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Bild: Rose (nachbearbeitetes Photo)

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Freund, den meine Seele liebet

 

- Gespräch zwischen der Seele

und dem leidenden Jesu -

 

Seele:

 

1.) Freund, den meine Seele liebet,

Ach, wie bist du so betrübet!

Ach, wie schwer ist deine Pein!

Wie bist du so hart gebunden,

Und voll Striemen, Blut und Wunden!

Ach, was muss die Ursach' sein?

 

Jesus:

2.) Sieh, ach siehe, liebste Seele,

Wie ich leide, wie ich quäle!

Deine Sünden ohne Zahl

Haben mich nach so viel Plagen

An ein hohes Kreuz geschlagen,

Du bist Ursach' meiner Qual!

 

Seele:

3.) Jesu, dir fall ich zu Füßen,

Ach, es sagt mir mein Gewissen

Was ich wider dich getan!

Doch, ich will dein Kreuz umfassen

Und mich auf dein Blut verlassen,

Nimmst du doch die Sünder an.

 

Jesus:

4.) Komm zu mir, du meine Fromme,

Komm, damit ich zu dir komme!

Meine Taube, komm herzu!

Flieh in meine Wundenritzen, (a)

Die dich decken, die dich schützen,

Komm, hier hast du süße Ruh'.

 

Seele:

5.) Seid geküsst, ihr teuren Wunden,

Wo ich Trost und Leben funden,

Als mich aller Trost verließ!

Christi Blut erquickt noch heute,

Meines Heilands offne Seite

Öffnet mir das Paradies!

 

Jesus:

6.) Meine Freundin, meine Schöne,

Die ich jetzt mit Gnaden kröne,

Die ich mir ans Kreuz getraut. (b)

Du hast mir das Herz getroffen,

Komm, der Himmel steht dir offen,

Liebste Seele, meine Braut!

 

(a) Die Jesus Christus zum Nachweis seines Todes zugefügte Seitenwunde wird in übertragener Vorstellung des Christentums als Schutzraum der Gläubigen betrachtet.

 

(b) mich der ich mich am Kreuz und durch das Kreuz vermählt habe

 

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Autor: Salomon Franck

Melodie: Ach, was soll ich Sünder machen

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Salomo Francks geistliche Lieder

Zusammengestellt und herausgegeben von J. K. Schauer

Verlag von Julius Fricke

Halle [Saale], 1855

Herausgegeben im Rahmen der Edition

Geistliche Sänfer der christlichen Kirche

deutscher Nation, Sechstes Heft

von Wilhelm Schircks

Thema: Christuslied

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Salomon Franck, auch Salomo Francke (* 6. März 1659 in Weimar/Herzogtum Sachsen-Eisenach; † 11. Juni 1725 ebenda) war ein deutscher Jurist und Lieddichter evangelisch-lutherischer Konfession. Franck wurde als Sohn des Kammersekretärs Jakob Franck und seiner Frau Dorothea Maria, geb. Brandes, geboren. Über seinen schulischen Werdegang ist nichts bekannt. Franck studierte Rechtswissenschaften und wahrscheinlich auch Theologie in Jena und war danach als Hofbeamter in Zwickau, Arnstadt und Jena tätig, bevor er 1701 (Ober-) Konsistorialsekretär in Weimar wurde, wo er für die Herzogliche Bibliothek und das Münzkabinett verantwortlich war. Spätestens ab 1694 dichtete er Kantatentexte für den Weimarer Hof, u.a. weltliche Glückwunschdichtungen für das Fürstenhaus. Er ist heute vor allem für seine Textvorlagen bekannt, welche die Grundlage der meisten Kantaten Johann Sebastian Bachs in dessen Weimarer Zeit bilden. Insgesamt hat Franck darüber hinaus 300 geistliche Lieder von bedeutender Qualität verfasst, die in mehreren Sammlungen erschienen sind und die in viele evangelische Kirchengesangbücher und Liedanthologien des 17. bis 20. Jahrhunderts aufgenommen wurden. Sein bekanntestes Lied ist ein Passionslied mit acht Strophen und heißt 'So ruhest du, o meine Ruh'.

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Ich erwäg es oft und viel

 

1.) Ich erwäg es oft und viel,

Was dich doch getrieben,

Uns ohn' alles Maß und Ziel,

Wie du tatst, zu lieben.

Dass du Angst, Gewalt und Not,

Schläge, Hohn und Banden,

Lästerung und Kreuz und Tod

Willig ausgestanden.

 

2.) War es unsre Würdigkeit?

Nein, des Vaters Güte,

Deines Herzens Freundlichkeit

Und dein treu' Gemüte,

Das hat dich ans Kreuz gebracht,

Dass kein Mensch verzagte,

Wenn der Sünden Meng' und Macht

Die Gewissen nagte.

 

3.) Welch' ein wunderbarer Rat,

Den man nie ergründet!

Welche unerhörte Tat,

Die man nirgends findet!

Sünden, deren Gott zum Hohn,

Menschen sich erfrechen,

Die lässt Gottes eigner Sohn,

An sich strenge rächen.

 

4.) Herr, dein Friede sei mit mir,

Und auf mein Gewissen,

Wenn es zaget, lass von dir

Trost und Freude fließen!

Jesu, meiner Seelen Hort,

Treib durch deine Schmerzen

Alle Seelenangst hinfort

Fern aus meinem Herzen.

 

5.) Lass mich, wenn ich dich erblick,

Sobald Gnade finden,

Wenn mein banges Herz erschrickt,

Über Straf' und Sünden.

Sieh, ich fall' zerknirscht von Reu'

Mit wahrhaft'ger Buße

Und dem Vorsatz bessrer Treu',

Jesu, dir zu Fuße.

 

6.) Nun ich weiß, worauf ich bau'

Und bei wem ich bleibe,

Wessen Fürsprach' ich vertrau',

Und an wen ich glaube.

Jesu, du bist es allein,

Welcher mich beschirmet,

Wenn gleich alle Höllenpein

Meinen Geist bestürmet.

 

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Autor: Heinrich Held

Melodie: Jesus Christus blickt dich an

oder: Christus, der uns selig macht

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Schatzkästlein enthaltend biblische Betrachtungen auf alle

Tage im Jahre zur Beförderung häuslicher Andacht und Gottseligkeit

Von Johannes [Evangelista] Gossner

Verlegt bei Karl Tauchnitz, Leipzig, 1830

Thema: Christuslied

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Heinrich Held, auch Henrich, (* 1620 in Guhrau/Herzogtum Glogau in Schlesien; † 1659 in Stettin) war Jurist, Ratsherr und evangelisch-lutherischer Lieddichter. Infolge der Repressionen durch die katholische Gegenreformation musste die Familie Helds im Jahr 1628 von Guhrau in das 30 km entfernte Fraustadt in Schlesien übersiedeln. Um das Jahr 1637 besuchte er das Gymnasium in Thorn, um sich etwa im Jahr 1637 an der Universität in Königsberg zu immatrikulieren, wo er bis 1640 Rechtswissenschaften studierte. Held arbeitete anschließend als Hauslehrer und beendete sein Jurastudium spätestens im Jahr 1648 an der Hochschule in Rostock. Er kehrte nach Fraustadt zurück und war dort um 1651 als Rechtsanwalt tätig. Im Jahr 1657 wurde er zum Stadtsekretär in Altdamm bei Stettin ernannt, wo er ab 1658 auch als Kämmerer und Ratsherr wirkte. Sein literarisches Werk lässt sich der Ersten Schlesischen Dichterschule zuordnen. Von seinen geistlichen Liedern sind 45 überregional bekannt geworden und stehen in Kirchengesangbüchern des 17. bis 21. Jahrhunderts. Im Evangelischen Gesangbuch (EG) aus dem Jahr 1993 finden sich das von Held verfasste Adventslied 'Gott sei Dank durch alle Welt' (Nr. 12) und das Pfingstlied 'Komm, o komm, du Geist des Lebens' (Nr. 134).

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Bild: Rose (nachbearbeitetes Photo)

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Wundergott, verwundte Liebe

 

1.) Wundergott, verwundte Liebe,

O du volles Gnadenmeer!

Du Regierer unsrer Triebe:

Wer dir doch recht dankbar wär!

 

2.) Du bist Ursach' unsrer Gnade,

Und des allen, was wir sein:

Denn, zu heilen unsern Schaden, (a)

Gabst du dich in' Tod hinein.

 

3.) Unerhörte Art zu lieben:

Erst geschaffen, dann erkauft. (b)

Fluch und Finternis vertrieben

Und ins eigne Blut getauft.

 

4.) Lass uns solches stets durchdringen,

Dass wir dir für deine Pein

Täglich Ruhm und Freude bringen

Und voll guter Früchte sein!

 

(a) Nach christlicher Vorstellung unterliegt jeder Mensch der Erbsünde, die durch den Sündenfall Adams auf ihn gekommen ist und erst durch Jesus Christus und seinen Opfertod am Kreuz aufgehoben wurde. Das Verhaftetsein in der Sünde wird oft mit dem Begriff der Krankheit, der Seuche, des Gebrechens, des Elends, des Frevels, des Fluchs, der Nacht oder des Schadens umschrieben.

Ein Symbol für die Erbsünde ist der alte Mensch, d.h. der Mensch, der noch der Erbsünde verhaftet ist. Dieser wird oft in der Person Adams oder Moses dargestellt, zwei Personen des Alten Testaments.

Der durch Christi Opfertod erlöste Mensch ist der neue Mensch, die neue Kreatur oder der neue Adam.

Ein anderes Symbol für die Erbsünde ist der Drache, der durch Christus getötet wird.

(b) Christus hat unsere Rechtfertigung vor Gott durch seinen Kreuzestod erwirkt

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Autor: Leonhard Johann Dober

Melodie: Glück zu, Kreuz, von ganzem Herzen

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Kleines Gesangbuch der evangelischen Brüdergemeine

Im Verlag der Buchhandlung der evangelischen Brüder-Unität bei C.H. Pemsel, Gnadau, 1870

Liednummer 418

Thema: Christuslied

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Johann Leonhard Dober (* 7. März 1706 in Mönchsroth/Franken im Herzogtum Württemberg; † 1. April 1766 in Herrnhut) war ein Bischof und Missionar der Herrnhuter Brüdergemeine und Lieddichter. Dober erlernte zunächst das väterliche Töpferhandwerk, war aber - wie seine ganze Familie - theologisch interessiert und fühlte sich der Herrnhuter Brüdergemeine des Reichsgrafen Nikolaus von Zinzendorf (1700-1760) verbunden. Nach seiner Lehrzeit reiste Dober nach Herrnhut im Kurfürstentum Sachsen, um die dortige Brüdergemeine Zinzendorfs persönlich kennen zu lernen und trat im Jahr 1730 in den Dienst der Gemeinschaft, die durch ihren Leiter mit der lutherischen sächsichen Kirche verbunden war. Zwei Jahre später wurden Dober und David Nitschmann gemeinsam als erste Missionare der Herrnhuter Brüdergemeine zum Aufbau einer Missionsstation auf die Insel St. Thomas-Inseln in Westindien gesandt. Im Jahr 1735 kehrte Dober nach Herrnhut zurück und wurde Mitglied verschiedener kirchlicher Leitungsgremien. Er unternahm zahlreiche Reisen und war zuletzt als leitender Pädagoge in der Erziehungsanstalt Kloster Marienborn bei Büdingen tätig. Im Jahr 1747 wurde er zum Bischof der Brüdergemeine ernannt. Seine geistlichen Lieder stehen vor allem in den Gesangbüchern der Brüdergemeinden, aber auch im ersten Band von Albert Knapps Evangelischem Liederschatz von 1850. Das sog. 'Kleine Gesangbuch der evangelischen Brüdergemeine' aus dem Jahr 1870 enthält neun Lieder von Leonhard Johann Dober, die er gänzlich verfasst oder zu denen er einzelne Strophen beigetragen hat.

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Immanuel, lass deinen Geist

 

1.) Immanuel, lass deinen Geist

Mich dein Geheimnis lehren,

Dich, Jesum, der du Gott-Mensch heißt

In Demut zu verehren,

Er ist ein Gott vor aller Zeit,

Und hochgelobt in Ewigkeit

Und doch im Fleisch erschienen.

Geheimnis, du bist kündlich groß,

Der Herr macht seine Knechte los

Und muss für diese dienen.

 

2.) Denn über seiner Mutter Leib

War Gottes Geist gekommen,

Und da umgab den Mann das Weib,

Da hat Gott angenommen

Die wahre menschliche Natur.

Allein, es ist die Menschheit nur

Selbstständig in dem Sohne,

Doch so, dass aller Gottheit Licht,

Die Fülle, welcher nichts gebricht,

In ihm leibhaftig wohne.

 

3.) Das Wort ward Fleisch, des Höchsten Kraft

Wird schwach wie andre Kinder,

Ihm fehlt kein Teil nach Eigenschaft,

Nur war er nicht ein Sünder.

Der zwei Naturen Einigkeit

In der Person kann keine Zeit,

Auch selbst der Tod nicht scheiden.

Gott ist ein Mensch, ein Mensch ist Gott,

Gott kam zur Welt, Gott duldet Spott,

Ein Gott-Mensch musste leiden.

 

4.) Die heilige Vereinigung,

Die wir erstaunet sehen,

Ist gar nicht durch Verwandelung,

- Auch nicht vermischt - geschehen,

Doch macht das ungetrennte Band

Noch ein Geheimnis mir bekannt,

Das die Gemeinschaft weiset,

Da man die mitgeteilte Kraft

Und der Naturen Eigenschaft

Am ganzen Christo preiset.

 

5.) Im Fleische ward Gott offenbar,

Das Leben ist erschienen,

Er ist, eh Abraham noch war,

Gott sollt durch Blut versühnen.

Die Menschheit hat mit aller Pracht

Auch göttliche Gewalt und Macht

Im Himmel und auf Erden,

Der zwei Naturen große Kraft

Hat unzertrennt gewirkt und schafft,

Dass wir versöhnet werden.

 

6.) Dies alles ist geheimnisvoll,

Vernunft, gib dich gefangen,

Mein schwaches Fleisch, die Erde, soll

In Jesu herrlich prangen,

Der nahm mein Fleisch und Blut an sich,

Die Einigkeit vereinigt mich

Mich dem Heile, das mich heilet.

Mein Freund ist mein, und ich bin sein,

In der Gemeinschaft ist gemein, (a)

Was er mir mitgeteilet.

 

7.) Wohl an! Mein Glaube kann hieruaf

Ganz fest und sicher bauen,

Mit Freuden end' ich meinen Lauf,

Das Wunder dort zu schauen,

Der Gott-Mensch, der für mich hinstarb,

Immanuel, der mich erwarb,

Heißt Wundersam mit Namen,

Mein Fleisch wird ihn erhöhet sehn:

Ach, Gott, wie bald wird dies geschehn!

Ja, komm, Herr Jesu, Amen!

 

(a) gemein im Sinn von 'gemeinsam'

 

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Autor: Jonathan Krause

Melodie: Ein Kindelein so löbelich

oder: Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld

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Theologia in Hymnis oder

Universal=Gesangbuch

ausgefertigt von Johann Jakob Gottschald

Diacon zu Eubenstock

Verlegt bei Johann Christian Martini

Leipzig, 1737

Liednummer 958

Thema: Christuslied

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Jonathan Krause (* 5. April 1701 in Hirschberg in Schlesien/Böhmische Kronländer; † 13. Dezember 1762 in Liegnitz) war ein deutscher evangelisch-lutherischer Pfarrer und Lieddichter. Krause besuchte ab 1716 das Elisabeth-Gymnasium in Breslau und immatrikulierte sich im Jahr 1718 an der Universität in Leipzig. 1723 wechselte er an die Universität in Wittenberg und erwarb dort den Magistertitel. Nachdem er verschiedene Stellen als Hauslehrer ausgeübt hatte, wurde er 1732 ordiniert und in Liegnitz zum Diakon (Zweiten Pfarrer) in Probsthain in Schlesien berufen. Im Jahr 1739 wechselte er nach Liegnitz wo er zunächst Pastor, 1741 dann Superintendent und Mitglied des Konsistoriums wurde, was er bis zu seinem Lebensende blieb. Krause hat eine Reihe geistlicher Lieder verfasst, die weite Verbreitung fanden. Die erste Sammlung seiner Lieder erschienen in Hamburg 1732 unter dem Titel 'Die zum Lobe Gottes der geöffneten Lippen'. Die zweite Sammlung erschien 1739 in Lauban unter dem Titel 'Gnade und Wahrheit Gottes in Christo Jesu'. In jener zweiten Sammlung findet sein Lied 'Halleluja, schöner Morgen, schöner als man denken mag', das bis heute in Gesangbüchern zu finden ist.

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Bild: Rose

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Von all den längstvertrauten Bildern

 

1.) Von all den längstvertrauten Bildern,

Die uns in wechselndem Symbol

Des Heilands göttlich' Wesen schildern,

Das lieblichste ist eines wohl:

Den Stab zur Hand zum Schutz und Leiten,

Das müde Lämmlein auf dem Arm,

Und folgend ihres Hirten Schreiten

Die Herde fröhlich ohne Harm.

 

2.) Die ihr noch zögert, Ihn zu nennen,

Noch abgewendet Seinem Licht,

Lernt Ihn in diesem Bilde kennen,

Und widerstehen könnt ihr nicht!

O, seht in Seinen Augen leuchten

Der treusten Liebe Himmelstrahl,

Euch muss der kalte Blick sich feuchten,

Und wär es auch zum ersten Mal!

 

3.) Doch nicht ein weichlich schönes Rühren

Erwecke nur dies Bild in dir,

Im tiefsten Herzen musst du's spüren:

Er ist der gute Hirt auch mir!

Ich darf mich zählen zu der Herde,

Für die das höchste Er getan,

Und welcher durch die Flur der Erde

Er nun zur Heimat geht voran! -

 

4.) Wenn Angst und Sorgen dich bedrängen,

Wie böse Geister in der Nacht,

Und gerne dich zum Kleinmut zwängen, -

Getrost, der gute Hirte wacht!

Kein Mietling, der dich feig verließe,

Er steht dir bei mit seinem Stab.

Dass Er den Himmel dir erschließe,

Ging Er voran selbst durch das Grab.

 

5.) Und wenn du in dem Kampf des Lebens

Verzagend stehst auf schwankem Steg,

Ratlos im Nebel spähst vergebens, -

Getrost, der Hirte weiß den Weg!

Er kennt dein Fürchten und dein Sehnen,

Schick, was zum Heil dir dienen muss,

Und über deinen ird'schen Plänen

Steht Seiner Weisheit milder Schluss.

 

6.) Und wenn einmal durch Prüfungsgluten

Durch Dornen rau die Straße geht,

Dass dir das Herze möcht' verbluten,

Das Auge heiß in Tränen steht, -

Getrost, dem Hirten darfst du's klagen

Und alles legen an Sein Herz.

Er hat den Dornenkranz getragen,

Er hat gelitten jeden Schmerz!

 

7.) Und muss die Armut dich beschweren

Mit Fragen um dein täglich' Brot,

Du darfst ihr mit Vertrauen wehren, -

Getrost, der Hirte sieht die Not!

Er führt die Seinen ja zur Weide,

Er zeigt den Quell im Wüstensand,

Gleich Blumen auf der Au lässt Freude

Auch sprossen Seine güt'ge Hand.

 

8.) Vor allem aber will Er leiten

Zu einer Aue sonnenhell,

Da darf der Ärmste fröhlich weiden,

Heil trinken an dem frischen Quell:

Das Wort des Lebens, ewig grünend,

Die Kraft des Lebens, geistgeweiht,

Er selbst, erquickend und versühnend

In herzlicher Barmherzigkeit!

 

9.) Wie oft sind wir in leichtem Sinne

Entlaufen schon der treuen Zucht,

Wer ward dann nicht Sein Locken inne,

Wen hat der Hirte nicht gesucht?

Und wärest du von Schuld beladen,

Die niemand dir vergeben kann,

Kommst du zu Ihm auf Reuepfaden -

Getrost. Er nimmt dich auf und an!

 

10.) So sei gegrüßt und sei gepriesen,

Du unser Herr und guter Hirt!

Lass alle deine Huld genießen,

O hilf, dass keins von Dir verirrt,

Bis die Verheißung Wahrheit werde

- Der schönsten eine, die Du sprachst -

Bis dass e i n Hirt und e i n e Herde,

Wenn Du die letzten Schranken brachst!

 

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Autor: Rosa Eidam

Melodie: Wie groß ist des Allmächtgen Güte

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Grüne Zweige vom Baume des Lebens

Geistliche Lieder von Rosa Eidam

Mit einem Vorwort von

Dr. v. Buchrucker, Konsistorialrat, München

Druck E. Nister, Nürnberg

Verlag Max Eichinger, kgl. Hofbuchhandlung,

1894, Ansbach

Thema: Christuslied

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Rosa Eidam war eine Schriftstellerin, die zwischen 1890 und 1930 in Franken, vermutlich in Ansbach lebte. Sie verfasste u.a. 'Bayreuther Erinnerungen', die im Verlag C. Brügel & Sohn im Jahr 1930 in Ansbach erschienen. Im Eigenverlag ließ sie das Buch 'Bayreuther Festspielzeiten 1883-1924' um 1925 drucken. Eine Sammlung ihrer geistlichen Lieder erschien um 1894 im Verlag Max Eichinger, königliche Hofbuchhandlung, am Verlagsort Ansbach unter dem Titel 'Grüne Zweige vom Baume des Lebens'.

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Dich erfass ich, o Herr Jesu

 

1.) Dich erfass ich, o Herr Jesu

Du nur sollst mein Führer sein.

Dir will ich mich ganz vertrauen.

Seele, Geist und Leib sind Dein.

 

2.) Nur der Glaubensweg ist sicher,

Unerreichbar für den Feind,

Strahlend hell von Gottes Lichte,

Ob er uns auch dunkel scheint.

 

3.) Sonne, die vom Kreuz hernieder

Leuchtet stets auf meinen Pfad,

So kann ich nicht mehr abirren,

Denn mich leitet Seine Gnad.

 

4.) Geht's auch hin an Abgrunds Rande,

Wo man fürchtet hinzuschaun,

Gilt's das schwerste Opfer bringen,

Lass ich mir doch nimmer graun.

 

5.) Denn mein Heiland hat's verheißen,

Dass mir nichts mehr Schaden kann.

Seiner Weisheit, Seinem Willen

Bin ich fröhlich untertan.

 

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Autor: Elise Schlachter

Melodie: Eigene Melodie

Thema: Christuslied

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Elise Schlachter war eine deutsche Dichterin, die von 1853 bis 1924 lebte. Sie verfasste das Lied 'Fröhlich zieh ich meine Straße'. Im Hänssler-Verlag erschien 1954 ein Chorsatz zu einem Lied von Schlachter unter dem Titel 'An jedem Tag ein Streiflein Sonnenschein'. Weitere Lebensdaten sind derzeit nicht bekannt.

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Bild: Rosen

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Hoherpriester deines Volks, vertrete

 

1.) Hoherpriester deines Volks, vertrete

Die erlöste, bluterkaufte Schar,

Unterstütz die Seufzer und Gebete

Deiner Kreuzgemeinde immerdar.

 

2.) Gib uns Gnade, dass wir beten mögen,

Wie ein Kind zum lieben Vater spricht,

Ungeheuchelt unser Herz zu legen,

Offenbar vor Gottes Angesicht.

 

3.) Fache an der Inbrunst heilge Flammen,

Lass sie lodern himmelhoch hinan,

Schmelze unser Herz mit dir zusammen,

Dass es freudig 'Abba' (a) rufen kann.

 

4.) Lass uns deines Geistes Rauschen hören,

Wenn er still durch unsre Reihen geht.

O, lass nichts die Himmelsruhe stören,

Wenn ein Hauch durch unsre Seelen weht.

 

5.) Lass sich's heute mächtig offenbaren,

Dass du unter uns zugegen bist,

Dass du deines großen, wunderbaren

Hohenpriesteramtes nicht vergisst.

 

6.) O, du wollest dann für uns erscheinen

Vor des Vaters heil'gem Angesicht,

Dein Gebet mit unserm Flehn vereinen,

Dann verschmäht er unser Stammeln nicht.

 

(a) hebräisch: 'Vater'

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Autor: Johann Daniel Feddersen

Melodie: Eigene Melodie

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Gemeinde-Psalter

Vierstimmige Ausgabe

6.-9. Tausend

Bundes-Verlag

Witten/Ruhr, 1938

Liednummer 399

Thema: Christuslied

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Johann Daniel Feddersen (* 3. November 1836 Deezbüll (Nordschleswig); † 9. März 1902 in Elmshorn) war ein deutscher evangelischer Liederdichter. Feddersen war von Beruf Buchbinder und ließ im Jahr 1864 im Verlag Koch, Elmshorn, eine Sammlung seiner geistlichen Lieder unter dem Titel 'Zionslieder' drucken. Ein bekanntes Lied trägt den Titel 'Jesus nur alleine sei mein Losungswort'. Im sog. Gemeinde-Psalter aus dem Jahr 1938, dem offiziellen Gesangbuch der Freien evangelischen Gemeinden, stehen zwei Lieder von Feddersen.

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Gedenkt mein schlauer Feind

 

- Passionsgedanken -

 

Gedenkt mein schlauer Feind ins Unglück mich zu bringen,

So kränket mich doch nicht, was seine Bosheit denkt.

Gott ist mein Freund, ihm muss der Anschlag nicht gelingen,

Weil Gott das Ärgeste zu meinem Besten lenkt.

Der Feind, denk was er will, ich muss ihm solches gönnen.

Doch wird er mich damit von Gott nicht trennen können.

Meine Seelenfreund war hier mit Feinden ganz umgeben,

Sein treuer Diener muss nicht ohne Feinde sein.

Sie rieten wider ihn, und sein unsträflich' Leben,

Gab dieser Bande nichts als Mord- und Todschlag ein.

Hegt man auch wider mich feindselige Gedanken,

So soll mein Fuß doch nicht von Gottes Wegen wanken.

Mein Gott hat über mich, gedankenvoller Frieden.

Dem Feinde ist der Fall, mir jenes Reich beschieden.

 

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Autor: Daniel Schönemann

Melodie: ohne Angaben

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Gott-geheiligte Betrachtungen,

welche über verschiedene Stellen der

Heil. Schrifft,

in denen darüber gehaltenen Predigten

als kurzer Innhalt derselben,

Der Christlichen Gemeinde

zu St. Georgen an Berlin

in gebundener Rede vorgetragen [...]

von Daniel Schönemann.

Verlag Ambrosius Haude

Berlin, 1727

Thema: Passion

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Daniel Schönemann, Pseudonym Sincero (* 1695 zu Greifswald, † 1737 in Koppen bei Glogau/ Niederschlesien) war ein deutscher evangelisch-lutherischer Pfarrer und Dichter. Er wurde als Sohn eines Rektors in Greifswald geboren und studierte von 1708 bis 1711 Theologie. Anschließend lebte er einige Jahre bei seinem Vater, der inzwischen als Pastor nach Barth versetzt war, um demselben beim Predigen zu helfen. 1714 kam er als Hauslehrer nach Rostock, um nach anderthalb Jahren später ein Lehreramt in Güstrow anzutreten. Um diese Zeit entwickelte sich bei ihm, und zwar nach eigenen Angaben, infolge einer heftigen Krankheit, eine auffällige Begabung, aus dem Stegreif über alle möglichen Themen, namentlich über geistliche Dinge, in Versen zu reden, und zwar schneller, als mitgeschrieben werden konnte, wodurch er eine gewisse Berühmtheit erlangte. Der König Friedrich Wilhelm I. von Preußen wünschte ihn als Pfarrer in Berlin und übertrug ihm 1721 die Pfarrei zu Geltow bei Potsdam. Kurze Zeit später wurde er an die Kirche St. Georg in Berlin berufen. Hier wurde er auch Mitglied der Akademie der Wissenschaften. Als der der reformierten Konfession angehörende König durch eine Verordnung 1735 in die Agende des lutherischen Gottesdienstes eingriff, verlor auch Schönemann sein Amt, da er sich - wie Paul Gerhardt - weigerte, der Verordnung zu folgen, um nicht in Gewissensnöte zu kommen. Er fand zunächst ein Asyl bei einem Herrn von Knobelsdorf zu Doms an der Queis in der Oberlausitz und zog dann nach Koppen bei Glogau, wo er 1737 starb. Schönemann hat weltliche und namentlich viele geistliche Dichtungen herausgegeben. Unter den letztern sind etwa 200 eigentliche geistliche Lieder, von denen einzelne eine weitere Verbreitung gefunden haben. Er ist der Autor des längsten überlieferten geistlichen Lieds, einem Passionslied mit 724 Strophen, das im Jahr 1736 in Berlin erschien.

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Herr, du hast Großes an uns getan

 

1.) Herr, du hast Großes an uns getan,

Jubelnd im Staube wir beten dich an,

Preisen die Macht deiner Gnade vereint,

Du, unsrer Seele getreuster Freund!

Herrlichkeit dir, Jesu, allein!

Herrlichkeit dir, Jesu, allein!

Alles, was Odem (a) hat, stimme mit ein:

Herrlichkeit Jesu, ja, Jesu allein!

 

2.) Du, deiner Kinder gekrönetes Haupt,

Zeigst ohne Hülle dich jedem, der glaubt,

Wandelst im Kreise der Deinen allhier,

Dass jeder selig dich nahe verspür!

Herrlichkeit dir, Jesu, allein!

Herrlichkeit dir, Jesu, allein!

Alles, was Odem hat, stimme mit ein:

Herrlichkeit Jesu, ja, Jesu allein!

 

3.) König der Herzen, du hast uns erkauft

Und uns mit Geist und mit Feuer getauft.

Nimm uns denn alle mit Leib und mit Seel'.

Dein sind wir ewig, o Immanuel! (b)

Herrlichkeit dir, Jesu, allein!

Herrlichkeit dir, Jesu, allein!

Alles, was Odem hat, stimme mit ein:

Herrlichkeit Jesu, ja, Jesu allein!

 

4.) Zieh durch die Lande, o Heiland der Welt,

Beuge, was dir noch entgegen sich stellt.

Wecke die schlafenden Brüder in Eil',

Dein Lohn der Schmerzen werd' voll dir zuteil!

Herrlichkeit dir, Jesu, allein!

Herrlichkeit dir, Jesu, allein!

Alles, was Odem hat, stimme mit ein:

Herrlichkeit Jesu, ja, Jesu allein!

 

(a) Odem ist ein älteres Wort für 'Atem'

(b) Der hebräische Vornamen Immanuel oder Emanuel bedeutet 'Gott ist mit uns'. Dieser Name ist beim biblischen Propheten Jesaja Gegenstand einer Verheißung (Jesaja Kap. 7, Vers 14). Im Matthäus-Evangelium im Neuen Testament wird der Name in Beziehung zu Jesus Christus gesetzt (Kapitel 1, Vers 23) und wird seitdem als Ehrenname Christi verwendet.

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Autor: Eduard Ruprecht

Melodie: Wenn nach der Erde Leid, Arbeit und Pein

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Philadelphia-Lieder

Herausgegeben vom Altpietistischen Gemeinschaftsverband in Württemberg

1. - 30. Tausend

Verlag Gemeinschaftsbuchhandlung Reutlingen

Stuttgart, 1930

Liednummer 199

Thema: Christuslied

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Eduard Ruprecht (* 1870 in Rothe Erde bei Aachen; † um oder nach 1934) war ein deutscher Theologe und Lieddichter. Er lebte um das Jahr 1930 in Möglingen bei Öhringen. Diese Angaben stammen aus dem Gesangbuch des Altpietistischen Gemeinschaftsverbands in Württemberg, den sog. 'Philadelphia-Lieder', die im Jahr 1930 erschienen sind und in dem ein Lied von Ruprecht steht. Die letzte Veröffentlichung Ruprechts ist das Werk 'Die Herrlichkeit des Kreuzes und die Haushaltungen Gottes', das im Jahr 1934 in Reutlingen erschienen ist.

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Bild: Rose (nachbearbeitetes Photo)

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Freue dich, ja freue dich, du erlöste Welt!

 

1.) Freue dich, ja freue dich, du erlöste Welt!

Der um dich trug Schanden,

Ist vom Tod erstanden.

Gott ist versöhnt, Halleluja!

 

2.) Freue dich, ja freue dich, die nun in Gnaden.

Der den Zorn getragen,

Wird keine Bitt' versagen:

Er bitt' für dich, Halleluja!

 

3.) Freue dich, ja freue dich, Christ ist im Leben.

Macht zur Stund' dein's Sterben

Dich zum Himmels-Erben

In Ewigkeit, Halleluja!

 

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Autor: Magdalene Fritzsche

Melodie: eigene Melodie

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Unser Lied

Herausgegeben vom Deutschen Bund der Mädchen-Bibel-Kreise

Verlag und Bücherstube der Mädchen-Bibel-Kreise

13.- 24. Tausend

Leipzig, 1928

Liednummer 210

Thema: Ostern

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Magdalene Fritzsche, auch Heller-Fritzsche, geb. Heller (* 1863 in Leipzig/Königreich Sachsen; † 1950 in Meißen) war eine geistliche Dichterin evangelischen Bekenntnisses. Sie war verheiratet mit dem Industriellen Ernst Traugott Fritzsche (1851-1916) und hatte mit ihm drei Kinder, darunter Magdalene Muntschick, geb. Fritzsche, die - wie ihre Mutter - Schriftstellerin und Lieddichterin war. Magdalene Fritzsche fand ihre letzte Ruhestätte auf dem Südfriedhof in Leipzig. Ihr bekanntestes Lied ist das Bundeslied der Mädchen-Bibelkreise und trägt den Titel 'Zu Jesu will ich fröhlich stehn'. Es wurde in das Liederbuch der Mädchen-Bibelkreise aufgenommen, das 1928 unter dem Titel 'Unser Lied' erschienen ist. Es steht auch im sog. Gemeinde-Psalter aus dem Jahr 1930, dem offiziellen Gesangbuch der Freien evangelischen Gemeinden.

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O Heilige Dreifaltigkeit

 

1.) O heilige Dreifaltigkeit,

O hochgelobte Einigkeit,

Gott Vater, Sohn und Heil'ger Geist,

Heut' diesen Tag mir Beistand leist'!

 

2.) Mein' Seel', Leib, Ehr' und Gut bewahr'.

Dass mir kein Schaden widerfahr,

Und mich der Satan nicht verletz,

Noch mich in Schand und Schaden setz!

 

3.) Des Vaters Macht mich heut' anblick,

Des Sohnes Weisheit mich erquick,

Des heil'gen Geistes Glanz und Schein

Erleucht' mein's finstern Herzens Schrein!

 

4.) Mein Schöpfer, steh mir kräftig bei,

Christ, mein Erlöser, hilf mir frei,

O Tröster wert, weich nicht von mir,

Mein Herz mit wahren Gaben zier!

 

5.) Herr, segne und behüte mich,

Herr, leucht mich an ganz gnädiglich,

Herr, heb auf mich dein Angesicht,

Dein'n Frieden auf mich Armen richt'!

 

6.) Solch' göttlich' Benediktion

Send über mich vom Himmelsthron,

Damit ich heut' und alle Tag'

Durch dich sei frei von aller Plag'!

 

7.) Lass mich erlangen Trost und Heil,

Dass mir dein Segen werd' zu teil,

Vor sichtbaren Feinden mich bewahr'

Und wehr' auch der unsichtbaren Schar!

 

8.) Rett' mich aus aller Angst und Not,

Dass ich nicht werd' zu Schand und Spott,

So preist ich dich mit Innigkeit

Allhier und dort in Ewigkeit!

 

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Autor: Martin Behm

Melodie: Eigene Melodie

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gefunden in:

Evangelisches Gesangbuch

Herausgegeben von der Evangelischen Kirche Deutschlands

1993

Liednummer 660

Thema: Morgenlied

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Martin Behm, auch Martin Böhme, Behme, Behemb, Bohemus (* 16. September 1557 in Lauban/Niederschlesien, heute Polen; † 5. Februar 1622 ebenda) war ein deutscher Schriftsteller und Verfasser von evangelischen Kirchenliedern.

Als Sohn eines städtischen Fuhrwerkverwalters besuchte der Dichter die Schule seiner Heimatstadt, zog jedoch später nach Wien. 1576 immatrikulierte er sich in Heidelberg, um lutherische Theologie zu studieren. Zu seinem dortigen Bekanntenkreis gehörte der Humanist Johannes Sturm. 1580 akzeptierte er eine Stelle als Lehrer in seiner Heimatstadt, doch schon im folgenden Jahr wurde er Diakon. 1586 erhielt er die erhoffte Bestellung als Pastor Primarius auf Lebenszeit.

Behm war ein vielseitiger Autor, und seine Schriften fanden weite Verbreitung. Einige seiner 300 Kirchenlieder werden noch heute gesungenen und beeinflussten die Dichtung des deutschen Frühpietismus.

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Kommt, ihr Seelen, nehmt zu Herzen

 

1.) Kommt, ihr Seelen, nehmt zu Herzen

Eures Jesu bittre Schmerzen

Auf dem schweren Todesgang.

 

2.) Schauet ihn in seiner Krone,

Die er trägt bei großem Hohne,

Schauet seine Banden an!

 

3.) Schauet, wie er geht gebücket,

Wie das Kreuz ihn niederdrücket.

Schauet, wie er niedersinkt.

 

4.) O, des Armen und Betrübte!

O des Treuen, Vielgeliebten!

O der Leiden ohne Zahl!

 

5.) Denkt, ihr Seelen, denket heute,

Was euch dieser Gang bedeute,

Den der Herr erduldet hat.

 

6.) Denkt, wenn er euch soll erhöhen,

Dass ihr müsset mit ihm gehen

Und das Kreuz ihm tragen nach.

 

7.) Niemand kommt zu ewgen Freuden

Ohne Christi Kreuz und Leiden:

Selig, wer es auf sich nahm.

 

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Autor: Friedrich Hermann Eickhoff

Melodie: Eigene Melodie

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Evangelisches Gesangbuch für Rheinland und Westfalen

Verlag W. Crüwell

Dortmund, um 1940

Liednummer im Anhang des Gesangbuches 39

Thema: Passion

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Friedrich Hermann Eickhoff (* 1807 in Soest/Großherzogtum Berg; † 1886 in Gütersloh) war ein deutscher Lehrer, Organist und evangelischer Lieddichter. Eickhoff besuchte das Lehrerseminar in Soest und kam 1829 als Lehrer nach Gütersloh an die evangelische Mädchen-Volksschule und stieg später zu deren Rektor auf. In dieser Eigenschaft leitete er den Umzug der Schule sowie die Zusammenlegung der drei evangelischen Volksschulen zur Bürgerschule 1868. Im Jahr 1879 wurde er pensioniert. Neben seiner pädagogischen Tätigkeit war Eickhoff Organist der evangelischen Gemeinde an der Apostelkirche. Die von Carl Bertelsmann verlegte christliche Liedersammlung 'Theomele' wurde von Friedrich Eickhoff herausgegeben, der hierfür selbst Lieder schrieb oder umdichtete. Eickhoff heiratete Bertelsmanns Tochter Anna Friederike, mit der er vier Kinder hatte. Ihren eigentlichen Durchbruch erfuhren Eickhoffs Lieder durch Johann Heinrich Volkenings Liederbuch 'Kleine Missionsharfe'. Es erschien 1852 ebenfalls im Verlag Bertelsmann und erlebte 82 Auflagen mit mehr als zwei Millionen Exemplaren. Eickhoffs Passionslied 'Kommt, ihr Seelen, nehmt zu Herzen' fand Aufnahme in evangelische Kirchengesangbücher, so beispielsweise in den Anhang zum Evangelischen Gesangbuch für Rheinland und Westfalen, das um 1940 in Dortmund verlegt wurde.

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Bild: Rose (nachbearbeitetes Photo)

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Von dir, o treuer Gott, muss Fried

 

1.) Von dir, o treuer Gott, muss Fried und Eintracht kommen,

Der du uns gnädiglich zum Friede aufgenommen,

Dir ist die Eintracht lieb, und du belohnst sie wohl,

Du lehrst auch selbst, wie man recht einig leben soll.

 

2.) Drum flehen wir zu dir um deines Geistes Gabe,

Dass jedes unter uns ein friedlich' Herze habe.

Gib, dass wir allesamt im Guten einig sein,

Dass uns dein Gnadentau und Segen mög' erfreun.

 

3.) Lass eins dem andern zum edlen Balsam werden,

Dass ein bedrängtes Herz in allerlei Beschwerden,

Von seinem Nächsten Trost und Hilfe kommen seh,

Und dass ein Bruder ja den andern nicht verschmäh'.

 

4.) Lass uns in Einigkeit stets bei einander wohnen

Und schau uns allzeit an mit gnädigem Verschonen:

Lass unter deinem Volk die schöne Eintracht blühn,

Bis wir aus Krieg und Streit zu dir mit Frieden ziehn.

 

Amen!

 

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Autor: Zacharias Herrmann

Melodie: ohne Angaben

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Frommer Christen Seuffzende Seele

und Singender Mund

In Sonn- und Festtäglichen,

Nebst andern Klag- Buß- Trost- und

Sterbe-Gebeten; Wie auch verschiedenen

ehemals schon gedruckten Liedern

von Zach[arias] Hermann

Breslau und Leipzig, 1722

Verlag: Johann Georg Bleßing

Thema: Nachfolge, Kirche und Mission

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Gegenstand: Psalm Nr. 133

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Zacharias Herrmann, auch Hermann, (* 3. Oktober 1643 in Namslau im Fürstentum Breslau, † 10. Dezember 1716 in Lissa in Großpolen) war ein deutscher evangelisch-lutherischer Pfarrer und Lieddichter. Er besuchte ab dem Jahr 1656 das Gymnasium zu St. Maria Magdalena in Breslau und immatrikulierte sich im Jahr 1664 an der Universität in Jena, um, unterstützt durch ein Stipendium vom Stadtrat seiner Heimatstadt Breslau, Theologie zu studieren. 1667 erwarb er in Jena den Magistergrad. Nach seiner Rückkehr in seine Vaterstadt im Jahr 1669 wurde Herrmann Diakon (Zweiter Pfarrer) in Lissa und stieg 1681 zum Pastor und Inspektor und 1692 General-Senior der Vereinigten Kirchen in Großpolen auf. Er war zweimal verheiratet; auch seine zweite Frau und eine Anzahl Kinder starben vor ihm; fünf Kinder überlebten ihn. Seine geistlichen Lieder legen Zeugnis eines unverbrüchlichen Gottesvertrauens ab, aus dem er und viele seiner Zeitgenossen Hoffnung schöpften. Die Lieder wurden zunächst in seiner Gemeinde auf Einzelblättern verbreitet; nach seinem Tod gab Herrmanns Sohn Daniel 1722 eine Auswahl von 300 Liedern seines Vaters unter dem Titel 'Frommer Christen seufzende Seele und singender Mund' heraus. Das zu Lebzeiten Herrmans bekannteste Lied 'Was betrübst du dich, mein Herze, warum grämst du dich in mir?' fand vielfach Aufnahme in evangelische Gesangbücher, so beispielsweise in das Neustrelitzer Gesangbuch von 1875. Sein bekanntestes Lied ist ein Ewigkeitslied mit neun Strophen und heißt 'Wie kurz ist doch der Menschen Leben'. Der Lieddichter darf nicht verwechselt werden mit zwei anderen gleichnamige Schriftstellern, nämlich mit dem lutherischen Pastor zu Breslau (1563-1637), sowie einem Theologen und Professor aus Ulm, (1640-1711), der der Verfasser des 'Historischen Blumen-Gepüsches' (Ulm 1675 u. 1680) war.

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Bild: Rose (nachbearbeitetes Photo)

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Preist den Höchsten, Jesus lebt

 

1.) Preist den Höchsten, Jesus lebt,

Tod und Hölle sind bezwungen.

Totengruft und Erde bebt,

Da der Held hindurchgedrungen.

Geht nicht mehr nach Golgatha!

Jesus lebt, Halleluja!

 

2.) Preist den Höchsten! Seht das Grab,

Die ihr seinen Tod beweinet!

Wischet eure Tränen ab,

Weil die helle Sonne scheinet!

Euer Heiland ist nicht da, (a)

Jesus lebt, Halleluja!

 

3.) Preist den Höchsten! Suchet nicht

Den Lebendigen bei Toten!

Glaubet aber dem Bericht

Der verklärten Siegesboten!

Diese wissen, was geschah!

Jesus lebt, Halleluja!

 

4.) Preist den Höchsten! Dieses Wort

Soll mich wiederum beleben.

Kann ich gleich nicht an den Ort

Seines Grabes mich begeben.

G'nug, dass es mein Glaube sah.

Jesus lebt, Halleluja!

 

5.) Preist den Höchsten! Er wird mir

Leben in dem Tode geben.

Also sterb ich freudig hier.

Christi Tod ist nun mein Leben.

Nur getrost, ich glaube ja.

Jesus lebt, Halleluja!

 

(a) nicht mehr im Grab

 

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Autor: Benjamin Schmolck

Melodie: Jesus, meine Zuversicht

oder: Jesus lebt, mit ihm auch ich

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Sammlung christlicher Lieder zum Gebrauche

für die öffentliche und häusliche Andacht

als Entwurf eines Gesangbuches für die

Evangelisch-protestantische Kirche

des Großherzogtums Baden herausgegeben

Verlag von J.M. Katz, Witwe

Pforzheim, 1831

Liednummer 120

Thema: Ostern

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Benjamin Schmolck, (* 21. Dezember 1672 in Schweidnitz/Schlesien), † 12. Februar 1737 ebenda) war evangelisch-lutherischer Pfarrer und bekannt als Erbauungsschriftsteller, der über 1200 geistliche Lieder schrieb. Schmolck wurde 1702 Pfarrer an der Friedenskirche in Schweidnitz, einer der nach dem westfälischen Frieden nur drei verbliebenen evangelischen Kirchen in Schlesien, wo sein Wirken vor allem vom Kampf gegen die Gegenreformation gekennzeichnet war. Seine Gemeinde umfasste 14.000 Gläubige, jährlich wurden 1500 Kinder getauft. Er dichtete etwa 1200 Lieder, die in 20 Sammlungen herausgegeben wurden, und verfasste zahlreiche Erbauungs- und Gebetbücher. Beeinflusst durch den Pietismus war er ein herausragender und bekannter Kirchenlieddichter von ungewöhnlicher Frömmigkeit, Standhaftigkeit und ausgeprägter Christusliebe, dessen Lieder die Betonung eines persönlichen Verhältnisses zu Gott in einem lebendigen Glauben mit der festen Verwurzelung im Grunde des lutherischen Bekenntnisses verband. Seine Lieder treffen einen volkstümlichen Ton, was ihre Beliebtheit und weite Verbreitung erklärt. Das gegenwärtige 'Evangelische Gesangbuch' enthält fünf seiner Lieder, darunter 'Jesus soll die Losung sein' (EG 62), 'Schmückt das Fest mit Maien' (EG 135) und das allseits beliebte Sonntagslied 'Tut mir auf die schöne Pforte' (EG 166).

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Bild: Rose (nachbearbeitetes Photo)

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Bethanien, Bethanien

 

1.) Bethanien, Bethanien,

Wie Melodie vom Himmel klingt dein Klang!

Voll Frieden ruhst du an des Ölbergs Hang

Und wendest, halb im Dattelhain verborgen

Dein Angesicht gen Morgen.

 

2.) Wie lieblich klingt! Wie lieblich klingt!

Was einst in dir Maria hat getan!

Als edle Narde sie zum Salben nahm.

Für Jesum gibt sie alles hin mit Freuden,

Vor seinem letzten Scheiden.

 

3.) Jerusalem! Jerusalem!

Wo war die Lieb', als der Gesalbte kam?

Das schwere Kreuz auf seine Schultern nahm.

Bedächten wir, doch mehr wie du hienieden,

Was dient zu unserm Frieden.

 

4.) Empor das Herz! Empor das Herz

Zum Himmelszelt. Auf Erden nicht nur dort

Ist unsrer Seelen wahrer Ruheport.

Nur droben liegt im Licht der Himmelssonne

Die Heimat sel'ger Wonne.

 

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Autor: Karl Stockmeyer (1. Strophe), 1879

Melodie: Justus Wilhelm Lyra, 1895

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Deutsche Weisen

von Justus Wilhelm Lyra

Heft 1

Zweite, vermehrte Auflage

Breitkopf & Härtel

Leipzig, Brüssel, London, New York 1896

Thema: Christuslied

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Johann Karl Ludwig Stockmeyer, Taufname Heinrich Adolf Karl, auch Carl, Pseudonym: K. St. (* 2. Februar 1798 in Brake/Lippe; † 28. Juli 1857 in Bega/Lippe) war ein deutscher evangelisch-reformierter Pfarrer und Schriftsteller. Er studierte von 1817 bis 1821 in Tübingen Theologie und war hierauf, bis zu seinem Tod in verschiedenen Gemeinden, nämlich Pfarrgehilfe in Oerlinghausen bei Bielefeld, ab 1826 als Pfarrer in Haustenbeck bei Paderborn, ab 1830 Meinberg und ab 1857 als Superintendent in Dörentrup-Bega tätig. Er veröffentlichte Gedichte in verschiedenen Ausgaben: im Jahr 1825 erschien 'Der Tönesberg', 1831 'Gedichte' und 1838 'Bethanien', ein Buch, das die geistlichen Lieder Stockmeyers enthält.

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Wenn ich in Todesnöten bin

 

1.) Wenn ich in Todesnöten bin

Und weiß kein' Rat zu finden,

So nehm ich meine Zuflucht hin

Zu Christi Tod und Wunden,

Darinnen find ich Hilf' und Rat

Wid'r Gottes Zorn und Ungenad,

Auch wider Tod und Hölle.

 

2.) Es ist kein Schmerz, kein Leid, kein Not,

Kein Angst so groß auf Erden,

Die nicht durch Christi Wunden rot

Gar könnt' geheilet werden.

Sein Tod mein Leben und Gewinnst,

Mein Hoffnung, Zuflucht und Verdienst,

Mein Schatz, mein Ehr', mein' Krone.

 

3.) Er streckt am Kreuz aus Hand und Fuß,

Mich freundlich zu umfangen,

Sein Haupt neigt er mir zu ein'm Kuss,

Aus herzlichem Verlangen.

Sein' Seite er eröffnen ließ,

Dass ich darin mög' schauen süß

Sein Herz, sein Lieb', sein Treue.

 

4.) Das ist die Tür der Gnaden fest,

Die uns stets offen stehet,

Gleichwie Gott Noah bauen lässt

Ein' Kasten, drein er gehet

Zur Sintflut groß mit all' den Sein'n:

Also sind Christi Wunden rein

Die Tür zum Gnadenthrone.

 

5.) Darein will ich mich finden fein,

Und mich darein verdecken,

Gleich wie ein klein' Waldvögelein

Im hohlen Baum verstecken

Bis Ungewitt'r vorübergeht,

Also will ich mich finden stet

Zu Christ, dem Baum des Lebens.

 

6.) Moses schlug einen Felsen hart,

Dass Wasser draus tät fließen:

Also wird Christi Seite zart

Mit einem Speer zerrissen,

Daraus viel Blut und Wasser floss,

Der Gnadenbrunn' sich da ergoss,

Der mich im Tod erquicket.

 

7.) O ein'ger Vat'r ins Himmels Thron,

Lass mich von hinnen scheiden!

O Jesu Christe, Gottes Sohn,

Du wollst mich auch geleiten!

O heilger Geist! Tu auf die Tür,

Und mich zum Baum des Lebens führ'

Und zum Brunn' der Genaden.

 

8.) Nun fühl ich Schutz, Trost, Ruh' und Freud'

In deinen heilgen Wunden!

Nun ist alls Leid und Traurigkeit

Aus meinem Herz verschwunden!

Fahr hin, mein Seel', Gott wartet dein'

Mit seinen lieben Engelein,

Führt dich zum Himmelssaale.

 

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Autor: Johann Kämpf

Melodie: Wenn mein Stündlein vorhanden ist

oder: Allein Gott in der Höh sei Ehr

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Vermehrtes Schönburgisches Gesangbuch

Herausgegeben von Johann Georg Schulz

Waldenburg 1796

Liednummer 1209

Thema: Tod und Ewigkeit

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Johann Kämpf, auch Kempf bzw. K(a)empfius, (* um 1575 in Staffelstein in Franken, † 1625 in Gotha) war ein deutscher evangelisch-lutherischer Pfarrer und Lieddichter. Seine Familie wurde wegen ihrer Konfession aus Staffelstein vertrieben und zog nach Coburg. Hier besuchte Kämpf das Gymnasium und studierte anschließend in Wittenberg und Jena. Im Jahre 1604 wurde er Diakon (zweiter Pfarrer) in Gotha und starb hier 1625 an der Pest. Kämpf verfasste mehrere theologische Schriften und ist Autor des geistlichen Liedes 'Wenn ich in Todesnöthen bin', das durch das Freylinghausensche Gesangbuch von 1704 größere Verbreitung fand.

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2021 Taipei Rose Festival

 

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Herr Jesu, Gnadensonne

 

1.) Herr Jesu, Gnadensonne,

Aus dunkler Erdennacht,

Aus ew'gen Lichtes Bronne

Zu Aller Heil erwacht,

O Herr, lass gnädiglich

In ird'schen Nachtgewinden

Mich Heil und Leben finden:

Mein Osterkleinod, dich!

 

2.) Wir suchen all, wir ängsten

Uns oft im Dunkel dicht,

Und oft just dann am bängsten,

Wenn nah schon ist das Licht.

Der Morgen ist nicht fern,

Wenn kält'ste Lüfte schauern:

So fand im tiefsten Trauern

Auch ich den ew'gen Herrn.

 

3.) Und holder Stern blickt nieder

Auf meiner finstern Bahn,

Und meine Pilgerlieder

Begrüßen Kanaan.

Seit Licht mein Auge sieht,

Verharrschen meine Wunden.

Gefunden! Heil gefunden!

Tön', allerschönstes Lied!

 

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Friedrich Heinrich Karl Baron de la Motte Fouqué, Pseudonyme Pellegrin und A.L.T. Frank (* 12. Februar 1777 in Brandenburg an der Havel im Königreich Preußen; † 23. Januar 1843 in Berlin) war einer der ersten deutschen Dichter der Romantik. Motte Fouqué entstammt einer altadligen französischen Hugenottenfamilie und wurde von Hauslehrern erzogen. Nach dem Vorbild seines Großvaters, Henry Auguste de la Motte Fouqué (1698–1774), der ein General der preußischen Armee unter Friedrich II. gewesen war, schlug er schon in frühem Alter die Militärlaufbahn ein. Mit siebzehn hatte er bereits den Rang eines Fähnrichs inne und nahm am Rheinfeldzug von 1794 teil. Er diente danach als Leutnant im Kürassierregiment des Herzogs von Weimar in Aschersleben. Seit 1798 war er mit Marianne von Schubaert verheiratet, von der er sich 1802 scheiden ließ. Im selben Jahr trat er aus der Armee aus. Während seiner Zeit in Weimar hatte er Begegnungen mit Goethe, Schiller und Herder. 1803 heiratete er die Gutserbin Caroline von Rochow. Fouqué und seine Frau lebten auf deren Gut Nennhausen bei Rathenow. Beide waren schriftstellerisch tätig. Fouqués Förderer wurde August Wilhelm Schlegel, der 1804 Fouqués 'Dramatische Spiele' herausgab. Es folgten Romanzen, Romane und ein Heldenspiel. 1818 erlitt Fouqué einen Schlaganfall, was seine schriftstellerische Produktion aber nicht behinderte. 1831 starb seine Frau Caroline, daraufhin heiratete Fouqué 1833 Albertine Tode (1810-1876) und nahm seinen Wohnsitz in Halle/Saale. 1841 kehrte er nach Berlin zurück und gab die 'Ausgewählten Werke, Ausgabe letzter Hand in zwölf Bänden' heraus. Seine Frau veröffentlichte 1862 postum eine Sammlung letzter Gedichte ihres Mannes, zu der sie auch eigene geistliche Lieder beisteuerte. Einige von Fouqués über 200 geistlichen Lieder fanden Aufnahme in evangelische Kirchengesangbücher und Liedersammlungen. Im Kleist-Museum Frankfurt an der Oder wird das literarische Erbe Fouqués gepflegt. Fouqué Grabmal befindet sich auf dem Alten Garnisonfriedhof in Berlin-Mitte.

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Maria, das Jungfräulein zart

 

- Loblied der Maria am Fest Mariä Heimsuchung - (a)

 

1.) Maria, das Jungfräulein zart,

Da sie vons Himmels Throne

Aus dem Geist Gottes schwanger ward

Mit ihrem lieben Sohne,

Da kam sie zu Elisabeth,

Und grüßete sie tugendlich,

Groß Wundertat, sie zwingen tat,

Also zu singen fröhlich:

 

2.) Den Herrn erhebet meine Seel',

Mein Geiste sich erfreuet

In Gott, dem Herrn, der meine Seel'

Und alten Schaden (b) heilet,

Denn er an meiner Niedrigkeit

Hat seine Gnad' bewiesen,

Sieh, nun werd ich zu aller Zeit,

Hinfort selig gepriesen.

 

3.) Denn der, des Macht nicht wehren kann,

Auch alle Welt gemeine, (c)

Hat große Ding' an mir getan,

Der heilig ist alleine:

Es währet sein' Barmherzigkeit

In viel tausend Geschlechte,

Die ihn fürchten zu aller Zeit

Und ihr Herz dienet rechte.

 

4.) Mit seinem Arm, was Hoffart hat,

In seines Herzens Sinne,

Gewaltiglich zerstreuet Gott

Gar heimlich, doch geschwinde,

Des Menschen Herz will Weisheit han,

Und sein Wohlmeinung schützen,

Sucht Heiligkeit nach seinem Wahn,

Den Gräuel will Gott stürzen.

 

5.) Wer groß Gewalt auf Erden hat,

Aber nach Gott nicht fraget,

Aus seinen Thron den stürzet Gott,

Also den Stolz er plaget.

Er aber klein von Herzen ist

Und kann sich Gott ergeben,

Den hilft er aus zu jeder Frist,

Und pflegt ihn hoch zu heben.

 

6.) Wer hungert und sonst Mangel hat,

Doch gern von Gottes wegen

Mit reichem Schatz, den füllet Gott

Und wird sein ewig pflegen.

Den Reichen, der um Gottes Ehr'

Auf Erden nicht will darben

Ein' kleine Zeit, Gott lässet leer

Und muss ewig verderben.

 

7.) Darum erschien dieselbe Zeit,

Die Gott hat vorgenommen,

Dacht er an sein' Barmherzigkeit,

Dass er aufhalf den Frommen

Israel, der mit seinem Gott

In schwerer Angst musst ringen

Und weil er sein' Verheißung hat,

Den Sieg davon kann bringen.

 

8.) So wird er nun durch seinen Sohn,

Den ich bald werd' gebären,

Solch großes Heil und Hilfe tun,

Und allen Jammer wehren,

Wie den Vätern und Abraham

Und ohn' End' seinem Samen, (d)

Gott hat geschworen bei sein'm Ruhm,

Dem sei Lob ewig, - Amen!

 

(a) Am Fest Mariä Heimsuchung (lateinisch: Visitatio Mariae) am 2. Juli gedenken die römisch-katholische und die altkatholische Kirche sowie teilweise die anglikanischen und die lutherischen Kirchen der Episode, die im Evangelium des Lukas (1. Kapitel, Vers 39) im Anschluss an die Verkündigungsszene erzählt wird: Maria macht sich auf den Weg, um ihre Verwandte Elisabeth zu besuchen (daher 'Heimsuchung') und die Freude mit ihr zu teilen. Elisabeth, selbst im sechsten Monat schwanger (mit Johannes dem Täufer), grüßt sie mit den Worten: 'Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Gesegnet bist du unter den Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.' Maria antwortet mit ihrem berühmten Loblied, dem Magnificat.

(b) Nach christlicher Vorstellung unterliegt jeder Mensch der Erbsünde, die durch den Sündenfall Adams auf ihn gekommen ist und erst durch Jesus Christus und seinen Opfertod am Kreuz aufgehoben wurde. Das Verhaftetsein in der Sünde wird oft mit dem Begriff Krankheit oder des Schadens umschrieben

(c) allgemein

(d) Nachkommen

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Autor: Nikolaus Maurus

Melodie: Durch Adams Fall ist ganz verderbt

oder: Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld

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Geistlicher Harffen-Klang auff Zehen Seyten

In einem vollständigen Gesang-Buche,

Darinn über 1000 Lieder zu finden,

von Johann Quirsfeld

Druck: Christoph Günther

Verlag: Christoph Klinger

Leipzig, 1679

Liednummer 290

Thema: Mariä Heimsuchung

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Nicolaus Maurus (eigentlich: Mohr; * 1483 in Sankt Goarshausen; † 26. November 1539 in Frankfurt am Main) war ein deutscher lutherischer Theologe.

Sein Vater hatte bereits vor seiner Geburt in Worms gewohnt, wo Maurus sich seine erste wissenschaftliche Bildung erwarb. Erstmals trat Maurus 1520 als Kantor an der Magnuskirche auf und 1523 in eben derselben Funktion, sowie als Kanoniker an der St. Andreasstiftskirche in Worms. In Worms hatte er Martin Luther kennengelernt, der auf dem Reichstag zu Worms gewesen war und für dessen Überzeugungen er sich begeisterte. Ihm folgte er am 18. Februar 1523 nach Wittenberg, wo er bei seinem Freund Friedrich Bauer unterkam. Mit Bauer kehrte er nach Worms zurück und wurde Pfarrer der lutherischen Gemeinde an der Georgenkirche.

Unter den Eindrücken der Reformationszeit, hatte sich Maurus in Worms gegen den herrschenden Zölibatskodex verehelicht. Als Vertreter der neuen lutherischen Lehre musste er mit Bauer manche Anfeindungen von den scholastischen Kirchenvertretern erdulden. Luther reagierte daraufhin in einem Brief an die Wormser. Nachdem die Lutherische Gemeinde durch den Rat unterstützt immer mehr an Bedeutung erlangte, verließ Maurus 1524 Worms. Er wurde Diakon in Weißenburg, 1526 war er der erste evangelische Pfarrer in Darmstadt, übernahm dort 1527 die Superintendentur und ging 1529 als Pfarrer nach Zwingenberg an der Bergstraße.

Dort ist er jedoch 1531 nicht mehr nachweisbar. Im Jahr 1535 taucht er in Frankfurt am Main auf, wo er sich als Nachfolger der Predigerstelle des Dionysius Melander beim Frankfurter Rat bewarb. Trotz mancher Anfeindungen und gegen den Willen des Landgrafen Philipp I., erhielt Maurus im August 1536 die Stelle des Predigers an der Katharinenkirche. Als Gegner der Reformierten etablierte Maurus nun den lutherischen Part der evangelischen Kirche in Frankfurt. Dabei arbeitete er eng mit Peter Geltner zusammen und sorgte unter anderem dafür, dass die reformierten Theologen wie Peter Chomberger und Johann Bernhard Frankfurt verließen. Der von Zeitzeugen als aufbrausender Mensch geschilderte Maurus, verstarb aber bald und wurde in der Katharinenkirche beigesetzt. Maurus der sich auch an einem bisher unbekannten Ort den akademischen Grad eines Magisters erworben hatte, blieb als Kirchenliedkomponist in Erinnerung. So hatte den CXIV Psalm der Bibel 'Da Israel aus Ägypten zog' übertragen, welches in das Frankfurter Gesangbuch Eingang fand. Im 'Geistlichen Harpfen-Klang', den Johann Quirsfeld 1679 herausgab, steht sein Lied auf das Fest Mariä Heimsuchung 'Maria, das Jungfräulein zart' (siehe oben).

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Bewahre meine Gebote, so wirst du leben, und bewahre meine Lehre wie deinen Augapfel!

Sprüche 7,2

 

Keep my commandments and live, keep my teachings as the apple of your eye!

Proverbs 7,2

  

Rumena vrtnica naj prinese malo sonca, ki ga te dni pogrešamo.

Yellow Rose to bring a little sunshine.

Bild: Rose

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Ach lieber Herr, du bist mein Hirt

 

1.) Ach lieber Herr, du bist mein Hirt,

Dir tu ich mich ergeben.

Bei dir mir gar nichts mangeln wird

Allhier in diesem Leben.

Du hast ja alles, was ich hab,

Gegeben mir aus lauter Gnad',

Drum wirst mich wohl versorgen.

 

2.) Du weidest deine Schäflein wohl

Auf einer grünen Auen.

Mein Herz dir stets vertrauen soll

Und auf dich feste bauen.

Wenn uns die Not und Angst berückt,

Mit frischem Wssser uns erquickt,

Damit wir nicht verschmachten.

 

3.) Mein Seel' ist jetzt betrübet sehr,

Voll Ängsten und voll Schmerzen.

Denn die Gefahr sich häufet mehr

Und kränket unsre Herzen.

Der Herr aber schafft Hilf' und Rat,

Erfreuet uns wohl in der Tat

Um seines Namens willen.

 

4.) Durch sein Wort er die Seel' erquickt,

Führt mich auf rechter Straßen,

Damit die Angst mich nicht erquickt,

Noch schrecket ohne Maßen.

Der Herr mich armes Schäflein klein

Heimsucht und auf den Schultern sein

Mit allem Fleiß tut tragen.

 

5.) Ob ich schon wand'r im finstern Tal

Und weiß kein Trost zu finden,

Muss reisen durch den Jammersaal,

So wirst du doch all' Stunden

Mein Schutz und Heiland selber sein

Und bei mir bleiben in der Pein.

Drum ich kein Unglück fürchte.

 

6.) Dein Steck'n und Stab wird trösten mich,

Darauf ich mich verlasse

Und setz mein' Hoffnung ganz auf dich,

Tu reisen meine Straßen.

Begegnet mir Gefährlichkeit,

Kreuz, Trübsal und Beschwerlichkeit,

Wirst du mir gnädig helfen.

 

7.) Ein' Tisch vor mir bereitest zu

Geg'n alle meine Feinde.

Du schaffest in mir Fried' und Ruh'

Und hilfest wohl den Deinen.

Der Feinde Macht zerbrichst du gar,

Lässt sie zu Spott werd'n immerdar,

Dafür wir dir auch danken.

 

8.) Du salbst mein Haupt mit Freudenöl,

Des' tröst ich mich von Herzen,

Und schenkst mir in den Becher viel,

Es ist bei dir kein Scherzen.

Groß' Gnad' und Wohltat mir erzeigst

An Leib und Seel' mich reichlich speist,

Das muss ich höchlich rühmen.

 

9.) So lang ich leb in dieser Zeit,

Wird mir folgen gewisse

Gutes und Barmherzigkeit,

Danach bin ich geflissen,

Fass ich dein Gnad' stets bei mir hab

Und in dein'm Haus bleib immerdar,

Dein Angesicht zu schauen.

 

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Autor: Georg Rost

Melodie: Wo Gott der Herr nicht bei uns hält

oder: Allein Gott in der Höh sei Ehr

Bezug: Psalm 23

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Der Text wurde von mir behutsam, soweit

es die Strophenform und der Endreim zu-

ließen, in heutiges Hochdeutsch übertragen

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Das deutsche evangelische Kirchenlied des 17. Jahrhunderts

Herausgegeben von Albert Fischer (†) und

Wilhelm Christian Ludwig Tümpel, Zweiter Band

Druck und Verlag C. Bertelsmann

Gütersloh, 1905

Liednummer 153

Thema: Christuslied

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Georg Rost (* 16. Dezember 1582 in Mansfeld, Grafschaft Mansfeld; † 26. Januar 1629) war ein deutscher evangelisch-lutherischer Pfarrer, Hofprediger und Lieddichter. Rost wurde als Sohn des Mansfelder Bürgers Johann Rost geboren und studierte nach seinem Schulbesuch zuerst Medizin und Jura, bevor er zur Theologie wechselte: Er studierte unter anderem in Wittenberg. Im Jahr 1616 wurde er Diakon (Zweiter Pfarrer) in seiner Vaterstadt und dann Kirchenrat. Anschließend wirkte er als mecklenburgischer Hofprediger der dänischen Königin Sophie Herzogin von Mecklenburg-Güstrow (1557-1631), die in Lübz an der Elde im Herzogtum Mecklenburg ihren Witwensitz bezogen hatte. Rost war treuer Anhänger der Lehren Luthers und veröffentlichte mehrere Streitschriften gegen die päpstliche Kirche, Rosenkreuzer und Schwärmer. In seine Bußpredigten stellte er einen Zusammenhang zwischen den Leiden des Dreißigjährigen Krieges und der Bußunfertigkeit der Herrschenden her, die er ebenso mutig wie scharf tadelte. Das von dem Pfarrer und Hymnologen Albert Friedrich Wilhelm Fischer (1829-1896) initiierte und nach seinem Tod ab 1904 in Gütersloh von Wilhelm Christian Ludwig Tümpel (1855-1915) herausgegebene mehrbändige Werk 'Das deutsche evangelische Kirchenlied' enthält ein Lied von Rost. Es ist ein Christuslied mit neun Strophen und heißt 'Ach lieber Herr, du bist mein Hirt'.

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Bild: Mosaik zum Trinitatisfest aus Rosen und Kreuzen

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Du wunderbares Wesen

 

1.) Du wunderbares Wesen,

Du ewig weiser Gott!

Das, was wir von dir lesen,

Macht unsre Kunst zu Spott.

Wir könnens nicht ergründen,

Noch deinen Rat erfinden:

Dein Reichtum ist zu groß!

 

2.) Vernunft wird hier zu Schanden,

Und dünkt sich, klug zu sein.

Was sie sich unterstanden,

Das trifft hier gar nicht ein.

Gott wohnt in einem Lichte,

Daher auch die Gerichte

Ganz unbegreiflich sind.

 

3.) Bewundre seine Wege,

Doch forsche nicht zu sehr,

Warum er also pflege: (a)

Du kannst doch nimmermehr

Des Höchsten Sinn erreichen

Und seiner Weisheit gleichen:

Es ist zu hoch für dich.

 

4.) Er ist allein recht weise,

Er weiß, was Nutzen schafft.

Dass man ihn fröhlich preise,

Erzeigt er seine Kraft.

Er lässt zu seinen Taten

Sich niemand anders raten,

Und führt es herrlich aus.

 

5.) Von ihm kommt Heil und Leben,

Er ist der Frommen Zier.

Wer hat ihm was gegeben?

Der fordre Lohn dafür.

Vielmehr sind seine Gaben,

Die wir zum Brauche haben,

Von seiner milden Hand.

 

6.) Von ihm sind wir zu Kindern

Und Erden mit gemacht.

Durch ihn wird denen Sündern

Die Seligkeit gebracht.

In ihm sind alle Dinge,

Dass man ihm Ehre bringe

Jetzt und in Ewigkeit.

 

(a) vorgeht

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Autor: Jeremias Hubrig

Melodie: Herr Gott, nun sei gepreiset

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Gott-geheiligte Früchte, oder Geistliche poëtische Betrachtungen über verschiedene Sprüche Heil. Schrifft, auf alle Monath und Tage durchs gantze Jahr

von Jeremias Hubrig

Lauban, 1730

Thema: Trinitatis

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Jeremias Hubrig (* 1690 nach Christus in Friedeberg am Queis in Niederschlesien (Böhmische Kronländer), † 1775 in Schwerta/Niederschlesien) war evangelisch-lutherischer Pfarrer und Verfasser geistlicher Lieder. Er studierte in Lauban und Leipzig und gab anschließend zunächst als Lehrer Privatunterricht für adelige Kinder. Er wurde 1726 zum Katecheten in Meffersdorf in Niederschlesien berufen und heiratete 1729 Anna Rosina, geb. Römer, mit der er einen Sohn und zwei Töchter hatte. 1736 hielt er am ersten Advent als Pfarrer in Schwerta in Niederschlesien seine Antrittspredigt. Seine geistlichen Lieder veröffentlichte er 1730 am Verlagsort Lauban unter dem Titel 'Gott-geheiligte Früchte, oder Geistliche poëtische Betrachtungen über verschiedene Sprüche Heil. Schrifft, Auf alle Monath und Tage durchs gantze Jahr'. Insgesamt sind 450 Lieder aus seiner Feder überliefert. Sein bekanntestes Lied ist ein Ewigkeitslied mit neun Strophen und heißt 'Auf, auf, mein Geist ermuntre dich'.

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Mein Priester, heil'ge dich für mich

 

1.) Mein Priester, (a) heil'ge dich für mich!

So werd' ich, wie ich soll für dich,

Weil ich dein' Heiligung erlang,

Denn außer dir ist alles Zwang.

 

2.) Zur Heiligung bist du gemacht,

Dass ich in dir auch redlich tracht'

Zu sein ein lauter' Gotteskind,

Denn außer dir ist alles Sünd'.

 

3.) Du hast auch darin mir zu gut

Dich dargeboten bis auf's Blut,

Gewacht, gefastet mit Gebet,

Und dich dem Herrn geheiligt.

 

4.) Weil du das auch für mich getan,

Nehm' ich mich herzhaft darum an.

Und tät ich's nicht, so stünd ich mir

Nur selbst im Wege für und für.

 

5.) Du hast mir alles leicht gemacht.

So oft ich gläubig dein' gedacht,

So konnt' ich immer in dir ruhn, -

Doch ohne dich kann man nichts tun.

 

6.) Nun, Jesu Christ, erhöre mich,

Und sei die Heiligung für mich!

Erhalt im Glauben mich gesund,

Und durch dein Blut im neuen Bund!

 

(a) Ehrentitel für Jesus Christus

 

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Autor: Christian David

Melodie: O Jesu Christ, meins Lebens Licht

oder: Vom Himmel hoch, da komm ich her

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Evangelischer Liederschatz für Kirche, Schule und Haus

Band 1. Zweite, umgearbeitete Ausgabe

Gesammelt und bearbeitet von Albert Knapp,

J. G. Cottascher Verlag,

Stuttgart und Tübingen, 1850

Liednummer 694

Thema: Christuslied

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Christian David (* 17. Februar 1692 in Senftleben/Mähren; † 3. Februar 1751 in Herrnhut) war Missionar, Lieddichter und Pfarrer der Herrnhuter Brüdergemeinde des Reichsgrafen Nikolaus von Zinzendorf (1700-1760). Christian David war in einem katholischen Elternhaus geboren und berichtet, er sei oft auf den Knien um die Marienbilder hin und her gekrochen, um sein belastetes Gewissen zu beruhigen, aber er habe keinen Trost gefunden. Um den väterlichen Beruf des Zimmermanns zu erlernen, ging er auswärts zur Lehre bei einem evangelischen Meister. Hier gewann er die Zuversicht, allein auf Gott zu vertrauen, er lernte, die Bibel selbst zu lesen und beschloss, zur evangelischen Konfession zu wechseln. In Berlin ließ er sich als Soldat anwerben und fand hier einen Pfarrer, der ihn in die lutherische Kirche aufnahm. Nachdem er im Jahr 1715 an der Eroberung Stralsunds teilgenommen hatte, lebte er in Görlitz. Hier fand er seine geistliche Heimat in einem Kreis um den pietistischen Pfarrer Schäfer und fühlte sich zum Missionar unter seinen böhmischen Landsleuten berufen. Unter diesen waren Nachkommen der Böhmischen Brüder, einer vorreformatorischen Gemeinschaft, die auf Johannes Hus zurückging. Der sächsische Graf Nikolaus von Zinzendorf berief David in die neu gegründete Gemeinschaft der Herrnhuter Brüdergemeinde. Daraufhin zogen etliche mährische Glaubensflüchtlinge mit David in die Oberlausitz. Ihr erster Bischof wurde später Zinzendorf und dessen engster Mitarbeiter David. Ohne festes Amt in der Brüdergemeine war er zeitweise in seinem Beruf tätig, zeitweise als hochgeachteter Prediger und reiste als Missionar in viele Länder bis hin nach Grönland und Nordamerika. Auf seinem Grabstein steht: 'Des Herren Knecht'. Seine Lieder singt man heute noch in der Herrnhuter Brüdergemeine. Eines von ihnen steht auch im Evangelischen Gesangbuch (EG) von 1993 und wird u. a. in kirchlichen Jugendkreisen viel gesungen; es spielte im Herbst 1989 in der Friedensbewegung der DDR eine große Rolle und heißt 'Sonne der Gerechtigkeit'.

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Bild: Rose

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Halleluja, dich, Vater, preist

 

1.) Halleluja, dich, Vater, preist

Mein Mund und mein erlöster Geist

Soll ewig dich erheben.

Für den, der dich beleidigt hat,

Für mich hast du nach deinem Rat

Den ein'gen Sohn gegeben:

Vater, Vater!

Bösen Kindern,

Armen Sündern,

Die dich kränken,

Willst du Heil für Strafe schenken.

 

2.) Dein Sohn kommt von des Himmels Thron,

Wen seh ich? - Einen Menschensohn,

Mir gleich, nur ohne Sünde.

Des Vaters Herrlichkeit und Huld,

Der Menschen Fluch, doch frei von Schuld,

Find ich in diesem Kinde.

Heiland, Heiland!

Dein Erscheinen

Gibt den Deinen

Kindesrechte,

Frei durch dich sind Sündenknechte.

 

3.) Darum, weil du, Herr Jesu Christ,

Gott und doch auch mein Bruder bist,

Kannst du der Mittler werden,

Der Gott und Menschen ganz vereint,

Bis hierher war Gott unser Feind,

Der Fluch lag auf der Erden.

Mittler, Mittler!

Dein Erbarmen

Hilft mir Armen.

Die nur gläuben,

Sollen nicht im Elend bleiben.

 

4.) Ich glaube, Herr! Du hilfst auch mir,

Ich glaube, weil der Engel dir

Den Namen Jesus gibet.

Gerecht, ein Helfer sollst du sein.

Du bist's. Du bist es ganz allein,

Den meine Seele liebet.

Jesu, Jesu!

Hilf die Sünden

Überwinden!

Hilf mir gläuben,

Hilf mir treu im Sterben bleiben.

 

5.) Gott hat dich mir zum Christ gemacht

Und mir die Salbung zugedacht,

Die dir Gott hat gegeben.

Durch dich, der du ganz heilig bist,

Bin ich gesalbet als ein Christ,

In und mit dir zu leben.

Christe, Christe!

Du bist heilig,

Ich bin freilich

Unvollkommen.

Mich zu suchen bist du kommen.

 

6.) Komm in mein Herz, wie in die Welt,

Und wenn mein Herz dir nicht gefällt,

Bild es nach deinem Herzen!

Bist du mein Heiland, Schutz und Licht,

So weiß ich, kommst du zum Gericht,

Von keinen bangen Schmerzen.

Endlich sing ich

Heil'ge Lieder,

Wenn ich wieder

Auferstehe.

Hosianna in der Höhe!

 

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Autor: Christoph Traugott Schröer

Melodie: Wie schön leuchtet der Morgenstern

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Geistlicher Liederschatz

Sammlung der vorzüglichsten geistlichen Lieder für

Kirche, Schule und Haus und alle Lebensverhältnisse

Herausgegeben von Samuel Elsner und Emanuel Christian Gottlieb Langbecker

verlegt bei Samuel Elsner, Berlin, 1832

Liednummer 715

Thema: Christuslied

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Christoph Traugott Schröer (* 23. Mai 1727 in Ulbersdorf/Schlesien; † 1798) war ein deutscher evangelisch-lutherischer Pfarrer und Lieddichter. Er wurde als Sohn des Pfarrers Friedrich Schröer geboren und besuchte die Schule in Lauban. Im Jahr 1746 immatrikulierte er sich an der Universität Leipzig, wo er u.a. Vorlesungen bei dem berühmten Dichter und Philosophen Christian Fürchtegott Gellert (1715-1769) hörte. Anschließend arbeitete Schröer elf Jahre als Lehrer bis er 1760 als Diakon (Zweiter Pfarrer) in Schmiedeberg/Schlesien ins geistliche Amt trat. Im Jahr 1768 wurde er Erster Pfarrer und ein Jahr später Oberpfarrer. Er veröffentliche 1770 am Verlagsort Bunzlau eine Sammlung von 'Betrachtungen und Lieder über die wichtigesten evangelischen Wahrheiten' und 1774 eine Zusammenstellung von 'Cantaten auf alle Sonn- und Festtags-Evangelia'. Als junger Mann hatte er eine Monatszeitung herausgegeben, die in Liegnitz und Breslau vier Jahre lang unter dem Titel 'Von allem etwas' erschienen war. Von seinen geistlichen Liedern ist eines überregional bekannt geworden und steht in Kirchengesangbüchern des 19. Jahrhunderts. Es ist ein Christuslied mit sechs Strophen und heißt 'Halleluja, dich, Vater, preist mein Mund'.

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O unerforschlich-tiefes Wesen

 

1.) O unerforschlich-tiefes Wesen,

Das ihr die Gottheit auserlesen.

Drei sollen eines sein?

Wer mag dies Wundermeer ergründen

Und bei Vernunft Erlärung finden,

Wie doch sei dieser Gnadenschein?

 

2.) Hier muss der Glaube dies bloß fassen,

Und sich auf Gottes Wort verlassen,

So solch Geheimnis uns entdeckt.

Der will ein lieber Vater heißen

Und mich aus allem Elend reißen,

Der Geist, Leib, Seel' und Sinnen schreckt.

 

3.) Sein Sohn will mein Erlöser werden,

Dass er mich von den Sünd-Beschwerden,

Ja, schwerer Höllenpein befrei.

Und dessen Geist soll Tröstung geben

In allem Kreuz und Kummerleben,

Zum Zeugnis, dass ich Gottes sei.

 

4.) O wundervolle Himmelsgüte!

Gott zeiget heut' sein Gunstgemüte,

Wie ihn nach unserm Heil verlangt!

Uns will er hier zu Kindern haben,

Dass er uns ewig möge laben

Im Himmelreich, wo Wonne prangt.

 

5.) Gib, werter Gott, dass ich von Sünden

Mich mög zu wahrer Buße finden,

Und dein sein, wie du meine bist.

Lass mich hier deine Lieb' erkennen,

Dich Gott, mich dein Geschöpfe nennen,

Das da erlöst hat Jesus Christ.

 

6.) Und lass mich deinen Geist regieren,

Ja, zu der Tugendbahn aufführen,

Weil du mit mir dich hast vermählt,

Dass ich nicht meinen Taufbund trenne,

Noch selber ins Verderben renne,

Und flecke dies, was du erwählt.

 

7.) Hilf mir nur stetig dies erwägen,

Dass in dem Taufstein Heil und Segen

Auf meine Seel' geflossen war.

Und dass mein Nam' sei eingeschrieben

Im Himmel, wo Gott ewig lieben

Die Frommen in verknüpfter Schar.

 

8.) So wird mich Sünd' und Tod nicht schrecken,

Noch Satan mit der Angst bedecken,

Ich weiß, dass ich des Herren bin,

Gott ist mein Trost, mein Freund, mein Leben,

Der wird mich hier mit Heil umgeben,

Und Seligkeit wird mein Gewinn.

 

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Autor: Johann Christoph Männling

Melodie: ohne Angaben

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Joh. Christoph Männlings

Poetischer Blumen-Garten

Oder: Teutsche Gedichte

Verlag Johann Georg Bleßing

Breßlau, 1717

Thema: Trinitatis

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Johann Christoph Männling (* 14. Oktober 1658 in Wabnitz bei Oels in Schlesien im Herzogtum Oels; † 4. Juli 1723 in Stargard/Pommern) war ein deutscher evangelisch-lutherischer Pfarrer und Dichter. Er besuchte Schule und Gymnasium in Breslau und immatrikulierte sich anschließend an der dortigen Universität, um Theologie zu studieren. Nachdem er an die Universität in Wittenberg gewechselt hatte, schloss er das Studium mit dem Magistergrad ab. Im Jahr 1685 veröffentlichte er eine Poetik unter dem Titel 'Europäischer Parnassus'. Im Jahr 1688 wurde er als Pfarrer nach Creutzburg in Schlesien berufen, von wo er zwölf Jahre später wegen der Protestantenverfolgungen nach Stargard fliehen musste. Dort erhielt er im Jahr 1700 eine Anstellung als Diakon (Zweiter Pfarrer) an der Johanniskirche, woran sich eine bis zu seinem Tod währende Tätigkeit als Hauptpfarrer an der Kirche St. Augustin und als Garnisonprediger anschloss. Männling war Zeit seines Lebens auch als Dichter tätig, wobei ein großer Teil der überlieferten Werke aus Nachdichtungen besteht. 160 seiner geistlichen Lieder erschienen im Jahr 1717 unter dem Titel 'Poetischer Blumen-Garten'; ein weiteres, 1694 verlegtes, Werk heißt 'Geistliche Sabbaths-Stunden'. Ein Großteil von Männlings sonstigen Schriften gilt als verschollen, darunter auch seine wahrscheinlich nie gedruckten Stargarder Schul-Dramen.

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Nun ist das Urteil ausgesprochen

 

1.) Nun ist das Urteil ausgesprochen

Mein Liebster Jesu, über dich:

Was Adam wider Gott verbrochen, (a)

Das büßest du geduldiglich.

Nun bin ich von dem Fluch befreiet,

Weil du für mich vermaledeiet. (b)

 

2.) Du bist gerecht, wie selbst gestehet

Der Richter vor der Juden Schar, (c)

Gleichwohl Unrecht für Recht ergehet,

Bloß, weils den Juden eben war. (d)

Sie schrien: Lass das Blut dies' Frommen

Auf uns und unsre Kinder kommen. (e)

 

3.) Ich schrei auch so, jedoch: aus Liebe!

Ach, lass dein göttlich' reines Blut,

Wenn ich mich in mir selbst betrübe,

Auf mich ja kommen, - so wird's gut.

Der Satan kann mich nicht erhaschen,

Wenn ich bin durch dein Blut gewaschen.

 

4.) Durch dieses Blut steh in im Bunde

Mit dir, mein Gott, des tröst' ich mich.

Dies Blut hab ich mit meinem Munde

Auch oft genossen würdiglich, (f)

Im Beichstuhl bin ich, wenn bedränget,

Mit diesem reinen Blut besprenget.

 

5.) Ach hilf, dass ich mit Fleiß mich hüte

Vor den Blutschulden aller Sünd'.

Regiere mich durch deine Güte,

Dass ich leb' als ein reines Kind

Und stets, zu deinem Lob und Preise

Mich vor der Welt gerecht (g) erweise.

 

6.) Werd' ich bis auf das Blut gestrichen

Mit Geißeln, soll's gekreuzigt sein?

Wohl! Ich bin deinem Bild verglichen,

Dein Blut stärkt mich in Qual und Pein.

Ja, muss ich Gut und Blut aufgeben,

So komm ich durch dein Blut zum Leben.

 

(a) Nach christlicher Vorstellung unterliegt jeder Mensch der Erbsünde, die durch den Sündenfall Adams auf ihn gekommen ist und erst durch Jesus Christus und seinen Opfertod am Kreuz aufgehoben wurde. Ein Symbol für die Erbsünde ist auch der 'alte Mensch', d.h. der Mensch, der noch der Erbsünde verhaftet ist. Dieser wird oft in der Person Adams oder Moses dargestellt, zwei Personen des Alten Testaments.

(b) verflucht

(c) Die latente Feindseligkeit der Autoren und Theologen der frühen Neuzeit gegen die Juden wurzelt in der Auffassung, dass diese das ihnen verkündete Heil, das die Botschaft Jesu Christi den Christen bedeutet, ausgeschlagen haben. Die neuere Theologie der meisten christlichen Konfessionen teilt diese Auffassung nicht mehr. Sie gehen vielmehr davon aus, dass die Juden eine eigene Rolle im Heilsgeschehen haben. In diesem Zusammenhang wird auch auf die Tatsache aufmerksam gemacht, dass ohne die Kreuzigung Jesus sein Heilswirken nicht habe entfalten können.

(d) zu Passe kam

(e) Die latente Feindseligkeit der Autoren und Theologen der frühen Neuzeit gegen die Juden wurzelt in der Auffassung, dass diese das ihnen verkündete Heil, das die Botschaft Jesu Christi den Christen bedeutet, ausgeschlagen haben. Die neuere Theologie der meisten christlichen Konfessionen teilt diese Auffassung nicht mehr. Sie gehen vielmehr davon aus, dass die Juden eine eigene Rolle im Heilsgeschehen haben. In diesem Zusammenhang wird auch auf die Tatsache aufmerksam gemacht, dass ohne die Kreuzigung Jesus sein Heilswirken nicht habe entfalten können.

(f) in Form des Weins im heiligen Abendmahl

(g) gerechtfertigt

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Autor: Johannes Stemmler

Melodie: Hier liegt mein Heiland in dem Garten

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Vermehrtes Schönburgisches Gesangbuch

Herausgegeben von Johann Georg Schulz

Waldenburg 1796

Liednummer 324

Thema: Passion

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Johannes Stemmler, auch Stemler (* 14. April 1662 in Neustadt an der Orla/Herzogtum Sachsen-Zeitz, † 1. Mai 1720 in Schleusingen) war evangelisch-lutherischer Kantor und Kirchenliedichter. Er wurde als Sohn des gleichnamigens Archediakons in Neustadt geboren und besuchte ab 1673 das Gymnasium in Gotha. Er wechselte 1678 nach Jena und 1682 nach Leipzig, wo er seine Studien fortsetzte. Nach weiteren Umzügen innerhalb Thüringen gelangte er nach Erfurt, wo er seine erste Anstellung als Kantor erhielt. 1691 erhielt er in Schleusingen das Kantorat von dem Grafen von Sachsen-Zeitz übertragen. Seine Kirchenlieder fanden Aufnahme in die Schleusingischen Gesangbücher von 1717 und 1719. Eines der Lieder 'Ich bin von Gott geliebt' verfasste er in Trauer um seine Ehefrau, die am 11. Februar 1694 verstorben war.

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So versiegelt der Gerechte

 

- Zum Stephanstag (a) am 26. Dezember -

 

1.) So versiegelt der Gerechte

Sein Bekenntnis durch den Tod.

Er verlacht die Henkersknechte,

Denn er stirbt in seinem Gott.

Er kann als ein Überwinder

Unter einem Haufen Stein

Sanfter, als ein frecher Sünder

Auf dem Bette, schlafen ein.

 

2.) Und was darf er weiter hoffen!

Sieht sein sterbend' Auge doch

Selbst den hellen Himmel offen,

Sein Erlöser lebet noch.

Denn er steht zu Gottes Rechten

Und zeigt Stephanus die Kron',

Die er seinen treuen Knechten

Schenket für ihr Blut den Lohn.

 

3.) Nun will er auch sterbend treten

Vor des Höchsten Throngericht.

Hört für seine Feind' ihn beten:

Herr, behalt die Sünde nicht (b)!

Also gehn die Lebensgeister

Untern Steinen ihren Lauf.

Er ruft: Jesu, lieber Meister,

Nimm, ach, meinen Geist, nimm auf!

 

4.) Treuster Knecht, du bist gegangen

Zu des Herren Freudenzelt.

Du kannst mit der Krone prangen,

Die den Glanz der Sonne hält.

Dir sind deine Martersteine

Nun in Stern und Gold verkehrt.

Die zerschmetterten Gebeine

Mehr vor Gott als Demant (c) wert.

 

5.) Selig, wer für Christus Ehre

Waget Leben, Leib und Gut,

Und die unverfälschte Lehre

Gar versiegelt durch sein Blut!

Selig, wer zur letzten Stunde

Schließt wie Stephanus den Lauf,

Ruft mit Herzen und mit Munde:

Jesu, meinen Geist, nimm auf!

 

(a) Stephanus (* ca. 1 n. Chr.; † ca. 36/40 n. Chr.) ist im Neuen Testament ein Diakon der Jerusalemer Urgemeinde, der durch Steinigung ermordet wurde. Er gilt als erster christlicher Märtyrer. Sein Name deutet auf eine hellenistische Herkunft hin. Seit 560 n. Chr. sind seine Gebeine angeblich in der Krypta von San Lorenzo fuori le mura in Rom neben denen des römischen Archidiakons Laurentius bestattet.

(b) rechne mir die Sünden nicht an

(c) Diamanten

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Autor: Hans von Assig und Siegersdorf

Melodie: Bei Dir, Jesu will ich bleiben

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gefunden in der

Anthologie christlicher Gesänge

aus allen Jahrhunderten der Kirche

Dritter Band

Herausgegeben von August Jakob Rambach

verlegt bei J. F. Hammerich,

Altona und Leipzig, 1819

Thema: Stephanstag

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Hans von Assig und Siegersdorf (* 8. März 1650 in Breslau, † 1706) war ein schlesischer Barockdichter, dessen geistliche Lieder auch in evangelische Gesangbücher und Kirchenliedsammlungen aufgenommen wurden. Assig studierte Rechtswissenschaften in Leipzig, trat im Jahr 1674 in schwedische Dienste und kämpfte als Seeoffizier auf dem Admiralsschiff im schwedisch-dänischen Krieg. Nach dem Tode seines Vaters kehrte er in die Heimat zurück, trat aber, da er hier keine öffentliche Stellung fand, in kurbrandenburgischen Dienste und wurde 1692 zum Schlosshauptmann, Burglehns- und Kammeramtsdirektor des Kreises Schwiebus ernannt. In dem erst 1719 erschienenen Band seiner Gesammelten Schriften finden sich außer seinem Lebenslauf u. a. das Märtyrerlied über den sterbenden Stephanus 'So versiegelt der Gerechte sein Bekenntnis durch den Tod' und das Schwiebuser Kirchweihlied 'Dreifaltig heilig großer Gott'. Von seinen geistlichen Liedern sind 55 überregional bekannt geworden und stehen in Kirchengesangbüchern und Liedanthologien des 17. bis 20. Jahrhunderts. Sein bekanntestes Lied ist ein Osterlied mit zehn Strophen und heißt 'Jesus, meine Zuversicht und mein Heiland ist im Leben'.

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Zweierlei bitt ich von dir

 

1.) Zweierlei bitt ich von dir,

Zweierlei trag ich dir für,

Dir, der alles reichlich gibt,

Was uns dient und dir beliebt,

Gib mein Bitten, das du weißt,

Eh ich sterb und sich mein Geist

Aus des Lebens Banden reißt.

 

2.) Gib, dass ferne von mir sei,

Lüge und Abgötterei.

Armut, das die Maße bricht,

Und groß Reichtum gib mir nicht.

Allzu arm und allzu reich

Ist nicht gut, stürzt beides gleich

Unsre Seel' ins Sündenreich.

 

3.) Lass mich aber, o mein Heil,

Nehmen mein bescheiden Teil

Und beschere mir zur Not

Hier mein täglich Bissen Brot.

Ein kein wenig, da der Mut

Und ein gut Gewissen ruht,

Ist fürwahr ein großes Gut.

 

4.) Sonsten möcht im Überfluß

Ich empfinden Überdruss,

Dich verleugnen, dir zum Spott

Fragen: Wer ist Herr und Gott?

Denn das Herz in Frechheit voll

Weiß oft nicht, wann ihm ist wohl,

Wie es sich erheben soll.

 

5.) Wiederum wenn's stehet bloß

Und die Armut wird zu groß,

Wird es untreu, stiehlt und stellt

Nach des Nächsten Gut und Geld,

Tut Gewalt, brauch Ränk und List,

Ist mit Unrecht ausgerüst't,

Fragt gar nicht, was christlich ist.

 

6.) Ach, mein Gott, mein Schatz mein Licht,

Dieser keines ziemt mir nicht:

Beides schändet deine Ehr,

Beides stürzt ins Höllenmeer.

Drum so gib mir Füll und Hüll!

Also, wie dein Herze will,

Nicht zu wenig, zu viel.

 

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Autor: Paul Gerhardt

Melodie: Singen wir aus Herzensgrund

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gefunden in: Paul Gerhardt - Lieder und Gedichte

Verlag Paul Müller, München, 1949

Herausgegeben von Eberhard von Cranach-Sichart

Kapitel Gebet und christliches Leben, Seite 107

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Paul Gerhardt, geb. 12. März 1607 in Gräfenhainichen (Sachsen), Hauslehrer in Berlin, 1651 evangelisch-lutherischer Propst in Mittenwalde (Mark Brandenburg), 1657 Pfarrer an St. Nikolai in Berlin. 1667 seines Amtes enthoben, weil er als überzeugter Lutheraner dem Toleranzedikt des reformierten Großen Kurfürsten nicht zustimmen konnte, 1669 Archidiakonus in Lübben (Spreewald), dort gestorben 27. Mai 1676.

Er ist nach Martin Luther der bekannteste und produktivste Kirchenlieddichter. Seine etwa 130 Lieder bezeugen auf dem Hintergrund des Dreißigjährigen Krieges persönliches Gottvertrauen und christliche Heilserfahrung. Crüger und Ebeling vertonten viele seiner Gedichte.

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Paul Gerhardt (12 March 1607 – 27 May 1676) was a German hymn writer. He is commemorated as a hymnwriter in the Calendar of Saints of the Lutheran Church on 26 October with Philipp Nicolai and Johann Heermann.

Gerhardt was born into a middle-class family at Gräfenhainichen, a small town between Halle and Wittenberg. At the age of fifteen, he entered the Fürstenschule in Grimma. The school was known for its pious atmosphere and stern discipline. The school almost closed in 1626 when the plague came to Grimma, but Paul remained and graduated from there in 1627. In January 1628 he enrolled in the University of Wittenberg. There, two teachers in particular had an influence on him: Paul Röber and Jacob Martini. Both of these men were staunch Lutherans, promoting its teachings not only in the classroom but in sermons and hymns. Röber in particular often took his sermon texts from hymns. In this way Gerhardt was taught the use of hymnody as a tool of pastoral care and instruction.

Gerhardt graduated from the University of Wittenberg around 1642. Due to the troubles of the Thirty Years War it seems he was not immediately placed as a pastor, and thus moved to Berlin where he worked as tutor in the family of an advocate named Andreas Barthold. During his time in Berlin his hymns and poems brought him to the attention of Johann Crüger the cantor and organist at the Nicolaikirche in Berlin. Crüger was impressed by Gerhardt's hymns and included eighteen of them in his "Praxis pietatis melica" (1656). The hymns proved popular, and Gerhardt and Crüger began a collaboration and friendship that continued for many years.

 

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Paul Gerhardts Lieder/ Hymns

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Abendlied

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Der Tag mit seinem Lichte

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Advent

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Wie soll ich dich empfangen

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Beschneidungsfest

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Warum machet solche Schmerzen

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Bittgesänge, Gotteslob und -dank

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Also hat Gott die Welt geliebt

Das ist mir lieb, daß Gott, mein Hort

Der Herr, der aller Enden

Du meine Seele singe

Herr Gott, du bist ja für und für

Herr, dir trau ich all mein Tage

Ich danke dir demütliglich

Ich preise dich und singe

Ich singe dir mit Herz und Mund

Ich will erhöhen immerfort

Ich will mit Danken kommen in den gemeinen Rat

Merkt auf, merkt, Himmel, Erde

Nun danket all und bringet Ehr

O Gott, mein Schöpfer

Sollt ich meinem Gott nicht singen

Unter allen, die da leben

Wer wohlauf ist und gesund

Wie ist es möglich, höchstes Licht

Wohl dem, der den Herren scheuet

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Christuslied

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Jesu, allerliebster Bruder

O Jesu Christ, mein schönstes Licht

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Epiphanias

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Kommt und lasst uns Christum ehren

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Geistliche Volkslieder

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Voller Wunder, voller Kunst

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Glaube, Kampf und Rechtfertigung

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Schwing dich auf zu deinem Gott

Wohl dem Menschen, der nicht wandelt

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Gottvertrauen, Kreuz und Trost

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Ach treuer Gott, barmherzigs Herz

Ach, Herr, wie lange willst du mein

Auf den Nebel folgt die Sonne

Barmherzger Vater, höchster Gott

Befiehl du deine Wege

Herr, du erforschest meinen Sinn

Ich erhebe, Herr, zu dir, meiner beiden Augen

Ich hab in Gottes Herz und Sinn

Ich weiß, mein Gott, dass all mein Tun

Ist Gott für mich, so trete gleich alles wider mich

Kommt, ihr traurigen Gemüter

Meine Seel ist in der Stille

Noch dennoch musst du drum nicht ganz

Warum sollt ich mich denn grämen

Was soll ich doch, o Ephraim

Was trotzest du, stolzer Tyrann

Wer unterm Schirm des Höchsten sitzt

Wie der Hirsch im großen Dürsten schreiet

Wie ist so groß und schwer die Last

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Jahresende

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Mit Freuden lasst uns treten vor Gott, ihn anzubeten

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Katechismus- und Psalmlieder

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Gott ist mein Licht

Sei wohlgemut, o Christenseel

Wie lang, o Herr, wie lange soll dein Herze mein vergessen

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Land, Volk und Obrigkeit

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Gott Lob, nun ist erschollen

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Morgenlied

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Lobet den Herren alle, die ihn ehren

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Natur, Wetter und Schöpfung

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Nun ist der Regen hin

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Neujahr

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Nun lasst uns gehn und treten

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Ostern

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Auf, auf, mein Herz, mit Freuden

Ich weiß, daß mein Erlöser lebt

Nun freut euch hier und überall

Sei fröhlich alles weit und breit

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Passion

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Als Gottes Lamm und Leue

Ein Lämmlein geht

Gegrüßet seist du, Gott mein Heil

Gegrüßet seist du, meine Kron und König

Hör an, mein Herz, die sieben Wort

Ich grüße dich, du frömmster Mann

O Haupt voll Blut und Wunden

O Herz des Königs aller Welt

O Mensch, beweine deine Sünd

O Welt, sieh hier dein Leben

Sei mir tausendmal gegrüßet

Sei wohl gegrüßet, guter Hirt

Siehe, mein getreuer Knecht

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Pfingsten

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Gott Vater, sende deinen Geist

O du allersüßte Freude

Zeuch ein zu deinen Toren

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Reiselied

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Nun geht frisch drauf

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Sommerlied

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Die güldne Sonne

Geh’ aus mein Herz und suche Freud

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Sonntag und Gottesdienst

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Herr Jesu, meine Liebe

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Sünde, Buße und Umkehr

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Herr, höre, was mein Mund

Herr, ich will gar gerne bleiben

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Taufe

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Du Volk, das getaufet bist

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Tod und Ewigkeit

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Die Zeit ist nunmehr nah

Ich bin ein Gast auf Erden

Leid ist mirs in meinem Herzen

Mein Gott, ich habe mir

Was trauerst du, mein Angesicht

Weg, mein Herz, mit den Gedanken

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Trinitatis

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Was alle Weisheit in der Welt

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Weihnachten

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Alle, die ihr, Gott zu ehren

Fröhlich soll mein Herze springen

Ich steh an deiner Krippen hier

O Jesu Christ, dein Kripplein

Schaut, schaut, was ist für Wunder dar

Warum willst du draußen stehen

Wir singen dir, Immanuel

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Derzeit noch nicht erfasst / Currently not scanned

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Die Ehe soll uns heilig sein

Du bist ein Mensch, das weißt du wohl

Du bist zwar mein und bleibest mein

Du liebe Unschuld du, wie schlecht

Ein Weib, das Gott, den Herren liebt

Es muss ein treues Herze sein

Geduld ist euch vonnöten, wenn Sorge

Gib dich zufrieden und sei stille

Herr, aller Weisheit Quell und Grund

Herr, der du vormals hast dein Land mit Gnaden angeblicket

Herr, was hast du im Sinn

Hört an, ihr Völker, hört doch an

Ich danke dir mit Freuden, mein König

Ich hab oft bei mir selbst gedacht, wenn ich den Lauf der Welt

Ich habs verdient, was will ich doch mich wider Gott

Ich, der ich oft in tiefes Leid und große Not

Ist Ephraim nicht meine Kron und meines Herzen Wonne

Johannes sah durch ein Gesicht

Kommt, lasst vor Gott uns treten

Liebes Kind, wenn ich bei mir deines schönen

Mehre meinen kleinen Glauben

Mein Herzens-Vater, weinst du noch

Nach dir, o Herr, verlanget mich, du bist mein Gott

Nicht so traurig, nicht so sehr

Nun ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Städt und Felder

Nun seid getrost und unbetrübt

O Herrscher in des Himmels Zelt

O Tod, o Tod, du greulichs Bild

Was Gott gefällt, mein frommes Kind

Wer ist so gnädig, Herr, wie du

Wie schön ist's doch, Herr Jesu Christ

Zweierlei bitt ich von dir

 

Photo: Rosen im Burghof in Eltville

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Trostes volle Gnaden

 

1.) Trostes volle Gnaden,

Uns in Lust zu baden,

Gehn von Gott herfür.

Unsern Seelenlüsten

Quillt aus Gottes Brüsten

Milch und Labung hier.

Kommet dann, wer eilen kann,

Schmeckt den Honig, der hier fließet,

Wohl, werd des genießet.

 

2.) Wie die Kinder ächzen,

Die im Dürsten lechzen:

So eim Christenherz,

Das mit Ängsten ringet,

Wie ein Wurm sich wringet

In der Seelen Schmerz,

Uns ist bang,

Auch Gott bleibt lang, (a)

Unterdes mit vielen Tränen

Wir nach Trost uns sehnen.

 

3.) Will denn Gott verachten

Armer Kinder Schmachten,

Hat die Hilf' ein End'?

Ist sein Herz verschlossen,

Wird die Kraft verdrossen,

Feiern seine Händ'?

O, der Pein!

Darin zu sein

Bringet alles Jammers Menge,

Fühlt des Eifers Strenge.

 

4.) Höret auf, ihr Klagen,

Merket Gottes Sagen

Und den teuren Mund,

Der voll Liebe fließet,

Milch und Honig gießet,

Der uns machet kund

Mutterarm',

Er machet warm,

Küsse, labet und erquicket,

Was schien wie ersticket.

 

5.) Wenn die Seel' erkranket,

Wenn der Glaube wanket,

Fasset uns sein Schoß,

Der im Hunger weidet,

Der mit Freuden kleidet,

Wenn wir nackt und bloß,

Unser Hort

Gibt durch sein Wort

Labung, Leben, alle Güter,

Freude der Gemüter.

 

6.) Hört die Friedensstimmen,

Seht den Brand erklimmen,

Merkt den Sonnenschein.

Fühle Wolkentauen

Freudig ohne Grauen,

Trinket Labung ein.

Gottes Schrift

Uns Menschen trifft. (b)

Alles, was darin verschrieben

Zeugt von Gottes Lieben.

 

7.) Esaias (c) lehrte

Und Johannes kehrte

Sich Betrübten zu.

Aller Zeugen Wolke

Predigte dem Volke

Des Gewissens Ruh.

Merk darauf,

Du Gotteshauf',

Lasse uns das Wort betrachten,

Dass wir nicht verschmachten.

 

8.) Herr, nimm Dank und Ehre

Für die reine Lehre,

Die von Jesu fließt,

Lass uns sein geflissen,

Dass ein Angstgewissen

Solches Heil genießt.

Also wird

Uns, treuer Hirt,

Deine süße Weide laben,

Dass wir satt Trost haben.

 

(a) die Hilfe Gottes lässt auf sich warten

(b) betrifft

(c) Jesaja (auch Isaias bzw. Esaias) war der erste große Schriftprophet der hebräischen Bibel. Er wirkte zwischen 740 und 701 v. Chr. im damaligen Südreich Juda und kündigte das Gericht Gottes und als erster den zukünftigen Messias als gerechten Richter und Retter der Armen an.

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Autor: Heinrich Elmenhorst

Melodie: Jesu, meine Freude, meines Herzens Weide

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Hinrich Elmenhorsts geistliche Lieder

Herausgegeben von Johann Wolfgang Franck, Georg Böhm und Peter Laurentius Wockenfuss

Hamburg, 1681

Nachdruck Leipzig 1911

Thema: Johannisfest

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Heinrich oder Hinrich Elmenhorst (* 19. Oktober 1632 in Parchim/Herzogtum Mecklenburg-Schwerin; † 21. Mai 1704 in Hamburg) war ein deutscher evangelisch-lutherischer Pfarrer, Theaterautor und Schriftsteller. Elmenhorst wurde als Kind Hamburger Eltern geboren. Nach seinem Schulbesuch immatrikulierte sich Elmenhorst in Jena, um Theologie zu studieren und setzte seine Studien anschließend in Wittenberg und Leipzig fort. Dort schuf er seine ersten Dichtungen, so entstand in Leipzig 1653 das Schäferspiel 'Rosetta'. Seine Liebe galt der Theologie und dem Theater und das kulturell aufgeschlossene Hamburg bot ihm die Möglichkeit, beide Neigungen miteinander zu vereinbaren. Im Jahr 1660 erhielt er eine Berufung zum Diakon (Zweiten Pfarrer) an die Katharinenkirch-Gemeinde in Hamburg. Seine Liedpredigten, die von Elmenhorst verfassten geistlichen Lieder und Singspiele wurden von Hamburger Komponisten vertont. Elmenhorst gilt als einer der Mitbegründer des ältesten bürgerlichen deutschen Opernhauses, der berühmten Oper am Gänsemarkt, für das er auch Libretti verfasste. Im Jahr 1681 erschien eine erste Sammlung seiner geistlichen Lieder am Verlagsort Hamburg (Nachdruck 1911 in Leipzig); eine zweite Sammlung wurde im Jahr 1700 in Lüneburg gedruckt. Von seinen geistlichen Liedern sind 100 überregional bekannt geworden und stehen in Kirchengesangbüchern und Liedanthologien des 18. bis 20. Jahrhunderts. Sein bekanntestes Lied ist ein Passionslied mit acht Strophen und heißt 'Komm, Seele, Jesu Leiden soll meine Tröstung sein'.

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Bild: Rose (nachbearbeitetes Photo)

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O Herr Gott, Schöpfer aller Stern

 

1.) O Herr Gott, Schöpfer aller Stern,

Ein ewigs Licht der Gläubigen!

Herr Christ, der ganzen Welt Heiland,

Lass unsre Bitt' dir sein bekannt!

 

2.) Gar hart es dir zuwider war,

Dass wir sollten verderben gar,

Drum halfst du der verlornen Welt

Durch ein' Arznei, von dir bestellt.

 

3.) Da nun erfüllet war die Zeit,

Gleich als ein Bräut'gam wohl bereit

Tratst du her aus der Kammer dein,

Aus der Jungfrauen Leib so rein.

 

4.) Vor deiner großen Macht allhier

Sich biegen müssen alle Knie

Auf Erden und ins Himmels Thron,

Die müssen all sein untertan.

 

5.) Die Sonn' den Niedergang bewahr,

Der Mond behält sein' bleiche Art,

Die Sterne leuchten hell und klar,

Laufen ganz richtig wunderbar.

 

6.) Wir bitten dich, Herr Jesu Christ,

Der du ein Richter künftig bist,

Behüt uns all in dieser Zeit

Vor bösen Feindes List und Neid!

 

7.) Lob, Ehr', Kraft und Preis sei Ton

Gott Vater und seim lieben Sohn,

Dazu dem Tröster Heil'gem Geist

Von nun an bis in Ewigkeit!

 

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Autor: Cyriakus Spangenberg

Melodie: ohne Angaben

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Der Text wurde von mir behutsam, soweit

es die Strophenform und der Endreim zu-

ließen, in heutiges Hochdeutsch übertragen

und für diese Veröffentlichung eingerichtet

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Das deutsche Kirchenlied von Martin Luther

bis auf Nicolaus Hermann und Ambrosius Blaurer

Herausgegeben von K[arl] E[duard] P[hilipp] Wackernagel

Druck und Verlag S. G. Liesching

Stuttgart, 1841

Liednummer 459

Thema: Christuslied

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Cyriakus Spangenberg (* 7. Juni 1528 in Nordhausen/Thüringen; † 10. Februar 1604 in Straßburg/Elsass) war evangelisch-lutherischer Pfarrer, Historiker und Lieddichter. Er wurde als Sohn des Südharzer Reformators Johannes Spangenberg geboren und erhielt seinen ersten Unterricht zuhause. Im Alter von 14 Jahren immatrikulierte er sich an der Universität Wittenberg, musste sein Studium aber während des Schmalkaldischen Krieges unterbrechen und als Lehrer in Eisleben arbeiten. Anschließend kehrte er nach Wittenberg zurück, wo er um 1550 sein Studium abschloss. Imselben Jahre übernahm er die Pfarrstelle seines verstorbenen Vaters an der Andreaskirche in Eisleben, bevor er als Prediger an den Hof in Mansfeld berufen wurde. In theologischen Fragen ging Spangenberg eigene Wege, was zu Spannungen führte, die dergestalt eskalierten, dass Markgraf Joachim Friedrich am Jahresende 1574 bewaffnete Bürger aus Halle entsandte. Spangenberg floh und kam bis in die kursächsische Amtsstadt Sangerhausen. Im Jahr 1581 wurde er Pfarrer im oberhessischen Schlitz und zog 1595 nach Straßburg weiter, wo er bis zu seinem Tod lebte. Spangenbergs Werk besteht aus Kommentaren, Katechismusbearbeitungen, Predigten, einer Predigtreihe über Luthers Lieder und Leben. Darüberhinaus veröffentlichte er 1568 ein 'Christlichs Gesangbüchlein', einen Adelsspiegel und historische Chroniken zu vielen Städten Mitteldeutschlands. Von seinen geistlichen Liedern sind sieben überregional bekannt geworden und stehen in Kirchengesangbüchern des 17. bis 20. Jahrhunderts. In das Evangelische Gesangbuch (EG) von 1993 wurde das Osterlied 'Wir wollen alle fröhlich sein in dieser österlichen Zeit' aufgenommen, zu dem Spangenberg vier Strophen beisteuerte. In den vierten Band der zwischen 1841 und 1877 herausgegebenen Sammlung 'Das deutsche Kirchenlied' von Karl Eduard Philipp Wackernagel (1800-1877) wurden 15 geistliche Lieder von Spangenberg aufgenommen.

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Bild: Rose (nachbearbeitetes Photo)

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So tret' ich demnach an

 

- Beim Antritt einer neuen Stelle -

 

1.) So tret' ich demnach an,

Wie stark ich immer kann,

Mein Amt, Beruf und Wesen,

Dazu mich Gott erlesen, (a)

Der wird auch seinen Segen

Mir wissen beizulegen.

 

2.) Dir, Vater, sag ich Dank,

Dass du mein Leben lang

So reichlich mich ernähret

Und manche Gnad' bescheret.

Lass deine Güt' und Gaben

Mich auch noch ferner laben.

 

3.) O mein Herr Jesu Christ,

Der du mein Helfer bist,

Ach, segne meine Werke,

Auch selbst vom Himmel stärke,

Damit ich deinen Willen

In allem mög' erfüllen.

 

4.) O werter Heil'ger Geist,

Der du mein Tröster heißt,

Wenn ich an diesem Tage

Von Gott mein Kreuz auch trage,

Lass deinen Trost mich finden,

Und hilf mir überwinden.

 

5.) O du Dreieinigkeit,

Sei heut von mir nicht weit,

Lass mein Gebet und Flehen

Dir stets zu Herzen gehen.

Sprich Ja zu meinen Taten

Und hilf, das Beste raten.

 

6.) Behüte Seel' und Leib

Und alles von mir treib,

Was meine Nahrung mindert

Und deinen Segen hindert.

Lass auch in Fried' und Freuden

Mich einst von hinnen scheiden.

 

(a) ausgesucht hat

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Autor: Johann Heinrich von Hippen

Melodie: Auf meinen lieben Gott trau ich in Angst und Not

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Mecklenburgisches Kirchen-Gesangbuch

gedruckt bei Johann Carl Ebert

Schwerin, 1780

Liednummer 612

Thema: Christliches Leben, Nächstenliebe

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Johann Heinrich von Hippen, auch Hippe oder Hipfe (* in Wohlau/Schlesien, † nach 1676) war Hofbeamter und evangelischer Liederdichter. Sein Vater war Glasermeister, der seit 1656 als Gerichtsbeisitzer, Kirchen- und Almosenpfleger tätig war. Johann Heinrich von Hippen war Limpurgischer Rat und Hofmeister. Sein bekanntestes Lied ist 'Gute Nacht, ihr Eitelkeiten, gute Nacht du falsche Welt'.

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Bild: Rose (nachbearbeitetes Photo)

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Jesus Christus, Gottes Sohn

 

1.) Jesus Christus, Gottes Sohn,

Zum Mittleramt erkoren,

Kommt von seines Vaters Thron

Und wird ein Mensch geboren

Von Maria ohne Sünd',

Dass er für Adams Falle

Und unsre Sünden alle

Am Stamm des Kreuz's bezahle,

Der am dritten Tag geschwind,

Ist von dem Tod erstanden,

Hat uns von Teufels Banden

Erlöst mit starken Händen,

Sitzt ins Vaters Reich und G'walt,

Wird kommen und uns richten bald.

 

2.) Alle Menschen Groß und Klein,

Von Adam her geboren,

Müssten in der Höllenpein

Dort ewig sein verloren.

Wo nicht Christus, unser Herr,

Ins Mittel wär getreten,

Und hätt' für uns gebeten,

Sich selbst auch lassen töten.

Mit sein'm Leiden groß und schwer,

Gehorsam und Gedulde,

Bezahlt er unsre Schulde,

Und bringt uns Gottes Hulde.

Er, der Herr, geht selbst in Tod

Und hilft dem Knecht aus aller Not.

 

3.) Nun sind wir versöhnt mit Gott

Durch Christi Blut und Wunden.

Drum hat Teufel, Höll' und Tod

Kein' Macht an uns gefunden.

Freu dich, Mensch und sei getrost.

Bist du mit Sünd' beladen,

Komm her zum Brunn' der Gnaden,

Wasch ab dein' Sündenschaden.

Gottes Sohn hat dich erlöst,

Das glaub von Herzensgrunde,

Bekenn's auch mit dem Munde,

So wird dein Seel' gesunde.

Danke Gott von Herzensgrund,

Tu Gut's, schick dich zur letzten Stund'.

 

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Autor: Georg Österreicher

Melodie: ohne Angaben

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Sammlung erbaulicher und geistreicher

Alter und neuer Lieder oder

Vollständiges [evangelisches] Gesangbuch

Herausgegeben von Gottl. Wilh. Ehrenr. Wanderer,

Hochfürstl. Brandenburgischer Hofprediger

Verlag Stephan Andreas Senfft, Witwe

Bayreuth, 1775

Liednummer 273

Thema: Christuslied

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Georg Österreicher (* 1563 in Wiebelsheim/Mittelfranken im Markgraftum Brandenburg-Bayreuth, † 9. Januar 1621 in Windsheim), war Lehrer, Kantor und evangelisch-lutherischer Lieddichter. Im Jahr 1585 immatrikulierte er sich an der Universität in Wittenberg und nahm 1588 eine Stelle als Lehrer an der Schule in Wingsheim an, wo er heiratete. Im Jahr 1608 übernahm er das Kantorenamt in Wingsheim. Im Jahr 1614 gab Österreicher am Verlagsort Rothenburg ob der Tauber eine Liedersammlung unter dem Titel 'Ein recht christlich Gesangbüchlein' heraus. Die ab 1904 in Gütersloh von dem Pfarrer und Hymnologen Albert Friedrich Wilhelm Fischer (1829-1896) initiierte und nach seinem Tod ab 1904 in Gütersloh von Wilhelm Christian Ludwig Tümpel (1855-1915) herausgegebene Sammlung 'Das deutsche Kirchenlied' enthält 22 Lieder von Österreicher. Eine besondere Leistung ist Österreichers Übertragung des kleinen Katechismus Martin Luthers in Liedform. Hierbei wird der Gegenstand jedes der Zehn Gebote in einem eigenen Lied mit neun Strophen behandelt, wobei das neunte und zehnte Gebot zusammengefasst sind. Sein bekanntestes Lied ist ein Lob- und Danklied mit acht Strophen und heißt 'Herr, von uns nimme deinen Zorn und Grimme'.

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O, sprich ein Wort von Jesu

 

1.) O, sprich ein Wort von Jesu,

Das alte, teuere Wort!

O, sprich von Seiner Liebe,

Der Sünder Gnadenhort!

Ich lausch' und hör' so gerne,

Wie Er auch mich so liebt,

Wie Er auch meinem Herzen

Den Kuss der Liebe gibt.

 

2.) O, sprich von dem Erlöser,

Der an dem Kreuze starb,

Der auch mir armen Kinde

Das Himmelreich erwarb.

Ich möchte immer weinen,

Er starb ja auch für mich:

Und alle, alle Sünder -

Auch mich - ruft Er zu sich.

 

3.) O, sprich vom treuen Hirten,

Der Seine Herde liebt,

Der Seinen kleinen Schafen

Die beste Weide gibt.

Der keines will verlieren,

Sie all' beim Namen nennt,

Der alle, die Ihn lieben,

An ihren Herzen kennt!

 

4.) Erzähl' es immer wieder,

Ich hör' es nie zu oft.

Er schaut vom Himmel nieder,

Auf den mein Herze hofft.

Und wenn ich einst im Himmel

Den teuren Heiland seh',

Dann werd' ich immer bleiben

In Seiner heil'gen Näh'.

 

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Autor: Friedrich Wagner

Melodie: Lob Gott getrost mit Singen

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Frohe Botschaft und Evangeliums-Lieder

Aus den englischen Quellen ins Deutsche übertragen

Herausgegeben von Ernst Gebhardt

St. Louis, Missouri, 1881

Thema: Christuslied

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Friedrich Wagner (* 21. Januar 1693 in Karow im Herzogtum Magdeburg; † 6. Juli 1760 in Hamburg) war ein deutscher evangelisch-lutherischer Pfarrer pietistischer Richtung und Lieddichter.

Er wurde als Sohn des Pfarrers Christoph Wagner (1653–1709) und seiner Ehefrau Anna Dorothea, geb. Tiefenbach, geboren und immatrikulierte sich im Jahr 1712 an der Universität Halle/Saale. Nach seinem Studium fand er eine Anstellung als Lehrer am von August Hermann Francke gegründeten Pädagogium. Im Jahr 1719 trat Wagner ins geistliche Amt, als er Feldprediger in Berlin und drei Jahre später Superintendent in Nauen wurde. Dort heiratete er Charlotte Eleonore Schartow. Im Jahr 1732 wechselte er nach Stargard in Pommern, wo er Erster Pastor an der Marienkirche, Konsistorialrat am Pommerschen und Camminschen geistlichen Konsistorium und Professor am Gröningschen Kollegium wurde. 1736 wechselte er als Hauptpastor an die Hamburger Michaeliskirche und hatte diese Position bis zu seinem Tode inne, wobei er die vollständige Zerstörung seiner Kirche durch einen Blitzschlag und der Beginn des Neubaus ab 1751 erlebte. Ab dem Jahr 1743 hatte er zusätzlich als Senior die geistliche Leitung der evangelisch-lutherischen Kirchen in Hamburg inne und war in dieser Funktion auch der Vorgesetzte des Barockkomponisten Georg Philipp Telemann. Neben Übersetzungen aus dem Griechischen verfasste Wagner u.a. ein Arithemetik-Lehre. Es liegen darüber hinaus Predigten und theologische Schrifen von ihm vor. Im Jahr 1736 gab er das Gesangbuch für Stargard unter dem Titel 'Pommerischer Sing-, Bet- und Dank-Altar' heraus.

In der von Ernst Heinrich Gebhardt herausgegebenen Liedersammlung 'Frohe Botschaft und Evangeliums-Lieder', erschienen im Jahr 1881 in St. Louis, steht ein Lied von Friedrich Wagner. Es ist ein Christuslied mit vier Strophen und heißt 'O, sprich ein Wort von Jesu'.

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Die aber Ihn lieben, sollen sein wie die Sonne, wenn sie aufgeht in ihrer Macht!

Richter 5,31

 

But may your friends be like the sun as it rises in its might.

Judg 5,31

 

Bild: Rose

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Die Erd' ist, Jesu Christe, dein

 

1.) Die Erd' ist, Jesu Christe, dein,

Dein, wer auf Erden wohnet.

Dein müsse sich der Himmel freun,

Dein, wer auf Erden wohnet!

Du schufst, du rettest deine Welt,

Dein Arm regieret und erhält

Die Welt, die du beherrschest.

 

2.) Wen nimmst du an, wen zählest du

Zum Volke der Erlösten?

Wem eignest du dein Leiden zu?

Wer darf sich deiner trösten?

Der, der zu dir, o Heiland, sich

Bekehrt und gläubig ist und dich

Als seinen Herrn verehret.

 

3.) Und wer, gereinigt durch dein Blut

Unschuldig lebt, zu üben,

Was Gott will, strebet und nicht tut,

Was böse Lüste lieben.

Wer fromm ist, wandelt, wie er glaubt,

Sich keine Missetat erlaubt,

Getreu der Gnade Gottes!

 

4.) Wer, auch umringt mit Leiden, gern

Erfüllet sein Verlangen,

Der wird den Segen seines Herrn

In vollem Maß empfangen.

Den macht er seiner Gaben wert,

Der ist sein Erbe, der gehört

Zum Volke der Erlösten.

 

5.) Kommt, Sünder, kommt in Jesu Reich,

Kommt, eilt, ihm zu begegnen!

Empfangt den König, er will euch

Vergeben, will euch segnen!

Wer, (fragt ihr) ist der Herr? - Der Sohn,

Der Himmel Himmel ist sein Thron.

Sein Fußtritt ist die Erde.

 

6.) Kommt willig, willig in sein Reich.

Kommt, eilt, ihm zu begegnen!

Empfangt den König, er will euch

Mit seinem Himmel segnen!

Wer (fragt ihr) dieser König sei? -

Der Sohn, der, seinem Bunde treu,

Den Himmel gibt den Frommen!

 

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Autor: Johann Andreas Cramer

mögl. Melodie: Allein Gott in der Höh sei Ehr

oder: Such wer da will ein ander Ziel

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Der Text wurde von mir behutsam, soweit

es die Strophenform und der Endreim zu-

ließen, in heutiges Hochdeutsch übertragen

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gefunden in Sammlung der besten deutschen

prosaischen Schriftsteller und Dichter

Johann Andreas Cramers Gedichte

Verlegt bei Christian Gottlieb Schmieder

Karlsruhe, 1783

Thema: Christuslied

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Johann Andreas Cramer (* 27. Januar 1723 in Jöhstadt bei Annaberg im Erzgebirge; † 12. Juni 1788 in Kiel) war ein deutscher Schriftsteller und evangelisch-lutherischer Theologe. Cramer war Sohn eines Pfarrers und besuchte zunächst die Fürstenschule in Grimma, um nach dem Tod seines Vaters 1742 an der Universität Leipzig zu studieren. Er gehörte zu den Mitbegründern der literarischen Zeitschrift 'Bremer Beiträge'. Seit 1745 hielt er als Magister Vorlesungen in Leipzig. 1748 wurde er Pfarrer in Kröllwitz bei Merseburg und kam 1750 als Oberhofprediger und Konsistorialrat nach Quedlinburg, wo auch sein Sohn Carl Friedrich Cramer geboren wurde. Auf Empfehlung Klopstocks und Bernstorffs berief der dänische König Friedrich V. Cramer 1754 als Hofprediger nach Kopenhagen, wo er gemeinsam mit Klopstock die 'Moralische Wochenschrift Der nordische Aufseher' herausgab. An der dortigen Universität erhielt er 1765 eine theologische Professur. Sein Gönner Bernstorff wurde jedoch 1770 unter dem neuen König Christian VII. entlassen, hierdurch verlor auch Cramer 1771 sein Amt, der anschließend als Superintendent nach Lübeck ging. Bald danach wurde er vom dänischen König aber wieder zurückberufen, er erhielt im damals dänischen Kiel eine Professur der Theologie und 1784 das Kanzleramt der Universität. Dort starb Cramer starb am 12. Juni 1788. Cramer stand als Gelehrter, Prediger und Dichter der Aufklärungszeit in hohem Ansehen. Seine schriftstellerische Tätigkeit begann er mit einer kommentierten Übersetzung der allgemeinen Weltgeschichte Bossuets, sowie der Predigten und kleinen Schriften des Kirchenvaters Johannes Chrysostomus in 10 Bänden. Seine Predigten wurden in mehr als 20 Bänden veröffentlicht. Das von ihm redigierte Gesangbuch für Schleswig-Holstein von 1780 enthielt umfangreiche Bearbeitungen von älteren Liedern im Sinne der Aufklärungstheologie und des Rationalismus. Cramer selbst dichtete über 400 geistliche Lieder, die zu seiner Zeit in großer Zahl in den Gesangbüchern zu finden waren. Davon ist heute noch das (umgearbeitete) Abendmahlslied 'Das sollt ihr, Jesu Jünger, nie vergessen' im Evangelischen Gesangbuch (EG) unter Nummer 221 zu finden. Cramer war zeitlebens ein Freund von Christian Fürchtegott Gellert (1715-1769), dessen Biograph er auch wurde.

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Bild: Rose (nachbearbeitetes Photo)

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Könnt sich in meiner Brust

 

1.) Könnt sich in meiner Brust

Der Trieb, zu zweifeln, regen,

Als wär mein Gott nicht stets

Mir, wo ich bin, zugegen,

Da mir die Schrift gesagt,

Dass er den Menschen sieht,

Wenn er im Himmel ist,

Wenn er zur Höllen flieht?

 

2.) Schon die Vernunft sagt mir:

Du wirst, Gott zu entfliehen,

Kurzsicht'ger Sterblicher,

Dich stets umsonst bemühen.

Kein Raum ist ihm zu hoch,

Kein Abgrund tief genug,

Kein Dunkel ihm zu schwarz,

Zu blendend kein Betrug!'

 

3.) Die Vollenkommenheit,

Die unsern Erdball schmücket,

Und die der Freigeist selbst,

Wohin er sieht, erblicket,

Die zeigt, dass unser Gott, -

O Zweifeler, wie klar! -

Von Anbeginn der Welt

Allgegenwärtig war.

 

4.) Das, Christen, ist er noch:

Noch immer kann er hören,

Wenn tolle Freveler

Sich wider ihn empören,

Und hielten sie gleich tief

In einer Höhle Rat,

Die nie der Mond beschien,

Kein Wandrer je betrat.

 

5.) Hört Gott zu einer Zeit

Den Krieger in den Schlachten,

Den Schiffer auf der See,

Den Bergmann in den Schachten,

Den Hungrigen am Bach,

Den Durstigen im Hain,

So muss der Gott doch wohl

Allgegenwärtig sein! -

 

6.) Nun, so begleite denn,

Durch dieses trübe Leben,

Mich der Gedanke hin:

Ich bin von Gott umgeben! -

Dringt eine schnöde Lust

In meine Seele sich,

Dann sprech ich: Mensch, halt ein,

Gott sieht, Gott höret dich! -

 

7.) Ist meine Seele voll

Von Hoffnung oder Jammer.

Dann eil' ich und verschließ

Die Türe meiner Kammer,

Und bet' zu meinem Gott,

Der das, warum ich bat,

Wenn es mir nützlich war,

Mir nie versaget hat.

 

8.) Du aber, Freigeist, wiss',

Gott siehet deine Sünden.

Er höret deinen Spott

Und kann dich immer finden!

Straft zwar dein Tun nicht stets,

Nicht gleich, ein Wetterstrahl. (a)

So ist doch jene Welt

Dir eine Welt voll Qual!

 

(a) Blitz

 

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Autor: Heinrich Wilhelm Lawätz

Melodie: Nun danket alle Gott

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Geistliche Oden und Lieder

[von Heinrich Wilhelm Lawätz]

Verlegt in der Heroldschen Buchhandlung

Hamburg, 1775

Thema: Sünde, Buße und Umkehr

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Heinrich Wilhelm Lawätz (* 27. April 1748 in Rendsburg/Herzogtum Holstein; † 27. Juni 1825 in Altona) war ein deutscher Jurist, Staatsbeamter und Schriftsteller evangelisch-lutherischer Konfession. Lawätz wurde als Sohn des Justizrates Heinrich Franz Lawätz († 1762) geboren und im elterlichen Haus durch einen Hauslehrer unterrichtet. Ab dem Jahr 1764 besuchte er das Gymnasium in Altona und studierte ab dem Jahr 1767 an der Universität in Leipzig, wo er den Dichter Christian Fürchtegott Gellert (1715-1769) kennenlernte. Später wechselte Lawätz an die Christian-Albrechts-Universität in Kiel und wurde nach Abschluss seines Studiums Regierungssekretär bei der damaligen großfürstlichen Regierung. Im Jahr 1775 wurde Lawätz zum Schreiber und Syndikus an dem adeligen evangelischen Kloster in Uetersen gewählt und 1801 zum Administrator am königlichen Leihinstitut in Altona ernannt. Als dieses 1813 aufgehoben wurde, zog er sich ins Privatleben zurück. Lawätz veröffentlichte im Jahr 1775 seine Gedichte unter dem Titel 'Geistliche Oden und Lieder'. Darüber hinaus verfasste er auch drei Lustspiele. Danach wurde Lawätz durch ein weitläufig angelegtes, aber nicht zu Ende geführtes Werk, das 'Handbuch für Bücherfreunde und Bibliothekare', bekannt, das zwischen 1788 und 1795 erschien.

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Mein Gott, du wirst mich nicht verlassen

 

1.) Mein Gott, du wirst mich nicht verlassen,

Denn ich verlasse mich auf dich.

Du solltest mich zwar billig hassen,

Dieweil ich oftmals freventlich

Mein weltgesinntes Herz verstockt,

Ob du mich gleich zu dir gelockt.

 

2.) Doch sieh, ich bitte meine Sünden

Dir voller Weh- und Demut ab.

Lass mich in Jesu Gnade finden

In Jesu, der sich für mich gab,

Und Gnade mir bei dir erwarb,

Als er am Kreuze für mich starb.

 

3.) Da konnte sich mein Herz nicht fassen.

Mein Gott, mein Gott! hieß da sein Wort.

Ach, warum hast du mich verlassen?

Dein süßer Trost weicht gänzlich fort.

Ach, das ist Angst, ja Höllenpein:

Von Gott verlassen worden sein.

 

4.) Nun, Vater, höre, was ich bitte,

Ich bitte durch dies Angstgeschrei,

Und das, was Jesus damals litte,

Steh mir in meinen Nöten bei!

Du weißt gar wohl, was mir gebricht,

Verlass, verlass, verlass mich nicht.

 

5.) Verlass mich nicht in meiner Seele,

Wenn sie Tod, Sünd' und Teufel schreckt.

Ach, salbe sie mit Freuden-Öle,

Das Trost und Mut in ihr erweckt.

Versichre mich durch deinen Geist,

Dass du mein Gott und Vater heißt.

 

6.) Verlass mich nicht an meinem Leibe,

An dem sich nichts Gesundes findt.

Mein Vater und mein Arzt, verschreibe

Mir Mittel, die mir heilsam sind,

Und brauch ich was, so lege du

Der Arznei meinen Segen zu.

 

7.) Verlass mich nicht in meinem Glauben,

Lass mir nichts meinen Glaubensgrund,

Gott, Jesum und die Bibel rauben,

Hilf, dass ich meinen Glaubensbund

Fest halte bis, mein Lebenshirt,

Mein Glaube dort zum Schauen wird.

 

8.) Verlass mich nicht in meinem Leben,

Teil mir des Lebens Notdurft zu.

Lass mich nach wahrer Tugend streben.

Hilf, dass ich nie was Böses tu.

Mein Leben sei in allem schlecht, (a)

Gottselig, züchtig und gerecht.

 

9.) Verlass mich nicht in meinem Leiden,

Lass mich kein Kreuz von deiner Huld

Und deiner Vaterliebe scheiden.

Gib Lebenskraft, Mut und Geduld,

Die Hoffnung jener Seligkeit

Versüßet mir hier alles Leid.

 

10.) Verlass mich nicht in meinem Sterben,

Wenn einst mein Lebenslauf vollbracht,

So reiß den Geist aus dem Verderben

Des Satans und des Todes Macht,

Und trag ihn durch der Engel Hand

Zu dir ins frohe Vaterland.

 

11.) Verlass mich nicht in meinem Grabe,

Erwecke mich durch deinen Sohn.

Wenn ich genug geschlafe habe,

Hilf mir vor Christi Richterthron

Und lass mich drauf verklärt und schön

Mit Leib und Seel' gen Himmel gehn.

 

12.) Alsdann will ich dir Ehre bringen

Und mit der frohen Himmelsschar

Ein unaufhörlich' Danklied singen,

Dass du auf Erden immerdar

Mich aus der schwersten Sorgenlast

Erlöst und nie verlassen hast.

 

13.) Mein Gott, ich schließ in Jesu Namen

Mein Glaubenswort: Verlass mich nicht!

Sprich selbst, wie ich, auf solches Amen,

Weil mir dein lieber Sohn verspricht:

Mein Bitten, Beten, Rufen Schrein

Soll in ihn Ja und Amen sein.

 

(a) hier im Sinne von 'schlicht'

 

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Autor: Johann Gottlieb Kästner

Melodie: Wer nur den lieben Gott lässt walten

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gefunden in:

Allgemeines und vollständiges

Evangelisches Gesangbuch

für die königl. preuß. schlesischen Lande

Druck und Verlag Wilhelm Gottl. Korn

Breslau, 1860

Liednummer 514

Thema: Passion

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Johann Gottlieb Kästner, auch Gottfried Kästner, ist ein unbekannter Kirchenlieddichter des späten 17. oder des 18. Jahrhunderts. Sein Passionslied 'Mein Gott, du wirst mich nicht verlassen' steht im evangelischen Danziger Gesangbuch

aus dem Jahr 1768 und im Evangelischen Gesangbuch

für die königlich-preußischen schlesischen Lande von 1860, ein Umstand, der nahelegt, dass Kästner evangelischer Konfession war. Der Pfarrer und Hymnologe Albert Knapp (1798-1864) nahm dieses Lied in seine 1837 in Stuttgart erschienene Sammlung 'Evangelischer Liederschatz' auf.

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