Quartier der Stadt war das sogen. Brucheion oder Basileia, das den "großen Hafen" von S. einschloß und alle zur königlichen Residenz gehörigen Bauwerke umfaßte. Hier stand das weltberühmte Museion, der Brennpunkt des geistigen Lebens für mehrere Jahrhunderte, mit der großen, angeblich 700,000 Rollen starken Bibliothek (s. unten, S. 331); weiter nach der Küste hin der Tempel des Poseidon und das Theater. Am östlichen Ende des Brucheion ragten die sogen. Nadeln der Kleopatra empor, zwei schlanke Obelisken aus dem 16. Jahrh. v. Chr., von denen der eine seit 1878 in London, der andre seit 1880 in New York sich befindet. Im S. des Brucheions stand das prunkvolle Gymnasion mit 200 m langen Säulenhallen und ostwärts davon, vor dem Kanoposthor, der große Hippodrom (die Rennbahn). Im SW. der Stadt lag das Serapeion, nächst dem Kapitol in Rom das prachtvollste Gebäude seiner Art in der damals bekannten Welt (mit einer zweiten wertvollen Bibliothek von 200,000 Rollen), in dessen weiten Räumen zu Anfang des 4. Jahrh. n. Chr. ein römischer Präfekt, Pompejus, zu Ehren des Kaisers Diokletian eine imposante Säule errichtete, die noch heute, gewöhnlich Pompejussäule benannt mitten unter Schutthügeln aufrecht steht, ein riesenhafter Monolith aus rotem Granit von 20 m Höhe und 2½ m Durchmesser. Sie gehört zur korinthischen Ordnung und erreicht mit Fußgestell und Knauf eine Gesamthöhe von fast 32 m. Auf ihr wurden auf Napoleons I. Befehl die Namen der beim Sturm auf die Stadt 2. Juli 1798 gebliebenen französischen Soldaten eingezeichnet, die an ihrem Fuß beerdigt liegen. Den Mittelpunkt der gesamten Stadt bildete der ungeheure Platz, auf dem sich die beiden über 30 m breiten Hauptstraßen Alexandrias rechtwinkelig schnitten; Reihen großer Schutthaufen, einzelne Säulen und zahlreiche Zisternen deuten noch jetzt den Lauf dieser Hauptstraßen an. Im W. lag die große (unterirdische) Gräberstadt (Nekropolis), bis zu dem sogen. Bade der Kleopatra sich erstreckend. Die Hunderte der noch immer vorhandenen Zisternen zeugen noch heute von der Größe des alten Alexandrien. Unter den aufgetürmten Schuttmassen mögen noch ansehnliche Reste der großen Vorzeit verborgen liegen; mit vielen der alten Marmor- und Granitwerke hat sich Rom ausgestattet und nachmals Byzanz, über andre flutet das Meer. Bei der Besitznahme der Römer zählte A. nahezu eine Million Einwohner, und ein seltsames Gemisch von Völkern war hier zusammengedrängt: Griechen (die Mehrzahl), Ägypter und zahlreiche Juden; daneben Leute aus allen Gegenden der damals bekannten Welt, Schwarze und Weiße, die der Handel oder die Sklaverei hierher führte, endlich als Befehlende Römer. Vgl. Kiepert, Topographie des alten A. (Berl. 1872).

 

Das jetzige A. (arab. Iskanderieh, s. beifolgenden Stadtplan), Haupthafen und erste Handelsstadt Ägyptens, ist nächst Kairo die größte und blühendste Stadt des Landes, nimmt aber nur etwa ein Drittel von dem Raum des alten A. ein, nämlich die frühere Insel Pharos und die sie mit dem Festland verbindende Landzunge (das alte Heptastadion). Zu beiden Seiten der letztern liegen die beiden Häfen: westlich der alte oder afrikanische, östlich der neue oder asiatische Hafen, beide jetzt allen Nationen offen stehend, während bis Anfang dieses Jahrhunderts die fremden christlichen Schiffe nur in den nicht hinlänglich sichern neuen Hafen einlaufen durften. A. ist keine eigentlich orientalische Stadt, es bildet ein Gemisch von Orient und Occident, wobei jedoch der europäische Charakter mehr und mehr zur Geltung gelangt. Die Straßen des ältern (türkischen) Stadtteils sind ungepflastert, im Winter daher äußerst schmutzig, fast ungangbar, die Häuser entweder aus Backsteinen und rotem Lehm oder aus weißem Sandstein mit Mörtel gebaut, zwei, höchstens drei Stockwerke hoch, mit flachen Dächern, die Thüren nach der Straße zu verschlossen, die Fenster vergittert. Die mehr in die Augen fallenden Gebäude, wie der Palast des Chedive, das Zollhaus, das Marinearsenal u. a., sind sämtlich Werke Mehemed Alis. Das auffälligste Gebäude ist das auf der ehemaligen Pharosinsel (wahrscheinlich an der Stelle des alten Leuchtturms) stehende Kastell, wo sich auch seit 1842 der neue, 55 m hohe Leuchtturm erhebt, der auf 30 km sichtbar ist. Die Stadt ist nach der See- und Landseite hin durch Befestigungen verteidigt. Die Mauer, welche sie umschließt und durch etwa 100 Türme und Bastionen flankiert wird, ist die nämliche, welche die Araber nach der Zerstörung des alten A. errichteten. Das immer mehr wachsende und sich ausdehnende Quartier der Franken, in dem alljährlich palastartige Neubauten entstehen, zumal um den Platz Mehemed Ali (auch Platz der Konsuln) mit der Reiterstatue Mehemed Alis in Erzguß, drängt die Stadt der Einheimischen immer mehr in den Schatten. Hier hat sich ein völlig europäisches Leben entwickelt mit Gasbeleuchtung, glänzenden Läden, Kaffeehäusern, Theatern, Hotels; hier haben die Klubs und Vereine ("Deutscher Verein") ihren Sitz, hier liegen die europäischen Spitäler (deutsches Diakonissenhaus). Jeder europäische Handelsstaat hat in A. eine kleine Kolonie unter einem Konsul; alle Religionen genießen Schutz und Freiheit, und alle christlichen Hauptsekten besitzen hier Kirchen. Die Juden haben mehrere Synagogen und die Mohammedaner über 30 Moscheen. Einige reiche europäische Kaufleute haben sich in der Nähe von A. prächtige Landhäuser gebaut und Parke angelegt, und die Oberbeamten des Chedive fangen an, diesem Beispiel zu folgen. Der fremden Bevölkerung steht eine mindestens dreimal so starke einheimische, zumeist aus türkischen und arabischen Elementen gemischte gegenüber, die in armseligen, aus Lehm zusammengekneteten Hütten wohnt, und zu der sich noch Vertreter der verschiedensten afrikanischen Völkerschaften gesellen. Die Gesamtzahl der Einwohner wird zu (1883) 208,755 angegeben. Davon kommen auf die europäische Bevölkerung, welche, Handelsgewinn suchend, sich in A. niedergelassen hat, nahezu 60,000, vorherrschend Italiener, Griechen und Franzosen (nur etwa 1000 Deutsche). Der Flor der neuen Stadt gründet sich hauptsächlich auf den überseeischen Export- und Importhandel, welcher hier für ganz Ägypten seinen Sitz hat. Die Hauptgegenstände des Exporthandels sind gegenwärtig: Baumwolle und Baumwollsamen, Hülsenfrüchte, Ölsamen, Hanf, Indigo, Zucker, Gummi, Opium, Wolle, verschiedene Droguen etc.; Hauptgegenstände des Importhandels: europäische Seidenwaren, wollene und baumwollene Stoffe, Leder- und allerlei Kurzwaren und Luxusgegenstände etc. Die Verkehrsmittel Alexandrias sind so entwickelt wie nur die irgend eines andern Hafens am Mittelmeer; Dampferlinien führen nach Southampton, Marseille, Genua, Brindisi, Triest und Konstantinopel. Jährlich besuchen über 2000 Schiffe A. Zwei Telegraphenkabelführen nach Europa. Eine Eisenbahn führt in östlicher Richtung nach der nahen Sommerfrische Ramle und nach Rosette, eine zweite nach Kairo und Suez, eine dritte nach El Meks, Mittelpunkt der Arbeiten für die von einem englischen Hause ausgeführten großartigen Hafenanlagen. Das außerordentlich schnelle Emporkommen Alexandrias unter der jetzigen Regierung ist übrigens großenteils auf Kosten andrer Plätze bewerkstelligt worden, besonders Rosettes, das in gleichem Verhältnis sank und verarmte. Der Lebensnerv des heutigen A. ist der Mahmudiehkanal, welcher die Verbindung mit dem Innern unterhält und zugleich den Zweck hat, die Stadt mit Trinkwasser zu versorgen. Dieses großartige Werk despotischer Willenskraft, 1819 von Mehemed Ali angelegt und zu Ehren des Sultans Mahmud benannt, läuft vom alten Hafen zum Nilarm von Rosette in einer Länge von 83,5 km, 30 m breit und 6 m tief. Mit diesem Kanal, an dem anfangs 100,000, später sogar 310,000 Menschen arbeiteten (20,000 sollen durch Krankheiten und Hunger hingerafft worden sein), steht ein kleinerer von etwa 2728 m Länge, 20 m Breite und 6 m Tiefe in Verbindung, um beim Anschwellen des Nils das eintretende überflüssige Wasser abzuführen. An Stelle der Zisternen, von denen es noch über 1000 geben soll, ist seit 1860 eine aus dem Kanal Moharrem Bei (einem Zweig des Mahmudiehkanals) gespeiste Wasserleitung getreten, deren Wasser in der trocknen Jahreszeit jedoch kaum brauchbar ist. Das Klima Alexandrias ist im ganzen gesund, und selbst im Sommer ist die Hitze, durch den Seewind gekühlt, nicht drückend; selten steigt das Thermometer auf 26° C. Der vorherrschende Wind ist der Nordwind; im Winter regnet es fast täglich. A. ist der Sitz eines Gouverneurs, eines koptischen Patriarchen, seit 1876 eines internationalen Appellhofs, der Marine- und Handelsanstalten sowie der Marine- und Militärschulen und der fremden Konsuln. Alle Europäer genießen vollkommene Gewerbe- und Steuerfreiheit und Schutz von den ägyptischen Behörden. Die Garnison besteht aus 2-3000 Mann Kerntruppen. Die Eröffnung des Suezkanals und damit des Konkurrenzhafens Port Said hat keineswegs, wie man befürchtete, nachteilig auf die Blüte der Stadt gewirkt, die im Gegenteil sich noch mehr gehoben hat und den seit dem amerikanischen Bürgerkrieg so bedeutend gewordenen ägyptischen Baumwollhandel monopolisiert. Vgl. Franceschi, Volkswirtschaftliche Studien über A. und das untere Nilthal (Wien 1874).

 

Geschichte. Was der große Makedonier mit der Gründung Alexandrias gewollt, führten die ihm nachfolgenden Beherrscher Ägyptens teilweise aus. Die Ptolemäer wählten A. zur Hauptstadt ihres neuen Reichs, und unter ihrer Regierung hob es sich zu einer der blühendsten Städte des Altertums empor, groß durch Handel wie keine, als Sitz der Wissenschaften berühmter als alle, aber auch als Sitz einer durch überschwenglichen Reichtum genährten grenzenlosen Sittenlosigkeit und Üppigkeit berüchtigt. Als Cäsar 48 v. Chr. nach Pompejus' Ermordung in A. erschien, entstand eine Empörung des Volks, gegen welche sich die Römer unter heftigen Kämpfen neun Monate lang im Besitz des Brucheion behaupteten (Alexandrinischer Krieg); ein Brand verzehrte damals den größten Teil der berühmten alexandrinischen Bibliothek. Mit Kleopatra endigte 30 v. Chr. die Reihe der Ptolemäer, aber die Blüte Alexandrias verlor beim Wechsel der Herrschaft nicht; es stand auch im Römerreich nur Rom selbst an Größe nach und war das Emporium, wo sich der gesamte Welthandel konzentrierte, der große Markt, wo die Produkte Arabiens, Indiens, Afrikas und das Korn Ägyptens für das Gold und Silber und die Erze der Westwelt vertauscht wurden. Die wissenschaftliche Bedeutung Alexandrias machte es auch zu einem Hauptsitz des Christentums; die heftigsten Kämpfe zwischen diesem und dem Heidentum und zwischen den christlichen Parteien schädigten die Blüte der Stadt. In diesen Kämpfen ging 389 n. Chr. mit dem Serapeion auch der Rest der Bibliothek zu Grunde. Vernichtet wurde aber A. als Hauptstadt Ägyptens und herrschender Handelsplatz durch die Araber, welche unter Führung Amrus die Stadt nach 14monatlicher tapferer Verteidigung durch griechische Truppen im Dezember 641 eroberten. Die Festungswerke wurden geschleift; der größte Teil der Stadt blieb zwar verschont, erhob sich aber nicht wieder zu der frühern Größe. Als das Kalifat selbst in Verfall geriet, erklärte sich der Statthalter Achmed 868 für unabhängig und gründete die Dynastie der Tuluniden, welche aber nach kurzer Dauer (908) Mahadi, dem Fatimiden, Platz machen mußte. Da beide Dynastien Kairo zur Residenz wählten, kam A. mehr und mehr herab. Im J. 1171 wurde die fatimidische Herrschaft von Saladin gestürzt, dessen Nachfolger ihrerseits 1250 durch die Mamelucken verdrängt wurden. Unter solchem Herrenwechsel kam A. durch Belagerung und Plünderung wiederholt in große Bedrängnis. Genuesen und Venezianer, die es zum Hauptstapelplatz des indischen Handels auserkoren, schützten es allein noch vor größerm Verfall, der aber unvermeidlich eintreten mußte, als 1498 der neue europäisch-indische Handelsweg um Afrika entdeckt wurde. Im J. 1517 nahm die Despotie der Türken die Stelle der Mamelucken ein. Vom alten A. hatte sich bis zu Edrisis Zeit (12. Jahrh.) immer noch ein großer Teil der alten Monumente erhalten; ein Schatten von ehedem, war die Stadt gleichwohl noch groß und herrlich. Erst Selim und seine Türken gaben ihr den letzten Todesstoß. Was noch stand, wurde geschleift, durch Feuer und Schwert vernichtet und unter Schutt begraben; sogar die unter den Tuluniden entstandene Stadt der Araber, welche durch ihre sich rechtwinkelig durchschneidenden Gassen einem Schachbrett glich und zahlreiche Prachtgebäude einschloß, wurde der Erde gleichgemacht. Seitdem war A. nicht viel mehr als ein Haufe Trümmer, den niedrige arabische Hütten, dann und wann das zierliche Haus eines Franken oder die ummauerte Wohnung eines Türken, geräumige Gärten oder Anpflanzungen hoher Palmen umgaben. In solchem Zustand befand sich A., als Bonaparte mit seiner Expedition in der Nacht vom 1. zum 2. Juli 1798 vor A. erschien und es sofort erstürmte. Drei Jahre, bis Oktober 1801, blieb es in den Händen der Franzosen. Als sie abzogen, hatte A. kaum noch 7000 Einw., die in elenden Lehmhütten wohnten. So fand es Mehemed Ali bei seinem Regierungsantritt, der die rühmlichsten Anstrengungen machte, die Stadt wieder emporzubringen, und so im wesentlichen der Schöpfer des neuen A. ward. Im J. 1882 wurde die Stadt infolge der Empörung Arabi Paschas arg heimgesucht: 11. Juni war es Schauplatz einer blutigen Verfolgung der Europäer durch den aufgehetzten Pöbel, und da Arabi Pascha die Stadt besetzen und die Forts armieren ließ, ward es 11. Juli von der englischen Flotte unter Seymour bombardiert, worauf es von den erbitterten Soldaten und dem Volk in Brand gesteckt und geplündert wurde, bis die Engländer es 14. Juli besetzten.

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Alexandria is the second largest city and the second largest metropolitan area in Egypt after Greater Cairo by size and population, extending about 32 km (20 mi) along the coast of the Mediterranean Sea in the north central part of the country. It is also the largest city lying directly on the Mediterranean coast. Alexandria is Egypt's largest seaport, serving approximately 80% of Egypt's imports and exports. It is an important industrial center because of its natural gas and oil pipelines from Suez. Alexandria is also an important tourist resort.

Alexandria was founded around a small Ancient Egyptian town c. 331 BC by Alexander the Great. It became an important center of the Hellenistic civilization and remained the capital of Hellenistic and Roman & Byzantine Egypt for almost one thousand years until the Muslim conquest of Egypt in AD 641, when a new capital was founded at Fustat (later absorbed into Cairo). Hellenistic Alexandria was best known for the Lighthouse of Alexandria (Pharos), one of the Seven Wonders of the Ancient World; its Great Library (the largest in the ancient world; now replaced by a modern one); and the Necropolis, one of the Seven Wonders of the Middle Ages. Ongoing maritime archaeology in the harbor of Alexandria, which began in 1994, is revealing details of Alexandria both before the arrival of Alexander, when a city named Rhacotis existed there, and during the Ptolemaic dynasty.

From the late 19th century, Alexandria became a major center of the international shipping industry and one of the most important trading centers in the world, both because it profited from the easy overland connection between the Mediterranean Sea and the Red Sea, and the lucrative trade in Egyptian cotton. Alexandria was the second most powerful city of the ancient world after Rome.

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s0328a Alexandria 2778 MeyA4B1 Alexandria Karte Meyers Konversations-Lexikon Erster Band Jahr 1885. ©

corinth, greece

may 1959

 

temple of apollo

 

part of an archival project, featuring the photographs of nick dewolf

 

© the Nick DeWolf Foundation

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Im Ortszentrum des Marktes Kirchberg am Walde steht an der örtlichen Hauptstrasse, der L 8150, heute Marktplatz, diese etwa 8,8m hohe spätbarocke Säule die dem Hl.Leonhard gewidmet ist. Leonhard ist aus Sandstein geformt, der Unterbau ist komplett aus Schremser Granit. Sie ruht in 575m SH auf einem quadratischen Grundfundament. Auf diesem ein hoher sternförmiger Sockel mit acht Halbsäulen mit genuteten viereckigen Kartuschen mit eingezogenen Ecken. Oberhalb haben sie getreppte Deckplatten. An den Aussenseiten sind viele schmiedeeiserne Viehhaken noch heute montiert. Auf diesem Sockel ein quaderförmiges Postament mit genuteten Kartuschen an allen vier Seiten, ohne Inhalte. Unterhalb ein getreppter Sockel, oberhalb eine überkragende Deckplatte. Am Postament eine quadratischer Säulensockel auf dem sich eine hohe Säule mit einem Basisring unterhalb und einem Halsring oberhalb befindet. Auf der Säule ein korinthisches Kapitell mit Akanthusblatt-Ornamenten unterhalb und Voluten an allen vier oberen Aussenecken. Am Kapitell ein schmaler Abakus auf dem sich die Figurengruppe des Hl.Leonhard befindet. Es zeigt den Hl.Leonhard von Noblat in seiner Mönchskutte betend mit einer goldenen Gloriole am Hinterkopf. Zu seinen Füssen links ein Ochse und rechts ein Putto der die Eisenkette trägt. Um die Säule stehen schützend vier Granitpylonen die mit einer eisernen Kette verbunden sind. Der Hl. Leonhard lebte nach 500 in Frankreich und bemühte sich ursprünglich um Gefangene frei zu bekommen - daher die Kette mit Handeisen. Später, ab dem 18.Jhd., missverstanden die Bauern die Kette und machten ihn zu ihrem Patron der Haustiere, der Bauern (Bauernherrgott), der Stallknechte und der Fuhrleute. Bereits 1580 erwarb der Ort unter den Herrn von Sonndorf das Marktrecht. Kirchberg war im 18.Jhd., nach dem grosszügigen Umbau des Marktplatzes, bekannt für seine Märkte. Im Markt wurden jährlich vier Jahrmärkte und in jeder Woche, am Mittwoch, ein stark besuchter Viehmarkt abgehalten. Zu diesem Viehmarkt kamen Käufer und Händler aus dem ganzen Herrschaftsgebiet und aus damals fernen Städten wie Weitra, Zwettl, Gmünd, Vitis und sogar aus dem böhmischen Raum. 1766 tobte in weiten Teilen Niederösterreichs verschiedene Viehseuchen die jedoch Kirchberg nicht erreichten. Zum Dank für die Verschonung vor diesen Viehseuchen stifteten die Kirchberger unter der Patronanz des Herrschaftsbesitzers, Graf Julius Veterani-Mallenthein, der zu dieser Zeit auch einen Tierpark mit 80 Damhirschen, Rehen und vielen Hasen betrieb, diese Säule dem Hl.Leonhard. 2019 wurde die Statue vom Kremser Restaurator S.J. Bunja überarbeitet. Die Säule ist etwa 250 Jahre alt.

 

Standort: GPS 48.724768, 15.087314

Denkmalschutz OID 26169 nach § 2a

   

un desiro a 5 casse del gruppo 460 delle ferrovie greche OSE è qui ripreso ai piedi dell'antica città di corinto in viaggio verso la capitale greca sulla nuova linea atene - kiato .

 

a desiro dmu of the class 460 of the hellenic railways OSE is here taken while travelling towards athens airport on the new athens-kiato line near the site of the ancient korinth .

das Brandenburger Tor am Luisenplatz in Potsdam, nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Wahrzeichen der Stadt Berlin am dortigen Pariser Platz, wurde 1770/71 erbaut - es steht am westlichen Ende der Brandenburger Straße, die in gerader Linie bis zur Kirche St. Peter und Paul verläuft -

Friedrich II. ließ das ursprüngliche Stadttor zum Ende des Siebenjährigen Krieges abreißen und durch das heutige Triumphtor ersetzen - es wurde im römischen Stil nach Vorbild des Konstantinbogens in Rom errichtet, mit korinthischen Doppelsäulen, verkröpftem Gebälk und Posaunenblasenden Famen - es ist heute eine Potsdamer Sehenswürdigkeit

    

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Schloss Schwetzingen ist ein Schloss in Schwetzingen, das vor allem den pfälzischen Kurfürsten Karl Philipp und Karl Theodor als Sommerresidenz diente. Bekannt ist in erster Linie der im 18. Jahrhundert angelegte Schlossgarten. Jährlich finden im Schloss die Schwetzinger Festspiele und alle zwei Jahre das Lichterfest statt.

 

Inhaltsverzeichnis

 

1 Geschichte

2 Weltkulturerbe

3 Schloss

3.1 Innenräume

3.2 Zirkelbauten

3.3 Theater

3.4 Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen

4 Garten

4.1 Französischer Garten

4.2 Englischer Garten

4.3 Arboretum

4.4 See

4.5 Bauten

4.5.1 Merkurtempel

4.5.2 Minervatempel

4.5.3 Apollotempel

4.5.4 Tempel der Waldbotanik

4.5.5 Badhaus

4.5.6 Wasserspeiende Vögel

4.5.7 Perspektiv

4.5.8 Orangerie

4.5.9 Moschee

4.5.10 Römische Wasserleitung

4.5.11 Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)

4.6 Landschaftsschutzgebiet

5 Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses

6 Siehe auch

7 Literatur

8 Film

9 Weblinks

10 Einzelnachweise

 

Geschichte

 

Das Schwetzinger Schloss wurde im Jahr 1350 zum ersten Mal als Feste urkundlich erwähnt. Es handelte sich um ein mittelalterliches Wasserschloss. 1427 kam es in den Besitz des Kurfürsten Ludwig III. In der Folgezeit wurde es mehrfach umgebaut, diente als Jagdschloss und wurde gegen Ende des Dreißigjährigen Kriegs zerstört. Kurfürst Karl Ludwig ließ das Schwetzinger Schloss für seine Geliebte Luise von Degenfeld wieder aufbauen. Während eines Besuchs im August 1656 hatte er den Einwohnern von Schwetzingen bereits befohlen, sämtlichen Schutt wegzuräumen, wobei aufgelesene Trümmerteile wie Steine, Hölzer und „altes Eisenwerk“ bei den Untertanen zur eigenen Verwendung verbleiben durften. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde das Schloss erneut zerstört, die Grundmauern blieben allerdings stehen.

 

Karl Philipp

 

Karl Theodor

 

Seine heutige Form erhielt das Schloss auf Befehl des Kurfürsten Johann Wilhelm, der in Düsseldorf regierte. Dieser ließ es unter Leitung des Grafen Matteo Alberti – der Erbauer des Schlosses Bensberg – von dem Heidelberger Baumeister Johann Adam Breunig umbauen und durch zwei Flügelbauten wesentlich vergrößern. Das Bauwerk wurde in mehreren Bauabschnitten ab dem Jahre 1697 errichtet und ausgebaut. Im Jahr 1752 wurde eine Gartenerweiterung auf dem damals rund 70 Hektar großen Areal vorgenommen. Im gleichen Jahr wurde auch das Schlosstheater eröffnet. Obwohl das Schloss seit der Verlegung der Residenz des Kurfürsten Karl Theodor von Mannheim nach München im Jahr 1778 kaum mehr benutzt wurde, wurde in der Folgezeit am Garten weiter gearbeitet.

 

Unter Karl Theodor war Schwetzingen Sommerresidenz: Die Hofhaltung wurde in den warmen Monaten von Schloss Mannheim nach Schloss Schwetzingen verlegt. Die Schlichtheit der Wohnungen des Kurfürstenpaares und eine größere Informalität der Umgangsformen waren Ausdruck eines vorgeblich einfacheren, unbeschwerten „Lebens auf dem Lande“.

 

An der künstlerischen Ausgestaltung von Schloss und Garten waren nahezu alle am Hof in Mannheim beschäftigten Künstler beteiligt. Dazu gehörten Alessandro Galli da Bibiena und Peter Anton von Verschaffelt. Der Lothringer Nicolas de Pigage war Intendant der Gärten und Wasserkünste sowie der bestimmende Architekt in der Karl-Theodor-Zeit. Pigage erweiterte den Garten in allen Stilwandlungen der Zeit. Der Zweibrücker Hofgärtner Johann Ludwig Petri plante das Hauptparterre und den Zirkel des französischen Gartens. Der erste Hofgärtner, van Wynder, wurde aus Kassel nach Schwetzingen berufen.

 

Der zweite Hofgärtner war Johann Wilhelm Sckell, ein Hauptmitarbeiter Pigages. Sein Sohn Friedrich Ludwig Sckell wurde 1804 nach München berufen, wo er den Englischen Garten anlegte. Der erste badische Gartenbaudirektor war Johann Michael Zeyher, der den Flieder in Schwetzingen einführte.

 

Schloss Schwetzingen zählt heute zu den landeseigenen Monumenten und wird von der Einrichtung Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg betreut. Der Garten ist gegen Eintritt öffentlich zugänglich, Schloss und Theater können im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

Weltkulturerbe

 

Im September 1999 meldete Deutschland Schwetzingen in der bei der UNESCO geführten sogenannten Tentativliste als potentielle Welterbestätte an.[1] Ein dortiger Eintrag ist die Voraussetzung dafür, dass zu einem späteren Zeitpunkt ein Antrag auf Verleihung eines entsprechenden Prädikats, in diesem Fall des Weltkulturerbes, gestellt werden kann. Dies geschah dann auch im Jahre 2007. Der Antrag umfasste einen Kernbereich von Schloss und Schlossgarten, den vorgelagerten Schlossplatz, das Ysenburgsche Palais sowie die Sichtachsen der Carl-Theodor- und der Lindenstraße. Hinzu kam eine zusätzliche Pufferzone, die weitere Teile der Stadt einbezog.[2]

 

Im Juni 2009 wurde der Antrag aufgrund eines negativen Votums des ICOMOS wieder zurückgenommen und infolgedessen im Laufe des folgenden Herbstes überarbeitet. Der ursprüngliche Ansatz, das freimaurerische und aufklärerische Wirken Carl-Theodors begleitend zu betonen, wurde zurückgefahren, stattdessen die künstlerische und musische Bedeutung von Schloss und Stadt hervorgehoben. Außerdem wurde der Kernbereich geringfügig erweitert.[2] Im Januar 2010 wurde der Neuantrag eingereicht.[3] Im März 2010 setzte die Kultusministerkonferenz Schwetzingen erneut auf die deutsche Nominierungsliste, diesmal für 2011.[4][5] Der als Entscheidungsgrundlage dienende Bewertungsbericht der ICOMOS vom Mai 2012 empfahl jedoch abermals, die Anlage nicht aufzunehmen. Negativ wurde insbesondere bewertet, dass es von dieser Art von Schlössern und Gärten schon elf, beispielsweise in Dessau, in Brühl oder in Potsdam und Berlin, und damit eigentlich deren genügend auf der Welterbeliste gebe. Eine besondere Stellung Schwetzingens habe nicht erkannt werden können.[6] Das Welterbekomitee stimmte dem ICOSMOS-Votum zwar mehrheitlich nicht zu, behandelte den Schwetzinger Antrag aber auch nicht, sondern empfahl stattdessen, einen neuen, abermals überarbeiteten Entwurf vorzulegen. Ob es dazu kommt, ist fraglich.[7][8][9] Über einen erneuten Versuch wurde nichts bekannt.

Schloss

Plan von Schwetzingen (um 1840)

 

Eine Anfahrt aus Heidelberg liegt auf der geraden Verbindung vom Königstuhl nach Schwetzingen. Die Trasse ist von erhöhter Position aus in der Landschaft noch gut erkennbar, aber nicht durchgehend befahrbar. Vom Königstuhl aus gesehen läuft diese Linie hinter dem Schloss weiter auf die Kalmit zu.

 

Vom Schwetzinger Schlossplatz gelangt man in den Ehrenhof. In den beiden ehemaligen Wachhäuschen am Schlosstor befinden sich heute ein Museumsladen und ein Café. Der Hof wird links und rechts von symmetrischen Wirtschaftsgebäuden flankiert. In der Mitte, an der Westseite, befindet sich das Corps de Logis, der Wohnbau des Schlosses.

Innenräume

 

In einer langwierigen Restaurierung der Jahre 1975–1991 wurden die Innenräume des Schlosses wiederhergestellt und mit authentischen Möbeln des 18. Jahrhunderts eingerichtet. In der Beletage verdeutlichen im Rahmen eines Schlossmuseums die Gesellschaftsräume, die Wohnung des Kurfürsten und die Wohnung der Kurfürstin das Funktionsprofil des Schlosses in der Karl-Theodor-Zeit.

 

Von besonderem kunstgeschichtlichen Rang sind die Räume der in badischer Zeit ab 1803 umgestalteten Wohnung der Reichsgräfin Luise Karoline von Hochberg im zweiten Obergeschoss aufgrund der vorzüglich erhaltenen Handdrucktapeten (1804) der Firma Zuber et Cie in Rixheim (Compagniezimmer mit Alpenpanorama „Vues de Suisse“, Schlafzimmer, Grand Cabinet).

Zirkelbauten

Nördlicher Zirkelbau

Südlicher Zirkelbau

 

Die Zirkelbauten sind zwei eingeschossige, dank hoher Fenstertüren mit unmittelbarem Gartenzugang versehene Werksteinbauten, die sich seitlich an das Schloss zu einem Halbrund anschließen und das kreisrunde Gartenparterre gemeinsam mit dem Halbkreis der Wandelgänge aus Lattenwerk umfangen. Der nördliche Zirkelbau wurde in den Jahren 1748/1749 von Alessandro Galli da Bibiena erbaut, der südliche im Jahr 1753 von Franz Wilhelm Rabaliatti. Die Zirkelbauten wurden für die Hofgesellschaften (Speisetafel, Spiele und Konzerte, Bälle) genutzt. Solche zusätzlichen, repräsentativen Räumlichkeiten waren angesichts der beengten Verhältnisse im alten Wohnbau des Schlosses unverzichtbar. Heute werden die Zirkelbauten als Schlossrestaurant, Café und Theaterfoyer sowie für Konzerte und Ausstellungen genutzt.

Theater

→ Hauptartikel: Schlosstheater Schwetzingen

 

Das kurfürstliche Hoftheater im frühklassizistischen Stil (oft fälschlich „Rokokotheater“ genannt) wurde am 15. Juni 1753 mit Oper Il figlio delle selve („Der Sohn der Wälder“) von Ignaz Holzbauer eröffnet. Hier wirkten Sänger, Instrumentalisten und Komponisten von internationalem Rang, darunter die Vertreter der Mannheimer Schule. Nachdem Karl Theodor seine Residenz nach München verlegt hatte, fanden nur noch gelegentliche Aufführungen in Schwetzingen statt, wenn der Kurfürst dort zu Besuch war. Auch in der badischen Zeit wurde das Theater nur selten benutzt. Es verfiel und konnte nicht mehr bespielt werden. 1936/37 und 2002/03 wurde das Theater völlig renoviert. Die Brüstungen der leicht ansteigenden Logenränge haben im Grundriss die Form einer Lyra. Die Pfeiler sind reich verziert und von Korbbögen überbrückt, die die Wirkung des Raumes vertiefen.

Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen

 

Im südlichen Flügel des Schlosses sind seit ihrer Gründung 1953 die Fachhochschule Schwetzingen – Hochschule für Rechtspflege bzw. deren Vorgängereinrichtungen untergebracht. Aufgrund umfangreicher Umbau- und Renovierungsarbeiten wurde der Studienbetrieb seit September 2009 in ein Ausweichquartier nach Mannheim-Wohlgelegen verlegt.

Garten

Parterre

 

Der Schwetzinger Schlossgarten gliedert sich in einen Französischen Garten und einen Englischen Garten. Bei der kunsthistorischen Interpretation des Gartens wird auch unterschieden zwischen dem „Garten der Allegorien“, also jener Gartenteil, in welchem ohne tiefere Bedeutung allegorische Figuren stehen, und dem „Garten der Vernunft“. Zum „Garten der Vernunft“ zählen Minervatempel, Merkurtempel, Moschee, Apollotempel, Tempel der Botanik, das römische Wasserkastell sowie das Arboretum, also jene Gartenteile, in denen im Sinne aufklärerischen Denkens die Vernunft gefeiert wird. Der Schwetzinger Schlossgarten war, mit Ausnahme des Bereiches um das Badhaus, bereits in kurfürstlicher Zeit für die gesamte Bevölkerung zugänglich, damals noch ohne Eintrittsgeld. Eine Parkordnung regelte das angemessene Verhalten der Besucher.

Französischer Garten

Luftaufnahme des Barockgartens

Fontäne in der Gartenmitte

 

Längs der Hauptachse des Gartens blickt man nach Osten auf den Königstuhl im Odenwald und nach Westen auf die Kalmit im Pfälzerwald.

 

Der Barockgarten ist nach französischer Art in strengen geometrischen Formen angelegt. Die wichtigsten Elemente sind die Hauptachse, die Querachse und das Kreisrund. Der vordere Gartenteil zeigt Parterres und Boskette. Auf der Schlossterrasse befinden sich Urnen, die die vier Weltzeitalter darstellen (goldenes, silbernes, ehernes und eisernes Zeitalter). Zudem befinden sich dort zwei vergoldete Atalanten, die noch aus dem Vorgängergarten stammen. Eine Besonderheit des französischen Gartens ist die kreisförmige Anlage der zentrale Teil rund um den Arionbrunnen, das sogenannte Kreisparterre.

 

Der zentrale Arionbrunnen von Guibal hat eine Begebenheit der antiken Mythologie zum Thema: Arion (Arion von Lesbos) ist ein berühmter Sänger. Nach einem Wettstreit reich beschenkt, wird er auf See von den Schiffsleuten bedrängt. Er bittet, ein letztes Mal singen zu dürfen. Bei seinem Gesang erscheinen Delfine. Der Sänger stürzt sich in die Fluten und ein Delfin bringt ihn an die Küste, so dass er seinen Weg nach Korinth fortsetzen kann. Das Sternbild Delphin wird in manchen Überlieferungen als der von den Göttern ans Firmament entrückte Arion auf dem Delfin gedeutet.

 

Abgeschlossen wird der französische Garten durch die Darstellung einer Hirschjagd von Verschaffelt. In unmittelbarer Nähe sind die vier Elemente in Skulpturen dargestellt.

Englischer Garten

 

Die westlichen und nordwestlichen Teile des Gartens wurden als englischer Landschaftsgarten gestaltet. Im Gegensatz zum französischen Garten sind hier die Wege und Uferlinien leicht geschwungen. Am unregelmäßigen Waldbereich wurde fast nichts verändert.

Arboretum

 

Ein Arboretum ist eine Sammlung oft exotischer Gehölze. Der Gartenbaumeister Zeyher legte diesen Garten im Jahr 1802 mit exotischen Bildern aus aller Welt an. Besonders kunstvoll ist das schmiedeeiserne, teilvergoldete Tor von Rabaliatti. Auf derselben Fläche befand sich vorher eine Fasanerie mit Tiergehegen.

See

See mit Schloss im Hintergrund

See im Winter

Gartenphaeton des Kurfürsten 1775

 

Schon beim Betreten des Schlossgartens sieht der Besucher auf den großen See, der den Garten abschließt. An der Stelle des Sees befand sich ursprünglich ein ummauertes Bassin, das auf Vorschlag Zeyhers im Jahr 1823 auf Befehl des Großherzogs Ludwig von Baden erweitert und in einen See mit natürlicher Uferausformung umgewandelt wurde. Zwei Skulpturen (Kopien) von Verschaffelt ruhen auf der dem Schloss zugewandten Längsseite beidseitig der Blickachse: die Flussgötter Rhein und Donau. Die Originale sind in der Orangerie zu besichtigen.

 

Der See und alle weiteren Gewässer werden seit Pigage von zwei Wasserwerken gefüllt, die den Leimbach als Antrieb für die Mühlräder der Pumpen nutzten. Dieser umschloss bereits die ursprüngliche Burganlage und fließt vom Kraichgau kommend in Richtung Rhein. Für die Fontänen wurde sauberes Grundwasser verwendet. Diese Pumpen befanden sich im nördlichen Schlossflügel (oberes Wasserwerk mit Hochbehälter im heutigen Finanzamt). Ein zweites Pumpwerk mit Hochbehälter, das einen gleichbleibenden Druck sicherstellte, war am Parkende hinter dem Aquädukt verborgen (unteres Wasserwerk).

 

Für Karl-Theodor kaufte Pigage 1775 in London einen Gartenphaeton mit Lakai-Antrieb, wozu alle Hauptwege topfeben angelegt und sogar vorzeitliche Grabhügel abgetragen wurden. Damit konnte der Kurfürst im Park herumfahren, ohne dass Pferdeexkremente die Gartenwege verschmutzten. Der Muskelkraftwagen, heute im Schloss Nymphenburg, regte den Heidelberger Studenten Karl Drais vor 1803 zur späteren Erfindung des Ur-Fahrrads an.[10]

Bauten

 

Im Schwetzinger Schlosspark befinden sich neben zahlreichen Statuen auch einige Bauwerke. Das Gebäudeprogramm zeigt einen philosophischen und architektonischen Bezug auf die klassische Antike und, im Falle des Moschee-Komplexes, auf den Islam und die orientalische Weisheitslehre. Neuere Forschungen wollen im Schwetzinger Garten ein freimaurerisches Programm erkennen, in dem christliche Vorstellungen eingebunden wären. Gartenbauten, Wegbeziehungen, Tore und Brücken sollten den Park nicht nur in Einzelräume unterteilen, sondern größer wirken lassen. Einen eigenen Komplex bietet das früher nur auf Einladung oder Befehl des Kurfürsten zugängliche Badhaus, ein kleines Lusthaus mit eigenem Garten und dem „Perspektiv“.

 

Nach Ansicht von Richard Benz führte das Erlebnis der „künstlichen Ruinen“ im Schwetzinger Schlosspark die Dichter des 18. Jahrhunderts zur Beschäftigung mit den echten Ruinen des Heidelberger Schlosses und damit zur im späten 18. Jahrhundert einsetzenden „Wiederentdeckung“ Heidelbergs.[11]

Merkurtempel

 

Die Lage des Tempels oberhalb des Moscheeweihers

 

Der Tempel von Norden

 

Der Tempel aus der Nähe

 

Relief am Tempel

 

In den „Parties sauvages“, den südwestlichen landschaftlichen Partien des Schwetzinger Gartens wurde bereits 1784 ein „Monument“ gegenüber der Moschee geplant. 1787/88 entstand der Ruinenbau Pigages, der erstmals 1791 dem römischen Gott Merkur zugewiesen wird. Sein kellerartiger Unterbau aus großen Sandsteinblöcken erscheint als Rest eines älteren Vorgängers. Der dreigeschossige, turmartige Merkur-Tempel aus Tuffstein besitzt ein im Grundriss sechseckiges Hauptgeschoss, darüber ein Attikageschoss und eine abschließende Laterne. Auf Merkur verweisen Reliefs aus Stuckmarmor über den Eingängen der drei gleichartigen Fassaden.

 

Die Deutung der Parkruine ist kontrovers: Nach überkommener Lesart steht sie für die Überwindung von Geheimlehren durch die Vernunft. Diese Lesart verweist darauf, dass der Tempel die Form eines römischen Grabmals hat. Durch drei Reliefs, die ausschließlich negative Episoden aus dem Leben des Merkur zeigen, wird dieser mit dem antiken Hermes Trismegistos, einem Symbol für Magie, gleichgesetzt. Der Aberglaube ist also gewissermaßen in seinem eigenen Tempel begraben worden. In diesem Zusammenhang wird auch betont, dass man von der Moschee über einen Weiher auf den Merkurtempel blickt. Wenn man die Moschee als Symbol für die Weisheit versteht, bedeutet dies: Der Weise muss Tod und Aberglaube nicht fürchten. Eine neue freimaurerische Interpretation hingegen sieht verborgene Verweise auf den Salomonischen Tempel und seinen Architekten Hiram Abif.

 

Der Merkurtempel hat die Funktion eines Aussichtspunkts, das Obergeschoss gestattet einen Blick über den See und auf die Moschee.

Minervatempel

Minervatempel

 

Die römische Göttin Minerva ist mehrfach im Schlossgarten dargestellt. Symmetrisch zu dem Minerva-Tempel war als Gegenstück ein Tempel des Cupido geplant, der nicht zur Ausführung kam.

 

Der von Pigage entworfene Tempel war 1769 vollendet. Seine viersäulige Front korinthischer Säulenordnung ist durch ein antik-römisches Vorbild angeregt, den Eingangsbau zur Portikus der Octavia. Einmalig ist die Umkehrung des Verhältnisses von Säulenhalle und Cella: Die Tempelcella wird zu einer gegenüber der Natur geöffneten Raumhülle umgedeutet, innerhalb derer sich die Säulenstellung fortsetzt.

 

Minerva, Göttin der Weisheit, erscheint vor der Rückwand in einem umgearbeiteten Standbild von Gabriel de Grupello. Sie ist, auch nach Ausweis des Giebelfeldes, die Göttin der friedlichen Künste und Wissenschaften, insbesondere der Gartenkunst. Die mit Marmorbänken ausgestattete Cella dient Parkbesuchern als Ruheraum, kann aber auch als imaginärer Versammlungsort derjenigen, die Weisheit erlangt haben, verstanden werden.

 

Unterhalb des Tempels befindet sich ein rechteckiger Raum, mit Nischen und runden Fensteröffnungen. Dieser Raum ist von außen zugänglich und zeigt Merkmale eines geheimen Versammlungsortes. Er wird von Pan regiert, wie eine Maske über der Tür anzeigt. Der Minerva-Tempel, der sich über dieser irrationalen Sphäre erhebt, wird so ein aufklärerisches Monument der gestaltenden Vernunft und der menschlichen Zivilisationsleistung.

Apollotempel

 

Apollotempel von Westen

 

Apollotempel von Westen

 

Lyraspielender Apollo

 

Apollos Rücken

 

Im Jahr 1762 plante man an dieser Stelle ein Belvedere. Nach dem Entwurf von Nicolas de Pigage entstand ein hoher, terrassierter Unterbau, auf dessen oberster Plattform sich ein Monopteros, ein Rundtempel mit zwölf Säulen ionischer Säulenordnung ohne Cella erhebt. Der Tempel ist dem griechischen Gott Apollo gewidmet. Die Statue des Apollo stammt von dem Bildhauer Anton von Verschaffelt. Sie zeigt den Gott beim linkshändigen Lyra-Spiel, was dem Künstler einigen Hohn eingebracht hat. In einem Briefwechsel zwischen Gleim, Wilhelm Heinse und Johannes von Müller heißt es, er stehe zwar »gar heilig« auf einer Anhöhe, »nur hat der linke Gott darin einen erbärmlichen Hintern«.

 

Der Apollo-Tempel krönt eine nach zwei Seiten gerichtete Anlage: Vom Eingang an der Westseite steigt der Besucher durch felsige, dunkle und verwirrende Korridore zur lichtumfluteten Plattform mit dem klassischen Monopteros empor. Aus der Sicht der Zuschauer im östlichen Heckentheater krönt der Tempel den Bühnenprospekt. Apoll erscheint als Gott der Künste und Führer der Musen auf dem Berg Helikon, wo der Hufschlag des Pegasus die Quelle Hippokrene, deren Wasser durch die Najaden über die Kaskade an die Menschen weitergegeben wird.

Tempel der Waldbotanik

Tempel der Waldbotanik

 

Der von Pigage entworfene Tempel der Waldbotanik – „Botanicae Silvestris“ – wurde schon 1777 geplant. Die Weiheinschrift nennt das Datum 1778, aber erst 1780 wurde der Bau fertig. Er bildet den Abschluss des „Arboretum Theodoricum“, der Baumsammlung im sogenannten Wiesentälchen. Der aufgesockelte, zylindrische Baukörper weist außen Rauputz nach Art von Eichenrinde auf. Eine Freitreppe, auf deren Wangen Sphingen wachen, führt zur Eingangstür. Innen vermittelt eine runde Öffnung von circa 20 cm Durchmesser in der Fußbodenmitte zu einem dunklen Gewölbe darunter. Das Bildprogramm handelt vom Wachsen, Reifen und Absterben der Natur. Vier große Relieffelder zeigen Symbole der vier Jahreszeiten in Verbindung mit einem antiken Dreifuß. Die Naturrhythmen werden mit der modernen Naturwissenschaft verknüpft: Bildnismedaillons der älteren Autoritäten Theophrastos von Eresos und Plinius stehen solche der modernen Naturforscher Joseph Pitton de Tournefort und Carl von Linné gegenüber. Linnés revolutionäres Buch über die Pflanzensystematik bildete das inzwischen verschwundene Attribut einer Statue der Göttin Ceres in der Mittelapsis.

Badhaus

Badhaus

 

Das von Pigage errichtete Badhaus ist ein kleines Lusthaus nach Art einer italienischen Villa. Während unter Karl Theodor der übrige Schlossgarten öffentlich zugänglich war, durfte der Badehaus-Bereich, zu dem ein eigener Garten gehört, nur auf Einladung oder mit Genehmigung des Kurfürsten betreten werden. Hier konnte Karl Theodor wie ein Privatmann leben und sich seinen musischen Neigungen hingeben. Vom Apollo-Bezirk her wird das Badhaus durch eine im Grundriss halbkreisförmige Exedra betreten, eine gleich gebildete liegt an der Rückseite. Durch beide Eingangsbereiche gelangt der Besucher in den Ovalsaal mit der Aurora als Deckengemälde und vier Horen als vergoldeten Plastiken, der das Zentrum des Schlösschens bildet. Vom Ovalsaal gehen nach Westen und nach Osten flurartige Vorzimmer mit fein eingelegtem Parkett aus drei Hölzern ab. Über sie gelangt der Besucher in das Schlafzimmer des Kurfürsten (Südwestseite, mit separater Toilette) und in den Baderaum (Nordwestseite) mit einem vertieften Marmorbecken (etwa 1‚2 m tief) mit zwei Sitzbänken in einer elliptischen Nische. Die Wasserleitungen sind als bekrönte Schlangen ausgearbeitet. An der Nordostseite liegt das Chinesische Zimmer mit chinesischen Papiertapeten, an der Südostseite das Schreibzimmer mit Landschaftsgemälden von Ferdinand Kobell.

 

In der beim Badhaus gelegenen Badhausküche befand sich der Kessel zum Erhitzen des Badewassers. Bemerkenswert ist, dass das Badhaus im Verhältnis zum Hauptschloss in der gleichen Position gelegen ist wie sein Vorbild, das Grand Trianon, im Schlosspark von Versailles.

Wasserspeiende Vögel

 

Uhu mit geschlagenem Fasan

 

wasserspeiende Vögel auf der Einfassung

 

Brunnen der wasserspeienden Vögel

 

Eine Attraktion des Badhausgartens ist der Brunnen der wasserspeienden Vögel (alle aus Eisenblech gearbeitet). Im mittleren Bassin sitzt in Angriffshaltung mit gespreizten Flügeln ein Uhu, der in seinen Fängen einen von ihm geschlagenen Fasan hält. Oben auf der Einfassung aus Lattenwerk, das die Anlage umgibt, sitzen zwanzig andere Vögel, die den Uhu (mit Wasser) bespucken. Das Thema des Brunnens geht auf eine Fabel von Äsop zurück, die vom Zorn der guten Vögel über den bösen Uhu handelt. Die Schwetzinger Figuren stammen aus dem lothringischen Schloss La Malgrange des polnischen Exkönigs Stanislaus I. Leszczyński. Vier Volieren mit lebenden, zwitschernden Vögeln erhöhen die Illusion. Zu der Anlage zählen zwei weitere kleine Gebäude, die sogenannten Achathäuschen.

Perspektiv

 

Perspektiv im Laubengang

 

Perspektiv aus der Nähe

 

Perspektiv von außen

 

Blick auf die halbrunde Mauer vom „Perspektiv“ oder „Ende der Welt“ im Schlossgarten Schwetzingen.

 

Das Perspektiv oder Ende der Welt im Schlossgarten Schwetzingen.

 

Das Perspektiv, im Volksmund als „Ende der Welt“ bezeichnet, schließt die Hauptachse des Badhausgartens nach Norden hin ab. Am hinteren Ende der Treillage ist eine Flusslandschaft zu erkennen. Dabei handelt es sich um die Kopie eines Gemäldes von Ferdinand Kobell auf einer Mauer. Durch geschickt genutzten Lichteinfall erscheint das Bild realistisch. Im Zusammenspiel mit dem zuführenden Gang und einem Architekturrahmen vor der Mauer entsteht eine starke Tiefenwirkung.

 

Aufbau des Perspektivs (von Pigage gestaltet): An den Laubengang (Treillage) schließt sich ein Pavillon mit zwei Seitenräumen an. Der Hauptraum des Pavillons (zum Gemälde hin offen und mit Tuffstein verkleidet) ist als Grotte gestaltet. Gegenüber dem Eingang des Laubengangs befindet sich eine Maueröffnung im Pavillon. In der Maueröffnung sind eiserne Schilfblättchen angebracht und Wasser tropft von der Grottendecke in ein Bassin. Hinter dieser Öffnung befindet sich in etwas Abstand eine halbrunde Mauer mit Landschaftsgemälde (in Freskotechnik). Das Landschaftsgemälde wird durch das Sonnenlicht beleuchtet und strahlt so förmlich, wenn man vor dem Laubengang steht.

Orangerie

Orangerie

→ Hauptartikel: Orangerie (Schwetzingen)

 

Ab dem 16. Jahrhundert kamen an den europäischen Fürstenhöfen Sammlungen von Orangen und anderen Zitrusbäumen in Mode. Diese überwinterten in abschlagbaren, nur für die kalte Jahreszeit um die Pflanzen herum errichteten Gebäuden. Im späten 17. und im 18. Jahrhundert wurden die Pflanzen in Pflanzkästen und Kübeln gehalten, die in einem festen Gebäude überwinterten und in den warmen Monaten in einem Orangerieparterre ins Freie gestellt wurden.

 

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts konnte der Bedarf an Räumlichkeiten für höfische Festivitäten in Schwetzingen nicht annähernd gedeckt werden. Eine Orangerie mit großem Festsaal westlich des Schlosses sollte hier Abhilfe schaffen. So hatte es jedenfalls Kurfürst Karl Philipp entschieden, der 1716 die Nachfolge des überwiegend in Düsseldorf residierenden Kurfürsten Johann Wilhelm angetreten hatte.

 

Die unter Karl Theodor errichtete Schwetzinger Orangerie mit ihren Fassadenmalereien wurde von Nicolas de Pigage entworfen. Die Malereien täuschen Naturstein als Material vor, wo nur simple Backsteinmauern sind. Davor liegt das Orangerieparterre, das gegenüber den anderen Gartenbereichen zugunsten eines Binnenklimas abgesenkt und zur warmen Südseite ausgerichtet ist. An den Ecken des Parterres befinden sich Statuen von drei Jahreszeiten, die vierte fehlt. In der Mitte stehen die Orangen- und Zitronenbäume in Kübeln auf einer rechteckigen Insel.

Moschee

→ Hauptartikel: Moschee Schwetzingen

 

Rote Moschee im Türkischen Garten

 

Wandelgang mit Eckpavillon

 

Innenansicht der Moscheekuppel

 

Im hinteren (südlichen) Bereich, dem Türkischen Garten, steht die Rote Moschee von Pigage, errichtet von 1778 bis 1785. Das Bauwerk hat keine liturgische Funktion, es handelt sich vielmehr um ein Gartenfolly mit ausschließlich ästhetischer Bedeutung. Die Schwetzinger Moschee ist der erste und größte Bau dieser Art in einem deutschen Park. Das Gebäude des späten Barock ist mit zahlreichen orientalischen Elementen versehen. Der Moscheehof wurde gelegentlich für Freilichtaufführungen von Opern genutzt. Die Moschee wurde im 20. Jahrhundert zeitweise von Muslimen genutzt.

 

Vor der Moschee befinden sich der ehemalige fürstliche Obstgarten, dahinter eine Baumschule und die Schlossgärtnerei.

Römische Wasserleitung

Römische Wasserleitung

 

Im Sommer 1779 wurde die am nördlichen Rand des Gartens gelegene künstliche Ruine nach Entwürfen von Nicolas de Pigage begonnen. Ein Torbau, auf dem noch ein Turmaufsatz erhalten scheint, erinnert an einen römischen Triumphbogen. In seiner mittleren Arkade rauscht ein Wasserfall. Von diesem Torbau greifen nach drei Seiten die Reste eines Aquäduktes aus, wobei der östliche Arm einen Freiplatz hinterfängt, auf dem sich ein Obelisk erhebt.

 

Pigage konnte auf eigene Antikenstudien während seiner Italienreise 1767/68 zurückgreifen. Die Verbindung von Torbogen und Aquädukt begegnet an der römischen Porta Maggiore und am Aquädukt der Acqua Vergine. Das Turmfreigeschoss könnte durch mittelalterliche Wehraufbauten auf römischen Brücken angeregt sein. Die Vorbilder finden sich in Veduten von Piranesi. Die Bezeichnung als Römisches Wasserkastell erscheint erst 1828.

Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)

Blick über die Chinesische Brücke, im Hintergrund der Merkurtempel

 

Die oft als „chinesisch“ bezeichnete Brücke im hinteren, nordwestlichen Bereich des Gartens verbindet den französischen mit dem englischen Gartenteil. Das Bauwerk geht tatsächlich auf einen Brückenentwurf des in Venetien tätig gewesenen Renaissance-Architekten Andrea Palladio zurück. Die Brücke hat den populären Beinamen „Lügenbrücke“, denn wer auf deren unregelmäßigen Stufen ins Straucheln kommt, soll schon einmal geschwindelt haben.

Landschaftsschutzgebiet

 

Bereits am 8. August 1952 hat das damalige Landratsamt Mannheim den Schloßgarten unter der Bezeichnung Schwetzinger Schloßgarten und Umgebung als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Das Gebiet mit der Nummer 2.26.013 hat aktuell eine Größe von rund 190 Hektar und umfasst den historischen Park aus der Kurfürstenzeit sowie das westliche Vorgelände und die historische Jagdanlage am Stern.

Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses

 

Voltaire kam im Jahr 1753 zum ersten Mal nach Schwetzingen und war 14 Tage lang Gast des mit ihm befreundeten Kurfürsten. Im Sommer 1758 kam Voltaire erneut zu einem kurzen Aufenthalt nach Schwetzingen. Wolfgang Amadeus Mozart wirkte zusammen mit seinem Vater und seiner Schwester an einem Hofkonzert am 18. Juli 1763 mit. Der Komponist Christoph Willibald Ritter von Gluck war im Jahr 1774 Gast des Kurfürsten. Friedrich Schiller fand in Schwetzingen Anregungen zu den gegensätzlichen „Aranjuez-Stimmungen“ des ersten Aktes von Don Karlos. Der Schauspieler August Wilhelm Iffland schilderte in einem Brief vom 26. November 1779 eine Jagd bei Schwetzingen, die 50.000 Gulden gekostet hatte und bei der für 9.000 Menschen Zuschauergerüste aufgebaut waren. Kaiser Joseph II. hielt sich im Jahr 1781 unter dem Namen Graf von Falkenstein in Schwetzingen auf.

Siehe auch

 

Schloss Benrath – 1755 bis 1773 von Pigage im Auftrag von Kurfürst Karl Theodor erbaut am Übergang vom Rokoko zum Klassizismus. Der Garten ist eine geometrisch achsensymmetrische Barockanlage nach französischem Vorbild, der Privatgarten des Kurfürsten wurde im 19. Jahrhundert landschaftlich umgestaltet. Im Nebengebäude des Schlosses befindet sich das Museum für Europäische Gartenkunst.

Maulbeerbaumallee nach Heidelberg – im Zusammenhang mit der Seidenraupenzucht.

 

Literatur

 

Carl Ludwig Fuchs, Claus Reisinger: Schloss und Garten zu Schwetzingen. 2. Auflage. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2008, ISBN 978-3-88462-266-7

Volker Hannwacker: Friedrich Ludwig von Sckell. Der Begründer des Landschaftsgartens in Deutschland. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1992, ISBN 3-421-03012-X, S. 11–21.

Nanette Schärf, Hartmann Manfred Schärf: Das Badhaus im Schwetzinger Schlossgarten. Die Restaurierung des Gebäudes, seiner Innenräume und Ausstattungen. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 37. Jg. 2008, Heft 1, S. 29–35 (PDF)

Ralf Richard Wagner: In seinem Paradiese Schwetzingen … Das Badhaus des Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz. Hrsg. von Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2009, 302 S., ISBN 978-3-89735-587-3.

Wegweiser durch den Schwetzinger Garten. Mit zwölf Ansichten von Conrad Caspar Rordorf. Engelmann, Heidelberg 1830 (Digitalisat)

Karl Wörn: Schwetzingen Lebendige Stadt. 3. Auflage. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 1980.

Oswald Zenker: Schwetzinger Schlossgarten. Ein Führer durch das Französische Gartenparterre und den Englischen Landschaftsgarten, mit Informationen über Schloss und Rokokotheater sowie Sehenswürdigkeiten der Umgebung. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 2002, ISBN 3-87742-170-9.

 

Film

 

Im Hain des Apoll. Der Schlosspark Schwetzingen. Dokumentarfilm, Deutschland, 2007, 28:20 Min., Buch und Regie: Christopher Paul, Produktion: SWR, Reihe: Schätze des Landes, Inhaltsangabe von ARD.

 

Weblinks

Commons: Schloss Schwetzingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

 

Offizielle Seite von Schloss Schwetzingen

Infos zum Schloss auf der Seite der Stadt Schwetzingen

Schloss Schwetzingen von ZUM

Kein Land „wo die Zitronen blühen“. In: Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Artikel zur Geschichte von Orangerien, darunter der in Schwetzingen

Schloss Schwetzingen auf badischewanderungen.de

Schloss Schwetzingen als 3D-Modell im 3D Warehouse von SketchUp

 

Einzelnachweise

Schwetzingen: A Prince Elector’s Summer Residence – garden design and Freemasonic allusions. Eintrag in der Tentativliste der UNESCO auf deren Website, abgerufen am 8. April 2014 (französisch)

Vorlage zur Gemeinderatssitzung vom 22. September 2009, abgerufen am 8. April 2014

Neue Akzente sollen in Paris überzeugen. Schwetzinger Zeitung, 2. Februar 2010, abgerufen am 8. April 2014

Die Sommerresidenz und ihre Musik sollen es richten. Mannheimer Morgen, 6. März 2010, abgerufen am 8. April 2014

Kurfürstliche Sommerresidenz Schwetzingen für die Aufnahme in die UNESCO-Weltkulturerbeliste nominiert. Pressemitteilung des Landesdenkmalsamts Baden-Württemberg vom 8. März 2010, abgerufen am 8. April 2014

ICOMOS Evaluations of Nominations of Cultural and Mixed Properties. Empfehlungsbericht zur 36. Sitzung des Welterbekomitees im Juni/Juli 2012, S. 224–233, PDF-Datei, 28,4 MB, abgerufen am 8. April 2014 (englisch)

Schwetzingen zunächst nicht Welterbe. Pressemitteilung der Stadt Schwetzingen vom 29. Juni 2012, abgerufen am 8. April 2014

Johanna Eberhardt: Schwetzingen nimmt keinen neuen Anlauf. Stuttgarter Zeitung, 3. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014

Kein dritter Anlauf für Unseco-Welterbe-Titel in Schwetzingen. xity, 2. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014

Hans-Erhard Lessing: Zwei Räder statt vier Hufe – Karl Drais G.Braun-Verlag, Karlsruhe 2010

Richard Benz: Heidelberg. Schicksal und Geist, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen, 2. Auflage 1975, ISBN 3-7995-4008-3, S. 296

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Die Moschee im Schwetzinger Schlossgarten (auch als „Rote Moschee“ bekannt) ist ein Bauwerk im Garten des Schwetzinger Schlosses, das von Hofarchitekt Nicolas de Pigage Ende des 18. Jahrhunderts erbaut wurde.

Inhaltsverzeichnis

 

1 Geschichte

2 Architektur

2.1 Grundriss

2.2 Wandelgang

2.3 Fassade

2.4 Innenraum

2.5 Inschriften

3 Literatur

4 Weblinks

5 Einzelnachweise

 

Geschichte

 

Die erste Stufe der Bauarbeiten war 1776 der „Jardin Turc“ (frz.: türkischer Garten). Der Moscheebau wurde im Jahr 1779 begonnen und 1792/93 beendet, wobei die Minarette erst in den Jahren 1795/96 fertiggestellt wurden. Die Kosten beliefen sich auf ca. 120.000 Gulden. Damit war die Moschee das teuerste Bauwerk der Gartenanlage. Zur Zeit des Baubeginns war der Hof schon nach München umgezogen, weil Carl Theodor im Jahr 1778 Kurfürst von Pfalz-Bayern wurde.

 

Das Bauwerk hatte nicht die Funktion eines islamischen Gotteshauses, sondern sollte, dem aufklärerischen Gesamtkonzept des Schwetzinger Schlossgartens folgend, der Toleranz gegenüber allen Religionen und Kulturen der Welt Ausdruck verleihen. Der Islam vertritt dabei die mit dem Orient assoziierten Weisheitslehren.

 

Obwohl dem Gebäude einige für Moscheen typische Elemente fehlen, wurde es doch zeitweise tatsächlich für islamische Gottesdienste genutzt, so nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71, als Kriegsgefangene aus dem Maghreb (vermutlich Turkos) in der Nähe von Schwetzingen in Lazaretten untergebracht waren, sowie in den 1980er Jahren.

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzten Amerikaner den Innenraum als Jazz- und Swing-Club.[1]

 

Seit 1970 erfolgten nach einem Parkpflegeplan Rekonstruktionen an der gesamten Schwetzinger Schlossanlage. In den 1990er Jahren wurde auch mit der Restaurierung der Moschee begonnen, die 2007 abgeschlossen wurde. Das Land Baden-Württemberg investierte dabei rund 2,5 Millionen Euro für die Außeninstandsetzung der Moschee, 6 Millionen Euro in die Sanierung der Gebetsgänge und 1,5 Millionen Euro für die Innenarbeiten.[2]

Architektur

 

Das Gebäude wird stilistisch der sogenannten Türkenmode zugeordnet. Zwar sieht es einer Moschee ähnlich, weicht aber in mancher Hinsicht von einer „echten“ Moschee ab: Diese ist normalerweise mit einem geschlossenen Innenhof versehen, zu dem hin die Fassade auch geschmückt ist, während sie an der Außenseite schlicht gearbeitet ist. Dies ist in Schwetzingen nicht der Fall. Zudem besitzt die Schwetzinger Moschee einen Wandelgang, der seine Entsprechung eher im Kreuzgang eines christlichen Klosters finden würde, und eine Kuppel, welche die St Paul’s Cathedral in London imitiert. Auch fehlen sämtliche liturgischen Einrichtungen, die eine Moschee benötigt. So befindet sich im Innenhof normalerweise ein Brunnen für die rituelle Reinigung vor dem Gebet (Wudu’); zur Inneneinrichtung gehören eine Kanzel und eine Nische, die die Richtung nach Mekka angibt (Qibla). Der Gesamteindruck von Kuppel, Portikus und frei stehenden Türmen erinnert am ehesten an die Wiener Karlskirche.

 

Jan Snoek[3] versucht, alle Gartengebäude und Teile in einem großen freimaurerischen Zusammenhang zu sehen. Die Moschee repräsentiere mit ihren mit Sternen verzierten Decken die Nacht sowie den Himmel im geistig-seelischen Sinn und sei damit gleichzeitig Symbol für das Leben nach dem Tod.

Grundriss

 

Der türkische Garten mit der Moschee bildet ein Rechteck, dessen Längsseiten in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet sind. Das Gelände ist im Norden, Süden und Westen von einer Mauer umgeben. An der Ostseite verläuft ein Weg, der den türkischen Garten vom Obstgarten trennt. Die Moschee ist in die westliche Mauer eingeschrieben und liegt mit ihrer Kuppel genau auf der Ost-West-Mittelachse des Obstgartens.

 

Der Wandelgang orientiert sich mit seinem Grundriss an diesem Rechteck; er nimmt ungefähr zwei Drittel der Grundfläche ein. In der Ost-West-Achse ist er durch zwei quadratische Portalbauten unterbrochen: an der Ostseite durch den Zugang zum Wandelgang und an der Westseite durch den Zugang zur Moschee. Die vier Ecken werden durch schräg gestellte Pavillons akzentuiert. An den beiden Längsseiten, West und Ost, sind jeweils auf halbem Wege zwischen Eckpavillons und Portalbauten kleine Pavillons mit Treillagegängen an der Außenseite des Wandelgangs angebaut.

 

An den beiden Schmalseiten, Nord und Süd, finden sich ebenfalls Pavillons, die mit einem kurzen Treillage-Verbindungsgang an den Wandelgang angebaut sind. Diese als Priesterkabinette bezeichneten Bauten sind etwas größer als die Pavillons an den Längsseiten.

 

Die Moschee ist mit dem westlichen Portalbau durch einen hallenartigen Verbindungstrakt an den Wandelgang angebunden. Zum Eingangstor der Moschee führen sieben Stufen. Das Gelände um den Wandelgang ist von Büschen und kleinen Bäumen umgeben. Geschotterte Wege verlaufen sowohl auf der Innen- als auch auf der Außenseite um den Kreuzgang herum. Rechts und links der Moschee sind zwei kleine Wege, die zu den Portalen unterhalb der Minarette führen; durch sie kann man vor den Westbau der Moschee gelangen. An der südwestlichen Ecke der Mauer findet man versteckt hinter Büschen eine steinerne Bank, zu der man nur über ein Rasenstück in Form eines verschlungenen Weges gelangen kann.

 

Der Grundriss von Moschee und Wandelgang ist von Kreis, Rechteck, Quadrat und Achteck bestimmt. Der ursprünglich quadratische Grundriss des Kubus des Kuppelbaus nähert sich durch konkav einschwingende Ecken einem Achteck. Diese Ecken sind zu Viertelkreisen ausgeformt; in der Nord-Ost-Ecke und in der Süd-Ost-Ecke sind die runden Treppentürme eingeschrieben. Der Grundriss des Innenraums entspricht jedoch völlig einem regelmäßigen Achteck.

 

Aus diesem Kubus erhebt sich im kreisförmigen Grundriss der Tambour, auf dem die Kuppel sitzt. Nördlich und südlich schließen sich an diesen Kuppelbau quadratische Räume, westlich der rechteckige Portikus und östlich die oben erwähnte rechteckige Verbindungshalle, an. Von den quadratischen Anbauten aus zieht sich eine Mauer konkav nach Westen zu den etwas vorgelagerten, achteckig geformten Sockeln der Minarette. Aus diesen erheben sich wiederum die kreisförmigen Minarett-Türme.

 

Die Idee Quadrat-Kreis-Achteck wurde in allen Bauteilen konsequent verfolgt.

Wandelgang

Wandelgang mit Eckpavillon

 

Der Wandelgang besteht aus Treillage-Gängen, die von den beiden Portalbauten und den Eckpavillons unterbrochen werden. Die Gänge bestehen aus beige lackierten Gittern, die von den grün lackierten tragenden Teilen gerahmt sind und regelmäßig von Durchgängen unterbrochen werden. Diese Durchgänge sind von Giebeln überfangen, die an der Vorderfront von einem Dreipass geziert werden. Der Dachquerschnitt hat an diesen Stellen die Form eines Eselsrückenbogens. Das Dach über den Gängen ist ein mit Schiefer eingedecktes Satteldach. In die Gevierte sind Bündelpfeiler mit Blattkapitellen eingestellt; die Sockel haben ebenfalls einen achteckigen Grundriss. Die Gänge haben flache Decken, während die Decken der Durchgänge gewölbt sind und diese dadurch gegen die Gänge absetzen. Beide sind mit verschiedenen Mustern verziert.

 

Die Portalbauten sowie die Eckpavillons sind anderthalbgeschossig. Auf Höhe des Geschosswechsels zieht sich jeweils ein Sims um die Gebäude. Die Portalbauten haben einen balkonartigen Aufbau, in dessen Mitte sich eine kleine, runde Kuppel aus dem Flachdach erhebt. Im halben Geschoss befindet sich eine rundbogige Fensteröffnung, die an einen Halbmond erinnert.

 

Die Eckpavillons haben wie die Moschee einen kreisförmigen Tambour mit runden Fenstern, auf dem eine runde Kuppel sitzt, die von einem korbartigen Aufsatz gekrönt wird.

 

Die vier kleinen Pavillons an den Breitseiten sind eingeschossige Bauten, die zur Außenseite hin jeweils ein Spitzbogenfenster und zu den Schmalseiten hin ein Rundfenster haben. Die Bauten werden von Glockendächern gedeckt.

 

Alle eben aufgezählten Gebäudearten haben spitzbogige Eingänge.

 

Die Priesterkabinette sind ebenfalls eingeschossig. Der Eingang ist durch eine zweiflügelige Holztür verschlossen. In den kurzen Schrägseiten befindet sich jeweils ein kleines Spitzbogenfenster, in den Seitenwänden sind Rundfenster. Das Ganze wird durch ein pagodenförmiges Dach gedeckt, in das vier spitzbogige Dachfenster eingelassen sind.

 

Alle Gebäude sind im gleichen Rot-Ton wie die Moschee gehalten.

Fassade

Portikus der Moschee

 

Die Gestaltung der Fassade ist von der Fassade der Karlskirche in Wien beeinflusst. Der Westeingang der Moschee wird von einem Portikus bestimmt. Dessen Giebel wird von vier Vollsäulen und vier Dreiviertelsäulen getragen, die paarweise angeordnet sind, um so den Blick auf den Eingang freizugeben. Die Säulen sind komposit; über dem korinthischen Akanthusblatt-Kranz sind, streng davon getrennt, die ionischen Voluten. Auf den Kapitellen stehen Kämpfer, die in den Architrav einschneiden und diesen merkwürdig unterbrechen.

 

Die Decke des Portikus ist entsprechend der Säulenordnung dreigeteilt und in den Vertiefungen mit Zierfeldern ausgestattet.

 

Auf dem Architrav ruht ein Gesims, welches das gesamte Bauwerk umspannt. Über diesem schließt sich ein Attika-Geschoss an, das ebenfalls das ganze Gebäude umläuft. Der Giebel des Portikus ist in drei Spitzbögen aufgeteilt, wobei der mittlere höher aufragt als die beiden seitlichen. Ihn ziert im Innenfeld eine arabische Inschrift, die übersetzt lautet: „Es gibt nur einen einzigen wahren Gott.“

 

Zur Gebäudewand hin zieht sich ein Fries, der wie ein gotisches Maßwerk geformt ist. Die Sima ist mit tropfenförmigen Guttae dekoriert – eine Verzierung, wie sie oft am Hof Carl Theodors zu finden ist.

 

Das Portal ist im Gegensatz zu dem aufwendigen Portikus eher schlicht gehalten. Über der doppelflügeligen Tür befindet sich eine spitzbogige, mit Glas gefasste Lünette. Über dem Eingang befindet sich ein Zierfeld in Form eines gestelzten Halbkreises. Ein Strahlenkranz aus lanzettförmigen Blättern umschließt einen Stern in der Mitte.

 

Direkt an den Portikus schließen sich links und rechts konkav eingezogene Ecken an, die sowohl unter- als auch oberhalb des Simses von Zierfeldern geschmückt sind. Darauf folgen die Außenwände der Anbauten des Kuppelsaals. Im unteren Bereich werden diese von einem Spitzbogenfenster und im oberen Bereich, jedoch unterhalb des Simses, von einem flachen Rundbogenfenster durchbrochen. Oberhalb des Simses, im Attika-Geschoss, findet sich wieder ein Zierfeld.

 

Nun folgen die konkav nach außen gezogenen Mauern, die die Minarette mit dem Hauptgebäude verbinden. Diese werden von je drei Spitzbogennischen sowie an der Westseite von rosettengezierten Tondi, die sich auch am Tambour wiederfinden lassen, geschmückt. Zur Ostseite, zum Kreuzgang hin, sind die Wände unverziert. Ein Gesims läuft unterhalb der Mauerkante bis zu den Minaretten, die davon noch umschlossen werden.

 

Die Minarette haben einen achteckigen Sockel mit Zierfeldern auf allen frei stehenden Seiten. Es folgt das eben erwähnte Gesims, aus dem eine Wölbung erwächst, die zum Turm überleitet. Zwischen Balkon und Sockel ist auf halber Strecke noch ein wulstförmiges Zierband um den Turm geschlungen. Die Türen zu den Balkons sind nach Westen gerichtet. Das Dach ist eine Mischung aus Zwiebel- und Faltkuppel. Die Turmtreppen sind links gewendelt – eine unübliche Art der Wendlung, die aber auch im Merkur-Tempel verwendet wird.

 

Die Seiten der Anbauten haben jeweils mittig eine Spitzbogentür und darüber ein Rundbogenfenster. Im Attika-Geschoss befindet sich wieder ein längliches Zierfeld. Die Ostseite wird von der rechteckigen Eingangshalle beherrscht, die an dieser Seite die Stelle des Portikus einnimmt und das Hauptgebäude mit dem Portalbau des Wandelganges verbindet. Bezüglich der Gliederung gleicht sie der Westfassade, außer dass in die konkav eingezogenen Ecken die Treppentürme eingeschrieben sind. Diese haben im unteren Bereich eine Spitzbogenpforte sowie zwei Spitzbogenfenster – eine Aufteilung, die sich nach oben hin auf der Plattformebene spiegelt. Die Türme enden auf der Höhe des Attika-Geschosses und sind mit einer halbkugelförmigen Kuppel gedeckt.

 

Aus dem Kubus der Haupthalle erhebt sich der zylindrische Tambour. Im unteren Teil hat dieser als Sockel ein glattes, schmales Band. Darüber liegt ein kanneliertes Band, das mit einem Gesims abschließt. Das Gesims ist gleichzeitig die Sohlbank der acht Fenster. Diese haben eine spitzbogige Form und werden von einem Dreiecksgiebel überfasst. Zwischen den Dreiecksgiebeln befinden sich die oben erwähnten Tondi. Ein Spitzbogenfries schließt den Tambour ab und bildet die Überleitung zur halbkugelförmigen Kuppel. Diese ist wie alle Dächer mit Schiefer eingedeckt und hat korrespondierend zu den Tambourfenstern 16 Giebelfenster, die in zwei Reihen übereinander angeordnet sind. Den Abschluss der Kuppel bildet eine Zwiebel, die mit einem fünfzackigen Blitzableiter bekrönt ist.

Innenraum

Innenansicht der Moscheekuppel

Sternbild der kleinen Kuppel im Seitenraum

Zierfeld mit Inschrift

 

Der Innenraum der Moschee, und damit hauptsächlich der Kuppelbau, besteht aus dem Erdgeschoss, einem Emporengeschoss und der Kuppel, deren Rundung im Innenraum auf Höhe der Tambourfenster beginnt. Dadurch hat die Moschee sozusagen eine innere Kuppel, der eine äußere aufgesetzt ist. Von den sechzehn Dachfenstern in der Außenkuppel ist daher im Inneren nichts zu sehen.

 

Der Kuppelsaal hat im Erdgeschoss einen achteckigen Grundriss. Auf der Außenseite entsteht dieser durch die konkave Einziehung der Ecken, auf der Innenseite durch die Arkaden-Nischen. Die Ecken, an denen diese zusammentreffen, sind mit Säulen verstellt, deren Sockel ebenfalls achteckig ist. Die Säulenschäfte sind kanneliert, und die Kapitelle gehören zur ionischen Ordnung. Die Säulen sind am Sockel und am Kämpfer mit den Wänden verbunden. Sie tragen Rundbogen-Arkaden, über denen der Tambour entsteht. Die Wandnischen dazwischen sind zweigeschossig. In den Hauptachsen des Erdgeschosses befinden sich sowohl die Eingangstüren zum Kuppelsaal als auch die Durchgangstüren zu den beiden Anbauten. Über diesen befinden sich auf drei Seiten Emporen, während über der Westseite in Scheinarchitektur ein aufgemalter Vorhang zu sehen ist.

 

Die anderen vier Wandnischen sind aufwendig verziert. In den Rundbögen sind wiederum Schrifttafeln mit Weisheiten angebracht.

 

Die Archivolte ist mit einem Band aus Akanthusblättern geschmückt, die sich mit Rosetten abwechseln. Am Scheitel sitzt ein strahlender Stern, über dem eine Kartusche mit dem Wort "Allah" in arabischen Schriftzeichen angebracht ist.

 

Darüber erstreckt sich ein ausladendes Konsolgesims, aus dem der Tambour erwächst. Er ist auf der Innenseite viel kürzer als auf der Außenseite. Die innere Kuppel sitzt unterhalb der äußeren und ist mit dieser vermutlich durch ein Dachstuhlgebälk verbunden, in das auch die sechzehn Dachfenster münden. Der Tambour ist in achtundvierzig senkrecht stehende Zierfeldern gegliedert, die auf den Schmalseiten spitz zulaufen und einen floralen Schmuck aufweisen.

 

Über dem Tambour erhebt sich die Kuppel mit ihren acht Fenstern, die mit Stichkappen tief in diese einschneiden. Zwischen ihnen befinden sich wieder arabeske Zierfelder mit Weisheiten in arabischer Schrift, deren deutsche Übersetzung in einem rechteckigen, sockelartigen Feld darunter zu lesen sind. Die Leibungen der Stichkappen sind ebenfalls mit einem rautenförmigen Muster verziert. Im Zentrum der Kuppel steht ein goldener, achteckiger Stern auf blauem Grund. Wenn man in der Mitte des Raumes stehend nach oben in die Kuppel schaut, hat man den Eindruck, als ob die Stichkappen der Fenster auf den Stern in der Mitte weisen. Dadurch entsteht das Gefühl, dass die ganze Innenraum-Architektur auf diesen Stern zentriert ist.

 

Die beiden quadratischen Seitenräume sind gleich gestaltet. In der Nord-Süd-Achse befinden sich jeweils die Türen zum Kuppelsaal beziehungsweise nach außen in den Garten. Ost- und Westwände sind durch spitzbogige Fenster gegliedert. In den Ecken stehen kubische Säulen, die die Schildbogen tragen. Sie sind wie ihre Pendants im Kuppelsaal kanneliert; ihre Kapitelle sind eine Kombination der dorischen und der ionischen Ordnung. In der Mitte der Decke befindet sich ein kreisförmiges Loch, über dem sich eine Kuppel wölbt. Auch an dieser Stelle findet man wieder den Stern.

Inschriften

 

Die arabischen Weisheiten, die in den Zierfeldern des Innenraums und der Außenfassade angebracht sind, haben keinen rein islamischen Charakter, sondern sind aus dem arabischen Raum entliehene, humanistisch-monotheistische Lehren. Im Außenbereich findet man sie an den Eingangspavillons des Wandelganges und der Moschee; im Innenbereich findet man sie im Tambour zwischen den Fenstern und im unteren Bereich in den Arkadenbögen. Sie sind, bis auf die Inschriften an der Westfassade, die nur in arabischer Schrift gehalten sind, jeweils mit einer deutschen Übersetzung in lateinischer Schrift kombiniert, wobei die arabische Version stets über der deutschen Übersetzung erscheint. Insgesamt sind es 23 Inschriften, wovon 20 sich auf einen arabischen Ursprung zurückführen lassen.

 

Außer den nicht übersetzten Inschriften der Westfassade, die einen eindeutig religiösen Bezug haben, sind die anderen allgemeingültige Weisheiten zu Ethik und Moral. Bei den arabischen Schriftzeichen fällt auf, dass fast alle Tafeln Fehler in der Punktierung der Konsonanten sowie der Vokalisierung der arabischen Sprache haben. Der Künstler, der die Inschriften anbrachte, war der arabischen Sprache offenbar nicht mächtig und hat wohl die Schrift von Druckvorlagen übernommen. Die Themenbereiche umfassen Weisheit und Torheit, Mitteilsamkeit und Verschwiegenheit, Fleiß und Müßiggang, ferner das Streben nach Gütern sowie Vergänglichkeit und Ermahnendes.

 

Die Inschriften an der Westfassade sind die einzigen, die einen deutlichen Bezug zum Koran haben und nicht übersetzt wurden. So steht über dem Hauptportal der erste Teil des muslimischen Glaubensbekenntnisses, der lautet: „Es gibt keinen Gott außer Gott“. Auf den beiden Tafeln rechts des Portikus sind verkürzte Formen von Koran-Suren, deren deutsche Übersetzungen lauten: „Gebt Spenden, bevor der Tod kommt“ und „Weder ist er gezeugt worden, noch kommt ihm einer gleich“. Die obere Tafel links des Portikus ist eine verkürzte Gebets-Sequenz und bedeutet in der Übersetzung: „Gepriesen seist Du, und Dein ist das Lob. Gesegnet ist dein Name, und außer Dir gibt es keinen Gott.“ Die untere Tafel ist wiederum die Verkürzung einer Sure und lautet: „Dann lobpreise deinen Herrn und bitte ihn um Vergebung! Er ist gnädig!“

Innenhof der Moschee mit Wandelgang und Eckpavillons im Schwetzinger Schlossgarten

Literatur

 

Carl-Ludwig Fuchs, Claus Reisinger: Schloss und Garten zu Schwetzingen. Werner, Worms 2001, ISBN 3-88462-164-5.

Wiltrud Heber: Die Arbeiten des Nicolas de Pigage in den ehemals kurpfälzischen Residenzen Mannheim und Schwetzingen. Werner, Worms 1986, ISBN 3-88462-909-3, Manuskripte zur Kunstwissenschaft in der Wernerschen Verlagsgesellschaft 10, (Zugleich: Heidelberg, Univ., Diss., 1977).

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Schloss Schwetzingen ist ein Schloss in Schwetzingen, das vor allem den pfälzischen Kurfürsten Karl Philipp und Karl Theodor als Sommerresidenz diente. Bekannt ist in erster Linie der im 18. Jahrhundert angelegte Schlossgarten. Jährlich finden im Schloss die Schwetzinger Festspiele und alle zwei Jahre das Lichterfest statt.

 

Inhaltsverzeichnis

 

1 Geschichte

2 Weltkulturerbe

3 Schloss

3.1 Innenräume

3.2 Zirkelbauten

3.3 Theater

3.4 Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen

4 Garten

4.1 Französischer Garten

4.2 Englischer Garten

4.3 Arboretum

4.4 See

4.5 Bauten

4.5.1 Merkurtempel

4.5.2 Minervatempel

4.5.3 Apollotempel

4.5.4 Tempel der Waldbotanik

4.5.5 Badhaus

4.5.6 Wasserspeiende Vögel

4.5.7 Perspektiv

4.5.8 Orangerie

4.5.9 Moschee

4.5.10 Römische Wasserleitung

4.5.11 Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)

4.6 Landschaftsschutzgebiet

5 Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses

6 Siehe auch

7 Literatur

8 Film

9 Weblinks

10 Einzelnachweise

 

Geschichte

 

Das Schwetzinger Schloss wurde im Jahr 1350 zum ersten Mal als Feste urkundlich erwähnt. Es handelte sich um ein mittelalterliches Wasserschloss. 1427 kam es in den Besitz des Kurfürsten Ludwig III. In der Folgezeit wurde es mehrfach umgebaut, diente als Jagdschloss und wurde gegen Ende des Dreißigjährigen Kriegs zerstört. Kurfürst Karl Ludwig ließ das Schwetzinger Schloss für seine Geliebte Luise von Degenfeld wieder aufbauen. Während eines Besuchs im August 1656 hatte er den Einwohnern von Schwetzingen bereits befohlen, sämtlichen Schutt wegzuräumen, wobei aufgelesene Trümmerteile wie Steine, Hölzer und „altes Eisenwerk“ bei den Untertanen zur eigenen Verwendung verbleiben durften. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde das Schloss erneut zerstört, die Grundmauern blieben allerdings stehen.

 

Karl Philipp

 

Karl Theodor

 

Seine heutige Form erhielt das Schloss auf Befehl des Kurfürsten Johann Wilhelm, der in Düsseldorf regierte. Dieser ließ es unter Leitung des Grafen Matteo Alberti – der Erbauer des Schlosses Bensberg – von dem Heidelberger Baumeister Johann Adam Breunig umbauen und durch zwei Flügelbauten wesentlich vergrößern. Das Bauwerk wurde in mehreren Bauabschnitten ab dem Jahre 1697 errichtet und ausgebaut. Im Jahr 1752 wurde eine Gartenerweiterung auf dem damals rund 70 Hektar großen Areal vorgenommen. Im gleichen Jahr wurde auch das Schlosstheater eröffnet. Obwohl das Schloss seit der Verlegung der Residenz des Kurfürsten Karl Theodor von Mannheim nach München im Jahr 1778 kaum mehr benutzt wurde, wurde in der Folgezeit am Garten weiter gearbeitet.

 

Unter Karl Theodor war Schwetzingen Sommerresidenz: Die Hofhaltung wurde in den warmen Monaten von Schloss Mannheim nach Schloss Schwetzingen verlegt. Die Schlichtheit der Wohnungen des Kurfürstenpaares und eine größere Informalität der Umgangsformen waren Ausdruck eines vorgeblich einfacheren, unbeschwerten „Lebens auf dem Lande“.

 

An der künstlerischen Ausgestaltung von Schloss und Garten waren nahezu alle am Hof in Mannheim beschäftigten Künstler beteiligt. Dazu gehörten Alessandro Galli da Bibiena und Peter Anton von Verschaffelt. Der Lothringer Nicolas de Pigage war Intendant der Gärten und Wasserkünste sowie der bestimmende Architekt in der Karl-Theodor-Zeit. Pigage erweiterte den Garten in allen Stilwandlungen der Zeit. Der Zweibrücker Hofgärtner Johann Ludwig Petri plante das Hauptparterre und den Zirkel des französischen Gartens. Der erste Hofgärtner, van Wynder, wurde aus Kassel nach Schwetzingen berufen.

 

Der zweite Hofgärtner war Johann Wilhelm Sckell, ein Hauptmitarbeiter Pigages. Sein Sohn Friedrich Ludwig Sckell wurde 1804 nach München berufen, wo er den Englischen Garten anlegte. Der erste badische Gartenbaudirektor war Johann Michael Zeyher, der den Flieder in Schwetzingen einführte.

 

Schloss Schwetzingen zählt heute zu den landeseigenen Monumenten und wird von der Einrichtung Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg betreut. Der Garten ist gegen Eintritt öffentlich zugänglich, Schloss und Theater können im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

Weltkulturerbe

 

Im September 1999 meldete Deutschland Schwetzingen in der bei der UNESCO geführten sogenannten Tentativliste als potentielle Welterbestätte an.[1] Ein dortiger Eintrag ist die Voraussetzung dafür, dass zu einem späteren Zeitpunkt ein Antrag auf Verleihung eines entsprechenden Prädikats, in diesem Fall des Weltkulturerbes, gestellt werden kann. Dies geschah dann auch im Jahre 2007. Der Antrag umfasste einen Kernbereich von Schloss und Schlossgarten, den vorgelagerten Schlossplatz, das Ysenburgsche Palais sowie die Sichtachsen der Carl-Theodor- und der Lindenstraße. Hinzu kam eine zusätzliche Pufferzone, die weitere Teile der Stadt einbezog.[2]

 

Im Juni 2009 wurde der Antrag aufgrund eines negativen Votums des ICOMOS wieder zurückgenommen und infolgedessen im Laufe des folgenden Herbstes überarbeitet. Der ursprüngliche Ansatz, das freimaurerische und aufklärerische Wirken Carl-Theodors begleitend zu betonen, wurde zurückgefahren, stattdessen die künstlerische und musische Bedeutung von Schloss und Stadt hervorgehoben. Außerdem wurde der Kernbereich geringfügig erweitert.[2] Im Januar 2010 wurde der Neuantrag eingereicht.[3] Im März 2010 setzte die Kultusministerkonferenz Schwetzingen erneut auf die deutsche Nominierungsliste, diesmal für 2011.[4][5] Der als Entscheidungsgrundlage dienende Bewertungsbericht der ICOMOS vom Mai 2012 empfahl jedoch abermals, die Anlage nicht aufzunehmen. Negativ wurde insbesondere bewertet, dass es von dieser Art von Schlössern und Gärten schon elf, beispielsweise in Dessau, in Brühl oder in Potsdam und Berlin, und damit eigentlich deren genügend auf der Welterbeliste gebe. Eine besondere Stellung Schwetzingens habe nicht erkannt werden können.[6] Das Welterbekomitee stimmte dem ICOSMOS-Votum zwar mehrheitlich nicht zu, behandelte den Schwetzinger Antrag aber auch nicht, sondern empfahl stattdessen, einen neuen, abermals überarbeiteten Entwurf vorzulegen. Ob es dazu kommt, ist fraglich.[7][8][9] Über einen erneuten Versuch wurde nichts bekannt.

Schloss

Plan von Schwetzingen (um 1840)

 

Eine Anfahrt aus Heidelberg liegt auf der geraden Verbindung vom Königstuhl nach Schwetzingen. Die Trasse ist von erhöhter Position aus in der Landschaft noch gut erkennbar, aber nicht durchgehend befahrbar. Vom Königstuhl aus gesehen läuft diese Linie hinter dem Schloss weiter auf die Kalmit zu.

 

Vom Schwetzinger Schlossplatz gelangt man in den Ehrenhof. In den beiden ehemaligen Wachhäuschen am Schlosstor befinden sich heute ein Museumsladen und ein Café. Der Hof wird links und rechts von symmetrischen Wirtschaftsgebäuden flankiert. In der Mitte, an der Westseite, befindet sich das Corps de Logis, der Wohnbau des Schlosses.

Innenräume

 

In einer langwierigen Restaurierung der Jahre 1975–1991 wurden die Innenräume des Schlosses wiederhergestellt und mit authentischen Möbeln des 18. Jahrhunderts eingerichtet. In der Beletage verdeutlichen im Rahmen eines Schlossmuseums die Gesellschaftsräume, die Wohnung des Kurfürsten und die Wohnung der Kurfürstin das Funktionsprofil des Schlosses in der Karl-Theodor-Zeit.

 

Von besonderem kunstgeschichtlichen Rang sind die Räume der in badischer Zeit ab 1803 umgestalteten Wohnung der Reichsgräfin Luise Karoline von Hochberg im zweiten Obergeschoss aufgrund der vorzüglich erhaltenen Handdrucktapeten (1804) der Firma Zuber et Cie in Rixheim (Compagniezimmer mit Alpenpanorama „Vues de Suisse“, Schlafzimmer, Grand Cabinet).

Zirkelbauten

Nördlicher Zirkelbau

Südlicher Zirkelbau

 

Die Zirkelbauten sind zwei eingeschossige, dank hoher Fenstertüren mit unmittelbarem Gartenzugang versehene Werksteinbauten, die sich seitlich an das Schloss zu einem Halbrund anschließen und das kreisrunde Gartenparterre gemeinsam mit dem Halbkreis der Wandelgänge aus Lattenwerk umfangen. Der nördliche Zirkelbau wurde in den Jahren 1748/1749 von Alessandro Galli da Bibiena erbaut, der südliche im Jahr 1753 von Franz Wilhelm Rabaliatti. Die Zirkelbauten wurden für die Hofgesellschaften (Speisetafel, Spiele und Konzerte, Bälle) genutzt. Solche zusätzlichen, repräsentativen Räumlichkeiten waren angesichts der beengten Verhältnisse im alten Wohnbau des Schlosses unverzichtbar. Heute werden die Zirkelbauten als Schlossrestaurant, Café und Theaterfoyer sowie für Konzerte und Ausstellungen genutzt.

Theater

→ Hauptartikel: Schlosstheater Schwetzingen

 

Das kurfürstliche Hoftheater im frühklassizistischen Stil (oft fälschlich „Rokokotheater“ genannt) wurde am 15. Juni 1753 mit Oper Il figlio delle selve („Der Sohn der Wälder“) von Ignaz Holzbauer eröffnet. Hier wirkten Sänger, Instrumentalisten und Komponisten von internationalem Rang, darunter die Vertreter der Mannheimer Schule. Nachdem Karl Theodor seine Residenz nach München verlegt hatte, fanden nur noch gelegentliche Aufführungen in Schwetzingen statt, wenn der Kurfürst dort zu Besuch war. Auch in der badischen Zeit wurde das Theater nur selten benutzt. Es verfiel und konnte nicht mehr bespielt werden. 1936/37 und 2002/03 wurde das Theater völlig renoviert. Die Brüstungen der leicht ansteigenden Logenränge haben im Grundriss die Form einer Lyra. Die Pfeiler sind reich verziert und von Korbbögen überbrückt, die die Wirkung des Raumes vertiefen.

Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen

 

Im südlichen Flügel des Schlosses sind seit ihrer Gründung 1953 die Fachhochschule Schwetzingen – Hochschule für Rechtspflege bzw. deren Vorgängereinrichtungen untergebracht. Aufgrund umfangreicher Umbau- und Renovierungsarbeiten wurde der Studienbetrieb seit September 2009 in ein Ausweichquartier nach Mannheim-Wohlgelegen verlegt.

Garten

Parterre

 

Der Schwetzinger Schlossgarten gliedert sich in einen Französischen Garten und einen Englischen Garten. Bei der kunsthistorischen Interpretation des Gartens wird auch unterschieden zwischen dem „Garten der Allegorien“, also jener Gartenteil, in welchem ohne tiefere Bedeutung allegorische Figuren stehen, und dem „Garten der Vernunft“. Zum „Garten der Vernunft“ zählen Minervatempel, Merkurtempel, Moschee, Apollotempel, Tempel der Botanik, das römische Wasserkastell sowie das Arboretum, also jene Gartenteile, in denen im Sinne aufklärerischen Denkens die Vernunft gefeiert wird. Der Schwetzinger Schlossgarten war, mit Ausnahme des Bereiches um das Badhaus, bereits in kurfürstlicher Zeit für die gesamte Bevölkerung zugänglich, damals noch ohne Eintrittsgeld. Eine Parkordnung regelte das angemessene Verhalten der Besucher.

Französischer Garten

Luftaufnahme des Barockgartens

Fontäne in der Gartenmitte

 

Längs der Hauptachse des Gartens blickt man nach Osten auf den Königstuhl im Odenwald und nach Westen auf die Kalmit im Pfälzerwald.

 

Der Barockgarten ist nach französischer Art in strengen geometrischen Formen angelegt. Die wichtigsten Elemente sind die Hauptachse, die Querachse und das Kreisrund. Der vordere Gartenteil zeigt Parterres und Boskette. Auf der Schlossterrasse befinden sich Urnen, die die vier Weltzeitalter darstellen (goldenes, silbernes, ehernes und eisernes Zeitalter). Zudem befinden sich dort zwei vergoldete Atalanten, die noch aus dem Vorgängergarten stammen. Eine Besonderheit des französischen Gartens ist die kreisförmige Anlage der zentrale Teil rund um den Arionbrunnen, das sogenannte Kreisparterre.

 

Der zentrale Arionbrunnen von Guibal hat eine Begebenheit der antiken Mythologie zum Thema: Arion (Arion von Lesbos) ist ein berühmter Sänger. Nach einem Wettstreit reich beschenkt, wird er auf See von den Schiffsleuten bedrängt. Er bittet, ein letztes Mal singen zu dürfen. Bei seinem Gesang erscheinen Delfine. Der Sänger stürzt sich in die Fluten und ein Delfin bringt ihn an die Küste, so dass er seinen Weg nach Korinth fortsetzen kann. Das Sternbild Delphin wird in manchen Überlieferungen als der von den Göttern ans Firmament entrückte Arion auf dem Delfin gedeutet.

 

Abgeschlossen wird der französische Garten durch die Darstellung einer Hirschjagd von Verschaffelt. In unmittelbarer Nähe sind die vier Elemente in Skulpturen dargestellt.

Englischer Garten

 

Die westlichen und nordwestlichen Teile des Gartens wurden als englischer Landschaftsgarten gestaltet. Im Gegensatz zum französischen Garten sind hier die Wege und Uferlinien leicht geschwungen. Am unregelmäßigen Waldbereich wurde fast nichts verändert.

Arboretum

 

Ein Arboretum ist eine Sammlung oft exotischer Gehölze. Der Gartenbaumeister Zeyher legte diesen Garten im Jahr 1802 mit exotischen Bildern aus aller Welt an. Besonders kunstvoll ist das schmiedeeiserne, teilvergoldete Tor von Rabaliatti. Auf derselben Fläche befand sich vorher eine Fasanerie mit Tiergehegen.

See

See mit Schloss im Hintergrund

See im Winter

Gartenphaeton des Kurfürsten 1775

 

Schon beim Betreten des Schlossgartens sieht der Besucher auf den großen See, der den Garten abschließt. An der Stelle des Sees befand sich ursprünglich ein ummauertes Bassin, das auf Vorschlag Zeyhers im Jahr 1823 auf Befehl des Großherzogs Ludwig von Baden erweitert und in einen See mit natürlicher Uferausformung umgewandelt wurde. Zwei Skulpturen (Kopien) von Verschaffelt ruhen auf der dem Schloss zugewandten Längsseite beidseitig der Blickachse: die Flussgötter Rhein und Donau. Die Originale sind in der Orangerie zu besichtigen.

 

Der See und alle weiteren Gewässer werden seit Pigage von zwei Wasserwerken gefüllt, die den Leimbach als Antrieb für die Mühlräder der Pumpen nutzten. Dieser umschloss bereits die ursprüngliche Burganlage und fließt vom Kraichgau kommend in Richtung Rhein. Für die Fontänen wurde sauberes Grundwasser verwendet. Diese Pumpen befanden sich im nördlichen Schlossflügel (oberes Wasserwerk mit Hochbehälter im heutigen Finanzamt). Ein zweites Pumpwerk mit Hochbehälter, das einen gleichbleibenden Druck sicherstellte, war am Parkende hinter dem Aquädukt verborgen (unteres Wasserwerk).

 

Für Karl-Theodor kaufte Pigage 1775 in London einen Gartenphaeton mit Lakai-Antrieb, wozu alle Hauptwege topfeben angelegt und sogar vorzeitliche Grabhügel abgetragen wurden. Damit konnte der Kurfürst im Park herumfahren, ohne dass Pferdeexkremente die Gartenwege verschmutzten. Der Muskelkraftwagen, heute im Schloss Nymphenburg, regte den Heidelberger Studenten Karl Drais vor 1803 zur späteren Erfindung des Ur-Fahrrads an.[10]

Bauten

 

Im Schwetzinger Schlosspark befinden sich neben zahlreichen Statuen auch einige Bauwerke. Das Gebäudeprogramm zeigt einen philosophischen und architektonischen Bezug auf die klassische Antike und, im Falle des Moschee-Komplexes, auf den Islam und die orientalische Weisheitslehre. Neuere Forschungen wollen im Schwetzinger Garten ein freimaurerisches Programm erkennen, in dem christliche Vorstellungen eingebunden wären. Gartenbauten, Wegbeziehungen, Tore und Brücken sollten den Park nicht nur in Einzelräume unterteilen, sondern größer wirken lassen. Einen eigenen Komplex bietet das früher nur auf Einladung oder Befehl des Kurfürsten zugängliche Badhaus, ein kleines Lusthaus mit eigenem Garten und dem „Perspektiv“.

 

Nach Ansicht von Richard Benz führte das Erlebnis der „künstlichen Ruinen“ im Schwetzinger Schlosspark die Dichter des 18. Jahrhunderts zur Beschäftigung mit den echten Ruinen des Heidelberger Schlosses und damit zur im späten 18. Jahrhundert einsetzenden „Wiederentdeckung“ Heidelbergs.[11]

Merkurtempel

 

Die Lage des Tempels oberhalb des Moscheeweihers

 

Der Tempel von Norden

 

Der Tempel aus der Nähe

 

Relief am Tempel

 

In den „Parties sauvages“, den südwestlichen landschaftlichen Partien des Schwetzinger Gartens wurde bereits 1784 ein „Monument“ gegenüber der Moschee geplant. 1787/88 entstand der Ruinenbau Pigages, der erstmals 1791 dem römischen Gott Merkur zugewiesen wird. Sein kellerartiger Unterbau aus großen Sandsteinblöcken erscheint als Rest eines älteren Vorgängers. Der dreigeschossige, turmartige Merkur-Tempel aus Tuffstein besitzt ein im Grundriss sechseckiges Hauptgeschoss, darüber ein Attikageschoss und eine abschließende Laterne. Auf Merkur verweisen Reliefs aus Stuckmarmor über den Eingängen der drei gleichartigen Fassaden.

 

Die Deutung der Parkruine ist kontrovers: Nach überkommener Lesart steht sie für die Überwindung von Geheimlehren durch die Vernunft. Diese Lesart verweist darauf, dass der Tempel die Form eines römischen Grabmals hat. Durch drei Reliefs, die ausschließlich negative Episoden aus dem Leben des Merkur zeigen, wird dieser mit dem antiken Hermes Trismegistos, einem Symbol für Magie, gleichgesetzt. Der Aberglaube ist also gewissermaßen in seinem eigenen Tempel begraben worden. In diesem Zusammenhang wird auch betont, dass man von der Moschee über einen Weiher auf den Merkurtempel blickt. Wenn man die Moschee als Symbol für die Weisheit versteht, bedeutet dies: Der Weise muss Tod und Aberglaube nicht fürchten. Eine neue freimaurerische Interpretation hingegen sieht verborgene Verweise auf den Salomonischen Tempel und seinen Architekten Hiram Abif.

 

Der Merkurtempel hat die Funktion eines Aussichtspunkts, das Obergeschoss gestattet einen Blick über den See und auf die Moschee.

Minervatempel

Minervatempel

 

Die römische Göttin Minerva ist mehrfach im Schlossgarten dargestellt. Symmetrisch zu dem Minerva-Tempel war als Gegenstück ein Tempel des Cupido geplant, der nicht zur Ausführung kam.

 

Der von Pigage entworfene Tempel war 1769 vollendet. Seine viersäulige Front korinthischer Säulenordnung ist durch ein antik-römisches Vorbild angeregt, den Eingangsbau zur Portikus der Octavia. Einmalig ist die Umkehrung des Verhältnisses von Säulenhalle und Cella: Die Tempelcella wird zu einer gegenüber der Natur geöffneten Raumhülle umgedeutet, innerhalb derer sich die Säulenstellung fortsetzt.

 

Minerva, Göttin der Weisheit, erscheint vor der Rückwand in einem umgearbeiteten Standbild von Gabriel de Grupello. Sie ist, auch nach Ausweis des Giebelfeldes, die Göttin der friedlichen Künste und Wissenschaften, insbesondere der Gartenkunst. Die mit Marmorbänken ausgestattete Cella dient Parkbesuchern als Ruheraum, kann aber auch als imaginärer Versammlungsort derjenigen, die Weisheit erlangt haben, verstanden werden.

 

Unterhalb des Tempels befindet sich ein rechteckiger Raum, mit Nischen und runden Fensteröffnungen. Dieser Raum ist von außen zugänglich und zeigt Merkmale eines geheimen Versammlungsortes. Er wird von Pan regiert, wie eine Maske über der Tür anzeigt. Der Minerva-Tempel, der sich über dieser irrationalen Sphäre erhebt, wird so ein aufklärerisches Monument der gestaltenden Vernunft und der menschlichen Zivilisationsleistung.

Apollotempel

 

Apollotempel von Westen

 

Apollotempel von Westen

 

Lyraspielender Apollo

 

Apollos Rücken

 

Im Jahr 1762 plante man an dieser Stelle ein Belvedere. Nach dem Entwurf von Nicolas de Pigage entstand ein hoher, terrassierter Unterbau, auf dessen oberster Plattform sich ein Monopteros, ein Rundtempel mit zwölf Säulen ionischer Säulenordnung ohne Cella erhebt. Der Tempel ist dem griechischen Gott Apollo gewidmet. Die Statue des Apollo stammt von dem Bildhauer Anton von Verschaffelt. Sie zeigt den Gott beim linkshändigen Lyra-Spiel, was dem Künstler einigen Hohn eingebracht hat. In einem Briefwechsel zwischen Gleim, Wilhelm Heinse und Johannes von Müller heißt es, er stehe zwar »gar heilig« auf einer Anhöhe, »nur hat der linke Gott darin einen erbärmlichen Hintern«.

 

Der Apollo-Tempel krönt eine nach zwei Seiten gerichtete Anlage: Vom Eingang an der Westseite steigt der Besucher durch felsige, dunkle und verwirrende Korridore zur lichtumfluteten Plattform mit dem klassischen Monopteros empor. Aus der Sicht der Zuschauer im östlichen Heckentheater krönt der Tempel den Bühnenprospekt. Apoll erscheint als Gott der Künste und Führer der Musen auf dem Berg Helikon, wo der Hufschlag des Pegasus die Quelle Hippokrene, deren Wasser durch die Najaden über die Kaskade an die Menschen weitergegeben wird.

Tempel der Waldbotanik

Tempel der Waldbotanik

 

Der von Pigage entworfene Tempel der Waldbotanik – „Botanicae Silvestris“ – wurde schon 1777 geplant. Die Weiheinschrift nennt das Datum 1778, aber erst 1780 wurde der Bau fertig. Er bildet den Abschluss des „Arboretum Theodoricum“, der Baumsammlung im sogenannten Wiesentälchen. Der aufgesockelte, zylindrische Baukörper weist außen Rauputz nach Art von Eichenrinde auf. Eine Freitreppe, auf deren Wangen Sphingen wachen, führt zur Eingangstür. Innen vermittelt eine runde Öffnung von circa 20 cm Durchmesser in der Fußbodenmitte zu einem dunklen Gewölbe darunter. Das Bildprogramm handelt vom Wachsen, Reifen und Absterben der Natur. Vier große Relieffelder zeigen Symbole der vier Jahreszeiten in Verbindung mit einem antiken Dreifuß. Die Naturrhythmen werden mit der modernen Naturwissenschaft verknüpft: Bildnismedaillons der älteren Autoritäten Theophrastos von Eresos und Plinius stehen solche der modernen Naturforscher Joseph Pitton de Tournefort und Carl von Linné gegenüber. Linnés revolutionäres Buch über die Pflanzensystematik bildete das inzwischen verschwundene Attribut einer Statue der Göttin Ceres in der Mittelapsis.

Badhaus

Badhaus

 

Das von Pigage errichtete Badhaus ist ein kleines Lusthaus nach Art einer italienischen Villa. Während unter Karl Theodor der übrige Schlossgarten öffentlich zugänglich war, durfte der Badehaus-Bereich, zu dem ein eigener Garten gehört, nur auf Einladung oder mit Genehmigung des Kurfürsten betreten werden. Hier konnte Karl Theodor wie ein Privatmann leben und sich seinen musischen Neigungen hingeben. Vom Apollo-Bezirk her wird das Badhaus durch eine im Grundriss halbkreisförmige Exedra betreten, eine gleich gebildete liegt an der Rückseite. Durch beide Eingangsbereiche gelangt der Besucher in den Ovalsaal mit der Aurora als Deckengemälde und vier Horen als vergoldeten Plastiken, der das Zentrum des Schlösschens bildet. Vom Ovalsaal gehen nach Westen und nach Osten flurartige Vorzimmer mit fein eingelegtem Parkett aus drei Hölzern ab. Über sie gelangt der Besucher in das Schlafzimmer des Kurfürsten (Südwestseite, mit separater Toilette) und in den Baderaum (Nordwestseite) mit einem vertieften Marmorbecken (etwa 1‚2 m tief) mit zwei Sitzbänken in einer elliptischen Nische. Die Wasserleitungen sind als bekrönte Schlangen ausgearbeitet. An der Nordostseite liegt das Chinesische Zimmer mit chinesischen Papiertapeten, an der Südostseite das Schreibzimmer mit Landschaftsgemälden von Ferdinand Kobell.

 

In der beim Badhaus gelegenen Badhausküche befand sich der Kessel zum Erhitzen des Badewassers. Bemerkenswert ist, dass das Badhaus im Verhältnis zum Hauptschloss in der gleichen Position gelegen ist wie sein Vorbild, das Grand Trianon, im Schlosspark von Versailles.

Wasserspeiende Vögel

 

Uhu mit geschlagenem Fasan

 

wasserspeiende Vögel auf der Einfassung

 

Brunnen der wasserspeienden Vögel

 

Eine Attraktion des Badhausgartens ist der Brunnen der wasserspeienden Vögel (alle aus Eisenblech gearbeitet). Im mittleren Bassin sitzt in Angriffshaltung mit gespreizten Flügeln ein Uhu, der in seinen Fängen einen von ihm geschlagenen Fasan hält. Oben auf der Einfassung aus Lattenwerk, das die Anlage umgibt, sitzen zwanzig andere Vögel, die den Uhu (mit Wasser) bespucken. Das Thema des Brunnens geht auf eine Fabel von Äsop zurück, die vom Zorn der guten Vögel über den bösen Uhu handelt. Die Schwetzinger Figuren stammen aus dem lothringischen Schloss La Malgrange des polnischen Exkönigs Stanislaus I. Leszczyński. Vier Volieren mit lebenden, zwitschernden Vögeln erhöhen die Illusion. Zu der Anlage zählen zwei weitere kleine Gebäude, die sogenannten Achathäuschen.

Perspektiv

 

Perspektiv im Laubengang

 

Perspektiv aus der Nähe

 

Perspektiv von außen

 

Blick auf die halbrunde Mauer vom „Perspektiv“ oder „Ende der Welt“ im Schlossgarten Schwetzingen.

 

Das Perspektiv oder Ende der Welt im Schlossgarten Schwetzingen.

 

Das Perspektiv, im Volksmund als „Ende der Welt“ bezeichnet, schließt die Hauptachse des Badhausgartens nach Norden hin ab. Am hinteren Ende der Treillage ist eine Flusslandschaft zu erkennen. Dabei handelt es sich um die Kopie eines Gemäldes von Ferdinand Kobell auf einer Mauer. Durch geschickt genutzten Lichteinfall erscheint das Bild realistisch. Im Zusammenspiel mit dem zuführenden Gang und einem Architekturrahmen vor der Mauer entsteht eine starke Tiefenwirkung.

 

Aufbau des Perspektivs (von Pigage gestaltet): An den Laubengang (Treillage) schließt sich ein Pavillon mit zwei Seitenräumen an. Der Hauptraum des Pavillons (zum Gemälde hin offen und mit Tuffstein verkleidet) ist als Grotte gestaltet. Gegenüber dem Eingang des Laubengangs befindet sich eine Maueröffnung im Pavillon. In der Maueröffnung sind eiserne Schilfblättchen angebracht und Wasser tropft von der Grottendecke in ein Bassin. Hinter dieser Öffnung befindet sich in etwas Abstand eine halbrunde Mauer mit Landschaftsgemälde (in Freskotechnik). Das Landschaftsgemälde wird durch das Sonnenlicht beleuchtet und strahlt so förmlich, wenn man vor dem Laubengang steht.

Orangerie

Orangerie

→ Hauptartikel: Orangerie (Schwetzingen)

 

Ab dem 16. Jahrhundert kamen an den europäischen Fürstenhöfen Sammlungen von Orangen und anderen Zitrusbäumen in Mode. Diese überwinterten in abschlagbaren, nur für die kalte Jahreszeit um die Pflanzen herum errichteten Gebäuden. Im späten 17. und im 18. Jahrhundert wurden die Pflanzen in Pflanzkästen und Kübeln gehalten, die in einem festen Gebäude überwinterten und in den warmen Monaten in einem Orangerieparterre ins Freie gestellt wurden.

 

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts konnte der Bedarf an Räumlichkeiten für höfische Festivitäten in Schwetzingen nicht annähernd gedeckt werden. Eine Orangerie mit großem Festsaal westlich des Schlosses sollte hier Abhilfe schaffen. So hatte es jedenfalls Kurfürst Karl Philipp entschieden, der 1716 die Nachfolge des überwiegend in Düsseldorf residierenden Kurfürsten Johann Wilhelm angetreten hatte.

 

Die unter Karl Theodor errichtete Schwetzinger Orangerie mit ihren Fassadenmalereien wurde von Nicolas de Pigage entworfen. Die Malereien täuschen Naturstein als Material vor, wo nur simple Backsteinmauern sind. Davor liegt das Orangerieparterre, das gegenüber den anderen Gartenbereichen zugunsten eines Binnenklimas abgesenkt und zur warmen Südseite ausgerichtet ist. An den Ecken des Parterres befinden sich Statuen von drei Jahreszeiten, die vierte fehlt. In der Mitte stehen die Orangen- und Zitronenbäume in Kübeln auf einer rechteckigen Insel.

Moschee

→ Hauptartikel: Moschee Schwetzingen

 

Rote Moschee im Türkischen Garten

 

Wandelgang mit Eckpavillon

 

Innenansicht der Moscheekuppel

 

Im hinteren (südlichen) Bereich, dem Türkischen Garten, steht die Rote Moschee von Pigage, errichtet von 1778 bis 1785. Das Bauwerk hat keine liturgische Funktion, es handelt sich vielmehr um ein Gartenfolly mit ausschließlich ästhetischer Bedeutung. Die Schwetzinger Moschee ist der erste und größte Bau dieser Art in einem deutschen Park. Das Gebäude des späten Barock ist mit zahlreichen orientalischen Elementen versehen. Der Moscheehof wurde gelegentlich für Freilichtaufführungen von Opern genutzt. Die Moschee wurde im 20. Jahrhundert zeitweise von Muslimen genutzt.

 

Vor der Moschee befinden sich der ehemalige fürstliche Obstgarten, dahinter eine Baumschule und die Schlossgärtnerei.

Römische Wasserleitung

Römische Wasserleitung

 

Im Sommer 1779 wurde die am nördlichen Rand des Gartens gelegene künstliche Ruine nach Entwürfen von Nicolas de Pigage begonnen. Ein Torbau, auf dem noch ein Turmaufsatz erhalten scheint, erinnert an einen römischen Triumphbogen. In seiner mittleren Arkade rauscht ein Wasserfall. Von diesem Torbau greifen nach drei Seiten die Reste eines Aquäduktes aus, wobei der östliche Arm einen Freiplatz hinterfängt, auf dem sich ein Obelisk erhebt.

 

Pigage konnte auf eigene Antikenstudien während seiner Italienreise 1767/68 zurückgreifen. Die Verbindung von Torbogen und Aquädukt begegnet an der römischen Porta Maggiore und am Aquädukt der Acqua Vergine. Das Turmfreigeschoss könnte durch mittelalterliche Wehraufbauten auf römischen Brücken angeregt sein. Die Vorbilder finden sich in Veduten von Piranesi. Die Bezeichnung als Römisches Wasserkastell erscheint erst 1828.

Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)

Blick über die Chinesische Brücke, im Hintergrund der Merkurtempel

 

Die oft als „chinesisch“ bezeichnete Brücke im hinteren, nordwestlichen Bereich des Gartens verbindet den französischen mit dem englischen Gartenteil. Das Bauwerk geht tatsächlich auf einen Brückenentwurf des in Venetien tätig gewesenen Renaissance-Architekten Andrea Palladio zurück. Die Brücke hat den populären Beinamen „Lügenbrücke“, denn wer auf deren unregelmäßigen Stufen ins Straucheln kommt, soll schon einmal geschwindelt haben.

Landschaftsschutzgebiet

 

Bereits am 8. August 1952 hat das damalige Landratsamt Mannheim den Schloßgarten unter der Bezeichnung Schwetzinger Schloßgarten und Umgebung als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Das Gebiet mit der Nummer 2.26.013 hat aktuell eine Größe von rund 190 Hektar und umfasst den historischen Park aus der Kurfürstenzeit sowie das westliche Vorgelände und die historische Jagdanlage am Stern.

Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses

 

Voltaire kam im Jahr 1753 zum ersten Mal nach Schwetzingen und war 14 Tage lang Gast des mit ihm befreundeten Kurfürsten. Im Sommer 1758 kam Voltaire erneut zu einem kurzen Aufenthalt nach Schwetzingen. Wolfgang Amadeus Mozart wirkte zusammen mit seinem Vater und seiner Schwester an einem Hofkonzert am 18. Juli 1763 mit. Der Komponist Christoph Willibald Ritter von Gluck war im Jahr 1774 Gast des Kurfürsten. Friedrich Schiller fand in Schwetzingen Anregungen zu den gegensätzlichen „Aranjuez-Stimmungen“ des ersten Aktes von Don Karlos. Der Schauspieler August Wilhelm Iffland schilderte in einem Brief vom 26. November 1779 eine Jagd bei Schwetzingen, die 50.000 Gulden gekostet hatte und bei der für 9.000 Menschen Zuschauergerüste aufgebaut waren. Kaiser Joseph II. hielt sich im Jahr 1781 unter dem Namen Graf von Falkenstein in Schwetzingen auf.

Siehe auch

 

Schloss Benrath – 1755 bis 1773 von Pigage im Auftrag von Kurfürst Karl Theodor erbaut am Übergang vom Rokoko zum Klassizismus. Der Garten ist eine geometrisch achsensymmetrische Barockanlage nach französischem Vorbild, der Privatgarten des Kurfürsten wurde im 19. Jahrhundert landschaftlich umgestaltet. Im Nebengebäude des Schlosses befindet sich das Museum für Europäische Gartenkunst.

Maulbeerbaumallee nach Heidelberg – im Zusammenhang mit der Seidenraupenzucht.

 

Literatur

 

Carl Ludwig Fuchs, Claus Reisinger: Schloss und Garten zu Schwetzingen. 2. Auflage. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2008, ISBN 978-3-88462-266-7

Volker Hannwacker: Friedrich Ludwig von Sckell. Der Begründer des Landschaftsgartens in Deutschland. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1992, ISBN 3-421-03012-X, S. 11–21.

Nanette Schärf, Hartmann Manfred Schärf: Das Badhaus im Schwetzinger Schlossgarten. Die Restaurierung des Gebäudes, seiner Innenräume und Ausstattungen. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 37. Jg. 2008, Heft 1, S. 29–35 (PDF)

Ralf Richard Wagner: In seinem Paradiese Schwetzingen … Das Badhaus des Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz. Hrsg. von Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2009, 302 S., ISBN 978-3-89735-587-3.

Wegweiser durch den Schwetzinger Garten. Mit zwölf Ansichten von Conrad Caspar Rordorf. Engelmann, Heidelberg 1830 (Digitalisat)

Karl Wörn: Schwetzingen Lebendige Stadt. 3. Auflage. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 1980.

Oswald Zenker: Schwetzinger Schlossgarten. Ein Führer durch das Französische Gartenparterre und den Englischen Landschaftsgarten, mit Informationen über Schloss und Rokokotheater sowie Sehenswürdigkeiten der Umgebung. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 2002, ISBN 3-87742-170-9.

 

Film

 

Im Hain des Apoll. Der Schlosspark Schwetzingen. Dokumentarfilm, Deutschland, 2007, 28:20 Min., Buch und Regie: Christopher Paul, Produktion: SWR, Reihe: Schätze des Landes, Inhaltsangabe von ARD.

 

Weblinks

Commons: Schloss Schwetzingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

 

Offizielle Seite von Schloss Schwetzingen

Infos zum Schloss auf der Seite der Stadt Schwetzingen

Schloss Schwetzingen von ZUM

Kein Land „wo die Zitronen blühen“. In: Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Artikel zur Geschichte von Orangerien, darunter der in Schwetzingen

Schloss Schwetzingen auf badischewanderungen.de

Schloss Schwetzingen als 3D-Modell im 3D Warehouse von SketchUp

 

Einzelnachweise

Schwetzingen: A Prince Elector’s Summer Residence – garden design and Freemasonic allusions. Eintrag in der Tentativliste der UNESCO auf deren Website, abgerufen am 8. April 2014 (französisch)

Vorlage zur Gemeinderatssitzung vom 22. September 2009, abgerufen am 8. April 2014

Neue Akzente sollen in Paris überzeugen. Schwetzinger Zeitung, 2. Februar 2010, abgerufen am 8. April 2014

Die Sommerresidenz und ihre Musik sollen es richten. Mannheimer Morgen, 6. März 2010, abgerufen am 8. April 2014

Kurfürstliche Sommerresidenz Schwetzingen für die Aufnahme in die UNESCO-Weltkulturerbeliste nominiert. Pressemitteilung des Landesdenkmalsamts Baden-Württemberg vom 8. März 2010, abgerufen am 8. April 2014

ICOMOS Evaluations of Nominations of Cultural and Mixed Properties. Empfehlungsbericht zur 36. Sitzung des Welterbekomitees im Juni/Juli 2012, S. 224–233, PDF-Datei, 28,4 MB, abgerufen am 8. April 2014 (englisch)

Schwetzingen zunächst nicht Welterbe. Pressemitteilung der Stadt Schwetzingen vom 29. Juni 2012, abgerufen am 8. April 2014

Johanna Eberhardt: Schwetzingen nimmt keinen neuen Anlauf. Stuttgarter Zeitung, 3. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014

Kein dritter Anlauf für Unseco-Welterbe-Titel in Schwetzingen. xity, 2. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014

Hans-Erhard Lessing: Zwei Räder statt vier Hufe – Karl Drais G.Braun-Verlag, Karlsruhe 2010

Richard Benz: Heidelberg. Schicksal und Geist, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen, 2. Auflage 1975, ISBN 3-7995-4008-3, S. 296

"Zur Erinnerung an die Fahrt nach Korinth am 26.6.1942"

"Kinofahrt: "Irrtum des Herzens"". [UfA Film 1939]

Mary McLaughlin heute "Baader Café" in München hatte sich seinerzeit (ca. 1982) künstlerisch mit Themen aus der Bibel beschäftigt und mir diesen Druck handsigniert geschenkt.

Thema:

1. Korinther 13 [Das Hohe Lied der Liebe]

"1 Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle.

2 Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüßte alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, so dass ich Berge versetzen könnte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts.

3 Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib verbrennen, und hätte die Liebe nicht, so wäre mir's nichts nütze.

4 Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf,

5 sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu,

6 sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit;

7 sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.

8 Die Liebe hört niemals auf, wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird.

9 Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser prophetisches Reden ist Stückwerk.

10 Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören.

11 Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und dachte wie ein Kind und war klug wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindlich war.

12 Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin.

13 Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen."

  

Mary McLaughlin, linoleum print, Faith Hope Love, Munich, 1980s.

 

Mary McLaughlin, now of the “Baader Café” in Munich, was artistically involved with themes from the Bible at the time and gave me this signed print as a gift.

Subject:

1 Corinthians 13 [The Song of Songs]

“1 If I spoke with the tongues of men and of angels, and had not love, I should be as sounding brass or a tinkling cymbal.

2 And if I could prophesy and know all mysteries and all knowledge and have all faith, so that I could remove mountains, and do not have love, I would be nothing.

3 And if I give all my possessions to the poor and let my body be burned, and do not have love, I am nothing.

4 Love is longsuffering and tenderhearted, love is not jealous, love does not work iniquity, it is not puffed up,

5 It does not behave itself unseemly, it does not seek its own, it does not allow itself to be provoked, it does not impute evil,

6 she does not rejoice in unrighteousness, but rejoices in the truth;

7 it bears all things, it believes all things, it hopes all things, it endures all things.

8 Love never ceases, when prophecy will cease, and tongues will cease, and knowledge will cease.

9 For our knowledge is partial, and our prophesying is partial.

10 But when that which is perfect is come, then the fragmentary work will cease.

11 When I was a child, I spoke as a child, and thought as a child, and was wise as a child; but when I became a man, I put away the things of a child.

12 Now we see through a mirror a dark image, but then face to face. Now I know in part; but then I shall know even as I am known.

13 But now faith, hope and love remain, these three; but love is the greatest of these.”

Dat was een spannende bedoening,dit kanaal is zo smal dat grote schepen niet op eigen kracht erdoor mochten/mogen varen.

De Romanza was een schip van de Crandris-line

en.wikipedia.org/wiki/Chandris_Line

Gebouwd in 1939 en in 1997 door een brand

aan haar einde gekomen.

www.wrecksite.eu/wreck.aspx?145647

Das um drei Stufen erhöhte Altarziborium, das die Sicht auf das Wandbild unterbricht, war in Schinkels Planung nicht vorgesehen und kam erst später auf Wunsch Friedrich Wilhelms IV. hinzu. Aus der Schinkelzeit stammt lediglich der aus dunklem böhmischem Marmor gearbeitete Altartisch und das aus dem gleichen Stein links daneben stehende Taufbecken mit Luthers Übersetzung aus dem Markusevangelium: „Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubet, der wird verdammt werden“. 1849[41] ergänzte Friedrich August Stüler den Altartisch mit einem marmornen Standkreuz von Christian Friedrich Tieck und einem Ziborium. Er entwarf einen Aufbau aus vier weißen venezianischen Marmorsäulen mit vergoldeten korinthischen Kapitellen, die einen als Satteldach gestalteten Baldachin tragen. Das Zierdach wird von einem Kreuz bekrönt und das Giebelfeld schmückt das Christusmonogramm. Den Architrav umläuft ein Fries mit ornamentalen Verzierungen und vergoldeten, aus Medaillons halbplastisch hervortretenden Engelköpfen. Die Ausschmückung mit Engeln ist in St. Nikolai ein oft vorkommendes Gestaltungselement, das sich sowohl am Außenbau, als auch im gesamten Kirchenraum an der Kanzel, den Chorschranken, Emporenbrüstungen sowie an den Kapitellen der Säulen und Pilaster wiederfindet

 

Auf Tour mit

 

Frank Guschmann

Marion

Sockenhummel

 

de.wikipedia.org/wiki/St._Nikolai_(Potsdam)

de.wikipedia.org/wiki/Potsdam

Corinth, or Korinth (Greek: Κόρινθος, Kórinthos) was a city-state (polis) on the Isthmus of Corinth, the narrow stretch of land that joins the Peloponnesus to the mainland of Greece, roughly halfway between Athens and Sparta. The modern town of Corinth is located approximately 5 kilometres (3.1 mi) northeast of the ancient ruins. Since 1896, systematic archaeological investigations of the Corinth Excavations by the American School of Classical Studies at Athens have revealed large parts of the ancient city, and recent excavations conducted by the Greek Ministry of Culture have brought important new facets of antiquity to light.

 

For Christians, Corinth is known from the two books First Corinthians and Second Corinthians in the New Testament.

 

Ancient Corinth was one of the largest and most important cities of Greece, with a population of 90,000 in 400 BC. After the Romans built a new city in its place and made it the provincial capital of Greece in 44 BC, the city population was between 100,000 to 700,000

 

Scan of an analog photo taken in September 1994.

For more photos of Florence, see my albums of 2014.

 

Die zum Santa-Croce-Komplex gehörenden Kreuzgänge, die Pazzi-Kapelle und das Refektorium sowie die anschließenden Räume sind heute Museum, das Museo dell'Opera di Santa Croce.

 

Die Pazzi-Kapelle, deren Bau um 1430 begonnen wurde, ist nach ihrem Stifter Andrea de'Pazzi benannt. Normalerweise hätten die Pazzi durch diese Stiftung das Recht gehabt, ihre Toten in der Kapelle zu bestatten, aber die Familienmitglieder wurden nach dem Attentat auf die Medici im Jahr 1478 entweder hingerichtet oder verbannt.

 

Die Kapelle war der Kapitelsaal des Franziskanerklosters, in dem täglich ein Kapitel der Ordensregel vorgelesen wurde, und ist mit ihren leichten Formen und heiteren Wirkung einer der schönsten Bauten der Frührenaissance. Der Name des Architekten ist nicht bekannt, aber vom Stil her könnte Brunelleschi zumindest am Entwurf beteiligt gewesen sein.

 

Die Attiika wird von sechs korinthischen Säulen getragen und in der Mitte von einem großen Bogen unterbrochen.

s0025a 4442 Brock14A2B Das alte Athen Brockhaus' Konversations-Lexikon Vierzehnte vollständig neubearbeitete Auflage. In sechzehn Bänden. Zweiter Band.

 

Athen im Mittelalter und unter türkischer Herrschaft. Noch geraume Zeit nach dem Besuche des Pausanias, bis in die byzantinische Zeit, erfreute sich A. eines immerhin noch blühenden Zustandes. Es blieb, trotz der von Theodosius I. und dessen Nachfolgern erlassenen Edikte gegen das Heidentum, der Mittelpunkt der antiken Bildung, wurde von den Kaisern mit Milde behandelt und kam auch bei den Einfällen barbarischer Völker, wie der Heruler (267 n. Chr.) und der Goten unter Alarich (395 n. Chr.), ziemlich glimpflich weg. Erst im 6. Jahrh. n. Chr., als Kaiser Justinian I. (529) die heidn. Rhetoren- und Philosophenschulen endgültig schloß, sank A. zu einer byzantinischen, dem Thema Hellas gehörigen Provinzialstadt herab. Seine Tempel wurden entweder zerstört oder in christl. Kirchen umgewandelt; doch gab es unter den dortigen Bischöfen, Erzbischöfen (seit 857) und Metropoliten (schon vor 669) mehrere gelehrte und hochangesehene Männer. Unter der Herrschaft der Franken in Griechenland (seit 1205) wurde A. die Hauptstadt eines gleichnamigen Herzogtums, welches, außer den Landschaften Attika und Böotien, einige Striche von Phokis und des südl. Thessalien umfaßte und zunächst im Besitze der burgund. Familie de la Roche war, von der es durch Erbschaft 1308 an den Stiefbruder des letzten Herzogs, an Walther von Brienne überging. Der Umfang A.s war damals beträchtlich vermindert und im wesentlichen auf den nördl. und östl. Abhang des Burghügels beschränkt. Nachdem catalon. Söldner Walther in der Schlacht am Kephisos 1311 erschlagen hatten, wurde das Herzogtum von diesen später unter die Oberherrlichkeit der aragon. Könige von Sicilien gestellt, die es durch in A. residierende Statthalter regierten. Der Florentiner Nerio Acciajuoli (Rainerio I.) eroberte dann 1385 von Korinth aus das Herzogtum; seine Familie behauptete sich im Besitz desselben bis 1458, wo Mohammed II. A. für die Türkei annektierte. Der Parthenon, der seit der Zeit Justinians I. als prachtvoller Mariendom das christliche A. geschmückt hatte, wurde 1460 in eine Moschee verwandelt; das in der fränk. Zeit an die Propyläen gebaute Ritterschloß wurde türk. Kaserne. Der letzte Rest desselben, ein kolossaler, wahrscheinlich im 17. Jahrh, von den Türken gebauter Turm auf dem südl. Flügel, wurde erst in neuester Zeit abgebrochen.

Die Zeit der türkischen Herrschaft, während welcher A. zu dem Paschalik von Negroponte (Euböa) gehörte, aber als Lehn des Kislaraga (des Obersten der schwarzen Eunuchen) bis 1769 manche Vorteile genoß, war eine Zeit tiefen Verfalls für die Stadt. A. bildete jetzt eine kleine Landstadt von 8-9000 E., zuzeiten noch weniger, die, abgesehen von den Türken, in deren Händen fast alles Grundeigentum lag, teils griechischer, teils albanes. Herkunft waren. Weitläufig, mit engen und krummen Gassen, ohne Mauern (erst 1777 wurde eine, 1835 wieder abgebrochene Ringmauer, hauptsächlich aus Materialien antiker Bauwerke, um die Stadt aufgeführt), bot es ein Bild der Verkommenheit der ganzen griech. Nation dar. Die Bau- und Kunstdenkmäler des Altertums gerieten mehr und mehr in Verfall, ja wurden zum Teil gewaltsam zerstört. (S. Parthenon und Elgia Marbles.) Glücklicherweise aber war bereits vor Beginn dieser Zerstörungen im westl. Europa wieder ein regeres Interesse für die Altertümer A.s erwacht; mehrere Gelehrte und Künstler suchten die noch erhaltenen Reste jener Denkmäler auf und machten sie durch Beschreibungen und Zeichnungen weitern Kreisen zugänglich. So hatte schon der Marquis de Nointel, franz. Gesandter bei der Hohen Pforte, 1674 eine Anzahl der interessantesten Denkmäler A.s, namentlich die Skulpturwerke des Parthenon, zeichnen lassen. 1675 kamen die Reisenden Jacques Spon und George Wheler nach A., die später Berichte über die dortigen Denkmäler des Altertums veröffentlichten. Namentlich aber erwarben sich die engl. Architekten Stuart und Revett ein großes Verdienst, indem sie 1751-54 Messungen und Zeichnungen aller damals noch in A. vorhandenen antiken Monumente ausführten und in ihrem Werke «Antiquities of Athens» veröffentlichten.

Der griech. Freiheitskampf war zunächst eine Periode der Zerstörung und Verwüstung für die Stadt A. Nachdem die Burg nach längerer Belagerung 21. Juni 1822 in die Hände der Griechen gefallen, wurde 15. Aug. 1826 die Stadt und 5. Juni 1827 die Akropolis von den Türken wiedererobert. Ein großer Teil der griech. Bevölkerung hatte damals die fast ganz in einen Schutthaufen verwandelte Stadt verlassen, und erst nach der Einstellung der Feindseligkeiten (1829), besonders aber nachdem durch die Londoner Konferenz (3. Febr. 1830) Attika dem neugeschaffenen griech. Staate einverleibt worden war, kehrten die meisten der Ausgewanderten zurück. Ärmlich wieder aufgebaut blieb A. auch nach der Thronbesteigung König Ottos (1833) ein großer Trümmerhaufen, bis es infolge seiner Erhebung zur Haupt- und Residenzstadt des Königreichs Griechenland und Verlegung der Regierung dahin (25. Dez. 1834) bald eine überraschende Neugestaltung erhielt. (Hierzu Plan: Das alte Athen.)

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Schloss Schwetzingen ist ein Schloss in Schwetzingen, das vor allem den pfälzischen Kurfürsten Karl Philipp und Karl Theodor als Sommerresidenz diente. Bekannt ist in erster Linie der im 18. Jahrhundert angelegte Schlossgarten. Jährlich finden im Schloss die Schwetzinger Festspiele und alle zwei Jahre das Lichterfest statt.

 

Geschichte

 

Das Schwetzinger Schloss wurde im Jahr 1350 zum ersten Mal als Feste urkundlich erwähnt. Es handelte sich um ein mittelalterliches Wasserschloss. 1427 kam es in den Besitz des Kurfürsten Ludwig III. In der Folgezeit wurde es mehrfach umgebaut, diente als Jagdschloss und wurde gegen Ende des Dreißigjährigen Kriegs zerstört. Kurfürst Karl Ludwig ließ das Schwetzinger Schloss für seine Geliebte Luise von Degenfeld wieder aufbauen. Während eines Besuchs im August 1656 hatte er den Einwohnern von Schwetzingen bereits befohlen, sämtlichen Schutt wegzuräumen, wobei aufgelesene Trümmerteile wie Steine, Hölzer und „altes Eisenwerk“ bei den Untertanen zur eigenen Verwendung verbleiben durften. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde das Schloss erneut zerstört, die Grundmauern blieben allerdings stehen.

 

Karl Philipp

 

Karl Theodor

 

Seine heutige Form erhielt das Schloss auf Befehl des Kurfürsten Johann Wilhelm, der in Düsseldorf regierte. Dieser ließ es unter Leitung des Grafen Matteo Alberti – der Erbauer des Schlosses Bensberg – von dem Heidelberger Baumeister Johann Adam Breunig umbauen und durch zwei Flügelbauten wesentlich vergrößern. Das Bauwerk wurde in mehreren Bauabschnitten ab dem Jahre 1697 errichtet und ausgebaut. Im Jahr 1752 wurde eine Gartenerweiterung auf dem damals rund 70 Hektar großen Areal vorgenommen. Im gleichen Jahr wurde auch das Schlosstheater eröffnet. Obwohl das Schloss seit der Verlegung der Residenz des Kurfürsten Karl Theodor von Mannheim nach München im Jahr 1778 kaum mehr benutzt wurde, wurde in der Folgezeit am Garten weiter gearbeitet.

 

Unter Karl Theodor war Schwetzingen Sommerresidenz: Die Hofhaltung wurde in den warmen Monaten von Schloss Mannheim nach Schloss Schwetzingen verlegt. Die Schlichtheit der Wohnungen des Kurfürstenpaares und eine größere Informalität der Umgangsformen waren Ausdruck eines vorgeblich einfacheren, unbeschwerten „Lebens auf dem Lande“.

 

An der künstlerischen Ausgestaltung von Schloss und Garten waren nahezu alle am Hof in Mannheim beschäftigten Künstler beteiligt. Dazu gehörten Alessandro Galli da Bibiena und Peter Anton von Verschaffelt. Der Lothringer Nicolas de Pigage war Intendant der Gärten und Wasserkünste sowie der bestimmende Architekt in der Karl-Theodor-Zeit. Pigage erweiterte den Garten in allen Stilwandlungen der Zeit. Der Zweibrücker Hofgärtner Johann Ludwig Petri plante das Hauptparterre und den Zirkel des französischen Gartens. Der erste Hofgärtner, van Wynder, wurde aus Kassel nach Schwetzingen berufen.

 

Der zweite Hofgärtner war Johann Wilhelm Sckell, ein Hauptmitarbeiter Pigages. Sein Sohn Friedrich Ludwig Sckell wurde 1804 nach München berufen, wo er den Englischen Garten anlegte. Der erste badische Gartenbaudirektor war Johann Michael Zeyher, der den Flieder in Schwetzingen einführte.

 

Schloss Schwetzingen zählt heute zu den landeseigenen Monumenten und wird von der Einrichtung Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg betreut. Der Garten ist gegen Eintritt öffentlich zugänglich, Schloss und Theater können im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

Weltkulturerbe

 

Im September 1999 meldete Deutschland Schwetzingen in der bei der UNESCO geführten sogenannten Tentativliste als potentielle Welterbestätte an.[1] Ein dortiger Eintrag ist die Voraussetzung dafür, dass zu einem späteren Zeitpunkt ein Antrag auf Verleihung eines entsprechenden Prädikats, in diesem Fall des Weltkulturerbes, gestellt werden kann. Dies geschah dann auch im Jahre 2007. Der Antrag umfasste einen Kernbereich von Schloss und Schlossgarten, den vorgelagerten Schlossplatz, das Ysenburgsche Palais sowie die Sichtachsen der Carl-Theodor- und der Lindenstraße. Hinzu kam eine zusätzliche Pufferzone, die weitere Teile der Stadt einbezog.[2]

 

Im Juni 2009 wurde der Antrag aufgrund eines negativen Votums des ICOMOS wieder zurückgenommen und infolgedessen im Laufe des folgenden Herbstes überarbeitet. Der ursprüngliche Ansatz, das freimaurerische und aufklärerische Wirken Carl-Theodors begleitend zu betonen, wurde zurückgefahren, stattdessen die künstlerische und musische Bedeutung von Schloss und Stadt hervorgehoben. Außerdem wurde der Kernbereich geringfügig erweitert.[2] Im Januar 2010 wurde der Neuantrag eingereicht.[3] Im März 2010 setzte die Kultusministerkonferenz Schwetzingen erneut auf die deutsche Nominierungsliste, diesmal für 2011.[4][5] Der als Entscheidungsgrundlage dienende Bewertungsbericht der ICOMOS vom Mai 2012 empfahl jedoch abermals, die Anlage nicht aufzunehmen. Negativ wurde insbesondere bewertet, dass es von dieser Art von Schlössern und Gärten schon elf, beispielsweise in Dessau, in Brühl oder in Potsdam und Berlin, und damit eigentlich deren genügend auf der Welterbeliste gebe. Eine besondere Stellung Schwetzingens habe nicht erkannt werden können.[6] Das Welterbekomitee stimmte dem ICOSMOS-Votum zwar mehrheitlich nicht zu, behandelte den Schwetzinger Antrag aber auch nicht, sondern empfahl stattdessen, einen neuen, abermals überarbeiteten Entwurf vorzulegen. Ob es dazu kommt, ist fraglich.[7][8][9] Über einen erneuten Versuch wurde nichts bekannt.

Schloss

Plan von Schwetzingen (um 1840)

 

Eine Anfahrt aus Heidelberg liegt auf der geraden Verbindung vom Königstuhl nach Schwetzingen. Die Trasse ist von erhöhter Position aus in der Landschaft noch gut erkennbar, aber nicht durchgehend befahrbar. Vom Königstuhl aus gesehen läuft diese Linie hinter dem Schloss weiter auf die Kalmit zu.

 

Vom Schwetzinger Schlossplatz gelangt man in den Ehrenhof. In den beiden ehemaligen Wachhäuschen am Schlosstor befinden sich heute ein Museumsladen und ein Café. Der Hof wird links und rechts von symmetrischen Wirtschaftsgebäuden flankiert. In der Mitte, an der Westseite, befindet sich das Corps de Logis, der Wohnbau des Schlosses.

Innenräume

 

In einer langwierigen Restaurierung der Jahre 1975–1991 wurden die Innenräume des Schlosses wiederhergestellt und mit authentischen Möbeln des 18. Jahrhunderts eingerichtet. In der Beletage verdeutlichen im Rahmen eines Schlossmuseums die Gesellschaftsräume, die Wohnung des Kurfürsten und die Wohnung der Kurfürstin das Funktionsprofil des Schlosses in der Karl-Theodor-Zeit.

 

Von besonderem kunstgeschichtlichen Rang sind die Räume der in badischer Zeit ab 1803 umgestalteten Wohnung der Reichsgräfin Luise Karoline von Hochberg im zweiten Obergeschoss aufgrund der vorzüglich erhaltenen Handdrucktapeten (1804) der Firma Zuber et Cie in Rixheim (Compagniezimmer mit Alpenpanorama „Vues de Suisse“, Schlafzimmer, Grand Cabinet).

Zirkelbauten

Nördlicher Zirkelbau

Südlicher Zirkelbau

 

Die Zirkelbauten sind zwei eingeschossige, dank hoher Fenstertüren mit unmittelbarem Gartenzugang versehene Werksteinbauten, die sich seitlich an das Schloss zu einem Halbrund anschließen und das kreisrunde Gartenparterre gemeinsam mit dem Halbkreis der Wandelgänge aus Lattenwerk umfangen. Der nördliche Zirkelbau wurde in den Jahren 1748/1749 von Alessandro Galli da Bibiena erbaut, der südliche im Jahr 1753 von Franz Wilhelm Rabaliatti. Die Zirkelbauten wurden für die Hofgesellschaften (Speisetafel, Spiele und Konzerte, Bälle) genutzt. Solche zusätzlichen, repräsentativen Räumlichkeiten waren angesichts der beengten Verhältnisse im alten Wohnbau des Schlosses unverzichtbar. Heute werden die Zirkelbauten als Schlossrestaurant, Café und Theaterfoyer sowie für Konzerte und Ausstellungen genutzt.

Theater

→ Hauptartikel: Schlosstheater Schwetzingen

 

Das kurfürstliche Hoftheater im frühklassizistischen Stil (oft fälschlich „Rokokotheater“ genannt) wurde am 15. Juni 1753 mit Oper Il figlio delle selve („Der Sohn der Wälder“) von Ignaz Holzbauer eröffnet. Hier wirkten Sänger, Instrumentalisten und Komponisten von internationalem Rang, darunter die Vertreter der Mannheimer Schule. Nachdem Karl Theodor seine Residenz nach München verlegt hatte, fanden nur noch gelegentliche Aufführungen in Schwetzingen statt, wenn der Kurfürst dort zu Besuch war. Auch in der badischen Zeit wurde das Theater nur selten benutzt. Es verfiel und konnte nicht mehr bespielt werden. 1936/37 und 2002/03 wurde das Theater völlig renoviert. Die Brüstungen der leicht ansteigenden Logenränge haben im Grundriss die Form einer Lyra. Die Pfeiler sind reich verziert und von Korbbögen überbrückt, die die Wirkung des Raumes vertiefen.

Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen

 

Im südlichen Flügel des Schlosses sind seit ihrer Gründung 1953 die Fachhochschule Schwetzingen – Hochschule für Rechtspflege bzw. deren Vorgängereinrichtungen untergebracht. Aufgrund umfangreicher Umbau- und Renovierungsarbeiten wurde der Studienbetrieb seit September 2009 in ein Ausweichquartier nach Mannheim-Wohlgelegen verlegt.

Garten

Parterre

 

Der Schwetzinger Schlossgarten gliedert sich in einen Französischen Garten und einen Englischen Garten. Bei der kunsthistorischen Interpretation des Gartens wird auch unterschieden zwischen dem „Garten der Allegorien“, also jener Gartenteil, in welchem ohne tiefere Bedeutung allegorische Figuren stehen, und dem „Garten der Vernunft“. Zum „Garten der Vernunft“ zählen Minervatempel, Merkurtempel, Moschee, Apollotempel, Tempel der Botanik, das römische Wasserkastell sowie das Arboretum, also jene Gartenteile, in denen im Sinne aufklärerischen Denkens die Vernunft gefeiert wird. Der Schwetzinger Schlossgarten war, mit Ausnahme des Bereiches um das Badhaus, bereits in kurfürstlicher Zeit für die gesamte Bevölkerung zugänglich, damals noch ohne Eintrittsgeld. Eine Parkordnung regelte das angemessene Verhalten der Besucher.

Französischer Garten

Luftaufnahme des Barockgartens

Fontäne in der Gartenmitte

 

Längs der Hauptachse des Gartens blickt man nach Osten auf den Königstuhl im Odenwald und nach Westen auf die Kalmit im Pfälzerwald.

 

Der Barockgarten ist nach französischer Art in strengen geometrischen Formen angelegt. Die wichtigsten Elemente sind die Hauptachse, die Querachse und das Kreisrund. Der vordere Gartenteil zeigt Parterres und Boskette. Auf der Schlossterrasse befinden sich Urnen, die die vier Weltzeitalter darstellen (goldenes, silbernes, ehernes und eisernes Zeitalter). Zudem befinden sich dort zwei vergoldete Atalanten, die noch aus dem Vorgängergarten stammen. Eine Besonderheit des französischen Gartens ist die kreisförmige Anlage der zentrale Teil rund um den Arionbrunnen, das sogenannte Kreisparterre.

 

Der zentrale Arionbrunnen von Guibal hat eine Begebenheit der antiken Mythologie zum Thema: Arion (Arion von Lesbos) ist ein berühmter Sänger. Nach einem Wettstreit reich beschenkt, wird er auf See von den Schiffsleuten bedrängt. Er bittet, ein letztes Mal singen zu dürfen. Bei seinem Gesang erscheinen Delfine. Der Sänger stürzt sich in die Fluten und ein Delfin bringt ihn an die Küste, so dass er seinen Weg nach Korinth fortsetzen kann. Das Sternbild Delphin wird in manchen Überlieferungen als der von den Göttern ans Firmament entrückte Arion auf dem Delfin gedeutet.

 

Abgeschlossen wird der französische Garten durch die Darstellung einer Hirschjagd von Verschaffelt. In unmittelbarer Nähe sind die vier Elemente in Skulpturen dargestellt.

Englischer Garten

 

Die westlichen und nordwestlichen Teile des Gartens wurden als englischer Landschaftsgarten gestaltet. Im Gegensatz zum französischen Garten sind hier die Wege und Uferlinien leicht geschwungen. Am unregelmäßigen Waldbereich wurde fast nichts verändert.

Arboretum

 

Ein Arboretum ist eine Sammlung oft exotischer Gehölze. Der Gartenbaumeister Zeyher legte diesen Garten im Jahr 1802 mit exotischen Bildern aus aller Welt an. Besonders kunstvoll ist das schmiedeeiserne, teilvergoldete Tor von Rabaliatti. Auf derselben Fläche befand sich vorher eine Fasanerie mit Tiergehegen.

See

See mit Schloss im Hintergrund

See im Winter

Gartenphaeton des Kurfürsten 1775

 

Schon beim Betreten des Schlossgartens sieht der Besucher auf den großen See, der den Garten abschließt. An der Stelle des Sees befand sich ursprünglich ein ummauertes Bassin, das auf Vorschlag Zeyhers im Jahr 1823 auf Befehl des Großherzogs Ludwig von Baden erweitert und in einen See mit natürlicher Uferausformung umgewandelt wurde. Zwei Skulpturen (Kopien) von Verschaffelt ruhen auf der dem Schloss zugewandten Längsseite beidseitig der Blickachse: die Flussgötter Rhein und Donau. Die Originale sind in der Orangerie zu besichtigen.

 

Der See und alle weiteren Gewässer werden seit Pigage von zwei Wasserwerken gefüllt, die den Leimbach als Antrieb für die Mühlräder der Pumpen nutzten. Dieser umschloss bereits die ursprüngliche Burganlage und fließt vom Kraichgau kommend in Richtung Rhein. Für die Fontänen wurde sauberes Grundwasser verwendet. Diese Pumpen befanden sich im nördlichen Schlossflügel (oberes Wasserwerk mit Hochbehälter im heutigen Finanzamt). Ein zweites Pumpwerk mit Hochbehälter, das einen gleichbleibenden Druck sicherstellte, war am Parkende hinter dem Aquädukt verborgen (unteres Wasserwerk).

 

Für Karl-Theodor kaufte Pigage 1775 in London einen Gartenphaeton mit Lakai-Antrieb, wozu alle Hauptwege topfeben angelegt und sogar vorzeitliche Grabhügel abgetragen wurden. Damit konnte der Kurfürst im Park herumfahren, ohne dass Pferdeexkremente die Gartenwege verschmutzten. Der Muskelkraftwagen, heute im Schloss Nymphenburg, regte den Heidelberger Studenten Karl Drais vor 1803 zur späteren Erfindung des Ur-Fahrrads an.[10]

Bauten

 

Im Schwetzinger Schlosspark befinden sich neben zahlreichen Statuen auch einige Bauwerke. Das Gebäudeprogramm zeigt einen philosophischen und architektonischen Bezug auf die klassische Antike und, im Falle des Moschee-Komplexes, auf den Islam und die orientalische Weisheitslehre. Neuere Forschungen wollen im Schwetzinger Garten ein freimaurerisches Programm erkennen, in dem christliche Vorstellungen eingebunden wären. Gartenbauten, Wegbeziehungen, Tore und Brücken sollten den Park nicht nur in Einzelräume unterteilen, sondern größer wirken lassen. Einen eigenen Komplex bietet das früher nur auf Einladung oder Befehl des Kurfürsten zugängliche Badhaus, ein kleines Lusthaus mit eigenem Garten und dem „Perspektiv“.

 

Nach Ansicht von Richard Benz führte das Erlebnis der „künstlichen Ruinen“ im Schwetzinger Schlosspark die Dichter des 18. Jahrhunderts zur Beschäftigung mit den echten Ruinen des Heidelberger Schlosses und damit zur im späten 18. Jahrhundert einsetzenden „Wiederentdeckung“ Heidelbergs.[11]

Merkurtempel

 

Die Lage des Tempels oberhalb des Moscheeweihers

 

Der Tempel von Norden

 

Der Tempel aus der Nähe

 

Relief am Tempel

 

In den „Parties sauvages“, den südwestlichen landschaftlichen Partien des Schwetzinger Gartens wurde bereits 1784 ein „Monument“ gegenüber der Moschee geplant. 1787/88 entstand der Ruinenbau Pigages, der erstmals 1791 dem römischen Gott Merkur zugewiesen wird. Sein kellerartiger Unterbau aus großen Sandsteinblöcken erscheint als Rest eines älteren Vorgängers. Der dreigeschossige, turmartige Merkur-Tempel aus Tuffstein besitzt ein im Grundriss sechseckiges Hauptgeschoss, darüber ein Attikageschoss und eine abschließende Laterne. Auf Merkur verweisen Reliefs aus Stuckmarmor über den Eingängen der drei gleichartigen Fassaden.

 

Die Deutung der Parkruine ist kontrovers: Nach überkommener Lesart steht sie für die Überwindung von Geheimlehren durch die Vernunft. Diese Lesart verweist darauf, dass der Tempel die Form eines römischen Grabmals hat. Durch drei Reliefs, die ausschließlich negative Episoden aus dem Leben des Merkur zeigen, wird dieser mit dem antiken Hermes Trismegistos, einem Symbol für Magie, gleichgesetzt. Der Aberglaube ist also gewissermaßen in seinem eigenen Tempel begraben worden. In diesem Zusammenhang wird auch betont, dass man von der Moschee über einen Weiher auf den Merkurtempel blickt. Wenn man die Moschee als Symbol für die Weisheit versteht, bedeutet dies: Der Weise muss Tod und Aberglaube nicht fürchten. Eine neue freimaurerische Interpretation hingegen sieht verborgene Verweise auf den Salomonischen Tempel und seinen Architekten Hiram Abif.

 

Der Merkurtempel hat die Funktion eines Aussichtspunkts, das Obergeschoss gestattet einen Blick über den See und auf die Moschee.

Minervatempel

Minervatempel

 

Die römische Göttin Minerva ist mehrfach im Schlossgarten dargestellt. Symmetrisch zu dem Minerva-Tempel war als Gegenstück ein Tempel des Cupido geplant, der nicht zur Ausführung kam.

 

Der von Pigage entworfene Tempel war 1769 vollendet. Seine viersäulige Front korinthischer Säulenordnung ist durch ein antik-römisches Vorbild angeregt, den Eingangsbau zur Portikus der Octavia. Einmalig ist die Umkehrung des Verhältnisses von Säulenhalle und Cella: Die Tempelcella wird zu einer gegenüber der Natur geöffneten Raumhülle umgedeutet, innerhalb derer sich die Säulenstellung fortsetzt.

 

Minerva, Göttin der Weisheit, erscheint vor der Rückwand in einem umgearbeiteten Standbild von Gabriel de Grupello. Sie ist, auch nach Ausweis des Giebelfeldes, die Göttin der friedlichen Künste und Wissenschaften, insbesondere der Gartenkunst. Die mit Marmorbänken ausgestattete Cella dient Parkbesuchern als Ruheraum, kann aber auch als imaginärer Versammlungsort derjenigen, die Weisheit erlangt haben, verstanden werden.

 

Unterhalb des Tempels befindet sich ein rechteckiger Raum, mit Nischen und runden Fensteröffnungen. Dieser Raum ist von außen zugänglich und zeigt Merkmale eines geheimen Versammlungsortes. Er wird von Pan regiert, wie eine Maske über der Tür anzeigt. Der Minerva-Tempel, der sich über dieser irrationalen Sphäre erhebt, wird so ein aufklärerisches Monument der gestaltenden Vernunft und der menschlichen Zivilisationsleistung.

Apollotempel

 

Apollotempel von Westen

 

Apollotempel von Westen

 

Lyraspielender Apollo

 

Apollos Rücken

 

Im Jahr 1762 plante man an dieser Stelle ein Belvedere. Nach dem Entwurf von Nicolas de Pigage entstand ein hoher, terrassierter Unterbau, auf dessen oberster Plattform sich ein Monopteros, ein Rundtempel mit zwölf Säulen ionischer Säulenordnung ohne Cella erhebt. Der Tempel ist dem griechischen Gott Apollo gewidmet. Die Statue des Apollo stammt von dem Bildhauer Anton von Verschaffelt. Sie zeigt den Gott beim linkshändigen Lyra-Spiel, was dem Künstler einigen Hohn eingebracht hat. In einem Briefwechsel zwischen Gleim, Wilhelm Heinse und Johannes von Müller heißt es, er stehe zwar »gar heilig« auf einer Anhöhe, »nur hat der linke Gott darin einen erbärmlichen Hintern«.

 

Der Apollo-Tempel krönt eine nach zwei Seiten gerichtete Anlage: Vom Eingang an der Westseite steigt der Besucher durch felsige, dunkle und verwirrende Korridore zur lichtumfluteten Plattform mit dem klassischen Monopteros empor. Aus der Sicht der Zuschauer im östlichen Heckentheater krönt der Tempel den Bühnenprospekt. Apoll erscheint als Gott der Künste und Führer der Musen auf dem Berg Helikon, wo der Hufschlag des Pegasus die Quelle Hippokrene, deren Wasser durch die Najaden über die Kaskade an die Menschen weitergegeben wird.

Tempel der Waldbotanik

Tempel der Waldbotanik

 

Der von Pigage entworfene Tempel der Waldbotanik – „Botanicae Silvestris“ – wurde schon 1777 geplant. Die Weiheinschrift nennt das Datum 1778, aber erst 1780 wurde der Bau fertig. Er bildet den Abschluss des „Arboretum Theodoricum“, der Baumsammlung im sogenannten Wiesentälchen. Der aufgesockelte, zylindrische Baukörper weist außen Rauputz nach Art von Eichenrinde auf. Eine Freitreppe, auf deren Wangen Sphingen wachen, führt zur Eingangstür. Innen vermittelt eine runde Öffnung von circa 20 cm Durchmesser in der Fußbodenmitte zu einem dunklen Gewölbe darunter. Das Bildprogramm handelt vom Wachsen, Reifen und Absterben der Natur. Vier große Relieffelder zeigen Symbole der vier Jahreszeiten in Verbindung mit einem antiken Dreifuß. Die Naturrhythmen werden mit der modernen Naturwissenschaft verknüpft: Bildnismedaillons der älteren Autoritäten Theophrastos von Eresos und Plinius stehen solche der modernen Naturforscher Joseph Pitton de Tournefort und Carl von Linné gegenüber. Linnés revolutionäres Buch über die Pflanzensystematik bildete das inzwischen verschwundene Attribut einer Statue der Göttin Ceres in der Mittelapsis.

Badhaus

Badhaus

 

Das von Pigage errichtete Badhaus ist ein kleines Lusthaus nach Art einer italienischen Villa. Während unter Karl Theodor der übrige Schlossgarten öffentlich zugänglich war, durfte der Badehaus-Bereich, zu dem ein eigener Garten gehört, nur auf Einladung oder mit Genehmigung des Kurfürsten betreten werden. Hier konnte Karl Theodor wie ein Privatmann leben und sich seinen musischen Neigungen hingeben. Vom Apollo-Bezirk her wird das Badhaus durch eine im Grundriss halbkreisförmige Exedra betreten, eine gleich gebildete liegt an der Rückseite. Durch beide Eingangsbereiche gelangt der Besucher in den Ovalsaal mit der Aurora als Deckengemälde und vier Horen als vergoldeten Plastiken, der das Zentrum des Schlösschens bildet. Vom Ovalsaal gehen nach Westen und nach Osten flurartige Vorzimmer mit fein eingelegtem Parkett aus drei Hölzern ab. Über sie gelangt der Besucher in das Schlafzimmer des Kurfürsten (Südwestseite, mit separater Toilette) und in den Baderaum (Nordwestseite) mit einem vertieften Marmorbecken (etwa 1‚2 m tief) mit zwei Sitzbänken in einer elliptischen Nische. Die Wasserleitungen sind als bekrönte Schlangen ausgearbeitet. An der Nordostseite liegt das Chinesische Zimmer mit chinesischen Papiertapeten, an der Südostseite das Schreibzimmer mit Landschaftsgemälden von Ferdinand Kobell.

 

In der beim Badhaus gelegenen Badhausküche befand sich der Kessel zum Erhitzen des Badewassers. Bemerkenswert ist, dass das Badhaus im Verhältnis zum Hauptschloss in der gleichen Position gelegen ist wie sein Vorbild, das Grand Trianon, im Schlosspark von Versailles.

Wasserspeiende Vögel

 

Uhu mit geschlagenem Fasan

 

wasserspeiende Vögel auf der Einfassung

 

Brunnen der wasserspeienden Vögel

 

Eine Attraktion des Badhausgartens ist der Brunnen der wasserspeienden Vögel (alle aus Eisenblech gearbeitet). Im mittleren Bassin sitzt in Angriffshaltung mit gespreizten Flügeln ein Uhu, der in seinen Fängen einen von ihm geschlagenen Fasan hält. Oben auf der Einfassung aus Lattenwerk, das die Anlage umgibt, sitzen zwanzig andere Vögel, die den Uhu (mit Wasser) bespucken. Das Thema des Brunnens geht auf eine Fabel von Äsop zurück, die vom Zorn der guten Vögel über den bösen Uhu handelt. Die Schwetzinger Figuren stammen aus dem lothringischen Schloss La Malgrange des polnischen Exkönigs Stanislaus I. Leszczyński. Vier Volieren mit lebenden, zwitschernden Vögeln erhöhen die Illusion. Zu der Anlage zählen zwei weitere kleine Gebäude, die sogenannten Achathäuschen.

Perspektiv

 

Perspektiv im Laubengang

 

Perspektiv aus der Nähe

 

Perspektiv von außen

 

Blick auf die halbrunde Mauer vom „Perspektiv“ oder „Ende der Welt“ im Schlossgarten Schwetzingen.

 

Das Perspektiv oder Ende der Welt im Schlossgarten Schwetzingen.

 

Das Perspektiv, im Volksmund als „Ende der Welt“ bezeichnet, schließt die Hauptachse des Badhausgartens nach Norden hin ab. Am hinteren Ende der Treillage ist eine Flusslandschaft zu erkennen. Dabei handelt es sich um die Kopie eines Gemäldes von Ferdinand Kobell auf einer Mauer. Durch geschickt genutzten Lichteinfall erscheint das Bild realistisch. Im Zusammenspiel mit dem zuführenden Gang und einem Architekturrahmen vor der Mauer entsteht eine starke Tiefenwirkung.

 

Aufbau des Perspektivs (von Pigage gestaltet): An den Laubengang (Treillage) schließt sich ein Pavillon mit zwei Seitenräumen an. Der Hauptraum des Pavillons (zum Gemälde hin offen und mit Tuffstein verkleidet) ist als Grotte gestaltet. Gegenüber dem Eingang des Laubengangs befindet sich eine Maueröffnung im Pavillon. In der Maueröffnung sind eiserne Schilfblättchen angebracht und Wasser tropft von der Grottendecke in ein Bassin. Hinter dieser Öffnung befindet sich in etwas Abstand eine halbrunde Mauer mit Landschaftsgemälde (in Freskotechnik). Das Landschaftsgemälde wird durch das Sonnenlicht beleuchtet und strahlt so förmlich, wenn man vor dem Laubengang steht.

Orangerie

Orangerie

→ Hauptartikel: Orangerie (Schwetzingen)

 

Ab dem 16. Jahrhundert kamen an den europäischen Fürstenhöfen Sammlungen von Orangen und anderen Zitrusbäumen in Mode. Diese überwinterten in abschlagbaren, nur für die kalte Jahreszeit um die Pflanzen herum errichteten Gebäuden. Im späten 17. und im 18. Jahrhundert wurden die Pflanzen in Pflanzkästen und Kübeln gehalten, die in einem festen Gebäude überwinterten und in den warmen Monaten in einem Orangerieparterre ins Freie gestellt wurden.

 

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts konnte der Bedarf an Räumlichkeiten für höfische Festivitäten in Schwetzingen nicht annähernd gedeckt werden. Eine Orangerie mit großem Festsaal westlich des Schlosses sollte hier Abhilfe schaffen. So hatte es jedenfalls Kurfürst Karl Philipp entschieden, der 1716 die Nachfolge des überwiegend in Düsseldorf residierenden Kurfürsten Johann Wilhelm angetreten hatte.

 

Die unter Karl Theodor errichtete Schwetzinger Orangerie mit ihren Fassadenmalereien wurde von Nicolas de Pigage entworfen. Die Malereien täuschen Naturstein als Material vor, wo nur simple Backsteinmauern sind. Davor liegt das Orangerieparterre, das gegenüber den anderen Gartenbereichen zugunsten eines Binnenklimas abgesenkt und zur warmen Südseite ausgerichtet ist. An den Ecken des Parterres befinden sich Statuen von drei Jahreszeiten, die vierte fehlt. In der Mitte stehen die Orangen- und Zitronenbäume in Kübeln auf einer rechteckigen Insel.

Moschee

→ Hauptartikel: Moschee Schwetzingen

 

Rote Moschee im Türkischen Garten

 

Wandelgang mit Eckpavillon

 

Innenansicht der Moscheekuppel

 

Im hinteren (südlichen) Bereich, dem Türkischen Garten, steht die Rote Moschee von Pigage, errichtet von 1778 bis 1785. Das Bauwerk hat keine liturgische Funktion, es handelt sich vielmehr um ein Gartenfolly mit ausschließlich ästhetischer Bedeutung. Die Schwetzinger Moschee ist der erste und größte Bau dieser Art in einem deutschen Park. Das Gebäude des späten Barock ist mit zahlreichen orientalischen Elementen versehen. Der Moscheehof wurde gelegentlich für Freilichtaufführungen von Opern genutzt. Die Moschee wurde im 20. Jahrhundert zeitweise von Muslimen genutzt.

 

Vor der Moschee befinden sich der ehemalige fürstliche Obstgarten, dahinter eine Baumschule und die Schlossgärtnerei.

Römische Wasserleitung

Römische Wasserleitung

 

Im Sommer 1779 wurde die am nördlichen Rand des Gartens gelegene künstliche Ruine nach Entwürfen von Nicolas de Pigage begonnen. Ein Torbau, auf dem noch ein Turmaufsatz erhalten scheint, erinnert an einen römischen Triumphbogen. In seiner mittleren Arkade rauscht ein Wasserfall. Von diesem Torbau greifen nach drei Seiten die Reste eines Aquäduktes aus, wobei der östliche Arm einen Freiplatz hinterfängt, auf dem sich ein Obelisk erhebt.

 

Pigage konnte auf eigene Antikenstudien während seiner Italienreise 1767/68 zurückgreifen. Die Verbindung von Torbogen und Aquädukt begegnet an der römischen Porta Maggiore und am Aquädukt der Acqua Vergine. Das Turmfreigeschoss könnte durch mittelalterliche Wehraufbauten auf römischen Brücken angeregt sein. Die Vorbilder finden sich in Veduten von Piranesi. Die Bezeichnung als Römisches Wasserkastell erscheint erst 1828.

Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)

Blick über die Chinesische Brücke, im Hintergrund der Merkurtempel

 

Die oft als „chinesisch“ bezeichnete Brücke im hinteren, nordwestlichen Bereich des Gartens verbindet den französischen mit dem englischen Gartenteil. Das Bauwerk geht tatsächlich auf einen Brückenentwurf des in Venetien tätig gewesenen Renaissance-Architekten Andrea Palladio zurück. Die Brücke hat den populären Beinamen „Lügenbrücke“, denn wer auf deren unregelmäßigen Stufen ins Straucheln kommt, soll schon einmal geschwindelt haben.

Landschaftsschutzgebiet

 

Bereits am 8. August 1952 hat das damalige Landratsamt Mannheim den Schloßgarten unter der Bezeichnung Schwetzinger Schloßgarten und Umgebung als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Das Gebiet mit der Nummer 2.26.013 hat aktuell eine Größe von rund 190 Hektar und umfasst den historischen Park aus der Kurfürstenzeit sowie das westliche Vorgelände und die historische Jagdanlage am Stern.

Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses

 

Voltaire kam im Jahr 1753 zum ersten Mal nach Schwetzingen und war 14 Tage lang Gast des mit ihm befreundeten Kurfürsten. Im Sommer 1758 kam Voltaire erneut zu einem kurzen Aufenthalt nach Schwetzingen. Wolfgang Amadeus Mozart wirkte zusammen mit seinem Vater und seiner Schwester an einem Hofkonzert am 18. Juli 1763 mit. Der Komponist Christoph Willibald Ritter von Gluck war im Jahr 1774 Gast des Kurfürsten. Friedrich Schiller fand in Schwetzingen Anregungen zu den gegensätzlichen „Aranjuez-Stimmungen“ des ersten Aktes von Don Karlos. Der Schauspieler August Wilhelm Iffland schilderte in einem Brief vom 26. November 1779 eine Jagd bei Schwetzingen, die 50.000 Gulden gekostet hatte und bei der für 9.000 Menschen Zuschauergerüste aufgebaut waren. Kaiser Joseph II. hielt sich im Jahr 1781 unter dem Namen Graf von Falkenstein in Schwetzingen auf.

Siehe auch

 

Schloss Benrath – 1755 bis 1773 von Pigage im Auftrag von Kurfürst Karl Theodor erbaut am Übergang vom Rokoko zum Klassizismus. Der Garten ist eine geometrisch achsensymmetrische Barockanlage nach französischem Vorbild, der Privatgarten des Kurfürsten wurde im 19. Jahrhundert landschaftlich umgestaltet. Im Nebengebäude des Schlosses befindet sich das Museum für Europäische Gartenkunst.

Maulbeerbaumallee nach Heidelberg – im Zusammenhang mit der Seidenraupenzucht.

 

Literatur

 

Carl Ludwig Fuchs, Claus Reisinger: Schloss und Garten zu Schwetzingen. 2. Auflage. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2008, ISBN 978-3-88462-266-7

Volker Hannwacker: Friedrich Ludwig von Sckell. Der Begründer des Landschaftsgartens in Deutschland. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1992, ISBN 3-421-03012-X, S. 11–21.

Nanette Schärf, Hartmann Manfred Schärf: Das Badhaus im Schwetzinger Schlossgarten. Die Restaurierung des Gebäudes, seiner Innenräume und Ausstattungen. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 37. Jg. 2008, Heft 1, S. 29–35 (PDF)

Ralf Richard Wagner: In seinem Paradiese Schwetzingen … Das Badhaus des Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz. Hrsg. von Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2009, 302 S., ISBN 978-3-89735-587-3.

Wegweiser durch den Schwetzinger Garten. Mit zwölf Ansichten von Conrad Caspar Rordorf. Engelmann, Heidelberg 1830 (Digitalisat)

Karl Wörn: Schwetzingen Lebendige Stadt. 3. Auflage. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 1980.

Oswald Zenker: Schwetzinger Schlossgarten. Ein Führer durch das Französische Gartenparterre und den Englischen Landschaftsgarten, mit Informationen über Schloss und Rokokotheater sowie Sehenswürdigkeiten der Umgebung. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 2002, ISBN 3-87742-170-9.

 

Film

 

Im Hain des Apoll. Der Schlosspark Schwetzingen. Dokumentarfilm, Deutschland, 2007, 28:20 Min., Buch und Regie: Christopher Paul, Produktion: SWR, Reihe: Schätze des Landes, Inhaltsangabe von ARD.

 

Weblinks

Commons: Schloss Schwetzingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

 

Offizielle Seite von Schloss Schwetzingen

Infos zum Schloss auf der Seite der Stadt Schwetzingen

Schloss Schwetzingen von ZUM

Kein Land „wo die Zitronen blühen“. In: Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Artikel zur Geschichte von Orangerien, darunter der in Schwetzingen

Schloss Schwetzingen auf badischewanderungen.de

Schloss Schwetzingen als 3D-Modell im 3D Warehouse von SketchUp

 

Einzelnachweise

Schwetzingen: A Prince Elector’s Summer Residence – garden design and Freemasonic allusions. Eintrag in der Tentativliste der UNESCO auf deren Website, abgerufen am 8. April 2014 (französisch)

Vorlage zur Gemeinderatssitzung vom 22. September 2009, abgerufen am 8. April 2014

Neue Akzente sollen in Paris überzeugen. Schwetzinger Zeitung, 2. Februar 2010, abgerufen am 8. April 2014

Die Sommerresidenz und ihre Musik sollen es richten. Mannheimer Morgen, 6. März 2010, abgerufen am 8. April 2014

Kurfürstliche Sommerresidenz Schwetzingen für die Aufnahme in die UNESCO-Weltkulturerbeliste nominiert. Pressemitteilung des Landesdenkmalsamts Baden-Württemberg vom 8. März 2010, abgerufen am 8. April 2014

ICOMOS Evaluations of Nominations of Cultural and Mixed Properties. Empfehlungsbericht zur 36. Sitzung des Welterbekomitees im Juni/Juli 2012, S. 224–233, PDF-Datei, 28,4 MB, abgerufen am 8. April 2014 (englisch)

Schwetzingen zunächst nicht Welterbe. Pressemitteilung der Stadt Schwetzingen vom 29. Juni 2012, abgerufen am 8. April 2014

Johanna Eberhardt: Schwetzingen nimmt keinen neuen Anlauf. Stuttgarter Zeitung, 3. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014

Kein dritter Anlauf für Unseco-Welterbe-Titel in Schwetzingen. xity, 2. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014

Hans-Erhard Lessing: Zwei Räder statt vier Hufe – Karl Drais G.Braun-Verlag, Karlsruhe 2010

Richard Benz: Heidelberg. Schicksal und Geist, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen, 2. Auflage 1975, ISBN 3-7995-4008-3, S. 296

Mount Pelion is a densely forested natural fortress predominating the Magnesia Prefecture in the plain of Thessaly and overlooking the city-port of Volos. The entire area is a treasure trove of legends, myths, history, culture, tradition, and a paradise for the nature loving tourist, the archaeologist, the historian, the anthropologist, as it has since time immemorial been trodden upon by gods and goddesses, demigods and centaurs, titans and giants, nymphs and hamadryads, kings and queens, princes and princesses, heroes and warriors. It has also been the battleground of "Gigantomahia" [the battle of the giants against Zeus], the summer resort of the Olympian gods, the hunting grounds of divinity, royalty and nobility, the venue of mythical weddings and of the first beauty pageant between the fair goddesses Hera, Athena and Aphrodite.

 

A few kilometers west of Volos is Sesklo, where archaeologists have discovered Europe's oldest organized community with citadel, houses, walls, graves and many artifacts dating as far back in time as 6500-6000 B.C. In its heyday, in the mid-Neolithic period c. 5300- 4300 B.C., the community boasted 100,000 sq. meters of inhabited area and a population of several thousand. One can only wonder at the infrastructure and organization and culture required for the survival and progress of such a populous community that flourished and prospered over the late Neolithic and early Bronze periods to finally be abandoned in 1600 B.C. with the ascendancy of the Mycenaean era and the ensuing predominance of Iolkos, the forerunner of Volos -- the term being a corrupted form of Iolkos.

 

From Iolkos set sail the "talking" ship Argo with a crew of fifty demigods and princes under Jason's leadership in the 13th century B.C. Their mission was to reach Colchis in Aea at the eastern seaboard of the Black Sea and reclaim and bring back the Golden Fleece, a symbol of the opening of new trade routes. Along with the Golden Fleece Jason brought a wife, the sorceress Medea, king Aeetes' daughter, granddaughter of the Sun, niece of Circe, princess of Aea, and later queen of Iolkos, Korinth and Aea, and also slayer of her brother Apsyrtos and her two sons from Jason, indeed a tragic figure of a woman whose trials and tribulations were so artfully dramatized in the much staged Euripides' "Medea".

 

On Pelion took place the wedding of Thetis the Nereid to the mortal Peleus. Their son, the immortal Achilles, slayer of Hector of Troy, was instrumental in the successful launching of the Achaean expedition against and sacking of Troy or Ilium. The reason, we are told by Homer, was the abduction of the fairest of all women Helen of Sparta by Hector's sibling the dashing prince Paris, who had been the arbitrator in the quarrel of the three goddesses in the beauty competition held at Thetis' wedding reception. Paris had given the prize -- a golden apple thrown out of spite by Eris [Discordia], the only goddess that had not been invited to the wedding -- to Aphrodite, goddess of beauty and love, who, in gratitude, arranged the romance with Helen. A beautiful myth to justify the Greeks' punitive expedition against the Trojans, who levied heavy tolls on all merchant ships passing through the Straits of Hellispont.

 

Mount Pelion was roamed by the centaurs, the most famous of whom was Cheiron, a great teacher renowned for his knowledge and wisdom. Practically all demigods, princes and heroes, including Hercules, Achilles, Jason and Asklepios [Aesculapius] had been instructed in Cheiron's cave not only in the art of archery, combat and leadership but also in the path of virtue, knowledge and compassion. He also passed on to his students his knowledge on the hundreds of herbs and plants of medicinal and pharmaceutical value that grew and still grow on Pelion today. As a matter of fact, Asklepios surpassed his master in the art of healing and curing diseases by far. He raised his own snake and became the god of medicine with the snake, the giver of both life and death, as his symbol as it is seen today in the caduceus, the symbol of medicime.

 

It was on the Aegean rocky coast of Pelion that in 480 B.C. Xerxes, the king of mighty Persia , lost 40 ships on his way to Salamis, where, in the greatest sea battle of the classical times, Xerxes' fleet along with his plans of conquering Greece and the Mediterranean were destroyed. Thus was opened the way for the conquest of the Persian Empire by the Greeks united under Alexander the Great.

 

Around the year 290 B.C. Dimitrios the Besieger, king of Macedonia, founded Dimitriada, which included Iolkos and Pagases, which by now had lost their past importance and glory. Dimitriada became the center of the Commonwealth of Magnetes. Dimitriada was sacked several times but it somehow managed to survive the raids of Slavs, Goths, Bulgarians, Saracens, Franks, Turks until 1600 A.D.

 

The sacking of Constantinople [now Istanbul] in 1453 A.D. marks the fall of the Byzantine Empire to the Ottomans, their gradual conquest of the Balkans and Greece, and the onset of the 400-year Turkish occupation. Thanks to its ideal geographical position and configuration of the ground, its inaccessibility and defensibility, its luxuriant vegetation and fertile soil, the abundance of water, timber and fruit of the earth, Pelion became one of the destinations for many of the thousands of intellectuals, educators, administrators, priests, monks, merchants, artists, craftsmen, free spirits, freedom fighters fleeing barbarism. They came and established settlements, villages, schools, libraries, churches, monasteries, businesses, navigation, new trade routes with renaissant Europe. And Pelion prospered and grew in autonomy and relative independence and in the 1700s and 1800s it came to be the wealthiest and most densely populated mountainous area of Greece.

 

And it became one of the bastions and champions of Hellenism by being an Ark that bred generations of progressive individuals who brought about the Greek Enlightenment by keeping the Hellenic language, history, culture, customs and Christian faith alive. Inspired poets sang Pelion's beauty and riches, and men of letters wrote paeans about it. Generations of stone masons created a unique architectural style, while painters, skilled craftsmen and hagiographers [painters of icons] decorated monasteries, churches and mansions with frescos, paintings, murals and wood and stone sculpture of at once charming innocence and spontaneity and unparallelled diversity and spirituality with themes and symbols drawn from the inexhaustible reservoir of the Greek lore, religion and real life. Great teachers, both lay and men of the cloth, taught at schools, or, in dark and dangerous times, in inaccessible caves where they gathered the children at the risk of loss of limb and life, thus creating the Secret School, which has a special place in the Greek psyche. What's more, some of them together with other ardent patriots were among those who first organized the Greeks' uprising against the Turkish oppression in 1821.

 

Today, most places on Pelion and its vicinity still have the same name they have had for millennia, thus preserving the continuity of their and the Greek culture's identity. Furthermore, Pelion has forged its own character and personality, which are unique in Greece. A rare blend of primordial energy in the elements and the soothing fruitfulness of a clement nature that manage the impossible in modern life: they slow down time. An irresistible effect, indeed. That is why Pelion has for decades been the secret resort for the few, both Greeks and foreigners, who have been fortunate enough to discover it and get so enthralled by and enamored of it that they keep coming back. For there are two types of Pelion visitors: the first timer tourist and the returning pilgrim. And then, there is the resident pilgrim.

www.pelion.org/history/index.asp

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Minervatempel

 

Die römische Göttin Minerva ist mehrfach im Schlossgarten dargestellt. Symmetrisch zu dem Minerva-Tempel war als Gegenstück ein Tempel des Cupido geplant, der nicht zur Ausführung kam.

 

Der von Pigage entworfene Tempel war 1769 vollendet. Seine viersäulige Front korinthischer Säulenordnung ist durch ein antik-römisches Vorbild angeregt, den Eingangsbau zur Portikus der Octavia. Einmalig ist die Umkehrung des Verhältnisses von Säulenhalle und Cella: Die Tempelcella wird zu einer gegenüber der Natur geöffneten Raumhülle umgedeutet, innerhalb derer sich die Säulenstellung fortsetzt.

 

Minerva, Göttin der Weisheit, erscheint vor der Rückwand in einem umgearbeiteten Standbild von Gabriel de Grupello. Sie ist, auch nach Ausweis des Giebelfeldes, die Göttin der friedlichen Künste und Wissenschaften, insbesondere der Gartenkunst. Die mit Marmorbänken ausgestattete Cella dient Parkbesuchern als Ruheraum, kann aber auch als imaginärer Versammlungsort derjenigen, die Weisheit erlangt haben, verstanden werden.

 

Unterhalb des Tempels befindet sich ein rechteckiger Raum, mit Nischen und runden Fensteröffnungen. Dieser Raum ist von außen zugänglich und zeigt Merkmale eines geheimen Versammlungsortes. Er wird von Pan regiert, wie eine Maske über der Tür anzeigt. Der Minerva-Tempel, der sich über dieser irrationalen Sphäre erhebt, wird so ein aufklärerisches Monument der gestaltenden Vernunft und der menschlichen Zivilisationsleistung.

  

Schloss Schwetzingen ist ein Schloss in Schwetzingen, das vor allem den pfälzischen Kurfürsten Karl Philipp und Karl Theodor als Sommerresidenz diente. Bekannt ist in erster Linie der im 18. Jahrhundert angelegte Schlossgarten. Jährlich finden im Schloss die Schwetzinger Festspiele und alle zwei Jahre das Lichterfest statt.

 

Inhaltsverzeichnis

 

1 Geschichte

2 Weltkulturerbe

3 Schloss

3.1 Innenräume

3.2 Zirkelbauten

3.3 Theater

3.4 Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen

4 Garten

4.1 Französischer Garten

4.2 Englischer Garten

4.3 Arboretum

4.4 See

4.5 Bauten

4.5.1 Merkurtempel

4.5.2 Minervatempel

4.5.3 Apollotempel

4.5.4 Tempel der Waldbotanik

4.5.5 Badhaus

4.5.6 Wasserspeiende Vögel

4.5.7 Perspektiv

4.5.8 Orangerie

4.5.9 Moschee

4.5.10 Römische Wasserleitung

4.5.11 Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)

4.6 Landschaftsschutzgebiet

5 Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses

6 Siehe auch

7 Literatur

8 Film

9 Weblinks

10 Einzelnachweise

 

Geschichte

 

Das Schwetzinger Schloss wurde im Jahr 1350 zum ersten Mal als Feste urkundlich erwähnt. Es handelte sich um ein mittelalterliches Wasserschloss. 1427 kam es in den Besitz des Kurfürsten Ludwig III. In der Folgezeit wurde es mehrfach umgebaut, diente als Jagdschloss und wurde gegen Ende des Dreißigjährigen Kriegs zerstört. Kurfürst Karl Ludwig ließ das Schwetzinger Schloss für seine Geliebte Luise von Degenfeld wieder aufbauen. Während eines Besuchs im August 1656 hatte er den Einwohnern von Schwetzingen bereits befohlen, sämtlichen Schutt wegzuräumen, wobei aufgelesene Trümmerteile wie Steine, Hölzer und „altes Eisenwerk“ bei den Untertanen zur eigenen Verwendung verbleiben durften. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde das Schloss erneut zerstört, die Grundmauern blieben allerdings stehen.

 

Karl Philipp

 

Karl Theodor

 

Seine heutige Form erhielt das Schloss auf Befehl des Kurfürsten Johann Wilhelm, der in Düsseldorf regierte. Dieser ließ es unter Leitung des Grafen Matteo Alberti – der Erbauer des Schlosses Bensberg – von dem Heidelberger Baumeister Johann Adam Breunig umbauen und durch zwei Flügelbauten wesentlich vergrößern. Das Bauwerk wurde in mehreren Bauabschnitten ab dem Jahre 1697 errichtet und ausgebaut. Im Jahr 1752 wurde eine Gartenerweiterung auf dem damals rund 70 Hektar großen Areal vorgenommen. Im gleichen Jahr wurde auch das Schlosstheater eröffnet. Obwohl das Schloss seit der Verlegung der Residenz des Kurfürsten Karl Theodor von Mannheim nach München im Jahr 1778 kaum mehr benutzt wurde, wurde in der Folgezeit am Garten weiter gearbeitet.

 

Unter Karl Theodor war Schwetzingen Sommerresidenz: Die Hofhaltung wurde in den warmen Monaten von Schloss Mannheim nach Schloss Schwetzingen verlegt. Die Schlichtheit der Wohnungen des Kurfürstenpaares und eine größere Informalität der Umgangsformen waren Ausdruck eines vorgeblich einfacheren, unbeschwerten „Lebens auf dem Lande“.

 

An der künstlerischen Ausgestaltung von Schloss und Garten waren nahezu alle am Hof in Mannheim beschäftigten Künstler beteiligt. Dazu gehörten Alessandro Galli da Bibiena und Peter Anton von Verschaffelt. Der Lothringer Nicolas de Pigage war Intendant der Gärten und Wasserkünste sowie der bestimmende Architekt in der Karl-Theodor-Zeit. Pigage erweiterte den Garten in allen Stilwandlungen der Zeit. Der Zweibrücker Hofgärtner Johann Ludwig Petri plante das Hauptparterre und den Zirkel des französischen Gartens. Der erste Hofgärtner, van Wynder, wurde aus Kassel nach Schwetzingen berufen.

 

Der zweite Hofgärtner war Johann Wilhelm Sckell, ein Hauptmitarbeiter Pigages. Sein Sohn Friedrich Ludwig Sckell wurde 1804 nach München berufen, wo er den Englischen Garten anlegte. Der erste badische Gartenbaudirektor war Johann Michael Zeyher, der den Flieder in Schwetzingen einführte.

 

Schloss Schwetzingen zählt heute zu den landeseigenen Monumenten und wird von der Einrichtung Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg betreut. Der Garten ist gegen Eintritt öffentlich zugänglich, Schloss und Theater können im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

Weltkulturerbe

 

Im September 1999 meldete Deutschland Schwetzingen in der bei der UNESCO geführten sogenannten Tentativliste als potentielle Welterbestätte an.[1] Ein dortiger Eintrag ist die Voraussetzung dafür, dass zu einem späteren Zeitpunkt ein Antrag auf Verleihung eines entsprechenden Prädikats, in diesem Fall des Weltkulturerbes, gestellt werden kann. Dies geschah dann auch im Jahre 2007. Der Antrag umfasste einen Kernbereich von Schloss und Schlossgarten, den vorgelagerten Schlossplatz, das Ysenburgsche Palais sowie die Sichtachsen der Carl-Theodor- und der Lindenstraße. Hinzu kam eine zusätzliche Pufferzone, die weitere Teile der Stadt einbezog.[2]

 

Im Juni 2009 wurde der Antrag aufgrund eines negativen Votums des ICOMOS wieder zurückgenommen und infolgedessen im Laufe des folgenden Herbstes überarbeitet. Der ursprüngliche Ansatz, das freimaurerische und aufklärerische Wirken Carl-Theodors begleitend zu betonen, wurde zurückgefahren, stattdessen die künstlerische und musische Bedeutung von Schloss und Stadt hervorgehoben. Außerdem wurde der Kernbereich geringfügig erweitert.[2] Im Januar 2010 wurde der Neuantrag eingereicht.[3] Im März 2010 setzte die Kultusministerkonferenz Schwetzingen erneut auf die deutsche Nominierungsliste, diesmal für 2011.[4][5] Der als Entscheidungsgrundlage dienende Bewertungsbericht der ICOMOS vom Mai 2012 empfahl jedoch abermals, die Anlage nicht aufzunehmen. Negativ wurde insbesondere bewertet, dass es von dieser Art von Schlössern und Gärten schon elf, beispielsweise in Dessau, in Brühl oder in Potsdam und Berlin, und damit eigentlich deren genügend auf der Welterbeliste gebe. Eine besondere Stellung Schwetzingens habe nicht erkannt werden können.[6] Das Welterbekomitee stimmte dem ICOSMOS-Votum zwar mehrheitlich nicht zu, behandelte den Schwetzinger Antrag aber auch nicht, sondern empfahl stattdessen, einen neuen, abermals überarbeiteten Entwurf vorzulegen. Ob es dazu kommt, ist fraglich.[7][8][9] Über einen erneuten Versuch wurde nichts bekannt.

Schloss

Plan von Schwetzingen (um 1840)

 

Eine Anfahrt aus Heidelberg liegt auf der geraden Verbindung vom Königstuhl nach Schwetzingen. Die Trasse ist von erhöhter Position aus in der Landschaft noch gut erkennbar, aber nicht durchgehend befahrbar. Vom Königstuhl aus gesehen läuft diese Linie hinter dem Schloss weiter auf die Kalmit zu.

 

Vom Schwetzinger Schlossplatz gelangt man in den Ehrenhof. In den beiden ehemaligen Wachhäuschen am Schlosstor befinden sich heute ein Museumsladen und ein Café. Der Hof wird links und rechts von symmetrischen Wirtschaftsgebäuden flankiert. In der Mitte, an der Westseite, befindet sich das Corps de Logis, der Wohnbau des Schlosses.

Innenräume

 

In einer langwierigen Restaurierung der Jahre 1975–1991 wurden die Innenräume des Schlosses wiederhergestellt und mit authentischen Möbeln des 18. Jahrhunderts eingerichtet. In der Beletage verdeutlichen im Rahmen eines Schlossmuseums die Gesellschaftsräume, die Wohnung des Kurfürsten und die Wohnung der Kurfürstin das Funktionsprofil des Schlosses in der Karl-Theodor-Zeit.

 

Von besonderem kunstgeschichtlichen Rang sind die Räume der in badischer Zeit ab 1803 umgestalteten Wohnung der Reichsgräfin Luise Karoline von Hochberg im zweiten Obergeschoss aufgrund der vorzüglich erhaltenen Handdrucktapeten (1804) der Firma Zuber et Cie in Rixheim (Compagniezimmer mit Alpenpanorama „Vues de Suisse“, Schlafzimmer, Grand Cabinet).

Zirkelbauten

Nördlicher Zirkelbau

Südlicher Zirkelbau

 

Die Zirkelbauten sind zwei eingeschossige, dank hoher Fenstertüren mit unmittelbarem Gartenzugang versehene Werksteinbauten, die sich seitlich an das Schloss zu einem Halbrund anschließen und das kreisrunde Gartenparterre gemeinsam mit dem Halbkreis der Wandelgänge aus Lattenwerk umfangen. Der nördliche Zirkelbau wurde in den Jahren 1748/1749 von Alessandro Galli da Bibiena erbaut, der südliche im Jahr 1753 von Franz Wilhelm Rabaliatti. Die Zirkelbauten wurden für die Hofgesellschaften (Speisetafel, Spiele und Konzerte, Bälle) genutzt. Solche zusätzlichen, repräsentativen Räumlichkeiten waren angesichts der beengten Verhältnisse im alten Wohnbau des Schlosses unverzichtbar. Heute werden die Zirkelbauten als Schlossrestaurant, Café und Theaterfoyer sowie für Konzerte und Ausstellungen genutzt.

Theater

→ Hauptartikel: Schlosstheater Schwetzingen

 

Das kurfürstliche Hoftheater im frühklassizistischen Stil (oft fälschlich „Rokokotheater“ genannt) wurde am 15. Juni 1753 mit Oper Il figlio delle selve („Der Sohn der Wälder“) von Ignaz Holzbauer eröffnet. Hier wirkten Sänger, Instrumentalisten und Komponisten von internationalem Rang, darunter die Vertreter der Mannheimer Schule. Nachdem Karl Theodor seine Residenz nach München verlegt hatte, fanden nur noch gelegentliche Aufführungen in Schwetzingen statt, wenn der Kurfürst dort zu Besuch war. Auch in der badischen Zeit wurde das Theater nur selten benutzt. Es verfiel und konnte nicht mehr bespielt werden. 1936/37 und 2002/03 wurde das Theater völlig renoviert. Die Brüstungen der leicht ansteigenden Logenränge haben im Grundriss die Form einer Lyra. Die Pfeiler sind reich verziert und von Korbbögen überbrückt, die die Wirkung des Raumes vertiefen.

Nutzung durch Fachhochschule Schwetzingen

 

Im südlichen Flügel des Schlosses sind seit ihrer Gründung 1953 die Fachhochschule Schwetzingen – Hochschule für Rechtspflege bzw. deren Vorgängereinrichtungen untergebracht. Aufgrund umfangreicher Umbau- und Renovierungsarbeiten wurde der Studienbetrieb seit September 2009 in ein Ausweichquartier nach Mannheim-Wohlgelegen verlegt.

Garten

Parterre

 

Der Schwetzinger Schlossgarten gliedert sich in einen Französischen Garten und einen Englischen Garten. Bei der kunsthistorischen Interpretation des Gartens wird auch unterschieden zwischen dem „Garten der Allegorien“, also jener Gartenteil, in welchem ohne tiefere Bedeutung allegorische Figuren stehen, und dem „Garten der Vernunft“. Zum „Garten der Vernunft“ zählen Minervatempel, Merkurtempel, Moschee, Apollotempel, Tempel der Botanik, das römische Wasserkastell sowie das Arboretum, also jene Gartenteile, in denen im Sinne aufklärerischen Denkens die Vernunft gefeiert wird. Der Schwetzinger Schlossgarten war, mit Ausnahme des Bereiches um das Badhaus, bereits in kurfürstlicher Zeit für die gesamte Bevölkerung zugänglich, damals noch ohne Eintrittsgeld. Eine Parkordnung regelte das angemessene Verhalten der Besucher.

Französischer Garten

Luftaufnahme des Barockgartens

Fontäne in der Gartenmitte

 

Längs der Hauptachse des Gartens blickt man nach Osten auf den Königstuhl im Odenwald und nach Westen auf die Kalmit im Pfälzerwald.

 

Der Barockgarten ist nach französischer Art in strengen geometrischen Formen angelegt. Die wichtigsten Elemente sind die Hauptachse, die Querachse und das Kreisrund. Der vordere Gartenteil zeigt Parterres und Boskette. Auf der Schlossterrasse befinden sich Urnen, die die vier Weltzeitalter darstellen (goldenes, silbernes, ehernes und eisernes Zeitalter). Zudem befinden sich dort zwei vergoldete Atalanten, die noch aus dem Vorgängergarten stammen. Eine Besonderheit des französischen Gartens ist die kreisförmige Anlage der zentrale Teil rund um den Arionbrunnen, das sogenannte Kreisparterre.

 

Der zentrale Arionbrunnen von Guibal hat eine Begebenheit der antiken Mythologie zum Thema: Arion (Arion von Lesbos) ist ein berühmter Sänger. Nach einem Wettstreit reich beschenkt, wird er auf See von den Schiffsleuten bedrängt. Er bittet, ein letztes Mal singen zu dürfen. Bei seinem Gesang erscheinen Delfine. Der Sänger stürzt sich in die Fluten und ein Delfin bringt ihn an die Küste, so dass er seinen Weg nach Korinth fortsetzen kann. Das Sternbild Delphin wird in manchen Überlieferungen als der von den Göttern ans Firmament entrückte Arion auf dem Delfin gedeutet.

 

Abgeschlossen wird der französische Garten durch die Darstellung einer Hirschjagd von Verschaffelt. In unmittelbarer Nähe sind die vier Elemente in Skulpturen dargestellt.

Englischer Garten

 

Die westlichen und nordwestlichen Teile des Gartens wurden als englischer Landschaftsgarten gestaltet. Im Gegensatz zum französischen Garten sind hier die Wege und Uferlinien leicht geschwungen. Am unregelmäßigen Waldbereich wurde fast nichts verändert.

Arboretum

 

Ein Arboretum ist eine Sammlung oft exotischer Gehölze. Der Gartenbaumeister Zeyher legte diesen Garten im Jahr 1802 mit exotischen Bildern aus aller Welt an. Besonders kunstvoll ist das schmiedeeiserne, teilvergoldete Tor von Rabaliatti. Auf derselben Fläche befand sich vorher eine Fasanerie mit Tiergehegen.

See

See mit Schloss im Hintergrund

See im Winter

Gartenphaeton des Kurfürsten 1775

 

Schon beim Betreten des Schlossgartens sieht der Besucher auf den großen See, der den Garten abschließt. An der Stelle des Sees befand sich ursprünglich ein ummauertes Bassin, das auf Vorschlag Zeyhers im Jahr 1823 auf Befehl des Großherzogs Ludwig von Baden erweitert und in einen See mit natürlicher Uferausformung umgewandelt wurde. Zwei Skulpturen (Kopien) von Verschaffelt ruhen auf der dem Schloss zugewandten Längsseite beidseitig der Blickachse: die Flussgötter Rhein und Donau. Die Originale sind in der Orangerie zu besichtigen.

 

Der See und alle weiteren Gewässer werden seit Pigage von zwei Wasserwerken gefüllt, die den Leimbach als Antrieb für die Mühlräder der Pumpen nutzten. Dieser umschloss bereits die ursprüngliche Burganlage und fließt vom Kraichgau kommend in Richtung Rhein. Für die Fontänen wurde sauberes Grundwasser verwendet. Diese Pumpen befanden sich im nördlichen Schlossflügel (oberes Wasserwerk mit Hochbehälter im heutigen Finanzamt). Ein zweites Pumpwerk mit Hochbehälter, das einen gleichbleibenden Druck sicherstellte, war am Parkende hinter dem Aquädukt verborgen (unteres Wasserwerk).

 

Für Karl-Theodor kaufte Pigage 1775 in London einen Gartenphaeton mit Lakai-Antrieb, wozu alle Hauptwege topfeben angelegt und sogar vorzeitliche Grabhügel abgetragen wurden. Damit konnte der Kurfürst im Park herumfahren, ohne dass Pferdeexkremente die Gartenwege verschmutzten. Der Muskelkraftwagen, heute im Schloss Nymphenburg, regte den Heidelberger Studenten Karl Drais vor 1803 zur späteren Erfindung des Ur-Fahrrads an.[10]

Bauten

 

Im Schwetzinger Schlosspark befinden sich neben zahlreichen Statuen auch einige Bauwerke. Das Gebäudeprogramm zeigt einen philosophischen und architektonischen Bezug auf die klassische Antike und, im Falle des Moschee-Komplexes, auf den Islam und die orientalische Weisheitslehre. Neuere Forschungen wollen im Schwetzinger Garten ein freimaurerisches Programm erkennen, in dem christliche Vorstellungen eingebunden wären. Gartenbauten, Wegbeziehungen, Tore und Brücken sollten den Park nicht nur in Einzelräume unterteilen, sondern größer wirken lassen. Einen eigenen Komplex bietet das früher nur auf Einladung oder Befehl des Kurfürsten zugängliche Badhaus, ein kleines Lusthaus mit eigenem Garten und dem „Perspektiv“.

 

Nach Ansicht von Richard Benz führte das Erlebnis der „künstlichen Ruinen“ im Schwetzinger Schlosspark die Dichter des 18. Jahrhunderts zur Beschäftigung mit den echten Ruinen des Heidelberger Schlosses und damit zur im späten 18. Jahrhundert einsetzenden „Wiederentdeckung“ Heidelbergs.[11]

Merkurtempel

 

Die Lage des Tempels oberhalb des Moscheeweihers

 

Der Tempel von Norden

 

Der Tempel aus der Nähe

 

Relief am Tempel

 

In den „Parties sauvages“, den südwestlichen landschaftlichen Partien des Schwetzinger Gartens wurde bereits 1784 ein „Monument“ gegenüber der Moschee geplant. 1787/88 entstand der Ruinenbau Pigages, der erstmals 1791 dem römischen Gott Merkur zugewiesen wird. Sein kellerartiger Unterbau aus großen Sandsteinblöcken erscheint als Rest eines älteren Vorgängers. Der dreigeschossige, turmartige Merkur-Tempel aus Tuffstein besitzt ein im Grundriss sechseckiges Hauptgeschoss, darüber ein Attikageschoss und eine abschließende Laterne. Auf Merkur verweisen Reliefs aus Stuckmarmor über den Eingängen der drei gleichartigen Fassaden.

 

Die Deutung der Parkruine ist kontrovers: Nach überkommener Lesart steht sie für die Überwindung von Geheimlehren durch die Vernunft. Diese Lesart verweist darauf, dass der Tempel die Form eines römischen Grabmals hat. Durch drei Reliefs, die ausschließlich negative Episoden aus dem Leben des Merkur zeigen, wird dieser mit dem antiken Hermes Trismegistos, einem Symbol für Magie, gleichgesetzt. Der Aberglaube ist also gewissermaßen in seinem eigenen Tempel begraben worden. In diesem Zusammenhang wird auch betont, dass man von der Moschee über einen Weiher auf den Merkurtempel blickt. Wenn man die Moschee als Symbol für die Weisheit versteht, bedeutet dies: Der Weise muss Tod und Aberglaube nicht fürchten. Eine neue freimaurerische Interpretation hingegen sieht verborgene Verweise auf den Salomonischen Tempel und seinen Architekten Hiram Abif.

 

Der Merkurtempel hat die Funktion eines Aussichtspunkts, das Obergeschoss gestattet einen Blick über den See und auf die Moschee.

  

Apollotempel

  

Im Jahr 1762 plante man an dieser Stelle ein Belvedere. Nach dem Entwurf von Nicolas de Pigage entstand ein hoher, terrassierter Unterbau, auf dessen oberster Plattform sich ein Monopteros, ein Rundtempel mit zwölf Säulen ionischer Säulenordnung ohne Cella erhebt. Der Tempel ist dem griechischen Gott Apollo gewidmet. Die Statue des Apollo stammt von dem Bildhauer Anton von Verschaffelt. Sie zeigt den Gott beim linkshändigen Lyra-Spiel, was dem Künstler einigen Hohn eingebracht hat. In einem Briefwechsel zwischen Gleim, Wilhelm Heinse und Johannes von Müller heißt es, er stehe zwar »gar heilig« auf einer Anhöhe, »nur hat der linke Gott darin einen erbärmlichen Hintern«.

 

Der Apollo-Tempel krönt eine nach zwei Seiten gerichtete Anlage: Vom Eingang an der Westseite steigt der Besucher durch felsige, dunkle und verwirrende Korridore zur lichtumfluteten Plattform mit dem klassischen Monopteros empor. Aus der Sicht der Zuschauer im östlichen Heckentheater krönt der Tempel den Bühnenprospekt. Apoll erscheint als Gott der Künste und Führer der Musen auf dem Berg Helikon, wo der Hufschlag des Pegasus die Quelle Hippokrene, deren Wasser durch die Najaden über die Kaskade an die Menschen weitergegeben wird.

Tempel der Waldbotanik

  

Der von Pigage entworfene Tempel der Waldbotanik – „Botanicae Silvestris“ – wurde schon 1777 geplant. Die Weiheinschrift nennt das Datum 1778, aber erst 1780 wurde der Bau fertig. Er bildet den Abschluss des „Arboretum Theodoricum“, der Baumsammlung im sogenannten Wiesentälchen. Der aufgesockelte, zylindrische Baukörper weist außen Rauputz nach Art von Eichenrinde auf. Eine Freitreppe, auf deren Wangen Sphingen wachen, führt zur Eingangstür. Innen vermittelt eine runde Öffnung von circa 20 cm Durchmesser in der Fußbodenmitte zu einem dunklen Gewölbe darunter. Das Bildprogramm handelt vom Wachsen, Reifen und Absterben der Natur. Vier große Relieffelder zeigen Symbole der vier Jahreszeiten in Verbindung mit einem antiken Dreifuß. Die Naturrhythmen werden mit der modernen Naturwissenschaft verknüpft: Bildnismedaillons der älteren Autoritäten Theophrastos von Eresos und Plinius stehen solche der modernen Naturforscher Joseph Pitton de Tournefort und Carl von Linné gegenüber. Linnés revolutionäres Buch über die Pflanzensystematik bildete das inzwischen verschwundene Attribut einer Statue der Göttin Ceres in der Mittelapsis.

Badhaus

  

Das von Pigage errichtete Badhaus ist ein kleines Lusthaus nach Art einer italienischen Villa. Während unter Karl Theodor der übrige Schlossgarten öffentlich zugänglich war, durfte der Badehaus-Bereich, zu dem ein eigener Garten gehört, nur auf Einladung oder mit Genehmigung des Kurfürsten betreten werden. Hier konnte Karl Theodor wie ein Privatmann leben und sich seinen musischen Neigungen hingeben. Vom Apollo-Bezirk her wird das Badhaus durch eine im Grundriss halbkreisförmige Exedra betreten, eine gleich gebildete liegt an der Rückseite. Durch beide Eingangsbereiche gelangt der Besucher in den Ovalsaal mit der Aurora als Deckengemälde und vier Horen als vergoldeten Plastiken, der das Zentrum des Schlösschens bildet. Vom Ovalsaal gehen nach Westen und nach Osten flurartige Vorzimmer mit fein eingelegtem Parkett aus drei Hölzern ab. Über sie gelangt der Besucher in das Schlafzimmer des Kurfürsten (Südwestseite, mit separater Toilette) und in den Baderaum (Nordwestseite) mit einem vertieften Marmorbecken (etwa 1‚2 m tief) mit zwei Sitzbänken in einer elliptischen Nische. Die Wasserleitungen sind als bekrönte Schlangen ausgearbeitet. An der Nordostseite liegt das Chinesische Zimmer mit chinesischen Papiertapeten, an der Südostseite das Schreibzimmer mit Landschaftsgemälden von Ferdinand Kobell.

 

In der beim Badhaus gelegenen Badhausküche befand sich der Kessel zum Erhitzen des Badewassers. Bemerkenswert ist, dass das Badhaus im Verhältnis zum Hauptschloss in der gleichen Position gelegen ist wie sein Vorbild, das Grand Trianon, im Schlosspark von Versailles.

Wasserspeiende Vögel

 

Uhu mit geschlagenem Fasan

 

wasserspeiende Vögel auf der Einfassung

 

Brunnen der wasserspeienden Vögel

 

Eine Attraktion des Badhausgartens ist der Brunnen der wasserspeienden Vögel (alle aus Eisenblech gearbeitet). Im mittleren Bassin sitzt in Angriffshaltung mit gespreizten Flügeln ein Uhu, der in seinen Fängen einen von ihm geschlagenen Fasan hält. Oben auf der Einfassung aus Lattenwerk, das die Anlage umgibt, sitzen zwanzig andere Vögel, die den Uhu (mit Wasser) bespucken. Das Thema des Brunnens geht auf eine Fabel von Äsop zurück, die vom Zorn der guten Vögel über den bösen Uhu handelt. Die Schwetzinger Figuren stammen aus dem lothringischen Schloss La Malgrange des polnischen Exkönigs Stanislaus I. Leszczyński. Vier Volieren mit lebenden, zwitschernden Vögeln erhöhen die Illusion. Zu der Anlage zählen zwei weitere kleine Gebäude, die sogenannten Achathäuschen.

Perspektiv

  

Blick auf die halbrunde Mauer vom „Perspektiv“ oder „Ende der Welt“ im Schlossgarten Schwetzingen.

 

Das Perspektiv oder Ende der Welt im Schlossgarten Schwetzingen.

 

Das Perspektiv, im Volksmund als „Ende der Welt“ bezeichnet, schließt die Hauptachse des Badhausgartens nach Norden hin ab. Am hinteren Ende der Treillage ist eine Flusslandschaft zu erkennen. Dabei handelt es sich um die Kopie eines Gemäldes von Ferdinand Kobell auf einer Mauer. Durch geschickt genutzten Lichteinfall erscheint das Bild realistisch. Im Zusammenspiel mit dem zuführenden Gang und einem Architekturrahmen vor der Mauer entsteht eine starke Tiefenwirkung.

 

Aufbau des Perspektivs (von Pigage gestaltet): An den Laubengang (Treillage) schließt sich ein Pavillon mit zwei Seitenräumen an. Der Hauptraum des Pavillons (zum Gemälde hin offen und mit Tuffstein verkleidet) ist als Grotte gestaltet. Gegenüber dem Eingang des Laubengangs befindet sich eine Maueröffnung im Pavillon. In der Maueröffnung sind eiserne Schilfblättchen angebracht und Wasser tropft von der Grottendecke in ein Bassin. Hinter dieser Öffnung befindet sich in etwas Abstand eine halbrunde Mauer mit Landschaftsgemälde (in Freskotechnik). Das Landschaftsgemälde wird durch das Sonnenlicht beleuchtet und strahlt so förmlich, wenn man vor dem Laubengang steht.

Orangerie

  

Ab dem 16. Jahrhundert kamen an den europäischen Fürstenhöfen Sammlungen von Orangen und anderen Zitrusbäumen in Mode. Diese überwinterten in abschlagbaren, nur für die kalte Jahreszeit um die Pflanzen herum errichteten Gebäuden. Im späten 17. und im 18. Jahrhundert wurden die Pflanzen in Pflanzkästen und Kübeln gehalten, die in einem festen Gebäude überwinterten und in den warmen Monaten in einem Orangerieparterre ins Freie gestellt wurden.

 

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts konnte der Bedarf an Räumlichkeiten für höfische Festivitäten in Schwetzingen nicht annähernd gedeckt werden. Eine Orangerie mit großem Festsaal westlich des Schlosses sollte hier Abhilfe schaffen. So hatte es jedenfalls Kurfürst Karl Philipp entschieden, der 1716 die Nachfolge des überwiegend in Düsseldorf residierenden Kurfürsten Johann Wilhelm angetreten hatte.

 

Die unter Karl Theodor errichtete Schwetzinger Orangerie mit ihren Fassadenmalereien wurde von Nicolas de Pigage entworfen. Die Malereien täuschen Naturstein als Material vor, wo nur simple Backsteinmauern sind. Davor liegt das Orangerieparterre, das gegenüber den anderen Gartenbereichen zugunsten eines Binnenklimas abgesenkt und zur warmen Südseite ausgerichtet ist. An den Ecken des Parterres befinden sich Statuen von drei Jahreszeiten, die vierte fehlt. In der Mitte stehen die Orangen- und Zitronenbäume in Kübeln auf einer rechteckigen Insel.

Moschee

 

Innenansicht der Moscheekuppel

 

Im hinteren (südlichen) Bereich, dem Türkischen Garten, steht die Rote Moschee von Pigage, errichtet von 1778 bis 1785. Das Bauwerk hat keine liturgische Funktion, es handelt sich vielmehr um ein Gartenfolly mit ausschließlich ästhetischer Bedeutung. Die Schwetzinger Moschee ist der erste und größte Bau dieser Art in einem deutschen Park. Das Gebäude des späten Barock ist mit zahlreichen orientalischen Elementen versehen. Der Moscheehof wurde gelegentlich für Freilichtaufführungen von Opern genutzt. Die Moschee wurde im 20. Jahrhundert zeitweise von Muslimen genutzt.

 

Vor der Moschee befinden sich der ehemalige fürstliche Obstgarten, dahinter eine Baumschule und die Schlossgärtnerei.

 

Im Sommer 1779 wurde die am nördlichen Rand des Gartens gelegene künstliche Ruine nach Entwürfen von Nicolas de Pigage begonnen. Ein Torbau, auf dem noch ein Turmaufsatz erhalten scheint, erinnert an einen römischen Triumphbogen. In seiner mittleren Arkade rauscht ein Wasserfall. Von diesem Torbau greifen nach drei Seiten die Reste eines Aquäduktes aus, wobei der östliche Arm einen Freiplatz hinterfängt, auf dem sich ein Obelisk erhebt.

 

Pigage konnte auf eigene Antikenstudien während seiner Italienreise 1767/68 zurückgreifen. Die Verbindung von Torbogen und Aquädukt begegnet an der römischen Porta Maggiore und am Aquädukt der Acqua Vergine. Das Turmfreigeschoss könnte durch mittelalterliche Wehraufbauten auf römischen Brücken angeregt sein. Die Vorbilder finden sich in Veduten von Piranesi. Die Bezeichnung als Römisches Wasserkastell erscheint erst 1828.

Palladio-Brücke („Chinesische Brücke“)

Blick über die Chinesische Brücke, im Hintergrund der Merkurtempel

 

Die oft als „chinesisch“ bezeichnete Brücke im hinteren, nordwestlichen Bereich des Gartens verbindet den französischen mit dem englischen Gartenteil. Das Bauwerk geht tatsächlich auf einen Brückenentwurf des in Venetien tätig gewesenen Renaissance-Architekten Andrea Palladio zurück. Die Brücke hat den populären Beinamen „Lügenbrücke“, denn wer auf deren unregelmäßigen Stufen ins Straucheln kommt, soll schon einmal geschwindelt haben.

Landschaftsschutzgebiet

 

Bereits am 8. August 1952 hat das damalige Landratsamt Mannheim den Schloßgarten unter der Bezeichnung Schwetzinger Schloßgarten und Umgebung als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Das Gebiet mit der Nummer 2.26.013 hat aktuell eine Größe von rund 190 Hektar und umfasst den historischen Park aus der Kurfürstenzeit sowie das westliche Vorgelände und die historische Jagdanlage am Stern.

Berühmte Besucher des Schwetzinger Schlosses

 

Voltaire kam im Jahr 1753 zum ersten Mal nach Schwetzingen und war 14 Tage lang Gast des mit ihm befreundeten Kurfürsten. Im Sommer 1758 kam Voltaire erneut zu einem kurzen Aufenthalt nach Schwetzingen. Wolfgang Amadeus Mozart wirkte zusammen mit seinem Vater und seiner Schwester an einem Hofkonzert am 18. Juli 1763 mit. Der Komponist Christoph Willibald Ritter von Gluck war im Jahr 1774 Gast des Kurfürsten. Friedrich Schiller fand in Schwetzingen Anregungen zu den gegensätzlichen „Aranjuez-Stimmungen“ des ersten Aktes von Don Karlos. Der Schauspieler August Wilhelm Iffland schilderte in einem Brief vom 26. November 1779 eine Jagd bei Schwetzingen, die 50.000 Gulden gekostet hatte und bei der für 9.000 Menschen Zuschauergerüste aufgebaut waren. Kaiser Joseph II. hielt sich im Jahr 1781 unter dem Namen Graf von Falkenstein in Schwetzingen auf.

Siehe auch

 

Schloss Benrath – 1755 bis 1773 von Pigage im Auftrag von Kurfürst Karl Theodor erbaut am Übergang vom Rokoko zum Klassizismus. Der Garten ist eine geometrisch achsensymmetrische Barockanlage nach französischem Vorbild, der Privatgarten des Kurfürsten wurde im 19. Jahrhundert landschaftlich umgestaltet. Im Nebengebäude des Schlosses befindet sich das Museum für Europäische Gartenkunst.

Maulbeerbaumallee nach Heidelberg – im Zusammenhang mit der Seidenraupenzucht.

 

Literatur

 

Carl Ludwig Fuchs, Claus Reisinger: Schloss und Garten zu Schwetzingen. 2. Auflage. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2008, ISBN 978-3-88462-266-7

Volker Hannwacker: Friedrich Ludwig von Sckell. Der Begründer des Landschaftsgartens in Deutschland. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1992, ISBN 3-421-03012-X, S. 11–21.

Nanette Schärf, Hartmann Manfred Schärf: Das Badhaus im Schwetzinger Schlossgarten. Die Restaurierung des Gebäudes, seiner Innenräume und Ausstattungen. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 37. Jg. 2008, Heft 1, S. 29–35 (PDF)

Ralf Richard Wagner: In seinem Paradiese Schwetzingen … Das Badhaus des Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz. Hrsg. von Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2009, 302 S., ISBN 978-3-89735-587-3.

Wegweiser durch den Schwetzinger Garten. Mit zwölf Ansichten von Conrad Caspar Rordorf. Engelmann, Heidelberg 1830 (Digitalisat)

Karl Wörn: Schwetzingen Lebendige Stadt. 3. Auflage. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 1980.

Oswald Zenker: Schwetzinger Schlossgarten. Ein Führer durch das Französische Gartenparterre und den Englischen Landschaftsgarten, mit Informationen über Schloss und Rokokotheater sowie Sehenswürdigkeiten der Umgebung. K. F. Schimper-Verlag, Schwetzingen 2002, ISBN 3-87742-170-9.

 

Film

 

Im Hain des Apoll. Der Schlosspark Schwetzingen. Dokumentarfilm, Deutschland, 2007, 28:20 Min., Buch und Regie: Christopher Paul, Produktion: SWR, Reihe: Schätze des Landes, Inhaltsangabe von ARD.

 

Weblinks

Commons: Schloss Schwetzingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

 

Offizielle Seite von Schloss Schwetzingen

Infos zum Schloss auf der Seite der Stadt Schwetzingen

Schloss Schwetzingen von ZUM

Kein Land „wo die Zitronen blühen“. In: Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Artikel zur Geschichte von Orangerien, darunter der in Schwetzingen

Schloss Schwetzingen auf badischewanderungen.de

Schloss Schwetzingen als 3D-Modell im 3D Warehouse von SketchUp

 

Einzelnachweise

Schwetzingen: A Prince Elector’s Summer Residence – garden design and Freemasonic allusions. Eintrag in der Tentativliste der UNESCO auf deren Website, abgerufen am 8. April 2014 (französisch)

Vorlage zur Gemeinderatssitzung vom 22. September 2009, abgerufen am 8. April 2014

Neue Akzente sollen in Paris überzeugen. Schwetzinger Zeitung, 2. Februar 2010, abgerufen am 8. April 2014

Die Sommerresidenz und ihre Musik sollen es richten. Mannheimer Morgen, 6. März 2010, abgerufen am 8. April 2014

Kurfürstliche Sommerresidenz Schwetzingen für die Aufnahme in die UNESCO-Weltkulturerbeliste nominiert. Pressemitteilung des Landesdenkmalsamts Baden-Württemberg vom 8. März 2010, abgerufen am 8. April 2014

ICOMOS Evaluations of Nominations of Cultural and Mixed Properties. Empfehlungsbericht zur 36. Sitzung des Welterbekomitees im Juni/Juli 2012, S. 224–233, PDF-Datei, 28,4 MB, abgerufen am 8. April 2014 (englisch)

Schwetzingen zunächst nicht Welterbe. Pressemitteilung der Stadt Schwetzingen vom 29. Juni 2012, abgerufen am 8. April 2014

Johanna Eberhardt: Schwetzingen nimmt keinen neuen Anlauf. Stuttgarter Zeitung, 3. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014

Kein dritter Anlauf für Unseco-Welterbe-Titel in Schwetzingen. xity, 2. Juli 2012, abgerufen am 8. April 2014

Hans-Erhard Lessing: Zwei Räder statt vier Hufe – Karl Drais G.Braun-Verlag, Karlsruhe 2010

Richard Benz: Heidelberg. Schicksal und Geist, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen, 2. Auflage 1975, ISBN 3-7995-4008-3, S. 296

Greece maybe known for its beautiful islands but the mountains are equally stunning and untouched.

Griechisches kolossales Weinmischgefäß (Krater) aus Apulien, um 330 v. Chr., Höhe 118 cm

Staatliche Antikensammlung, München

 

Colossal Greek wine mixing vessel (Krater) from Apulia, ca. 330 BC, height 118 cm

State Collections of Antiquities, Munich

 

Jason und Medea fliehen nach Korinth und finden zunächst ihr Glück. Aus ihrer Beziehung gehen zwei Söhne hervor. Zehn Jahre Ehe, doch das Streben nach Macht und Reichtum wird die Familie zerstören! Kreon, der König von Korinth, bietet Jason die Hand seiner Tochter Kreusa und damit auch das Thronerbe über die Stadt an. Die Aussicht auf die Krone und eine junge Frau – Jason zögert keine Sekunde.

 

Für Medea geht eine Welt unter: Sie hat ihre Familie verraten, ihren eigenen Bruder getötet und ihre Heimat verlassen – alles aus Liebe zu Jason. Alleingelassen in der Fremde, ohne Ehemann, ohne Familie und Freunde ringt sie zunächst mit Selbstmordgedanken. Medeas Situation ist ausweglos. Als Frau und Fremde ist sie ohne Ehemann schutz- und mittellos.

 

Schließlich wandelt sich Trauer in Wut: Medea packt eine rasende Eifersucht. Ihr Racheplan ist schrecklich. Alle Macht richtet sie auf die Zerstörung des untreuen Ehemanns. Dabei geht sie durchdacht vor. Nur zum Schein akzeptiert sie die Heirat zwischen Jason und Kreusa. Doch in Wirklichkeit sichert sie sich Zeit, um ihren Plan auszuführen.

 

Ihre kleinen Söhne schickt sie mit einem verzauberten Brautgewand zu Kreusa. Als diese das Kleid anzieht, verbrennt der vergiftete Stoff ihre Haut. Beim Versuch, seine Tochter zu retten, wird auch König Kreon in loderndem Feuer verbrannt.

 

Nach dem Tod von Kreon und Kreusa bleiben Jason nur noch seine Söhne als Stammhalter. Medea will ihm jedoch alles nehmen, so wie er ihr alles genommen hat. Sie tut das Unfassbare: Sie ergreift ein Schwert und tötet damit die eigenen Kinder.

 

Nach ihrer Tat droht Medea die Vergeltung der Korinther. Zur Rettung schickt der Sonnengott Helios seiner Enkelin Medea einen Wagen, der von Flugdrachen gezogen wird. Sie fliegt nach Athen und beginnt dort ein neues Leben mit neuem Mann und weiteren Kindern. Hinter sich aber lässt sie verbrannte Erde.

 

Textquelle: Liebieghaus

Anıtsal kapı ve Vespasian anıtı / Monumental gate and Vespasian monument

 

Tiyatronun yanında bulunan anıtsal kapı, Roma döneminde Side'nin merkezine uzanıyordu. Bugün bile şehrin tarihi kısmına giden trafik bu kapıdan geçiyor. Bu kapının bitişiğinde ve MS 4. yüzyıl surları tarafından desteklenen zarif bir bina muhtemelen İmparator Vespasian'ın onuruna dikilmiştir.

Anıtsal kapının şu anki yüksekliği 13,5 metredir, ancak eski zamanlarda yapı çok daha yüksekti. Kapının üstündeki saçaklık, bir zamanlar büyük olasılıkla dört atın çektiği bir quadriga veya iki tekerlekli bir vagonu temsil eden heykeli destekliyordu.

MS 4. yüzyılda kapının kemeri kısmen duvarla çevrilmiş ve surlarda şehre erişim sağlayan daha küçük bir açıklık bırakılmıştır. Halen bu duvarın bazı parçaları ayaktadır, ancak Side'ye girişi kolaylaştırmak için parçası yıkılmıştır. Buna rağmen, anıtsal kapı, özellikle gelen antrenör partileri için hala yerel iletişimde bir darboğazdır.

Vespasian anıtı, arşitravına yerleştirilen yazıt nedeniyle bugünkü adını almıştır. Bu yazıt, anıtın İmparator Vespasian onuruna dikildiğini bildirmektedir. Yapı 5,4 metre yüksekliğinde ve 6,4 metre genişliğindedir. Merkezi, yarı oval bir niş ve yanlarına yerleştirilmiş aediculalardan (küçük tapınaklar olarak hizmet veren nişler) oluşur. Merkezi nişte bir zamanlar İmparator Vespasian'ın heykeli durdu ve sol ve sağ aediculalar kadın figürlerinin heykelleriyle süslendi. Aediculae'nin önünde iki sütun ve arkada iki yarım sütun vardı. Sütunlar Korinth düzeninde yapılmıştır.

Anıtın sol tarafındaki aedicula çok daha iyi durumda. Tüm nişler üçgen alınlıklarla kaplanmış ve orta alınlık Medusa başı ile süslenmiştir. Vespasian anıtı sadece dekoratif ve dini işlev görmekle kalmadı, aynı zamanda bir çeşme işlevi gördü. Pişmiş toprak borular şehrin ana su kemerinden bu yapıya su getirmiştir.

 

The monumental gate, situated next to the theater, led in Roman times to the center of Side. Even today, traffic to the historical part of the town passes this gate. An elegant building, adjacent to this gate and supported by the ramparts of the 4th century AD, was probably erected in honor of Emperor Vespasian.

The current height of the monumental gate is 13.5 meters, but in the ancient times the structure was much higher. The entablature above the gate once supported the statue representing, most probably, a quadriga or a two-wheeled wagon drawn by four horses.

In the 4th century AD the arch of the gate was partially walled up, and a smaller opening was left in the ramparts, allowing access to the city. Currently, some fragments of this wall are still standing, but its part was demolished in order to facilitate the entry into Side. Despite that the monumental gate is still a bottleneck of local communication, especially for the incoming coach parties.

The Vespasian monument got its current name because of the inscription placed on its architrave. This inscription informs that the monument was erected in honor of Emperor Vespasian. The structure is 5.4 meters high and 6.4 meters wide. It consists of a central, semi-oval niche and to aediculae (the niches that served as small shrines) placed on its sides. In the central niche once the statue of Emperor Vespasian stood, and the left and right aediculae were decorated with the statues of female figures. The aediculae had two columns at the front and two half-columns at the rear The columns were made in the Corinthian order.

The left-side aedicula of the monument is in much better state of preservation. All niches were topped with triangular pediments and the central pediment was decorated with the head of Medusa.

The Vespasian monument played not only decorative and religious function, but also served as a fountain. Terracotta pipes brought water to this structure from the main aqueduct of the city.

 

Central panel with waterbirds.

Transitional Late Geometric/Early Protocorinthian period

Ancient Corinth, Well 1978-4

 

Corinth Museum

C-1978-266

s0587a Budapest 6076 MeyA4B3 Meyers Dritter Band Konversationslexikon Verlag des Bibliographischen Instituts Leipzig und Wien Vierte Auflage 1886.

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Pferdebahn.

 

Bezirke (Kerületei):

 

I Festung, Christinen- und Raitzenstadt

II Wasserstadt

III Landstraße und Altofen

IV Innere Stadt

V Leopoldstadt

VI Theresienstadt

VII Theresienstadt

VIII Josephstadt

IX Franzstadt

X Steinbruch

 

Maßstab 1:75000.

 

Zum Artikel "Budapest".

Budapest (spr. -pescht, hierzu der Stadtplan), königliche Freistadt im ungar. Komitat Pest-Pilis-Solt-K.-Kun, Hauptstadt von Ungarn (95 m ü. M.), erstreckt sich zu beiden Seiten der Donau und besteht aus dem am linken Ufer liegenden Pest und der gerade gegenüber erbauten Stadt Ofen (Buda). Beide Orte wurden 1873 zu einer gemeinsam verwalteten Stadt unter dem Namen B. vereinigt. Die Donau, welcher B. den größten Teil seiner Bedeutung verdankt, stellt sich innerhalb der Schwesterstädte in voller Majestät dar. Ihre Breite beträgt oberhalb der Margaretenbrücke 850‒950 m, verengert sich aber allmählich am Fuß des eindringenden Blocksbergs bis aus 300 m und erreicht unterhalb der Stadt wieder eine Breite von 1140 m. Die Städte Pest und Ofen sind zunächst durch die imposante, 1842‒49 nach dem Plan W. Clarks mit einem Kostenaufwand von 4¾ Mill. Fl. erbaute Kettenbrücke verbunden, welche eine Lange von 390 m, eine Spannweite zwischen den beiden Mittelpfeilern von 190 m und eine Breite von 12,6 m hat, am Pester Ufer zu beiden Seiten an geräumige Magazine der Donaudampfschiffahrts-Gesellschaft grenzt und 1870 von der Kettenbrückengesellschaft um 7 Mill. Gulden an die Regierung verkauft wurde. Eine zweite großartige Brücke, deren Hälften am Mittelpfeiler einen Winkel von 150° bilden, wurde unterhalb der Margareteninsel 1872‒75 mit einem Kostenaufwand von 5,3 Mill. Guld. erbaut. Es ist dies eine eiserne Bogenbrücke, 474 m lang, 17 m breit und mit sechs Öffnungen versehen. Eine dritte (Eisenbahn-) Brücke gegenüber vom Schlachthaus in Pest, unterhalb des Blocksbergs, welche die ÖsterreichischUngarische Staatsbahn mit der Ungarischen Staats- und der Südbahn verbindet, hat vier Öffnungen von je 94 m Lichtweite und ist ein Fachwerk mit parallelen Gurtungen.

 

Stadtteile, Straßen und Plätze.

 

B. hat einen Umfang von 18,612 Hektar und besteht aus zehn Bezirken mit folgenden Stadtteilen: 1) Die Ofener Festung (Var), welche ziemlich regelmäßig gebaut und mit Mauern umgeben ist, von der man durch vier Thore (zum Teil aus Treppen) in die übrigen die Festung in einem langen Oval umgebenden Ofener Stadtteile gelangt. Hinter der Festung liegen die Christinenstadt (Krisztinaváros), mit hübschen Villen und Gärten, von dem früher bei Überschwemmungen sehr gefährlichen, seit 1875 jedoch überbrückten sogen. Teufelsgraben durchzogen, und als südlichster Stadtteil der Taban (die Raizenstadt). 2) Von der Festung bis zur Donau reicht die Wasserstadt (Viziváros), nördlich von dieser liegen die Landstraße (Országut) und das ländliche Neustift (Ujlak), wovon nur der untere Teil hierher gehört. 3) Das obere Neustift und Altofen (Ó-Buda). Am linken Donauufer 4) die innere Stadt (Belváros), der älteste Teil von Pest, Hauptsitz des großstädtischen Lebens, unregelmäßig gebaut, aber imposante Gebäude enthaltend und durch die Ausführung des Donaukais wesentlich verschönert. 5) Die Leopoldstadt (Lipótváros), der nördlichste und schönste Stadtteil von Pest. Sie ist das Zentrum des Handels, wurde 1780 angelegt, hat eine großartige Donaufronte und umfaßt auch das sogen. Mühlenviertel. 6) Östlich schließt sich die Theresienstadt (Terézváros) an, die vom Österreichisch-Ungarischen Staatsbahnhof bis zur Königsgasse reicht 7) Die Elisabethstadt (Erzsébetváros), von der Königsgasse bis zur Kerepeser Straße. Früher gehörte auch dieser Teil zur Theresienstadt. In ihren ältern, an die Leopoldstadt und innere Stadt angrenzenden Teilen sind die beiden letzten Bezirke zumeist von Israeliten bewohnt. 8) Die südlich gelegene Josephstadt (Jozsefváros). 9) Die Franzstadt (Ferenczváros), welche den Halbkreis gegen die Donau abschließt, mit dem Soroksárer Damm (Dampfmühlen und Schlachthaus). 10) Der an der Österreichisch-Ungarischen Staatsbahn liegende Ort Steinbruch (Kóbánya), mit großen Brauhäusern und ausgebreiteten Schweinemastungen, und die unter dem Namen Extravillan (Kültelkek) vereinten einzelnen Wohngebäude.

 

Unter den Straßen und Plätzen zeichnen sich vor allen durch ihre großen Prachtbauten der Franz-Josephskai (auf der Pester Seite von der Kettenbrücke stromabwärts) und der Rudolfskai (stromaufwärts) aus, welche beide die schönste Promenade der Stadt bilden. Unterhalb der Kaimauern befinden sich die Ausladeplätze der Schiffe. Der schönste öffentliche Platz in B. ist der mit Gartenanlagen gezierte Franz-Josephsplatz, gegenüber der Kettenbrücke, mit dem Akademiepalast, dem Handelsstandsgebäude, dem Dianabad, mehreren Hotels und dem Denkmal des Grafen Steph. Széchényi, welchem gegen über das Deákdenkmal demnächst (von Ad. Huszár) aufgestellt werden wird. In der Mitte befand sich früher der zum Andenken an die Krönung des Königs Franz Joseph 1867 errichtete Krönungshügel, welcher später abgetragen wurde. Andre Plätze sind: der Rathaus-, der Schwurplatz, der Petöfiplatz mit dem Denkmal des Dichters Petöfi (von Ad. Huszár), der Serviten-, Franziskaner-, Universitäts- und der Calvinvlatz mit einem monumentalen Brunnen im 4. Bezirk; der Giselavlatz, der Josephsplatz mit der Bronzestatue des um B. hochverdienten Erzherzog-Palatins Joseph (von J. ^[Johann] Halbig) und die Elisabethpromenade mit hübscher Gartenanlage und schönem Kursalon, die Széchényipromenade und der Deákplatz im 5. Bezirk; dann das Rondeau, der Oktogonplatz und der Hunyadyplatz im 6., der Stephansplatz im 7., der Neue Marktplatz, der Rákóczy-, Matthias-, Teleki-, Maria-Theresia- und Kalvarienplatz im 8., endlich der Franzplatz im 9. Bezirk. Zu den Plätzen gehören auch die schönen neu angelegten Squares unweit der Kettenbrücke mit dem Denkmal des Freiherrn Jos. v. Eötvös (von Ad. Huszár) und vor dem Redoutengebäude. Auf der Ofener Seite führt die Kettenbrücke zu einem von schönen Gebäuden eingefaßten Platz, von welchem ein 1853-55 nach Adam Clarks Plänen erbauter Tunnel mit gewaltigem dorischen Portal unter dem Festungsberg hindurch eine Verbindung mit der Christinenstadt herstellt. Links von diesem Platz erstreckt sich südwärts der neue prachtvolle Burggartenkai. Andre Plätze in Ofen sind: der von Regierungsgebäuden eingeschlossene St. Georgsplatz mit dem gußeisernen, 1852 errichteten Monument des Generals Hentzi (s. d. 2), der Dreifaltigkeitsplatz mit barocker Dreifaltigkeitssäule von 1710, der Burg-, Parade- und Ferdinandsplatz in der Festung.

 

Zu den schönsten Straßen in Pest, von denen die frequentesten mit Asphalt gepflastert sind, gehören: die Waitzener Gasse, mit prächtigen Kaufläden, die Hauptpulsader des eleganten Lebens; die gleichfalls stark belebte Hatvaner, Kecskeméter, Kronprinz- und Franz-Deákstraße (4. Bezirk), die Akademiestraße, die Palatin- und die Dorotheagasse im 5. Bezirk. Die Stelle der ehemaligen Ringmauern und Wälle der alten Stadt nehmen jetzt der neue breite, nach Art der Pariser Boulevards angelegte Zollamts-, Museum- und Karlsring (Körut) sowie der imposante Waitzener Boulevard ein, welcher die Leopoldstadt von der Theresienstadt trennt. Von diesen beiden Hauptstraßen aus erstrecken sich in endlosen Prospekten breit angelegte Straßen, so: die Soroksárer Straße nach S., dann als Grenze zwischen dem 8. und 9. Bezirk die Üllöer Straße, die stark belebte Kerepeser Straße, welche die Joseph- und Theresienstadt scheidet, die Königsstraße und die prächtige Andrássy- (ehemals Radial-) Straße, die im untern Teil palaisartige Bauten, im obern Drittel aber von Gärten umgebene Villen enthält. Letztere führt vom Waitzener Boulevard mitten durch die Theresienstadt zum Stadtwäldchen hin, ist 2275 m lang, wird von einem achteckigen Platz (Oktogon) und von dem Rondeau unterbrochen und ist bis zum Oktogon 34 m, von da 46 m breit. In Ofen sind erwähnenswert: die zur Festung hinaufführende Albrechtsstraße und die Basteipromenade an der Westseite der Festung, mit prachtvoller Aussicht auf die Ofener Gebirge.

 

Bauwerke.

 

Von den kirchlichen Gebäuden sind zu bemerken: die Hauptpfarrkirche (älteste Kirche Pests), deren gotische Rückseite bis 1500 zurückreicht, mit dem Grabmal des Feldmarschalls Kray; die 1698 von den Paulinern erbaute zweitürmige Universitätskirche (die schönste Kirche Pests); die im Bau begriffene Leopoldstädter Basilika, ein Kuppelbau, der 1851 an Stelle der alten Leopoldskirche begonnen, 1868 aber durch den Einsturz der bereits vollendeten Kuppeltrommel unterbrochen wurde; ferner in Ofen die aus der Zeit Belas IV. stammende Mariä-Himmelfahrtkirche (Matthiaskirche), in welcher 1867 König Franz Joseph und Königin Elisabeth gekrönt wurden; diese wird jetzt nach dem Entwurf aus der Zeit des Königs Matthias Corvinus ausgebaut und restauriert; außerdem befindet sich daselbst noch die Garnisonkirche St. Johann aus dem 13. Jahrh., mit dem Grabmal Andreas' III., des letzten Arpaden. Endlich gibt es in B. eine griechische Kirche (im Innern im byzantinischen Geschmack mit Gold und Heiligenbildern geziert), eine reformierte Kirche am Calvinplatz, zwei evangelische Kirchen (am Deákplatz und in Ofen), einen israelitischen Kultustempel (schöner polychromer Ziegelrohbau in maurischem Stil, mit zwei polygonen, 44 m hohen Türmen), endlich noch eine Synagoge in Altofen. Zu erwähnen ist auch der neue Friedhof außerhalb der Kerepeser Linie, mit dem Mausoleum des 1849 erschossenen Grafen Ludwig Batthyányi und dem Deákmausoleum.

 

Unter den Profanbauten ist vor allen die königliche Burg auf dem Festungsberg zu nennen, ein imposanter, unter Maria Theresia (1749-71) ausgeführter Bau mit gegen die Donau gerichteter, 178 m langer Fronte, 203 Zimmern und der Schloßkirche zum heil. Sigismund, worin seit 1771 die rechte Hand des heil. Stephan als Reliquie aufbewahrt wird und seit 1790 die ungarischen Reichsinsignien durch die Kronwache gehütet werden. Sehr sehenswert ist auch der durch die ehemalige Ellipse vergrößerte und eine überraschende Aussicht auf Pest und die Donau gewährende Schloßgarten. Andre bemerkenswerte Gebäude sind in Ofen: das neue Palais des Hónvedministeriums, die ehemaligen Palais der Grafen Sandor und Teleki (jetzt Wohnungen des Ministerpräsidenten und des Erzherzogs Joseph) und das Ofener Festungstheater; das Generalkommando und das neue Landhaus in der Festung; die neuen schönen Gebäude am Kettenbrückenplatz und die neuen Palais zur Rechten und Linken der Kettenbrücke sowie der prächtige Burgbazar an der Donau und das gräflich Karácsonyische Palais in der Christinenstadt, sodann das Obergymnasium und die Realschule in der Wasserstadt. Interessant ist das in der Nähe des Kaiserbades vom Ofener Pascha Mohammed (1543-1548) erbaute kuppelförmige Grabmal Gül Babas, des "Rosenvaters", eines angesehenen türkischen Heiligen. Viel reicher an hervorragenden Gebäuden ist Pest, wo in letzter Zeit eine Reihe großstädtischer Bauten, meist im Renaissancestil und zum größten Teil vom Budapester Architekten Nik. Ybl, ausgeführt worden ist. Zu diesen gehören: das Nationalmuseum, der Akademiepalast, das Redoutengebäude und das Zollamtspalais. Ersteres, am Museumring in den 40er Jahren erbaut, bildet ein gewaltiges Viereck mit zwei Höfen, hat eine Fassade mit acht kolossalen korinthischen Säulen, im Giebel darüber ein großes Relief (die Pannonia), eine breite Freitreppe, ein freskengeschmücktes Vestibül, einen Prunksaal und einen runden Kuppelraum, in dem die Statuen berühmter Ungarn aufgestellt werden (Pantheon). Der Akademiepalast auf dem Franz-Josephsplatz (1862-1864 nach Stülers Plänen im edelsten Renaissancestil aus Sandstein erbaut) hat einen aus der Fronte vorspringenden, reichgeschmückten Risalit und zwei Seitentrakte, ein prächtiges Vestibül mit Marmorsäulen, schöne Korridore, einen großen, mit Fresken aus der ungarischen Geschichte und 24 Karyatiden geschmückten Prachtsaal, in dem die Jahressitzungen der Akademie sowie andre Festlichkeiten wissenschaftlichen Charakters abgehalten werden, einen kleinern Sitzungssaal, Räumlichkeiten der Bibliothek und die Landes-Gemäldegalerie. Die städtische Redoute, ein kolossales Bauwerk (1859-65 in einem aus byzantinischen, maurischen und gotischen Elementen gemischten Stil erbaut), mit der Fronte gegen den ersten Square des Franz-Josephskais gerichtet, ist im Erdgeschoss mit ungeheuern Arkaden und im ersten Stock mit einer großen Loggia versehen, hat ein hohes Treppenhaus mit Fresken von Than und Lotz, einen großen und kleinen Redoutensaal und zahlreiche Nebenlokalitäten. Das neue Zollamtspalais unterhalb des Franz-Josephskais, ein monumentaler Prachtbau (1870-74 von Ybl im Renaissancestil erbaut, 165 m lang, 53 m breit und 23 m hoch), zerfällt in einen imposanten, an der Donaufronte mit zehn kolossalen Säulen geschmückten Mittelbau und in zwei Seitenflügel, enthält zwei gedeckte Höfe mit Eisenkonstruktion und im Mitteltrakt eine säulengeschmückte Haupthalle mit schöner doppelter Treppenanlage aus rotem Marmor. Ein interessantes Bauwerk ist ferner das außerhalb der Stadt, an der Soroksárer Straße, gelegene städtische Schlachthaus (1870-72 erbaut und samt dem Viehmarkt 14,14 Hektar groß), mit zwei schönen Tiergruppen von Begas am Hauptthor, einem imposanten Wasserleitungsturm, zahlreichen Schlachtkammern, Wänden aus Marmor und Fußböden aus Porzellanfliesen. Hervorragende Gebäude sind ferner: das alte Rathaus mit 44 m hohem viereckigen Turm, das Nationaltheater mit schöner, 1876 erneuerter Fassade; das Handelsstandsgebäude mit arkadengeschmückter Fassade; die 43,000 qm umfassende Karlskaserne (ehemals Invalidenpalais, unter Karl VI. erbaut) mit vier Höfen; das Neugebäude, eine riesige Kaserne mit vielen Höfen; das Komitatshaus mit den Bildnissen ungarischer Palatine im großen Saal; die ungarische Militärakademie Ludoviceum und die große Üllöer Kaserne. Der neuesten Periode der architektonischen Entwickelung von B. (nach 1860) gehören noch folgende Bauwerke an: das Landhaus, das neue Rathaus, die neue Börse (1872) mit schönem Saal, die Prachtbauten am Franz-Josephskai (Thonethof, eins der größten Gebäude, Lloydgebäude, das Hotel Hungaria, Assekuranzgebäude u. a.) und am Rudolfskai das großartige Post- und Telegraphengebäude, die Universitätsbibliothek, das chemische Institut, das monumentale Sparkassengebäude, das Palais des Grafen Károlyi (in französischer Renaissance, mit offener Vorhalle, schönen Gemälden und geschmackvollem Garten), das des Grafen Festetics, der Monumentalen der Firma Haas, das kolossale Tükörysche Haus, die neue Technik und Klinik, die monumentalen Bahnhöfe der Österreichischen und Ungarischen Staatsbahn, ersterer von de Serres (polychromer Rohziegelbau mit Eisenkonstruktion), letzterer mit imposantem Portal von Rochlitz; ferner der große Elevator, die eleganten Neubauten der Waitzener und Radialstraße, in der letztern insbesondere die mit Fresken gezierte Landes-, Zeichen- und Malerschule und das prächtige Künstlerhaus mit einem schönen Treppenhaus, das großartige Opernhaus (von Ybl im Renaissancestil), die Palais der Ungarischen Staatsbahn u. a. Im ganzen zählt B. (1882) 11,329 Gebäude, wovon 6870 auf Pest und 4459 auf Ofen entfallen. Von den Wohnhäusern sind 7534 ebenerdig, 1911 ein-, 772 zwei-, 460 drei- und 71 vierstöckig.

 

Bevölkerung. Industrie, Handel und Verkehr.

 

Die Bevölkerung von B. (ohne Militär, dessen Stand 10,216 Mann betrug) belief sich nach der letzten Zählung (1881) auf 360,551 Einw. (173,938 männliche und 186,613 weibliche), von denen auf Pest 284,757, auf Ofen 51,110 und auf Altofen 24,684 Einw. entfielen. Der bevölkertste Bezirk ist die Josephstadt mit 64,083 Einw. Auf 107 Frauen kamen 100 Männer. Der Religion nach zählte man 242,981 Katholiken, 20,040 Lutheraner, 22,214 Reformierte, 1267 unierte und 1864 nichtunierte Griechen und 70,879 Juden. B. ist ungemein rasch gewachsen, 1813 hatte es erst 36,153, 1833: 63,148, 1857: 116,683 und 1869: 270,476 Einw. In betreff der Konfessionen hat sich verhältnismäßig die Zahl der Juden und der Reformierten, dann die der Lutheraner am meisten vermehrt. Am 1. Jan. 1882 betrug die Bevölkerung von B. nach einer Zählung des statistischen Büreaus 384,996 und 1. Jan. 1883 bereits 401,360 Seelen. Welche Bedeutung die Stadt für die Aufbringung der erforderlichen Staatseinnahmen hat, ergibt sich daraus, daß an direkten Staatssteuern auf einen Bewohner in B. nicht weniger als 20,6 Guld. und überdies 6,8 Guld. an Kommunalsteuer entfallen.

 

In Bezug auf Industrie und Handel nimmt B. in Ungarn den ersten Rang ein. Die hauptsächlichsten industriezweige sind: der Maschinenbau mit 35 Fabriken, von denen die meisten landwirtschaftliche Maschinen, Apparate und Gerätschaften erzeugen (darunter die Eisengießerei und Maschinenfabrik der Aktiengesellschaft Ganz u. Komp. mit 2500 Arbeitern, welche insbesondere Hartgußräder für Eisenbahnen herstellt; die Maschinen- und Waggonfabrik der königlich ungarischen Staatsbahnen mit ca. 950 Arbeitern, die Schacksche Eisengießerei mit 170 Arbeitern); der sehr fortgeschrittene Wagenbau; der Schiffbau, vertreten durch die 1840 gegründete Schiffswerfte der Donaudampfschiffahrtsgesellschaft zu Altofen, welche über 2000 Arbeiter beschäftigt und auch Dampfmaschinen und Kessel baut; die Verfertigung von Feuerspritzen und Feuerwehrutensilien (Fabrik Walser mit 120 Arbeitern), Wagen, Gold- und Juwelierarbeiten, Waffen, Messerschmiedewaren, Kochgeschirren aus Stahl für die Armee und die Hónveds, Drahtflecht- und Siebwaren, Musikinstrumenten und wissenschaftlichen Apparaten; die Fabrikation von Glas, Porzellan und Majolika, ferner von chemischen Produkten, als Chlorkalk, Arzneimaterialien, Farbewaren (namentlich schönem Zinnober), Sodawasser etc., dann von Sprengmaterialien; die Erzeugung von Steazinkerzen und Seifen, Paraffinfett, Öl, Spodium und Knochenmehl, Ziegeln, Kalk und Zement, Zündwaren, Weizenstärke (zum Teil mit Export nach Amerika); die Mühlenindustrie, welche 11 große Dampfmühlen mit mehr als 3100 Arbeitern beschäftigt und jährlich im Durchschnitt gegen 3 Mill. metr. Ztr. Mehl liefert; die Fabrikation von Spiritus, Preßhefe, Likör und Rum (14 Fabriken mit 300 Arbeitern), Bier (2 große Brauereien in Steinbruch, die Drehersche und die Erste ungarische Aktienbrauerei mit sehr ausgedehnten, in Felsen gehauenen Kellern; beide beschäftigen 500 Arbeiter und liefern jährlich 660,000 hl), von Schokolade und Kaffeesurrogaten; die Tabakserzeugung (2 königliche Fabriken mit 2000 Arbeitern meist weiblichen Geschlechts und einer Jahresproduktion von 100 Mill. Stück Zigarren nebst 60,000 kg Schnupf- und 3,850,000 kg Rauchtabak); ein großes Etablissement für Wollwäscherei, wo 1882 gegen 100,000 metr. Ztr. Schafwolle fabrikmäßig gewaschen wurden; die Blaufärberei und Kattundruckerei (3 sehr bedeutende Fabriken); die Erzeugung von Matratzen und Bettdecken, Schnur-, Knopf- und Posamentierwaren, Mode- und Wäschartikeln, Damenmiedern, Kleiden, Kunstblumen und Schmuckfedern, Hutmacher- und Schuhwaren, Handschulen; die Möbel-, Parkett- und Jalousienfabrikation, die Ledererzeugung, Verfertigung von Täschner- und Riemerwaren, Peitschen, Ledergalanteriewaren, Kautschukdecken, Korbwaren, Meerschaumpfeifen und Spielkarten. Große Unternehmungen bestehen ferner für Typographie (Athenäum, die Pester Buchdruckerei-Aktien- und die Franklin-Gesellschaft, die königliche Universitäts- und die Staatsdruckerei) sowie für Rastrier-, Farbendruck- und Buchbinderarbeiten. Zur weitern Förderung der Industrie macht der Landesindustrieverein anerkennenswerte Bemühungen, indem derselbe Gewerbeschulen ins Leben ruft, Modellsammlungen anlegt, ein Gewerbemuseum und eine Fachbibliothek gründete und Vorträge, Gewerbeausstellungen und Prämiierungen veranstaltet. In B. bestehen 30 Aktiengesellschaften für Fabrik- und industrielle Zwecke mit einem Aktienkapital von 28,96 Mill. Guld., darunter 8 für Mühlen-, 6 für Bau-, 3 für Eisenindustrie, 3 typographische Institute und 9 für sonstige Industriezwecke. Buchdruckerei und Lithographie sind in B. durch 42 Buchdruckereien, 22 Schnellpressen und 25 lithographische Anstalten vertreten. Von größter Bedeutung ist der Budapester Handel, als dessen Hauptobjekte zu nennen sind: Getreide (hauptsächlich Weizen), wovon 1882: 5,286,975 metr. Ztr. nach B. zugeführt und 1,199,309 metr. Ztr. von dort versendet wurden, während der Rest zur Vermählung in der Stadt verblieb und dann als Mehl namentlich nach Triest und über das Meer exportiert wurde; der Mühlexport betrug 1882: 3,551,346 metr. Ztr.; Schafwolle, wovon vornehmlich Kammwolle ins Ausland, Tuch- und Zackelwolle nach Österreich (1882: 106,334 metr. Ztr.) verführt werden; Wein (hauptsächlich der an den Abhängen des Adlersbergs, Schwabenbergs etc. wachsende rote Ofener Wein); Spiritus, wovon etwa 60,000 hl (1882: 299,458 metr. Ztr.) nach dem Ausland, besonders auf den italienischen Markt und in die Donaufürstentümer, exportiert werden; Ölsaat und Kleesamen, besonders für den österreichisch-ungarischen Konsum; Hanf; Tabak zur Deckung der Monopolsbedürfnisse in Österreich-Ungarn, außerdem zum Export nach Bayern, Bremen, Hamburg, England, Preußen und Holland; Pflaumen aus Bosnien und Serbien; Honig und Wachs; Fettwaren (Schweinefett und Speck); Borstenvieh, wofür in ganz Ungarn der Ort Steinbruch der Zentralplatz ist (in den dortigen Borstenviehmastställen wurden 1882: 524,796 Stück Schweine im Wert von 28,202,250 Guld. aus Niederungen, Siebenbürgen, Serbien und Rumänien zugeführt und daselbst gemästet); rohe Häute und Felle; Knoppern aus Ungarn und Serbien; Bettfedern, die ausschließlich nach dem Ausland exportiert werden; Pottasche; Brenn- und Werkholz, insbesondere Binderholz und Faßdauben (jährlich 275,000 metr. Ztr.); Steinkohlen für den eignen Bedarf (1882: 4,236,331 metr. Ztr.); Manufakturwaren von Österreich, England, Elsaß etc. Die Gesamtzufuhr von Gütern mittels Eisenbahnen und Dampfschiffe betrug 1882: 20,498,034, die Versendung 10,403,738 metr. Ztr.

 

Die Eisenbahnen, welche in B. in 3 Bahnhöfen (2 in Pest, 1 in Ofen) ausmünden, sind: die Österreichisch-Ungarische Staatsbahn mit ihren Linien von Wien nach B. und von B. über Szegedin und Temesvár nach Bazias und Verciorova; die königlich ungarischen Staatsbahnen, deren Hauptlinien sich nördlich und östlich nach Ruttka, Kaschau, Debreczin und Predeal, südlich und westlich nach Petrozseny, Semlin, Brod, Fiume und Bruck abzweigen; die Südbahn mit den an das westliche Bahnnetz sich anschließenden Hauptlinien B.-Pragerhof und Nagy-Kanizsa-Wiener-Neustadt. In der Verlängerung der Kerepeser Straße wird nun der Zentralbahnhof der Ungarischen Staatsbahn und in der Nähe des neuen großen Elevators und der Lagerhäuser an der Donau ein Zentral-Lastenbahnhof gebaut. B. bildet auch den wichtigsten Stapelplatz der Donaudampfschiffahrts-Gesellschaft. Kommunikationsmittel innerhalb der Stadt bildet außer Fiakern, Komfortabels und Omnibussen die Straßenbahn; den Verkehr zur Ofener Festung vermittelt die Dampfseilrampe neben dem Tunnel. Dem Personenverkehr auf der Donau endlich dienen Lokaldampfboote von leichter Konstruktion, neben welchen kleine Propeller ununterbrochen zwischen den beiden Ufern hin- und herfahren. Im Sommer verkehrt die Zahnradbahn vom Stadtmeierhof auf den Schwabenberg. Die Verkehrsanstalten (darunter auch eine Waggonleihanstalt) haben ein Aktienkapital von 3,4 Mill. Guld.

 

Förderungsmittel des Handels sind überdies: die Hauptanstalt der Österreichisch-Ungarischen Bank, die Waren- und Effektenbörse, die Mehlbörse, der Müllertag, der internationale Getreide- und Saatenmarkt, dann zahlreiche Banken und Kreditinstitute. Von den 17 Geldinstituten sind die bedeutendsten: die ungarische Kreditbank (10 Mill. Guld. Aktienkapital, 1882: 1,1 Mill. Guld. Reingewinn), Ungarische Hypothekenbank (11,9 Mill.), Ungarische Eskomptebank (10 Mill.), Ungarische Landesbank (11,7 Mill. Kapital, 1,05 Mill. Reingewinn), Erste vaterländische Sparkasse (2,4 Mill. Kapital, 1,2 Mill. Reingewinn), Vereinigte Budapester Sparkasse (1,2 Mill.), Zentral-Landessparkasse (1,5 Mill.) und das Ungarische Bodenkreditinstitut (ohne Aktienkapital, mit einem Garantiefonds von 7,2 Mill. Guld.). Die bestehenden vier Versicherungsgesellschaften (Erste ungarische allgemeine Assekuranz, Foncière, Ungarisch-Französische Assekuranz und Pannonia) haben ein Aktienkapital von 11,3 Mill. Guld. 1882 wiesen alle Geldinstitute an Aktienkapital 58,1 Mill., an Reservefonds 18,2 Mill., an Einlagen 90,3 Mill., an Vorschüssen 13 Mill. und an Darlehen 123,4 Mill. Guld. auf. Das Aktienkapital aller Budapester Aktiengesellschaften (60) betrug 103,3 Mill. Guld.

 

Wohlthätigkeitsanstalten, Bäder etc.

 

Unter den Wohlthätigkeitsanstalten sind nennenswert: das Rochusspital in der Kerepeser Straße und die Landesirrenanstalt im Leopoldifeld, 2 km außerhalb Ofens, ein kolossales, 1860-68 errichtetes Gebäude mit 1000 Kranken; ferner das Spital der Barmherzigen Brüder in Ofen, das Bürgerspital, das neue Stephanien-Kinderspital, das neue große hauptstädtische Spital am Ende der Üllöer Straße (mit 16 Pavillons für 720 Kranke), die großartigen Spitalbauten der Gesellschaft zum Roten Kreuz in Ofen, zwei Garnisonspitäler (darunter das große Militärspital in der Christinenstadt), das israelitische Armenkinder- und Bethesdakrankenhaus in Pest, eine Privatirrenanstalt, ein königliches Blindeninstitut, 8 Waisenhäuser, ein Bürgerversorgungshaus, ein Hónvedasyl, Armenhäuser, ein Zwangsarbeitshaus, Kindergärten, Kleinkinderbewahranstalten und zahlreiche´Vereine für Krankenpflege, Leichenbestattung und andre humane Zwecke. Im ganzen besitzt B. 27 Spitäler und 15 Privatheilanstalten. Was Bäder angelangt, so ist B. durch den Donaustrom und die Zahlreichen, meist schon zur Zeit der Römer bekannten mineralischen Thermen des Ofener Ufers außerordentlich begünstigt. Letztere teilen sich ihrer Lage nach in zwei Truppen. Zur ersten, in den nördlichen Stadtteilen, gehören das Kaiserbad (Császárfürdö), berühmtes, schon von den Römern vielbenutztes, sehr angenehmes und bequemes Schwefelbad (d. h. große Bassin ist noch ein Rest des Türkenbades Caplin aus dem 16. Jahrh.) mit 11 Quellen von 28-65° C., das Lukasbad, gleichfalls türkischen Ursprungs, und das Königsbad. Eine andre Gruppe von Bädern verwertet die aus dem Blocksberg kommenden warmen Quellen (37° C.), so: das Raizenbad (Ráaczfürdö) in der Raizenstadt, das zu König Matthias' Zeiten durch Säulengänge mit dem königlichen Schloß verbunden war; das heutige, 1860 von Joh. N. Heinrich erbaute Bad ist eine der prächtigsten Badeanstalten Europas, nach deren Muster die großen Bäder in London, Paris und Wien eingerichtet wurden; das Bruckbad, 1831 erbaut und durch warme Quellen gespeist, mit einem Volksbad im Hof (1560 erbaut), und das Blocksbad, beide mit türkischer Kuppelbedachung. Im Stadtwäldchen befindet sich das neue artesische Bad, dessen Brunnen eine Bohrtiefe von 975,5 m hat und täglich 12,000 hl Wasser (74,1° C.) liefert. Das Wasser dieser zu den alkalisch-salinischen Thermen gehörenden Quellen ist von widerlichem, etwas säuerlichem Geschmack und hepatischem Geruch und wird bei Stockungen und Verschleimung der Brust- und Unterleibsorgane, bei chronischem Magenkatarrh, skrofulösen Geschwülsten, Drüsenverhärtungen, Hämorrhoidalleiden, hysterischen und hypochondrischen Affektionen, Menstruationsstörungen, Gicht und Rheumatismus etc. empfohlen. Etwas weiter in der Ebene unterhalb des Blocksbergs das sehr gut eingerichtete Elisabeth-Salzbad, endlich das schon erwähnte Schwefelbad aus der Margareteninsel (s. oben). Seit 1853 wurden auch am Fuß des Adlersbergs Bittersalzquellen entdeckt, die eine Temperatur von 15° C. und ein spezifisches Gewicht von 1,010 haben und zwischen dem Karlsbader und Püllnaer Wasser stehen. Von den bedeutendsten derselben (Hunyadi-János-, Rákóczy- und Széchényi-Quelle) werden jährlich viele Tausend Flaschen versendet. In B. befinden sich auch Donaubäder und mit vielen Bequemlichkeiten ausgestattete Badeanstalten (Dianabad, die Kaltwasserheilanstalten im Stadtmeierhof und am Schwabenberg etc.). Eine dankenswerte Einrichtung ist die Wasserleitung, welche 1868 durch den englischen Ingenieur Lindley begonnen wurde und die Stadt mit (teilweise filtriertem) Donauwasser versieht, mit zwei in Felsen eingehauenen Hochreservoirs in Steinbruch, welche von dem am Flottillenplatz (gegenüber der Margareteninsel) gelegenen Maschinenhaus mit zwei Dampfmaschinen gespeist werden. Die permanente Pumpstation befindet sich auf der Neupester Hafeninsel, ein zweites großes Wasserwerk am Fuß des Schwabenbergs liefert das Wasser für die Ofener Stadtteile.

 

Bildungsanstalten, Vereine etc.

 

Unter den wissenschaftlichen und Unterrichtsanstalten nimmt den ersten Rang die königliche Universität ein, welche 1635 von dem Fürst-Primas Peter Páazmány zu Tyrnau gegründet wurde und aus einer theologischen und philosophischen Fakultät bestand, unter Maria Theresia 1769 zur königlichen Universität erhoben, 1777 nach Ofen, 1783 jedoch nach Pest in das 1786 unter Kaiser Joseph I. errichtete Gebäude verlegt wurde. Sie umfaßt vier fakultäten (Theologie, Jurisprudenz, Medizin und Chirurgie, Philosophie), hatte 1882: 198 Professoren (65 ordentliche) und 3252 Hörer (darunter 1560 Juristen) und verfügt über ein Vermögen von 6 Mill. Guld. Mit ihr sind verbunden: ein reformiertes theologisches Kollegium, ein Rabbinatsinstitut, eine 1786 gegründete Tierarzneischule, ein Hebammenkurs, 5 Kliniken, ein physiologisches Institut, anatomisches Kabinett, chemisches Justitut, ein botanischer Garten, ein Naturalien-, physikalisches und numismatisches Kabinett, eine Sammlung von Altertümern, Bibliothek von 210,000 Bänden nebst vielen Manuskripten (hauptsächlich Hungarica), Buchdruckerei (in Ösen) etc. Zu den Hochschulen gehört außerdem das Josephs-Polytechnikum, welches sich aus der 1846 eröffneten Gewerbeschule in Ofen entwickelte, 1856 zur Hochschule umgewandelt wurde, 1871 eine der Universität ähnliche Organisation erhielt, 1872 nach Pest übersiedelte und in drei Fakultäten: für technische Chemie, Baukunde und Maschinenbau, zerfällt (1882: 42 Lehrer und 444 Studierende); dann das Ludoviceum, welches 1802 errichtet und 1872 zu einer militärischen Hochschule für Offiziere der Hónvedarmee umgestaltet wurde. Andre Unterrichtsanstalten sind: 7 Gymnasien, darunter das königliche Universitätsobergymnasium (katholisch) in Ofen, 2 Staats- und ein Piaristengymnasium und ein evangelisch-reform. Obergymnasium in Pest, je eine Staatsoberrealschule in Ofen und Pest, eine städtische Oberreal- und Unterrealschule in Pest, eine 1857 vom Pester Handelsstand errichtete Handelsakademie, mehrere Handelsschulen, eine Landes-Musterzeichenschule mit einem Seminar für Zeichenlehrer (100 Schüler), das unter der Leitung Kratzmanns stehende Justitut für Glasmalerei, die Landes-Musikakademie unter der Leitung von F. Liszt, Militärschule für Hónveds,´ein Zentralseminar der römischen Katholiken, eine Präparandenschule für Lehrer und 2 solche für Lehrerinnen, endlich 147 Volksschulen (darunter 87 Gemeindeschulen) mit 731 Lehrern, 38,513 Schülern und 630 Lehrsälen. Bedeutend ist ferner die Zahl der wissenschaftlichen Institute und Gesellschaften. Dahin gehören vor allen das Nationalmuseum und die Akademie der Wissenschaften. Das Nationalmuseum, 1802 durch eine reiche Schenkung des Grafen Franz Széchényi begründet, seitdem durch bedeutende Stiftungen und Ankäufe erweitert und 1850 in einem neuen Gebäude untergebracht, umfaßt eine Bildergalerie (moderne Gemälde), eine 1869 auf Landeskosten gegründete ethnographische Sammlung, eine Naturaliensammlung mit zoologischer, mineralogischer und botanischer Abteilung, ein reichhaltiges Münz- und Antikenkabinett, eine Sammlung von Gipsabgüssen und eine Bibliothek von 200,000 Bänden nebst 30,000 Urkunden und Manuskripten. Die Akademie der Wissenschaften hatte anfänglich bloß die Ausbildung der ungarischen Sprache zum Zweck, wurde aber 1869 zu einer allgemeinen wissenschaftlichen Gesellschaft umgestaltet und zerfällt in drei Sektionen: für Philologie und Ästhetik, Philosophie, Sozialwissenschaften und Geschichte, Mathematik und Naturwissenschaften. Sie enthält in dent neuen Gebäude die Landes- (Esterházysche) Gemäldegalerie, welche 1871 vom Land um 12 Mill. Guld. angekauft wurde, bestehend aus ca. 800 meist sehr wertvollen alten Gemälden (7 Murillos) und einer schönen Sammlung alter Kupferstiche und Handzeichnungen (über 54,000 Blätter, darunter zahlreiche von Rembrandt und Dürer), ferner eine Bibliothek von über 100,000 Bänden. In dem neuen Künstlerhaus werden regelmäßig große Frühjahrs- und Herbstausstellungen veranstaltet. Zu den wissenschaftlichen Gesellschaften gehören außerdem: die 1830 gegründete Kisfaludy-Gesellschaft, deren Aufgabe die Pflege der Belletristik und Ästhetik sowie die Veredelung des künstlerischen Geschmacks auf dem Gebiet der Poesie ist; der St. Stephans-Verein, 1847 zur Herausgabe katholischer wissenschaftlicher und populärer Werke gestiftet; die Ungarische Historische Gesellschaft (von 1868); die Gesellschaft der Ärzte (von 1841); die Gesellschaft der Naturforscher; die Geologische Gesellschaft mit dem geologischen Institut; die Geographische Gesellschaft; das meteorologische Institut; der statistische Landesrat; das statistische Landesbüreau und das städtische statistische Büreau (ersteres von Karl Keleti, letzteres von Joseph Körösi geleitet und zu Musteranstalten erhoben); das Landesarchiv; die Gesellschaft für bildende Künste (1861 konstituiert); der Landesrat für bildende Künste (seit 1871); die Landeskommission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmäler. Die Journalistik entwickelt in B. eine rege Thätigkeit. Es erscheinen daselbst 215 Zeitschriften (189 ungarische, 26 deutsche), darunter 13 ungarische und 5 deutsche politische Tagesblätter. B. ist sehr reich an geselligen Vereinen und Klubs, unter welchen das Nationalkasino (vom Grafen Stephan Széchényi gegründet) mit dem Jockeyklub, die Klubs der Reichstagsabgeordneten, der Schriftsteller- und Künstlerklub, die Klubs der einzelnen Bezirke und das Militärkasino die hervorragendsten sind. Die Lloydgesellschaft besteht aus Mitgliedern der angesehenen Geschäftswelt. Die Freimaurer haben etwa 14 zum Großen Orient gehörige Logen, sowohl nach dem schottischen als auch nach dem symbolischen Ritus. Von Theatern bestehen: das königliche Opernhaus in der Andrássystraße, das ungarische Nationaltheater und das ungarische Volkstheater in der Kerepeser Straße, das Ofener ungarische Festungstheater, ein deutsches Theater in der Wollgasse sowie ein ungarisches und ein deutsches Sommertheater. In hoher Blüte steht in B. der Sport, vor allem in der Gestalt von Wettrennen, welche zweimal im Jahr auf dem neuen Wettrennplatz außerhalb der Kerepeser Straße abgehalten werden; außerdem in der Form von Jagden, welche im Umkreis der Hauptstadt stark kultiviert werden, namentlich Fuchsjagden auf den weiten Gefilden des Räkos, bei denen sich auch die Majestäten beteiligen; dann als Rudersport, welcher aus der Donau sehr im Schwange ist (fünf Rudervereine, jährlich eine große Regatta). Früher fanden jährlich mehrere Volksfeste statt, vor allen das Stephansfest (20. Aug.), an welchem Tag auch jetzt noch Tausende nach der Festung hinüberströmen, wo die angesehenste Nationalreliquie, die rechte Hand König Stephans des Heiligen (s. oben), in der Hauptpfarrkirche zur öffentlichen Verehrung ausgestellt wird.

 

Behörden etc.

 

B. ist Sitz des ungarischen Reichstags (Ober- und Unterhaus) und zahlreicher Behörden, so der königlich ungarischen Ministerien, des Staatsrechnungshofs der königlichen Kurie (oberster Gerichtshof), der königlichen Tafel, eines Handels- und Wechselgerichts, einer Oberstaatsanwaltschaft, zweier Gerichtshöfe erster Instanz, zweier Finanzdirektionen, einer Finanzprokuratur, eines Hauptzollamts, eines Oberpunzierungsamts, einer Lotteriedirektion, Berghauptmannschaft, Post- und Telegraphendirektion, einer Handels- und Gewerbekammer, der Komitatsbehörde, des ungarischen Landesgeneralkommandos, Hónvedoberkommandos, obersten Militärgerichtshofs und der übrigen Zentralbehörden für die Hónvedarmee, eines griechisch-orientalischen Bistums (serbischer Nationalität), eines Generalsuperintendenten und eines weltlichen Generalinspektors für die lutherische Konfession, eines Superintendenten für die reformierte Kirche, einer israelitischen Landeskanzlei, Zentralkommission für die orthodoxen Israeliten, endlich von 16 Konsulaten fremder Staaten (darunter auch eines deutschen Berufskonsulats). Die Munizipalverfassung von B. ist durch Gesetz von 1872 neu geregelt worden. An der Spitze der Verwaltung stehen ein von der Regierung ernannter Oberbürgermeister, ein gewählter Bürgermeister, die Stadtrepräsentanz und der Magistrat. Chef der hauptstädtischen Polizei ist der Oberstadthauptmann. Vorzüglich organisiert ist das Feuerlöschwesen.

 

Promenaden, Vergnügungsorte, Umgebung.

 

An Promenaden bestehen die schon erwähnten Squares am Franz-Josephskai, der Museumgarten, die Elisabeth-, Joseph- und Széchényi-Promenade, dann der Burggarten am Abhang der Ofener Festung mit der angrenzenden Ellipse. An der äußern Peripherie der Stadt liegen zwei große Parkanlagen: das Stadtwäldchen, der besuchteste und ausgedehnteste Spaziergang von B., mit zahlreichen Restaurations- und Vergnügungslokalen, einem Tiergarten, großem Teich mit mehreren Inseln, dem neuen artesischen Bad und der anläßlich der Landesausstellung 1885 daselbst erbauten großen Industriehalle, dem Königs- und Kunstpavillon; dann der Orczygarten am Ende der Üllöer Straße. Unweit von dem großen Exerzierplatz (Generalswiese) in der Christinenstadt befindet sich der Stadtmeierhof mit Alleen und Grasplätzen.

 

Unter den Vergnügungsorten ist der schönste die mit einem Kostenaufwand von mehreren Millionen Gulden in einen großartigen Park umgewandelte, 2½ km lange Margareteninsel, welche zur Zeit der Arpaden ein Wildgehege war und nach der Tochter Belas IV., welche in dem hier von ihrem Vater erbauten Kloster ihr Leben beschloß, den jetzigen Namen erhielt. Die Insel, eine der Hauptsehenswürdigkeiten von B., ist Eigentum des Erzherzogs Joseph und enthält außer Restaurationen und Hotels einen artesischen Brunnen mit einer warmen Schwefelquelle (44° C.), das in edlem Renaissancestil (von Ybl) errichtete Margaretentheater, ein erzherzogliches Palais, eine ganze Villenkolonie etc. und eine Straßenbahn. Reich an landschaftlich schöner Umgebung ist die Ofener Seite, um welche sich ein Kranz von Bergen im Halbkreis lagert. Derselbe beginnt südlich mit dem Blocksberg (St. Gerhardsberg, s. d.). An ihn schließen sich an: der zweigipfelige Adlersberg (Sashegy), 264 m hoch, an dessen Lehnen der beste Ofener Rotwein wächst, dann nördlich der villenbedeckte Rücken des Großen Schwabenbergs (Széchényiberg), auf welchen von Ofen her eine 3 km lange Zahnradbahn (System Rigi) führt, 380 m hoch; nordöstlich schließt sich der 259 m hohe Kleine Schwabenberg an, an welchen weiter die schönen Thäler des Auwinkels (früher Sauwinkel, Wildpark des Königs Matthias), des besuchtesten Erholungsorts der Hauptstadt (Fasan, Saukopf, Schöne Schäferin etc.), der 523 m hohe Johannis-, Linden-, Dreihotter- (491 m) und Gaisberg und das Leopoldifeld angrenzen. Geringeres Interesse bietet die flache Umgebung der Hauptstadt auf der Pester Seite. Östlich von der Stadt liegt das Feld Rákos (s. d.), darin (35 km entfernt) das königliche Schloß Gödöllö (s. d.); nördlich von der Stadt an der Donau Neupest (Ujpest), eine jüngst ausgeblühte Kolonie von B., welche vor 30 Jahren in einer dem Grafen Stephan Károlyi gehörigen Sandwüste gegründet wurde und 1881 bereits 11,668 Einw. zählte, mit vielen Industrie-Etablissements, einem Winterhafen für Dampfschiffe und dem großen Wasserleitungswerk. 17 km nordöstlich von B. befindet sich endlich das Dorf Föth mit (1881) 2278 Einw., einem Schloß, ausgedehntem Park und schöner Kirche im romanischen Stil, welche Gras Stephan Károlyi 1845 bis 1856 mit einem Kostenaufwand von gegen 2 Mill. Guld. erbauen ließ (an der Fassade die Bronzefigur der Maria Immaculata von Fernkorn, im Innern Fresken von Karl Blaas und Marmorstatuen von Tenerani).

 

Geschichte von Pest.

 

Der Ursprung Pests, dessen Name im Magyarischen s. v. w. Osten bedeutet, ist dunkel. Schon die Römer hatten in dieser Gegend eine Kolonie (Trans- und Contra-Acincum, s. Ofen), und unter Geisa II. wird zuerst des Pester Zolles gedacht. Im 13. Jahrh. gab es schon eine ansehnliche, von deutschen Einwohnern besetzte Stadt, Pest oder "Alt-Ofen", im Gegensatz zur jüngern, mit Alt- und Neu-Buda verwachsenden "Schwaben"-Kolonie "Neu-Ofen" so zu nennen, von welcher sie im 14. Jahrh. weit überflügelt ward und bis ins 15. Jahrh. abhängig blieb. Als minder geschätzte Stadt ward sie 1241 von den Mongolen zerstört, erholte sich aber bald wieder und teilte nun alle Drangsale, welche nach dem Erlöschen des Arpadschen Mannesstammes 1307 das Reich durch die ausländischen Kronprätendenten, die Streifzüge der Hussiten und später durch das Kreuzheer des Georg Dosa traf. Gleichwohl gewann sie an Flor, namentlich durch die inzwischen gegenüber sich erhebende nachmalige Residenz Ofen und durch die Reichsversammlungen, welche aus der nahen Rákosebene gehalten wurden. Nach der Niederlage von Mohács 1526 sank die Stadt unter der Herrschaft der Türken und infolge der vielen Belagerungen der Festung Ofen zum Schutthaufen herab. Erst nach der Vertreibung der Türken 1686 hob sie sich bald durch neue Ansiedler, meist Deutsche und Raizen, durch ihre günstige merkantile Lage, durch die Erneuerung des Privilegiums einer königlichen Frei- und Tavernikalstadt (1703) sowie dadurch, daß sie 1723 der Sitz der höchsten Instizbehörden des Reichs wurde. Karl VI. erbaute 1727 die prächtige Invalidenkaserne, und Joseph II. verlegte 1784 die Universität von Ofen hierher, erbaute das Generalseminar und das große Lagerspital. Seit Beendigung der Türkenkriege 1789 blühte Pest noch mehr auf. Wiederholt den Überschwemmungen der Donau ausgesetzt, ward die Stadt von einer der furchtbarsten im Frühjahr 1838 heimgesucht, wo an 3000 Häuser zerstört wurden und mehrere Hunderte von Menschen das Leben verloren. 1848 ward der Sitz der revolutionären Regierung und des Reichstags Ungarns von Preßburg hierher verlegt. Am 4. Jan. 1849 verließ Kossuth mit der Armee die Stadt, am 5. zogen Windischgrätz und Jellachich ein, und am 7. Jan. ward Pest in Belagerungszustand erklärt. Am 23. April räumten die Österreicher die Stadt wieder, und Dembinski besetzte dieselbe, worauf sie 4. Mai von Ofen aus durch die Österreicher bombardiert wurde. Nach der Kapitulation von Világos (August 1849) besetzten die Österreicher die Stadt wieder. Nach dem Ausgleich (1867) erlangte Pest als Hauptstadt der Länder der ungarischen Krone eine größere politische Bedeutung und einen gleichen Rang mit Wien, indem die Delegationen abwechselnd hier tagten und der König öfters seine Residenz daselbst nahm. Seit 1872 mit Ofen zu der Stadt B. vereinigt, blühte sie infolge ihrer glücklichen Lage, überdies von der ungarischen Regierung begünstigt, außerordentlich aus. Der ungarische Adel verlegte seinen Sitz von Wien nach B. Zugleich wurde von seiten der Behörden die völlige Magyarisierung der Hauptstadt nach Kräften betrieben. Über die Geschichte Ofens s. d. Vgl. Hevesi, B. und seine Umgebungen (Budap. 1873); Sturm, Kulturbilder aus B. (das. 1875); Gerlöczy und Duläcsko, B. und Umgebung vom naturwissenschaftlichen, sanitären und kulturhistorischen Standpunkt (in ungar. Sprache, das. 1879, 3 Bde.); Körösi, Die Hauptstadt B. im Jahr 1881 (Berl. 1882, 2 Bde.); Heksch, Illustrierter Führer durch B. und Umgebungen (Budap. 1882); "B." (in "Europäische Wandernder", Zürich 1885).

reconstructed the recent years by professor Stefan Miller-graduate od bercley university and local workers. personal photo from a visit with my family last sping

Das Erscheinungsbild der beiden Bronzekrieger von Riace zeigt große, auffallende Unterschiede:

 

Der sogenannte Krieger B trägt eine für Thraker typische Fuchsfellmütze samt Fuchskopf, einen leichten, möglicherweise nur geflochtenen Peltaschild zusammen mit Pfeil und Bogen und schwingt eine Doppelaxt. Damit handelt es sich mit großer Sicherheit um einen berühmten Thraker namens Eumolpos, Sohn des Meeresgottes Poseidon und der Chione, der thrakischen Nymphe des Schnees.

 

Der sogenannte Krieger Riace A trägt einen korinthischen Helm über einer diademartigen Kopfbinde, die ihn als König auszeichnet, und den schweren griechischen Rundschild. Er wird als Erechtheus, König von Attika, identifiziert.

 

Griechische Mythen schildern, dass Erechtheus beim Einfall des Thrakers Eumolpos in Attika vom Orakel die Weissagung erhielt, er werden siegen, wenn er eine seiner Töchter opfere. Er opferte eine der Töchter, worauf die übrigen Selbstmord begingen. Erechtheus siegte und Eumolpos fiel im Kampf, er selbst wurde aber danach von Poseidon, dem Vater des Eumolpos, getötet.

 

Die Originalbronze, die Mitte des 5. Jh. v. Chr. geschaffen wurde, befindet sich im Museo Archeologico Nazionale von Reggio di Calabria, Italien.

 

Mary McLaughlin heute "Baader Café" in München hatte sich seinerzeit künstlerisch mit Themen aus der Bibel beschäftigt und mir diesen Druck handsigniert geschenkt.

Thema:

1. Korinther 13 [Das Hohe Lied der Liebe]

"1 Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle.

2 Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüßte alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, so dass ich Berge versetzen könnte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts.

3 Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib verbrennen, und hätte die Liebe nicht, so wäre mir's nichts nütze.

4 Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf,

5 sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu,

6 sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit;

7 sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.

8 Die Liebe hört niemals auf, wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird.

9 Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser prophetisches Reden ist Stückwerk.

10 Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören.

11 Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und dachte wie ein Kind und war klug wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindlich war.

12 Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin.

13 Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen."

  

Mary McLaughlin, linoleum print, Faith Hope Love, Munich, 1980s.

 

Mary McLaughlin, now of the “Baader Café” in Munich, was artistically involved with themes from the Bible at the time and gave me this signed print as a gift.

Subject:

1 Corinthians 13 [The Song of Songs]

“1 If I spoke with the tongues of men and of angels, and had not love, I should be as sounding brass or a tinkling cymbal.

2 And if I could prophesy and know all mysteries and all knowledge and have all faith, so that I could remove mountains, and do not have love, I would be nothing.

3 And if I give all my possessions to the poor and let my body be burned, and do not have love, I am nothing.

4 Love is longsuffering and tenderhearted, love is not jealous, love does not work iniquity, it is not puffed up,

5 It does not behave itself unseemly, it does not seek its own, it does not allow itself to be provoked, it does not impute evil,

6 she does not rejoice in unrighteousness, but rejoices in the truth;

7 it bears all things, it believes all things, it hopes all things, it endures all things.

8 Love never ceases, when prophecy will cease, and tongues will cease, and knowledge will cease.

9 For our knowledge is partial, and our prophesying is partial.

10 But when that which is perfect is come, then the fragmentary work will cease.

11 When I was a child, I spoke as a child, and thought as a child, and was wise as a child; but when I became a man, I put away the things of a child.

12 Now we see through a mirror a dark image, but then face to face. Now I know in part; but then I shall know even as I am known.

13 But now faith, hope and love remain, these three; but love is the greatest of these.”

 

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