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Left: traffic sign bus driveway, in the background: station, timetable, traffic signs, Buseinfahrt Station, Verkehrszeichen Right: Station Sign, and in the background an abandoned bowling alley Stationsschild (Ortsangaben retuschiert) und links davon, im Hintergrund eine Kegelbahn, lange außer Betrieb

 

Part of Forlorn Places - Forsaken Buildings Lebensborn - zwei der ersten Bilder - im Zielgebiet angelangt dank meiner map for guidance mit den Stichworten von Hygiene bis wachs - und ab hier wirds schon interessant, obwohl wir das eigentlich gesuchte Gebäude noch gar nicht erreicht haben - die Recherche trägt Früchte und die Exploration beginnt. Ein Ort geschichtsträchtig, mit bewegter Geschichte, den man nicht im Museum vorgesetzt bekommt.... und Esoteriker bilden sich ein hier Geister wahrzunehmen, ihre Präsenz zu spüren, etc. (auch darauf stieß ich im Zuge meiner Recherche) // kein Meer der Stille genausowenig wie ein Webstuhl ein Instrument ohne Ton ist - das Foto ist ohne Ton, der Webstuhl ist nicht aus Ton gemacht - ein Musikinstrument, das nicht gespielt wird ist sozusagen ohne Ton (außer es ist aus Ton gemacht, z.B,: Okarina) auf einem Webstuhl läßt sich Musik machen und weben ist nicht geräuschlos, nicht tonlos nicht still - hören zuhören hinhören bewußt wahrnehmen Aufmerksamkeit im Gegensatz zu ausblenden blocken Scheuklappen es sich in seiner Bubbel gemütlich machen

 

diptych 2 photos 916, 917 2017-06-28 #entdecken #entdeckung #recherchieren #finden #forschen #erforschen #erkunden #explore #explorieren #unterwegs #ausflug #outing #trip #reise #bowling #kegeln #ruine #abandoned #decay #derelict #verfall #zerfall #aufgelassen #verlassen #geschlossen #closed #ruine #zerschossen #schild #station #bus #busstation #haltestelle #endstation #deadlock #fahrplan #plan #map #einschuß #einschußloch #loch #hole #damage #sprung #zielscheibe #einfahrt #ausfahrt #baum #tree #forest #wood #holzstoß #holz #house #haus #kiesweg #schotterstraße #kopfsteinpflaster #kopfstein #exploration #erkundung #schatten #shadow #licht #light #summer #sommer #sonne #sun #sunny #midsommer #hochsommer #green #grün #vor #verkehrsschild #straßenschild #schild #sign #yellow #vergilbt #gelb #braun #brown #red #rot #broken #zerbrochen #stern #star #starry #night #nacht #grey #gray #grau #weiß #white #offwhite #blue #blau #sky #himmel #window #fenster #erinnerung #memory #spiegel #mirror #spiegelung #reflection #urbex #lungenheilanstalt #pfosten #band #stele #parawissenschafte #parapsychologie #entlarvung #pseudowissenschaft #corner #ecke #sonnig #bahnhof #banhofcity #west #westbahnhof #natur #nature #landscape #landschaft #frame #rahmen #rand #umrandung

Because I don`t know what was recorded on this tapes: "10 hours White Noise Black Screen Zehn Stunden weißes Rauschen schwarzer Bildschirm" (youtube)

 

Part of: "Weaving Diary Tapestry Aktion Tagebuch Teppich Tapisserie Tagebuch weben 365 days project 2: 2015 2016" 22. Dezember Warp: music tape not cotton warp thread Kette: Tonband Bandsalat nicht Baumwollkettgarn // "res noscenda note notiz sketch skizze material sammlung collection entwurf design entwurfarbeit überlegung gedanke brainstorming musterbogen schnittmuster zwischenbilanz bestandsaufnahme rückschau vorschau" // Esoterik Entlarvung: EVP Tonbandstimmen, Kommunikation mit Toten

 

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"Wer einen Menschen nach dessen Handschrift beurteilt fällt Vorurteile. Kleinkariertes Schubladisieren nach Typ Arkade Girlande Winkel Faden. Graphologie ist reinste Pseudowissenschaft, die Bezeichnung Grenzwissenschaft dient lediglich dazu sich einen wissenschaftlichen Anstrich zu verleihen; unhaltbaren Aussagen den Anstrich von bewiesenen wissenschaftlichen Wahrheiten zu geben. Kleinkariertes Schubladisieren nach Oberlänge Unterlänge Mittellänge. Wen wunderts, daß die Grafologie im Nationalsozialismus einen Aufschwung hatte."

 

Part of the set bilderordner album: "res noscenda note notiz sketch skizze material sammlung collection entwurf design entwurfarbeit überlegung gedanke brainstorming musterbogen schnittmuster zwischenbilanz bestandsaufnahme rückschau vorschau" 365-days project 2: Intermezzo ad kleinkariert // Nonsense Analogie schuh werkstatt weben haus bauen torte backen auflauf kochen // Esoterik Entlarvung, Grenzwissenschaften - Graphologie // The Sleep of Reason produces Monsters

 

DMC-GH3 - P1100496 - 2015-11-22 #nachbarschaft #envelope #kuvert #draughtsman #problem #stille #silence #leiermann #leier #improvisation #raster #handwerk #chrysalis #chrysalides #chrysalises #haushalt #haus #bauen #baustelle #hausbau #weben #leere #lehre #sinnlos #falsch #widerlegen #beweis #beweisführung #gegenbeweis #inhalt #erklärung #erläuterug #aufzeichnen #loom #webstuhl #bau #construction #öffentlich #rede #einblick #anblick #ausblick #weiß #white #work #arbeit #handwerk #diagramm #schaubild #linie #line #linear #trash #müll #mist #abfall #recycling #upcycling #idee #konzept #überlegung #gedanke #unterlegung #herbstlicht #herbst #autumn #licht #light #sonnig #sunny #sun #sonne #schatten #shadow #arbeitslicht #gold #silber #private #privat #privateness #metapher #symbol #bilderzyklus #tapestry #tapisserie #tapis #wandteppich #küche #kitchen #bildwirkerei #bildteppich #textilkunst #carpet #teppich #rug #schatten #shadow #szene #scene #review #preview #kaleidoskop #kaleidoscope #heute #neu #neuer #neuest #beobachtung #view #blick #band

Benennung der Lucy-Lameck-Straße am 23. April 2021 in Berlin Neukölln.

Auftakt im Garten des Oyoun, Lucy-Lameck-Straße 32 (der früheren Werkstatt der Kulturen).

Der Zugang war Corona-bedingt nur für 50 Personen gestattet. Auf dem Gehweg vor dem Gartenzaun verfolgten noch über 30 weitere Personen die Veranstaltung.

Programm Oyoun:

Musikalischer Auftakt: Sauti è Hala;

Begrüßung und Eröffnung durch Martin Hikel, Bezirksbürgermeister;

Ansprache S.E. Dr. Abdallah Sale Possi, Botschafter Tansania;

Ansprache Karin Korte, Bezirksstadträtin für Kultur;

Ansprache Mnyaka Sururu Mboro, Berlin Postkolonial;

 

Programm: Lucy-Lameck-Straße – Ecke Karlsgartenstraße:

Begrüßung durch die Bläsergruppe der Musikschule Paul Hindesmith

Gemeinsame Enthüllung des neuen Straßenschildes durch

Bezirksbürgermeister Martin Hikel, Bezirksstadträtin Karin Korte, Botschafter S.E. Dr. Abdallah Sale Possi und den Tansanier Mnyaka Sururu Mboro (Berlin Postkolonial), links außen klatscht der Herero Israel Kaunatjike (Berlin Postkolonial). [Auf den „Enthüllungs“-Fotos von rechts nach links].

Lucy Lameck (geboren 1934; gestorben am 21. März 1993 in Moshi) war tansanische Politikerin, die sich für Frauenrechte und für die panafrikanische Idee eingesetzt hat. 1960 wurde sie als erste Frau Abgeordnete im Parlament Tansanias (1960-1974 sowie 1980 bis 1985). In dieser Zeit hatte sie (wiederum als erste Frau) zwei Posten als stellvertretende Ministerin inne (1965-1970 + 1966-1972).

Herrmann von Wissmann (1853-1905), ein deutscher Offizier und Kolonialbeamter, war als Reichskommissar und Befehlshaber der ersten deutschen Kolonialtruppe in den Jahren 1889 und 1890 verantwortlich für die Niederschlagung des Widerstandes der ostafrikanischen Küstenbevölkerung. Vom 26. April 1895 bis 3. Dezember 1896 war er Gouverneur in der damaligen Kolonie „Deutsch-Ostafrika“ (heute Tansania, Ruanda und Burundi).

Ohne die jahrzehntelange Arbeit von Mnyaka Sururu Mboro und dem von ihm gegründeten Vereins Berlin Postkolonial wäre diese Straßen-Umbenennung nicht zustande gekommen. Ab 2004 initiierte der seit 40 Jahren in Berlin lebenden Tansanier Mnyaka Sururu Mboro Trauermärsche zum Gedenken an die Opfer des Maji-Maji-Aufstands gegen die deutsche Kolonialherrschaft in „Deutsch-Ostafrika“ (1905 – 1907).

Seit 2006 heißen diese Trauermärsche: „Gedenkmarsch zur Erinnerung an die afrikanischen Opfer von Versklavung, Handel mit versklavten Menschen, Kolonialismus und rassistischer Gewalt“ und finden immer Ende Februar in der Mitte Berlins statt (M-Straße bis Humboldtforum).

In den letzten zwei Jahren ging die Umbenennungs-Aktion in Neukölln relativ schnell vonstatten dank kluger Einbeziehung aller wichtigen Akteure wie Berlin Postkolonial, der Bezirksverordnetenversammlung, des Bezirksamts und der Anwohner. Leider vollziehen sich die Umbenennungen im Afrikanischen Viertel wesentlich zäher, auch dort war vor zwei Jahren die Umbenennung kolonialrassistischer Straßennamen beschlossen worden. Die Umbenennung der M-Straße in Mitte in Anton-Wilhelm-Amo-Straße wurde 2020 beschlossen, aber wann die Umbenennung mit neuen Straßenschildern erfolgt, ist noch unklar.

Seit 2004 setzt sich Berlin Postkolonial für die öffentliche Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte ein und in den letzten Jahren sind viele weitere Akteur*innen und Gruppen wie z.B. die Black-Lives-Matter-Bewegung dazu gekommen. Auch die kritische Auseinandersetzung mit dem Humboldtforum und den Rückgabe-Forderungen an das Ethnologische Museum, wie z.B. aktuell die Beninbronzen wären ohne die Arbeit und das Engagement dieser zivilgesellschaftlichen Organisationen so nicht möglich geworden…

Ein weiteres grausames Kapitel der deutschen Kolonialgeschichte ist der Raub von Tausenden Schädeln aus den Kolonien zur pseudowissenschaftlichen rassistischen Forschungen. Mehrere tausend dieser Ahnen lagern noch heute in der Charité. Mnyaka Sururu Mboro kam vor 40 Jahren mit dem Auftrag seiner Verwandten nach Berlin, den Schädel eines ihrer Ahnen, einen Anführer des Maji-Maji-Aufstands zu finden und zurückzubringen, damit er endlich würdig bestattet werden kann. Leider ist ihm das bis heute noch nicht gelungen, aber er wird nie aufgeben…

Insofern war für Mnyaka Sururu Mboro diese Straßen-Umbenennung ein erster Schritt hin zur Dekolonisation von ganz Berlin!

© Bernd Sauer-Diete, Berlin 2021

 

Mein persönlicher Bezug zur Lucy-Lameck-Straße (Ex-Wissmann-Straße):

Ich habe von 1986 bis 2012 insgesamt 26 Jahre ganz in der Nähe dieser Straße gelebt (Hasenheide und Fontanestraße). Durch mein Ethnologie-Studium in den 1980ern, in der ich mich auch mit Deutscher Kolonialpolitik beschäftigt habe, war mir schon früh klar, was für ein Kolonialverbrecher Wissmann gewesen war.

Ab 1993 zog die Werkstatt der Kulturen in die damaligen Wissmannstr. 32 und setzte sich ab da auch öffentlichkeitswirksam für die Aufklärung über deutsche Kolonialverbrechen ein, da sie sich ja mit diesem furchtbaren Namen in ihrer Adresse auseinandersetzen mussten.

Seit 2004 setzt sich Berlin Postkolonial für die öffentliche Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte ein und seit 2009 habe ich mit meiner Kamera viele Veranstaltungen, Proteste und Gedenkmärsche der Black Community in Berlin begleitet; Angefangen mit einer Konferenz 2009 in der Werkstatt der Kulturen zum 125. Jahrestag der Afrika-Konferenz von 1884/85 in Berlin, auf dem der Kontinent Afrika unter den europäischen Herrschern auf der Landkarte aufgeteilt worden war. Dabei wurde mir nochmal richtig klar, welche Verbrechen der europäische Kolonialismus in Afrika begangen hat und wie wenig die deutsche Kolonialzeit in der deutschen Öffentlichkeit und in unserem Geschichtsbewusstsein präsent ist.

Seit längerer Zeit hinterfrage ich auch sehr kritisch die Rolle der Ethnologie und Ethnografie während der deutschen Kolonialzeit. Die Ethnologen/Ethnografen waren ja in das koloniale Herrschaftssystem eingebunden. Sie lieferten z.B. der deutschen Kolonialverwaltung wichtige Informationen über die politische und soziale Organisation der kolonisierten Völker und erleichterten damit direkte wie indirekte Herrschaft der Kolonialbeamten. Außerdem waren die Ethnologen auch in die „Überführung“ von Kunstgütern aus den Kolonien in deutsche Museen beteiligt. Auch wenn viele dieser Kunstschätze wahrscheinlich „bezahlt“ worden sind, waren es doch sehr ungleiche Tauschgeschäfte zwischen Herrscher und Beherrschten, die die Kolonialisierten klar benachteiligte. Das kolonialrassistische Argument – „Ohne uns Sammler würden die Kunstschätze in Afrika verrotten“ – das die Raubzüge in der Kolonialzeit legitimieren sollte, galt noch bis in die 1970er und 1980er Jahre, als damals schon afrikanische Politiker die geraubten Kulturgüter, wie die Beninbronzen zurückforderten. Noch in der Zeit meines Ethnologie-Studiums (1981-1989) wurden die berechtigten Rückgabe-Forderungen an das damalige Völkerkundemuseum (heute Museum für Ethnologie) als „vollkommen absurd“ zurückgewiesen…

© Bernd Sauer-Diete, Berlin 2021

  

Benennung der Lucy-Lameck-Straße am 23. April 2021 in Berlin Neukölln.

Auftakt im Garten des Oyoun, Lucy-Lameck-Straße 32 (der früheren Werkstatt der Kulturen).

Der Zugang war Corona-bedingt nur für 50 Personen gestattet. Auf dem Gehweg vor dem Gartenzaun verfolgten noch über 30 weitere Personen die Veranstaltung.

Programm Oyoun:

Musikalischer Auftakt: Sauti è Hala;

Begrüßung und Eröffnung durch Martin Hikel, Bezirksbürgermeister;

Ansprache S.E. Dr. Abdallah Sale Possi, Botschafter Tansania;

Ansprache Karin Korte, Bezirksstadträtin für Kultur;

Ansprache Mnyaka Sururu Mboro, Berlin Postkolonial;

 

Programm: Lucy-Lameck-Straße – Ecke Karlsgartenstraße:

Begrüßung durch die Bläsergruppe der Musikschule Paul Hindesmith

Gemeinsame Enthüllung des neuen Straßenschildes durch

Bezirksbürgermeister Martin Hikel, Bezirksstadträtin Karin Korte, Botschafter S.E. Dr. Abdallah Sale Possi und den Tansanier Mnyaka Sururu Mboro (Berlin Postkolonial), links außen klatscht der Herero Israel Kaunatjike (Berlin Postkolonial). [Auf den „Enthüllungs“-Fotos von rechts nach links].

Lucy Lameck (geboren 1934; gestorben am 21. März 1993 in Moshi) war tansanische Politikerin, die sich für Frauenrechte und für die panafrikanische Idee eingesetzt hat. 1960 wurde sie als erste Frau Abgeordnete im Parlament Tansanias (1960-1974 sowie 1980 bis 1985). In dieser Zeit hatte sie (wiederum als erste Frau) zwei Posten als stellvertretende Ministerin inne (1965-1970 + 1966-1972).

Herrmann von Wissmann (1853-1905), ein deutscher Offizier und Kolonialbeamter, war als Reichskommissar und Befehlshaber der ersten deutschen Kolonialtruppe in den Jahren 1889 und 1890 verantwortlich für die Niederschlagung des Widerstandes der ostafrikanischen Küstenbevölkerung. Vom 26. April 1895 bis 3. Dezember 1896 war er Gouverneur in der damaligen Kolonie „Deutsch-Ostafrika“ (heute Tansania, Ruanda und Burundi).

Ohne die jahrzehntelange Arbeit von Mnyaka Sururu Mboro und dem von ihm gegründeten Vereins Berlin Postkolonial wäre diese Straßen-Umbenennung nicht zustande gekommen. Ab 2004 initiierte der seit 40 Jahren in Berlin lebenden Tansanier Mnyaka Sururu Mboro Trauermärsche zum Gedenken an die Opfer des Maji-Maji-Aufstands gegen die deutsche Kolonialherrschaft in „Deutsch-Ostafrika“ (1905 – 1907).

Seit 2006 heißen diese Trauermärsche: „Gedenkmarsch zur Erinnerung an die afrikanischen Opfer von Versklavung, Handel mit versklavten Menschen, Kolonialismus und rassistischer Gewalt“ und finden immer Ende Februar in der Mitte Berlins statt (M-Straße bis Humboldtforum).

In den letzten zwei Jahren ging die Umbenennungs-Aktion in Neukölln relativ schnell vonstatten dank kluger Einbeziehung aller wichtigen Akteure wie Berlin Postkolonial, der Bezirksverordnetenversammlung, des Bezirksamts und der Anwohner. Leider vollziehen sich die Umbenennungen im Afrikanischen Viertel wesentlich zäher, auch dort war vor zwei Jahren die Umbenennung kolonialrassistischer Straßennamen beschlossen worden. Die Umbenennung der M-Straße in Mitte in Anton-Wilhelm-Amo-Straße wurde 2020 beschlossen, aber wann die Umbenennung mit neuen Straßenschildern erfolgt, ist noch unklar.

Seit 2004 setzt sich Berlin Postkolonial für die öffentliche Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte ein und in den letzten Jahren sind viele weitere Akteur*innen und Gruppen wie z.B. die Black-Lives-Matter-Bewegung dazu gekommen. Auch die kritische Auseinandersetzung mit dem Humboldtforum und den Rückgabe-Forderungen an das Ethnologische Museum, wie z.B. aktuell die Beninbronzen wären ohne die Arbeit und das Engagement dieser zivilgesellschaftlichen Organisationen so nicht möglich geworden…

Ein weiteres grausames Kapitel der deutschen Kolonialgeschichte ist der Raub von Tausenden Schädeln aus den Kolonien zur pseudowissenschaftlichen rassistischen Forschungen. Mehrere tausend dieser Ahnen lagern noch heute in der Charité. Mnyaka Sururu Mboro kam vor 40 Jahren mit dem Auftrag seiner Verwandten nach Berlin, den Schädel eines ihrer Ahnen, einen Anführer des Maji-Maji-Aufstands zu finden und zurückzubringen, damit er endlich würdig bestattet werden kann. Leider ist ihm das bis heute noch nicht gelungen, aber er wird nie aufgeben…

Insofern war für Mnyaka Sururu Mboro diese Straßen-Umbenennung ein erster Schritt hin zur Dekolonisation von ganz Berlin!

© Bernd Sauer-Diete, Berlin 2021

 

Mein persönlicher Bezug zur Lucy-Lameck-Straße (Ex-Wissmann-Straße):

Ich habe von 1986 bis 2012 insgesamt 26 Jahre ganz in der Nähe dieser Straße gelebt (Hasenheide und Fontanestraße). Durch mein Ethnologie-Studium in den 1980ern, in der ich mich auch mit Deutscher Kolonialpolitik beschäftigt habe, war mir schon früh klar, was für ein Kolonialverbrecher Wissmann gewesen war.

Ab 1993 zog die Werkstatt der Kulturen in die damaligen Wissmannstr. 32 und setzte sich ab da auch öffentlichkeitswirksam für die Aufklärung über deutsche Kolonialverbrechen ein, da sie sich ja mit diesem furchtbaren Namen in ihrer Adresse auseinandersetzen mussten.

Seit 2004 setzt sich Berlin Postkolonial für die öffentliche Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte ein und seit 2009 habe ich mit meiner Kamera viele Veranstaltungen, Proteste und Gedenkmärsche der Black Community in Berlin begleitet; Angefangen mit einer Konferenz 2009 in der Werkstatt der Kulturen zum 125. Jahrestag der Afrika-Konferenz von 1884/85 in Berlin, auf dem der Kontinent Afrika unter den europäischen Herrschern auf der Landkarte aufgeteilt worden war. Dabei wurde mir nochmal richtig klar, welche Verbrechen der europäische Kolonialismus in Afrika begangen hat und wie wenig die deutsche Kolonialzeit in der deutschen Öffentlichkeit und in unserem Geschichtsbewusstsein präsent ist.

Seit längerer Zeit hinterfrage ich auch sehr kritisch die Rolle der Ethnologie und Ethnografie während der deutschen Kolonialzeit. Die Ethnologen/Ethnografen waren ja in das koloniale Herrschaftssystem eingebunden. Sie lieferten z.B. der deutschen Kolonialverwaltung wichtige Informationen über die politische und soziale Organisation der kolonisierten Völker und erleichterten damit direkte wie indirekte Herrschaft der Kolonialbeamten. Außerdem waren die Ethnologen auch in die „Überführung“ von Kunstgütern aus den Kolonien in deutsche Museen beteiligt. Auch wenn viele dieser Kunstschätze wahrscheinlich „bezahlt“ worden sind, waren es doch sehr ungleiche Tauschgeschäfte zwischen Herrscher und Beherrschten, die die Kolonialisierten klar benachteiligte. Das kolonialrassistische Argument – „Ohne uns Sammler würden die Kunstschätze in Afrika verrotten“ – das die Raubzüge in der Kolonialzeit legitimieren sollte, galt noch bis in die 1970er und 1980er Jahre, als damals schon afrikanische Politiker die geraubten Kulturgüter, wie die Beninbronzen zurückforderten. Noch in der Zeit meines Ethnologie-Studiums (1981-1989) wurden die berechtigten Rückgabe-Forderungen an das damalige Völkerkundemuseum (heute Museum für Ethnologie) als „vollkommen absurd“ zurückgewiesen…

© Bernd Sauer-Diete, Berlin 2021

  

In Potsdam demonstrierten rund 150 Anhänger und Anhängerinnen krudester Reichsbürgerthesen für die Rückkehr in die Monarchie. Die Veranstaltung fand zu Ehren von Georg Friedrich Prinz von Preußen statt, Ururenkel des letzten Deutschen Kaisers Wilhelm II, der aufgefordert wurde, „Friedenskanzler“ zu werden und für „Heimath und Weltfrieden“ zu sorgen. Der Prinz kam nicht und hatte bereits im Vorfeld diese zweifelhafte Einladung abgelehnt.

 

Aufgerufen zu dieser Veranstaltung mit mehreren Rednern hatte der extrem rechte Politaktivist und Verschwörungsmystiker Frank Radon, der sich selbst als „Reichsdeutscher“ betrachtet, an Satanisten in Regierungsämtern glaubt und Pseudowissenschaften wie der „Neuen Germanischen Medizin“ anhängt. Etliche Fahnen wehten auf dieser Kundgebung, viele in den Farben schwarz-weiß-rot. Eine Reichsfahne mit der Losung „Treue um Treue“ wurde von der Polizei beschlagnahmt.

 

Während Radon sich in seiner Rede darüber empörte, dass man sie als Nazis stigmatisieren würde, trugen Teilnehmende neonazistische Kleidung, darunter Fan-Artikel der Rechtsrock-Bands „Lunikoff-Verschwörung“ um den Neonazi Michael Regener und „Kategorie C“. Ein weiterer Teilnehmer zeigte ein Tattoo mit dem Truppenkennzeichen der SS-Division „Totenkopf“ auf dem Handrücken, eine Frontdivision der deutschen Waffen-SS im zweiten Weltkrieg. Diese rekrutierte sich ursprünglich aus KZ-Wachmannschaften und war für zahlreiche Kriegsverbrechen verantwortlich. Dieser Totenkopf ist nach § 86a Strafgesetzbuch (StGB) verboten.

 

Neben Bekenntnissen zur Online-Sekte QAnon, ein aus den USA stammender antisemitischer und rassistischer Verschwörungsmythos, der den noch amtierenden US-Präsidenten Donald Trump glorifiziert und zum Heilsbringer stilisiert, waren auch Anstecker und Aufkleber der „Druschba-Friedensfahrten“, "Kündigt Ramstein Air Base“ und „Netzwerk freier Impfentscheid“ zu entdecken. Dabei handelt es sich um Folgeprojekte der antisemitischen „Mahnwachen für den Frieden“, die ab März 2014 vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise bundesweit für Kundgebungen sorgten.

Weiterhin gab es hier auch einen Bratwurst- und Pommes-Stand, sowie einen Pavillon, in dem zwei Frauen auf Schreibmaschinen getippte Anträge auf Reichsbürger-Ausweise entgegennahmen. Etliche Teilnehmende hatten sich Passbilder mitgebracht und standen dafür an.

 

Haben Reichsbürger und Reichsbürgerinnen in Berlin viel zu oft keinen Widerspruch zu erwarten, fand in Potsdam eine antifaschistische Gegenkundgebung in Sichtweite statt, die dieser anachronistischen Veranstaltung auch mit Humor begegnete.

  

Die Fotos unterliegen dem Copyright. Sie sind in druckbarer, hochauflösender Qualität ohne Wasserzeichen vorhanden und können für kommerzielle wie unkommerzielle Zwecke erfragt werden.

 

recherchenetzwerk.berlin@yahoo.com

Benennung der Lucy-Lameck-Straße am 23. April 2021 in Berlin Neukölln.

Auf dem Foto: Ein Porträt von Lucy Lameck von Renata Faccenda (@viatrixberlin) im Schaufenster von ReSource e.V. in der Lucy-Lameck-Str. 20.

 

Auftakt im Garten des Oyoun, Lucy-Lameck-Straße 32 (der früheren Werkstatt der Kulturen).

Der Zugang war Corona-bedingt nur für 50 Personen gestattet. Auf dem Gehweg vor dem Gartenzaun verfolgten noch über 30 weitere Personen die Veranstaltung.

Programm Oyoun:

Musikalischer Auftakt: Sauti è Hala;

Begrüßung und Eröffnung durch Martin Hikel, Bezirksbürgermeister;

Ansprache S.E. Dr. Abdallah Sale Possi, Botschafter Tansania;

Ansprache Karin Korte, Bezirksstadträtin für Kultur;

Ansprache Mnyaka Sururu Mboro, Berlin Postkolonial;

 

Programm: Lucy-Lameck-Straße – Ecke Karlsgartenstraße:

Begrüßung durch die Bläsergruppe der Musikschule Paul Hindesmith

Gemeinsame Enthüllung des neuen Straßenschildes durch

Bezirksbürgermeister Martin Hikel, Bezirksstadträtin Karin Korte, Botschafter S.E. Dr. Abdallah Sale Possi und den Tansanier Mnyaka Sururu Mboro (Berlin Postkolonial), links außen klatscht der Herero Israel Kaunatjike (Berlin Postkolonial). [Auf den „Enthüllungs“-Fotos von rechts nach links].

Lucy Lameck (geboren 1934; gestorben am 21. März 1993 in Moshi) war tansanische Politikerin, die sich für Frauenrechte und für die panafrikanische Idee eingesetzt hat. 1960 wurde sie als erste Frau Abgeordnete im Parlament Tansanias (1960-1974 sowie 1980 bis 1985). In dieser Zeit hatte sie (wiederum als erste Frau) zwei Posten als stellvertretende Ministerin inne (1965-1970 + 1966-1972).

Herrmann von Wissmann (1853-1905), ein deutscher Offizier und Kolonialbeamter, war als Reichskommissar und Befehlshaber der ersten deutschen Kolonialtruppe in den Jahren 1889 und 1890 verantwortlich für die Niederschlagung des Widerstandes der ostafrikanischen Küstenbevölkerung. Vom 26. April 1895 bis 3. Dezember 1896 war er Gouverneur in der damaligen Kolonie „Deutsch-Ostafrika“ (heute Tansania, Ruanda und Burundi).

Ohne die jahrzehntelange Arbeit von Mnyaka Sururu Mboro und dem von ihm gegründeten Vereins Berlin Postkolonial wäre diese Straßen-Umbenennung nicht zustande gekommen. Ab 2004 initiierte der seit 40 Jahren in Berlin lebenden Tansanier Mnyaka Sururu Mboro Trauermärsche zum Gedenken an die Opfer des Maji-Maji-Aufstands gegen die deutsche Kolonialherrschaft in „Deutsch-Ostafrika“ (1905 – 1907).

Seit 2006 heißen diese Trauermärsche: „Gedenkmarsch zur Erinnerung an die afrikanischen Opfer von Versklavung, Handel mit versklavten Menschen, Kolonialismus und rassistischer Gewalt“ und finden immer Ende Februar in der Mitte Berlins statt (M-Straße bis Humboldtforum).

In den letzten zwei Jahren ging die Umbenennungs-Aktion in Neukölln relativ schnell vonstatten dank kluger Einbeziehung aller wichtigen Akteure wie Berlin Postkolonial, der Bezirksverordnetenversammlung, des Bezirksamts und der Anwohner. Leider vollziehen sich die Umbenennungen im Afrikanischen Viertel wesentlich zäher, auch dort war vor zwei Jahren die Umbenennung kolonialrassistischer Straßennamen beschlossen worden. Die Umbenennung der M-Straße in Mitte in Anton-Wilhelm-Amo-Straße wurde 2020 beschlossen, aber wann die Umbenennung mit neuen Straßenschildern erfolgt, ist noch unklar.

Seit 2004 setzt sich Berlin Postkolonial für die öffentliche Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte ein und in den letzten Jahren sind viele weitere Akteur*innen und Gruppen wie z.B. die Black-Lives-Matter-Bewegung dazu gekommen. Auch die kritische Auseinandersetzung mit dem Humboldtforum und den Rückgabe-Forderungen an das Ethnologische Museum, wie z.B. aktuell die Beninbronzen wären ohne die Arbeit und das Engagement dieser zivilgesellschaftlichen Organisationen so nicht möglich geworden…

Ein weiteres grausames Kapitel der deutschen Kolonialgeschichte ist der Raub von Tausenden Schädeln aus den Kolonien zur pseudowissenschaftlichen rassistischen Forschungen. Mehrere tausend dieser Ahnen lagern noch heute in der Charité. Mnyaka Sururu Mboro kam vor 40 Jahren mit dem Auftrag seiner Verwandten nach Berlin, den Schädel eines ihrer Ahnen, einen Anführer des Maji-Maji-Aufstands zu finden und zurückzubringen, damit er endlich würdig bestattet werden kann. Leider ist ihm das bis heute noch nicht gelungen, aber er wird nie aufgeben…

Insofern war für Mnyaka Sururu Mboro diese Straßen-Umbenennung ein erster Schritt hin zur Dekolonisation von ganz Berlin!

© Bernd Sauer-Diete, Berlin 2021

 

Mein persönlicher Bezug zur Lucy-Lameck-Straße (Ex-Wissmann-Straße):

Ich habe von 1986 bis 2012 insgesamt 26 Jahre ganz in der Nähe dieser Straße gelebt (Hasenheide und Fontanestraße). Durch mein Ethnologie-Studium in den 1980ern, in der ich mich auch mit Deutscher Kolonialpolitik beschäftigt habe, war mir schon früh klar, was für ein Kolonialverbrecher Wissmann gewesen war.

Ab 1993 zog die Werkstatt der Kulturen in die damaligen Wissmannstr. 32 und setzte sich ab da auch öffentlichkeitswirksam für die Aufklärung über deutsche Kolonialverbrechen ein, da sie sich ja mit diesem furchtbaren Namen in ihrer Adresse auseinandersetzen mussten.

Seit 2004 setzt sich Berlin Postkolonial für die öffentliche Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte ein und seit 2009 habe ich mit meiner Kamera viele Veranstaltungen, Proteste und Gedenkmärsche der Black Community in Berlin begleitet; Angefangen mit einer Konferenz 2009 in der Werkstatt der Kulturen zum 125. Jahrestag der Afrika-Konferenz von 1884/85 in Berlin, auf dem der Kontinent Afrika unter den europäischen Herrschern auf der Landkarte aufgeteilt worden war. Dabei wurde mir nochmal richtig klar, welche Verbrechen der europäische Kolonialismus in Afrika begangen hat und wie wenig die deutsche Kolonialzeit in der deutschen Öffentlichkeit und in unserem Geschichtsbewusstsein präsent ist.

Seit längerer Zeit hinterfrage ich auch sehr kritisch die Rolle der Ethnologie und Ethnografie während der deutschen Kolonialzeit. Die Ethnologen/Ethnografen waren ja in das koloniale Herrschaftssystem eingebunden. Sie lieferten z.B. der deutschen Kolonialverwaltung wichtige Informationen über die politische und soziale Organisation der kolonisierten Völker und erleichterten damit direkte wie indirekte Herrschaft der Kolonialbeamten. Außerdem waren die Ethnologen auch in die „Überführung“ von Kunstgütern aus den Kolonien in deutsche Museen beteiligt. Auch wenn viele dieser Kunstschätze wahrscheinlich „bezahlt“ worden sind, waren es doch sehr ungleiche Tauschgeschäfte zwischen Herrscher und Beherrschten, die die Kolonialisierten klar benachteiligte. Das kolonialrassistische Argument – „Ohne uns Sammler würden die Kunstschätze in Afrika verrotten“ – das die Raubzüge in der Kolonialzeit legitimieren sollte, galt noch bis in die 1970er und 1980er Jahre, als damals schon afrikanische Politiker die geraubten Kulturgüter, wie die Beninbronzen zurückforderten. Noch in der Zeit meines Ethnologie-Studiums (1981-1989) wurden die berechtigten Rückgabe-Forderungen an das damalige Völkerkundemuseum (heute Museum für Ethnologie) als „vollkommen absurd“ zurückgewiesen…

© Bernd Sauer-Diete, Berlin 2021

  

Benennung der Lucy-Lameck-Straße am 23. April 2021 in Berlin Neukölln.

Auftakt im Garten des Oyoun, Lucy-Lameck-Straße 32 (der früheren Werkstatt der Kulturen).

Der Zugang war Corona-bedingt nur für 50 Personen gestattet. Auf dem Gehweg vor dem Gartenzaun verfolgten noch über 30 weitere Personen die Veranstaltung.

Programm Oyoun:

Musikalischer Auftakt: Sauti è Hala;

Begrüßung und Eröffnung durch Martin Hikel, Bezirksbürgermeister;

Ansprache S.E. Dr. Abdallah Sale Possi, Botschafter Tansania;

Ansprache Karin Korte, Bezirksstadträtin für Kultur;

Ansprache Mnyaka Sururu Mboro, Berlin Postkolonial;

 

Programm: Lucy-Lameck-Straße – Ecke Karlsgartenstraße:

Begrüßung durch die Bläsergruppe der Musikschule Paul Hindesmith

Gemeinsame Enthüllung des neuen Straßenschildes durch

Bezirksbürgermeister Martin Hikel, Bezirksstadträtin Karin Korte, Botschafter S.E. Dr. Abdallah Sale Possi und den Tansanier Mnyaka Sururu Mboro (Berlin Postkolonial), links außen klatscht der Herero Israel Kaunatjike (Berlin Postkolonial). [Auf den „Enthüllungs“-Fotos von rechts nach links].

Lucy Lameck (geboren 1934; gestorben am 21. März 1993 in Moshi) war tansanische Politikerin, die sich für Frauenrechte und für die panafrikanische Idee eingesetzt hat. 1960 wurde sie als erste Frau Abgeordnete im Parlament Tansanias (1960-1974 sowie 1980 bis 1985). In dieser Zeit hatte sie (wiederum als erste Frau) zwei Posten als stellvertretende Ministerin inne (1965-1970 + 1966-1972).

Herrmann von Wissmann (1853-1905), ein deutscher Offizier und Kolonialbeamter, war als Reichskommissar und Befehlshaber der ersten deutschen Kolonialtruppe in den Jahren 1889 und 1890 verantwortlich für die Niederschlagung des Widerstandes der ostafrikanischen Küstenbevölkerung. Vom 26. April 1895 bis 3. Dezember 1896 war er Gouverneur in der damaligen Kolonie „Deutsch-Ostafrika“ (heute Tansania, Ruanda und Burundi).

Ohne die jahrzehntelange Arbeit von Mnyaka Sururu Mboro und dem von ihm gegründeten Vereins Berlin Postkolonial wäre diese Straßen-Umbenennung nicht zustande gekommen. Ab 2004 initiierte der seit 40 Jahren in Berlin lebenden Tansanier Mnyaka Sururu Mboro Trauermärsche zum Gedenken an die Opfer des Maji-Maji-Aufstands gegen die deutsche Kolonialherrschaft in „Deutsch-Ostafrika“ (1905 – 1907).

Seit 2006 heißen diese Trauermärsche: „Gedenkmarsch zur Erinnerung an die afrikanischen Opfer von Versklavung, Handel mit versklavten Menschen, Kolonialismus und rassistischer Gewalt“ und finden immer Ende Februar in der Mitte Berlins statt (M-Straße bis Humboldtforum).

In den letzten zwei Jahren ging die Umbenennungs-Aktion in Neukölln relativ schnell vonstatten dank kluger Einbeziehung aller wichtigen Akteure wie Berlin Postkolonial, der Bezirksverordnetenversammlung, des Bezirksamts und der Anwohner. Leider vollziehen sich die Umbenennungen im Afrikanischen Viertel wesentlich zäher, auch dort war vor zwei Jahren die Umbenennung kolonialrassistischer Straßennamen beschlossen worden. Die Umbenennung der M-Straße in Mitte in Anton-Wilhelm-Amo-Straße wurde 2020 beschlossen, aber wann die Umbenennung mit neuen Straßenschildern erfolgt, ist noch unklar.

Seit 2004 setzt sich Berlin Postkolonial für die öffentliche Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte ein und in den letzten Jahren sind viele weitere Akteur*innen und Gruppen wie z.B. die Black-Lives-Matter-Bewegung dazu gekommen. Auch die kritische Auseinandersetzung mit dem Humboldtforum und den Rückgabe-Forderungen an das Ethnologische Museum, wie z.B. aktuell die Beninbronzen wären ohne die Arbeit und das Engagement dieser zivilgesellschaftlichen Organisationen so nicht möglich geworden…

Ein weiteres grausames Kapitel der deutschen Kolonialgeschichte ist der Raub von Tausenden Schädeln aus den Kolonien zur pseudowissenschaftlichen rassistischen Forschungen. Mehrere tausend dieser Ahnen lagern noch heute in der Charité. Mnyaka Sururu Mboro kam vor 40 Jahren mit dem Auftrag seiner Verwandten nach Berlin, den Schädel eines ihrer Ahnen, einen Anführer des Maji-Maji-Aufstands zu finden und zurückzubringen, damit er endlich würdig bestattet werden kann. Leider ist ihm das bis heute noch nicht gelungen, aber er wird nie aufgeben…

Insofern war für Mnyaka Sururu Mboro diese Straßen-Umbenennung ein erster Schritt hin zur Dekolonisation von ganz Berlin!

© Bernd Sauer-Diete, Berlin 2021

 

Mein persönlicher Bezug zur Lucy-Lameck-Straße (Ex-Wissmann-Straße):

Ich habe von 1986 bis 2012 insgesamt 26 Jahre ganz in der Nähe dieser Straße gelebt (Hasenheide und Fontanestraße). Durch mein Ethnologie-Studium in den 1980ern, in der ich mich auch mit Deutscher Kolonialpolitik beschäftigt habe, war mir schon früh klar, was für ein Kolonialverbrecher Wissmann gewesen war.

Ab 1993 zog die Werkstatt der Kulturen in die damaligen Wissmannstr. 32 und setzte sich ab da auch öffentlichkeitswirksam für die Aufklärung über deutsche Kolonialverbrechen ein, da sie sich ja mit diesem furchtbaren Namen in ihrer Adresse auseinandersetzen mussten.

Seit 2004 setzt sich Berlin Postkolonial für die öffentliche Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte ein und seit 2009 habe ich mit meiner Kamera viele Veranstaltungen, Proteste und Gedenkmärsche der Black Community in Berlin begleitet; Angefangen mit einer Konferenz 2009 in der Werkstatt der Kulturen zum 125. Jahrestag der Afrika-Konferenz von 1884/85 in Berlin, auf dem der Kontinent Afrika unter den europäischen Herrschern auf der Landkarte aufgeteilt worden war. Dabei wurde mir nochmal richtig klar, welche Verbrechen der europäische Kolonialismus in Afrika begangen hat und wie wenig die deutsche Kolonialzeit in der deutschen Öffentlichkeit und in unserem Geschichtsbewusstsein präsent ist.

Seit längerer Zeit hinterfrage ich auch sehr kritisch die Rolle der Ethnologie und Ethnografie während der deutschen Kolonialzeit. Die Ethnologen/Ethnografen waren ja in das koloniale Herrschaftssystem eingebunden. Sie lieferten z.B. der deutschen Kolonialverwaltung wichtige Informationen über die politische und soziale Organisation der kolonisierten Völker und erleichterten damit direkte wie indirekte Herrschaft der Kolonialbeamten. Außerdem waren die Ethnologen auch in die „Überführung“ von Kunstgütern aus den Kolonien in deutsche Museen beteiligt. Auch wenn viele dieser Kunstschätze wahrscheinlich „bezahlt“ worden sind, waren es doch sehr ungleiche Tauschgeschäfte zwischen Herrscher und Beherrschten, die die Kolonialisierten klar benachteiligte. Das kolonialrassistische Argument – „Ohne uns Sammler würden die Kunstschätze in Afrika verrotten“ – das die Raubzüge in der Kolonialzeit legitimieren sollte, galt noch bis in die 1970er und 1980er Jahre, als damals schon afrikanische Politiker die geraubten Kulturgüter, wie die Beninbronzen zurückforderten. Noch in der Zeit meines Ethnologie-Studiums (1981-1989) wurden die berechtigten Rückgabe-Forderungen an das damalige Völkerkundemuseum (heute Museum für Ethnologie) als „vollkommen absurd“ zurückgewiesen…

© Bernd Sauer-Diete, Berlin 2021

  

Benennung der Lucy-Lameck-Straße am 23. April 2021 in Berlin Neukölln.

Auftakt im Garten des Oyoun, Lucy-Lameck-Straße 32 (der früheren Werkstatt der Kulturen).

Der Zugang war Corona-bedingt nur für 50 Personen gestattet. Auf dem Gehweg vor dem Gartenzaun verfolgten noch über 30 weitere Personen die Veranstaltung.

Programm Oyoun:

Musikalischer Auftakt: Sauti è Hala;

Begrüßung und Eröffnung durch Martin Hikel, Bezirksbürgermeister;

Ansprache S.E. Dr. Abdallah Sale Possi, Botschafter Tansania;

Ansprache Karin Korte, Bezirksstadträtin für Kultur;

Ansprache Mnyaka Sururu Mboro, Berlin Postkolonial;

 

Programm: Lucy-Lameck-Straße – Ecke Karlsgartenstraße:

Begrüßung durch die Bläsergruppe der Musikschule Paul Hindesmith

Gemeinsame Enthüllung des neuen Straßenschildes durch

Bezirksbürgermeister Martin Hikel, Bezirksstadträtin Karin Korte, Botschafter S.E. Dr. Abdallah Sale Possi und den Tansanier Mnyaka Sururu Mboro (Berlin Postkolonial), links außen klatscht der Herero Israel Kaunatjike (Berlin Postkolonial). [Auf den „Enthüllungs“-Fotos von rechts nach links].

Lucy Lameck (geboren 1934; gestorben am 21. März 1993 in Moshi) war tansanische Politikerin, die sich für Frauenrechte und für die panafrikanische Idee eingesetzt hat. 1960 wurde sie als erste Frau Abgeordnete im Parlament Tansanias (1960-1974 sowie 1980 bis 1985). In dieser Zeit hatte sie (wiederum als erste Frau) zwei Posten als stellvertretende Ministerin inne (1965-1970 + 1966-1972).

Herrmann von Wissmann (1853-1905), ein deutscher Offizier und Kolonialbeamter, war als Reichskommissar und Befehlshaber der ersten deutschen Kolonialtruppe in den Jahren 1889 und 1890 verantwortlich für die Niederschlagung des Widerstandes der ostafrikanischen Küstenbevölkerung. Vom 26. April 1895 bis 3. Dezember 1896 war er Gouverneur in der damaligen Kolonie „Deutsch-Ostafrika“ (heute Tansania, Ruanda und Burundi).

Ohne die jahrzehntelange Arbeit von Mnyaka Sururu Mboro und dem von ihm gegründeten Vereins Berlin Postkolonial wäre diese Straßen-Umbenennung nicht zustande gekommen. Ab 2004 initiierte der seit 40 Jahren in Berlin lebenden Tansanier Mnyaka Sururu Mboro Trauermärsche zum Gedenken an die Opfer des Maji-Maji-Aufstands gegen die deutsche Kolonialherrschaft in „Deutsch-Ostafrika“ (1905 – 1907).

Seit 2006 heißen diese Trauermärsche: „Gedenkmarsch zur Erinnerung an die afrikanischen Opfer von Versklavung, Handel mit versklavten Menschen, Kolonialismus und rassistischer Gewalt“ und finden immer Ende Februar in der Mitte Berlins statt (M-Straße bis Humboldtforum).

In den letzten zwei Jahren ging die Umbenennungs-Aktion in Neukölln relativ schnell vonstatten dank kluger Einbeziehung aller wichtigen Akteure wie Berlin Postkolonial, der Bezirksverordnetenversammlung, des Bezirksamts und der Anwohner. Leider vollziehen sich die Umbenennungen im Afrikanischen Viertel wesentlich zäher, auch dort war vor zwei Jahren die Umbenennung kolonialrassistischer Straßennamen beschlossen worden. Die Umbenennung der M-Straße in Mitte in Anton-Wilhelm-Amo-Straße wurde 2020 beschlossen, aber wann die Umbenennung mit neuen Straßenschildern erfolgt, ist noch unklar.

Seit 2004 setzt sich Berlin Postkolonial für die öffentliche Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte ein und in den letzten Jahren sind viele weitere Akteur*innen und Gruppen wie z.B. die Black-Lives-Matter-Bewegung dazu gekommen. Auch die kritische Auseinandersetzung mit dem Humboldtforum und den Rückgabe-Forderungen an das Ethnologische Museum, wie z.B. aktuell die Beninbronzen wären ohne die Arbeit und das Engagement dieser zivilgesellschaftlichen Organisationen so nicht möglich geworden…

Ein weiteres grausames Kapitel der deutschen Kolonialgeschichte ist der Raub von Tausenden Schädeln aus den Kolonien zur pseudowissenschaftlichen rassistischen Forschungen. Mehrere tausend dieser Ahnen lagern noch heute in der Charité. Mnyaka Sururu Mboro kam vor 40 Jahren mit dem Auftrag seiner Verwandten nach Berlin, den Schädel eines ihrer Ahnen, einen Anführer des Maji-Maji-Aufstands zu finden und zurückzubringen, damit er endlich würdig bestattet werden kann. Leider ist ihm das bis heute noch nicht gelungen, aber er wird nie aufgeben…

Insofern war für Mnyaka Sururu Mboro diese Straßen-Umbenennung ein erster Schritt hin zur Dekolonisation von ganz Berlin!

© Bernd Sauer-Diete, Berlin 2021

 

Mein persönlicher Bezug zur Lucy-Lameck-Straße (Ex-Wissmann-Straße):

Ich habe von 1986 bis 2012 insgesamt 26 Jahre ganz in der Nähe dieser Straße gelebt (Hasenheide und Fontanestraße). Durch mein Ethnologie-Studium in den 1980ern, in der ich mich auch mit Deutscher Kolonialpolitik beschäftigt habe, war mir schon früh klar, was für ein Kolonialverbrecher Wissmann gewesen war.

Ab 1993 zog die Werkstatt der Kulturen in die damaligen Wissmannstr. 32 und setzte sich ab da auch öffentlichkeitswirksam für die Aufklärung über deutsche Kolonialverbrechen ein, da sie sich ja mit diesem furchtbaren Namen in ihrer Adresse auseinandersetzen mussten.

Seit 2004 setzt sich Berlin Postkolonial für die öffentliche Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte ein und seit 2009 habe ich mit meiner Kamera viele Veranstaltungen, Proteste und Gedenkmärsche der Black Community in Berlin begleitet; Angefangen mit einer Konferenz 2009 in der Werkstatt der Kulturen zum 125. Jahrestag der Afrika-Konferenz von 1884/85 in Berlin, auf dem der Kontinent Afrika unter den europäischen Herrschern auf der Landkarte aufgeteilt worden war. Dabei wurde mir nochmal richtig klar, welche Verbrechen der europäische Kolonialismus in Afrika begangen hat und wie wenig die deutsche Kolonialzeit in der deutschen Öffentlichkeit und in unserem Geschichtsbewusstsein präsent ist.

Seit längerer Zeit hinterfrage ich auch sehr kritisch die Rolle der Ethnologie und Ethnografie während der deutschen Kolonialzeit. Die Ethnologen/Ethnografen waren ja in das koloniale Herrschaftssystem eingebunden. Sie lieferten z.B. der deutschen Kolonialverwaltung wichtige Informationen über die politische und soziale Organisation der kolonisierten Völker und erleichterten damit direkte wie indirekte Herrschaft der Kolonialbeamten. Außerdem waren die Ethnologen auch in die „Überführung“ von Kunstgütern aus den Kolonien in deutsche Museen beteiligt. Auch wenn viele dieser Kunstschätze wahrscheinlich „bezahlt“ worden sind, waren es doch sehr ungleiche Tauschgeschäfte zwischen Herrscher und Beherrschten, die die Kolonialisierten klar benachteiligte. Das kolonialrassistische Argument – „Ohne uns Sammler würden die Kunstschätze in Afrika verrotten“ – das die Raubzüge in der Kolonialzeit legitimieren sollte, galt noch bis in die 1970er und 1980er Jahre, als damals schon afrikanische Politiker die geraubten Kulturgüter, wie die Beninbronzen zurückforderten. Noch in der Zeit meines Ethnologie-Studiums (1981-1989) wurden die berechtigten Rückgabe-Forderungen an das damalige Völkerkundemuseum (heute Museum für Ethnologie) als „vollkommen absurd“ zurückgewiesen…

© Bernd Sauer-Diete, Berlin 2021

  

Benennung der Lucy-Lameck-Straße am 23. April 2021 in Berlin Neukölln.

Auftakt im Garten des Oyoun, Lucy-Lameck-Straße 32 (der früheren Werkstatt der Kulturen).

Der Zugang war Corona-bedingt nur für 50 Personen gestattet. Auf dem Gehweg vor dem Gartenzaun verfolgten noch über 30 weitere Personen die Veranstaltung.

Programm Oyoun:

Musikalischer Auftakt: Sauti è Hala;

Begrüßung und Eröffnung durch Martin Hikel, Bezirksbürgermeister;

Ansprache S.E. Dr. Abdallah Sale Possi, Botschafter Tansania;

Ansprache Karin Korte, Bezirksstadträtin für Kultur;

Ansprache Mnyaka Sururu Mboro, Berlin Postkolonial;

 

Programm: Lucy-Lameck-Straße – Ecke Karlsgartenstraße:

Begrüßung durch die Bläsergruppe der Musikschule Paul Hindesmith

Gemeinsame Enthüllung des neuen Straßenschildes durch

Bezirksbürgermeister Martin Hikel, Bezirksstadträtin Karin Korte, Botschafter S.E. Dr. Abdallah Sale Possi und den Tansanier Mnyaka Sururu Mboro (Berlin Postkolonial), links außen klatscht der Herero Israel Kaunatjike (Berlin Postkolonial). [Auf den „Enthüllungs“-Fotos von rechts nach links].

Lucy Lameck (geboren 1934; gestorben am 21. März 1993 in Moshi) war tansanische Politikerin, die sich für Frauenrechte und für die panafrikanische Idee eingesetzt hat. 1960 wurde sie als erste Frau Abgeordnete im Parlament Tansanias (1960-1974 sowie 1980 bis 1985). In dieser Zeit hatte sie (wiederum als erste Frau) zwei Posten als stellvertretende Ministerin inne (1965-1970 + 1966-1972).

Herrmann von Wissmann (1853-1905), ein deutscher Offizier und Kolonialbeamter, war als Reichskommissar und Befehlshaber der ersten deutschen Kolonialtruppe in den Jahren 1889 und 1890 verantwortlich für die Niederschlagung des Widerstandes der ostafrikanischen Küstenbevölkerung. Vom 26. April 1895 bis 3. Dezember 1896 war er Gouverneur in der damaligen Kolonie „Deutsch-Ostafrika“ (heute Tansania, Ruanda und Burundi).

Ohne die jahrzehntelange Arbeit von Mnyaka Sururu Mboro und dem von ihm gegründeten Vereins Berlin Postkolonial wäre diese Straßen-Umbenennung nicht zustande gekommen. Ab 2004 initiierte der seit 40 Jahren in Berlin lebenden Tansanier Mnyaka Sururu Mboro Trauermärsche zum Gedenken an die Opfer des Maji-Maji-Aufstands gegen die deutsche Kolonialherrschaft in „Deutsch-Ostafrika“ (1905 – 1907).

Seit 2006 heißen diese Trauermärsche: „Gedenkmarsch zur Erinnerung an die afrikanischen Opfer von Versklavung, Handel mit versklavten Menschen, Kolonialismus und rassistischer Gewalt“ und finden immer Ende Februar in der Mitte Berlins statt (M-Straße bis Humboldtforum).

In den letzten zwei Jahren ging die Umbenennungs-Aktion in Neukölln relativ schnell vonstatten dank kluger Einbeziehung aller wichtigen Akteure wie Berlin Postkolonial, der Bezirksverordnetenversammlung, des Bezirksamts und der Anwohner. Leider vollziehen sich die Umbenennungen im Afrikanischen Viertel wesentlich zäher, auch dort war vor zwei Jahren die Umbenennung kolonialrassistischer Straßennamen beschlossen worden. Die Umbenennung der M-Straße in Mitte in Anton-Wilhelm-Amo-Straße wurde 2020 beschlossen, aber wann die Umbenennung mit neuen Straßenschildern erfolgt, ist noch unklar.

Seit 2004 setzt sich Berlin Postkolonial für die öffentliche Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte ein und in den letzten Jahren sind viele weitere Akteur*innen und Gruppen wie z.B. die Black-Lives-Matter-Bewegung dazu gekommen. Auch die kritische Auseinandersetzung mit dem Humboldtforum und den Rückgabe-Forderungen an das Ethnologische Museum, wie z.B. aktuell die Beninbronzen wären ohne die Arbeit und das Engagement dieser zivilgesellschaftlichen Organisationen so nicht möglich geworden…

Ein weiteres grausames Kapitel der deutschen Kolonialgeschichte ist der Raub von Tausenden Schädeln aus den Kolonien zur pseudowissenschaftlichen rassistischen Forschungen. Mehrere tausend dieser Ahnen lagern noch heute in der Charité. Mnyaka Sururu Mboro kam vor 40 Jahren mit dem Auftrag seiner Verwandten nach Berlin, den Schädel eines ihrer Ahnen, einen Anführer des Maji-Maji-Aufstands zu finden und zurückzubringen, damit er endlich würdig bestattet werden kann. Leider ist ihm das bis heute noch nicht gelungen, aber er wird nie aufgeben…

Insofern war für Mnyaka Sururu Mboro diese Straßen-Umbenennung ein erster Schritt hin zur Dekolonisation von ganz Berlin!

© Bernd Sauer-Diete, Berlin 2021

 

Mein persönlicher Bezug zur Lucy-Lameck-Straße (Ex-Wissmann-Straße):

Ich habe von 1986 bis 2012 insgesamt 26 Jahre ganz in der Nähe dieser Straße gelebt (Hasenheide und Fontanestraße). Durch mein Ethnologie-Studium in den 1980ern, in der ich mich auch mit Deutscher Kolonialpolitik beschäftigt habe, war mir schon früh klar, was für ein Kolonialverbrecher Wissmann gewesen war.

Ab 1993 zog die Werkstatt der Kulturen in die damaligen Wissmannstr. 32 und setzte sich ab da auch öffentlichkeitswirksam für die Aufklärung über deutsche Kolonialverbrechen ein, da sie sich ja mit diesem furchtbaren Namen in ihrer Adresse auseinandersetzen mussten.

Seit 2004 setzt sich Berlin Postkolonial für die öffentliche Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte ein und seit 2009 habe ich mit meiner Kamera viele Veranstaltungen, Proteste und Gedenkmärsche der Black Community in Berlin begleitet; Angefangen mit einer Konferenz 2009 in der Werkstatt der Kulturen zum 125. Jahrestag der Afrika-Konferenz von 1884/85 in Berlin, auf dem der Kontinent Afrika unter den europäischen Herrschern auf der Landkarte aufgeteilt worden war. Dabei wurde mir nochmal richtig klar, welche Verbrechen der europäische Kolonialismus in Afrika begangen hat und wie wenig die deutsche Kolonialzeit in der deutschen Öffentlichkeit und in unserem Geschichtsbewusstsein präsent ist.

Seit längerer Zeit hinterfrage ich auch sehr kritisch die Rolle der Ethnologie und Ethnografie während der deutschen Kolonialzeit. Die Ethnologen/Ethnografen waren ja in das koloniale Herrschaftssystem eingebunden. Sie lieferten z.B. der deutschen Kolonialverwaltung wichtige Informationen über die politische und soziale Organisation der kolonisierten Völker und erleichterten damit direkte wie indirekte Herrschaft der Kolonialbeamten. Außerdem waren die Ethnologen auch in die „Überführung“ von Kunstgütern aus den Kolonien in deutsche Museen beteiligt. Auch wenn viele dieser Kunstschätze wahrscheinlich „bezahlt“ worden sind, waren es doch sehr ungleiche Tauschgeschäfte zwischen Herrscher und Beherrschten, die die Kolonialisierten klar benachteiligte. Das kolonialrassistische Argument – „Ohne uns Sammler würden die Kunstschätze in Afrika verrotten“ – das die Raubzüge in der Kolonialzeit legitimieren sollte, galt noch bis in die 1970er und 1980er Jahre, als damals schon afrikanische Politiker die geraubten Kulturgüter, wie die Beninbronzen zurückforderten. Noch in der Zeit meines Ethnologie-Studiums (1981-1989) wurden die berechtigten Rückgabe-Forderungen an das damalige Völkerkundemuseum (heute Museum für Ethnologie) als „vollkommen absurd“ zurückgewiesen…

© Bernd Sauer-Diete, Berlin 2021

  

Benennung der Lucy-Lameck-Straße am 23. April 2021 in Berlin Neukölln.

Auftakt im Garten des Oyoun, Lucy-Lameck-Straße 32 (der früheren Werkstatt der Kulturen).

Der Zugang war Corona-bedingt nur für 50 Personen gestattet. Auf dem Gehweg vor dem Gartenzaun verfolgten noch über 30 weitere Personen die Veranstaltung.

Programm Oyoun:

Musikalischer Auftakt: Sauti è Hala;

Begrüßung und Eröffnung durch Martin Hikel, Bezirksbürgermeister;

Ansprache S.E. Dr. Abdallah Sale Possi, Botschafter Tansania;

Ansprache Karin Korte, Bezirksstadträtin für Kultur;

Ansprache Mnyaka Sururu Mboro, Berlin Postkolonial;

 

Programm: Lucy-Lameck-Straße – Ecke Karlsgartenstraße:

Begrüßung durch die Bläsergruppe der Musikschule Paul Hindesmith

Gemeinsame Enthüllung des neuen Straßenschildes durch

Bezirksbürgermeister Martin Hikel, Bezirksstadträtin Karin Korte, Botschafter S.E. Dr. Abdallah Sale Possi und den Tansanier Mnyaka Sururu Mboro (Berlin Postkolonial), links außen klatscht der Herero Israel Kaunatjike (Berlin Postkolonial). [Auf den „Enthüllungs“-Fotos von rechts nach links].

Lucy Lameck (geboren 1934; gestorben am 21. März 1993 in Moshi) war tansanische Politikerin, die sich für Frauenrechte und für die panafrikanische Idee eingesetzt hat. 1960 wurde sie als erste Frau Abgeordnete im Parlament Tansanias (1960-1974 sowie 1980 bis 1985). In dieser Zeit hatte sie (wiederum als erste Frau) zwei Posten als stellvertretende Ministerin inne (1965-1970 + 1966-1972).

Herrmann von Wissmann (1853-1905), ein deutscher Offizier und Kolonialbeamter, war als Reichskommissar und Befehlshaber der ersten deutschen Kolonialtruppe in den Jahren 1889 und 1890 verantwortlich für die Niederschlagung des Widerstandes der ostafrikanischen Küstenbevölkerung. Vom 26. April 1895 bis 3. Dezember 1896 war er Gouverneur in der damaligen Kolonie „Deutsch-Ostafrika“ (heute Tansania, Ruanda und Burundi).

Ohne die jahrzehntelange Arbeit von Mnyaka Sururu Mboro und dem von ihm gegründeten Vereins Berlin Postkolonial wäre diese Straßen-Umbenennung nicht zustande gekommen. Ab 2004 initiierte der seit 40 Jahren in Berlin lebenden Tansanier Mnyaka Sururu Mboro Trauermärsche zum Gedenken an die Opfer des Maji-Maji-Aufstands gegen die deutsche Kolonialherrschaft in „Deutsch-Ostafrika“ (1905 – 1907).

Seit 2006 heißen diese Trauermärsche: „Gedenkmarsch zur Erinnerung an die afrikanischen Opfer von Versklavung, Handel mit versklavten Menschen, Kolonialismus und rassistischer Gewalt“ und finden immer Ende Februar in der Mitte Berlins statt (M-Straße bis Humboldtforum).

In den letzten zwei Jahren ging die Umbenennungs-Aktion in Neukölln relativ schnell vonstatten dank kluger Einbeziehung aller wichtigen Akteure wie Berlin Postkolonial, der Bezirksverordnetenversammlung, des Bezirksamts und der Anwohner. Leider vollziehen sich die Umbenennungen im Afrikanischen Viertel wesentlich zäher, auch dort war vor zwei Jahren die Umbenennung kolonialrassistischer Straßennamen beschlossen worden. Die Umbenennung der M-Straße in Mitte in Anton-Wilhelm-Amo-Straße wurde 2020 beschlossen, aber wann die Umbenennung mit neuen Straßenschildern erfolgt, ist noch unklar.

Seit 2004 setzt sich Berlin Postkolonial für die öffentliche Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte ein und in den letzten Jahren sind viele weitere Akteur*innen und Gruppen wie z.B. die Black-Lives-Matter-Bewegung dazu gekommen. Auch die kritische Auseinandersetzung mit dem Humboldtforum und den Rückgabe-Forderungen an das Ethnologische Museum, wie z.B. aktuell die Beninbronzen wären ohne die Arbeit und das Engagement dieser zivilgesellschaftlichen Organisationen so nicht möglich geworden…

Ein weiteres grausames Kapitel der deutschen Kolonialgeschichte ist der Raub von Tausenden Schädeln aus den Kolonien zur pseudowissenschaftlichen rassistischen Forschungen. Mehrere tausend dieser Ahnen lagern noch heute in der Charité. Mnyaka Sururu Mboro kam vor 40 Jahren mit dem Auftrag seiner Verwandten nach Berlin, den Schädel eines ihrer Ahnen, einen Anführer des Maji-Maji-Aufstands zu finden und zurückzubringen, damit er endlich würdig bestattet werden kann. Leider ist ihm das bis heute noch nicht gelungen, aber er wird nie aufgeben…

Insofern war für Mnyaka Sururu Mboro diese Straßen-Umbenennung ein erster Schritt hin zur Dekolonisation von ganz Berlin!

© Bernd Sauer-Diete, Berlin 2021

 

Mein persönlicher Bezug zur Lucy-Lameck-Straße (Ex-Wissmann-Straße):

Ich habe von 1986 bis 2012 insgesamt 26 Jahre ganz in der Nähe dieser Straße gelebt (Hasenheide und Fontanestraße). Durch mein Ethnologie-Studium in den 1980ern, in der ich mich auch mit Deutscher Kolonialpolitik beschäftigt habe, war mir schon früh klar, was für ein Kolonialverbrecher Wissmann gewesen war.

Ab 1993 zog die Werkstatt der Kulturen in die damaligen Wissmannstr. 32 und setzte sich ab da auch öffentlichkeitswirksam für die Aufklärung über deutsche Kolonialverbrechen ein, da sie sich ja mit diesem furchtbaren Namen in ihrer Adresse auseinandersetzen mussten.

Seit 2004 setzt sich Berlin Postkolonial für die öffentliche Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte ein und seit 2009 habe ich mit meiner Kamera viele Veranstaltungen, Proteste und Gedenkmärsche der Black Community in Berlin begleitet; Angefangen mit einer Konferenz 2009 in der Werkstatt der Kulturen zum 125. Jahrestag der Afrika-Konferenz von 1884/85 in Berlin, auf dem der Kontinent Afrika unter den europäischen Herrschern auf der Landkarte aufgeteilt worden war. Dabei wurde mir nochmal richtig klar, welche Verbrechen der europäische Kolonialismus in Afrika begangen hat und wie wenig die deutsche Kolonialzeit in der deutschen Öffentlichkeit und in unserem Geschichtsbewusstsein präsent ist.

Seit längerer Zeit hinterfrage ich auch sehr kritisch die Rolle der Ethnologie und Ethnografie während der deutschen Kolonialzeit. Die Ethnologen/Ethnografen waren ja in das koloniale Herrschaftssystem eingebunden. Sie lieferten z.B. der deutschen Kolonialverwaltung wichtige Informationen über die politische und soziale Organisation der kolonisierten Völker und erleichterten damit direkte wie indirekte Herrschaft der Kolonialbeamten. Außerdem waren die Ethnologen auch in die „Überführung“ von Kunstgütern aus den Kolonien in deutsche Museen beteiligt. Auch wenn viele dieser Kunstschätze wahrscheinlich „bezahlt“ worden sind, waren es doch sehr ungleiche Tauschgeschäfte zwischen Herrscher und Beherrschten, die die Kolonialisierten klar benachteiligte. Das kolonialrassistische Argument – „Ohne uns Sammler würden die Kunstschätze in Afrika verrotten“ – das die Raubzüge in der Kolonialzeit legitimieren sollte, galt noch bis in die 1970er und 1980er Jahre, als damals schon afrikanische Politiker die geraubten Kulturgüter, wie die Beninbronzen zurückforderten. Noch in der Zeit meines Ethnologie-Studiums (1981-1989) wurden die berechtigten Rückgabe-Forderungen an das damalige Völkerkundemuseum (heute Museum für Ethnologie) als „vollkommen absurd“ zurückgewiesen…

© Bernd Sauer-Diete, Berlin 2021

  

In Potsdam demonstrierten rund 150 Anhänger und Anhängerinnen krudester Reichsbürgerthesen für die Rückkehr in die Monarchie. Die Veranstaltung fand zu Ehren von Georg Friedrich Prinz von Preußen statt, Ururenkel des letzten Deutschen Kaisers Wilhelm II, der aufgefordert wurde, „Friedenskanzler“ zu werden und für „Heimath und Weltfrieden“ zu sorgen. Der Prinz kam nicht und hatte bereits im Vorfeld diese zweifelhafte Einladung abgelehnt.

 

Aufgerufen zu dieser Veranstaltung mit mehreren Rednern hatte der extrem rechte Politaktivist und Verschwörungsmystiker Frank Radon, der sich selbst als „Reichsdeutscher“ betrachtet, an Satanisten in Regierungsämtern glaubt und Pseudowissenschaften wie der „Neuen Germanischen Medizin“ anhängt. Etliche Fahnen wehten auf dieser Kundgebung, viele in den Farben schwarz-weiß-rot. Eine Reichsfahne mit der Losung „Treue um Treue“ wurde von der Polizei beschlagnahmt.

 

Während Radon sich in seiner Rede darüber empörte, dass man sie als Nazis stigmatisieren würde, trugen Teilnehmende neonazistische Kleidung, darunter Fan-Artikel der Rechtsrock-Bands „Lunikoff-Verschwörung“ um den Neonazi Michael Regener und „Kategorie C“. Ein weiterer Teilnehmer zeigte ein Tattoo mit dem Truppenkennzeichen der SS-Division „Totenkopf“ auf dem Handrücken, eine Frontdivision der deutschen Waffen-SS im zweiten Weltkrieg. Diese rekrutierte sich ursprünglich aus KZ-Wachmannschaften und war für zahlreiche Kriegsverbrechen verantwortlich. Dieser Totenkopf ist nach § 86a Strafgesetzbuch (StGB) verboten.

 

Neben Bekenntnissen zur Online-Sekte QAnon, ein aus den USA stammender antisemitischer und rassistischer Verschwörungsmythos, der den noch amtierenden US-Präsidenten Donald Trump glorifiziert und zum Heilsbringer stilisiert, waren auch Anstecker und Aufkleber der „Druschba-Friedensfahrten“, "Kündigt Ramstein Air Base“ und „Netzwerk freier Impfentscheid“ zu entdecken. Dabei handelt es sich um Folgeprojekte der antisemitischen „Mahnwachen für den Frieden“, die ab März 2014 vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise bundesweit für Kundgebungen sorgten.

Weiterhin gab es hier auch einen Bratwurst- und Pommes-Stand, sowie einen Pavillon, in dem zwei Frauen auf Schreibmaschinen getippte Anträge auf Reichsbürger-Ausweise entgegennahmen. Etliche Teilnehmende hatten sich Passbilder mitgebracht und standen dafür an.

 

Haben Reichsbürger und Reichsbürgerinnen in Berlin viel zu oft keinen Widerspruch zu erwarten, fand in Potsdam eine antifaschistische Gegenkundgebung in Sichtweite statt, die dieser anachronistischen Veranstaltung auch mit Humor begegnete.

  

Die Fotos unterliegen dem Copyright. Sie sind in druckbarer, hochauflösender Qualität ohne Wasserzeichen vorhanden und können für kommerzielle wie unkommerzielle Zwecke erfragt werden.

 

recherchenetzwerk.berlin@yahoo.com

Benennung der Lucy-Lameck-Straße am 23. April 2021 in Berlin Neukölln.

Auf dem Foto: Der Botschafter S.E. Dr. Abdallah Sale Possi & der Tansanier Mnyaka Sururu Mboro bei der Bennenung.

Auftakt im Garten des Oyoun, Lucy-Lameck-Straße 32 (der früheren Werkstatt der Kulturen).

Der Zugang war Corona-bedingt nur für 50 Personen gestattet. Auf dem Gehweg vor dem Gartenzaun verfolgten noch über 30 weitere Personen die Veranstaltung.

Programm Oyoun:

Musikalischer Auftakt: Sauti è Hala;

Begrüßung und Eröffnung durch Martin Hikel, Bezirksbürgermeister;

Ansprache S.E. Dr. Abdallah Sale Possi, Botschafter Tansania;

Ansprache Karin Korte, Bezirksstadträtin für Kultur;

Ansprache Mnyaka Sururu Mboro, Berlin Postkolonial;

 

Programm: Lucy-Lameck-Straße – Ecke Karlsgartenstraße:

Begrüßung durch die Bläsergruppe der Musikschule Paul Hindesmith

Gemeinsame Enthüllung des neuen Straßenschildes durch

Bezirksbürgermeister Martin Hikel, Bezirksstadträtin Karin Korte, Botschafter S.E. Dr. Abdallah Sale Possi und den Tansanier Mnyaka Sururu Mboro (Berlin Postkolonial), links außen klatscht der Herero Israel Kaunatjike (Berlin Postkolonial). [Auf den „Enthüllungs“-Fotos von rechts nach links].

Lucy Lameck (geboren 1934; gestorben am 21. März 1993 in Moshi) war tansanische Politikerin, die sich für Frauenrechte und für die panafrikanische Idee eingesetzt hat. 1960 wurde sie als erste Frau Abgeordnete im Parlament Tansanias (1960-1974 sowie 1980 bis 1985). In dieser Zeit hatte sie (wiederum als erste Frau) zwei Posten als stellvertretende Ministerin inne (1965-1970 + 1966-1972).

Herrmann von Wissmann (1853-1905), ein deutscher Offizier und Kolonialbeamter, war als Reichskommissar und Befehlshaber der ersten deutschen Kolonialtruppe in den Jahren 1889 und 1890 verantwortlich für die Niederschlagung des Widerstandes der ostafrikanischen Küstenbevölkerung. Vom 26. April 1895 bis 3. Dezember 1896 war er Gouverneur in der damaligen Kolonie „Deutsch-Ostafrika“ (heute Tansania, Ruanda und Burundi).

Ohne die jahrzehntelange Arbeit von Mnyaka Sururu Mboro und dem von ihm gegründeten Vereins Berlin Postkolonial wäre diese Straßen-Umbenennung nicht zustande gekommen. Ab 2004 initiierte der seit 40 Jahren in Berlin lebenden Tansanier Mnyaka Sururu Mboro Trauermärsche zum Gedenken an die Opfer des Maji-Maji-Aufstands gegen die deutsche Kolonialherrschaft in „Deutsch-Ostafrika“ (1905 – 1907).

Seit 2006 heißen diese Trauermärsche: „Gedenkmarsch zur Erinnerung an die afrikanischen Opfer von Versklavung, Handel mit versklavten Menschen, Kolonialismus und rassistischer Gewalt“ und finden immer Ende Februar in der Mitte Berlins statt (M-Straße bis Humboldtforum).

In den letzten zwei Jahren ging die Umbenennungs-Aktion in Neukölln relativ schnell vonstatten dank kluger Einbeziehung aller wichtigen Akteure wie Berlin Postkolonial, der Bezirksverordnetenversammlung, des Bezirksamts und der Anwohner. Leider vollziehen sich die Umbenennungen im Afrikanischen Viertel wesentlich zäher, auch dort war vor zwei Jahren die Umbenennung kolonialrassistischer Straßennamen beschlossen worden. Die Umbenennung der M-Straße in Mitte in Anton-Wilhelm-Amo-Straße wurde 2020 beschlossen, aber wann die Umbenennung mit neuen Straßenschildern erfolgt, ist noch unklar.

Seit 2004 setzt sich Berlin Postkolonial für die öffentliche Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte ein und in den letzten Jahren sind viele weitere Akteur*innen und Gruppen wie z.B. die Black-Lives-Matter-Bewegung dazu gekommen. Auch die kritische Auseinandersetzung mit dem Humboldtforum und den Rückgabe-Forderungen an das Ethnologische Museum, wie z.B. aktuell die Beninbronzen wären ohne die Arbeit und das Engagement dieser zivilgesellschaftlichen Organisationen so nicht möglich geworden…

Ein weiteres grausames Kapitel der deutschen Kolonialgeschichte ist der Raub von Tausenden Schädeln aus den Kolonien zur pseudowissenschaftlichen rassistischen Forschungen. Mehrere tausend dieser Ahnen lagern noch heute in der Charité. Mnyaka Sururu Mboro kam vor 40 Jahren mit dem Auftrag seiner Verwandten nach Berlin, den Schädel eines ihrer Ahnen, einen Anführer des Maji-Maji-Aufstands zu finden und zurückzubringen, damit er endlich würdig bestattet werden kann. Leider ist ihm das bis heute noch nicht gelungen, aber er wird nie aufgeben…

Insofern war für Mnyaka Sururu Mboro diese Straßen-Umbenennung ein erster Schritt hin zur Dekolonisation von ganz Berlin!

© Bernd Sauer-Diete, Berlin 2021

 

Mein persönlicher Bezug zur Lucy-Lameck-Straße (Ex-Wissmann-Straße):

Ich habe von 1986 bis 2012 insgesamt 26 Jahre ganz in der Nähe dieser Straße gelebt (Hasenheide und Fontanestraße). Durch mein Ethnologie-Studium in den 1980ern, in der ich mich auch mit Deutscher Kolonialpolitik beschäftigt habe, war mir schon früh klar, was für ein Kolonialverbrecher Wissmann gewesen war.

Ab 1993 zog die Werkstatt der Kulturen in die damaligen Wissmannstr. 32 und setzte sich ab da auch öffentlichkeitswirksam für die Aufklärung über deutsche Kolonialverbrechen ein, da sie sich ja mit diesem furchtbaren Namen in ihrer Adresse auseinandersetzen mussten.

Seit 2004 setzt sich Berlin Postkolonial für die öffentliche Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte ein und seit 2009 habe ich mit meiner Kamera viele Veranstaltungen, Proteste und Gedenkmärsche der Black Community in Berlin begleitet; Angefangen mit einer Konferenz 2009 in der Werkstatt der Kulturen zum 125. Jahrestag der Afrika-Konferenz von 1884/85 in Berlin, auf dem der Kontinent Afrika unter den europäischen Herrschern auf der Landkarte aufgeteilt worden war. Dabei wurde mir nochmal richtig klar, welche Verbrechen der europäische Kolonialismus in Afrika begangen hat und wie wenig die deutsche Kolonialzeit in der deutschen Öffentlichkeit und in unserem Geschichtsbewusstsein präsent ist.

Seit längerer Zeit hinterfrage ich auch sehr kritisch die Rolle der Ethnologie und Ethnografie während der deutschen Kolonialzeit. Die Ethnologen/Ethnografen waren ja in das koloniale Herrschaftssystem eingebunden. Sie lieferten z.B. der deutschen Kolonialverwaltung wichtige Informationen über die politische und soziale Organisation der kolonisierten Völker und erleichterten damit direkte wie indirekte Herrschaft der Kolonialbeamten. Außerdem waren die Ethnologen auch in die „Überführung“ von Kunstgütern aus den Kolonien in deutsche Museen beteiligt. Auch wenn viele dieser Kunstschätze wahrscheinlich „bezahlt“ worden sind, waren es doch sehr ungleiche Tauschgeschäfte zwischen Herrscher und Beherrschten, die die Kolonialisierten klar benachteiligte. Das kolonialrassistische Argument – „Ohne uns Sammler würden die Kunstschätze in Afrika verrotten“ – das die Raubzüge in der Kolonialzeit legitimieren sollte, galt noch bis in die 1970er und 1980er Jahre, als damals schon afrikanische Politiker die geraubten Kulturgüter, wie die Beninbronzen zurückforderten. Noch in der Zeit meines Ethnologie-Studiums (1981-1989) wurden die berechtigten Rückgabe-Forderungen an das damalige Völkerkundemuseum (heute Museum für Ethnologie) als „vollkommen absurd“ zurückgewiesen…

© Bernd Sauer-Diete, Berlin 2021

  

Benennung der Lucy-Lameck-Straße am 23. April 2021 in Berlin Neukölln.

Auf dem Foto: Ein Porträt von Lucy Lameck von Renata Faccenda (@viatrixberlin) im Schaufenster von ReSource e.V. in der Lucy-Lameck-Str. 20.

 

Auftakt im Garten des Oyoun, Lucy-Lameck-Straße 32 (der früheren Werkstatt der Kulturen).

Der Zugang war Corona-bedingt nur für 50 Personen gestattet. Auf dem Gehweg vor dem Gartenzaun verfolgten noch über 30 weitere Personen die Veranstaltung.

Programm Oyoun:

Musikalischer Auftakt: Sauti è Hala;

Begrüßung und Eröffnung durch Martin Hikel, Bezirksbürgermeister;

Ansprache S.E. Dr. Abdallah Sale Possi, Botschafter Tansania;

Ansprache Karin Korte, Bezirksstadträtin für Kultur;

Ansprache Mnyaka Sururu Mboro, Berlin Postkolonial;

 

Programm: Lucy-Lameck-Straße – Ecke Karlsgartenstraße:

Begrüßung durch die Bläsergruppe der Musikschule Paul Hindesmith

Gemeinsame Enthüllung des neuen Straßenschildes durch

Bezirksbürgermeister Martin Hikel, Bezirksstadträtin Karin Korte, Botschafter S.E. Dr. Abdallah Sale Possi und den Tansanier Mnyaka Sururu Mboro (Berlin Postkolonial), links außen klatscht der Herero Israel Kaunatjike (Berlin Postkolonial). [Auf den „Enthüllungs“-Fotos von rechts nach links].

Lucy Lameck (geboren 1934; gestorben am 21. März 1993 in Moshi) war tansanische Politikerin, die sich für Frauenrechte und für die panafrikanische Idee eingesetzt hat. 1960 wurde sie als erste Frau Abgeordnete im Parlament Tansanias (1960-1974 sowie 1980 bis 1985). In dieser Zeit hatte sie (wiederum als erste Frau) zwei Posten als stellvertretende Ministerin inne (1965-1970 + 1966-1972).

Herrmann von Wissmann (1853-1905), ein deutscher Offizier und Kolonialbeamter, war als Reichskommissar und Befehlshaber der ersten deutschen Kolonialtruppe in den Jahren 1889 und 1890 verantwortlich für die Niederschlagung des Widerstandes der ostafrikanischen Küstenbevölkerung. Vom 26. April 1895 bis 3. Dezember 1896 war er Gouverneur in der damaligen Kolonie „Deutsch-Ostafrika“ (heute Tansania, Ruanda und Burundi).

Ohne die jahrzehntelange Arbeit von Mnyaka Sururu Mboro und dem von ihm gegründeten Vereins Berlin Postkolonial wäre diese Straßen-Umbenennung nicht zustande gekommen. Ab 2004 initiierte der seit 40 Jahren in Berlin lebenden Tansanier Mnyaka Sururu Mboro Trauermärsche zum Gedenken an die Opfer des Maji-Maji-Aufstands gegen die deutsche Kolonialherrschaft in „Deutsch-Ostafrika“ (1905 – 1907).

Seit 2006 heißen diese Trauermärsche: „Gedenkmarsch zur Erinnerung an die afrikanischen Opfer von Versklavung, Handel mit versklavten Menschen, Kolonialismus und rassistischer Gewalt“ und finden immer Ende Februar in der Mitte Berlins statt (M-Straße bis Humboldtforum).

In den letzten zwei Jahren ging die Umbenennungs-Aktion in Neukölln relativ schnell vonstatten dank kluger Einbeziehung aller wichtigen Akteure wie Berlin Postkolonial, der Bezirksverordnetenversammlung, des Bezirksamts und der Anwohner. Leider vollziehen sich die Umbenennungen im Afrikanischen Viertel wesentlich zäher, auch dort war vor zwei Jahren die Umbenennung kolonialrassistischer Straßennamen beschlossen worden. Die Umbenennung der M-Straße in Mitte in Anton-Wilhelm-Amo-Straße wurde 2020 beschlossen, aber wann die Umbenennung mit neuen Straßenschildern erfolgt, ist noch unklar.

Seit 2004 setzt sich Berlin Postkolonial für die öffentliche Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte ein und in den letzten Jahren sind viele weitere Akteur*innen und Gruppen wie z.B. die Black-Lives-Matter-Bewegung dazu gekommen. Auch die kritische Auseinandersetzung mit dem Humboldtforum und den Rückgabe-Forderungen an das Ethnologische Museum, wie z.B. aktuell die Beninbronzen wären ohne die Arbeit und das Engagement dieser zivilgesellschaftlichen Organisationen so nicht möglich geworden…

Ein weiteres grausames Kapitel der deutschen Kolonialgeschichte ist der Raub von Tausenden Schädeln aus den Kolonien zur pseudowissenschaftlichen rassistischen Forschungen. Mehrere tausend dieser Ahnen lagern noch heute in der Charité. Mnyaka Sururu Mboro kam vor 40 Jahren mit dem Auftrag seiner Verwandten nach Berlin, den Schädel eines ihrer Ahnen, einen Anführer des Maji-Maji-Aufstands zu finden und zurückzubringen, damit er endlich würdig bestattet werden kann. Leider ist ihm das bis heute noch nicht gelungen, aber er wird nie aufgeben…

Insofern war für Mnyaka Sururu Mboro diese Straßen-Umbenennung ein erster Schritt hin zur Dekolonisation von ganz Berlin!

© Bernd Sauer-Diete, Berlin 2021

 

Mein persönlicher Bezug zur Lucy-Lameck-Straße (Ex-Wissmann-Straße):

Ich habe von 1986 bis 2012 insgesamt 26 Jahre ganz in der Nähe dieser Straße gelebt (Hasenheide und Fontanestraße). Durch mein Ethnologie-Studium in den 1980ern, in der ich mich auch mit Deutscher Kolonialpolitik beschäftigt habe, war mir schon früh klar, was für ein Kolonialverbrecher Wissmann gewesen war.

Ab 1993 zog die Werkstatt der Kulturen in die damaligen Wissmannstr. 32 und setzte sich ab da auch öffentlichkeitswirksam für die Aufklärung über deutsche Kolonialverbrechen ein, da sie sich ja mit diesem furchtbaren Namen in ihrer Adresse auseinandersetzen mussten.

Seit 2004 setzt sich Berlin Postkolonial für die öffentliche Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte ein und seit 2009 habe ich mit meiner Kamera viele Veranstaltungen, Proteste und Gedenkmärsche der Black Community in Berlin begleitet; Angefangen mit einer Konferenz 2009 in der Werkstatt der Kulturen zum 125. Jahrestag der Afrika-Konferenz von 1884/85 in Berlin, auf dem der Kontinent Afrika unter den europäischen Herrschern auf der Landkarte aufgeteilt worden war. Dabei wurde mir nochmal richtig klar, welche Verbrechen der europäische Kolonialismus in Afrika begangen hat und wie wenig die deutsche Kolonialzeit in der deutschen Öffentlichkeit und in unserem Geschichtsbewusstsein präsent ist.

Seit längerer Zeit hinterfrage ich auch sehr kritisch die Rolle der Ethnologie und Ethnografie während der deutschen Kolonialzeit. Die Ethnologen/Ethnografen waren ja in das koloniale Herrschaftssystem eingebunden. Sie lieferten z.B. der deutschen Kolonialverwaltung wichtige Informationen über die politische und soziale Organisation der kolonisierten Völker und erleichterten damit direkte wie indirekte Herrschaft der Kolonialbeamten. Außerdem waren die Ethnologen auch in die „Überführung“ von Kunstgütern aus den Kolonien in deutsche Museen beteiligt. Auch wenn viele dieser Kunstschätze wahrscheinlich „bezahlt“ worden sind, waren es doch sehr ungleiche Tauschgeschäfte zwischen Herrscher und Beherrschten, die die Kolonialisierten klar benachteiligte. Das kolonialrassistische Argument – „Ohne uns Sammler würden die Kunstschätze in Afrika verrotten“ – das die Raubzüge in der Kolonialzeit legitimieren sollte, galt noch bis in die 1970er und 1980er Jahre, als damals schon afrikanische Politiker die geraubten Kulturgüter, wie die Beninbronzen zurückforderten. Noch in der Zeit meines Ethnologie-Studiums (1981-1989) wurden die berechtigten Rückgabe-Forderungen an das damalige Völkerkundemuseum (heute Museum für Ethnologie) als „vollkommen absurd“ zurückgewiesen…

© Bernd Sauer-Diete, Berlin 2021

  

Benennung der Lucy-Lameck-Straße am 23. April 2021 in Berlin Neukölln.

Auftakt im Garten des Oyoun, Lucy-Lameck-Straße 32 (der früheren Werkstatt der Kulturen).

Der Zugang war Corona-bedingt nur für 50 Personen gestattet. Auf dem Gehweg vor dem Gartenzaun verfolgten noch über 30 weitere Personen die Veranstaltung.

Programm Oyoun:

Musikalischer Auftakt: Sauti è Hala;

Begrüßung und Eröffnung durch Martin Hikel, Bezirksbürgermeister;

Ansprache S.E. Dr. Abdallah Sale Possi, Botschafter Tansania;

Ansprache Karin Korte, Bezirksstadträtin für Kultur;

Ansprache Mnyaka Sururu Mboro, Berlin Postkolonial;

 

Programm: Lucy-Lameck-Straße – Ecke Karlsgartenstraße:

Begrüßung durch die Bläsergruppe der Musikschule Paul Hindesmith

Gemeinsame Enthüllung des neuen Straßenschildes durch

Bezirksbürgermeister Martin Hikel, Bezirksstadträtin Karin Korte, Botschafter S.E. Dr. Abdallah Sale Possi und den Tansanier Mnyaka Sururu Mboro (Berlin Postkolonial), links außen klatscht der Herero Israel Kaunatjike (Berlin Postkolonial). [Auf den „Enthüllungs“-Fotos von rechts nach links].

Lucy Lameck (geboren 1934; gestorben am 21. März 1993 in Moshi) war tansanische Politikerin, die sich für Frauenrechte und für die panafrikanische Idee eingesetzt hat. 1960 wurde sie als erste Frau Abgeordnete im Parlament Tansanias (1960-1974 sowie 1980 bis 1985). In dieser Zeit hatte sie (wiederum als erste Frau) zwei Posten als stellvertretende Ministerin inne (1965-1970 + 1966-1972).

Herrmann von Wissmann (1853-1905), ein deutscher Offizier und Kolonialbeamter, war als Reichskommissar und Befehlshaber der ersten deutschen Kolonialtruppe in den Jahren 1889 und 1890 verantwortlich für die Niederschlagung des Widerstandes der ostafrikanischen Küstenbevölkerung. Vom 26. April 1895 bis 3. Dezember 1896 war er Gouverneur in der damaligen Kolonie „Deutsch-Ostafrika“ (heute Tansania, Ruanda und Burundi).

Ohne die jahrzehntelange Arbeit von Mnyaka Sururu Mboro und dem von ihm gegründeten Vereins Berlin Postkolonial wäre diese Straßen-Umbenennung nicht zustande gekommen. Ab 2004 initiierte der seit 40 Jahren in Berlin lebenden Tansanier Mnyaka Sururu Mboro Trauermärsche zum Gedenken an die Opfer des Maji-Maji-Aufstands gegen die deutsche Kolonialherrschaft in „Deutsch-Ostafrika“ (1905 – 1907).

Seit 2006 heißen diese Trauermärsche: „Gedenkmarsch zur Erinnerung an die afrikanischen Opfer von Versklavung, Handel mit versklavten Menschen, Kolonialismus und rassistischer Gewalt“ und finden immer Ende Februar in der Mitte Berlins statt (M-Straße bis Humboldtforum).

In den letzten zwei Jahren ging die Umbenennungs-Aktion in Neukölln relativ schnell vonstatten dank kluger Einbeziehung aller wichtigen Akteure wie Berlin Postkolonial, der Bezirksverordnetenversammlung, des Bezirksamts und der Anwohner. Leider vollziehen sich die Umbenennungen im Afrikanischen Viertel wesentlich zäher, auch dort war vor zwei Jahren die Umbenennung kolonialrassistischer Straßennamen beschlossen worden. Die Umbenennung der M-Straße in Mitte in Anton-Wilhelm-Amo-Straße wurde 2020 beschlossen, aber wann die Umbenennung mit neuen Straßenschildern erfolgt, ist noch unklar.

Seit 2004 setzt sich Berlin Postkolonial für die öffentliche Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte ein und in den letzten Jahren sind viele weitere Akteur*innen und Gruppen wie z.B. die Black-Lives-Matter-Bewegung dazu gekommen. Auch die kritische Auseinandersetzung mit dem Humboldtforum und den Rückgabe-Forderungen an das Ethnologische Museum, wie z.B. aktuell die Beninbronzen wären ohne die Arbeit und das Engagement dieser zivilgesellschaftlichen Organisationen so nicht möglich geworden…

Ein weiteres grausames Kapitel der deutschen Kolonialgeschichte ist der Raub von Tausenden Schädeln aus den Kolonien zur pseudowissenschaftlichen rassistischen Forschungen. Mehrere tausend dieser Ahnen lagern noch heute in der Charité. Mnyaka Sururu Mboro kam vor 40 Jahren mit dem Auftrag seiner Verwandten nach Berlin, den Schädel eines ihrer Ahnen, einen Anführer des Maji-Maji-Aufstands zu finden und zurückzubringen, damit er endlich würdig bestattet werden kann. Leider ist ihm das bis heute noch nicht gelungen, aber er wird nie aufgeben…

Insofern war für Mnyaka Sururu Mboro diese Straßen-Umbenennung ein erster Schritt hin zur Dekolonisation von ganz Berlin!

© Bernd Sauer-Diete, Berlin 2021

 

Mein persönlicher Bezug zur Lucy-Lameck-Straße (Ex-Wissmann-Straße):

Ich habe von 1986 bis 2012 insgesamt 26 Jahre ganz in der Nähe dieser Straße gelebt (Hasenheide und Fontanestraße). Durch mein Ethnologie-Studium in den 1980ern, in der ich mich auch mit Deutscher Kolonialpolitik beschäftigt habe, war mir schon früh klar, was für ein Kolonialverbrecher Wissmann gewesen war.

Ab 1993 zog die Werkstatt der Kulturen in die damaligen Wissmannstr. 32 und setzte sich ab da auch öffentlichkeitswirksam für die Aufklärung über deutsche Kolonialverbrechen ein, da sie sich ja mit diesem furchtbaren Namen in ihrer Adresse auseinandersetzen mussten.

Seit 2004 setzt sich Berlin Postkolonial für die öffentliche Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte ein und seit 2009 habe ich mit meiner Kamera viele Veranstaltungen, Proteste und Gedenkmärsche der Black Community in Berlin begleitet; Angefangen mit einer Konferenz 2009 in der Werkstatt der Kulturen zum 125. Jahrestag der Afrika-Konferenz von 1884/85 in Berlin, auf dem der Kontinent Afrika unter den europäischen Herrschern auf der Landkarte aufgeteilt worden war. Dabei wurde mir nochmal richtig klar, welche Verbrechen der europäische Kolonialismus in Afrika begangen hat und wie wenig die deutsche Kolonialzeit in der deutschen Öffentlichkeit und in unserem Geschichtsbewusstsein präsent ist.

Seit längerer Zeit hinterfrage ich auch sehr kritisch die Rolle der Ethnologie und Ethnografie während der deutschen Kolonialzeit. Die Ethnologen/Ethnografen waren ja in das koloniale Herrschaftssystem eingebunden. Sie lieferten z.B. der deutschen Kolonialverwaltung wichtige Informationen über die politische und soziale Organisation der kolonisierten Völker und erleichterten damit direkte wie indirekte Herrschaft der Kolonialbeamten. Außerdem waren die Ethnologen auch in die „Überführung“ von Kunstgütern aus den Kolonien in deutsche Museen beteiligt. Auch wenn viele dieser Kunstschätze wahrscheinlich „bezahlt“ worden sind, waren es doch sehr ungleiche Tauschgeschäfte zwischen Herrscher und Beherrschten, die die Kolonialisierten klar benachteiligte. Das kolonialrassistische Argument – „Ohne uns Sammler würden die Kunstschätze in Afrika verrotten“ – das die Raubzüge in der Kolonialzeit legitimieren sollte, galt noch bis in die 1970er und 1980er Jahre, als damals schon afrikanische Politiker die geraubten Kulturgüter, wie die Beninbronzen zurückforderten. Noch in der Zeit meines Ethnologie-Studiums (1981-1989) wurden die berechtigten Rückgabe-Forderungen an das damalige Völkerkundemuseum (heute Museum für Ethnologie) als „vollkommen absurd“ zurückgewiesen…

© Bernd Sauer-Diete, Berlin 2021

  

Benennung der Lucy-Lameck-Straße am 23. April 2021 in Berlin Neukölln.

Auftakt im Garten des Oyoun, Lucy-Lameck-Straße 32 (der früheren Werkstatt der Kulturen).

Der Zugang war Corona-bedingt nur für 50 Personen gestattet. Auf dem Gehweg vor dem Gartenzaun verfolgten noch über 30 weitere Personen die Veranstaltung.

Programm Oyoun:

Musikalischer Auftakt: Sauti è Hala;

Begrüßung und Eröffnung durch Martin Hikel, Bezirksbürgermeister;

Ansprache S.E. Dr. Abdallah Sale Possi, Botschafter Tansania;

Ansprache Karin Korte, Bezirksstadträtin für Kultur;

Ansprache Mnyaka Sururu Mboro, Berlin Postkolonial;

 

Programm: Lucy-Lameck-Straße – Ecke Karlsgartenstraße:

Begrüßung durch die Bläsergruppe der Musikschule Paul Hindesmith

Gemeinsame Enthüllung des neuen Straßenschildes durch

Bezirksbürgermeister Martin Hikel, Bezirksstadträtin Karin Korte, Botschafter S.E. Dr. Abdallah Sale Possi und den Tansanier Mnyaka Sururu Mboro (Berlin Postkolonial), links außen klatscht der Herero Israel Kaunatjike (Berlin Postkolonial). [Auf den „Enthüllungs“-Fotos von rechts nach links].

Lucy Lameck (geboren 1934; gestorben am 21. März 1993 in Moshi) war tansanische Politikerin, die sich für Frauenrechte und für die panafrikanische Idee eingesetzt hat. 1960 wurde sie als erste Frau Abgeordnete im Parlament Tansanias (1960-1974 sowie 1980 bis 1985). In dieser Zeit hatte sie (wiederum als erste Frau) zwei Posten als stellvertretende Ministerin inne (1965-1970 + 1966-1972).

Herrmann von Wissmann (1853-1905), ein deutscher Offizier und Kolonialbeamter, war als Reichskommissar und Befehlshaber der ersten deutschen Kolonialtruppe in den Jahren 1889 und 1890 verantwortlich für die Niederschlagung des Widerstandes der ostafrikanischen Küstenbevölkerung. Vom 26. April 1895 bis 3. Dezember 1896 war er Gouverneur in der damaligen Kolonie „Deutsch-Ostafrika“ (heute Tansania, Ruanda und Burundi).

Ohne die jahrzehntelange Arbeit von Mnyaka Sururu Mboro und dem von ihm gegründeten Vereins Berlin Postkolonial wäre diese Straßen-Umbenennung nicht zustande gekommen. Ab 2004 initiierte der seit 40 Jahren in Berlin lebenden Tansanier Mnyaka Sururu Mboro Trauermärsche zum Gedenken an die Opfer des Maji-Maji-Aufstands gegen die deutsche Kolonialherrschaft in „Deutsch-Ostafrika“ (1905 – 1907).

Seit 2006 heißen diese Trauermärsche: „Gedenkmarsch zur Erinnerung an die afrikanischen Opfer von Versklavung, Handel mit versklavten Menschen, Kolonialismus und rassistischer Gewalt“ und finden immer Ende Februar in der Mitte Berlins statt (M-Straße bis Humboldtforum).

In den letzten zwei Jahren ging die Umbenennungs-Aktion in Neukölln relativ schnell vonstatten dank kluger Einbeziehung aller wichtigen Akteure wie Berlin Postkolonial, der Bezirksverordnetenversammlung, des Bezirksamts und der Anwohner. Leider vollziehen sich die Umbenennungen im Afrikanischen Viertel wesentlich zäher, auch dort war vor zwei Jahren die Umbenennung kolonialrassistischer Straßennamen beschlossen worden. Die Umbenennung der M-Straße in Mitte in Anton-Wilhelm-Amo-Straße wurde 2020 beschlossen, aber wann die Umbenennung mit neuen Straßenschildern erfolgt, ist noch unklar.

Seit 2004 setzt sich Berlin Postkolonial für die öffentliche Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte ein und in den letzten Jahren sind viele weitere Akteur*innen und Gruppen wie z.B. die Black-Lives-Matter-Bewegung dazu gekommen. Auch die kritische Auseinandersetzung mit dem Humboldtforum und den Rückgabe-Forderungen an das Ethnologische Museum, wie z.B. aktuell die Beninbronzen wären ohne die Arbeit und das Engagement dieser zivilgesellschaftlichen Organisationen so nicht möglich geworden…

Ein weiteres grausames Kapitel der deutschen Kolonialgeschichte ist der Raub von Tausenden Schädeln aus den Kolonien zur pseudowissenschaftlichen rassistischen Forschungen. Mehrere tausend dieser Ahnen lagern noch heute in der Charité. Mnyaka Sururu Mboro kam vor 40 Jahren mit dem Auftrag seiner Verwandten nach Berlin, den Schädel eines ihrer Ahnen, einen Anführer des Maji-Maji-Aufstands zu finden und zurückzubringen, damit er endlich würdig bestattet werden kann. Leider ist ihm das bis heute noch nicht gelungen, aber er wird nie aufgeben…

Insofern war für Mnyaka Sururu Mboro diese Straßen-Umbenennung ein erster Schritt hin zur Dekolonisation von ganz Berlin!

© Bernd Sauer-Diete, Berlin 2021

 

Mein persönlicher Bezug zur Lucy-Lameck-Straße (Ex-Wissmann-Straße):

Ich habe von 1986 bis 2012 insgesamt 26 Jahre ganz in der Nähe dieser Straße gelebt (Hasenheide und Fontanestraße). Durch mein Ethnologie-Studium in den 1980ern, in der ich mich auch mit Deutscher Kolonialpolitik beschäftigt habe, war mir schon früh klar, was für ein Kolonialverbrecher Wissmann gewesen war.

Ab 1993 zog die Werkstatt der Kulturen in die damaligen Wissmannstr. 32 und setzte sich ab da auch öffentlichkeitswirksam für die Aufklärung über deutsche Kolonialverbrechen ein, da sie sich ja mit diesem furchtbaren Namen in ihrer Adresse auseinandersetzen mussten.

Seit 2004 setzt sich Berlin Postkolonial für die öffentliche Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte ein und seit 2009 habe ich mit meiner Kamera viele Veranstaltungen, Proteste und Gedenkmärsche der Black Community in Berlin begleitet; Angefangen mit einer Konferenz 2009 in der Werkstatt der Kulturen zum 125. Jahrestag der Afrika-Konferenz von 1884/85 in Berlin, auf dem der Kontinent Afrika unter den europäischen Herrschern auf der Landkarte aufgeteilt worden war. Dabei wurde mir nochmal richtig klar, welche Verbrechen der europäische Kolonialismus in Afrika begangen hat und wie wenig die deutsche Kolonialzeit in der deutschen Öffentlichkeit und in unserem Geschichtsbewusstsein präsent ist.

Seit längerer Zeit hinterfrage ich auch sehr kritisch die Rolle der Ethnologie und Ethnografie während der deutschen Kolonialzeit. Die Ethnologen/Ethnografen waren ja in das koloniale Herrschaftssystem eingebunden. Sie lieferten z.B. der deutschen Kolonialverwaltung wichtige Informationen über die politische und soziale Organisation der kolonisierten Völker und erleichterten damit direkte wie indirekte Herrschaft der Kolonialbeamten. Außerdem waren die Ethnologen auch in die „Überführung“ von Kunstgütern aus den Kolonien in deutsche Museen beteiligt. Auch wenn viele dieser Kunstschätze wahrscheinlich „bezahlt“ worden sind, waren es doch sehr ungleiche Tauschgeschäfte zwischen Herrscher und Beherrschten, die die Kolonialisierten klar benachteiligte. Das kolonialrassistische Argument – „Ohne uns Sammler würden die Kunstschätze in Afrika verrotten“ – das die Raubzüge in der Kolonialzeit legitimieren sollte, galt noch bis in die 1970er und 1980er Jahre, als damals schon afrikanische Politiker die geraubten Kulturgüter, wie die Beninbronzen zurückforderten. Noch in der Zeit meines Ethnologie-Studiums (1981-1989) wurden die berechtigten Rückgabe-Forderungen an das damalige Völkerkundemuseum (heute Museum für Ethnologie) als „vollkommen absurd“ zurückgewiesen…

© Bernd Sauer-Diete, Berlin 2021

  

Von lautstarken Protesten begleitet, versuchte Andreas Wild (Afd) am 18.06. die pseudowissenschaftliche Kampagne „gegen eine einheimische Minderheitswerdung“ des mehrfach gescheiterten Pankower AfD-Stadtratskandidaten Nicolas Seifert am Hermann Ehlers-Platz in Steglitz unter die Leute zu bringen. Hinter der sperrigen Wortkombination „einheimische Minderheitswerdung“ verbirgt sich nichts weiter als der völkisch-rassistische und auf antisemitische Verschwörungsmythen aufbauende Irrglaube, man wolle das "deutsche Volk" durch “Rassenvermischung” vernichten. Seifert, dessen Plakatserie zum Thema auf dieser Veranstaltung präsentiert wurde, spricht in diesem Zusammenhang von einem „Experiment“, dessen Ziel „die Umwandlung Deutschlands von einem ethnisch homogenen Nationalstaat in einen multiethnischen Vielvölkerstaat“ sei. Sein Hirngespinst baut er auf Zahlen auf, die in weiten Teilen auf eigene Schätzungen beruhen, was diese „Aufklärungskampagne“ aber nur im Kleingedruckten preisgibt. Insgesamt präsentiert sich Seiferts Projekt nicht nur als Kampagne gegen den vermeintlich drohenden „Volkstod“, sondern auch als Strategie zur Regierungsübernahme der Afd.

 

Dennoch betonte Andreas Wild vor ca. 20 AnhängerInnen, die hauptsächlich aus dem Bärgida-Spektrum kamen, die Veranstaltung eigenverantwortlich ohne Unterstützung der Partei durchzuführen. Er ließ daher Parteilogos an seinem Wagen notdürftig mit Deutschlandfahnen abhängen und enthüllte später theatralisch sein eigenes Logo, eine Chimäre aus dem Konterfei Wilds und einem Hirschkopf in den Farben der Afd.

 

Neben Wild trat als einziger Redner sein Parteifreund Volkert Wögens auf, der wie Wild durch extreme Menschenfeindlichkeit auffällt. Bei Facebook träumt Wögens auch schon mal von der sofortigen Todesstrafe für kriminelle Geflüchtete, wobei die Verurteilten dann selbst zwischen Strang, Schwert oder Erschießung zu wählen hätten.

 

Der Auf-und Abbau dieser Veranstaltung wurde von dem eng mit den Identitären zusammenhängenden Jannik Bärmer durchgeführt, der sich wie Nicolas Seifert über die gesamte Veranstaltung vor Ort befand.

 

Parallel zu dieser extrem rechten Kundgebung hatte das „Bündnis Weltoffenes Steglitz-Zehlendorf“ zu einer Menschenkette zum Schutz der auf dem selben Platz errichteten Spiegelwand aufgerufen, einem Ort des Gedenkens an die Opfer der Shoah. Eine weitere Gegenaktion rief AutofahrerInnen zum Hupen gegen Rechts auf, so dass diese Kundgebung auch von mehreren Hupkonzerten begleitet wurde.

  

Die Fotos unterliegen dem Copyright. Sie sind in druckbarer, hochauflösender Qualität ohne Wasserzeichen vorhanden und können für kommerzielle wie unkommerzielle Zwecke erfragt werden.

 

recherchenetzwerk.berlin@yahoo.com

  

In Potsdam demonstrierten rund 150 Anhänger und Anhängerinnen krudester Reichsbürgerthesen für die Rückkehr in die Monarchie. Die Veranstaltung fand zu Ehren von Georg Friedrich Prinz von Preußen statt, Ururenkel des letzten Deutschen Kaisers Wilhelm II, der aufgefordert wurde, „Friedenskanzler“ zu werden und für „Heimath und Weltfrieden“ zu sorgen. Der Prinz kam nicht und hatte bereits im Vorfeld diese zweifelhafte Einladung abgelehnt.

 

Aufgerufen zu dieser Veranstaltung mit mehreren Rednern hatte der extrem rechte Politaktivist und Verschwörungsmystiker Frank Radon, der sich selbst als „Reichsdeutscher“ betrachtet, an Satanisten in Regierungsämtern glaubt und Pseudowissenschaften wie der „Neuen Germanischen Medizin“ anhängt. Etliche Fahnen wehten auf dieser Kundgebung, viele in den Farben schwarz-weiß-rot. Eine Reichsfahne mit der Losung „Treue um Treue“ wurde von der Polizei beschlagnahmt.

 

Während Radon sich in seiner Rede darüber empörte, dass man sie als Nazis stigmatisieren würde, trugen Teilnehmende neonazistische Kleidung, darunter Fan-Artikel der Rechtsrock-Bands „Lunikoff-Verschwörung“ um den Neonazi Michael Regener und „Kategorie C“. Ein weiterer Teilnehmer zeigte ein Tattoo mit dem Truppenkennzeichen der SS-Division „Totenkopf“ auf dem Handrücken, eine Frontdivision der deutschen Waffen-SS im zweiten Weltkrieg. Diese rekrutierte sich ursprünglich aus KZ-Wachmannschaften und war für zahlreiche Kriegsverbrechen verantwortlich. Dieser Totenkopf ist nach § 86a Strafgesetzbuch (StGB) verboten.

 

Neben Bekenntnissen zur Online-Sekte QAnon, ein aus den USA stammender antisemitischer und rassistischer Verschwörungsmythos, der den noch amtierenden US-Präsidenten Donald Trump glorifiziert und zum Heilsbringer stilisiert, waren auch Anstecker und Aufkleber der „Druschba-Friedensfahrten“, "Kündigt Ramstein Air Base“ und „Netzwerk freier Impfentscheid“ zu entdecken. Dabei handelt es sich um Folgeprojekte der antisemitischen „Mahnwachen für den Frieden“, die ab März 2014 vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise bundesweit für Kundgebungen sorgten.

Weiterhin gab es hier auch einen Bratwurst- und Pommes-Stand, sowie einen Pavillon, in dem zwei Frauen auf Schreibmaschinen getippte Anträge auf Reichsbürger-Ausweise entgegennahmen.

Etliche Teilnehmende hatten sich Passbilder mitgebracht und standen dafür an.

 

Haben Reichsbürger und Reichsbürgerinnen in Berlin viel zu oft keinen Widerspruch zu erwarten, fand in Potsdam eine antifaschistische Gegenkundgebung in Sichtweite statt, die dieser anachronistischen Veranstaltung auch mit Humor begegnete.

  

Die Fotos unterliegen dem Copyright. Sie sind in druckbarer, hochauflösender Qualität ohne Wasserzeichen vorhanden und können für kommerzielle wie unkommerzielle Zwecke erfragt werden.

 

recherchenetzwerk.berlin@yahoo.com

Benennung der Lucy-Lameck-Straße am 23. April 2021 in Berlin Neukölln.

Auftakt im Garten des Oyoun, Lucy-Lameck-Straße 32 (der früheren Werkstatt der Kulturen).

Der Zugang war Corona-bedingt nur für 50 Personen gestattet. Auf dem Gehweg vor dem Gartenzaun verfolgten noch über 30 weitere Personen die Veranstaltung.

Programm Oyoun:

Musikalischer Auftakt: Sauti è Hala;

Begrüßung und Eröffnung durch Martin Hikel, Bezirksbürgermeister;

Ansprache S.E. Dr. Abdallah Sale Possi, Botschafter Tansania;

Ansprache Karin Korte, Bezirksstadträtin für Kultur;

Ansprache Mnyaka Sururu Mboro, Berlin Postkolonial;

 

Programm: Lucy-Lameck-Straße – Ecke Karlsgartenstraße:

Begrüßung durch die Bläsergruppe der Musikschule Paul Hindesmith

Gemeinsame Enthüllung des neuen Straßenschildes durch

Bezirksbürgermeister Martin Hikel, Bezirksstadträtin Karin Korte, Botschafter S.E. Dr. Abdallah Sale Possi und den Tansanier Mnyaka Sururu Mboro (Berlin Postkolonial), links außen klatscht der Herero Israel Kaunatjike (Berlin Postkolonial). [Auf den „Enthüllungs“-Fotos von rechts nach links].

Lucy Lameck (geboren 1934; gestorben am 21. März 1993 in Moshi) war tansanische Politikerin, die sich für Frauenrechte und für die panafrikanische Idee eingesetzt hat. 1960 wurde sie als erste Frau Abgeordnete im Parlament Tansanias (1960-1974 sowie 1980 bis 1985). In dieser Zeit hatte sie (wiederum als erste Frau) zwei Posten als stellvertretende Ministerin inne (1965-1970 + 1966-1972).

Herrmann von Wissmann (1853-1905), ein deutscher Offizier und Kolonialbeamter, war als Reichskommissar und Befehlshaber der ersten deutschen Kolonialtruppe in den Jahren 1889 und 1890 verantwortlich für die Niederschlagung des Widerstandes der ostafrikanischen Küstenbevölkerung. Vom 26. April 1895 bis 3. Dezember 1896 war er Gouverneur in der damaligen Kolonie „Deutsch-Ostafrika“ (heute Tansania, Ruanda und Burundi).

Ohne die jahrzehntelange Arbeit von Mnyaka Sururu Mboro und dem von ihm gegründeten Vereins Berlin Postkolonial wäre diese Straßen-Umbenennung nicht zustande gekommen. Ab 2004 initiierte der seit 40 Jahren in Berlin lebenden Tansanier Mnyaka Sururu Mboro Trauermärsche zum Gedenken an die Opfer des Maji-Maji-Aufstands gegen die deutsche Kolonialherrschaft in „Deutsch-Ostafrika“ (1905 – 1907).

Seit 2006 heißen diese Trauermärsche: „Gedenkmarsch zur Erinnerung an die afrikanischen Opfer von Versklavung, Handel mit versklavten Menschen, Kolonialismus und rassistischer Gewalt“ und finden immer Ende Februar in der Mitte Berlins statt (M-Straße bis Humboldtforum).

In den letzten zwei Jahren ging die Umbenennungs-Aktion in Neukölln relativ schnell vonstatten dank kluger Einbeziehung aller wichtigen Akteure wie Berlin Postkolonial, der Bezirksverordnetenversammlung, des Bezirksamts und der Anwohner. Leider vollziehen sich die Umbenennungen im Afrikanischen Viertel wesentlich zäher, auch dort war vor zwei Jahren die Umbenennung kolonialrassistischer Straßennamen beschlossen worden. Die Umbenennung der M-Straße in Mitte in Anton-Wilhelm-Amo-Straße wurde 2020 beschlossen, aber wann die Umbenennung mit neuen Straßenschildern erfolgt, ist noch unklar.

Seit 2004 setzt sich Berlin Postkolonial für die öffentliche Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte ein und in den letzten Jahren sind viele weitere Akteur*innen und Gruppen wie z.B. die Black-Lives-Matter-Bewegung dazu gekommen. Auch die kritische Auseinandersetzung mit dem Humboldtforum und den Rückgabe-Forderungen an das Ethnologische Museum, wie z.B. aktuell die Beninbronzen wären ohne die Arbeit und das Engagement dieser zivilgesellschaftlichen Organisationen so nicht möglich geworden…

Ein weiteres grausames Kapitel der deutschen Kolonialgeschichte ist der Raub von Tausenden Schädeln aus den Kolonien zur pseudowissenschaftlichen rassistischen Forschungen. Mehrere tausend dieser Ahnen lagern noch heute in der Charité. Mnyaka Sururu Mboro kam vor 40 Jahren mit dem Auftrag seiner Verwandten nach Berlin, den Schädel eines ihrer Ahnen, einen Anführer des Maji-Maji-Aufstands zu finden und zurückzubringen, damit er endlich würdig bestattet werden kann. Leider ist ihm das bis heute noch nicht gelungen, aber er wird nie aufgeben…

Insofern war für Mnyaka Sururu Mboro diese Straßen-Umbenennung ein erster Schritt hin zur Dekolonisation von ganz Berlin!

© Bernd Sauer-Diete, Berlin 2021

 

Mein persönlicher Bezug zur Lucy-Lameck-Straße (Ex-Wissmann-Straße):

Ich habe von 1986 bis 2012 insgesamt 26 Jahre ganz in der Nähe dieser Straße gelebt (Hasenheide und Fontanestraße). Durch mein Ethnologie-Studium in den 1980ern, in der ich mich auch mit Deutscher Kolonialpolitik beschäftigt habe, war mir schon früh klar, was für ein Kolonialverbrecher Wissmann gewesen war.

Ab 1993 zog die Werkstatt der Kulturen in die damaligen Wissmannstr. 32 und setzte sich ab da auch öffentlichkeitswirksam für die Aufklärung über deutsche Kolonialverbrechen ein, da sie sich ja mit diesem furchtbaren Namen in ihrer Adresse auseinandersetzen mussten.

Seit 2004 setzt sich Berlin Postkolonial für die öffentliche Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte ein und seit 2009 habe ich mit meiner Kamera viele Veranstaltungen, Proteste und Gedenkmärsche der Black Community in Berlin begleitet; Angefangen mit einer Konferenz 2009 in der Werkstatt der Kulturen zum 125. Jahrestag der Afrika-Konferenz von 1884/85 in Berlin, auf dem der Kontinent Afrika unter den europäischen Herrschern auf der Landkarte aufgeteilt worden war. Dabei wurde mir nochmal richtig klar, welche Verbrechen der europäische Kolonialismus in Afrika begangen hat und wie wenig die deutsche Kolonialzeit in der deutschen Öffentlichkeit und in unserem Geschichtsbewusstsein präsent ist.

Seit längerer Zeit hinterfrage ich auch sehr kritisch die Rolle der Ethnologie und Ethnografie während der deutschen Kolonialzeit. Die Ethnologen/Ethnografen waren ja in das koloniale Herrschaftssystem eingebunden. Sie lieferten z.B. der deutschen Kolonialverwaltung wichtige Informationen über die politische und soziale Organisation der kolonisierten Völker und erleichterten damit direkte wie indirekte Herrschaft der Kolonialbeamten. Außerdem waren die Ethnologen auch in die „Überführung“ von Kunstgütern aus den Kolonien in deutsche Museen beteiligt. Auch wenn viele dieser Kunstschätze wahrscheinlich „bezahlt“ worden sind, waren es doch sehr ungleiche Tauschgeschäfte zwischen Herrscher und Beherrschten, die die Kolonialisierten klar benachteiligte. Das kolonialrassistische Argument – „Ohne uns Sammler würden die Kunstschätze in Afrika verrotten“ – das die Raubzüge in der Kolonialzeit legitimieren sollte, galt noch bis in die 1970er und 1980er Jahre, als damals schon afrikanische Politiker die geraubten Kulturgüter, wie die Beninbronzen zurückforderten. Noch in der Zeit meines Ethnologie-Studiums (1981-1989) wurden die berechtigten Rückgabe-Forderungen an das damalige Völkerkundemuseum (heute Museum für Ethnologie) als „vollkommen absurd“ zurückgewiesen…

© Bernd Sauer-Diete, Berlin 2021

  

In Potsdam demonstrierten rund 150 Anhänger und Anhängerinnen krudester Reichsbürgerthesen für die Rückkehr in die Monarchie. Die Veranstaltung fand zu Ehren von Georg Friedrich Prinz von Preußen statt, Ururenkel des letzten Deutschen Kaisers Wilhelm II, der aufgefordert wurde, „Friedenskanzler“ zu werden und für „Heimath und Weltfrieden“ zu sorgen. Der Prinz kam nicht und hatte bereits im Vorfeld diese zweifelhafte Einladung abgelehnt.

 

Aufgerufen zu dieser Veranstaltung mit mehreren Rednern hatte der extrem rechte Politaktivist und Verschwörungsmystiker Frank Radon, der sich selbst als „Reichsdeutscher“ betrachtet, an Satanisten in Regierungsämtern glaubt und Pseudowissenschaften wie der „Neuen Germanischen Medizin“ anhängt. Etliche Fahnen wehten auf dieser Kundgebung, viele in den Farben schwarz-weiß-rot. Eine Reichsfahne mit der Losung „Treue um Treue“ wurde von der Polizei beschlagnahmt.

 

Während Radon sich in seiner Rede darüber empörte, dass man sie als Nazis stigmatisieren würde, trugen Teilnehmende neonazistische Kleidung, darunter Fan-Artikel der Rechtsrock-Bands „Lunikoff-Verschwörung“ um den Neonazi Michael Regener und „Kategorie C“. Ein weiterer Teilnehmer zeigte ein Tattoo mit dem Truppenkennzeichen der SS-Division „Totenkopf“ auf dem Handrücken, eine Frontdivision der deutschen Waffen-SS im zweiten Weltkrieg. Diese rekrutierte sich ursprünglich aus KZ-Wachmannschaften und war für zahlreiche Kriegsverbrechen verantwortlich. Dieser Totenkopf ist nach § 86a Strafgesetzbuch (StGB) verboten.

 

Neben Bekenntnissen zur Online-Sekte QAnon, ein aus den USA stammender antisemitischer und rassistischer Verschwörungsmythos, der den noch amtierenden US-Präsidenten Donald Trump glorifiziert und zum Heilsbringer stilisiert, waren auch Anstecker und Aufkleber der „Druschba-Friedensfahrten“, "Kündigt Ramstein Air Base“ und „Netzwerk freier Impfentscheid“ zu entdecken. Dabei handelt es sich um Folgeprojekte der antisemitischen „Mahnwachen für den Frieden“, die ab März 2014 vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise bundesweit für Kundgebungen sorgten.

Weiterhin gab es hier auch einen Bratwurst- und Pommes-Stand, sowie einen Pavillon, in dem zwei Frauen auf Schreibmaschinen getippte Anträge auf Reichsbürger-Ausweise entgegennahmen. Etliche Teilnehmende hatten sich Passbilder mitgebracht und standen dafür an.

 

Haben Reichsbürger und Reichsbürgerinnen in Berlin viel zu oft keinen Widerspruch zu erwarten, fand in Potsdam eine antifaschistische Gegenkundgebung in Sichtweite statt, die dieser anachronistischen Veranstaltung auch mit Humor begegnete.

  

Die Fotos unterliegen dem Copyright. Sie sind in druckbarer, hochauflösender Qualität ohne Wasserzeichen vorhanden und können für kommerzielle wie unkommerzielle Zwecke erfragt werden.

 

recherchenetzwerk.berlin@yahoo.com

In Potsdam demonstrierten rund 150 Anhänger und Anhängerinnen krudester Reichsbürgerthesen für die Rückkehr in die Monarchie. Die Veranstaltung fand zu Ehren von Georg Friedrich Prinz von Preußen statt, Ururenkel des letzten Deutschen Kaisers Wilhelm II, der aufgefordert wurde, „Friedenskanzler“ zu werden und für „Heimath und Weltfrieden“ zu sorgen. Der Prinz kam nicht und hatte bereits im Vorfeld diese zweifelhafte Einladung abgelehnt.

 

Aufgerufen zu dieser Veranstaltung mit mehreren Rednern hatte der extrem rechte Politaktivist und Verschwörungsmystiker Frank Radon, der sich selbst als „Reichsdeutscher“ betrachtet, an Satanisten in Regierungsämtern glaubt und Pseudowissenschaften wie der „Neuen Germanischen Medizin“ anhängt. Etliche Fahnen wehten auf dieser Kundgebung, viele in den Farben schwarz-weiß-rot. Eine Reichsfahne mit der Losung „Treue um Treue“ wurde von der Polizei beschlagnahmt.

 

Während Radon sich in seiner Rede darüber empörte, dass man sie als Nazis stigmatisieren würde, trugen Teilnehmende neonazistische Kleidung, darunter Fan-Artikel der Rechtsrock-Bands „Lunikoff-Verschwörung“ um den Neonazi Michael Regener und „Kategorie C“. Ein weiterer Teilnehmer zeigte ein Tattoo mit dem Truppenkennzeichen der SS-Division „Totenkopf“ auf dem Handrücken, eine Frontdivision der deutschen Waffen-SS im zweiten Weltkrieg. Diese rekrutierte sich ursprünglich aus KZ-Wachmannschaften und war für zahlreiche Kriegsverbrechen verantwortlich. Dieser Totenkopf ist nach § 86a Strafgesetzbuch (StGB) verboten.

 

Neben Bekenntnissen zur Online-Sekte QAnon, ein aus den USA stammender antisemitischer und rassistischer Verschwörungsmythos, der den noch amtierenden US-Präsidenten Donald Trump glorifiziert und zum Heilsbringer stilisiert, waren auch Anstecker und Aufkleber der „Druschba-Friedensfahrten“, "Kündigt Ramstein Air Base“ und „Netzwerk freier Impfentscheid“ zu entdecken. Dabei handelt es sich um Folgeprojekte der antisemitischen „Mahnwachen für den Frieden“, die ab März 2014 vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise bundesweit für Kundgebungen sorgten.

Weiterhin gab es hier auch einen Bratwurst- und Pommes-Stand, sowie einen Pavillon, in dem zwei Frauen auf Schreibmaschinen getippte Anträge auf Reichsbürger-Ausweise entgegennahmen. Etliche Teilnehmende hatten sich Passbilder mitgebracht und standen dafür an.

 

Haben Reichsbürger und Reichsbürgerinnen in Berlin viel zu oft keinen Widerspruch zu erwarten, fand in Potsdam eine antifaschistische Gegenkundgebung in Sichtweite statt, die dieser anachronistischen Veranstaltung auch mit Humor begegnete.

  

Die Fotos unterliegen dem Copyright. Sie sind in druckbarer, hochauflösender Qualität ohne Wasserzeichen vorhanden und können für kommerzielle wie unkommerzielle Zwecke erfragt werden.

 

recherchenetzwerk.berlin@yahoo.com

Benennung der Lucy-Lameck-Straße am 23. April 2021 in Berlin Neukölln.

Auf dem Foto: Der Botschafter S.E. Dr. Abdallah Sale Possi & der Tansanier Mnyaka Sururu Mboro bei der Bennenung.

Auftakt im Garten des Oyoun, Lucy-Lameck-Straße 32 (der früheren Werkstatt der Kulturen).

Der Zugang war Corona-bedingt nur für 50 Personen gestattet. Auf dem Gehweg vor dem Gartenzaun verfolgten noch über 30 weitere Personen die Veranstaltung.

Programm Oyoun:

Musikalischer Auftakt: Sauti è Hala;

Begrüßung und Eröffnung durch Martin Hikel, Bezirksbürgermeister;

Ansprache S.E. Dr. Abdallah Sale Possi, Botschafter Tansania;

Ansprache Karin Korte, Bezirksstadträtin für Kultur;

Ansprache Mnyaka Sururu Mboro, Berlin Postkolonial;

 

Programm: Lucy-Lameck-Straße – Ecke Karlsgartenstraße:

Begrüßung durch die Bläsergruppe der Musikschule Paul Hindesmith

Gemeinsame Enthüllung des neuen Straßenschildes durch

Bezirksbürgermeister Martin Hikel, Bezirksstadträtin Karin Korte, Botschafter S.E. Dr. Abdallah Sale Possi und den Tansanier Mnyaka Sururu Mboro (Berlin Postkolonial), links außen klatscht der Herero Israel Kaunatjike (Berlin Postkolonial). [Auf den „Enthüllungs“-Fotos von rechts nach links].

Lucy Lameck (geboren 1934; gestorben am 21. März 1993 in Moshi) war tansanische Politikerin, die sich für Frauenrechte und für die panafrikanische Idee eingesetzt hat. 1960 wurde sie als erste Frau Abgeordnete im Parlament Tansanias (1960-1974 sowie 1980 bis 1985). In dieser Zeit hatte sie (wiederum als erste Frau) zwei Posten als stellvertretende Ministerin inne (1965-1970 + 1966-1972).

Herrmann von Wissmann (1853-1905), ein deutscher Offizier und Kolonialbeamter, war als Reichskommissar und Befehlshaber der ersten deutschen Kolonialtruppe in den Jahren 1889 und 1890 verantwortlich für die Niederschlagung des Widerstandes der ostafrikanischen Küstenbevölkerung. Vom 26. April 1895 bis 3. Dezember 1896 war er Gouverneur in der damaligen Kolonie „Deutsch-Ostafrika“ (heute Tansania, Ruanda und Burundi).

Ohne die jahrzehntelange Arbeit von Mnyaka Sururu Mboro und dem von ihm gegründeten Vereins Berlin Postkolonial wäre diese Straßen-Umbenennung nicht zustande gekommen. Ab 2004 initiierte der seit 40 Jahren in Berlin lebenden Tansanier Mnyaka Sururu Mboro Trauermärsche zum Gedenken an die Opfer des Maji-Maji-Aufstands gegen die deutsche Kolonialherrschaft in „Deutsch-Ostafrika“ (1905 – 1907).

Seit 2006 heißen diese Trauermärsche: „Gedenkmarsch zur Erinnerung an die afrikanischen Opfer von Versklavung, Handel mit versklavten Menschen, Kolonialismus und rassistischer Gewalt“ und finden immer Ende Februar in der Mitte Berlins statt (M-Straße bis Humboldtforum).

In den letzten zwei Jahren ging die Umbenennungs-Aktion in Neukölln relativ schnell vonstatten dank kluger Einbeziehung aller wichtigen Akteure wie Berlin Postkolonial, der Bezirksverordnetenversammlung, des Bezirksamts und der Anwohner. Leider vollziehen sich die Umbenennungen im Afrikanischen Viertel wesentlich zäher, auch dort war vor zwei Jahren die Umbenennung kolonialrassistischer Straßennamen beschlossen worden. Die Umbenennung der M-Straße in Mitte in Anton-Wilhelm-Amo-Straße wurde 2020 beschlossen, aber wann die Umbenennung mit neuen Straßenschildern erfolgt, ist noch unklar.

Seit 2004 setzt sich Berlin Postkolonial für die öffentliche Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte ein und in den letzten Jahren sind viele weitere Akteur*innen und Gruppen wie z.B. die Black-Lives-Matter-Bewegung dazu gekommen. Auch die kritische Auseinandersetzung mit dem Humboldtforum und den Rückgabe-Forderungen an das Ethnologische Museum, wie z.B. aktuell die Beninbronzen wären ohne die Arbeit und das Engagement dieser zivilgesellschaftlichen Organisationen so nicht möglich geworden…

Ein weiteres grausames Kapitel der deutschen Kolonialgeschichte ist der Raub von Tausenden Schädeln aus den Kolonien zur pseudowissenschaftlichen rassistischen Forschungen. Mehrere tausend dieser Ahnen lagern noch heute in der Charité. Mnyaka Sururu Mboro kam vor 40 Jahren mit dem Auftrag seiner Verwandten nach Berlin, den Schädel eines ihrer Ahnen, einen Anführer des Maji-Maji-Aufstands zu finden und zurückzubringen, damit er endlich würdig bestattet werden kann. Leider ist ihm das bis heute noch nicht gelungen, aber er wird nie aufgeben…

Insofern war für Mnyaka Sururu Mboro diese Straßen-Umbenennung ein erster Schritt hin zur Dekolonisation von ganz Berlin!

© Bernd Sauer-Diete, Berlin 2021

 

Mein persönlicher Bezug zur Lucy-Lameck-Straße (Ex-Wissmann-Straße):

Ich habe von 1986 bis 2012 insgesamt 26 Jahre ganz in der Nähe dieser Straße gelebt (Hasenheide und Fontanestraße). Durch mein Ethnologie-Studium in den 1980ern, in der ich mich auch mit Deutscher Kolonialpolitik beschäftigt habe, war mir schon früh klar, was für ein Kolonialverbrecher Wissmann gewesen war.

Ab 1993 zog die Werkstatt der Kulturen in die damaligen Wissmannstr. 32 und setzte sich ab da auch öffentlichkeitswirksam für die Aufklärung über deutsche Kolonialverbrechen ein, da sie sich ja mit diesem furchtbaren Namen in ihrer Adresse auseinandersetzen mussten.

Seit 2004 setzt sich Berlin Postkolonial für die öffentliche Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte ein und seit 2009 habe ich mit meiner Kamera viele Veranstaltungen, Proteste und Gedenkmärsche der Black Community in Berlin begleitet; Angefangen mit einer Konferenz 2009 in der Werkstatt der Kulturen zum 125. Jahrestag der Afrika-Konferenz von 1884/85 in Berlin, auf dem der Kontinent Afrika unter den europäischen Herrschern auf der Landkarte aufgeteilt worden war. Dabei wurde mir nochmal richtig klar, welche Verbrechen der europäische Kolonialismus in Afrika begangen hat und wie wenig die deutsche Kolonialzeit in der deutschen Öffentlichkeit und in unserem Geschichtsbewusstsein präsent ist.

Seit längerer Zeit hinterfrage ich auch sehr kritisch die Rolle der Ethnologie und Ethnografie während der deutschen Kolonialzeit. Die Ethnologen/Ethnografen waren ja in das koloniale Herrschaftssystem eingebunden. Sie lieferten z.B. der deutschen Kolonialverwaltung wichtige Informationen über die politische und soziale Organisation der kolonisierten Völker und erleichterten damit direkte wie indirekte Herrschaft der Kolonialbeamten. Außerdem waren die Ethnologen auch in die „Überführung“ von Kunstgütern aus den Kolonien in deutsche Museen beteiligt. Auch wenn viele dieser Kunstschätze wahrscheinlich „bezahlt“ worden sind, waren es doch sehr ungleiche Tauschgeschäfte zwischen Herrscher und Beherrschten, die die Kolonialisierten klar benachteiligte. Das kolonialrassistische Argument – „Ohne uns Sammler würden die Kunstschätze in Afrika verrotten“ – das die Raubzüge in der Kolonialzeit legitimieren sollte, galt noch bis in die 1970er und 1980er Jahre, als damals schon afrikanische Politiker die geraubten Kulturgüter, wie die Beninbronzen zurückforderten. Noch in der Zeit meines Ethnologie-Studiums (1981-1989) wurden die berechtigten Rückgabe-Forderungen an das damalige Völkerkundemuseum (heute Museum für Ethnologie) als „vollkommen absurd“ zurückgewiesen…

© Bernd Sauer-Diete, Berlin 2021

  

In Potsdam demonstrierten rund 150 Anhänger und Anhängerinnen krudester Reichsbürgerthesen für die Rückkehr in die Monarchie. Die Veranstaltung fand zu Ehren von Georg Friedrich Prinz von Preußen statt, Ururenkel des letzten Deutschen Kaisers Wilhelm II, der aufgefordert wurde, „Friedenskanzler“ zu werden und für „Heimath und Weltfrieden“ zu sorgen. Der Prinz kam nicht und hatte bereits im Vorfeld diese zweifelhafte Einladung abgelehnt.

 

Aufgerufen zu dieser Veranstaltung mit mehreren Rednern hatte der extrem rechte Politaktivist und Verschwörungsmystiker Frank Radon, der sich selbst als „Reichsdeutscher“ betrachtet, an Satanisten in Regierungsämtern glaubt und Pseudowissenschaften wie der „Neuen Germanischen Medizin“ anhängt. Etliche Fahnen wehten auf dieser Kundgebung, viele in den Farben schwarz-weiß-rot. Eine Reichsfahne mit der Losung „Treue um Treue“ wurde von der Polizei beschlagnahmt.

 

Während Radon sich in seiner Rede darüber empörte, dass man sie als Nazis stigmatisieren würde, trugen Teilnehmende neonazistische Kleidung, darunter Fan-Artikel der Rechtsrock-Bands „Lunikoff-Verschwörung“ um den Neonazi Michael Regener und „Kategorie C“. Ein weiterer Teilnehmer zeigte ein Tattoo mit dem Truppenkennzeichen der SS-Division „Totenkopf“ auf dem Handrücken, eine Frontdivision der deutschen Waffen-SS im zweiten Weltkrieg. Diese rekrutierte sich ursprünglich aus KZ-Wachmannschaften und war für zahlreiche Kriegsverbrechen verantwortlich. Dieser Totenkopf ist nach § 86a Strafgesetzbuch (StGB) verboten.

 

Neben Bekenntnissen zur Online-Sekte QAnon, ein aus den USA stammender antisemitischer und rassistischer Verschwörungsmythos, der den noch amtierenden US-Präsidenten Donald Trump glorifiziert und zum Heilsbringer stilisiert, waren auch Anstecker und Aufkleber der „Druschba-Friedensfahrten“, "Kündigt Ramstein Air Base“ und „Netzwerk freier Impfentscheid“ zu entdecken. Dabei handelt es sich um Folgeprojekte der antisemitischen „Mahnwachen für den Frieden“, die ab März 2014 vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise bundesweit für Kundgebungen sorgten.

Weiterhin gab es hier auch einen Bratwurst- und Pommes-Stand, sowie einen Pavillon, in dem zwei Frauen auf Schreibmaschinen getippte Anträge auf Reichsbürger-Ausweise entgegennahmen. Etliche Teilnehmende hatten sich Passbilder mitgebracht und standen dafür an.

 

Haben Reichsbürger und Reichsbürgerinnen in Berlin viel zu oft keinen Widerspruch zu erwarten, fand in Potsdam eine antifaschistische Gegenkundgebung in Sichtweite statt, die dieser anachronistischen Veranstaltung auch mit Humor begegnete.

  

Die Fotos unterliegen dem Copyright. Sie sind in druckbarer, hochauflösender Qualität ohne Wasserzeichen vorhanden und können für kommerzielle wie unkommerzielle Zwecke erfragt werden.

 

recherchenetzwerk.berlin@yahoo.com

In Potsdam demonstrierten rund 150 Anhänger und Anhängerinnen krudester Reichsbürgerthesen für die Rückkehr in die Monarchie. Die Veranstaltung fand zu Ehren von Georg Friedrich Prinz von Preußen statt, Ururenkel des letzten Deutschen Kaisers Wilhelm II, der aufgefordert wurde, „Friedenskanzler“ zu werden und für „Heimath und Weltfrieden“ zu sorgen. Der Prinz kam nicht und hatte bereits im Vorfeld diese zweifelhafte Einladung abgelehnt.

 

Aufgerufen zu dieser Veranstaltung mit mehreren Rednern hatte der extrem rechte Politaktivist und Verschwörungsmystiker Frank Radon, der sich selbst als „Reichsdeutscher“ betrachtet, an Satanisten in Regierungsämtern glaubt und Pseudowissenschaften wie der „Neuen Germanischen Medizin“ anhängt. Etliche Fahnen wehten auf dieser Kundgebung, viele in den Farben schwarz-weiß-rot. Eine Reichsfahne mit der Losung „Treue um Treue“ wurde von der Polizei beschlagnahmt.

 

Während Radon sich in seiner Rede darüber empörte, dass man sie als Nazis stigmatisieren würde, trugen Teilnehmende neonazistische Kleidung, darunter Fan-Artikel der Rechtsrock-Bands „Lunikoff-Verschwörung“ um den Neonazi Michael Regener und „Kategorie C“. Ein weiterer Teilnehmer zeigte ein Tattoo mit dem Truppenkennzeichen der SS-Division „Totenkopf“ auf dem Handrücken, eine Frontdivision der deutschen Waffen-SS im zweiten Weltkrieg. Diese rekrutierte sich ursprünglich aus KZ-Wachmannschaften und war für zahlreiche Kriegsverbrechen verantwortlich. Dieser Totenkopf ist nach § 86a Strafgesetzbuch (StGB) verboten.

 

Neben Bekenntnissen zur Online-Sekte QAnon, ein aus den USA stammender antisemitischer und rassistischer Verschwörungsmythos, der den noch amtierenden US-Präsidenten Donald Trump glorifiziert und zum Heilsbringer stilisiert, waren auch Anstecker und Aufkleber der „Druschba-Friedensfahrten“, "Kündigt Ramstein Air Base“ und „Netzwerk freier Impfentscheid“ zu entdecken. Dabei handelt es sich um Folgeprojekte der antisemitischen „Mahnwachen für den Frieden“, die ab März 2014 vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise bundesweit für Kundgebungen sorgten.

Weiterhin gab es hier auch einen Bratwurst- und Pommes-Stand, sowie einen Pavillon, in dem zwei Frauen auf Schreibmaschinen getippte Anträge auf Reichsbürger-Ausweise entgegennahmen. Etliche Teilnehmende hatten sich Passbilder mitgebracht und standen dafür an.

 

Haben Reichsbürger und Reichsbürgerinnen in Berlin viel zu oft keinen Widerspruch zu erwarten, fand in Potsdam eine antifaschistische Gegenkundgebung in Sichtweite statt, die dieser anachronistischen Veranstaltung auch mit Humor begegnete.

  

Die Fotos unterliegen dem Copyright. Sie sind in druckbarer, hochauflösender Qualität ohne Wasserzeichen vorhanden und können für kommerzielle wie unkommerzielle Zwecke erfragt werden.

 

recherchenetzwerk.berlin@yahoo.com

In Potsdam demonstrierten rund 150 Anhänger und Anhängerinnen krudester Reichsbürgerthesen für die Rückkehr in die Monarchie. Die Veranstaltung fand zu Ehren von Georg Friedrich Prinz von Preußen statt, Ururenkel des letzten Deutschen Kaisers Wilhelm II, der aufgefordert wurde, „Friedenskanzler“ zu werden und für „Heimath und Weltfrieden“ zu sorgen. Der Prinz kam nicht und hatte bereits im Vorfeld diese zweifelhafte Einladung abgelehnt.

 

Aufgerufen zu dieser Veranstaltung mit mehreren Rednern hatte der extrem rechte Politaktivist und Verschwörungsmystiker Frank Radon, der sich selbst als „Reichsdeutscher“ betrachtet, an Satanisten in Regierungsämtern glaubt und Pseudowissenschaften wie der „Neuen Germanischen Medizin“ anhängt. Etliche Fahnen wehten auf dieser Kundgebung, viele in den Farben schwarz-weiß-rot. Eine Reichsfahne mit der Losung „Treue um Treue“ wurde von der Polizei beschlagnahmt.

 

Während Radon sich in seiner Rede darüber empörte, dass man sie als Nazis stigmatisieren würde, trugen Teilnehmende neonazistische Kleidung, darunter Fan-Artikel der Rechtsrock-Bands „Lunikoff-Verschwörung“ um den Neonazi Michael Regener und „Kategorie C“. Ein weiterer Teilnehmer zeigte ein Tattoo mit dem Truppenkennzeichen der SS-Division „Totenkopf“ auf dem Handrücken, eine Frontdivision der deutschen Waffen-SS im zweiten Weltkrieg. Diese rekrutierte sich ursprünglich aus KZ-Wachmannschaften und war für zahlreiche Kriegsverbrechen verantwortlich. Dieser Totenkopf ist nach § 86a Strafgesetzbuch (StGB) verboten.

 

Neben Bekenntnissen zur Online-Sekte QAnon, ein aus den USA stammender antisemitischer und rassistischer Verschwörungsmythos, der den noch amtierenden US-Präsidenten Donald Trump glorifiziert und zum Heilsbringer stilisiert, waren auch Anstecker und Aufkleber der „Druschba-Friedensfahrten“, "Kündigt Ramstein Air Base“ und „Netzwerk freier Impfentscheid“ zu entdecken. Dabei handelt es sich um Folgeprojekte der antisemitischen „Mahnwachen für den Frieden“, die ab März 2014 vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise bundesweit für Kundgebungen sorgten.

Weiterhin gab es hier auch einen Bratwurst- und Pommes-Stand, sowie einen Pavillon, in dem zwei Frauen auf Schreibmaschinen getippte Anträge auf Reichsbürger-Ausweise entgegennahmen. Etliche Teilnehmende hatten sich Passbilder mitgebracht und standen dafür an.

 

Haben Reichsbürger und Reichsbürgerinnen in Berlin viel zu oft keinen Widerspruch zu erwarten, fand in Potsdam eine antifaschistische Gegenkundgebung in Sichtweite statt, die dieser anachronistischen Veranstaltung auch mit Humor begegnete.

  

Die Fotos unterliegen dem Copyright. Sie sind in druckbarer, hochauflösender Qualität ohne Wasserzeichen vorhanden und können für kommerzielle wie unkommerzielle Zwecke erfragt werden.

 

recherchenetzwerk.berlin@yahoo.com

Benennung der Lucy-Lameck-Straße am 23. April 2021 in Berlin Neukölln.

Auftakt im Garten des Oyoun, Lucy-Lameck-Straße 32 (der früheren Werkstatt der Kulturen).

Der Zugang war Corona-bedingt nur für 50 Personen gestattet. Auf dem Gehweg vor dem Gartenzaun verfolgten noch über 30 weitere Personen die Veranstaltung.

Programm Oyoun:

Musikalischer Auftakt: Sauti è Hala;

Begrüßung und Eröffnung durch Martin Hikel, Bezirksbürgermeister;

Ansprache S.E. Dr. Abdallah Sale Possi, Botschafter Tansania;

Ansprache Karin Korte, Bezirksstadträtin für Kultur;

Ansprache Mnyaka Sururu Mboro, Berlin Postkolonial;

 

Programm: Lucy-Lameck-Straße – Ecke Karlsgartenstraße:

Begrüßung durch die Bläsergruppe der Musikschule Paul Hindesmith

Gemeinsame Enthüllung des neuen Straßenschildes durch

Bezirksbürgermeister Martin Hikel, Bezirksstadträtin Karin Korte, Botschafter S.E. Dr. Abdallah Sale Possi und den Tansanier Mnyaka Sururu Mboro (Berlin Postkolonial), links außen klatscht der Herero Israel Kaunatjike (Berlin Postkolonial). [Auf den „Enthüllungs“-Fotos von rechts nach links].

Lucy Lameck (geboren 1934; gestorben am 21. März 1993 in Moshi) war tansanische Politikerin, die sich für Frauenrechte und für die panafrikanische Idee eingesetzt hat. 1960 wurde sie als erste Frau Abgeordnete im Parlament Tansanias (1960-1974 sowie 1980 bis 1985). In dieser Zeit hatte sie (wiederum als erste Frau) zwei Posten als stellvertretende Ministerin inne (1965-1970 + 1966-1972).

Herrmann von Wissmann (1853-1905), ein deutscher Offizier und Kolonialbeamter, war als Reichskommissar und Befehlshaber der ersten deutschen Kolonialtruppe in den Jahren 1889 und 1890 verantwortlich für die Niederschlagung des Widerstandes der ostafrikanischen Küstenbevölkerung. Vom 26. April 1895 bis 3. Dezember 1896 war er Gouverneur in der damaligen Kolonie „Deutsch-Ostafrika“ (heute Tansania, Ruanda und Burundi).

Ohne die jahrzehntelange Arbeit von Mnyaka Sururu Mboro und dem von ihm gegründeten Vereins Berlin Postkolonial wäre diese Straßen-Umbenennung nicht zustande gekommen. Ab 2004 initiierte der seit 40 Jahren in Berlin lebenden Tansanier Mnyaka Sururu Mboro Trauermärsche zum Gedenken an die Opfer des Maji-Maji-Aufstands gegen die deutsche Kolonialherrschaft in „Deutsch-Ostafrika“ (1905 – 1907).

Seit 2006 heißen diese Trauermärsche: „Gedenkmarsch zur Erinnerung an die afrikanischen Opfer von Versklavung, Handel mit versklavten Menschen, Kolonialismus und rassistischer Gewalt“ und finden immer Ende Februar in der Mitte Berlins statt (M-Straße bis Humboldtforum).

In den letzten zwei Jahren ging die Umbenennungs-Aktion in Neukölln relativ schnell vonstatten dank kluger Einbeziehung aller wichtigen Akteure wie Berlin Postkolonial, der Bezirksverordnetenversammlung, des Bezirksamts und der Anwohner. Leider vollziehen sich die Umbenennungen im Afrikanischen Viertel wesentlich zäher, auch dort war vor zwei Jahren die Umbenennung kolonialrassistischer Straßennamen beschlossen worden. Die Umbenennung der M-Straße in Mitte in Anton-Wilhelm-Amo-Straße wurde 2020 beschlossen, aber wann die Umbenennung mit neuen Straßenschildern erfolgt, ist noch unklar.

Seit 2004 setzt sich Berlin Postkolonial für die öffentliche Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte ein und in den letzten Jahren sind viele weitere Akteur*innen und Gruppen wie z.B. die Black-Lives-Matter-Bewegung dazu gekommen. Auch die kritische Auseinandersetzung mit dem Humboldtforum und den Rückgabe-Forderungen an das Ethnologische Museum, wie z.B. aktuell die Beninbronzen wären ohne die Arbeit und das Engagement dieser zivilgesellschaftlichen Organisationen so nicht möglich geworden…

Ein weiteres grausames Kapitel der deutschen Kolonialgeschichte ist der Raub von Tausenden Schädeln aus den Kolonien zur pseudowissenschaftlichen rassistischen Forschungen. Mehrere tausend dieser Ahnen lagern noch heute in der Charité. Mnyaka Sururu Mboro kam vor 40 Jahren mit dem Auftrag seiner Verwandten nach Berlin, den Schädel eines ihrer Ahnen, einen Anführer des Maji-Maji-Aufstands zu finden und zurückzubringen, damit er endlich würdig bestattet werden kann. Leider ist ihm das bis heute noch nicht gelungen, aber er wird nie aufgeben…

Insofern war für Mnyaka Sururu Mboro diese Straßen-Umbenennung ein erster Schritt hin zur Dekolonisation von ganz Berlin!

© Bernd Sauer-Diete, Berlin 2021

 

Mein persönlicher Bezug zur Lucy-Lameck-Straße (Ex-Wissmann-Straße):

Ich habe von 1986 bis 2012 insgesamt 26 Jahre ganz in der Nähe dieser Straße gelebt (Hasenheide und Fontanestraße). Durch mein Ethnologie-Studium in den 1980ern, in der ich mich auch mit Deutscher Kolonialpolitik beschäftigt habe, war mir schon früh klar, was für ein Kolonialverbrecher Wissmann gewesen war.

Ab 1993 zog die Werkstatt der Kulturen in die damaligen Wissmannstr. 32 und setzte sich ab da auch öffentlichkeitswirksam für die Aufklärung über deutsche Kolonialverbrechen ein, da sie sich ja mit diesem furchtbaren Namen in ihrer Adresse auseinandersetzen mussten.

Seit 2004 setzt sich Berlin Postkolonial für die öffentliche Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte ein und seit 2009 habe ich mit meiner Kamera viele Veranstaltungen, Proteste und Gedenkmärsche der Black Community in Berlin begleitet; Angefangen mit einer Konferenz 2009 in der Werkstatt der Kulturen zum 125. Jahrestag der Afrika-Konferenz von 1884/85 in Berlin, auf dem der Kontinent Afrika unter den europäischen Herrschern auf der Landkarte aufgeteilt worden war. Dabei wurde mir nochmal richtig klar, welche Verbrechen der europäische Kolonialismus in Afrika begangen hat und wie wenig die deutsche Kolonialzeit in der deutschen Öffentlichkeit und in unserem Geschichtsbewusstsein präsent ist.

Seit längerer Zeit hinterfrage ich auch sehr kritisch die Rolle der Ethnologie und Ethnografie während der deutschen Kolonialzeit. Die Ethnologen/Ethnografen waren ja in das koloniale Herrschaftssystem eingebunden. Sie lieferten z.B. der deutschen Kolonialverwaltung wichtige Informationen über die politische und soziale Organisation der kolonisierten Völker und erleichterten damit direkte wie indirekte Herrschaft der Kolonialbeamten. Außerdem waren die Ethnologen auch in die „Überführung“ von Kunstgütern aus den Kolonien in deutsche Museen beteiligt. Auch wenn viele dieser Kunstschätze wahrscheinlich „bezahlt“ worden sind, waren es doch sehr ungleiche Tauschgeschäfte zwischen Herrscher und Beherrschten, die die Kolonialisierten klar benachteiligte. Das kolonialrassistische Argument – „Ohne uns Sammler würden die Kunstschätze in Afrika verrotten“ – das die Raubzüge in der Kolonialzeit legitimieren sollte, galt noch bis in die 1970er und 1980er Jahre, als damals schon afrikanische Politiker die geraubten Kulturgüter, wie die Beninbronzen zurückforderten. Noch in der Zeit meines Ethnologie-Studiums (1981-1989) wurden die berechtigten Rückgabe-Forderungen an das damalige Völkerkundemuseum (heute Museum für Ethnologie) als „vollkommen absurd“ zurückgewiesen…

© Bernd Sauer-Diete, Berlin 2021

  

Benennung der Lucy-Lameck-Straße am 23. April 2021 in Berlin Neukölln.

Auf dem Foto: Bläsergruppe der Musikschule Paul Hindesmith.

Auftakt im Garten des Oyoun, Lucy-Lameck-Straße 32 (der früheren Werkstatt der Kulturen).

Der Zugang war Corona-bedingt nur für 50 Personen gestattet. Auf dem Gehweg vor dem Gartenzaun verfolgten noch über 30 weitere Personen die Veranstaltung.

Programm Oyoun:

Musikalischer Auftakt: Sauti è Hala;

Begrüßung und Eröffnung durch Martin Hikel, Bezirksbürgermeister;

Ansprache S.E. Dr. Abdallah Sale Possi, Botschafter Tansania;

Ansprache Karin Korte, Bezirksstadträtin für Kultur;

Ansprache Mnyaka Sururu Mboro, Berlin Postkolonial;

 

Programm: Lucy-Lameck-Straße – Ecke Karlsgartenstraße:

Begrüßung durch die Bläsergruppe der Musikschule Paul Hindesmith

Gemeinsame Enthüllung des neuen Straßenschildes durch

Bezirksbürgermeister Martin Hikel, Bezirksstadträtin Karin Korte, Botschafter S.E. Dr. Abdallah Sale Possi und den Tansanier Mnyaka Sururu Mboro (Berlin Postkolonial), links außen klatscht der Herero Israel Kaunatjike (Berlin Postkolonial). [Auf den „Enthüllungs“-Fotos von rechts nach links].

Lucy Lameck (geboren 1934; gestorben am 21. März 1993 in Moshi) war tansanische Politikerin, die sich für Frauenrechte und für die panafrikanische Idee eingesetzt hat. 1960 wurde sie als erste Frau Abgeordnete im Parlament Tansanias (1960-1974 sowie 1980 bis 1985). In dieser Zeit hatte sie (wiederum als erste Frau) zwei Posten als stellvertretende Ministerin inne (1965-1970 + 1966-1972).

Herrmann von Wissmann (1853-1905), ein deutscher Offizier und Kolonialbeamter, war als Reichskommissar und Befehlshaber der ersten deutschen Kolonialtruppe in den Jahren 1889 und 1890 verantwortlich für die Niederschlagung des Widerstandes der ostafrikanischen Küstenbevölkerung. Vom 26. April 1895 bis 3. Dezember 1896 war er Gouverneur in der damaligen Kolonie „Deutsch-Ostafrika“ (heute Tansania, Ruanda und Burundi).

Ohne die jahrzehntelange Arbeit von Mnyaka Sururu Mboro und dem von ihm gegründeten Vereins Berlin Postkolonial wäre diese Straßen-Umbenennung nicht zustande gekommen. Ab 2004 initiierte der seit 40 Jahren in Berlin lebenden Tansanier Mnyaka Sururu Mboro Trauermärsche zum Gedenken an die Opfer des Maji-Maji-Aufstands gegen die deutsche Kolonialherrschaft in „Deutsch-Ostafrika“ (1905 – 1907).

Seit 2006 heißen diese Trauermärsche: „Gedenkmarsch zur Erinnerung an die afrikanischen Opfer von Versklavung, Handel mit versklavten Menschen, Kolonialismus und rassistischer Gewalt“ und finden immer Ende Februar in der Mitte Berlins statt (M-Straße bis Humboldtforum).

In den letzten zwei Jahren ging die Umbenennungs-Aktion in Neukölln relativ schnell vonstatten dank kluger Einbeziehung aller wichtigen Akteure wie Berlin Postkolonial, der Bezirksverordnetenversammlung, des Bezirksamts und der Anwohner. Leider vollziehen sich die Umbenennungen im Afrikanischen Viertel wesentlich zäher, auch dort war vor zwei Jahren die Umbenennung kolonialrassistischer Straßennamen beschlossen worden. Die Umbenennung der M-Straße in Mitte in Anton-Wilhelm-Amo-Straße wurde 2020 beschlossen, aber wann die Umbenennung mit neuen Straßenschildern erfolgt, ist noch unklar.

Seit 2004 setzt sich Berlin Postkolonial für die öffentliche Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte ein und in den letzten Jahren sind viele weitere Akteur*innen und Gruppen wie z.B. die Black-Lives-Matter-Bewegung dazu gekommen. Auch die kritische Auseinandersetzung mit dem Humboldtforum und den Rückgabe-Forderungen an das Ethnologische Museum, wie z.B. aktuell die Beninbronzen wären ohne die Arbeit und das Engagement dieser zivilgesellschaftlichen Organisationen so nicht möglich geworden…

Ein weiteres grausames Kapitel der deutschen Kolonialgeschichte ist der Raub von Tausenden Schädeln aus den Kolonien zur pseudowissenschaftlichen rassistischen Forschungen. Mehrere tausend dieser Ahnen lagern noch heute in der Charité. Mnyaka Sururu Mboro kam vor 40 Jahren mit dem Auftrag seiner Verwandten nach Berlin, den Schädel eines ihrer Ahnen, einen Anführer des Maji-Maji-Aufstands zu finden und zurückzubringen, damit er endlich würdig bestattet werden kann. Leider ist ihm das bis heute noch nicht gelungen, aber er wird nie aufgeben…

Insofern war für Mnyaka Sururu Mboro diese Straßen-Umbenennung ein erster Schritt hin zur Dekolonisation von ganz Berlin!

© Bernd Sauer-Diete, Berlin 2021

 

Mein persönlicher Bezug zur Lucy-Lameck-Straße (Ex-Wissmann-Straße):

Ich habe von 1986 bis 2012 insgesamt 26 Jahre ganz in der Nähe dieser Straße gelebt (Hasenheide und Fontanestraße). Durch mein Ethnologie-Studium in den 1980ern, in der ich mich auch mit Deutscher Kolonialpolitik beschäftigt habe, war mir schon früh klar, was für ein Kolonialverbrecher Wissmann gewesen war.

Ab 1993 zog die Werkstatt der Kulturen in die damaligen Wissmannstr. 32 und setzte sich ab da auch öffentlichkeitswirksam für die Aufklärung über deutsche Kolonialverbrechen ein, da sie sich ja mit diesem furchtbaren Namen in ihrer Adresse auseinandersetzen mussten.

Seit 2004 setzt sich Berlin Postkolonial für die öffentliche Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte ein und seit 2009 habe ich mit meiner Kamera viele Veranstaltungen, Proteste und Gedenkmärsche der Black Community in Berlin begleitet; Angefangen mit einer Konferenz 2009 in der Werkstatt der Kulturen zum 125. Jahrestag der Afrika-Konferenz von 1884/85 in Berlin, auf dem der Kontinent Afrika unter den europäischen Herrschern auf der Landkarte aufgeteilt worden war. Dabei wurde mir nochmal richtig klar, welche Verbrechen der europäische Kolonialismus in Afrika begangen hat und wie wenig die deutsche Kolonialzeit in der deutschen Öffentlichkeit und in unserem Geschichtsbewusstsein präsent ist.

Seit längerer Zeit hinterfrage ich auch sehr kritisch die Rolle der Ethnologie und Ethnografie während der deutschen Kolonialzeit. Die Ethnologen/Ethnografen waren ja in das koloniale Herrschaftssystem eingebunden. Sie lieferten z.B. der deutschen Kolonialverwaltung wichtige Informationen über die politische und soziale Organisation der kolonisierten Völker und erleichterten damit direkte wie indirekte Herrschaft der Kolonialbeamten. Außerdem waren die Ethnologen auch in die „Überführung“ von Kunstgütern aus den Kolonien in deutsche Museen beteiligt. Auch wenn viele dieser Kunstschätze wahrscheinlich „bezahlt“ worden sind, waren es doch sehr ungleiche Tauschgeschäfte zwischen Herrscher und Beherrschten, die die Kolonialisierten klar benachteiligte. Das kolonialrassistische Argument – „Ohne uns Sammler würden die Kunstschätze in Afrika verrotten“ – das die Raubzüge in der Kolonialzeit legitimieren sollte, galt noch bis in die 1970er und 1980er Jahre, als damals schon afrikanische Politiker die geraubten Kulturgüter, wie die Beninbronzen zurückforderten. Noch in der Zeit meines Ethnologie-Studiums (1981-1989) wurden die berechtigten Rückgabe-Forderungen an das damalige Völkerkundemuseum (heute Museum für Ethnologie) als „vollkommen absurd“ zurückgewiesen…

© Bernd Sauer-Diete, Berlin 2021

  

In Potsdam demonstrierten rund 150 Anhänger und Anhängerinnen krudester Reichsbürgerthesen für die Rückkehr in die Monarchie. Die Veranstaltung fand zu Ehren von Georg Friedrich Prinz von Preußen statt, Ururenkel des letzten Deutschen Kaisers Wilhelm II, der aufgefordert wurde, „Friedenskanzler“ zu werden und für „Heimath und Weltfrieden“ zu sorgen. Der Prinz kam nicht und hatte bereits im Vorfeld diese zweifelhafte Einladung abgelehnt.

 

Aufgerufen zu dieser Veranstaltung mit mehreren Rednern hatte der extrem rechte Politaktivist und Verschwörungsmystiker Frank Radon, der sich selbst als „Reichsdeutscher“ betrachtet, an Satanisten in Regierungsämtern glaubt und Pseudowissenschaften wie der „Neuen Germanischen Medizin“ anhängt. Etliche Fahnen wehten auf dieser Kundgebung, viele in den Farben schwarz-weiß-rot. Eine Reichsfahne mit der Losung „Treue um Treue“ wurde von der Polizei beschlagnahmt.

 

Während Radon sich in seiner Rede darüber empörte, dass man sie als Nazis stigmatisieren würde, trugen Teilnehmende neonazistische Kleidung, darunter Fan-Artikel der Rechtsrock-Bands „Lunikoff-Verschwörung“ um den Neonazi Michael Regener und „Kategorie C“. Ein weiterer Teilnehmer zeigte ein Tattoo mit dem Truppenkennzeichen der SS-Division „Totenkopf“ auf dem Handrücken, eine Frontdivision der deutschen Waffen-SS im zweiten Weltkrieg. Diese rekrutierte sich ursprünglich aus KZ-Wachmannschaften und war für zahlreiche Kriegsverbrechen verantwortlich. Dieser Totenkopf ist nach § 86a Strafgesetzbuch (StGB) verboten.

 

Neben Bekenntnissen zur Online-Sekte QAnon, ein aus den USA stammender antisemitischer und rassistischer Verschwörungsmythos, der den noch amtierenden US-Präsidenten Donald Trump glorifiziert und zum Heilsbringer stilisiert, waren auch Anstecker und Aufkleber der „Druschba-Friedensfahrten“, "Kündigt Ramstein Air Base“ und „Netzwerk freier Impfentscheid“ zu entdecken. Dabei handelt es sich um Folgeprojekte der antisemitischen „Mahnwachen für den Frieden“, die ab März 2014 vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise bundesweit für Kundgebungen sorgten.

Weiterhin gab es hier auch einen Bratwurst- und Pommes-Stand, sowie einen Pavillon, in dem zwei Frauen auf Schreibmaschinen getippte Anträge auf Reichsbürger-Ausweise entgegennahmen. Etliche Teilnehmende hatten sich Passbilder mitgebracht und standen dafür an..

 

Haben Reichsbürger und Reichsbürgerinnen in Berlin viel zu oft keinen Widerspruch zu erwarten, fand in Potsdam eine antifaschistische Gegenkundgebung in Sichtweite statt, die dieser anachronistischen Veranstaltung auch mit Humor begegnete.

  

Die Fotos unterliegen dem Copyright. Sie sind in druckbarer, hochauflösender Qualität ohne Wasserzeichen vorhanden und können für kommerzielle wie unkommerzielle Zwecke erfragt werden.

 

recherchenetzwerk.berlin@yahoo.com

In Potsdam demonstrierten rund 150 Anhänger und Anhängerinnen krudester Reichsbürgerthesen für die Rückkehr in die Monarchie. Die Veranstaltung fand zu Ehren von Georg Friedrich Prinz von Preußen statt, Ururenkel des letzten Deutschen Kaisers Wilhelm II, der aufgefordert wurde, „Friedenskanzler“ zu werden und für „Heimath und Weltfrieden“ zu sorgen. Der Prinz kam nicht und hatte bereits im Vorfeld diese zweifelhafte Einladung abgelehnt.

 

Aufgerufen zu dieser Veranstaltung mit mehreren Rednern hatte der extrem rechte Politaktivist und Verschwörungsmystiker Frank Radon, der sich selbst als „Reichsdeutscher“ betrachtet, an Satanisten in Regierungsämtern glaubt und Pseudowissenschaften wie der „Neuen Germanischen Medizin“ anhängt. Etliche Fahnen wehten auf dieser Kundgebung, viele in den Farben schwarz-weiß-rot. Eine Reichsfahne mit der Losung „Treue um Treue“ wurde von der Polizei beschlagnahmt.

 

Während Radon sich in seiner Rede darüber empörte, dass man sie als Nazis stigmatisieren würde, trugen Teilnehmende neonazistische Kleidung, darunter Fan-Artikel der Rechtsrock-Bands „Lunikoff-Verschwörung“ um den Neonazi Michael Regener und „Kategorie C“. Ein weiterer Teilnehmer zeigte ein Tattoo mit dem Truppenkennzeichen der SS-Division „Totenkopf“ auf dem Handrücken, eine Frontdivision der deutschen Waffen-SS im zweiten Weltkrieg. Diese rekrutierte sich ursprünglich aus KZ-Wachmannschaften und war für zahlreiche Kriegsverbrechen verantwortlich. Dieser Totenkopf ist nach § 86a Strafgesetzbuch (StGB) verboten.

 

Neben Bekenntnissen zur Online-Sekte QAnon, ein aus den USA stammender antisemitischer und rassistischer Verschwörungsmythos, der den noch amtierenden US-Präsidenten Donald Trump glorifiziert und zum Heilsbringer stilisiert, waren auch Anstecker und Aufkleber der „Druschba-Friedensfahrten“, "Kündigt Ramstein Air Base“ und „Netzwerk freier Impfentscheid“ zu entdecken. Dabei handelt es sich um Folgeprojekte der antisemitischen „Mahnwachen für den Frieden“, die ab März 2014 vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise bundesweit für Kundgebungen sorgten.

Weiterhin gab es hier auch einen Bratwurst- und Pommes-Stand, sowie einen Pavillon, in dem zwei Frauen auf Schreibmaschinen getippte Anträge auf Reichsbürger-Ausweise entgegennahmen. Etliche Teilnehmende hatten sich Passbilder mitgebracht und standen dafür an.

 

Haben Reichsbürger und Reichsbürgerinnen in Berlin viel zu oft keinen Widerspruch zu erwarten, fand in Potsdam eine antifaschistische Gegenkundgebung in Sichtweite statt, die dieser anachronistischen Veranstaltung auch mit Humor begegnete.

  

Die Fotos unterliegen dem Copyright. Sie sind in druckbarer, hochauflösender Qualität ohne Wasserzeichen vorhanden und können für kommerzielle wie unkommerzielle Zwecke erfragt werden.

 

recherchenetzwerk.berlin@yahoo.com

Benennung der Lucy-Lameck-Straße am 23. April 2021 in Berlin Neukölln.

Auftakt im Garten des Oyoun, Lucy-Lameck-Straße 32 (der früheren Werkstatt der Kulturen).

Der Zugang war Corona-bedingt nur für 50 Personen gestattet. Auf dem Gehweg vor dem Gartenzaun verfolgten noch über 30 weitere Personen die Veranstaltung.

Programm Oyoun:

Musikalischer Auftakt: Sauti è Hala;

Begrüßung und Eröffnung durch Martin Hikel, Bezirksbürgermeister;

Ansprache S.E. Dr. Abdallah Sale Possi, Botschafter Tansania;

Ansprache Karin Korte, Bezirksstadträtin für Kultur;

Ansprache Mnyaka Sururu Mboro, Berlin Postkolonial;

 

Programm: Lucy-Lameck-Straße – Ecke Karlsgartenstraße:

Begrüßung durch die Bläsergruppe der Musikschule Paul Hindesmith

Gemeinsame Enthüllung des neuen Straßenschildes durch

Bezirksbürgermeister Martin Hikel, Bezirksstadträtin Karin Korte, Botschafter S.E. Dr. Abdallah Sale Possi und den Tansanier Mnyaka Sururu Mboro (Berlin Postkolonial), links außen klatscht der Herero Israel Kaunatjike (Berlin Postkolonial). [Auf den „Enthüllungs“-Fotos von rechts nach links].

Lucy Lameck (geboren 1934; gestorben am 21. März 1993 in Moshi) war tansanische Politikerin, die sich für Frauenrechte und für die panafrikanische Idee eingesetzt hat. 1960 wurde sie als erste Frau Abgeordnete im Parlament Tansanias (1960-1974 sowie 1980 bis 1985). In dieser Zeit hatte sie (wiederum als erste Frau) zwei Posten als stellvertretende Ministerin inne (1965-1970 + 1966-1972).

Herrmann von Wissmann (1853-1905), ein deutscher Offizier und Kolonialbeamter, war als Reichskommissar und Befehlshaber der ersten deutschen Kolonialtruppe in den Jahren 1889 und 1890 verantwortlich für die Niederschlagung des Widerstandes der ostafrikanischen Küstenbevölkerung. Vom 26. April 1895 bis 3. Dezember 1896 war er Gouverneur in der damaligen Kolonie „Deutsch-Ostafrika“ (heute Tansania, Ruanda und Burundi).

Ohne die jahrzehntelange Arbeit von Mnyaka Sururu Mboro und dem von ihm gegründeten Vereins Berlin Postkolonial wäre diese Straßen-Umbenennung nicht zustande gekommen. Ab 2004 initiierte der seit 40 Jahren in Berlin lebenden Tansanier Mnyaka Sururu Mboro Trauermärsche zum Gedenken an die Opfer des Maji-Maji-Aufstands gegen die deutsche Kolonialherrschaft in „Deutsch-Ostafrika“ (1905 – 1907).

Seit 2006 heißen diese Trauermärsche: „Gedenkmarsch zur Erinnerung an die afrikanischen Opfer von Versklavung, Handel mit versklavten Menschen, Kolonialismus und rassistischer Gewalt“ und finden immer Ende Februar in der Mitte Berlins statt (M-Straße bis Humboldtforum).

In den letzten zwei Jahren ging die Umbenennungs-Aktion in Neukölln relativ schnell vonstatten dank kluger Einbeziehung aller wichtigen Akteure wie Berlin Postkolonial, der Bezirksverordnetenversammlung, des Bezirksamts und der Anwohner. Leider vollziehen sich die Umbenennungen im Afrikanischen Viertel wesentlich zäher, auch dort war vor zwei Jahren die Umbenennung kolonialrassistischer Straßennamen beschlossen worden. Die Umbenennung der M-Straße in Mitte in Anton-Wilhelm-Amo-Straße wurde 2020 beschlossen, aber wann die Umbenennung mit neuen Straßenschildern erfolgt, ist noch unklar.

Seit 2004 setzt sich Berlin Postkolonial für die öffentliche Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte ein und in den letzten Jahren sind viele weitere Akteur*innen und Gruppen wie z.B. die Black-Lives-Matter-Bewegung dazu gekommen. Auch die kritische Auseinandersetzung mit dem Humboldtforum und den Rückgabe-Forderungen an das Ethnologische Museum, wie z.B. aktuell die Beninbronzen wären ohne die Arbeit und das Engagement dieser zivilgesellschaftlichen Organisationen so nicht möglich geworden…

Ein weiteres grausames Kapitel der deutschen Kolonialgeschichte ist der Raub von Tausenden Schädeln aus den Kolonien zur pseudowissenschaftlichen rassistischen Forschungen. Mehrere tausend dieser Ahnen lagern noch heute in der Charité. Mnyaka Sururu Mboro kam vor 40 Jahren mit dem Auftrag seiner Verwandten nach Berlin, den Schädel eines ihrer Ahnen, einen Anführer des Maji-Maji-Aufstands zu finden und zurückzubringen, damit er endlich würdig bestattet werden kann. Leider ist ihm das bis heute noch nicht gelungen, aber er wird nie aufgeben…

Insofern war für Mnyaka Sururu Mboro diese Straßen-Umbenennung ein erster Schritt hin zur Dekolonisation von ganz Berlin!

© Bernd Sauer-Diete, Berlin 2021

 

Mein persönlicher Bezug zur Lucy-Lameck-Straße (Ex-Wissmann-Straße):

Ich habe von 1986 bis 2012 insgesamt 26 Jahre ganz in der Nähe dieser Straße gelebt (Hasenheide und Fontanestraße). Durch mein Ethnologie-Studium in den 1980ern, in der ich mich auch mit Deutscher Kolonialpolitik beschäftigt habe, war mir schon früh klar, was für ein Kolonialverbrecher Wissmann gewesen war.

Ab 1993 zog die Werkstatt der Kulturen in die damaligen Wissmannstr. 32 und setzte sich ab da auch öffentlichkeitswirksam für die Aufklärung über deutsche Kolonialverbrechen ein, da sie sich ja mit diesem furchtbaren Namen in ihrer Adresse auseinandersetzen mussten.

Seit 2004 setzt sich Berlin Postkolonial für die öffentliche Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte ein und seit 2009 habe ich mit meiner Kamera viele Veranstaltungen, Proteste und Gedenkmärsche der Black Community in Berlin begleitet; Angefangen mit einer Konferenz 2009 in der Werkstatt der Kulturen zum 125. Jahrestag der Afrika-Konferenz von 1884/85 in Berlin, auf dem der Kontinent Afrika unter den europäischen Herrschern auf der Landkarte aufgeteilt worden war. Dabei wurde mir nochmal richtig klar, welche Verbrechen der europäische Kolonialismus in Afrika begangen hat und wie wenig die deutsche Kolonialzeit in der deutschen Öffentlichkeit und in unserem Geschichtsbewusstsein präsent ist.

Seit längerer Zeit hinterfrage ich auch sehr kritisch die Rolle der Ethnologie und Ethnografie während der deutschen Kolonialzeit. Die Ethnologen/Ethnografen waren ja in das koloniale Herrschaftssystem eingebunden. Sie lieferten z.B. der deutschen Kolonialverwaltung wichtige Informationen über die politische und soziale Organisation der kolonisierten Völker und erleichterten damit direkte wie indirekte Herrschaft der Kolonialbeamten. Außerdem waren die Ethnologen auch in die „Überführung“ von Kunstgütern aus den Kolonien in deutsche Museen beteiligt. Auch wenn viele dieser Kunstschätze wahrscheinlich „bezahlt“ worden sind, waren es doch sehr ungleiche Tauschgeschäfte zwischen Herrscher und Beherrschten, die die Kolonialisierten klar benachteiligte. Das kolonialrassistische Argument – „Ohne uns Sammler würden die Kunstschätze in Afrika verrotten“ – das die Raubzüge in der Kolonialzeit legitimieren sollte, galt noch bis in die 1970er und 1980er Jahre, als damals schon afrikanische Politiker die geraubten Kulturgüter, wie die Beninbronzen zurückforderten. Noch in der Zeit meines Ethnologie-Studiums (1981-1989) wurden die berechtigten Rückgabe-Forderungen an das damalige Völkerkundemuseum (heute Museum für Ethnologie) als „vollkommen absurd“ zurückgewiesen…

© Bernd Sauer-Diete, Berlin 2021

  

In Potsdam demonstrierten rund 150 Anhänger und Anhängerinnen krudester Reichsbürgerthesen für die Rückkehr in die Monarchie. Die Veranstaltung fand zu Ehren von Georg Friedrich Prinz von Preußen statt, Ururenkel des letzten Deutschen Kaisers Wilhelm II, der aufgefordert wurde, „Friedenskanzler“ zu werden und für „Heimath und Weltfrieden“ zu sorgen. Der Prinz kam nicht und hatte bereits im Vorfeld diese zweifelhafte Einladung abgelehnt.

 

Aufgerufen zu dieser Veranstaltung mit mehreren Rednern hatte der extrem rechte Politaktivist und Verschwörungsmystiker Frank Radon, der sich selbst als „Reichsdeutscher“ betrachtet, an Satanisten in Regierungsämtern glaubt und Pseudowissenschaften wie der „Neuen Germanischen Medizin“ anhängt. Etliche Fahnen wehten auf dieser Kundgebung, viele in den Farben schwarz-weiß-rot. Eine Reichsfahne mit der Losung „Treue um Treue“ wurde von der Polizei beschlagnahmt.

 

Während Radon sich in seiner Rede darüber empörte, dass man sie als Nazis stigmatisieren würde, trugen Teilnehmende neonazistische Kleidung, darunter Fan-Artikel der Rechtsrock-Bands „Lunikoff-Verschwörung“ um den Neonazi Michael Regener und „Kategorie C“. Ein weiterer Teilnehmer zeigte ein Tattoo mit dem Truppenkennzeichen der SS-Division „Totenkopf“ auf dem Handrücken, eine Frontdivision der deutschen Waffen-SS im zweiten Weltkrieg. Diese rekrutierte sich ursprünglich aus KZ-Wachmannschaften und war für zahlreiche Kriegsverbrechen verantwortlich. Dieser Totenkopf ist nach § 86a Strafgesetzbuch (StGB) verboten.

 

Neben Bekenntnissen zur Online-Sekte QAnon, ein aus den USA stammender antisemitischer und rassistischer Verschwörungsmythos, der den noch amtierenden US-Präsidenten Donald Trump glorifiziert und zum Heilsbringer stilisiert, waren auch Anstecker und Aufkleber der „Druschba-Friedensfahrten“, "Kündigt Ramstein Air Base“ und „Netzwerk freier Impfentscheid“ zu entdecken. Dabei handelt es sich um Folgeprojekte der antisemitischen „Mahnwachen für den Frieden“, die ab März 2014 vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise bundesweit für Kundgebungen sorgten.

Weiterhin gab es hier auch einen Bratwurst- und Pommes-Stand, sowie einen Pavillon, in dem zwei Frauen auf Schreibmaschinen getippte Anträge auf Reichsbürger-Ausweise entgegennahmen. Etliche Teilnehmende hatten sich Passbilder mitgebracht und standen dafür an.

 

Haben Reichsbürger und Reichsbürgerinnen in Berlin viel zu oft keinen Widerspruch zu erwarten, fand in Potsdam eine antifaschistische Gegenkundgebung in Sichtweite statt, die dieser anachronistischen Veranstaltung auch mit Humor begegnete.

  

Die Fotos unterliegen dem Copyright. Sie sind in druckbarer, hochauflösender Qualität ohne Wasserzeichen vorhanden und können für kommerzielle wie unkommerzielle Zwecke erfragt werden.

 

recherchenetzwerk.berlin@yahoo.com

Benennung der Lucy-Lameck-Straße am 23. April 2021 in Berlin Neukölln.

Auftakt im Garten des Oyoun, Lucy-Lameck-Straße 32 (der früheren Werkstatt der Kulturen).

Der Zugang war Corona-bedingt nur für 50 Personen gestattet. Auf dem Gehweg vor dem Gartenzaun verfolgten noch über 30 weitere Personen die Veranstaltung.

Programm Oyoun:

Musikalischer Auftakt: Sauti è Hala;

Begrüßung und Eröffnung durch Martin Hikel, Bezirksbürgermeister;

Ansprache S.E. Dr. Abdallah Sale Possi, Botschafter Tansania;

Ansprache Karin Korte, Bezirksstadträtin für Kultur;

Ansprache Mnyaka Sururu Mboro, Berlin Postkolonial;

 

Programm: Lucy-Lameck-Straße – Ecke Karlsgartenstraße:

Begrüßung durch die Bläsergruppe der Musikschule Paul Hindesmith

Gemeinsame Enthüllung des neuen Straßenschildes durch

Bezirksbürgermeister Martin Hikel, Bezirksstadträtin Karin Korte, Botschafter S.E. Dr. Abdallah Sale Possi und den Tansanier Mnyaka Sururu Mboro (Berlin Postkolonial), links außen klatscht der Herero Israel Kaunatjike (Berlin Postkolonial). [Auf den „Enthüllungs“-Fotos von rechts nach links].

Lucy Lameck (geboren 1934; gestorben am 21. März 1993 in Moshi) war tansanische Politikerin, die sich für Frauenrechte und für die panafrikanische Idee eingesetzt hat. 1960 wurde sie als erste Frau Abgeordnete im Parlament Tansanias (1960-1974 sowie 1980 bis 1985). In dieser Zeit hatte sie (wiederum als erste Frau) zwei Posten als stellvertretende Ministerin inne (1965-1970 + 1966-1972).

Herrmann von Wissmann (1853-1905), ein deutscher Offizier und Kolonialbeamter, war als Reichskommissar und Befehlshaber der ersten deutschen Kolonialtruppe in den Jahren 1889 und 1890 verantwortlich für die Niederschlagung des Widerstandes der ostafrikanischen Küstenbevölkerung. Vom 26. April 1895 bis 3. Dezember 1896 war er Gouverneur in der damaligen Kolonie „Deutsch-Ostafrika“ (heute Tansania, Ruanda und Burundi).

Ohne die jahrzehntelange Arbeit von Mnyaka Sururu Mboro und dem von ihm gegründeten Vereins Berlin Postkolonial wäre diese Straßen-Umbenennung nicht zustande gekommen. Ab 2004 initiierte der seit 40 Jahren in Berlin lebenden Tansanier Mnyaka Sururu Mboro Trauermärsche zum Gedenken an die Opfer des Maji-Maji-Aufstands gegen die deutsche Kolonialherrschaft in „Deutsch-Ostafrika“ (1905 – 1907).

Seit 2006 heißen diese Trauermärsche: „Gedenkmarsch zur Erinnerung an die afrikanischen Opfer von Versklavung, Handel mit versklavten Menschen, Kolonialismus und rassistischer Gewalt“ und finden immer Ende Februar in der Mitte Berlins statt (M-Straße bis Humboldtforum).

In den letzten zwei Jahren ging die Umbenennungs-Aktion in Neukölln relativ schnell vonstatten dank kluger Einbeziehung aller wichtigen Akteure wie Berlin Postkolonial, der Bezirksverordnetenversammlung, des Bezirksamts und der Anwohner. Leider vollziehen sich die Umbenennungen im Afrikanischen Viertel wesentlich zäher, auch dort war vor zwei Jahren die Umbenennung kolonialrassistischer Straßennamen beschlossen worden. Die Umbenennung der M-Straße in Mitte in Anton-Wilhelm-Amo-Straße wurde 2020 beschlossen, aber wann die Umbenennung mit neuen Straßenschildern erfolgt, ist noch unklar.

Seit 2004 setzt sich Berlin Postkolonial für die öffentliche Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte ein und in den letzten Jahren sind viele weitere Akteur*innen und Gruppen wie z.B. die Black-Lives-Matter-Bewegung dazu gekommen. Auch die kritische Auseinandersetzung mit dem Humboldtforum und den Rückgabe-Forderungen an das Ethnologische Museum, wie z.B. aktuell die Beninbronzen wären ohne die Arbeit und das Engagement dieser zivilgesellschaftlichen Organisationen so nicht möglich geworden…

Ein weiteres grausames Kapitel der deutschen Kolonialgeschichte ist der Raub von Tausenden Schädeln aus den Kolonien zur pseudowissenschaftlichen rassistischen Forschungen. Mehrere tausend dieser Ahnen lagern noch heute in der Charité. Mnyaka Sururu Mboro kam vor 40 Jahren mit dem Auftrag seiner Verwandten nach Berlin, den Schädel eines ihrer Ahnen, einen Anführer des Maji-Maji-Aufstands zu finden und zurückzubringen, damit er endlich würdig bestattet werden kann. Leider ist ihm das bis heute noch nicht gelungen, aber er wird nie aufgeben…

Insofern war für Mnyaka Sururu Mboro diese Straßen-Umbenennung ein erster Schritt hin zur Dekolonisation von ganz Berlin!

© Bernd Sauer-Diete, Berlin 2021

 

Mein persönlicher Bezug zur Lucy-Lameck-Straße (Ex-Wissmann-Straße):

Ich habe von 1986 bis 2012 insgesamt 26 Jahre ganz in der Nähe dieser Straße gelebt (Hasenheide und Fontanestraße). Durch mein Ethnologie-Studium in den 1980ern, in der ich mich auch mit Deutscher Kolonialpolitik beschäftigt habe, war mir schon früh klar, was für ein Kolonialverbrecher Wissmann gewesen war.

Ab 1993 zog die Werkstatt der Kulturen in die damaligen Wissmannstr. 32 und setzte sich ab da auch öffentlichkeitswirksam für die Aufklärung über deutsche Kolonialverbrechen ein, da sie sich ja mit diesem furchtbaren Namen in ihrer Adresse auseinandersetzen mussten.

Seit 2004 setzt sich Berlin Postkolonial für die öffentliche Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte ein und seit 2009 habe ich mit meiner Kamera viele Veranstaltungen, Proteste und Gedenkmärsche der Black Community in Berlin begleitet; Angefangen mit einer Konferenz 2009 in der Werkstatt der Kulturen zum 125. Jahrestag der Afrika-Konferenz von 1884/85 in Berlin, auf dem der Kontinent Afrika unter den europäischen Herrschern auf der Landkarte aufgeteilt worden war. Dabei wurde mir nochmal richtig klar, welche Verbrechen der europäische Kolonialismus in Afrika begangen hat und wie wenig die deutsche Kolonialzeit in der deutschen Öffentlichkeit und in unserem Geschichtsbewusstsein präsent ist.

Seit längerer Zeit hinterfrage ich auch sehr kritisch die Rolle der Ethnologie und Ethnografie während der deutschen Kolonialzeit. Die Ethnologen/Ethnografen waren ja in das koloniale Herrschaftssystem eingebunden. Sie lieferten z.B. der deutschen Kolonialverwaltung wichtige Informationen über die politische und soziale Organisation der kolonisierten Völker und erleichterten damit direkte wie indirekte Herrschaft der Kolonialbeamten. Außerdem waren die Ethnologen auch in die „Überführung“ von Kunstgütern aus den Kolonien in deutsche Museen beteiligt. Auch wenn viele dieser Kunstschätze wahrscheinlich „bezahlt“ worden sind, waren es doch sehr ungleiche Tauschgeschäfte zwischen Herrscher und Beherrschten, die die Kolonialisierten klar benachteiligte. Das kolonialrassistische Argument – „Ohne uns Sammler würden die Kunstschätze in Afrika verrotten“ – das die Raubzüge in der Kolonialzeit legitimieren sollte, galt noch bis in die 1970er und 1980er Jahre, als damals schon afrikanische Politiker die geraubten Kulturgüter, wie die Beninbronzen zurückforderten. Noch in der Zeit meines Ethnologie-Studiums (1981-1989) wurden die berechtigten Rückgabe-Forderungen an das damalige Völkerkundemuseum (heute Museum für Ethnologie) als „vollkommen absurd“ zurückgewiesen…

© Bernd Sauer-Diete, Berlin 2021

  

In Potsdam demonstrierten rund 150 Anhänger und Anhängerinnen krudester Reichsbürgerthesen für die Rückkehr in die Monarchie. Die Veranstaltung fand zu Ehren von Georg Friedrich Prinz von Preußen statt, Ururenkel des letzten Deutschen Kaisers Wilhelm II, der aufgefordert wurde, „Friedenskanzler“ zu werden und für „Heimath und Weltfrieden“ zu sorgen. Der Prinz kam nicht und hatte bereits im Vorfeld diese zweifelhafte Einladung abgelehnt.

 

Aufgerufen zu dieser Veranstaltung mit mehreren Rednern hatte der extrem rechte Politaktivist und Verschwörungsmystiker Frank Radon, der sich selbst als „Reichsdeutscher“ betrachtet, an Satanisten in Regierungsämtern glaubt und Pseudowissenschaften wie der „Neuen Germanischen Medizin“ anhängt. Etliche Fahnen wehten auf dieser Kundgebung, viele in den Farben schwarz-weiß-rot. Eine Reichsfahne mit der Losung „Treue um Treue“ wurde von der Polizei beschlagnahmt.

 

Während Radon sich in seiner Rede darüber empörte, dass man sie als Nazis stigmatisieren würde, trugen Teilnehmende neonazistische Kleidung, darunter Fan-Artikel der Rechtsrock-Bands „Lunikoff-Verschwörung“ um den Neonazi Michael Regener und „Kategorie C“. Ein weiterer Teilnehmer zeigte ein Tattoo mit dem Truppenkennzeichen der SS-Division „Totenkopf“ auf dem Handrücken, eine Frontdivision der deutschen Waffen-SS im zweiten Weltkrieg. Diese rekrutierte sich ursprünglich aus KZ-Wachmannschaften und war für zahlreiche Kriegsverbrechen verantwortlich. Dieser Totenkopf ist nach § 86a Strafgesetzbuch (StGB) verboten.

 

Neben Bekenntnissen zur Online-Sekte QAnon, ein aus den USA stammender antisemitischer und rassistischer Verschwörungsmythos, der den noch amtierenden US-Präsidenten Donald Trump glorifiziert und zum Heilsbringer stilisiert, waren auch Anstecker und Aufkleber der „Druschba-Friedensfahrten“, "Kündigt Ramstein Air Base“ und „Netzwerk freier Impfentscheid“ zu entdecken. Dabei handelt es sich um Folgeprojekte der antisemitischen „Mahnwachen für den Frieden“, die ab März 2014 vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise bundesweit für Kundgebungen sorgten.

Weiterhin gab es hier auch einen Bratwurst- und Pommes-Stand, sowie einen Pavillon, in dem zwei Frauen auf Schreibmaschinen getippte Anträge auf Reichsbürger-Ausweise entgegennahmen. Etliche Teilnehmende hatten sich Passbilder mitgebracht und standen dafür an.

 

Haben Reichsbürger und Reichsbürgerinnen in Berlin viel zu oft keinen Widerspruch zu erwarten, fand in Potsdam eine antifaschistische Gegenkundgebung in Sichtweite statt, die dieser anachronistischen Veranstaltung auch mit Humor begegnete.

  

Die Fotos unterliegen dem Copyright. Sie sind in druckbarer, hochauflösender Qualität ohne Wasserzeichen vorhanden und können für kommerzielle wie unkommerzielle Zwecke erfragt werden.

 

recherchenetzwerk.berlin@yahoo.com

In Potsdam demonstrierten rund 150 Anhänger und Anhängerinnen krudester Reichsbürgerthesen für die Rückkehr in die Monarchie. Die Veranstaltung fand zu Ehren von Georg Friedrich Prinz von Preußen statt, Ururenkel des letzten Deutschen Kaisers Wilhelm II, der aufgefordert wurde, „Friedenskanzler“ zu werden und für „Heimath und Weltfrieden“ zu sorgen. Der Prinz kam nicht und hatte bereits im Vorfeld diese zweifelhafte Einladung abgelehnt.

 

Aufgerufen zu dieser Veranstaltung mit mehreren Rednern hatte der extrem rechte Politaktivist und Verschwörungsmystiker Frank Radon, der sich selbst als „Reichsdeutscher“ betrachtet, an Satanisten in Regierungsämtern glaubt und Pseudowissenschaften wie der „Neuen Germanischen Medizin“ anhängt. Etliche Fahnen wehten auf dieser Kundgebung, viele in den Farben schwarz-weiß-rot. Eine Reichsfahne mit der Losung „Treue um Treue“ wurde von der Polizei beschlagnahmt.

 

Während Radon sich in seiner Rede darüber empörte, dass man sie als Nazis stigmatisieren würde, trugen Teilnehmende neonazistische Kleidung, darunter Fan-Artikel der Rechtsrock-Bands „Lunikoff-Verschwörung“ um den Neonazi Michael Regener und „Kategorie C“. Ein weiterer Teilnehmer zeigte ein Tattoo mit dem Truppenkennzeichen der SS-Division „Totenkopf“ auf dem Handrücken, eine Frontdivision der deutschen Waffen-SS im zweiten Weltkrieg. Diese rekrutierte sich ursprünglich aus KZ-Wachmannschaften und war für zahlreiche Kriegsverbrechen verantwortlich. Dieser Totenkopf ist nach § 86a Strafgesetzbuch (StGB) verboten.

 

Neben Bekenntnissen zur Online-Sekte QAnon, ein aus den USA stammender antisemitischer und rassistischer Verschwörungsmythos, der den noch amtierenden US-Präsidenten Donald Trump glorifiziert und zum Heilsbringer stilisiert, waren auch Anstecker und Aufkleber der „Druschba-Friedensfahrten“, "Kündigt Ramstein Air Base“ und „Netzwerk freier Impfentscheid“ zu entdecken. Dabei handelt es sich um Folgeprojekte der antisemitischen „Mahnwachen für den Frieden“, die ab März 2014 vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise bundesweit für Kundgebungen sorgten.

Weiterhin gab es hier auch einen Bratwurst- und Pommes-Stand, sowie einen Pavillon, in dem zwei Frauen auf Schreibmaschinen getippte Anträge auf Reichsbürger-Ausweise entgegennahmen. Etliche Teilnehmende hatten sich Passbilder mitgebracht und standen dafür an.

 

Haben Reichsbürger und Reichsbürgerinnen in Berlin viel zu oft keinen Widerspruch zu erwarten, fand in Potsdam eine antifaschistische Gegenkundgebung in Sichtweite statt, die dieser anachronistischen Veranstaltung auch mit Humor begegnete.

  

Die Fotos unterliegen dem Copyright. Sie sind in druckbarer, hochauflösender Qualität ohne Wasserzeichen vorhanden und können für kommerzielle wie unkommerzielle Zwecke erfragt werden.

 

recherchenetzwerk.berlin@yahoo.com

Benennung der Lucy-Lameck-Straße am 23. April 2021 in Berlin Neukölln.

Auftakt im Garten des Oyoun, Lucy-Lameck-Straße 32 (der früheren Werkstatt der Kulturen).

Der Zugang war Corona-bedingt nur für 50 Personen gestattet. Auf dem Gehweg vor dem Gartenzaun verfolgten noch über 30 weitere Personen die Veranstaltung.

Programm Oyoun:

Musikalischer Auftakt: Sauti è Hala;

Begrüßung und Eröffnung durch Martin Hikel, Bezirksbürgermeister;

Ansprache S.E. Dr. Abdallah Sale Possi, Botschafter Tansania;

Ansprache Karin Korte, Bezirksstadträtin für Kultur;

Ansprache Mnyaka Sururu Mboro, Berlin Postkolonial;

 

Programm: Lucy-Lameck-Straße – Ecke Karlsgartenstraße:

Begrüßung durch die Bläsergruppe der Musikschule Paul Hindesmith

Gemeinsame Enthüllung des neuen Straßenschildes durch

Bezirksbürgermeister Martin Hikel, Bezirksstadträtin Karin Korte, Botschafter S.E. Dr. Abdallah Sale Possi und den Tansanier Mnyaka Sururu Mboro (Berlin Postkolonial), links außen klatscht der Herero Israel Kaunatjike (Berlin Postkolonial). [Auf den „Enthüllungs“-Fotos von rechts nach links].

Lucy Lameck (geboren 1934; gestorben am 21. März 1993 in Moshi) war tansanische Politikerin, die sich für Frauenrechte und für die panafrikanische Idee eingesetzt hat. 1960 wurde sie als erste Frau Abgeordnete im Parlament Tansanias (1960-1974 sowie 1980 bis 1985). In dieser Zeit hatte sie (wiederum als erste Frau) zwei Posten als stellvertretende Ministerin inne (1965-1970 + 1966-1972).

Herrmann von Wissmann (1853-1905), ein deutscher Offizier und Kolonialbeamter, war als Reichskommissar und Befehlshaber der ersten deutschen Kolonialtruppe in den Jahren 1889 und 1890 verantwortlich für die Niederschlagung des Widerstandes der ostafrikanischen Küstenbevölkerung. Vom 26. April 1895 bis 3. Dezember 1896 war er Gouverneur in der damaligen Kolonie „Deutsch-Ostafrika“ (heute Tansania, Ruanda und Burundi).

Ohne die jahrzehntelange Arbeit von Mnyaka Sururu Mboro und dem von ihm gegründeten Vereins Berlin Postkolonial wäre diese Straßen-Umbenennung nicht zustande gekommen. Ab 2004 initiierte der seit 40 Jahren in Berlin lebenden Tansanier Mnyaka Sururu Mboro Trauermärsche zum Gedenken an die Opfer des Maji-Maji-Aufstands gegen die deutsche Kolonialherrschaft in „Deutsch-Ostafrika“ (1905 – 1907).

Seit 2006 heißen diese Trauermärsche: „Gedenkmarsch zur Erinnerung an die afrikanischen Opfer von Versklavung, Handel mit versklavten Menschen, Kolonialismus und rassistischer Gewalt“ und finden immer Ende Februar in der Mitte Berlins statt (M-Straße bis Humboldtforum).

In den letzten zwei Jahren ging die Umbenennungs-Aktion in Neukölln relativ schnell vonstatten dank kluger Einbeziehung aller wichtigen Akteure wie Berlin Postkolonial, der Bezirksverordnetenversammlung, des Bezirksamts und der Anwohner. Leider vollziehen sich die Umbenennungen im Afrikanischen Viertel wesentlich zäher, auch dort war vor zwei Jahren die Umbenennung kolonialrassistischer Straßennamen beschlossen worden. Die Umbenennung der M-Straße in Mitte in Anton-Wilhelm-Amo-Straße wurde 2020 beschlossen, aber wann die Umbenennung mit neuen Straßenschildern erfolgt, ist noch unklar.

Seit 2004 setzt sich Berlin Postkolonial für die öffentliche Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte ein und in den letzten Jahren sind viele weitere Akteur*innen und Gruppen wie z.B. die Black-Lives-Matter-Bewegung dazu gekommen. Auch die kritische Auseinandersetzung mit dem Humboldtforum und den Rückgabe-Forderungen an das Ethnologische Museum, wie z.B. aktuell die Beninbronzen wären ohne die Arbeit und das Engagement dieser zivilgesellschaftlichen Organisationen so nicht möglich geworden…

Ein weiteres grausames Kapitel der deutschen Kolonialgeschichte ist der Raub von Tausenden Schädeln aus den Kolonien zur pseudowissenschaftlichen rassistischen Forschungen. Mehrere tausend dieser Ahnen lagern noch heute in der Charité. Mnyaka Sururu Mboro kam vor 40 Jahren mit dem Auftrag seiner Verwandten nach Berlin, den Schädel eines ihrer Ahnen, einen Anführer des Maji-Maji-Aufstands zu finden und zurückzubringen, damit er endlich würdig bestattet werden kann. Leider ist ihm das bis heute noch nicht gelungen, aber er wird nie aufgeben…

Insofern war für Mnyaka Sururu Mboro diese Straßen-Umbenennung ein erster Schritt hin zur Dekolonisation von ganz Berlin!

© Bernd Sauer-Diete, Berlin 2021

 

Mein persönlicher Bezug zur Lucy-Lameck-Straße (Ex-Wissmann-Straße):

Ich habe von 1986 bis 2012 insgesamt 26 Jahre ganz in der Nähe dieser Straße gelebt (Hasenheide und Fontanestraße). Durch mein Ethnologie-Studium in den 1980ern, in der ich mich auch mit Deutscher Kolonialpolitik beschäftigt habe, war mir schon früh klar, was für ein Kolonialverbrecher Wissmann gewesen war.

Ab 1993 zog die Werkstatt der Kulturen in die damaligen Wissmannstr. 32 und setzte sich ab da auch öffentlichkeitswirksam für die Aufklärung über deutsche Kolonialverbrechen ein, da sie sich ja mit diesem furchtbaren Namen in ihrer Adresse auseinandersetzen mussten.

Seit 2004 setzt sich Berlin Postkolonial für die öffentliche Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte ein und seit 2009 habe ich mit meiner Kamera viele Veranstaltungen, Proteste und Gedenkmärsche der Black Community in Berlin begleitet; Angefangen mit einer Konferenz 2009 in der Werkstatt der Kulturen zum 125. Jahrestag der Afrika-Konferenz von 1884/85 in Berlin, auf dem der Kontinent Afrika unter den europäischen Herrschern auf der Landkarte aufgeteilt worden war. Dabei wurde mir nochmal richtig klar, welche Verbrechen der europäische Kolonialismus in Afrika begangen hat und wie wenig die deutsche Kolonialzeit in der deutschen Öffentlichkeit und in unserem Geschichtsbewusstsein präsent ist.

Seit längerer Zeit hinterfrage ich auch sehr kritisch die Rolle der Ethnologie und Ethnografie während der deutschen Kolonialzeit. Die Ethnologen/Ethnografen waren ja in das koloniale Herrschaftssystem eingebunden. Sie lieferten z.B. der deutschen Kolonialverwaltung wichtige Informationen über die politische und soziale Organisation der kolonisierten Völker und erleichterten damit direkte wie indirekte Herrschaft der Kolonialbeamten. Außerdem waren die Ethnologen auch in die „Überführung“ von Kunstgütern aus den Kolonien in deutsche Museen beteiligt. Auch wenn viele dieser Kunstschätze wahrscheinlich „bezahlt“ worden sind, waren es doch sehr ungleiche Tauschgeschäfte zwischen Herrscher und Beherrschten, die die Kolonialisierten klar benachteiligte. Das kolonialrassistische Argument – „Ohne uns Sammler würden die Kunstschätze in Afrika verrotten“ – das die Raubzüge in der Kolonialzeit legitimieren sollte, galt noch bis in die 1970er und 1980er Jahre, als damals schon afrikanische Politiker die geraubten Kulturgüter, wie die Beninbronzen zurückforderten. Noch in der Zeit meines Ethnologie-Studiums (1981-1989) wurden die berechtigten Rückgabe-Forderungen an das damalige Völkerkundemuseum (heute Museum für Ethnologie) als „vollkommen absurd“ zurückgewiesen…

© Bernd Sauer-Diete, Berlin 2021

  

Benennung der Lucy-Lameck-Straße am 23. April 2021 in Berlin Neukölln.

Auftakt im Garten des Oyoun, Lucy-Lameck-Straße 32 (der früheren Werkstatt der Kulturen).

Der Zugang war Corona-bedingt nur für 50 Personen gestattet. Auf dem Gehweg vor dem Gartenzaun verfolgten noch über 30 weitere Personen die Veranstaltung.

Programm Oyoun:

Musikalischer Auftakt: Sauti è Hala;

Begrüßung und Eröffnung durch Martin Hikel, Bezirksbürgermeister;

Ansprache S.E. Dr. Abdallah Sale Possi, Botschafter Tansania;

Ansprache Karin Korte, Bezirksstadträtin für Kultur;

Ansprache Mnyaka Sururu Mboro, Berlin Postkolonial;

 

Programm: Lucy-Lameck-Straße – Ecke Karlsgartenstraße:

Begrüßung durch die Bläsergruppe der Musikschule Paul Hindesmith

Gemeinsame Enthüllung des neuen Straßenschildes durch

Bezirksbürgermeister Martin Hikel, Bezirksstadträtin Karin Korte, Botschafter S.E. Dr. Abdallah Sale Possi und den Tansanier Mnyaka Sururu Mboro (Berlin Postkolonial), links außen klatscht der Herero Israel Kaunatjike (Berlin Postkolonial). [Auf den „Enthüllungs“-Fotos von rechts nach links].

Lucy Lameck (geboren 1934; gestorben am 21. März 1993 in Moshi) war tansanische Politikerin, die sich für Frauenrechte und für die panafrikanische Idee eingesetzt hat. 1960 wurde sie als erste Frau Abgeordnete im Parlament Tansanias (1960-1974 sowie 1980 bis 1985). In dieser Zeit hatte sie (wiederum als erste Frau) zwei Posten als stellvertretende Ministerin inne (1965-1970 + 1966-1972).

Herrmann von Wissmann (1853-1905), ein deutscher Offizier und Kolonialbeamter, war als Reichskommissar und Befehlshaber der ersten deutschen Kolonialtruppe in den Jahren 1889 und 1890 verantwortlich für die Niederschlagung des Widerstandes der ostafrikanischen Küstenbevölkerung. Vom 26. April 1895 bis 3. Dezember 1896 war er Gouverneur in der damaligen Kolonie „Deutsch-Ostafrika“ (heute Tansania, Ruanda und Burundi).

Ohne die jahrzehntelange Arbeit von Mnyaka Sururu Mboro und dem von ihm gegründeten Vereins Berlin Postkolonial wäre diese Straßen-Umbenennung nicht zustande gekommen. Ab 2004 initiierte der seit 40 Jahren in Berlin lebenden Tansanier Mnyaka Sururu Mboro Trauermärsche zum Gedenken an die Opfer des Maji-Maji-Aufstands gegen die deutsche Kolonialherrschaft in „Deutsch-Ostafrika“ (1905 – 1907).

Seit 2006 heißen diese Trauermärsche: „Gedenkmarsch zur Erinnerung an die afrikanischen Opfer von Versklavung, Handel mit versklavten Menschen, Kolonialismus und rassistischer Gewalt“ und finden immer Ende Februar in der Mitte Berlins statt (M-Straße bis Humboldtforum).

In den letzten zwei Jahren ging die Umbenennungs-Aktion in Neukölln relativ schnell vonstatten dank kluger Einbeziehung aller wichtigen Akteure wie Berlin Postkolonial, der Bezirksverordnetenversammlung, des Bezirksamts und der Anwohner. Leider vollziehen sich die Umbenennungen im Afrikanischen Viertel wesentlich zäher, auch dort war vor zwei Jahren die Umbenennung kolonialrassistischer Straßennamen beschlossen worden. Die Umbenennung der M-Straße in Mitte in Anton-Wilhelm-Amo-Straße wurde 2020 beschlossen, aber wann die Umbenennung mit neuen Straßenschildern erfolgt, ist noch unklar.

Seit 2004 setzt sich Berlin Postkolonial für die öffentliche Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte ein und in den letzten Jahren sind viele weitere Akteur*innen und Gruppen wie z.B. die Black-Lives-Matter-Bewegung dazu gekommen. Auch die kritische Auseinandersetzung mit dem Humboldtforum und den Rückgabe-Forderungen an das Ethnologische Museum, wie z.B. aktuell die Beninbronzen wären ohne die Arbeit und das Engagement dieser zivilgesellschaftlichen Organisationen so nicht möglich geworden…

Ein weiteres grausames Kapitel der deutschen Kolonialgeschichte ist der Raub von Tausenden Schädeln aus den Kolonien zur pseudowissenschaftlichen rassistischen Forschungen. Mehrere tausend dieser Ahnen lagern noch heute in der Charité. Mnyaka Sururu Mboro kam vor 40 Jahren mit dem Auftrag seiner Verwandten nach Berlin, den Schädel eines ihrer Ahnen, einen Anführer des Maji-Maji-Aufstands zu finden und zurückzubringen, damit er endlich würdig bestattet werden kann. Leider ist ihm das bis heute noch nicht gelungen, aber er wird nie aufgeben…

Insofern war für Mnyaka Sururu Mboro diese Straßen-Umbenennung ein erster Schritt hin zur Dekolonisation von ganz Berlin!

© Bernd Sauer-Diete, Berlin 2021

 

Mein persönlicher Bezug zur Lucy-Lameck-Straße (Ex-Wissmann-Straße):

Ich habe von 1986 bis 2012 insgesamt 26 Jahre ganz in der Nähe dieser Straße gelebt (Hasenheide und Fontanestraße). Durch mein Ethnologie-Studium in den 1980ern, in der ich mich auch mit Deutscher Kolonialpolitik beschäftigt habe, war mir schon früh klar, was für ein Kolonialverbrecher Wissmann gewesen war.

Ab 1993 zog die Werkstatt der Kulturen in die damaligen Wissmannstr. 32 und setzte sich ab da auch öffentlichkeitswirksam für die Aufklärung über deutsche Kolonialverbrechen ein, da sie sich ja mit diesem furchtbaren Namen in ihrer Adresse auseinandersetzen mussten.

Seit 2004 setzt sich Berlin Postkolonial für die öffentliche Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte ein und seit 2009 habe ich mit meiner Kamera viele Veranstaltungen, Proteste und Gedenkmärsche der Black Community in Berlin begleitet; Angefangen mit einer Konferenz 2009 in der Werkstatt der Kulturen zum 125. Jahrestag der Afrika-Konferenz von 1884/85 in Berlin, auf dem der Kontinent Afrika unter den europäischen Herrschern auf der Landkarte aufgeteilt worden war. Dabei wurde mir nochmal richtig klar, welche Verbrechen der europäische Kolonialismus in Afrika begangen hat und wie wenig die deutsche Kolonialzeit in der deutschen Öffentlichkeit und in unserem Geschichtsbewusstsein präsent ist.

Seit längerer Zeit hinterfrage ich auch sehr kritisch die Rolle der Ethnologie und Ethnografie während der deutschen Kolonialzeit. Die Ethnologen/Ethnografen waren ja in das koloniale Herrschaftssystem eingebunden. Sie lieferten z.B. der deutschen Kolonialverwaltung wichtige Informationen über die politische und soziale Organisation der kolonisierten Völker und erleichterten damit direkte wie indirekte Herrschaft der Kolonialbeamten. Außerdem waren die Ethnologen auch in die „Überführung“ von Kunstgütern aus den Kolonien in deutsche Museen beteiligt. Auch wenn viele dieser Kunstschätze wahrscheinlich „bezahlt“ worden sind, waren es doch sehr ungleiche Tauschgeschäfte zwischen Herrscher und Beherrschten, die die Kolonialisierten klar benachteiligte. Das kolonialrassistische Argument – „Ohne uns Sammler würden die Kunstschätze in Afrika verrotten“ – das die Raubzüge in der Kolonialzeit legitimieren sollte, galt noch bis in die 1970er und 1980er Jahre, als damals schon afrikanische Politiker die geraubten Kulturgüter, wie die Beninbronzen zurückforderten. Noch in der Zeit meines Ethnologie-Studiums (1981-1989) wurden die berechtigten Rückgabe-Forderungen an das damalige Völkerkundemuseum (heute Museum für Ethnologie) als „vollkommen absurd“ zurückgewiesen…

© Bernd Sauer-Diete, Berlin 2021

  

In Potsdam demonstrierten rund 150 Anhänger und Anhängerinnen krudester Reichsbürgerthesen für die Rückkehr in die Monarchie. Die Veranstaltung fand zu Ehren von Georg Friedrich Prinz von Preußen statt, Ururenkel des letzten Deutschen Kaisers Wilhelm II, der aufgefordert wurde, „Friedenskanzler“ zu werden und für „Heimath und Weltfrieden“ zu sorgen. Der Prinz kam nicht und hatte bereits im Vorfeld diese zweifelhafte Einladung abgelehnt.

 

Aufgerufen zu dieser Veranstaltung mit mehreren Rednern hatte der extrem rechte Politaktivist und Verschwörungsmystiker Frank Radon, der sich selbst als „Reichsdeutscher“ betrachtet, an Satanisten in Regierungsämtern glaubt und Pseudowissenschaften wie der „Neuen Germanischen Medizin“ anhängt. Etliche Fahnen wehten auf dieser Kundgebung, viele in den Farben schwarz-weiß-rot. Eine Reichsfahne mit der Losung „Treue um Treue“ wurde von der Polizei beschlagnahmt.

 

Während Radon sich in seiner Rede darüber empörte, dass man sie als Nazis stigmatisieren würde, trugen Teilnehmende neonazistische Kleidung, darunter Fan-Artikel der Rechtsrock-Bands „Lunikoff-Verschwörung“ um den Neonazi Michael Regener und „Kategorie C“. Ein weiterer Teilnehmer zeigte ein Tattoo mit dem Truppenkennzeichen der SS-Division „Totenkopf“ auf dem Handrücken, eine Frontdivision der deutschen Waffen-SS im zweiten Weltkrieg. Diese rekrutierte sich ursprünglich aus KZ-Wachmannschaften und war für zahlreiche Kriegsverbrechen verantwortlich. Dieser Totenkopf ist nach § 86a Strafgesetzbuch (StGB) verboten.

 

Neben Bekenntnissen zur Online-Sekte QAnon, ein aus den USA stammender antisemitischer und rassistischer Verschwörungsmythos, der den noch amtierenden US-Präsidenten Donald Trump glorifiziert und zum Heilsbringer stilisiert, waren auch Anstecker und Aufkleber der „Druschba-Friedensfahrten“, "Kündigt Ramstein Air Base“ und „Netzwerk freier Impfentscheid“ zu entdecken. Dabei handelt es sich um Folgeprojekte der antisemitischen „Mahnwachen für den Frieden“, die ab März 2014 vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise bundesweit für Kundgebungen sorgten.

Weiterhin gab es hier auch einen Bratwurst- und Pommes-Stand, sowie einen Pavillon, in dem zwei Frauen auf Schreibmaschinen getippte Anträge auf Reichsbürger-Ausweise entgegennahmen. Etliche Teilnehmende hatten sich Passbilder mitgebracht und standen dafür an.

 

Haben Reichsbürger und Reichsbürgerinnen in Berlin viel zu oft keinen Widerspruch zu erwarten, fand in Potsdam eine antifaschistische Gegenkundgebung in Sichtweite statt, die dieser anachronistischen Veranstaltung auch mit Humor begegnete.

  

Die Fotos unterliegen dem Copyright. Sie sind in druckbarer, hochauflösender Qualität ohne Wasserzeichen vorhanden und können für kommerzielle wie unkommerzielle Zwecke erfragt werden.

 

recherchenetzwerk.berlin@yahoo.com

In Potsdam demonstrierten rund 150 Anhänger und Anhängerinnen krudester Reichsbürgerthesen für die Rückkehr in die Monarchie. Die Veranstaltung fand zu Ehren von Georg Friedrich Prinz von Preußen statt, Ururenkel des letzten Deutschen Kaisers Wilhelm II, der aufgefordert wurde, „Friedenskanzler“ zu werden und für „Heimath und Weltfrieden“ zu sorgen. Der Prinz kam nicht und hatte bereits im Vorfeld diese zweifelhafte Einladung abgelehnt.

 

Aufgerufen zu dieser Veranstaltung mit mehreren Rednern hatte der extrem rechte Politaktivist und Verschwörungsmystiker Frank Radon, der sich selbst als „Reichsdeutscher“ betrachtet, an Satanisten in Regierungsämtern glaubt und Pseudowissenschaften wie der „Neuen Germanischen Medizin“ anhängt. Etliche Fahnen wehten auf dieser Kundgebung, viele in den Farben schwarz-weiß-rot. Eine Reichsfahne mit der Losung „Treue um Treue“ wurde von der Polizei beschlagnahmt.

 

Während Radon sich in seiner Rede darüber empörte, dass man sie als Nazis stigmatisieren würde, trugen Teilnehmende neonazistische Kleidung, darunter Fan-Artikel der Rechtsrock-Bands „Lunikoff-Verschwörung“ um den Neonazi Michael Regener und „Kategorie C“. Ein weiterer Teilnehmer zeigte ein Tattoo mit dem Truppenkennzeichen der SS-Division „Totenkopf“ auf dem Handrücken, eine Frontdivision der deutschen Waffen-SS im zweiten Weltkrieg. Diese rekrutierte sich ursprünglich aus KZ-Wachmannschaften und war für zahlreiche Kriegsverbrechen verantwortlich. Dieser Totenkopf ist nach § 86a Strafgesetzbuch (StGB) verboten.

 

Neben Bekenntnissen zur Online-Sekte QAnon, ein aus den USA stammender antisemitischer und rassistischer Verschwörungsmythos, der den noch amtierenden US-Präsidenten Donald Trump glorifiziert und zum Heilsbringer stilisiert, waren auch Anstecker und Aufkleber der „Druschba-Friedensfahrten“, "Kündigt Ramstein Air Base“ und „Netzwerk freier Impfentscheid“ zu entdecken. Dabei handelt es sich um Folgeprojekte der antisemitischen „Mahnwachen für den Frieden“, die ab März 2014 vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise bundesweit für Kundgebungen sorgten.

Weiterhin gab es hier auch einen Bratwurst- und Pommes-Stand, sowie einen Pavillon, in dem zwei Frauen auf Schreibmaschinen getippte Anträge auf Reichsbürger-Ausweise entgegennahmen. Etliche Teilnehmende hatten sich Passbilder mitgebracht und standen dafür an.

 

Haben Reichsbürger und Reichsbürgerinnen in Berlin viel zu oft keinen Widerspruch zu erwarten, fand in Potsdam eine antifaschistische Gegenkundgebung in Sichtweite statt, die dieser anachronistischen Veranstaltung auch mit Humor begegnete.

  

Die Fotos unterliegen dem Copyright. Sie sind in druckbarer, hochauflösender Qualität ohne Wasserzeichen vorhanden und können für kommerzielle wie unkommerzielle Zwecke erfragt werden.

 

recherchenetzwerk.berlin@yahoo.com

In Potsdam demonstrierten rund 150 Anhänger und Anhängerinnen krudester Reichsbürgerthesen für die Rückkehr in die Monarchie. Die Veranstaltung fand zu Ehren von Georg Friedrich Prinz von Preußen statt, Ururenkel des letzten Deutschen Kaisers Wilhelm II, der aufgefordert wurde, „Friedenskanzler“ zu werden und für „Heimath und Weltfrieden“ zu sorgen. Der Prinz kam nicht und hatte bereits im Vorfeld diese zweifelhafte Einladung abgelehnt.

 

Aufgerufen zu dieser Veranstaltung mit mehreren Rednern hatte der extrem rechte Politaktivist und Verschwörungsmystiker Frank Radon, der sich selbst als „Reichsdeutscher“ betrachtet, an Satanisten in Regierungsämtern glaubt und Pseudowissenschaften wie der „Neuen Germanischen Medizin“ anhängt. Etliche Fahnen wehten auf dieser Kundgebung, viele in den Farben schwarz-weiß-rot. Eine Reichsfahne mit der Losung „Treue um Treue“ wurde von der Polizei beschlagnahmt.

 

Während Radon sich in seiner Rede darüber empörte, dass man sie als Nazis stigmatisieren würde, trugen Teilnehmende neonazistische Kleidung, darunter Fan-Artikel der Rechtsrock-Bands „Lunikoff-Verschwörung“ um den Neonazi Michael Regener und „Kategorie C“. Ein weiterer Teilnehmer zeigte ein Tattoo mit dem Truppenkennzeichen der SS-Division „Totenkopf“ auf dem Handrücken, eine Frontdivision der deutschen Waffen-SS im zweiten Weltkrieg. Diese rekrutierte sich ursprünglich aus KZ-Wachmannschaften und war für zahlreiche Kriegsverbrechen verantwortlich. Dieser Totenkopf ist nach § 86a Strafgesetzbuch (StGB) verboten.

 

Neben Bekenntnissen zur Online-Sekte QAnon, ein aus den USA stammender antisemitischer und rassistischer Verschwörungsmythos, der den noch amtierenden US-Präsidenten Donald Trump glorifiziert und zum Heilsbringer stilisiert, waren auch Anstecker und Aufkleber der „Druschba-Friedensfahrten“, "Kündigt Ramstein Air Base“ und „Netzwerk freier Impfentscheid“ zu entdecken. Dabei handelt es sich um Folgeprojekte der antisemitischen „Mahnwachen für den Frieden“, die ab März 2014 vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise bundesweit für Kundgebungen sorgten.

Weiterhin gab es hier auch einen Bratwurst- und Pommes-Stand, sowie einen Pavillon, in dem zwei Frauen auf Schreibmaschinen getippte Anträge auf Reichsbürger-Ausweise entgegennahmen. Etliche Teilnehmende hatten sich Passbilder mitgebracht und standen dafür an.

 

Haben Reichsbürger und Reichsbürgerinnen in Berlin viel zu oft keinen Widerspruch zu erwarten, fand in Potsdam eine antifaschistische Gegenkundgebung in Sichtweite statt, die dieser anachronistischen Veranstaltung auch mit Humor begegnete.

  

Die Fotos unterliegen dem Copyright. Sie sind in druckbarer, hochauflösender Qualität ohne Wasserzeichen vorhanden und können für kommerzielle wie unkommerzielle Zwecke erfragt werden.

 

recherchenetzwerk.berlin@yahoo.com

In Potsdam demonstrierten rund 150 Anhänger und Anhängerinnen krudester Reichsbürgerthesen für die Rückkehr in die Monarchie. Die Veranstaltung fand zu Ehren von Georg Friedrich Prinz von Preußen statt, Ururenkel des letzten Deutschen Kaisers Wilhelm II, der aufgefordert wurde, „Friedenskanzler“ zu werden und für „Heimath und Weltfrieden“ zu sorgen. Der Prinz kam nicht und hatte bereits im Vorfeld diese zweifelhafte Einladung abgelehnt.

 

Aufgerufen zu dieser Veranstaltung mit mehreren Rednern hatte der extrem rechte Politaktivist und Verschwörungsmystiker Frank Radon, der sich selbst als „Reichsdeutscher“ betrachtet, an Satanisten in Regierungsämtern glaubt und Pseudowissenschaften wie der „Neuen Germanischen Medizin“ anhängt. Etliche Fahnen wehten auf dieser Kundgebung, viele in den Farben schwarz-weiß-rot. Eine Reichsfahne mit der Losung „Treue um Treue“ wurde von der Polizei beschlagnahmt.

 

Während Radon sich in seiner Rede darüber empörte, dass man sie als Nazis stigmatisieren würde, trugen Teilnehmende neonazistische Kleidung, darunter Fan-Artikel der Rechtsrock-Bands „Lunikoff-Verschwörung“ um den Neonazi Michael Regener und „Kategorie C“. Ein weiterer Teilnehmer zeigte ein Tattoo mit dem Truppenkennzeichen der SS-Division „Totenkopf“ auf dem Handrücken, eine Frontdivision der deutschen Waffen-SS im zweiten Weltkrieg. Diese rekrutierte sich ursprünglich aus KZ-Wachmannschaften und war für zahlreiche Kriegsverbrechen verantwortlich. Dieser Totenkopf ist nach § 86a Strafgesetzbuch (StGB) verboten.

 

Neben Bekenntnissen zur Online-Sekte QAnon, ein aus den USA stammender antisemitischer und rassistischer Verschwörungsmythos, der den noch amtierenden US-Präsidenten Donald Trump glorifiziert und zum Heilsbringer stilisiert, waren auch Anstecker und Aufkleber der „Druschba-Friedensfahrten“, "Kündigt Ramstein Air Base“ und „Netzwerk freier Impfentscheid“ zu entdecken. Dabei handelt es sich um Folgeprojekte der antisemitischen „Mahnwachen für den Frieden“, die ab März 2014 vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise bundesweit für Kundgebungen sorgten.

Weiterhin gab es hier auch einen Bratwurst- und Pommes-Stand, sowie einen Pavillon, in dem zwei Frauen auf Schreibmaschinen getippte Anträge auf Reichsbürger-Ausweise entgegennahmen. Etliche Teilnehmende hatten sich Passbilder mitgebracht und standen dafür an.

 

Haben Reichsbürger und Reichsbürgerinnen in Berlin viel zu oft keinen Widerspruch zu erwarten, fand in Potsdam eine antifaschistische Gegenkundgebung in Sichtweite statt, die dieser anachronistischen Veranstaltung auch mit Humor begegnete.

  

Die Fotos unterliegen dem Copyright. Sie sind in druckbarer, hochauflösender Qualität ohne Wasserzeichen vorhanden und können für kommerzielle wie unkommerzielle Zwecke erfragt werden.

 

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In Potsdam demonstrierten rund 150 Anhänger und Anhängerinnen krudester Reichsbürgerthesen für die Rückkehr in die Monarchie. Die Veranstaltung fand zu Ehren von Georg Friedrich Prinz von Preußen statt, Ururenkel des letzten Deutschen Kaisers Wilhelm II, der aufgefordert wurde, „Friedenskanzler“ zu werden und für „Heimath und Weltfrieden“ zu sorgen. Der Prinz kam nicht und hatte bereits im Vorfeld diese zweifelhafte Einladung abgelehnt.

 

Aufgerufen zu dieser Veranstaltung mit mehreren Rednern hatte der extrem rechte Politaktivist und Verschwörungsmystiker Frank Radon, der sich selbst als „Reichsdeutscher“ betrachtet, an Satanisten in Regierungsämtern glaubt und Pseudowissenschaften wie der „Neuen Germanischen Medizin“ anhängt. Etliche Fahnen wehten auf dieser Kundgebung, viele in den Farben schwarz-weiß-rot. Eine Reichsfahne mit der Losung „Treue um Treue“ wurde von der Polizei beschlagnahmt.

 

Während Radon sich in seiner Rede darüber empörte, dass man sie als Nazis stigmatisieren würde, trugen Teilnehmende neonazistische Kleidung, darunter Fan-Artikel der Rechtsrock-Bands „Lunikoff-Verschwörung“ um den Neonazi Michael Regener und „Kategorie C“. Ein weiterer Teilnehmer zeigte ein Tattoo mit dem Truppenkennzeichen der SS-Division „Totenkopf“ auf dem Handrücken, eine Frontdivision der deutschen Waffen-SS im zweiten Weltkrieg. Diese rekrutierte sich ursprünglich aus KZ-Wachmannschaften und war für zahlreiche Kriegsverbrechen verantwortlich. Dieser Totenkopf ist nach § 86a Strafgesetzbuch (StGB) verboten.

 

Neben Bekenntnissen zur Online-Sekte QAnon, ein aus den USA stammender antisemitischer und rassistischer Verschwörungsmythos, der den noch amtierenden US-Präsidenten Donald Trump glorifiziert und zum Heilsbringer stilisiert, waren auch Anstecker und Aufkleber der „Druschba-Friedensfahrten“, "Kündigt Ramstein Air Base“ und „Netzwerk freier Impfentscheid“ zu entdecken. Dabei handelt es sich um Folgeprojekte der antisemitischen „Mahnwachen für den Frieden“, die ab März 2014 vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise bundesweit für Kundgebungen sorgten.

Weiterhin gab es hier auch einen Bratwurst- und Pommes-Stand, sowie einen Pavillon, in dem zwei Frauen auf Schreibmaschinen getippte Anträge auf Reichsbürger-Ausweise entgegennahmen. Etliche Teilnehmende hatten sich Passbilder mitgebracht und standen dafür an.

 

Haben Reichsbürger und Reichsbürgerinnen in Berlin viel zu oft keinen Widerspruch zu erwarten, fand in Potsdam eine antifaschistische Gegenkundgebung in Sichtweite statt, die dieser anachronistischen Veranstaltung auch mit Humor begegnete.

  

Die Fotos unterliegen dem Copyright. Sie sind in druckbarer, hochauflösender Qualität ohne Wasserzeichen vorhanden und können für kommerzielle wie unkommerzielle Zwecke erfragt werden.

 

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Benennung der Lucy-Lameck-Straße am 23. April 2021 in Berlin Neukölln.

Auftakt im Garten des Oyoun, Lucy-Lameck-Straße 32 (der früheren Werkstatt der Kulturen).

Der Zugang war Corona-bedingt nur für 50 Personen gestattet. Auf dem Gehweg vor dem Gartenzaun verfolgten noch über 30 weitere Personen die Veranstaltung.

Programm Oyoun:

Musikalischer Auftakt: Sauti è Hala;

Begrüßung und Eröffnung durch Martin Hikel, Bezirksbürgermeister;

Ansprache S.E. Dr. Abdallah Sale Possi, Botschafter Tansania;

Ansprache Karin Korte, Bezirksstadträtin für Kultur;

Ansprache Mnyaka Sururu Mboro, Berlin Postkolonial;

 

Programm: Lucy-Lameck-Straße – Ecke Karlsgartenstraße:

Begrüßung durch die Bläsergruppe der Musikschule Paul Hindesmith

Gemeinsame Enthüllung des neuen Straßenschildes durch

Bezirksbürgermeister Martin Hikel, Bezirksstadträtin Karin Korte, Botschafter S.E. Dr. Abdallah Sale Possi und den Tansanier Mnyaka Sururu Mboro (Berlin Postkolonial), links außen klatscht der Herero Israel Kaunatjike (Berlin Postkolonial). [Auf den „Enthüllungs“-Fotos von rechts nach links].

Lucy Lameck (geboren 1934; gestorben am 21. März 1993 in Moshi) war tansanische Politikerin, die sich für Frauenrechte und für die panafrikanische Idee eingesetzt hat. 1960 wurde sie als erste Frau Abgeordnete im Parlament Tansanias (1960-1974 sowie 1980 bis 1985). In dieser Zeit hatte sie (wiederum als erste Frau) zwei Posten als stellvertretende Ministerin inne (1965-1970 + 1966-1972).

Herrmann von Wissmann (1853-1905), ein deutscher Offizier und Kolonialbeamter, war als Reichskommissar und Befehlshaber der ersten deutschen Kolonialtruppe in den Jahren 1889 und 1890 verantwortlich für die Niederschlagung des Widerstandes der ostafrikanischen Küstenbevölkerung. Vom 26. April 1895 bis 3. Dezember 1896 war er Gouverneur in der damaligen Kolonie „Deutsch-Ostafrika“ (heute Tansania, Ruanda und Burundi).

Ohne die jahrzehntelange Arbeit von Mnyaka Sururu Mboro und dem von ihm gegründeten Vereins Berlin Postkolonial wäre diese Straßen-Umbenennung nicht zustande gekommen. Ab 2004 initiierte der seit 40 Jahren in Berlin lebenden Tansanier Mnyaka Sururu Mboro Trauermärsche zum Gedenken an die Opfer des Maji-Maji-Aufstands gegen die deutsche Kolonialherrschaft in „Deutsch-Ostafrika“ (1905 – 1907).

Seit 2006 heißen diese Trauermärsche: „Gedenkmarsch zur Erinnerung an die afrikanischen Opfer von Versklavung, Handel mit versklavten Menschen, Kolonialismus und rassistischer Gewalt“ und finden immer Ende Februar in der Mitte Berlins statt (M-Straße bis Humboldtforum).

In den letzten zwei Jahren ging die Umbenennungs-Aktion in Neukölln relativ schnell vonstatten dank kluger Einbeziehung aller wichtigen Akteure wie Berlin Postkolonial, der Bezirksverordnetenversammlung, des Bezirksamts und der Anwohner. Leider vollziehen sich die Umbenennungen im Afrikanischen Viertel wesentlich zäher, auch dort war vor zwei Jahren die Umbenennung kolonialrassistischer Straßennamen beschlossen worden. Die Umbenennung der M-Straße in Mitte in Anton-Wilhelm-Amo-Straße wurde 2020 beschlossen, aber wann die Umbenennung mit neuen Straßenschildern erfolgt, ist noch unklar.

Seit 2004 setzt sich Berlin Postkolonial für die öffentliche Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte ein und in den letzten Jahren sind viele weitere Akteur*innen und Gruppen wie z.B. die Black-Lives-Matter-Bewegung dazu gekommen. Auch die kritische Auseinandersetzung mit dem Humboldtforum und den Rückgabe-Forderungen an das Ethnologische Museum, wie z.B. aktuell die Beninbronzen wären ohne die Arbeit und das Engagement dieser zivilgesellschaftlichen Organisationen so nicht möglich geworden…

Ein weiteres grausames Kapitel der deutschen Kolonialgeschichte ist der Raub von Tausenden Schädeln aus den Kolonien zur pseudowissenschaftlichen rassistischen Forschungen. Mehrere tausend dieser Ahnen lagern noch heute in der Charité. Mnyaka Sururu Mboro kam vor 40 Jahren mit dem Auftrag seiner Verwandten nach Berlin, den Schädel eines ihrer Ahnen, einen Anführer des Maji-Maji-Aufstands zu finden und zurückzubringen, damit er endlich würdig bestattet werden kann. Leider ist ihm das bis heute noch nicht gelungen, aber er wird nie aufgeben…

Insofern war für Mnyaka Sururu Mboro diese Straßen-Umbenennung ein erster Schritt hin zur Dekolonisation von ganz Berlin!

© Bernd Sauer-Diete, Berlin 2021

 

Mein persönlicher Bezug zur Lucy-Lameck-Straße (Ex-Wissmann-Straße):

Ich habe von 1986 bis 2012 insgesamt 26 Jahre ganz in der Nähe dieser Straße gelebt (Hasenheide und Fontanestraße). Durch mein Ethnologie-Studium in den 1980ern, in der ich mich auch mit Deutscher Kolonialpolitik beschäftigt habe, war mir schon früh klar, was für ein Kolonialverbrecher Wissmann gewesen war.

Ab 1993 zog die Werkstatt der Kulturen in die damaligen Wissmannstr. 32 und setzte sich ab da auch öffentlichkeitswirksam für die Aufklärung über deutsche Kolonialverbrechen ein, da sie sich ja mit diesem furchtbaren Namen in ihrer Adresse auseinandersetzen mussten.

Seit 2004 setzt sich Berlin Postkolonial für die öffentliche Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte ein und seit 2009 habe ich mit meiner Kamera viele Veranstaltungen, Proteste und Gedenkmärsche der Black Community in Berlin begleitet; Angefangen mit einer Konferenz 2009 in der Werkstatt der Kulturen zum 125. Jahrestag der Afrika-Konferenz von 1884/85 in Berlin, auf dem der Kontinent Afrika unter den europäischen Herrschern auf der Landkarte aufgeteilt worden war. Dabei wurde mir nochmal richtig klar, welche Verbrechen der europäische Kolonialismus in Afrika begangen hat und wie wenig die deutsche Kolonialzeit in der deutschen Öffentlichkeit und in unserem Geschichtsbewusstsein präsent ist.

Seit längerer Zeit hinterfrage ich auch sehr kritisch die Rolle der Ethnologie und Ethnografie während der deutschen Kolonialzeit. Die Ethnologen/Ethnografen waren ja in das koloniale Herrschaftssystem eingebunden. Sie lieferten z.B. der deutschen Kolonialverwaltung wichtige Informationen über die politische und soziale Organisation der kolonisierten Völker und erleichterten damit direkte wie indirekte Herrschaft der Kolonialbeamten. Außerdem waren die Ethnologen auch in die „Überführung“ von Kunstgütern aus den Kolonien in deutsche Museen beteiligt. Auch wenn viele dieser Kunstschätze wahrscheinlich „bezahlt“ worden sind, waren es doch sehr ungleiche Tauschgeschäfte zwischen Herrscher und Beherrschten, die die Kolonialisierten klar benachteiligte. Das kolonialrassistische Argument – „Ohne uns Sammler würden die Kunstschätze in Afrika verrotten“ – das die Raubzüge in der Kolonialzeit legitimieren sollte, galt noch bis in die 1970er und 1980er Jahre, als damals schon afrikanische Politiker die geraubten Kulturgüter, wie die Beninbronzen zurückforderten. Noch in der Zeit meines Ethnologie-Studiums (1981-1989) wurden die berechtigten Rückgabe-Forderungen an das damalige Völkerkundemuseum (heute Museum für Ethnologie) als „vollkommen absurd“ zurückgewiesen…

© Bernd Sauer-Diete, Berlin 2021

  

In Potsdam demonstrierten rund 150 Anhänger und Anhängerinnen krudester Reichsbürgerthesen für die Rückkehr in die Monarchie. Die Veranstaltung fand zu Ehren von Georg Friedrich Prinz von Preußen statt, Ururenkel des letzten Deutschen Kaisers Wilhelm II, der aufgefordert wurde, „Friedenskanzler“ zu werden und für „Heimath und Weltfrieden“ zu sorgen. Der Prinz kam nicht und hatte bereits im Vorfeld diese zweifelhafte Einladung abgelehnt.

 

Aufgerufen zu dieser Veranstaltung mit mehreren Rednern hatte der extrem rechte Politaktivist und Verschwörungsmystiker Frank Radon, der sich selbst als „Reichsdeutscher“ betrachtet, an Satanisten in Regierungsämtern glaubt und Pseudowissenschaften wie der „Neuen Germanischen Medizin“ anhängt. Etliche Fahnen wehten auf dieser Kundgebung, viele in den Farben schwarz-weiß-rot. Eine Reichsfahne mit der Losung „Treue um Treue“ wurde von der Polizei beschlagnahmt.

 

Während Radon sich in seiner Rede darüber empörte, dass man sie als Nazis stigmatisieren würde, trugen Teilnehmende neonazistische Kleidung, darunter Fan-Artikel der Rechtsrock-Bands „Lunikoff-Verschwörung“ um den Neonazi Michael Regener und „Kategorie C“. Ein weiterer Teilnehmer zeigte ein Tattoo mit dem Truppenkennzeichen der SS-Division „Totenkopf“ auf dem Handrücken, eine Frontdivision der deutschen Waffen-SS im zweiten Weltkrieg. Diese rekrutierte sich ursprünglich aus KZ-Wachmannschaften und war für zahlreiche Kriegsverbrechen verantwortlich. Dieser Totenkopf ist nach § 86a Strafgesetzbuch (StGB) verboten.

 

Neben Bekenntnissen zur Online-Sekte QAnon, ein aus den USA stammender antisemitischer und rassistischer Verschwörungsmythos, der den noch amtierenden US-Präsidenten Donald Trump glorifiziert und zum Heilsbringer stilisiert, waren auch Anstecker und Aufkleber der „Druschba-Friedensfahrten“, "Kündigt Ramstein Air Base“ und „Netzwerk freier Impfentscheid“ zu entdecken. Dabei handelt es sich um Folgeprojekte der antisemitischen „Mahnwachen für den Frieden“, die ab März 2014 vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise bundesweit für Kundgebungen sorgten.

Weiterhin gab es hier auch einen Bratwurst- und Pommes-Stand, sowie einen Pavillon, in dem zwei Frauen auf Schreibmaschinen getippte Anträge auf Reichsbürger-Ausweise entgegennahmen. Etliche Teilnehmende hatten sich Passbilder mitgebracht und standen dafür an.

 

Haben Reichsbürger und Reichsbürgerinnen in Berlin viel zu oft keinen Widerspruch zu erwarten, fand in Potsdam eine antifaschistische Gegenkundgebung in Sichtweite statt, die dieser anachronistischen Veranstaltung auch mit Humor begegnete.

  

Die Fotos unterliegen dem Copyright. Sie sind in druckbarer, hochauflösender Qualität ohne Wasserzeichen vorhanden und können für kommerzielle wie unkommerzielle Zwecke erfragt werden.

 

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In Potsdam demonstrierten rund 150 Anhänger und Anhängerinnen krudester Reichsbürgerthesen für die Rückkehr in die Monarchie. Die Veranstaltung fand zu Ehren von Georg Friedrich Prinz von Preußen statt, Ururenkel des letzten Deutschen Kaisers Wilhelm II, der aufgefordert wurde, „Friedenskanzler“ zu werden und für „Heimath und Weltfrieden“ zu sorgen. Der Prinz kam nicht und hatte bereits im Vorfeld diese zweifelhafte Einladung abgelehnt.

 

Aufgerufen zu dieser Veranstaltung mit mehreren Rednern hatte der extrem rechte Politaktivist und Verschwörungsmystiker Frank Radon, der sich selbst als „Reichsdeutscher“ betrachtet, an Satanisten in Regierungsämtern glaubt und Pseudowissenschaften wie der „Neuen Germanischen Medizin“ anhängt. Etliche Fahnen wehten auf dieser Kundgebung, viele in den Farben schwarz-weiß-rot. Eine Reichsfahne mit der Losung „Treue um Treue“ wurde von der Polizei beschlagnahmt.

 

Während Radon sich in seiner Rede darüber empörte, dass man sie als Nazis stigmatisieren würde, trugen Teilnehmende neonazistische Kleidung, darunter Fan-Artikel der Rechtsrock-Bands „Lunikoff-Verschwörung“ um den Neonazi Michael Regener und „Kategorie C“. Ein weiterer Teilnehmer zeigte ein Tattoo mit dem Truppenkennzeichen der SS-Division „Totenkopf“ auf dem Handrücken, eine Frontdivision der deutschen Waffen-SS im zweiten Weltkrieg. Diese rekrutierte sich ursprünglich aus KZ-Wachmannschaften und war für zahlreiche Kriegsverbrechen verantwortlich. Dieser Totenkopf ist nach § 86a Strafgesetzbuch (StGB) verboten.

 

Neben Bekenntnissen zur Online-Sekte QAnon, ein aus den USA stammender antisemitischer und rassistischer Verschwörungsmythos, der den noch amtierenden US-Präsidenten Donald Trump glorifiziert und zum Heilsbringer stilisiert, waren auch Anstecker und Aufkleber der „Druschba-Friedensfahrten“, "Kündigt Ramstein Air Base“ und „Netzwerk freier Impfentscheid“ zu entdecken. Dabei handelt es sich um Folgeprojekte der antisemitischen „Mahnwachen für den Frieden“, die ab März 2014 vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise bundesweit für Kundgebungen sorgten.

Weiterhin gab es hier auch einen Bratwurst- und Pommes-Stand, sowie einen Pavillon, in dem zwei Frauen auf Schreibmaschinen getippte Anträge auf Reichsbürger-Ausweise entgegennahmen. Etliche Teilnehmende hatten sich Passbilder mitgebracht und standen dafür an.

 

Haben Reichsbürger und Reichsbürgerinnen in Berlin viel zu oft keinen Widerspruch zu erwarten, fand in Potsdam eine antifaschistische Gegenkundgebung in Sichtweite statt, die dieser anachronistischen Veranstaltung auch mit Humor begegnete.

  

Die Fotos unterliegen dem Copyright. Sie sind in druckbarer, hochauflösender Qualität ohne Wasserzeichen vorhanden und können für kommerzielle wie unkommerzielle Zwecke erfragt werden.

 

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In Potsdam demonstrierten rund 150 Anhänger und Anhängerinnen krudester Reichsbürgerthesen für die Rückkehr in die Monarchie. Die Veranstaltung fand zu Ehren von Georg Friedrich Prinz von Preußen statt, Ururenkel des letzten Deutschen Kaisers Wilhelm II, der aufgefordert wurde, „Friedenskanzler“ zu werden und für „Heimath und Weltfrieden“ zu sorgen. Der Prinz kam nicht und hatte bereits im Vorfeld diese zweifelhafte Einladung abgelehnt.

 

Aufgerufen zu dieser Veranstaltung mit mehreren Rednern hatte der extrem rechte Politaktivist und Verschwörungsmystiker Frank Radon, der sich selbst als „Reichsdeutscher“ betrachtet, an Satanisten in Regierungsämtern glaubt und Pseudowissenschaften wie der „Neuen Germanischen Medizin“ anhängt. Etliche Fahnen wehten auf dieser Kundgebung, viele in den Farben schwarz-weiß-rot. Eine Reichsfahne mit der Losung „Treue um Treue“ wurde von der Polizei beschlagnahmt.

 

Während Radon sich in seiner Rede darüber empörte, dass man sie als Nazis stigmatisieren würde, trugen Teilnehmende neonazistische Kleidung, darunter Fan-Artikel der Rechtsrock-Bands „Lunikoff-Verschwörung“ um den Neonazi Michael Regener und „Kategorie C“. Ein weiterer Teilnehmer zeigte ein Tattoo mit dem Truppenkennzeichen der SS-Division „Totenkopf“ auf dem Handrücken, eine Frontdivision der deutschen Waffen-SS im zweiten Weltkrieg. Diese rekrutierte sich ursprünglich aus KZ-Wachmannschaften und war für zahlreiche Kriegsverbrechen verantwortlich. Dieser Totenkopf ist nach § 86a Strafgesetzbuch (StGB) verboten.

 

Neben Bekenntnissen zur Online-Sekte QAnon, ein aus den USA stammender antisemitischer und rassistischer Verschwörungsmythos, der den noch amtierenden US-Präsidenten Donald Trump glorifiziert und zum Heilsbringer stilisiert, waren auch Anstecker und Aufkleber der „Druschba-Friedensfahrten“, "Kündigt Ramstein Air Base“ und „Netzwerk freier Impfentscheid“ zu entdecken. Dabei handelt es sich um Folgeprojekte der antisemitischen „Mahnwachen für den Frieden“, die ab März 2014 vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise bundesweit für Kundgebungen sorgten.

Weiterhin gab es hier auch einen Bratwurst- und Pommes-Stand, sowie einen Pavillon, in dem zwei Frauen auf Schreibmaschinen getippte Anträge auf Reichsbürger-Ausweise entgegennahmen. Etliche Teilnehmende hatten sich Passbilder mitgebracht und standen dafür an.

 

Haben Reichsbürger und Reichsbürgerinnen in Berlin viel zu oft keinen Widerspruch zu erwarten, fand in Potsdam eine antifaschistische Gegenkundgebung in Sichtweite statt, die dieser anachronistischen Veranstaltung auch mit Humor begegnete.

  

Die Fotos unterliegen dem Copyright. Sie sind in druckbarer, hochauflösender Qualität ohne Wasserzeichen vorhanden und können für kommerzielle wie unkommerzielle Zwecke erfragt werden.

 

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In Potsdam demonstrierten rund 150 Anhänger und Anhängerinnen krudester Reichsbürgerthesen für die Rückkehr in die Monarchie. Die Veranstaltung fand zu Ehren von Georg Friedrich Prinz von Preußen statt, Ururenkel des letzten Deutschen Kaisers Wilhelm II, der aufgefordert wurde, „Friedenskanzler“ zu werden und für „Heimath und Weltfrieden“ zu sorgen. Der Prinz kam nicht und hatte bereits im Vorfeld diese zweifelhafte Einladung abgelehnt.

 

Aufgerufen zu dieser Veranstaltung mit mehreren Rednern hatte der extrem rechte Politaktivist und Verschwörungsmystiker Frank Radon, der sich selbst als „Reichsdeutscher“ betrachtet, an Satanisten in Regierungsämtern glaubt und Pseudowissenschaften wie der „Neuen Germanischen Medizin“ anhängt. Etliche Fahnen wehten auf dieser Kundgebung, viele in den Farben schwarz-weiß-rot. Eine Reichsfahne mit der Losung „Treue um Treue“ wurde von der Polizei beschlagnahmt.

 

Während Radon sich in seiner Rede darüber empörte, dass man sie als Nazis stigmatisieren würde, trugen Teilnehmende neonazistische Kleidung, darunter Fan-Artikel der Rechtsrock-Bands „Lunikoff-Verschwörung“ um den Neonazi Michael Regener und „Kategorie C“. Ein weiterer Teilnehmer zeigte ein Tattoo mit dem Truppenkennzeichen der SS-Division „Totenkopf“ auf dem Handrücken, eine Frontdivision der deutschen Waffen-SS im zweiten Weltkrieg. Diese rekrutierte sich ursprünglich aus KZ-Wachmannschaften und war für zahlreiche Kriegsverbrechen verantwortlich. Dieser Totenkopf ist nach § 86a Strafgesetzbuch (StGB) verboten.

 

Neben Bekenntnissen zur Online-Sekte QAnon, ein aus den USA stammender antisemitischer und rassistischer Verschwörungsmythos, der den noch amtierenden US-Präsidenten Donald Trump glorifiziert und zum Heilsbringer stilisiert, waren auch Anstecker und Aufkleber der „Druschba-Friedensfahrten“, "Kündigt Ramstein Air Base“ und „Netzwerk freier Impfentscheid“ zu entdecken. Dabei handelt es sich um Folgeprojekte der antisemitischen „Mahnwachen für den Frieden“, die ab März 2014 vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise bundesweit für Kundgebungen sorgten.

Weiterhin gab es hier auch einen Bratwurst- und Pommes-Stand, sowie einen Pavillon, in dem zwei Frauen auf Schreibmaschinen getippte Anträge auf Reichsbürger-Ausweise entgegennahmen. Etliche Teilnehmende hatten sich Passbilder mitgebracht und standen dafür an.

 

Haben Reichsbürger und Reichsbürgerinnen in Berlin viel zu oft keinen Widerspruch zu erwarten, fand in Potsdam eine antifaschistische Gegenkundgebung in Sichtweite statt, die dieser anachronistischen Veranstaltung auch mit Humor begegnete.

  

Die Fotos unterliegen dem Copyright. Sie sind in druckbarer, hochauflösender Qualität ohne Wasserzeichen vorhanden und können für kommerzielle wie unkommerzielle Zwecke erfragt werden.

 

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In Potsdam demonstrierten rund 150 Anhänger und Anhängerinnen krudester Reichsbürgerthesen für die Rückkehr in die Monarchie. Die Veranstaltung fand zu Ehren von Georg Friedrich Prinz von Preußen statt, Ururenkel des letzten Deutschen Kaisers Wilhelm II, der aufgefordert wurde, „Friedenskanzler“ zu werden und für „Heimath und Weltfrieden“ zu sorgen. Der Prinz kam nicht und hatte bereits im Vorfeld diese zweifelhafte Einladung abgelehnt.

 

Aufgerufen zu dieser Veranstaltung mit mehreren Rednern hatte der extrem rechte Politaktivist und Verschwörungsmystiker Frank Radon, der sich selbst als „Reichsdeutscher“ betrachtet, an Satanisten in Regierungsämtern glaubt und Pseudowissenschaften wie der „Neuen Germanischen Medizin“ anhängt. Etliche Fahnen wehten auf dieser Kundgebung, viele in den Farben schwarz-weiß-rot. Eine Reichsfahne mit der Losung „Treue um Treue“ wurde von der Polizei beschlagnahmt.

 

Während Radon sich in seiner Rede darüber empörte, dass man sie als Nazis stigmatisieren würde, trugen Teilnehmende neonazistische Kleidung, darunter Fan-Artikel der Rechtsrock-Bands „Lunikoff-Verschwörung“ um den Neonazi Michael Regener und „Kategorie C“. Ein weiterer Teilnehmer zeigte ein Tattoo mit dem Truppenkennzeichen der SS-Division „Totenkopf“ auf dem Handrücken, eine Frontdivision der deutschen Waffen-SS im zweiten Weltkrieg. Diese rekrutierte sich ursprünglich aus KZ-Wachmannschaften und war für zahlreiche Kriegsverbrechen verantwortlich. Dieser Totenkopf ist nach § 86a Strafgesetzbuch (StGB) verboten.

 

Neben Bekenntnissen zur Online-Sekte QAnon, ein aus den USA stammender antisemitischer und rassistischer Verschwörungsmythos, der den noch amtierenden US-Präsidenten Donald Trump glorifiziert und zum Heilsbringer stilisiert, waren auch Anstecker und Aufkleber der „Druschba-Friedensfahrten“, "Kündigt Ramstein Air Base“ und „Netzwerk freier Impfentscheid“ zu entdecken. Dabei handelt es sich um Folgeprojekte der antisemitischen „Mahnwachen für den Frieden“, die ab März 2014 vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise bundesweit für Kundgebungen sorgten.

Weiterhin gab es hier auch einen Bratwurst- und Pommes-Stand, sowie einen Pavillon, in dem zwei Frauen auf Schreibmaschinen getippte Anträge auf Reichsbürger-Ausweise entgegennahmen. Etliche Teilnehmende hatten sich Passbilder mitgebracht und standen dafür an.

 

Haben Reichsbürger und Reichsbürgerinnen in Berlin viel zu oft keinen Widerspruch zu erwarten, fand in Potsdam eine antifaschistische Gegenkundgebung in Sichtweite statt, die dieser anachronistischen Veranstaltung auch mit Humor begegnete.

  

Die Fotos unterliegen dem Copyright. Sie sind in druckbarer, hochauflösender Qualität ohne Wasserzeichen vorhanden und können für kommerzielle wie unkommerzielle Zwecke erfragt werden.

 

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In Potsdam demonstrierten rund 150 Anhänger und Anhängerinnen krudester Reichsbürgerthesen für die Rückkehr in die Monarchie. Die Veranstaltung fand zu Ehren von Georg Friedrich Prinz von Preußen statt, Ururenkel des letzten Deutschen Kaisers Wilhelm II, der aufgefordert wurde, „Friedenskanzler“ zu werden und für „Heimath und Weltfrieden“ zu sorgen. Der Prinz kam nicht und hatte bereits im Vorfeld diese zweifelhafte Einladung abgelehnt.

 

Aufgerufen zu dieser Veranstaltung mit mehreren Rednern hatte der extrem rechte Politaktivist und Verschwörungsmystiker Frank Radon, der sich selbst als „Reichsdeutscher“ betrachtet, an Satanisten in Regierungsämtern glaubt und Pseudowissenschaften wie der „Neuen Germanischen Medizin“ anhängt. Etliche Fahnen wehten auf dieser Kundgebung, viele in den Farben schwarz-weiß-rot. Eine Reichsfahne mit der Losung „Treue um Treue“ wurde von der Polizei beschlagnahmt.

 

Während Radon sich in seiner Rede darüber empörte, dass man sie als Nazis stigmatisieren würde, trugen Teilnehmende neonazistische Kleidung, darunter Fan-Artikel der Rechtsrock-Bands „Lunikoff-Verschwörung“ um den Neonazi Michael Regener und „Kategorie C“. Ein weiterer Teilnehmer zeigte ein Tattoo mit dem Truppenkennzeichen der SS-Division „Totenkopf“ auf dem Handrücken, eine Frontdivision der deutschen Waffen-SS im zweiten Weltkrieg. Diese rekrutierte sich ursprünglich aus KZ-Wachmannschaften und war für zahlreiche Kriegsverbrechen verantwortlich. Dieser Totenkopf ist nach § 86a Strafgesetzbuch (StGB) verboten.

 

Neben Bekenntnissen zur Online-Sekte QAnon, ein aus den USA stammender antisemitischer und rassistischer Verschwörungsmythos, der den noch amtierenden US-Präsidenten Donald Trump glorifiziert und zum Heilsbringer stilisiert, waren auch Anstecker und Aufkleber der „Druschba-Friedensfahrten“, "Kündigt Ramstein Air Base“ und „Netzwerk freier Impfentscheid“ zu entdecken. Dabei handelt es sich um Folgeprojekte der antisemitischen „Mahnwachen für den Frieden“, die ab März 2014 vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise bundesweit für Kundgebungen sorgten.

Weiterhin gab es hier auch einen Bratwurst- und Pommes-Stand, sowie einen Pavillon, in dem zwei Frauen auf Schreibmaschinen getippte Anträge auf Reichsbürger-Ausweise entgegennahmen. Etliche Teilnehmende hatten sich Passbilder mitgebracht und standen dafür an.

 

Haben Reichsbürger und Reichsbürgerinnen in Berlin viel zu oft keinen Widerspruch zu erwarten, fand in Potsdam eine antifaschistische Gegenkundgebung in Sichtweite statt, die dieser anachonistischen Veranstaltung auch mit Humor begegnete.

  

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