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Als einem Idealbild der Religion der Toleranz, des Friedens und der Liebe auf der einen Seite, ist es nur allzuleicht ein Zerrbild der Religion der Intoleranz, der Gewalt und des Hasses auf der anderen Seite entgegenzuhalten, bei dem nur einige aus der Reihe zu tanzen brauchen.

 

As an ideal image of the religion of tolerance, peace and love on the one hand, it is all too easy to contrast this with a caricature of the religion of intolerance, violence and hatred, in which only few need to step out of line.

 

Sinan Gönül (*1973)

Hannover, Germany

 

Explanation in English:

The writing in German is very funny because it features a pun: "Lackdose" (spray can) sounds almost like "Laktose". So the statement actually says "Against spray can intolerance" instead of "Against lactose intolerance".

Von einer der Briefbomben verletzt wurde Silvana Meixner. Sie wirkte mit am Aufbau der Minderheitenredaktion des ORF (Österreichischer Rundfunk) und präsentiert die Sendereihe "Heimat Fremde Heimat".

Hier moderiert Silvana Meixner den Beitrag vom 8. 5. 2016:

"Heimat Fremde Heimat: Die Neue Rechte in Österreich" (youtube)

 

("Sie (die Rechten) haben eine Ideologie der Ungleichheit und der damit verbundenen Ungleichwertigkeit"

"Da sollte man nicht wegschauen, weil Wegschauen macht Probleme immer nur größer")

 

Franz Fuchs committed series of attacks with letter bombs between 1993 and 1996. It was racist motivated. My boss at that time was a Hungarian immigrant, so we were potential victims and we were aware of that. No such letter was sent to us and so our hands remained unharmed. But 4 people died and 15 were injured - permanent injuries, some very heavily injured, one lost both hands.

 

Zur Zeit der rassistisch motivierten Anschlagsserien des Franz Fuchs ( = BBA Bajuwarische Befreiungsarmee) war ich an einem Theater engagiert, dessen Direktor ein ungarischer Immigrant war, also ins Opferschema des Franz Fuchs paßte. Neben meinen Hauptaufgaben Regieassistenz, Licht und Ton, Inspizienz, Requisiten etc., mußte ich auch immer wieder im Büro aushelfen, hatte also auch mit der Korrespondenz zu tun. Wir erhielten keine Briefbombe, die Hände des Direktors, des Sekretärs und auch meine blieben unverletzt, Durch die Briefbomben wurden zum Teil nicht die Adressaten selber, sondern deren Mitarbeiter, zu deren Aufgabenbereich das Öffnen der Briefe gehört, verletzt - so zum Beispiel beim Brief an eine meiner Studienkolleginnen: Arabella Kiesbauer (dunkelhäutig, da ihr Vater Ghanaer ist): ihre Assistentin wurde verletzt als sie ihre Arbeit verrichtete und den Brief öffnete. Einige Briefe konnten auch abgefangen werden, so etwa der an Angela Resetarits, der Mutter von Lukas Resetarits und Willy Resetarits (Professor Kurt Ostbahn) adressierte. Insgesamt 4 Tote, 15 Verletzte, schwere Verletzungen, bleibende Verletzungen, einer verlor beide Hände.

 

Mein Mitgefühl gilt den Opfern, meine Dankbarkeit den Aufklärern der Tat, meine Hochachtung all jenen, die sich aktiv gegen Rassismus wenden, die sich aktiv gegen Intoleranz und Ignoranz, also gegen Anschauungen wie "some things and people count, most don`t" wenden.

 

Photo 30 September 2016:: rechte Hand Handrücken, Abdrücke: rechte und linke Handfläche blau - die Verwendung von Blau ist hier nicht politisch konnotiert!!!! - rechter und linker Handrücken gelb Nagellack orange, grün - kein Rot

 

Part of "res noscenda note notiz sketch skizze material sammlung collection entwurf überlegung gedanke brainstorming musterbogen schnittmuster zwischenbilanz bestandsaufnahme rückschau vorschau" // Esoterik Entlarvung Handlesen // color blue + yellow = green Farbe Blau + Gelb = Grün

Willy Resetarits (Prof. Kurt Ostbahn) und seine Mutter singen gemeinsam am Heldenplatz ein kroatisches Lied "Lipo ti je čuti" (1995 / youtube)

 

Franz Fuchs committed series of attacks with letter bombs between 1993 and 1996. It was racist motivated. My boss at that time was a Hungarian immigrant, so we were potential victims and we were aware of that. No such letter was sent to us and so our hands remained unharmed. But 4 people died and 15 were injured - permanent injuries, some very heavily injured, one lost both hands.

 

Zur Zeit der rassistisch motivierten Anschlagsserien des Franz Fuchs ( = BBA Bajuwarische Befreiungsarmee) war ich an einem Theater engagiert, dessen Direktor ein ungarischer Immigrant war, also ins Opferschema des Franz Fuchs paßte. Neben meinen Hauptaufgaben Regieassistenz, Licht und Ton, Inspizienz, Requisiten etc., mußte ich auch immer wieder im Büro aushelfen, hatte also auch mit der Korrespondenz zu tun. Wir erhielten keine Briefbombe, die Hände des Direktors, des Sekretärs und auch meine blieben unverletzt, Durch die Briefbomben wurden zum Teil nicht die Adressaten selber, sondern deren Mitarbeiter, zu deren Aufgabenbereich das Öffnen der Briefe gehört, verletzt - so zum Beispiel beim Brief an eine meiner Studienkolleginnen: Arabella Kiesbauer (dunkelhäutig, da ihr Vater Ghanaer ist): ihre Assistentin wurde verletzt als sie ihre Arbeit verrichtete und den Brief öffnete. Einige Briefe konnten auch abgefangen werden, so etwa der an Angela Resetarits, der Mutter von Willy Resetarits (Professor Kurt Ostbahn) adressierte. Daher auch der Musiklink oben. Insgesamt 4 Tote, 15 Verletzte, schwere Verletzungen, bleibende Verletzungen, einer verlor beide Hände.

 

Mein Mitgefühl gilt den Opfern, meine Dankbarkeit den Aufklärern der Tat, meine Hochachtung all jenen, die sich aktiv gegen Rassismus wenden, die sich aktiv gegen Intoleranz und Ignoranz, also gegen Anschauungen wie "some things and people count, most don`t" wenden.

 

Photo 30 September 2016:: Linke Hand Handfläche, Abdrücke: rechte und linke Handfläche - die Verwendung von Blau ist hier nicht politisch konnotiert!!!!

 

Part of "res noscenda note notiz sketch skizze material sammlung collection entwurf überlegung gedanke brainstorming musterbogen schnittmuster zwischenbilanz bestandsaufnahme rückschau vorschau" // Esoterik Entlarvung Handlesen

youtu.be/LCCiwPEdEpg

 

hope everybody enjoyed the first springweekend :-S.

 

Dreamer Songtext Übersetzung

 

Ich starre durch das Fenster auf die Welt dort draußen

Frage mich, ob Mutter Erde überleben wird

Hoffe, dass die Menschheit irgendwann aufhört, sie zu missbrauchen

 

Am Ende gibt es nur noch uns zwei

Und wir kämpfen immer noch um unser Leben

Wir sehen, wie die ganze Geschichte sich wiederholt

Immer wieder

 

Ich bin nur ein Träumer

Ich verträume mein Leben

Bin nur ein Träumer,

der von den besseren Tagen träumt

 

Ich sehe die Sonne untergehen, wie jeder von uns

Ich hoffe, daß die Morgendämmerung ein Zeichen bringen wird

Einen besseren Platz für die, die nach uns kommen werden...

Dieses Mal

 

(Chorus)

 

Deine höhere Macht mag Gott sein, oder Jesus Christus,

Das ist mir eigentlich ziemlich egal

Ohne unsere gegenseitige Hilfe gibt es keine Hoffnung für uns

Ich lebe in einem Traum der Phantasie

Oh yeah, yeah yeah

 

Wenn wir nur alle zu heiterer Gemütsruhe finden könnten

Es wäre schön, wenn wir vereint leben könnten.

Wann werden all dieser Zorn, Haß und religiöse Intoleranz...

Vergangen sein?

Lukas Resetarits (Bruder von Professor Kurt Ostbahn Willy Resetarits) "Tschusch Tschusch"

(Kabarett-Nummer über das Phänomen der Ausländerfeindlichkeit von Ausländern - das man z.B.: auch findet bei Ausländern, die FPÖ wählen, oder bei jenen Juden die anfangs für Hitler waren, weil sie glaubten, sie seien ja nicht gemeint, sondern nur die "anderen Juden", die Ostjuden, die Orthodoxen.... / youtube)

 

Franz Fuchs committed series of attacks with letter bombs between 1993 and 1996. It was racist motivated. My boss at that time was a Hungarian immigrant, so we were potential victims and we were aware of that. No such letter was sent to us and so our hands remained unharmed. But 4 people died and 15 were injured - permanent injuries, some very heavily injured, one lost both hands.

 

Zur Zeit der rassistisch motivierten Anschlagsserien des Franz Fuchs ( = BBA Bajuwarische Befreiungsarmee) war ich an einem Theater engagiert, dessen Direktor ein ungarischer Immigrant war, also ins Opferschema des Franz Fuchs paßte. Neben meinen Hauptaufgaben Regieassistenz, Licht und Ton, Inspizienz, Requisiten etc., musste ich auch immer wieder im Büro aushelfen, hatte also auch mit der Korrespondenz zu tun. Wir erhielten keine Briefbombe, die Hände des Direktors, des Sekretärs und auch meine blieben unverletzt, Durch die Briefbomben wurden zum Teil nicht die Adressaten selber, sondern deren Mitarbeiter, zu deren Aufgabenbereich das Öffnen der Briefe gehört, verletzt - so zum Beispiel beim Brief an eine meiner Studienkolleginnen: Arabella Kiesbauer (dunkelhäutig, da ihr Vater Ghanaer ist): ihre Assistentin wurde verletzt als sie ihre Arbeit verrichtete und den Brief öffnete. Einige Briefe konnten auch abgefangen werden, so etwa der an Angela Resetarits, der Mutter von Kabarettist Lukas Resetarits und Willy Resetarits (Professor Kurt Ostbahn) adressierte. Daher auch der Musiklink oben. Insgesamt 4 Tote, 15 Verletzte, schwere Verletzungen, bleibende Verletzungen, einer verlor beide Hände.

Mein Mitgefühl gilt den Opfern, meine Dankbarkeit den Aufklärern der Tat, meine Hochachtung all jenen, die sich aktiv gegen Rassismus wenden, die sich aktiv gegen Intoleranz und Ignoranz, also gegen Anschauungen wie "some things and people count, most don`t" wenden.

 

Photo 30 September 2016:: Linke Hand Handrücken, Abdrücke: rechte und linke Handfläche, linker Handrücken - die Verwendung von Blau ist hier nicht politisch konnotiert!!!!

Part of "res noscenda note notiz sketch skizze material sammlung collection entwurf überlegung gedanke brainstorming musterbogen schnittmuster zwischenbilanz bestandsaufnahme rückschau vorschau" // Esoterik Entlarvung Handlesen // color blue + yellow = green Farbe Blau + Gelb = Grün

if a picture is 6 years old and you like it when you rediscover it and you don't have time for flickr that day, is it allowed to post it again ?

 

We are learning from our English and American friends here. While Germans often do such things "secretly" and hope not to be "caught", I learned that they sometimes post the same picture here several times for some reason and also point it out ... how much good can we learn from each other ...

 

unless it's about populism, splitting, polarizing, intolerance, abolishing democracy and solving politics with the gun and murder, inciting and not being able to lose and getting and staying in power at any price and introducing a very bad climate into society with alternative truths etc ...

 

;-) ...

 

wenn ein Bild 6 Jahre alt ist und es einem beim Wiederentdecken gut gefällt und man an dem Tag keine Zeit für flickr hat ist es dann erlaubt, es noch einmal einzustellen ?

 

Wir lernen ja hier von unseren englischen und amerikanischen Freunden. Während Deutsche so etwas oft "geheim" machen und hoffen nicht "erwischt" zu werden, lernte ich, dass sie manchmal das gleiche Bild, aus irgendwelchen Gründen, mehrmals hier einstellen und auch darauf hinweisen ... wie viel Gutes können wir voneinander lernen ...

 

es sei denn es geht um Populismus, Spalten, Polarisieren, Intoleranz, Demokratie abschaffen und Politik mit dem Gewehr und Morden lösen, Aufhetzen und nicht verlieren können und um jeden Preis an die Macht kommen und bleiben und ein sehr schlechtes Umgangsklima in die Gesellschaft einzuführen mit alternativen Wahrheiten etc ...

 

:::))) ...

 

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Der Krebs gilt als ein sehr freundliches und fröhliches Gemüt. Zwischenmenschlichkeit, Respekt und vor allem Fairness sind ihm sehr wichtig. Für seine Werte setzt er sich daher auch gern ein und akzeptiert keine Intoleranz. Ein bisschen verträumt und dennoch voller Ehrgeiz kämpft der Krebs sich durch das Leben.

Fotowanderung im Rahmen der Wochen gegen Intoleranz und Rassismus

youtu.be/w8HdOHrc3OQ

 

Der große Diktator (Rede) Lyrics

 

Es tut mir leid aber ich möchte nun mal kein Herrscher der Welt sein, denn das liegt mir nicht.

Ich möchte weder herrschen, noch irgendwen erobern,

sondern jedem Menschen helfen, wo immer ich kann.

Den Juden, den Heiden, den Farbigen, den Weißen.

Jeder Mensch sollte dem anderen helfen, nur so verbessern wir die Welt.

Wir sollten am Glück des andern teilhaben und nicht einander verabscheuen.

Haß und Verachtung bringen uns niemals näher.

Auf dieser Welt ist Patz genug für jeden, und Mutter Erde ist reich genug, um jeden von uns satt zu machen.

Das Leben kann ja so erfreulich und wunderbar sein.

Wir müssen es nur wieder zu leben lernen.

Die Habgier hat das Gute im Menschen verschüttet und Mißgunst hat die Seelen vergiftet und uns im Paradeschritt zu Verderb und Blutschuld geführt.

Wir haben die Geschwindigkeit entwickelt aber innerlich sind wir stehen geblieben.

Wir lassen Maschinen für uns arbeiten und sie denken auch für uns.

Die Klugheit hat uns hochmütig werden lassen, und unser Wissen kalt und hart.

Wir sprechen zu viel und fühlen zu wenig.

Aber zuerst kommt die Menschlichkeit und dann erst die Maschinen.

Vor Klugheit und Wissen kommt Toleranz und Güte.

Ohne Menschlichkeit und Nächstenliebe ist unser Dasein nicht lebenswert.

Aeroplane und Radio haben uns einander näher gebracht.

Diese Erfindungen haben eine Brücke geschlagen, von Mensch zu Mensch.

Die erfordern eine allumfassende Brüderlichkeit, damit wir alle Eins werden.

Millionen Menschen auf der Welt können im Augenblick meine Stimme hören.

Millionen verzweifelter Menschen, Opfer eines Systems, das es sich zur Aufgabe gemacht hat Unschuldige zu quälen, und in Ketten zu legen.

Allen denen die mich jetzt hören rufe ich zu: Ihr dürft nicht verzagen!

Auch das bittere Leid das über uns gekommen ist, ist vergänglich.

Die Männer, die heute die Menschlichkeit mit Füssen treten werden nicht immer da sein.

Ihre Grausamkeit stirbt mit ihnen, und auch ihr Hass.

Die Freiheit, die sie den Menschen genommen haben, wird ihnen dann zurückgegeben werden.

Auch wenn es Blut und Tränen kostet, für die Freiheit ist kein Opfer zu groß.

 

Soldaten vertraut euch nicht Barbaren an,

Unmenschen die euch verachten, und denen euer Leben nichts wert ist, ihr seid für sie nur Sklaven.

Ihr habt das zu tun, das zu glauben, das zu fühlen.

Ihr werdert gedrillt, gefüttert, wie Vieh behandelt, und seid nichts weiter als Kanonenfutter.

Ihr seid viel zu schade für diese verehrten Subjekte.

Diese Maschinenmenschen, mit Maschinenköpfen, und Maschinenherzen.

Ihr seid keine Roboter, ihr seid keine Tiere, ihr seid Menschen!

Berwahrt euch die Menschlichkeit in euren Herzen und hasst nicht,

nur wer nicht geliebt wird hasst, nur wer nicht geliebt wird.

Soldaten kämpft nicht für die Sklaverei, kämpft für die Freiheit.

Im siebzehnten Kapitel des Evangelisten Lukas steht:

Gott wohnt in jedem Menschen.

Also nicht nur in einem oder in einer Gruppe von Menschen.

Vergesst nie, Gott liegt in euch allen, und ihr als Volk habt allein die Macht.

Die Macht Kanonen zu fabrizieren, aber auch die Macht Glück zu spenden.

Ihr als Volk habt es in der Hand, dieses Leben einmalig kostbar zu machen,

es mit wunderbarem Freiheitsgeist zu durchdringen.

Daher im Namen der Demokratie: Laßt und diese Macht nutzen!

Laßt uns zusammen stehen!

Laßt uns kämpfen für eine neue Welt, für eine anständige Welt!

Die jedermann gleiche Chancen gibt, die der Jugend eine Zukunft und den Alten Sicherheit gewährt.

Versprochen haben die Unterdrücker das auch, deshalb konnten sie die Macht ergreifen.

Das war Lüge, wie überhaupt alles, was sie euch versprachen, diese Verbrecher.

Diktatoren wollen die Freiheit nur für sich, das Volk soll versklavt bleiben.

Laßt uns diese Ketten sprengen!

Laßt uns kämpfen für eine beseere Welt!

Laßt uns kämpfen für die Freiheit in der Welt,

das ist ein Ziel, für das es sich zu kämpfen lohnt.

Nieder mit der Unterdrückung, dem Hass und der Intoleranz!

Laßt uns kämpfen für eine Welt der Sauberkeit.

In der die Vernunft siegt, in der uns Fortschritt und Wissenschaft allen zum Segen reichen.

Kameraden, im Namen der Demokratie: Dafür laßt uns streiten!

 

Charlie Chaplin

Respekt!

Kein Platz für Rassismus ist eine 2006 gegründete Initiative mit Sitz in Frankfurt am Main, die sich gegen Rassismus, Diskriminierung und Intoleranz richtet. Sie wirbt für ein respektvolles Verhalten gegenüber anderen, für Toleranz, Anerkennung und Wertschätzung.

  

Respect!

No place for racism is an initiative founded in 2006 and based in Frankfurt am Main that is directed against racism, discrimination and intolerance. It promotes respectful behavior towards others, tolerance, recognition and appreciation.

  

de.wikipedia.org/wiki/Respekt!_Kein_Platz_f%C3%BCr_Rassismus

  

Otto Skorzeny`s career during WWII and his career afterwards see wikipedia English: "Otto Skorzeny"

He was a Nazi till he died 1975, founded a Neo-Nazi organization in Spain.... At his burial many raised their arm and saluted with the Nazi-salut.

 

Maria Cebotari was an opera singer, she was one of the best paid movie actresses during National Socialism and continued her career at opera houses after WWII without a break till her death.

 

Salzburger Nachrichten 9. Mai 2016: "Cebotari war eine Opernsängerin, die vom Nationalsozialismus profitierte. Gleich nach der Machtergreifung Hitlers zog sie nach Deutschland und wurde zu einer der bestbezahlten Darstellerinnen in der NS-Filmindustrie sowie ein Aushängeschild der NS-Kulturpolitik.Nach dem Krieg konnte sie ihre Karriere nahtlos bei den Salzburger Festspielen fortsetzen." - das Unschuldsweiß paßt da wohl nicht so ganz, Blau aber schon, und warum nicht gleich blaue Kornblumen, wie sie die FPÖ Politiker wieder an ihre Sakkos stecken, diese Erkennungszeichen der Nazis vor der Machtübernahme Hitlers.

 

Und wie lebte Skorzeny nach dem Ende des zweiten Weltkriegs weiter: während der Kriegsverbrecherprozesse floh er aus der Untersuchungshaft, in Argentinien war er Berater von Diktator Juan Peron, in Spanien hatte er die Generalvertretung der VOEST, gründete die Neonazibewegung Círculo Español de Amigos de Europa.... - da dürfen natürlich Runen nicht fehlen am Grab.

- - - -

Meine Hochachtung all jenen, die sich aktiv gegen Rassismus wenden, die sich aktiv gegen Intoleranz und Ignoranz, also gegen Anschauungen wie "some things and people count, most don`t" wenden, die nicht wegschauen, weil sie nicht sehen wollen.

 

Part of: "Paseos at Austrian Cemeteries - Spaziergänge Rundgänge unterwegs: österreichische Friedhöfe "

Wir sind keine Feinde, sondern Freunde. Wir dürfen keine Feinde sein. Leidenschaft mag die Bande unserer Zuneigung anspannen, aber zerreißen darf sie sie nicht. Die mystischen Klänge der Erinnerung werden ertönen, wenn - und das ist sicher - die besseren Engel unserer Natur sie wieder berühren.

 

Abraham Lincoln.

 

Ein Zeichen gegen Intoleranz und Rassismus. Grün ist die Farbe der Hoffnung. Wasser ist das Leben. Erst einzelne Tropfen. Schließen sie sich zusammen, wird daraus ein Meer.

Heute vor 80 Jahren trafen sich am Berliner Wannsee 15 führende Vertreter der NS-Bürokratie. Ihr Thema: die Organisation des systematischen Massenmords an Juden.

 

Der Mord an den europäischen Juden war geplant und er wurde von den Nationalsozialisten systematisch umgesetzt. Zwar sind die Wege, die zum Massenmord führten, verschlungen - aber ein Datum ist besonders mit dem bürokratisch organisierten Verbrechen verbunden: der 20. Januar 1942, der Tag der Wannsee-Konferenz.

 

Wannsee-Konferenz: Anfang oder Fortsetzung?

Die berüchtigte Konferenz begann an einem Wintermittag in einer Villa der SS am Berliner Wannsee. Geladen zu einer Besprechung "mit anschließendem Frühstück" hatte Reinhard Heydrich, Chef der berüchtigten Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes (SD). Gekommen waren 15 Männer - Staatssekretäre, Spitzen der NS-Verwaltung im besetzten Osteuropa und hochrangige SS-Führer. Einziger Tagesordnungspunkt: die Organisation und Umsetzung der "Endlösung der Judenfrage".

  

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Holocaust it begins by looking back at the major changes from 1918 to 1933 that created the political climate for the birth and rise of the Nazi Party in Germany. It explores the basis for the party’s support among ordinary Germans and the military, government, and business establishment before and after Hitler was appointed chancellor in January 1933.

 

After 1933, Nazi leaders used violence and intimidation, propaganda, laws and decrees, and parliamentary maneuvers to quickly destroy the remains of democratic rule. Having established a dictatorship, leaders began pursuing ideological goals. These included the purification and strengthening of the “superior” German “race” and the return of Germany to great power status through economic revival and the build-up of the military.

 

Jews, who were viewed in Nazi ideology as a separate and dangerous “race,” went from being German citizens with full equal rights to outcasts. They were pressured to immigrate and excluded from the racially based “people’s community” that gave many Germans, especially youth, a sense of belonging. Other excluded groups included Roma, persons with disabilities, gay men, Jehovah’s Witnesses, and political opponents.

 

During World War II, which began in 1939, German military conquests and alliances endangered Jews living in countries across German-dominated Europe. The German invasion of the Soviet Union in summer 1941, envisioned by Nazi leaders and the German military as a “war of annihilation,” was a key turning point on the path to the genocide of Europe’s Jews. The murder of 6 million Jewish men, women, and children required the active participation or acquiescence of countless Germans and Europeans from all walks of life.

  

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Der Text der "Rede an die Menschheit" von Charlie Chaplin aus "Der Große Diktator":

Es tut mir leid aber ich möchte nun mal kein Herrscher der Welt sein, denn das liegt mir nicht. Ich möchte weder herrschen, noch irgend wen erobern, sondern jedem Menschen helfen, wo immer ich kann. Den Juden, den Heiden, den Farbigen, den Weißen. Jeder Mensch sollte dem anderen helfen, nur so verbessern wir die Welt. Wir sollten am Glück des Anderen teilhaben und nicht einander verabscheuen. Hass und Verachtung bringen uns niemals näher. Auf dieser Welt ist Patz genug für jeden, und Mutter Erde ist reich genug, um jeden von uns satt zu machen.

 

Das Leben kann ja so erfreulich und wunderbar sein. Wir müssen es nur wieder zu leben lernen. Die Habgier hat das Gute im Menschen verschüttet und Missgunst hat die Seelen vergiftet und uns im Paradeschritt zu Verderb und Blutschuld geführt. Wir haben die Geschwindigkeit entwickelt aber innerlich sind wir stehen geblieben. Wir lassen Maschinen für uns arbeiten und sie denken auch für uns. Die Klugheit hat uns hochmütig werden lassen, und unser Wissen kalt und hart. Wir sprechen zu viel und fühlen zu wenig. Aber zuerst kommt die Menschlichkeit und dann erst die Maschinen. Vor Klugheit und Wissen kommt Toleranz und Güte. Ohne Menschlichkeit und Nächstenliebe ist unser Dasein nicht lebenswert.

 

Aeroplane und Radio haben uns einander näher gebracht. Diese Erfindungen haben eine Brücke geschlagen, von Mensch zu Mensch. Die erfordern eine allumfassende Brüderlichkeit, damit wir alle Eins werden. Millionen Menschen auf der Welt können im Augenblick meine Stimme hören. Millionen verzweifelter Menschen, Opfer eines Systems, das es sich zur Aufgabe gemacht hat Unschuldige zu quälen, und in Ketten zu legen. Allen denen die mich jetzt hören rufe ich zu : Ihr dürft nicht verzagen! Auch das bittere Leid das über uns gekommen ist, ist vergänglich. Die Männer, die heute die Menschlichkeit mit Füssen treten werden nicht immer da sein. Ihre Grausamkeit stirbt mit ihnen, und auch ihr Hass. Die Freiheit, die sie den Menschen genommen haben, wird ihnen dann zurückgegeben werden. Auch wenn es Blut und Tränen kostet, für die Freiheit ist kein Opfer zu groß.

 

Soldaten vertraut euch nicht Barbaren an, Unmenschen die euch verachten, und denen euer Leben nichts wert ist, ihr seid für sie nur Sklaven. Ihr habt das zu tun, das zu glauben, das zu fühlen. Ihr werdet gedrillt, gefüttert, wie Vieh behandelt, und seid nichts weiter als Kanonenfutter. Ihr seid viel zu schade für diese verehrten Subjekte. Diese Maschinenmenschen, mit Maschinenköpfen, und Maschinenherzen. Ihr seid keine Roboter, ihr seid keine Tiere, ihr seid Menschen! Erwahrt euch die Menschlichkeit in euren Herzen und hasst nicht, nur wer nicht geliebt wird hasst, nur wer nicht geliebt wird. Soldaten kämpft nicht für die Sklaverei, kämpft für die Freiheit.

 

Im siebzehnten Kapitel des Evangelisten Lukas steht : Gott wohnt in jedem Menschen. Also nicht nur in einem oder in einer Gruppe von Menschen. Vergesst nie, Gott liegt in euch allen, und ihr als Volk habt allein die Macht. Die Macht Kanonen zu fabrizieren, aber auch die Macht Glück zu spenden. Ihr als Volk habt es in der Hand, dieses Leben einmalig kostbar zu machen, es mit wunderbarem Freiheitsgeist zu durchdringen. Daher im Namen der Demokratie :

 

Lasst und diese Macht nutzen!

 

Lasst uns zusammen stehen!

 

Lasst uns kämpfen für eine neue Welt, für eine anständige Welt! Die jedermann gleiche Chancen gibt, die der Jugend eine Zukunft und den Alten Sicherheit gewährt. Versprochen haben die Unterdrücker das auch, deshalb konnten sie die Macht ergreifen. Das war Lüge, wie überhaupt alles, was sie euch versprachen, diese Verbrecher. Diktatoren wollen die Freiheit nur für sich, das Volk soll versklavt bleiben.

 

Lasst uns diese Ketten sprengen!

 

Lasst uns kämpfen für eine bessere Welt!

 

Lasst uns kämpfen für die Freiheit in der Welt, das ist ein Ziel, für das es sich zu kämpfen lohnt. Nieder mit der Unterdrückung, dem Hass und der Intoleranz!

 

Lasst uns kämpfen für eine Welt der Sauberkeit. In der die Vernunft siegt, in der uns Fortschritt und Wissenschaft allen zum Segen reichen. Kameraden, im Namen der Demokratie: Dafür lasst uns streiten!

 

Quelle: der große diktator

Charlie Chaplins Rede an die Menschheit.

 

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More important than ever!

Street Dresden

 

"Die Wölfe sind zurück"

Kunst gegen Fremdenhass und Intoleranz.

diewoelfesindzurueck.de

Jahresrückblick 2011 / Review of the year 2011

The B-Pictures

 

September 2011: Regensburg

Fotoblos'n Tour "Zentralperspektive"

Bearbeitung: Jürgen Krall

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Bild Nr.: CJK_2668

 

Berlin (dfpopo) - Mehrere Hundert Fotografen haben heute vor dem Bundeskanzleramt in Berlin gegen die fortschreitende Bildbearbeitungsintoleranz in Deutschland und Europa protestiert. Sie forderten die Regierung auf, endlich wirksam gegen die schändliche Abscheu gegen diese gängige Praxis vorzugehen, von dem man immer dachte, es sei eigentlich schon längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

 

Doch die Ressentiments sitzen tief. Allein in Deutschland sind schätzungsweise 15 bis 25 Prozent der Gesamtbevölkerung derart fotobearbeitungsintolerant, dass sie mit heftigen Augenverdrehen, Übelkeit und Magendrücken bis hin zu Wortausfällen und Rechercheorgien reagieren, wann immer sie mit Fotografien oder Fotoprodukten in Berührung kommen.

 

Der BDFV (Bund Deutscher Fotoverbesserer) fordert von der Regierung, umgehend Maßnahmen zu ergreifen. So sollen in Vierteln mit einem hohen Bevölkerungsanteil an Ooc-Fanatikern, die als besonders bearbeitungsintolerant gelten, spezielle "Photoshopworker" eingesetzt werden. Sie könnten zumindest den Kids zeigen, dass Intoleranz nie eine gute Idee ist. Außerdem sollen unbedachte Äußerungen wie "alles nur Photoshop!", "ist das echt oder Photoshop?" und "Bildbearbeitung ist unfair!" geächtet werden.

 

;-)

Angst und Intoleranz legt sich wie ein Schatten über die Welt. Ist man gläubig, man könnte meinen, der Teufel treibt sein grausig Spiel.

 

Wehret den Anfängen ist aktueller denn je.

 

Menschen werden pauschal zu Nummern degradiert und verrecken zu tausenden im Kugelhagel der waffenliefernden Bourgoisie.

Sie gehen auf der Flucht zu Grunde und ersaufen im Meer. Kinder, Jugendliche und Erwachsene stecken im winterlichen Morast des Balkans und haben keine Perspektive für eine lebenswerte Zukunft.

 

Europa legt seine humanitäre Verantwortung ab und lässt sich von Angsthasen und Charakterbefreiten die politische Linie diktieren. Feige und visionslos werden traditionelle politische Kräfte zu Fußnoten in den Geschichtsbüchern werden.

Die Geister, die sie selbst beschwörten werden sie nun nicht mehr los.

 

Wie heißt es auf einem Denkmal in der Gedenkstätte Mauthausen:

 

"Vor lauter Feigheit gibt es kein Erbarmen"

 

60 Millionen Flüchtlinge weltweit wissen was dieser Satz bedeutet. Die westliche "Wohlfühlzivilisation" ist gerade dabei dies zu vergessen.

 

Danke der Perspektive Mauthausen, danke Miriam Fussenegger und Maren Rahmann, dass ihr mit dem gestrigen Abend ein eindrucksvolles Beispiel gegeben habt, wie Menschlichkeit aussehen kann, soll und muss.

 

Ralf Punkenhofer

27. Jänner: Internationaler Holocaust-Gedenktag

Vor 73 Jahren wurde das KZ Auschwitz befreit. Hintergründe zum Gedenktag.

Über den Gedenktag

Im November 2005 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen den 27. Jänner, den Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz im Jahr 1945, zum Internationalen Holocaust-Gedenktag erklärt. In Deutschland und vielen anderen, nicht nur europäischen Ländern ist dieser Tag zu einem Fixpunkt im jährlichen Gedenkkalender geworden. Österreich hat sich 1997 mit einem Beschluss des Nationalrates nicht für den 27. Jänner als Holocaust-Gedenktag entschieden, sondern für den 5. Mai, den Tag der Befreiung des KZ Mauthausen. Seit einigen Jahren finden auch in Österreich zahlreiche Veranstaltungen um den 27. Jänner statt.

Roman Herzog, Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, erklärte im Jänner 1996 den 27.01 zum „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“. Österreich folgte 1997: In einem einstimmigen Beschluss aller Parlamentsparteien wurde am 11. November 1997 der 5. Mai als jährlich zu begehender nationaler „Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus“ beschlossen. Hintergrundinformationen zum Gedenktag 5. Mai:

Eine Veranstaltungsübersicht zum Internationalen Holocaust-Gedenktag finden sie hier:

Österreichisches Gedenken im Wandel

Der internationale Holocaust-Gedenktag am 27. Jänner erinnert an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Das KZ Auschwitz-Birkenau ist das Synonym für die industrielle Massenvernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden und nimmt damit eine herausragende Stellung in der Erinnerung an den Holocaust ein. Der Gedenktag an den Holocaust (hebräisch Shoah) steht für die weltweite Erinnerung an die Opfer des nationalsozialistischen Antisemitismus und Rassismus und trägt diese Bedeutung auch im Titel.

Österreich entschied sich dafür, den Begriff Holocaust aus dem Namen des Gedenktages zu streichen. Stattdessen wird im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus das Augenmerk auf den Kampf gegen Gewalt, Rassismus und Antisemitismus gelegt. Somit soll das Gedenken und Erinnern zur Stärkung der demokratischen Grundrechte beitragen.

UNO Resolution von 2005

Anlässlich des 60. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau erklärte die Generalversammlung der Vereinten Nationen 2005 den 27. Jänner zum "International Holocaust Remembrance Day" (Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust).

Darin erklärt die Generalversammlung, „dass der Holocaust, bei dem ein Drittel des jüdischen Volkes sowie zahllose Angehörige anderer Minderheiten ermordet wurden, auf alle Zeiten allen Menschen als Warnung vor den Gefahren von Hass, Intoleranz, Rassismus und Vorurteil dienen wird“. Die Resolution fordert „die Mitgliedstaaten nachdrücklich auf, Erziehungsprogramme zu erarbeiten, die die Lehren des Holocaust im Bewusstsein künftiger Generationen verankern werden, um verhindern zu helfen, dass es in der Zukunft wieder zu Völkermordhandlungen kommt“ und „verurteilt vorbehaltlos alle Manifestationen von religiöser Intoleranz, Verhetzung, Belästigung oder Gewalt gegenüber Personen oder Gemeinschaften auf Grund ihrer ethnischen Herkunft oder religiösen Überzeugung, gleichviel wo sie sich ereignen“.

KZ Auschwitz- Birkenau

Am 27.01.1945 befreiten sowjetische Soldaten das Vernichtungslager Auschwitz. Hier ermordeten die Nationalsozialisten zwischen 1940 und 1945 mehr als eine Million Menschen. Im Herbst 1941 kam es zur ersten Menschentötung durch Giftgas, die Krematorien und Gaskammern wurden mit Beteiligung österreichischer Architekten nach und nach ausgebaut. Das KZ Auschwitz-Birkenau ist das Synonym für die industrielle Massenvernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden. Die antisemitisch Verfolgten machten die größte Opfergruppe aus. Insgesamt kamen in Auschwitz nach Schätzungen des DÖW zufolge etwa 1,1 Millionen Menschen um: rund 1 Million Jüdinnen und Juden, ca. 21.000 Roma und Sinti, 15.000 sowjetische Kriegsgefangene und mehr als 80.000 aus politischen und anderen Gründen nach Auschwitz Deportierte.

Am 17. Juli 1942 führte ein Deportationszug mit etwa 1.000 Menschen von Wien direkt nach Auschwitz, 4.100 ÖsterreicherInnen wurden vom KZ Theresienstadt und 500 Personen in Einzeltransporten dorthin deportiert. Insgesamt wurden 2900 österreichische Roma und Sinti nach Auschwitz deportiert. Wieviele ÖsterreicherInnen aus anderen Ländern oder Lagern dorthin deportiert wurden, kann nicht genau festgestellt werden.

www.erinnern.at/bundeslaender/oesterreich/gedenktage/27.-...

Angst und Intoleranz legt sich wie ein Schatten über die Welt. Ist man gläubig, man könnte meinen, der Teufel treibt sein grausig Spiel.

 

Wehret den Anfängen ist aktueller denn je.

 

Menschen werden pauschal zu Nummern degradiert und verrecken zu tausenden im Kugelhagel der waffenliefernden Bourgoisie.

Sie gehen auf der Flucht zu Grunde und ersaufen im Meer. Kinder, Jugendliche und Erwachsene stecken im winterlichen Morast des Balkans und haben keine Perspektive für eine lebenswerte Zukunft.

 

Europa legt seine humanitäre Verantwortung ab und lässt sich von Angsthasen und Charakterbefreiten die politische Linie diktieren. Feige und visionslos werden traditionelle politische Kräfte zu Fußnoten in den Geschichtsbüchern werden.

Die Geister, die sie selbst beschwörten werden sie nun nicht mehr los.

 

Wie heißt es auf einem Denkmal in der Gedenkstätte Mauthausen:

 

"Vor lauter Feigheit gibt es kein Erbarmen"

 

60 Millionen Flüchtlinge weltweit wissen was dieser Satz bedeutet. Die westliche "Wohlfühlzivilisation" ist gerade dabei dies zu vergessen.

 

Danke der Perspektive Mauthausen, danke Miriam Fussenegger und Maren Rahmann, dass ihr mit dem gestrigen Abend ein eindrucksvolles Beispiel gegeben habt, wie Menschlichkeit aussehen kann, soll und muss.

 

Ralf Punkenhofer

© Daniela Hartmann, flickr.com

  

against racism.

fight against discrimination.

for a liberal-minded germany.

 

Everyone is a foreigner, nearly everywhere.

___________

 

Gegen Rassismus

Gegen Ausländerfeindlichkeit.

Gegen Rechtsextremismus.

Für Freiheit und Vielfalt.

 

Jeder ist ein Ausländer, fast überall.

 

All my images are copyrighted.

If you intend to use any of my pictures for non-commercial usage, you have to sign them with © Daniela Hartmann, flickr.com. Please write a comment if you have used it and for what purpose. I would be very happy about it. I am curious about the context in which the image is used.

 

If you have any commercial usage, you need to contact me always first. USE WITHOUT PERMISSION IS ILLEGAL.

 

You find some of my photos on Getty Images.

My name there is "alles-schlumpf".

   

Angst und Intoleranz legt sich wie ein Schatten über die Welt. Ist man gläubig, man könnte meinen, der Teufel treibt sein grausig Spiel.

 

Wehret den Anfängen ist aktueller denn je.

 

Menschen werden pauschal zu Nummern degradiert und verrecken zu tausenden im Kugelhagel der waffenliefernden Bourgoisie.

Sie gehen auf der Flucht zu Grunde und ersaufen im Meer. Kinder, Jugendliche und Erwachsene stecken im winterlichen Morast des Balkans und haben keine Perspektive für eine lebenswerte Zukunft.

 

Europa legt seine humanitäre Verantwortung ab und lässt sich von Angsthasen und Charakterbefreiten die politische Linie diktieren. Feige und visionslos werden traditionelle politische Kräfte zu Fußnoten in den Geschichtsbüchern werden.

Die Geister, die sie selbst beschwörten werden sie nun nicht mehr los.

 

Wie heißt es auf einem Denkmal in der Gedenkstätte Mauthausen:

 

"Vor lauter Feigheit gibt es kein Erbarmen"

 

60 Millionen Flüchtlinge weltweit wissen was dieser Satz bedeutet. Die westliche "Wohlfühlzivilisation" ist gerade dabei dies zu vergessen.

 

Danke der Perspektive Mauthausen, danke Miriam Fussenegger und Maren Rahmann, dass ihr mit dem gestrigen Abend ein eindrucksvolles Beispiel gegeben habt, wie Menschlichkeit aussehen kann, soll und muss.

 

Ralf Punkenhofer

Dieses Original Mauerstück aus Berlin trennte von 1961 bis 1990 Deutsche von Deutschen. Es steht hier in Ansbach seit 03. Oktober 1990 als Mahnmal gegen Unterdrückung, Unmenschlichkeit und Intoleranz. Diese Mauer ist ein Appell an uns Trennendes zwischen Menschen zu überwinden.

Drift Bottle

 

Leaving the Bottle

 

HKD

 

Flaschenpost zum Aufwachen – oder – Oma gegen Herrenanzug

 

Ihr Sohn habe am Strand eine leere Flasche gefunden, sagte die Mutter und beschrieb in wenigen Sätzen, wie er eine halbe Stunde mit ihr am Wasser gespielt habe. Der Zug rollte indessen an, und ich sah, wie ein Mann mit Aktentasche lief, um den Zug noch zu erreichen. Jemand im Zug muss ihm die Tür aufgehalten haben, denn ich sah ihn nicht mehr auf dem Bahnsteig.

Der kleine Held unterdessen schlief an der Seite seiner Mutter, während seine extravagant gekleidete Oma und seine jüngere Schwester der Geschichte mit der Flaschenpost lauschten. Allerdings handelte es sich um eine andere verschlossene Flasche, eine mit Inhalt.

„Ich weiß noch“, sagte die Mutter, „wie ich sie vor Jahren am Strand fand. Wir wohnten da noch in der Nähe des Hafens.“

Sie sei allein unterwegs gewesen und es war die Zeit, in der sie um Entscheidungen gerungen habe, die sie zwar erfühlt aber noch nicht verstanden habe.

„Und dann kam dieser Brief von einer Frau“, sagte sie. „Hanna hat die Flasche im Zusammenhang mit einem persönlichen Ritual ins Meer geworfen. Sie wollte sich aus ihrem Gefängnis befreien.“

In diesem Augenblick trat der Mann mit Aktentasche in unser Abteil und bat, da der Zug sehr voll sei, um den noch einzigen freien Platz im Abteil.

Der Junge war durch die Unruhe aufgewacht und sagte, er habe von der Flasche geträumt, die er am Strand gefunden habe.

„Wir sprachen gerade über die Flaschenpost“, sagte die Mutter und kam auf Hanna zurück, die in dem Brief von ihrem Selbstbetrug gesprochen habe. Sie wollte endlich ehrlich zu sich sein, doch sie hatte Angst, weil sie wusste, wenn sie ehrlich sei, müsse sie ihre vertraute Umgebung verlassen. Sie schrieb: Ich halte einige Türen zu hinter denen Wünsche lauern, die ich mir nicht gestatten kann. Ich habe Angst, dass meine Selbstdisziplin wieder einmal versagt.“

Der Mann hörte aufmerksam zu, obwohl er eine Lektüre aus seiner Tasche geholt hatte, die er leicht zitternd in der Hand hielt. Die Vibration ging vom Zug aus, der immer mehr an Fahrt gewann. Der Junge sah fasziniert und still auf die zitternden Spitzen der Blätter.

„Da stand noch eine ganze Menge“, fuhr die Mutter fort. „Ich kriege es einfach nicht mehr hin, mich zu Handlungen zu zwingen, obwohl sie vernünftig erscheinen. Ich kann mich nicht einmal mehr amüsieren oder ablenken. Das Leben ist öde geworden. Es ist, als sei die Freude an meinen bisherigen Aktivitäten versiegt.“

„Oma, was ist Selbstbetrug?“ fragte der Junge.

„Wenn man nicht der Freude folgt, sondern der Pflicht.“

„Entschuldigen Sie“, sagte der Mann im Anzug. „Das sehe ich anders.“

„Das will ich hoffen, junger Mann. Ich bin Künstlerin, was Sie unschwer an meiner bunten Freizeitkleidung erkennen. Und so erkenne ich auch Sie, in Ihrem Anzug. Ich bin nicht tolerant, und ich bitte Sie, meine Meinung stehen zu lassen, als das, was sie ist: nämlich meine Meinung. Und meine Intoleranz besteht darin, dass ich Sie nicht um Ihre Meinung gefragt habe und das auch nicht tun werde. Übrigens mein Vater war Rechtsanwalt und trug solche Anzüge wie Sie. Er hat sein ganzes Leben lang seine Pflicht getan.“

„Oh“, sagte der Mann mit Aktentasche. „Ich habe da wohl einen wunden Punkt getroffen. Offenbar haben Sie andere Erfahrungen gemacht als ich, denn mein Vater war Hippie, verantwortungslos und immer mit anderen Frauen unterwegs. Meine Mutter hat ihn einige Male aus dem Knast geholt, weil er mit Drogen erwischt wurde. Ich bin ebenfalls nicht tolerant, was bestimmte Dinge angeht und dazu gehört Chaos. Folge der Freude hat meiner Familie nur Chaos gebracht.“

„Oma“, sagte der Junge noch einmal im quengeligen Ton. „Was ist Selbstbetrug?“

„Selbstbetrug ist, wenn du an Dinge glaubst, von denen du weißt, dass sie nicht stimmen.“

„Ich würde jetzt gern meine Geschichte zu Ende bringen“, sagte die Mutter.

„Mama“, sagte der Junge. „Was ist Selbstbetrug? Mache ich das auch?“

„Später vielleicht.“ Sie besonn sich einen Augenblick dann sagte sie: „Hanna hat aufgezählt, welche Enttäuschungen sie durchgemacht und welche Illusionen sie verloren hat…“

„Ja, ja“, sagte die Oma. „Illusionen sind die Basis von Selbstbetrug.“

„Woher kommen die Illusionen?“ fragte der Junge.

„Die schickt uns der Schöpfer in unsere Träume“, antwortete die Oma. „Und er schickt uns eine Flaschenpost, damit wir aus den Träumen wieder aufwachen.“

 

HKD

 

Digital art based on own photography and textures

 

HKD

 

Das Konzentrationslager in Wewelsburg wurde im Jahre 1939 gerichtet, um für das ideologisch wichtigste Bauprojekt der SS in einer Zeit sich abzeichnenden Arbeitskräftemangels Häftlingsarbeiter zur Verfügung zu haben. In Wewelsburg machte sich der Mangel an (unbezahlten) Bauhilfsarbeitern nach Auflösung des Lagers des Reichsarbeitsdienstes (RAD) 1938 bemerkbar. Seit 1934 hatten der SS immer rund 100 RAD-Männer zur Verfügung gestanden. Nun wurden sie im Zuge kriegsvorbereitender Maßnahmen in die Eifel zum Bau des "Westwalls" abkommandiert. Reichsweit war während desselben Jahres 1938, vor allem im Zuge der verstärkten Aufrüstung im Rahmen des "Vierjahresplans", die Arbeitslosigkeit abgebaut worden, so daß in einigen Wirtschaftszweigen - besonders im Bausektor - bereits ein erheblicher Arbeitskräftemangel herrschte.

 

Die SS nutzte diese Lage in doppelter Weise, um ihren Einfluß zu vergrößern. Einmal wirkte sie darauf hin, daß mehr Konzentrationslager denn je seit 1933 gegründet bzw. ausgebaut wurden, zum anderen verband sie diese Lager gezielt mit SS-Wirtschaftsbetrieben bzw. Arbeitsmöglichkeiten für die Häftlinge. Über die bisherige Hauptaufgabe der Bestrafung und Isolierung politischer Gegner hinaus erhielten die Konzentrationslager damit eine wirtschaftliche Funktion. Durch die Anlage neuer Lager in der Nähe von Steinbrüchen bzw. deren weitere Erschließung (z.B. Mauthausen, Flossenbürg, Buchenwald) oder die Gründung von KZ-Ziegelwerken (z.B. Buchwald, Sachsenhausen, Hamburg-Neuengamme) wollte die SS sich als Baustofflieferant großen Stils für Hitlers geplante Großbauten in verschiedenen deutschen Städten unentbehrlich machen. Die Arbeitskraft der Häftlinge wurde dabei von der ebenfalls 1938 gegründeten SS-Firma "Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH" ausgebeutet. lm Schatten dieser Baustoffproduktion bestanden bereits KZ-Werkstätten für Textilien u.a., die für den wachsenden SS-Bedarf produzierten und auf lange Sicht zu einer wirtschaftlichen Unabhängigkeit der SS von der Privatwirtschaft führen sollten.

 

Die Ankunft eines 100 Mann starken Häftlingskommandos aus dem Konzentrationslager Sachsenhausen im Mai 1939 in Wewelsburg fügt sich in das gezeichnete Gesamtbild ein. Auch hier ging es um Steinbruch- und Bauarbeiten, auch hier war eine SS-Gesellschaft, die "Gesellschaft zur Förderung und Pflege deutscher Kulturdenkmäler e.V.", Betreiberin des kleinen Lagers; allerdings diente das zunächst als Arbeitskommando, dann - seit dem 07.01.1941 - als Außenlager des KZ Sachsenhausen eingestufte Lager in Wewelsburg nicht gewinnbringenden, sondern ausschließlich ideologischen Zwecken: dem Ausbau der Burg zum Mittelpunkt des SS-Ordens. Gerade in diesem Zusammenhang zeigt sich wie sonst nirgends die Einheit von Kult und Terror der SS. Bereits 1938, als die "Denkmalsgesellschaft" den ersten großen Kredit bei der Dresdner Bank aufnahm, stand fest, daß die erforderlichen Mittel für das Wewelsburg-Projekt von den SS-eigenen Wirtschaftsbetrieben aufgebracht werden sollten. Die Konzentration aller in den Augen der SS positiven kulturellen Bemühungen - bis hin zur Schaffung eines pseudoreligiösen Ersatzkultes im Bereich der Wewelsburg - wurde von der SS-Spitze mit der Ausbeutung der Häftlinge und deren Vernichtung verbunden. Dies war nicht nur eine Konsequenz auf einer bloß organisatorischen Ebene, obwohl die SS sich stets - und nicht ohne Erfolg - bemühte, den offenkundigen Zusammenhang von KZ und Schloß zu verschleiern, dies war der Ausdruck des Kerns allen SS-Kults: die Feier der "Gemeinschaft von Übermenschen" beruhte auf der Ausgrenzung und Vernichtung aller Gegner und aller derjenigen, die der "rassischen Einheit" nicht teilhaftig werden konnten.

 

Die Häftlingszahlen stiegen in der ersten Phase des Konzentrationslagers (vom Mai 1939 bis zum 31.08.1941, mit einer Unterbrechung nach Kriegsbeginn bis zum 11.12.1939) auf bis zu 480 Menschen an. Die zwei ersten Standorte erwiesen sich wegen ihrer Nähe zur Burg zwar als günstig, waren für ein größeres Lager auf Dauer jedoch zu beengt.

 

Im Sommer 1940 begannen die Häftlinge ein neues Lager auf einem gerodeten Gelände am Rande des Gemeindewalles in der Gemarkung Niederhagen zu errichten. Obwohl die Wewelsburg auch weiterhin das Zentrum der Intentionen Himmlers und seines Chefarchitekten Bartels bildete, weiteten sich die Bauarbeiten, die schon vor 1939 weit in das Dorf übergegriffen hatten, durch neue Maßnahmen noch aus. Die Häftlinge arbeiteten an der Erweiterung des KZ um einen Wirtschaftshof, auf dem 1942 ein Krematorium errichtet wurde, und um einen Bauhof (1941-1942), an der Errichtung eines neuen Lagers für die SS-Wachmannschaften gegenüber dem Schutzhaftlager (1941-1942) und vor allem an der Ausgestaltung des Nordturms der Wewelsburg zum Zentrum der Repräsentationszentrale der SS-Gruppenführer (1939-1943), der Errichtung einer repräsentativen Villa für Hermann Bartels (1939-1942), an einem Bürokomplex für seine Bauleitung, die bis zu 50 Fachleute umfaßte, am SS-Stabsgebäude (1939-1941), an einer Siedlung für SS-Führer (1940-1942) und an anderen Projekten.

 

Anders als in manchen anderen Orten, in denen Konzentrationslager existierten und Häftlinge arbeiteten, waren diese Baustellen über das ganze Dorf verteilt und in den meisten Fällen von außen einsehbar. Am Anfang legte die SS auch wenig Wert auf eine Tarnung des Außenkommandos. Als Einrichtung eines "Sträflingslagers" wurde die Ankunft der Häftlinge in der lokalen Presse angekündigt. Die Wewelsburger Bevölkerung betrachtete in der Anfangsphase das Lager wohl wirklich überwiegend als Einrichtung, in der Strafgefangene durch Zwangsarbeit ihr Verbrechen sühnten. Begünstigt wurde diese Einstellung dadurch, daß 1939, durchaus wohlüberlegt, fast ausschließlich Häftlinge mit dem grünen Winkel der Befristeten Vorbeugungshäftlinge (im SS-Jargon Berufsverbrecher genannt, da es sich um Vorbestrafte handelte) nach Wewelsburg geschickt wurden. Insgesamt war das Verhältnis der Wewelsburger zu dem neuen, zunächst provisorischen Konzentrationslager in ihrer Gemeinde recht ambivalent, wie das Beispiel der Reaktionen auf den ersten Fluchtversuch von zwei Häftlingen im Mai 1939 zeigt.

 

In ihren gestreiften Anzügen sahen die Häftlinge auch aus wie Strafgefangene. Für Außenstehende waren die farbigen Winkel auf der linken Brustseite und die aufgenähte Nummer als spezifische äußere Kennzeichen von KZ-Häftlingen nicht zu deuten. Wenig bekannt war der rechtsstaatswidrige Charakter der "Schutzhaft", die aufgrund der Verordnung des Reichspräsidenten vom 28.02.1933 "zum Schutze von Volk und Staat" von der Gestapo verhängt und in Konzentrationslagern vollzogen wurde . Durch die Verordnung waren wesentliche, verfassungsmäßig garantierte Grundrechte außer Kraft gesetzt worden. Die Haft konnte im Prinzip unbegrenzt dauern, die Unterstützung eines Rechtsbeistands war nicht möglich, eine richterliche Haftprüfung, ein gerichtliches Verfahren oder gar eine Verurteilung gab es in keinem Falle.

 

Nach einem neuerlichen vergeblichen Ausbruchsversuch zweier Häftlinge im Januar 1940, der wiederum erhebliche Unruhe in der Wewelsburger Bevölkerung auslöste, wurde das gesamte Kommando im Februar nach Sachsenhausen zurückverlegt und dort bei Arbeiten im Klinkerwerk eingesetzt, wo die Häftlinge meist nach kurzer Zeit umkamen. Siebzig Häftlinge mit dem violetten Winkel der Zeugen Jehovas, kurz Bibelforscher oder Bifo-Häftlinge genannt, ersetzten das alte Kommando. Diese lehnten Fluchtversuche aus religiösen Gründen ab und galten auch in den Augen der SS als arbeitsam und diszipliniert. Aus verschiedenen Konzentrationslagern trafen in den folgenden Wochen und Monaten weitere Bibelforscher in Wewelsburg ein. Mit rund 300 Häftlingen bildeten sie in den folgenden Jahren die eigentliche Kernmannschaft des Konzentrationslagers in Wewelsburg, das - nach dem bisherigen Forschungsstand - eine Gesamtzahl von mindestens 3.900 Häftlingen umfaßte.

 

Zu diesem Zeitpunkt zeichnete sich bereits ab, daß die Bauarbeiten weitergeführt werden würden, obwohl sie als Maßnahmen der "Gesellschaft" seit 1936 den Charakter eines "privaten" Bauvorhabens besaßen und damit unter die seit Kriegsbeginn geltende Sperre für zivile Bauten fielen. Ein Beispiel für die zynische Argumentationsweise der SS, wenn es sich um Häftlinge handelte, und für eine frühe Kooperation auch von regionalen Behörden mit der SS beim Häftlingseinsatz, stellt ein Schreiben des SS-Hauptamtes Verwaltung und Wirtschaft an das Arbeitsamt Paderborn vom 23.07.1940 dar, in dem die Freistellung von der Bausperre beantragt wird. Dort heißt es zur Begründung, "daß durch das Bauvorhaben Wewelsburg weder zusätzliche Rohstoffe noch Arbeitskräfte dem Baumarkt entzogen werden". "Arbeitskräfte werden dem Baumarkt kaum entzogen, da KZ-Häftlinge, die sonst keine Beschäftigung haben würden, eingesetzt sind". [1] Das Arbeitsamt genehmigte die Weiterführung der Bauvorhaben.

 

Die nun einsetzende Entwicklung des Konzentrationslagers in Wewelsburg erfolgte auf dem Hintergrund eines erneuten Wandels in Umfang und Struktur des Systems der deutschen Konzentrationslager seit Kriegsbeginn. Oswald Pohl, in einer Person Chef des Wirtschaftsverwaltungshauptamtes der SS und Geschäftsführer der "Gesellschaft zur Förderung und Pflege deutscher Kulturdenkmäler e.V.", begründete ihn in einem Bericht an Himmler 1942 mit der "Mobilisierung aller Häftlingskräfte zunächst für Kriegsaufgaben (Rüstungssteigerung) und später für Friedensaufgaben". Ein entsprechender SS-Befehl an die Kommandanten schärfte ihnen ein, die Arbeitsorganisation so zu gestalten, daß eine unbegrenzte Ausnutzung der Arbeitskräfte der Häftlinge gewährleistet war. In Wewelsburg war das seit 1940 gängige Praxis. Durch die Eingliederung der zentralen Verwaltung der Konzentrationslager, der "Inspektion der KL", in das 1942 gegründete SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt, dem auch die SS-Wirtschaftsbetriebe als sog. "W-Ämter" unterstanden, war die organisatorische Voraussetzung für die wirtschaftliche Ausbeutung erheblich verbessert worden. Gleichzeitig wurden durch die Ausweitung der Kompetenzen Himmlers als Chef der deutschen Polizei, besonders im Aufgabengebiet der Geheimen Staatspolizei und des Sicherheitsdienstes, immer neue Kategorien von Menschen zur "Vernichtung durch Arbeit" in die Konzentrationslager eingeliefert.

 

Nach dem Überfall auf die Sowjetunion 1941 begann eine neue, die entscheidende Phase der NS-Vernichtungspolitik. Seit Ende September 1940 waren es vor allem die Häftlinge mit dem schwarzen Winkel, die sogenannten "Asozialen", die in Wewelsburg in großer Zahl starben. Denselben schwarzen Winkel trugen anfangs auch die Sinti und die Roma, die aufgrund ihrer angestammten Lebensweise als "asozial" und "arbeitsscheu" galten, bis sich der Reichsführer SS entschloß, diese Menschen mit einer eigenen Häftlingskategorie zu versehen, als "rassisch minderwertig" wie die Juden einzustufen (1940) und später mit Gas zu ermorden. Nicht gewohnt, solidarisch zu handeln, und von den Mithäftlingen z.T. abgelehnt, konnten die Häftlinge mit dem schwarzen Winkel dem täglichen Lagerterror nur in Ausnahmefällen wirkungsvolle Überlebensstrategien entgegensetzen, so daß die meisten von ihnen nach verhältnismäßig kurzer Zeit starben. Ein erster Anstieg der Todesrate in Wewelsburg setzte ein. Am 10.06.1942 traf der erste Transport von sowjetischen Kriegsgefangenen und Zivilarbeitern ein. Sie befanden sich aufgrund der katastrophalen Lebensbedingungen, die auf den Transporten und in den für Russen eingerichteten Lagern herrschten, bereits in sehr schlechter körperlicher Verfassung, als sie in Wewelsburg ankamen. Seither stieg die Todesrate des Lagers drastisch. [2]

 

Die Errichtung und Unterhaltung des KZ erfolgte auf Kosten der "Gesellschaft zur Förderung und Pflege deutscher Kulturdenkmäler e.V." - Terror als Bestandteil der Kulturpflege im Gewand eines eingetragenen Vereins! Um sie von dieser finanziellen Last zu befreien, wandelten Himmler und sein Finanzverwalter Pohl das Außenlager Wewelsburg des KZ Sachsenhausen im Sommer 1941 kurzerhand in ein selbständiges "Konzentrationslager Niederhagen" um. Die selbständigen KZ wurden nämlich seit 1935 als sog. "staatliche Konzentrationslager" aus dem Reichsetat finanziert, während die "Gesellschaft" von 1939-1941, wie jedes andere Unternehmen, das während des Krieges KZ-Häftlinge beschäftigte, auch für deren Unterbringung finanziell verantwortlich war. Die Kostenerstattung insgesamt betrug immerhin 500.000 Reichsmark. Nach Zeugenaussagen hat Himmler selbst die alte Flurbezeichnung Niederhagen als Namen für das Lager ausgewählt, um möglichst keine Gedankenverbindung zwischen der Wewelsburg und der Welt der Konzentrationslager aufkommen zu lassen. Die Tarnung ist ihm so gut gelungen, daß bis heute das KZ Niederhagen in den meisten Übersichtskarten über die Standorte der Konzentrationslager nicht richtig lokalisiert oder gar nicht aufgeführt wird. Niederhagen war das kleinste staatliche Konzentrationslager, bis es 1943 wegen der kriegsbedingten Einstellung der Bauarbeiten aufgelöst wurde.

 

Eine Folge der Statusänderung des KZ war seine Einbeziehung in die Exekutionspraxis der Gestapo. Auf dem Wege der "Polizeijustiz" wurden in Wewelsburg 56 Menschen ermordet. Eine zweite Folge stellte die Tatsache dar, daß Niederhagen, wie aus einem Schreiben des Inspekteurs der Konzentrationslager vom 10.12.1941 hervorgeht, zusammen mit den Lagern Dachau, Sachsenhausen, Buchenwald, Mauthausen, Auschwitz, Flossenbürg, Groß-Rosen und Neuengamme für die "Aktion 14 f 13" vorgesehen wurde. Diese Kürzel verwendete der "Inspekteur der KL" für die Durchführung der sogenannten "Euthanasie" in den Konzentrationslagern. Seit April 1941 selektierte eine Ärztekommission psychisch, geistig oder körperlich schwerkranke oder geschwächte Häftlinge aus, um sie in Kliniken überführen und dort durch Giftgas ermorden zu lassen. Der dem Schreiben vom 10.12. an die KZ-Kommandanten beigefügte "Musterbogen" mit den Merkmalen, nach denen selektiert werden sollte, bezieht sich auf einen Häftling aus Wewelsburg. Der frühere SS-Lagerarzt erinnert sich an den Besuch eines Arztes aus der Kommission im Lager Niederhagen Anfang 1942. Wieviele Häftlinge aus Wewelsburg im Zuge dieser Aktion getötet wurden, läßt sich allerdings nicht mehr feststellen.

 

Das KZ-Personal bestand aus den Mitgliedern der Lagerverwaltung (dem sog. Kommandanturstab) und den Wachmannschaften. Sie alle waren seit 1941 Angehörige der Waffen-SS. Die Wachtruppe galt als dem Lager zugeteilt und unterstand dem jeweiligen "Führer vom Dienst". Die Verwaltung war in fünf Abteilungen gegliedert. An ihrer Spitze stand der Kommandant des KZ. Bei den Mitgliedern des Lagerpersonals handelte es sich wie bei allen SS-Leuten - von den letzten Kriegsjahren abgesehen - um Freiwillige. In den Reihen der "Totenkopfverbände" fanden sich besonders viele Männer, die im bürgerlichen Leben gescheitert waren. Dies ist jedoch auf dem Hintergrund der krisenhaften Entwicklung der Weimarer Zeit eine weit verbreitete Erscheinung gewesen. Auch wenn viele der älteren KZ-Bewacher ihre prägenden politischen Erfahrungen als Söldner in den Freikorps und in der Zeit der "Fememorde" gemacht hatten, waren es doch überwiegend keine persönlichen Merkmale oder Eigenschaften, die zu einer KZ-Karriere prädestinierten. Entscheidend war vielmehr die Ausbildung, die das KZ-Personal in einem der großen Konzentrationslager, z.B. in Dachau oder Sachsenhausen, erhielt. Der Kern dieser Ausbildung bestand vor allem in der Entwicklung bzw. Verstärkung der spezifischen SS-Mentalität, die in der grenzenlosen Verachtung aller "Minderwertigen" und der ebenso grenzenlosen Selbstüberschätzung der "Mitglieder des Ordens", in der Abhärtung gegen alle mitmenschlichen Gefühle und im absoluten Gehorsam gegenüber Vorgesetzten gipfelte. Charakteristisch ist in dieser Hinsicht der Lebenslauf des Wewelsburger Kommandanten Adolf Haas. Ein früherer Häftling in Wewelsburg, Otto Preuss, erinnert sich in einem Gespräch 1984: "Er (Haas) nannte sich einmal auf dem Appellplatz, seine Hände in die Seiten gestemmt - die sahen ja alle furchtbar aus, weil sie Uniform anhatten, die waren ja erst dann richtig da - 'Ich bin der Herrgott von Wewelsburg!... '". [3]

 

Die gesamte Organisation des Lebens im Lager war auf Erniedrigung und Terrorisierung der Häftlinge abgestellt. Die SS ließ in ihrer Praxis keinen Zweifel daran aufkommen, daß ihr letztes Ziel die Vernichtung der "Untermenschen" war. Dies bedeutete bis zu zwölf Stunden täglich Schwerstarbeit unter teils lebensgefährlichen Bedingungen, dauernde Unterernährung, Hetze, häufige Quälereien durch einzelne SS-Leute, begleitet von mörderischen Alltäglichkeiten wie Hinrichtungen, Totschlagen, Ertränken und Leichengiftinjektionen. Der 1945 verfaßte Bericht des ehemaligen Häftlings Wettin Müller schildert in bewegenden Worten, was sich in dem für Unbefangene zunächst als zweckrationale Architektur mit Funktionsgebäuden wie "Kleiderkammer", "Häftlingsrevier", "Werkstätten" usw. erscheinenden Konzentrationslager täglich ereignete. Das Beispiel der Lagerstrafe des "Pfahlhängens", das der Kommandant beliebig für "Vergehen" von Häftlingen anordnen konnte, zeigt, wie auch eine nicht unmittelbar tödlich wirkende Mißhandlung der Häftlinge unter den Lagerumständen lebensgefährdende Folgen hatte.

 

Waren die Gefangenen auch fast gänzlich der Willkür der SS ausgeliefert, so gab es doch minimale Möglichkeiten, Verweigerung und sogar Widerstand zu leisten. Eine - allerdings wegen der darin eingeschlossenen Pflicht zur Mitwirkung an von der Lagerleitung gegen die Mitgefangenen verhängten Maßnahmen problematische - Chance bot die von der SS zur Spaltung der Häftlinge eingeführte sog. "Häftlingsselbstverwaltung". Nur in sehr seltenen Fällen gelangen unter besonderen Bedingungen selbständige Aktionen der KZ-Insassen. Ein Beispiel von Untergrundarbeit der Zeugen Jehovas aus Wewelsburg ist die illegale Vervielfältigung von religiösen Schriften. Der Ausnahmecharakter dieser Tätigkeit wird erst auf dem Hintergrund der Tatsache deutlich, daß das Konzentrationslager Niederhagen in der kurzen Zeit seines Bestehens bei einer durchschnittlichen Häftlingszahl von 500 Menschen zweieinhalbmal ausgestorben ist.

 

Der Umgang der SS mit den Toten war einerseits geprägt von derselben Menschenverachtung, die in der Behandlung der Häftlinge zu Lebzeiten zum Ausdruck kam, andererseits von der Notwendigkeit, in einer Rechtsordnung, in der Mord auch weiterhin unter Strafe stand, Wege der Täuschung der Öffentlichkeit zu finden und den Kreis der Informierten möglichst klein zu halten. So wurden in Fällen unverkennbaren Mordes die Todesursachen gefälscht, da das örtliche Standesamt für jeden Toten eine Sterbeurkunde ausstellen mußte. Wenn Indizien auf einen unnatürlichen Tod gedeutet hätten, wäre die Staatsanwaltschaft zu verständigen gewesen. Um dieses Verfahren im Sinne der SS zu vereinfachen, erging 1942 eine zentrale Anordnung, die die Errichtung lagereigener Standesämter vorschrieb. Wo gesetzliche Vorschriften folgenlos umgangen werden konnten, weil es sich letztlich um sittliche Gebote handelte, wie in der Frage der Bestattung der Toten, erlegte sich die SS keinen Zwang auf. Nachdem die bisher benutzten Friedhofskrematorien in Dortmund und Bielefeld-Brackwede der hohen Zahl der Toten aus Wewelsburg nicht mehr gewachsen waren und der SS die langen Leichentransporte über Land zu auffällig und zu teuer erschienen, wurde 1942 ein eigenes Krematorium im Lager errichtet. Einen Friedhof, wie er in den Akten formal ausgewiesen war, gab es jedoch nicht. Die Asche der Toten wurde - darauf deutet alles hin - verstreut bzw. als Düngemittel in der lagereigenen Gärtnerei verwandt. Den "Untermenschen" verweigerte die SS ein Grab und damit einen Ort individuellen Gedenkens durch die Angehörigen.

 

Als Einheiten der US-Armee am 02.04.1945 das "Restkommando" in Wewelsburg befreiten, führten Häftlinge sie auf die Spur des 1943 aufgelösten KZ Niederhagen mit seinen weit über tausend Toten. Da sich Gräber von Häftlingen nicht fanden, zwang man die Einwohner von neun bis siebzig Jahren zur Teilnahme an einem "Sühnebegräbnis" für Tote, die man im nahen Wald verscharrt gefunden hatte. Ihre Identität ist mit Ausnahme eines Polen bis heute unbekannt. Man kann jedoch davon ausgehen, daß alle 15 Personen von Gestapo- bzw. SS-Angehörigen in den letzten Kriegsmonaten umgebracht wurden. Ehemalige Mitglieder des NSDAP aus dem Dorf mußten sie exhumieren und auf den Dorffriedhof überführen. Der von der Besatzungsmacht eingesetzte Bürgermeister legte ein kollektives Schuldbekenntnis ab. Der katholische Gemeindepfarrer Tusch, der auf dem Friedhof zu predigen hatte, verweigerte sich jedem politischen Ansinnen und predigte über den "Segen der Liebe und den Fluch des Hasses". Die Dorföffentlichkeit dankt ihm das bis heute. In dieser Artikulation eines neugewonnenen Selbstbewußtseins der Gemeinde, das sich primär gegen die ausgeübte Gewalt "der Sieger" richtete, damit jedoch zugleich auch das berechtigte Anliegen der Besatzungsmacht öffentlich diskreditierte, wonach sich die Wewelsburger mit den Morden der SS innerhalb ihrer Gemeinde auseinandersetzen sollten, liegt der früheste Ansatz zur bewußten Leugnung einer Teilhabe der Dorfbevölkerung an der Gesamtverantwortung für das Vergangene. Ein Gedenkstein erinnerte an die Toten, bis er nach ihrer Umbettung auf den sowjetischen Friedhof in Stukenbrock bzw. den "Ausländerfriedhof" in Paderborn-Schloß Neuhaus 1961 entfernt wurde.

 

Die weitere Geschichte des ehemaligen Lagergeländes und die damit verbundenen juristischen Auseinandersetzungen dokumentieren den Prozeß der Normalisierung, in dessen Verlauf "Bewältigung durch Arbeit", Verdrängen und Vergessen schließlich fast alle Relikte des NS-Terrors und damit die Ansätze zur Mahnung und Gedenken beseitigten, in anschaulicher Weise. Immer wieder gab es Zeichen der Erinnerung. Sie waren aber nicht von Wewelsburgern errichtet worden. Ein großes Holzkreuz vor dem früheren KZ-Torgebäude, das von ehemaligen Häftlingen erbaut worden war, brach zusammen. Eine 1965 noch mit öffentlicher Unterstützung des Kreises Büren angebrachte Mahntafel im Innenhof der Wewelsburg wurde 1973 entfernt, ohne daß irgendjemand protestierte. Etwa gleichzeitig verschwanden die 1949 als private Stiftung entstandenen Gemälde des Künstlers Josef Glahe aus der früheren SS-"Gruft" im Nordturm, die Szenen der Verfolgung und des Leides im Konzentrationslager darstellten. Der Raum verlor damit seinen Charakter als Mahnstätte. Vorschläge, in diesem Fall auch von Wewelsburgern, im Heimatmuseum der Wewelsburg eine Dokumentation einzubringen, wurden regelmäßig überhört.

 

Aus sich heraus hat das Dorf als ganzes zu keiner bewußten Haltung gegenüber seiner Vergangenheit 1933-1945 und ihren Opfern gefunden. Geschwiegen wurde über das eigene, individuell erlittene Leid (Schutzhaft, Kriegserinnerungen, Fluchterlebnisse u.a.) und über das wahrgenommene Leid anderer (KZ-Häftlinge). Dieses "herrschende Schweigen" entspricht alter Tradition auf dem Lande. Über Leid sprach man nicht, weil es nach den überlieferten Vorstellungen als Eingeständnis einer Niederlage oder einer Schuld gewertet worden wäre. Eingeschlossen in diese Überlieferung war wahrscheinlich auch ein Schweigen aus Betroffenheit. Man war betroffen in dem Gefühl der Ohnmacht angesichts eines durchaus wahrgenommenen, nicht gleichgültig übersehenen Leidens von Menschen, das man aber auch durch vereinzelte Hilfeleistungen nicht zu ändern vermochte.

 

Heute ist es Wewelsburgern möglich, über die Wahrnehmung der Häftlinge zu sprechen. Eine Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus im Ort findet statt. Die Anstöße hierzu kamen von außen. Was zwei Prozesse vor Paderborner Gerichten gegen ehemalige SS-Leute und Häftlingsvorarbeiter des Konzentrationslagers nicht bewirkt hatten, löste ein Antrag auf Wiederanbringung einer Mahntafel im Kreistag des Kreises Paderborn aus, dem die Wewelsburg seit 1975 gehört. In zahlreichen Leserbriefen gaben Menschen aus der ganzen Region ihrer Betroffenheit darüber Ausdruck, daß der Mord an 1.285 Menschen "vor der eigenen Haustür" so vollständig verdrängt werden konnte, daß kein sichtbares Zeichen an sie erinnerte.

 

Aus dieser öffentlichen Debatte um den Wert der Erinnerung erwuchs schließlich der Auftrag zu einem Forschungsvorhaben. Gegen zunächst erhebliche Bedenken, das Dorf könne durch die Ergebnisse diskreditiert werden, entschlossen sich im Laufe der Arbeiten auch viele Wewelsburger, durch Bereitstellung von Dokumenten und Auskünften an dem Vorhaben mitzuwirken. Seit 1982 gibt es als Abteilung des Kreismuseums Wewelsburg eine Dauerausstellung "Wewelsburg 1933-1945. Kult- und Terrorstätte der SS". Sie ist heute Gedenkstätte für die Opfer des Konzentrationslagers. Das Museum betrachtet seine Aufgabe darin, in einem Prozeß des Dialogs mit den Besuchern über das Geschehen in Wewelsburg zu informieren, der Toten zu gedenken und daran mitzuwirken, daß Erinnerung dazu verhilft, Intoleranz, Rassismus und Völkermord in Gegenwart und Zukunft zu verhindern. Auch wenn diese Anliegen überwiegend akzeptiert werden, fällt es vielen Menschen noch schwer, ein Zeichen der Erinnerung in der unmittelbaren Nachbarschaft nicht als Anklage aufzufassen, wie ein Streit mit einer Gruppe von Wewelsburgern um die Herrichtung des 1988 unter Denkmalschutz gestellten ehemaligen Appellplatzes des KZ in jüngerer Zeit zeigte: eine Hinweis- oder Mahntafel war nicht durchzusetzen. Allein die ehemalige Lagerstraße wurde durch Randsteine deutlich gemacht und verweist noch auf die KZ-Vergangenheit.

  

[1] Zit. nach: K. Hüser: Wewelsburg 1933 bis 1945. Kult- und Terrorstätte der SS. Eine Dokumentation, 2. Aufl., Paderborn 1987, S. 242.

[2] K. Hüser: a.a.O., S. 96.

[3] Zit. nach: A. Ruppert / W. E. Brebeck: Wewelsburg, in: J. Meynert / A. Klönne, (Hrsg.): Verdrängte Geschichte - Verfolgung und Vernichtung in Ostwestfalen 1933 - 1945 / Bielefeld 1986, S. 323-372, hier: S. 326.

 

Quelle: www.lwl.org/westfaelische-geschichte/portal/Internet/inpu...

Das Konzentrationslager in Wewelsburg wurde im Jahre 1939 gerichtet, um für das ideologisch wichtigste Bauprojekt der SS in einer Zeit sich abzeichnenden Arbeitskräftemangels Häftlingsarbeiter zur Verfügung zu haben. In Wewelsburg machte sich der Mangel an (unbezahlten) Bauhilfsarbeitern nach Auflösung des Lagers des Reichsarbeitsdienstes (RAD) 1938 bemerkbar. Seit 1934 hatten der SS immer rund 100 RAD-Männer zur Verfügung gestanden. Nun wurden sie im Zuge kriegsvorbereitender Maßnahmen in die Eifel zum Bau des "Westwalls" abkommandiert. Reichsweit war während desselben Jahres 1938, vor allem im Zuge der verstärkten Aufrüstung im Rahmen des "Vierjahresplans", die Arbeitslosigkeit abgebaut worden, so daß in einigen Wirtschaftszweigen - besonders im Bausektor - bereits ein erheblicher Arbeitskräftemangel herrschte.

 

Die SS nutzte diese Lage in doppelter Weise, um ihren Einfluß zu vergrößern. Einmal wirkte sie darauf hin, daß mehr Konzentrationslager denn je seit 1933 gegründet bzw. ausgebaut wurden, zum anderen verband sie diese Lager gezielt mit SS-Wirtschaftsbetrieben bzw. Arbeitsmöglichkeiten für die Häftlinge. Über die bisherige Hauptaufgabe der Bestrafung und Isolierung politischer Gegner hinaus erhielten die Konzentrationslager damit eine wirtschaftliche Funktion. Durch die Anlage neuer Lager in der Nähe von Steinbrüchen bzw. deren weitere Erschließung (z.B. Mauthausen, Flossenbürg, Buchenwald) oder die Gründung von KZ-Ziegelwerken (z.B. Buchwald, Sachsenhausen, Hamburg-Neuengamme) wollte die SS sich als Baustofflieferant großen Stils für Hitlers geplante Großbauten in verschiedenen deutschen Städten unentbehrlich machen. Die Arbeitskraft der Häftlinge wurde dabei von der ebenfalls 1938 gegründeten SS-Firma "Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH" ausgebeutet. lm Schatten dieser Baustoffproduktion bestanden bereits KZ-Werkstätten für Textilien u.a., die für den wachsenden SS-Bedarf produzierten und auf lange Sicht zu einer wirtschaftlichen Unabhängigkeit der SS von der Privatwirtschaft führen sollten.

 

Die Ankunft eines 100 Mann starken Häftlingskommandos aus dem Konzentrationslager Sachsenhausen im Mai 1939 in Wewelsburg fügt sich in das gezeichnete Gesamtbild ein. Auch hier ging es um Steinbruch- und Bauarbeiten, auch hier war eine SS-Gesellschaft, die "Gesellschaft zur Förderung und Pflege deutscher Kulturdenkmäler e.V.", Betreiberin des kleinen Lagers; allerdings diente das zunächst als Arbeitskommando, dann - seit dem 07.01.1941 - als Außenlager des KZ Sachsenhausen eingestufte Lager in Wewelsburg nicht gewinnbringenden, sondern ausschließlich ideologischen Zwecken: dem Ausbau der Burg zum Mittelpunkt des SS-Ordens. Gerade in diesem Zusammenhang zeigt sich wie sonst nirgends die Einheit von Kult und Terror der SS. Bereits 1938, als die "Denkmalsgesellschaft" den ersten großen Kredit bei der Dresdner Bank aufnahm, stand fest, daß die erforderlichen Mittel für das Wewelsburg-Projekt von den SS-eigenen Wirtschaftsbetrieben aufgebracht werden sollten. Die Konzentration aller in den Augen der SS positiven kulturellen Bemühungen - bis hin zur Schaffung eines pseudoreligiösen Ersatzkultes im Bereich der Wewelsburg - wurde von der SS-Spitze mit der Ausbeutung der Häftlinge und deren Vernichtung verbunden. Dies war nicht nur eine Konsequenz auf einer bloß organisatorischen Ebene, obwohl die SS sich stets - und nicht ohne Erfolg - bemühte, den offenkundigen Zusammenhang von KZ und Schloß zu verschleiern, dies war der Ausdruck des Kerns allen SS-Kults: die Feier der "Gemeinschaft von Übermenschen" beruhte auf der Ausgrenzung und Vernichtung aller Gegner und aller derjenigen, die der "rassischen Einheit" nicht teilhaftig werden konnten.

 

Die Häftlingszahlen stiegen in der ersten Phase des Konzentrationslagers (vom Mai 1939 bis zum 31.08.1941, mit einer Unterbrechung nach Kriegsbeginn bis zum 11.12.1939) auf bis zu 480 Menschen an. Die zwei ersten Standorte erwiesen sich wegen ihrer Nähe zur Burg zwar als günstig, waren für ein größeres Lager auf Dauer jedoch zu beengt.

 

Im Sommer 1940 begannen die Häftlinge ein neues Lager auf einem gerodeten Gelände am Rande des Gemeindewalles in der Gemarkung Niederhagen zu errichten. Obwohl die Wewelsburg auch weiterhin das Zentrum der Intentionen Himmlers und seines Chefarchitekten Bartels bildete, weiteten sich die Bauarbeiten, die schon vor 1939 weit in das Dorf übergegriffen hatten, durch neue Maßnahmen noch aus. Die Häftlinge arbeiteten an der Erweiterung des KZ um einen Wirtschaftshof, auf dem 1942 ein Krematorium errichtet wurde, und um einen Bauhof (1941-1942), an der Errichtung eines neuen Lagers für die SS-Wachmannschaften gegenüber dem Schutzhaftlager (1941-1942) und vor allem an der Ausgestaltung des Nordturms der Wewelsburg zum Zentrum der Repräsentationszentrale der SS-Gruppenführer (1939-1943), der Errichtung einer repräsentativen Villa für Hermann Bartels (1939-1942), an einem Bürokomplex für seine Bauleitung, die bis zu 50 Fachleute umfaßte, am SS-Stabsgebäude (1939-1941), an einer Siedlung für SS-Führer (1940-1942) und an anderen Projekten.

 

Anders als in manchen anderen Orten, in denen Konzentrationslager existierten und Häftlinge arbeiteten, waren diese Baustellen über das ganze Dorf verteilt und in den meisten Fällen von außen einsehbar. Am Anfang legte die SS auch wenig Wert auf eine Tarnung des Außenkommandos. Als Einrichtung eines "Sträflingslagers" wurde die Ankunft der Häftlinge in der lokalen Presse angekündigt. Die Wewelsburger Bevölkerung betrachtete in der Anfangsphase das Lager wohl wirklich überwiegend als Einrichtung, in der Strafgefangene durch Zwangsarbeit ihr Verbrechen sühnten. Begünstigt wurde diese Einstellung dadurch, daß 1939, durchaus wohlüberlegt, fast ausschließlich Häftlinge mit dem grünen Winkel der Befristeten Vorbeugungshäftlinge (im SS-Jargon Berufsverbrecher genannt, da es sich um Vorbestrafte handelte) nach Wewelsburg geschickt wurden. Insgesamt war das Verhältnis der Wewelsburger zu dem neuen, zunächst provisorischen Konzentrationslager in ihrer Gemeinde recht ambivalent, wie das Beispiel der Reaktionen auf den ersten Fluchtversuch von zwei Häftlingen im Mai 1939 zeigt.

 

In ihren gestreiften Anzügen sahen die Häftlinge auch aus wie Strafgefangene. Für Außenstehende waren die farbigen Winkel auf der linken Brustseite und die aufgenähte Nummer als spezifische äußere Kennzeichen von KZ-Häftlingen nicht zu deuten. Wenig bekannt war der rechtsstaatswidrige Charakter der "Schutzhaft", die aufgrund der Verordnung des Reichspräsidenten vom 28.02.1933 "zum Schutze von Volk und Staat" von der Gestapo verhängt und in Konzentrationslagern vollzogen wurde . Durch die Verordnung waren wesentliche, verfassungsmäßig garantierte Grundrechte außer Kraft gesetzt worden. Die Haft konnte im Prinzip unbegrenzt dauern, die Unterstützung eines Rechtsbeistands war nicht möglich, eine richterliche Haftprüfung, ein gerichtliches Verfahren oder gar eine Verurteilung gab es in keinem Falle.

 

Nach einem neuerlichen vergeblichen Ausbruchsversuch zweier Häftlinge im Januar 1940, der wiederum erhebliche Unruhe in der Wewelsburger Bevölkerung auslöste, wurde das gesamte Kommando im Februar nach Sachsenhausen zurückverlegt und dort bei Arbeiten im Klinkerwerk eingesetzt, wo die Häftlinge meist nach kurzer Zeit umkamen. Siebzig Häftlinge mit dem violetten Winkel der Zeugen Jehovas, kurz Bibelforscher oder Bifo-Häftlinge genannt, ersetzten das alte Kommando. Diese lehnten Fluchtversuche aus religiösen Gründen ab und galten auch in den Augen der SS als arbeitsam und diszipliniert. Aus verschiedenen Konzentrationslagern trafen in den folgenden Wochen und Monaten weitere Bibelforscher in Wewelsburg ein. Mit rund 300 Häftlingen bildeten sie in den folgenden Jahren die eigentliche Kernmannschaft des Konzentrationslagers in Wewelsburg, das - nach dem bisherigen Forschungsstand - eine Gesamtzahl von mindestens 3.900 Häftlingen umfaßte.

 

Zu diesem Zeitpunkt zeichnete sich bereits ab, daß die Bauarbeiten weitergeführt werden würden, obwohl sie als Maßnahmen der "Gesellschaft" seit 1936 den Charakter eines "privaten" Bauvorhabens besaßen und damit unter die seit Kriegsbeginn geltende Sperre für zivile Bauten fielen. Ein Beispiel für die zynische Argumentationsweise der SS, wenn es sich um Häftlinge handelte, und für eine frühe Kooperation auch von regionalen Behörden mit der SS beim Häftlingseinsatz, stellt ein Schreiben des SS-Hauptamtes Verwaltung und Wirtschaft an das Arbeitsamt Paderborn vom 23.07.1940 dar, in dem die Freistellung von der Bausperre beantragt wird. Dort heißt es zur Begründung, "daß durch das Bauvorhaben Wewelsburg weder zusätzliche Rohstoffe noch Arbeitskräfte dem Baumarkt entzogen werden". "Arbeitskräfte werden dem Baumarkt kaum entzogen, da KZ-Häftlinge, die sonst keine Beschäftigung haben würden, eingesetzt sind". [1] Das Arbeitsamt genehmigte die Weiterführung der Bauvorhaben.

 

Die nun einsetzende Entwicklung des Konzentrationslagers in Wewelsburg erfolgte auf dem Hintergrund eines erneuten Wandels in Umfang und Struktur des Systems der deutschen Konzentrationslager seit Kriegsbeginn. Oswald Pohl, in einer Person Chef des Wirtschaftsverwaltungshauptamtes der SS und Geschäftsführer der "Gesellschaft zur Förderung und Pflege deutscher Kulturdenkmäler e.V.", begründete ihn in einem Bericht an Himmler 1942 mit der "Mobilisierung aller Häftlingskräfte zunächst für Kriegsaufgaben (Rüstungssteigerung) und später für Friedensaufgaben". Ein entsprechender SS-Befehl an die Kommandanten schärfte ihnen ein, die Arbeitsorganisation so zu gestalten, daß eine unbegrenzte Ausnutzung der Arbeitskräfte der Häftlinge gewährleistet war. In Wewelsburg war das seit 1940 gängige Praxis. Durch die Eingliederung der zentralen Verwaltung der Konzentrationslager, der "Inspektion der KL", in das 1942 gegründete SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt, dem auch die SS-Wirtschaftsbetriebe als sog. "W-Ämter" unterstanden, war die organisatorische Voraussetzung für die wirtschaftliche Ausbeutung erheblich verbessert worden. Gleichzeitig wurden durch die Ausweitung der Kompetenzen Himmlers als Chef der deutschen Polizei, besonders im Aufgabengebiet der Geheimen Staatspolizei und des Sicherheitsdienstes, immer neue Kategorien von Menschen zur "Vernichtung durch Arbeit" in die Konzentrationslager eingeliefert.

 

Nach dem Überfall auf die Sowjetunion 1941 begann eine neue, die entscheidende Phase der NS-Vernichtungspolitik. Seit Ende September 1940 waren es vor allem die Häftlinge mit dem schwarzen Winkel, die sogenannten "Asozialen", die in Wewelsburg in großer Zahl starben. Denselben schwarzen Winkel trugen anfangs auch die Sinti und die Roma, die aufgrund ihrer angestammten Lebensweise als "asozial" und "arbeitsscheu" galten, bis sich der Reichsführer SS entschloß, diese Menschen mit einer eigenen Häftlingskategorie zu versehen, als "rassisch minderwertig" wie die Juden einzustufen (1940) und später mit Gas zu ermorden. Nicht gewohnt, solidarisch zu handeln, und von den Mithäftlingen z.T. abgelehnt, konnten die Häftlinge mit dem schwarzen Winkel dem täglichen Lagerterror nur in Ausnahmefällen wirkungsvolle Überlebensstrategien entgegensetzen, so daß die meisten von ihnen nach verhältnismäßig kurzer Zeit starben. Ein erster Anstieg der Todesrate in Wewelsburg setzte ein. Am 10.06.1942 traf der erste Transport von sowjetischen Kriegsgefangenen und Zivilarbeitern ein. Sie befanden sich aufgrund der katastrophalen Lebensbedingungen, die auf den Transporten und in den für Russen eingerichteten Lagern herrschten, bereits in sehr schlechter körperlicher Verfassung, als sie in Wewelsburg ankamen. Seither stieg die Todesrate des Lagers drastisch. [2]

 

Die Errichtung und Unterhaltung des KZ erfolgte auf Kosten der "Gesellschaft zur Förderung und Pflege deutscher Kulturdenkmäler e.V." - Terror als Bestandteil der Kulturpflege im Gewand eines eingetragenen Vereins! Um sie von dieser finanziellen Last zu befreien, wandelten Himmler und sein Finanzverwalter Pohl das Außenlager Wewelsburg des KZ Sachsenhausen im Sommer 1941 kurzerhand in ein selbständiges "Konzentrationslager Niederhagen" um. Die selbständigen KZ wurden nämlich seit 1935 als sog. "staatliche Konzentrationslager" aus dem Reichsetat finanziert, während die "Gesellschaft" von 1939-1941, wie jedes andere Unternehmen, das während des Krieges KZ-Häftlinge beschäftigte, auch für deren Unterbringung finanziell verantwortlich war. Die Kostenerstattung insgesamt betrug immerhin 500.000 Reichsmark. Nach Zeugenaussagen hat Himmler selbst die alte Flurbezeichnung Niederhagen als Namen für das Lager ausgewählt, um möglichst keine Gedankenverbindung zwischen der Wewelsburg und der Welt der Konzentrationslager aufkommen zu lassen. Die Tarnung ist ihm so gut gelungen, daß bis heute das KZ Niederhagen in den meisten Übersichtskarten über die Standorte der Konzentrationslager nicht richtig lokalisiert oder gar nicht aufgeführt wird. Niederhagen war das kleinste staatliche Konzentrationslager, bis es 1943 wegen der kriegsbedingten Einstellung der Bauarbeiten aufgelöst wurde.

 

Eine Folge der Statusänderung des KZ war seine Einbeziehung in die Exekutionspraxis der Gestapo. Auf dem Wege der "Polizeijustiz" wurden in Wewelsburg 56 Menschen ermordet. Eine zweite Folge stellte die Tatsache dar, daß Niederhagen, wie aus einem Schreiben des Inspekteurs der Konzentrationslager vom 10.12.1941 hervorgeht, zusammen mit den Lagern Dachau, Sachsenhausen, Buchenwald, Mauthausen, Auschwitz, Flossenbürg, Groß-Rosen und Neuengamme für die "Aktion 14 f 13" vorgesehen wurde. Diese Kürzel verwendete der "Inspekteur der KL" für die Durchführung der sogenannten "Euthanasie" in den Konzentrationslagern. Seit April 1941 selektierte eine Ärztekommission psychisch, geistig oder körperlich schwerkranke oder geschwächte Häftlinge aus, um sie in Kliniken überführen und dort durch Giftgas ermorden zu lassen. Der dem Schreiben vom 10.12. an die KZ-Kommandanten beigefügte "Musterbogen" mit den Merkmalen, nach denen selektiert werden sollte, bezieht sich auf einen Häftling aus Wewelsburg. Der frühere SS-Lagerarzt erinnert sich an den Besuch eines Arztes aus der Kommission im Lager Niederhagen Anfang 1942. Wieviele Häftlinge aus Wewelsburg im Zuge dieser Aktion getötet wurden, läßt sich allerdings nicht mehr feststellen.

 

Das KZ-Personal bestand aus den Mitgliedern der Lagerverwaltung (dem sog. Kommandanturstab) und den Wachmannschaften. Sie alle waren seit 1941 Angehörige der Waffen-SS. Die Wachtruppe galt als dem Lager zugeteilt und unterstand dem jeweiligen "Führer vom Dienst". Die Verwaltung war in fünf Abteilungen gegliedert. An ihrer Spitze stand der Kommandant des KZ. Bei den Mitgliedern des Lagerpersonals handelte es sich wie bei allen SS-Leuten - von den letzten Kriegsjahren abgesehen - um Freiwillige. In den Reihen der "Totenkopfverbände" fanden sich besonders viele Männer, die im bürgerlichen Leben gescheitert waren. Dies ist jedoch auf dem Hintergrund der krisenhaften Entwicklung der Weimarer Zeit eine weit verbreitete Erscheinung gewesen. Auch wenn viele der älteren KZ-Bewacher ihre prägenden politischen Erfahrungen als Söldner in den Freikorps und in der Zeit der "Fememorde" gemacht hatten, waren es doch überwiegend keine persönlichen Merkmale oder Eigenschaften, die zu einer KZ-Karriere prädestinierten. Entscheidend war vielmehr die Ausbildung, die das KZ-Personal in einem der großen Konzentrationslager, z.B. in Dachau oder Sachsenhausen, erhielt. Der Kern dieser Ausbildung bestand vor allem in der Entwicklung bzw. Verstärkung der spezifischen SS-Mentalität, die in der grenzenlosen Verachtung aller "Minderwertigen" und der ebenso grenzenlosen Selbstüberschätzung der "Mitglieder des Ordens", in der Abhärtung gegen alle mitmenschlichen Gefühle und im absoluten Gehorsam gegenüber Vorgesetzten gipfelte. Charakteristisch ist in dieser Hinsicht der Lebenslauf des Wewelsburger Kommandanten Adolf Haas. Ein früherer Häftling in Wewelsburg, Otto Preuss, erinnert sich in einem Gespräch 1984: "Er (Haas) nannte sich einmal auf dem Appellplatz, seine Hände in die Seiten gestemmt - die sahen ja alle furchtbar aus, weil sie Uniform anhatten, die waren ja erst dann richtig da - 'Ich bin der Herrgott von Wewelsburg!... '". [3]

 

Die gesamte Organisation des Lebens im Lager war auf Erniedrigung und Terrorisierung der Häftlinge abgestellt. Die SS ließ in ihrer Praxis keinen Zweifel daran aufkommen, daß ihr letztes Ziel die Vernichtung der "Untermenschen" war. Dies bedeutete bis zu zwölf Stunden täglich Schwerstarbeit unter teils lebensgefährlichen Bedingungen, dauernde Unterernährung, Hetze, häufige Quälereien durch einzelne SS-Leute, begleitet von mörderischen Alltäglichkeiten wie Hinrichtungen, Totschlagen, Ertränken und Leichengiftinjektionen. Der 1945 verfaßte Bericht des ehemaligen Häftlings Wettin Müller schildert in bewegenden Worten, was sich in dem für Unbefangene zunächst als zweckrationale Architektur mit Funktionsgebäuden wie "Kleiderkammer", "Häftlingsrevier", "Werkstätten" usw. erscheinenden Konzentrationslager täglich ereignete. Das Beispiel der Lagerstrafe des "Pfahlhängens", das der Kommandant beliebig für "Vergehen" von Häftlingen anordnen konnte, zeigt, wie auch eine nicht unmittelbar tödlich wirkende Mißhandlung der Häftlinge unter den Lagerumständen lebensgefährdende Folgen hatte.

 

Waren die Gefangenen auch fast gänzlich der Willkür der SS ausgeliefert, so gab es doch minimale Möglichkeiten, Verweigerung und sogar Widerstand zu leisten. Eine - allerdings wegen der darin eingeschlossenen Pflicht zur Mitwirkung an von der Lagerleitung gegen die Mitgefangenen verhängten Maßnahmen problematische - Chance bot die von der SS zur Spaltung der Häftlinge eingeführte sog. "Häftlingsselbstverwaltung". Nur in sehr seltenen Fällen gelangen unter besonderen Bedingungen selbständige Aktionen der KZ-Insassen. Ein Beispiel von Untergrundarbeit der Zeugen Jehovas aus Wewelsburg ist die illegale Vervielfältigung von religiösen Schriften. Der Ausnahmecharakter dieser Tätigkeit wird erst auf dem Hintergrund der Tatsache deutlich, daß das Konzentrationslager Niederhagen in der kurzen Zeit seines Bestehens bei einer durchschnittlichen Häftlingszahl von 500 Menschen zweieinhalbmal ausgestorben ist.

 

Der Umgang der SS mit den Toten war einerseits geprägt von derselben Menschenverachtung, die in der Behandlung der Häftlinge zu Lebzeiten zum Ausdruck kam, andererseits von der Notwendigkeit, in einer Rechtsordnung, in der Mord auch weiterhin unter Strafe stand, Wege der Täuschung der Öffentlichkeit zu finden und den Kreis der Informierten möglichst klein zu halten. So wurden in Fällen unverkennbaren Mordes die Todesursachen gefälscht, da das örtliche Standesamt für jeden Toten eine Sterbeurkunde ausstellen mußte. Wenn Indizien auf einen unnatürlichen Tod gedeutet hätten, wäre die Staatsanwaltschaft zu verständigen gewesen. Um dieses Verfahren im Sinne der SS zu vereinfachen, erging 1942 eine zentrale Anordnung, die die Errichtung lagereigener Standesämter vorschrieb. Wo gesetzliche Vorschriften folgenlos umgangen werden konnten, weil es sich letztlich um sittliche Gebote handelte, wie in der Frage der Bestattung der Toten, erlegte sich die SS keinen Zwang auf. Nachdem die bisher benutzten Friedhofskrematorien in Dortmund und Bielefeld-Brackwede der hohen Zahl der Toten aus Wewelsburg nicht mehr gewachsen waren und der SS die langen Leichentransporte über Land zu auffällig und zu teuer erschienen, wurde 1942 ein eigenes Krematorium im Lager errichtet. Einen Friedhof, wie er in den Akten formal ausgewiesen war, gab es jedoch nicht. Die Asche der Toten wurde - darauf deutet alles hin - verstreut bzw. als Düngemittel in der lagereigenen Gärtnerei verwandt. Den "Untermenschen" verweigerte die SS ein Grab und damit einen Ort individuellen Gedenkens durch die Angehörigen.

 

Als Einheiten der US-Armee am 02.04.1945 das "Restkommando" in Wewelsburg befreiten, führten Häftlinge sie auf die Spur des 1943 aufgelösten KZ Niederhagen mit seinen weit über tausend Toten. Da sich Gräber von Häftlingen nicht fanden, zwang man die Einwohner von neun bis siebzig Jahren zur Teilnahme an einem "Sühnebegräbnis" für Tote, die man im nahen Wald verscharrt gefunden hatte. Ihre Identität ist mit Ausnahme eines Polen bis heute unbekannt. Man kann jedoch davon ausgehen, daß alle 15 Personen von Gestapo- bzw. SS-Angehörigen in den letzten Kriegsmonaten umgebracht wurden. Ehemalige Mitglieder des NSDAP aus dem Dorf mußten sie exhumieren und auf den Dorffriedhof überführen. Der von der Besatzungsmacht eingesetzte Bürgermeister legte ein kollektives Schuldbekenntnis ab. Der katholische Gemeindepfarrer Tusch, der auf dem Friedhof zu predigen hatte, verweigerte sich jedem politischen Ansinnen und predigte über den "Segen der Liebe und den Fluch des Hasses". Die Dorföffentlichkeit dankt ihm das bis heute. In dieser Artikulation eines neugewonnenen Selbstbewußtseins der Gemeinde, das sich primär gegen die ausgeübte Gewalt "der Sieger" richtete, damit jedoch zugleich auch das berechtigte Anliegen der Besatzungsmacht öffentlich diskreditierte, wonach sich die Wewelsburger mit den Morden der SS innerhalb ihrer Gemeinde auseinandersetzen sollten, liegt der früheste Ansatz zur bewußten Leugnung einer Teilhabe der Dorfbevölkerung an der Gesamtverantwortung für das Vergangene. Ein Gedenkstein erinnerte an die Toten, bis er nach ihrer Umbettung auf den sowjetischen Friedhof in Stukenbrock bzw. den "Ausländerfriedhof" in Paderborn-Schloß Neuhaus 1961 entfernt wurde.

 

Die weitere Geschichte des ehemaligen Lagergeländes und die damit verbundenen juristischen Auseinandersetzungen dokumentieren den Prozeß der Normalisierung, in dessen Verlauf "Bewältigung durch Arbeit", Verdrängen und Vergessen schließlich fast alle Relikte des NS-Terrors und damit die Ansätze zur Mahnung und Gedenken beseitigten, in anschaulicher Weise. Immer wieder gab es Zeichen der Erinnerung. Sie waren aber nicht von Wewelsburgern errichtet worden. Ein großes Holzkreuz vor dem früheren KZ-Torgebäude, das von ehemaligen Häftlingen erbaut worden war, brach zusammen. Eine 1965 noch mit öffentlicher Unterstützung des Kreises Büren angebrachte Mahntafel im Innenhof der Wewelsburg wurde 1973 entfernt, ohne daß irgendjemand protestierte. Etwa gleichzeitig verschwanden die 1949 als private Stiftung entstandenen Gemälde des Künstlers Josef Glahe aus der früheren SS-"Gruft" im Nordturm, die Szenen der Verfolgung und des Leides im Konzentrationslager darstellten. Der Raum verlor damit seinen Charakter als Mahnstätte. Vorschläge, in diesem Fall auch von Wewelsburgern, im Heimatmuseum der Wewelsburg eine Dokumentation einzubringen, wurden regelmäßig überhört.

 

Aus sich heraus hat das Dorf als ganzes zu keiner bewußten Haltung gegenüber seiner Vergangenheit 1933-1945 und ihren Opfern gefunden. Geschwiegen wurde über das eigene, individuell erlittene Leid (Schutzhaft, Kriegserinnerungen, Fluchterlebnisse u.a.) und über das wahrgenommene Leid anderer (KZ-Häftlinge). Dieses "herrschende Schweigen" entspricht alter Tradition auf dem Lande. Über Leid sprach man nicht, weil es nach den überlieferten Vorstellungen als Eingeständnis einer Niederlage oder einer Schuld gewertet worden wäre. Eingeschlossen in diese Überlieferung war wahrscheinlich auch ein Schweigen aus Betroffenheit. Man war betroffen in dem Gefühl der Ohnmacht angesichts eines durchaus wahrgenommenen, nicht gleichgültig übersehenen Leidens von Menschen, das man aber auch durch vereinzelte Hilfeleistungen nicht zu ändern vermochte.

 

Heute ist es Wewelsburgern möglich, über die Wahrnehmung der Häftlinge zu sprechen. Eine Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus im Ort findet statt. Die Anstöße hierzu kamen von außen. Was zwei Prozesse vor Paderborner Gerichten gegen ehemalige SS-Leute und Häftlingsvorarbeiter des Konzentrationslagers nicht bewirkt hatten, löste ein Antrag auf Wiederanbringung einer Mahntafel im Kreistag des Kreises Paderborn aus, dem die Wewelsburg seit 1975 gehört. In zahlreichen Leserbriefen gaben Menschen aus der ganzen Region ihrer Betroffenheit darüber Ausdruck, daß der Mord an 1.285 Menschen "vor der eigenen Haustür" so vollständig verdrängt werden konnte, daß kein sichtbares Zeichen an sie erinnerte.

 

Aus dieser öffentlichen Debatte um den Wert der Erinnerung erwuchs schließlich der Auftrag zu einem Forschungsvorhaben. Gegen zunächst erhebliche Bedenken, das Dorf könne durch die Ergebnisse diskreditiert werden, entschlossen sich im Laufe der Arbeiten auch viele Wewelsburger, durch Bereitstellung von Dokumenten und Auskünften an dem Vorhaben mitzuwirken. Seit 1982 gibt es als Abteilung des Kreismuseums Wewelsburg eine Dauerausstellung "Wewelsburg 1933-1945. Kult- und Terrorstätte der SS". Sie ist heute Gedenkstätte für die Opfer des Konzentrationslagers. Das Museum betrachtet seine Aufgabe darin, in einem Prozeß des Dialogs mit den Besuchern über das Geschehen in Wewelsburg zu informieren, der Toten zu gedenken und daran mitzuwirken, daß Erinnerung dazu verhilft, Intoleranz, Rassismus und Völkermord in Gegenwart und Zukunft zu verhindern. Auch wenn diese Anliegen überwiegend akzeptiert werden, fällt es vielen Menschen noch schwer, ein Zeichen der Erinnerung in der unmittelbaren Nachbarschaft nicht als Anklage aufzufassen, wie ein Streit mit einer Gruppe von Wewelsburgern um die Herrichtung des 1988 unter Denkmalschutz gestellten ehemaligen Appellplatzes des KZ in jüngerer Zeit zeigte: eine Hinweis- oder Mahntafel war nicht durchzusetzen. Allein die ehemalige Lagerstraße wurde durch Randsteine deutlich gemacht und verweist noch auf die KZ-Vergangenheit.

  

[1] Zit. nach: K. Hüser: Wewelsburg 1933 bis 1945. Kult- und Terrorstätte der SS. Eine Dokumentation, 2. Aufl., Paderborn 1987, S. 242.

[2] K. Hüser: a.a.O., S. 96.

[3] Zit. nach: A. Ruppert / W. E. Brebeck: Wewelsburg, in: J. Meynert / A. Klönne, (Hrsg.): Verdrängte Geschichte - Verfolgung und Vernichtung in Ostwestfalen 1933 - 1945 / Bielefeld 1986, S. 323-372, hier: S. 326.

 

Quelle: www.lwl.org/westfaelische-geschichte/portal/Internet/inpu...

Das Konzentrationslager in Wewelsburg wurde im Jahre 1939 gerichtet, um für das ideologisch wichtigste Bauprojekt der SS in einer Zeit sich abzeichnenden Arbeitskräftemangels Häftlingsarbeiter zur Verfügung zu haben. In Wewelsburg machte sich der Mangel an (unbezahlten) Bauhilfsarbeitern nach Auflösung des Lagers des Reichsarbeitsdienstes (RAD) 1938 bemerkbar. Seit 1934 hatten der SS immer rund 100 RAD-Männer zur Verfügung gestanden. Nun wurden sie im Zuge kriegsvorbereitender Maßnahmen in die Eifel zum Bau des "Westwalls" abkommandiert. Reichsweit war während desselben Jahres 1938, vor allem im Zuge der verstärkten Aufrüstung im Rahmen des "Vierjahresplans", die Arbeitslosigkeit abgebaut worden, so daß in einigen Wirtschaftszweigen - besonders im Bausektor - bereits ein erheblicher Arbeitskräftemangel herrschte.

 

Die SS nutzte diese Lage in doppelter Weise, um ihren Einfluß zu vergrößern. Einmal wirkte sie darauf hin, daß mehr Konzentrationslager denn je seit 1933 gegründet bzw. ausgebaut wurden, zum anderen verband sie diese Lager gezielt mit SS-Wirtschaftsbetrieben bzw. Arbeitsmöglichkeiten für die Häftlinge. Über die bisherige Hauptaufgabe der Bestrafung und Isolierung politischer Gegner hinaus erhielten die Konzentrationslager damit eine wirtschaftliche Funktion. Durch die Anlage neuer Lager in der Nähe von Steinbrüchen bzw. deren weitere Erschließung (z.B. Mauthausen, Flossenbürg, Buchenwald) oder die Gründung von KZ-Ziegelwerken (z.B. Buchwald, Sachsenhausen, Hamburg-Neuengamme) wollte die SS sich als Baustofflieferant großen Stils für Hitlers geplante Großbauten in verschiedenen deutschen Städten unentbehrlich machen. Die Arbeitskraft der Häftlinge wurde dabei von der ebenfalls 1938 gegründeten SS-Firma "Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH" ausgebeutet. lm Schatten dieser Baustoffproduktion bestanden bereits KZ-Werkstätten für Textilien u.a., die für den wachsenden SS-Bedarf produzierten und auf lange Sicht zu einer wirtschaftlichen Unabhängigkeit der SS von der Privatwirtschaft führen sollten.

 

Die Ankunft eines 100 Mann starken Häftlingskommandos aus dem Konzentrationslager Sachsenhausen im Mai 1939 in Wewelsburg fügt sich in das gezeichnete Gesamtbild ein. Auch hier ging es um Steinbruch- und Bauarbeiten, auch hier war eine SS-Gesellschaft, die "Gesellschaft zur Förderung und Pflege deutscher Kulturdenkmäler e.V.", Betreiberin des kleinen Lagers; allerdings diente das zunächst als Arbeitskommando, dann - seit dem 07.01.1941 - als Außenlager des KZ Sachsenhausen eingestufte Lager in Wewelsburg nicht gewinnbringenden, sondern ausschließlich ideologischen Zwecken: dem Ausbau der Burg zum Mittelpunkt des SS-Ordens. Gerade in diesem Zusammenhang zeigt sich wie sonst nirgends die Einheit von Kult und Terror der SS. Bereits 1938, als die "Denkmalsgesellschaft" den ersten großen Kredit bei der Dresdner Bank aufnahm, stand fest, daß die erforderlichen Mittel für das Wewelsburg-Projekt von den SS-eigenen Wirtschaftsbetrieben aufgebracht werden sollten. Die Konzentration aller in den Augen der SS positiven kulturellen Bemühungen - bis hin zur Schaffung eines pseudoreligiösen Ersatzkultes im Bereich der Wewelsburg - wurde von der SS-Spitze mit der Ausbeutung der Häftlinge und deren Vernichtung verbunden. Dies war nicht nur eine Konsequenz auf einer bloß organisatorischen Ebene, obwohl die SS sich stets - und nicht ohne Erfolg - bemühte, den offenkundigen Zusammenhang von KZ und Schloß zu verschleiern, dies war der Ausdruck des Kerns allen SS-Kults: die Feier der "Gemeinschaft von Übermenschen" beruhte auf der Ausgrenzung und Vernichtung aller Gegner und aller derjenigen, die der "rassischen Einheit" nicht teilhaftig werden konnten.

 

Die Häftlingszahlen stiegen in der ersten Phase des Konzentrationslagers (vom Mai 1939 bis zum 31.08.1941, mit einer Unterbrechung nach Kriegsbeginn bis zum 11.12.1939) auf bis zu 480 Menschen an. Die zwei ersten Standorte erwiesen sich wegen ihrer Nähe zur Burg zwar als günstig, waren für ein größeres Lager auf Dauer jedoch zu beengt.

 

Im Sommer 1940 begannen die Häftlinge ein neues Lager auf einem gerodeten Gelände am Rande des Gemeindewalles in der Gemarkung Niederhagen zu errichten. Obwohl die Wewelsburg auch weiterhin das Zentrum der Intentionen Himmlers und seines Chefarchitekten Bartels bildete, weiteten sich die Bauarbeiten, die schon vor 1939 weit in das Dorf übergegriffen hatten, durch neue Maßnahmen noch aus. Die Häftlinge arbeiteten an der Erweiterung des KZ um einen Wirtschaftshof, auf dem 1942 ein Krematorium errichtet wurde, und um einen Bauhof (1941-1942), an der Errichtung eines neuen Lagers für die SS-Wachmannschaften gegenüber dem Schutzhaftlager (1941-1942) und vor allem an der Ausgestaltung des Nordturms der Wewelsburg zum Zentrum der Repräsentationszentrale der SS-Gruppenführer (1939-1943), der Errichtung einer repräsentativen Villa für Hermann Bartels (1939-1942), an einem Bürokomplex für seine Bauleitung, die bis zu 50 Fachleute umfaßte, am SS-Stabsgebäude (1939-1941), an einer Siedlung für SS-Führer (1940-1942) und an anderen Projekten.

 

Anders als in manchen anderen Orten, in denen Konzentrationslager existierten und Häftlinge arbeiteten, waren diese Baustellen über das ganze Dorf verteilt und in den meisten Fällen von außen einsehbar. Am Anfang legte die SS auch wenig Wert auf eine Tarnung des Außenkommandos. Als Einrichtung eines "Sträflingslagers" wurde die Ankunft der Häftlinge in der lokalen Presse angekündigt. Die Wewelsburger Bevölkerung betrachtete in der Anfangsphase das Lager wohl wirklich überwiegend als Einrichtung, in der Strafgefangene durch Zwangsarbeit ihr Verbrechen sühnten. Begünstigt wurde diese Einstellung dadurch, daß 1939, durchaus wohlüberlegt, fast ausschließlich Häftlinge mit dem grünen Winkel der Befristeten Vorbeugungshäftlinge (im SS-Jargon Berufsverbrecher genannt, da es sich um Vorbestrafte handelte) nach Wewelsburg geschickt wurden. Insgesamt war das Verhältnis der Wewelsburger zu dem neuen, zunächst provisorischen Konzentrationslager in ihrer Gemeinde recht ambivalent, wie das Beispiel der Reaktionen auf den ersten Fluchtversuch von zwei Häftlingen im Mai 1939 zeigt.

 

In ihren gestreiften Anzügen sahen die Häftlinge auch aus wie Strafgefangene. Für Außenstehende waren die farbigen Winkel auf der linken Brustseite und die aufgenähte Nummer als spezifische äußere Kennzeichen von KZ-Häftlingen nicht zu deuten. Wenig bekannt war der rechtsstaatswidrige Charakter der "Schutzhaft", die aufgrund der Verordnung des Reichspräsidenten vom 28.02.1933 "zum Schutze von Volk und Staat" von der Gestapo verhängt und in Konzentrationslagern vollzogen wurde . Durch die Verordnung waren wesentliche, verfassungsmäßig garantierte Grundrechte außer Kraft gesetzt worden. Die Haft konnte im Prinzip unbegrenzt dauern, die Unterstützung eines Rechtsbeistands war nicht möglich, eine richterliche Haftprüfung, ein gerichtliches Verfahren oder gar eine Verurteilung gab es in keinem Falle.

 

Nach einem neuerlichen vergeblichen Ausbruchsversuch zweier Häftlinge im Januar 1940, der wiederum erhebliche Unruhe in der Wewelsburger Bevölkerung auslöste, wurde das gesamte Kommando im Februar nach Sachsenhausen zurückverlegt und dort bei Arbeiten im Klinkerwerk eingesetzt, wo die Häftlinge meist nach kurzer Zeit umkamen. Siebzig Häftlinge mit dem violetten Winkel der Zeugen Jehovas, kurz Bibelforscher oder Bifo-Häftlinge genannt, ersetzten das alte Kommando. Diese lehnten Fluchtversuche aus religiösen Gründen ab und galten auch in den Augen der SS als arbeitsam und diszipliniert. Aus verschiedenen Konzentrationslagern trafen in den folgenden Wochen und Monaten weitere Bibelforscher in Wewelsburg ein. Mit rund 300 Häftlingen bildeten sie in den folgenden Jahren die eigentliche Kernmannschaft des Konzentrationslagers in Wewelsburg, das - nach dem bisherigen Forschungsstand - eine Gesamtzahl von mindestens 3.900 Häftlingen umfaßte.

 

Zu diesem Zeitpunkt zeichnete sich bereits ab, daß die Bauarbeiten weitergeführt werden würden, obwohl sie als Maßnahmen der "Gesellschaft" seit 1936 den Charakter eines "privaten" Bauvorhabens besaßen und damit unter die seit Kriegsbeginn geltende Sperre für zivile Bauten fielen. Ein Beispiel für die zynische Argumentationsweise der SS, wenn es sich um Häftlinge handelte, und für eine frühe Kooperation auch von regionalen Behörden mit der SS beim Häftlingseinsatz, stellt ein Schreiben des SS-Hauptamtes Verwaltung und Wirtschaft an das Arbeitsamt Paderborn vom 23.07.1940 dar, in dem die Freistellung von der Bausperre beantragt wird. Dort heißt es zur Begründung, "daß durch das Bauvorhaben Wewelsburg weder zusätzliche Rohstoffe noch Arbeitskräfte dem Baumarkt entzogen werden". "Arbeitskräfte werden dem Baumarkt kaum entzogen, da KZ-Häftlinge, die sonst keine Beschäftigung haben würden, eingesetzt sind". [1] Das Arbeitsamt genehmigte die Weiterführung der Bauvorhaben.

 

Die nun einsetzende Entwicklung des Konzentrationslagers in Wewelsburg erfolgte auf dem Hintergrund eines erneuten Wandels in Umfang und Struktur des Systems der deutschen Konzentrationslager seit Kriegsbeginn. Oswald Pohl, in einer Person Chef des Wirtschaftsverwaltungshauptamtes der SS und Geschäftsführer der "Gesellschaft zur Förderung und Pflege deutscher Kulturdenkmäler e.V.", begründete ihn in einem Bericht an Himmler 1942 mit der "Mobilisierung aller Häftlingskräfte zunächst für Kriegsaufgaben (Rüstungssteigerung) und später für Friedensaufgaben". Ein entsprechender SS-Befehl an die Kommandanten schärfte ihnen ein, die Arbeitsorganisation so zu gestalten, daß eine unbegrenzte Ausnutzung der Arbeitskräfte der Häftlinge gewährleistet war. In Wewelsburg war das seit 1940 gängige Praxis. Durch die Eingliederung der zentralen Verwaltung der Konzentrationslager, der "Inspektion der KL", in das 1942 gegründete SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt, dem auch die SS-Wirtschaftsbetriebe als sog. "W-Ämter" unterstanden, war die organisatorische Voraussetzung für die wirtschaftliche Ausbeutung erheblich verbessert worden. Gleichzeitig wurden durch die Ausweitung der Kompetenzen Himmlers als Chef der deutschen Polizei, besonders im Aufgabengebiet der Geheimen Staatspolizei und des Sicherheitsdienstes, immer neue Kategorien von Menschen zur "Vernichtung durch Arbeit" in die Konzentrationslager eingeliefert.

 

Nach dem Überfall auf die Sowjetunion 1941 begann eine neue, die entscheidende Phase der NS-Vernichtungspolitik. Seit Ende September 1940 waren es vor allem die Häftlinge mit dem schwarzen Winkel, die sogenannten "Asozialen", die in Wewelsburg in großer Zahl starben. Denselben schwarzen Winkel trugen anfangs auch die Sinti und die Roma, die aufgrund ihrer angestammten Lebensweise als "asozial" und "arbeitsscheu" galten, bis sich der Reichsführer SS entschloß, diese Menschen mit einer eigenen Häftlingskategorie zu versehen, als "rassisch minderwertig" wie die Juden einzustufen (1940) und später mit Gas zu ermorden. Nicht gewohnt, solidarisch zu handeln, und von den Mithäftlingen z.T. abgelehnt, konnten die Häftlinge mit dem schwarzen Winkel dem täglichen Lagerterror nur in Ausnahmefällen wirkungsvolle Überlebensstrategien entgegensetzen, so daß die meisten von ihnen nach verhältnismäßig kurzer Zeit starben. Ein erster Anstieg der Todesrate in Wewelsburg setzte ein. Am 10.06.1942 traf der erste Transport von sowjetischen Kriegsgefangenen und Zivilarbeitern ein. Sie befanden sich aufgrund der katastrophalen Lebensbedingungen, die auf den Transporten und in den für Russen eingerichteten Lagern herrschten, bereits in sehr schlechter körperlicher Verfassung, als sie in Wewelsburg ankamen. Seither stieg die Todesrate des Lagers drastisch. [2]

 

Die Errichtung und Unterhaltung des KZ erfolgte auf Kosten der "Gesellschaft zur Förderung und Pflege deutscher Kulturdenkmäler e.V." - Terror als Bestandteil der Kulturpflege im Gewand eines eingetragenen Vereins! Um sie von dieser finanziellen Last zu befreien, wandelten Himmler und sein Finanzverwalter Pohl das Außenlager Wewelsburg des KZ Sachsenhausen im Sommer 1941 kurzerhand in ein selbständiges "Konzentrationslager Niederhagen" um. Die selbständigen KZ wurden nämlich seit 1935 als sog. "staatliche Konzentrationslager" aus dem Reichsetat finanziert, während die "Gesellschaft" von 1939-1941, wie jedes andere Unternehmen, das während des Krieges KZ-Häftlinge beschäftigte, auch für deren Unterbringung finanziell verantwortlich war. Die Kostenerstattung insgesamt betrug immerhin 500.000 Reichsmark. Nach Zeugenaussagen hat Himmler selbst die alte Flurbezeichnung Niederhagen als Namen für das Lager ausgewählt, um möglichst keine Gedankenverbindung zwischen der Wewelsburg und der Welt der Konzentrationslager aufkommen zu lassen. Die Tarnung ist ihm so gut gelungen, daß bis heute das KZ Niederhagen in den meisten Übersichtskarten über die Standorte der Konzentrationslager nicht richtig lokalisiert oder gar nicht aufgeführt wird. Niederhagen war das kleinste staatliche Konzentrationslager, bis es 1943 wegen der kriegsbedingten Einstellung der Bauarbeiten aufgelöst wurde.

 

Eine Folge der Statusänderung des KZ war seine Einbeziehung in die Exekutionspraxis der Gestapo. Auf dem Wege der "Polizeijustiz" wurden in Wewelsburg 56 Menschen ermordet. Eine zweite Folge stellte die Tatsache dar, daß Niederhagen, wie aus einem Schreiben des Inspekteurs der Konzentrationslager vom 10.12.1941 hervorgeht, zusammen mit den Lagern Dachau, Sachsenhausen, Buchenwald, Mauthausen, Auschwitz, Flossenbürg, Groß-Rosen und Neuengamme für die "Aktion 14 f 13" vorgesehen wurde. Diese Kürzel verwendete der "Inspekteur der KL" für die Durchführung der sogenannten "Euthanasie" in den Konzentrationslagern. Seit April 1941 selektierte eine Ärztekommission psychisch, geistig oder körperlich schwerkranke oder geschwächte Häftlinge aus, um sie in Kliniken überführen und dort durch Giftgas ermorden zu lassen. Der dem Schreiben vom 10.12. an die KZ-Kommandanten beigefügte "Musterbogen" mit den Merkmalen, nach denen selektiert werden sollte, bezieht sich auf einen Häftling aus Wewelsburg. Der frühere SS-Lagerarzt erinnert sich an den Besuch eines Arztes aus der Kommission im Lager Niederhagen Anfang 1942. Wieviele Häftlinge aus Wewelsburg im Zuge dieser Aktion getötet wurden, läßt sich allerdings nicht mehr feststellen.

 

Das KZ-Personal bestand aus den Mitgliedern der Lagerverwaltung (dem sog. Kommandanturstab) und den Wachmannschaften. Sie alle waren seit 1941 Angehörige der Waffen-SS. Die Wachtruppe galt als dem Lager zugeteilt und unterstand dem jeweiligen "Führer vom Dienst". Die Verwaltung war in fünf Abteilungen gegliedert. An ihrer Spitze stand der Kommandant des KZ. Bei den Mitgliedern des Lagerpersonals handelte es sich wie bei allen SS-Leuten - von den letzten Kriegsjahren abgesehen - um Freiwillige. In den Reihen der "Totenkopfverbände" fanden sich besonders viele Männer, die im bürgerlichen Leben gescheitert waren. Dies ist jedoch auf dem Hintergrund der krisenhaften Entwicklung der Weimarer Zeit eine weit verbreitete Erscheinung gewesen. Auch wenn viele der älteren KZ-Bewacher ihre prägenden politischen Erfahrungen als Söldner in den Freikorps und in der Zeit der "Fememorde" gemacht hatten, waren es doch überwiegend keine persönlichen Merkmale oder Eigenschaften, die zu einer KZ-Karriere prädestinierten. Entscheidend war vielmehr die Ausbildung, die das KZ-Personal in einem der großen Konzentrationslager, z.B. in Dachau oder Sachsenhausen, erhielt. Der Kern dieser Ausbildung bestand vor allem in der Entwicklung bzw. Verstärkung der spezifischen SS-Mentalität, die in der grenzenlosen Verachtung aller "Minderwertigen" und der ebenso grenzenlosen Selbstüberschätzung der "Mitglieder des Ordens", in der Abhärtung gegen alle mitmenschlichen Gefühle und im absoluten Gehorsam gegenüber Vorgesetzten gipfelte. Charakteristisch ist in dieser Hinsicht der Lebenslauf des Wewelsburger Kommandanten Adolf Haas. Ein früherer Häftling in Wewelsburg, Otto Preuss, erinnert sich in einem Gespräch 1984: "Er (Haas) nannte sich einmal auf dem Appellplatz, seine Hände in die Seiten gestemmt - die sahen ja alle furchtbar aus, weil sie Uniform anhatten, die waren ja erst dann richtig da - 'Ich bin der Herrgott von Wewelsburg!... '". [3]

 

Die gesamte Organisation des Lebens im Lager war auf Erniedrigung und Terrorisierung der Häftlinge abgestellt. Die SS ließ in ihrer Praxis keinen Zweifel daran aufkommen, daß ihr letztes Ziel die Vernichtung der "Untermenschen" war. Dies bedeutete bis zu zwölf Stunden täglich Schwerstarbeit unter teils lebensgefährlichen Bedingungen, dauernde Unterernährung, Hetze, häufige Quälereien durch einzelne SS-Leute, begleitet von mörderischen Alltäglichkeiten wie Hinrichtungen, Totschlagen, Ertränken und Leichengiftinjektionen. Der 1945 verfaßte Bericht des ehemaligen Häftlings Wettin Müller schildert in bewegenden Worten, was sich in dem für Unbefangene zunächst als zweckrationale Architektur mit Funktionsgebäuden wie "Kleiderkammer", "Häftlingsrevier", "Werkstätten" usw. erscheinenden Konzentrationslager täglich ereignete. Das Beispiel der Lagerstrafe des "Pfahlhängens", das der Kommandant beliebig für "Vergehen" von Häftlingen anordnen konnte, zeigt, wie auch eine nicht unmittelbar tödlich wirkende Mißhandlung der Häftlinge unter den Lagerumständen lebensgefährdende Folgen hatte.

 

Waren die Gefangenen auch fast gänzlich der Willkür der SS ausgeliefert, so gab es doch minimale Möglichkeiten, Verweigerung und sogar Widerstand zu leisten. Eine - allerdings wegen der darin eingeschlossenen Pflicht zur Mitwirkung an von der Lagerleitung gegen die Mitgefangenen verhängten Maßnahmen problematische - Chance bot die von der SS zur Spaltung der Häftlinge eingeführte sog. "Häftlingsselbstverwaltung". Nur in sehr seltenen Fällen gelangen unter besonderen Bedingungen selbständige Aktionen der KZ-Insassen. Ein Beispiel von Untergrundarbeit der Zeugen Jehovas aus Wewelsburg ist die illegale Vervielfältigung von religiösen Schriften. Der Ausnahmecharakter dieser Tätigkeit wird erst auf dem Hintergrund der Tatsache deutlich, daß das Konzentrationslager Niederhagen in der kurzen Zeit seines Bestehens bei einer durchschnittlichen Häftlingszahl von 500 Menschen zweieinhalbmal ausgestorben ist.

 

Der Umgang der SS mit den Toten war einerseits geprägt von derselben Menschenverachtung, die in der Behandlung der Häftlinge zu Lebzeiten zum Ausdruck kam, andererseits von der Notwendigkeit, in einer Rechtsordnung, in der Mord auch weiterhin unter Strafe stand, Wege der Täuschung der Öffentlichkeit zu finden und den Kreis der Informierten möglichst klein zu halten. So wurden in Fällen unverkennbaren Mordes die Todesursachen gefälscht, da das örtliche Standesamt für jeden Toten eine Sterbeurkunde ausstellen mußte. Wenn Indizien auf einen unnatürlichen Tod gedeutet hätten, wäre die Staatsanwaltschaft zu verständigen gewesen. Um dieses Verfahren im Sinne der SS zu vereinfachen, erging 1942 eine zentrale Anordnung, die die Errichtung lagereigener Standesämter vorschrieb. Wo gesetzliche Vorschriften folgenlos umgangen werden konnten, weil es sich letztlich um sittliche Gebote handelte, wie in der Frage der Bestattung der Toten, erlegte sich die SS keinen Zwang auf. Nachdem die bisher benutzten Friedhofskrematorien in Dortmund und Bielefeld-Brackwede der hohen Zahl der Toten aus Wewelsburg nicht mehr gewachsen waren und der SS die langen Leichentransporte über Land zu auffällig und zu teuer erschienen, wurde 1942 ein eigenes Krematorium im Lager errichtet. Einen Friedhof, wie er in den Akten formal ausgewiesen war, gab es jedoch nicht. Die Asche der Toten wurde - darauf deutet alles hin - verstreut bzw. als Düngemittel in der lagereigenen Gärtnerei verwandt. Den "Untermenschen" verweigerte die SS ein Grab und damit einen Ort individuellen Gedenkens durch die Angehörigen.

 

Als Einheiten der US-Armee am 02.04.1945 das "Restkommando" in Wewelsburg befreiten, führten Häftlinge sie auf die Spur des 1943 aufgelösten KZ Niederhagen mit seinen weit über tausend Toten. Da sich Gräber von Häftlingen nicht fanden, zwang man die Einwohner von neun bis siebzig Jahren zur Teilnahme an einem "Sühnebegräbnis" für Tote, die man im nahen Wald verscharrt gefunden hatte. Ihre Identität ist mit Ausnahme eines Polen bis heute unbekannt. Man kann jedoch davon ausgehen, daß alle 15 Personen von Gestapo- bzw. SS-Angehörigen in den letzten Kriegsmonaten umgebracht wurden. Ehemalige Mitglieder des NSDAP aus dem Dorf mußten sie exhumieren und auf den Dorffriedhof überführen. Der von der Besatzungsmacht eingesetzte Bürgermeister legte ein kollektives Schuldbekenntnis ab. Der katholische Gemeindepfarrer Tusch, der auf dem Friedhof zu predigen hatte, verweigerte sich jedem politischen Ansinnen und predigte über den "Segen der Liebe und den Fluch des Hasses". Die Dorföffentlichkeit dankt ihm das bis heute. In dieser Artikulation eines neugewonnenen Selbstbewußtseins der Gemeinde, das sich primär gegen die ausgeübte Gewalt "der Sieger" richtete, damit jedoch zugleich auch das berechtigte Anliegen der Besatzungsmacht öffentlich diskreditierte, wonach sich die Wewelsburger mit den Morden der SS innerhalb ihrer Gemeinde auseinandersetzen sollten, liegt der früheste Ansatz zur bewußten Leugnung einer Teilhabe der Dorfbevölkerung an der Gesamtverantwortung für das Vergangene. Ein Gedenkstein erinnerte an die Toten, bis er nach ihrer Umbettung auf den sowjetischen Friedhof in Stukenbrock bzw. den "Ausländerfriedhof" in Paderborn-Schloß Neuhaus 1961 entfernt wurde.

 

Die weitere Geschichte des ehemaligen Lagergeländes und die damit verbundenen juristischen Auseinandersetzungen dokumentieren den Prozeß der Normalisierung, in dessen Verlauf "Bewältigung durch Arbeit", Verdrängen und Vergessen schließlich fast alle Relikte des NS-Terrors und damit die Ansätze zur Mahnung und Gedenken beseitigten, in anschaulicher Weise. Immer wieder gab es Zeichen der Erinnerung. Sie waren aber nicht von Wewelsburgern errichtet worden. Ein großes Holzkreuz vor dem früheren KZ-Torgebäude, das von ehemaligen Häftlingen erbaut worden war, brach zusammen. Eine 1965 noch mit öffentlicher Unterstützung des Kreises Büren angebrachte Mahntafel im Innenhof der Wewelsburg wurde 1973 entfernt, ohne daß irgendjemand protestierte. Etwa gleichzeitig verschwanden die 1949 als private Stiftung entstandenen Gemälde des Künstlers Josef Glahe aus der früheren SS-"Gruft" im Nordturm, die Szenen der Verfolgung und des Leides im Konzentrationslager darstellten. Der Raum verlor damit seinen Charakter als Mahnstätte. Vorschläge, in diesem Fall auch von Wewelsburgern, im Heimatmuseum der Wewelsburg eine Dokumentation einzubringen, wurden regelmäßig überhört.

 

Aus sich heraus hat das Dorf als ganzes zu keiner bewußten Haltung gegenüber seiner Vergangenheit 1933-1945 und ihren Opfern gefunden. Geschwiegen wurde über das eigene, individuell erlittene Leid (Schutzhaft, Kriegserinnerungen, Fluchterlebnisse u.a.) und über das wahrgenommene Leid anderer (KZ-Häftlinge). Dieses "herrschende Schweigen" entspricht alter Tradition auf dem Lande. Über Leid sprach man nicht, weil es nach den überlieferten Vorstellungen als Eingeständnis einer Niederlage oder einer Schuld gewertet worden wäre. Eingeschlossen in diese Überlieferung war wahrscheinlich auch ein Schweigen aus Betroffenheit. Man war betroffen in dem Gefühl der Ohnmacht angesichts eines durchaus wahrgenommenen, nicht gleichgültig übersehenen Leidens von Menschen, das man aber auch durch vereinzelte Hilfeleistungen nicht zu ändern vermochte.

 

Heute ist es Wewelsburgern möglich, über die Wahrnehmung der Häftlinge zu sprechen. Eine Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus im Ort findet statt. Die Anstöße hierzu kamen von außen. Was zwei Prozesse vor Paderborner Gerichten gegen ehemalige SS-Leute und Häftlingsvorarbeiter des Konzentrationslagers nicht bewirkt hatten, löste ein Antrag auf Wiederanbringung einer Mahntafel im Kreistag des Kreises Paderborn aus, dem die Wewelsburg seit 1975 gehört. In zahlreichen Leserbriefen gaben Menschen aus der ganzen Region ihrer Betroffenheit darüber Ausdruck, daß der Mord an 1.285 Menschen "vor der eigenen Haustür" so vollständig verdrängt werden konnte, daß kein sichtbares Zeichen an sie erinnerte.

 

Aus dieser öffentlichen Debatte um den Wert der Erinnerung erwuchs schließlich der Auftrag zu einem Forschungsvorhaben. Gegen zunächst erhebliche Bedenken, das Dorf könne durch die Ergebnisse diskreditiert werden, entschlossen sich im Laufe der Arbeiten auch viele Wewelsburger, durch Bereitstellung von Dokumenten und Auskünften an dem Vorhaben mitzuwirken. Seit 1982 gibt es als Abteilung des Kreismuseums Wewelsburg eine Dauerausstellung "Wewelsburg 1933-1945. Kult- und Terrorstätte der SS". Sie ist heute Gedenkstätte für die Opfer des Konzentrationslagers. Das Museum betrachtet seine Aufgabe darin, in einem Prozeß des Dialogs mit den Besuchern über das Geschehen in Wewelsburg zu informieren, der Toten zu gedenken und daran mitzuwirken, daß Erinnerung dazu verhilft, Intoleranz, Rassismus und Völkermord in Gegenwart und Zukunft zu verhindern. Auch wenn diese Anliegen überwiegend akzeptiert werden, fällt es vielen Menschen noch schwer, ein Zeichen der Erinnerung in der unmittelbaren Nachbarschaft nicht als Anklage aufzufassen, wie ein Streit mit einer Gruppe von Wewelsburgern um die Herrichtung des 1988 unter Denkmalschutz gestellten ehemaligen Appellplatzes des KZ in jüngerer Zeit zeigte: eine Hinweis- oder Mahntafel war nicht durchzusetzen. Allein die ehemalige Lagerstraße wurde durch Randsteine deutlich gemacht und verweist noch auf die KZ-Vergangenheit.

  

[1] Zit. nach: K. Hüser: Wewelsburg 1933 bis 1945. Kult- und Terrorstätte der SS. Eine Dokumentation, 2. Aufl., Paderborn 1987, S. 242.

[2] K. Hüser: a.a.O., S. 96.

[3] Zit. nach: A. Ruppert / W. E. Brebeck: Wewelsburg, in: J. Meynert / A. Klönne, (Hrsg.): Verdrängte Geschichte - Verfolgung und Vernichtung in Ostwestfalen 1933 - 1945 / Bielefeld 1986, S. 323-372, hier: S. 326.

 

Quelle: www.lwl.org/westfaelische-geschichte/portal/Internet/inpu...

27. Jänner: Internationaler Holocaust-Gedenktag

Vor 73 Jahren wurde das KZ Auschwitz befreit. Hintergründe zum Gedenktag.

Über den Gedenktag

Im November 2005 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen den 27. Jänner, den Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz im Jahr 1945, zum Internationalen Holocaust-Gedenktag erklärt. In Deutschland und vielen anderen, nicht nur europäischen Ländern ist dieser Tag zu einem Fixpunkt im jährlichen Gedenkkalender geworden. Österreich hat sich 1997 mit einem Beschluss des Nationalrates nicht für den 27. Jänner als Holocaust-Gedenktag entschieden, sondern für den 5. Mai, den Tag der Befreiung des KZ Mauthausen. Seit einigen Jahren finden auch in Österreich zahlreiche Veranstaltungen um den 27. Jänner statt.

Roman Herzog, Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, erklärte im Jänner 1996 den 27.01 zum „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“. Österreich folgte 1997: In einem einstimmigen Beschluss aller Parlamentsparteien wurde am 11. November 1997 der 5. Mai als jährlich zu begehender nationaler „Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus“ beschlossen. Hintergrundinformationen zum Gedenktag 5. Mai:

Eine Veranstaltungsübersicht zum Internationalen Holocaust-Gedenktag finden sie hier:

Österreichisches Gedenken im Wandel

Der internationale Holocaust-Gedenktag am 27. Jänner erinnert an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Das KZ Auschwitz-Birkenau ist das Synonym für die industrielle Massenvernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden und nimmt damit eine herausragende Stellung in der Erinnerung an den Holocaust ein. Der Gedenktag an den Holocaust (hebräisch Shoah) steht für die weltweite Erinnerung an die Opfer des nationalsozialistischen Antisemitismus und Rassismus und trägt diese Bedeutung auch im Titel.

Österreich entschied sich dafür, den Begriff Holocaust aus dem Namen des Gedenktages zu streichen. Stattdessen wird im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus das Augenmerk auf den Kampf gegen Gewalt, Rassismus und Antisemitismus gelegt. Somit soll das Gedenken und Erinnern zur Stärkung der demokratischen Grundrechte beitragen.

UNO Resolution von 2005

Anlässlich des 60. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau erklärte die Generalversammlung der Vereinten Nationen 2005 den 27. Jänner zum "International Holocaust Remembrance Day" (Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust).

Darin erklärt die Generalversammlung, „dass der Holocaust, bei dem ein Drittel des jüdischen Volkes sowie zahllose Angehörige anderer Minderheiten ermordet wurden, auf alle Zeiten allen Menschen als Warnung vor den Gefahren von Hass, Intoleranz, Rassismus und Vorurteil dienen wird“. Die Resolution fordert „die Mitgliedstaaten nachdrücklich auf, Erziehungsprogramme zu erarbeiten, die die Lehren des Holocaust im Bewusstsein künftiger Generationen verankern werden, um verhindern zu helfen, dass es in der Zukunft wieder zu Völkermordhandlungen kommt“ und „verurteilt vorbehaltlos alle Manifestationen von religiöser Intoleranz, Verhetzung, Belästigung oder Gewalt gegenüber Personen oder Gemeinschaften auf Grund ihrer ethnischen Herkunft oder religiösen Überzeugung, gleichviel wo sie sich ereignen“.

KZ Auschwitz- Birkenau

Am 27.01.1945 befreiten sowjetische Soldaten das Vernichtungslager Auschwitz. Hier ermordeten die Nationalsozialisten zwischen 1940 und 1945 mehr als eine Million Menschen. Im Herbst 1941 kam es zur ersten Menschentötung durch Giftgas, die Krematorien und Gaskammern wurden mit Beteiligung österreichischer Architekten nach und nach ausgebaut. Das KZ Auschwitz-Birkenau ist das Synonym für die industrielle Massenvernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden. Die antisemitisch Verfolgten machten die größte Opfergruppe aus. Insgesamt kamen in Auschwitz nach Schätzungen des DÖW zufolge etwa 1,1 Millionen Menschen um: rund 1 Million Jüdinnen und Juden, ca. 21.000 Roma und Sinti, 15.000 sowjetische Kriegsgefangene und mehr als 80.000 aus politischen und anderen Gründen nach Auschwitz Deportierte.

Am 17. Juli 1942 führte ein Deportationszug mit etwa 1.000 Menschen von Wien direkt nach Auschwitz, 4.100 ÖsterreicherInnen wurden vom KZ Theresienstadt und 500 Personen in Einzeltransporten dorthin deportiert. Insgesamt wurden 2900 österreichische Roma und Sinti nach Auschwitz deportiert. Wieviele ÖsterreicherInnen aus anderen Ländern oder Lagern dorthin deportiert wurden, kann nicht genau festgestellt werden.

www.erinnern.at/bundeslaender/oesterreich/gedenktage/27.-...

Aus der Hausbesetzer-Szene der 70er-Jahre hervorgegangen.

Ein Treffpunkt der "Basisdemokratie" und Kämpfern gegen Intoleranz. Spielt auch in der Musikerszene eine wichtige Rolle.

In weiteren 50 Jahren steht das Gebäude vermutlich unter Denkmalschutz ;-)

Mai 2023

 

www.epplehaus.de

09.11.2018 18:00 „Marsch des Gedenkens und der Würde“ 11. Simmering; für die Opfer des Novemberpogroms 1938, veranstaltet von der Evangelischen Pfarrgemeinde Simmering

Freitag, 9. November 2018, 18 Uhr

Treffpunkt: Glaubenskirche, Braunhubergasse 20, 1110 Wien

Heuer jährt sich zum 80. Mal das Novemberpogrom vom 9./10. November 1938. Die Evangelische Pfarrgemeinde Wien-Simmering „Glaubenskirche“ nimmt das zum Anlass, ein klares Zeichen für die Menschenwürde und gegen Rassismus, Intoleranz und Unmenschlichkeit zu setzen.

mit Pfarrerin Anna Kampl, Zeitzeugin Erika Kosnar, Vorsitzenden des Mauthausen Komitee Österreich Willi Mernyi, Vertretern verschiedener Glaubensgemeinschaften, Bezirksmuseumsleiterin Petra Leban u.a.

www.bezirksmuseum.at/de/veranstaltungskalender/?news=1066

Again I am in Würzburg, one of my favorite cities in Germany. A nice place there is the Old Main Bridge. THE meeting place of people of Würzburg to meet in a relaxed atmosphere (accompanied by street musicians), to talk, to end the day or just to get from one side of the city to the other. It was late afternoon and very cold. Nevertheless, many people were on the bridge. Will I be able to win someone for the project? I looked around and observed who is on the way.

 

After a brief period of orientation, I noticed a sympathetic young woman who was walking from one side of the city to the other. Here I immediately saw my opportunity to address her. I introduced myself and my intentions. The young woman hesitated a bit and I explained in detail the context of the project. After another consideration phase she agreed.

 

So here I met Steffi. Although Steffi did not have much time, but she was very patient despite the cold. We took the pictures, I showed Steffi the photos on the camera's display and the result pleased Steffi. Unfortunately, she did not have time to answer my questions. So we decided to send an e-mail with my questions. I only had to say goodbye, we shook our (cold) hands and Steffi went her way.

 

Two days later I wrote the e-mail. On this occasion, I was also able to send Steffi the first three photos, we had taken.

 

Again two days later I received the answer, which I like to quote in part here:

Steffi wrote:

“I like the three photos very well - I'm looking forward to further results! I honestly looked at your page right after our encounter. At the beginning I was a bit skeptical, if you addressed me on the street.

I spontaneously let myself be "persuaded" to do so, because I thought that I did not want to let you down with the project or, as you said so beautifully, that the project lives on the assumption that you have to be so spontaneous to get carried away.

 

In addition, I'm an "artist" (I paint and draw privately and like to travel and taking photos!) And just I try to have some success on the DaWanda platform

 

de.dawanda.com/shop/stefani--

 

with my works, so I thought, artists should support each other a bit.

 

Among your questions: I just pick up a few, which I can and want to say something spontaneously.

 

I am originally from the Moselle river and since I started my studies I live in Würzburg.

 

My dream job as a child was first to be a writer, later a painter / artist and in my "teen years" I always wanted to do something with sports. In the end, I studied elementary school teaching.

 

For me, happiness is being loved and loving someone. For me, the most important thing in life is the family, friends and, of course, health, as well as a little luck and success in what you do.

 

I think I am a very open, tolerant person who likes to approach other people, likes to laugh and talk.

 

I love the summer and the sea, and I am a passionate moviegoer.

 

My biggest dream would be to find a world in which there is no more hatred, intolerance and wars; as well as a world that not only respects people, but also protects and preserves nature and animals ... But I think this dream will unfortunately remain more of a utopia ...”

 

So far the message from Steffi. What Steffi writes, fits in so well to my project and I'm really glad that Steffi took the time for The Human Family, both in the cold on the bridge, and later in answering my questions.

 

I would like to thank Steffi warmly and I wish all the best in her job with all the young people Steffi will teach in the future as well as privately. I hope Steffi will have much success as an artist and I hope that our meeting will boost her artistic career a bit.

 

This is my 62ndpost to the group "The Human Family". More photos of other photographers of the group can be found here:

 

www.flickr.com/groups/thehumanfamily/

------------

Wieder bin ich in Würzburg, eine meiner Lieblingsstädte in Deutschland. Ein schöner Ort ist dort die Alte Mainbrücke. DER Treffpunkt der Menschen in Würzburg um in lockerer, entspannter Atmosphäre (begleitet von Straßenmusikern) sich zu treffen, zu reden, den Tag ausklingen zu lassen oder einfach nur von der einen Seite der Stadt auf die andere zu kommen. Es war später Nachmittag und sehr kalt. Trotzdem waren viele Menschen unterwegs. Werde ich jemanden für das Projekt gewinnen können? Ich schaute mich um und beobachtet, wer gerade unterwegs ist.

 

Nach einer kurzen Zeit der Orientierung bzw. Sondierung bemerkte ich eine –gleich auf den ersten Blick- sympathische junge Frau, die von der einen Seite der Stadt auf die andere unterwegs war. Hier sah ich sogleich meine Gelegenheit sie anzusprechen. Ich stellte mich und meine Absichten vor. Die junge Frau zögerte etwas und ich erklärte ausführlich den Kontext des Projektes. Nach einer weiteren Überlegungsphase stimmte sie zu.

 

Ich traf hier also Steffi. Obwohl Steffi eigentlich nicht viel Zeit hatte, war sie, trotz Kälte, sehr geduldig. Wir machte die Fotos, ich zeigte Steffi die Bilder auf dem Display der Kamera und das Ergebnis gefiel Steffi. Leider hatte sie jetzt jedoch keine Zeit mehr, meine Fragen zu beantworten. So verabreden wir, dass ich Steffi eine E-Mail mit meinen Fragen zur Beantwortung zuschicke. Mir blieb nur noch übrig, mich zu verabschieden, wir schüttelten die (kalten) Hände und Steffi ging ihres Weges. Zwei Tage später konnte ich Steffi die angekündigte Mail schreiben und auch gleich drei Fotos zukommen lassen. J

 

Wieder zwei Tage später erhielt ich die Antwort, die ich hier sehr gerne teilweise wiedergebe:

 

Mir gefallen die drei Fotos sehr gut - ich bin schon gespannt auf weitere Ergebnisse! Deine Seite habe ich mir ehrlich gesagt schon direkt nach unserer Begegnung angeschaut. Am Anfang ist man doch erstmal etwas skeptisch, wenn man so auf offener Straße angesprochen wird.

Ich habe mich so spontan dazu "überreden" lassen, da ich mir dachte, dass ich dich mit dem Projekt nicht hängen lassen möchte bzw. wie du so schön sagtest, dass Projekt ja genau davon lebt, dass man sich auch mal so spontan dazu mitreißen lassen muss.

 

Außerdem bin ich selbst "Künstlerin" (ich male und zeichne privat und mache auf Reisen auch gerne Fotos!) und versuche gerade auf DaWanda

 

de.dawanda.com/shop/stefani--

 

damit Fuß zu fassen und so dachte ich mir, müssen wir Künstler vielleicht auch ein wenig zusammen halten sollten ;-)

 

Zu den deinen Fragen: Ich greife einfach mal ein paar auf, zu denen ich etwas spontan sagen kann und möchte:

 

Ich komme ursprünglich von der Mosel und lebe aber seit meinem Studienbeginn in Würzburg.

 

Mein Traumberuf als Kind war zuerst Schriftstellerin, später dann Malerin/ Künstlerin und in meinen "Teenie-Jahren" wollte ich immer etwas mit Sport machen. Letzten Endes habe ich dann aber Grundschullehramt studiert.

 

Für mich ist Glück, geliebt zu werden und jemanden zu lieben. Das Wichtigste im Leben sind für mich also die Familie, Freunde und natürlich Gesundheit, sowie ein wenig Glück und Erfolg, indem, was man macht.

 

Ich denke, ich bin ein sehr offener, toleranter Mensch, der gerne auf andere Menschen zugeht, gerne lacht und redet.

 

Ich liebe den Sommer und das Meer, und bin leidenschaftliche Kinogängerin.

 

Mein größter Traum wäre eine Welt vorzufinden, in der es keinen Hass, keine Intoleranz und keine Kriege mehr gibt; sowie eine Welt, die nicht nur Rücksicht auf die Menschen nimmt, sondern auch auf die Natur und die Tiere schützt und bewahrt... Aber ich denke, dieser Traum wird leider wohl eher eine Utopie bleiben...

 

Soweit die Nachricht von Steffi. Was Steffi schreibt, passt so wunderbar zu meinem Projekt und ich bin wirklich froh, dass Steffi sich die Zeit für The Human Family genommen hat, sowohl in der Kälte auf der Brücke, als auch später bei die Beantwortung meiner Fragen.

 

Ich bedanke mich bei Steffi ganz herzlich und wünsche alles Gute sowohl im Beruf mit den jungen Menschen, die Steffi unterrichtet als auch privat. Viel Erfolg wünsche ich Steffi auch als Künstlerin und hoffe, dass unser Zusammentreffen ein klein wenig die künstlerische Karriere ankurbelt.

 

Dies ist mein 62. Beitrag zu der Gruppe "The Human Family". Mehr Fotos von anderen Fotografen der Gruppe findest Du hier:

www.flickr.com/groups/thehumanfamily/

 

"UnsereDemokratie"

"UnsereDemokraten"

Alptraum.

 

Zwanzigtausend Augen blicken auf mich herab,

erdrücken mich, mit ihrer bösen Kritik.

 

Starke Arme des Selbstzweifels würgen mich,

nehmen mir jede Luft zu einer Rechtfertigung.

 

Die Scham entreißt mir schmerzhaft ein Bein,

damit ich ihr nicht entfliehen kann.

 

Höhnisch grinsend zeigt mir der Haß ein Spiegelbild

und der Stolz hält den Kopf,

damit ich nicht wegblicken kann.

 

Ekel windet sich schlangengleich

um meinen Körper.

 

Von innen reißt mir die Angst

genüßlich schmatzend Stücke aus

der Brust.

 

Und die Menschen, auf die ich zählen möchte,

stehen da und klatschen stummen Beifall.

 

Und ich erwache aus einem Traum, der keiner war...

 

© Nico Szaba (*1970), deutscher Schriftsteller und Weltbürger

Quelle: »Das rot-schwarze Buch« - Bilder einer Seele

  

www.cordt1.de

Angst und Intoleranz legt sich wie ein Schatten über die Welt. Ist man gläubig, man könnte meinen, der Teufel treibt sein grausig Spiel.

 

Wehret den Anfängen ist aktueller denn je.

 

Menschen werden pauschal zu Nummern degradiert und verrecken zu tausenden im Kugelhagel der waffenliefernden Bourgoisie.

Sie gehen auf der Flucht zu Grunde und ersaufen im Meer. Kinder, Jugendliche und Erwachsene stecken im winterlichen Morast des Balkans und haben keine Perspektive für eine lebenswerte Zukunft.

 

Europa legt seine humanitäre Verantwortung ab und lässt sich von Angsthasen und Charakterbefreiten die politische Linie diktieren. Feige und visionslos werden traditionelle politische Kräfte zu Fußnoten in den Geschichtsbüchern werden.

Die Geister, die sie selbst beschwörten werden sie nun nicht mehr los.

 

Wie heißt es auf einem Denkmal in der Gedenkstätte Mauthausen:

 

"Vor lauter Feigheit gibt es kein Erbarmen"

 

60 Millionen Flüchtlinge weltweit wissen was dieser Satz bedeutet. Die westliche "Wohlfühlzivilisation" ist gerade dabei dies zu vergessen.

 

Danke der Perspektive Mauthausen, danke Miriam Fussenegger und Maren Rahmann, dass ihr mit dem gestrigen Abend ein eindrucksvolles Beispiel gegeben habt, wie Menschlichkeit aussehen kann, soll und muss.

 

Ralf Punkenhofer

Angst und Intoleranz legt sich wie ein Schatten über die Welt. Ist man gläubig, man könnte meinen, der Teufel treibt sein grausig Spiel.

 

Wehret den Anfängen ist aktueller denn je.

 

Menschen werden pauschal zu Nummern degradiert und verrecken zu tausenden im Kugelhagel der waffenliefernden Bourgoisie.

Sie gehen auf der Flucht zu Grunde und ersaufen im Meer. Kinder, Jugendliche und Erwachsene stecken im winterlichen Morast des Balkans und haben keine Perspektive für eine lebenswerte Zukunft.

 

Europa legt seine humanitäre Verantwortung ab und lässt sich von Angsthasen und Charakterbefreiten die politische Linie diktieren. Feige und visionslos werden traditionelle politische Kräfte zu Fußnoten in den Geschichtsbüchern werden.

Die Geister, die sie selbst beschwörten werden sie nun nicht mehr los.

 

Wie heißt es auf einem Denkmal in der Gedenkstätte Mauthausen:

 

"Vor lauter Feigheit gibt es kein Erbarmen"

 

60 Millionen Flüchtlinge weltweit wissen was dieser Satz bedeutet. Die westliche "Wohlfühlzivilisation" ist gerade dabei dies zu vergessen.

 

Danke der Perspektive Mauthausen, danke Miriam Fussenegger und Maren Rahmann, dass ihr mit dem gestrigen Abend ein eindrucksvolles Beispiel gegeben habt, wie Menschlichkeit aussehen kann, soll und muss.

 

Ralf Punkenhofer

Am Abend des 16.08.2017 haben in Berlin über 200 Menschen an einer Kundgebung zur Erinnerung an Heather Heyer beteiligt. Die 32 Jahre alte Heather wurde am vergangenen Samstag in Charlottesville, Virgina von einem Neonazi ermordet, nachdem dieser mit seinem Fahrzeug absichtlich in eine Menschenmenge gerast ist. Während 19 Menschen zum Teil lebensbedrohliche Verletzungen erlitten, starb Heather an den Folgen ihrer schweren Verletzungen. Der 20jährige Täter soll mit der sogenannten rechten Alt-Right-Bewegung sympathisiert haben und zuvor an der gewaltsamen neonazistischen „Unite the Right“ Aufmarsch teilgenommen haben. Dementsprechend richtete sich der Protest gegen Neonazis, Rassismus, Rechtspopulismus und Intoleranz. Die Veranstaltung verlief friedlich und ohne Zwischenfälle.

 

Über 200 Menschen sind am 16. August 2017 in Berlin auf die Straße gegangen, um gegen Rassismus, Neonazis und Intoleranz zu demonstrieren. Anlass für den Protest sind brutalen Übergriffe und Attacken auf antirassistische Demonstranten am vergangenen Wochenende in Charlottesville, Virgina. Dabei fuhr ein Neonazi mit seinem Auto absichtlich mit hoher Geschwindigkeit in eine Gruppe von Gegendemonstranten und tötete dabei die 32jährige Heather Heyer. 19 weitere Personen erlitten zum Teil lebensbedrohliche Verletzungen. Anschließend floh der Täter vom Tatort, jedoch konnte die Polizei das Fahrzeug mehrere Blocks entfernt stoppen und den Fahrer festnehmen. Es soll sich um den 20-jährigen James Alex Fields, Jr. aus Maumee (Ohio) handeln. Ihm wird „Mord mit bedingtem Vorsatz, vorsätzliche Körperverletzung und Flucht von einem Unfall mit Todesfolge“ vorgeworfen.

 

Die 32 Jahre alte Heather hatte als Anwaltsgehilfin für die Kanzlei Miller Law in Virgina gearbeitet. An der Demonstration habe sie teilgenommen, um eine klare Botschaft an Neo-Nazis und Ku-Klux-Klan-Sympathisanten zu senden. Freunde starteten nach Heyers tragischem Tod eine Crowdfunding Kampagne, um Geld für ihre Familie zu sammeln. Innerhalb weniger Stunden spendeten fast 3.000 Menschen insgesamt 225.000 Dollar und hinterließen unterstützende Kommentare. Nicht wenige bezeichneten Heyer dabei als „Heldin, die nicht umsonst starb“.

 

In mehreren Redebeiträgen wurden die Aussagen des US-Präsident Donald Trump heftig kritisiert. Insbesondere deswegen, weil er die Neonazis der White-Supremacy-Bewegung nicht explizit verurteilte. Er hatte zunächst allgemein Hass und Fanatismus auf "vielen Seiten" angeprangert. Erst am Montag distanzierte Trump sich dann doch ausdrücklich von Neonazis und kritisierte konkret Gruppen wie den Ku-Klux-Klan (KKK) sowie Neonazis, um jedoch zwei Tage später wieder zurück zu rudern. So forderte Trump stärker zu differenzieren, denn „nicht Teilnehmer des Marsches waren Neonazis und nicht alle von ihnen Vertreter der Überzeugung einer weißen Vorherrschaft". Trumps Aussagen waren die Fortsetzung seines Zickzackkurses, den er nach den Ausschreitungen von Charlottesville eingeschlagen hat.

 

Zu dem heutigen Protest heutigen unter dem Motto „Berlin Stands with Charlottesville“ hatte unter anderem das Aktionsbündnis „The Coalition“ aufgerufen. Hierbei handelt es sich um ein Zusammenschluss diverser Gruppen, zu denen unter anderem auch die „American Voices Abroad Berlin“, die Linke Internationals“, Women United, die Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V., Pussy Grabs Back!, RAZEM Berlin sowie die Salaam-Schalom Initiative gehören. Die Demonstranten versammelten sich am frühen Abend auf dem Pariser Platz zur Gedenkkundgebung. Die Veranstaltung verlief friedlich und ohne Zwischenfälle.

 

Hintergrund:

Zu dem Aufmarsch am vergangenen Wochenende aufgerufen hatte neben dem Ku Klux Klan (KKK) auch die sogenannte Alt-Right-Bewegung, die neonazistisches Gedankengut vertritt und Amerikas Präsident Donald Trump unterstützt. Anlass für die Kundgebung unter dem Motto "Unite the Right" (dt. „Vereinigt die Rechte“) war ein Stadtratsbeschluss, eine Statue des Konföderierten-General Robert E. Lee aus dem Amerikanischen Bürgerkrieg (1861 bis 1865) zu entfernen. Die Konföderierten kämpften unter anderem für den Fortbestand der Sklaverei. Die Stadt Charlottesville ist heute überwiegend demokratisch geprägt.

 

Wohl deshalb war die Universitätsstadt ein besonderes Ziel der rechten Demonstranten, denn bereits in der Nacht zu Samstag sind mehrere hundert rechte Demonstranten mit Fackeln durch die Stadt marschiert. An beiden Protesttagen kam es immer wieder zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den schwerbewaffneten Neonazis und Gegendemonstranten. Dabei wurden rund 40 Menschen verletzt. Bei einem Absturz eines Polizeihubschraubers, aus dem die Proteste aus der Luft beobachtet worden waren, starben zwei Polizisten. Die Absturzursache ist bisher nicht bekannt.

  

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Bitte beachten Sie auch meine Allgemeinen Liefer- und Geschäftsbedingungen (AGB) / Please note my General terms and condition: AGB / Terms & Condition

 

Alle Verstöße werden rechtlich verfolgt!

 

Please note

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Vielen Dank / Thanks!

PM Cheung Photography

 

Stand: Juli 2016

 

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Angst und Intoleranz legt sich wie ein Schatten über die Welt. Ist man gläubig, man könnte meinen, der Teufel treibt sein grausig Spiel.

 

Wehret den Anfängen ist aktueller denn je.

 

Menschen werden pauschal zu Nummern degradiert und verrecken zu tausenden im Kugelhagel der waffenliefernden Bourgoisie.

Sie gehen auf der Flucht zu Grunde und ersaufen im Meer. Kinder, Jugendliche und Erwachsene stecken im winterlichen Morast des Balkans und haben keine Perspektive für eine lebenswerte Zukunft.

 

Europa legt seine humanitäre Verantwortung ab und lässt sich von Angsthasen und Charakterbefreiten die politische Linie diktieren. Feige und visionslos werden traditionelle politische Kräfte zu Fußnoten in den Geschichtsbüchern werden.

Die Geister, die sie selbst beschwörten werden sie nun nicht mehr los.

 

Wie heißt es auf einem Denkmal in der Gedenkstätte Mauthausen:

 

"Vor lauter Feigheit gibt es kein Erbarmen"

 

60 Millionen Flüchtlinge weltweit wissen was dieser Satz bedeutet. Die westliche "Wohlfühlzivilisation" ist gerade dabei dies zu vergessen.

 

Danke der Perspektive Mauthausen, danke Miriam Fussenegger und Maren Rahmann, dass ihr mit dem gestrigen Abend ein eindrucksvolles Beispiel gegeben habt, wie Menschlichkeit aussehen kann, soll und muss.

 

Ralf Punkenhofer

Am 02.12.2017 sind in Hannover über 8.000 Menschen auf die Straße gegangen, um ein starkes Zeichen gegen rechte Gewalt, Rechtspopulismus und Rassismus zu setzen. Zu der Großdemonstration hatte ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, Religionsgemeinschaften und Parteien aufgerufen. Die Kundgebung auf dem Theodor-Heuss-Platz stand unter dem Motto "Unser Hannover - bunt und solidarisch! - Protest gegen Rechtsextremismus und Rechtspopulismus". Aber auch antirassistische Initiativen und antifaschistische Gruppen riefen zu den Protesten auf. Darunter befanden sich unter anderem die bundesweiten Kampagnen "Nationalismus ist keine Alternative (NIKA)" sowie die "Interventionistische Linke (IL)". Diese Gruppen mobilisierten bundesweit zu den Gegenprotesten, so gab es aus mehreren Städten organisierten Busanreisen.

 

Auch Mitglieder des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) nahmen an den Protesten teil. Unter dem Motto "Keine Toleranz der Intoleranz. Kein Hass und Menschenfeindlichkeit auf unseren Straßen und im Internet. Nein zum antijüdischem Rassismus. Nein zum antimuslimischen Rassismus. Nein zu jeder Form von Rassismus und Extremismus" hatte das Zentralrat zu den Protesten aufgerufen.

 

Anlass für den Protest ist der 8. Bundesparteitag der rechtspopulistischen "Alternative für Deutschland (AfD). Dieser findet vom 02.12. bis 03.12.2017 im Hannover Congress Centrum (HCC) statt, bei dem insgesamt rund 600 AfD-Delegierten erwartet werden. Seit einiger Zeit tobt bei den Rechtspopulisten ein Macht- und Richtungskampf. Aus diesem Grund soll an den beiden Tagen ein neuer Parteivorstand gewählt und entschieden werden, ob die AfD weiter eine Doppelspitze anstrebe oder ein Solo-Parteivorsitz eingeführt werden sollte. Die AfD hatte bei der Bundestagswahl im September 12,6 Prozent erzielt und ist drittstärkste Kraft im Parlament. Sollte eine große Koalition gebildet werden, würde ihr die Rolle des Oppositionsführers zukommen.

 

Ein enormes Polizeiaufgebot begleitete den Aufzug in die Innenstadt. Die Demonstration verlief friedlich und ohne besondere Zwischenfälle.

 

Am 02.12.2017 sind in Hannover über 8.000 Menschen auf die Straße gegangen, um ein starkes Zeichen gegen rechte Gewalt, Rechtspopulismus und Rassismus zu setzen. Zu der Großdemonstration hatte ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, Religionsgemeinschaften und Parteien aufgerufen. Die Kundgebung auf dem Theodor-Heuss-Platz stand unter dem Motto "Unser Hannover - bunt und solidarisch! - Protest gegen Rechtsextremismus und Rechtspopulismus". Aber auch antirassistische Initiativen und antifaschistische Gruppen riefen zu den Protesten auf. Darunter befanden sich unter anderem die bundesweiten Kampagnen "Nationalismus ist keine Alternative (NIKA)" sowie die "Interventionistische Linke (IL)". Diese Gruppen mobilisierten bundesweit zu den Gegenprotesten, so gab es aus mehreren Städten organisierten Busanreisen.

 

Auch Mitglieder des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) nahmen an den Protesten teil. Unter dem Motto "Keine Toleranz der Intoleranz. Kein Hass und Menschenfeindlichkeit auf unseren Straßen und im Internet. Nein zum antijüdischem Rassismus. Nein zum antimuslimischen Rassismus. Nein zu jeder Form von Rassismus und Extremismus" hatte das Zentralrat zu den Protesten aufgerufen. Ein enormes Polizeiaufgebot begleitete den Aufzug in die Innenstadt. Die Demonstration verlief friedlich und ohne besondere Zwischenfälle.

 

Anlass für den Protest ist der 8. Bundesparteitag der rechtspopulistischen "Alternative für Deutschland (AfD). Dieser findet vom 02.12. bis 03.12.2017 im Hannover Congress Centrum (HCC) statt, bei dem insgesamt rund 600 AfD-Delegierten erwartet werden. Seit einiger Zeit tobt bei den Rechtspopulisten ein Macht- und Richtungskampf. Aus diesem Grund soll an den beiden Tagen ein neuer Parteivorstand gewählt und entschieden werden, ob die AfD weiter eine Doppelspitze anstrebe oder ein Solo-Parteivorsitz eingeführt werden sollte. Die AfD hatte bei der Bundestagswahl im September 12,6 Prozent erzielt und ist drittstärkste Kraft im Parlament. Sollte eine große Koalition gebildet werden, würde ihr die Rolle des Oppositionsführers zukommen

 

Bereits in den frühen Morgenstunden waren mehr als 2.000 Menschen in den Straßen von Hannover unterwegs gewesen. Die Demonstranten hatten sich zum Ziel gesetzt, alle Zufahrtswege zum Kongresszentrum zu blockieren und den Parteitag zu verhindern. Diese lieferten sich mit der Polizei ein Katz- und Mausspiel. Dabei gelang es den Demonstranten mehrere wichtige Straßen für Stunden zu blockieren. Aus diesem Grund wurde die Anreise für einige Delegierten zu einer Art Spießrutenlauf. Da einige der AfD-Mitglieder erhebliche Probleme hatten zum Veranstaltungsort gelangten, begann der Parteitag verspätet.

 

Am Rande der morgendlichen Proteste kam es vereinzelt zu kleinere Auseinandersetzungen mit der Polizei. Dabei setzte die Polizei wiederholt Pfefferspray und Schlagstöcke ein. Bei der Räumung einer Kreuzung, ging die Polizei bei Temperaturen um den Gefrierpunkt sogar mit Wasserwerfer gegen die Blockierer vor. Bei den Auseinandersetzungen wurden mehrere Demonstranten verletzt. Ein Demonstrant, der sich mit einem anderen an einer Metallpyramide festgekettet hatte, kam sogar mit Beinbrüchen ins Krankenhaus.

 

Hier geht es zu den Bildern von der Blockade-Aktionen:

www.flickr.com/photos/pm_cheung/albums/72157690424007075

 

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Vielen Dank / Thanks!

PM Cheung Photography

 

Stand: Juli 2016

 

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