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Yesterday we spent almost three hours wandering around the Berlinische Galerie, a huge gallery which showcases an extensive variety of different modern art genres. In one room, for instance, we walked around surreal sculptures that ‚spoke‘ different languages and were created from human body moulds but had machine parts instead of faces. We also explored the origins of pop art through Eduardo Paolozzi‘s work, saw Carsten Nicolai‘s curious light installation, enjoyed some avant-garde documentaries in the film room and tried not to get lost amongst of all this artwork!

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Gestern verbrachten wir fast drei Stunden in der Berlinischen Galerie, einer riesigen Galerie, die eine große Vielfalt verschiedener moderner Kunstgattungen zeigt. In einem Raum sahen wir zum Beispiel surreale Skulpturen, die verschiedene Sprachen ‚sprachen‘ und aus menschlichen Körperformen gemacht waren, aber Maschinenteile anstelle von Gesichtern hatten. Wir entdeckten auch die Ursprünge der Pop Art durch Eduardo Paolozzis Arbeiten, bewunderten Carsten Nicolais kuriose Lichtinstallation, genossen einige Avantgarde-Dokumentationen im Filmraum und versuchten, uns nicht zwischen all diesen Kunstwerken zu verlieren!

 

© Amanda Martín Dombrowski

Yesterday we went to the Kulturbrauerei to see its unique architecture and visit the impressive ‚Alltag in der DDR‘ (‚Everyday life in Eastern Germany‘) exhibition. Seeing as we worked up quite a thirst walking around the museum, we ended our trip with a drink at the nearby Pratergarten. Prost!

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Gestern waren wir in der Kulturbrauerei, um uns die einzigartige Architektur und die beeindruckende Ausstellung "Alltag in der DDR" anzuschauen. Nach dem Museumsbesuch waren wir etwas durstig und haben unseren Ausflug mit einem Drink im nahe gelegenen Pratergarten ausklingen lassen. Prost!

 

© Amanda Martín Dombrowski

Am Freitag hatten wir unsere zweite Grillparty des Sommers🍢! Das Fest fand wieder im Blankensteinpark statt, wo wir ein exquisites Barbecue mit Fleisch🍖, Gemüse🌽, Käse etc. genießen konnten. Hier sind einige Bilder von uns, die zeigen, wie viel Spaß wir hatten!

 

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On Friday we had our second Grillparty of the summer🍢! The party was held again in Blankensteinpark. We were able to enjoy an exquisite barbecue with meat🍖, vegetables🌽, cheese etc. Here we have some pictures of us having loads of fun!

 

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Am Freitag hatten wir unsere zweite Grillparty des Sommers🍢! Das Fest fand wieder im Blankensteinpark statt, wo wir ein exquisites Barbecue mit Fleisch🍖, Gemüse🌽, Käse etc. genießen konnten. Hier sind einige Bilder von uns, die zeigen, wie viel Spaß wir hatten!

 

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On Friday we had our second Grillparty of the summer🍢! The party was held again in Blankensteinpark. We were able to enjoy an exquisite barbecue with meat🍖, vegetables🌽, cheese etc. Here we have some pictures of us having loads of fun!

 

#Grillparty #BBQ #Sprachenatelier #Sommer #Sommerprogramm #SprachenatelierBerlin #summercourses #summer #sommerkurse #German #languageschool #Sprachschule #Berlin #독일어어학원 #Курсы #немецкого #partyBerlin #bbqBerlin #Berlinstagram #learninggerman #languagelearning #Deutschkurse #Sprachkurse #Sprachenlernen #德语 #internationalstudents #learngerman

*Wir Kinder*

Erstes Lesebüchlein für die altbayerischen und schwäbischen Volksschulen.

7. Auflage 1938, Verlag Max Kellerer, München.

Bilder von Margret Wolfinger.

[Erste Auflage 1933]

 

Weitere Informationen:

Herausgeber:

Bearbeitet wurde die Fibel von den Pädagogen Christian Keller, Barthel Reinlein und Hans Stanglmaier.Illustrationen: Die reich bebilderten Seiten stammen von der Grafikerin Margret Wolfinger.Historischer Kontext:

Das Buch gilt in der Fachliteratur (wie dem Fibel-Findbuch von Gisela Teistler unter der Nummer 2662) als zeittypisches Dokument.

Es wurde direkt nach der nationalsozialistischen Machtergreifung eingeführt und transportiert entsprechend die politische Indoktrination jener Epoche (z. B. durch Abbildungen von Hakenkreuzfahnen oder NS-Bezügen).

 

*We Children*

First Reader for Old Bavarian and Swabian Elementary Schools.

7th edition, 1938, Max Kellerer Publishing House, Munich.

Illustrations by Margret Wolfinger.

[First edition 1933]

 

Further information:

Editors:

The primer was edited by educators Christian Keller, Barthel Reinlein, and Hans Stanglmaier. Illustrations: The richly illustrated pages were created by graphic artist Margret Wolfinger. Historical context:

In scholarly literature (such as Gisela Teistler’s primer catalog under number 2662), the book is considered a document typical of its time.

It was introduced immediately after the National Socialists seized power and, accordingly, conveys the political indoctrination of that era (e.g., through depictions of swastika flags or references to the Nazi regime).

Buchseite 24

 

Dieses Bild weist hochwahrscheinlich einen sehr präzisen und konkreten Bezug zu München auf.

Es bildet mit großer Sicherheit das berühmte Kriegerdenkmal im Münchner Hofgarten ab

 

Text

Am Totentag.

Da machen wir die Gräber schön

Dann zünden wir die Lichter an

und beten ein Vaterunser.

Oh Herr, gib ihnen die ewige Ruh!

 

Das Krieger-Denkmal.

Viele, viele Burschen und Männer

sind in den großen Krieg gezogen.

Sie waren tapfere Soldaten.

Viele sind nicht mehr heim gekommen.

Das Krieger-Denkmal sagt:

Denk an die toten Helden!

 

Regionaler Kontext der Fibel

Da es sich bei dem Buch um die Fibel „Wir Kinder. Erstes Lesebüchlein für die altbayerischen und schwäbischen Volkshauptschulen“ (erschienen ab ca. 1933 im Münchner Max Kellerer Verlag) handelt, wurden absichtlich Motive gewählt, die die Schulkinder in Bayern aus ihrer Landeshauptstadt oder aus Zeitungsberichten wiedererkennen konnten.

Das Hofgarten-Denkmal war in den 1920er und 1930er Jahren das zentrale und wichtigste Kriegerdenkmal in ganz Bayern

 

Gemeinsame Trauer über Konfessionen hinweg:

Der „Totentag“ (Allerseelen/Totensonntag) verbindet katholische und evangelische Kinder im selben Ritual (Gräber schmücken, beten).

Vom Familiengrab zum Vaterland: Die Brücke vom privaten Grab („Totentag“) zum „Krieger-Denkmal“ weitet den Blick vom Verlust in der eigenen Familie hin zum gemeinsamen Opfer für Bayern.

Sinnstiftung des Todes: Den Kindern wird beigebracht, dass der Tod im Krieg kein sinnloses Unglück war, sondern die Gefallenen als „tapfere Helden“ unvergessen bleiben müssen.

Erziehung zur Dankbarkeit: Der Text fordert die Kinder direkt auf („Denk an die toten Helden!“), eine patriotische Pflicht des Erinnerns zu übernehmen.

 

SPÄTER: (Aus dem Netz bei Goggle-KI)

Radikale ideologische Aufrüstung des Inhalts.

Während die von mir gezeigte Seite noch stark von traditionell-bayerischer Frömmigkeit (Vatertag/Allerseelen, „Vaterunser“) und der Trauer des Ersten Weltkriegs geprägt ist, drängten in den Auflagen ab ca. 1934 bis 1940 aggressive, politische Propagandaseiten in das Lesebuch:

Einzug der NS-Symbolik:

Es wurden Texte und Illustrationen von Margret Wolfinger mit Hakenkreuzfahnen und Marschkolonnen eingefügt (z. B. unter Titeln wie „Fahnen heraus“).

Führerkult für Erstklässler:

Es kamen gezielt Seiten hinzu, die Hitler verherrlichten, wie etwa die Lektion „Adolf Hitler liebt die Kinder“.

Militarisierung: Der harmlose Blick auf das Erinnern an die Toten wich Texten über das Zelten, Marschieren und die Vorbereitung der Jugend auf den Dienst an der Waffe.

🌞Our Summer Courses have finally begun! We kicked it off last Monday with a 'Welcome Breakfast' at our local coffee shop, where we enjoyed delicious pastries, coffee, fruits, juices and each other's company. It was great to meet our new students and to get to know our old ones better!

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🌞Unsere Sommerkurse haben endlich begonnen! Wir haben am Montag mit einem "Willkommensfrühstück" im Café nebenan angefangen, wo wir leckeres Gebäck, Kaffee, Obst, Säfte und die Gesellschaft der Anderen genossen haben. Es war großartig, unsere neuen Studenten zu treffen!

 

© Amanda Martín-Dombrowski

 

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Buchseite 60

 

Text

Bei uns im Dorfe.

Unsere Mutter hat einen Hühnerschlag,

hi ha Hühnerschlag.

Da legt die Henne jeden Tag,

ji ja jeden Tag.

 

Unser Vater hat eine Scheckenkuh,

schi scha Scheckenkuh.

Die gibt uns Milch und Butter dazu,

bi ba Butter dazu.

 

Unser Metzger hat ein fettes Schwein,

fi fa fettes Schwein.

Das bringt uns Wurst und Schinken ein.

Schi scha Schinken ein.

 

Unser Bäcker, der backt weiße Wecken,

wi wa weiße Wecken.

Und braunes Brot und Zuckerschnecken,

zi za Zuckerschnecken.

 

Unser Girgel ist ein kluges Kind,

das sagt nicht viel und ißt geschwind,

i a ißt geschwind.

 

Sprachliche und lesetechnische Lernziele

Lautschulung und Rhythmus: Die Reime und die rhythmischen Silbenwiederholungen („hi ha“, „schi scha“, „wi wa“) dienen der Artikulationsübung. Sie helfen Erstklässlern, Laute sauber zu trennen und flüssig zu sprechen.

Alliterationen und Anlaute: Die klanglichen Doppelungen betonen gezielt bestimmte Anlaute (z. B. Wi wa weiße Wecken / Bi ba Butter). Dies fördert das phonologische Bewusstsein für Buchstaben und deren Laute.

Wortschatzerweiterung: Es werden grundlegende Begriffe aus dem ländlichen Alltag, der Tierwelt und der Lebensmittelproduktion vermittelt.

 

Das dörfliche Gemeinschaftsgefüge.

Wertschätzung von Arbeit und Erträgen:

 

Erziehung zu Tugenden: Die letzte Strophe über „Girgel“ [Georg] vermittelt zeittypische Erziehungsziele: Ein Kind soll „klug“ sein, „nicht viel sagen“ (Gehorsam/Zurückhaltung) und „geschwind essen“ (Disziplin und keine Verschwendung am Esstisch).

Text:

Hu, der böse Wolf!

Rasch unter den Tisch,

in das Bett,

in den Ofen,

in die Küche,

in den Kasten,

unter die Schüssel,

in die Uhr.

 

Buchseite 11

Information:

Die grammatikalische Erklärung

Richtung statt Ort (Wohin?):

Der Schlüssel liegt im ersten Satz:

„Rasch unter den Tisch...“ impliziert eine Bewegung. Es handelt sich um ein Verstecken oder Fliehen. Bei den Wechselpräpositionen (unter, in) verlangt die Frage „Wohin?“ im Deutschen immer den Akkusativ.

Die Kontrollfrage: Wohin soll man rasch flüchten/kriechen?

Die Antworten (alle im Akkusativ):

unter den Tisch (maskulin)

in das Bett (neutral)

in den Ofen (maskulin)

in die Küche (feminin)

in den Kasten (maskulin)

unter die Schüssel (feminin)

in die Uhr (feminin)

 

Während das Rätsel davor [Buchseite 10] mit „In dem Garten ist...“ einen festen Ort beschrieb (Wo? → Dativ), beschreibt dieser Text eine Fluchtbewegung in ein Versteck hinein (Wohin? → Akkusativ). An den maskulinen Wörtern wie der Tisch, der Ofen oder der Kasten sieht man das durch den Wechsel zu „den“ besonders deutlich.

 

Wenn der Wolf weg ist und man bereits in den Verstecken sitzt, ändert sich die Frage von „Wohin?“ zu „Wo?“.

Dadurch wechseln alle Artikel automatisch vom Akkusativ in den Dativ (Wem-Fall).

So sieht die Verwandlung aus:

Der Wechsel vom Akkusativ zum Dativ

Vorher (Akkusativ – Wohin?): Rasch unter den Tisch!

Nachher (Dativ – Wo?): Jetzt sitzen wir unter dem Tisch. (maskulin)

Vorher (Akkusativ – Wohin?): In das Bett!

Nachher (Dativ – Wo?): Jetzt liegen wir in dem (oder: im) Bett (neutral)

Vorher (Akkusativ – Wohin?): In den Ofen!

Nachher (Dativ – Wo?): Jetzt stecken wir in dem Ofen. (maskulin)

Vorher (Akkusativ – Wohin?): In die Küche!

Nachher (Dativ – Wo?): Jetzt sind wir in der Küche. (feminin)

Vorher (Akkusativ – Wohin?): In den Kasten!

Nachher (Dativ – Wo?): Jetzt warten wir in dem Kasten. (maskulin)

Katze und Spatz.

Spätzlein, schau auf! Unsere Katze ist im

Garten. Aber das Spätzlein merkt nichts. Immer

näher schleicht die Katze. Das Spätzlein merkt

immer noch nichts, Spätzlein jetzt bist du ver-

loren. Wau, wau! Kommt der Spitz gesprungen

und jagt die böse Katze davon.

 

Das Singerlein.

Hänschen hat ein schönes goldenes Häuschen.

Darin wohnt er ganz allein. Da kann er machen,

was er will. Hat er Hunger, so ißt er ein wenig.

Hat er Durst, so trinkt er er ein Schlückchen. Will

er sich baden, so steigt er ins Wännchen.

Er ist den ganzen Tag munter. Bald sitzt

er da oben, bald sitzt er unten und guckt lustig aus

seinem Haus heraus. Und wenn er ganz froh

ist, dann singt er sein allerschönstes Lied:

Tiri, tiri, li,

schön ist´s in der Früh.

 

Zusammenfassendes Lernziel der Seite:

Die Kinder sollen lernen, Gefahren im Alltag misstrauisch im Auge zu behalten, sich auf eine rettende Autorität zu verlassen, eigene Bedürfnisse radikal zurückzuschrauben und innerhalb der ihnen zugewiesenen Grenzen („im Häuschen“) ohne Widerworte glücklich und folgsam zu funktionieren.

 

„Katze und Spatz“: Warnung vor Unachtsamkeit und Sehnsucht nach dem Beschützer

Erziehung zur ständigen Wachsamkeit: Der Text warnt das „Spätzlein“ eindringlich vor Unachtsamkeit („Aber das Spätzlein merkt nichts“). Den Kindern wird beigebracht, dass die Welt voller Gefahren (der „bösen Katze“) ist und man niemals unachtsam oder unvorbereitet sein darf – eine Kernbotschaft der Erziehung im Nationalsozialismus zur Formung einer wehrhaften Jugend.

Das Retter-Motiv (Der starke Beschützer): Das Vögelchen kann sich nicht selbst retten. Es braucht den Hund („kommt der Spitz gesprungen“), der die Gefahr bannt. Auf die politische Ebene übertragen, bereitet dieses Motiv Erstklässler psychologisch auf das Führerprinzip vor: Das Individuum ist schwach und bedroht, findet aber Rettung durch eine starke, schützende Ordnungsmacht bzw. eine übergeordnete Instanz.

Buchseite 54

 

Text:

Der gute Mond.

Die kleine Förster-Walli ist am

Abend in den Wald gelaufen. Sie

will den Vater abholen. Auf einmal

ist es finstere Nacht geworden, und

die Walli weiß nicht mehr, wo sie ist.

Sie ruft nach dem Vater aber nie-

mand antwortet. Da will ihr schon

ein wenig Angst werden.

Aber auf einmal wird es ganz

hell unter den Bäumen. Der Mond

ist aufgegangen und steht mit seinem

schönen goldenen Gesicht am Himmel.

Wie er das Kind im Walde sieht,

denkt er: Das ist doch die brave

Förster-Walli, der muß ich fest leuch-

ten, damit sie schnell nach Hause findet.

Und bald ist das Mädchen auf

dem richtigen Weg. Da freut sich

der gute Mond und lacht über das

ganze Gesicht.

 

Die Sterne.

Die Sonne ist in ihr Bett gegangen. Da kommen die fleißigen

Engelein ud zünden die Sterne an. Der ganze Himmel funkelt.

Oh, die schönen Sterne! sagen die Menschen und fürchten sich

nicht mehr in der dunklen Nacht. Da oben ist ja der liebe Gott

mit seinen Engelein.

 

Sinnerfassendes Erstlesen: Einübung des zusammenhängenden Lesens einfacher, kurzer Sätze mit bekanntem, kindgerechtem Wortschatz.

Moralische Erziehung: Vermittlung von Werten wie Gehorsam („brave Förster-Walli“), Hilfsbereitschaft und Vertrauen.

Angstbewältigung und Trost: Dem Kind soll die Angst vor der Dunkelheit im Wald genommen werden, indem Naturerscheinungen (Mond und Sterne) als freundliche, beschützende Begleiter dargestellt werden.

Religiöse Unterweisung: Festigung des christlichen Weltbildes im Alltag („da oben ist ja der liebe Gott mit seinen Engelein“).

Buchseite 16

Text:

Das Reh

Im Wald ist es schön.

Im Wald ist es still.

Im Wald ist das Reh.

Was sucht das Reh?

Das Reh sucht ein Kind.

Es sucht unter dem Busch,

es sucht am Bach.

Das KInd ist nicht da.

Wo ist das kleine Reh?

Es ist beim Baum

im weichen Gras.

Da findet das Reh

sein KInd.

 

Zentrale Grammatikthemen im Text:

Wechselpräpositionen mit Dativ: Ortsangaben auf die Frage „Wo?“.

Präpositional-Verschmelzungen: Kurzformen wie „im“ (in dem) oder „am“ (an dem).

Adjektivdeklination: Schwache Beugung nach dem bestimmten Artikel („das kleine Reh“).

Possessivpronomen: Anzeige von Besitzverhältnissen („sein Kind“).

Satzbau im Präsens: Einfache Hauptsätze und W-Fragen („Was sucht...“).

Inversion: Umstellung von Subjekt und Verb bei Satzanfang mit Ortsangabe.

Buchseite 41

 

Text

Die Schlacht m Schnee.

Die Buben und Mädchen steigen im tiefen

Schnee herum, tipp, tapp. Das ist ein Spaß! Da

fliegen auch schon Schneeballen hin und her.

Die Kinder lachen und schreien.

Klatsch auf die Jacke,

patsch auf die Backe!

Aber der weiche Schnee

tut gar nicht weh.

 

Der Schneemann.

Herbei, ein Schneemann

wird gebaut! Eine große

Kugel, das ist der Bauch;

eine kleine Kugel, das

ist der Kopf. Kohlen her

für das Gesicht ! Einen

Besen in den Arm! Ei,

guten Tag, Herr Schnee-

mann!

 

Motivatorischer und Lebensweltlicher Bezug Handlungsorientierung:

Der Text beschreibt eine Aktivität, die Kinder aus ihrer eigenen Realität kennen und emotional positiv besetzen (Schneeballschlacht, Schneemannbauen). Das steigert die Lesemotivation.

Integrierte Handlungsanleitung:

Der zweite Text ist fast wie eine Bauanleitung geschrieben („Eine große Kugel... eine kleine Kugel... Kohlen her...“). Im Unterricht lässt sich so eine Brücke vom Lesen zum eigenen Tun (z. B. Malen eines Schneemanns oder Kneten im Klassenzimmer) schlagen.

Historischer Kontext (Sozial- und Kulturgeschichte)

Wertevermittlung:

Trotz wildem Spiel („Schneeballschlacht“) wird explizit betont: „Aber der weiche Schnee tut gar nicht weh.“ Das impliziert eine Pädagogik, die das friedliche, verletzungsfreie Miteinander beim Spielen betont.

Buchseite 28

Text:

Der Alte Baum.

Er steht mitten im Walde.

Kein Baum ist so groß wie er.

Alle Tiere haben den Baum lieb:

Die Vöglein, die Käfer, die Ameisen.

Da kommen drei Männer.

Die sägen tief in den Baum hinein.

Da kann er nicht mehr stehen,

er muß umfallen.

Die Männer hauen

auch noch seine Äste ab.

So muß ersterben.

 

Grammatische Merkmale

Einfache Satzstrukturen:

Reine Hauptsätze ohne komplexe Nebensatzgefüge erleichtern die syntaktische Verarbeitung.

Kurze Sätze:

Die Sätze umfassen meist nur vier bis sieben Wörter.

Präsens als Leitzeitform:

Das Erleben im Hier und Jetzt entspricht der typischen Zeitebene für Erstklässler.

Konkreter Wortschatz:

Bildhafte Nomen und anschauliche Verben dominieren den Text.

Historische Formen:

Veraltete Strukturen wie das Dativ-E („im Walde“) oder die alte Rechtschreibung („muß“) erfordern heute zusätzliche Erklärung.

Umgangssprachliche Pronomen:

Die Verwendung von Artikeln als Pronomen („Die sägen...“ statt „Sie sägen...“) spiegelt gesprochene Sprache wider.

 

Pädagogische & Didaktische Merkmale

Direkter Bild-Text-Bezug:

Die Illustration visualisiert die Handlung exakt und unterstützt die Sinnentnahme (Dekodieren).

Personifikation der Natur:

Der Baum wird als fühlendes Wesen dargestellt („Tiere haben den Baum lieb“, „sterben“), um kindliche Empathie zu wecken.

Starke emotionale Dramaturgie:

Der abrupte Übergang von Idylle zu Zerstörung berührt Kinder emotional und bietet Gesprächsanlass.

Sinngebundene Zeilenumbrüche:

Die Zeilen enden oft mit dem Satzende oder trennen Sinneinheiten übersichtlich.

Rhythmische Aufzählungen:

Textstellen wie „Die Vöglein, die Käfer, die Ameisen“ festigen Artikelstrukturen durch Wiederholung.

Buchseite 43

 

Text

 

Schifahren.

Das Christkind hat dem Leo neue Schi ge-

bracht. Da ist er stolz. Nun will er zeigen, was

er kann. Schaut, wie er saust! Der hat Schneid.

Bums da liegt er. Der Kopf ist im Schnee, die

Beine sind in der Luft.

 

Jakob ist krank.

Jakob hat sich in den Schnee gelegt. Da

hat er ganz weiß ausgeschaut. Seine Kameraden

haben gelacht, aber Jakob ist patschnaß nach

Hause gekommen.

Am anderen Tag kann er nicht in die Schule.

Da muß die Mutter den Doktor holen. Der schaut

in den Hals und sagt: hm, hm, du hast dich schön

erkältet. Frau Huber, der Jakob muß im Bett

bleiben und fest schwitzen. Dann geht das Fieber

weg.

 

Einbettung in gesellschaftliche Rollenbilder und Normen

Rollenverteilung in der Familie:

Der Text spiegelt das traditionelle Familien- und Gesellschaftsbild wider. Die Mutter ist für die Pflege zu Hause zuständig („Da muss die Mutter den Doktor holen“), während der (männliche) Arzt die unumstößliche Autorität und das Wissen besitzt.

Gehorsam und Pflicht:

Es wird vermittelt, dass den Anweisungen von Erwachsenen (Arzt, Mutter) Folge zu leisten ist („muss im Bett bleiben“), damit Ordnung und Gesundheit wiederhergestellt werden.

Traditionelle Verankerung:

Die Erwähnung des Christkinds im ersten Text verknüpft das Lesenlernen mit den gelebten kulturellen und religiösen Festen der Kinder.

Buchseite 42

 

Text

Schlitten heraus!

Hinaus auf die Berge

mit hei und hurra!

Geschneit hat`s,

geschneit hat`s,

der Winter ist da.

Und geht es kopfüber

in Graben und Schnee,

da lach ich bloß drüber,

es tut ja nicht weh.

 

Lebensweltbezug und Motivation

Anknüpfung an die kindliche Erfahrungswelt:

Die Didaktik von Erstlesebüchern greift gezielt Alltagssituationen der Kinder auf. Der Wintereinbruch und das Rodeln waren (und sind) emotionale Höhepunkte im Jahr. Die begleitenden Illustrationen der Kinder auf Schlitten und Skiern holten die Schüler in ihrer eigenen Realität ab, um die Lesemotivation zu steigern.

 

Rhythmisches und lautiertes Lesen:

Das Gedicht nutzt einfache Paarreime („hurra/da“, „Schnee/weh“) und einen sehr klaren, beschwingten Takt. Dieser Rhythmus half Leseanfängern, den Text flüssig zu betonen und sich das Schriftbild durch den Reimklang besser einzuprägen.

Am Mittwoch haben wir das schöne Wetter ausgenutzt, um die zahlreichen beeindruckenden Tiere im Zoologischen Garten zu besichtigen🐼. Dort haben wir unsere Lieblingstiere gesehen und auch neue Arten entdeckt🐘. Wir hatten alle viel Spaß dabei, dank der guten Laune der Teilnehmer!

 

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On Wednesday, we took advantage of the good weather and went to visit the Zoological Garden🐼. We got to learn more about new species and enjoyed meeting our favourite animals🐘. We all had a lot of fun thanks to the good mood of the participants!

 

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Text:

Mein Vater hat ein [Bild: Haus]

an dem Haus ist ein [Bild: Garten, Gartenzaun]

in dem Garten ist ein [Bild: Obst? -Baum]

auf dem Baum ist ein [Bild: Vogelnest]

in dem Nest ist ein [Bild: Vogel-Ei]

in dem Ei ist - - - [Bild Hase!?]

 

[Aufgabe] Wir malen

[In den Kästchen sind zu sehen: Blume, Birne und Apfel, Sonne, Mond und Sterne, Vögelchen]

(Grammatik - Frage "Wo"]

 

Buchseite 10

Information:

Wechselpräpositionen mit dem Dativ (Der Ort: Wo?)

Das Hauptthema ist der Dativ nach lokalen Präpositionen (an, in, auf).

Das Rätsel fragt gezielt ab, ob das Kind die Artikel im Dativ richtig anpassen kann, da nach der Frage „Wo?“ immer der Dativ steht:

Wo ist der Garten? → An dem Haus (neutral, Dativ)

Wo ist der Baum? → In dem Garten (maskulin, Dativ)

Wo ist das Nest? → Auf dem Baum (maskulin, Dativ)

Wo ist das Ei? → In dem Nest (neutral, Dativ)

 

Der Akkusativ (Das Objekt: Wen oder was?)

Der allererste Satz und der jeweils zweite Teil der Sätze fragen nach dem Akkusativ (Wen-Fall), weil das Verb „haben“ oder die Konstruktion „ist ein...“ (als neues Objekt im Raum) ein Akkusativ- oder Nominativobjekt verlangt:

 

Wortbildung: Zusammengesetzte Nomen (Komposita)

Das Rätsel baut sprachlich aufeinander auf und übt, wie man im Deutschen neue Wörter zusammenfügt:

Aus Garten und Zaun wird der Gartenzaun.

Aus Obst und Baum wird der Obstbaum.

Aus Vogel und Nest wird das Vogelnest.

Aus Vogel und Ei wird das Vogelei.

Buchseite 12.

Text:

Mutter hat viel zu waschen.

Rosa sagt. Ich will helfen.

A, der feine, weiche Schaum!

Hosen und Hemden

und alles Sachen

werden so sauber.

 

Sonne scheine,

Regen bleib aus,

Wind heraus!

 

Großschreibung von Nomen (Hauptwörtern) Konkrete Nomen: Wörter wie Mutter, Hosen, Hemden und Sachen sind Dinge zum Anfassen.

Abstrakte Nomen & Naturphänomene: Wörter wie Schaum, Sonne, Regen und Wind zeigen, dass auch nicht greifbare Dinge großgeschrieben werden.

Eigennamen: Der Name Rosa verdeutlicht die Großschreibung von Personen.

 

Begleiter (Artikel) und Adjektive als Signalwörter

Der Text schult den Blick für die Struktur vor einem Nomen.

Der Satz „der feine, weiche Schaum“ zeigt den Kindern, dass vor einem Nomen ein Begleiter (der) und beschreibende Wie-Wörter (feine, weiche) stehen können.

 

Die Imperativ-Form (Befehlsform / Wunschform)

Im letzten Abschnitt („Sonne scheine, Regen bleib aus, Wind heraus!“) lernen Kinder spielerisch die Aufforderungsform kennen.

Text:

Wer hat so schöne Blumen

im Garten?

Rote und gelbe Rosen,

gelbe und rote Nelken,

rote und blaue Astern

und die schönen [gelben Sonnenblumen]

 

Buchseite 9

Information:

Das Verb bestimmt den Fall: Das Verb „haben“ verlangt immer ein Akkusativobjekt.

Die Kontrollfrage: Wen oder was hat wer im Garten?

Die Antwort: Rote und gelbe Rosen, gelbe und rote Nelken, rote und blaue Astern und die schönen gelben Sonnenblumen.

Buchseite 59

 

Text

Wenn Tauwetter ist.

Da weht ein warmer Wind.

Da schmilzt der Schnee auf Wiesen und Feldern.

Da tropfen die Dächer Tag und Nacht.

Da laufen Bächlein auf der Straße.

Da weichen die Leute schnell dem Auto aus.

Da pfeifen die Spatzen laut am Morgen.

Da machen alle Leute die Fenster auf.

 

Der Schäfer.

Jetzt ist auch der Schäfer wieder da. Die Herde weidet mitten

auf der Wiese. Manchmal springen die Schafe auf die Seite. Dann

kommt der braune Schäferhund und jagt sie zurück. Da schreien sie

laut mä, mä. Die Kinder lachen und machen es nach. Sie greifen

auch den guten Tieren in das Fell und sagen: Ah, die dicke Wolle.

 

Sprachliche und lesetechnische Lernziele

Satzstruktur und Anaphern (Wortwiederholungen): Der obere Text nutzt das Wort „Da“ am Satzanfang als Rhythmusgeber. Dies hilft Leseanfängern, die Struktur von Aussagesätzen zu verinnerlichen und flüssig Zeile für Zeile zu lesen.

Einführung des Fließtextes: Der untere Text („Der Schäfer“) verzichtet auf die Zeilentrennung nach jedem Satz. Kinder lernen hier den Übergang vom gedichtartigen Lesen zum fortlaufenden Erzähltext (Prosa).

Lautnachahmung (Onomatopoesie): Das „mä, mä“ der Schafe schult die lebendige Betonung und das sinngestaltende Lesen.

 

Phänomene der Jahreszeiten: Den Kindern werden die konkreten Merkmale des Frühlingsbeginns (Tauwetter, schmelzender Schnee, pfeifende Spatzen, wärmerer Wind) als Sachwissen vermittelt.

Moderne vs. Tradition: Der Satz „Da weichen die Leute schnell dem Auto aus“.

Nutztier und Rohstoff: Der Text schlägt die Brücke vom lebendigen Tier („guten Tieren“) zum Nutzen für den Menschen („dicke Wolle“ für Kleidung).

Naturverbundenheit und Empathie: Das Streicheln der Schafe und das Nachmachen der Laute soll eine positive, angstfreie Beziehung zur heimischen Tierwelt und zum Hirtenberuf aufbauen.

Buchseite 15

Text:

Die Vögel machen eine weite Reise.

Schau, da oben fliegen sie!

Ade, ade auf Wiedersehen!

 

Sagt der Wind zum Blatt:

Flieg mit! Flieg mit!

Da fliegt das gelbe Blatt mit.

Sagt der Wind zum grünen Hut:

Flieg mit! Flieg mit!

Da fliegt der grüne Hut mit.

 

Trennbare Verben:

Der Text übt intensiv das trennbare Verb „mitfliegen“.

Kinder lernen hier spielerisch die Aufspaltung im Satz („Flieg mit!“ vs. „Da fliegt das gelbe Blatt mit.“).

 

Adjektivdeklination:

Es werden die schwache Deklination nach dem bestimmten Artikel (bzw. der Verschmelzung „zum“) im Dativ und Nominativ parallelisiert:

zum gelben Blatt (Dativ) - das gelbe Blatt (Nominativ)

zum grünen Hut (Dativ) - der grüne Hut (Nominativ)

 

Satzbau-Parallelismus: Die exakt gleiche Satzstruktur wird zweimal hintereinander mit anderen Wörtern wiederholt („Sagt der Wind zum... Flieg mit!... Da fliegt...“).

Das trainiert das Sprachgefühl und die Satzbaufreundlichkeit für Leseanfänger.

 

Pädagogischer Zweck:

Rhythmus und Merkfähigkeit: Der fast liedhafte, rhythmische Aufbau durch die wörtliche Rede („Flieg mit! Flieg mit!“) erleichtert Erstklässlern das laute Vorlesen und das Einprägen von Wortbildern.

Buchseite 46

 

Text

Wir helfen.

Jedes Kind bringt eine volle Tüte. Anna

hat diesmal zwei Tüten. Maria sogar drei, eine

von der Mutter, eine von der Nachbarin und

eine von der Tante.

Auf dem Tisch ist fast kein Platz mehr.

Das Fräulein zählt: 20 Tüten Mehl, 15 Tüten

Reis, 8 Tüten Grieß, 5 Tüten Zucker, 4 Tüten

Erbsen und Linsen. O, so viel habt ihr ge-

sammelt, lobt das Fräulein, ihr seid brave deutsche

Kinder. Da wird sich der Führer freuen, daß

kein Mensch mehr hungern muß.

 

Mäuslein gib acht!

Mäuslein, Mäuslein,

lauf schnell in dein Häuslein,

spring rasch in dein Loch!

Sonst kommt die Katze

und fängt dich doch.

 

Politisierung der Nächstenliebe und Solidarität („Wir helfen.“)

Ideologische Gleichschaltung:

Die eigentlich positive Tugend des Helfens wird sofort an das Regime gekoppelt. Solidarität gilt nicht universell, sondern dient exklusiv der „Volksgemeinschaft“.

Das Kind als politischer Akteur:

Das Mitwirken an Sammelaktionen (wie dem historisch realen Winterhilfswerk) wird als elementare Pflicht dargestellt. Kinder werden darauf getrimmt, schon im Grundschulalter materiell und organisatorisch zum Erfolg des Staates beizutragen.

 

Personenkult und emotionale Bindung an die Führung

Der „Führer“ als Bezugsperson: Adolf Hitler wird als eine Art väterliche, wohlwollende Figur inszeniert („Da wird sich der Führer freuen“).

Motivation durch Lob: Die emotionale Belohnung für das Kind erfolgt nicht durch das Glück der Geholfenen, sondern durch die Anerkennung der Lehrkraft („lobt das Fräulein“) und das (imaginierte) Lob des Staatschefs.

 

Das Kindergedicht als Subtext: Gehorsam und Bedrohung („Mäuslein, gib acht!“)

Das vermeintlich harmlose Tiergedicht im unteren Teil transportiert eine unterschwellige pädagogische Warnung:

Angst als Erziehungsmittel: Die Katze fungiert als allgegenwärtige Gefahr.

Absoluter Gehorsam: Dem Kind wird beigebracht, dass unvorsichtiges, eigenständiges Handeln oder das Verlassen des geschützten Raumes („in dein Häuslein“, „in dein Loch“) lebensgefährlich ist. Dies schult die Anpassung an autoritäre Strukturen und das blinde Befolgen von Regeln.

Buchseite 27

Text

Hu, wie kalt!

Heute ist es aber kalt!

Die Walli sagt:

Ich habe kalte Hände.

Der Walter sagt:

Deine Nase ist auch rot.

Da laufen die Kinder heim.

 

Ah der gute, liebe Ofen!

Hat ein Maul aus Eisen

und den Bauch voll Feuer.

Und immer hat er Hunger.

Lauf, Walter, lauf,

hohle Holz und Kohlen!

 

Pädagogische und sprachliche Merkmale

Fortführung der Jahreszeiten-Thematik:

Nach dem Brand auf der Vorseite wird hier das alltägliche Winterthema („Hu, wie kalt!“) aufgegriffen, um an die Lebenswelt der Kinder anzuknüpfen. Personifikation und Metaphern:

Der Ofen wird kindgerecht als lebendiges Wesen mit einem „Maul aus Eisen“ und einem „Bauch voll Feuer“ beschrieben, das „Hunger“ hat.Erziehung zur Mithilfe:

Der Text schließt mit einem konkreten Handlungsaufruf an das Kind („Lauf, Walter, lauf, hole Holz und Kohlen!“), was Fleiß und häusliche Pflichten im Alltag betont.

Typischer Fibel-Sprachbau:

Kurze Hauptsätze, einfache Dialoge zwischen zwei Kindern („Walli“ und „Walter“) und lautmalerische Einstiege („Hu“, „Ah“) erleichtern Erstklässlern das Lesenlernen.

Buchseite 48

 

Text

Der Waschlappen.

Jenni will einen Waschlappen stricken. Aber

die Maschen wollen sich nicht packen lassen. Und

die Wolle kommt ihr immer wieder aus. Es

geht recht langsam. Die neue weiße Wolle ist

schon ganz grau geworden. Da sagt der böse

Bruder Hans: Das wird ja gar kein Waschlappen,

das wird ein Putzlumpen.

 

Die fleißige Schaufel.

Sagt die Schaufel zum Besen:

Bist du überall gewesen?

Ja, sagt der Besen.

Bist du in der Ecke gewesen?

Ja, sagt der Besen.

Bist du unter dem Tisch gewesen?

Ja, sagt der Besen.

Bist du unter dem Bett gewesen?

Nein, sagt der Besen.

Scharre, scharre, scharre,

gleich gehst du hinunter!

 

Der Waschlappen (Durchhaltevermögen und Umgang mit Spott)

Ausdauer und Fleiß: Irmi gibt nicht auf, obwohl das Stricken schwierig ist („Maschen wollen sich nicht packen lassen“), es sehr langsam vorangeht und die Wolle schmutzig wird („schon ganz grau“). Die Geschichte zeigt, dass aller Anfang schwer ist, man aber dranbleiben muss.

Umgang mit Entmutigung: Der Bruder Hans spottet („Das wird... ein Putzlumpen“). Dem Kind wird subtil vermittelt, sich von bösen Worten oder Spott anderer nicht entmutigen zu lassen, sondern trotzdem weiterzuarbeiten.

 

Die fleißige Schaufel (Gründlichkeit und Pflichtbewusstsein)

Keine halben Sachen machen: Die Geschichte ist eine Parabel auf unvollständig erledigte Aufgaben. Der Besen behauptet zwar, „überall“ gewesen zu sein, hat aber die wichtige Stelle vergessen („unter dem Bett“). Die Botschaft lautet: Aufgaben müssen vollständig und gründlich erledigt werden.

Kontrolle und Ordnung: Die Schaufel übernimmt die Rolle des Kontrolleurs und deckt die Faulheit bzw. Nachlässigkeit des Besens auf. Das soll Kinder dazu erziehen, ihre Pflichten im Haushalt ehrlich und gewissenhaft zu erfüllen, ohne Ecken auszulassen.

Buchseite 47

 

Text

Der Strick.

Zwei Buben finden einen alten Strick. Jeder

will ihn haben. Ich habe ihn zuerst gesehen,

sagt Klaus. Und ich habe ihn zuerst aufge-

hoben, schreit der Kurt. So streiten sie herum

und reißen an dem alten Strick, Kurt an dem

einem Ende und Klaus an dem anderen. Auf

einmal reißt der Strick auseinander und die beiden Buben fallen um.

 

Meine Puppe.

Gestern bin ich mit meiner Puppe

spazieren gefahren. Ich habe ihr

das schöne, hellblaue Kleid ange-

zogen und Schuhe und Strümpfe. Dann habe ich

sie in den Wagen gesetzt und sie war fast so groß

wie mein kleines Schwesterchen.

Am Abend will meine Puppe nie einschlafen.

Ich ziehe sie aus, lege sie ins Bett und decke

sie zu. Aber dann schreit sie immer noch: Mama,

Mama! Und möchte immer noch was haben.

Erst wenn ich singe: Schlaf, Püppchen, schlaf,

dann schläft sie ein.

 

Pädagogischer Sinn (Die Moral der Geschichten)

Bei „Der Strick“ (Streit vermeiden): Die Geschichte zeigt, dass egoistisches Streiten und die Gier nach Besitztümern („Ich habe ihn zuerst gesehen“) zu nichts Gutem führen. Am Ende reißt das Seil, beide Kinder fallen hin und niemand hat etwas davon. Es lehrt, dass Teilen, Nachgeben oder gemeinsames Spielen besser sind als Streit.

Bei „Meine Puppe“ (Fürsorge und Empathie):

Diese Geschichte vermittelt spielerisch Verantwortung und Fürsorge. Das Kind übernimmt die Mutterrolle für die Puppe (Anziehen, Spazierenfahren, Beruhigen). Es zeigt Erstklässlern, wie man sich um Schwächere kümmert und dass Geduld (wie das Singen eines Schlaflieds) zum Ziel führt.

 

Einfacher Satzbau:

Die Sätze sind sehr kurz und folgen einer klaren, chronologischen Struktur.

Wortschatz-Erweiterung:

Es werden einfache, kindgerechte Begriffe aus der damaligen Lebenswelt genutzt (Buben, Strick, Puppe, Kleidung).

Leserhythmus:

Die Geschichten nutzen Wiederholungen und einfache Reimformen am Ende („Schlaf, Püppchen, schlaf“), die sich Erstklässler beim lauten Vorlesen gut merken können.

Buchseite 13

Text:

Wind, Wind, sause,

hebe den Drachen hoch!

Du mein Drachen steige,

steige bis in den Himmel!

Du bist doch oben,

wir sind unten

und lachen hinauf.

 

Auf der reinen Grammatikebene für die erste Klasse geht es in diesem Text vor allem um die Personalpronomen (Fürwörter) und die Beugung von Verben (Konjugation).

 

Einzahl und Mehrzahl bei Verben (Numerus)

Der Text zeigt kindgerecht, wie sich die Endung von Verben verändert, je nachdem, wer etwas tut:

Du-Form (Einzahl): „Du mein Drachen steige“ und „Du bist“ zeigen die direkte Ansprache an ein einzelnes Gegenüber.

Wir-Form (Mehrzahl): „Wir sind“ und „[wir] lachen“ zeigen die gemeinsame Aktion einer Gruppe.

 

Die Befehlsform (Imperativ)

Wie im ersten Text wird auch hier die Aufforderung geübt: „Wind, sause!“ und „hebe den Drachen hoch!“.Kinder lernen so, wie man Wünsche oder Aufforderungen sprachlich ausdrückt.

 

Raum-Orientierung und Gegenteile (Lokaladverbien)

Der Text schult ein wichtiges sprachliches Konzept durch direkte Gegensätze: oben versus unten.

Die Richtungsänderung wird durch das Wort hinauf (von unten nach oben schauen) verdeutlicht.

Die Geschichte vom Pfannkuchen.

Da war einmal ein Pfannkuchen, der wollte nicht gegessen werden. Was tat er also? Er stand in der Pfanne auf, sprang vom Herd herunter und rollte wie ein richtiges Rad zur Türe hinaus in den Wald hinein.

Kam das Häschen Langohr gesprungen und rief: Schöner, dicker Pfannkuchen, bleib stehen, ich will dich fressen! Schnick, schnack - lachte der Pfannkuchen und lief weiter.

Kam der Wolf Scharfzahn gelaufen und rief: Dicker, fetter Pfannkuchen, halt an, ich will dich fressen! Hopp, hopp - machte der Pfannkuchen und lief weiter.

Kam die Kuh Breitmaul getappt und rief: Fetter gelber Pfannkuchen komm her, ich will dich fressen! Fang mich - sagte der Pfannkuchen und lief weiter.

Kam das Schwein Ringelschwanz gerannt und rief: Gelber, süßer Pfannkuchen, wart ein bißchen, ich will dich fressen! Nichts da, schrie der Pfannkuchen und lief weiter.

Kamen zuletzt zwei Kinder, die hatten keinen Vater und keine Mutter mehr, und riefen: Lieber guter Pfannkuchen, wir haben Hunger. Hoppla - blieb der schöne, dicke, fette, gelbe, süße, liebe, gute Pfannkuchen stehen und ließ sich ratzebutz aufessen.

 

Propagandistischer Subtext: Die „Volksgemeinschaft“ und das Winterhilfswerk:

Fibeln der NS-Zeit nutzten scheinbar harmlose Märchen oft als emotionale Vorbereitung auf die Ideologie des Regimes:

Das Kollektiv über dem Einzelnen:

Der Pfannkuchen opfert sein eigenes Leben („Ich-Bezogenheit“), um das Überleben der Gemeinschaft (hier repräsentiert durch die Kinder) zu sichern. Dies spiegelt die Maxime „Du bist nichts, dein Volk ist alles“ wider.

Bezug zur Armen- und Waisenpflege:

Die Betonung der armen Kinder, die „keinen Vater und keine Mutter mehr“ hatten, knüpfte direkt an die damals intensiv beworbene staatliche Fürsorge und die Sammlungen des Winterhilfswerks (WHW) an. Kindern wurde so schon im Lese- und Schreiblernprozess vermittelt, dass die Gemeinschaft für die Schwachen sorgt, und dass jeder bereit sein muss, Opfer für die Notleidenden des eigenen Volkes zu bringen.

Buchseite 29

Text

Ei, ihr lieben Kinder,

wer hat euch hier hergebracht?

Kommt nur herein und bleibt bei mr,

es geschieht euch kein Leid!

 

Grammatikalische Aspekte

Historische Rechtschreibung:

Der Text nutzt veraltete Schreibweisen (z. B. das stumme h in „hierher“ oder das h nach t im älteren Deutsch wie bei Grethel oder Thüre, auch wenn hier nur „hierher“ sichtbar ist).

Interjektionen und Anreden:

Das einleitende „Ei“ ist eine veraltete Interjektion zur Überraschung oder geheuchelten Freude. Die direkte Anrede „ihr lieben Kinder“ dient dem Beziehungsaufbau – im Märchenkontext eine bewusste grammatikalische Manipulation (Ironie/Täuschung).

Satzbau und Modus:

Der Text nutzt eine rhetorische Frage („wer hat euch hierher gebracht?“) und geht sofort in die Aufforderungsform (Imperativ) über: „Kommt nur herein und bleibt bei mir...“. Dies verkürzt die Distanz und baut Druck auf die Kinder auf.

Buchseite 40

 

Text

Die Frau Holle hat gesagt:

Du mußt nur acht geben, daß

du mein Bett gut machst und

es fleißig schüttelst, daß die

Feder fliegen. Dann schneit es

in der Welt. - Schaut, wie

fleißig, das Mädchen ist!

 

Erziehung zu Fleiß und Pflichterfüllung

Lob der Arbeit:

Der Text hebt die Tugend des Fleißes direkt hervor („Schaut, wie fleißig das Mädchen ist!“).

Verantwortung:

Es wird betont, dass man seine Aufgaben sorgfältig erledigen muss („gut machst und es fleißig schüttelst“), um ein gutes Ergebnis zu erzielen.

 

Verknüpfung von Pflicht und gesellschaftlichem Nutzen

Sinnhaftigkeit von Arbeit:

Die persönliche Arbeit des Mädchens hat direkte, positive Auswirkungen auf die gesamte Gemeinschaft („Dann schneit es in der Welt“).

Belohnungsprinzip:

Das fleißige Mädchen (im Märchen die „Goldmarie“) dient als Vorbild. Kindern wird signalisiert, dass sich Mühe und Gehorsam am Ende auszahlen.

 

Festigung von Geschlechterrollen und Alltagskompetenzen

Häusliche Aufgaben:

Das Bettenmachen steht symbolisch für die damalige Vorbereitung von Mädchen auf die Arbeit im Haushalt.

Vorbildfunktion:

Die bildliche Darstellung und der Text fordern die jungen Leserinnen und Leser aktiv zur Nachahmung auf („Schaut...“).

Buchseite 56

 

Text

Morgengebet.

Mein Gott vorüber ist die Nacht,

gesund und froh bin ich erwacht.

Beschütze mich auch diesen Tag,

daß mich kein Unglück treffen mag.

 

Eine feine Uhr.

Meine Großmutter hat eine feine Uhr. Da geht auf eunmal

ein Türlein auf. Und der Kuckuck schaut heraus und ruft: Kuckuck

-kuckuck. Da ist es zwei Uhr. Dann macht es das Türlein zuz

und schläft wieder.. Aber er muß auch in der Nacht auftauchen.

Mitten in der Nacht ruft er zwölfmal.

 

Große Uhren gehen tick - tack, tick - tack;

kleine Uhren gehen tick tack, tack, tack, tick tick, tack, tack;

die kleinen Tischuhren aber gehen ticke tacke, ticke tacke,

ticke tacke tick.

 

Vermittlung von Werten und Dankbarkeit („Morgengebet“)

Frömmigkeit und Demut:

Das Kind im Bild kniet betend vor dem Bett, im Hintergrund hängt ein Kruzifix. Dies unterstreicht die Erziehung zum gottesfürchtigen, gehorsamen Individuum.Erziehung zur Dankbarkeit: Der Text lehrt das Kind, das Aufwachen in Gesundheit nicht als selbstverständlich anzusehen.

Schutz vor Gefahren: Mit der Bitte, „dass mich kein Unglück treffen mag“, wird das Bewusstsein für die eigene Verwundbarkeit geschärft. Es stärkt gleichzeitig das Vertrauen in eine höhere, schützende Ordnung.

 

Strukturierung des Alltags und Zeitgefühl („Eine feine Uhr“)

Erlernen der Uhrzeit: Kuckucksuhren spielten im kindlichen Alltag eine große Rolle. Die Geschichte erklärt spielerisch das Prinzip der vollen Stunde (zwei Uhr, zwölf Uhr).

Pflichtbewusstsein und Rhythmus: Selbst der Kuckuck in der Uhr „muß auch in der Nacht aufwachen“, um seine Pflicht zu erfüllen. Dies vermittelt den Wert von Zuverlässigkeit, Ordnung und Arbeit.

 

Sprachliche und rhythmische Schulung (Lautmalerei)

Laut- und Sprechschulung: Der untere Abschnitt nutzt gezielte Onomatopoesie (Lautnachahmung wie „tick – tack“ und „ticke tacke“). Dies dient in der Primarpädagogik dazu, den Sprechapparat von Schulanfängern zu trainieren.

Rhythmische Differenzierung: Große, kleine und Taschenuhren unterscheiden sich in ihrem Tempo. Kinder lernen durch das Vorlesen und Mitsprechen, ein Gefühl für Takt, Betonung, Silbenlänge und Sprechgeschwindigkeit zu entwickeln.

Buchseite 66

 

Text

Unser Zeppelin.

Wir saßen gerade in der Schule und rechneten fleißig. Auf einmal spitzen alle Kinder die Ohren. Horch, was brummt da in der Luft? Kinder, ich glaube, das ist der Zeppelin, sagt Herr Lehrer. Kommt, wir wollen mal in den Hof gehen!

Da kommt das silbergraue Luftschiff schon dahergezogen. Hurra, hurra! So schreien wir und winken hinauf. Da winken die Leute aus der Gondel heraus. Ganz deutlich sehen wir die Motoren. O wie schade, daß der schöne Zeppelin so schnell wieder verschwunden ist.

Dann zeigte uns der Herr Lehrer Bilder vor, wie der Zeppelin nach Amerika fliegt, über das große große Meer. Und dabei sagt er: Kinder, unser Zeppelin ist das beste Luftschiff der Welt. Darauf wollen wir stolz sein.

 

Der Zeppelin als nationales Statussymbol:

Der Zeppelin galt in Deutschland seit den 1900er-Jahren als Inbegriff deutscher Ingenieurskunst, technologischer Vormachtstellung und Modernität. Er weckte Faszination und war ein populäres Motiv im Alltag von Kindern.

Technikbegeisterung und Moderne im Klassenzimmer:

Durch die Einbettung in das alltägliche Erleben der Schulkinder (Unterbrechung des Rechenunterrichts, gemeinsames Hinauslaufen in den Schulhof) wird das Thema greifbar und emotional positiv besetzt.

Internationale Geltung:

Der Verweis darauf, dass der Zeppelin „nach Amerika fliegt, über das große, große Meer“, demonstriert den Kindern Reichweite, Stärke und globale Bedeutung der Nation.

 

Nationalstolz als Erziehungsziel:

Der Lehrer fungiert als absolute Autoritätsperson und gibt die emotionale Richtung direkt vor: „Kinder, unser Zeppelin ist das beste Luftschiff auf der Welt. Darauf wollen wir stolz sein.“ Den Kindern wird beigebracht, kollektiven Stolz auf nationale Errungenschaften zu empfinden.

Erziehung zur Gemeinschaft: Das gemeinsame Hinausrennen, das kollektive Rufen („Hurra, hurra! So schreien wir“) und das gegenseitige Zuwinken festigen das Gefühl, Teil eines großen, geeinten Ganzen zu sein. Individuelle Reaktionen werden zugunsten eines gleichgeschalteten Gemeinschaftserlebnisses ausgeblendet.

Frühe politische Mobilisierung:

Die unterschwellige Botschaft vermittelt den Kindern schon im Lese-Lernprozess die Überlegenheit des eigenen Landes gegenüber der restlichen Welt („das beste Luftschiff auf der Welt“).

Buchseite 50

 

Text

Sagt der Wassertopf: Ich kann schön singen,

ffffff!

Sagt das Fleisch in der Pfanne: Ich kann noch

mehr, pritzel, pratzel, pritzel, pratzel!

Sagt der Dampfkessel: Ich kann auch etwas,

pffff, pffff!

Sagt das Feuer: Ich kann noch mehr,

wulle, wulle, krach, krach, krach!

Sagt die Milch: Ich kann es am besten,

sch, sch, sch, sch, sch, sch, sch, sch!

Da läuft die ganze Milch auf den Herd herum.

 

Der Schneider.

Herr Schneider, Herr Schneider,

bald hätt ich´s vergessen,

ihr sollt mir das erste Paar

Hosen anmessen.

Nicht zu groß, nicht zu klein,

aber schön sollen sie sein.

 

Phonetische Übung (Laut- und Artikulationsschulung)

Der erste Text „Auf dem Herd“ dient der spielerischen Lautmalerei (Onomatopoesie). Erstklässler im Jahr 1933 lernten intensiv durch das laute Sprechen und Nachahmen von Geräuschen.

Zweck: Die Buchstabenfolgen „ssssss!“, „pfffff, pfffff!“ oder „sch sch sch...“ schulen die Artikulation, das Rhythmusgefühl und das phonologische Bewusstsein. Kinder verknüpfen den gedruckten Buchstaben direkt mit einem bekannten Geräusch aus ihrer Lebenswelt.

 

Der Herd, kochende Milch und Töpfe gehörten zum damaligen Alltag. Der Text vermittelt nebenbei eine kleine Alltagsregel: Wenn man nicht aufpasst, läuft die Milch über („Da läuft die ganze Milch auf dem Herd herum.“).

 

Der zweite Text „Der Schneider“ ist ein klassischer, rhythmischer Abzählreim oder ein kurzes Gedicht.

Zweck: Durch die regelmäßige Struktur und die Endreime („vergessen / anmessen“, „klein / sein“) können Leseanfänger den Text schneller erfassen, sich merken und flüssig vortragen. Das Erfolgserlebnis beim lauten Vorlesen steigert die Motivation.

 

Einführung in Handwerk und Berufe

Der Schneider-Text dient zudem der Sach- und Heimatkunde. Den Kindern wird spielerisch ein traditionelles Handwerk nähergebracht. Die kleinen Illustrationen am Rand (Bügeleisen, Schere, Maßband) fungieren als visuelle Anker: Sie helfen Erstklässlern, die noch nicht flüssig lesen können, den Sinn des Textes sofort zu erfassen.

Buchseite 84

 

Text

 

Zeile 1: K

Zeile 2:

Die Köchin backt einen

Zeile 3: süßen Kuchen.

 

Zeile 4: F

Zeile 5: Feuer, Feuer! Flammen

Zeile 6: aus dem Fenster!

 

Zeile 7: qu Qu x X y Y

Zeile 8: quarken Quelle

Zeile 9: Max und Xaver

Zeile 10: In Lagern ist es schön.

*Wir Kinder*

Erstes Lesebüchlein für die altbayerischen und schwäbischen Volksschulen.

7. Auflage 1938, Verlag Max Kellerer, München.

Bilder von Margret Wolfinger.

[Erste Auflage 1933]

 

Weitere Informationen:

Herausgeber:

Bearbeitet wurde die Fibel von den Pädagogen Christian Keller, Barthel Reinlein und Hans Stanglmaier.Illustrationen: Die reich bebilderten Seiten stammen von der Grafikerin Margret Wolfinger.Historischer Kontext:

Das Buch gilt in der Fachliteratur (wie dem Fibel-Findbuch von Gisela Teistler unter der Nummer 2662) als zeittypisches Dokument.

Es wurde direkt nach der nationalsozialistischen Machtergreifung eingeführt und transportiert entsprechend die politische Indoktrination jener Epoche (z. B. durch Abbildungen von Hakenkreuzfahnen oder NS-Bezügen).

 

*We Children*

First Reader for Old Bavarian and Swabian Elementary Schools.

7th edition, 1938, Max Kellerer Publishing House, Munich.

Illustrations by Margret Wolfinger.

[First edition 1933]

 

Further information:

Editors:

The primer was edited by educators Christian Keller, Barthel Reinlein, and Hans Stanglmaier. Illustrations: The richly illustrated pages were created by graphic artist Margret Wolfinger. Historical context:

In scholarly literature (such as Gisela Teistler’s primer catalog under number 2662), the book is considered a document typical of its time.

It was introduced immediately after the National Socialists seized power and, accordingly, conveys the political indoctrination of that era (e.g., through depictions of swastika flags or references to the Nazi regime).

Text:

Hans ist auf der Leiter.

Oh die feinen Birnen!

So reif, so weich, so gut.

Schau auf, Berta, schau auf!

Au, meine Nase!

 

Buchseite 8

Information:

Reine Benennungen: Ausrufe wie „Oh die feinen Birnen!“, „Au, meine Nase!“ oder Beschreibungen wie „so reif“ haben kein Verb, das einen Fall verlangt. Es sind eigenständige Nennungen im Nominativ.Das Subjekt: Im Satz „Hans ist auf der Leiter“ ist „Hans“ das Subjekt. Die Kontrollfrage lautet: Wer oder was ist auf der Leiter? Antwort: Hans (Nominativ).

Buchseite 57

 

Text

Auf zur Schule!

Die Uhr hat laut geschlagen,

was will sie uns denn sagen?

Ihr Kinder macht euch schnell bereit,

es ist zur Schule höchste Zeit!

Den Ranzen aufgenommen,

zu spät darf niemand kommen!

 

Am Morgen.

Hans, halte schön still! sagt das Wasser.

Fest waschen, fest waschen! sagt die Seife.

Gut reiben, gut reiben! sagt das Handtuch.

Ich mache die Haare glatt, sagt der Kamm.

Das Näschen sauber halten! sagt das Taschentuch.

Mutter, ade! sagt der Hans.

Halt, ich bin auch noch da! sagt das Hütchen.

Hans, du bis fein, sagt der Herr Lehrer.

 

Erziehung zur Pflicht und Pünktlichkeit („Auf zur Schule!“)

Zeitdisziplin: Sätze wie „es ist zur Schule höchste Zeit!“ und „zu spät darf niemand kommen!“ drillen Kinder schon im ersten Schuljahr auf absolute Pünktlichkeit.

Pflichtbewusstsein: Der Schulbesuch wird als die zentrale Pflicht des Kindes dargestellt, auf die man sich „schnell bereit“ machen muss.

Ordnung: Das Aufnehmen des Ranzens steht symbolisch für die strukturierte Vorbereitung auf den Tag.

 

Hygiene, Sauberkeit und Zivilisationsaushandlung („Am Morgen.“)

Ritualisierung der Pflege: Der Text vermittelt spielerisch durch Personifikation (Wasser, Seife, Handtuch, Kamm, Taschentuch „sprechen“), dass Waschen und Kämmen tägliche Pflichten sind.

Körperkontrolle: Sauberkeit wird im bürgerlichen Verständnis dieser Zeit mit moralischer Integrität gleichgesetzt. Nur ein sauberes Kind ist ein „gutes“ Kind.

Das Taschentuch: Die explizite Erwähnung („Das Näschen sauber halten!“) greift die damaligen Kampagnen zur Volksgesundheit und Hygieneerziehung auf.

Belohnung durch Autorität und soziale Anerkennung

Der Lehrer als moralische Instanz: Das Gedicht endet mit dem Satz: „Hans, du bist fein, sagt der Herr Lehrer.“ Das Ziel der morgendlichen Mühe ist das Lob der elterlichen und schulischen Autorität.

Soziale Konformität: Das Kind lernt, dass das Befolgen von Regeln und ein gepflegtes Äußeres direkt zu Anerkennung und sozialem Aufstieg (hier repräsentiert durch das Lob des Lehrers) führen.

 

Bildliche Absicherung: Der Weg in die Öffentlichkeit

Die Illustration zeigt Hans, der stolz und adrett gekleidet („fein“) mit Hut und Ranzen an einer Litfaßsäule vorbeigeht. Er verlässt den geschützten, privaten Raum der Familie („Mutter, ade!“) und tritt als ordentliches Mitglied in die öffentliche Gemeinschaft ein.

Buchseite 83

 

Text

 

1. Erster Block

Übungsbuchstaben: L B E (Großbuchstaben für Ludwig, Berta und Eis)

Text: „Ludwig und Berta gehen heute auf das Eis.“

 

2. Zweiter Block

Übungsbuchstabe: H (Großbuchstabe für Heil und Hitler)

Text: „Heil Hitler! Deutschland über alles in der Welt.“

 

3. Dritter Block

Übungsbuchstaben: p P (Zuerst das kleine p mit der Unterlänge, danach das große P)

Text: „Paula hat eine Puppe. Peter hat ein Pferd.“

 

Buchseite 58

 

Text

Am Sonntag.

Gleich wenn ich aufwache, weiß

ich schon, daß es Sonntag ist. Da

ist alles still. Im Hause ist es richtig ruhig,

und von der Straße kommt kein

Lärm. Da freue ich mich und bleibe

noch ein wenig liegen. Dann darf

ich mein schönes Kleid anziehen.

Und dann läuten die Glocken zur

Kirche. In der Kirche ist es schön.

Am schönsten ist es, wenn alle Leute

singen. Da rühre ich mich nicht und

denke an den lieben Gott.

 

Gesamtfazit der Seiten 56–58:

Diese drei aufeinanderfolgenden Seiten zeigen den idealen Lebensrhythmus eines Kindes im Jahr 1933 vor der lückenlosen ideologischen Gleichschaltung:

Gottvertrauen am Morgen (S. 56),

Pflichterfüllung und Sauberkeit unter der Woche (S. 57)

und gottesfürchtige Ruhe am Sonntag (S. 58).

Buchseite 30

 

Text

Was ist da los?

Die Kinder lachen und schreien.

Was ist da los?

Eis ist auf dem Weg.

Hei, da können sie fein schleifen.

Der Werner klann es am besten.

Hui, wie er sausen kann!

Emil macht es nach.

Hopla, schon liegt er

auf der Nase.

Und die kleinen Mädchen?

Die trauen sich nicht so,

die schauen lieber zu.

 

Sprachlich-Grammatikalische Vermittlung (Schriftspracherwerb)

Lautmalerei und Interjektionen: Die Wörter „Hei“, „Hui“ und „Hopla“ (Hoppla) brechen den Fließtext auf. Kinder lernen, Gefühle, Dynamik und plötzliche Ereignisse (Sturz) lautmalerisch in Schriftform auszudrücken.Kurze, lauttreue Sätze:

Die Sätze sind extrem kurz und im Präsens gehalten („Was ist da los?“, „Eis ist auf dem Weg.“). Das erleichtert das synchrone Mitlesen und Verstehen für Leseanfänger.

Reim und Rhythmus: Der Text nutzt einfache Paarreime („schreien / los“ ist unrein, aber „Weg / schleifen“, „besten / sausen“ – primär geht es um Rhythmus: „nach / Nase“). Das rhythmische Sprechen schult das phonologische Bewusstsein.

 

Didaktische Absicht (Das Zusammenspiel von Bild und Text)

Visualisierung von Verben (Bewegungsverben):

Das Bild dient als direktes Anschauungsmaterial für die im Text genutzten Verben:

schleifen (auf dem Eis schittern) -> Werner in Aktion.

sausen -> Die Dynamik des Jungen in der Mitte.auf der Nase liegen ->Emil liegt real auf dem Bauch/Gesicht am Boden.

Such- und Zuordnungsspiel:

Kinder im Erstleseunterricht sollten den Text lesen und die Figuren im Bild identifizieren („Wer ist Werner? Wer ist Emil?“). Das schult das sinnentnehmende Lesen.

Buchseite 39

 

Text

Zum neuen Jahre.

Ich bin froh, daß ich euch hab,

und wünsch mit Herz und Mund

zum neuen Jhr euch recht viel Glück,

bleibt immer schön gesund!

 

Wer kennt diese Blumen?

Sie blühen nur im Winter und wachsen an

der Fensterscheibe. Sie riechen nicht und brauchen

keine Sonne. Sie haben die allerfeinsten Blätter.

 

Auf dem Eis.

Otto und Karl sausen

wie der Wind. Anna macht

einen Bogen. Emil kann

sogar einen Achter fahren.

Aber Hans muß es erst

lernen. Das ist nicht leicht.

Hopla - schon liegt er auf

dem Eis. Da lachen alle.

 

Erstlesedidaktik und Leseverständnis

Steigerung des Schwierigkeitsgrads:

Die drei Abschnitte bauen aufeinander auf. Sie wechseln von kurzen, gereimten Versen hin zu komplexeren Prosatexten.

Satzstrukturen:

Die Sätze im unteren Text sind bewusst kurz und einfach gehalten („Das ist nicht leicht.“). Das erleichtert Leseanfängern das Erfassen von Sinnzusammenhängen.

Schriftbild-Gewöhnung:

Der Text dient dem Erlernen und Festigen des Lesens von Frakturschrift (altdeutsche Schrift), insbesondere der Unterscheidung visuell ähnlicher Buchstaben (wie das lange „ſ“ und das „f“).

*Wir Kinder*

Erstes Lesebüchlein für die altbayerischen und schwäbischen Volksschulen.

7. Auflage 1938, Verlag Max Kellerer, München.

Bilder von Margret Wolfinger.

[Erste Auflage 1933]

 

Weitere Informationen:

Herausgeber:

Bearbeitet wurde die Fibel von den Pädagogen Christian Keller, Barthel Reinlein und Hans Stanglmaier.Illustrationen: Die reich bebilderten Seiten stammen von der Grafikerin Margret Wolfinger.Historischer Kontext:

Das Buch gilt in der Fachliteratur (wie dem Fibel-Findbuch von Gisela Teistler unter der Nummer 2662) als zeittypisches Dokument.

Es wurde direkt nach der nationalsozialistischen Machtergreifung eingeführt und transportiert entsprechend die politische Indoktrination jener Epoche (z. B. durch Abbildungen von Hakenkreuzfahnen oder NS-Bezügen).

 

*We Children*

First Reader for Old Bavarian and Swabian Elementary Schools.

7th edition, 1938, Max Kellerer Publishing House, Munich.

Illustrations by Margret Wolfinger.

[First edition 1933]

 

Further information:

Editors:

The primer was edited by educators Christian Keller, Barthel Reinlein, and Hans Stanglmaier. Illustrations: The richly illustrated pages were created by graphic artist Margret Wolfinger. Historical context:

In scholarly literature (such as Gisela Teistler’s primer catalog under number 2662), the book is considered a document typical of its time.

It was introduced immediately after the National Socialists seized power and, accordingly, conveys the political indoctrination of that era (e.g., through depictions of swastika flags or references to the Nazi regime).

Was sieht das Erstklässler-Kind auf dieser Fibelseite?

 

Das Kind schlägt die Seite 86 auf und sieht ein Übungsblatt, das ihm beim Wechsel von der ihm vertrauten deutschen Frakturschrift zur lateinischen Antiqua-Schrift helfen soll.

 

Der obere Teil (Die Alphabet-Tabelle):

Hier sieht das Kind vier Pärchenreihen. In der jeweils oberen Zeile stehen die Buchstaben in der eckigen, verzierten Frakturschrift. Direkt darunter steht exakt derselbe Buchstabe in der runden, schlichten Antiqua-Druckschrift.

Das Kind soll hier Zeile für Zeile mit dem Finger entlangfahren und lernen: „Ah, so sieht das große A in Deutsch aus, und so sieht es in der neuen Schrift aus.“ (Dass dem Drucker dabei schwere Fehler unterlaufen sind und ab der Hälfte der Großbuchstaben einfach Kleinbuchstaben stehen, merkt das Kind in der ersten Klasse meist noch nicht).

 

Der untere Teil (Die Lese-Verse, Alphabet lernen!):

Hier wechselt die Fibel komplett zur neuen Antiqua-Schrift.

Darunter folgt ein einfacher, sich reimender Satz aus der Lebenswelt des Kindes, komplett in der neuen Lateinschrift:

ABCDE

„im Walde ist das Reh“

FGHIK

„der Storch ist wieder da“

LMNOP

„das Entlein ist im See“

QRSTU

„im Stalle ist die Kuh“

VWXYZ

„das Kindlein ist im Bett“

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