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Bild: Rose (nachbearbeitetes Photo)
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Freue dich, ja freue dich, du erlöste Welt!
1.) Freue dich, ja freue dich, du erlöste Welt!
Der um dich trug Schanden,
Ist vom Tod erstanden.
Gott ist versöhnt, Halleluja!
2.) Freue dich, ja freue dich, die nun in Gnaden.
Der den Zorn getragen,
Wird keine Bitt' versagen:
Er bitt' für dich, Halleluja!
3.) Freue dich, ja freue dich, Christ ist im Leben.
Macht zur Stund' dein's Sterben
Dich zum Himmels-Erben
In Ewigkeit, Halleluja!
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Autor: Magdalene Fritzsche
Melodie: eigene Melodie
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Unser Lied
Herausgegeben vom Deutschen Bund der Mädchen-Bibel-Kreise
Verlag und Bücherstube der Mädchen-Bibel-Kreise
13.- 24. Tausend
Leipzig, 1928
Liednummer 210
Thema: Ostern
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Magdalene Fritzsche, auch Heller-Fritzsche, geb. Heller (* 1863 in Leipzig/Königreich Sachsen; † 1950 in Meißen) war eine geistliche Dichterin evangelischen Bekenntnisses. Sie war verheiratet mit dem Industriellen Ernst Traugott Fritzsche (1851-1916) und hatte mit ihm drei Kinder, darunter Magdalene Muntschick, geb. Fritzsche, die - wie ihre Mutter - Schriftstellerin und Lieddichterin war. Magdalene Fritzsche fand ihre letzte Ruhestätte auf dem Südfriedhof in Leipzig. Ihr bekanntestes Lied ist das Bundeslied der Mädchen-Bibelkreise und trägt den Titel 'Zu Jesu will ich fröhlich stehn'. Es wurde in das Liederbuch der Mädchen-Bibelkreise aufgenommen, das 1928 unter dem Titel 'Unser Lied' erschienen ist. Es steht auch im sog. Gemeinde-Psalter aus dem Jahr 1930, dem offiziellen Gesangbuch der Freien evangelischen Gemeinden.
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Bild: Rose (nachbearbeitetes Photo)
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Von dir, o treuer Gott, muss Fried
1.) Von dir, o treuer Gott, muss Fried und Eintracht kommen,
Der du uns gnädiglich zum Friede aufgenommen,
Dir ist die Eintracht lieb, und du belohnst sie wohl,
Du lehrst auch selbst, wie man recht einig leben soll.
2.) Drum flehen wir zu dir um deines Geistes Gabe,
Dass jedes unter uns ein friedlich' Herze habe.
Gib, dass wir allesamt im Guten einig sein,
Dass uns dein Gnadentau und Segen mög' erfreun.
3.) Lass eins dem andern zum edlen Balsam werden,
Dass ein bedrängtes Herz in allerlei Beschwerden,
Von seinem Nächsten Trost und Hilfe kommen seh,
Und dass ein Bruder ja den andern nicht verschmäh'.
4.) Lass uns in Einigkeit stets bei einander wohnen
Und schau uns allzeit an mit gnädigem Verschonen:
Lass unter deinem Volk die schöne Eintracht blühn,
Bis wir aus Krieg und Streit zu dir mit Frieden ziehn.
Amen!
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Autor: Zacharias Herrmann
Melodie: ohne Angaben
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Frommer Christen Seuffzende Seele
und Singender Mund
In Sonn- und Festtäglichen,
Nebst andern Klag- Buß- Trost- und
Sterbe-Gebeten; Wie auch verschiedenen
ehemals schon gedruckten Liedern
von Zach[arias] Hermann
Breslau und Leipzig, 1722
Verlag: Johann Georg Bleßing
Thema: Nachfolge, Kirche und Mission
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Gegenstand: Psalm Nr. 133
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Zacharias Herrmann, auch Hermann, (* 3. Oktober 1643 in Namslau im Fürstentum Breslau, † 10. Dezember 1716 in Lissa in Großpolen) war ein deutscher evangelisch-lutherischer Pfarrer und Lieddichter. Er besuchte ab dem Jahr 1656 das Gymnasium zu St. Maria Magdalena in Breslau und immatrikulierte sich im Jahr 1664 an der Universität in Jena, um, unterstützt durch ein Stipendium vom Stadtrat seiner Heimatstadt Breslau, Theologie zu studieren. 1667 erwarb er in Jena den Magistergrad. Nach seiner Rückkehr in seine Vaterstadt im Jahr 1669 wurde Herrmann Diakon (Zweiter Pfarrer) in Lissa und stieg 1681 zum Pastor und Inspektor und 1692 General-Senior der Vereinigten Kirchen in Großpolen auf. Er war zweimal verheiratet; auch seine zweite Frau und eine Anzahl Kinder starben vor ihm; fünf Kinder überlebten ihn. Seine geistlichen Lieder legen Zeugnis eines unverbrüchlichen Gottesvertrauens ab, aus dem er und viele seiner Zeitgenossen Hoffnung schöpften. Die Lieder wurden zunächst in seiner Gemeinde auf Einzelblättern verbreitet; nach seinem Tod gab Herrmanns Sohn Daniel 1722 eine Auswahl von 300 Liedern seines Vaters unter dem Titel 'Frommer Christen seufzende Seele und singender Mund' heraus. Das zu Lebzeiten Herrmans bekannteste Lied 'Was betrübst du dich, mein Herze, warum grämst du dich in mir?' fand vielfach Aufnahme in evangelische Gesangbücher, so beispielsweise in das Neustrelitzer Gesangbuch von 1875. Sein bekanntestes Lied ist ein Ewigkeitslied mit neun Strophen und heißt 'Wie kurz ist doch der Menschen Leben'. Der Lieddichter darf nicht verwechselt werden mit zwei anderen gleichnamige Schriftstellern, nämlich mit dem lutherischen Pastor zu Breslau (1563-1637), sowie einem Theologen und Professor aus Ulm, (1640-1711), der der Verfasser des 'Historischen Blumen-Gepüsches' (Ulm 1675 u. 1680) war.
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Bild: Rose (nachbearbeitetes Photo)
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Preist den Höchsten, Jesus lebt
1.) Preist den Höchsten, Jesus lebt,
Tod und Hölle sind bezwungen.
Totengruft und Erde bebt,
Da der Held hindurchgedrungen.
Geht nicht mehr nach Golgatha!
Jesus lebt, Halleluja!
2.) Preist den Höchsten! Seht das Grab,
Die ihr seinen Tod beweinet!
Wischet eure Tränen ab,
Weil die helle Sonne scheinet!
Euer Heiland ist nicht da, (a)
Jesus lebt, Halleluja!
3.) Preist den Höchsten! Suchet nicht
Den Lebendigen bei Toten!
Glaubet aber dem Bericht
Der verklärten Siegesboten!
Diese wissen, was geschah!
Jesus lebt, Halleluja!
4.) Preist den Höchsten! Dieses Wort
Soll mich wiederum beleben.
Kann ich gleich nicht an den Ort
Seines Grabes mich begeben.
G'nug, dass es mein Glaube sah.
Jesus lebt, Halleluja!
5.) Preist den Höchsten! Er wird mir
Leben in dem Tode geben.
Also sterb ich freudig hier.
Christi Tod ist nun mein Leben.
Nur getrost, ich glaube ja.
Jesus lebt, Halleluja!
(a) nicht mehr im Grab
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Autor: Benjamin Schmolck
Melodie: Jesus, meine Zuversicht
oder: Jesus lebt, mit ihm auch ich
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Sammlung christlicher Lieder zum Gebrauche
für die öffentliche und häusliche Andacht
als Entwurf eines Gesangbuches für die
Evangelisch-protestantische Kirche
des Großherzogtums Baden herausgegeben
Verlag von J.M. Katz, Witwe
Pforzheim, 1831
Liednummer 120
Thema: Ostern
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Benjamin Schmolck, (* 21. Dezember 1672 in Schweidnitz/Schlesien), † 12. Februar 1737 ebenda) war evangelisch-lutherischer Pfarrer und bekannt als Erbauungsschriftsteller, der über 1200 geistliche Lieder schrieb. Schmolck wurde 1702 Pfarrer an der Friedenskirche in Schweidnitz, einer der nach dem westfälischen Frieden nur drei verbliebenen evangelischen Kirchen in Schlesien, wo sein Wirken vor allem vom Kampf gegen die Gegenreformation gekennzeichnet war. Seine Gemeinde umfasste 14.000 Gläubige, jährlich wurden 1500 Kinder getauft. Er dichtete etwa 1200 Lieder, die in 20 Sammlungen herausgegeben wurden, und verfasste zahlreiche Erbauungs- und Gebetbücher. Beeinflusst durch den Pietismus war er ein herausragender und bekannter Kirchenlieddichter von ungewöhnlicher Frömmigkeit, Standhaftigkeit und ausgeprägter Christusliebe, dessen Lieder die Betonung eines persönlichen Verhältnisses zu Gott in einem lebendigen Glauben mit der festen Verwurzelung im Grunde des lutherischen Bekenntnisses verband. Seine Lieder treffen einen volkstümlichen Ton, was ihre Beliebtheit und weite Verbreitung erklärt. Das gegenwärtige 'Evangelische Gesangbuch' enthält fünf seiner Lieder, darunter 'Jesus soll die Losung sein' (EG 62), 'Schmückt das Fest mit Maien' (EG 135) und das allseits beliebte Sonntagslied 'Tut mir auf die schöne Pforte' (EG 166).
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Bild: Rose (nachbearbeitetes Photo)
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Bethanien, Bethanien
1.) Bethanien, Bethanien,
Wie Melodie vom Himmel klingt dein Klang!
Voll Frieden ruhst du an des Ölbergs Hang
Und wendest, halb im Dattelhain verborgen
Dein Angesicht gen Morgen.
2.) Wie lieblich klingt! Wie lieblich klingt!
Was einst in dir Maria hat getan!
Als edle Narde sie zum Salben nahm.
Für Jesum gibt sie alles hin mit Freuden,
Vor seinem letzten Scheiden.
3.) Jerusalem! Jerusalem!
Wo war die Lieb', als der Gesalbte kam?
Das schwere Kreuz auf seine Schultern nahm.
Bedächten wir, doch mehr wie du hienieden,
Was dient zu unserm Frieden.
4.) Empor das Herz! Empor das Herz
Zum Himmelszelt. Auf Erden nicht nur dort
Ist unsrer Seelen wahrer Ruheport.
Nur droben liegt im Licht der Himmelssonne
Die Heimat sel'ger Wonne.
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Autor: Karl Stockmeyer (1. Strophe), 1879
Melodie: Justus Wilhelm Lyra, 1895
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Deutsche Weisen
von Justus Wilhelm Lyra
Heft 1
Zweite, vermehrte Auflage
Breitkopf & Härtel
Leipzig, Brüssel, London, New York 1896
Thema: Christuslied
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Johann Karl Ludwig Stockmeyer, Taufname Heinrich Adolf Karl, auch Carl, Pseudonym: K. St. (* 2. Februar 1798 in Brake/Lippe; † 28. Juli 1857 in Bega/Lippe) war ein deutscher evangelisch-reformierter Pfarrer und Schriftsteller. Er studierte von 1817 bis 1821 in Tübingen Theologie und war hierauf, bis zu seinem Tod in verschiedenen Gemeinden, nämlich Pfarrgehilfe in Oerlinghausen bei Bielefeld, ab 1826 als Pfarrer in Haustenbeck bei Paderborn, ab 1830 Meinberg und ab 1857 als Superintendent in Dörentrup-Bega tätig. Er veröffentlichte Gedichte in verschiedenen Ausgaben: im Jahr 1825 erschien 'Der Tönesberg', 1831 'Gedichte' und 1838 'Bethanien', ein Buch, das die geistlichen Lieder Stockmeyers enthält.
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Bild: Evangelisch-lutherische Marienkirche, Lübeck (nachbearbeitetes Photo)
protestant Mary-Church in Lubeck, Lübeck
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Dir ew'ge Treue zu geloben
1.) Dir ew'ge Treue zu geloben,
Sind wir versammelt hier im Heiligtum.
Das Herz zu dir, o Herr, erhoben,
Bringt dir gerührt Anbetung, Preis und Ruhm.
O Heiland, nimm dich unsrer Schwachheit an,
Führ uns zum Licht, leit uns auf ebner Bahn!
2.) Wir haben deinen Ruf vernommen,
Du ludst zu dir voll Freundlichkeit uns ein.
Mit Sehnsucht sind wir nun gekommen
Und flehen: Herr, mach unsre Herzen rein.
Schenk uns des Glaubens hohe Zuversicht
Und wende nicht von uns dein Angesicht.
3.) Wir sind auf dich, o Herr, getaufet.
Du nahmst uns schon als zarte Kinder an.
Du hast so teuer uns erkaufet,
Als einst dein Blut herab vom Kreuze rann.
Wir glauben fest: Du bist auch jetzt nicht fern
Und hörest unser schwaches Flehen gern.
4.) Dir schmücken heut sich unsre Herzen:
Zieh ein, du König voller Herrlichkeit!
Von Erdenfreuden, Erdenschmerzen
Zieh uns hinauf zum Glanz der Ewigkeit.
Nimm unser Herz! Wir bringen dir es dar,
Wir opfern dir es selbst jetzt am Altar.
5.) Zwar mancher hat dir Treu' geschworen,
Gleich uns gerührt an deinem Hochaltar.
Und dennoch ging er bald verloren,
Als ihn umringte der Versucher Schar.
Ja, ohn' Gebet tat er der Treue Schwur,
Drum blieb von ihm im Herzen keine Spur.
6.) Wir flehen, Herr, in dieser Stunde,
Weich nicht von uns, wenn uns Anfechtung naht!
Erhalte uns in deinem Bunde,
Lass uns im Glauben gehn des Lebens Pfad!
Dann sehn wir einst verklärt vor deinem Thron,
Um zu empfahn (a) des ew'gen Lebens Kron'.
(a) alte Form von 'empfangen'
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Autor: Emanuel Christian Gottlieb Langbecker
Melodie: Dir, Dir Jehova will ich singen
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Gesangbuch für evangelische Gemeinden,
besonders in Schlesien
Graß, Barth und Comp., Verlagsbuchhandlung
Breslau, o.J.
Liednummer 275
Thema: Konfirmation
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Emanuel Christian Gottlieb Langbecker (* 31. August 1792 in Berlin/Königreich Preußen, † 24. Oktober 1843) war Hymnologe, Verleger, Herausgeber und evangelischer Lieddichter. Er wurde als der Sohn eines Tuchmachermeisters geboren und besuchte das Gymnasium zum Grauen Kloster. Er beabsichtigte zunächst, Medizin zu studieren, entschied sich aber später, das Handwerk seines Vaters zu erlernen. Nach vollendeter Lehrzeit trat er bei diesem ins Geschäft, bildete sich aber weiter, wobei er sich vornehmlich mit dem deutschen evangelischen Kirchenlied befasste und das Orgelspiel erlernte, in dem er es bald zu einer solchen Meisterschaft brachte, dass man ihm in der St. Georgenkirche das Organistenamt übertrug. Die ersten eigenen Lieder Langbeckers erschienen ab dem Jahr 1822 in Berliner Wochenzeitungen. Sie stimmten in der Zeit des neu erwachenden kirchlichen Lebens einen entschieden evangelischen Ton an und zeichneten sich durch innige Frömmigkeit und eingängige Form aus. Im Jahr 1824 erschien ein erster Gedichtband mit seinen geistlichen Liedern. Drei Jahre später wurde er zum Kammerdiener bei Hofe ernannt und veröffentlichte im Jahr 1829 eine zweite Sammlung seiner Gedichte und heiratete imselben Jahr. Zu dieser Zeit arbeitete er an einer Geschichte des deutschen evangelischen Kirchenlieds und half im Jahr 1830 Samuel Elsner (1778-1856), der schon ein kleineres Gesangbuch herausgegeben hatte, bei der Herausgabe einer erweiterten Ausgabe. Im Jahr 1832 erschien im Selbstverlag Elsners eine der wichtigsten Sammlungen evangelischer Kirchenlieder unter dem Titel 'Geistlicher Liederschatz', zu dem Langenbecker die Lebensdaten der Liederdichter und eigene Lieder beigesteuerte. In den folgenden Jahren erschienen von ihm Ausgaben zu Crügers Choralmelodien und 1841 sein Hauptwerk 'Leben und Lieder von Paulus Gerhardt'. Fast zeitgleich wurde er zum Hofstaatssekretär des Prinzen Waldemar von Preußen (1817–1849) ernannt. Er machte sich auch als Mitglied des Berliner Lehrervereins für das deutsche Volksschulwesen verdient. Von seinen geistlichen Liedern sind Dutzende überregional bekannt geworden und stehen in Kirchengesangbüchern und Liedanthologien des 19. und 20. Jahrhunderts. Sein bekanntestes Lied ist ein Konfirmationslied mit sechs Strophen und heißt 'Dir ewge Treue zu geloben'.
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Bild: Rose (nachbearbeitetes Photo)
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O Herr Gott, Schöpfer aller Stern
1.) O Herr Gott, Schöpfer aller Stern,
Ein ewigs Licht der Gläubigen!
Herr Christ, der ganzen Welt Heiland,
Lass unsre Bitt' dir sein bekannt!
2.) Gar hart es dir zuwider war,
Dass wir sollten verderben gar,
Drum halfst du der verlornen Welt
Durch ein' Arznei, von dir bestellt.
3.) Da nun erfüllet war die Zeit,
Gleich als ein Bräut'gam wohl bereit
Tratst du her aus der Kammer dein,
Aus der Jungfrauen Leib so rein.
4.) Vor deiner großen Macht allhier
Sich biegen müssen alle Knie
Auf Erden und ins Himmels Thron,
Die müssen all sein untertan.
5.) Die Sonn' den Niedergang bewahr,
Der Mond behält sein' bleiche Art,
Die Sterne leuchten hell und klar,
Laufen ganz richtig wunderbar.
6.) Wir bitten dich, Herr Jesu Christ,
Der du ein Richter künftig bist,
Behüt uns all in dieser Zeit
Vor bösen Feindes List und Neid!
7.) Lob, Ehr', Kraft und Preis sei Ton
Gott Vater und seim lieben Sohn,
Dazu dem Tröster Heil'gem Geist
Von nun an bis in Ewigkeit!
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Autor: Cyriakus Spangenberg
Melodie: ohne Angaben
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Der Text wurde von mir behutsam, soweit
es die Strophenform und der Endreim zu-
ließen, in heutiges Hochdeutsch übertragen
und für diese Veröffentlichung eingerichtet
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Das deutsche Kirchenlied von Martin Luther
bis auf Nicolaus Hermann und Ambrosius Blaurer
Herausgegeben von K[arl] E[duard] P[hilipp] Wackernagel
Druck und Verlag S. G. Liesching
Stuttgart, 1841
Liednummer 459
Thema: Christuslied
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Cyriakus Spangenberg (* 7. Juni 1528 in Nordhausen/Thüringen; † 10. Februar 1604 in Straßburg/Elsass) war evangelisch-lutherischer Pfarrer, Historiker und Lieddichter. Er wurde als Sohn des Südharzer Reformators Johannes Spangenberg geboren und erhielt seinen ersten Unterricht zuhause. Im Alter von 14 Jahren immatrikulierte er sich an der Universität Wittenberg, musste sein Studium aber während des Schmalkaldischen Krieges unterbrechen und als Lehrer in Eisleben arbeiten. Anschließend kehrte er nach Wittenberg zurück, wo er um 1550 sein Studium abschloss. Imselben Jahre übernahm er die Pfarrstelle seines verstorbenen Vaters an der Andreaskirche in Eisleben, bevor er als Prediger an den Hof in Mansfeld berufen wurde. In theologischen Fragen ging Spangenberg eigene Wege, was zu Spannungen führte, die dergestalt eskalierten, dass Markgraf Joachim Friedrich am Jahresende 1574 bewaffnete Bürger aus Halle entsandte. Spangenberg floh und kam bis in die kursächsische Amtsstadt Sangerhausen. Im Jahr 1581 wurde er Pfarrer im oberhessischen Schlitz und zog 1595 nach Straßburg weiter, wo er bis zu seinem Tod lebte. Spangenbergs Werk besteht aus Kommentaren, Katechismusbearbeitungen, Predigten, einer Predigtreihe über Luthers Lieder und Leben. Darüberhinaus veröffentlichte er 1568 ein 'Christlichs Gesangbüchlein', einen Adelsspiegel und historische Chroniken zu vielen Städten Mitteldeutschlands. Von seinen geistlichen Liedern sind sieben überregional bekannt geworden und stehen in Kirchengesangbüchern des 17. bis 20. Jahrhunderts. In das Evangelische Gesangbuch (EG) von 1993 wurde das Osterlied 'Wir wollen alle fröhlich sein in dieser österlichen Zeit' aufgenommen, zu dem Spangenberg vier Strophen beisteuerte. In den vierten Band der zwischen 1841 und 1877 herausgegebenen Sammlung 'Das deutsche Kirchenlied' von Karl Eduard Philipp Wackernagel (1800-1877) wurden 15 geistliche Lieder von Spangenberg aufgenommen.
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Bild: Rose (nachbearbeitetes Photo)
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So tret' ich demnach an
- Beim Antritt einer neuen Stelle -
1.) So tret' ich demnach an,
Wie stark ich immer kann,
Mein Amt, Beruf und Wesen,
Dazu mich Gott erlesen, (a)
Der wird auch seinen Segen
Mir wissen beizulegen.
2.) Dir, Vater, sag ich Dank,
Dass du mein Leben lang
So reichlich mich ernähret
Und manche Gnad' bescheret.
Lass deine Güt' und Gaben
Mich auch noch ferner laben.
3.) O mein Herr Jesu Christ,
Der du mein Helfer bist,
Ach, segne meine Werke,
Auch selbst vom Himmel stärke,
Damit ich deinen Willen
In allem mög' erfüllen.
4.) O werter Heil'ger Geist,
Der du mein Tröster heißt,
Wenn ich an diesem Tage
Von Gott mein Kreuz auch trage,
Lass deinen Trost mich finden,
Und hilf mir überwinden.
5.) O du Dreieinigkeit,
Sei heut von mir nicht weit,
Lass mein Gebet und Flehen
Dir stets zu Herzen gehen.
Sprich Ja zu meinen Taten
Und hilf, das Beste raten.
6.) Behüte Seel' und Leib
Und alles von mir treib,
Was meine Nahrung mindert
Und deinen Segen hindert.
Lass auch in Fried' und Freuden
Mich einst von hinnen scheiden.
(a) ausgesucht hat
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Autor: Johann Heinrich von Hippen
Melodie: Auf meinen lieben Gott trau ich in Angst und Not
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Mecklenburgisches Kirchen-Gesangbuch
gedruckt bei Johann Carl Ebert
Schwerin, 1780
Liednummer 612
Thema: Christliches Leben, Nächstenliebe
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Johann Heinrich von Hippen, auch Hippe oder Hipfe (* in Wohlau/Schlesien, † nach 1676) war Hofbeamter und evangelischer Liederdichter. Sein Vater war Glasermeister, der seit 1656 als Gerichtsbeisitzer, Kirchen- und Almosenpfleger tätig war. Johann Heinrich von Hippen war Limpurgischer Rat und Hofmeister. Sein bekanntestes Lied ist 'Gute Nacht, ihr Eitelkeiten, gute Nacht du falsche Welt'.
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Bild: Rose (nachbearbeitetes Photo)
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Jesus Christus, Gottes Sohn
1.) Jesus Christus, Gottes Sohn,
Zum Mittleramt erkoren,
Kommt von seines Vaters Thron
Und wird ein Mensch geboren
Von Maria ohne Sünd',
Dass er für Adams Falle
Und unsre Sünden alle
Am Stamm des Kreuz's bezahle,
Der am dritten Tag geschwind,
Ist von dem Tod erstanden,
Hat uns von Teufels Banden
Erlöst mit starken Händen,
Sitzt ins Vaters Reich und G'walt,
Wird kommen und uns richten bald.
2.) Alle Menschen Groß und Klein,
Von Adam her geboren,
Müssten in der Höllenpein
Dort ewig sein verloren.
Wo nicht Christus, unser Herr,
Ins Mittel wär getreten,
Und hätt' für uns gebeten,
Sich selbst auch lassen töten.
Mit sein'm Leiden groß und schwer,
Gehorsam und Gedulde,
Bezahlt er unsre Schulde,
Und bringt uns Gottes Hulde.
Er, der Herr, geht selbst in Tod
Und hilft dem Knecht aus aller Not.
3.) Nun sind wir versöhnt mit Gott
Durch Christi Blut und Wunden.
Drum hat Teufel, Höll' und Tod
Kein' Macht an uns gefunden.
Freu dich, Mensch und sei getrost.
Bist du mit Sünd' beladen,
Komm her zum Brunn' der Gnaden,
Wasch ab dein' Sündenschaden.
Gottes Sohn hat dich erlöst,
Das glaub von Herzensgrunde,
Bekenn's auch mit dem Munde,
So wird dein Seel' gesunde.
Danke Gott von Herzensgrund,
Tu Gut's, schick dich zur letzten Stund'.
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Autor: Georg Österreicher
Melodie: ohne Angaben
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Sammlung erbaulicher und geistreicher
Alter und neuer Lieder oder
Vollständiges [evangelisches] Gesangbuch
Herausgegeben von Gottl. Wilh. Ehrenr. Wanderer,
Hochfürstl. Brandenburgischer Hofprediger
Verlag Stephan Andreas Senfft, Witwe
Bayreuth, 1775
Liednummer 273
Thema: Christuslied
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Georg Österreicher (* 1563 in Wiebelsheim/Mittelfranken im Markgraftum Brandenburg-Bayreuth, † 9. Januar 1621 in Windsheim), war Lehrer, Kantor und evangelisch-lutherischer Lieddichter. Im Jahr 1585 immatrikulierte er sich an der Universität in Wittenberg und nahm 1588 eine Stelle als Lehrer an der Schule in Wingsheim an, wo er heiratete. Im Jahr 1608 übernahm er das Kantorenamt in Wingsheim. Im Jahr 1614 gab Österreicher am Verlagsort Rothenburg ob der Tauber eine Liedersammlung unter dem Titel 'Ein recht christlich Gesangbüchlein' heraus. Die ab 1904 in Gütersloh von dem Pfarrer und Hymnologen Albert Friedrich Wilhelm Fischer (1829-1896) initiierte und nach seinem Tod ab 1904 in Gütersloh von Wilhelm Christian Ludwig Tümpel (1855-1915) herausgegebene Sammlung 'Das deutsche Kirchenlied' enthält 22 Lieder von Österreicher. Eine besondere Leistung ist Österreichers Übertragung des kleinen Katechismus Martin Luthers in Liedform. Hierbei wird der Gegenstand jedes der Zehn Gebote in einem eigenen Lied mit neun Strophen behandelt, wobei das neunte und zehnte Gebot zusammengefasst sind. Sein bekanntestes Lied ist ein Lob- und Danklied mit acht Strophen und heißt 'Herr, von uns nimme deinen Zorn und Grimme'.
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One of my drawings shown at The National Art Exhebition, Høstutstillingen, Kunstnernes Hus, Oslo, Norway
…takk til Noregs Mållag:
Bild: Rose (nachbearbeitetes Photo)
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Könnt sich in meiner Brust
1.) Könnt sich in meiner Brust
Der Trieb, zu zweifeln, regen,
Als wär mein Gott nicht stets
Mir, wo ich bin, zugegen,
Da mir die Schrift gesagt,
Dass er den Menschen sieht,
Wenn er im Himmel ist,
Wenn er zur Höllen flieht?
2.) Schon die Vernunft sagt mir:
Du wirst, Gott zu entfliehen,
Kurzsicht'ger Sterblicher,
Dich stets umsonst bemühen.
Kein Raum ist ihm zu hoch,
Kein Abgrund tief genug,
Kein Dunkel ihm zu schwarz,
Zu blendend kein Betrug!'
3.) Die Vollenkommenheit,
Die unsern Erdball schmücket,
Und die der Freigeist selbst,
Wohin er sieht, erblicket,
Die zeigt, dass unser Gott, -
O Zweifeler, wie klar! -
Von Anbeginn der Welt
Allgegenwärtig war.
4.) Das, Christen, ist er noch:
Noch immer kann er hören,
Wenn tolle Freveler
Sich wider ihn empören,
Und hielten sie gleich tief
In einer Höhle Rat,
Die nie der Mond beschien,
Kein Wandrer je betrat.
5.) Hört Gott zu einer Zeit
Den Krieger in den Schlachten,
Den Schiffer auf der See,
Den Bergmann in den Schachten,
Den Hungrigen am Bach,
Den Durstigen im Hain,
So muss der Gott doch wohl
Allgegenwärtig sein! -
6.) Nun, so begleite denn,
Durch dieses trübe Leben,
Mich der Gedanke hin:
Ich bin von Gott umgeben! -
Dringt eine schnöde Lust
In meine Seele sich,
Dann sprech ich: Mensch, halt ein,
Gott sieht, Gott höret dich! -
7.) Ist meine Seele voll
Von Hoffnung oder Jammer.
Dann eil' ich und verschließ
Die Türe meiner Kammer,
Und bet' zu meinem Gott,
Der das, warum ich bat,
Wenn es mir nützlich war,
Mir nie versaget hat.
8.) Du aber, Freigeist, wiss',
Gott siehet deine Sünden.
Er höret deinen Spott
Und kann dich immer finden!
Straft zwar dein Tun nicht stets,
Nicht gleich, ein Wetterstrahl. (a)
So ist doch jene Welt
Dir eine Welt voll Qual!
(a) Blitz
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Autor: Heinrich Wilhelm Lawätz
Melodie: Nun danket alle Gott
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Geistliche Oden und Lieder
[von Heinrich Wilhelm Lawätz]
Verlegt in der Heroldschen Buchhandlung
Hamburg, 1775
Thema: Sünde, Buße und Umkehr
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Heinrich Wilhelm Lawätz (* 27. April 1748 in Rendsburg/Herzogtum Holstein; † 27. Juni 1825 in Altona) war ein deutscher Jurist, Staatsbeamter und Schriftsteller evangelisch-lutherischer Konfession. Lawätz wurde als Sohn des Justizrates Heinrich Franz Lawätz († 1762) geboren und im elterlichen Haus durch einen Hauslehrer unterrichtet. Ab dem Jahr 1764 besuchte er das Gymnasium in Altona und studierte ab dem Jahr 1767 an der Universität in Leipzig, wo er den Dichter Christian Fürchtegott Gellert (1715-1769) kennenlernte. Später wechselte Lawätz an die Christian-Albrechts-Universität in Kiel und wurde nach Abschluss seines Studiums Regierungssekretär bei der damaligen großfürstlichen Regierung. Im Jahr 1775 wurde Lawätz zum Schreiber und Syndikus an dem adeligen evangelischen Kloster in Uetersen gewählt und 1801 zum Administrator am königlichen Leihinstitut in Altona ernannt. Als dieses 1813 aufgehoben wurde, zog er sich ins Privatleben zurück. Lawätz veröffentlichte im Jahr 1775 seine Gedichte unter dem Titel 'Geistliche Oden und Lieder'. Darüber hinaus verfasste er auch drei Lustspiele. Danach wurde Lawätz durch ein weitläufig angelegtes, aber nicht zu Ende geführtes Werk, das 'Handbuch für Bücherfreunde und Bibliothekare', bekannt, das zwischen 1788 und 1795 erschien.
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Bild: Rose (nachbearbeitetes Photo)
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O christgläubiger Mensch, wach auf vom Schlafen
1.) O christgläubiger Mensch, wach auf vom Schlafen,
Dass dich Christus erleucht', der dich erschaffen.
2.) Der alles beherrschet und mit seinem Walten
Dich kann erlösen und vom Tod erhalten.
3.) Erkenn sein Gnad', die er dir tut beweisen,
Sein' Barmherzigkeit sollst du allzeit preisen.
4.) Denn wer nicht nach seiner Erkenntnis trachtet,
Wird auch verworfen und von ihm verachtet.
5.) Wer aber in Demut sich ihm erzeiget,
Barmherzigkeit er sich zum selben neiget.
6.) Und wie ein Vater sein Kind leitet eben,
Führt er von Sünd' und Tod ins ewig' Leben.
7.) Das alles widerfährt in Christi Namen,
Wenn er uns seinen Geist mitteilet. Amen.
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Autor: Adam Reusner
Melodie: Eigene Melodie
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Das Morgenlied
53 deutsche geistliche Morgenlieder
Herausgegeben von Wilhelm Thomas
und Konrad Ameln
Zweite Auflage
Bärenreiter-Verlag
Kassel, 1928
Thema: Morgenlied
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Adam Reusner, auch Reißner, Reisnerus, Oryzius oder Orycius (* 1471 oder 1496 in Mindelheim/Unterallgäu; † 1563 oder 1582) war deutscher evangelisch-lutherischer Pfarrer, Hochschullehrer, Stadtschreiber, Mystiker und Dichter. Reusners Lebensdaten sind unsicher, belegt ist hingegen, dass er sich im Jahr 1518 an der Universität Heidelberg immatrikulierte und dort ein Schüler von Johannes Reuchlin war. Im Jahr 1523 wechselte Reusner an die Universität in Wittenberg, wo er unter anderem mit Martin Luther, Philipp Melanchthon und Justus Jonas dem Älteren bekannt wurde und wo er Theologie studierte. Danach war er Schreiber des Feldhauptmanns Georg von Frundsberg, seines Landesherrn, einem frühen Parteigänger der Lutherschen Reformation. Später war Reusner Privatgelehrter in Straßburg und Frankfurt am Main, trat aber wieder in die Dienste Frundsbergs, mit dem er zwischen 1526 bis 1528 in Italien als Mitglied des kaiserlichen Heers u.a. die Erstürmung Roms erlebte. Reusner wurde später in Straßburg Anhänger der spiritualistischen Richtung des Kaspar Schwenckfeld und lehrte dort dessen Theologie. In Mindelheim arbeitete Reusner anschließend von 1532 bis 1548 als Stadtschreiber, verlor diese Anstellung aber als Folge des Schmalkaldischen Krieges. Als Privatgelehrter verfasste er historische und theologische Werke, darunter eine 'antipäpstliche Weltgeschichte'. Reusner schrieb auch geistliche Lieder und dichtete Psalmtexte zum Psalter von Sigmund Hemmel. Seine Lieder finden sich beispielsweise in den beiden Erbauungsbüchern 'Jerusalem, die geistlich himmlisch Stat Gottes' und 'Miracula, Wunderwerk Jesu Christi', die beide im Jahr 1565 in Frankfurt am Main erschienen sind und in seinem 'Täglichen Gesangbuch', das als Handschrift in Wolfenbüttel aufbewahrt wird. Sein Kirchenlied 'In dich hab ich gehoffet, Herr' steht im Evangelischen Gesangbuch (EG) und bezieht sich auf den 31. Psalm des Alten Testaments.
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Aus dem Buch: Junger Tag. 510 geistliche Morgenlieder und -gedichte aus 5 Jahrhunderten. ISBN: 9783749437580, 19,00 €‚
Bild: Rose (nachbearbeitetes Photo)
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Wie tönst du schön, erhabnes Spiel
1.) Wie tönst du schön, erhabnes Spiel!
Mein ganzer Geist, mein ganz' Gefühl
Wird himmelan gezogen!
Du flötest, wie ein Frühlingswald,
So sanft und süß, und brausest bald
Wie stolze Meereswogen.
Höher, näher
An die Knie
Gottes ziehe
Jetzt und trage
Mich an jedem Sabbat-Tage!
2.) Verwandle stets in meiner Brust
Die sündige Begier und Lust
In reines Himmelssehnen!
Stärk meinen schwachen Glaubensmut
Und meine bittre Tränenflut
Verkehr in Hoffnungstränen.
Töne, schöne
Stimme, fließe
Und versüße
Meine Leiden,
Und verkläre meine Freuden!
3.) O Heil'ger Geist, möcht' auch so rein
Mein Odem, wie der Lufthauch sein,
Der dieses Spiel erreget,
Den nichts bewegt, als Gottes Ruhm!
O komme in dein Heiligtum.
Geist, der die Welt beweget!
Gebe, wehe,
Gott zu Ehren,
Durch die Röhren,
Meiner Lunge
Und bewege Herz und Zunge!
4.) Komm, Heil'ger Geist, zu uns herein,
Und lass mich deinen Tempel sein,
Bis über meine Leiche.
Die Orgel einst das Amen singt
Und sich die freie Seele schwingt
Empor zu deinem Reiche.
Fröhlich, selig
Auf den schönen
Wehmutstönen
Lass sie steigen
Zu dem sel'gen Engelreigen!
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Autor: Wilhelm Meinhold
Melodie: Wie schön leuchtet der Morgenstern
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Evangelischer Liederschatz für Kirche, Schule und Haus
Band 1. Zweite, umgearbeitete Ausgabe
Gesammelt und bearbeitet von Albert Knapp,
J. G. Cottascher Verlag,
Stuttgart und Tübingen, 1850
Liednummer 1227
Thema: Sonntag und Gottesdienst
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Johannes Wilhelm Meinhold (* 27. Februar 1797 in Netzelkow auf Usedom; † 30. November 1851 in Charlottenburg) war ein deutscher evangelisch-lutherischer Pfarrer und Schriftsteller. Er wurde als Sohn des Pfarrers von Netzelkow Georg Wilhelm Meinhold geboren und durch diesen zu Hause unterrichtet. Johannes Wilhelm Meinhold studierte von 1813 bis 1815 Theologie, Philologie und Philosophie im damals schwedischen Greifswald und verfasste erste Werke. Nachdem er eine Anstellung als Hauslehrer in der Nähe von Ueckermünde gefunden hatte, legte er 1817 sein theologisches Examen ab und trat im Jahr 1818 eine Prädikantenstelle in Gützkow an. Nachdem er auch die Prüfung als Lehrer abgelegt hatte, wurde er 1820 Schulrektor der Stadtschule in Usedom. Er heiratete und wechselte im Jahr 1821 auf eine Pfarrstelle in Koserow auf Usedom. Im Jahr 1824 erschien sein erstes Buch 'Vermischte Gedichte'; seine geistlichen Lieder wurden im Jahr 1846 unter dem Titel 'Religiöse Gedichte' verlegt. Meinhold wechselte 1844 nach Fürsprache des Königs Friedrich Wilhelm IV. auf eine Pfarrstelle nach Rehwinkel bei Stargard. In den Jahren 1846 bis 1848 erschien eine siebenbändige Ausgabe seiner gesammelten Werke. Nach längeren Streitigkeiten mit seiner Gemeinde und Behörden, zog er 1850 nach Berlin-Charlottenburg um, wo er im folgenden Jahr starb. Als sein wichtigstes Werk gilt der 1843 anonym veröffentlichte Roman 'Maria Schweidler, die Bernsteinhexe', der Usedom europaweit bekannt machte und die touristische Erschließung der Insel beförderte. Von seinen geistlichen Liedern sind 24 überregional bekannt geworden und stehen in Kirchengesangbüchern und Liedanthologien des 19. Jahrhunderts. Sein bekanntestes Lied ist ein Himmelfahrtslied mit elf Strophen und heißt 'Ich folgte dir von ferne zu deiner Marterbank'.
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Acrylic marker and ink on paper 21" x 18" June 12, 2023. www.saatchiart.com/art/Drawing-Launch-Facility-at-Widdrin... #dessin #art #zeichnung #cosmos #aerospace #technology #drawing #futurism #spazio #weltraum #konst #Kreslení #piirros #teikning #rysunek #disegno
My drawings, with the textile work from Katalin Bobaly in the middle. Shown at The National Art Exhebition, Høstutstillingen, Kunstnernes Hus, Oslo, Norway
…takk til Noregs Mållag:
Bild: Rose (nachbearbeitetes Photo)
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Dies ist der Tag, dies sind die Stunden
- Zum Geburtstag -
1.) Dies ist der Tag, dies sind die Stunden,
Die mich an dieses Licht gebracht,
In welchen ich mein Ziel gefunden,
Das ich mit Gott zu enden tracht,
Und eile mit gelassnem Sinn
Vom Anfang bis zum Ende hin.
2.) Gott, der du bist ein Herr der Zeiten,
Mein Schöpfer, dem ich schuldig bin
Ein Lob- und Danklied zu bereiten
Aus unverfälschtem treuen Sinn.
Nimm doch mit Gnadenaugen an,
Was dir mein Herze bringen kann.
3.) Durch deine Macht bin ich geboren
Zu etwas, da ich gar nichts war:
Durch deine Gunst bin ich erkoren
Zu der getauften Christenschar.
Ich war in deiner Liebeshand.
Eh, als ich, Vater, dich erkannt.
4.) Die Welt empfing mich voller Sünden
Bald anfangs nach gemeinem Lauf,
Doch ließest du mich Gnade finden,
Mein Heil, und nahmst mich gnädig auf,
Ich ward von meiner Last befreit,
Und tüchtig zu der Ewigkeit.
5.) Du hast mich auch bisher geführet
Bald über Berg, bald über Tal,
Du hast als Leitstern mich regieret
Recht wunder-seltsam überall,
Doch hat mich deine Treu erquickt,
Wenn tausend Angst den Geist bestrickt.
6.) Ich bin zu schwach, dir Dank zu sagen,
Ach, mache mich der Bande frei!
Der du aus Liebe mich getragen,
Hilf, dass ich, wie du, heilig sei.
Verachte nicht den matten Geist,
Der sich mit Andacht zu dir weist.
7.) Lass deine Hilfe mich versorgen,
Wenn meine Kräfte mir vergehn,
Ja, lass mir freudenreiche Morgen
Aus der oft trüben Nacht entstehn.
Schließ mich in deine Flügel ein,
So werd ich wohl versorget sein.
8.) Ich weiß, du wirst mir Kräfte geben,
Dass ich kann enden meinen Lauf,
Und künftig auch im Tode leben,
Und sterbend sehnen mich hinauf,
Da will ich ewig sein bereit
Zu preisen deine Herrlichkeit.
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Autor: Joachim Weickmann
Melodie: Wer nur den lieben Gott lässt walten
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Wiederholtes Halleluja der Kinder Gottes auf Erden. Das ist: Neu aufgelegtes und verbessertes Gesangbuch der Stadt Dohma im Fürstentum Sachsen-Querfurth
Herausgegeben von Johann Gottlieb [Theophilus] Horwein
Verlag Johann Joachim Ahlfeld
Dahme und Wittenberg, 1764
Liednummer 565
Thema: Christliches Leben, Nächstenliebe
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Joachim Weickmann, auch Weikhmann, (* 29. September 1662 in Danzig, † 15. März 1736 ebenda), war evangelisch-lutherischer Pfarrer und Kirchenlieddichter. Er legte 1686 das Magister-Examen in Wittenberg ab und war ab 1691 Pfarrer in Schmiedeberg/Erzgebirge. Ab 1693 wurde er zum Probst in Kemberg, heute Landkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt, berufen. Dieses Amt trat er aber nicht an und ging stattdessen als Pfarrer an die St. Bartholomäi-Kirche nach Zerbst/Anhalt, wo er zugleich als Konsistorialrat, Oberhofprediger und Superintendent wirkte. 1704 wurde er als Pfarrer der Marienkirche in seiner Heimatstadt eingesetzt. Seine 15 geistlichen Lieder erschienen zuerst im Zerbster Gesangbuch und gelangten von dort auch in andere Gesangbücher Ostdeutschlands.
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My drawing next to the works in black and white, of Bjørn Hegardt at The National Art Exhebition, Høstutstillingen, Kunstnernes Hus, Oslo, Norway
…takk til Noregs Mållag:
Bild: Rose (nachbearbeitetes Photo)
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Von Gott allein kommt frommer Sinn
1.) Von Gott allein kommt frommer Sinn
Und Einsicht und Verstand.
Was ich vermag und was ich bin,
|: Verdank ich seiner Hand. :|
2.) Wie liebreich sucht er meinen Geist
Zum Guten hinzuziehn!
Drum will ich das, was böse heißt,
|: Mit Ernst und Eifer fliehn. :|
3.) Den Eltern Lieb' und Achtung weihn,
Den Lehrern Folgsamkeit,
Nur dies soll mein Bestreben sein
|: In meiner Jugendzeit! :|
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Autor: Johann Christoph Fröbing
Melodie: Lobt Gott, ihr Christen, allzugleich
oder: Nun danket all und bringet Ehr
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Gesangbuch für den evangelischen Christen
gesammelt und herausgegeben von Friedrich Fricke
Zweite Auflage
verlegt bei C.F. Appuns Buchhandlung,
Bunzlau, 1828
Liednummer 674
Thema: Christliches Leben, Nächstenliebe
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Johann Christoph Fröbing (* 8. Mai 1746 in Ohrdruf in der Grafschaft Obergleichen in Thüringen, † 25. Januar 1805 in Mark-Oldendorf bei Hildesheim) war evangelisch-lutherischer Pfarrer und Lieddichter. Im Jahr 1776 wurde Fröbing Konrektor an der Neustädter Stadtschule in Hannover, 1796 Pfarrer in Lehrte und 1800 Diakon in Mark-Oldendorf. Er hat nahezu 100 Lieder verfasst, die in zwei Sammlungen ('Gesänge für Kinder', erschienen 1799 in Celle, und 'Christliche Morgen- und Abendlieder für Familien', verlegt 1802 in Lüneburg) zu finden sind. Darüber hinaus veröffentlichte Fröbing ein Gesangbuch, Erzählungen, eine Schulfibel, einen Volkskalender und Erbauungsbücher.
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