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Sunrises are something very special to me, something magical. And not only when they appear in the form of angel wings on an old willow tree.

Every sunrise is a small new beginning, an opportunity to reorient, realign or maybe even reinvent yourself.

Of course, this is so much easier said (or written) than actually done. Because each of us is in our deep orbits, surrounded by walls made up of societal norms and expectations directed at us. The worst of these are usually our own expectations of ourselves.

But it doesn't have to be total overthrow. Be aware of where you want to go and who you want to be every day and always hold on to it. That alone will change your path.

And if you're thrown back once, it's not so bad. After all, tomorrow is another sunrise.

 

Sonnenaufgänge sind etwas ganz Besonderes für mich, etwas magisches. Und das nicht nur, wenn sie sich in Form von Engelsfügeln an einer alten Weide zeigen.

Jeder Sonnenaufgang ist ein kleiner Neubeginn, eine Gelegenheit sich neu zu orientieren, neu auszurichten oder vielleicht sogar ganz neu zu erfinden.

Natürlich ist das so viel leichter gesagt (oder geschrieben) als tatsächlich getan. Denn jeder von uns befindet sich in seinen tiefen Bahnen, umgeben von Wänden bestehend aus gesellschaftlichen Normen und Erwartungen, die an uns gerichtet sind. Wobei die schlimmsten davon meist, die eigenen Erwartungen an uns selbst sind.

Doch es muss nicht gleich der totale Umsturz sein. Sei dir täglich bewusst, wo du hin möchtest und wer du sein möchtest und halte immer daran fest. Das allein wird bereits deinen Weg verändern.

Und wirst du einmal zurück geworfen, dann ist das nicht so schlimm. Schließlich ist morgen auch wieder ein Sonnenaufgang.

 

more of this on my website at: www.shoot-to-catch.de

In Sri Lanka there are still many hidden distilleries in the forests, which are difficult to reach. The liquor is transported over the lake, as you can see here. Many locals who resort to this substance have to expect the worst consequences for their health. Most of them go blind from the hooch.

 

In Sri Lanka gibt es immer noch viele versteckte Schnapsbrennereien in den Wäldern, die schlecht zu erreichen sind. Transportiert wird der Schnaps über den See, wie hier zu sehen ist. Viele Einheimische, die zu diesem Stoff greifen, haben mit schlimmsten Folgen für die Gesundheit zu rechnen. Die meisten erblinden an dem Fusel.

 

NEST, NESTING is the topic for TUESDAY May 18, 2021, Group Our Daily Challenge

 

I have been observing the nest of these two swans for about 6 weeks.

Two chicks hatched last Saturday or Sunday.

This week I went to the nest again to see what happens

but the nest was empty. I walked very far along the river and couldn't find any trace of them.

 

Yesterday I tried again and found the lovely family.

 

I had to go to a private property, in the garden ... thought what should happen, in the worst case I would be chased from the yard.

Nobody will shoot me….

Nobody has either….

I do a lot for a good photo…. 😄

 

I hope you enjoy it!

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Seit etwa 6 Wochen beobachte ich das Nest dieser beiden Schwäne.

Zwei Küken sind letzten Samstag oder Sonntag geschlüpft.

In dieser Woche war ich noch einmal am Nest um zu sehen was passiert,

aber das Nest war leer. Ich bin sehr weit am Fluss entlang gegangen konnte keine Spur mehr von ihnen finden.

 

Gestern habe ich es noch einmal versucht und die hübsche Familie gefunden.

 

Ich musste auf ein privates Grundstück, in den Garten… dachte was soll passieren, im schlimmsten Fall jagt man mich vom Hof.

Wird schon keiner auf mich schießen….

Hat auch niemand….

Für ein gutes Foto mache ich so einiges…. 😄

 

Ich hoffe es gefällt euch!

   

The Covid 19 pandemic was probably caused by the consumption of bats. These are animals that live in large colonies and infect each other very quickly with the worst viruses. The normal predators are largely destroyed by humans. Due to this situation it is more and more likely that the viruses can end up in a worldwide pandemic through food in Asian and African countries. I took this photo in Sri Lanka during better times. Nobody could have guessed how the animals could change all our lives.

  

Die Pandemie des Covid 19 wurde wohl durch den Verzehr von Fledermäusen verursacht. Es sind Tiere die in grossen Kolonien leben und sich gegenseitig sehr schnell mit schlimmsten Viren anstecken. Die normalen Fressfeinde werden durch den Menschen zum grossen Teil vernichtet. Durch diese Lage wird es immer wahrscheinlicher, dass die Viren über die Nahrung in Asiatischen und Afrikanischen Ländern in einer weltweite Pandemie enden können. Dieses Foto habe ich zu besseren Zeiten in Sri Lanka aufgenommen. Keiner konnte da ahnen, wie die Tiere unser aller Leben verändern können.

If you've read my story about the previous picture, you'll understand that I have to post this photo too. 😄

 

I have been observing the nest of these two swans for about 6 weeks.

Two chicks hatched last Saturday or Sunday.

This week I went to the nest again to see what happens

but the nest was empty. I walked very far along the river and couldn't find any trace of them.

 

Yesterday I tried again and found the lovely family.

 

I had to go to a private property, in the garden ... thought what should happen, in the worst case I would be chased from the yard.

Nobody will shoot me….

Nobody has either….

I do a lot for a good photo…. 😄

 

I hope you enjoy it!

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Seit etwa 6 Wochen beobachte ich das Nest dieser beiden Schwäne.

Zwei Küken sind letzten Samstag oder Sonntag geschlüpft.

In dieser Woche war ich noch einmal am Nest um zu sehen was passiert,

aber das Nest war leer. Ich bin sehr weit am Fluss entlang gegangen konnte keine Spur mehr von ihnen finden.

 

Gestern habe ich es noch einmal versucht und die hübsche Familie gefunden.

 

Ich musste auf ein privates Grundstück, in den Garten… dachte was soll passieren, im schlimmsten Fall jagt man mich vom Hof.

Wird schon keiner auf mich schießen….

Hat auch niemand….

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Ich hoffe es gefällt euch!

  

NEST, NESTING is the topic for TUESDAY May 18, 2021, Group Our Daily Challenge

Ein Prosit der Gemütlichkeit !

In einem vorherigen Kommentar las ich mal was von der "Trostlosigkeit", die ich gut eingefangen hätte und ich schätze, dass viele das so bestätigen können. Ich aber frage mich, ob ich denn noch normal bin, wenn ich gerade in diesen Momenten höchste Glücksgefühle empfinde. Fast so wie Lieutenant Dan aus "Forrest Gump" als er im schlimmsten, nächtlichen Sturm bei Gewitter auf hoher See ganz oben auf dem Mast des Schiffes Jenny hockte und voller Euphorie den Naturgewalten trotzte 😂.

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en.wikipedia.org/wiki/Fallopia_japonica

 

www.youtube.com/watch?v=e5xNzok7rTM

  

de.wikipedia.org/wiki/Japanischer_Staudenkn%C3%B6terich

 

This arrangement is created of dried stalks of Japanese Knotweed

( Fallopia japonica ) The plant is a green monster.

It is listed by World Conservation Union as one of the world worst invasive species. It is not a bamboo.

In Japanese,the name is itadori..虎杖, イタドリ

Dieses Arrangement besteht aus den getrockneten Stielen von Japanischem Staudenknöterich .

(Fallopia Japonica) Die Pflanze ist ein grünes Monster.

Es ist von der World Conservation Union als eines der weltweit schlimmsten invasiven Arten aufgeführt. Es ist kein Bambus.

In Japanisch ist der Name Itadori.虎杖, イタドリ

Es ist aber eine Heilpflanze...sie ist essbar...die jungen Triebe schmecken sauer wie Rhabarber.....aus einem winzigen Wurzelstück ensteht ein 4m hoher Wald....keine andere Pflanze wächst mehr in ihrer Nähe.....sie ist fast unausrottbar....Experten empfehlen sie zu essen...statt sie mit Gift und heißem Dampf zu bearbeiten...In Hessen wird versucht ihre Triebe mit schwarzer Folie abzudecken.....unter der Erde lauern in 6m Tiefe fast armdicke Wurzeln die unterirdisch sich weiter vermehren...

by Wikipedia

Am 13. Dezember 1937 besetzten japanische Truppen die chinesische Hauptstadt Nanjing. Doch es reichte ihnen nicht, die Stadt unter ihre Kontrolle zu bringen, zu zerstören, zu plündern und zu brandschatzen. Das Massaker von Nanjing, bei dem in kürzester Zeit 300.000 Menschen ermordet und 20.000 Mädchen und Frauen vergewaltigt wurden, war eines der schlimmsten Kriegsverbrechen in der Geschichte der Menschheit. Dabei geht es nicht alleine um die Zahl der Opfer, es geht auch um die Leidenschaft, mit der hier „zu Werke“ gegangen wurde. Es gab Wettbewerbe, wer als erstes 100 Menschen mit dem Schwert enthauptet hatte und ähnliche Grausamkeiten. Bis zum heutigen Tag wurde niemand für diese Kriegsverbrechen zur Rechenschaft gezogen, es gab nie eine offizielle Entschuldigung. Chinas Haltung hierzu ist erstaunlich, denn es wird keine Entschuldigung, Bestrafung oder gar Entschädigung gefordert, viel mehr will man nach vorne schauen und die guten Beziehungen zu Japan weiter pflegen. Eine Gedenkstätte von gigantischen Ausmaßen soll jedoch das Ganze vor dem Vergessen bewahren.

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On December 13, 1937, Japanese troops occupied the Chinese capital of Nanjing. But it wasn't enough for them to simply take control of the city, destroy it, loot it, and burn it down. The Nanjing Massacre, in which 300,000 people were murdered and 20,000 girls and women raped in a very short space of time, was one of the worst war crimes in human history. It's not just about the number of victims; it's also about the passion with which the crimes were committed. There were competitions to see who could be the first to behead 100 people with a sword, and similar cruelties. To this day, no one has been held accountable for these war crimes; there has never been an official apology. China's attitude towards this is astonishing: it isn't demanding an apology, punishment, or even compensation. Instead, it wants to look forward and continue to cultivate good relations with Japan. A memorial of gigantic proportions, however, is intended to preserve the whole thing from being forgotten.

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Am 13. Dezember 1937 besetzten japanische Truppen die chinesische Hauptstadt Nanjing. Doch es reichte ihnen nicht, die Stadt unter ihre Kontrolle zu bringen, zu zerstören, zu plündern und zu brandschatzen. Das Massaker von Nanjing, bei dem in kürzester Zeit 300.000 Menschen ermordet und 20.000 Mädchen und Frauen vergewaltigt wurden, war eines der schlimmsten Kriegsverbrechen in der Geschichte der Menschheit. Dabei geht es nicht alleine um die Zahl der Opfer, es geht auch um die Leidenschaft, mit der hier „zu Werke“ gegangen wurde. Es gab Wettbewerbe, wer als erstes 100 Menschen mit dem Schwert enthauptet hatte und ähnliche Grausamkeiten. Bis zum heutigen Tag wurde niemand für diese Kriegsverbrechen zur Rechenschaft gezogen, es gab nie eine offizielle Entschuldigung. Chinas Haltung hierzu ist erstaunlich, denn es wird keine Entschuldigung, Bestrafung oder gar Entschädigung gefordert, viel mehr will man nach vorne schauen und die guten Beziehungen zu Japan weiter pflegen. Eine Gedenkstätte von gigantischen Ausmaßen soll jedoch das Ganze vor dem Vergessen bewahren.

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On December 13, 1937, Japanese troops occupied the Chinese capital of Nanjing. But it wasn't enough for them to simply take control of the city, destroy it, loot it, and burn it down. The Nanjing Massacre, in which 300,000 people were murdered and 20,000 girls and women raped in a very short space of time, was one of the worst war crimes in human history. It's not just about the number of victims; it's also about the passion with which the crimes were committed. There were competitions to see who could be the first to behead 100 people with a sword, and similar cruelties. To this day, no one has been held accountable for these war crimes; there has never been an official apology. China's attitude towards this is astonishing: it isn't demanding an apology, punishment, or even compensation. Instead, it wants to look forward and continue to cultivate good relations with Japan. A memorial of gigantic proportions, however, is intended to preserve the whole thing from being forgotten.

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Es war Heiligabend 1985, da lag ein Buch unter dem Weihnachtsbaum "Klettern im Odenwald". Eureka!! Am Weihachtsmorgen schlief meine Familie noch, da schwang ich mich bereits auf's Rad und fuhr bei Nieselregen und 2°C die 15 km nach Heidelberg um mir die ganze Sache mal anzusehen. Kaum war ich am Felsen angekommen, da war's um mich geschehen. Liebe auf den ersten Blick. Damals war ich 15 Jahre alt, nun klettere ich seit 40 Jahren, war auf 4 Kontinenten klettern, habe dieses Hobby vor gut 20 Jahren zu meinem Hauptberuf gemacht, habe wunderbare Erlebnisse gesammelt und mit dem Verlust von Freunden am Berg auch die schlimmsten Tragödien erlebt. So ist das Leben, mein Leben. So, dreimal dürft Ihr raten was ich jetzt mache: ich gehe klettern. FROHE WEIHNACHTEN

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It was Christmas Eve 1985, and there was a book under the Christmas tree: "Climbing in the Odenwald." Eureka!! On Christmas morning, while my family was still asleep, I hopped on my bike and rode the 15 km to Heidelberg in the drizzle and 2°C to check it out. As soon as I arrived at the crag, I was hooked. Love at first sight. I was 15 years old back then; now I've been climbing for 40 years, climbed on four continents, turned this hobby into my main profession over 20 years ago, collected wonderful experiences, and also suffered the worst tragedies, including the loss of friends on the mountain. That's life, my life. So, guess what I'm doing now: I'm going climbing. MERRY CHRISTMAS

SN/NC: Spathodea Campanulata e S. Nilotica, Bignoniaceae Family

 

This plant is originated in Madagascar, Africa and resembles a spade, a dagger in its form before blossoming (check the green part in the picture). It is catalogued as an invasive tree. It grows quickly and it reproduces like crazy having its seeds taken by the wind. Very nice color, like flames, reason why it is called flame tree in some areas. Spathodea campanulata, is commonly known as the fountain tree, African tulip tree, pichkari or Nandi flame. The tree grows between 7–25 m (23–82 ft) tall and is native to tropical dry forests of Africa. It has been nominated as among 100 of the "World's Worst" invaders. This tree is planted extensively as an ornamental tree throughout the tropics and is much appreciated for its very showy reddish-orange or crimson (rarely yellow), campanulate flowers. The generic name comes from the Ancient Greek words σπαθη (spathe) and οιδα (oida), referring to the spathe-like calyx. It was discovered in 1787 on the Gold Coast of Africa.

 

Esta planta é originária de Madagascar, na África e lembra uma pá, um punhal em seu formato antes de florescer (confira a parte verde na foto). É catalogada como uma árvore invasora. Ela cresce rápido e se reproduz loucamente tendo suas sementes levadas pelo vento. Cor muito bonita, como chamas, por isso é chamada de árvore das chamas em algumas áreas. Spathodea campanulata, é comumente conhecida como árvore-fonte, tulipa africana, pichkari ou chama Nandi. A árvore cresce entre 7–25 m (23–82 pés) de altura e é nativa das florestas tropicais secas da África. Foi nomeado um dos 100 dos "Piores" invasores do mundo. Esta árvore é amplamente plantada como árvore ornamental em todos os trópicos e é muito apreciada por suas flores campanuladas laranja-avermelhadas ou carmesim (raramente amarelas) muito vistosas. O nome genérico vem das palavras do grego antigo σπαθη (espata) e οιδα (oida), referindo-se ao cálice semelhante a uma espata. Foi descoberto em 1787 na Costa Dourada da África.

 

Diese Pflanze stammt aus Madagaskar, Afrika und ähnelt in ihrer Form vor der Blüte einem Spaten, einem Dolch (siehe den grünen Teil im Bild). Es ist als invasiver Baum katalogisiert. Es wächst schnell und vermehrt sich wie verrückt, da ihm der Wind die Samen wegnimmt. Sehr schöne Farbe, wie Flammen, weshalb er in manchen Gegenden auch Flammenbaum genannt wird. Spathodea campanulata ist allgemein als Brunnenbaum, Afrikanischer Tulpenbaum, Pichkari oder Nandi-Flamme bekannt. Der Baum wird zwischen 7 und 25 m hoch und ist in den tropischen Trockenwäldern Afrikas beheimatet. Es wurde als einer der 100 „schlimmsten“ Eindringlinge der Welt nominiert. Dieser Baum wird in den Tropen häufig als Zierbaum gepflanzt und wird wegen seiner auffälligen rötlich-orangenen oder purpurroten (selten gelben) glockenförmigen Blüten sehr geschätzt. Der Gattungsname leitet sich von den altgriechischen Wörtern σπαθη (Spathe) und οιδα (oida) ab und bezieht sich auf den spatelähnlichen Kelch. Es wurde 1787 an der Goldküste Afrikas entdeckt.

 

Cette plante est originaire de Madagascar, en Afrique et ressemble à une bêche, un poignard dans sa forme avant de fleurir (vérifiez la partie verte sur la photo). Il est catalogué comme un arbre envahissant. Il pousse vite et se reproduit comme un fou en se faisant emporter par le vent. Très belle couleur, comme des flammes, c'est pourquoi on l'appelle flamboyant dans certaines régions. Spathodea campanulata, est communément appelé arbre fontaine, tulipier africain, pichkari ou flamme Nandi. L'arbre pousse entre 7 et 25 m (23 et 82 pieds) de hauteur et est originaire des forêts tropicales sèches d'Afrique. Il a été nommé parmi les 100 « pires envahisseurs du monde ». Cet arbre est largement planté comme arbre ornemental sous les tropiques et est très apprécié pour ses fleurs campanulées très voyantes rouge-orange ou pourpres (rarement jaunes). Le nom générique vient des mots grecs anciens σπαθη (spathe) et οιδα (oida), faisant référence au calice en forme de spathe. Il a été découvert en 1787 sur la Gold Coast africaine.

 

Esta planta es originaria de Madagascar, África y se asemeja a una pala, una daga en su forma antes de florecer (ver la parte verde en la imagen). Está catalogado como árbol invasor. Crece rápidamente y se reproduce como loca dejándose llevar las semillas por el viento. Color muy bonito, como llamas, por lo que en algunas zonas se le llama árbol de llamas. Spathodea campanulata, se conoce comúnmente como árbol fuente, tulipán africano, pichkari o llama Nandi. El árbol crece entre 7 y 25 m (23 y 82 pies) de altura y es originario de los bosques secos tropicales de África. Ha sido nominado entre los 100 de los "peores invasores del mundo". Este árbol se planta ampliamente como árbol ornamental en los trópicos y es muy apreciado por sus llamativas flores campanuladas de color naranja rojizo o carmesí (rara vez amarillas). El nombre genérico proviene de las palabras griegas antiguas σπαθη (espata) y οιδα (oida), en referencia al cáliz en forma de espata. Fue descubierto en 1787 en la Costa Dorada de África.

 

Questa pianta è originaria del Madagascar, in Africa e ricorda una vanga, un pugnale nella sua forma prima della fioritura (controlla la parte verde nella foto). È catalogato come albero invasivo. Cresce velocemente e si riproduce all'impazzata facendo portare i semi dal vento. Colore molto bello, come le fiamme, motivo per cui in alcune zone viene chiamato albero delle fiamme. Spathodea campanulata, è comunemente conosciuta come l'albero della fontana, l'albero dei tulipani africani, pichkari o fiamma Nandi. L'albero cresce tra i 7 e i 25 m di altezza ed è originario delle foreste tropicali secche dell'Africa. È stato nominato tra i 100 invasori "peggiori del mondo". Questo albero è ampiamente piantato come albero ornamentale in tutti i tropici ed è molto apprezzato per i suoi fiori campanulati molto appariscenti, rosso-arancio o cremisi (raramente gialli). Il nome generico deriva dalle parole del greco antico σπαθη (spata) e οιδα (oida), con riferimento al calice simile a una spata. Fu scoperto nel 1787 sulla Costa d'Oro dell'Africa.

 

Deze plant komt oorspronkelijk uit Madagaskar, Afrika en lijkt in zijn vorm vóór de bloei op een schop, een dolk (zie het groene gedeelte op de foto). Het is gecatalogiseerd als een invasieve boom. Het groeit snel en plant zich als een gek voort, waarbij de zaden door de wind worden meegenomen. Zeer mooie kleur, zoals vlammen, reden waarom het in sommige gebieden vlamboom wordt genoemd. Spathodea campanulata, is algemeen bekend als de fonteinboom, Afrikaanse tulpenboom, pichkari of Nandi-vlam. De boom wordt tussen de 7 en 25 m hoog en komt oorspronkelijk uit tropische droge bossen van Afrika. Het is genomineerd als een van de 100 van de "ergste" indringers ter wereld. Deze boom wordt in de tropen op grote schaal als sierboom geplant en wordt zeer gewaardeerd om zijn zeer opzichtige roodoranje of karmozijnrode (zelden gele), klokvormige bloemen. De generieke naam komt van de Oudgriekse woorden σπαθη (schutblad) en οιδα (oida), verwijzend naar de schutbladachtige kelk. Het werd ontdekt in 1787 aan de Goudkust van Afrika.

 

この植物はアフリカのマダガスカルが原産で、開花前の姿はスペードや短剣に似ています(写真の緑色の部分を確認してください)。侵入樹木として登録されています。成長が早く、種を風に飛ばされて狂ったように繁殖します。炎のようなとても素敵な色なので、一部の地域では火炎樹と呼ばれています。 Spathodea campanulata は、噴水の木、アフリカのチューリップの木、ピシュカリ、またはナンディ フレームとして一般に知られています。この木は高さ 7 ~ 25 m (23 ~ 82 フィート) の間に成長し、アフリカの熱帯乾燥林に自生します。 「世界最悪の」侵略者100人にノミネートされている。この木は熱帯地方全域で観賞用の木として広く植えられており、非常に派手な赤みがかったオレンジ色または深紅色(まれに黄色)のカンパニュレートの花が高く評価されています。属名は古代ギリシャ語のσπαθη(仏炎炎炎炎炎炎炎炎苞)とοιδα(オイダ)という言葉に由来し、炎炎炎炎炎炎炎炎炎のような萼を指します。 1787年にアフリカのゴールドコーストで発見されました。

 

‎يعود أصل هذا النبات إلى مدغشقر وإفريقيا ويشبه المجرفة في شكله قبل أن يزهر (راجع الجزء الأخضر في الصورة). يتم تصنيفها على أنها شجرة الغازية. إنها تنمو بسرعة وتتكاثر بجنون بعد أن أخذت الريح بذورها. لون جميل جدًا، مثل النيران، ولهذا يطلق عليها اسم شجرة اللهب في بعض المناطق. تُعرف Spathodea Campanulata باسم شجرة النافورة أو شجرة التوليب الأفريقية أو شعلة البيشكاري أو ناندي. تنمو الشجرة ما بين 7-25 مترًا (23-82 قدمًا) وموطنها الأصلي الغابات الاستوائية الجافة في أفريقيا. وقد تم ترشيحه ضمن 100 من "أسوأ الغزاة في العالم". تُزرع هذه الشجرة على نطاق واسع كشجرة زينة في جميع أنحاء المناطق الاستوائية وتحظى بتقدير كبير بسبب أزهارها البرتقالية المحمرّة أو القرمزية (نادرًا ما تكون صفراء). الاسم العام يأتي من الكلمات اليونانية القديمة σπαθη (spathe) وοιδα (oida)، في إشارة إلى الكأس الشبيه بالكأس. تم اكتشافه عام 1787 على الساحل الذهبي بإفريقيا.

as every year with my short review in pictures and words:

(and I could also have repeated the text from the 2020 annual review with minor changes to names and places ...)

 

To me this year felt like a 'refurbished' 2020 with the global COVID-19 pandemic still going on with more than 282 million of confirmed cases and more than 5.4 million deaths worldwide since its first occurence about 2 years ago.

The hope that the pandemic could be ended by the new vaccines has been dashed by more aggressive mutations of the virus and by the irrational fear of many people, fuelled by crude conspiracy theories and other alleged dangers of vaccination. Thus we experience one wave of infections after another and the more or less effective measures (e.g. lockdowns, travel restrictions, closed borders) against it, unfortunately are still going on this winter with Omicron making its way around the world.

 

The worldwide ecological crisis has manifested itself in even more severe droughts such as in the west of the USA, in massive fires there as well as in the Mediterranean, in massive floods that have occurred in Europe as well as in South Sudan, China and British Columbia, in the melting permafrost in Russia and retreating glaciers all over the world and the worst locust plagues in Eastern Africa still going on.

 

One small hope here in Germany was, that this year was a cooler and wet year compared to the three hot and too dry years before, which gave nature and especially the forests a little 'breather'. But nevertheless, it was the eleventh 'warmer than average' year in a row.

 

Unfortunately, the various conferences on climate and biodiversity this year did not bring any concrete actions, but only declarations of intent for some more or less distant future ... so time is running out to avoid a global catastrophe.

And then there was the madness of bored billionaires, performing a stupid race of tourist flights into space, polluting the environment even more in the most nonsensical way, instead of investing their money in useful projects against hunger, global warming and the many other sufferings on this planet.

 

Unfortunately, there were again many hard blows against freedom and democracy, for example at the Capitol in Washington and at the Reichstag in Berlin, in Myanmar, in Afghanistan, Hong Kong, Russia, Belarus, Poland .... and in many other crisis areas in the world. The number of right-wing extremist and nationalist incitements on the internet has regrettably increased again.

 

Just as the US government under Joe Biden is blocked by outdated 'square-heads' from steering society towards a more just and environmentally friendly future, it is to be feared that the new German coalition government will not succeed in transforming society towards sustainable, eco-friendly policies and lifestyles and a fairer distribution of wealth in the country due to the exclusively pro-business attitude of the FDP (Liberal Party), that even blocked a speed limit of 130km/h on German motorways. So my optimism here is also limited.

 

Unfortunately, it was a travel-free year for me and my wife (except for a short scooter trip that ended with a breakdown).

Our plan to make up for last autumn's postponed trip to La Palma due to the strong Covid wave, failed this year due to the severe 3-month volcanic eruption on this small island in the Atlantic Ocean.

 

But despite all the adversities, one of the biggest events of my life so far, still took place at the beginning of August, the start of my retirement. After 28 years in the IT department of the German National Library, being free again, no longer having to get up at 6 a.m., no longer being able to do gardening and photography only at weekends, means a whole new quality of life for me, for which I had already 'conscientiously' prepared in February by buying my dream camera and a new macro lens in November ;-))

 

As every year I want to say thank you to my friends, contacts and all other users here on Flickr for your untiring support of my work with views, comments, invites and faves throughout the whole year,

for your friendship and all your excellent photos, which are impressing me every day anew.

 

So let's look forward - despite all the less than encouraging developments in the world - to new photo opportunities, new views, marvellous colours and a hopefully healthy and peaceful HAPPY and really NEW YEAR 2022 for us all !!

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Zeit zum Abschied von 2021

mit einem kurzen Rückblick in ein paar Worten und Bildern:

(ich hätte auch den Text vom Jahresrückblick 2020 mit kleinen Änderungen bei Namen und Orten wiederholen können ... )

 

Für mich fühlte sich dieses Jahr wie ein "runderneuertes" 2020 an, da die weltweite COVID-19-Pandemie mit mehr als 282 Millionen bestätigten Fällen und 5.414.213 Todesfällen seit ihrem ersten Auftreten vor etwa zwei Jahren immer noch andauert. Die Hoffnung, dass die Pandemie durch die neuen Impfstoffe beendet werden könnte, wurde durch aggressivere Mutationen des Virus und durch die irrationale Angst vieler Menschen, die durch krude Verschwörungstheorien und andere angebliche Gefahren der Impfung genährt wird, zunichte gemacht. So erleben wir eine Infektionswelle nach der anderen und mit mehr oder weniger wirksamen Maßnahmen wie Lockdowns, Kontakt- uund Reise-beschränkungen, geschlossenen Grenzen etc. dagegen, leider auch in diesem Winter mit Omikron auf dem Weg um die Welt, während sogenannte Quer?denker? auf den Strassen etwas von Diktatur und Freiheit brüllen ....

 

Die weltweite ökologische Krise hat sich u.a. in noch schwereren Dürren wie im Westen der USA, in massiven Bränden dort sowie im Mittelmeerraum, in heftigen Überschwemmungen, die sowohl in Europa als auch im Südsudan, in China, den USA und British Columbia aufgetreten sind, im schmelzenden Permafrost-Böden in Russland , abschmelzenden Gletschern auf der ganzen Welt und in den schlimmsten Heuschreckenplagen in Ostafrika, die immer noch andauern, manifestiert.

 

Eine kleine Hoffnung hier in Deutschland war einerseits, dass dieses Jahr ein eher kühles und nasses Jahr, im Gegensatz zu den drei zu heißen und zu trockenen Jahren zuvor, war, was der Natur und insbesondere den Wäldern eine kleine Verschnaufpause bescherte. Und trotzdem war es das elfte überdurchschnittlich warme Jahr in Folge.

 

Leider ergaben die verschiedenen Konferenzen zu Klima und Biodiversität auch in diesem Jahr keine konkreten Sofortmassnahmen sondern nur Absichtserklärungen für irgenedeine mehr oder weniger ferne Zukunft ... daher wird die Zeit wohl immer knapper um noch einer weltweiten Katastrophe zu entgehen.

Stattdessen veranstalten gelangweilte Milliardäre einen Wettlauf um Touristenflüge ins All, die die Umwelt auf unsinnigste Weise zusätzlich belasten, statt ihr Geld in vernünftige Projekte gegen den Hunger, die Erderwärmung und das zahlreiche Elend auf diesem Planeten zu investieren.

 

So wie die US-Regierung unter Joe Biden von ewig gestrigen 'square-heads' blockiert wird, die Gesellschaft in eine gerechtere und umweltfreundlichere Zukunft zu führen, steht leider auch zu befürchten, dass es die neue deutsche Regierungskoalition durch die ausschliesslich wirtschaftsfreundliche Einstellung der FDP nicht schaffen wird, eine Transformation der Gesellschaft zu nachhaltiger, umweltfreundlicher Politik und Lebensweise und einer gerechteren Verteilung des Reichtums im Land zu erreichen, wenn nicht einmal ein Tempolimit von 130 kmh auf Autobahnen bei den Koalitionsverhandlungen drin war.

Und leider gab es auch wieder viele harte Schläge gegen die Freiheit und Demokratie wie zum Beispiel am Capitol in Washington und am Reichstag in Berlin, in Myanmar, Afghanistan, Hongkong, Russia, Belarus, Poland .... und in vielen anderen Krisengebieten auf der Welt. Auch die Anzahl von rechtradikaler und nationalistischer Hetze im Internet hat leider erneut zugenommen.

 

Für meine Frau und mich war es leider ein reisefreies Jahr (ausser einer kurzen Motorroller-Reise in den Spessart, die mit einer Panne endete).

Unser Plan, die im letzten Herbst wegen der heftigen Covid-Welle verschobene Reise nach La Palma nachzuholen, scheiterte in diesem Jahr an dem hefigen 3- monatigen Vulkanausbruch auf dieser kleinen Insel im Atlantik.

 

Aber trotz aller Widrigkeiten fand eines der größten Ereignisse meines bisherigen Lebens Anfang August trotzdem statt, der Beginn meiner Rente.

Nach 28 Jahren in der IT-Abteilung der Deutschen Nationalbibliothek wieder frei zu sein, nicht mehr um 6:00 aufstehen zu müssen, die Gartenarbeit und die Fotografie nicht mehr nur am Wochenende erledigen zu können, bedeutet eine ganz neue Lebensqualität für mich, auf die ich mich schon im Februar mit dem Kauf meiner Traum-Kamera und im November mit einer neuen Makrolinse 'gewissenhaft' vorbereitet habe ;-))

 

Ganz lieben Dank an alle Flickr-Freunde, -Kontakte und -User für all die vielen Klicks, Kommentare, Gruppeneinladungen und Favoriten während des vergangenen Jahres, für Eure Freundschaft und die unzähligen hervorragenden Bilder, die mir Tag für Tag Anregungen für eigene Bilder sind oder mir einfach nur Freude beim Betrachten gemacht haben.

 

Nun freue ich mich mit Euch - trotz all der wenig aufmunternden Entwicklungen in der Welt - auf neue Bildideeen und Blickwinkel, auf fantastische Farben und Formen

und auf ein hoffentlich gutes, gesundes, friedlicheres und erfreuliches (und hoffentlich wirklich neues) 2022 ...

einen guten Rutsch !

Achim

  

Jan. With An Asking Look ..., Fridays For Future

Feb. Happy Caturday!, On The Way To Spring

Mar. A Close Friend ..., Fridays For Future

Apr. Magic Of Nature, Hoping ...

May. Getting Close, Fridays For Future

Jun. Cheery Blues, Fridays For Future

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Jul. Fully Opened ..., Fridays For Future

Aug. Fridays For Future, Starting The New Week ...

Sep. Floating Through ..., Mickey's Self-Service

Oct. Fridays For Future, Under The Spell ...

Nov. Colouring ..., On A Brighter Day

Dec. Playing With ..., Happy Caturday

Lange musste die Konica Minolta Fangemeinde auf eine digitale Spiegelreflex warten, lange, lange tat sich nichts und die Gerüchteküche brodelte. Dann zum Anfang des Jahres 2005 endlich war es soweit: Die gute alte Dynax 7 erschien, optisch geringfügig angepasst als Dynax 7 D und das "D" stand für Digital! Die bemerkenswerteste Innovation in dieser Spiegelreflex war der AntiShake; sieben Jahre Entwicklung hatten die KoMi Ingeneure alleine in den erstmalig im Body einer Spiegelreflex Kamera integrierten Verwackelungsschutz gesteckt! Dadurch können so gut wie alle Konica, Minolta und wenig später auch Sony Objektive damit genutzt werden. Weltklasse!

Die Kamera ist auch in anderer Hinsicht Weltklasse: das massive, unverwüstliche Gehäuse in einer bemerkenswerten Qualität, weitgehend aus einer Magnesiumlegierung gefertigt und fast alle Einstellungen (und die DSLR hat jede Menge davon) sind direkt am Body einzustellen, zu verstellen oder abzustellen. In die Tiefe von digitalen Menüs muss man dazu nicht extra. Allenfalls für ein paar grundlegende und später kaum zu ändernde Voreinstellungen. Alles für den Fotografenalltag geht ratzfaz über Knöpfe, Dreher und Rädchen.

Die Kamera kostete ca 1500 Euro und verschwand schon knapp zwei Jahre später vom Markt, als Sony die Fa KonicaMinolta übernahm. Vorher hatte viele Nutzer noch mit einem "Fehler 58" genannten technischen Mangel zu kämpfen. Nach (längerem) Nichtgebrauch der Kamera konnte das erste Bild stark unterbelichtet bis Schwarz sein. Das konnte man in der Regel durch wiederholtes Ein- und Ausschalten der Kamera beheben, es war aber nervig. Und im schlimmsten Fall konnte es zu einem Totalausfall des Gerätes führen. Konica Minolta behob den Mangel auch über die Garantiezeit hinaus, nach fünf Jahren allerdings endete die Kulanz. Ich hatte damit keine Probleme - bis weit nach der Zeit: da schlug er bei mir vor ein paar Jahren noch zu und zwar quasi final für die Kamera, nichts ging mehr. Die Dynax war mir allerdings eine Reparatur wert und das bedeutete gut 200 Euro weniger im Portemonnaie. Aber auch wieder eine intakte Lieblingskamera.

 

For a long time, the Konica Minolta fans had to wait for a digital SLR, for a long time nothing happened and the rumor mill was bubbling. Then at the beginning of 2005 it was finally time: the good old Dynax 7 appeared, optically slightly adapted as a Dynax 7 D and the "D" meant digital! The most remarkable innovation in this SLR was the antishake: Seven years of development period was necessary for the antishake built directly in the camera! As the result, almost all older or newer Konica, Minolta and a little later Sony lenses can be used with AntiShake. World class!

The camera is also world class in other aspects: the massive, indestructible housing in a remarkable quality and almost all settings, and the DSLR has a lot of it, can be adjusted directly on the body. You don't have to go into the depth of digital menus. At most for a few basic and later hardly to be changed, default settings.

The camera costs about € 1500 in 2005 and disappeared from the market almost two years later when Sony Konicaminolta took over. Before that, many users had to struggle with an "error 58" technical deficiency. After (longer) non -use of the camera, the first picture was significantly underexposed or even completely black. This could usually be remedied by repeating the camera on and off, but it was annoying. And in the worst case, it could lead to a total failure of the device. Konica Minolta also put the deficiency beyond the guarantee period, but after five years the goodwill ended. I had no problems with it - until well after the time: Error 58 struck me a few years ago, almost final for the camera, nothing worked anymore. However, the Dynax was worth a repair and that meant a good 200 euros less in my wallet. But also an intact favorite camera.

I want so say a big, big thank you to all of you for all the many favs and comments to my photos. So I made something special for you - a 360 degrees panorama of the beautiful winter landscape in the giant mountains. Hope you'll like it. This shot is made from a lookout Tower and consists of 15 particular photographs. This will temporary be my last post because the harddisk of my computer crashed on thursday. This means probably a loss of 200GB of photos since last summer. Hopefull the technicians come back to me with good news mid of next week.

 

Ich möchte euch allen gerne ein dickes Dankeschön schicken für all die vielen "mag ich"s und die netten Kommentare zu meinen Fotos. Aus diesem Grund hab ich mal spezielles gemacht - ein 360° Panorama von der wunderschönen Landschaft im verschneiten Riesengebirge. Ich hoffe, es gefällt euch. Das Foto selbst besteht aus 15 einzelnen Bildern, die in der Nachbearbeitung zusammengefügt wurden. Vorläufig wird das mein letztes Fotos sein. Am Donnerstag hat sich mein Rechner mit einem Festplattenfehler verabschiedet. Im schlimmsten Fall bedeuted das den Totalverlust von 200GB Fotos seit letztem Sommer. Ich hoffe, die Techniker haben nächste Woche gute Nachrichten für mich.

SN/NC: Spathodea campanulata, Bignoniaceae Family

 

Spathodea is a monotypic genus in the flowering plant family Bignoniaceae. The single species it contains, Spathodea campanulata, is commonly known as the African tuliptree, fountain tree, pichkari or Nandi flame. The tree grows between 7–25 m (23–82 ft) tall and is native to tropical dry forests of Africa. It has been nominated as among 100 of the "World's Worst" invaders.

This tree is planted extensively as an ornamental tree throughout the tropics and is much appreciated for its very showy reddish-orange or crimson (rarely yellow), campanulate flowers. The generic name comes from the Ancient Greek words σπαθη (spathe) and οιδα (oida), referring to the spathe-like calyx. It was identified by Europeans in 1787 on the Gold Coast of Africa.

 

Es conocida como tulipanero africano, árbol de la fontana, llama-del-bosque, llama Nandi, amapola (República Dominicana), o meaíto (Puerto Rico) y también caoba de Santo Domingo y gallito en Venezuela . En francés se denomina Tulipier du Gabon (tulipanero del Gabón). En México también se le conoce como galeana, o simplemente como (árbol) tulipán. Spathodea es un género monotípico de fanerógamas perteneciente a la familia de las bignoniáceas. Esta especie es la única del género.

 

Nomes no Brasil: Tulipeira, Árvore-de-bisnagas, Árvore-de-tulipas, Bisnagueira, Espatódea, Tulipeira-africana, Tulipeiro-africano. É tida como especie invasora e tem madeira frágil.

A tulipeira é uma árvore de crescimento rápido e efeito muito ornamental. Seu porte é médio, podendo atingir 24 metros. Na África, seu local de origem, pode-se observar exemplares com até 30 metros de altura. O tronco apresenta um diâmetro de 30 a 50 cm, a madeira é clara e mole e a casca fina e suberosa. As folhas são grandes, opostas e são compostas por numerosos folíolos (4 a 19) alongados e oval-lanceolados.

A primeira floração ocorre quando a árvore apresenta apenas 3 a 4 anos. As flores são vermelho-alaranjadas ou amarelas, de acordo com a variedade e surgem de inflorescências terminais, com botões numerosos que abrem-se sucessivamente, garantindo uma longa floração. O período de floração varia com a localidade onde a planta se encontra. Os frutos se assemelham a vagens e contém numerosas sementes aladas, que se dispersam com o vento.

 

Spathodea est un genre typique de la famille des plantes à fleurs Bignoniaceae. L'espèce unique qu'il contient, Spathodea campanulata, est communément appelée la tulipier africaine, l'arbre-fontaine, la pichkari ou la flamme Nandi. L'arbre croît entre 7 – 25 m (23 – 82 ft) de hauteur et est originaire des forêts tropicales sèches d'Afrique. Il a été nominé comme parmi 100 des "pires" envahisseurs du monde.

Cet arbre est planté abondamment en tant qu'arbre ornemental dans les tropiques et est très apprécié pour son très montré rougeâtre-orange ou pourpre (rarement jaune), fleurs campanulée. Le nom générique vient des mots grecs antiques σπαθη (spathe) et οιδα (OIDA), se référant au calice spathe-like. Il a été identifié par les européens en 1787 sur la Côte d'or de l'Afrique.

 

Spathodea ist eine typische Gattung der Familie der blühenden Pflanzen Bignoniaceae. Die einzigartige Spezies, die Sie enthält, Spathodea Kirsche, wird gemeinhin als afrikanische Tulpe, der Springbrunnen, der Pichkari oder die Nandi-Flamme bezeichnet. Der Baum wächst zwischen 7-25 m (23-82 ft) hoch und stammt aus den trockenen tropischen Wäldern Afrikas. Er wurde unter 100 der "schlimmsten" Eindringlinge der Welt nominiert.

Dieser Baum ist reichlich als ornament in den Tropen gepflanzt und ist sehr geschätzt für seine hoch gezeigte Reddish-Orange oder violett (selten gelb), Glockenform Blumen. Der generische Name stammt aus den antiken griechischen Wörtern σπαθη (Spatha) und Οιδα (OIDA), die sich auf die Spatha-wie Kelch beziehen. Es wurde von Europäern in 1787 an der Gold-Küste Afrikas identifiziert.

 

Spathodea è un genere tipico della famiglia delle piante di fioritura Bignoniaceae. La specie unica che contiene, Spathodea campanulata, si riferisce a comunemente come il tulipano africano, l'albero della Fontana, il Pichkari o la fiamma di Nandi. L'albero si sviluppa fra 7-25 m. (23-82 ft) alto e proviene dalle foreste tropicali asciutte dell'Africa. È stato nominato come tra 100 dei "peggiori" invasori del mondo.

Questo albero è piantato abbondantemente come un albero ornamentale nei tropici ed è molto apprezzato per il suo altamente mostrato rossastro-arancio o viola (raramente giallo), fiori campanulati. Il nome generico deriva dalle antiche parole greche σπαθη (spata) e Οιδα (Oida), riferendosi al Spata-like calice. È stato identificato dagli europei nel 1787 sulla Gold Coast dell'Africa.

Erschüttert von den schrecklichen Meldungen aus Berlin, sind meine Gedanken zuerst einmal bei den Opfern und ihren Angehörigen, aber dann kommt dieses schreckliche Gefühl der Machtlosigkeit und Ohnmacht in einer Welt, die sich so radikal in so kurzer Zeit verändert hat. Ich denke, jetzt gilt es mehr denn je, kleinkarierte Schuldzuweisungen und Streit über Ursachen zu vermeiden und einfach nur zusammen zu halten. Überzeugungen von Freiheit, Demokratie und Menschenwürde sind doch keine Phrasen, die innerhalb von wenigen Monaten weggebombt werden können, nachdem sie selbst die schlimmsten Tagen von Krieg, Diktatur und Unterdrückung überdauert haben. Fragen wir uns, wo unsere Stärken sind und klagen nicht über unsere Schwächen!

 

Shocked by the terrible news from Berlin, my thoughts are first of all with the victims and their families. But so comes that horrible feeling of powerlessness and faint in a world which has changed so radically in such a short time. I think, we should now more than ever avoid petty finger pointing and the meaningless dispute about the causes. Now we first need to stay together for our values. Beliefs of freedom, democracy and human dignity can't be phrases which can be bombed away just in a few months. After all they have survived the worst days of war, dictatorship and oppression. We should ask ourselves where our strengths are and not complain about our weaknesses!

Ils sont partis pour traverser la France et l'Espagne au mieux en auto-stop au pire à pieds

Ils sont sympathiques

Si vous les croisez, aidez-les et donner moi des nouvelles

Sie laufen duch Frankreich und Spanien am besten im Trampen am Schlimmsten zu Fuss

Sie sind sympathisch

Wenn Sie sie kreuzen,Bitte ich ihnen zu helfen und geben Sie mir Neuigkeit

They cross France and Spain at best in hitch-hiking in the worst in feet

They are nice

If you meet them, help them and give me news

  

St. Francis Yacht Club

 

The Marina District is a neighborhood located in San Francisco, California. The neighborhood sits on the site of the 1915 Panama–Pacific International Exposition, staged after the 1906 San Francisco earthquake to celebrate the reemergence of the city. Aside from the Palace of Fine Arts (POFA), all other buildings were demolished to make the current neighborhood. The Marina currently has the highest non-Hispanic white resident percentage of any recognized neighborhood in San Francisco.

 

The area is bounded to the east by Van Ness Avenue and Fort Mason; on the west by Lyon Street and the Presidio National Park; on the south by Cow Hollow and Lombard St, which bisects the southern edge of the Marina District. The northern half of the Marina is a shoreline of the San Francisco Bay, and features the Marina Green, a park adjacent to the municipal boat marina from which the neighborhood takes its name.

 

Much of the Marina is built on former landfill, and is susceptible to soil liquefaction during strong earthquakes. This phenomenon caused extensive damage to the entire neighborhood during the 1989 Loma Prieta earthquake.

 

The area in the 19th century prior to the 1906 earthquake consisted of bay shallows, tidal pools, sand dunes, and marshland similar to nearby Crissy Field. Human habitation and development came in the mid to late 19th century in the form of a sandwall and of a road from the nearby Presidio to Fort Mason. Most of the sand dunes were leveled out and a hodgepodge of wharves and industrial plants was built extending from what is now Laguna Street to Steiner Street. However, all of this was destroyed in the 1906 earthquake.

 

During reconstruction of the city after the 1906 earthquake, the area was chosen as the site of the Panama–Pacific International Exposition. Although rubble from the earthquake was used as part of the land reclamation, most of the landfill came from dredging mud and sand from the bottom of the Bay. After the end of the exposition in 1915, the land was sold to private developers, who tore down nearly all of the fair's attractions and developed the area into a residential neighborhood. This major redevelopment was completed in the 1920s. In the 1930s, with the completion of the nearby Golden Gate Bridge, Lombard Street (now Highway 101) was widened, and soon developed into a strip of roadside motels.

 

The 1989 Loma Prieta earthquake caused severe liquefaction of the fill upon which the neighborhood is built, causing major damage including a small firestorm. Firefighters resorted to pumping water directly from the Bay, to replace water unavailable from broken water mains. The neighborhood was quickly rebuilt. Physically, the neighborhood appears to have changed very little since its construction in the 1920s.

 

The neighborhood is most famous for the Palace of Fine Arts, which until 2013 housed the Exploratorium, a hands-on science museum and children's educational center, and which takes up much of the western section of the neighborhood. The Palace is the only building left standing in its original location within the 1915 Exposition fairgrounds. The grounds around the Palace are a year-round attraction for tourists and locals, and are used as a location for weddings and wedding party photographs for couples. Chestnut Street is another attraction for locals and tourists. Stretching from Fillmore Street down to Lyon Street, Chestnut is lined with a collection of stores to shop, as well as restaurants, bakeries, coffee shops and bars.

 

The neighborhood is also noted for its demographics, which since the 1980s have shifted from mostly middle-class families and pensioners, to professionals in their twenties and thirties. These now make up more than half of the population, although a small, affluent older population remains.

 

San Francisco's Academy of Art University has a campus housing building at the Southern edge of the neighborhood on Lombard Street.

 

(Wikipedia)

 

The St. Francis Yacht Club is a private sailing club located in San Francisco.

 

Founded in 1927, the Saint Francis Yacht Club (StFYC) was formed when some of the members of the San Francisco Yacht Club decided to move their clubhouse from Sausalito to Belvedere, California to escape the rapidly growing commercial activity of Sausalito. This was prior to the construction of the Golden Gate Bridge, and travel to Marin County from San Francisco was entirely by water. A group of San Francisco Yacht Club members wished to relocate the club to the City of San Francisco to make it easier to access the Clubhouse. No agreement between the two factions was reached and the group favoring a San Francisco location split off to found StFYC. StFYC has become generally considered to be the most prestigious yacht club in the western United States. Membership in the club is by invitation only.

 

StFYC hired the famous San Francisco architect Willis Polk to design their clubhouse which was then built on land rented from San Francisco by the club on the jetty off of Crissy Field in the Marina District, San Francisco, on landfill created for the 1915 Panama Pacific International Exposition. Polk died before the blueprints could be completed but his office finished them. The Mediterranean Revival-style building enjoys views from the Bridge to Alcatraz Island and beyond.

 

On December 21st, 1976 the original Clubhouse caught fire during a party. One member was killed and seven badly injured. The membership rallied to rebuild the western half of the Clubhouse which had been destroyed in the fire. On October 17, 1989, the Loma Prieta earthquake damaged the Clubhouse and extensive foundation repairs were required. Once again, the membership rallied to repair the beloved clubhouse.

 

With some of the best water views in San Francisco, the StFYC Clubhouse has three eating venues: A formal main dining room on the second story, the Clippership bar also on the second story, and the Grill Room a snug gathering place on the ground floor. In response to the COVID-19 pandemic, StFYC has added two outdoor eating areas: The Race Deck, located on the rooftop of the Clubhouse, and the Courtyard, centrally located and protected from the strong winds of San Francisco Bay.

 

StFYC assembled a syndicate to compete for the 2000 Louis Vuitton Cup, with their entry, AmericaOne. Their entry was defeated in the semifinals by Italy's Prada.

 

StFYC sponsors numerous regattas and races for sailboats of all sizes. These include the Rolex Big Boat Series for large yachts of all kinds, Kleinman/Swiftsure Regatta, Elvstrom/Zellerbach regatta, Jessica Cup for classic yachts, and numerous one-design events. An annual highlight is the Opti Heavy Weather regatta sailed on the windy north shore of the City of San Francisco, right in front of the StFYC Clubhouse. Youngsters test their skill and stamina in this cherished event.

 

StFYC has hosted numerous World, Continental, and National Championships including the 5O5, Farr-40, Meges-24, Farr-30, Express-27, Express-37, and many others.

 

The St. Francis Yacht Club warmly welcomes sailors from all over the world.

 

Like many yacht clubs on the West Coast, St.FYC is a member of the Pacific Inter-Club Yacht Association, which provides reciprocal privileges between members of hundreds of other yacht clubs. St.FYC also shares reciprocity with clubs around the world including: The New York Yacht Club, Outrigger Canoe Club, Royal Prince Alfred Yacht Club, Royal Thames Yacht Club, Société Nautique de Gèneve, Yacht Club de Monaco and Norddeutscher Regatta Verein.

 

(Wikipedia)

 

Der Marina District ist einer der nördlichsten Stadtteile von San Francisco in Kalifornien. Er wird im Osten durch Van Ness Ave, im Westen durch die Lyon Street und dem Presidio und im Süden durch die Lombard Street begrenzt. Auf dem Gebiet des heutigen Stadtteils fand 1915 die Weltausstellung Panama-Pacific International Exposition statt, für die eine Lagune mit Sand aufgefüllt und so in nutzbares Land umgewandelt wurde. Mit der Weltausstellung konnte die Stadt zeigen, dass sie sich von dem Erdbeben von 1906 erholt hatte. Nach der Ausstellung wurden alle Gebäude mit Ausnahme des Palace of Fine Arts abgerissen, um Platz für das heutige Wohnviertel zu schaffen. Cow Hollow, Russian Hill und das Presidio begrenzen den Marina District im Süden, Osten und Westen.

 

In der Bucht von San Francisco, nördlich von Cow Hollow, wurde ein Deich parallel zur Küstenlinie gebaut und das eingeschlossene Marschland mit Sand vom Meeresboden aufgefüllt. Durch das Ausbaggern wurde das Wasser tiefer, und so gründeten sich der St. Francis Yacht Club und der Golden Gate Yacht Club, die repräsentative Plätze am Fuße der Baker Street einnehmen. Östlich davon befindet sich Marina Green, eine weitläufige Grünfläche, die größtenteils von Joggern genutzt wird. Die Golden Gate Promenade lädt zum Spazierengehen ein. Sie verläuft parallel zum Marina Boulevard und einige Kilometer weiter bis zur namensgebenden Brücke. Beginnend bei Crissy Field, einem ehemaligen Flugplatz des Presidios, wurden durch große landschaftsbauliche Anstrengungen natürliche Sumpflandschaften und Tidepools nachgebildet, die von Marina Green bis zur Brücke reichen.

 

Um die Entstehung des Marina Districts sind zahlreiche Mythen entstanden. Viele Leute behaupten, das Gebiet sei auf dem Schutt entstanden, der nach dem großen Erdbeben 1906 in die Bucht geschüttet wurde. Aufnahmen des Marina Districts bis 1912 zeigen jedoch, dass der größte Teil des Gebiets noch zur Bucht gehörte, was die Frage aufwirft, warum es sechs Jahre dauern sollte, den Schutt abzuladen und Marina zu erschaffen. 1885 war Filbert Street noch die alte Presidio Road. Zwei Blocks weiter nördlich in Richtung der Bucht, wo sich heute die Lombard Street befindet, gab es auf Höhe der Buchanan Street 10 Meter hohe Sanddünen. Die Küstenlinie war bereits durch Industrieansiedlungen nach Norden verschoben worden. Zwischen Laguna Street und Steiner Street, im Bereich des heutigen Moscone Recreation Centers und der Marina Middle School, befand sich Lobos Square, ein Stück Land, das durch Abtragung von Dünen eingeebnet wurde, um Platz für Anlegeplätze und Industrieanlagen zu schaffen.

 

Das meiste davon wurde 1906 zerstört, einschließlich des Kraftwerks von Gas Light Company. Bloß das Ziegelsteingebäude des Messwerks blieb übrig und das Datum der Fertigstellung, 1893, ist noch heute in einem Torbogen hinter dem Marina Safeway, an der Kreuzung der Straßen Buchanan und North Point, zu sehen.

 

Westlich davon, auf der North Point Street, neigt sich der Gehweg zu einer Stelle, wo einst Küste und Meer aufeinander trafen. Dort errichtete Baulöwe James Graham Fair in den 1890ern einen Deich, der Teil eines großen Projekts war, bei dem 283.000 Quadratmeter Land gewonnen und ein Industriepark errichtet werden sollte. Das eingeschlossene Land sollte mit Sand aufgefüllt werden, der jedoch mit Fertigstellung der Dämme ausging. Was blieb sah es aus wie eine große Badewanne voll Wasser.

 

Bis 1912 befand sich die Kreuzung der Straßen North Point und Fillmore, die im Herzen des heutigen Marina liegt, noch inmitten der Bucht. Die Veranstalter der Panama-Pacific International Exposition mieteten James G. Fairs Teich und beendeten das Projekt. Nach zweimaligem Ausbaggern und 146 Tage später war die Badewanne mit 100.000 Kubikmetern Sand und Schlamm gefüllt.

 

Nach dem Ende der Weltausstellung 1915 erhielten die Erben von Fair das Land zurück und verkauften es an die Marina Development Corporation. Stadtplaner Michael O’Shaughnessy baute darauf Straßen, die er zwar mit dem ursprünglichen, schachbrettartig verlaufenden Straßen der Stadt verband, deren Anordnung jedoch im Widerspruch zu den älteren Teilen der Stadt steht, und die in einigen Bereichen von Marina an einen Irrgarten erinnern. Die Marina Development Corporation teilte das Gebiet in 634 Wohnparzellen und das Marina Green auf. Bei seinem Ausbau in den 1920ern wurde das zuvor unter dem Namen Harbor View oder North End bekannte Gebiet The Marina genannt.

 

U.S. Highway 101/Lombard Street ist ein Boulevard, der die südliche Hälfte von Marina teilt. Der Straße entlang stehen Motels, die anlässlich der Eröffnungsfeier der Golden Gate Bridge gebaut wurden, und eine Reihe von Einzelhandelsgeschäften, Fastfood-Läden und Wohnhäusern. An einem typischen Nachmittag treffen auf der Straße Touristen, die auf der Suche nach Ghirardelli Square und der Golden Gate Bridge sind, auf Anwohner des Marina/Cow Hollow-Gebiets und Kinder auf ihrem Weg zur Marina Middle School. Lombard Street verläuft zwischen Cow Hollow im Süden und Marina im Norden und wird manchmal als NoLo [Norden von Lombard] bezeichnet.

 

Im Moscone Recreation Center befinden sich die größten Kinderspielplätze der Stadt, außerdem Tennis- und Basketballplätze und ein Volleyballbereich. Der Park dient den Einwohnern San Franciscos seit Generationen als Versammlungsort und ist in zahlreichen historischen Filmen zu sehen. Das Landstück, auf dem während der Weltausstellung 1915 der Tower of Jewels stand, hieß ursprünglich Funston Park. Der Park wurde im Gedenken an den ermordeten Bürgermeister George Moscone umbenannt und mahnt auf politische Weise die konservativen Aktivisten des Marina Districts, die gegen Moscones progressive Politik waren.

 

Das Marina Green ist ein malerischer Park, der an die Jachthäfen und die Bucht von San Francisco angrenzt. Der Wind im Marina Green überschreitet häufig 80 km/h und eignet sich damit gut zum Windsurfen am nahe gelegenen East Beach.

 

Zu den Schulen in Marina zählen das Tule Elk Child Development Center und Marina Middle School, deren Schüler überwiegend aus anderen, weniger wohlhabenden Stadtteilen San Franciscos mit dem Bus gebracht werden. Die wenigen Kinder und Jugendliche, die in dem Gebiet wohnen, gehen überwiegend auf Privatschulen.

 

Das Loma-Prieta-Erdbeben verursachte 1989 beträchtliche Schäden und viele Menschen kamen in den Trümmern ihrer Häuser ums Leben. Am schlimmsten betroffen war das durch Aufschüttung entstandene Gebiet auf Grund der durch das Beben hervorgerufenen Bodenverflüssigung.

 

Es gibt ein Gebiet in The Marina, das nicht aufgeschüttet wurde. Dieses wird von Fort Mason, Octavia Street, Lombard Street und Van Ness Avenue begrenzt. Aufgrund seines geologisch ursprünglichen Untergrunds aus Sandstein und Grundgebirge wird es The Gold Box genannt. Von dort aus ist es gleich weit zu den Geschäften und Restaurants in Chestnut Street (Marina), Union Street (Cow Hollow) und Polk Street (Russian Hill). Ganz in der Nähe befinden sich außerdem Fort Mason, Moscone Recreation Center und dem Marina Safeway.

 

(Wikipedia)

FLYING KITES

 

The two behind are chitchatting

In their clothes they're copycatting

 

One is adjusting her collar and dressed in white

She's squinting because everything's too bright

 

The one crouching in front is kindly unravelling

She can clearly deal with the worst bedevilling

 

Two are looking skywards and twiddling on their strings

They know that flying kites requires correct proceedings

 

The one with the camera is kindly photographing me

I am there too but in this picture I'm just an absentee

 

Ah sand, sea, sky, clothes, cameras, kites, mates

All these sundry things companionship generate

  

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AQUILONI IN VOLO

 

I due dietro stanno chiacchierando

Nei loro vestiti si stanno copiando

 

Uno si sistema il colletto è vestita lattiginoso

Strizza gli occhi perché tutto è troppo luminoso

 

Quella rannicchiata sta gentilmente districando

Sa chiaramente affrontare il peggiore tormento

 

Due guardano verso il cielo e tirano i loro fili

Sanno che gli aquiloni richiedono mani abili

 

Quello con la macchina fotografica mi riprende gentilmente

Ci sono anch'io ma in questa foto sono il grande assente

 

Ah, sabbia, mare, cielo, vestiti, congegni, aquiloni, amici

Tutte queste cosucce variegate di compagnia son vettrici

  

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DRACHEN STEIGEN LASSEN

 

Die beiden hinterher plaudern

In ihren Kleidern kopieren sie

 

Einer stellt ihren Kragen zurecht und ist weiss gekleidet

Sie blinzelt, weil alles zu hell ist

 

Derjenige, der vorne kauert, entwirrt sich freundlicherweise

Sie kann klar mit dem schlimmsten Verstummen umgehen

 

Zwei schauen nach oben und drehen an ihren Saiten

Sie wissen, dass das Fliegen von Drachen ein korrektes Vorgehen erfordert

 

Der mit der Kamera fotografiert mich freundlicherweise

Ich bin auch dort, aber auf diesem Bild bin ich nur ein Abwesender

 

Ah Sand, Meer, Himmel, Kleidung, Kameras, Drachen, Kameraden

All diese Dinge, die die Gemeinschaft mit sich bringt

Pentacon digital camera

2014 Ferrari 458 Challenge Evoluzione

  

After running the 458 Challenge cars for three years Ferrari updated the model to Challenge Evoluzione-spec for 2014.

The Evoluzione is a mandatory kit for 2014 that replaces both the front and rear fascias with more aggressive counterparts that are similar to the 458 GT3. Included is a substantial rear wing that has a multitude of adjustment points.

The kit was developed with the help of Andrea Bertolini and Marc Gene and was first revealed by them at the 2013 Ferrari Finali Mondiali at Mugello where many drivers got their first look and test drive of the new model.

 

All three series, the Ferrari Challenge Trofeo Pirelli in Europe, Asia Pacific and North America will run the new model.

 

Read more at www.supercars.net/cars/6236.html#bayuRW4xPpjJf2SI.99

 

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The Ferrari 458 Italia is the latest incarnation of the mid-rear engined berlinetta.

Maximum speed > 325 km/h (>202 mph)

Dimensions

 

Length 4527 mm (178.2 in.)

Width 1937 mm (76.3 in.)

Height 1213 mm (47.8 in.)

 

Gearbox

 

Dual-clutch, 7-speed F1

 

Electronics

 

E-Diff3, F1-Trac, high-performance ABS

 

The new model is a synthesis of style, creative flair, passion and cutting-edge technology, characteristics for which Italy as a nation is well-known. For this reason Ferrari chose to add the name of its homeland to the traditional figure representing the displacement and number of cylinders.

Equipped with the traditional flat-plane crankshaft, the engine delivers 570 CV at 9000 rpm and, with an outstanding power output of 127 CV/litre, sets a new benchmark not only for the whole Ferrari range and the history of company, but also for the entire market segment. Maximum torque is 540 Nm at 6000 rpm, over 80 per cent of which is available from 3250 rpm. Specific torque is a record 120 Nm/litre.

Ferrari 458 Italia produces just 320 g/km of CO2 and fuel consumption is 13.7 l/100 km (combined cycle), the best in the entire segment.

  

Ferrari 458 Italia

Motoren: Ottomotor: V8-Saugmotor

4,5 Liter (419 kW)

... bemerkenswerten Normverbrauch von 13,3 Litern auf 100 Kilometern. An der Entwicklung der Flunder wirkte sogar Formel-1-Fahrer Michael Schumacher mit.

2012 wurden nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes mit der gleichen Zahl insgesamt 458 Ferrari 458 in Deutschland neu zugelassen, davon 252 Fahrzeuge durch gewerbliche Halter.

 

de.wikipedia.org/wiki/Ferrari_458

 

 

Neben Ferrari vertreibt das Unternehmen die Marken Maserati, Fiat, Lancia, Alfa Romeo und Abarth

 

edit by Aviary

mode "splash"

 

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Um Reifen und Karosserie vor der Hitze des Mittelmotors zu schützen, haben die Ingenieure einen Schutzschild zwischen der Abdeckung der Radläufe und dem Motorraum angebracht. Dieser wurde mit einem Hightech-Klebstoff fixiert.

"Zumindest, wenn zu hohen Betriebstemperaturen auch enorme Außenhitze hinzukommt. Dann nämlich kann der Kleber verdampfen - und sich im schlimmsten Fall entzünden."

Rückruf

Der Hitzeschild wird ausgetauscht und nicht mehr an die Innenseite der Radläufe geklebt, sondern genietet. Zu den Kosten für die Umrüstung der 1248 Autos äußerte sich Ferrari nicht.

Für die vier Ferraristi, deren 458 Italia nachweislich durch den Kleber in Flammen aufgegangen sind, kommt diese Aktion zu spät. Doch immerhin stellt ihnen Ferrari jetzt umsonst ein neues Modell vor die Tür.

Er liegt meistens derart lang ausgestreckt neben dem Monitor, dass eine Tatze immer bedrohlich über der ESC-Taste schwebt. Mein dicker alter Kater Madnix, der verrückt auf Brathähnchen, Lachs und Thunfisch ist. Alles, was ich am Rechner produziere, wird vor dem Gang zum Klo oder zum Herd vorsorglich abgespeichert, wenn der Bursche sich vollgefressen auf dem Schreibtisch räkelt. Man weiß ja nie. Außerdem tänzelt er, wenn er aufsteht, um nachzugucken, ob die anderen beiden Katzen gerade Bock auf Kloppe haben, immer derart dicht an der Tastatur entlang, dass man ebenfalls immer mit dem Schlimmsten rechnet. Madnix ist schon ein älterer Herr, 11 Lenze zählt er nun, es wunderte nicht, täte er plötzlich einen Fehltritt. Unlängst allerdings kam mir eine ganz andere Idee, was den schönen alten Knaben betrifft:

 

Der hat sich heimlich eingeloggt.

 

Ich saß nebenan vor der Glotze. Der PC-Monitor summte auf dem Schreibtisch vor sich hin. Da kam mir das typische Aufprallgeräusch ins Ohr, das erklingt, wenn sechseinhalb Kilo Kater vom Schreibtisch auf den Teppich springen. BUMM! machte das ganz dumpf, und im nächsten Moment taperte Madnix gemütlich ins Wohnzimmer. Er wirkte ungewöhnlich wach und irgendwie schlanker als noch eine halbe Stunde zuvor. Als hätte er gerade viel Energie verbraucht. Und er unterstrich diesen Eindruck auch, indem er nun zum Futternapf neben der Spüle ging und eine halbe Tagesration in drei Minuten fraß. Was wunder.

 

Er hatte mit geballter Konzentration die Defragmentierung meines Rechners ausgelöst. Oder war in einer so raffinierten Choreographie über die Tasten gejumpt, dass diese ausgelöst wurde. Jedenfalls zeigte mein Monitor an, dass die Festplatte nun 2 GB mehr Speicher hatte.

 

Jetzt warte ich darauf, dass Madnix mir zeigt, wie man Excel wieder zum Laufen bringt; Es ist seit einer Woche ausgefallen. Aber Madnix liegt nur vollgefressen neben dem Monitor und schweigt sich aus. Morgen gibt´s Brathähnchen. Und Lachs und Thunfisch.

  

He usually lies stretched out so long beside the monitor, that a paw floats always menacingly over the ESC key. My fat old tomcat Madnix, crazy about roast chicken, salmon and tuna. Everything I produce on the computer is stored as a precaution before going to the bathroom or to the stove when the guy lolls on the desk. You never know. He also prances when he gets up to check to see if the other two cats are on the verge of knocking, always so close to the keyboard that you always count on the worst. Madnix is ​​already an elderly man, eleven years he counts now, it was not surprising, he would suddenly make a misstep. Recently, however, came to me a very different idea, which concerns the beautiful old boy:

 

He logged in secretly.

 

I was sitting next to the telly. The PC monitor buzzed on the desk. That's when I got the typical impact sound in my ear that sounds when six and a half kilos of hangover jump from the desk onto the carpet. BOOM! made it very dull, and the next moment Madnix wandered comfortably into the living room. He looked unusually alert and somehow slimmer than half an hour before. As if he just consumed a lot of energy. And he also underlined this impression by going to the feeding bowl next to the sink and eating half a day's ration in three minutes. What a wonder.

 

He had triggered with concentrated concentration the defragmentation of my computer. Or had it jumbled over the keys in such a sophisticated choreography that it was triggered. Anyway, my monitor showed that the hard drive now had 2 GB more memory.

 

Now I'm waiting for Madnix to show me how to get Excel working again; It has been out of action for a week. But Madnix just lies over the monitor and is silent. Tomorrow's fried chicken. And salmon and tuna.

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Duisburg 2000

   

Fortress Špilberk

The fortress Spielberg (Czech: Špilberk) is located in South Moravian Brno in the Czech Republic. It has a changing history as a medieval castle, fortress, barracks and prison behind it. Today are located in here exhibitions and a restaurant. The complex is a cultural and tourist destination of the Brno population. Its location on a hill offers a good view over the city.

Location

The former Spielberg fortress is situated on a hill (282 meters above sea level) above the old town of Brno.

History

Fortress

Spielberg Castle was built in the second half of the 13th century and has undergone some changes over the centuries. At first it was the Gothic castle of the Bohemian kings and seat of the Moravian margrave. In the middle of the 17th century, it was expanded into a powerful Baroque fortress. In the middle of the eighteenth century, with the then fortified city of Brno, it formed the most important bastion in Moravia.

The casemates, completed in 1742, were an important part of the fortress. They should provide protection for a 1200 man strong military corps. In the end, however, only military depots were placed here. In the year 1783, a prison was established for the most dangerous and worst criminals, in the course of the reform of the Austrian prison system by order of Emperor Joseph II. In 1785, the southern part of the casemates was also converted into a prison and called the Leopoldine tract. However, joint use as a military fortress and civilian prison was problematic.

After the destruction of important fortifications by the withdrawing Napoleonic army in 1809, the fortress lost its military importance. The whole fortress Spielberg became from 1820 a civilian prison. Under Franz Joseph I, the complex was again a military prison and barracks in 1855.

Fountain

The castle fountain is of medieval origin. In the years 1716 to 1717 its original depth was increased from 39 m to 112 m so that the ground was below the water level of the river Svratka in Old Brno. The upper part of the fountain is made of natural stone and bricks, while the lower part consists only of rocks. The average diameter is 3.5 m. The water level is 90 m, so that a water volume of more than 1,000 m³ is available. At the bottom of the well are two horizontal shafts with a length of 17 and 26 meters respectively.

By the Napoleonic troops, the well together with the destruction of the castle in 1809 was filled up but in the subsequent years it was exposed again. Above the well was a fountain house with a wooden wheel driven by convicts to bring up the water. This house was only abolished in the years 1939-1941 by the German Wehrmacht. The last cleaning work in the years 1990 and 1991 was connected with research, 308 m³ of material from the well were cleared. Interesting finds, which are exhibited in the Museum of the Castle, have been exposed. Among them is a skeleton of a soldier from the end of the 19th century. But his identity is unknown.

Near the well is a Baroque cistern, where the rain water of the surrounding roofs was caught.

Since 1990, on the rear wall of the castle courtyard, there is a clockwork consisting of 15 bells weighing between 16 kg and 220 kg.

Casemates

The casemates are laid out as a two-storey military dugout (for 1,200 men) with attached dungeon system below the castle buildings. From 1746 to 1749 Franz Freiherr von der Trenck was imprisoned here, his mortal remains are located in the crypt of the Capuchin monastery in Brno's old town. In 1783 Emperor Joseph II had the upper storey of the northern casemates rebuilt into a prison. In 1784 by imperial decree in the casemates of the lower story the sentenced for life have been quartered. In addition to this, 29 single-cells made of planks were built, in which the prisoners were forged to the wall. Spielberg became the most feared prison in the country. It was considered safe from outbreaks. Even the widely spread narrative of the only one escape from Spielberg prison castle of the very famous Czech robber Babinsky is just one of his numerous personal legends. This was spread by himself as a former Spielberg prisoner with the number 1042 after his release. In 1785, the upper storey of the southern casemates was also converted into a prison. From 1824 there was the Italian poet Silvio Pellico as a political prisoner. After his release in the autumn of 1830 he wrote his memoirs "Le mie prigioni", which made Spielberg's prison known throughout Europe.

In 1855, Emperor Franz Joseph I converted the former civil prison into a military prison. With the opening of the new penitentiary in Karthaus, 1857 the first felons were transferred there. In 1880 the casemates were made available to the public.

During the Second World War, the German army settled in in Spielberg. This led to considerable structural changes at the casemates in order to make them usable as a shelter. The Gestapo, in turn, also instituted here a notorious prison, where prisoners of resistance and opponents often died.

Today

During the years 1987 to 1992 comprehensive renovation work took place. The state of the eighteenth century was to be restored, so the time before the conversion of the fortress to the notorious dungeon of the Josephine period.

In addition to a tour of the dungeon and the casemates there are changing exhibitions and installations on the city and history with numerous documents in the castle's premises. A restaurant and a view tower in the inner part of the castle complex offer a nice panorama on parts of Brno. In the courtyard of the castle there are regularly concerts in the summer.

 

Festung Špilberk

Die Festung Spielberg (tschechisch: Špilberk) befindet sich im südmährischen Brünn in Tschechien. Sie hat eine wechselvolle Geschichte als mittelalterliche Burg, Festung, Kaserne und Gefängnis hinter sich. Heute befinden sich in ihr Ausstellungen und ein Restaurant. Die Anlage ist ein kultureller Ort und Ausflugsziel der Brünner Bevölkerung. Durch ihre Lage auf einer Anhöhe bietet sie einen guten Blick über die Stadt.

Lage

Grundriss der Festung Spielberg

Die ehemalige Festung Spielberg liegt auf einer Erhebung (282 m ü. NN) oberhalb der Altstadt von Brünn.

Geschichte

Festung

Die Burg Spielberg wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts angelegt und machte im Laufe der Jahrhunderte einige Wandlungen durch. Anfangs war es die gotische Burg der böhmischen Könige und Sitz des mährischen Markgrafen. Mitte des 17. Jahrhunderts wurde sie zu einer mächtigen Barockfestung erweitert. Mitte des 18. Jahrhunderts bildete sie mit der damals ebenfalls befestigten Stadt Brünn das bedeutendste Bollwerk in Mähren.

Die 1742 fertiggestellten Kasematten waren ein wichtiger Teil der Festung. Sie sollten Schutz für ein 1200 Mann starkes militärisches Corps bieten. Letztlich waren hier jedoch nur Depots für militärisches Material untergebracht. Im Jahr 1783 wurde dort auf Beschluss Kaiser Josephs II., im Zuge der Reform des österreichischen Gefängniswesens ein Gefängnis für die gefährlichsten und schlimmsten Verbrecher eingerichtet. 1785 wurde auch der südliche Teil der Kasematten in ein Gefängnis umgebaut und leopoldinischer Trakt genannt. Die gemeinsame Nutzung als militärische Festung und ziviles Gefängnis war allerdings problematisch.

Nach der Zerstörung wichtiger Festungsteile durch das abziehende napoleonische Heer im Jahre 1809 verlor die Festung ihre militärische Bedeutung. Die gesamte Festung Spielberg wurde ab 1820 zu einem zivilen Gefängnis. Unter Franz Joseph I. wurde die Anlage 1855 wiederum ein Militärgefängnis und Kaserne.

Brunnen

Der Burgbrunnen ist mittelalterlichen Ursprungs. In den Jahren 1716 bis 1717 wurde seine ursprüngliche Tiefe von 39 m auf 112 m erhöht, sodass der Grund unter dem Wasserspiegel des Flusses Svratka in Alt-Brünn lag. Der obere Teil des Brunnens ist aus Naturstein und Ziegeln gemauert, während der untere Teil nur aus Felsen besteht. Der durchschnittliche Durchmesser beträgt 3,5 m. Der Wasserstand beträgt 90 m, sodass ein Wasservolumen von über 1.000 m³ zur Verfügung steht. Am Grund des Brunnens befinden sich zwei horizontale Schächte mit einer Länge von 17 bzw. 26 Metern.

Durch die napoleonischen Truppen wurde mit der Zerstörung der Burg 1809 auch der Brunnen zugeschüttet, in den Folgejahren allerdings wieder freigelegt. Oberhalb des Brunnens befand sich ein Brunnenhaus mit einem Holzrad, das von Sträflingen angetrieben wurde, um das Wasser heraufzuholen. Dieses Haus wurde erst in den Jahren 1939–1941 durch die deutsche Wehrmacht abgetragen. Die letzten Reinigungsarbeiten in den Jahren 1990 und 1991 waren mit Forschungen verbunden, dabei wurden 308 m³ Material aus dem Brunnen geräumt. Dabei wurden interessante Funde freigelegt, die im Museum der Burg ausgestellt sind. Unter diesen findet sich auch ein Skelett eines Soldaten aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Seine Identität ist aber unbekannt.

Nahe dem Brunnen liegt noch eine barocke Zisterne, in der das Regenwasser der umliegenden Dächer aufgefangen wurde.

Seit 1990 befindet sich an der Rückwand des Burghofes ein Glockenspiel, das aus 15 Glocken mit einem Gewicht zwischen 16 kg und 220 kg besteht.

Kasematten

Die Kasematten sind als zweistöckiger militärischer Unterstand (für 1.200 Mann) mit angeschlossener Kerkeranlage unterhalb der Burggebäude angelegt. 1746 bis 1749 wurde hier Franz Freiherr von der Trenck inhaftiert, seine sterblichen Überreste befinden sich in der Gruft des Kapuzinerklosters in der Brünner Altstadt. 1783 ließ Kaiser Joseph II. das obere Geschoss der nördlichen Kasematten in ein Gefängnis umbauen. 1784 wurden per kaiserlichem Dekret in den Kasematten des unteren Stockwerks die lebenslang Verurteilten einquartiert. Dazu entstanden 29 aus Brettern gezimmerte Einzelzellen, in denen die Gefangenen angeschmiedet wurden. Spielberg wurde zum gefürchtetsten Gefängnis des Landes. Es galt als ausbruchsicher. Selbst die landesweit verbreitete Erzählung von einem einzigen, jemals von der Burg Spielberg gelungenen Gefängnisausbruch des damals sehr berühmten tschechischen Räuber Babinsky ist nur eine seiner zahlreichen persönlichen Legenden. Diese wurde von ihm selbst als ehemaligem Spielberg-Häftling mit der Nummer 1042 nach seiner Entlassung verbreitet. 1785 wurde auch das obere Geschoss der südlichen Kasematten zum Gefängnis umgebaut. Ab 1824 war dort der italienische Dichter Silvio Pellico als politischer Gefangener. Nach seiner Freilassung im Herbst 1830 verfasste er seine Erinnerungen „Le mie prigioni“, die das Gefängnis von Spielberg in ganz Europa bekannt machten.

1855 wandelte Kaiser Franz Joseph I. das bisherige Zivil-Gefängnis in ein Militärgefängnis um. Mit der Eröffnung des neuen Zuchthauses in Karthaus wurden 1857 die ersten Schwerverbrecher dorthin überführt. 1880 wurden die Kasematten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Während des Zweiten Weltkriegs richtete sich die deutsche Wehrmacht in Spielberg ein. Diese führte an den Kasematten erhebliche bauliche Änderungen durch, um sie als Schutzkeller nutzbar zu machen. Auch die Gestapo richtete hier ein – wiederum berüchtigtes – Gefängnis ein um dort Widerstandskämpfer und Gegner einzusperren, die dort oftmals verstarben.

Heute

Während der Jahre 1987 bis 1992 fanden umfangreiche Renovierungsarbeiten statt. Es sollte der Zustand des ausgehenden 18. Jahrhunderts wiederhergestellt werden, also die Zeit vor dem Umbau der Festung zum berüchtigten Kerker der josephinischen Zeit.

Neben einem Rundgang durch den Kerker und die Kasematten befinden sich wechselnde Ausstellungen und Installationen zur Stadt und Geschichte mit zahlreichen Dokumenten in den Räumlichkeiten der Burg. Ein Restaurant und ein Aussichtsturm im inneren Teil der Burganlagen bieten ein schönes Panorama auf Teile Brünns. Im Hof der Burg finden im Sommer regelmäßig Konzerte statt.

de.wikipedia.org/wiki/Festung_%C5%A0pilberk

Execution on the Old Town Square 21. 6. 1621

23-06-2001 | Olaf Barth, Katrin Bock

Olaf Barth and Katrin Bock now take a look at the events that took place on the Old Town Square 380 years ago.

Execution on the Old Town Square 21. 6. 1621

If you have ever been to Prague, you may have noticed the 27 crosses which have been embedded into the pavement at the foot of the Old Town Town Hall. Perhaps you have wondered about their origin. Well, in the following minutes you will learn more about the context of these crosses. First of all, listen to the Czech writer Alois Jirasek portraying the events at the end of the 19th century in one of his stories:

"In the night of 20 to 21 June 1621, fear and grief prevailed everywhere in Prague, and the roads had become like deserted, for on Prague restrictions had been imposed. Only the clash of the weapons and the heavy steps of foreign soldiers broke through the oppressive silence. On the Old Town Square there was a lot of activity, and boards and beams were unloaded from wagons and carried to the middle of the place, where a scaffold grew by the flickering light of numerous torches. By daybreak a gallows covered with red cloth was towering. At sunrise fulminated a cannon cracker showing that the execution had to begin. On the scaffold dark hooded people were visible, the assistents of the executioner and the gravedigger. Finally, the executioner, Jan Mydláø, also appeared. Immediately the imperial judges took their seats, and the names of the twenty-seven death-condemned noblemen were exclaimed. While foreign soldiers were drumming in the streets of Prague, in the houses people of Prague prayed for their faithful, the 27 men who were either beheaded or hanged at the same time. It is reported that once a year, always in the night from the 20th to the 21st of June, the noblemen and citizens appear on the Old Town Square. Silently they walk over the square to the church, where, kneeling before the altar, they receive the Last Supper in both forms. And as silently as they have come they disappear again."

The Hradschin 1618, in the year of the window-lintel (contemporary engraving)

So far the Czech writer Alois Jirasek about the events of that night 380 years ago, when the leaders of the insurrection of the Estates against the Catholic Habsburgs were judged. 27 nobles, gentlemen and citizens, Czechs and Germans, Protestants and a Catholic then left their lives. They were punished for having joined an uprising against the legal Habsburg emperor which had a religious background, for the Emperor had previously tried to restrict the freedom of religion which had been in force in the Bohemian lands since the middle of the fifteenth century. The revolt had begun on May 23, 1618, with the famous Prague defenestration, and ended with the battle Battle of White Mountain in November 1620, for the Czechs still today a national trauma. In that battle before the gates of Prague the army of the Catholic Habsburgs the Protestant Estates had utterly vanquished. What followed was a relentless persecution of all insurgents, regardless of their social position or nationality. Emperor Ferdinand II used his military victory to strengthen his position in the rebellious Bohemian lands, to suppress the Protestant faith and to break the power of the Estates once and for all.

Procession on the White Mountains (Josef Berka and A. Gustav, around 1800)

All persons who had somehow participated in the uprising of the Estates were punished. The worst punishment experienced three lords, seven knights and 17 citizens, who were executed in the early morning hours of June 21, 1621 on the Old Town Square. The execution took place conforming to the etiquette: first came the lords, then the knights, and finally the citizens. It is said the bloodthirsty torture to have lasted for four hours, while the executioner Jan Mydlar in the proces was to have beaten blunt four swords.

Joachim Andreas Graf Schlick was the first to be beheaded, whose family had grown rich thanks to the silver mines in the west Bohemian Jáchymov valley. Count Schlick had worked for many years at the Saxon court as an educator of the future ruler Johann Georg. During the Bohemian uprising of the Estates, Schlick had been quite active. Among other things, he was one of the participants of the famous 1618 defenestration. Next came Vaclav Budova from Budovec. Since the beginning of the 17th century, he had been strongly committed to the observance of the freedom of belief in the Bohemian lands and had been one of the spokesmen of the insurgents. As the third nobleman, Krystof Harant of Polzice and Bezdruzice lost his head. He had been court musician and companion of Rudolf at the court of Emperor Rudolf II. He was not very interested in politics, but he had been one of the military leaders of the insurgents, which now cost him his head. All three of them, without any doubt, belonged to the intellectual elite of the country, all three of them had been to many places, were well-educated, spoke several languages, and were Protestants.

Among the 7 knights was also the Catholic Divis Cernin of Chudenice. This one had made the fatal mistake of opening the gates of the castle to the representatives of the Estates on the 23rd of May, 1618, who then threw the three representatives of the Habsburg power out of a window in protest against the restriction of the rights of the Protestants.

Jan Jesensky

Jan Jessenius, the rector of the Charles University of Prague, was one of those who got the severest judgement. He was not only beheaded, his tongue had been cut off before, additionally he was also quartered after the execution. Emperor Ferdinand had expressed himself personally for this harsh judgment. The internationally respected scholar, who had carried out the first public autopsy in Prague in 1600, had aroused the wrath of the ruler as he had himself pronounced against the election of Ferdinand for the King of Bohemia as well as published a series of harsh writings against the Habsburgs.

The heads of twelve executed were hanged in iron baskets for deterrence and warning at the Old Town Bridge Tower. From there they were removed only 10 years later, when the Saxons 1631 occupied Prague for a short time.

Ferdinand II.

Emperor Ferdinand II took advantage of the victory over the rebellious Protestant estates, which had dethroned him, the legitimate heir, and elected another one, the "Winter King", Frederick of the Palatinate. 166 nobles Ferdinand had completely dispossessed, another 500 lost a large part of their estates. On the other hand, his faithful were rewarded. Those were given great lands in the Bohemian lands. In addition, monasteries were returned lands that they had lost during the Hussite wars in the 15th century.

The greatest winners were probably Albrecht von Waldstein, Karl von Liechtenstein, and Johann Ulrich von Eggenberg, who were now able to call great domains their own. But also other noble families then settled in the Bohemian lands, like the Trauttmansdorff, Thun, Metternich and Clary families.

Even ordinary citizens and peasants were affected: those who did not convert to the Catholic faith had to leave the country. In 1624 the Catholic faith became the only one recognized in the Bohemian lands - more and more subjects saw themselves forced to emigrate. Some 150,000 people are said to have left the Bohemian lands for religious reasons in the years after the defeat of the Protestant Estates. The probably most famous emigrant of that time is Jan Amos Komensky - Comenius. The pedagogue and bishop of the Unity of the Brotherhood settled down after a few journeys in Holland, where he died in 1670 at the age of 78.

Even in the eyes of most of today's Czechs, the "time of darkness" began with the defeat of the Protestant estates in the Battle of Weissenberg. As such, the almost 300 years of the unrestricted rule of the Habsburgs over the Bohemian countries were designated, which ended only with the independence of Czechoslovakia in 1918. The formerly proud kingdom of Bohemia had been degrated to a Habsburg province according to the new regional order of 1627, and had lost most of its rights, including the freedom of faith for which its inhabitants had fought since the death for heresy of Jan Hus in 1415. Today, not only the 27 crosses embedded on the Old Town Square, but also all the magnificent Baroque buildings in the country, are reminiscent of this historic epoch. With these the Catholic Habsburgs showed their Bohemian and Moravian subjects who is the boss in the country.

And so we are already at the end of our trip into the 17th century.

 

Hinrichtung auf dem Altstädter Ring 21. 6. 1621

23-06-2001 | Olaf Barth, Katrin Bock

Olaf Barth und Katrin Bock werfen heute einen Blick auf die Geschehnisse, die sich vor 380 Jahren auf dem Altstädter Ring ereigneten.

Hinrichtung auf dem Altstädter Ring 21. 6. 1621

Wer von Ihnen schon mal in Prag war, dem sind sie vielleicht aufgefallen, die 27 in das Pflaster eingelassenen Kreuze zu Füssen des Altstädter Rathausturmes. Vielleicht haben Sie sich über deren Ursprung gewundert. Nun in den folgenden Minuten erfahren Sie mehr über die Bewandtnis dieser Kreuze. Hören Sie zunächst einmal, wie der tschechische Schriftsteller Alois Jirasek die entsprechenden Ereignisse Ende des 19. Jahrhunderts in einer seiner Geschichten schilderte:

"In der Nacht vom 20. auf den 21. Juni 1621 herrschte überall in Prag Angst und Trauer. Die Strassen waren wie ausgestorben, denn über Prag war Ausgangsverbot verhängt worden. Nur das Klirren der Waffen und schwere Schritte fremder Soldaten durchbrachen die bedrückende Stille. Auf dem Altstädter Ring herrschte reger Betrieb. Bretter und Balken wurden von Wagen abgeladen und zur Platzmitte getragen, wo beim flackernden Licht zahlreicher Fackeln ein Gerüst wuchs. Als es zu dämmern begann, ragte da ein mit rotem Stoff überzogener Galgen empor. Beim Sonnenaufgang donnerte von der Prager Burg ein Kanonenschlag. Ein Zeichen dafür, dass die Exekution beginne. Auf dem Galgengerüst waren dunkle vermummte Gestalten zu sehen - die Henkershelfer und der Totengräber. Schliesslich erschien auch der Henker Jan Mydláø. Alsbald nahmen die kaiserlichen Richter ihre Sitze ein, und die Namen der 27 zum Tode verurteilten Standesherren wurden ausgerufen. Während in den Strassen Prags fremde Soldaten trommelten, beteten in den Häusern die Prager für ihre Getreuen, die 27 Herren, die zur selben Zeit geköpft oder gehängt wurden. Es wird berichtet, dass die hingerichteten Adeligen und Bürger einmal im Jahr, immer in der Nacht vom 20. auf den 21. Juni, auf dem Altstädter Ring erscheinen. Schweigend gehen sie über den Platz zur Kirche, wo sie, vor dem Altar knieend, das Abendmahl in beiderlei Gestalt empfangen. Und so lautlos wie sie gekommen verschwinden sie wieder."

Der Hradschin 1618, im Jahre des Fenstersturzes (Zeitgenössiger Stich)

Soweit der tschechische Schriftsteller Alois Jirasek über die Ereignisse jener Nacht vor 380 Jahren, als die Anführer des Ständeaufstandes gegen die katholischen Habsburger gerichtet wurden. 27 Adelige, Herren und Bürger, Tschechen und Deutsche, Protestanten und ein Katholik liessen damals ihr Leben. Bestraft wurden sie dafür, dass sie sich einem Aufstand gegen den rechtmässigen Habsburger Kaiser angeschlossen hatten, der einen religiösen Hintergrund hatte, denn der Kaiser hatte zuvor versucht, die seit Mitte des 15. Jahrhunderts in den Böhmischen Ländern geltende Religionsfreiheit einzuschränken. Der Aufstand hatte am 23. Mai 1618 mit dem berühmten Prager Fenstersturz begonnen und mit der für Tschechen noch heute ein nationales Trauma darstellenden Schlacht am Weissen Berg im November 1620 geendet. In jener Schlacht vor den Toren Prags hatte das Heer der katholischen Habsburger die protestantischen Stände vernichtend geschlagen. Was folgte war eine unbarmherzige Verfolgung aller Aufständischen, ungeachtet ihrer gesellschaftlichen Stellung oder Nationalität. Kaiser Ferdinand II. nutzte seinen militärischen Sieg, um seine Stellung in den aufständischen Böhmischen Ländern zu stärken, den protestantischen Glauben zurückzudrängen und die Macht der Stände ein für alle mal zu brechen.

Prozession am Weißen Berge (Josef Berka und A. Gustav, um 1800)

Alle Personen, die irgendwie an dem Ständeaufstand beteiligt gewesen waren, wurden bestraft. Am schlimmsten traf es dabei drei Herren, sieben Ritter und 17 Bürger, die in den frühen Morgenstunden des 21. Junis 1621 auf dem Altstädter Ring hingerichtet wurden. Bei der Hinrichtung wurde die Etike gewahrt: zuerst waren die Herren dran, dann die Ritter und schliesslich die Bürger. Vier Stunden lang soll die blutige Tortur gedauert haben, vier Schwerter soll der Henker Jan Mydlar dabei stumpf geschlagen haben.

Als erster wurde Joachim Andreas Graf Schlick geköpft, dessen Familie dank der Silberminen im westböhmischen Joachimsthal reich geworden war. Graf Schlick hatte jahrelang am sächsischen Hof als Erzieher des zukünftigen Herrschers Johann Georg gewirkt. Während des böhmischen Ständeaufstands war Schlick recht aktiv gewesen, unter anderem gehörte er zu den Teilnehmern des berühmten Fenstersturzes von 1618. Als nächstes kam Vaclav Budova von Budovec an die Reihe. Dieser hatte sich seit dem Beginn des 17. Jahrhunderts stark für die Einhaltung der Glaubensfreiheit in den Böhmischen Ländern eingesetzt und war einer der Wortführer der Aufständischen gewesen. Als dritter hochgestellter Adeliger verlor Krystof Harant von Polzice und Bezdruzice seinen Kopf. Dieser war am Hofe Kaiser Rudolfs II. Hofmusikant und Gesellschafter Rudolfs gewesen. Für Politik interessierte er sich nicht sehr, doch war er einer der Heerführer der Aufständischen gewesen, das kostete ihn nun seinen Kopf. Alle drei Herren gehörten ohne Zweifel zur geistigen Elite des Landes, alle drei waren weitgereist, hervorragend gebildet, sprachen mehrere Sprachen - und waren Protestanten.

Unter den 7 Rittern war auch der Katholik Divis Cernin von Chudenice. Dieser hatte den verhängnisvollen Fehler gemacht, am 23. Mai 1618 den Repräsentanten der Stände die Burgtore geöffnet zu haben, die dann die drei Vertreter der Habsburger Macht aus Protest gegen die Einschränkung der Rechte der Protestanten aus einem Fenster warfen.

Jan Jesensky

Eines der härtesten Urteile traf Jan Jessenius, den Rektor der Prager Karlsuniversität, der als 16. an die Reihe kam: er wurde nicht nur geköpft, zuvor wurde ihm die Zunge abgeschnitten, ausserdem wurde er nach der Hinrichtung noch geviertelt. Für dieses harte Urteil hatte sich Kaiser Ferdinand persönlich ausgesprochen. Der international angesehene Gelehrte, der 1600 in Prag die erste öffentliche Obduktion durchgeführt hatte, hatte den Zorn des Herrschers erregt, da er sich auf verschiedenen Landtagen gegen die Wahl Ferdinands zum böhmischen König ausgesprochen sowie eine Reihe von scharfen Schriften gegen die Habsburger veröffentlicht hatte.

Die Köpfe von zwölf Hingerichteten wurden in Eisenkörben zur Abschreckung und Warnung an den Altstädter Brückenturm gehängt. Von dort wurden sie erst 10 Jahre später entfernt, als die Sachsen 1631 Prag für kurze Zeit besetzten.

Ferdinand II.

Kaiser Ferdinand II. nutzte seinen Sieg über die aufständischen protestantischen Stände, die ihn, den rechtmässigen Erben, entthront hatten und einen anderen, den "Winterkönig" Friedrich von der Pfalz, gewählt hatten. 166 Adelige liess Ferdinand vollkommen enteignen, weitere 500 verloren einen Grossteil ihrer Güter. Belohnt wurden dagegen seine Getreuen. Diese erhielten grosse Ländereien in den Böhmischen Ländern. Ausserdem bekamen Klöster Ländereien zurück, die sie zur Zeit der Hussitenkriege im 15. Jahrhundert verloren hatten.

Die grössten Gewinner waren wohl Albrecht von Waldstein, Karl von Liechtenstein sowie Johann Ulrich von Eggenberg, die nun grosse Herrschaften ihr Eigen nennen konnten. Aber auch andere Adelsdfamilien setzten damals in den Böhmischen Ländern ihren Fuss, wie die Familien Trauttmansdorff, Thun, Metternich und Clary.

Auch einfache Bürger und Bauern waren betroffen: wer nicht zum katholischen Glauben übertrat, musste das Land verlassen. 1624 wurde der katholische Glaube der einzig anerkannte in den Böhmischen Ländern - immer mehr Untertanen sahen sich gezwungen, zu emigrieren. Rund 150.000 Menschen sollen in den Jahren nach der Niederlage der protestantischen Stände die Böhmischen Länder aus religiösen Gründen verlassen haben. Der wohl bekannteste Emigrant jener Zeit ist Jan Amos Komensky - Comenius. Der Pädagoge und Bischof der Brüderunität liess sich nach einigen Reisen in Holland nieder, wo er 1670 im Alter von 78 Jahren verstarb.

Auch in den Augen der meisten heutigen Tschechen begann damals mit der Niederlage der protestantischen Stände in der Schlacht am Weissen Berg die "Zeit der Finsternis". Als solche werden die knapp 300 Jahre der uneingeschränkten Herrschaft der Habsburger über die Böhmischen Länder bezeichnet, die erst mit der Unabhängigkeit der Tschechoslowakei 1918 endeten. Das einstmals stolze Königreich Böhmen war nach der neuen Landesordnung von 1627 zu einer Habsburger Provinz degradiert worden und hatte die meisten seiner Rechte verloren - auch das der Glaubensfreiheit, für das seine Bewohner seit dem Ketzertod des Jan Hus 1415 gekämpft hatten. Heute erinnern an diese Geschichtsepoche nicht nur die 27 in das Strassenpflaster eingelassenen Kreuze auf dem Altstädter Ring, sondern auch all die prächtigen Barockbauten im Lande. Mit diesen zeigten die katholischen Habsburger ihren böhmischen und mährischen Untertanen, wer der Herr im Lande ist.

Und damit sind wir bereits am Ende unseres Ausfluges in das 17. Jahrhundert.

www.radio.cz/de/rubrik/geschichte/hinrichtung-auf-dem-alt...

About to embark on one of the most hellish roads of the #TCRNo5. The E81 from Cluj-Napoca onwards to the south... Man, those Romanian car and lorry drivers are the worst of the continent...

 

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Am Beginn der übelsten Straße des #TCRNo5. Die E81 von Cluj-Napoca an südwärts...

Oh Mann, die rumänischen Auto- und LKW-Fahrer sind die schlimmsten des Kontinents...

Execution on the Old Town Square 21. 6. 1621

23-06-2001 | Olaf Barth, Katrin Bock

Olaf Barth and Katrin Bock now take a look at the events that took place on the Old Town Square 380 years ago.

Execution on the Old Town Square 21. 6. 1621

If you have ever been to Prague, you may have noticed the 27 crosses which have been embedded into the pavement at the foot of the Old Town Town Hall. Perhaps you have wondered about their origin. Well, in the following minutes you will learn more about the context of these crosses. First of all, listen to the Czech writer Alois Jirasek portraying the events at the end of the 19th century in one of his stories:

"In the night of 20 to 21 June 1621, fear and grief prevailed everywhere in Prague, and the roads had become like deserted, for on Prague restrictions had been imposed. Only the clash of the weapons and the heavy steps of foreign soldiers broke through the oppressive silence. On the Old Town Square there was a lot of activity, and boards and beams were unloaded from wagons and carried to the middle of the place, where a scaffold grew by the flickering light of numerous torches. By daybreak a gallows covered with red cloth was towering. At sunrise fulminated a cannon cracker showing that the execution had to begin. On the scaffold dark hooded people were visible, the assistents of the executioner and the gravedigger. Finally, the executioner, Jan Mydláø, also appeared. Immediately the imperial judges took their seats, and the names of the twenty-seven death-condemned noblemen were exclaimed. While foreign soldiers were drumming in the streets of Prague, in the houses people of Prague prayed for their faithful, the 27 men who were either beheaded or hanged at the same time. It is reported that once a year, always in the night from the 20th to the 21st of June, the noblemen and citizens appear on the Old Town Square. Silently they walk over the square to the church, where, kneeling before the altar, they receive the Last Supper in both forms. And as silently as they have come they disappear again."

The Hradschin 1618, in the year of the window-lintel (contemporary engraving)

So far the Czech writer Alois Jirasek about the events of that night 380 years ago, when the leaders of the insurrection of the Estates against the Catholic Habsburgs were judged. 27 nobles, gentlemen and citizens, Czechs and Germans, Protestants and a Catholic then left their lives. They were punished for having joined an uprising against the legal Habsburg emperor which had a religious background, for the Emperor had previously tried to restrict the freedom of religion which had been in force in the Bohemian lands since the middle of the fifteenth century. The revolt had begun on May 23, 1618, with the famous Prague defenestration, and ended with the battle Battle of White Mountain in November 1620, for the Czechs still today a national trauma. In that battle before the gates of Prague the army of the Catholic Habsburgs the Protestant Estates had utterly vanquished. What followed was a relentless persecution of all insurgents, regardless of their social position or nationality. Emperor Ferdinand II used his military victory to strengthen his position in the rebellious Bohemian lands, to suppress the Protestant faith and to break the power of the Estates once and for all.

Procession on the White Mountains (Josef Berka and A. Gustav, around 1800)

All persons who had somehow participated in the uprising of the Estates were punished. The worst punishment experienced three lords, seven knights and 17 citizens, who were executed in the early morning hours of June 21, 1621 on the Old Town Square. The execution took place conforming to the etiquette: first came the lords, then the knights, and finally the citizens. It is said the bloodthirsty torture to have lasted for four hours, while the executioner Jan Mydlar in the proces was to have beaten blunt four swords.

Joachim Andreas Graf Schlick was the first to be beheaded, whose family had grown rich thanks to the silver mines in the west Bohemian Jáchymov valley. Count Schlick had worked for many years at the Saxon court as an educator of the future ruler Johann Georg. During the Bohemian uprising of the Estates, Schlick had been quite active. Among other things, he was one of the participants of the famous 1618 defenestration. Next came Vaclav Budova from Budovec. Since the beginning of the 17th century, he had been strongly committed to the observance of the freedom of belief in the Bohemian lands and had been one of the spokesmen of the insurgents. As the third nobleman, Krystof Harant of Polzice and Bezdruzice lost his head. He had been court musician and companion of Rudolf at the court of Emperor Rudolf II. He was not very interested in politics, but he had been one of the military leaders of the insurgents, which now cost him his head. All three of them, without any doubt, belonged to the intellectual elite of the country, all three of them had been to many places, were well-educated, spoke several languages, and were Protestants.

Among the 7 knights was also the Catholic Divis Cernin of Chudenice. This one had made the fatal mistake of opening the gates of the castle to the representatives of the Estates on the 23rd of May, 1618, who then threw the three representatives of the Habsburg power out of a window in protest against the restriction of the rights of the Protestants.

Jan Jesensky

Jan Jessenius, the rector of the Charles University of Prague, was one of those who got the severest judgement. He was not only beheaded, his tongue had been cut off before, additionally he was also quartered after the execution. Emperor Ferdinand had expressed himself personally for this harsh judgment. The internationally respected scholar, who had carried out the first public autopsy in Prague in 1600, had aroused the wrath of the ruler as he had himself pronounced against the election of Ferdinand for the King of Bohemia as well as published a series of harsh writings against the Habsburgs.

The heads of twelve executed were hanged in iron baskets for deterrence and warning at the Old Town Bridge Tower. From there they were removed only 10 years later, when the Saxons 1631 occupied Prague for a short time.

Ferdinand II.

Emperor Ferdinand II took advantage of the victory over the rebellious Protestant estates, which had dethroned him, the legitimate heir, and elected another one, the "Winter King", Frederick of the Palatinate. 166 nobles Ferdinand had completely dispossessed, another 500 lost a large part of their estates. On the other hand, his faithful were rewarded. Those were given great lands in the Bohemian lands. In addition, monasteries were returned lands that they had lost during the Hussite wars in the 15th century.

The greatest winners were probably Albrecht von Waldstein, Karl von Liechtenstein, and Johann Ulrich von Eggenberg, who were now able to call great domains their own. But also other noble families then settled in the Bohemian lands, like the Trauttmansdorff, Thun, Metternich and Clary families.

Even ordinary citizens and peasants were affected: those who did not convert to the Catholic faith had to leave the country. In 1624 the Catholic faith became the only one recognized in the Bohemian lands - more and more subjects saw themselves forced to emigrate. Some 150,000 people are said to have left the Bohemian lands for religious reasons in the years after the defeat of the Protestant Estates. The probably most famous emigrant of that time is Jan Amos Komensky - Comenius. The pedagogue and bishop of the Unity of the Brotherhood settled down after a few journeys in Holland, where he died in 1670 at the age of 78.

Even in the eyes of most of today's Czechs, the "time of darkness" began with the defeat of the Protestant estates in the Battle of Weissenberg. As such, the almost 300 years of the unrestricted rule of the Habsburgs over the Bohemian countries were designated, which ended only with the independence of Czechoslovakia in 1918. The formerly proud kingdom of Bohemia had been degrated to a Habsburg province according to the new regional order of 1627, and had lost most of its rights, including the freedom of faith for which its inhabitants had fought since the death for heresy of Jan Hus in 1415. Today, not only the 27 crosses embedded on the Old Town Square, but also all the magnificent Baroque buildings in the country, are reminiscent of this historic epoch. With these the Catholic Habsburgs showed their Bohemian and Moravian subjects who is the boss in the country.

And so we are already at the end of our trip into the 17th century.

 

Hinrichtung auf dem Altstädter Ring 21. 6. 1621

23-06-2001 | Olaf Barth, Katrin Bock

Olaf Barth und Katrin Bock werfen heute einen Blick auf die Geschehnisse, die sich vor 380 Jahren auf dem Altstädter Ring ereigneten.

Hinrichtung auf dem Altstädter Ring 21. 6. 1621

Wer von Ihnen schon mal in Prag war, dem sind sie vielleicht aufgefallen, die 27 in das Pflaster eingelassenen Kreuze zu Füssen des Altstädter Rathausturmes. Vielleicht haben Sie sich über deren Ursprung gewundert. Nun in den folgenden Minuten erfahren Sie mehr über die Bewandtnis dieser Kreuze. Hören Sie zunächst einmal, wie der tschechische Schriftsteller Alois Jirasek die entsprechenden Ereignisse Ende des 19. Jahrhunderts in einer seiner Geschichten schilderte:

"In der Nacht vom 20. auf den 21. Juni 1621 herrschte überall in Prag Angst und Trauer. Die Strassen waren wie ausgestorben, denn über Prag war Ausgangsverbot verhängt worden. Nur das Klirren der Waffen und schwere Schritte fremder Soldaten durchbrachen die bedrückende Stille. Auf dem Altstädter Ring herrschte reger Betrieb. Bretter und Balken wurden von Wagen abgeladen und zur Platzmitte getragen, wo beim flackernden Licht zahlreicher Fackeln ein Gerüst wuchs. Als es zu dämmern begann, ragte da ein mit rotem Stoff überzogener Galgen empor. Beim Sonnenaufgang donnerte von der Prager Burg ein Kanonenschlag. Ein Zeichen dafür, dass die Exekution beginne. Auf dem Galgengerüst waren dunkle vermummte Gestalten zu sehen - die Henkershelfer und der Totengräber. Schliesslich erschien auch der Henker Jan Mydláø. Alsbald nahmen die kaiserlichen Richter ihre Sitze ein, und die Namen der 27 zum Tode verurteilten Standesherren wurden ausgerufen. Während in den Strassen Prags fremde Soldaten trommelten, beteten in den Häusern die Prager für ihre Getreuen, die 27 Herren, die zur selben Zeit geköpft oder gehängt wurden. Es wird berichtet, dass die hingerichteten Adeligen und Bürger einmal im Jahr, immer in der Nacht vom 20. auf den 21. Juni, auf dem Altstädter Ring erscheinen. Schweigend gehen sie über den Platz zur Kirche, wo sie, vor dem Altar knieend, das Abendmahl in beiderlei Gestalt empfangen. Und so lautlos wie sie gekommen verschwinden sie wieder."

Der Hradschin 1618, im Jahre des Fenstersturzes (Zeitgenössiger Stich)

Soweit der tschechische Schriftsteller Alois Jirasek über die Ereignisse jener Nacht vor 380 Jahren, als die Anführer des Ständeaufstandes gegen die katholischen Habsburger gerichtet wurden. 27 Adelige, Herren und Bürger, Tschechen und Deutsche, Protestanten und ein Katholik liessen damals ihr Leben. Bestraft wurden sie dafür, dass sie sich einem Aufstand gegen den rechtmässigen Habsburger Kaiser angeschlossen hatten, der einen religiösen Hintergrund hatte, denn der Kaiser hatte zuvor versucht, die seit Mitte des 15. Jahrhunderts in den Böhmischen Ländern geltende Religionsfreiheit einzuschränken. Der Aufstand hatte am 23. Mai 1618 mit dem berühmten Prager Fenstersturz begonnen und mit der für Tschechen noch heute ein nationales Trauma darstellenden Schlacht am Weissen Berg im November 1620 geendet. In jener Schlacht vor den Toren Prags hatte das Heer der katholischen Habsburger die protestantischen Stände vernichtend geschlagen. Was folgte war eine unbarmherzige Verfolgung aller Aufständischen, ungeachtet ihrer gesellschaftlichen Stellung oder Nationalität. Kaiser Ferdinand II. nutzte seinen militärischen Sieg, um seine Stellung in den aufständischen Böhmischen Ländern zu stärken, den protestantischen Glauben zurückzudrängen und die Macht der Stände ein für alle mal zu brechen.

Prozession am Weißen Berge (Josef Berka und A. Gustav, um 1800)

Alle Personen, die irgendwie an dem Ständeaufstand beteiligt gewesen waren, wurden bestraft. Am schlimmsten traf es dabei drei Herren, sieben Ritter und 17 Bürger, die in den frühen Morgenstunden des 21. Junis 1621 auf dem Altstädter Ring hingerichtet wurden. Bei der Hinrichtung wurde die Etike gewahrt: zuerst waren die Herren dran, dann die Ritter und schliesslich die Bürger. Vier Stunden lang soll die blutige Tortur gedauert haben, vier Schwerter soll der Henker Jan Mydlar dabei stumpf geschlagen haben.

Als erster wurde Joachim Andreas Graf Schlick geköpft, dessen Familie dank der Silberminen im westböhmischen Joachimsthal reich geworden war. Graf Schlick hatte jahrelang am sächsischen Hof als Erzieher des zukünftigen Herrschers Johann Georg gewirkt. Während des böhmischen Ständeaufstands war Schlick recht aktiv gewesen, unter anderem gehörte er zu den Teilnehmern des berühmten Fenstersturzes von 1618. Als nächstes kam Vaclav Budova von Budovec an die Reihe. Dieser hatte sich seit dem Beginn des 17. Jahrhunderts stark für die Einhaltung der Glaubensfreiheit in den Böhmischen Ländern eingesetzt und war einer der Wortführer der Aufständischen gewesen. Als dritter hochgestellter Adeliger verlor Krystof Harant von Polzice und Bezdruzice seinen Kopf. Dieser war am Hofe Kaiser Rudolfs II. Hofmusikant und Gesellschafter Rudolfs gewesen. Für Politik interessierte er sich nicht sehr, doch war er einer der Heerführer der Aufständischen gewesen, das kostete ihn nun seinen Kopf. Alle drei Herren gehörten ohne Zweifel zur geistigen Elite des Landes, alle drei waren weitgereist, hervorragend gebildet, sprachen mehrere Sprachen - und waren Protestanten.

Unter den 7 Rittern war auch der Katholik Divis Cernin von Chudenice. Dieser hatte den verhängnisvollen Fehler gemacht, am 23. Mai 1618 den Repräsentanten der Stände die Burgtore geöffnet zu haben, die dann die drei Vertreter der Habsburger Macht aus Protest gegen die Einschränkung der Rechte der Protestanten aus einem Fenster warfen.

Jan Jesensky

Eines der härtesten Urteile traf Jan Jessenius, den Rektor der Prager Karlsuniversität, der als 16. an die Reihe kam: er wurde nicht nur geköpft, zuvor wurde ihm die Zunge abgeschnitten, ausserdem wurde er nach der Hinrichtung noch geviertelt. Für dieses harte Urteil hatte sich Kaiser Ferdinand persönlich ausgesprochen. Der international angesehene Gelehrte, der 1600 in Prag die erste öffentliche Obduktion durchgeführt hatte, hatte den Zorn des Herrschers erregt, da er sich auf verschiedenen Landtagen gegen die Wahl Ferdinands zum böhmischen König ausgesprochen sowie eine Reihe von scharfen Schriften gegen die Habsburger veröffentlicht hatte.

Die Köpfe von zwölf Hingerichteten wurden in Eisenkörben zur Abschreckung und Warnung an den Altstädter Brückenturm gehängt. Von dort wurden sie erst 10 Jahre später entfernt, als die Sachsen 1631 Prag für kurze Zeit besetzten.

Ferdinand II.

Kaiser Ferdinand II. nutzte seinen Sieg über die aufständischen protestantischen Stände, die ihn, den rechtmässigen Erben, entthront hatten und einen anderen, den "Winterkönig" Friedrich von der Pfalz, gewählt hatten. 166 Adelige liess Ferdinand vollkommen enteignen, weitere 500 verloren einen Grossteil ihrer Güter. Belohnt wurden dagegen seine Getreuen. Diese erhielten grosse Ländereien in den Böhmischen Ländern. Ausserdem bekamen Klöster Ländereien zurück, die sie zur Zeit der Hussitenkriege im 15. Jahrhundert verloren hatten.

Die grössten Gewinner waren wohl Albrecht von Waldstein, Karl von Liechtenstein sowie Johann Ulrich von Eggenberg, die nun grosse Herrschaften ihr Eigen nennen konnten. Aber auch andere Adelsdfamilien setzten damals in den Böhmischen Ländern ihren Fuss, wie die Familien Trauttmansdorff, Thun, Metternich und Clary.

Auch einfache Bürger und Bauern waren betroffen: wer nicht zum katholischen Glauben übertrat, musste das Land verlassen. 1624 wurde der katholische Glaube der einzig anerkannte in den Böhmischen Ländern - immer mehr Untertanen sahen sich gezwungen, zu emigrieren. Rund 150.000 Menschen sollen in den Jahren nach der Niederlage der protestantischen Stände die Böhmischen Länder aus religiösen Gründen verlassen haben. Der wohl bekannteste Emigrant jener Zeit ist Jan Amos Komensky - Comenius. Der Pädagoge und Bischof der Brüderunität liess sich nach einigen Reisen in Holland nieder, wo er 1670 im Alter von 78 Jahren verstarb.

Auch in den Augen der meisten heutigen Tschechen begann damals mit der Niederlage der protestantischen Stände in der Schlacht am Weissen Berg die "Zeit der Finsternis". Als solche werden die knapp 300 Jahre der uneingeschränkten Herrschaft der Habsburger über die Böhmischen Länder bezeichnet, die erst mit der Unabhängigkeit der Tschechoslowakei 1918 endeten. Das einstmals stolze Königreich Böhmen war nach der neuen Landesordnung von 1627 zu einer Habsburger Provinz degradiert worden und hatte die meisten seiner Rechte verloren - auch das der Glaubensfreiheit, für das seine Bewohner seit dem Ketzertod des Jan Hus 1415 gekämpft hatten. Heute erinnern an diese Geschichtsepoche nicht nur die 27 in das Strassenpflaster eingelassenen Kreuze auf dem Altstädter Ring, sondern auch all die prächtigen Barockbauten im Lande. Mit diesen zeigten die katholischen Habsburger ihren böhmischen und mährischen Untertanen, wer der Herr im Lande ist.

Und damit sind wir bereits am Ende unseres Ausfluges in das 17. Jahrhundert.

www.radio.cz/de/rubrik/geschichte/hinrichtung-auf-dem-alt...

 

Execution on the Old Town Square 21. 6. 1621

23-06-2001 | Olaf Barth, Katrin Bock

Olaf Barth and Katrin Bock now take a look at the events that took place on the Old Town Square 380 years ago.

Execution on the Old Town Square 21. 6. 1621

If you have ever been to Prague, you may have noticed the 27 crosses which have been embedded into the pavement at the foot of the Old Town Town Hall. Perhaps you have wondered about their origin. Well, in the following minutes you will learn more about the context of these crosses. First of all, listen to the Czech writer Alois Jirasek portraying the events at the end of the 19th century in one of his stories:

"In the night of 20 to 21 June 1621, fear and grief prevailed everywhere in Prague, and the roads had become like deserted, for on Prague restrictions had been imposed. Only the clash of the weapons and the heavy steps of foreign soldiers broke through the oppressive silence. On the Old Town Square there was a lot of activity, and boards and beams were unloaded from wagons and carried to the middle of the place, where a scaffold grew by the flickering light of numerous torches. By daybreak a gallows covered with red cloth was towering. At sunrise fulminated a cannon cracker showing that the execution had to begin. On the scaffold dark hooded people were visible, the assistents of the executioner and the gravedigger. Finally, the executioner, Jan Mydláø, also appeared. Immediately the imperial judges took their seats, and the names of the twenty-seven death-condemned noblemen were exclaimed. While foreign soldiers were drumming in the streets of Prague, in the houses people of Prague prayed for their faithful, the 27 men who were either beheaded or hanged at the same time. It is reported that once a year, always in the night from the 20th to the 21st of June, the noblemen and citizens appear on the Old Town Square. Silently they walk over the square to the church, where, kneeling before the altar, they receive the Last Supper in both forms. And as silently as they have come they disappear again."

The Hradschin 1618, in the year of the window-lintel (contemporary engraving)

So far the Czech writer Alois Jirasek about the events of that night 380 years ago, when the leaders of the insurrection of the Estates against the Catholic Habsburgs were judged. 27 nobles, gentlemen and citizens, Czechs and Germans, Protestants and a Catholic then left their lives. They were punished for having joined an uprising against the legal Habsburg emperor which had a religious background, for the Emperor had previously tried to restrict the freedom of religion which had been in force in the Bohemian lands since the middle of the fifteenth century. The revolt had begun on May 23, 1618, with the famous Prague defenestration, and ended with the battle Battle of White Mountain in November 1620, for the Czechs still today a national trauma. In that battle before the gates of Prague the army of the Catholic Habsburgs the Protestant Estates had utterly vanquished. What followed was a relentless persecution of all insurgents, regardless of their social position or nationality. Emperor Ferdinand II used his military victory to strengthen his position in the rebellious Bohemian lands, to suppress the Protestant faith and to break the power of the Estates once and for all.

Procession on the White Mountains (Josef Berka and A. Gustav, around 1800)

All persons who had somehow participated in the uprising of the Estates were punished. The worst punishment experienced three lords, seven knights and 17 citizens, who were executed in the early morning hours of June 21, 1621 on the Old Town Square. The execution took place conforming to the etiquette: first came the lords, then the knights, and finally the citizens. It is said the bloodthirsty torture to have lasted for four hours, while the executioner Jan Mydlar in the proces was to have beaten blunt four swords.

Joachim Andreas Graf Schlick was the first to be beheaded, whose family had grown rich thanks to the silver mines in the west Bohemian Jáchymov valley. Count Schlick had worked for many years at the Saxon court as an educator of the future ruler Johann Georg. During the Bohemian uprising of the Estates, Schlick had been quite active. Among other things, he was one of the participants of the famous 1618 defenestration. Next came Vaclav Budova from Budovec. Since the beginning of the 17th century, he had been strongly committed to the observance of the freedom of belief in the Bohemian lands and had been one of the spokesmen of the insurgents. As the third nobleman, Krystof Harant of Polzice and Bezdruzice lost his head. He had been court musician and companion of Rudolf at the court of Emperor Rudolf II. He was not very interested in politics, but he had been one of the military leaders of the insurgents, which now cost him his head. All three of them, without any doubt, belonged to the intellectual elite of the country, all three of them had been to many places, were well-educated, spoke several languages, and were Protestants.

Among the 7 knights was also the Catholic Divis Cernin of Chudenice. This one had made the fatal mistake of opening the gates of the castle to the representatives of the Estates on the 23rd of May, 1618, who then threw the three representatives of the Habsburg power out of a window in protest against the restriction of the rights of the Protestants.

Jan Jesensky

Jan Jessenius, the rector of the Charles University of Prague, was one of those who got the severest judgement. He was not only beheaded, his tongue had been cut off before, additionally he was also quartered after the execution. Emperor Ferdinand had expressed himself personally for this harsh judgment. The internationally respected scholar, who had carried out the first public autopsy in Prague in 1600, had aroused the wrath of the ruler as he had himself pronounced against the election of Ferdinand for the King of Bohemia as well as published a series of harsh writings against the Habsburgs.

The heads of twelve executed were hanged in iron baskets for deterrence and warning at the Old Town Bridge Tower. From there they were removed only 10 years later, when the Saxons 1631 occupied Prague for a short time.

Ferdinand II.

Emperor Ferdinand II took advantage of the victory over the rebellious Protestant estates, which had dethroned him, the legitimate heir, and elected another one, the "Winter King", Frederick of the Palatinate. 166 nobles Ferdinand had completely dispossessed, another 500 lost a large part of their estates. On the other hand, his faithful were rewarded. Those were given great lands in the Bohemian lands. In addition, monasteries were returned lands that they had lost during the Hussite wars in the 15th century.

The greatest winners were probably Albrecht von Waldstein, Karl von Liechtenstein, and Johann Ulrich von Eggenberg, who were now able to call great domains their own. But also other noble families then settled in the Bohemian lands, like the Trauttmansdorff, Thun, Metternich and Clary families.

Even ordinary citizens and peasants were affected: those who did not convert to the Catholic faith had to leave the country. In 1624 the Catholic faith became the only one recognized in the Bohemian lands - more and more subjects saw themselves forced to emigrate. Some 150,000 people are said to have left the Bohemian lands for religious reasons in the years after the defeat of the Protestant Estates. The probably most famous emigrant of that time is Jan Amos Komensky - Comenius. The pedagogue and bishop of the Unity of the Brotherhood settled down after a few journeys in Holland, where he died in 1670 at the age of 78.

Even in the eyes of most of today's Czechs, the "time of darkness" began with the defeat of the Protestant estates in the Battle of Weissenberg. As such, the almost 300 years of the unrestricted rule of the Habsburgs over the Bohemian countries were designated, which ended only with the independence of Czechoslovakia in 1918. The formerly proud kingdom of Bohemia had been degrated to a Habsburg province according to the new regional order of 1627, and had lost most of its rights, including the freedom of faith for which its inhabitants had fought since the death for heresy of Jan Hus in 1415. Today, not only the 27 crosses embedded on the Old Town Square, but also all the magnificent Baroque buildings in the country, are reminiscent of this historic epoch. With these the Catholic Habsburgs showed their Bohemian and Moravian subjects who is the boss in the country.

And so we are already at the end of our trip into the 17th century.

 

Hinrichtung auf dem Altstädter Ring 21. 6. 1621

23-06-2001 | Olaf Barth, Katrin Bock

Olaf Barth und Katrin Bock werfen heute einen Blick auf die Geschehnisse, die sich vor 380 Jahren auf dem Altstädter Ring ereigneten.

Hinrichtung auf dem Altstädter Ring 21. 6. 1621

Wer von Ihnen schon mal in Prag war, dem sind sie vielleicht aufgefallen, die 27 in das Pflaster eingelassenen Kreuze zu Füssen des Altstädter Rathausturmes. Vielleicht haben Sie sich über deren Ursprung gewundert. Nun in den folgenden Minuten erfahren Sie mehr über die Bewandtnis dieser Kreuze. Hören Sie zunächst einmal, wie der tschechische Schriftsteller Alois Jirasek die entsprechenden Ereignisse Ende des 19. Jahrhunderts in einer seiner Geschichten schilderte:

"In der Nacht vom 20. auf den 21. Juni 1621 herrschte überall in Prag Angst und Trauer. Die Strassen waren wie ausgestorben, denn über Prag war Ausgangsverbot verhängt worden. Nur das Klirren der Waffen und schwere Schritte fremder Soldaten durchbrachen die bedrückende Stille. Auf dem Altstädter Ring herrschte reger Betrieb. Bretter und Balken wurden von Wagen abgeladen und zur Platzmitte getragen, wo beim flackernden Licht zahlreicher Fackeln ein Gerüst wuchs. Als es zu dämmern begann, ragte da ein mit rotem Stoff überzogener Galgen empor. Beim Sonnenaufgang donnerte von der Prager Burg ein Kanonenschlag. Ein Zeichen dafür, dass die Exekution beginne. Auf dem Galgengerüst waren dunkle vermummte Gestalten zu sehen - die Henkershelfer und der Totengräber. Schliesslich erschien auch der Henker Jan Mydláø. Alsbald nahmen die kaiserlichen Richter ihre Sitze ein, und die Namen der 27 zum Tode verurteilten Standesherren wurden ausgerufen. Während in den Strassen Prags fremde Soldaten trommelten, beteten in den Häusern die Prager für ihre Getreuen, die 27 Herren, die zur selben Zeit geköpft oder gehängt wurden. Es wird berichtet, dass die hingerichteten Adeligen und Bürger einmal im Jahr, immer in der Nacht vom 20. auf den 21. Juni, auf dem Altstädter Ring erscheinen. Schweigend gehen sie über den Platz zur Kirche, wo sie, vor dem Altar knieend, das Abendmahl in beiderlei Gestalt empfangen. Und so lautlos wie sie gekommen verschwinden sie wieder."

Der Hradschin 1618, im Jahre des Fenstersturzes (Zeitgenössiger Stich)

Soweit der tschechische Schriftsteller Alois Jirasek über die Ereignisse jener Nacht vor 380 Jahren, als die Anführer des Ständeaufstandes gegen die katholischen Habsburger gerichtet wurden. 27 Adelige, Herren und Bürger, Tschechen und Deutsche, Protestanten und ein Katholik liessen damals ihr Leben. Bestraft wurden sie dafür, dass sie sich einem Aufstand gegen den rechtmässigen Habsburger Kaiser angeschlossen hatten, der einen religiösen Hintergrund hatte, denn der Kaiser hatte zuvor versucht, die seit Mitte des 15. Jahrhunderts in den Böhmischen Ländern geltende Religionsfreiheit einzuschränken. Der Aufstand hatte am 23. Mai 1618 mit dem berühmten Prager Fenstersturz begonnen und mit der für Tschechen noch heute ein nationales Trauma darstellenden Schlacht am Weissen Berg im November 1620 geendet. In jener Schlacht vor den Toren Prags hatte das Heer der katholischen Habsburger die protestantischen Stände vernichtend geschlagen. Was folgte war eine unbarmherzige Verfolgung aller Aufständischen, ungeachtet ihrer gesellschaftlichen Stellung oder Nationalität. Kaiser Ferdinand II. nutzte seinen militärischen Sieg, um seine Stellung in den aufständischen Böhmischen Ländern zu stärken, den protestantischen Glauben zurückzudrängen und die Macht der Stände ein für alle mal zu brechen.

Prozession am Weißen Berge (Josef Berka und A. Gustav, um 1800)

Alle Personen, die irgendwie an dem Ständeaufstand beteiligt gewesen waren, wurden bestraft. Am schlimmsten traf es dabei drei Herren, sieben Ritter und 17 Bürger, die in den frühen Morgenstunden des 21. Junis 1621 auf dem Altstädter Ring hingerichtet wurden. Bei der Hinrichtung wurde die Etike gewahrt: zuerst waren die Herren dran, dann die Ritter und schliesslich die Bürger. Vier Stunden lang soll die blutige Tortur gedauert haben, vier Schwerter soll der Henker Jan Mydlar dabei stumpf geschlagen haben.

Als erster wurde Joachim Andreas Graf Schlick geköpft, dessen Familie dank der Silberminen im westböhmischen Joachimsthal reich geworden war. Graf Schlick hatte jahrelang am sächsischen Hof als Erzieher des zukünftigen Herrschers Johann Georg gewirkt. Während des böhmischen Ständeaufstands war Schlick recht aktiv gewesen, unter anderem gehörte er zu den Teilnehmern des berühmten Fenstersturzes von 1618. Als nächstes kam Vaclav Budova von Budovec an die Reihe. Dieser hatte sich seit dem Beginn des 17. Jahrhunderts stark für die Einhaltung der Glaubensfreiheit in den Böhmischen Ländern eingesetzt und war einer der Wortführer der Aufständischen gewesen. Als dritter hochgestellter Adeliger verlor Krystof Harant von Polzice und Bezdruzice seinen Kopf. Dieser war am Hofe Kaiser Rudolfs II. Hofmusikant und Gesellschafter Rudolfs gewesen. Für Politik interessierte er sich nicht sehr, doch war er einer der Heerführer der Aufständischen gewesen, das kostete ihn nun seinen Kopf. Alle drei Herren gehörten ohne Zweifel zur geistigen Elite des Landes, alle drei waren weitgereist, hervorragend gebildet, sprachen mehrere Sprachen - und waren Protestanten.

Unter den 7 Rittern war auch der Katholik Divis Cernin von Chudenice. Dieser hatte den verhängnisvollen Fehler gemacht, am 23. Mai 1618 den Repräsentanten der Stände die Burgtore geöffnet zu haben, die dann die drei Vertreter der Habsburger Macht aus Protest gegen die Einschränkung der Rechte der Protestanten aus einem Fenster warfen.

Jan Jesensky

Eines der härtesten Urteile traf Jan Jessenius, den Rektor der Prager Karlsuniversität, der als 16. an die Reihe kam: er wurde nicht nur geköpft, zuvor wurde ihm die Zunge abgeschnitten, ausserdem wurde er nach der Hinrichtung noch geviertelt. Für dieses harte Urteil hatte sich Kaiser Ferdinand persönlich ausgesprochen. Der international angesehene Gelehrte, der 1600 in Prag die erste öffentliche Obduktion durchgeführt hatte, hatte den Zorn des Herrschers erregt, da er sich auf verschiedenen Landtagen gegen die Wahl Ferdinands zum böhmischen König ausgesprochen sowie eine Reihe von scharfen Schriften gegen die Habsburger veröffentlicht hatte.

Die Köpfe von zwölf Hingerichteten wurden in Eisenkörben zur Abschreckung und Warnung an den Altstädter Brückenturm gehängt. Von dort wurden sie erst 10 Jahre später entfernt, als die Sachsen 1631 Prag für kurze Zeit besetzten.

Ferdinand II.

Kaiser Ferdinand II. nutzte seinen Sieg über die aufständischen protestantischen Stände, die ihn, den rechtmässigen Erben, entthront hatten und einen anderen, den "Winterkönig" Friedrich von der Pfalz, gewählt hatten. 166 Adelige liess Ferdinand vollkommen enteignen, weitere 500 verloren einen Grossteil ihrer Güter. Belohnt wurden dagegen seine Getreuen. Diese erhielten grosse Ländereien in den Böhmischen Ländern. Ausserdem bekamen Klöster Ländereien zurück, die sie zur Zeit der Hussitenkriege im 15. Jahrhundert verloren hatten.

Die grössten Gewinner waren wohl Albrecht von Waldstein, Karl von Liechtenstein sowie Johann Ulrich von Eggenberg, die nun grosse Herrschaften ihr Eigen nennen konnten. Aber auch andere Adelsdfamilien setzten damals in den Böhmischen Ländern ihren Fuss, wie die Familien Trauttmansdorff, Thun, Metternich und Clary.

Auch einfache Bürger und Bauern waren betroffen: wer nicht zum katholischen Glauben übertrat, musste das Land verlassen. 1624 wurde der katholische Glaube der einzig anerkannte in den Böhmischen Ländern - immer mehr Untertanen sahen sich gezwungen, zu emigrieren. Rund 150.000 Menschen sollen in den Jahren nach der Niederlage der protestantischen Stände die Böhmischen Länder aus religiösen Gründen verlassen haben. Der wohl bekannteste Emigrant jener Zeit ist Jan Amos Komensky - Comenius. Der Pädagoge und Bischof der Brüderunität liess sich nach einigen Reisen in Holland nieder, wo er 1670 im Alter von 78 Jahren verstarb.

Auch in den Augen der meisten heutigen Tschechen begann damals mit der Niederlage der protestantischen Stände in der Schlacht am Weissen Berg die "Zeit der Finsternis". Als solche werden die knapp 300 Jahre der uneingeschränkten Herrschaft der Habsburger über die Böhmischen Länder bezeichnet, die erst mit der Unabhängigkeit der Tschechoslowakei 1918 endeten. Das einstmals stolze Königreich Böhmen war nach der neuen Landesordnung von 1627 zu einer Habsburger Provinz degradiert worden und hatte die meisten seiner Rechte verloren - auch das der Glaubensfreiheit, für das seine Bewohner seit dem Ketzertod des Jan Hus 1415 gekämpft hatten. Heute erinnern an diese Geschichtsepoche nicht nur die 27 in das Strassenpflaster eingelassenen Kreuze auf dem Altstädter Ring, sondern auch all die prächtigen Barockbauten im Lande. Mit diesen zeigten die katholischen Habsburger ihren böhmischen und mährischen Untertanen, wer der Herr im Lande ist.

Und damit sind wir bereits am Ende unseres Ausfluges in das 17. Jahrhundert.

www.radio.cz/de/rubrik/geschichte/hinrichtung-auf-dem-alt...

 

Execution on the Old Town Square 21. 6. 1621

23-06-2001 | Olaf Barth, Katrin Bock

Olaf Barth and Katrin Bock now take a look at the events that took place on the Old Town Square 380 years ago.

Execution on the Old Town Square 21. 6. 1621

If you have ever been to Prague, you may have noticed the 27 crosses which have been embedded into the pavement at the foot of the Old Town Town Hall. Perhaps you have wondered about their origin. Well, in the following minutes you will learn more about the context of these crosses. First of all, listen to the Czech writer Alois Jirasek portraying the events at the end of the 19th century in one of his stories:

"In the night of 20 to 21 June 1621, fear and grief prevailed everywhere in Prague, and the roads had become like deserted, for on Prague restrictions had been imposed. Only the clash of the weapons and the heavy steps of foreign soldiers broke through the oppressive silence. On the Old Town Square there was a lot of activity, and boards and beams were unloaded from wagons and carried to the middle of the place, where a scaffold grew by the flickering light of numerous torches. By daybreak a gallows covered with red cloth was towering. At sunrise fulminated a cannon cracker showing that the execution had to begin. On the scaffold dark hooded people were visible, the assistents of the executioner and the gravedigger. Finally, the executioner, Jan Mydláø, also appeared. Immediately the imperial judges took their seats, and the names of the twenty-seven death-condemned noblemen were exclaimed. While foreign soldiers were drumming in the streets of Prague, in the houses people of Prague prayed for their faithful, the 27 men who were either beheaded or hanged at the same time. It is reported that once a year, always in the night from the 20th to the 21st of June, the noblemen and citizens appear on the Old Town Square. Silently they walk over the square to the church, where, kneeling before the altar, they receive the Last Supper in both forms. And as silently as they have come they disappear again."

The Hradschin 1618, in the year of the window-lintel (contemporary engraving)

So far the Czech writer Alois Jirasek about the events of that night 380 years ago, when the leaders of the insurrection of the Estates against the Catholic Habsburgs were judged. 27 nobles, gentlemen and citizens, Czechs and Germans, Protestants and a Catholic then left their lives. They were punished for having joined an uprising against the legal Habsburg emperor which had a religious background, for the Emperor had previously tried to restrict the freedom of religion which had been in force in the Bohemian lands since the middle of the fifteenth century. The revolt had begun on May 23, 1618, with the famous Prague defenestration, and ended with the battle Battle of White Mountain in November 1620, for the Czechs still today a national trauma. In that battle before the gates of Prague the army of the Catholic Habsburgs the Protestant Estates had utterly vanquished. What followed was a relentless persecution of all insurgents, regardless of their social position or nationality. Emperor Ferdinand II used his military victory to strengthen his position in the rebellious Bohemian lands, to suppress the Protestant faith and to break the power of the Estates once and for all.

Procession on the White Mountains (Josef Berka and A. Gustav, around 1800)

All persons who had somehow participated in the uprising of the Estates were punished. The worst punishment experienced three lords, seven knights and 17 citizens, who were executed in the early morning hours of June 21, 1621 on the Old Town Square. The execution took place conforming to the etiquette: first came the lords, then the knights, and finally the citizens. It is said the bloodthirsty torture to have lasted for four hours, while the executioner Jan Mydlar in the proces was to have beaten blunt four swords.

Joachim Andreas Graf Schlick was the first to be beheaded, whose family had grown rich thanks to the silver mines in the west Bohemian Jáchymov valley. Count Schlick had worked for many years at the Saxon court as an educator of the future ruler Johann Georg. During the Bohemian uprising of the Estates, Schlick had been quite active. Among other things, he was one of the participants of the famous 1618 defenestration. Next came Vaclav Budova from Budovec. Since the beginning of the 17th century, he had been strongly committed to the observance of the freedom of belief in the Bohemian lands and had been one of the spokesmen of the insurgents. As the third nobleman, Krystof Harant of Polzice and Bezdruzice lost his head. He had been court musician and companion of Rudolf at the court of Emperor Rudolf II. He was not very interested in politics, but he had been one of the military leaders of the insurgents, which now cost him his head. All three of them, without any doubt, belonged to the intellectual elite of the country, all three of them had been to many places, were well-educated, spoke several languages, and were Protestants.

Among the 7 knights was also the Catholic Divis Cernin of Chudenice. This one had made the fatal mistake of opening the gates of the castle to the representatives of the Estates on the 23rd of May, 1618, who then threw the three representatives of the Habsburg power out of a window in protest against the restriction of the rights of the Protestants.

Jan Jesensky

Jan Jessenius, the rector of the Charles University of Prague, was one of those who got the severest judgement. He was not only beheaded, his tongue had been cut off before, additionally he was also quartered after the execution. Emperor Ferdinand had expressed himself personally for this harsh judgment. The internationally respected scholar, who had carried out the first public autopsy in Prague in 1600, had aroused the wrath of the ruler as he had himself pronounced against the election of Ferdinand for the King of Bohemia as well as published a series of harsh writings against the Habsburgs.

The heads of twelve executed were hanged in iron baskets for deterrence and warning at the Old Town Bridge Tower. From there they were removed only 10 years later, when the Saxons 1631 occupied Prague for a short time.

Ferdinand II.

Emperor Ferdinand II took advantage of the victory over the rebellious Protestant estates, which had dethroned him, the legitimate heir, and elected another one, the "Winter King", Frederick of the Palatinate. 166 nobles Ferdinand had completely dispossessed, another 500 lost a large part of their estates. On the other hand, his faithful were rewarded. Those were given great lands in the Bohemian lands. In addition, monasteries were returned lands that they had lost during the Hussite wars in the 15th century.

The greatest winners were probably Albrecht von Waldstein, Karl von Liechtenstein, and Johann Ulrich von Eggenberg, who were now able to call great domains their own. But also other noble families then settled in the Bohemian lands, like the Trauttmansdorff, Thun, Metternich and Clary families.

Even ordinary citizens and peasants were affected: those who did not convert to the Catholic faith had to leave the country. In 1624 the Catholic faith became the only one recognized in the Bohemian lands - more and more subjects saw themselves forced to emigrate. Some 150,000 people are said to have left the Bohemian lands for religious reasons in the years after the defeat of the Protestant Estates. The probably most famous emigrant of that time is Jan Amos Komensky - Comenius. The pedagogue and bishop of the Unity of the Brotherhood settled down after a few journeys in Holland, where he died in 1670 at the age of 78.

Even in the eyes of most of today's Czechs, the "time of darkness" began with the defeat of the Protestant estates in the Battle of Weissenberg. As such, the almost 300 years of the unrestricted rule of the Habsburgs over the Bohemian countries were designated, which ended only with the independence of Czechoslovakia in 1918. The formerly proud kingdom of Bohemia had been degrated to a Habsburg province according to the new regional order of 1627, and had lost most of its rights, including the freedom of faith for which its inhabitants had fought since the death for heresy of Jan Hus in 1415. Today, not only the 27 crosses embedded on the Old Town Square, but also all the magnificent Baroque buildings in the country, are reminiscent of this historic epoch. With these the Catholic Habsburgs showed their Bohemian and Moravian subjects who is the boss in the country.

And so we are already at the end of our trip into the 17th century.

 

Hinrichtung auf dem Altstädter Ring 21. 6. 1621

23-06-2001 | Olaf Barth, Katrin Bock

Olaf Barth und Katrin Bock werfen heute einen Blick auf die Geschehnisse, die sich vor 380 Jahren auf dem Altstädter Ring ereigneten.

Hinrichtung auf dem Altstädter Ring 21. 6. 1621

Wer von Ihnen schon mal in Prag war, dem sind sie vielleicht aufgefallen, die 27 in das Pflaster eingelassenen Kreuze zu Füssen des Altstädter Rathausturmes. Vielleicht haben Sie sich über deren Ursprung gewundert. Nun in den folgenden Minuten erfahren Sie mehr über die Bewandtnis dieser Kreuze. Hören Sie zunächst einmal, wie der tschechische Schriftsteller Alois Jirasek die entsprechenden Ereignisse Ende des 19. Jahrhunderts in einer seiner Geschichten schilderte:

"In der Nacht vom 20. auf den 21. Juni 1621 herrschte überall in Prag Angst und Trauer. Die Strassen waren wie ausgestorben, denn über Prag war Ausgangsverbot verhängt worden. Nur das Klirren der Waffen und schwere Schritte fremder Soldaten durchbrachen die bedrückende Stille. Auf dem Altstädter Ring herrschte reger Betrieb. Bretter und Balken wurden von Wagen abgeladen und zur Platzmitte getragen, wo beim flackernden Licht zahlreicher Fackeln ein Gerüst wuchs. Als es zu dämmern begann, ragte da ein mit rotem Stoff überzogener Galgen empor. Beim Sonnenaufgang donnerte von der Prager Burg ein Kanonenschlag. Ein Zeichen dafür, dass die Exekution beginne. Auf dem Galgengerüst waren dunkle vermummte Gestalten zu sehen - die Henkershelfer und der Totengräber. Schliesslich erschien auch der Henker Jan Mydláø. Alsbald nahmen die kaiserlichen Richter ihre Sitze ein, und die Namen der 27 zum Tode verurteilten Standesherren wurden ausgerufen. Während in den Strassen Prags fremde Soldaten trommelten, beteten in den Häusern die Prager für ihre Getreuen, die 27 Herren, die zur selben Zeit geköpft oder gehängt wurden. Es wird berichtet, dass die hingerichteten Adeligen und Bürger einmal im Jahr, immer in der Nacht vom 20. auf den 21. Juni, auf dem Altstädter Ring erscheinen. Schweigend gehen sie über den Platz zur Kirche, wo sie, vor dem Altar knieend, das Abendmahl in beiderlei Gestalt empfangen. Und so lautlos wie sie gekommen verschwinden sie wieder."

Der Hradschin 1618, im Jahre des Fenstersturzes (Zeitgenössiger Stich)

Soweit der tschechische Schriftsteller Alois Jirasek über die Ereignisse jener Nacht vor 380 Jahren, als die Anführer des Ständeaufstandes gegen die katholischen Habsburger gerichtet wurden. 27 Adelige, Herren und Bürger, Tschechen und Deutsche, Protestanten und ein Katholik liessen damals ihr Leben. Bestraft wurden sie dafür, dass sie sich einem Aufstand gegen den rechtmässigen Habsburger Kaiser angeschlossen hatten, der einen religiösen Hintergrund hatte, denn der Kaiser hatte zuvor versucht, die seit Mitte des 15. Jahrhunderts in den Böhmischen Ländern geltende Religionsfreiheit einzuschränken. Der Aufstand hatte am 23. Mai 1618 mit dem berühmten Prager Fenstersturz begonnen und mit der für Tschechen noch heute ein nationales Trauma darstellenden Schlacht am Weissen Berg im November 1620 geendet. In jener Schlacht vor den Toren Prags hatte das Heer der katholischen Habsburger die protestantischen Stände vernichtend geschlagen. Was folgte war eine unbarmherzige Verfolgung aller Aufständischen, ungeachtet ihrer gesellschaftlichen Stellung oder Nationalität. Kaiser Ferdinand II. nutzte seinen militärischen Sieg, um seine Stellung in den aufständischen Böhmischen Ländern zu stärken, den protestantischen Glauben zurückzudrängen und die Macht der Stände ein für alle mal zu brechen.

Prozession am Weißen Berge (Josef Berka und A. Gustav, um 1800)

Alle Personen, die irgendwie an dem Ständeaufstand beteiligt gewesen waren, wurden bestraft. Am schlimmsten traf es dabei drei Herren, sieben Ritter und 17 Bürger, die in den frühen Morgenstunden des 21. Junis 1621 auf dem Altstädter Ring hingerichtet wurden. Bei der Hinrichtung wurde die Etike gewahrt: zuerst waren die Herren dran, dann die Ritter und schliesslich die Bürger. Vier Stunden lang soll die blutige Tortur gedauert haben, vier Schwerter soll der Henker Jan Mydlar dabei stumpf geschlagen haben.

Als erster wurde Joachim Andreas Graf Schlick geköpft, dessen Familie dank der Silberminen im westböhmischen Joachimsthal reich geworden war. Graf Schlick hatte jahrelang am sächsischen Hof als Erzieher des zukünftigen Herrschers Johann Georg gewirkt. Während des böhmischen Ständeaufstands war Schlick recht aktiv gewesen, unter anderem gehörte er zu den Teilnehmern des berühmten Fenstersturzes von 1618. Als nächstes kam Vaclav Budova von Budovec an die Reihe. Dieser hatte sich seit dem Beginn des 17. Jahrhunderts stark für die Einhaltung der Glaubensfreiheit in den Böhmischen Ländern eingesetzt und war einer der Wortführer der Aufständischen gewesen. Als dritter hochgestellter Adeliger verlor Krystof Harant von Polzice und Bezdruzice seinen Kopf. Dieser war am Hofe Kaiser Rudolfs II. Hofmusikant und Gesellschafter Rudolfs gewesen. Für Politik interessierte er sich nicht sehr, doch war er einer der Heerführer der Aufständischen gewesen, das kostete ihn nun seinen Kopf. Alle drei Herren gehörten ohne Zweifel zur geistigen Elite des Landes, alle drei waren weitgereist, hervorragend gebildet, sprachen mehrere Sprachen - und waren Protestanten.

Unter den 7 Rittern war auch der Katholik Divis Cernin von Chudenice. Dieser hatte den verhängnisvollen Fehler gemacht, am 23. Mai 1618 den Repräsentanten der Stände die Burgtore geöffnet zu haben, die dann die drei Vertreter der Habsburger Macht aus Protest gegen die Einschränkung der Rechte der Protestanten aus einem Fenster warfen.

Jan Jesensky

Eines der härtesten Urteile traf Jan Jessenius, den Rektor der Prager Karlsuniversität, der als 16. an die Reihe kam: er wurde nicht nur geköpft, zuvor wurde ihm die Zunge abgeschnitten, ausserdem wurde er nach der Hinrichtung noch geviertelt. Für dieses harte Urteil hatte sich Kaiser Ferdinand persönlich ausgesprochen. Der international angesehene Gelehrte, der 1600 in Prag die erste öffentliche Obduktion durchgeführt hatte, hatte den Zorn des Herrschers erregt, da er sich auf verschiedenen Landtagen gegen die Wahl Ferdinands zum böhmischen König ausgesprochen sowie eine Reihe von scharfen Schriften gegen die Habsburger veröffentlicht hatte.

Die Köpfe von zwölf Hingerichteten wurden in Eisenkörben zur Abschreckung und Warnung an den Altstädter Brückenturm gehängt. Von dort wurden sie erst 10 Jahre später entfernt, als die Sachsen 1631 Prag für kurze Zeit besetzten.

Ferdinand II.

Kaiser Ferdinand II. nutzte seinen Sieg über die aufständischen protestantischen Stände, die ihn, den rechtmässigen Erben, entthront hatten und einen anderen, den "Winterkönig" Friedrich von der Pfalz, gewählt hatten. 166 Adelige liess Ferdinand vollkommen enteignen, weitere 500 verloren einen Grossteil ihrer Güter. Belohnt wurden dagegen seine Getreuen. Diese erhielten grosse Ländereien in den Böhmischen Ländern. Ausserdem bekamen Klöster Ländereien zurück, die sie zur Zeit der Hussitenkriege im 15. Jahrhundert verloren hatten.

Die grössten Gewinner waren wohl Albrecht von Waldstein, Karl von Liechtenstein sowie Johann Ulrich von Eggenberg, die nun grosse Herrschaften ihr Eigen nennen konnten. Aber auch andere Adelsdfamilien setzten damals in den Böhmischen Ländern ihren Fuss, wie die Familien Trauttmansdorff, Thun, Metternich und Clary.

Auch einfache Bürger und Bauern waren betroffen: wer nicht zum katholischen Glauben übertrat, musste das Land verlassen. 1624 wurde der katholische Glaube der einzig anerkannte in den Böhmischen Ländern - immer mehr Untertanen sahen sich gezwungen, zu emigrieren. Rund 150.000 Menschen sollen in den Jahren nach der Niederlage der protestantischen Stände die Böhmischen Länder aus religiösen Gründen verlassen haben. Der wohl bekannteste Emigrant jener Zeit ist Jan Amos Komensky - Comenius. Der Pädagoge und Bischof der Brüderunität liess sich nach einigen Reisen in Holland nieder, wo er 1670 im Alter von 78 Jahren verstarb.

Auch in den Augen der meisten heutigen Tschechen begann damals mit der Niederlage der protestantischen Stände in der Schlacht am Weissen Berg die "Zeit der Finsternis". Als solche werden die knapp 300 Jahre der uneingeschränkten Herrschaft der Habsburger über die Böhmischen Länder bezeichnet, die erst mit der Unabhängigkeit der Tschechoslowakei 1918 endeten. Das einstmals stolze Königreich Böhmen war nach der neuen Landesordnung von 1627 zu einer Habsburger Provinz degradiert worden und hatte die meisten seiner Rechte verloren - auch das der Glaubensfreiheit, für das seine Bewohner seit dem Ketzertod des Jan Hus 1415 gekämpft hatten. Heute erinnern an diese Geschichtsepoche nicht nur die 27 in das Strassenpflaster eingelassenen Kreuze auf dem Altstädter Ring, sondern auch all die prächtigen Barockbauten im Lande. Mit diesen zeigten die katholischen Habsburger ihren böhmischen und mährischen Untertanen, wer der Herr im Lande ist.

Und damit sind wir bereits am Ende unseres Ausfluges in das 17. Jahrhundert.

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O Volkswagen Fusca ou Volkswagen Carocha foi o primeiro modelo de automóvel fabricado pela companhia alemã Volkswagen. Foi o carro mais vendido no mundo, ultrapassando em 1972 o recorde que pertencia até então ao Ford Modelo T. O último modelo do Fusca foi produzido no México em 2003.

 

No início da década de 1931 a Alemanha era assolada por uma dura recessão, e tinha um dos piores índices de motorização da Europa. A maioria de suas fábricas era especializada em carros de luxo, montados à mão, e ainda muito caros. Por isso, e mais uma série de fatores, a ideia de um carro pequeno, econômico e fácil de produzir começou a ganhar popularidade. Era o conceito do "Volks Auto" - ou "Volks Wagen", expressões alemãs que traduzem a ideia do "carro popular".

Desde 1925 um conceito básico muito semelhante ao que viria ser o Fusca já existia, obra do engenheiro Béla Barényi (famoso projetista, responsável por várias melhorias de segurança passiva). Nos anos seguintes vários protótipos e modelos surgiam, como o Superior, da firma Standard, projetado pelo húngaro Joseph Ganz - este modelo inclusive era relativamente barato, cerca de 1500 marcos.

Até mesmo fora da Alemanha a ideia ganhava forma, com os aerodinâmicos Tatras ganhando as ruas da então Tchecoslováquia - carros estes que o próprio Hitler conhecia e admirava. Aerodinâmicos, resistentes e bonitos, possuíam motor traseiro refrigerado a ar, chassis com tubo central e eram obra do engenheiro austríaco 'Hanz Ledwinka, um conterrâneo e amigo do futuro projetista do Fusca.

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The Volkswagen Beetle first model of car manufactured by the German company Volkswagen. It was the best selling car in the world, surpassing the record in 1972 that belonged previously to the Ford Model T. The latest model of the VW Beetle was produced in Mexico in 2003.

 

In the early 1931 Germany was beset by a harsh recession, and had one of the worst rates of motorization in Europe. Most of its factories specialized in luxury cars, assembled by hand, and still very expensive. Hence, plus a number of factors, the idea of a small car, economical and easy to produce began to gain popularity. It was the concept of "Volks Auto" - or "Volks Wagen", German expressions that translate the idea of "people's car".

Since 1925 a basic concept very similar to what would be the Beetle existed, the work of engineer Béla Barényi (famous designer, responsible for several improvements in passive safety). In the following years several prototypes and models emerged as the Superior, Standard Company, designed by Hungarian Joseph Ganz - including this model was relatively cheap, about 1500 marks.

Even outside Germany the idea took shape, with streamlined Tatras hitting the streets of Czechoslovakia - these cars that Hitler himself knew and admired. Aerodynamic, durable and handsome, had air-cooled rear engine, chassis with central tube and were the work of the Austrian engineer 'Hanz Ledwinka, a countryman and friend of the future designer of the Beetle.

 

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Die Volkswagen Beetle erste Modell des Autos hergestellt von der deutschen Firma Volkswagen. Es war das meistverkaufte Auto der Welt und übertraf damit den Rekord in 1972, die zuvor auf dem Ford Model T. gehörte Das neueste Modell des VW Käfer wurde in Mexiko im Jahr 2003 produziert.

 

In den frühen 1931 wurde Deutschland von einer harten Rezession zu kämpfen, und es war einer der schlimmsten Sätze der Motorisierung in Europa. Die meisten seiner Fabriken spezialisiert auf Luxus-Autos, von Hand montiert und noch sehr teuer. Daher, plus eine Reihe von Faktoren, die Idee eines Kleinwagens, begann kostengünstig und einfach zu produzieren, um Popularität zu gewinnen. Es war das Konzept der "Volks Auto" - oder "Volks Wagen", deutsche Ausdrücke, die die Idee der "Volks-Auto" zu übersetzen.

Seit 1925 ein grundlegendes Konzept sehr ähnlich zu dem, was der Käfer sein existierte, die Arbeit des Ingenieurs Béla Barényi (berühmter Designer, verantwortlich für eine Reihe von Verbesserungen bei der passiven Sicherheit). In den folgenden Jahren wurden mehrere Prototypen und Modelle erwies sich als die Superior, Standard Company, von ungarischen Joseph Ganz ausgelegt - einschließlich dieses Modells war relativ billig, etwa 1500 Mark.

Auch außerhalb von Deutschland die Idee Gestalt annahm, mit schlanken Tatra auf die Straße der Tschechoslowakei - diese Autos, die Hitler selbst und wusste bewundert. Aerodynamische, langlebig und schön, hatte luftgekühlten Heckmotor, Chassis mit zentraler Röhre und das Werk des österreichischen Ingenieurs Hanz Ledwinka, ein Landsmann und Freund der Zukunft Designer des Beetle.

Execution on the Old Town Square 21. 6. 1621

23-06-2001 | Olaf Barth, Katrin Bock

Olaf Barth and Katrin Bock now take a look at the events that took place on the Old Town Square 380 years ago.

Execution on the Old Town Square 21. 6. 1621

If you have ever been to Prague, you may have noticed the 27 crosses which have been embedded into the pavement at the foot of the Old Town Town Hall. Perhaps you have wondered about their origin. Well, in the following minutes you will learn more about the context of these crosses. First of all, listen to the Czech writer Alois Jirasek portraying the events at the end of the 19th century in one of his stories:

"In the night of 20 to 21 June 1621, fear and grief prevailed everywhere in Prague, and the roads had become like deserted, for on Prague restrictions had been imposed. Only the clash of the weapons and the heavy steps of foreign soldiers broke through the oppressive silence. On the Old Town Square there was a lot of activity, and boards and beams were unloaded from wagons and carried to the middle of the place, where a scaffold grew by the flickering light of numerous torches. By daybreak a gallows covered with red cloth was towering. At sunrise fulminated a cannon cracker showing that the execution had to begin. On the scaffold dark hooded people were visible, the assistents of the executioner and the gravedigger. Finally, the executioner, Jan Mydláø, also appeared. Immediately the imperial judges took their seats, and the names of the twenty-seven death-condemned noblemen were exclaimed. While foreign soldiers were drumming in the streets of Prague, in the houses people of Prague prayed for their faithful, the 27 men who were either beheaded or hanged at the same time. It is reported that once a year, always in the night from the 20th to the 21st of June, the noblemen and citizens appear on the Old Town Square. Silently they walk over the square to the church, where, kneeling before the altar, they receive the Last Supper in both forms. And as silently as they have come they disappear again."

The Hradschin 1618, in the year of the window-lintel (contemporary engraving)

So far the Czech writer Alois Jirasek about the events of that night 380 years ago, when the leaders of the insurrection of the Estates against the Catholic Habsburgs were judged. 27 nobles, gentlemen and citizens, Czechs and Germans, Protestants and a Catholic then left their lives. They were punished for having joined an uprising against the legal Habsburg emperor which had a religious background, for the Emperor had previously tried to restrict the freedom of religion which had been in force in the Bohemian lands since the middle of the fifteenth century. The revolt had begun on May 23, 1618, with the famous Prague defenestration, and ended with the battle Battle of White Mountain in November 1620, for the Czechs still today a national trauma. In that battle before the gates of Prague the army of the Catholic Habsburgs the Protestant Estates had utterly vanquished. What followed was a relentless persecution of all insurgents, regardless of their social position or nationality. Emperor Ferdinand II used his military victory to strengthen his position in the rebellious Bohemian lands, to suppress the Protestant faith and to break the power of the Estates once and for all.

Procession on the White Mountains (Josef Berka and A. Gustav, around 1800)

All persons who had somehow participated in the uprising of the Estates were punished. The worst punishment experienced three lords, seven knights and 17 citizens, who were executed in the early morning hours of June 21, 1621 on the Old Town Square. The execution took place conforming to the etiquette: first came the lords, then the knights, and finally the citizens. It is said the bloodthirsty torture to have lasted for four hours, while the executioner Jan Mydlar in the proces was to have beaten blunt four swords.

Joachim Andreas Graf Schlick was the first to be beheaded, whose family had grown rich thanks to the silver mines in the west Bohemian Jáchymov valley. Count Schlick had worked for many years at the Saxon court as an educator of the future ruler Johann Georg. During the Bohemian uprising of the Estates, Schlick had been quite active. Among other things, he was one of the participants of the famous 1618 defenestration. Next came Vaclav Budova from Budovec. Since the beginning of the 17th century, he had been strongly committed to the observance of the freedom of belief in the Bohemian lands and had been one of the spokesmen of the insurgents. As the third nobleman, Krystof Harant of Polzice and Bezdruzice lost his head. He had been court musician and companion of Rudolf at the court of Emperor Rudolf II. He was not very interested in politics, but he had been one of the military leaders of the insurgents, which now cost him his head. All three of them, without any doubt, belonged to the intellectual elite of the country, all three of them had been to many places, were well-educated, spoke several languages, and were Protestants.

Among the 7 knights was also the Catholic Divis Cernin of Chudenice. This one had made the fatal mistake of opening the gates of the castle to the representatives of the Estates on the 23rd of May, 1618, who then threw the three representatives of the Habsburg power out of a window in protest against the restriction of the rights of the Protestants.

Jan Jesensky

Jan Jessenius, the rector of the Charles University of Prague, was one of those who got the severest judgement. He was not only beheaded, his tongue had been cut off before, additionally he was also quartered after the execution. Emperor Ferdinand had expressed himself personally for this harsh judgment. The internationally respected scholar, who had carried out the first public autopsy in Prague in 1600, had aroused the wrath of the ruler as he had himself pronounced against the election of Ferdinand for the King of Bohemia as well as published a series of harsh writings against the Habsburgs.

The heads of twelve executed were hanged in iron baskets for deterrence and warning at the Old Town Bridge Tower. From there they were removed only 10 years later, when the Saxons 1631 occupied Prague for a short time.

Ferdinand II.

Emperor Ferdinand II took advantage of the victory over the rebellious Protestant estates, which had dethroned him, the legitimate heir, and elected another one, the "Winter King", Frederick of the Palatinate. 166 nobles Ferdinand had completely dispossessed, another 500 lost a large part of their estates. On the other hand, his faithful were rewarded. Those were given great lands in the Bohemian lands. In addition, monasteries were returned lands that they had lost during the Hussite wars in the 15th century.

The greatest winners were probably Albrecht von Waldstein, Karl von Liechtenstein, and Johann Ulrich von Eggenberg, who were now able to call great domains their own. But also other noble families then settled in the Bohemian lands, like the Trauttmansdorff, Thun, Metternich and Clary families.

Even ordinary citizens and peasants were affected: those who did not convert to the Catholic faith had to leave the country. In 1624 the Catholic faith became the only one recognized in the Bohemian lands - more and more subjects saw themselves forced to emigrate. Some 150,000 people are said to have left the Bohemian lands for religious reasons in the years after the defeat of the Protestant Estates. The probably most famous emigrant of that time is Jan Amos Komensky - Comenius. The pedagogue and bishop of the Unity of the Brotherhood settled down after a few journeys in Holland, where he died in 1670 at the age of 78.

Even in the eyes of most of today's Czechs, the "time of darkness" began with the defeat of the Protestant estates in the Battle of Weissenberg. As such, the almost 300 years of the unrestricted rule of the Habsburgs over the Bohemian countries were designated, which ended only with the independence of Czechoslovakia in 1918. The formerly proud kingdom of Bohemia had been degrated to a Habsburg province according to the new regional order of 1627, and had lost most of its rights, including the freedom of faith for which its inhabitants had fought since the death for heresy of Jan Hus in 1415. Today, not only the 27 crosses embedded on the Old Town Square, but also all the magnificent Baroque buildings in the country, are reminiscent of this historic epoch. With these the Catholic Habsburgs showed their Bohemian and Moravian subjects who is the boss in the country.

And so we are already at the end of our trip into the 17th century.

 

Hinrichtung auf dem Altstädter Ring 21. 6. 1621

23-06-2001 | Olaf Barth, Katrin Bock

Olaf Barth und Katrin Bock werfen heute einen Blick auf die Geschehnisse, die sich vor 380 Jahren auf dem Altstädter Ring ereigneten.

Hinrichtung auf dem Altstädter Ring 21. 6. 1621

Wer von Ihnen schon mal in Prag war, dem sind sie vielleicht aufgefallen, die 27 in das Pflaster eingelassenen Kreuze zu Füssen des Altstädter Rathausturmes. Vielleicht haben Sie sich über deren Ursprung gewundert. Nun in den folgenden Minuten erfahren Sie mehr über die Bewandtnis dieser Kreuze. Hören Sie zunächst einmal, wie der tschechische Schriftsteller Alois Jirasek die entsprechenden Ereignisse Ende des 19. Jahrhunderts in einer seiner Geschichten schilderte:

"In der Nacht vom 20. auf den 21. Juni 1621 herrschte überall in Prag Angst und Trauer. Die Strassen waren wie ausgestorben, denn über Prag war Ausgangsverbot verhängt worden. Nur das Klirren der Waffen und schwere Schritte fremder Soldaten durchbrachen die bedrückende Stille. Auf dem Altstädter Ring herrschte reger Betrieb. Bretter und Balken wurden von Wagen abgeladen und zur Platzmitte getragen, wo beim flackernden Licht zahlreicher Fackeln ein Gerüst wuchs. Als es zu dämmern begann, ragte da ein mit rotem Stoff überzogener Galgen empor. Beim Sonnenaufgang donnerte von der Prager Burg ein Kanonenschlag. Ein Zeichen dafür, dass die Exekution beginne. Auf dem Galgengerüst waren dunkle vermummte Gestalten zu sehen - die Henkershelfer und der Totengräber. Schliesslich erschien auch der Henker Jan Mydláø. Alsbald nahmen die kaiserlichen Richter ihre Sitze ein, und die Namen der 27 zum Tode verurteilten Standesherren wurden ausgerufen. Während in den Strassen Prags fremde Soldaten trommelten, beteten in den Häusern die Prager für ihre Getreuen, die 27 Herren, die zur selben Zeit geköpft oder gehängt wurden. Es wird berichtet, dass die hingerichteten Adeligen und Bürger einmal im Jahr, immer in der Nacht vom 20. auf den 21. Juni, auf dem Altstädter Ring erscheinen. Schweigend gehen sie über den Platz zur Kirche, wo sie, vor dem Altar knieend, das Abendmahl in beiderlei Gestalt empfangen. Und so lautlos wie sie gekommen verschwinden sie wieder."

Der Hradschin 1618, im Jahre des Fenstersturzes (Zeitgenössiger Stich)

Soweit der tschechische Schriftsteller Alois Jirasek über die Ereignisse jener Nacht vor 380 Jahren, als die Anführer des Ständeaufstandes gegen die katholischen Habsburger gerichtet wurden. 27 Adelige, Herren und Bürger, Tschechen und Deutsche, Protestanten und ein Katholik liessen damals ihr Leben. Bestraft wurden sie dafür, dass sie sich einem Aufstand gegen den rechtmässigen Habsburger Kaiser angeschlossen hatten, der einen religiösen Hintergrund hatte, denn der Kaiser hatte zuvor versucht, die seit Mitte des 15. Jahrhunderts in den Böhmischen Ländern geltende Religionsfreiheit einzuschränken. Der Aufstand hatte am 23. Mai 1618 mit dem berühmten Prager Fenstersturz begonnen und mit der für Tschechen noch heute ein nationales Trauma darstellenden Schlacht am Weissen Berg im November 1620 geendet. In jener Schlacht vor den Toren Prags hatte das Heer der katholischen Habsburger die protestantischen Stände vernichtend geschlagen. Was folgte war eine unbarmherzige Verfolgung aller Aufständischen, ungeachtet ihrer gesellschaftlichen Stellung oder Nationalität. Kaiser Ferdinand II. nutzte seinen militärischen Sieg, um seine Stellung in den aufständischen Böhmischen Ländern zu stärken, den protestantischen Glauben zurückzudrängen und die Macht der Stände ein für alle mal zu brechen.

Prozession am Weißen Berge (Josef Berka und A. Gustav, um 1800)

Alle Personen, die irgendwie an dem Ständeaufstand beteiligt gewesen waren, wurden bestraft. Am schlimmsten traf es dabei drei Herren, sieben Ritter und 17 Bürger, die in den frühen Morgenstunden des 21. Junis 1621 auf dem Altstädter Ring hingerichtet wurden. Bei der Hinrichtung wurde die Etike gewahrt: zuerst waren die Herren dran, dann die Ritter und schliesslich die Bürger. Vier Stunden lang soll die blutige Tortur gedauert haben, vier Schwerter soll der Henker Jan Mydlar dabei stumpf geschlagen haben.

Als erster wurde Joachim Andreas Graf Schlick geköpft, dessen Familie dank der Silberminen im westböhmischen Joachimsthal reich geworden war. Graf Schlick hatte jahrelang am sächsischen Hof als Erzieher des zukünftigen Herrschers Johann Georg gewirkt. Während des böhmischen Ständeaufstands war Schlick recht aktiv gewesen, unter anderem gehörte er zu den Teilnehmern des berühmten Fenstersturzes von 1618. Als nächstes kam Vaclav Budova von Budovec an die Reihe. Dieser hatte sich seit dem Beginn des 17. Jahrhunderts stark für die Einhaltung der Glaubensfreiheit in den Böhmischen Ländern eingesetzt und war einer der Wortführer der Aufständischen gewesen. Als dritter hochgestellter Adeliger verlor Krystof Harant von Polzice und Bezdruzice seinen Kopf. Dieser war am Hofe Kaiser Rudolfs II. Hofmusikant und Gesellschafter Rudolfs gewesen. Für Politik interessierte er sich nicht sehr, doch war er einer der Heerführer der Aufständischen gewesen, das kostete ihn nun seinen Kopf. Alle drei Herren gehörten ohne Zweifel zur geistigen Elite des Landes, alle drei waren weitgereist, hervorragend gebildet, sprachen mehrere Sprachen - und waren Protestanten.

Unter den 7 Rittern war auch der Katholik Divis Cernin von Chudenice. Dieser hatte den verhängnisvollen Fehler gemacht, am 23. Mai 1618 den Repräsentanten der Stände die Burgtore geöffnet zu haben, die dann die drei Vertreter der Habsburger Macht aus Protest gegen die Einschränkung der Rechte der Protestanten aus einem Fenster warfen.

Jan Jesensky

Eines der härtesten Urteile traf Jan Jessenius, den Rektor der Prager Karlsuniversität, der als 16. an die Reihe kam: er wurde nicht nur geköpft, zuvor wurde ihm die Zunge abgeschnitten, ausserdem wurde er nach der Hinrichtung noch geviertelt. Für dieses harte Urteil hatte sich Kaiser Ferdinand persönlich ausgesprochen. Der international angesehene Gelehrte, der 1600 in Prag die erste öffentliche Obduktion durchgeführt hatte, hatte den Zorn des Herrschers erregt, da er sich auf verschiedenen Landtagen gegen die Wahl Ferdinands zum böhmischen König ausgesprochen sowie eine Reihe von scharfen Schriften gegen die Habsburger veröffentlicht hatte.

Die Köpfe von zwölf Hingerichteten wurden in Eisenkörben zur Abschreckung und Warnung an den Altstädter Brückenturm gehängt. Von dort wurden sie erst 10 Jahre später entfernt, als die Sachsen 1631 Prag für kurze Zeit besetzten.

Ferdinand II.

Kaiser Ferdinand II. nutzte seinen Sieg über die aufständischen protestantischen Stände, die ihn, den rechtmässigen Erben, entthront hatten und einen anderen, den "Winterkönig" Friedrich von der Pfalz, gewählt hatten. 166 Adelige liess Ferdinand vollkommen enteignen, weitere 500 verloren einen Grossteil ihrer Güter. Belohnt wurden dagegen seine Getreuen. Diese erhielten grosse Ländereien in den Böhmischen Ländern. Ausserdem bekamen Klöster Ländereien zurück, die sie zur Zeit der Hussitenkriege im 15. Jahrhundert verloren hatten.

Die grössten Gewinner waren wohl Albrecht von Waldstein, Karl von Liechtenstein sowie Johann Ulrich von Eggenberg, die nun grosse Herrschaften ihr Eigen nennen konnten. Aber auch andere Adelsdfamilien setzten damals in den Böhmischen Ländern ihren Fuss, wie die Familien Trauttmansdorff, Thun, Metternich und Clary.

Auch einfache Bürger und Bauern waren betroffen: wer nicht zum katholischen Glauben übertrat, musste das Land verlassen. 1624 wurde der katholische Glaube der einzig anerkannte in den Böhmischen Ländern - immer mehr Untertanen sahen sich gezwungen, zu emigrieren. Rund 150.000 Menschen sollen in den Jahren nach der Niederlage der protestantischen Stände die Böhmischen Länder aus religiösen Gründen verlassen haben. Der wohl bekannteste Emigrant jener Zeit ist Jan Amos Komensky - Comenius. Der Pädagoge und Bischof der Brüderunität liess sich nach einigen Reisen in Holland nieder, wo er 1670 im Alter von 78 Jahren verstarb.

Auch in den Augen der meisten heutigen Tschechen begann damals mit der Niederlage der protestantischen Stände in der Schlacht am Weissen Berg die "Zeit der Finsternis". Als solche werden die knapp 300 Jahre der uneingeschränkten Herrschaft der Habsburger über die Böhmischen Länder bezeichnet, die erst mit der Unabhängigkeit der Tschechoslowakei 1918 endeten. Das einstmals stolze Königreich Böhmen war nach der neuen Landesordnung von 1627 zu einer Habsburger Provinz degradiert worden und hatte die meisten seiner Rechte verloren - auch das der Glaubensfreiheit, für das seine Bewohner seit dem Ketzertod des Jan Hus 1415 gekämpft hatten. Heute erinnern an diese Geschichtsepoche nicht nur die 27 in das Strassenpflaster eingelassenen Kreuze auf dem Altstädter Ring, sondern auch all die prächtigen Barockbauten im Lande. Mit diesen zeigten die katholischen Habsburger ihren böhmischen und mährischen Untertanen, wer der Herr im Lande ist.

Und damit sind wir bereits am Ende unseres Ausfluges in das 17. Jahrhundert.

www.radio.cz/de/rubrik/geschichte/hinrichtung-auf-dem-alt...

 

Execution on the Old Town Square 21. 6. 1621

23-06-2001 | Olaf Barth, Katrin Bock

Olaf Barth and Katrin Bock now take a look at the events that took place on the Old Town Square 380 years ago.

Execution on the Old Town Square 21. 6. 1621

If you have ever been to Prague, you may have noticed the 27 crosses which have been embedded into the pavement at the foot of the Old Town Town Hall. Perhaps you have wondered about their origin. Well, in the following minutes you will learn more about the context of these crosses. First of all, listen to the Czech writer Alois Jirasek portraying the events at the end of the 19th century in one of his stories:

"In the night of 20 to 21 June 1621, fear and grief prevailed everywhere in Prague, and the roads had become like deserted, for on Prague restrictions had been imposed. Only the clash of the weapons and the heavy steps of foreign soldiers broke through the oppressive silence. On the Old Town Square there was a lot of activity, and boards and beams were unloaded from wagons and carried to the middle of the place, where a scaffold grew by the flickering light of numerous torches. By daybreak a gallows covered with red cloth was towering. At sunrise fulminated a cannon cracker showing that the execution had to begin. On the scaffold dark hooded people were visible, the assistents of the executioner and the gravedigger. Finally, the executioner, Jan Mydláø, also appeared. Immediately the imperial judges took their seats, and the names of the twenty-seven death-condemned noblemen were exclaimed. While foreign soldiers were drumming in the streets of Prague, in the houses people of Prague prayed for their faithful, the 27 men who were either beheaded or hanged at the same time. It is reported that once a year, always in the night from the 20th to the 21st of June, the noblemen and citizens appear on the Old Town Square. Silently they walk over the square to the church, where, kneeling before the altar, they receive the Last Supper in both forms. And as silently as they have come they disappear again."

The Hradschin 1618, in the year of the window-lintel (contemporary engraving)

So far the Czech writer Alois Jirasek about the events of that night 380 years ago, when the leaders of the insurrection of the Estates against the Catholic Habsburgs were judged. 27 nobles, gentlemen and citizens, Czechs and Germans, Protestants and a Catholic then left their lives. They were punished for having joined an uprising against the legal Habsburg emperor which had a religious background, for the Emperor had previously tried to restrict the freedom of religion which had been in force in the Bohemian lands since the middle of the fifteenth century. The revolt had begun on May 23, 1618, with the famous Prague defenestration, and ended with the battle Battle of White Mountain in November 1620, for the Czechs still today a national trauma. In that battle before the gates of Prague the army of the Catholic Habsburgs the Protestant Estates had utterly vanquished. What followed was a relentless persecution of all insurgents, regardless of their social position or nationality. Emperor Ferdinand II used his military victory to strengthen his position in the rebellious Bohemian lands, to suppress the Protestant faith and to break the power of the Estates once and for all.

Procession on the White Mountains (Josef Berka and A. Gustav, around 1800)

All persons who had somehow participated in the uprising of the Estates were punished. The worst punishment experienced three lords, seven knights and 17 citizens, who were executed in the early morning hours of June 21, 1621 on the Old Town Square. The execution took place conforming to the etiquette: first came the lords, then the knights, and finally the citizens. It is said the bloodthirsty torture to have lasted for four hours, while the executioner Jan Mydlar in the proces was to have beaten blunt four swords.

Joachim Andreas Graf Schlick was the first to be beheaded, whose family had grown rich thanks to the silver mines in the west Bohemian Jáchymov valley. Count Schlick had worked for many years at the Saxon court as an educator of the future ruler Johann Georg. During the Bohemian uprising of the Estates, Schlick had been quite active. Among other things, he was one of the participants of the famous 1618 defenestration. Next came Vaclav Budova from Budovec. Since the beginning of the 17th century, he had been strongly committed to the observance of the freedom of belief in the Bohemian lands and had been one of the spokesmen of the insurgents. As the third nobleman, Krystof Harant of Polzice and Bezdruzice lost his head. He had been court musician and companion of Rudolf at the court of Emperor Rudolf II. He was not very interested in politics, but he had been one of the military leaders of the insurgents, which now cost him his head. All three of them, without any doubt, belonged to the intellectual elite of the country, all three of them had been to many places, were well-educated, spoke several languages, and were Protestants.

Among the 7 knights was also the Catholic Divis Cernin of Chudenice. This one had made the fatal mistake of opening the gates of the castle to the representatives of the Estates on the 23rd of May, 1618, who then threw the three representatives of the Habsburg power out of a window in protest against the restriction of the rights of the Protestants.

Jan Jesensky

Jan Jessenius, the rector of the Charles University of Prague, was one of those who got the severest judgement. He was not only beheaded, his tongue had been cut off before, additionally he was also quartered after the execution. Emperor Ferdinand had expressed himself personally for this harsh judgment. The internationally respected scholar, who had carried out the first public autopsy in Prague in 1600, had aroused the wrath of the ruler as he had himself pronounced against the election of Ferdinand for the King of Bohemia as well as published a series of harsh writings against the Habsburgs.

The heads of twelve executed were hanged in iron baskets for deterrence and warning at the Old Town Bridge Tower. From there they were removed only 10 years later, when the Saxons 1631 occupied Prague for a short time.

Ferdinand II.

Emperor Ferdinand II took advantage of the victory over the rebellious Protestant estates, which had dethroned him, the legitimate heir, and elected another one, the "Winter King", Frederick of the Palatinate. 166 nobles Ferdinand had completely dispossessed, another 500 lost a large part of their estates. On the other hand, his faithful were rewarded. Those were given great lands in the Bohemian lands. In addition, monasteries were returned lands that they had lost during the Hussite wars in the 15th century.

The greatest winners were probably Albrecht von Waldstein, Karl von Liechtenstein, and Johann Ulrich von Eggenberg, who were now able to call great domains their own. But also other noble families then settled in the Bohemian lands, like the Trauttmansdorff, Thun, Metternich and Clary families.

Even ordinary citizens and peasants were affected: those who did not convert to the Catholic faith had to leave the country. In 1624 the Catholic faith became the only one recognized in the Bohemian lands - more and more subjects saw themselves forced to emigrate. Some 150,000 people are said to have left the Bohemian lands for religious reasons in the years after the defeat of the Protestant Estates. The probably most famous emigrant of that time is Jan Amos Komensky - Comenius. The pedagogue and bishop of the Unity of the Brotherhood settled down after a few journeys in Holland, where he died in 1670 at the age of 78.

Even in the eyes of most of today's Czechs, the "time of darkness" began with the defeat of the Protestant estates in the Battle of Weissenberg. As such, the almost 300 years of the unrestricted rule of the Habsburgs over the Bohemian countries were designated, which ended only with the independence of Czechoslovakia in 1918. The formerly proud kingdom of Bohemia had been degrated to a Habsburg province according to the new regional order of 1627, and had lost most of its rights, including the freedom of faith for which its inhabitants had fought since the death for heresy of Jan Hus in 1415. Today, not only the 27 crosses embedded on the Old Town Square, but also all the magnificent Baroque buildings in the country, are reminiscent of this historic epoch. With these the Catholic Habsburgs showed their Bohemian and Moravian subjects who is the boss in the country.

And so we are already at the end of our trip into the 17th century.

 

Hinrichtung auf dem Altstädter Ring 21. 6. 1621

23-06-2001 | Olaf Barth, Katrin Bock

Olaf Barth und Katrin Bock werfen heute einen Blick auf die Geschehnisse, die sich vor 380 Jahren auf dem Altstädter Ring ereigneten.

Hinrichtung auf dem Altstädter Ring 21. 6. 1621

Wer von Ihnen schon mal in Prag war, dem sind sie vielleicht aufgefallen, die 27 in das Pflaster eingelassenen Kreuze zu Füssen des Altstädter Rathausturmes. Vielleicht haben Sie sich über deren Ursprung gewundert. Nun in den folgenden Minuten erfahren Sie mehr über die Bewandtnis dieser Kreuze. Hören Sie zunächst einmal, wie der tschechische Schriftsteller Alois Jirasek die entsprechenden Ereignisse Ende des 19. Jahrhunderts in einer seiner Geschichten schilderte:

"In der Nacht vom 20. auf den 21. Juni 1621 herrschte überall in Prag Angst und Trauer. Die Strassen waren wie ausgestorben, denn über Prag war Ausgangsverbot verhängt worden. Nur das Klirren der Waffen und schwere Schritte fremder Soldaten durchbrachen die bedrückende Stille. Auf dem Altstädter Ring herrschte reger Betrieb. Bretter und Balken wurden von Wagen abgeladen und zur Platzmitte getragen, wo beim flackernden Licht zahlreicher Fackeln ein Gerüst wuchs. Als es zu dämmern begann, ragte da ein mit rotem Stoff überzogener Galgen empor. Beim Sonnenaufgang donnerte von der Prager Burg ein Kanonenschlag. Ein Zeichen dafür, dass die Exekution beginne. Auf dem Galgengerüst waren dunkle vermummte Gestalten zu sehen - die Henkershelfer und der Totengräber. Schliesslich erschien auch der Henker Jan Mydláø. Alsbald nahmen die kaiserlichen Richter ihre Sitze ein, und die Namen der 27 zum Tode verurteilten Standesherren wurden ausgerufen. Während in den Strassen Prags fremde Soldaten trommelten, beteten in den Häusern die Prager für ihre Getreuen, die 27 Herren, die zur selben Zeit geköpft oder gehängt wurden. Es wird berichtet, dass die hingerichteten Adeligen und Bürger einmal im Jahr, immer in der Nacht vom 20. auf den 21. Juni, auf dem Altstädter Ring erscheinen. Schweigend gehen sie über den Platz zur Kirche, wo sie, vor dem Altar knieend, das Abendmahl in beiderlei Gestalt empfangen. Und so lautlos wie sie gekommen verschwinden sie wieder."

Der Hradschin 1618, im Jahre des Fenstersturzes (Zeitgenössiger Stich)

Soweit der tschechische Schriftsteller Alois Jirasek über die Ereignisse jener Nacht vor 380 Jahren, als die Anführer des Ständeaufstandes gegen die katholischen Habsburger gerichtet wurden. 27 Adelige, Herren und Bürger, Tschechen und Deutsche, Protestanten und ein Katholik liessen damals ihr Leben. Bestraft wurden sie dafür, dass sie sich einem Aufstand gegen den rechtmässigen Habsburger Kaiser angeschlossen hatten, der einen religiösen Hintergrund hatte, denn der Kaiser hatte zuvor versucht, die seit Mitte des 15. Jahrhunderts in den Böhmischen Ländern geltende Religionsfreiheit einzuschränken. Der Aufstand hatte am 23. Mai 1618 mit dem berühmten Prager Fenstersturz begonnen und mit der für Tschechen noch heute ein nationales Trauma darstellenden Schlacht am Weissen Berg im November 1620 geendet. In jener Schlacht vor den Toren Prags hatte das Heer der katholischen Habsburger die protestantischen Stände vernichtend geschlagen. Was folgte war eine unbarmherzige Verfolgung aller Aufständischen, ungeachtet ihrer gesellschaftlichen Stellung oder Nationalität. Kaiser Ferdinand II. nutzte seinen militärischen Sieg, um seine Stellung in den aufständischen Böhmischen Ländern zu stärken, den protestantischen Glauben zurückzudrängen und die Macht der Stände ein für alle mal zu brechen.

Prozession am Weißen Berge (Josef Berka und A. Gustav, um 1800)

Alle Personen, die irgendwie an dem Ständeaufstand beteiligt gewesen waren, wurden bestraft. Am schlimmsten traf es dabei drei Herren, sieben Ritter und 17 Bürger, die in den frühen Morgenstunden des 21. Junis 1621 auf dem Altstädter Ring hingerichtet wurden. Bei der Hinrichtung wurde die Etike gewahrt: zuerst waren die Herren dran, dann die Ritter und schliesslich die Bürger. Vier Stunden lang soll die blutige Tortur gedauert haben, vier Schwerter soll der Henker Jan Mydlar dabei stumpf geschlagen haben.

Als erster wurde Joachim Andreas Graf Schlick geköpft, dessen Familie dank der Silberminen im westböhmischen Joachimsthal reich geworden war. Graf Schlick hatte jahrelang am sächsischen Hof als Erzieher des zukünftigen Herrschers Johann Georg gewirkt. Während des böhmischen Ständeaufstands war Schlick recht aktiv gewesen, unter anderem gehörte er zu den Teilnehmern des berühmten Fenstersturzes von 1618. Als nächstes kam Vaclav Budova von Budovec an die Reihe. Dieser hatte sich seit dem Beginn des 17. Jahrhunderts stark für die Einhaltung der Glaubensfreiheit in den Böhmischen Ländern eingesetzt und war einer der Wortführer der Aufständischen gewesen. Als dritter hochgestellter Adeliger verlor Krystof Harant von Polzice und Bezdruzice seinen Kopf. Dieser war am Hofe Kaiser Rudolfs II. Hofmusikant und Gesellschafter Rudolfs gewesen. Für Politik interessierte er sich nicht sehr, doch war er einer der Heerführer der Aufständischen gewesen, das kostete ihn nun seinen Kopf. Alle drei Herren gehörten ohne Zweifel zur geistigen Elite des Landes, alle drei waren weitgereist, hervorragend gebildet, sprachen mehrere Sprachen - und waren Protestanten.

Unter den 7 Rittern war auch der Katholik Divis Cernin von Chudenice. Dieser hatte den verhängnisvollen Fehler gemacht, am 23. Mai 1618 den Repräsentanten der Stände die Burgtore geöffnet zu haben, die dann die drei Vertreter der Habsburger Macht aus Protest gegen die Einschränkung der Rechte der Protestanten aus einem Fenster warfen.

Jan Jesensky

Eines der härtesten Urteile traf Jan Jessenius, den Rektor der Prager Karlsuniversität, der als 16. an die Reihe kam: er wurde nicht nur geköpft, zuvor wurde ihm die Zunge abgeschnitten, ausserdem wurde er nach der Hinrichtung noch geviertelt. Für dieses harte Urteil hatte sich Kaiser Ferdinand persönlich ausgesprochen. Der international angesehene Gelehrte, der 1600 in Prag die erste öffentliche Obduktion durchgeführt hatte, hatte den Zorn des Herrschers erregt, da er sich auf verschiedenen Landtagen gegen die Wahl Ferdinands zum böhmischen König ausgesprochen sowie eine Reihe von scharfen Schriften gegen die Habsburger veröffentlicht hatte.

Die Köpfe von zwölf Hingerichteten wurden in Eisenkörben zur Abschreckung und Warnung an den Altstädter Brückenturm gehängt. Von dort wurden sie erst 10 Jahre später entfernt, als die Sachsen 1631 Prag für kurze Zeit besetzten.

Ferdinand II.

Kaiser Ferdinand II. nutzte seinen Sieg über die aufständischen protestantischen Stände, die ihn, den rechtmässigen Erben, entthront hatten und einen anderen, den "Winterkönig" Friedrich von der Pfalz, gewählt hatten. 166 Adelige liess Ferdinand vollkommen enteignen, weitere 500 verloren einen Grossteil ihrer Güter. Belohnt wurden dagegen seine Getreuen. Diese erhielten grosse Ländereien in den Böhmischen Ländern. Ausserdem bekamen Klöster Ländereien zurück, die sie zur Zeit der Hussitenkriege im 15. Jahrhundert verloren hatten.

Die grössten Gewinner waren wohl Albrecht von Waldstein, Karl von Liechtenstein sowie Johann Ulrich von Eggenberg, die nun grosse Herrschaften ihr Eigen nennen konnten. Aber auch andere Adelsdfamilien setzten damals in den Böhmischen Ländern ihren Fuss, wie die Familien Trauttmansdorff, Thun, Metternich und Clary.

Auch einfache Bürger und Bauern waren betroffen: wer nicht zum katholischen Glauben übertrat, musste das Land verlassen. 1624 wurde der katholische Glaube der einzig anerkannte in den Böhmischen Ländern - immer mehr Untertanen sahen sich gezwungen, zu emigrieren. Rund 150.000 Menschen sollen in den Jahren nach der Niederlage der protestantischen Stände die Böhmischen Länder aus religiösen Gründen verlassen haben. Der wohl bekannteste Emigrant jener Zeit ist Jan Amos Komensky - Comenius. Der Pädagoge und Bischof der Brüderunität liess sich nach einigen Reisen in Holland nieder, wo er 1670 im Alter von 78 Jahren verstarb.

Auch in den Augen der meisten heutigen Tschechen begann damals mit der Niederlage der protestantischen Stände in der Schlacht am Weissen Berg die "Zeit der Finsternis". Als solche werden die knapp 300 Jahre der uneingeschränkten Herrschaft der Habsburger über die Böhmischen Länder bezeichnet, die erst mit der Unabhängigkeit der Tschechoslowakei 1918 endeten. Das einstmals stolze Königreich Böhmen war nach der neuen Landesordnung von 1627 zu einer Habsburger Provinz degradiert worden und hatte die meisten seiner Rechte verloren - auch das der Glaubensfreiheit, für das seine Bewohner seit dem Ketzertod des Jan Hus 1415 gekämpft hatten. Heute erinnern an diese Geschichtsepoche nicht nur die 27 in das Strassenpflaster eingelassenen Kreuze auf dem Altstädter Ring, sondern auch all die prächtigen Barockbauten im Lande. Mit diesen zeigten die katholischen Habsburger ihren böhmischen und mährischen Untertanen, wer der Herr im Lande ist.

Und damit sind wir bereits am Ende unseres Ausfluges in das 17. Jahrhundert.

www.radio.cz/de/rubrik/geschichte/hinrichtung-auf-dem-alt...

Execution on the Old Town Square 21. 6. 1621

23-06-2001 | Olaf Barth, Katrin Bock

Olaf Barth and Katrin Bock now take a look at the events that took place on the Old Town Square 380 years ago.

Execution on the Old Town Square 21. 6. 1621

If you have ever been to Prague, you may have noticed the 27 crosses which have been embedded into the pavement at the foot of the Old Town Town Hall. Perhaps you have wondered about their origin. Well, in the following minutes you will learn more about the context of these crosses. First of all, listen to the Czech writer Alois Jirasek portraying the events at the end of the 19th century in one of his stories:

"In the night of 20 to 21 June 1621, fear and grief prevailed everywhere in Prague, and the roads had become like deserted, for on Prague restrictions had been imposed. Only the clash of the weapons and the heavy steps of foreign soldiers broke through the oppressive silence. On the Old Town Square there was a lot of activity, and boards and beams were unloaded from wagons and carried to the middle of the place, where a scaffold grew by the flickering light of numerous torches. By daybreak a gallows covered with red cloth was towering. At sunrise fulminated a cannon cracker showing that the execution had to begin. On the scaffold dark hooded people were visible, the assistents of the executioner and the gravedigger. Finally, the executioner, Jan Mydláø, also appeared. Immediately the imperial judges took their seats, and the names of the twenty-seven death-condemned noblemen were exclaimed. While foreign soldiers were drumming in the streets of Prague, in the houses people of Prague prayed for their faithful, the 27 men who were either beheaded or hanged at the same time. It is reported that once a year, always in the night from the 20th to the 21st of June, the noblemen and citizens appear on the Old Town Square. Silently they walk over the square to the church, where, kneeling before the altar, they receive the Last Supper in both forms. And as silently as they have come they disappear again."

The Hradschin 1618, in the year of the window-lintel (contemporary engraving)

So far the Czech writer Alois Jirasek about the events of that night 380 years ago, when the leaders of the insurrection of the Estates against the Catholic Habsburgs were judged. 27 nobles, gentlemen and citizens, Czechs and Germans, Protestants and a Catholic then left their lives. They were punished for having joined an uprising against the legal Habsburg emperor which had a religious background, for the Emperor had previously tried to restrict the freedom of religion which had been in force in the Bohemian lands since the middle of the fifteenth century. The revolt had begun on May 23, 1618, with the famous Prague defenestration, and ended with the battle Battle of White Mountain in November 1620, for the Czechs still today a national trauma. In that battle before the gates of Prague the army of the Catholic Habsburgs the Protestant Estates had utterly vanquished. What followed was a relentless persecution of all insurgents, regardless of their social position or nationality. Emperor Ferdinand II used his military victory to strengthen his position in the rebellious Bohemian lands, to suppress the Protestant faith and to break the power of the Estates once and for all.

Procession on the White Mountains (Josef Berka and A. Gustav, around 1800)

All persons who had somehow participated in the uprising of the Estates were punished. The worst punishment experienced three lords, seven knights and 17 citizens, who were executed in the early morning hours of June 21, 1621 on the Old Town Square. The execution took place conforming to the etiquette: first came the lords, then the knights, and finally the citizens. It is said the bloodthirsty torture to have lasted for four hours, while the executioner Jan Mydlar in the proces was to have beaten blunt four swords.

Joachim Andreas Graf Schlick was the first to be beheaded, whose family had grown rich thanks to the silver mines in the west Bohemian Jáchymov valley. Count Schlick had worked for many years at the Saxon court as an educator of the future ruler Johann Georg. During the Bohemian uprising of the Estates, Schlick had been quite active. Among other things, he was one of the participants of the famous 1618 defenestration. Next came Vaclav Budova from Budovec. Since the beginning of the 17th century, he had been strongly committed to the observance of the freedom of belief in the Bohemian lands and had been one of the spokesmen of the insurgents. As the third nobleman, Krystof Harant of Polzice and Bezdruzice lost his head. He had been court musician and companion of Rudolf at the court of Emperor Rudolf II. He was not very interested in politics, but he had been one of the military leaders of the insurgents, which now cost him his head. All three of them, without any doubt, belonged to the intellectual elite of the country, all three of them had been to many places, were well-educated, spoke several languages, and were Protestants.

Among the 7 knights was also the Catholic Divis Cernin of Chudenice. This one had made the fatal mistake of opening the gates of the castle to the representatives of the Estates on the 23rd of May, 1618, who then threw the three representatives of the Habsburg power out of a window in protest against the restriction of the rights of the Protestants.

Jan Jesensky

Jan Jessenius, the rector of the Charles University of Prague, was one of those who got the severest judgement. He was not only beheaded, his tongue had been cut off before, additionally he was also quartered after the execution. Emperor Ferdinand had expressed himself personally for this harsh judgment. The internationally respected scholar, who had carried out the first public autopsy in Prague in 1600, had aroused the wrath of the ruler as he had himself pronounced against the election of Ferdinand for the King of Bohemia as well as published a series of harsh writings against the Habsburgs.

The heads of twelve executed were hanged in iron baskets for deterrence and warning at the Old Town Bridge Tower. From there they were removed only 10 years later, when the Saxons 1631 occupied Prague for a short time.

Ferdinand II.

Emperor Ferdinand II took advantage of the victory over the rebellious Protestant estates, which had dethroned him, the legitimate heir, and elected another one, the "Winter King", Frederick of the Palatinate. 166 nobles Ferdinand had completely dispossessed, another 500 lost a large part of their estates. On the other hand, his faithful were rewarded. Those were given great lands in the Bohemian lands. In addition, monasteries were returned lands that they had lost during the Hussite wars in the 15th century.

The greatest winners were probably Albrecht von Waldstein, Karl von Liechtenstein, and Johann Ulrich von Eggenberg, who were now able to call great domains their own. But also other noble families then settled in the Bohemian lands, like the Trauttmansdorff, Thun, Metternich and Clary families.

Even ordinary citizens and peasants were affected: those who did not convert to the Catholic faith had to leave the country. In 1624 the Catholic faith became the only one recognized in the Bohemian lands - more and more subjects saw themselves forced to emigrate. Some 150,000 people are said to have left the Bohemian lands for religious reasons in the years after the defeat of the Protestant Estates. The probably most famous emigrant of that time is Jan Amos Komensky - Comenius. The pedagogue and bishop of the Unity of the Brotherhood settled down after a few journeys in Holland, where he died in 1670 at the age of 78.

Even in the eyes of most of today's Czechs, the "time of darkness" began with the defeat of the Protestant estates in the Battle of Weissenberg. As such, the almost 300 years of the unrestricted rule of the Habsburgs over the Bohemian countries were designated, which ended only with the independence of Czechoslovakia in 1918. The formerly proud kingdom of Bohemia had been degrated to a Habsburg province according to the new regional order of 1627, and had lost most of its rights, including the freedom of faith for which its inhabitants had fought since the death for heresy of Jan Hus in 1415. Today, not only the 27 crosses embedded on the Old Town Square, but also all the magnificent Baroque buildings in the country, are reminiscent of this historic epoch. With these the Catholic Habsburgs showed their Bohemian and Moravian subjects who is the boss in the country.

And so we are already at the end of our trip into the 17th century.

 

Hinrichtung auf dem Altstädter Ring 21. 6. 1621

23-06-2001 | Olaf Barth, Katrin Bock

Olaf Barth und Katrin Bock werfen heute einen Blick auf die Geschehnisse, die sich vor 380 Jahren auf dem Altstädter Ring ereigneten.

Hinrichtung auf dem Altstädter Ring 21. 6. 1621

Wer von Ihnen schon mal in Prag war, dem sind sie vielleicht aufgefallen, die 27 in das Pflaster eingelassenen Kreuze zu Füssen des Altstädter Rathausturmes. Vielleicht haben Sie sich über deren Ursprung gewundert. Nun in den folgenden Minuten erfahren Sie mehr über die Bewandtnis dieser Kreuze. Hören Sie zunächst einmal, wie der tschechische Schriftsteller Alois Jirasek die entsprechenden Ereignisse Ende des 19. Jahrhunderts in einer seiner Geschichten schilderte:

"In der Nacht vom 20. auf den 21. Juni 1621 herrschte überall in Prag Angst und Trauer. Die Strassen waren wie ausgestorben, denn über Prag war Ausgangsverbot verhängt worden. Nur das Klirren der Waffen und schwere Schritte fremder Soldaten durchbrachen die bedrückende Stille. Auf dem Altstädter Ring herrschte reger Betrieb. Bretter und Balken wurden von Wagen abgeladen und zur Platzmitte getragen, wo beim flackernden Licht zahlreicher Fackeln ein Gerüst wuchs. Als es zu dämmern begann, ragte da ein mit rotem Stoff überzogener Galgen empor. Beim Sonnenaufgang donnerte von der Prager Burg ein Kanonenschlag. Ein Zeichen dafür, dass die Exekution beginne. Auf dem Galgengerüst waren dunkle vermummte Gestalten zu sehen - die Henkershelfer und der Totengräber. Schliesslich erschien auch der Henker Jan Mydláø. Alsbald nahmen die kaiserlichen Richter ihre Sitze ein, und die Namen der 27 zum Tode verurteilten Standesherren wurden ausgerufen. Während in den Strassen Prags fremde Soldaten trommelten, beteten in den Häusern die Prager für ihre Getreuen, die 27 Herren, die zur selben Zeit geköpft oder gehängt wurden. Es wird berichtet, dass die hingerichteten Adeligen und Bürger einmal im Jahr, immer in der Nacht vom 20. auf den 21. Juni, auf dem Altstädter Ring erscheinen. Schweigend gehen sie über den Platz zur Kirche, wo sie, vor dem Altar knieend, das Abendmahl in beiderlei Gestalt empfangen. Und so lautlos wie sie gekommen verschwinden sie wieder."

Der Hradschin 1618, im Jahre des Fenstersturzes (Zeitgenössiger Stich)

Soweit der tschechische Schriftsteller Alois Jirasek über die Ereignisse jener Nacht vor 380 Jahren, als die Anführer des Ständeaufstandes gegen die katholischen Habsburger gerichtet wurden. 27 Adelige, Herren und Bürger, Tschechen und Deutsche, Protestanten und ein Katholik liessen damals ihr Leben. Bestraft wurden sie dafür, dass sie sich einem Aufstand gegen den rechtmässigen Habsburger Kaiser angeschlossen hatten, der einen religiösen Hintergrund hatte, denn der Kaiser hatte zuvor versucht, die seit Mitte des 15. Jahrhunderts in den Böhmischen Ländern geltende Religionsfreiheit einzuschränken. Der Aufstand hatte am 23. Mai 1618 mit dem berühmten Prager Fenstersturz begonnen und mit der für Tschechen noch heute ein nationales Trauma darstellenden Schlacht am Weissen Berg im November 1620 geendet. In jener Schlacht vor den Toren Prags hatte das Heer der katholischen Habsburger die protestantischen Stände vernichtend geschlagen. Was folgte war eine unbarmherzige Verfolgung aller Aufständischen, ungeachtet ihrer gesellschaftlichen Stellung oder Nationalität. Kaiser Ferdinand II. nutzte seinen militärischen Sieg, um seine Stellung in den aufständischen Böhmischen Ländern zu stärken, den protestantischen Glauben zurückzudrängen und die Macht der Stände ein für alle mal zu brechen.

Prozession am Weißen Berge (Josef Berka und A. Gustav, um 1800)

Alle Personen, die irgendwie an dem Ständeaufstand beteiligt gewesen waren, wurden bestraft. Am schlimmsten traf es dabei drei Herren, sieben Ritter und 17 Bürger, die in den frühen Morgenstunden des 21. Junis 1621 auf dem Altstädter Ring hingerichtet wurden. Bei der Hinrichtung wurde die Etike gewahrt: zuerst waren die Herren dran, dann die Ritter und schliesslich die Bürger. Vier Stunden lang soll die blutige Tortur gedauert haben, vier Schwerter soll der Henker Jan Mydlar dabei stumpf geschlagen haben.

Als erster wurde Joachim Andreas Graf Schlick geköpft, dessen Familie dank der Silberminen im westböhmischen Joachimsthal reich geworden war. Graf Schlick hatte jahrelang am sächsischen Hof als Erzieher des zukünftigen Herrschers Johann Georg gewirkt. Während des böhmischen Ständeaufstands war Schlick recht aktiv gewesen, unter anderem gehörte er zu den Teilnehmern des berühmten Fenstersturzes von 1618. Als nächstes kam Vaclav Budova von Budovec an die Reihe. Dieser hatte sich seit dem Beginn des 17. Jahrhunderts stark für die Einhaltung der Glaubensfreiheit in den Böhmischen Ländern eingesetzt und war einer der Wortführer der Aufständischen gewesen. Als dritter hochgestellter Adeliger verlor Krystof Harant von Polzice und Bezdruzice seinen Kopf. Dieser war am Hofe Kaiser Rudolfs II. Hofmusikant und Gesellschafter Rudolfs gewesen. Für Politik interessierte er sich nicht sehr, doch war er einer der Heerführer der Aufständischen gewesen, das kostete ihn nun seinen Kopf. Alle drei Herren gehörten ohne Zweifel zur geistigen Elite des Landes, alle drei waren weitgereist, hervorragend gebildet, sprachen mehrere Sprachen - und waren Protestanten.

Unter den 7 Rittern war auch der Katholik Divis Cernin von Chudenice. Dieser hatte den verhängnisvollen Fehler gemacht, am 23. Mai 1618 den Repräsentanten der Stände die Burgtore geöffnet zu haben, die dann die drei Vertreter der Habsburger Macht aus Protest gegen die Einschränkung der Rechte der Protestanten aus einem Fenster warfen.

Jan Jesensky

Eines der härtesten Urteile traf Jan Jessenius, den Rektor der Prager Karlsuniversität, der als 16. an die Reihe kam: er wurde nicht nur geköpft, zuvor wurde ihm die Zunge abgeschnitten, ausserdem wurde er nach der Hinrichtung noch geviertelt. Für dieses harte Urteil hatte sich Kaiser Ferdinand persönlich ausgesprochen. Der international angesehene Gelehrte, der 1600 in Prag die erste öffentliche Obduktion durchgeführt hatte, hatte den Zorn des Herrschers erregt, da er sich auf verschiedenen Landtagen gegen die Wahl Ferdinands zum böhmischen König ausgesprochen sowie eine Reihe von scharfen Schriften gegen die Habsburger veröffentlicht hatte.

Die Köpfe von zwölf Hingerichteten wurden in Eisenkörben zur Abschreckung und Warnung an den Altstädter Brückenturm gehängt. Von dort wurden sie erst 10 Jahre später entfernt, als die Sachsen 1631 Prag für kurze Zeit besetzten.

Ferdinand II.

Kaiser Ferdinand II. nutzte seinen Sieg über die aufständischen protestantischen Stände, die ihn, den rechtmässigen Erben, entthront hatten und einen anderen, den "Winterkönig" Friedrich von der Pfalz, gewählt hatten. 166 Adelige liess Ferdinand vollkommen enteignen, weitere 500 verloren einen Grossteil ihrer Güter. Belohnt wurden dagegen seine Getreuen. Diese erhielten grosse Ländereien in den Böhmischen Ländern. Ausserdem bekamen Klöster Ländereien zurück, die sie zur Zeit der Hussitenkriege im 15. Jahrhundert verloren hatten.

Die grössten Gewinner waren wohl Albrecht von Waldstein, Karl von Liechtenstein sowie Johann Ulrich von Eggenberg, die nun grosse Herrschaften ihr Eigen nennen konnten. Aber auch andere Adelsdfamilien setzten damals in den Böhmischen Ländern ihren Fuss, wie die Familien Trauttmansdorff, Thun, Metternich und Clary.

Auch einfache Bürger und Bauern waren betroffen: wer nicht zum katholischen Glauben übertrat, musste das Land verlassen. 1624 wurde der katholische Glaube der einzig anerkannte in den Böhmischen Ländern - immer mehr Untertanen sahen sich gezwungen, zu emigrieren. Rund 150.000 Menschen sollen in den Jahren nach der Niederlage der protestantischen Stände die Böhmischen Länder aus religiösen Gründen verlassen haben. Der wohl bekannteste Emigrant jener Zeit ist Jan Amos Komensky - Comenius. Der Pädagoge und Bischof der Brüderunität liess sich nach einigen Reisen in Holland nieder, wo er 1670 im Alter von 78 Jahren verstarb.

Auch in den Augen der meisten heutigen Tschechen begann damals mit der Niederlage der protestantischen Stände in der Schlacht am Weissen Berg die "Zeit der Finsternis". Als solche werden die knapp 300 Jahre der uneingeschränkten Herrschaft der Habsburger über die Böhmischen Länder bezeichnet, die erst mit der Unabhängigkeit der Tschechoslowakei 1918 endeten. Das einstmals stolze Königreich Böhmen war nach der neuen Landesordnung von 1627 zu einer Habsburger Provinz degradiert worden und hatte die meisten seiner Rechte verloren - auch das der Glaubensfreiheit, für das seine Bewohner seit dem Ketzertod des Jan Hus 1415 gekämpft hatten. Heute erinnern an diese Geschichtsepoche nicht nur die 27 in das Strassenpflaster eingelassenen Kreuze auf dem Altstädter Ring, sondern auch all die prächtigen Barockbauten im Lande. Mit diesen zeigten die katholischen Habsburger ihren böhmischen und mährischen Untertanen, wer der Herr im Lande ist.

Und damit sind wir bereits am Ende unseres Ausfluges in das 17. Jahrhundert.

www.radio.cz/de/rubrik/geschichte/hinrichtung-auf-dem-alt...

 

Execution on the Old Town Square 21. 6. 1621

23-06-2001 | Olaf Barth, Katrin Bock

Olaf Barth and Katrin Bock now take a look at the events that took place on the Old Town Square 380 years ago.

Execution on the Old Town Square 21. 6. 1621

If you have ever been to Prague, you may have noticed the 27 crosses which have been embedded into the pavement at the foot of the Old Town Town Hall. Perhaps you have wondered about their origin. Well, in the following minutes you will learn more about the context of these crosses. First of all, listen to the Czech writer Alois Jirasek portraying the events at the end of the 19th century in one of his stories:

"In the night of 20 to 21 June 1621, fear and grief prevailed everywhere in Prague, and the roads had become like deserted, for on Prague restrictions had been imposed. Only the clash of the weapons and the heavy steps of foreign soldiers broke through the oppressive silence. On the Old Town Square there was a lot of activity, and boards and beams were unloaded from wagons and carried to the middle of the place, where a scaffold grew by the flickering light of numerous torches. By daybreak a gallows covered with red cloth was towering. At sunrise fulminated a cannon cracker showing that the execution had to begin. On the scaffold dark hooded people were visible, the assistents of the executioner and the gravedigger. Finally, the executioner, Jan Mydláø, also appeared. Immediately the imperial judges took their seats, and the names of the twenty-seven death-condemned noblemen were exclaimed. While foreign soldiers were drumming in the streets of Prague, in the houses people of Prague prayed for their faithful, the 27 men who were either beheaded or hanged at the same time. It is reported that once a year, always in the night from the 20th to the 21st of June, the noblemen and citizens appear on the Old Town Square. Silently they walk over the square to the church, where, kneeling before the altar, they receive the Last Supper in both forms. And as silently as they have come they disappear again."

The Hradschin 1618, in the year of the window-lintel (contemporary engraving)

So far the Czech writer Alois Jirasek about the events of that night 380 years ago, when the leaders of the insurrection of the Estates against the Catholic Habsburgs were judged. 27 nobles, gentlemen and citizens, Czechs and Germans, Protestants and a Catholic then left their lives. They were punished for having joined an uprising against the legal Habsburg emperor which had a religious background, for the Emperor had previously tried to restrict the freedom of religion which had been in force in the Bohemian lands since the middle of the fifteenth century. The revolt had begun on May 23, 1618, with the famous Prague defenestration, and ended with the battle Battle of White Mountain in November 1620, for the Czechs still today a national trauma. In that battle before the gates of Prague the army of the Catholic Habsburgs the Protestant Estates had utterly vanquished. What followed was a relentless persecution of all insurgents, regardless of their social position or nationality. Emperor Ferdinand II used his military victory to strengthen his position in the rebellious Bohemian lands, to suppress the Protestant faith and to break the power of the Estates once and for all.

Procession on the White Mountains (Josef Berka and A. Gustav, around 1800)

All persons who had somehow participated in the uprising of the Estates were punished. The worst punishment experienced three lords, seven knights and 17 citizens, who were executed in the early morning hours of June 21, 1621 on the Old Town Square. The execution took place conforming to the etiquette: first came the lords, then the knights, and finally the citizens. It is said the bloodthirsty torture to have lasted for four hours, while the executioner Jan Mydlar in the proces was to have beaten blunt four swords.

Joachim Andreas Graf Schlick was the first to be beheaded, whose family had grown rich thanks to the silver mines in the west Bohemian Jáchymov valley. Count Schlick had worked for many years at the Saxon court as an educator of the future ruler Johann Georg. During the Bohemian uprising of the Estates, Schlick had been quite active. Among other things, he was one of the participants of the famous 1618 defenestration. Next came Vaclav Budova from Budovec. Since the beginning of the 17th century, he had been strongly committed to the observance of the freedom of belief in the Bohemian lands and had been one of the spokesmen of the insurgents. As the third nobleman, Krystof Harant of Polzice and Bezdruzice lost his head. He had been court musician and companion of Rudolf at the court of Emperor Rudolf II. He was not very interested in politics, but he had been one of the military leaders of the insurgents, which now cost him his head. All three of them, without any doubt, belonged to the intellectual elite of the country, all three of them had been to many places, were well-educated, spoke several languages, and were Protestants.

Among the 7 knights was also the Catholic Divis Cernin of Chudenice. This one had made the fatal mistake of opening the gates of the castle to the representatives of the Estates on the 23rd of May, 1618, who then threw the three representatives of the Habsburg power out of a window in protest against the restriction of the rights of the Protestants.

Jan Jesensky

Jan Jessenius, the rector of the Charles University of Prague, was one of those who got the severest judgement. He was not only beheaded, his tongue had been cut off before, additionally he was also quartered after the execution. Emperor Ferdinand had expressed himself personally for this harsh judgment. The internationally respected scholar, who had carried out the first public autopsy in Prague in 1600, had aroused the wrath of the ruler as he had himself pronounced against the election of Ferdinand for the King of Bohemia as well as published a series of harsh writings against the Habsburgs.

The heads of twelve executed were hanged in iron baskets for deterrence and warning at the Old Town Bridge Tower. From there they were removed only 10 years later, when the Saxons 1631 occupied Prague for a short time.

Ferdinand II.

Emperor Ferdinand II took advantage of the victory over the rebellious Protestant estates, which had dethroned him, the legitimate heir, and elected another one, the "Winter King", Frederick of the Palatinate. 166 nobles Ferdinand had completely dispossessed, another 500 lost a large part of their estates. On the other hand, his faithful were rewarded. Those were given great lands in the Bohemian lands. In addition, monasteries were returned lands that they had lost during the Hussite wars in the 15th century.

The greatest winners were probably Albrecht von Waldstein, Karl von Liechtenstein, and Johann Ulrich von Eggenberg, who were now able to call great domains their own. But also other noble families then settled in the Bohemian lands, like the Trauttmansdorff, Thun, Metternich and Clary families.

Even ordinary citizens and peasants were affected: those who did not convert to the Catholic faith had to leave the country. In 1624 the Catholic faith became the only one recognized in the Bohemian lands - more and more subjects saw themselves forced to emigrate. Some 150,000 people are said to have left the Bohemian lands for religious reasons in the years after the defeat of the Protestant Estates. The probably most famous emigrant of that time is Jan Amos Komensky - Comenius. The pedagogue and bishop of the Unity of the Brotherhood settled down after a few journeys in Holland, where he died in 1670 at the age of 78.

Even in the eyes of most of today's Czechs, the "time of darkness" began with the defeat of the Protestant estates in the Battle of Weissenberg. As such, the almost 300 years of the unrestricted rule of the Habsburgs over the Bohemian countries were designated, which ended only with the independence of Czechoslovakia in 1918. The formerly proud kingdom of Bohemia had been degrated to a Habsburg province according to the new regional order of 1627, and had lost most of its rights, including the freedom of faith for which its inhabitants had fought since the death for heresy of Jan Hus in 1415. Today, not only the 27 crosses embedded on the Old Town Square, but also all the magnificent Baroque buildings in the country, are reminiscent of this historic epoch. With these the Catholic Habsburgs showed their Bohemian and Moravian subjects who is the boss in the country.

And so we are already at the end of our trip into the 17th century.

 

Hinrichtung auf dem Altstädter Ring 21. 6. 1621

23-06-2001 | Olaf Barth, Katrin Bock

Olaf Barth und Katrin Bock werfen heute einen Blick auf die Geschehnisse, die sich vor 380 Jahren auf dem Altstädter Ring ereigneten.

Hinrichtung auf dem Altstädter Ring 21. 6. 1621

Wer von Ihnen schon mal in Prag war, dem sind sie vielleicht aufgefallen, die 27 in das Pflaster eingelassenen Kreuze zu Füssen des Altstädter Rathausturmes. Vielleicht haben Sie sich über deren Ursprung gewundert. Nun in den folgenden Minuten erfahren Sie mehr über die Bewandtnis dieser Kreuze. Hören Sie zunächst einmal, wie der tschechische Schriftsteller Alois Jirasek die entsprechenden Ereignisse Ende des 19. Jahrhunderts in einer seiner Geschichten schilderte:

"In der Nacht vom 20. auf den 21. Juni 1621 herrschte überall in Prag Angst und Trauer. Die Strassen waren wie ausgestorben, denn über Prag war Ausgangsverbot verhängt worden. Nur das Klirren der Waffen und schwere Schritte fremder Soldaten durchbrachen die bedrückende Stille. Auf dem Altstädter Ring herrschte reger Betrieb. Bretter und Balken wurden von Wagen abgeladen und zur Platzmitte getragen, wo beim flackernden Licht zahlreicher Fackeln ein Gerüst wuchs. Als es zu dämmern begann, ragte da ein mit rotem Stoff überzogener Galgen empor. Beim Sonnenaufgang donnerte von der Prager Burg ein Kanonenschlag. Ein Zeichen dafür, dass die Exekution beginne. Auf dem Galgengerüst waren dunkle vermummte Gestalten zu sehen - die Henkershelfer und der Totengräber. Schliesslich erschien auch der Henker Jan Mydláø. Alsbald nahmen die kaiserlichen Richter ihre Sitze ein, und die Namen der 27 zum Tode verurteilten Standesherren wurden ausgerufen. Während in den Strassen Prags fremde Soldaten trommelten, beteten in den Häusern die Prager für ihre Getreuen, die 27 Herren, die zur selben Zeit geköpft oder gehängt wurden. Es wird berichtet, dass die hingerichteten Adeligen und Bürger einmal im Jahr, immer in der Nacht vom 20. auf den 21. Juni, auf dem Altstädter Ring erscheinen. Schweigend gehen sie über den Platz zur Kirche, wo sie, vor dem Altar knieend, das Abendmahl in beiderlei Gestalt empfangen. Und so lautlos wie sie gekommen verschwinden sie wieder."

Der Hradschin 1618, im Jahre des Fenstersturzes (Zeitgenössiger Stich)

Soweit der tschechische Schriftsteller Alois Jirasek über die Ereignisse jener Nacht vor 380 Jahren, als die Anführer des Ständeaufstandes gegen die katholischen Habsburger gerichtet wurden. 27 Adelige, Herren und Bürger, Tschechen und Deutsche, Protestanten und ein Katholik liessen damals ihr Leben. Bestraft wurden sie dafür, dass sie sich einem Aufstand gegen den rechtmässigen Habsburger Kaiser angeschlossen hatten, der einen religiösen Hintergrund hatte, denn der Kaiser hatte zuvor versucht, die seit Mitte des 15. Jahrhunderts in den Böhmischen Ländern geltende Religionsfreiheit einzuschränken. Der Aufstand hatte am 23. Mai 1618 mit dem berühmten Prager Fenstersturz begonnen und mit der für Tschechen noch heute ein nationales Trauma darstellenden Schlacht am Weissen Berg im November 1620 geendet. In jener Schlacht vor den Toren Prags hatte das Heer der katholischen Habsburger die protestantischen Stände vernichtend geschlagen. Was folgte war eine unbarmherzige Verfolgung aller Aufständischen, ungeachtet ihrer gesellschaftlichen Stellung oder Nationalität. Kaiser Ferdinand II. nutzte seinen militärischen Sieg, um seine Stellung in den aufständischen Böhmischen Ländern zu stärken, den protestantischen Glauben zurückzudrängen und die Macht der Stände ein für alle mal zu brechen.

Prozession am Weißen Berge (Josef Berka und A. Gustav, um 1800)

Alle Personen, die irgendwie an dem Ständeaufstand beteiligt gewesen waren, wurden bestraft. Am schlimmsten traf es dabei drei Herren, sieben Ritter und 17 Bürger, die in den frühen Morgenstunden des 21. Junis 1621 auf dem Altstädter Ring hingerichtet wurden. Bei der Hinrichtung wurde die Etike gewahrt: zuerst waren die Herren dran, dann die Ritter und schliesslich die Bürger. Vier Stunden lang soll die blutige Tortur gedauert haben, vier Schwerter soll der Henker Jan Mydlar dabei stumpf geschlagen haben.

Als erster wurde Joachim Andreas Graf Schlick geköpft, dessen Familie dank der Silberminen im westböhmischen Joachimsthal reich geworden war. Graf Schlick hatte jahrelang am sächsischen Hof als Erzieher des zukünftigen Herrschers Johann Georg gewirkt. Während des böhmischen Ständeaufstands war Schlick recht aktiv gewesen, unter anderem gehörte er zu den Teilnehmern des berühmten Fenstersturzes von 1618. Als nächstes kam Vaclav Budova von Budovec an die Reihe. Dieser hatte sich seit dem Beginn des 17. Jahrhunderts stark für die Einhaltung der Glaubensfreiheit in den Böhmischen Ländern eingesetzt und war einer der Wortführer der Aufständischen gewesen. Als dritter hochgestellter Adeliger verlor Krystof Harant von Polzice und Bezdruzice seinen Kopf. Dieser war am Hofe Kaiser Rudolfs II. Hofmusikant und Gesellschafter Rudolfs gewesen. Für Politik interessierte er sich nicht sehr, doch war er einer der Heerführer der Aufständischen gewesen, das kostete ihn nun seinen Kopf. Alle drei Herren gehörten ohne Zweifel zur geistigen Elite des Landes, alle drei waren weitgereist, hervorragend gebildet, sprachen mehrere Sprachen - und waren Protestanten.

Unter den 7 Rittern war auch der Katholik Divis Cernin von Chudenice. Dieser hatte den verhängnisvollen Fehler gemacht, am 23. Mai 1618 den Repräsentanten der Stände die Burgtore geöffnet zu haben, die dann die drei Vertreter der Habsburger Macht aus Protest gegen die Einschränkung der Rechte der Protestanten aus einem Fenster warfen.

Jan Jesensky

Eines der härtesten Urteile traf Jan Jessenius, den Rektor der Prager Karlsuniversität, der als 16. an die Reihe kam: er wurde nicht nur geköpft, zuvor wurde ihm die Zunge abgeschnitten, ausserdem wurde er nach der Hinrichtung noch geviertelt. Für dieses harte Urteil hatte sich Kaiser Ferdinand persönlich ausgesprochen. Der international angesehene Gelehrte, der 1600 in Prag die erste öffentliche Obduktion durchgeführt hatte, hatte den Zorn des Herrschers erregt, da er sich auf verschiedenen Landtagen gegen die Wahl Ferdinands zum böhmischen König ausgesprochen sowie eine Reihe von scharfen Schriften gegen die Habsburger veröffentlicht hatte.

Die Köpfe von zwölf Hingerichteten wurden in Eisenkörben zur Abschreckung und Warnung an den Altstädter Brückenturm gehängt. Von dort wurden sie erst 10 Jahre später entfernt, als die Sachsen 1631 Prag für kurze Zeit besetzten.

Ferdinand II.

Kaiser Ferdinand II. nutzte seinen Sieg über die aufständischen protestantischen Stände, die ihn, den rechtmässigen Erben, entthront hatten und einen anderen, den "Winterkönig" Friedrich von der Pfalz, gewählt hatten. 166 Adelige liess Ferdinand vollkommen enteignen, weitere 500 verloren einen Grossteil ihrer Güter. Belohnt wurden dagegen seine Getreuen. Diese erhielten grosse Ländereien in den Böhmischen Ländern. Ausserdem bekamen Klöster Ländereien zurück, die sie zur Zeit der Hussitenkriege im 15. Jahrhundert verloren hatten.

Die grössten Gewinner waren wohl Albrecht von Waldstein, Karl von Liechtenstein sowie Johann Ulrich von Eggenberg, die nun grosse Herrschaften ihr Eigen nennen konnten. Aber auch andere Adelsdfamilien setzten damals in den Böhmischen Ländern ihren Fuss, wie die Familien Trauttmansdorff, Thun, Metternich und Clary.

Auch einfache Bürger und Bauern waren betroffen: wer nicht zum katholischen Glauben übertrat, musste das Land verlassen. 1624 wurde der katholische Glaube der einzig anerkannte in den Böhmischen Ländern - immer mehr Untertanen sahen sich gezwungen, zu emigrieren. Rund 150.000 Menschen sollen in den Jahren nach der Niederlage der protestantischen Stände die Böhmischen Länder aus religiösen Gründen verlassen haben. Der wohl bekannteste Emigrant jener Zeit ist Jan Amos Komensky - Comenius. Der Pädagoge und Bischof der Brüderunität liess sich nach einigen Reisen in Holland nieder, wo er 1670 im Alter von 78 Jahren verstarb.

Auch in den Augen der meisten heutigen Tschechen begann damals mit der Niederlage der protestantischen Stände in der Schlacht am Weissen Berg die "Zeit der Finsternis". Als solche werden die knapp 300 Jahre der uneingeschränkten Herrschaft der Habsburger über die Böhmischen Länder bezeichnet, die erst mit der Unabhängigkeit der Tschechoslowakei 1918 endeten. Das einstmals stolze Königreich Böhmen war nach der neuen Landesordnung von 1627 zu einer Habsburger Provinz degradiert worden und hatte die meisten seiner Rechte verloren - auch das der Glaubensfreiheit, für das seine Bewohner seit dem Ketzertod des Jan Hus 1415 gekämpft hatten. Heute erinnern an diese Geschichtsepoche nicht nur die 27 in das Strassenpflaster eingelassenen Kreuze auf dem Altstädter Ring, sondern auch all die prächtigen Barockbauten im Lande. Mit diesen zeigten die katholischen Habsburger ihren böhmischen und mährischen Untertanen, wer der Herr im Lande ist.

Und damit sind wir bereits am Ende unseres Ausfluges in das 17. Jahrhundert.

www.radio.cz/de/rubrik/geschichte/hinrichtung-auf-dem-alt...

Execution on the Old Town Square 21. 6. 1621

23-06-2001 | Olaf Barth, Katrin Bock

Olaf Barth and Katrin Bock now take a look at the events that took place on the Old Town Square 380 years ago.

Execution on the Old Town Square 21. 6. 1621

If you have ever been to Prague, you may have noticed the 27 crosses which have been embedded into the pavement at the foot of the Old Town Town Hall. Perhaps you have wondered about their origin. Well, in the following minutes you will learn more about the context of these crosses. First of all, listen to the Czech writer Alois Jirasek portraying the events at the end of the 19th century in one of his stories:

"In the night of 20 to 21 June 1621, fear and grief prevailed everywhere in Prague, and the roads had become like deserted, for on Prague restrictions had been imposed. Only the clash of the weapons and the heavy steps of foreign soldiers broke through the oppressive silence. On the Old Town Square there was a lot of activity, and boards and beams were unloaded from wagons and carried to the middle of the place, where a scaffold grew by the flickering light of numerous torches. By daybreak a gallows covered with red cloth was towering. At sunrise fulminated a cannon cracker showing that the execution had to begin. On the scaffold dark hooded people were visible, the assistents of the executioner and the gravedigger. Finally, the executioner, Jan Mydláø, also appeared. Immediately the imperial judges took their seats, and the names of the twenty-seven death-condemned noblemen were exclaimed. While foreign soldiers were drumming in the streets of Prague, in the houses people of Prague prayed for their faithful, the 27 men who were either beheaded or hanged at the same time. It is reported that once a year, always in the night from the 20th to the 21st of June, the noblemen and citizens appear on the Old Town Square. Silently they walk over the square to the church, where, kneeling before the altar, they receive the Last Supper in both forms. And as silently as they have come they disappear again."

The Hradschin 1618, in the year of the window-lintel (contemporary engraving)

So far the Czech writer Alois Jirasek about the events of that night 380 years ago, when the leaders of the insurrection of the Estates against the Catholic Habsburgs were judged. 27 nobles, gentlemen and citizens, Czechs and Germans, Protestants and a Catholic then left their lives. They were punished for having joined an uprising against the legal Habsburg emperor which had a religious background, for the Emperor had previously tried to restrict the freedom of religion which had been in force in the Bohemian lands since the middle of the fifteenth century. The revolt had begun on May 23, 1618, with the famous Prague defenestration, and ended with the battle Battle of White Mountain in November 1620, for the Czechs still today a national trauma. In that battle before the gates of Prague the army of the Catholic Habsburgs the Protestant Estates had utterly vanquished. What followed was a relentless persecution of all insurgents, regardless of their social position or nationality. Emperor Ferdinand II used his military victory to strengthen his position in the rebellious Bohemian lands, to suppress the Protestant faith and to break the power of the Estates once and for all.

Procession on the White Mountains (Josef Berka and A. Gustav, around 1800)

All persons who had somehow participated in the uprising of the Estates were punished. The worst punishment experienced three lords, seven knights and 17 citizens, who were executed in the early morning hours of June 21, 1621 on the Old Town Square. The execution took place conforming to the etiquette: first came the lords, then the knights, and finally the citizens. It is said the bloodthirsty torture to have lasted for four hours, while the executioner Jan Mydlar in the proces was to have beaten blunt four swords.

Joachim Andreas Graf Schlick was the first to be beheaded, whose family had grown rich thanks to the silver mines in the west Bohemian Jáchymov valley. Count Schlick had worked for many years at the Saxon court as an educator of the future ruler Johann Georg. During the Bohemian uprising of the Estates, Schlick had been quite active. Among other things, he was one of the participants of the famous 1618 defenestration. Next came Vaclav Budova from Budovec. Since the beginning of the 17th century, he had been strongly committed to the observance of the freedom of belief in the Bohemian lands and had been one of the spokesmen of the insurgents. As the third nobleman, Krystof Harant of Polzice and Bezdruzice lost his head. He had been court musician and companion of Rudolf at the court of Emperor Rudolf II. He was not very interested in politics, but he had been one of the military leaders of the insurgents, which now cost him his head. All three of them, without any doubt, belonged to the intellectual elite of the country, all three of them had been to many places, were well-educated, spoke several languages, and were Protestants.

Among the 7 knights was also the Catholic Divis Cernin of Chudenice. This one had made the fatal mistake of opening the gates of the castle to the representatives of the Estates on the 23rd of May, 1618, who then threw the three representatives of the Habsburg power out of a window in protest against the restriction of the rights of the Protestants.

Jan Jesensky

Jan Jessenius, the rector of the Charles University of Prague, was one of those who got the severest judgement. He was not only beheaded, his tongue had been cut off before, additionally he was also quartered after the execution. Emperor Ferdinand had expressed himself personally for this harsh judgment. The internationally respected scholar, who had carried out the first public autopsy in Prague in 1600, had aroused the wrath of the ruler as he had himself pronounced against the election of Ferdinand for the King of Bohemia as well as published a series of harsh writings against the Habsburgs.

The heads of twelve executed were hanged in iron baskets for deterrence and warning at the Old Town Bridge Tower. From there they were removed only 10 years later, when the Saxons 1631 occupied Prague for a short time.

Ferdinand II.

Emperor Ferdinand II took advantage of the victory over the rebellious Protestant estates, which had dethroned him, the legitimate heir, and elected another one, the "Winter King", Frederick of the Palatinate. 166 nobles Ferdinand had completely dispossessed, another 500 lost a large part of their estates. On the other hand, his faithful were rewarded. Those were given great lands in the Bohemian lands. In addition, monasteries were returned lands that they had lost during the Hussite wars in the 15th century.

The greatest winners were probably Albrecht von Waldstein, Karl von Liechtenstein, and Johann Ulrich von Eggenberg, who were now able to call great domains their own. But also other noble families then settled in the Bohemian lands, like the Trauttmansdorff, Thun, Metternich and Clary families.

Even ordinary citizens and peasants were affected: those who did not convert to the Catholic faith had to leave the country. In 1624 the Catholic faith became the only one recognized in the Bohemian lands - more and more subjects saw themselves forced to emigrate. Some 150,000 people are said to have left the Bohemian lands for religious reasons in the years after the defeat of the Protestant Estates. The probably most famous emigrant of that time is Jan Amos Komensky - Comenius. The pedagogue and bishop of the Unity of the Brotherhood settled down after a few journeys in Holland, where he died in 1670 at the age of 78.

Even in the eyes of most of today's Czechs, the "time of darkness" began with the defeat of the Protestant estates in the Battle of Weissenberg. As such, the almost 300 years of the unrestricted rule of the Habsburgs over the Bohemian countries were designated, which ended only with the independence of Czechoslovakia in 1918. The formerly proud kingdom of Bohemia had been degrated to a Habsburg province according to the new regional order of 1627, and had lost most of its rights, including the freedom of faith for which its inhabitants had fought since the death for heresy of Jan Hus in 1415. Today, not only the 27 crosses embedded on the Old Town Square, but also all the magnificent Baroque buildings in the country, are reminiscent of this historic epoch. With these the Catholic Habsburgs showed their Bohemian and Moravian subjects who is the boss in the country.

And so we are already at the end of our trip into the 17th century.

 

Hinrichtung auf dem Altstädter Ring 21. 6. 1621

23-06-2001 | Olaf Barth, Katrin Bock

Olaf Barth und Katrin Bock werfen heute einen Blick auf die Geschehnisse, die sich vor 380 Jahren auf dem Altstädter Ring ereigneten.

Hinrichtung auf dem Altstädter Ring 21. 6. 1621

Wer von Ihnen schon mal in Prag war, dem sind sie vielleicht aufgefallen, die 27 in das Pflaster eingelassenen Kreuze zu Füssen des Altstädter Rathausturmes. Vielleicht haben Sie sich über deren Ursprung gewundert. Nun in den folgenden Minuten erfahren Sie mehr über die Bewandtnis dieser Kreuze. Hören Sie zunächst einmal, wie der tschechische Schriftsteller Alois Jirasek die entsprechenden Ereignisse Ende des 19. Jahrhunderts in einer seiner Geschichten schilderte:

"In der Nacht vom 20. auf den 21. Juni 1621 herrschte überall in Prag Angst und Trauer. Die Strassen waren wie ausgestorben, denn über Prag war Ausgangsverbot verhängt worden. Nur das Klirren der Waffen und schwere Schritte fremder Soldaten durchbrachen die bedrückende Stille. Auf dem Altstädter Ring herrschte reger Betrieb. Bretter und Balken wurden von Wagen abgeladen und zur Platzmitte getragen, wo beim flackernden Licht zahlreicher Fackeln ein Gerüst wuchs. Als es zu dämmern begann, ragte da ein mit rotem Stoff überzogener Galgen empor. Beim Sonnenaufgang donnerte von der Prager Burg ein Kanonenschlag. Ein Zeichen dafür, dass die Exekution beginne. Auf dem Galgengerüst waren dunkle vermummte Gestalten zu sehen - die Henkershelfer und der Totengräber. Schliesslich erschien auch der Henker Jan Mydláø. Alsbald nahmen die kaiserlichen Richter ihre Sitze ein, und die Namen der 27 zum Tode verurteilten Standesherren wurden ausgerufen. Während in den Strassen Prags fremde Soldaten trommelten, beteten in den Häusern die Prager für ihre Getreuen, die 27 Herren, die zur selben Zeit geköpft oder gehängt wurden. Es wird berichtet, dass die hingerichteten Adeligen und Bürger einmal im Jahr, immer in der Nacht vom 20. auf den 21. Juni, auf dem Altstädter Ring erscheinen. Schweigend gehen sie über den Platz zur Kirche, wo sie, vor dem Altar knieend, das Abendmahl in beiderlei Gestalt empfangen. Und so lautlos wie sie gekommen verschwinden sie wieder."

Der Hradschin 1618, im Jahre des Fenstersturzes (Zeitgenössiger Stich)

Soweit der tschechische Schriftsteller Alois Jirasek über die Ereignisse jener Nacht vor 380 Jahren, als die Anführer des Ständeaufstandes gegen die katholischen Habsburger gerichtet wurden. 27 Adelige, Herren und Bürger, Tschechen und Deutsche, Protestanten und ein Katholik liessen damals ihr Leben. Bestraft wurden sie dafür, dass sie sich einem Aufstand gegen den rechtmässigen Habsburger Kaiser angeschlossen hatten, der einen religiösen Hintergrund hatte, denn der Kaiser hatte zuvor versucht, die seit Mitte des 15. Jahrhunderts in den Böhmischen Ländern geltende Religionsfreiheit einzuschränken. Der Aufstand hatte am 23. Mai 1618 mit dem berühmten Prager Fenstersturz begonnen und mit der für Tschechen noch heute ein nationales Trauma darstellenden Schlacht am Weissen Berg im November 1620 geendet. In jener Schlacht vor den Toren Prags hatte das Heer der katholischen Habsburger die protestantischen Stände vernichtend geschlagen. Was folgte war eine unbarmherzige Verfolgung aller Aufständischen, ungeachtet ihrer gesellschaftlichen Stellung oder Nationalität. Kaiser Ferdinand II. nutzte seinen militärischen Sieg, um seine Stellung in den aufständischen Böhmischen Ländern zu stärken, den protestantischen Glauben zurückzudrängen und die Macht der Stände ein für alle mal zu brechen.

Prozession am Weißen Berge (Josef Berka und A. Gustav, um 1800)

Alle Personen, die irgendwie an dem Ständeaufstand beteiligt gewesen waren, wurden bestraft. Am schlimmsten traf es dabei drei Herren, sieben Ritter und 17 Bürger, die in den frühen Morgenstunden des 21. Junis 1621 auf dem Altstädter Ring hingerichtet wurden. Bei der Hinrichtung wurde die Etike gewahrt: zuerst waren die Herren dran, dann die Ritter und schliesslich die Bürger. Vier Stunden lang soll die blutige Tortur gedauert haben, vier Schwerter soll der Henker Jan Mydlar dabei stumpf geschlagen haben.

Als erster wurde Joachim Andreas Graf Schlick geköpft, dessen Familie dank der Silberminen im westböhmischen Joachimsthal reich geworden war. Graf Schlick hatte jahrelang am sächsischen Hof als Erzieher des zukünftigen Herrschers Johann Georg gewirkt. Während des böhmischen Ständeaufstands war Schlick recht aktiv gewesen, unter anderem gehörte er zu den Teilnehmern des berühmten Fenstersturzes von 1618. Als nächstes kam Vaclav Budova von Budovec an die Reihe. Dieser hatte sich seit dem Beginn des 17. Jahrhunderts stark für die Einhaltung der Glaubensfreiheit in den Böhmischen Ländern eingesetzt und war einer der Wortführer der Aufständischen gewesen. Als dritter hochgestellter Adeliger verlor Krystof Harant von Polzice und Bezdruzice seinen Kopf. Dieser war am Hofe Kaiser Rudolfs II. Hofmusikant und Gesellschafter Rudolfs gewesen. Für Politik interessierte er sich nicht sehr, doch war er einer der Heerführer der Aufständischen gewesen, das kostete ihn nun seinen Kopf. Alle drei Herren gehörten ohne Zweifel zur geistigen Elite des Landes, alle drei waren weitgereist, hervorragend gebildet, sprachen mehrere Sprachen - und waren Protestanten.

Unter den 7 Rittern war auch der Katholik Divis Cernin von Chudenice. Dieser hatte den verhängnisvollen Fehler gemacht, am 23. Mai 1618 den Repräsentanten der Stände die Burgtore geöffnet zu haben, die dann die drei Vertreter der Habsburger Macht aus Protest gegen die Einschränkung der Rechte der Protestanten aus einem Fenster warfen.

Jan Jesensky

Eines der härtesten Urteile traf Jan Jessenius, den Rektor der Prager Karlsuniversität, der als 16. an die Reihe kam: er wurde nicht nur geköpft, zuvor wurde ihm die Zunge abgeschnitten, ausserdem wurde er nach der Hinrichtung noch geviertelt. Für dieses harte Urteil hatte sich Kaiser Ferdinand persönlich ausgesprochen. Der international angesehene Gelehrte, der 1600 in Prag die erste öffentliche Obduktion durchgeführt hatte, hatte den Zorn des Herrschers erregt, da er sich auf verschiedenen Landtagen gegen die Wahl Ferdinands zum böhmischen König ausgesprochen sowie eine Reihe von scharfen Schriften gegen die Habsburger veröffentlicht hatte.

Die Köpfe von zwölf Hingerichteten wurden in Eisenkörben zur Abschreckung und Warnung an den Altstädter Brückenturm gehängt. Von dort wurden sie erst 10 Jahre später entfernt, als die Sachsen 1631 Prag für kurze Zeit besetzten.

Ferdinand II.

Kaiser Ferdinand II. nutzte seinen Sieg über die aufständischen protestantischen Stände, die ihn, den rechtmässigen Erben, entthront hatten und einen anderen, den "Winterkönig" Friedrich von der Pfalz, gewählt hatten. 166 Adelige liess Ferdinand vollkommen enteignen, weitere 500 verloren einen Grossteil ihrer Güter. Belohnt wurden dagegen seine Getreuen. Diese erhielten grosse Ländereien in den Böhmischen Ländern. Ausserdem bekamen Klöster Ländereien zurück, die sie zur Zeit der Hussitenkriege im 15. Jahrhundert verloren hatten.

Die grössten Gewinner waren wohl Albrecht von Waldstein, Karl von Liechtenstein sowie Johann Ulrich von Eggenberg, die nun grosse Herrschaften ihr Eigen nennen konnten. Aber auch andere Adelsdfamilien setzten damals in den Böhmischen Ländern ihren Fuss, wie die Familien Trauttmansdorff, Thun, Metternich und Clary.

Auch einfache Bürger und Bauern waren betroffen: wer nicht zum katholischen Glauben übertrat, musste das Land verlassen. 1624 wurde der katholische Glaube der einzig anerkannte in den Böhmischen Ländern - immer mehr Untertanen sahen sich gezwungen, zu emigrieren. Rund 150.000 Menschen sollen in den Jahren nach der Niederlage der protestantischen Stände die Böhmischen Länder aus religiösen Gründen verlassen haben. Der wohl bekannteste Emigrant jener Zeit ist Jan Amos Komensky - Comenius. Der Pädagoge und Bischof der Brüderunität liess sich nach einigen Reisen in Holland nieder, wo er 1670 im Alter von 78 Jahren verstarb.

Auch in den Augen der meisten heutigen Tschechen begann damals mit der Niederlage der protestantischen Stände in der Schlacht am Weissen Berg die "Zeit der Finsternis". Als solche werden die knapp 300 Jahre der uneingeschränkten Herrschaft der Habsburger über die Böhmischen Länder bezeichnet, die erst mit der Unabhängigkeit der Tschechoslowakei 1918 endeten. Das einstmals stolze Königreich Böhmen war nach der neuen Landesordnung von 1627 zu einer Habsburger Provinz degradiert worden und hatte die meisten seiner Rechte verloren - auch das der Glaubensfreiheit, für das seine Bewohner seit dem Ketzertod des Jan Hus 1415 gekämpft hatten. Heute erinnern an diese Geschichtsepoche nicht nur die 27 in das Strassenpflaster eingelassenen Kreuze auf dem Altstädter Ring, sondern auch all die prächtigen Barockbauten im Lande. Mit diesen zeigten die katholischen Habsburger ihren böhmischen und mährischen Untertanen, wer der Herr im Lande ist.

Und damit sind wir bereits am Ende unseres Ausfluges in das 17. Jahrhundert.

www.radio.cz/de/rubrik/geschichte/hinrichtung-auf-dem-alt...

Fortress Špilberk

The fortress Spielberg (Czech: Špilberk) is located in South Moravian Brno in the Czech Republic. It has a changing history as a medieval castle, fortress, barracks and prison behind it. Today are located in here exhibitions and a restaurant. The complex is a cultural and tourist destination of the Brno population. Its location on a hill offers a good view over the city.

Location

The former Spielberg fortress is situated on a hill (282 meters above sea level) above the old town of Brno.

History

Fortress

Spielberg Castle was built in the second half of the 13th century and has undergone some changes over the centuries. At first it was the Gothic castle of the Bohemian kings and seat of the Moravian margrave. In the middle of the 17th century, it was expanded into a powerful Baroque fortress. In the middle of the eighteenth century, with the then fortified city of Brno, it formed the most important bastion in Moravia.

The casemates, completed in 1742, were an important part of the fortress. They should provide protection for a 1200 man strong military corps. In the end, however, only military depots were placed here. In the year 1783, a prison was established for the most dangerous and worst criminals, in the course of the reform of the Austrian prison system by order of Emperor Joseph II. In 1785, the southern part of the casemates was also converted into a prison and called the Leopoldine tract. However, joint use as a military fortress and civilian prison was problematic.

After the destruction of important fortifications by the withdrawing Napoleonic army in 1809, the fortress lost its military importance. The whole fortress Spielberg became from 1820 a civilian prison. Under Franz Joseph I, the complex was again a military prison and barracks in 1855.

Fountain

The castle fountain is of medieval origin. In the years 1716 to 1717 its original depth was increased from 39 m to 112 m so that the ground was below the water level of the river Svratka in Old Brno. The upper part of the fountain is made of natural stone and bricks, while the lower part consists only of rocks. The average diameter is 3.5 m. The water level is 90 m, so that a water volume of more than 1,000 m³ is available. At the bottom of the well are two horizontal shafts with a length of 17 and 26 meters respectively.

By the Napoleonic troops, the well together with the destruction of the castle in 1809 was filled up but in the subsequent years it was exposed again. Above the well was a fountain house with a wooden wheel driven by convicts to bring up the water. This house was only abolished in the years 1939-1941 by the German Wehrmacht. The last cleaning work in the years 1990 and 1991 was connected with research, 308 m³ of material from the well were cleared. Interesting finds, which are exhibited in the Museum of the Castle, have been exposed. Among them is a skeleton of a soldier from the end of the 19th century. But his identity is unknown.

Near the well is a Baroque cistern, where the rain water of the surrounding roofs was caught.

Since 1990, on the rear wall of the castle courtyard, there is a clockwork consisting of 15 bells weighing between 16 kg and 220 kg.

Casemates

The casemates are laid out as a two-storey military dugout (for 1,200 men) with attached dungeon system below the castle buildings. From 1746 to 1749 Franz Freiherr von der Trenck was imprisoned here, his mortal remains are located in the crypt of the Capuchin monastery in Brno's old town. In 1783 Emperor Joseph II had the upper storey of the northern casemates rebuilt into a prison. In 1784 by imperial decree in the casemates of the lower story the sentenced for life have been quartered. In addition to this, 29 single-cells made of planks were built, in which the prisoners were forged to the wall. Spielberg became the most feared prison in the country. It was considered safe from outbreaks. Even the widely spread narrative of the only one escape from Spielberg prison castle of the very famous Czech robber Babinsky is just one of his numerous personal legends. This was spread by himself as a former Spielberg prisoner with the number 1042 after his release. In 1785, the upper storey of the southern casemates was also converted into a prison. From 1824 there was the Italian poet Silvio Pellico as a political prisoner. After his release in the autumn of 1830 he wrote his memoirs "Le mie prigioni", which made Spielberg's prison known throughout Europe.

In 1855, Emperor Franz Joseph I converted the former civil prison into a military prison. With the opening of the new penitentiary in Karthaus, 1857 the first felons were transferred there. In 1880 the casemates were made available to the public.

During the Second World War, the German army settled in in Spielberg. This led to considerable structural changes at the casemates in order to make them usable as a shelter. The Gestapo, in turn, also instituted here a notorious prison, where prisoners of resistance and opponents often died.

Today

During the years 1987 to 1992 comprehensive renovation work took place. The state of the eighteenth century was to be restored, so the time before the conversion of the fortress to the notorious dungeon of the Josephine period.

In addition to a tour of the dungeon and the casemates there are changing exhibitions and installations on the city and history with numerous documents in the castle's premises. A restaurant and a view tower in the inner part of the castle complex offer a nice panorama on parts of Brno. In the courtyard of the castle there are regularly concerts in the summer.

 

Festung Špilberk

Die Festung Spielberg (tschechisch: Špilberk) befindet sich im südmährischen Brünn in Tschechien. Sie hat eine wechselvolle Geschichte als mittelalterliche Burg, Festung, Kaserne und Gefängnis hinter sich. Heute befinden sich in ihr Ausstellungen und ein Restaurant. Die Anlage ist ein kultureller Ort und Ausflugsziel der Brünner Bevölkerung. Durch ihre Lage auf einer Anhöhe bietet sie einen guten Blick über die Stadt.

Lage

Grundriss der Festung Spielberg

Die ehemalige Festung Spielberg liegt auf einer Erhebung (282 m ü. NN) oberhalb der Altstadt von Brünn.

Geschichte

Festung

Die Burg Spielberg wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts angelegt und machte im Laufe der Jahrhunderte einige Wandlungen durch. Anfangs war es die gotische Burg der böhmischen Könige und Sitz des mährischen Markgrafen. Mitte des 17. Jahrhunderts wurde sie zu einer mächtigen Barockfestung erweitert. Mitte des 18. Jahrhunderts bildete sie mit der damals ebenfalls befestigten Stadt Brünn das bedeutendste Bollwerk in Mähren.

Die 1742 fertiggestellten Kasematten waren ein wichtiger Teil der Festung. Sie sollten Schutz für ein 1200 Mann starkes militärisches Corps bieten. Letztlich waren hier jedoch nur Depots für militärisches Material untergebracht. Im Jahr 1783 wurde dort auf Beschluss Kaiser Josephs II., im Zuge der Reform des österreichischen Gefängniswesens ein Gefängnis für die gefährlichsten und schlimmsten Verbrecher eingerichtet. 1785 wurde auch der südliche Teil der Kasematten in ein Gefängnis umgebaut und leopoldinischer Trakt genannt. Die gemeinsame Nutzung als militärische Festung und ziviles Gefängnis war allerdings problematisch.

Nach der Zerstörung wichtiger Festungsteile durch das abziehende napoleonische Heer im Jahre 1809 verlor die Festung ihre militärische Bedeutung. Die gesamte Festung Spielberg wurde ab 1820 zu einem zivilen Gefängnis. Unter Franz Joseph I. wurde die Anlage 1855 wiederum ein Militärgefängnis und Kaserne.

Brunnen

Der Burgbrunnen ist mittelalterlichen Ursprungs. In den Jahren 1716 bis 1717 wurde seine ursprüngliche Tiefe von 39 m auf 112 m erhöht, sodass der Grund unter dem Wasserspiegel des Flusses Svratka in Alt-Brünn lag. Der obere Teil des Brunnens ist aus Naturstein und Ziegeln gemauert, während der untere Teil nur aus Felsen besteht. Der durchschnittliche Durchmesser beträgt 3,5 m. Der Wasserstand beträgt 90 m, sodass ein Wasservolumen von über 1.000 m³ zur Verfügung steht. Am Grund des Brunnens befinden sich zwei horizontale Schächte mit einer Länge von 17 bzw. 26 Metern.

Durch die napoleonischen Truppen wurde mit der Zerstörung der Burg 1809 auch der Brunnen zugeschüttet, in den Folgejahren allerdings wieder freigelegt. Oberhalb des Brunnens befand sich ein Brunnenhaus mit einem Holzrad, das von Sträflingen angetrieben wurde, um das Wasser heraufzuholen. Dieses Haus wurde erst in den Jahren 1939–1941 durch die deutsche Wehrmacht abgetragen. Die letzten Reinigungsarbeiten in den Jahren 1990 und 1991 waren mit Forschungen verbunden, dabei wurden 308 m³ Material aus dem Brunnen geräumt. Dabei wurden interessante Funde freigelegt, die im Museum der Burg ausgestellt sind. Unter diesen findet sich auch ein Skelett eines Soldaten aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Seine Identität ist aber unbekannt.

Nahe dem Brunnen liegt noch eine barocke Zisterne, in der das Regenwasser der umliegenden Dächer aufgefangen wurde.

Seit 1990 befindet sich an der Rückwand des Burghofes ein Glockenspiel, das aus 15 Glocken mit einem Gewicht zwischen 16 kg und 220 kg besteht.

Kasematten

Die Kasematten sind als zweistöckiger militärischer Unterstand (für 1.200 Mann) mit angeschlossener Kerkeranlage unterhalb der Burggebäude angelegt. 1746 bis 1749 wurde hier Franz Freiherr von der Trenck inhaftiert, seine sterblichen Überreste befinden sich in der Gruft des Kapuzinerklosters in der Brünner Altstadt. 1783 ließ Kaiser Joseph II. das obere Geschoss der nördlichen Kasematten in ein Gefängnis umbauen. 1784 wurden per kaiserlichem Dekret in den Kasematten des unteren Stockwerks die lebenslang Verurteilten einquartiert. Dazu entstanden 29 aus Brettern gezimmerte Einzelzellen, in denen die Gefangenen angeschmiedet wurden. Spielberg wurde zum gefürchtetsten Gefängnis des Landes. Es galt als ausbruchsicher. Selbst die landesweit verbreitete Erzählung von einem einzigen, jemals von der Burg Spielberg gelungenen Gefängnisausbruch des damals sehr berühmten tschechischen Räuber Babinsky ist nur eine seiner zahlreichen persönlichen Legenden. Diese wurde von ihm selbst als ehemaligem Spielberg-Häftling mit der Nummer 1042 nach seiner Entlassung verbreitet. 1785 wurde auch das obere Geschoss der südlichen Kasematten zum Gefängnis umgebaut. Ab 1824 war dort der italienische Dichter Silvio Pellico als politischer Gefangener. Nach seiner Freilassung im Herbst 1830 verfasste er seine Erinnerungen „Le mie prigioni“, die das Gefängnis von Spielberg in ganz Europa bekannt machten.

1855 wandelte Kaiser Franz Joseph I. das bisherige Zivil-Gefängnis in ein Militärgefängnis um. Mit der Eröffnung des neuen Zuchthauses in Karthaus wurden 1857 die ersten Schwerverbrecher dorthin überführt. 1880 wurden die Kasematten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Während des Zweiten Weltkriegs richtete sich die deutsche Wehrmacht in Spielberg ein. Diese führte an den Kasematten erhebliche bauliche Änderungen durch, um sie als Schutzkeller nutzbar zu machen. Auch die Gestapo richtete hier ein – wiederum berüchtigtes – Gefängnis ein um dort Widerstandskämpfer und Gegner einzusperren, die dort oftmals verstarben.

Heute

Während der Jahre 1987 bis 1992 fanden umfangreiche Renovierungsarbeiten statt. Es sollte der Zustand des ausgehenden 18. Jahrhunderts wiederhergestellt werden, also die Zeit vor dem Umbau der Festung zum berüchtigten Kerker der josephinischen Zeit.

Neben einem Rundgang durch den Kerker und die Kasematten befinden sich wechselnde Ausstellungen und Installationen zur Stadt und Geschichte mit zahlreichen Dokumenten in den Räumlichkeiten der Burg. Ein Restaurant und ein Aussichtsturm im inneren Teil der Burganlagen bieten ein schönes Panorama auf Teile Brünns. Im Hof der Burg finden im Sommer regelmäßig Konzerte statt.

de.wikipedia.org/wiki/Festung_%C5%A0pilberk

Execution on the Old Town Square 21. 6. 1621

23-06-2001 | Olaf Barth, Katrin Bock

Olaf Barth and Katrin Bock now take a look at the events that took place on the Old Town Square 380 years ago.

Execution on the Old Town Square 21. 6. 1621

If you have ever been to Prague, you may have noticed the 27 crosses which have been embedded into the pavement at the foot of the Old Town Town Hall. Perhaps you have wondered about their origin. Well, in the following minutes you will learn more about the context of these crosses. First of all, listen to the Czech writer Alois Jirasek portraying the events at the end of the 19th century in one of his stories:

"In the night of 20 to 21 June 1621, fear and grief prevailed everywhere in Prague, and the roads had become like deserted, for on Prague restrictions had been imposed. Only the clash of the weapons and the heavy steps of foreign soldiers broke through the oppressive silence. On the Old Town Square there was a lot of activity, and boards and beams were unloaded from wagons and carried to the middle of the place, where a scaffold grew by the flickering light of numerous torches. By daybreak a gallows covered with red cloth was towering. At sunrise fulminated a cannon cracker showing that the execution had to begin. On the scaffold dark hooded people were visible, the assistents of the executioner and the gravedigger. Finally, the executioner, Jan Mydláø, also appeared. Immediately the imperial judges took their seats, and the names of the twenty-seven death-condemned noblemen were exclaimed. While foreign soldiers were drumming in the streets of Prague, in the houses people of Prague prayed for their faithful, the 27 men who were either beheaded or hanged at the same time. It is reported that once a year, always in the night from the 20th to the 21st of June, the noblemen and citizens appear on the Old Town Square. Silently they walk over the square to the church, where, kneeling before the altar, they receive the Last Supper in both forms. And as silently as they have come they disappear again."

The Hradschin 1618, in the year of the window-lintel (contemporary engraving)

So far the Czech writer Alois Jirasek about the events of that night 380 years ago, when the leaders of the insurrection of the Estates against the Catholic Habsburgs were judged. 27 nobles, gentlemen and citizens, Czechs and Germans, Protestants and a Catholic then left their lives. They were punished for having joined an uprising against the legal Habsburg emperor which had a religious background, for the Emperor had previously tried to restrict the freedom of religion which had been in force in the Bohemian lands since the middle of the fifteenth century. The revolt had begun on May 23, 1618, with the famous Prague defenestration, and ended with the battle Battle of White Mountain in November 1620, for the Czechs still today a national trauma. In that battle before the gates of Prague the army of the Catholic Habsburgs the Protestant Estates had utterly vanquished. What followed was a relentless persecution of all insurgents, regardless of their social position or nationality. Emperor Ferdinand II used his military victory to strengthen his position in the rebellious Bohemian lands, to suppress the Protestant faith and to break the power of the Estates once and for all.

Procession on the White Mountains (Josef Berka and A. Gustav, around 1800)

All persons who had somehow participated in the uprising of the Estates were punished. The worst punishment experienced three lords, seven knights and 17 citizens, who were executed in the early morning hours of June 21, 1621 on the Old Town Square. The execution took place conforming to the etiquette: first came the lords, then the knights, and finally the citizens. It is said the bloodthirsty torture to have lasted for four hours, while the executioner Jan Mydlar in the proces was to have beaten blunt four swords.

Joachim Andreas Graf Schlick was the first to be beheaded, whose family had grown rich thanks to the silver mines in the west Bohemian Jáchymov valley. Count Schlick had worked for many years at the Saxon court as an educator of the future ruler Johann Georg. During the Bohemian uprising of the Estates, Schlick had been quite active. Among other things, he was one of the participants of the famous 1618 defenestration. Next came Vaclav Budova from Budovec. Since the beginning of the 17th century, he had been strongly committed to the observance of the freedom of belief in the Bohemian lands and had been one of the spokesmen of the insurgents. As the third nobleman, Krystof Harant of Polzice and Bezdruzice lost his head. He had been court musician and companion of Rudolf at the court of Emperor Rudolf II. He was not very interested in politics, but he had been one of the military leaders of the insurgents, which now cost him his head. All three of them, without any doubt, belonged to the intellectual elite of the country, all three of them had been to many places, were well-educated, spoke several languages, and were Protestants.

Among the 7 knights was also the Catholic Divis Cernin of Chudenice. This one had made the fatal mistake of opening the gates of the castle to the representatives of the Estates on the 23rd of May, 1618, who then threw the three representatives of the Habsburg power out of a window in protest against the restriction of the rights of the Protestants.

Jan Jesensky

Jan Jessenius, the rector of the Charles University of Prague, was one of those who got the severest judgement. He was not only beheaded, his tongue had been cut off before, additionally he was also quartered after the execution. Emperor Ferdinand had expressed himself personally for this harsh judgment. The internationally respected scholar, who had carried out the first public autopsy in Prague in 1600, had aroused the wrath of the ruler as he had himself pronounced against the election of Ferdinand for the King of Bohemia as well as published a series of harsh writings against the Habsburgs.

The heads of twelve executed were hanged in iron baskets for deterrence and warning at the Old Town Bridge Tower. From there they were removed only 10 years later, when the Saxons 1631 occupied Prague for a short time.

Ferdinand II.

Emperor Ferdinand II took advantage of the victory over the rebellious Protestant estates, which had dethroned him, the legitimate heir, and elected another one, the "Winter King", Frederick of the Palatinate. 166 nobles Ferdinand had completely dispossessed, another 500 lost a large part of their estates. On the other hand, his faithful were rewarded. Those were given great lands in the Bohemian lands. In addition, monasteries were returned lands that they had lost during the Hussite wars in the 15th century.

The greatest winners were probably Albrecht von Waldstein, Karl von Liechtenstein, and Johann Ulrich von Eggenberg, who were now able to call great domains their own. But also other noble families then settled in the Bohemian lands, like the Trauttmansdorff, Thun, Metternich and Clary families.

Even ordinary citizens and peasants were affected: those who did not convert to the Catholic faith had to leave the country. In 1624 the Catholic faith became the only one recognized in the Bohemian lands - more and more subjects saw themselves forced to emigrate. Some 150,000 people are said to have left the Bohemian lands for religious reasons in the years after the defeat of the Protestant Estates. The probably most famous emigrant of that time is Jan Amos Komensky - Comenius. The pedagogue and bishop of the Unity of the Brotherhood settled down after a few journeys in Holland, where he died in 1670 at the age of 78.

Even in the eyes of most of today's Czechs, the "time of darkness" began with the defeat of the Protestant estates in the Battle of Weissenberg. As such, the almost 300 years of the unrestricted rule of the Habsburgs over the Bohemian countries were designated, which ended only with the independence of Czechoslovakia in 1918. The formerly proud kingdom of Bohemia had been degrated to a Habsburg province according to the new regional order of 1627, and had lost most of its rights, including the freedom of faith for which its inhabitants had fought since the death for heresy of Jan Hus in 1415. Today, not only the 27 crosses embedded on the Old Town Square, but also all the magnificent Baroque buildings in the country, are reminiscent of this historic epoch. With these the Catholic Habsburgs showed their Bohemian and Moravian subjects who is the boss in the country.

And so we are already at the end of our trip into the 17th century.

 

Hinrichtung auf dem Altstädter Ring 21. 6. 1621

23-06-2001 | Olaf Barth, Katrin Bock

Olaf Barth und Katrin Bock werfen heute einen Blick auf die Geschehnisse, die sich vor 380 Jahren auf dem Altstädter Ring ereigneten.

Hinrichtung auf dem Altstädter Ring 21. 6. 1621

Wer von Ihnen schon mal in Prag war, dem sind sie vielleicht aufgefallen, die 27 in das Pflaster eingelassenen Kreuze zu Füssen des Altstädter Rathausturmes. Vielleicht haben Sie sich über deren Ursprung gewundert. Nun in den folgenden Minuten erfahren Sie mehr über die Bewandtnis dieser Kreuze. Hören Sie zunächst einmal, wie der tschechische Schriftsteller Alois Jirasek die entsprechenden Ereignisse Ende des 19. Jahrhunderts in einer seiner Geschichten schilderte:

"In der Nacht vom 20. auf den 21. Juni 1621 herrschte überall in Prag Angst und Trauer. Die Strassen waren wie ausgestorben, denn über Prag war Ausgangsverbot verhängt worden. Nur das Klirren der Waffen und schwere Schritte fremder Soldaten durchbrachen die bedrückende Stille. Auf dem Altstädter Ring herrschte reger Betrieb. Bretter und Balken wurden von Wagen abgeladen und zur Platzmitte getragen, wo beim flackernden Licht zahlreicher Fackeln ein Gerüst wuchs. Als es zu dämmern begann, ragte da ein mit rotem Stoff überzogener Galgen empor. Beim Sonnenaufgang donnerte von der Prager Burg ein Kanonenschlag. Ein Zeichen dafür, dass die Exekution beginne. Auf dem Galgengerüst waren dunkle vermummte Gestalten zu sehen - die Henkershelfer und der Totengräber. Schliesslich erschien auch der Henker Jan Mydláø. Alsbald nahmen die kaiserlichen Richter ihre Sitze ein, und die Namen der 27 zum Tode verurteilten Standesherren wurden ausgerufen. Während in den Strassen Prags fremde Soldaten trommelten, beteten in den Häusern die Prager für ihre Getreuen, die 27 Herren, die zur selben Zeit geköpft oder gehängt wurden. Es wird berichtet, dass die hingerichteten Adeligen und Bürger einmal im Jahr, immer in der Nacht vom 20. auf den 21. Juni, auf dem Altstädter Ring erscheinen. Schweigend gehen sie über den Platz zur Kirche, wo sie, vor dem Altar knieend, das Abendmahl in beiderlei Gestalt empfangen. Und so lautlos wie sie gekommen verschwinden sie wieder."

Der Hradschin 1618, im Jahre des Fenstersturzes (Zeitgenössiger Stich)

Soweit der tschechische Schriftsteller Alois Jirasek über die Ereignisse jener Nacht vor 380 Jahren, als die Anführer des Ständeaufstandes gegen die katholischen Habsburger gerichtet wurden. 27 Adelige, Herren und Bürger, Tschechen und Deutsche, Protestanten und ein Katholik liessen damals ihr Leben. Bestraft wurden sie dafür, dass sie sich einem Aufstand gegen den rechtmässigen Habsburger Kaiser angeschlossen hatten, der einen religiösen Hintergrund hatte, denn der Kaiser hatte zuvor versucht, die seit Mitte des 15. Jahrhunderts in den Böhmischen Ländern geltende Religionsfreiheit einzuschränken. Der Aufstand hatte am 23. Mai 1618 mit dem berühmten Prager Fenstersturz begonnen und mit der für Tschechen noch heute ein nationales Trauma darstellenden Schlacht am Weissen Berg im November 1620 geendet. In jener Schlacht vor den Toren Prags hatte das Heer der katholischen Habsburger die protestantischen Stände vernichtend geschlagen. Was folgte war eine unbarmherzige Verfolgung aller Aufständischen, ungeachtet ihrer gesellschaftlichen Stellung oder Nationalität. Kaiser Ferdinand II. nutzte seinen militärischen Sieg, um seine Stellung in den aufständischen Böhmischen Ländern zu stärken, den protestantischen Glauben zurückzudrängen und die Macht der Stände ein für alle mal zu brechen.

Prozession am Weißen Berge (Josef Berka und A. Gustav, um 1800)

Alle Personen, die irgendwie an dem Ständeaufstand beteiligt gewesen waren, wurden bestraft. Am schlimmsten traf es dabei drei Herren, sieben Ritter und 17 Bürger, die in den frühen Morgenstunden des 21. Junis 1621 auf dem Altstädter Ring hingerichtet wurden. Bei der Hinrichtung wurde die Etike gewahrt: zuerst waren die Herren dran, dann die Ritter und schliesslich die Bürger. Vier Stunden lang soll die blutige Tortur gedauert haben, vier Schwerter soll der Henker Jan Mydlar dabei stumpf geschlagen haben.

Als erster wurde Joachim Andreas Graf Schlick geköpft, dessen Familie dank der Silberminen im westböhmischen Joachimsthal reich geworden war. Graf Schlick hatte jahrelang am sächsischen Hof als Erzieher des zukünftigen Herrschers Johann Georg gewirkt. Während des böhmischen Ständeaufstands war Schlick recht aktiv gewesen, unter anderem gehörte er zu den Teilnehmern des berühmten Fenstersturzes von 1618. Als nächstes kam Vaclav Budova von Budovec an die Reihe. Dieser hatte sich seit dem Beginn des 17. Jahrhunderts stark für die Einhaltung der Glaubensfreiheit in den Böhmischen Ländern eingesetzt und war einer der Wortführer der Aufständischen gewesen. Als dritter hochgestellter Adeliger verlor Krystof Harant von Polzice und Bezdruzice seinen Kopf. Dieser war am Hofe Kaiser Rudolfs II. Hofmusikant und Gesellschafter Rudolfs gewesen. Für Politik interessierte er sich nicht sehr, doch war er einer der Heerführer der Aufständischen gewesen, das kostete ihn nun seinen Kopf. Alle drei Herren gehörten ohne Zweifel zur geistigen Elite des Landes, alle drei waren weitgereist, hervorragend gebildet, sprachen mehrere Sprachen - und waren Protestanten.

Unter den 7 Rittern war auch der Katholik Divis Cernin von Chudenice. Dieser hatte den verhängnisvollen Fehler gemacht, am 23. Mai 1618 den Repräsentanten der Stände die Burgtore geöffnet zu haben, die dann die drei Vertreter der Habsburger Macht aus Protest gegen die Einschränkung der Rechte der Protestanten aus einem Fenster warfen.

Jan Jesensky

Eines der härtesten Urteile traf Jan Jessenius, den Rektor der Prager Karlsuniversität, der als 16. an die Reihe kam: er wurde nicht nur geköpft, zuvor wurde ihm die Zunge abgeschnitten, ausserdem wurde er nach der Hinrichtung noch geviertelt. Für dieses harte Urteil hatte sich Kaiser Ferdinand persönlich ausgesprochen. Der international angesehene Gelehrte, der 1600 in Prag die erste öffentliche Obduktion durchgeführt hatte, hatte den Zorn des Herrschers erregt, da er sich auf verschiedenen Landtagen gegen die Wahl Ferdinands zum böhmischen König ausgesprochen sowie eine Reihe von scharfen Schriften gegen die Habsburger veröffentlicht hatte.

Die Köpfe von zwölf Hingerichteten wurden in Eisenkörben zur Abschreckung und Warnung an den Altstädter Brückenturm gehängt. Von dort wurden sie erst 10 Jahre später entfernt, als die Sachsen 1631 Prag für kurze Zeit besetzten.

Ferdinand II.

Kaiser Ferdinand II. nutzte seinen Sieg über die aufständischen protestantischen Stände, die ihn, den rechtmässigen Erben, entthront hatten und einen anderen, den "Winterkönig" Friedrich von der Pfalz, gewählt hatten. 166 Adelige liess Ferdinand vollkommen enteignen, weitere 500 verloren einen Grossteil ihrer Güter. Belohnt wurden dagegen seine Getreuen. Diese erhielten grosse Ländereien in den Böhmischen Ländern. Ausserdem bekamen Klöster Ländereien zurück, die sie zur Zeit der Hussitenkriege im 15. Jahrhundert verloren hatten.

Die grössten Gewinner waren wohl Albrecht von Waldstein, Karl von Liechtenstein sowie Johann Ulrich von Eggenberg, die nun grosse Herrschaften ihr Eigen nennen konnten. Aber auch andere Adelsdfamilien setzten damals in den Böhmischen Ländern ihren Fuss, wie die Familien Trauttmansdorff, Thun, Metternich und Clary.

Auch einfache Bürger und Bauern waren betroffen: wer nicht zum katholischen Glauben übertrat, musste das Land verlassen. 1624 wurde der katholische Glaube der einzig anerkannte in den Böhmischen Ländern - immer mehr Untertanen sahen sich gezwungen, zu emigrieren. Rund 150.000 Menschen sollen in den Jahren nach der Niederlage der protestantischen Stände die Böhmischen Länder aus religiösen Gründen verlassen haben. Der wohl bekannteste Emigrant jener Zeit ist Jan Amos Komensky - Comenius. Der Pädagoge und Bischof der Brüderunität liess sich nach einigen Reisen in Holland nieder, wo er 1670 im Alter von 78 Jahren verstarb.

Auch in den Augen der meisten heutigen Tschechen begann damals mit der Niederlage der protestantischen Stände in der Schlacht am Weissen Berg die "Zeit der Finsternis". Als solche werden die knapp 300 Jahre der uneingeschränkten Herrschaft der Habsburger über die Böhmischen Länder bezeichnet, die erst mit der Unabhängigkeit der Tschechoslowakei 1918 endeten. Das einstmals stolze Königreich Böhmen war nach der neuen Landesordnung von 1627 zu einer Habsburger Provinz degradiert worden und hatte die meisten seiner Rechte verloren - auch das der Glaubensfreiheit, für das seine Bewohner seit dem Ketzertod des Jan Hus 1415 gekämpft hatten. Heute erinnern an diese Geschichtsepoche nicht nur die 27 in das Strassenpflaster eingelassenen Kreuze auf dem Altstädter Ring, sondern auch all die prächtigen Barockbauten im Lande. Mit diesen zeigten die katholischen Habsburger ihren böhmischen und mährischen Untertanen, wer der Herr im Lande ist.

Und damit sind wir bereits am Ende unseres Ausfluges in das 17. Jahrhundert.

www.radio.cz/de/rubrik/geschichte/hinrichtung-auf-dem-alt...

Execution on the Old Town Square 21. 6. 1621

23-06-2001 | Olaf Barth, Katrin Bock

Olaf Barth and Katrin Bock now take a look at the events that took place on the Old Town Square 380 years ago.

Execution on the Old Town Square 21. 6. 1621

If you have ever been to Prague, you may have noticed the 27 crosses which have been embedded into the pavement at the foot of the Old Town Town Hall. Perhaps you have wondered about their origin. Well, in the following minutes you will learn more about the context of these crosses. First of all, listen to the Czech writer Alois Jirasek portraying the events at the end of the 19th century in one of his stories:

"In the night of 20 to 21 June 1621, fear and grief prevailed everywhere in Prague, and the roads had become like deserted, for on Prague restrictions had been imposed. Only the clash of the weapons and the heavy steps of foreign soldiers broke through the oppressive silence. On the Old Town Square there was a lot of activity, and boards and beams were unloaded from wagons and carried to the middle of the place, where a scaffold grew by the flickering light of numerous torches. By daybreak a gallows covered with red cloth was towering. At sunrise fulminated a cannon cracker showing that the execution had to begin. On the scaffold dark hooded people were visible, the assistents of the executioner and the gravedigger. Finally, the executioner, Jan Mydláø, also appeared. Immediately the imperial judges took their seats, and the names of the twenty-seven death-condemned noblemen were exclaimed. While foreign soldiers were drumming in the streets of Prague, in the houses people of Prague prayed for their faithful, the 27 men who were either beheaded or hanged at the same time. It is reported that once a year, always in the night from the 20th to the 21st of June, the noblemen and citizens appear on the Old Town Square. Silently they walk over the square to the church, where, kneeling before the altar, they receive the Last Supper in both forms. And as silently as they have come they disappear again."

The Hradschin 1618, in the year of the window-lintel (contemporary engraving)

So far the Czech writer Alois Jirasek about the events of that night 380 years ago, when the leaders of the insurrection of the Estates against the Catholic Habsburgs were judged. 27 nobles, gentlemen and citizens, Czechs and Germans, Protestants and a Catholic then left their lives. They were punished for having joined an uprising against the legal Habsburg emperor which had a religious background, for the Emperor had previously tried to restrict the freedom of religion which had been in force in the Bohemian lands since the middle of the fifteenth century. The revolt had begun on May 23, 1618, with the famous Prague defenestration, and ended with the battle Battle of White Mountain in November 1620, for the Czechs still today a national trauma. In that battle before the gates of Prague the army of the Catholic Habsburgs the Protestant Estates had utterly vanquished. What followed was a relentless persecution of all insurgents, regardless of their social position or nationality. Emperor Ferdinand II used his military victory to strengthen his position in the rebellious Bohemian lands, to suppress the Protestant faith and to break the power of the Estates once and for all.

Procession on the White Mountains (Josef Berka and A. Gustav, around 1800)

All persons who had somehow participated in the uprising of the Estates were punished. The worst punishment experienced three lords, seven knights and 17 citizens, who were executed in the early morning hours of June 21, 1621 on the Old Town Square. The execution took place conforming to the etiquette: first came the lords, then the knights, and finally the citizens. It is said the bloodthirsty torture to have lasted for four hours, while the executioner Jan Mydlar in the proces was to have beaten blunt four swords.

Joachim Andreas Graf Schlick was the first to be beheaded, whose family had grown rich thanks to the silver mines in the west Bohemian Jáchymov valley. Count Schlick had worked for many years at the Saxon court as an educator of the future ruler Johann Georg. During the Bohemian uprising of the Estates, Schlick had been quite active. Among other things, he was one of the participants of the famous 1618 defenestration. Next came Vaclav Budova from Budovec. Since the beginning of the 17th century, he had been strongly committed to the observance of the freedom of belief in the Bohemian lands and had been one of the spokesmen of the insurgents. As the third nobleman, Krystof Harant of Polzice and Bezdruzice lost his head. He had been court musician and companion of Rudolf at the court of Emperor Rudolf II. He was not very interested in politics, but he had been one of the military leaders of the insurgents, which now cost him his head. All three of them, without any doubt, belonged to the intellectual elite of the country, all three of them had been to many places, were well-educated, spoke several languages, and were Protestants.

Among the 7 knights was also the Catholic Divis Cernin of Chudenice. This one had made the fatal mistake of opening the gates of the castle to the representatives of the Estates on the 23rd of May, 1618, who then threw the three representatives of the Habsburg power out of a window in protest against the restriction of the rights of the Protestants.

Jan Jesensky

Jan Jessenius, the rector of the Charles University of Prague, was one of those who got the severest judgement. He was not only beheaded, his tongue had been cut off before, additionally he was also quartered after the execution. Emperor Ferdinand had expressed himself personally for this harsh judgment. The internationally respected scholar, who had carried out the first public autopsy in Prague in 1600, had aroused the wrath of the ruler as he had himself pronounced against the election of Ferdinand for the King of Bohemia as well as published a series of harsh writings against the Habsburgs.

The heads of twelve executed were hanged in iron baskets for deterrence and warning at the Old Town Bridge Tower. From there they were removed only 10 years later, when the Saxons 1631 occupied Prague for a short time.

Ferdinand II.

Emperor Ferdinand II took advantage of the victory over the rebellious Protestant estates, which had dethroned him, the legitimate heir, and elected another one, the "Winter King", Frederick of the Palatinate. 166 nobles Ferdinand had completely dispossessed, another 500 lost a large part of their estates. On the other hand, his faithful were rewarded. Those were given great lands in the Bohemian lands. In addition, monasteries were returned lands that they had lost during the Hussite wars in the 15th century.

The greatest winners were probably Albrecht von Waldstein, Karl von Liechtenstein, and Johann Ulrich von Eggenberg, who were now able to call great domains their own. But also other noble families then settled in the Bohemian lands, like the Trauttmansdorff, Thun, Metternich and Clary families.

Even ordinary citizens and peasants were affected: those who did not convert to the Catholic faith had to leave the country. In 1624 the Catholic faith became the only one recognized in the Bohemian lands - more and more subjects saw themselves forced to emigrate. Some 150,000 people are said to have left the Bohemian lands for religious reasons in the years after the defeat of the Protestant Estates. The probably most famous emigrant of that time is Jan Amos Komensky - Comenius. The pedagogue and bishop of the Unity of the Brotherhood settled down after a few journeys in Holland, where he died in 1670 at the age of 78.

Even in the eyes of most of today's Czechs, the "time of darkness" began with the defeat of the Protestant estates in the Battle of Weissenberg. As such, the almost 300 years of the unrestricted rule of the Habsburgs over the Bohemian countries were designated, which ended only with the independence of Czechoslovakia in 1918. The formerly proud kingdom of Bohemia had been degrated to a Habsburg province according to the new regional order of 1627, and had lost most of its rights, including the freedom of faith for which its inhabitants had fought since the death for heresy of Jan Hus in 1415. Today, not only the 27 crosses embedded on the Old Town Square, but also all the magnificent Baroque buildings in the country, are reminiscent of this historic epoch. With these the Catholic Habsburgs showed their Bohemian and Moravian subjects who is the boss in the country.

And so we are already at the end of our trip into the 17th century.

 

Hinrichtung auf dem Altstädter Ring 21. 6. 1621

23-06-2001 | Olaf Barth, Katrin Bock

Olaf Barth und Katrin Bock werfen heute einen Blick auf die Geschehnisse, die sich vor 380 Jahren auf dem Altstädter Ring ereigneten.

Hinrichtung auf dem Altstädter Ring 21. 6. 1621

Wer von Ihnen schon mal in Prag war, dem sind sie vielleicht aufgefallen, die 27 in das Pflaster eingelassenen Kreuze zu Füssen des Altstädter Rathausturmes. Vielleicht haben Sie sich über deren Ursprung gewundert. Nun in den folgenden Minuten erfahren Sie mehr über die Bewandtnis dieser Kreuze. Hören Sie zunächst einmal, wie der tschechische Schriftsteller Alois Jirasek die entsprechenden Ereignisse Ende des 19. Jahrhunderts in einer seiner Geschichten schilderte:

"In der Nacht vom 20. auf den 21. Juni 1621 herrschte überall in Prag Angst und Trauer. Die Strassen waren wie ausgestorben, denn über Prag war Ausgangsverbot verhängt worden. Nur das Klirren der Waffen und schwere Schritte fremder Soldaten durchbrachen die bedrückende Stille. Auf dem Altstädter Ring herrschte reger Betrieb. Bretter und Balken wurden von Wagen abgeladen und zur Platzmitte getragen, wo beim flackernden Licht zahlreicher Fackeln ein Gerüst wuchs. Als es zu dämmern begann, ragte da ein mit rotem Stoff überzogener Galgen empor. Beim Sonnenaufgang donnerte von der Prager Burg ein Kanonenschlag. Ein Zeichen dafür, dass die Exekution beginne. Auf dem Galgengerüst waren dunkle vermummte Gestalten zu sehen - die Henkershelfer und der Totengräber. Schliesslich erschien auch der Henker Jan Mydláø. Alsbald nahmen die kaiserlichen Richter ihre Sitze ein, und die Namen der 27 zum Tode verurteilten Standesherren wurden ausgerufen. Während in den Strassen Prags fremde Soldaten trommelten, beteten in den Häusern die Prager für ihre Getreuen, die 27 Herren, die zur selben Zeit geköpft oder gehängt wurden. Es wird berichtet, dass die hingerichteten Adeligen und Bürger einmal im Jahr, immer in der Nacht vom 20. auf den 21. Juni, auf dem Altstädter Ring erscheinen. Schweigend gehen sie über den Platz zur Kirche, wo sie, vor dem Altar knieend, das Abendmahl in beiderlei Gestalt empfangen. Und so lautlos wie sie gekommen verschwinden sie wieder."

Der Hradschin 1618, im Jahre des Fenstersturzes (Zeitgenössiger Stich)

Soweit der tschechische Schriftsteller Alois Jirasek über die Ereignisse jener Nacht vor 380 Jahren, als die Anführer des Ständeaufstandes gegen die katholischen Habsburger gerichtet wurden. 27 Adelige, Herren und Bürger, Tschechen und Deutsche, Protestanten und ein Katholik liessen damals ihr Leben. Bestraft wurden sie dafür, dass sie sich einem Aufstand gegen den rechtmässigen Habsburger Kaiser angeschlossen hatten, der einen religiösen Hintergrund hatte, denn der Kaiser hatte zuvor versucht, die seit Mitte des 15. Jahrhunderts in den Böhmischen Ländern geltende Religionsfreiheit einzuschränken. Der Aufstand hatte am 23. Mai 1618 mit dem berühmten Prager Fenstersturz begonnen und mit der für Tschechen noch heute ein nationales Trauma darstellenden Schlacht am Weissen Berg im November 1620 geendet. In jener Schlacht vor den Toren Prags hatte das Heer der katholischen Habsburger die protestantischen Stände vernichtend geschlagen. Was folgte war eine unbarmherzige Verfolgung aller Aufständischen, ungeachtet ihrer gesellschaftlichen Stellung oder Nationalität. Kaiser Ferdinand II. nutzte seinen militärischen Sieg, um seine Stellung in den aufständischen Böhmischen Ländern zu stärken, den protestantischen Glauben zurückzudrängen und die Macht der Stände ein für alle mal zu brechen.

Prozession am Weißen Berge (Josef Berka und A. Gustav, um 1800)

Alle Personen, die irgendwie an dem Ständeaufstand beteiligt gewesen waren, wurden bestraft. Am schlimmsten traf es dabei drei Herren, sieben Ritter und 17 Bürger, die in den frühen Morgenstunden des 21. Junis 1621 auf dem Altstädter Ring hingerichtet wurden. Bei der Hinrichtung wurde die Etike gewahrt: zuerst waren die Herren dran, dann die Ritter und schliesslich die Bürger. Vier Stunden lang soll die blutige Tortur gedauert haben, vier Schwerter soll der Henker Jan Mydlar dabei stumpf geschlagen haben.

Als erster wurde Joachim Andreas Graf Schlick geköpft, dessen Familie dank der Silberminen im westböhmischen Joachimsthal reich geworden war. Graf Schlick hatte jahrelang am sächsischen Hof als Erzieher des zukünftigen Herrschers Johann Georg gewirkt. Während des böhmischen Ständeaufstands war Schlick recht aktiv gewesen, unter anderem gehörte er zu den Teilnehmern des berühmten Fenstersturzes von 1618. Als nächstes kam Vaclav Budova von Budovec an die Reihe. Dieser hatte sich seit dem Beginn des 17. Jahrhunderts stark für die Einhaltung der Glaubensfreiheit in den Böhmischen Ländern eingesetzt und war einer der Wortführer der Aufständischen gewesen. Als dritter hochgestellter Adeliger verlor Krystof Harant von Polzice und Bezdruzice seinen Kopf. Dieser war am Hofe Kaiser Rudolfs II. Hofmusikant und Gesellschafter Rudolfs gewesen. Für Politik interessierte er sich nicht sehr, doch war er einer der Heerführer der Aufständischen gewesen, das kostete ihn nun seinen Kopf. Alle drei Herren gehörten ohne Zweifel zur geistigen Elite des Landes, alle drei waren weitgereist, hervorragend gebildet, sprachen mehrere Sprachen - und waren Protestanten.

Unter den 7 Rittern war auch der Katholik Divis Cernin von Chudenice. Dieser hatte den verhängnisvollen Fehler gemacht, am 23. Mai 1618 den Repräsentanten der Stände die Burgtore geöffnet zu haben, die dann die drei Vertreter der Habsburger Macht aus Protest gegen die Einschränkung der Rechte der Protestanten aus einem Fenster warfen.

Jan Jesensky

Eines der härtesten Urteile traf Jan Jessenius, den Rektor der Prager Karlsuniversität, der als 16. an die Reihe kam: er wurde nicht nur geköpft, zuvor wurde ihm die Zunge abgeschnitten, ausserdem wurde er nach der Hinrichtung noch geviertelt. Für dieses harte Urteil hatte sich Kaiser Ferdinand persönlich ausgesprochen. Der international angesehene Gelehrte, der 1600 in Prag die erste öffentliche Obduktion durchgeführt hatte, hatte den Zorn des Herrschers erregt, da er sich auf verschiedenen Landtagen gegen die Wahl Ferdinands zum böhmischen König ausgesprochen sowie eine Reihe von scharfen Schriften gegen die Habsburger veröffentlicht hatte.

Die Köpfe von zwölf Hingerichteten wurden in Eisenkörben zur Abschreckung und Warnung an den Altstädter Brückenturm gehängt. Von dort wurden sie erst 10 Jahre später entfernt, als die Sachsen 1631 Prag für kurze Zeit besetzten.

Ferdinand II.

Kaiser Ferdinand II. nutzte seinen Sieg über die aufständischen protestantischen Stände, die ihn, den rechtmässigen Erben, entthront hatten und einen anderen, den "Winterkönig" Friedrich von der Pfalz, gewählt hatten. 166 Adelige liess Ferdinand vollkommen enteignen, weitere 500 verloren einen Grossteil ihrer Güter. Belohnt wurden dagegen seine Getreuen. Diese erhielten grosse Ländereien in den Böhmischen Ländern. Ausserdem bekamen Klöster Ländereien zurück, die sie zur Zeit der Hussitenkriege im 15. Jahrhundert verloren hatten.

Die grössten Gewinner waren wohl Albrecht von Waldstein, Karl von Liechtenstein sowie Johann Ulrich von Eggenberg, die nun grosse Herrschaften ihr Eigen nennen konnten. Aber auch andere Adelsdfamilien setzten damals in den Böhmischen Ländern ihren Fuss, wie die Familien Trauttmansdorff, Thun, Metternich und Clary.

Auch einfache Bürger und Bauern waren betroffen: wer nicht zum katholischen Glauben übertrat, musste das Land verlassen. 1624 wurde der katholische Glaube der einzig anerkannte in den Böhmischen Ländern - immer mehr Untertanen sahen sich gezwungen, zu emigrieren. Rund 150.000 Menschen sollen in den Jahren nach der Niederlage der protestantischen Stände die Böhmischen Länder aus religiösen Gründen verlassen haben. Der wohl bekannteste Emigrant jener Zeit ist Jan Amos Komensky - Comenius. Der Pädagoge und Bischof der Brüderunität liess sich nach einigen Reisen in Holland nieder, wo er 1670 im Alter von 78 Jahren verstarb.

Auch in den Augen der meisten heutigen Tschechen begann damals mit der Niederlage der protestantischen Stände in der Schlacht am Weissen Berg die "Zeit der Finsternis". Als solche werden die knapp 300 Jahre der uneingeschränkten Herrschaft der Habsburger über die Böhmischen Länder bezeichnet, die erst mit der Unabhängigkeit der Tschechoslowakei 1918 endeten. Das einstmals stolze Königreich Böhmen war nach der neuen Landesordnung von 1627 zu einer Habsburger Provinz degradiert worden und hatte die meisten seiner Rechte verloren - auch das der Glaubensfreiheit, für das seine Bewohner seit dem Ketzertod des Jan Hus 1415 gekämpft hatten. Heute erinnern an diese Geschichtsepoche nicht nur die 27 in das Strassenpflaster eingelassenen Kreuze auf dem Altstädter Ring, sondern auch all die prächtigen Barockbauten im Lande. Mit diesen zeigten die katholischen Habsburger ihren böhmischen und mährischen Untertanen, wer der Herr im Lande ist.

Und damit sind wir bereits am Ende unseres Ausfluges in das 17. Jahrhundert.

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O Volkswagen Fusca ou Volkswagen Carocha foi o primeiro modelo de automóvel fabricado pela companhia alemã Volkswagen. Foi o carro mais vendido no mundo, ultrapassando em 1972 o recorde que pertencia até então ao Ford Modelo T. O último modelo do Fusca foi produzido no México em 2003.

 

No início da década de 1931 a Alemanha era assolada por uma dura recessão, e tinha um dos piores índices de motorização da Europa. A maioria de suas fábricas era especializada em carros de luxo, montados à mão, e ainda muito caros. Por isso, e mais uma série de fatores, a ideia de um carro pequeno, econômico e fácil de produzir começou a ganhar popularidade. Era o conceito do "Volks Auto" - ou "Volks Wagen", expressões alemãs que traduzem a ideia do "carro popular".

Desde 1925 um conceito básico muito semelhante ao que viria ser o Fusca já existia, obra do engenheiro Béla Barényi (famoso projetista, responsável por várias melhorias de segurança passiva). Nos anos seguintes vários protótipos e modelos surgiam, como o Superior, da firma Standard, projetado pelo húngaro Joseph Ganz - este modelo inclusive era relativamente barato, cerca de 1500 marcos.

Até mesmo fora da Alemanha a ideia ganhava forma, com os aerodinâmicos Tatras ganhando as ruas da então Tchecoslováquia - carros estes que o próprio Hitler conhecia e admirava. Aerodinâmicos, resistentes e bonitos, possuíam motor traseiro refrigerado a ar, chassis com tubo central e eram obra do engenheiro austríaco 'Hanz Ledwinka, um conterrâneo e amigo do futuro projetista do Fusca.

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The Volkswagen Beetle first model of car manufactured by the German company Volkswagen. It was the best selling car in the world, surpassing the record in 1972 that belonged previously to the Ford Model T. The latest model of the VW Beetle was produced in Mexico in 2003.

 

In the early 1931 Germany was beset by a harsh recession, and had one of the worst rates of motorization in Europe. Most of its factories specialized in luxury cars, assembled by hand, and still very expensive. Hence, plus a number of factors, the idea of a small car, economical and easy to produce began to gain popularity. It was the concept of "Volks Auto" - or "Volks Wagen", German expressions that translate the idea of "people's car".

Since 1925 a basic concept very similar to what would be the Beetle existed, the work of engineer Béla Barényi (famous designer, responsible for several improvements in passive safety). In the following years several prototypes and models emerged as the Superior, Standard Company, designed by Hungarian Joseph Ganz - including this model was relatively cheap, about 1500 marks.

Even outside Germany the idea took shape, with streamlined Tatras hitting the streets of Czechoslovakia - these cars that Hitler himself knew and admired. Aerodynamic, durable and handsome, had air-cooled rear engine, chassis with central tube and were the work of the Austrian engineer 'Hanz Ledwinka, a countryman and friend of the future designer of the Beetle.

 

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Die Volkswagen Beetle erste Modell des Autos hergestellt von der deutschen Firma Volkswagen. Es war das meistverkaufte Auto der Welt und übertraf damit den Rekord in 1972, die zuvor auf dem Ford Model T. gehörte Das neueste Modell des VW Käfer wurde in Mexiko im Jahr 2003 produziert.

 

In den frühen 1931 wurde Deutschland von einer harten Rezession zu kämpfen, und es war einer der schlimmsten Sätze der Motorisierung in Europa. Die meisten seiner Fabriken spezialisiert auf Luxus-Autos, von Hand montiert und noch sehr teuer. Daher, plus eine Reihe von Faktoren, die Idee eines Kleinwagens, begann kostengünstig und einfach zu produzieren, um Popularität zu gewinnen. Es war das Konzept der "Volks Auto" - oder "Volks Wagen", deutsche Ausdrücke, die die Idee der "Volks-Auto" zu übersetzen.

Seit 1925 ein grundlegendes Konzept sehr ähnlich zu dem, was der Käfer sein existierte, die Arbeit des Ingenieurs Béla Barényi (berühmter Designer, verantwortlich für eine Reihe von Verbesserungen bei der passiven Sicherheit). In den folgenden Jahren wurden mehrere Prototypen und Modelle erwies sich als die Superior, Standard Company, von ungarischen Joseph Ganz ausgelegt - einschließlich dieses Modells war relativ billig, etwa 1500 Mark.

Auch außerhalb von Deutschland die Idee Gestalt annahm, mit schlanken Tatra auf die Straße der Tschechoslowakei - diese Autos, die Hitler selbst und wusste bewundert. Aerodynamische, langlebig und schön, hatte luftgekühlten Heckmotor, Chassis mit zentraler Röhre und das Werk des österreichischen Ingenieurs Hanz Ledwinka, ein Landsmann und Freund der Zukunft Designer des Beetle.

Execution on the Old Town Square 21. 6. 1621

23-06-2001 | Olaf Barth, Katrin Bock

Olaf Barth and Katrin Bock now take a look at the events that took place on the Old Town Square 380 years ago.

Execution on the Old Town Square 21. 6. 1621

If you have ever been to Prague, you may have noticed the 27 crosses which have been embedded into the pavement at the foot of the Old Town Town Hall. Perhaps you have wondered about their origin. Well, in the following minutes you will learn more about the context of these crosses. First of all, listen to the Czech writer Alois Jirasek portraying the events at the end of the 19th century in one of his stories:

"In the night of 20 to 21 June 1621, fear and grief prevailed everywhere in Prague, and the roads had become like deserted, for on Prague restrictions had been imposed. Only the clash of the weapons and the heavy steps of foreign soldiers broke through the oppressive silence. On the Old Town Square there was a lot of activity, and boards and beams were unloaded from wagons and carried to the middle of the place, where a scaffold grew by the flickering light of numerous torches. By daybreak a gallows covered with red cloth was towering. At sunrise fulminated a cannon cracker showing that the execution had to begin. On the scaffold dark hooded people were visible, the assistents of the executioner and the gravedigger. Finally, the executioner, Jan Mydláø, also appeared. Immediately the imperial judges took their seats, and the names of the twenty-seven death-condemned noblemen were exclaimed. While foreign soldiers were drumming in the streets of Prague, in the houses people of Prague prayed for their faithful, the 27 men who were either beheaded or hanged at the same time. It is reported that once a year, always in the night from the 20th to the 21st of June, the noblemen and citizens appear on the Old Town Square. Silently they walk over the square to the church, where, kneeling before the altar, they receive the Last Supper in both forms. And as silently as they have come they disappear again."

The Hradschin 1618, in the year of the window-lintel (contemporary engraving)

So far the Czech writer Alois Jirasek about the events of that night 380 years ago, when the leaders of the insurrection of the Estates against the Catholic Habsburgs were judged. 27 nobles, gentlemen and citizens, Czechs and Germans, Protestants and a Catholic then left their lives. They were punished for having joined an uprising against the legal Habsburg emperor which had a religious background, for the Emperor had previously tried to restrict the freedom of religion which had been in force in the Bohemian lands since the middle of the fifteenth century. The revolt had begun on May 23, 1618, with the famous Prague defenestration, and ended with the battle Battle of White Mountain in November 1620, for the Czechs still today a national trauma. In that battle before the gates of Prague the army of the Catholic Habsburgs the Protestant Estates had utterly vanquished. What followed was a relentless persecution of all insurgents, regardless of their social position or nationality. Emperor Ferdinand II used his military victory to strengthen his position in the rebellious Bohemian lands, to suppress the Protestant faith and to break the power of the Estates once and for all.

Procession on the White Mountains (Josef Berka and A. Gustav, around 1800)

All persons who had somehow participated in the uprising of the Estates were punished. The worst punishment experienced three lords, seven knights and 17 citizens, who were executed in the early morning hours of June 21, 1621 on the Old Town Square. The execution took place conforming to the etiquette: first came the lords, then the knights, and finally the citizens. It is said the bloodthirsty torture to have lasted for four hours, while the executioner Jan Mydlar in the proces was to have beaten blunt four swords.

Joachim Andreas Graf Schlick was the first to be beheaded, whose family had grown rich thanks to the silver mines in the west Bohemian Jáchymov valley. Count Schlick had worked for many years at the Saxon court as an educator of the future ruler Johann Georg. During the Bohemian uprising of the Estates, Schlick had been quite active. Among other things, he was one of the participants of the famous 1618 defenestration. Next came Vaclav Budova from Budovec. Since the beginning of the 17th century, he had been strongly committed to the observance of the freedom of belief in the Bohemian lands and had been one of the spokesmen of the insurgents. As the third nobleman, Krystof Harant of Polzice and Bezdruzice lost his head. He had been court musician and companion of Rudolf at the court of Emperor Rudolf II. He was not very interested in politics, but he had been one of the military leaders of the insurgents, which now cost him his head. All three of them, without any doubt, belonged to the intellectual elite of the country, all three of them had been to many places, were well-educated, spoke several languages, and were Protestants.

Among the 7 knights was also the Catholic Divis Cernin of Chudenice. This one had made the fatal mistake of opening the gates of the castle to the representatives of the Estates on the 23rd of May, 1618, who then threw the three representatives of the Habsburg power out of a window in protest against the restriction of the rights of the Protestants.

Jan Jesensky

Jan Jessenius, the rector of the Charles University of Prague, was one of those who got the severest judgement. He was not only beheaded, his tongue had been cut off before, additionally he was also quartered after the execution. Emperor Ferdinand had expressed himself personally for this harsh judgment. The internationally respected scholar, who had carried out the first public autopsy in Prague in 1600, had aroused the wrath of the ruler as he had himself pronounced against the election of Ferdinand for the King of Bohemia as well as published a series of harsh writings against the Habsburgs.

The heads of twelve executed were hanged in iron baskets for deterrence and warning at the Old Town Bridge Tower. From there they were removed only 10 years later, when the Saxons 1631 occupied Prague for a short time.

Ferdinand II.

Emperor Ferdinand II took advantage of the victory over the rebellious Protestant estates, which had dethroned him, the legitimate heir, and elected another one, the "Winter King", Frederick of the Palatinate. 166 nobles Ferdinand had completely dispossessed, another 500 lost a large part of their estates. On the other hand, his faithful were rewarded. Those were given great lands in the Bohemian lands. In addition, monasteries were returned lands that they had lost during the Hussite wars in the 15th century.

The greatest winners were probably Albrecht von Waldstein, Karl von Liechtenstein, and Johann Ulrich von Eggenberg, who were now able to call great domains their own. But also other noble families then settled in the Bohemian lands, like the Trauttmansdorff, Thun, Metternich and Clary families.

Even ordinary citizens and peasants were affected: those who did not convert to the Catholic faith had to leave the country. In 1624 the Catholic faith became the only one recognized in the Bohemian lands - more and more subjects saw themselves forced to emigrate. Some 150,000 people are said to have left the Bohemian lands for religious reasons in the years after the defeat of the Protestant Estates. The probably most famous emigrant of that time is Jan Amos Komensky - Comenius. The pedagogue and bishop of the Unity of the Brotherhood settled down after a few journeys in Holland, where he died in 1670 at the age of 78.

Even in the eyes of most of today's Czechs, the "time of darkness" began with the defeat of the Protestant estates in the Battle of Weissenberg. As such, the almost 300 years of the unrestricted rule of the Habsburgs over the Bohemian countries were designated, which ended only with the independence of Czechoslovakia in 1918. The formerly proud kingdom of Bohemia had been degrated to a Habsburg province according to the new regional order of 1627, and had lost most of its rights, including the freedom of faith for which its inhabitants had fought since the death for heresy of Jan Hus in 1415. Today, not only the 27 crosses embedded on the Old Town Square, but also all the magnificent Baroque buildings in the country, are reminiscent of this historic epoch. With these the Catholic Habsburgs showed their Bohemian and Moravian subjects who is the boss in the country.

And so we are already at the end of our trip into the 17th century.

 

Hinrichtung auf dem Altstädter Ring 21. 6. 1621

23-06-2001 | Olaf Barth, Katrin Bock

Olaf Barth und Katrin Bock werfen heute einen Blick auf die Geschehnisse, die sich vor 380 Jahren auf dem Altstädter Ring ereigneten.

Hinrichtung auf dem Altstädter Ring 21. 6. 1621

Wer von Ihnen schon mal in Prag war, dem sind sie vielleicht aufgefallen, die 27 in das Pflaster eingelassenen Kreuze zu Füssen des Altstädter Rathausturmes. Vielleicht haben Sie sich über deren Ursprung gewundert. Nun in den folgenden Minuten erfahren Sie mehr über die Bewandtnis dieser Kreuze. Hören Sie zunächst einmal, wie der tschechische Schriftsteller Alois Jirasek die entsprechenden Ereignisse Ende des 19. Jahrhunderts in einer seiner Geschichten schilderte:

"In der Nacht vom 20. auf den 21. Juni 1621 herrschte überall in Prag Angst und Trauer. Die Strassen waren wie ausgestorben, denn über Prag war Ausgangsverbot verhängt worden. Nur das Klirren der Waffen und schwere Schritte fremder Soldaten durchbrachen die bedrückende Stille. Auf dem Altstädter Ring herrschte reger Betrieb. Bretter und Balken wurden von Wagen abgeladen und zur Platzmitte getragen, wo beim flackernden Licht zahlreicher Fackeln ein Gerüst wuchs. Als es zu dämmern begann, ragte da ein mit rotem Stoff überzogener Galgen empor. Beim Sonnenaufgang donnerte von der Prager Burg ein Kanonenschlag. Ein Zeichen dafür, dass die Exekution beginne. Auf dem Galgengerüst waren dunkle vermummte Gestalten zu sehen - die Henkershelfer und der Totengräber. Schliesslich erschien auch der Henker Jan Mydláø. Alsbald nahmen die kaiserlichen Richter ihre Sitze ein, und die Namen der 27 zum Tode verurteilten Standesherren wurden ausgerufen. Während in den Strassen Prags fremde Soldaten trommelten, beteten in den Häusern die Prager für ihre Getreuen, die 27 Herren, die zur selben Zeit geköpft oder gehängt wurden. Es wird berichtet, dass die hingerichteten Adeligen und Bürger einmal im Jahr, immer in der Nacht vom 20. auf den 21. Juni, auf dem Altstädter Ring erscheinen. Schweigend gehen sie über den Platz zur Kirche, wo sie, vor dem Altar knieend, das Abendmahl in beiderlei Gestalt empfangen. Und so lautlos wie sie gekommen verschwinden sie wieder."

Der Hradschin 1618, im Jahre des Fenstersturzes (Zeitgenössiger Stich)

Soweit der tschechische Schriftsteller Alois Jirasek über die Ereignisse jener Nacht vor 380 Jahren, als die Anführer des Ständeaufstandes gegen die katholischen Habsburger gerichtet wurden. 27 Adelige, Herren und Bürger, Tschechen und Deutsche, Protestanten und ein Katholik liessen damals ihr Leben. Bestraft wurden sie dafür, dass sie sich einem Aufstand gegen den rechtmässigen Habsburger Kaiser angeschlossen hatten, der einen religiösen Hintergrund hatte, denn der Kaiser hatte zuvor versucht, die seit Mitte des 15. Jahrhunderts in den Böhmischen Ländern geltende Religionsfreiheit einzuschränken. Der Aufstand hatte am 23. Mai 1618 mit dem berühmten Prager Fenstersturz begonnen und mit der für Tschechen noch heute ein nationales Trauma darstellenden Schlacht am Weissen Berg im November 1620 geendet. In jener Schlacht vor den Toren Prags hatte das Heer der katholischen Habsburger die protestantischen Stände vernichtend geschlagen. Was folgte war eine unbarmherzige Verfolgung aller Aufständischen, ungeachtet ihrer gesellschaftlichen Stellung oder Nationalität. Kaiser Ferdinand II. nutzte seinen militärischen Sieg, um seine Stellung in den aufständischen Böhmischen Ländern zu stärken, den protestantischen Glauben zurückzudrängen und die Macht der Stände ein für alle mal zu brechen.

Prozession am Weißen Berge (Josef Berka und A. Gustav, um 1800)

Alle Personen, die irgendwie an dem Ständeaufstand beteiligt gewesen waren, wurden bestraft. Am schlimmsten traf es dabei drei Herren, sieben Ritter und 17 Bürger, die in den frühen Morgenstunden des 21. Junis 1621 auf dem Altstädter Ring hingerichtet wurden. Bei der Hinrichtung wurde die Etike gewahrt: zuerst waren die Herren dran, dann die Ritter und schliesslich die Bürger. Vier Stunden lang soll die blutige Tortur gedauert haben, vier Schwerter soll der Henker Jan Mydlar dabei stumpf geschlagen haben.

Als erster wurde Joachim Andreas Graf Schlick geköpft, dessen Familie dank der Silberminen im westböhmischen Joachimsthal reich geworden war. Graf Schlick hatte jahrelang am sächsischen Hof als Erzieher des zukünftigen Herrschers Johann Georg gewirkt. Während des böhmischen Ständeaufstands war Schlick recht aktiv gewesen, unter anderem gehörte er zu den Teilnehmern des berühmten Fenstersturzes von 1618. Als nächstes kam Vaclav Budova von Budovec an die Reihe. Dieser hatte sich seit dem Beginn des 17. Jahrhunderts stark für die Einhaltung der Glaubensfreiheit in den Böhmischen Ländern eingesetzt und war einer der Wortführer der Aufständischen gewesen. Als dritter hochgestellter Adeliger verlor Krystof Harant von Polzice und Bezdruzice seinen Kopf. Dieser war am Hofe Kaiser Rudolfs II. Hofmusikant und Gesellschafter Rudolfs gewesen. Für Politik interessierte er sich nicht sehr, doch war er einer der Heerführer der Aufständischen gewesen, das kostete ihn nun seinen Kopf. Alle drei Herren gehörten ohne Zweifel zur geistigen Elite des Landes, alle drei waren weitgereist, hervorragend gebildet, sprachen mehrere Sprachen - und waren Protestanten.

Unter den 7 Rittern war auch der Katholik Divis Cernin von Chudenice. Dieser hatte den verhängnisvollen Fehler gemacht, am 23. Mai 1618 den Repräsentanten der Stände die Burgtore geöffnet zu haben, die dann die drei Vertreter der Habsburger Macht aus Protest gegen die Einschränkung der Rechte der Protestanten aus einem Fenster warfen.

Jan Jesensky

Eines der härtesten Urteile traf Jan Jessenius, den Rektor der Prager Karlsuniversität, der als 16. an die Reihe kam: er wurde nicht nur geköpft, zuvor wurde ihm die Zunge abgeschnitten, ausserdem wurde er nach der Hinrichtung noch geviertelt. Für dieses harte Urteil hatte sich Kaiser Ferdinand persönlich ausgesprochen. Der international angesehene Gelehrte, der 1600 in Prag die erste öffentliche Obduktion durchgeführt hatte, hatte den Zorn des Herrschers erregt, da er sich auf verschiedenen Landtagen gegen die Wahl Ferdinands zum böhmischen König ausgesprochen sowie eine Reihe von scharfen Schriften gegen die Habsburger veröffentlicht hatte.

Die Köpfe von zwölf Hingerichteten wurden in Eisenkörben zur Abschreckung und Warnung an den Altstädter Brückenturm gehängt. Von dort wurden sie erst 10 Jahre später entfernt, als die Sachsen 1631 Prag für kurze Zeit besetzten.

Ferdinand II.

Kaiser Ferdinand II. nutzte seinen Sieg über die aufständischen protestantischen Stände, die ihn, den rechtmässigen Erben, entthront hatten und einen anderen, den "Winterkönig" Friedrich von der Pfalz, gewählt hatten. 166 Adelige liess Ferdinand vollkommen enteignen, weitere 500 verloren einen Grossteil ihrer Güter. Belohnt wurden dagegen seine Getreuen. Diese erhielten grosse Ländereien in den Böhmischen Ländern. Ausserdem bekamen Klöster Ländereien zurück, die sie zur Zeit der Hussitenkriege im 15. Jahrhundert verloren hatten.

Die grössten Gewinner waren wohl Albrecht von Waldstein, Karl von Liechtenstein sowie Johann Ulrich von Eggenberg, die nun grosse Herrschaften ihr Eigen nennen konnten. Aber auch andere Adelsdfamilien setzten damals in den Böhmischen Ländern ihren Fuss, wie die Familien Trauttmansdorff, Thun, Metternich und Clary.

Auch einfache Bürger und Bauern waren betroffen: wer nicht zum katholischen Glauben übertrat, musste das Land verlassen. 1624 wurde der katholische Glaube der einzig anerkannte in den Böhmischen Ländern - immer mehr Untertanen sahen sich gezwungen, zu emigrieren. Rund 150.000 Menschen sollen in den Jahren nach der Niederlage der protestantischen Stände die Böhmischen Länder aus religiösen Gründen verlassen haben. Der wohl bekannteste Emigrant jener Zeit ist Jan Amos Komensky - Comenius. Der Pädagoge und Bischof der Brüderunität liess sich nach einigen Reisen in Holland nieder, wo er 1670 im Alter von 78 Jahren verstarb.

Auch in den Augen der meisten heutigen Tschechen begann damals mit der Niederlage der protestantischen Stände in der Schlacht am Weissen Berg die "Zeit der Finsternis". Als solche werden die knapp 300 Jahre der uneingeschränkten Herrschaft der Habsburger über die Böhmischen Länder bezeichnet, die erst mit der Unabhängigkeit der Tschechoslowakei 1918 endeten. Das einstmals stolze Königreich Böhmen war nach der neuen Landesordnung von 1627 zu einer Habsburger Provinz degradiert worden und hatte die meisten seiner Rechte verloren - auch das der Glaubensfreiheit, für das seine Bewohner seit dem Ketzertod des Jan Hus 1415 gekämpft hatten. Heute erinnern an diese Geschichtsepoche nicht nur die 27 in das Strassenpflaster eingelassenen Kreuze auf dem Altstädter Ring, sondern auch all die prächtigen Barockbauten im Lande. Mit diesen zeigten die katholischen Habsburger ihren böhmischen und mährischen Untertanen, wer der Herr im Lande ist.

Und damit sind wir bereits am Ende unseres Ausfluges in das 17. Jahrhundert.

www.radio.cz/de/rubrik/geschichte/hinrichtung-auf-dem-alt...

Execution on the Old Town Square 21. 6. 1621

23-06-2001 | Olaf Barth, Katrin Bock

Olaf Barth and Katrin Bock now take a look at the events that took place on the Old Town Square 380 years ago.

Execution on the Old Town Square 21. 6. 1621

If you have ever been to Prague, you may have noticed the 27 crosses which have been embedded into the pavement at the foot of the Old Town Town Hall. Perhaps you have wondered about their origin. Well, in the following minutes you will learn more about the context of these crosses. First of all, listen to the Czech writer Alois Jirasek portraying the events at the end of the 19th century in one of his stories:

"In the night of 20 to 21 June 1621, fear and grief prevailed everywhere in Prague, and the roads had become like deserted, for on Prague restrictions had been imposed. Only the clash of the weapons and the heavy steps of foreign soldiers broke through the oppressive silence. On the Old Town Square there was a lot of activity, and boards and beams were unloaded from wagons and carried to the middle of the place, where a scaffold grew by the flickering light of numerous torches. By daybreak a gallows covered with red cloth was towering. At sunrise fulminated a cannon cracker showing that the execution had to begin. On the scaffold dark hooded people were visible, the assistents of the executioner and the gravedigger. Finally, the executioner, Jan Mydláø, also appeared. Immediately the imperial judges took their seats, and the names of the twenty-seven death-condemned noblemen were exclaimed. While foreign soldiers were drumming in the streets of Prague, in the houses people of Prague prayed for their faithful, the 27 men who were either beheaded or hanged at the same time. It is reported that once a year, always in the night from the 20th to the 21st of June, the noblemen and citizens appear on the Old Town Square. Silently they walk over the square to the church, where, kneeling before the altar, they receive the Last Supper in both forms. And as silently as they have come they disappear again."

The Hradschin 1618, in the year of the window-lintel (contemporary engraving)

So far the Czech writer Alois Jirasek about the events of that night 380 years ago, when the leaders of the insurrection of the Estates against the Catholic Habsburgs were judged. 27 nobles, gentlemen and citizens, Czechs and Germans, Protestants and a Catholic then left their lives. They were punished for having joined an uprising against the legal Habsburg emperor which had a religious background, for the Emperor had previously tried to restrict the freedom of religion which had been in force in the Bohemian lands since the middle of the fifteenth century. The revolt had begun on May 23, 1618, with the famous Prague defenestration, and ended with the battle Battle of White Mountain in November 1620, for the Czechs still today a national trauma. In that battle before the gates of Prague the army of the Catholic Habsburgs the Protestant Estates had utterly vanquished. What followed was a relentless persecution of all insurgents, regardless of their social position or nationality. Emperor Ferdinand II used his military victory to strengthen his position in the rebellious Bohemian lands, to suppress the Protestant faith and to break the power of the Estates once and for all.

Procession on the White Mountains (Josef Berka and A. Gustav, around 1800)

All persons who had somehow participated in the uprising of the Estates were punished. The worst punishment experienced three lords, seven knights and 17 citizens, who were executed in the early morning hours of June 21, 1621 on the Old Town Square. The execution took place conforming to the etiquette: first came the lords, then the knights, and finally the citizens. It is said the bloodthirsty torture to have lasted for four hours, while the executioner Jan Mydlar in the proces was to have beaten blunt four swords.

Joachim Andreas Graf Schlick was the first to be beheaded, whose family had grown rich thanks to the silver mines in the west Bohemian Jáchymov valley. Count Schlick had worked for many years at the Saxon court as an educator of the future ruler Johann Georg. During the Bohemian uprising of the Estates, Schlick had been quite active. Among other things, he was one of the participants of the famous 1618 defenestration. Next came Vaclav Budova from Budovec. Since the beginning of the 17th century, he had been strongly committed to the observance of the freedom of belief in the Bohemian lands and had been one of the spokesmen of the insurgents. As the third nobleman, Krystof Harant of Polzice and Bezdruzice lost his head. He had been court musician and companion of Rudolf at the court of Emperor Rudolf II. He was not very interested in politics, but he had been one of the military leaders of the insurgents, which now cost him his head. All three of them, without any doubt, belonged to the intellectual elite of the country, all three of them had been to many places, were well-educated, spoke several languages, and were Protestants.

Among the 7 knights was also the Catholic Divis Cernin of Chudenice. This one had made the fatal mistake of opening the gates of the castle to the representatives of the Estates on the 23rd of May, 1618, who then threw the three representatives of the Habsburg power out of a window in protest against the restriction of the rights of the Protestants.

Jan Jesensky

Jan Jessenius, the rector of the Charles University of Prague, was one of those who got the severest judgement. He was not only beheaded, his tongue had been cut off before, additionally he was also quartered after the execution. Emperor Ferdinand had expressed himself personally for this harsh judgment. The internationally respected scholar, who had carried out the first public autopsy in Prague in 1600, had aroused the wrath of the ruler as he had himself pronounced against the election of Ferdinand for the King of Bohemia as well as published a series of harsh writings against the Habsburgs.

The heads of twelve executed were hanged in iron baskets for deterrence and warning at the Old Town Bridge Tower. From there they were removed only 10 years later, when the Saxons 1631 occupied Prague for a short time.

Ferdinand II.

Emperor Ferdinand II took advantage of the victory over the rebellious Protestant estates, which had dethroned him, the legitimate heir, and elected another one, the "Winter King", Frederick of the Palatinate. 166 nobles Ferdinand had completely dispossessed, another 500 lost a large part of their estates. On the other hand, his faithful were rewarded. Those were given great lands in the Bohemian lands. In addition, monasteries were returned lands that they had lost during the Hussite wars in the 15th century.

The greatest winners were probably Albrecht von Waldstein, Karl von Liechtenstein, and Johann Ulrich von Eggenberg, who were now able to call great domains their own. But also other noble families then settled in the Bohemian lands, like the Trauttmansdorff, Thun, Metternich and Clary families.

Even ordinary citizens and peasants were affected: those who did not convert to the Catholic faith had to leave the country. In 1624 the Catholic faith became the only one recognized in the Bohemian lands - more and more subjects saw themselves forced to emigrate. Some 150,000 people are said to have left the Bohemian lands for religious reasons in the years after the defeat of the Protestant Estates. The probably most famous emigrant of that time is Jan Amos Komensky - Comenius. The pedagogue and bishop of the Unity of the Brotherhood settled down after a few journeys in Holland, where he died in 1670 at the age of 78.

Even in the eyes of most of today's Czechs, the "time of darkness" began with the defeat of the Protestant estates in the Battle of Weissenberg. As such, the almost 300 years of the unrestricted rule of the Habsburgs over the Bohemian countries were designated, which ended only with the independence of Czechoslovakia in 1918. The formerly proud kingdom of Bohemia had been degrated to a Habsburg province according to the new regional order of 1627, and had lost most of its rights, including the freedom of faith for which its inhabitants had fought since the death for heresy of Jan Hus in 1415. Today, not only the 27 crosses embedded on the Old Town Square, but also all the magnificent Baroque buildings in the country, are reminiscent of this historic epoch. With these the Catholic Habsburgs showed their Bohemian and Moravian subjects who is the boss in the country.

And so we are already at the end of our trip into the 17th century.

 

Hinrichtung auf dem Altstädter Ring 21. 6. 1621

23-06-2001 | Olaf Barth, Katrin Bock

Olaf Barth und Katrin Bock werfen heute einen Blick auf die Geschehnisse, die sich vor 380 Jahren auf dem Altstädter Ring ereigneten.

Hinrichtung auf dem Altstädter Ring 21. 6. 1621

Wer von Ihnen schon mal in Prag war, dem sind sie vielleicht aufgefallen, die 27 in das Pflaster eingelassenen Kreuze zu Füssen des Altstädter Rathausturmes. Vielleicht haben Sie sich über deren Ursprung gewundert. Nun in den folgenden Minuten erfahren Sie mehr über die Bewandtnis dieser Kreuze. Hören Sie zunächst einmal, wie der tschechische Schriftsteller Alois Jirasek die entsprechenden Ereignisse Ende des 19. Jahrhunderts in einer seiner Geschichten schilderte:

"In der Nacht vom 20. auf den 21. Juni 1621 herrschte überall in Prag Angst und Trauer. Die Strassen waren wie ausgestorben, denn über Prag war Ausgangsverbot verhängt worden. Nur das Klirren der Waffen und schwere Schritte fremder Soldaten durchbrachen die bedrückende Stille. Auf dem Altstädter Ring herrschte reger Betrieb. Bretter und Balken wurden von Wagen abgeladen und zur Platzmitte getragen, wo beim flackernden Licht zahlreicher Fackeln ein Gerüst wuchs. Als es zu dämmern begann, ragte da ein mit rotem Stoff überzogener Galgen empor. Beim Sonnenaufgang donnerte von der Prager Burg ein Kanonenschlag. Ein Zeichen dafür, dass die Exekution beginne. Auf dem Galgengerüst waren dunkle vermummte Gestalten zu sehen - die Henkershelfer und der Totengräber. Schliesslich erschien auch der Henker Jan Mydláø. Alsbald nahmen die kaiserlichen Richter ihre Sitze ein, und die Namen der 27 zum Tode verurteilten Standesherren wurden ausgerufen. Während in den Strassen Prags fremde Soldaten trommelten, beteten in den Häusern die Prager für ihre Getreuen, die 27 Herren, die zur selben Zeit geköpft oder gehängt wurden. Es wird berichtet, dass die hingerichteten Adeligen und Bürger einmal im Jahr, immer in der Nacht vom 20. auf den 21. Juni, auf dem Altstädter Ring erscheinen. Schweigend gehen sie über den Platz zur Kirche, wo sie, vor dem Altar knieend, das Abendmahl in beiderlei Gestalt empfangen. Und so lautlos wie sie gekommen verschwinden sie wieder."

Der Hradschin 1618, im Jahre des Fenstersturzes (Zeitgenössiger Stich)

Soweit der tschechische Schriftsteller Alois Jirasek über die Ereignisse jener Nacht vor 380 Jahren, als die Anführer des Ständeaufstandes gegen die katholischen Habsburger gerichtet wurden. 27 Adelige, Herren und Bürger, Tschechen und Deutsche, Protestanten und ein Katholik liessen damals ihr Leben. Bestraft wurden sie dafür, dass sie sich einem Aufstand gegen den rechtmässigen Habsburger Kaiser angeschlossen hatten, der einen religiösen Hintergrund hatte, denn der Kaiser hatte zuvor versucht, die seit Mitte des 15. Jahrhunderts in den Böhmischen Ländern geltende Religionsfreiheit einzuschränken. Der Aufstand hatte am 23. Mai 1618 mit dem berühmten Prager Fenstersturz begonnen und mit der für Tschechen noch heute ein nationales Trauma darstellenden Schlacht am Weissen Berg im November 1620 geendet. In jener Schlacht vor den Toren Prags hatte das Heer der katholischen Habsburger die protestantischen Stände vernichtend geschlagen. Was folgte war eine unbarmherzige Verfolgung aller Aufständischen, ungeachtet ihrer gesellschaftlichen Stellung oder Nationalität. Kaiser Ferdinand II. nutzte seinen militärischen Sieg, um seine Stellung in den aufständischen Böhmischen Ländern zu stärken, den protestantischen Glauben zurückzudrängen und die Macht der Stände ein für alle mal zu brechen.

Prozession am Weißen Berge (Josef Berka und A. Gustav, um 1800)

Alle Personen, die irgendwie an dem Ständeaufstand beteiligt gewesen waren, wurden bestraft. Am schlimmsten traf es dabei drei Herren, sieben Ritter und 17 Bürger, die in den frühen Morgenstunden des 21. Junis 1621 auf dem Altstädter Ring hingerichtet wurden. Bei der Hinrichtung wurde die Etike gewahrt: zuerst waren die Herren dran, dann die Ritter und schliesslich die Bürger. Vier Stunden lang soll die blutige Tortur gedauert haben, vier Schwerter soll der Henker Jan Mydlar dabei stumpf geschlagen haben.

Als erster wurde Joachim Andreas Graf Schlick geköpft, dessen Familie dank der Silberminen im westböhmischen Joachimsthal reich geworden war. Graf Schlick hatte jahrelang am sächsischen Hof als Erzieher des zukünftigen Herrschers Johann Georg gewirkt. Während des böhmischen Ständeaufstands war Schlick recht aktiv gewesen, unter anderem gehörte er zu den Teilnehmern des berühmten Fenstersturzes von 1618. Als nächstes kam Vaclav Budova von Budovec an die Reihe. Dieser hatte sich seit dem Beginn des 17. Jahrhunderts stark für die Einhaltung der Glaubensfreiheit in den Böhmischen Ländern eingesetzt und war einer der Wortführer der Aufständischen gewesen. Als dritter hochgestellter Adeliger verlor Krystof Harant von Polzice und Bezdruzice seinen Kopf. Dieser war am Hofe Kaiser Rudolfs II. Hofmusikant und Gesellschafter Rudolfs gewesen. Für Politik interessierte er sich nicht sehr, doch war er einer der Heerführer der Aufständischen gewesen, das kostete ihn nun seinen Kopf. Alle drei Herren gehörten ohne Zweifel zur geistigen Elite des Landes, alle drei waren weitgereist, hervorragend gebildet, sprachen mehrere Sprachen - und waren Protestanten.

Unter den 7 Rittern war auch der Katholik Divis Cernin von Chudenice. Dieser hatte den verhängnisvollen Fehler gemacht, am 23. Mai 1618 den Repräsentanten der Stände die Burgtore geöffnet zu haben, die dann die drei Vertreter der Habsburger Macht aus Protest gegen die Einschränkung der Rechte der Protestanten aus einem Fenster warfen.

Jan Jesensky

Eines der härtesten Urteile traf Jan Jessenius, den Rektor der Prager Karlsuniversität, der als 16. an die Reihe kam: er wurde nicht nur geköpft, zuvor wurde ihm die Zunge abgeschnitten, ausserdem wurde er nach der Hinrichtung noch geviertelt. Für dieses harte Urteil hatte sich Kaiser Ferdinand persönlich ausgesprochen. Der international angesehene Gelehrte, der 1600 in Prag die erste öffentliche Obduktion durchgeführt hatte, hatte den Zorn des Herrschers erregt, da er sich auf verschiedenen Landtagen gegen die Wahl Ferdinands zum böhmischen König ausgesprochen sowie eine Reihe von scharfen Schriften gegen die Habsburger veröffentlicht hatte.

Die Köpfe von zwölf Hingerichteten wurden in Eisenkörben zur Abschreckung und Warnung an den Altstädter Brückenturm gehängt. Von dort wurden sie erst 10 Jahre später entfernt, als die Sachsen 1631 Prag für kurze Zeit besetzten.

Ferdinand II.

Kaiser Ferdinand II. nutzte seinen Sieg über die aufständischen protestantischen Stände, die ihn, den rechtmässigen Erben, entthront hatten und einen anderen, den "Winterkönig" Friedrich von der Pfalz, gewählt hatten. 166 Adelige liess Ferdinand vollkommen enteignen, weitere 500 verloren einen Grossteil ihrer Güter. Belohnt wurden dagegen seine Getreuen. Diese erhielten grosse Ländereien in den Böhmischen Ländern. Ausserdem bekamen Klöster Ländereien zurück, die sie zur Zeit der Hussitenkriege im 15. Jahrhundert verloren hatten.

Die grössten Gewinner waren wohl Albrecht von Waldstein, Karl von Liechtenstein sowie Johann Ulrich von Eggenberg, die nun grosse Herrschaften ihr Eigen nennen konnten. Aber auch andere Adelsdfamilien setzten damals in den Böhmischen Ländern ihren Fuss, wie die Familien Trauttmansdorff, Thun, Metternich und Clary.

Auch einfache Bürger und Bauern waren betroffen: wer nicht zum katholischen Glauben übertrat, musste das Land verlassen. 1624 wurde der katholische Glaube der einzig anerkannte in den Böhmischen Ländern - immer mehr Untertanen sahen sich gezwungen, zu emigrieren. Rund 150.000 Menschen sollen in den Jahren nach der Niederlage der protestantischen Stände die Böhmischen Länder aus religiösen Gründen verlassen haben. Der wohl bekannteste Emigrant jener Zeit ist Jan Amos Komensky - Comenius. Der Pädagoge und Bischof der Brüderunität liess sich nach einigen Reisen in Holland nieder, wo er 1670 im Alter von 78 Jahren verstarb.

Auch in den Augen der meisten heutigen Tschechen begann damals mit der Niederlage der protestantischen Stände in der Schlacht am Weissen Berg die "Zeit der Finsternis". Als solche werden die knapp 300 Jahre der uneingeschränkten Herrschaft der Habsburger über die Böhmischen Länder bezeichnet, die erst mit der Unabhängigkeit der Tschechoslowakei 1918 endeten. Das einstmals stolze Königreich Böhmen war nach der neuen Landesordnung von 1627 zu einer Habsburger Provinz degradiert worden und hatte die meisten seiner Rechte verloren - auch das der Glaubensfreiheit, für das seine Bewohner seit dem Ketzertod des Jan Hus 1415 gekämpft hatten. Heute erinnern an diese Geschichtsepoche nicht nur die 27 in das Strassenpflaster eingelassenen Kreuze auf dem Altstädter Ring, sondern auch all die prächtigen Barockbauten im Lande. Mit diesen zeigten die katholischen Habsburger ihren böhmischen und mährischen Untertanen, wer der Herr im Lande ist.

Und damit sind wir bereits am Ende unseres Ausfluges in das 17. Jahrhundert.

www.radio.cz/de/rubrik/geschichte/hinrichtung-auf-dem-alt...

Execution on the Old Town Square 21. 6. 1621

23-06-2001 | Olaf Barth, Katrin Bock

Olaf Barth and Katrin Bock now take a look at the events that took place on the Old Town Square 380 years ago.

Execution on the Old Town Square 21. 6. 1621

If you have ever been to Prague, you may have noticed the 27 crosses which have been embedded into the pavement at the foot of the Old Town Town Hall. Perhaps you have wondered about their origin. Well, in the following minutes you will learn more about the context of these crosses. First of all, listen to the Czech writer Alois Jirasek portraying the events at the end of the 19th century in one of his stories:

"In the night of 20 to 21 June 1621, fear and grief prevailed everywhere in Prague, and the roads had become like deserted, for on Prague restrictions had been imposed. Only the clash of the weapons and the heavy steps of foreign soldiers broke through the oppressive silence. On the Old Town Square there was a lot of activity, and boards and beams were unloaded from wagons and carried to the middle of the place, where a scaffold grew by the flickering light of numerous torches. By daybreak a gallows covered with red cloth was towering. At sunrise fulminated a cannon cracker showing that the execution had to begin. On the scaffold dark hooded people were visible, the assistents of the executioner and the gravedigger. Finally, the executioner, Jan Mydláø, also appeared. Immediately the imperial judges took their seats, and the names of the twenty-seven death-condemned noblemen were exclaimed. While foreign soldiers were drumming in the streets of Prague, in the houses people of Prague prayed for their faithful, the 27 men who were either beheaded or hanged at the same time. It is reported that once a year, always in the night from the 20th to the 21st of June, the noblemen and citizens appear on the Old Town Square. Silently they walk over the square to the church, where, kneeling before the altar, they receive the Last Supper in both forms. And as silently as they have come they disappear again."

The Hradschin 1618, in the year of the window-lintel (contemporary engraving)

So far the Czech writer Alois Jirasek about the events of that night 380 years ago, when the leaders of the insurrection of the Estates against the Catholic Habsburgs were judged. 27 nobles, gentlemen and citizens, Czechs and Germans, Protestants and a Catholic then left their lives. They were punished for having joined an uprising against the legal Habsburg emperor which had a religious background, for the Emperor had previously tried to restrict the freedom of religion which had been in force in the Bohemian lands since the middle of the fifteenth century. The revolt had begun on May 23, 1618, with the famous Prague defenestration, and ended with the battle Battle of White Mountain in November 1620, for the Czechs still today a national trauma. In that battle before the gates of Prague the army of the Catholic Habsburgs the Protestant Estates had utterly vanquished. What followed was a relentless persecution of all insurgents, regardless of their social position or nationality. Emperor Ferdinand II used his military victory to strengthen his position in the rebellious Bohemian lands, to suppress the Protestant faith and to break the power of the Estates once and for all.

Procession on the White Mountains (Josef Berka and A. Gustav, around 1800)

All persons who had somehow participated in the uprising of the Estates were punished. The worst punishment experienced three lords, seven knights and 17 citizens, who were executed in the early morning hours of June 21, 1621 on the Old Town Square. The execution took place conforming to the etiquette: first came the lords, then the knights, and finally the citizens. It is said the bloodthirsty torture to have lasted for four hours, while the executioner Jan Mydlar in the proces was to have beaten blunt four swords.

Joachim Andreas Graf Schlick was the first to be beheaded, whose family had grown rich thanks to the silver mines in the west Bohemian Jáchymov valley. Count Schlick had worked for many years at the Saxon court as an educator of the future ruler Johann Georg. During the Bohemian uprising of the Estates, Schlick had been quite active. Among other things, he was one of the participants of the famous 1618 defenestration. Next came Vaclav Budova from Budovec. Since the beginning of the 17th century, he had been strongly committed to the observance of the freedom of belief in the Bohemian lands and had been one of the spokesmen of the insurgents. As the third nobleman, Krystof Harant of Polzice and Bezdruzice lost his head. He had been court musician and companion of Rudolf at the court of Emperor Rudolf II. He was not very interested in politics, but he had been one of the military leaders of the insurgents, which now cost him his head. All three of them, without any doubt, belonged to the intellectual elite of the country, all three of them had been to many places, were well-educated, spoke several languages, and were Protestants.

Among the 7 knights was also the Catholic Divis Cernin of Chudenice. This one had made the fatal mistake of opening the gates of the castle to the representatives of the Estates on the 23rd of May, 1618, who then threw the three representatives of the Habsburg power out of a window in protest against the restriction of the rights of the Protestants.

Jan Jesensky

Jan Jessenius, the rector of the Charles University of Prague, was one of those who got the severest judgement. He was not only beheaded, his tongue had been cut off before, additionally he was also quartered after the execution. Emperor Ferdinand had expressed himself personally for this harsh judgment. The internationally respected scholar, who had carried out the first public autopsy in Prague in 1600, had aroused the wrath of the ruler as he had himself pronounced against the election of Ferdinand for the King of Bohemia as well as published a series of harsh writings against the Habsburgs.

The heads of twelve executed were hanged in iron baskets for deterrence and warning at the Old Town Bridge Tower. From there they were removed only 10 years later, when the Saxons 1631 occupied Prague for a short time.

Ferdinand II.

Emperor Ferdinand II took advantage of the victory over the rebellious Protestant estates, which had dethroned him, the legitimate heir, and elected another one, the "Winter King", Frederick of the Palatinate. 166 nobles Ferdinand had completely dispossessed, another 500 lost a large part of their estates. On the other hand, his faithful were rewarded. Those were given great lands in the Bohemian lands. In addition, monasteries were returned lands that they had lost during the Hussite wars in the 15th century.

The greatest winners were probably Albrecht von Waldstein, Karl von Liechtenstein, and Johann Ulrich von Eggenberg, who were now able to call great domains their own. But also other noble families then settled in the Bohemian lands, like the Trauttmansdorff, Thun, Metternich and Clary families.

Even ordinary citizens and peasants were affected: those who did not convert to the Catholic faith had to leave the country. In 1624 the Catholic faith became the only one recognized in the Bohemian lands - more and more subjects saw themselves forced to emigrate. Some 150,000 people are said to have left the Bohemian lands for religious reasons in the years after the defeat of the Protestant Estates. The probably most famous emigrant of that time is Jan Amos Komensky - Comenius. The pedagogue and bishop of the Unity of the Brotherhood settled down after a few journeys in Holland, where he died in 1670 at the age of 78.

Even in the eyes of most of today's Czechs, the "time of darkness" began with the defeat of the Protestant estates in the Battle of Weissenberg. As such, the almost 300 years of the unrestricted rule of the Habsburgs over the Bohemian countries were designated, which ended only with the independence of Czechoslovakia in 1918. The formerly proud kingdom of Bohemia had been degrated to a Habsburg province according to the new regional order of 1627, and had lost most of its rights, including the freedom of faith for which its inhabitants had fought since the death for heresy of Jan Hus in 1415. Today, not only the 27 crosses embedded on the Old Town Square, but also all the magnificent Baroque buildings in the country, are reminiscent of this historic epoch. With these the Catholic Habsburgs showed their Bohemian and Moravian subjects who is the boss in the country.

And so we are already at the end of our trip into the 17th century.

 

Hinrichtung auf dem Altstädter Ring 21. 6. 1621

23-06-2001 | Olaf Barth, Katrin Bock

Olaf Barth und Katrin Bock werfen heute einen Blick auf die Geschehnisse, die sich vor 380 Jahren auf dem Altstädter Ring ereigneten.

Hinrichtung auf dem Altstädter Ring 21. 6. 1621

Wer von Ihnen schon mal in Prag war, dem sind sie vielleicht aufgefallen, die 27 in das Pflaster eingelassenen Kreuze zu Füssen des Altstädter Rathausturmes. Vielleicht haben Sie sich über deren Ursprung gewundert. Nun in den folgenden Minuten erfahren Sie mehr über die Bewandtnis dieser Kreuze. Hören Sie zunächst einmal, wie der tschechische Schriftsteller Alois Jirasek die entsprechenden Ereignisse Ende des 19. Jahrhunderts in einer seiner Geschichten schilderte:

"In der Nacht vom 20. auf den 21. Juni 1621 herrschte überall in Prag Angst und Trauer. Die Strassen waren wie ausgestorben, denn über Prag war Ausgangsverbot verhängt worden. Nur das Klirren der Waffen und schwere Schritte fremder Soldaten durchbrachen die bedrückende Stille. Auf dem Altstädter Ring herrschte reger Betrieb. Bretter und Balken wurden von Wagen abgeladen und zur Platzmitte getragen, wo beim flackernden Licht zahlreicher Fackeln ein Gerüst wuchs. Als es zu dämmern begann, ragte da ein mit rotem Stoff überzogener Galgen empor. Beim Sonnenaufgang donnerte von der Prager Burg ein Kanonenschlag. Ein Zeichen dafür, dass die Exekution beginne. Auf dem Galgengerüst waren dunkle vermummte Gestalten zu sehen - die Henkershelfer und der Totengräber. Schliesslich erschien auch der Henker Jan Mydláø. Alsbald nahmen die kaiserlichen Richter ihre Sitze ein, und die Namen der 27 zum Tode verurteilten Standesherren wurden ausgerufen. Während in den Strassen Prags fremde Soldaten trommelten, beteten in den Häusern die Prager für ihre Getreuen, die 27 Herren, die zur selben Zeit geköpft oder gehängt wurden. Es wird berichtet, dass die hingerichteten Adeligen und Bürger einmal im Jahr, immer in der Nacht vom 20. auf den 21. Juni, auf dem Altstädter Ring erscheinen. Schweigend gehen sie über den Platz zur Kirche, wo sie, vor dem Altar knieend, das Abendmahl in beiderlei Gestalt empfangen. Und so lautlos wie sie gekommen verschwinden sie wieder."

Der Hradschin 1618, im Jahre des Fenstersturzes (Zeitgenössiger Stich)

Soweit der tschechische Schriftsteller Alois Jirasek über die Ereignisse jener Nacht vor 380 Jahren, als die Anführer des Ständeaufstandes gegen die katholischen Habsburger gerichtet wurden. 27 Adelige, Herren und Bürger, Tschechen und Deutsche, Protestanten und ein Katholik liessen damals ihr Leben. Bestraft wurden sie dafür, dass sie sich einem Aufstand gegen den rechtmässigen Habsburger Kaiser angeschlossen hatten, der einen religiösen Hintergrund hatte, denn der Kaiser hatte zuvor versucht, die seit Mitte des 15. Jahrhunderts in den Böhmischen Ländern geltende Religionsfreiheit einzuschränken. Der Aufstand hatte am 23. Mai 1618 mit dem berühmten Prager Fenstersturz begonnen und mit der für Tschechen noch heute ein nationales Trauma darstellenden Schlacht am Weissen Berg im November 1620 geendet. In jener Schlacht vor den Toren Prags hatte das Heer der katholischen Habsburger die protestantischen Stände vernichtend geschlagen. Was folgte war eine unbarmherzige Verfolgung aller Aufständischen, ungeachtet ihrer gesellschaftlichen Stellung oder Nationalität. Kaiser Ferdinand II. nutzte seinen militärischen Sieg, um seine Stellung in den aufständischen Böhmischen Ländern zu stärken, den protestantischen Glauben zurückzudrängen und die Macht der Stände ein für alle mal zu brechen.

Prozession am Weißen Berge (Josef Berka und A. Gustav, um 1800)

Alle Personen, die irgendwie an dem Ständeaufstand beteiligt gewesen waren, wurden bestraft. Am schlimmsten traf es dabei drei Herren, sieben Ritter und 17 Bürger, die in den frühen Morgenstunden des 21. Junis 1621 auf dem Altstädter Ring hingerichtet wurden. Bei der Hinrichtung wurde die Etike gewahrt: zuerst waren die Herren dran, dann die Ritter und schliesslich die Bürger. Vier Stunden lang soll die blutige Tortur gedauert haben, vier Schwerter soll der Henker Jan Mydlar dabei stumpf geschlagen haben.

Als erster wurde Joachim Andreas Graf Schlick geköpft, dessen Familie dank der Silberminen im westböhmischen Joachimsthal reich geworden war. Graf Schlick hatte jahrelang am sächsischen Hof als Erzieher des zukünftigen Herrschers Johann Georg gewirkt. Während des böhmischen Ständeaufstands war Schlick recht aktiv gewesen, unter anderem gehörte er zu den Teilnehmern des berühmten Fenstersturzes von 1618. Als nächstes kam Vaclav Budova von Budovec an die Reihe. Dieser hatte sich seit dem Beginn des 17. Jahrhunderts stark für die Einhaltung der Glaubensfreiheit in den Böhmischen Ländern eingesetzt und war einer der Wortführer der Aufständischen gewesen. Als dritter hochgestellter Adeliger verlor Krystof Harant von Polzice und Bezdruzice seinen Kopf. Dieser war am Hofe Kaiser Rudolfs II. Hofmusikant und Gesellschafter Rudolfs gewesen. Für Politik interessierte er sich nicht sehr, doch war er einer der Heerführer der Aufständischen gewesen, das kostete ihn nun seinen Kopf. Alle drei Herren gehörten ohne Zweifel zur geistigen Elite des Landes, alle drei waren weitgereist, hervorragend gebildet, sprachen mehrere Sprachen - und waren Protestanten.

Unter den 7 Rittern war auch der Katholik Divis Cernin von Chudenice. Dieser hatte den verhängnisvollen Fehler gemacht, am 23. Mai 1618 den Repräsentanten der Stände die Burgtore geöffnet zu haben, die dann die drei Vertreter der Habsburger Macht aus Protest gegen die Einschränkung der Rechte der Protestanten aus einem Fenster warfen.

Jan Jesensky

Eines der härtesten Urteile traf Jan Jessenius, den Rektor der Prager Karlsuniversität, der als 16. an die Reihe kam: er wurde nicht nur geköpft, zuvor wurde ihm die Zunge abgeschnitten, ausserdem wurde er nach der Hinrichtung noch geviertelt. Für dieses harte Urteil hatte sich Kaiser Ferdinand persönlich ausgesprochen. Der international angesehene Gelehrte, der 1600 in Prag die erste öffentliche Obduktion durchgeführt hatte, hatte den Zorn des Herrschers erregt, da er sich auf verschiedenen Landtagen gegen die Wahl Ferdinands zum böhmischen König ausgesprochen sowie eine Reihe von scharfen Schriften gegen die Habsburger veröffentlicht hatte.

Die Köpfe von zwölf Hingerichteten wurden in Eisenkörben zur Abschreckung und Warnung an den Altstädter Brückenturm gehängt. Von dort wurden sie erst 10 Jahre später entfernt, als die Sachsen 1631 Prag für kurze Zeit besetzten.

Ferdinand II.

Kaiser Ferdinand II. nutzte seinen Sieg über die aufständischen protestantischen Stände, die ihn, den rechtmässigen Erben, entthront hatten und einen anderen, den "Winterkönig" Friedrich von der Pfalz, gewählt hatten. 166 Adelige liess Ferdinand vollkommen enteignen, weitere 500 verloren einen Grossteil ihrer Güter. Belohnt wurden dagegen seine Getreuen. Diese erhielten grosse Ländereien in den Böhmischen Ländern. Ausserdem bekamen Klöster Ländereien zurück, die sie zur Zeit der Hussitenkriege im 15. Jahrhundert verloren hatten.

Die grössten Gewinner waren wohl Albrecht von Waldstein, Karl von Liechtenstein sowie Johann Ulrich von Eggenberg, die nun grosse Herrschaften ihr Eigen nennen konnten. Aber auch andere Adelsdfamilien setzten damals in den Böhmischen Ländern ihren Fuss, wie die Familien Trauttmansdorff, Thun, Metternich und Clary.

Auch einfache Bürger und Bauern waren betroffen: wer nicht zum katholischen Glauben übertrat, musste das Land verlassen. 1624 wurde der katholische Glaube der einzig anerkannte in den Böhmischen Ländern - immer mehr Untertanen sahen sich gezwungen, zu emigrieren. Rund 150.000 Menschen sollen in den Jahren nach der Niederlage der protestantischen Stände die Böhmischen Länder aus religiösen Gründen verlassen haben. Der wohl bekannteste Emigrant jener Zeit ist Jan Amos Komensky - Comenius. Der Pädagoge und Bischof der Brüderunität liess sich nach einigen Reisen in Holland nieder, wo er 1670 im Alter von 78 Jahren verstarb.

Auch in den Augen der meisten heutigen Tschechen begann damals mit der Niederlage der protestantischen Stände in der Schlacht am Weissen Berg die "Zeit der Finsternis". Als solche werden die knapp 300 Jahre der uneingeschränkten Herrschaft der Habsburger über die Böhmischen Länder bezeichnet, die erst mit der Unabhängigkeit der Tschechoslowakei 1918 endeten. Das einstmals stolze Königreich Böhmen war nach der neuen Landesordnung von 1627 zu einer Habsburger Provinz degradiert worden und hatte die meisten seiner Rechte verloren - auch das der Glaubensfreiheit, für das seine Bewohner seit dem Ketzertod des Jan Hus 1415 gekämpft hatten. Heute erinnern an diese Geschichtsepoche nicht nur die 27 in das Strassenpflaster eingelassenen Kreuze auf dem Altstädter Ring, sondern auch all die prächtigen Barockbauten im Lande. Mit diesen zeigten die katholischen Habsburger ihren böhmischen und mährischen Untertanen, wer der Herr im Lande ist.

Und damit sind wir bereits am Ende unseres Ausfluges in das 17. Jahrhundert.

www.radio.cz/de/rubrik/geschichte/hinrichtung-auf-dem-alt...

Execution on the Old Town Square 21. 6. 1621

23-06-2001 | Olaf Barth, Katrin Bock

Olaf Barth and Katrin Bock now take a look at the events that took place on the Old Town Square 380 years ago.

Execution on the Old Town Square 21. 6. 1621

If you have ever been to Prague, you may have noticed the 27 crosses which have been embedded into the pavement at the foot of the Old Town Town Hall. Perhaps you have wondered about their origin. Well, in the following minutes you will learn more about the context of these crosses. First of all, listen to the Czech writer Alois Jirasek portraying the events at the end of the 19th century in one of his stories:

"In the night of 20 to 21 June 1621, fear and grief prevailed everywhere in Prague, and the roads had become like deserted, for on Prague restrictions had been imposed. Only the clash of the weapons and the heavy steps of foreign soldiers broke through the oppressive silence. On the Old Town Square there was a lot of activity, and boards and beams were unloaded from wagons and carried to the middle of the place, where a scaffold grew by the flickering light of numerous torches. By daybreak a gallows covered with red cloth was towering. At sunrise fulminated a cannon cracker showing that the execution had to begin. On the scaffold dark hooded people were visible, the assistents of the executioner and the gravedigger. Finally, the executioner, Jan Mydláø, also appeared. Immediately the imperial judges took their seats, and the names of the twenty-seven death-condemned noblemen were exclaimed. While foreign soldiers were drumming in the streets of Prague, in the houses people of Prague prayed for their faithful, the 27 men who were either beheaded or hanged at the same time. It is reported that once a year, always in the night from the 20th to the 21st of June, the noblemen and citizens appear on the Old Town Square. Silently they walk over the square to the church, where, kneeling before the altar, they receive the Last Supper in both forms. And as silently as they have come they disappear again."

The Hradschin 1618, in the year of the window-lintel (contemporary engraving)

So far the Czech writer Alois Jirasek about the events of that night 380 years ago, when the leaders of the insurrection of the Estates against the Catholic Habsburgs were judged. 27 nobles, gentlemen and citizens, Czechs and Germans, Protestants and a Catholic then left their lives. They were punished for having joined an uprising against the legal Habsburg emperor which had a religious background, for the Emperor had previously tried to restrict the freedom of religion which had been in force in the Bohemian lands since the middle of the fifteenth century. The revolt had begun on May 23, 1618, with the famous Prague defenestration, and ended with the battle Battle of White Mountain in November 1620, for the Czechs still today a national trauma. In that battle before the gates of Prague the army of the Catholic Habsburgs the Protestant Estates had utterly vanquished. What followed was a relentless persecution of all insurgents, regardless of their social position or nationality. Emperor Ferdinand II used his military victory to strengthen his position in the rebellious Bohemian lands, to suppress the Protestant faith and to break the power of the Estates once and for all.

Procession on the White Mountains (Josef Berka and A. Gustav, around 1800)

All persons who had somehow participated in the uprising of the Estates were punished. The worst punishment experienced three lords, seven knights and 17 citizens, who were executed in the early morning hours of June 21, 1621 on the Old Town Square. The execution took place conforming to the etiquette: first came the lords, then the knights, and finally the citizens. It is said the bloodthirsty torture to have lasted for four hours, while the executioner Jan Mydlar in the proces was to have beaten blunt four swords.

Joachim Andreas Graf Schlick was the first to be beheaded, whose family had grown rich thanks to the silver mines in the west Bohemian Jáchymov valley. Count Schlick had worked for many years at the Saxon court as an educator of the future ruler Johann Georg. During the Bohemian uprising of the Estates, Schlick had been quite active. Among other things, he was one of the participants of the famous 1618 defenestration. Next came Vaclav Budova from Budovec. Since the beginning of the 17th century, he had been strongly committed to the observance of the freedom of belief in the Bohemian lands and had been one of the spokesmen of the insurgents. As the third nobleman, Krystof Harant of Polzice and Bezdruzice lost his head. He had been court musician and companion of Rudolf at the court of Emperor Rudolf II. He was not very interested in politics, but he had been one of the military leaders of the insurgents, which now cost him his head. All three of them, without any doubt, belonged to the intellectual elite of the country, all three of them had been to many places, were well-educated, spoke several languages, and were Protestants.

Among the 7 knights was also the Catholic Divis Cernin of Chudenice. This one had made the fatal mistake of opening the gates of the castle to the representatives of the Estates on the 23rd of May, 1618, who then threw the three representatives of the Habsburg power out of a window in protest against the restriction of the rights of the Protestants.

Jan Jesensky

Jan Jessenius, the rector of the Charles University of Prague, was one of those who got the severest judgement. He was not only beheaded, his tongue had been cut off before, additionally he was also quartered after the execution. Emperor Ferdinand had expressed himself personally for this harsh judgment. The internationally respected scholar, who had carried out the first public autopsy in Prague in 1600, had aroused the wrath of the ruler as he had himself pronounced against the election of Ferdinand for the King of Bohemia as well as published a series of harsh writings against the Habsburgs.

The heads of twelve executed were hanged in iron baskets for deterrence and warning at the Old Town Bridge Tower. From there they were removed only 10 years later, when the Saxons 1631 occupied Prague for a short time.

Ferdinand II.

Emperor Ferdinand II took advantage of the victory over the rebellious Protestant estates, which had dethroned him, the legitimate heir, and elected another one, the "Winter King", Frederick of the Palatinate. 166 nobles Ferdinand had completely dispossessed, another 500 lost a large part of their estates. On the other hand, his faithful were rewarded. Those were given great lands in the Bohemian lands. In addition, monasteries were returned lands that they had lost during the Hussite wars in the 15th century.

The greatest winners were probably Albrecht von Waldstein, Karl von Liechtenstein, and Johann Ulrich von Eggenberg, who were now able to call great domains their own. But also other noble families then settled in the Bohemian lands, like the Trauttmansdorff, Thun, Metternich and Clary families.

Even ordinary citizens and peasants were affected: those who did not convert to the Catholic faith had to leave the country. In 1624 the Catholic faith became the only one recognized in the Bohemian lands - more and more subjects saw themselves forced to emigrate. Some 150,000 people are said to have left the Bohemian lands for religious reasons in the years after the defeat of the Protestant Estates. The probably most famous emigrant of that time is Jan Amos Komensky - Comenius. The pedagogue and bishop of the Unity of the Brotherhood settled down after a few journeys in Holland, where he died in 1670 at the age of 78.

Even in the eyes of most of today's Czechs, the "time of darkness" began with the defeat of the Protestant estates in the Battle of Weissenberg. As such, the almost 300 years of the unrestricted rule of the Habsburgs over the Bohemian countries were designated, which ended only with the independence of Czechoslovakia in 1918. The formerly proud kingdom of Bohemia had been degrated to a Habsburg province according to the new regional order of 1627, and had lost most of its rights, including the freedom of faith for which its inhabitants had fought since the death for heresy of Jan Hus in 1415. Today, not only the 27 crosses embedded on the Old Town Square, but also all the magnificent Baroque buildings in the country, are reminiscent of this historic epoch. With these the Catholic Habsburgs showed their Bohemian and Moravian subjects who is the boss in the country.

And so we are already at the end of our trip into the 17th century.

 

Hinrichtung auf dem Altstädter Ring 21. 6. 1621

23-06-2001 | Olaf Barth, Katrin Bock

Olaf Barth und Katrin Bock werfen heute einen Blick auf die Geschehnisse, die sich vor 380 Jahren auf dem Altstädter Ring ereigneten.

Hinrichtung auf dem Altstädter Ring 21. 6. 1621

Wer von Ihnen schon mal in Prag war, dem sind sie vielleicht aufgefallen, die 27 in das Pflaster eingelassenen Kreuze zu Füssen des Altstädter Rathausturmes. Vielleicht haben Sie sich über deren Ursprung gewundert. Nun in den folgenden Minuten erfahren Sie mehr über die Bewandtnis dieser Kreuze. Hören Sie zunächst einmal, wie der tschechische Schriftsteller Alois Jirasek die entsprechenden Ereignisse Ende des 19. Jahrhunderts in einer seiner Geschichten schilderte:

"In der Nacht vom 20. auf den 21. Juni 1621 herrschte überall in Prag Angst und Trauer. Die Strassen waren wie ausgestorben, denn über Prag war Ausgangsverbot verhängt worden. Nur das Klirren der Waffen und schwere Schritte fremder Soldaten durchbrachen die bedrückende Stille. Auf dem Altstädter Ring herrschte reger Betrieb. Bretter und Balken wurden von Wagen abgeladen und zur Platzmitte getragen, wo beim flackernden Licht zahlreicher Fackeln ein Gerüst wuchs. Als es zu dämmern begann, ragte da ein mit rotem Stoff überzogener Galgen empor. Beim Sonnenaufgang donnerte von der Prager Burg ein Kanonenschlag. Ein Zeichen dafür, dass die Exekution beginne. Auf dem Galgengerüst waren dunkle vermummte Gestalten zu sehen - die Henkershelfer und der Totengräber. Schliesslich erschien auch der Henker Jan Mydláø. Alsbald nahmen die kaiserlichen Richter ihre Sitze ein, und die Namen der 27 zum Tode verurteilten Standesherren wurden ausgerufen. Während in den Strassen Prags fremde Soldaten trommelten, beteten in den Häusern die Prager für ihre Getreuen, die 27 Herren, die zur selben Zeit geköpft oder gehängt wurden. Es wird berichtet, dass die hingerichteten Adeligen und Bürger einmal im Jahr, immer in der Nacht vom 20. auf den 21. Juni, auf dem Altstädter Ring erscheinen. Schweigend gehen sie über den Platz zur Kirche, wo sie, vor dem Altar knieend, das Abendmahl in beiderlei Gestalt empfangen. Und so lautlos wie sie gekommen verschwinden sie wieder."

Der Hradschin 1618, im Jahre des Fenstersturzes (Zeitgenössiger Stich)

Soweit der tschechische Schriftsteller Alois Jirasek über die Ereignisse jener Nacht vor 380 Jahren, als die Anführer des Ständeaufstandes gegen die katholischen Habsburger gerichtet wurden. 27 Adelige, Herren und Bürger, Tschechen und Deutsche, Protestanten und ein Katholik liessen damals ihr Leben. Bestraft wurden sie dafür, dass sie sich einem Aufstand gegen den rechtmässigen Habsburger Kaiser angeschlossen hatten, der einen religiösen Hintergrund hatte, denn der Kaiser hatte zuvor versucht, die seit Mitte des 15. Jahrhunderts in den Böhmischen Ländern geltende Religionsfreiheit einzuschränken. Der Aufstand hatte am 23. Mai 1618 mit dem berühmten Prager Fenstersturz begonnen und mit der für Tschechen noch heute ein nationales Trauma darstellenden Schlacht am Weissen Berg im November 1620 geendet. In jener Schlacht vor den Toren Prags hatte das Heer der katholischen Habsburger die protestantischen Stände vernichtend geschlagen. Was folgte war eine unbarmherzige Verfolgung aller Aufständischen, ungeachtet ihrer gesellschaftlichen Stellung oder Nationalität. Kaiser Ferdinand II. nutzte seinen militärischen Sieg, um seine Stellung in den aufständischen Böhmischen Ländern zu stärken, den protestantischen Glauben zurückzudrängen und die Macht der Stände ein für alle mal zu brechen.

Prozession am Weißen Berge (Josef Berka und A. Gustav, um 1800)

Alle Personen, die irgendwie an dem Ständeaufstand beteiligt gewesen waren, wurden bestraft. Am schlimmsten traf es dabei drei Herren, sieben Ritter und 17 Bürger, die in den frühen Morgenstunden des 21. Junis 1621 auf dem Altstädter Ring hingerichtet wurden. Bei der Hinrichtung wurde die Etike gewahrt: zuerst waren die Herren dran, dann die Ritter und schliesslich die Bürger. Vier Stunden lang soll die blutige Tortur gedauert haben, vier Schwerter soll der Henker Jan Mydlar dabei stumpf geschlagen haben.

Als erster wurde Joachim Andreas Graf Schlick geköpft, dessen Familie dank der Silberminen im westböhmischen Joachimsthal reich geworden war. Graf Schlick hatte jahrelang am sächsischen Hof als Erzieher des zukünftigen Herrschers Johann Georg gewirkt. Während des böhmischen Ständeaufstands war Schlick recht aktiv gewesen, unter anderem gehörte er zu den Teilnehmern des berühmten Fenstersturzes von 1618. Als nächstes kam Vaclav Budova von Budovec an die Reihe. Dieser hatte sich seit dem Beginn des 17. Jahrhunderts stark für die Einhaltung der Glaubensfreiheit in den Böhmischen Ländern eingesetzt und war einer der Wortführer der Aufständischen gewesen. Als dritter hochgestellter Adeliger verlor Krystof Harant von Polzice und Bezdruzice seinen Kopf. Dieser war am Hofe Kaiser Rudolfs II. Hofmusikant und Gesellschafter Rudolfs gewesen. Für Politik interessierte er sich nicht sehr, doch war er einer der Heerführer der Aufständischen gewesen, das kostete ihn nun seinen Kopf. Alle drei Herren gehörten ohne Zweifel zur geistigen Elite des Landes, alle drei waren weitgereist, hervorragend gebildet, sprachen mehrere Sprachen - und waren Protestanten.

Unter den 7 Rittern war auch der Katholik Divis Cernin von Chudenice. Dieser hatte den verhängnisvollen Fehler gemacht, am 23. Mai 1618 den Repräsentanten der Stände die Burgtore geöffnet zu haben, die dann die drei Vertreter der Habsburger Macht aus Protest gegen die Einschränkung der Rechte der Protestanten aus einem Fenster warfen.

Jan Jesensky

Eines der härtesten Urteile traf Jan Jessenius, den Rektor der Prager Karlsuniversität, der als 16. an die Reihe kam: er wurde nicht nur geköpft, zuvor wurde ihm die Zunge abgeschnitten, ausserdem wurde er nach der Hinrichtung noch geviertelt. Für dieses harte Urteil hatte sich Kaiser Ferdinand persönlich ausgesprochen. Der international angesehene Gelehrte, der 1600 in Prag die erste öffentliche Obduktion durchgeführt hatte, hatte den Zorn des Herrschers erregt, da er sich auf verschiedenen Landtagen gegen die Wahl Ferdinands zum böhmischen König ausgesprochen sowie eine Reihe von scharfen Schriften gegen die Habsburger veröffentlicht hatte.

Die Köpfe von zwölf Hingerichteten wurden in Eisenkörben zur Abschreckung und Warnung an den Altstädter Brückenturm gehängt. Von dort wurden sie erst 10 Jahre später entfernt, als die Sachsen 1631 Prag für kurze Zeit besetzten.

Ferdinand II.

Kaiser Ferdinand II. nutzte seinen Sieg über die aufständischen protestantischen Stände, die ihn, den rechtmässigen Erben, entthront hatten und einen anderen, den "Winterkönig" Friedrich von der Pfalz, gewählt hatten. 166 Adelige liess Ferdinand vollkommen enteignen, weitere 500 verloren einen Grossteil ihrer Güter. Belohnt wurden dagegen seine Getreuen. Diese erhielten grosse Ländereien in den Böhmischen Ländern. Ausserdem bekamen Klöster Ländereien zurück, die sie zur Zeit der Hussitenkriege im 15. Jahrhundert verloren hatten.

Die grössten Gewinner waren wohl Albrecht von Waldstein, Karl von Liechtenstein sowie Johann Ulrich von Eggenberg, die nun grosse Herrschaften ihr Eigen nennen konnten. Aber auch andere Adelsdfamilien setzten damals in den Böhmischen Ländern ihren Fuss, wie die Familien Trauttmansdorff, Thun, Metternich und Clary.

Auch einfache Bürger und Bauern waren betroffen: wer nicht zum katholischen Glauben übertrat, musste das Land verlassen. 1624 wurde der katholische Glaube der einzig anerkannte in den Böhmischen Ländern - immer mehr Untertanen sahen sich gezwungen, zu emigrieren. Rund 150.000 Menschen sollen in den Jahren nach der Niederlage der protestantischen Stände die Böhmischen Länder aus religiösen Gründen verlassen haben. Der wohl bekannteste Emigrant jener Zeit ist Jan Amos Komensky - Comenius. Der Pädagoge und Bischof der Brüderunität liess sich nach einigen Reisen in Holland nieder, wo er 1670 im Alter von 78 Jahren verstarb.

Auch in den Augen der meisten heutigen Tschechen begann damals mit der Niederlage der protestantischen Stände in der Schlacht am Weissen Berg die "Zeit der Finsternis". Als solche werden die knapp 300 Jahre der uneingeschränkten Herrschaft der Habsburger über die Böhmischen Länder bezeichnet, die erst mit der Unabhängigkeit der Tschechoslowakei 1918 endeten. Das einstmals stolze Königreich Böhmen war nach der neuen Landesordnung von 1627 zu einer Habsburger Provinz degradiert worden und hatte die meisten seiner Rechte verloren - auch das der Glaubensfreiheit, für das seine Bewohner seit dem Ketzertod des Jan Hus 1415 gekämpft hatten. Heute erinnern an diese Geschichtsepoche nicht nur die 27 in das Strassenpflaster eingelassenen Kreuze auf dem Altstädter Ring, sondern auch all die prächtigen Barockbauten im Lande. Mit diesen zeigten die katholischen Habsburger ihren böhmischen und mährischen Untertanen, wer der Herr im Lande ist.

Und damit sind wir bereits am Ende unseres Ausfluges in das 17. Jahrhundert.

www.radio.cz/de/rubrik/geschichte/hinrichtung-auf-dem-alt...

 

Burg, Sitz der Steirischen LR, Burgtor, Ausfallstor, Stadtmauer und Graben, Bastion

Objekt ID: 79543, Hofgasse 13, 15

Katastralgemeinde: Innere Stadt

de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_denkmalgesch%C3%BCtzten_O...

 

Time of the nationalsocialism

As early as 24 February 1938, thousands of National Socialists had marched through the center of Graz in demonstrations, even though their party was banned in Austrofascism. In the course of the Anschluss (Annexation), the local National Socialists took control of the city and, with the consent of the mayor, flagged the streets and town hall with swastika flags, even before German troops arrived at Thalerhof airport, giving the city its name as the "stronghold of National Socialism". The students of the universities of Graz participated in the marches and were in large numbers members of SA and SS. They also welcomed the union with the German Reich and suggested that the university should be renamed "Adolf Hitler University". The Graz universities were in their understanding the southeast outpost of German science, "pioneer of Germanism" and a "bulwark against the danger from the East".

As a prelude to his propaganda tour through Austria, for the referendum on the already completed "Anschluss", Adolf Hitler visited on 3 and 4 April 1938 Graz. The election event, which was broadcast on the radio, took place in front of 30,000 crowded people in the assembly hall of a wagon factory, which had already been standing still for several years due to the global economic crisis. Afterwards Hitler drove in a triumphal procession through the streets of Graz. Cheering crowds lined the 4.3 kilometer long route through the city, including tens of thousands of Styrians, who had come to the state capital with special trains, buses and trucks to see the "leader".

Immediately after the seizure of power by the National Socialists, representatives of the other parties were arrested, as well as about 2,400 Grazer, who according to the Nuremberg laws were considered Jews, persecuted, deprived of their property, forced to emigrate or deported to Vienna. The ceremonial hall and the synagogue were destroyed in the November pogroms in 1938. In March 1940, Styria was considered a "free of Jews" one. On the occasion of a celebration on July 25, 1938, in which the Styrian National Socialists commemorated the putschists of 1934 with the motto "and yet you have triumphed", Hitler awarded the city the title "City of the People's Uprising".

After the seizure of power by the National Socialists in Austria, Greater Graz emerged with the incorporation of Liebenau, St. Peter, Waltendorf, Ries, Maria Trost, Andritz, Gösting, Eggenberg, Wetzelsdorf and Straßgang. Thus, Graz had 16 districts, this division is still essentially upright today, only Puntigam as today's 17th district at that time was still part of Straßgang.

During the Second World War Graz was overflown with the opening of the second allied air front on 13 August 1943 continuously. The units of the 15th US Air Force stationed in the Foggia area overflowed Styrian territory for almost all operations. Of all the Austrian cities, Graz recorded the most air attacks - a total of 56, which took place between February 25, 1943 and April 2, 1945, especially during the day. In the process, around 29,000 fire and explosive bombs were dropped. The main targets of the attacks were the main railway station as well as the large industrial plants in the west and south of the city. The poorly equipped air defense with 16- and 17-year-old air force helpers on the anti-aircraft batteries hit about six of 800 aircrafts. The tunnels in the Schloßberg were expanded from 1943 with the help of forced laborers and provided during the bombardment up to 50,000 people protection. Thus, the number of bomb victims, in relation to the severity of the attacks, remained low: 1,980 dead and around 2,000 wounded. 7,802 buildings and about 20,000 apartments were destroyed, the worst affected area around the main station. All bomb attacks were drawn on a road map, the "bomb plan", until the end of the war, which can be viewed in the city archives of Graz.

When the Red Army approached at Easter in 1945, the Puch plants in Graz-Thondorf provided bicycles so that the units gathered in a hurry of 15,000 men could come to their operation sites on the Ostwall (Panther - Wotan line). Only larger groups were transported by bus. Gauleiter Sigfried Uiberreither yet on May 7, 1945, the day before his own escape, a group of resistance fighters in Feliferhof had executed and also in the courtyard of the police headquarters political opponents were murdered to the end. Uiberreither handed the business over to his inner-party opponent, the more moderate Armin Dadieu. At noon, the latter deprived all district section and local section leaders of the NSDAP in Styria of their functions and ordered that the order of the Nerobefehl (The Nero Decree was issued by Adolf Hitler on March 19, 1945 ordering the destruction of German infrastructure to prevent their use by Allied forces as they penetrated deep within Germany) should not be obeyed.

 

Zeit des Nationalsozialismus

Bereits am 24. Februar 1938 waren Tausende Nationalsozialisten in Demonstrationszügen durch die Grazer Innenstadt gezogen, obwohl deren Partei im Austrofaschismus verboten war. Im Zuge des „Anschlusses“ übernahmen die lokalen Nationalsozialisten bereits vor dem Eintreffen der deutschen Truppen am Flughafen Thalerhof die Kontrolle in der Stadt und mit Einverständnis des Bürgermeisters die Straßen und das Rathaus mit Hakenkreuzfahnen zu beflaggen, was der Stadt die Bezeichnung als „Hochburg des Nationalsozialismus“ eintrug. Auch die Studenten der Grazer Universitäten beteiligten sich an den Aufmärschen und waren in großer Zahl Mitglieder von SA und SS. Sie begrüßten dann auch die Vereinigung mit dem Deutschen Reich und schlugen vor, dass die Hochschule in „Adolf-Hitler-Universität“ umbenannt werden sollte. Die Grazer Universitäten waren in ihrem Verständnis der südöstliche Vorposten der deutschen Wissenschaft, „Wegbereiter des Deutschtums“ und ein „Bollwerk gegen die Gefahr aus dem Osten“.

Als Auftakt zu seiner Propagandareise durch Österreich, für die Volksabstimmung über den bereits vollzogenen „Anschluss“, besuchte Adolf Hitler am 3. und 4. April 1938 Graz. Die Wahlveranstaltung, die im Rundfunk übertragen wurde, fand vor 30.000 dichtgedrängten Personen in der Montagehalle einer Waggonfabrik statt, die bereits einige Jahre aufgrund der Weltwirtschaftskrise still stand. Anschließend fuhr Hitler in einem Triumphzug durch die Straßen von Graz. Jubelnde Menschenmengen säumten die 4,3 Kilometer lange Wegstrecke durch die Stadt, darunter Zehntausende Steirer, die mit Sonderzügen, Autobussen und Lastkraftwagen in die Landeshauptstadt gekommen waren, um den „Führer“ zu sehen.

Unmittelbar nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurden Vertreter der anderen Parteien verhaftet, sowie etwa 2.400 Grazer, die gemäß den Nürnberger Gesetzen als Juden galten, verfolgt, ihres Eigentums beraubt, zur Emigration gezwungen oder nach Wien deportiert. Die Zeremonienhalle und die Synagoge wurden in den Novemberpogromen 1938 zerstört. Im März 1940 galt die Steiermark als „judenrein“. Anlässlich einer Feier am 25. Juli 1938, in der die steirischen Nationalsozialisten mit dem Motto „Und ihr habt doch gesiegt“ der Putschisten des Jahres 1934 gedachten, verlieh Hitler der Stadt den Titel „Stadt der Volkserhebung“.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Österreich entstand Groß-Graz mit der Eingemeindung von Liebenau, St. Peter, Waltendorf, Ries, Maria Trost, Andritz, Gösting, Eggenberg, Wetzelsdorf und Straßgang. Damit hatte Graz 16 Bezirke, diese Einteilung ist heute im Wesentlichen noch aufrecht, nur Puntigam als heutiger 17. Bezirk war damals noch ein Teil von Straßgang.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde Graz mit der Eröffnung der zweiten alliierten Luftfront am 13. August 1943 laufend überflogen. Die im Raum Foggia stationierten Verbände der 15. US-Luftflotte überflogen für fast alle Einsätze steirisches Gebiet. Von allen österreichischen Städten verzeichnete Graz die meisten Luftangriffe – insgesamt 56, die zwischen dem 25. Februar 1943 und dem 2. April 1945 vor allem bei Tag stattfanden. Dabei wurden rund 29.000 Brand- und Sprengbomben abgeworfen. Hauptziele der Angriffe waren der Hauptbahnhof sowie die großen Industrieanlagen im Westen und Süden der Stadt. Die schlecht ausgestattete Luftabwehr mit 16- und 17-jährigen Luftwaffenhelfern an den Flakbatterien traf etwa sechs von 800 Flugzeugen. Die Stollen im Schloßberg wurden ab 1943 mithilfe von Zwangsarbeitern weitläufig ausgebaut und boten während der Bombardierung bis zu 50.000 Menschen Schutz. Dadurch blieb die Zahl der Bombenopfer, in Relation zur Schwere der Angriffe, gering: 1.980 Tote und rund 2.000 Verwundete. 7.802 Gebäude und etwa 20.000 Wohnungen waren zerstört, am schlimmsten war das Gebiet um den Hauptbahnhof betroffen. Alle Bombeneinschläge wurden bis Kriegsende auf einer Straßenkarte, dem „Bombenplan“ eingezeichnet, der im Stadtarchiv Graz eingesehen werden kann.

Als zu Ostern 1945 die Rote Armee näherrückte, stellten die Puch-Werke in Graz-Thondorf Fahrräder zur Verfügung, damit die eilig aus 15.000 Mann zusammengestellten Einheiten an ihre Einsatzorte am Ostwall kommen konnten. Nur größere Gruppen wurden mit Autobussen transportiert. Gauleiter Sigfried Uiberreither ließ noch am 7. Mai 1945, am Tag vor seiner eigenen Flucht, eine Gruppe von Widerstandskämpfern im Feliferhof hinrichten und auch im Hof der Polizeidirektion wurden politische Gegner bis zuletzt ermordet. Uiberreither übergab die Geschäfte seinem innerparteilichen Gegner, dem gemäßigteren Armin Dadieu. Dieser enthob noch zu Mittag alle Kreis- und Ortsgruppenleiter der NSDAP in der Steiermark ihrer Funktionen und ordnete an, dass dem Nerobefehl nicht Folge zu leisten ist.

de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_von_Graz#Zeit_des_Nation...

Execution on the Old Town Square 21. 6. 1621

23-06-2001 | Olaf Barth, Katrin Bock

Olaf Barth and Katrin Bock now take a look at the events that took place on the Old Town Square 380 years ago.

Execution on the Old Town Square 21. 6. 1621

If you have ever been to Prague, you may have noticed the 27 crosses which have been embedded into the pavement at the foot of the Old Town Town Hall. Perhaps you have wondered about their origin. Well, in the following minutes you will learn more about the context of these crosses. First of all, listen to the Czech writer Alois Jirasek portraying the events at the end of the 19th century in one of his stories:

"In the night of 20 to 21 June 1621, fear and grief prevailed everywhere in Prague, and the roads had become like deserted, for on Prague restrictions had been imposed. Only the clash of the weapons and the heavy steps of foreign soldiers broke through the oppressive silence. On the Old Town Square there was a lot of activity, and boards and beams were unloaded from wagons and carried to the middle of the place, where a scaffold grew by the flickering light of numerous torches. By daybreak a gallows covered with red cloth was towering. At sunrise fulminated a cannon cracker showing that the execution had to begin. On the scaffold dark hooded people were visible, the assistents of the executioner and the gravedigger. Finally, the executioner, Jan Mydláø, also appeared. Immediately the imperial judges took their seats, and the names of the twenty-seven death-condemned noblemen were exclaimed. While foreign soldiers were drumming in the streets of Prague, in the houses people of Prague prayed for their faithful, the 27 men who were either beheaded or hanged at the same time. It is reported that once a year, always in the night from the 20th to the 21st of June, the noblemen and citizens appear on the Old Town Square. Silently they walk over the square to the church, where, kneeling before the altar, they receive the Last Supper in both forms. And as silently as they have come they disappear again."

The Hradschin 1618, in the year of the window-lintel (contemporary engraving)

So far the Czech writer Alois Jirasek about the events of that night 380 years ago, when the leaders of the insurrection of the Estates against the Catholic Habsburgs were judged. 27 nobles, gentlemen and citizens, Czechs and Germans, Protestants and a Catholic then left their lives. They were punished for having joined an uprising against the legal Habsburg emperor which had a religious background, for the Emperor had previously tried to restrict the freedom of religion which had been in force in the Bohemian lands since the middle of the fifteenth century. The revolt had begun on May 23, 1618, with the famous Prague defenestration, and ended with the battle Battle of White Mountain in November 1620, for the Czechs still today a national trauma. In that battle before the gates of Prague the army of the Catholic Habsburgs the Protestant Estates had utterly vanquished. What followed was a relentless persecution of all insurgents, regardless of their social position or nationality. Emperor Ferdinand II used his military victory to strengthen his position in the rebellious Bohemian lands, to suppress the Protestant faith and to break the power of the Estates once and for all.

Procession on the White Mountains (Josef Berka and A. Gustav, around 1800)

All persons who had somehow participated in the uprising of the Estates were punished. The worst punishment experienced three lords, seven knights and 17 citizens, who were executed in the early morning hours of June 21, 1621 on the Old Town Square. The execution took place conforming to the etiquette: first came the lords, then the knights, and finally the citizens. It is said the bloodthirsty torture to have lasted for four hours, while the executioner Jan Mydlar in the proces was to have beaten blunt four swords.

Joachim Andreas Graf Schlick was the first to be beheaded, whose family had grown rich thanks to the silver mines in the west Bohemian Jáchymov valley. Count Schlick had worked for many years at the Saxon court as an educator of the future ruler Johann Georg. During the Bohemian uprising of the Estates, Schlick had been quite active. Among other things, he was one of the participants of the famous 1618 defenestration. Next came Vaclav Budova from Budovec. Since the beginning of the 17th century, he had been strongly committed to the observance of the freedom of belief in the Bohemian lands and had been one of the spokesmen of the insurgents. As the third nobleman, Krystof Harant of Polzice and Bezdruzice lost his head. He had been court musician and companion of Rudolf at the court of Emperor Rudolf II. He was not very interested in politics, but he had been one of the military leaders of the insurgents, which now cost him his head. All three of them, without any doubt, belonged to the intellectual elite of the country, all three of them had been to many places, were well-educated, spoke several languages, and were Protestants.

Among the 7 knights was also the Catholic Divis Cernin of Chudenice. This one had made the fatal mistake of opening the gates of the castle to the representatives of the Estates on the 23rd of May, 1618, who then threw the three representatives of the Habsburg power out of a window in protest against the restriction of the rights of the Protestants.

Jan Jesensky

Jan Jessenius, the rector of the Charles University of Prague, was one of those who got the severest judgement. He was not only beheaded, his tongue had been cut off before, additionally he was also quartered after the execution. Emperor Ferdinand had expressed himself personally for this harsh judgment. The internationally respected scholar, who had carried out the first public autopsy in Prague in 1600, had aroused the wrath of the ruler as he had himself pronounced against the election of Ferdinand for the King of Bohemia as well as published a series of harsh writings against the Habsburgs.

The heads of twelve executed were hanged in iron baskets for deterrence and warning at the Old Town Bridge Tower. From there they were removed only 10 years later, when the Saxons 1631 occupied Prague for a short time.

Ferdinand II.

Emperor Ferdinand II took advantage of the victory over the rebellious Protestant estates, which had dethroned him, the legitimate heir, and elected another one, the "Winter King", Frederick of the Palatinate. 166 nobles Ferdinand had completely dispossessed, another 500 lost a large part of their estates. On the other hand, his faithful were rewarded. Those were given great lands in the Bohemian lands. In addition, monasteries were returned lands that they had lost during the Hussite wars in the 15th century.

The greatest winners were probably Albrecht von Waldstein, Karl von Liechtenstein, and Johann Ulrich von Eggenberg, who were now able to call great domains their own. But also other noble families then settled in the Bohemian lands, like the Trauttmansdorff, Thun, Metternich and Clary families.

Even ordinary citizens and peasants were affected: those who did not convert to the Catholic faith had to leave the country. In 1624 the Catholic faith became the only one recognized in the Bohemian lands - more and more subjects saw themselves forced to emigrate. Some 150,000 people are said to have left the Bohemian lands for religious reasons in the years after the defeat of the Protestant Estates. The probably most famous emigrant of that time is Jan Amos Komensky - Comenius. The pedagogue and bishop of the Unity of the Brotherhood settled down after a few journeys in Holland, where he died in 1670 at the age of 78.

Even in the eyes of most of today's Czechs, the "time of darkness" began with the defeat of the Protestant estates in the Battle of Weissenberg. As such, the almost 300 years of the unrestricted rule of the Habsburgs over the Bohemian countries were designated, which ended only with the independence of Czechoslovakia in 1918. The formerly proud kingdom of Bohemia had been degrated to a Habsburg province according to the new regional order of 1627, and had lost most of its rights, including the freedom of faith for which its inhabitants had fought since the death for heresy of Jan Hus in 1415. Today, not only the 27 crosses embedded on the Old Town Square, but also all the magnificent Baroque buildings in the country, are reminiscent of this historic epoch. With these the Catholic Habsburgs showed their Bohemian and Moravian subjects who is the boss in the country.

And so we are already at the end of our trip into the 17th century.

 

Hinrichtung auf dem Altstädter Ring 21. 6. 1621

23-06-2001 | Olaf Barth, Katrin Bock

Olaf Barth und Katrin Bock werfen heute einen Blick auf die Geschehnisse, die sich vor 380 Jahren auf dem Altstädter Ring ereigneten.

Hinrichtung auf dem Altstädter Ring 21. 6. 1621

Wer von Ihnen schon mal in Prag war, dem sind sie vielleicht aufgefallen, die 27 in das Pflaster eingelassenen Kreuze zu Füssen des Altstädter Rathausturmes. Vielleicht haben Sie sich über deren Ursprung gewundert. Nun in den folgenden Minuten erfahren Sie mehr über die Bewandtnis dieser Kreuze. Hören Sie zunächst einmal, wie der tschechische Schriftsteller Alois Jirasek die entsprechenden Ereignisse Ende des 19. Jahrhunderts in einer seiner Geschichten schilderte:

"In der Nacht vom 20. auf den 21. Juni 1621 herrschte überall in Prag Angst und Trauer. Die Strassen waren wie ausgestorben, denn über Prag war Ausgangsverbot verhängt worden. Nur das Klirren der Waffen und schwere Schritte fremder Soldaten durchbrachen die bedrückende Stille. Auf dem Altstädter Ring herrschte reger Betrieb. Bretter und Balken wurden von Wagen abgeladen und zur Platzmitte getragen, wo beim flackernden Licht zahlreicher Fackeln ein Gerüst wuchs. Als es zu dämmern begann, ragte da ein mit rotem Stoff überzogener Galgen empor. Beim Sonnenaufgang donnerte von der Prager Burg ein Kanonenschlag. Ein Zeichen dafür, dass die Exekution beginne. Auf dem Galgengerüst waren dunkle vermummte Gestalten zu sehen - die Henkershelfer und der Totengräber. Schliesslich erschien auch der Henker Jan Mydláø. Alsbald nahmen die kaiserlichen Richter ihre Sitze ein, und die Namen der 27 zum Tode verurteilten Standesherren wurden ausgerufen. Während in den Strassen Prags fremde Soldaten trommelten, beteten in den Häusern die Prager für ihre Getreuen, die 27 Herren, die zur selben Zeit geköpft oder gehängt wurden. Es wird berichtet, dass die hingerichteten Adeligen und Bürger einmal im Jahr, immer in der Nacht vom 20. auf den 21. Juni, auf dem Altstädter Ring erscheinen. Schweigend gehen sie über den Platz zur Kirche, wo sie, vor dem Altar knieend, das Abendmahl in beiderlei Gestalt empfangen. Und so lautlos wie sie gekommen verschwinden sie wieder."

Der Hradschin 1618, im Jahre des Fenstersturzes (Zeitgenössiger Stich)

Soweit der tschechische Schriftsteller Alois Jirasek über die Ereignisse jener Nacht vor 380 Jahren, als die Anführer des Ständeaufstandes gegen die katholischen Habsburger gerichtet wurden. 27 Adelige, Herren und Bürger, Tschechen und Deutsche, Protestanten und ein Katholik liessen damals ihr Leben. Bestraft wurden sie dafür, dass sie sich einem Aufstand gegen den rechtmässigen Habsburger Kaiser angeschlossen hatten, der einen religiösen Hintergrund hatte, denn der Kaiser hatte zuvor versucht, die seit Mitte des 15. Jahrhunderts in den Böhmischen Ländern geltende Religionsfreiheit einzuschränken. Der Aufstand hatte am 23. Mai 1618 mit dem berühmten Prager Fenstersturz begonnen und mit der für Tschechen noch heute ein nationales Trauma darstellenden Schlacht am Weissen Berg im November 1620 geendet. In jener Schlacht vor den Toren Prags hatte das Heer der katholischen Habsburger die protestantischen Stände vernichtend geschlagen. Was folgte war eine unbarmherzige Verfolgung aller Aufständischen, ungeachtet ihrer gesellschaftlichen Stellung oder Nationalität. Kaiser Ferdinand II. nutzte seinen militärischen Sieg, um seine Stellung in den aufständischen Böhmischen Ländern zu stärken, den protestantischen Glauben zurückzudrängen und die Macht der Stände ein für alle mal zu brechen.

Prozession am Weißen Berge (Josef Berka und A. Gustav, um 1800)

Alle Personen, die irgendwie an dem Ständeaufstand beteiligt gewesen waren, wurden bestraft. Am schlimmsten traf es dabei drei Herren, sieben Ritter und 17 Bürger, die in den frühen Morgenstunden des 21. Junis 1621 auf dem Altstädter Ring hingerichtet wurden. Bei der Hinrichtung wurde die Etike gewahrt: zuerst waren die Herren dran, dann die Ritter und schliesslich die Bürger. Vier Stunden lang soll die blutige Tortur gedauert haben, vier Schwerter soll der Henker Jan Mydlar dabei stumpf geschlagen haben.

Als erster wurde Joachim Andreas Graf Schlick geköpft, dessen Familie dank der Silberminen im westböhmischen Joachimsthal reich geworden war. Graf Schlick hatte jahrelang am sächsischen Hof als Erzieher des zukünftigen Herrschers Johann Georg gewirkt. Während des böhmischen Ständeaufstands war Schlick recht aktiv gewesen, unter anderem gehörte er zu den Teilnehmern des berühmten Fenstersturzes von 1618. Als nächstes kam Vaclav Budova von Budovec an die Reihe. Dieser hatte sich seit dem Beginn des 17. Jahrhunderts stark für die Einhaltung der Glaubensfreiheit in den Böhmischen Ländern eingesetzt und war einer der Wortführer der Aufständischen gewesen. Als dritter hochgestellter Adeliger verlor Krystof Harant von Polzice und Bezdruzice seinen Kopf. Dieser war am Hofe Kaiser Rudolfs II. Hofmusikant und Gesellschafter Rudolfs gewesen. Für Politik interessierte er sich nicht sehr, doch war er einer der Heerführer der Aufständischen gewesen, das kostete ihn nun seinen Kopf. Alle drei Herren gehörten ohne Zweifel zur geistigen Elite des Landes, alle drei waren weitgereist, hervorragend gebildet, sprachen mehrere Sprachen - und waren Protestanten.

Unter den 7 Rittern war auch der Katholik Divis Cernin von Chudenice. Dieser hatte den verhängnisvollen Fehler gemacht, am 23. Mai 1618 den Repräsentanten der Stände die Burgtore geöffnet zu haben, die dann die drei Vertreter der Habsburger Macht aus Protest gegen die Einschränkung der Rechte der Protestanten aus einem Fenster warfen.

Jan Jesensky

Eines der härtesten Urteile traf Jan Jessenius, den Rektor der Prager Karlsuniversität, der als 16. an die Reihe kam: er wurde nicht nur geköpft, zuvor wurde ihm die Zunge abgeschnitten, ausserdem wurde er nach der Hinrichtung noch geviertelt. Für dieses harte Urteil hatte sich Kaiser Ferdinand persönlich ausgesprochen. Der international angesehene Gelehrte, der 1600 in Prag die erste öffentliche Obduktion durchgeführt hatte, hatte den Zorn des Herrschers erregt, da er sich auf verschiedenen Landtagen gegen die Wahl Ferdinands zum böhmischen König ausgesprochen sowie eine Reihe von scharfen Schriften gegen die Habsburger veröffentlicht hatte.

Die Köpfe von zwölf Hingerichteten wurden in Eisenkörben zur Abschreckung und Warnung an den Altstädter Brückenturm gehängt. Von dort wurden sie erst 10 Jahre später entfernt, als die Sachsen 1631 Prag für kurze Zeit besetzten.

Ferdinand II.

Kaiser Ferdinand II. nutzte seinen Sieg über die aufständischen protestantischen Stände, die ihn, den rechtmässigen Erben, entthront hatten und einen anderen, den "Winterkönig" Friedrich von der Pfalz, gewählt hatten. 166 Adelige liess Ferdinand vollkommen enteignen, weitere 500 verloren einen Grossteil ihrer Güter. Belohnt wurden dagegen seine Getreuen. Diese erhielten grosse Ländereien in den Böhmischen Ländern. Ausserdem bekamen Klöster Ländereien zurück, die sie zur Zeit der Hussitenkriege im 15. Jahrhundert verloren hatten.

Die grössten Gewinner waren wohl Albrecht von Waldstein, Karl von Liechtenstein sowie Johann Ulrich von Eggenberg, die nun grosse Herrschaften ihr Eigen nennen konnten. Aber auch andere Adelsdfamilien setzten damals in den Böhmischen Ländern ihren Fuss, wie die Familien Trauttmansdorff, Thun, Metternich und Clary.

Auch einfache Bürger und Bauern waren betroffen: wer nicht zum katholischen Glauben übertrat, musste das Land verlassen. 1624 wurde der katholische Glaube der einzig anerkannte in den Böhmischen Ländern - immer mehr Untertanen sahen sich gezwungen, zu emigrieren. Rund 150.000 Menschen sollen in den Jahren nach der Niederlage der protestantischen Stände die Böhmischen Länder aus religiösen Gründen verlassen haben. Der wohl bekannteste Emigrant jener Zeit ist Jan Amos Komensky - Comenius. Der Pädagoge und Bischof der Brüderunität liess sich nach einigen Reisen in Holland nieder, wo er 1670 im Alter von 78 Jahren verstarb.

Auch in den Augen der meisten heutigen Tschechen begann damals mit der Niederlage der protestantischen Stände in der Schlacht am Weissen Berg die "Zeit der Finsternis". Als solche werden die knapp 300 Jahre der uneingeschränkten Herrschaft der Habsburger über die Böhmischen Länder bezeichnet, die erst mit der Unabhängigkeit der Tschechoslowakei 1918 endeten. Das einstmals stolze Königreich Böhmen war nach der neuen Landesordnung von 1627 zu einer Habsburger Provinz degradiert worden und hatte die meisten seiner Rechte verloren - auch das der Glaubensfreiheit, für das seine Bewohner seit dem Ketzertod des Jan Hus 1415 gekämpft hatten. Heute erinnern an diese Geschichtsepoche nicht nur die 27 in das Strassenpflaster eingelassenen Kreuze auf dem Altstädter Ring, sondern auch all die prächtigen Barockbauten im Lande. Mit diesen zeigten die katholischen Habsburger ihren böhmischen und mährischen Untertanen, wer der Herr im Lande ist.

Und damit sind wir bereits am Ende unseres Ausfluges in das 17. Jahrhundert.

www.radio.cz/de/rubrik/geschichte/hinrichtung-auf-dem-alt...

 

Execution on the Old Town Square 21. 6. 1621

23-06-2001 | Olaf Barth, Katrin Bock

Olaf Barth and Katrin Bock now take a look at the events that took place on the Old Town Square 380 years ago.

Execution on the Old Town Square 21. 6. 1621

If you have ever been to Prague, you may have noticed the 27 crosses which have been embedded into the pavement at the foot of the Old Town Town Hall. Perhaps you have wondered about their origin. Well, in the following minutes you will learn more about the context of these crosses. First of all, listen to the Czech writer Alois Jirasek portraying the events at the end of the 19th century in one of his stories:

"In the night of 20 to 21 June 1621, fear and grief prevailed everywhere in Prague, and the roads had become like deserted, for on Prague restrictions had been imposed. Only the clash of the weapons and the heavy steps of foreign soldiers broke through the oppressive silence. On the Old Town Square there was a lot of activity, and boards and beams were unloaded from wagons and carried to the middle of the place, where a scaffold grew by the flickering light of numerous torches. By daybreak a gallows covered with red cloth was towering. At sunrise fulminated a cannon cracker showing that the execution had to begin. On the scaffold dark hooded people were visible, the assistents of the executioner and the gravedigger. Finally, the executioner, Jan Mydláø, also appeared. Immediately the imperial judges took their seats, and the names of the twenty-seven death-condemned noblemen were exclaimed. While foreign soldiers were drumming in the streets of Prague, in the houses people of Prague prayed for their faithful, the 27 men who were either beheaded or hanged at the same time. It is reported that once a year, always in the night from the 20th to the 21st of June, the noblemen and citizens appear on the Old Town Square. Silently they walk over the square to the church, where, kneeling before the altar, they receive the Last Supper in both forms. And as silently as they have come they disappear again."

The Hradschin 1618, in the year of the window-lintel (contemporary engraving)

So far the Czech writer Alois Jirasek about the events of that night 380 years ago, when the leaders of the insurrection of the Estates against the Catholic Habsburgs were judged. 27 nobles, gentlemen and citizens, Czechs and Germans, Protestants and a Catholic then left their lives. They were punished for having joined an uprising against the legal Habsburg emperor which had a religious background, for the Emperor had previously tried to restrict the freedom of religion which had been in force in the Bohemian lands since the middle of the fifteenth century. The revolt had begun on May 23, 1618, with the famous Prague defenestration, and ended with the battle Battle of White Mountain in November 1620, for the Czechs still today a national trauma. In that battle before the gates of Prague the army of the Catholic Habsburgs the Protestant Estates had utterly vanquished. What followed was a relentless persecution of all insurgents, regardless of their social position or nationality. Emperor Ferdinand II used his military victory to strengthen his position in the rebellious Bohemian lands, to suppress the Protestant faith and to break the power of the Estates once and for all.

Procession on the White Mountains (Josef Berka and A. Gustav, around 1800)

All persons who had somehow participated in the uprising of the Estates were punished. The worst punishment experienced three lords, seven knights and 17 citizens, who were executed in the early morning hours of June 21, 1621 on the Old Town Square. The execution took place conforming to the etiquette: first came the lords, then the knights, and finally the citizens. It is said the bloodthirsty torture to have lasted for four hours, while the executioner Jan Mydlar in the proces was to have beaten blunt four swords.

Joachim Andreas Graf Schlick was the first to be beheaded, whose family had grown rich thanks to the silver mines in the west Bohemian Jáchymov valley. Count Schlick had worked for many years at the Saxon court as an educator of the future ruler Johann Georg. During the Bohemian uprising of the Estates, Schlick had been quite active. Among other things, he was one of the participants of the famous 1618 defenestration. Next came Vaclav Budova from Budovec. Since the beginning of the 17th century, he had been strongly committed to the observance of the freedom of belief in the Bohemian lands and had been one of the spokesmen of the insurgents. As the third nobleman, Krystof Harant of Polzice and Bezdruzice lost his head. He had been court musician and companion of Rudolf at the court of Emperor Rudolf II. He was not very interested in politics, but he had been one of the military leaders of the insurgents, which now cost him his head. All three of them, without any doubt, belonged to the intellectual elite of the country, all three of them had been to many places, were well-educated, spoke several languages, and were Protestants.

Among the 7 knights was also the Catholic Divis Cernin of Chudenice. This one had made the fatal mistake of opening the gates of the castle to the representatives of the Estates on the 23rd of May, 1618, who then threw the three representatives of the Habsburg power out of a window in protest against the restriction of the rights of the Protestants.

Jan Jesensky

Jan Jessenius, the rector of the Charles University of Prague, was one of those who got the severest judgement. He was not only beheaded, his tongue had been cut off before, additionally he was also quartered after the execution. Emperor Ferdinand had expressed himself personally for this harsh judgment. The internationally respected scholar, who had carried out the first public autopsy in Prague in 1600, had aroused the wrath of the ruler as he had himself pronounced against the election of Ferdinand for the King of Bohemia as well as published a series of harsh writings against the Habsburgs.

The heads of twelve executed were hanged in iron baskets for deterrence and warning at the Old Town Bridge Tower. From there they were removed only 10 years later, when the Saxons 1631 occupied Prague for a short time.

Ferdinand II.

Emperor Ferdinand II took advantage of the victory over the rebellious Protestant estates, which had dethroned him, the legitimate heir, and elected another one, the "Winter King", Frederick of the Palatinate. 166 nobles Ferdinand had completely dispossessed, another 500 lost a large part of their estates. On the other hand, his faithful were rewarded. Those were given great lands in the Bohemian lands. In addition, monasteries were returned lands that they had lost during the Hussite wars in the 15th century.

The greatest winners were probably Albrecht von Waldstein, Karl von Liechtenstein, and Johann Ulrich von Eggenberg, who were now able to call great domains their own. But also other noble families then settled in the Bohemian lands, like the Trauttmansdorff, Thun, Metternich and Clary families.

Even ordinary citizens and peasants were affected: those who did not convert to the Catholic faith had to leave the country. In 1624 the Catholic faith became the only one recognized in the Bohemian lands - more and more subjects saw themselves forced to emigrate. Some 150,000 people are said to have left the Bohemian lands for religious reasons in the years after the defeat of the Protestant Estates. The probably most famous emigrant of that time is Jan Amos Komensky - Comenius. The pedagogue and bishop of the Unity of the Brotherhood settled down after a few journeys in Holland, where he died in 1670 at the age of 78.

Even in the eyes of most of today's Czechs, the "time of darkness" began with the defeat of the Protestant estates in the Battle of Weissenberg. As such, the almost 300 years of the unrestricted rule of the Habsburgs over the Bohemian countries were designated, which ended only with the independence of Czechoslovakia in 1918. The formerly proud kingdom of Bohemia had been degrated to a Habsburg province according to the new regional order of 1627, and had lost most of its rights, including the freedom of faith for which its inhabitants had fought since the death for heresy of Jan Hus in 1415. Today, not only the 27 crosses embedded on the Old Town Square, but also all the magnificent Baroque buildings in the country, are reminiscent of this historic epoch. With these the Catholic Habsburgs showed their Bohemian and Moravian subjects who is the boss in the country.

And so we are already at the end of our trip into the 17th century.

 

Hinrichtung auf dem Altstädter Ring 21. 6. 1621

23-06-2001 | Olaf Barth, Katrin Bock

Olaf Barth und Katrin Bock werfen heute einen Blick auf die Geschehnisse, die sich vor 380 Jahren auf dem Altstädter Ring ereigneten.

Hinrichtung auf dem Altstädter Ring 21. 6. 1621

Wer von Ihnen schon mal in Prag war, dem sind sie vielleicht aufgefallen, die 27 in das Pflaster eingelassenen Kreuze zu Füssen des Altstädter Rathausturmes. Vielleicht haben Sie sich über deren Ursprung gewundert. Nun in den folgenden Minuten erfahren Sie mehr über die Bewandtnis dieser Kreuze. Hören Sie zunächst einmal, wie der tschechische Schriftsteller Alois Jirasek die entsprechenden Ereignisse Ende des 19. Jahrhunderts in einer seiner Geschichten schilderte:

"In der Nacht vom 20. auf den 21. Juni 1621 herrschte überall in Prag Angst und Trauer. Die Strassen waren wie ausgestorben, denn über Prag war Ausgangsverbot verhängt worden. Nur das Klirren der Waffen und schwere Schritte fremder Soldaten durchbrachen die bedrückende Stille. Auf dem Altstädter Ring herrschte reger Betrieb. Bretter und Balken wurden von Wagen abgeladen und zur Platzmitte getragen, wo beim flackernden Licht zahlreicher Fackeln ein Gerüst wuchs. Als es zu dämmern begann, ragte da ein mit rotem Stoff überzogener Galgen empor. Beim Sonnenaufgang donnerte von der Prager Burg ein Kanonenschlag. Ein Zeichen dafür, dass die Exekution beginne. Auf dem Galgengerüst waren dunkle vermummte Gestalten zu sehen - die Henkershelfer und der Totengräber. Schliesslich erschien auch der Henker Jan Mydláø. Alsbald nahmen die kaiserlichen Richter ihre Sitze ein, und die Namen der 27 zum Tode verurteilten Standesherren wurden ausgerufen. Während in den Strassen Prags fremde Soldaten trommelten, beteten in den Häusern die Prager für ihre Getreuen, die 27 Herren, die zur selben Zeit geköpft oder gehängt wurden. Es wird berichtet, dass die hingerichteten Adeligen und Bürger einmal im Jahr, immer in der Nacht vom 20. auf den 21. Juni, auf dem Altstädter Ring erscheinen. Schweigend gehen sie über den Platz zur Kirche, wo sie, vor dem Altar knieend, das Abendmahl in beiderlei Gestalt empfangen. Und so lautlos wie sie gekommen verschwinden sie wieder."

Der Hradschin 1618, im Jahre des Fenstersturzes (Zeitgenössiger Stich)

Soweit der tschechische Schriftsteller Alois Jirasek über die Ereignisse jener Nacht vor 380 Jahren, als die Anführer des Ständeaufstandes gegen die katholischen Habsburger gerichtet wurden. 27 Adelige, Herren und Bürger, Tschechen und Deutsche, Protestanten und ein Katholik liessen damals ihr Leben. Bestraft wurden sie dafür, dass sie sich einem Aufstand gegen den rechtmässigen Habsburger Kaiser angeschlossen hatten, der einen religiösen Hintergrund hatte, denn der Kaiser hatte zuvor versucht, die seit Mitte des 15. Jahrhunderts in den Böhmischen Ländern geltende Religionsfreiheit einzuschränken. Der Aufstand hatte am 23. Mai 1618 mit dem berühmten Prager Fenstersturz begonnen und mit der für Tschechen noch heute ein nationales Trauma darstellenden Schlacht am Weissen Berg im November 1620 geendet. In jener Schlacht vor den Toren Prags hatte das Heer der katholischen Habsburger die protestantischen Stände vernichtend geschlagen. Was folgte war eine unbarmherzige Verfolgung aller Aufständischen, ungeachtet ihrer gesellschaftlichen Stellung oder Nationalität. Kaiser Ferdinand II. nutzte seinen militärischen Sieg, um seine Stellung in den aufständischen Böhmischen Ländern zu stärken, den protestantischen Glauben zurückzudrängen und die Macht der Stände ein für alle mal zu brechen.

Prozession am Weißen Berge (Josef Berka und A. Gustav, um 1800)

Alle Personen, die irgendwie an dem Ständeaufstand beteiligt gewesen waren, wurden bestraft. Am schlimmsten traf es dabei drei Herren, sieben Ritter und 17 Bürger, die in den frühen Morgenstunden des 21. Junis 1621 auf dem Altstädter Ring hingerichtet wurden. Bei der Hinrichtung wurde die Etike gewahrt: zuerst waren die Herren dran, dann die Ritter und schliesslich die Bürger. Vier Stunden lang soll die blutige Tortur gedauert haben, vier Schwerter soll der Henker Jan Mydlar dabei stumpf geschlagen haben.

Als erster wurde Joachim Andreas Graf Schlick geköpft, dessen Familie dank der Silberminen im westböhmischen Joachimsthal reich geworden war. Graf Schlick hatte jahrelang am sächsischen Hof als Erzieher des zukünftigen Herrschers Johann Georg gewirkt. Während des böhmischen Ständeaufstands war Schlick recht aktiv gewesen, unter anderem gehörte er zu den Teilnehmern des berühmten Fenstersturzes von 1618. Als nächstes kam Vaclav Budova von Budovec an die Reihe. Dieser hatte sich seit dem Beginn des 17. Jahrhunderts stark für die Einhaltung der Glaubensfreiheit in den Böhmischen Ländern eingesetzt und war einer der Wortführer der Aufständischen gewesen. Als dritter hochgestellter Adeliger verlor Krystof Harant von Polzice und Bezdruzice seinen Kopf. Dieser war am Hofe Kaiser Rudolfs II. Hofmusikant und Gesellschafter Rudolfs gewesen. Für Politik interessierte er sich nicht sehr, doch war er einer der Heerführer der Aufständischen gewesen, das kostete ihn nun seinen Kopf. Alle drei Herren gehörten ohne Zweifel zur geistigen Elite des Landes, alle drei waren weitgereist, hervorragend gebildet, sprachen mehrere Sprachen - und waren Protestanten.

Unter den 7 Rittern war auch der Katholik Divis Cernin von Chudenice. Dieser hatte den verhängnisvollen Fehler gemacht, am 23. Mai 1618 den Repräsentanten der Stände die Burgtore geöffnet zu haben, die dann die drei Vertreter der Habsburger Macht aus Protest gegen die Einschränkung der Rechte der Protestanten aus einem Fenster warfen.

Jan Jesensky

Eines der härtesten Urteile traf Jan Jessenius, den Rektor der Prager Karlsuniversität, der als 16. an die Reihe kam: er wurde nicht nur geköpft, zuvor wurde ihm die Zunge abgeschnitten, ausserdem wurde er nach der Hinrichtung noch geviertelt. Für dieses harte Urteil hatte sich Kaiser Ferdinand persönlich ausgesprochen. Der international angesehene Gelehrte, der 1600 in Prag die erste öffentliche Obduktion durchgeführt hatte, hatte den Zorn des Herrschers erregt, da er sich auf verschiedenen Landtagen gegen die Wahl Ferdinands zum böhmischen König ausgesprochen sowie eine Reihe von scharfen Schriften gegen die Habsburger veröffentlicht hatte.

Die Köpfe von zwölf Hingerichteten wurden in Eisenkörben zur Abschreckung und Warnung an den Altstädter Brückenturm gehängt. Von dort wurden sie erst 10 Jahre später entfernt, als die Sachsen 1631 Prag für kurze Zeit besetzten.

Ferdinand II.

Kaiser Ferdinand II. nutzte seinen Sieg über die aufständischen protestantischen Stände, die ihn, den rechtmässigen Erben, entthront hatten und einen anderen, den "Winterkönig" Friedrich von der Pfalz, gewählt hatten. 166 Adelige liess Ferdinand vollkommen enteignen, weitere 500 verloren einen Grossteil ihrer Güter. Belohnt wurden dagegen seine Getreuen. Diese erhielten grosse Ländereien in den Böhmischen Ländern. Ausserdem bekamen Klöster Ländereien zurück, die sie zur Zeit der Hussitenkriege im 15. Jahrhundert verloren hatten.

Die grössten Gewinner waren wohl Albrecht von Waldstein, Karl von Liechtenstein sowie Johann Ulrich von Eggenberg, die nun grosse Herrschaften ihr Eigen nennen konnten. Aber auch andere Adelsdfamilien setzten damals in den Böhmischen Ländern ihren Fuss, wie die Familien Trauttmansdorff, Thun, Metternich und Clary.

Auch einfache Bürger und Bauern waren betroffen: wer nicht zum katholischen Glauben übertrat, musste das Land verlassen. 1624 wurde der katholische Glaube der einzig anerkannte in den Böhmischen Ländern - immer mehr Untertanen sahen sich gezwungen, zu emigrieren. Rund 150.000 Menschen sollen in den Jahren nach der Niederlage der protestantischen Stände die Böhmischen Länder aus religiösen Gründen verlassen haben. Der wohl bekannteste Emigrant jener Zeit ist Jan Amos Komensky - Comenius. Der Pädagoge und Bischof der Brüderunität liess sich nach einigen Reisen in Holland nieder, wo er 1670 im Alter von 78 Jahren verstarb.

Auch in den Augen der meisten heutigen Tschechen begann damals mit der Niederlage der protestantischen Stände in der Schlacht am Weissen Berg die "Zeit der Finsternis". Als solche werden die knapp 300 Jahre der uneingeschränkten Herrschaft der Habsburger über die Böhmischen Länder bezeichnet, die erst mit der Unabhängigkeit der Tschechoslowakei 1918 endeten. Das einstmals stolze Königreich Böhmen war nach der neuen Landesordnung von 1627 zu einer Habsburger Provinz degradiert worden und hatte die meisten seiner Rechte verloren - auch das der Glaubensfreiheit, für das seine Bewohner seit dem Ketzertod des Jan Hus 1415 gekämpft hatten. Heute erinnern an diese Geschichtsepoche nicht nur die 27 in das Strassenpflaster eingelassenen Kreuze auf dem Altstädter Ring, sondern auch all die prächtigen Barockbauten im Lande. Mit diesen zeigten die katholischen Habsburger ihren böhmischen und mährischen Untertanen, wer der Herr im Lande ist.

Und damit sind wir bereits am Ende unseres Ausfluges in das 17. Jahrhundert.

www.radio.cz/de/rubrik/geschichte/hinrichtung-auf-dem-alt...

Execution on the Old Town Square 21. 6. 1621

23-06-2001 | Olaf Barth, Katrin Bock

Olaf Barth and Katrin Bock now take a look at the events that took place on the Old Town Square 380 years ago.

Execution on the Old Town Square 21. 6. 1621

If you have ever been to Prague, you may have noticed the 27 crosses which have been embedded into the pavement at the foot of the Old Town Town Hall. Perhaps you have wondered about their origin. Well, in the following minutes you will learn more about the context of these crosses. First of all, listen to the Czech writer Alois Jirasek portraying the events at the end of the 19th century in one of his stories:

"In the night of 20 to 21 June 1621, fear and grief prevailed everywhere in Prague, and the roads had become like deserted, for on Prague restrictions had been imposed. Only the clash of the weapons and the heavy steps of foreign soldiers broke through the oppressive silence. On the Old Town Square there was a lot of activity, and boards and beams were unloaded from wagons and carried to the middle of the place, where a scaffold grew by the flickering light of numerous torches. By daybreak a gallows covered with red cloth was towering. At sunrise fulminated a cannon cracker showing that the execution had to begin. On the scaffold dark hooded people were visible, the assistents of the executioner and the gravedigger. Finally, the executioner, Jan Mydláø, also appeared. Immediately the imperial judges took their seats, and the names of the twenty-seven death-condemned noblemen were exclaimed. While foreign soldiers were drumming in the streets of Prague, in the houses people of Prague prayed for their faithful, the 27 men who were either beheaded or hanged at the same time. It is reported that once a year, always in the night from the 20th to the 21st of June, the noblemen and citizens appear on the Old Town Square. Silently they walk over the square to the church, where, kneeling before the altar, they receive the Last Supper in both forms. And as silently as they have come they disappear again."

The Hradschin 1618, in the year of the window-lintel (contemporary engraving)

So far the Czech writer Alois Jirasek about the events of that night 380 years ago, when the leaders of the insurrection of the Estates against the Catholic Habsburgs were judged. 27 nobles, gentlemen and citizens, Czechs and Germans, Protestants and a Catholic then left their lives. They were punished for having joined an uprising against the legal Habsburg emperor which had a religious background, for the Emperor had previously tried to restrict the freedom of religion which had been in force in the Bohemian lands since the middle of the fifteenth century. The revolt had begun on May 23, 1618, with the famous Prague defenestration, and ended with the battle Battle of White Mountain in November 1620, for the Czechs still today a national trauma. In that battle before the gates of Prague the army of the Catholic Habsburgs the Protestant Estates had utterly vanquished. What followed was a relentless persecution of all insurgents, regardless of their social position or nationality. Emperor Ferdinand II used his military victory to strengthen his position in the rebellious Bohemian lands, to suppress the Protestant faith and to break the power of the Estates once and for all.

Procession on the White Mountains (Josef Berka and A. Gustav, around 1800)

All persons who had somehow participated in the uprising of the Estates were punished. The worst punishment experienced three lords, seven knights and 17 citizens, who were executed in the early morning hours of June 21, 1621 on the Old Town Square. The execution took place conforming to the etiquette: first came the lords, then the knights, and finally the citizens. It is said the bloodthirsty torture to have lasted for four hours, while the executioner Jan Mydlar in the proces was to have beaten blunt four swords.

Joachim Andreas Graf Schlick was the first to be beheaded, whose family had grown rich thanks to the silver mines in the west Bohemian Jáchymov valley. Count Schlick had worked for many years at the Saxon court as an educator of the future ruler Johann Georg. During the Bohemian uprising of the Estates, Schlick had been quite active. Among other things, he was one of the participants of the famous 1618 defenestration. Next came Vaclav Budova from Budovec. Since the beginning of the 17th century, he had been strongly committed to the observance of the freedom of belief in the Bohemian lands and had been one of the spokesmen of the insurgents. As the third nobleman, Krystof Harant of Polzice and Bezdruzice lost his head. He had been court musician and companion of Rudolf at the court of Emperor Rudolf II. He was not very interested in politics, but he had been one of the military leaders of the insurgents, which now cost him his head. All three of them, without any doubt, belonged to the intellectual elite of the country, all three of them had been to many places, were well-educated, spoke several languages, and were Protestants.

Among the 7 knights was also the Catholic Divis Cernin of Chudenice. This one had made the fatal mistake of opening the gates of the castle to the representatives of the Estates on the 23rd of May, 1618, who then threw the three representatives of the Habsburg power out of a window in protest against the restriction of the rights of the Protestants.

Jan Jesensky

Jan Jessenius, the rector of the Charles University of Prague, was one of those who got the severest judgement. He was not only beheaded, his tongue had been cut off before, additionally he was also quartered after the execution. Emperor Ferdinand had expressed himself personally for this harsh judgment. The internationally respected scholar, who had carried out the first public autopsy in Prague in 1600, had aroused the wrath of the ruler as he had himself pronounced against the election of Ferdinand for the King of Bohemia as well as published a series of harsh writings against the Habsburgs.

The heads of twelve executed were hanged in iron baskets for deterrence and warning at the Old Town Bridge Tower. From there they were removed only 10 years later, when the Saxons 1631 occupied Prague for a short time.

Ferdinand II.

Emperor Ferdinand II took advantage of the victory over the rebellious Protestant estates, which had dethroned him, the legitimate heir, and elected another one, the "Winter King", Frederick of the Palatinate. 166 nobles Ferdinand had completely dispossessed, another 500 lost a large part of their estates. On the other hand, his faithful were rewarded. Those were given great lands in the Bohemian lands. In addition, monasteries were returned lands that they had lost during the Hussite wars in the 15th century.

The greatest winners were probably Albrecht von Waldstein, Karl von Liechtenstein, and Johann Ulrich von Eggenberg, who were now able to call great domains their own. But also other noble families then settled in the Bohemian lands, like the Trauttmansdorff, Thun, Metternich and Clary families.

Even ordinary citizens and peasants were affected: those who did not convert to the Catholic faith had to leave the country. In 1624 the Catholic faith became the only one recognized in the Bohemian lands - more and more subjects saw themselves forced to emigrate. Some 150,000 people are said to have left the Bohemian lands for religious reasons in the years after the defeat of the Protestant Estates. The probably most famous emigrant of that time is Jan Amos Komensky - Comenius. The pedagogue and bishop of the Unity of the Brotherhood settled down after a few journeys in Holland, where he died in 1670 at the age of 78.

Even in the eyes of most of today's Czechs, the "time of darkness" began with the defeat of the Protestant estates in the Battle of Weissenberg. As such, the almost 300 years of the unrestricted rule of the Habsburgs over the Bohemian countries were designated, which ended only with the independence of Czechoslovakia in 1918. The formerly proud kingdom of Bohemia had been degrated to a Habsburg province according to the new regional order of 1627, and had lost most of its rights, including the freedom of faith for which its inhabitants had fought since the death for heresy of Jan Hus in 1415. Today, not only the 27 crosses embedded on the Old Town Square, but also all the magnificent Baroque buildings in the country, are reminiscent of this historic epoch. With these the Catholic Habsburgs showed their Bohemian and Moravian subjects who is the boss in the country.

And so we are already at the end of our trip into the 17th century.

 

Hinrichtung auf dem Altstädter Ring 21. 6. 1621

23-06-2001 | Olaf Barth, Katrin Bock

Olaf Barth und Katrin Bock werfen heute einen Blick auf die Geschehnisse, die sich vor 380 Jahren auf dem Altstädter Ring ereigneten.

Hinrichtung auf dem Altstädter Ring 21. 6. 1621

Wer von Ihnen schon mal in Prag war, dem sind sie vielleicht aufgefallen, die 27 in das Pflaster eingelassenen Kreuze zu Füssen des Altstädter Rathausturmes. Vielleicht haben Sie sich über deren Ursprung gewundert. Nun in den folgenden Minuten erfahren Sie mehr über die Bewandtnis dieser Kreuze. Hören Sie zunächst einmal, wie der tschechische Schriftsteller Alois Jirasek die entsprechenden Ereignisse Ende des 19. Jahrhunderts in einer seiner Geschichten schilderte:

"In der Nacht vom 20. auf den 21. Juni 1621 herrschte überall in Prag Angst und Trauer. Die Strassen waren wie ausgestorben, denn über Prag war Ausgangsverbot verhängt worden. Nur das Klirren der Waffen und schwere Schritte fremder Soldaten durchbrachen die bedrückende Stille. Auf dem Altstädter Ring herrschte reger Betrieb. Bretter und Balken wurden von Wagen abgeladen und zur Platzmitte getragen, wo beim flackernden Licht zahlreicher Fackeln ein Gerüst wuchs. Als es zu dämmern begann, ragte da ein mit rotem Stoff überzogener Galgen empor. Beim Sonnenaufgang donnerte von der Prager Burg ein Kanonenschlag. Ein Zeichen dafür, dass die Exekution beginne. Auf dem Galgengerüst waren dunkle vermummte Gestalten zu sehen - die Henkershelfer und der Totengräber. Schliesslich erschien auch der Henker Jan Mydláø. Alsbald nahmen die kaiserlichen Richter ihre Sitze ein, und die Namen der 27 zum Tode verurteilten Standesherren wurden ausgerufen. Während in den Strassen Prags fremde Soldaten trommelten, beteten in den Häusern die Prager für ihre Getreuen, die 27 Herren, die zur selben Zeit geköpft oder gehängt wurden. Es wird berichtet, dass die hingerichteten Adeligen und Bürger einmal im Jahr, immer in der Nacht vom 20. auf den 21. Juni, auf dem Altstädter Ring erscheinen. Schweigend gehen sie über den Platz zur Kirche, wo sie, vor dem Altar knieend, das Abendmahl in beiderlei Gestalt empfangen. Und so lautlos wie sie gekommen verschwinden sie wieder."

Der Hradschin 1618, im Jahre des Fenstersturzes (Zeitgenössiger Stich)

Soweit der tschechische Schriftsteller Alois Jirasek über die Ereignisse jener Nacht vor 380 Jahren, als die Anführer des Ständeaufstandes gegen die katholischen Habsburger gerichtet wurden. 27 Adelige, Herren und Bürger, Tschechen und Deutsche, Protestanten und ein Katholik liessen damals ihr Leben. Bestraft wurden sie dafür, dass sie sich einem Aufstand gegen den rechtmässigen Habsburger Kaiser angeschlossen hatten, der einen religiösen Hintergrund hatte, denn der Kaiser hatte zuvor versucht, die seit Mitte des 15. Jahrhunderts in den Böhmischen Ländern geltende Religionsfreiheit einzuschränken. Der Aufstand hatte am 23. Mai 1618 mit dem berühmten Prager Fenstersturz begonnen und mit der für Tschechen noch heute ein nationales Trauma darstellenden Schlacht am Weissen Berg im November 1620 geendet. In jener Schlacht vor den Toren Prags hatte das Heer der katholischen Habsburger die protestantischen Stände vernichtend geschlagen. Was folgte war eine unbarmherzige Verfolgung aller Aufständischen, ungeachtet ihrer gesellschaftlichen Stellung oder Nationalität. Kaiser Ferdinand II. nutzte seinen militärischen Sieg, um seine Stellung in den aufständischen Böhmischen Ländern zu stärken, den protestantischen Glauben zurückzudrängen und die Macht der Stände ein für alle mal zu brechen.

Prozession am Weißen Berge (Josef Berka und A. Gustav, um 1800)

Alle Personen, die irgendwie an dem Ständeaufstand beteiligt gewesen waren, wurden bestraft. Am schlimmsten traf es dabei drei Herren, sieben Ritter und 17 Bürger, die in den frühen Morgenstunden des 21. Junis 1621 auf dem Altstädter Ring hingerichtet wurden. Bei der Hinrichtung wurde die Etike gewahrt: zuerst waren die Herren dran, dann die Ritter und schliesslich die Bürger. Vier Stunden lang soll die blutige Tortur gedauert haben, vier Schwerter soll der Henker Jan Mydlar dabei stumpf geschlagen haben.

Als erster wurde Joachim Andreas Graf Schlick geköpft, dessen Familie dank der Silberminen im westböhmischen Joachimsthal reich geworden war. Graf Schlick hatte jahrelang am sächsischen Hof als Erzieher des zukünftigen Herrschers Johann Georg gewirkt. Während des böhmischen Ständeaufstands war Schlick recht aktiv gewesen, unter anderem gehörte er zu den Teilnehmern des berühmten Fenstersturzes von 1618. Als nächstes kam Vaclav Budova von Budovec an die Reihe. Dieser hatte sich seit dem Beginn des 17. Jahrhunderts stark für die Einhaltung der Glaubensfreiheit in den Böhmischen Ländern eingesetzt und war einer der Wortführer der Aufständischen gewesen. Als dritter hochgestellter Adeliger verlor Krystof Harant von Polzice und Bezdruzice seinen Kopf. Dieser war am Hofe Kaiser Rudolfs II. Hofmusikant und Gesellschafter Rudolfs gewesen. Für Politik interessierte er sich nicht sehr, doch war er einer der Heerführer der Aufständischen gewesen, das kostete ihn nun seinen Kopf. Alle drei Herren gehörten ohne Zweifel zur geistigen Elite des Landes, alle drei waren weitgereist, hervorragend gebildet, sprachen mehrere Sprachen - und waren Protestanten.

Unter den 7 Rittern war auch der Katholik Divis Cernin von Chudenice. Dieser hatte den verhängnisvollen Fehler gemacht, am 23. Mai 1618 den Repräsentanten der Stände die Burgtore geöffnet zu haben, die dann die drei Vertreter der Habsburger Macht aus Protest gegen die Einschränkung der Rechte der Protestanten aus einem Fenster warfen.

Jan Jesensky

Eines der härtesten Urteile traf Jan Jessenius, den Rektor der Prager Karlsuniversität, der als 16. an die Reihe kam: er wurde nicht nur geköpft, zuvor wurde ihm die Zunge abgeschnitten, ausserdem wurde er nach der Hinrichtung noch geviertelt. Für dieses harte Urteil hatte sich Kaiser Ferdinand persönlich ausgesprochen. Der international angesehene Gelehrte, der 1600 in Prag die erste öffentliche Obduktion durchgeführt hatte, hatte den Zorn des Herrschers erregt, da er sich auf verschiedenen Landtagen gegen die Wahl Ferdinands zum böhmischen König ausgesprochen sowie eine Reihe von scharfen Schriften gegen die Habsburger veröffentlicht hatte.

Die Köpfe von zwölf Hingerichteten wurden in Eisenkörben zur Abschreckung und Warnung an den Altstädter Brückenturm gehängt. Von dort wurden sie erst 10 Jahre später entfernt, als die Sachsen 1631 Prag für kurze Zeit besetzten.

Ferdinand II.

Kaiser Ferdinand II. nutzte seinen Sieg über die aufständischen protestantischen Stände, die ihn, den rechtmässigen Erben, entthront hatten und einen anderen, den "Winterkönig" Friedrich von der Pfalz, gewählt hatten. 166 Adelige liess Ferdinand vollkommen enteignen, weitere 500 verloren einen Grossteil ihrer Güter. Belohnt wurden dagegen seine Getreuen. Diese erhielten grosse Ländereien in den Böhmischen Ländern. Ausserdem bekamen Klöster Ländereien zurück, die sie zur Zeit der Hussitenkriege im 15. Jahrhundert verloren hatten.

Die grössten Gewinner waren wohl Albrecht von Waldstein, Karl von Liechtenstein sowie Johann Ulrich von Eggenberg, die nun grosse Herrschaften ihr Eigen nennen konnten. Aber auch andere Adelsdfamilien setzten damals in den Böhmischen Ländern ihren Fuss, wie die Familien Trauttmansdorff, Thun, Metternich und Clary.

Auch einfache Bürger und Bauern waren betroffen: wer nicht zum katholischen Glauben übertrat, musste das Land verlassen. 1624 wurde der katholische Glaube der einzig anerkannte in den Böhmischen Ländern - immer mehr Untertanen sahen sich gezwungen, zu emigrieren. Rund 150.000 Menschen sollen in den Jahren nach der Niederlage der protestantischen Stände die Böhmischen Länder aus religiösen Gründen verlassen haben. Der wohl bekannteste Emigrant jener Zeit ist Jan Amos Komensky - Comenius. Der Pädagoge und Bischof der Brüderunität liess sich nach einigen Reisen in Holland nieder, wo er 1670 im Alter von 78 Jahren verstarb.

Auch in den Augen der meisten heutigen Tschechen begann damals mit der Niederlage der protestantischen Stände in der Schlacht am Weissen Berg die "Zeit der Finsternis". Als solche werden die knapp 300 Jahre der uneingeschränkten Herrschaft der Habsburger über die Böhmischen Länder bezeichnet, die erst mit der Unabhängigkeit der Tschechoslowakei 1918 endeten. Das einstmals stolze Königreich Böhmen war nach der neuen Landesordnung von 1627 zu einer Habsburger Provinz degradiert worden und hatte die meisten seiner Rechte verloren - auch das der Glaubensfreiheit, für das seine Bewohner seit dem Ketzertod des Jan Hus 1415 gekämpft hatten. Heute erinnern an diese Geschichtsepoche nicht nur die 27 in das Strassenpflaster eingelassenen Kreuze auf dem Altstädter Ring, sondern auch all die prächtigen Barockbauten im Lande. Mit diesen zeigten die katholischen Habsburger ihren böhmischen und mährischen Untertanen, wer der Herr im Lande ist.

Und damit sind wir bereits am Ende unseres Ausfluges in das 17. Jahrhundert.

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ACTION WEEKS AGAINST GENTRIFICATION

 

06.06.-21.06.2009 in Berlin

 

Concept

 

Wie letztes Jahr sollen die Action Weeks wieder nach dem Grundsatz DIY (Do It Yourself) ablaufen. Dies bedeutet, dass ihr für das gelingen der Action Weeks verantwortlich seid. Wir planen keine Aktionen, die Aufgabe Protest gegen kapitalistische Stadtumstrukturierung sichtbar zu machen, übergeben wir an euch. Organisiert euch, macht kreative Aktionen, bietet Workshops an, bleibt spontan und unberechenbar! Das DIY Konzept geht Hand in Hand mit der dezentralen Ausrichtung der Action Weeks. Nutzt die große Fläche die Berlin euch bietet und macht euch so schwerer angreifbarer für den Repressionsapparat. Dabei ist die aktionistische Ebene euch überlassen. Direkte Aktionen sind genauso willkommen wie lockere Info- oder Vernetzungsveranstaltungen in Parks oder Mieterläden. Critical Mass und theorielastige Workshops schließen sich nicht aus! Wir freuen uns auf einen vielfältiger Protest! Dafür stellen wir die Infrastruktur mit Radio, Infopunkt, EA, Prisoner Support, Website, Ticker, Vokü etc… Den Rest überlassen wir in gespannter Erwartung euch!

 

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This year we also organized the Action Weeks following the DIY (Do it yourself) concept. It means that we dont plan any direct action. Bringing the creative protest against capitalist restructuring of the city to the streets is your part. Organize yourself, plan direct action, offer workshops, stay spontanious and therefor hard to repress. DIY also requires a decentralized form of protest. Use all the space Berlin is offering and make the action weeks an unpredictable event. On what level you get involved or protest is completely your choice. We want a broad protest where direct action, critical mass, workshops on theory, net-working sessions in the neighbourhood don‘t contradict but support and foster each other! To make this all work and to ensure a minimum level of organization we will provide the basic infrastructure with places to sleep, radio, website, ticker, infopoint etc…The rest is up to you!

This is our City! Lets take it back!

 

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Tout comme l‘ an dernier lors des „Action days“, ces Action Weeks -semaines d‘action contre la gentrification- se déroulent en D.I.Y. (Do It Yourself-Fais-le toi-meme). Ce qui veux dire que nous ne planifions aucune action directe. C‘est à chacun d‘initier dans la rue des actions créatives contre la restucturation capitaliste de la ville. Organise-toi, imagine des actions diectes, propose des ateliers, reste spontané, et donc difficile à réprimer. Le D.I.Y. requiert aussi une forme décentralisée de protestation. (si si, ca se dit) Utilise tout l‘ espace qu‘offre Berlin, et fait des actionweeks un évènement imprévisible. A quel point tu veux y prendre part, et comment, c‘est toi qui vois.

On souhaite une protestation multiple, diversifiée, ou les actions directes sont tout autant bienvenues que les ateliers de discussion, rencontres connectant individus et projets, de manifs/blocages à vélo type „Critical mass“, etc , et que ces différentes actions ne se contredisent pas, mais se soutiennent et se fécondent mutuellement! Et pour que ca marche, les participants pourrons béneficier d‘une infrastructure basique: endroits où dormir, radio, sites internet, points info ou infokiosques, legal team, soutient aux prisoniers, page web actualisée sur les actions en cours, cuisines autogérées (Vokü), etc… Pour tout le reste, à toi de jouer!

 

actiondays.blogsport.de/concept

 

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Action Days 2009 Mobi Video

 

This year we also organized the Action Weeks following the DIY (Do it yourself) concept. It means that we dont plan any direct action. Bringing the creative protest against capitalist restructuring of the city to the streets is your part. Organize yourself, plan direct action, offer workshops, stay spontanious and therefor hard to repress. DIY also requires a decentralized form of protest. Use all the space Berlin is offering and make the action weeks an unpredictable event. On what level you get involved or protest is completely your choice. We want a broad protest where direct action, critical mass, workshops on theory, net-working sessions in the neighbourhood don‘t contradict but support and foster each other! To make this all work and to ensure a minimum level of organization we will provide the basic infrastructure with places to sleep, radio, website, ticker, infopoint etc…The rest is up to you!

 

This is our City! Lets take it back!

 

www.liveleak.com/view?i=d04_1240858834

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Aufruf [pdf] / Call: wba.blogsport.de/images/aufruf_actionweeks_2009.pdf

 

Freiraum-ActionWeeks in Berlin im Juni 2009

 

Die Liste der Freiräume, die in Berlin akut von der Gentrifizierung bedroht sind, bleibt unverändert lang. Nach wie vor sind in Berlin um die zehn Projekte mehr oder weniger gefährdet. Von spektakulären Einzelerfolgen wie der Besetzung des Bethaniens oder der Rettung der Köpi letztes Jahr abgesehen ist die Situation also konstant scheiße. Jeder verlorene Freiraum ist ein schwer zu ersetzender Verlust und jede Räumung muss verhindert werden.

 

Das Erkämpfen neuer Freiräume war in den letzten Jahren selten erfolgreich. Dabei gibt es in Berlin weiterhin viele leer stehende Häuser und Flächen, die auf ihre Besetzung warten. Und jede Besetzung ist ein weiteres Sandkorn im Getriebe der kapitalistischen Aufwertung der Stadt.

 

Die letzten Action Days haben das Thema Freiräume und Stadtaufwertung der radikalen Linken sowie breiten Öffentlichkeit schlagkräftig ins Bewusstsein gerufen. Das dezentrale „Do It Yourself“-Konzept ging auf und ließ die staatlichen Repressionsorgane ohnmächtig dastehen. Durch viele unberechenbare und spontane Aktionen wurde den Bullen kaum Angriffsfläche geboten. Ein Polizeisprecher verkündete öffentlich: „Die Autonomen wissen, dass sie ob unserer Personalsituation den längeren Atem haben.“ – Wir bedanken uns für diesen strategischen Hinweis und wissen ihn zu berücksichtigen.

 

Deshalb rufen wir die ActionWeeks 2009 in Berlin aus!

 

Es gibt auch dieses Jahr viel zu erkämpfen. Die aktuellen Freiräume müssen erhalten bleiben, neue Freiräume müssen geschaffen werden, die allgegenwärtige Stadtaufwertung muss auch weiterhin mit vielfältigen Mitteln bekämpft werden. Wir reihen uns damit ein in die immer größer werdende Bewegung gegen die Privatisierung und Kapitalisierung Berlins und anderer Städte.

 

Zum Abschluss des zweiwöchigen Ausnahmezustands rufen wir zur öffentlichen Massenbesetzung der neuen Freifläche des ehemaligen Flughafens Tempelhof auf. Wir laden euch ein, vom 06.06. bis 21.06. nach Berlin zu kommen:

 

Do It Yourself – But Do It Together

Besetzt Häuser und Plätze

Verhindert Räumungen

Stört die neoliberale Ordnung

Holt euch die Stadt zurück

Und wie immer, Kapitalismus angreifen

Wir Bleiben Alle!

 

ActionWeeks 2009 in Berlin vom 06.06. bis 21.06.

Infos, Orga, Pennplätze, etc.: actiondays.blogsport.de

Wir Bleiben Alle! – Kampagne: wba.blogsport.de/

Verbreite diesen Aufruf! Übersetzungen bitte an wba-internet [ät] riseup.net

 

actiondays.blogsport.de/concept/

 

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Timetable

 

(Kursiv sind Veranstaltungen markiert zu denen wir mit hin mobiliseren, die aber nicht direkt Teil der Action Weeks sind.

Cursive events are not really part of the Action Weeks, but we still want people to consider the event, because we support the ideas.)

 

Einen schöneren Zeitplan gibt es hier (Stand 05.06.): [pdf]

actiondays.blogsport.de/images/Zeitplan1.3..pdf

 

Timetable mit allen Terminen ab dem 12.6. als Word-Datei: [doc]

actiondays.blogsport.de/workshops/

 

Website der Theorie AG mit Beschreibungen, Flyern und sonstigen Infos: [link]

stadtraum.spacequadrat.de/dwiki/doku.php

 

English Timetable: [pdf]

actiondays.blogsport.de/images/TimetableEnglish_01.pdf

 

Sa / Sat, June 6th

 

15h, Potsdam Hauptbahnhof: Freiraumdemo [Link]

So / Sun, June 7th

 

12h, KÖPI: Brunch

15h, KÖPI: Auftakt VV

 

Mo, June 8th

 

15h, KÖPI: Metallworkshop

15h, Flughafen Schönefeld: Kundgebung gegen Massenabschiebung!

Am Montag dem 08. Juni findet die größte Abschiebung seit Jahren statt. Aus diesem Grund geht es vormittags zum Flughafen Tegel und um 15h zu einer Kundgebung nach Schönefeld. Es wird dazu aufgerufen, dezentrale Aktionen zu machen, sich am Prostest zu beteiligen und natürlich viele Menschen mitzubringen!

 

Weitere Infos gibts hier…

 

18h, Rigaer 105: Internet Security

 

20h Kadterschmiede: Infoveranstaltung

Soziale Kämpfe und Repression in Frankreich“. In Frankreich eskalieren Bildungsproteste, der Staat überzieht Squats und Einzelperonen mit Terrorismusverfahren. Bei einer Exploson starb eine Aktivistin. In Straßbourg sitzen

noch Gefangene vom NATO-Treffen, immer wieder Konfrontationen in den Vororten. Infos wie das alles zusammenhängt und zur aktuellen Situation gibts auf dieser Veranstaltung. Eintritt frei.

 

Die/Tue, June 9th

 

9h, Landgericht Littenstr 14: Kundgebung für Liebig 14

In 4 Prozessen der zweiten Instanz wird über die Rechtmässigkeit der Kuendigungen entschieden, der Prozess findet im 3.OG in Raum 3810 Landgericht Littenstr.14.

15h, KÖPI: Metallworkshop

 

16h, Kadterschmiede: Verstecktes Theater

 

18h, Ort folgt: Squat Tempelhof Antirep

 

19h, Heilehaus: Out of Action Gesprächsangebot

 

19.30h, XB Liebig: Vokü/Videos

(Video-)Beam in die Vergangenheit autonomer Proteste. Anlauf- und

Verschnaufpunkt für Aktivist_innen im Rahmen der Action Weeks.

Austauschen, vernetzen, planen, essen, chillen… daneben.info

 

20h, Rigaer 105: Repressions-WS:

Muster repressiver Gewalt im Raum/ Selbst-und Fremdschutz“

Kommt es auf Demonstrationen oder öffentlichen Versammlungen zu repressiven Situationen, gilt es, sich und sein näheres Umfeld -nicht nur vor physischem Schaden- zu schützen. Überträgt sich dieser Impuls auf mehrere Personen, entstehen oft „eingespielte“ Interaktionsmuster im Raum. Diese im eigenen Sinne erkennen, vermeidet Blessuren…

 

Mi/Wed, June 10th

 

15h, KÖPI: Metallworkshop

 

16h, Kadterschmiede: Stencil & Ad-Busting Workshop

 

17h, Brunnen 6+7: Basteln gegen Gentrifizierung

 

17h, Frauenknast Pankow (Arkonastr. 56 in Berlin-Pankow – S/U-Bhf. Pankow): Kundgebung in Solidarität mit Alex

Am 20. Mai 2009 wurde die Antifaschistin Alexandra R. auf einerKundgebung verhaftet. Laut Aussagen von Zivilbeamten soll sie beobachtet worden sein, wie sie versucht haben soll, ein Auto anzuzünden. Zwei Tage vorher war sie wegen „nicht dringenden Tatverdachts“ (wegen des selben Tatvorwurfs) freigelassen worden. Dies erzeugte in der Boulevardpresse einen Aufschrei der Empörung. Die „Hassbrennerin“, wie sie der Berliner Kurier in diffamierender Weise nannte, „solle gefälligst weggesperrt werden“. Schnell wird deutlich, dass Polizei und Presse unter dem Druck stehen, einen Sündenbock für die mittlerweile fast zweijährige Welle an PWK-Brandanschlägen vorzuführen. Wir lassen Alex nicht allein und fordern: „Freiheit für Alex und alle anderen Gefangenen!“.

 

18h, XB Liebig: Anti Sexismus

 

20h, New Yorck im Bethanien: EA/Rechtshilfe

 

Do/Thur, June 11th

 

16.30h, RAW: Demo

Wir wollen, wo wir wohnen

 

Für eine Entwicklung des Revaler Vierecks mit den AnwohnerInnen und NutzerInnen!!!

Wer gestaltet die Stadt, wenn nicht die, die darin leben???

Dazu rufen der RAW-tempel eV und Zirkus Zack für eine lustige und bunte Kiezdemo mit vielen Kindern auf!

 

Donnerstag 11. Juni, 16.30 Uhr, Revaler Strasse, Tor 2, eine Runde durch den Kiez

 

Anschließend wieder ‚Neues vom Garagendach’ am Tor 2 18:30-19:30

NachbarInnen, kommt vorbei und mischt Euch ein!

 

Englisch:

 

We want, where we live

We claim a development of Revaler Viereck with participation of the neighbourhood and the projects on RAW!!!

Who designs the city, if not the inhabitants???

RAW-tempel eV and Zirkus Zack call for a colourful and humorous demo through the quarter with many kids!

 

Thursday, June 11th, 4:30 p.m., Revaler Str. 99, gate 2

 

Afterwards like every Thursday ‘News from the Garage Roof’ at gate 2, 6:30-7:30 p.m.

Neighbours come along and participate!

 

17h, S+U Tempelhof: Fahrraderkundung

 

19 Uhr, Humboldt-Uni | Seminargebäude am Hegelplatz Dorotheenstr. 24 | Raum 1.101 (s.u.): AK-Hopo, Perspektiven des Bildungsstreiks:

Mit der Aktionswoche “Bildungsstreik 2009” vom 15. bis 19.6. werden Studierende gemeinsam mit SchülerInnen, Auszubildenden, Lehrpersonal und Hochschulbeschäftigten ihren Widerstand gegen die neoliberale Zurichtung des Bildungssystems zum Ausdruck bringen. In der Veranstaltung sollen die Perspektiven des Bildungsstreiks diskutiert werden: Wie lässt sich der Widerstand gegen die Krise der Bildungsinstitutionen verbreitern? Wie lassen sich Forderungen und Alternativen für ein sozial gerechtes und demokratisches Bildungssystem realisieren? Wo liegen Anknüpfungspunkte für Bündnisse mit anderen gesellschaftlichen Gruppen (Beschäftigte, Erwerbslose, sozialen Bewegungen etc.)? In welchem Verhältnis stehen der Bildungsstreik und die Proteste gegen die herrschende Krisenpolitik?

 

19.30h, New Yorck im Bethanien: Anti Räumungs Vollversammlung

Die Brunnen183 soll am 18.6. geräumt werden. Das finden wir scheiße. Um Widerstand zu koordinieren und letzte Infos zu verteilen, findet diese VV statt. Nicht abgesprochene dezentrale Protestaktionen sind natürlich trotzdem gern gesehen!

 

20h, Bunten Kuh (Bernkastelerstr. 78 in Berlin-Weissensee – Tram 12, 24 Rennbahnstr.): Antirepressions-Infoveranstaltung.

Der EA (Ermittlungsausschuss) lädt ein, um anhand der letzten Ereignisse (1. Mai u.a.) praktische Tips im Umgang mit Staat und Repression zu vermitteln und eure Fragen zu beantworten.

 

21h, Subversiv: Film und Punkrocktresen

Passend zu den Action Weeks gibt es im Rahmen der wöchentlichen Kneipe im

Sub einen Film über die Räumung des Ungdomshuset in Kopenhagen und danach

Punk aus der Konserve und Getränke am Tresen.

 

As we have action weeks this week’s bar night at Subversiv will show a

movie about the eviction of Ungdomshuset in Copenhagen followed by hanging

out at the bar listening to punk.

 

Fri, June 12th

 

16h, Kottbusser Brücke:

Fahrrad-Demo gegen MediaSpree, steigende Mieten, Luxus für wenige und Verdrängung für viele, und den ganzen Stadtumstrukturierungsscheiß [link]

17h, JVA Plötzensee (Nähe S-Bhf. Beusselstrasse): Knastkundgebung für 1.-Mai-Gefangene

Seit dem 1. Mai 2009 sitzen etliche junge Leute in Berliner Knästen. Ihnen wird die Beteiligung während und nach der revolutionären 1.-Mai-Demonstration in Berlin-Kreuzberg vorgeworfen. Die Vorwürfe sind teilweise sehr hart, u.a. „schwerer Landfriedensbruch“ bis hin zu „versuchtem Mord“. Der Revolutionäre 1. Mai 2009 zog wieder mehrere Tausend Menschen auf die Straße, die ihren Unmut gegen Kapitalismus und Krieg lautstark äußerten. Einige müssen nun dafür sitzen.

 

18h, KÖPI: Start des Vernetzungswochenendes

Inoffizieller Start des Vernetzungswochenendes der Projekte Willkommensrunde/ kurze Projektvorstellung, Vorschlag des Zeitplans, Bierchen trinken, VOKÜ

 

19h, Yaam: „Dein Kiez außer Kontrolle“ Konzert/Infoveranstaltung [link]

 

21h, Schnarup-Thumby: Squat Tempelhof Infotresen

 

Sa / Sat, June 13th

 

10h – 13.30h und 18h – 22h, KÖPI: Vernetzungstreffen

--> 10h Brunch

--> 11h Auftakt VV des Vernetzungstreffen der Projekte: Vorstellungsrunde, Idee des Treffens, Zeitplan

--> 12h Diskussionsrunde zum Thema Freiräume und Utopie versus Realität

--> 13h selbstorganisierte Projekte -ismen und Umgang mit Grenzüberschreitungen

13.30h – 21h, SfE (Gneisenaustrasse 2a)

Workshops im Rahmen der Action Weeks Im Rahmen der Aktionswochen vom 6. bis zum 20. Juni werden verschiedene Workshops organisiert und angeboten.

 

Wir betrachten das Konfliktfeld Stadtraum als Klammer für unterschiedliche soziale Kämpfe. Die Analyse der Prozesse und Konflikte im Kontext der kapitalistischen Stadterneuerungspolitik wirft Fragen auf über Verwertungslogiken im Stadtraum, dem Ablauf von Aufwertungsprozessen, Konzepten der Stadt-und Sicherheitspolitik und konstruktiver Kritik an Freiräumen.

Durch Analyse, Kritik und Utopien sollen die Veranstaltungen den Aktionswochen einen theoretischen Hintergrund bieten und die überregionale Vernetzung fördern.

 

Samstag 13.06. von 14-22 Uhr in der SfE, Gneisenaustr. 2a:

Workshoptag mit David Harvey, André Holm, Volker Eick, Paul Martin Richter (Mediaspree versenken!), Sigmar Gude (TOPOS)

 

Programm als Flyer: [pdf]

 

14h, S Bhf Adlershof: Demo zum Abschiebeknast in Grünau [link]

 

19.30h, KÖPI: Autonome VV

 

So / Sun, June 14th

 

10h – 16h, KÖPI: Vernetzungswochenende

--> 12h Kleingruppendiskussion: besetzen, mieten, kaufen, sanieren, bauen und finanzieren

--> 13h Vorstellung der in Gründung und bedrohten Projekten, Besetzungs-, Antiräumungsstrategien, Kampanien und Möglichkeiten der Unterstützung

--> 15h Vokü-Food for Action

--> 16h Abschluss VV

 

13h, Görlitzer Park: Umsonstflohmarkt

 

14h, Görlitzer Park: Aktionstraining von Squat Tempelhof

 

15h, Mehringdamm Ecke Gneisenaustrasse: Demo

Soli-Demo zur mexikanischen Botschaft. Am 14.6. jährt sich zum dritten Mal der Beginn des Aufstands von Oaxaca (Mexico). Wir gedenken der Opfer der Repression, die zur vorläufigen Niederschlagung des Aufstands führte, fordern die Freilassung der politischen Gefangenen, aber erinnern auch daran, dass die APPO noch nicht geschlagen ist und wir weiter solidarisch sind, mit der libertären Bewegung in Oaxaca. (AB Oaxaca rebelde)

 

18h, KÖPI: Kopenhagen nach der Räumung 2007

 

20h, Kommandatur AKZ KÖPI: AKTIONISTISCHE SIEBDRUCKEREI (Workshopangebot Plakat + Textildruck)

juhu wir machen unsere eigenen Shirts, Flyer, Flaggen, Schablonen…..

bringt Eure Entwürfe / Ideen mit

(+ zwar am Besten schwarz gedruckt auf Transparentpapier)

-Rückfragen / Anmeldungen + wat sonst noch:

kommandatur@koepi137.net

 

[ACTION!-Silkscreenworkshop 20 to 24 o`clock; poster and textile….. bring your own ideas!

(the best black and white on transparent paper)

questions: kommandatur@koepi137.net]

 

Mo, June 15th

 

10h – open end, Brunnen183: Bau – Action

15h, KÖPI: Metallworkshop für angewandten Widerstand

 

16h, RAW: Workshop zur Projektentwicklung

„Wie komme ich von der Idee zum realen Projekt?“

Im Rahmen des Workshops wollen wir Ansätze zur Beantwortung dieser Frage gemeinsam entwickeln. Von der grundsätzlichen Definition eines Projektes, über seine Ausgestaltung und Entwicklung, bis hin zu Möglichkeiten der Finanzierung und Umsetzung, werden die wesentlichen Arbeitsschritte kurz umrissen. Aktuelle Ideen oder Projektvorschläge der TeilnehmerInnen sind willkommen und werden nach Möglichkeit aufgegriffen.

Anzahl TeilnehmerInnen: maximal ca. 20 Personen

Durchführung: Andrea Taha

 

18h, Rigaer 105: Internet Security

 

19.30h, Herzbergstr. 32: Squat Tempelhof Infoveranstaltung

 

Die / Tue, June 16th

 

15h, KÖPI: Metallworkshop für angewandten Widerstand

 

16h, Kadterschmiede: Verstecktes Theater

 

19h, Heilehaus: Out of Action Gesprächsangebot

 

19.30, SfE: Squat Tempelhof Infoveranstaltung

 

20h, Kommandatur AKZ KÖPI: AKTIONISTISCHE SIEBDRUCKEREI (Workshopangebot Plakat + Textildruck)

juhu wir machen unsere eigenen Shirts, Flyer, Flaggen, Schablonen…..

bringt Eure Entwürfe / Ideen mit

(+ zwar am Besten schwarz gedruckt auf Transparentpapier)

-Rückfragen / Anmeldungen + wat sonst noch:

kommandatur@koepi137.net

 

[ACTION!-Silkscreenworkshop 20 to 24 o`clock; poster and textile….. bring your own ideas!

(the best black and white on transparent paper)

questions: kommandatur@koepi137.net]

 

Mi / Wed, June 17th

  

12h, Alexanderplatz: Schulstreik Demo

15h, KÖPI: Metallworkshop für angewandten Widerstand

 

16h, Kadterschmiede: Stencil & Ad Busting

 

18h, XB Liebig: Antisexismus

 

20 Uhr, Rigaer 105: WBA Theorie AG, Management of Public Spaces am Beispiel Tempelhof:

In Berlin werden öffentliche Räume immer weiter umdefiniert. Kommerzialisierung, Überwachung, Konsumzwang, Sicherheitsdienste, glatte und stromlinienförmige Gebäude- und Parkstruturen lassen wenig Freiheiten. Tempelhof ist in diesem Zusammenhang als Paradebeispiel zu sehen. Erst wenn der Zugang und die Nutzung des Geländes kontrollierbar ist, wird der Zaun aufgemacht. Solche Politiken sind nicht dafür geeignet nachhaltige Regelungen für öffentliche Räume zu schaffen und gefährden den Einschluss von großen Bevölkerungsteilen, da ihr Interesse als nicht legitim gilt. Das Resultat wären angstvolle statt einschließende öffentliche Räume. In 2h wollen wir mit euch über diese Tendenzen und Gegenstrategien sprechen.

 

Do / Thur, June 18th

 

7h, Brunnen183: Räumung verhindern! Danach, davor, dabei: dezentrale Aktionen!

 

19h, Vetomat (Scharnweberstr. 35): Offenes Antifa-Café „Grenzenfreier Sommer“

Vom 8. bis 10. Juli wird der G8-Gipfel in Italien stattfinden. Aktivist_innen aus Frankreich und Großbritannien laden vom 23.-29. Juni zu Aktionen an der Grenze zwischen den beiden Staaten in Calais auf. Dort hat GB die Überwachung der Grenze auf französisches Territorium vorverlagert, was es Menschen ohne entsprechende Papiere massiv erschwert, nach GB zu reisen bzw. dort einen Asylantrag zu stellen. Diese Grenze ist ein Ort der internen Kontrolle der EU und dient der Regulierung von Migration. Auch in Lebsos wird es im August ein „No Border Camp“ geben, dass sich jedoch insbesondere mit den EU-Außengrenzen beschäftigen wird. Lesbos ist ein zentrales Eingangstor für Tausende Flüchtlinge und Migrant_innen, die nach Europa wollen. Sie stapeln sich in kleinen Plastikbooten, bei ihrem Versuch, die Wassergrenze Türkei-Griechenland zu überwinden. Neben Lampedusa und Mellila macht sich hier besonders das rassistische europäische Grenzregime bemerkbar. Wie sich das Grenzregime entwickelt hat und welche antirassistischen Netzwerk existieren möchten wir im Rahmen einer Mobilisierungsveranstaltung, insbesondere für das Lesboscamp, mit euch erörtern. Referent_innen des Frassanito-Netzwerkes und Fels Intersol werden für die Infos sorgen, wie sorgen für nen netten Film.

 

20h, Schwarzer Kanal: Queer Variété

 

Fri, June 19th

 

16h, Infoladen Daneben: Berlin für Auswärtige

 

19 Uhr, Rigaer 105: WBA Theorie AG, Interventionsebenen sozialer Kämpfe

Interventionen gegen kapitalistische Stadtumstrukturierung: Wir wollen in diesem Workshop einen Überblick über verschiedene Formen zur aktiven Verschlechterung des Investitionsklimas geben. Auf welchen Ebenen müssen diese ansetzen? Welche Wirkungen sind beabsichtigt und sinnvoll, welche weniger?

 

21.30h, Versammlungsraum im Mehringhof (Gneisenaustr. 2a): Late-Night Infoveranstaltung zu Squat Tempelhof

 

20h, New Yorck im Bethanien: EA Rechtshilfe

 

Mo – Fri, 15.6. – 19.6.

 

Bundesweiter Bildungsstreik!

Sa / Sat, June 20th

 

tba: Squat Tempelhof! [Link]

So / Sun, June 21st

 

12h, KÖPI: Brunch

15h, KÖPI / Tempelhof: Abschluss VV

 

actiondays.blogsport.de/workshops

 

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Auswertung der Action Weeks 2009

 

7. Februar 2010

 

Danke an die autonome Gruppe die uns im besten diy-stil diese Auswertung der Action Weeks 2009 hat zukommen lassen!

 

Unserer Auswertung der Actionweeks 2009

 

Ganz nach dem Motto „lieber spät als nie“ kommt hier unsere Auswertung der Actionweeks 2009, die im Juni des letzten Jahres in Berlin stattfanden.

 

Der Text wurde bereits im Spätsommer geschrieben, konnte jedoch aufgrund einiger Problemchen noch nicht veröffentlicht werden. Dementsprechend sind einige Ereignisse, die uns gewisse Dinge etwas anders betrachten lassen, noch nicht mit eingeflossen. Trotzdem denken wir kann es nicht schaden den Text jetzt noch nach zuschieben, da es allgemein viel zu wenig schriftliches gibt, was sich mit den Aktionen und Entwicklungen im Kampf gegen Gentrifizierung auseinandersetzt.

 

Rückblick

 

Uns geht es hier um eine kleine Auswertung dieser zwei Wochen, um unsere Grenzen kennenzulernen und die Bereitschaft zu wecken, immer weiter über diese hinaus zu gehen, um Kritiken und Selbstkritiken zu formulieren, sowie eine Einschätzung zu geben, wie es weiter gehen könnte. Unser Fokus richtet sich eher an die militanten Aspekte dieser Tage, will sich aber nicht darauf beschränken und einen weiter gefassten Bogen ziehen.

 

Diese zwei Wochen waren sehr intensiv, mit langen Tagen und Nächten, die oft stressig und erschöpfend waren, uns aber auch einiges neues gebracht haben: seien es neue Bekanntschaften im Kampf oder die Bestätigung, dass autonome, anarchistische und emanzipatorischen Kräfte in dieser Stadt noch lebendig sind und es auch schaffen wenigstens zeitweise ihren Feinden in die Suppe zu spucken.

 

Im Großen und Ganzen denken wir, dass die Sachen, die im letzten Jahr gut gelaufen sind, auch dieses Jahr funktioniert haben. Leider war es auch andersherum genauso, dass was nicht so richtig geklappt hat, lief wieder schief. Was meinen wir mit solch einer verkürzten Aussage?

 

Heisse Nächte, ruhige Tage

 

Wie sich schon im letzten Jahr gezeigt hat, gibt es eine Vielzahl von Menschen in dieser Stadt, die mit ihren Kampfformen gerne über die Gesetzesgrenzen hinaus gehen. Verschiedenste militante, direkte Aktionen fanden im letzten Jahr statt, dies wurde in diesem Jahr noch verstärkt wiederholt: militante Aktionen gehören zum Alltag vieler Menschen in dieser Stadt, nicht nur während der Actionweeks, und sind zum Glück und zu unserer Freude zur Alltäglichkeit geworden. Luxuskarren brennen, Steine fliegen gegen kapitalistische Symbole, Farbbeutel markieren Gerichte und auch die Bullen bekommen ab und an ihren Anteil. Es folgt keine Woche, in der nicht über stattgefundene, direkte Aktionen berichtet wird, oftmals passieren diese auch täglich. Neben den Berichten darüber, werden auch öfters die Themen und Motivationen erwähnt, die zu solchen Aktionen führen, wenn nicht gar Teile der Erklärungen zitiert werden: die Medien können darüber nicht mehr schweigen, wie sie es sonst in der Vergangenheit oft gemacht haben. Wahrscheinlich passierte dies unter dem Druck des Repressionsapparates, wo die Angst vorherrscht mit Berichten Werbung für direkte Aktionen zu machen, was wiederum zu einem Nachahmungseffekt führen würde. Insofern war es für uns keine Überraschung zu sehen, wie die vielen militanten Zellen oder Individuen dieser Stadt die Actionweeks wieder zum Anlass genommen haben, um ihre aktive Ablehnung gegen die herrschenden Zustände zum Ausdruck zu bringen.

 

Trotz der massiven Präsenz der Bullen in den Kiezen, wo üblicherweise direkte Aktionen stattfinden, hat es jede Nacht gekracht und gescheppert. Egal, ob in Tempelhof bei der DHL, im Prenzlauer Berg bei Luxuswohnquartieren und Lofts oder bei in der ganzen Stadt verteilten Naziläden. Die Fläche und Größe der Stadt wurde dieses Mal besser genutzt und sich nicht auf wenige Bezirke beschränkt: viele haben die Notwendigkeit erkannt, die Bullen überraschen zu müssen. Dadurch wurde sich der Repression entzogen und eine Unberechenbarkeit und Unkontrollierbarkeit für die Bullen, welche uns größere Handlungsspielräume gibt, erreicht. Wenn es nur in den üblichen Kiezen geknallt hätte, wären mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr Personen verhaftet worden. In Anbetracht der Anzahl der Aktionen, die stattgefunden haben, bleiben die Verhaftungen einzelne Fälle. Den schikanierten Personen gilt übrigens unsere Solidarität, genauso wie allen anderen, die Probleme mit dem Repressionsapparat haben.

 

Im generellen hat sich innerhalb der letzten Jahren gezeigt, dass die Bullen mit dezentralen Konzepten nicht klarkommen. Ein Konzept, das ihren stumpfen Apparat überfordert. Dort müssen wir weiter ansetzen, um für uns die bestehenden Handlungsfelder zu erweitern und neue zu eröffnen.

 

Sehr begrüßenswert ist auch der qualitative Anstieg der Auswahl der Ziele: während im letzten Jahr eher viele Nobelkarossen gebrannt haben (was auch gut ist und uns weiterhin als notwendig erscheint), wurden dieses Jahr eher gezieltere, besser vorbereitete Aktionen durchgeführt, die auch andere Themen in die Actionweeks miteinbezogen und damit verknüpft und dadurch für eine Erweiterung gesorgt haben, die aufzeigt, dass wir nicht nur einen Teil des Kuchen, sondern die ganze Bäckerei wollen. Die Auswahl der Themenfelder reichte von Antimilitarismus, Anti-Sicherheit und -Überwachung und aktiver (anstelle von karitativem) Antirassismus, um nur einige zu benennen.

 

Die Möglichkeiten der Kommunikation durch Erklärungen wurde in vielen Fällen genutzt, leider lässt dies ansonsten eher zu wünschen übrig.

 

Wir haben uns vor allem über einen kleinen Erfolg gefreut, welcher nicht unbedingt auf die Actionweeks zurückzuführen ist, sondern auf einen lang anhaltenden Atem im Bezug auf direkten Aktionen, die sich auf ein spezielles Bauprojekt beziehen. Und zwar, dass die kontinuierlichen Angriffe auf das Luxusprojekt Carloft zu seinem andauernden Leerstand führen. Dies offenbart die Notwendigkeit weiter auf dieser Schiene zu fahren: ein klares, abschreckendes Beispiel für zukünftige Investoren. Dadurch werden sich andere überlegen, ob Berlin wirklich ein gemütlicher Spielplatz für Investoren ist. Auch geht es darum zu zeigen, dass direkte Aktionen nicht nur symbolische Wirkung haben, sondern sich damit auch konkrete „Erfolge“ erzielen lassen.

 

Wenn wir sagen, dass uns die Nächte gehört haben, müssen wir auch zugeben, dass wir tagsüber unser Potenzial nicht wirklich genutzt haben. Wie meistens üblich in dieser Stadt (und anderswo in Deutschland), rächt sich der Repressionsapparat bei jeder angemeldeten Demonstration und Kundgebung. Gewalttätige Räumungen wie etwa die am Michaelkirchplatz oder die Aggrobullen bei der Tempelhofbesetzung zeigen auf der einen Seite ihr hohes Organisationsniveau und ihre Brutalität, auf der anderen Seite aber auch ihr Bewusstsein ohnmächtig gegen militante Anschläge (in den meisten Fällen jedenfalls) zu sein und ihre Frustration deswegen. Fakt ist, dass sobald wir auf die Straße gegangen sind, und uns innerhalb eines berechenbaren und vorhersehbaren Rahmens bewegten, wir uns in die Hände einer darauf vorbereiteten Polizei begeben haben. Es ist kein Zufall, dass bei diesen Gelegenheiten die höchsten Quoten an Festnahmen zu verzeichnen waren. Deshalb bleibt hier die altbekannte Frage, wie wir besser gegen diese Angriffe vorgehen können: die Entschlossenheit der Demo am 1. Mai war ein guter Ansatz, der sich aber nicht ohne eine große Masse reproduzieren lässt. Wir würden an dieser Stelle von uns (wir inbegriffen) mehr Unberechenbarkeit und Bewegungsfähigkeit erwarten, um die Bullen zu überraschen und ihr ausgemachtes Spiel zu verderben. Dass heißt z.B. auf neu auftretende Situationen schneller zu reagieren und kreativ zu sein. Im schlimmsten Fall, bleibt uns die ganze Nacht, um unsere Antworten zu formulieren.

 

Das organisatorische Drumherum

 

Die Orga-Struktur, die von den WBA-AktivistInnen zur Verfügung gestellt wurde, war zum Großteil die selbe wie im letzten Jahr : PiratInnenradio, Infoticker, Infopoint, Stadtpläne der Kieze, in diesem Jahr war auf jeden Fall die Schaffung einer Antirepressionsgruppe zu begrüßen. Wie WBA selber auch gesagt hat, sie stellen die Struktur, andere machen Aktionen. Die Struktur hat auch dieses Jahr im großen und ganzen wieder gut funktioniert (vor allem haben wir uns über die öffentliche Empörung über den angekündigten PiratInnensender amüsiert…), dass gleiche kann leider nicht zu den halböffentlich angekündigten Aktionen gesagt werden. Im allgemeinen sind nicht wahnsinnig viele Leute z.B. bei den Besetzungen (am Michaelkirchplatz und in Friedrichshain) erschienen, was auch sicherlich mit der Tatsache zu tun hat, dass die Mobilisierungen nicht komplett öffentlich waren (dafür gibt es auch gute Gründe). Die Fahrraddemo war auch nicht so gut besucht, an diesem Tag war es sicherlich eine unglückliche Wahl die Termine zeitnah zu legen, zusätzlich gab es noch die Kundgebung vor dem Knast für die 1. Mai-Gefangenen – auch diese war unglaublich schlecht besucht.

 

Allgemein haben Möglichkeiten gefehlt, an denen Leute, die nicht unbedingt in Strukturen (halböffentliche oder klandestine) organisiert sind, aus welchen Gründen auch immer, teilhaben konnten. Dadurch blieb die Wahrnehmung der Actionweeks fast nur auf die nächtlichen Aktivitäten beschränkt, was natürlich auch nicht schlecht ist, aber dennoch einen sehr einseitigen Eindruck über diese Kämpfe hinterlässt. Eine bunte Mischung aus vielfältigen, breiten Aktionen kann der Vermittlung und Wahrnehmung also nur förderlich sein und eher einen Mitmach-Effekt erreichen.

 

Eine weitere Tatsache, die wieder einmal sehr auffällig war, ist das obwohl zu dezentralen, selbstorganisierten Aktionen aufgerufen wird, sich immer noch viele aufgrund verschiedenster Gründe nicht wirklich einbringen. Dies müssen wir weiter ausbauen und aber auch uns immer wieder bewusst machen, dass es z.B. für viele jüngere GenossInnen nicht immer einfach ist selbstständig etwas auf die Beine zu stellen. Die Möglichkeiten zur Beteiligung und unsere Konzepte sollten verbessert und überdacht werden. Es muss nicht immer gleich der große Brandanschlag sein, sondern es ist auch wichtig eine Vielzahl von Low-Level-Aktionen durchzuführen, wie etwa das Werfen von Farbbeutel, wo sich viele Leute beteiligen können, auch ist das Risiko nicht so groß und die Leute werden angestachelt militant aktiv zu werden.

 

In diesem Kontext sollte vielleicht auch wieder überlegt werden, ob es überhaupt Sinn macht, für die Actionweeks auf internationaler Ebene aufzurufen, sowie ob die Verlängerung von fünf auf 14 Tage tatsächlich für unsere Ziele förderlich war: Personen, die sich hier nicht wirklich gut auskennen, sind wie die bayerischen Bullen am 1. Mai in Kreuzberg: sie kennen die Stadt und ihre Gegebenheiten nicht und wie es am besten ist sich hier zu bewegen. Es ist deshalb schwierig sie in bestimmte Konzepte einzubinden, wo für sie dann nur die offiziellen, angekündigten Aktionen blieben, von denen es aber viel zu wenig gab.

 

Die Tempelhof-Besetzung

 

Ein paar Gedanken zum spektakulären Versuch der Besetzung des ehemaligen Flughafen Tempelhof: die Aktion war eine der wenigen, die vorher breit angekündigt wurde und viele Möglichkeiten für unorganisierte Menschen bot.

 

Mit einer erfolgreichen Besetzung haben wir eigentlich zu keinem Zeitpunkt gerechnet, was spätesten klar wurde als sich abzeichnete das Politik und Bullen keinen Aufwand scheuen werden, um die Besetzung zu verhindern, um nicht noch eine weitere Schlappe einzufahren. Aber wahrscheinlich liegt genau darin der politische Erfolg dieser Aktion; denn wie konnte deutlicher gezeigt werden welche Interessen die Herrschenden verfolgen, als durch eine militärische Verteidigung einer Wiese, welche Anwohner_innen nutzen wollen.

 

Es war viel los an dem Tag, allerdings hat es unserer Meinung nach an Dynamik und Entschlossenheit gefehlt, weil es hätte doch einige Stellen und Möglichkeiten gegeben zur Zaunüberwindung, oder um zumindest den anwesenden Bullen einen Denkzettel zu verpassen. Die Stimmung war zum Teil sehr schleppend, was wir bei denjenigen, die keine feste Bezüge zu unserer Bewegung haben, verstehen können, jedoch in unseren Zusammenhängen eher kritisieren wollen und uns fragen, wieso wir nicht intensiver versucht haben die Situation zu unseren Gunsten zu nutzen…

 

Immerhin hat sich durch diesen Anlass gezeigt, wieso Berlin so viele Schulden hat: wenn 2,5 Millionen Euro bezahlt werden, um eine Wiese zu schützen, dann kann es bald nur zum Bankrott kommen, weil wir glauben, dass wir und viele andere weiter in der Angriffsposition bleiben werden, was hoffentlich sehr teuer werden wird.

 

Zu guter Letzt….

 

Wir hoffen, dass die Fehler, welche wiederholt gemacht wurden, reflektiert und Möglichkeiten diese zu verhindern diskutiert und entwickelt werden.

 

Wir denken, dass Qualität immer vor Quantität kommen sollte und dass wir aufpassen müssen, dass wir nicht aus einer gefühlten Stärke unsererseits, welche auf der gesteigerten Anzahl militanter Angriffe beruht, zu Übermut tendieren. Dementsprechend sollte die Steigerung von Actiondays 08 und Actionweeks 09 nicht unbedingt der Actionmonat 2010 sein, sondern es sollte vielmehr eine Strategie her, welche uns befähigt solche Aktionstage mit Taten und Worten zu füllen, welche dazu beitragen die Kämpfe gegen Stadtumstrukturierung und Kapitalismus noch mehr aus der Isolation zu holen. Dies können wir nur erreichen wenn es mehr Kommunikation miteinander gibt, wenn verschiedene Gruppen gemeinsam planen und sich die Aktionen trotz aller Vielfalt besser aufeinander beziehen. Wenn beispielsweise eine militante Aktion einen gemeinsamen Schwerpunkt mit einer öffentlichen Aktion teilt, können unsere Inhalte dadurch viel mehr Menschen erreichen. Dabei denken wir auch an die Einbindung der

selbstorganisierten Initiativen, welche in letzter Zeit reihenweise entstanden sind, in die Vorbereitung. Allgemein denken wir, dass die Möglichkeiten unsere Inhalte zu verbreiten und öffentlich zu machen noch lange nicht ausgeschöpft sind. Macht euch Gedanken, wir sind uns sicher es gibt viele gute Ideen….

 

An dieser Stelle wollen wir auch mal die Ausdauer der Menschen, die sich Monat für Monat auf die WBA-VV setzen und die ganzen AG`s reißen, würdigen. Unserer Meinung nach hat die Kampagne trotz einiger Kritik die wir haben (die natürlich uns alle betrifft) viel dazu beigetragen, die Themen Freiräume/Gentrifizierung in die Öffentlichkeit zu tragen. Deshalb appellieren wir auch an alle sich in der Kampagne einzubringen, sich in Aktionsgruppen zusammenzuschließen und sich an Konzepten, welche auf der Idee der Selbstorganisierung und der Verantwortung aller beruht zu beteiligten.

 

Wir blicken gespannt auf das neue Jahr und werden uns mit viel Wut im Bauch und mindestens genauso viel Energie in die anstehenden Auseinandersetzungen stürzen und hoffen, dass es viele andere ebenfalls tun werden.

 

Eine Autonome Gruppe

 

actiondays.blogsport.de/2010/02/07/auswertung-der-action-...

 

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Foto: (EN) Bus passengers waiting for the Turkish border to reopen. (DE) Busreisende beim Warten auf die Wiedereröffnung des türkischen Grenzübergangs.

 

(EN) Luckily for Turkey, the commissars of the European Union use to enter the country by plane and not by land, because regarding the permanent chaos at the land borders, they wouldn’t even have talks. Corruption, chaos, arbitrariness and closures for hours are very usual, at the European as well as at the Asian borders, even at the ferry terminals to North Cyprus. Bus entrepreneurs use to corrupt openly, sometimes they even expect the passengers to contribute. Everybody smuggles, also the passengers. But the worst thing are the computer crashes, which use to cause border closures for hours.

That was the case on my way back home: The Georgian control lasted a few minutes. However, the crossing was already blocked by other cars waiting to cross into Turkey, so the passengers went on by foot, hoping the bus to catch up. It was no problem to get the Turkish entrance stamp, then, but except for our bus, around five other busloads of passengers were waiting in the dust and chaos depicted above. Due to works, the street was single-tracked, and there were around 5 busses, 30 camions and a lot of private cars in front of us. I went all the way to the border gate and asked for the reason for all the chaos. It turned out that the computer system of the Turkish customs had crashed some hours ago, they would’t let in anybody until it would recover. I didn’t want to wait in the chaos on the Turkish side, so I turned back to Georgia to wait in my bus.

At around ten o’clock we finally were on the other side, but at the very last control post, to women of our bus had to leave again – they still didn’t have a Turkish entrance stamp! OK that was more or less intelligible since nobody told them to get it, and there was no written information in any language at all. So we had to wait for 20 minutes more.

 

(DE) Es ist ein Glück für die Türkei, dass die EU-Kommissare stets per Flugzeug in das Land einreisen, denn angesichts des permanenten Chaos an den Landgrenzen wäre wohl keiner auch nur auf Gespräche eingegangen. Korruption, Chaos, Willkür und stundenlange Schliessungen sind an der Tagesordnung, und zwar sowohl an den europäischen als auch an den asiatischen Grenzen, nicht mal am Fährterminal nach Nordzypern ist es viel besser. Busunternehmer bestechen interessanterweise häufig ganz offen und verlangen von den Passagieren manchmal sogar eine Beteiligung, geschmuggelt wird im grossen Ausmass und zwar auch von den meisten Passagieren. Am schlimmsten sind die Computerabstürze, welche stundenlange Schliessungen der Grenze zur Folge haben können.

Dies war auch der Fall auf meiner Heimreise: Die georgische Kontrolle dauerte wenige Minuten, weil sich die Autos bereits stauten gingen die Passagiere dann zu Fuss in die Türkei. Den Stempel bekam man schnell, doch auf der türkischen Seite warteten noch etwa fünf weitere Busladungen Passagiere auf die Weiterfahrt (siehe die Warterei im Bild). Aufgrund einer Baustelle konnte man nur einspurig einreisen, und vor uns waren neben den fünf Bussen noch mindestens 30 Lastwagen und zahlreiche Autos. Ich ging bis zum Grenztor und fand dort heraus, dass das Computersystem des Zolls schon seit Stunden nicht mehr gehe. Man konnte nicht sagen, wann die Grenze wieder aufginge. Da ich nicht im Staub und Chaos warten wollte, ging ich dann nach Georgien zurück (die unkomplizierten georgischen Zöllner erlaubten dies sogar) und wartete im bequemen Bus.

Gegen zehn Uhr waren wir dann endlich auf der anderen Seite, doch beim letzten Kontrollposten wurden zwei Frauen aus unserem Bus doch nochmals zurückgepfiffen – sie hatten es geschafft, während der stundenlangen Warterei nicht mal einen türkischen Einreisestempel zu holen (verständlich zwar, denn es gibt natürlich niemand, der einen darauf hinweisen würde, geschweige denn Informationstafeln). So mussten wir dann nochmals 20 Minuten warten.

 

Andere Reiseberichte / Other travel reports:

2014 Bangladesch (mit Indien und Nepal) / Bangladesh

2014 Spitzbergen / Svalbard

2013 Nordkorea / North Korea

2012 Irak / Iraq

2012 Jugra (Autonomer Bezirk der Chanten und Mansen) / Yugra

2011 Abchasien / Abkhazia

2011 Uganda, Kenia

2011 Ägypten während der Revolution / Egypt during Revolution

2009 Kirgistan / Kyrgyzstan

2009 Kuba / Cuba

Execution on the Old Town Square 21. 6. 1621

23-06-2001 | Olaf Barth, Katrin Bock

Olaf Barth and Katrin Bock now take a look at the events that took place on the Old Town Square 380 years ago.

Execution on the Old Town Square 21. 6. 1621

If you have ever been to Prague, you may have noticed the 27 crosses which have been embedded into the pavement at the foot of the Old Town Town Hall. Perhaps you have wondered about their origin. Well, in the following minutes you will learn more about the context of these crosses. First of all, listen to the Czech writer Alois Jirasek portraying the events at the end of the 19th century in one of his stories:

"In the night of 20 to 21 June 1621, fear and grief prevailed everywhere in Prague, and the roads had become like deserted, for on Prague restrictions had been imposed. Only the clash of the weapons and the heavy steps of foreign soldiers broke through the oppressive silence. On the Old Town Square there was a lot of activity, and boards and beams were unloaded from wagons and carried to the middle of the place, where a scaffold grew by the flickering light of numerous torches. By daybreak a gallows covered with red cloth was towering. At sunrise fulminated a cannon cracker showing that the execution had to begin. On the scaffold dark hooded people were visible, the assistents of the executioner and the gravedigger. Finally, the executioner, Jan Mydláø, also appeared. Immediately the imperial judges took their seats, and the names of the twenty-seven death-condemned noblemen were exclaimed. While foreign soldiers were drumming in the streets of Prague, in the houses people of Prague prayed for their faithful, the 27 men who were either beheaded or hanged at the same time. It is reported that once a year, always in the night from the 20th to the 21st of June, the noblemen and citizens appear on the Old Town Square. Silently they walk over the square to the church, where, kneeling before the altar, they receive the Last Supper in both forms. And as silently as they have come they disappear again."

The Hradschin 1618, in the year of the window-lintel (contemporary engraving)

So far the Czech writer Alois Jirasek about the events of that night 380 years ago, when the leaders of the insurrection of the Estates against the Catholic Habsburgs were judged. 27 nobles, gentlemen and citizens, Czechs and Germans, Protestants and a Catholic then left their lives. They were punished for having joined an uprising against the legal Habsburg emperor which had a religious background, for the Emperor had previously tried to restrict the freedom of religion which had been in force in the Bohemian lands since the middle of the fifteenth century. The revolt had begun on May 23, 1618, with the famous Prague defenestration, and ended with the battle Battle of White Mountain in November 1620, for the Czechs still today a national trauma. In that battle before the gates of Prague the army of the Catholic Habsburgs the Protestant Estates had utterly vanquished. What followed was a relentless persecution of all insurgents, regardless of their social position or nationality. Emperor Ferdinand II used his military victory to strengthen his position in the rebellious Bohemian lands, to suppress the Protestant faith and to break the power of the Estates once and for all.

Procession on the White Mountains (Josef Berka and A. Gustav, around 1800)

All persons who had somehow participated in the uprising of the Estates were punished. The worst punishment experienced three lords, seven knights and 17 citizens, who were executed in the early morning hours of June 21, 1621 on the Old Town Square. The execution took place conforming to the etiquette: first came the lords, then the knights, and finally the citizens. It is said the bloodthirsty torture to have lasted for four hours, while the executioner Jan Mydlar in the proces was to have beaten blunt four swords.

Joachim Andreas Graf Schlick was the first to be beheaded, whose family had grown rich thanks to the silver mines in the west Bohemian Jáchymov valley. Count Schlick had worked for many years at the Saxon court as an educator of the future ruler Johann Georg. During the Bohemian uprising of the Estates, Schlick had been quite active. Among other things, he was one of the participants of the famous 1618 defenestration. Next came Vaclav Budova from Budovec. Since the beginning of the 17th century, he had been strongly committed to the observance of the freedom of belief in the Bohemian lands and had been one of the spokesmen of the insurgents. As the third nobleman, Krystof Harant of Polzice and Bezdruzice lost his head. He had been court musician and companion of Rudolf at the court of Emperor Rudolf II. He was not very interested in politics, but he had been one of the military leaders of the insurgents, which now cost him his head. All three of them, without any doubt, belonged to the intellectual elite of the country, all three of them had been to many places, were well-educated, spoke several languages, and were Protestants.

Among the 7 knights was also the Catholic Divis Cernin of Chudenice. This one had made the fatal mistake of opening the gates of the castle to the representatives of the Estates on the 23rd of May, 1618, who then threw the three representatives of the Habsburg power out of a window in protest against the restriction of the rights of the Protestants.

Jan Jesensky

Jan Jessenius, the rector of the Charles University of Prague, was one of those who got the severest judgement. He was not only beheaded, his tongue had been cut off before, additionally he was also quartered after the execution. Emperor Ferdinand had expressed himself personally for this harsh judgment. The internationally respected scholar, who had carried out the first public autopsy in Prague in 1600, had aroused the wrath of the ruler as he had himself pronounced against the election of Ferdinand for the King of Bohemia as well as published a series of harsh writings against the Habsburgs.

The heads of twelve executed were hanged in iron baskets for deterrence and warning at the Old Town Bridge Tower. From there they were removed only 10 years later, when the Saxons 1631 occupied Prague for a short time.

Ferdinand II.

Emperor Ferdinand II took advantage of the victory over the rebellious Protestant estates, which had dethroned him, the legitimate heir, and elected another one, the "Winter King", Frederick of the Palatinate. 166 nobles Ferdinand had completely dispossessed, another 500 lost a large part of their estates. On the other hand, his faithful were rewarded. Those were given great lands in the Bohemian lands. In addition, monasteries were returned lands that they had lost during the Hussite wars in the 15th century.

The greatest winners were probably Albrecht von Waldstein, Karl von Liechtenstein, and Johann Ulrich von Eggenberg, who were now able to call great domains their own. But also other noble families then settled in the Bohemian lands, like the Trauttmansdorff, Thun, Metternich and Clary families.

Even ordinary citizens and peasants were affected: those who did not convert to the Catholic faith had to leave the country. In 1624 the Catholic faith became the only one recognized in the Bohemian lands - more and more subjects saw themselves forced to emigrate. Some 150,000 people are said to have left the Bohemian lands for religious reasons in the years after the defeat of the Protestant Estates. The probably most famous emigrant of that time is Jan Amos Komensky - Comenius. The pedagogue and bishop of the Unity of the Brotherhood settled down after a few journeys in Holland, where he died in 1670 at the age of 78.

Even in the eyes of most of today's Czechs, the "time of darkness" began with the defeat of the Protestant estates in the Battle of Weissenberg. As such, the almost 300 years of the unrestricted rule of the Habsburgs over the Bohemian countries were designated, which ended only with the independence of Czechoslovakia in 1918. The formerly proud kingdom of Bohemia had been degrated to a Habsburg province according to the new regional order of 1627, and had lost most of its rights, including the freedom of faith for which its inhabitants had fought since the death for heresy of Jan Hus in 1415. Today, not only the 27 crosses embedded on the Old Town Square, but also all the magnificent Baroque buildings in the country, are reminiscent of this historic epoch. With these the Catholic Habsburgs showed their Bohemian and Moravian subjects who is the boss in the country.

And so we are already at the end of our trip into the 17th century.

 

Hinrichtung auf dem Altstädter Ring 21. 6. 1621

23-06-2001 | Olaf Barth, Katrin Bock

Olaf Barth und Katrin Bock werfen heute einen Blick auf die Geschehnisse, die sich vor 380 Jahren auf dem Altstädter Ring ereigneten.

Hinrichtung auf dem Altstädter Ring 21. 6. 1621

Wer von Ihnen schon mal in Prag war, dem sind sie vielleicht aufgefallen, die 27 in das Pflaster eingelassenen Kreuze zu Füssen des Altstädter Rathausturmes. Vielleicht haben Sie sich über deren Ursprung gewundert. Nun in den folgenden Minuten erfahren Sie mehr über die Bewandtnis dieser Kreuze. Hören Sie zunächst einmal, wie der tschechische Schriftsteller Alois Jirasek die entsprechenden Ereignisse Ende des 19. Jahrhunderts in einer seiner Geschichten schilderte:

"In der Nacht vom 20. auf den 21. Juni 1621 herrschte überall in Prag Angst und Trauer. Die Strassen waren wie ausgestorben, denn über Prag war Ausgangsverbot verhängt worden. Nur das Klirren der Waffen und schwere Schritte fremder Soldaten durchbrachen die bedrückende Stille. Auf dem Altstädter Ring herrschte reger Betrieb. Bretter und Balken wurden von Wagen abgeladen und zur Platzmitte getragen, wo beim flackernden Licht zahlreicher Fackeln ein Gerüst wuchs. Als es zu dämmern begann, ragte da ein mit rotem Stoff überzogener Galgen empor. Beim Sonnenaufgang donnerte von der Prager Burg ein Kanonenschlag. Ein Zeichen dafür, dass die Exekution beginne. Auf dem Galgengerüst waren dunkle vermummte Gestalten zu sehen - die Henkershelfer und der Totengräber. Schliesslich erschien auch der Henker Jan Mydláø. Alsbald nahmen die kaiserlichen Richter ihre Sitze ein, und die Namen der 27 zum Tode verurteilten Standesherren wurden ausgerufen. Während in den Strassen Prags fremde Soldaten trommelten, beteten in den Häusern die Prager für ihre Getreuen, die 27 Herren, die zur selben Zeit geköpft oder gehängt wurden. Es wird berichtet, dass die hingerichteten Adeligen und Bürger einmal im Jahr, immer in der Nacht vom 20. auf den 21. Juni, auf dem Altstädter Ring erscheinen. Schweigend gehen sie über den Platz zur Kirche, wo sie, vor dem Altar knieend, das Abendmahl in beiderlei Gestalt empfangen. Und so lautlos wie sie gekommen verschwinden sie wieder."

Der Hradschin 1618, im Jahre des Fenstersturzes (Zeitgenössiger Stich)

Soweit der tschechische Schriftsteller Alois Jirasek über die Ereignisse jener Nacht vor 380 Jahren, als die Anführer des Ständeaufstandes gegen die katholischen Habsburger gerichtet wurden. 27 Adelige, Herren und Bürger, Tschechen und Deutsche, Protestanten und ein Katholik liessen damals ihr Leben. Bestraft wurden sie dafür, dass sie sich einem Aufstand gegen den rechtmässigen Habsburger Kaiser angeschlossen hatten, der einen religiösen Hintergrund hatte, denn der Kaiser hatte zuvor versucht, die seit Mitte des 15. Jahrhunderts in den Böhmischen Ländern geltende Religionsfreiheit einzuschränken. Der Aufstand hatte am 23. Mai 1618 mit dem berühmten Prager Fenstersturz begonnen und mit der für Tschechen noch heute ein nationales Trauma darstellenden Schlacht am Weissen Berg im November 1620 geendet. In jener Schlacht vor den Toren Prags hatte das Heer der katholischen Habsburger die protestantischen Stände vernichtend geschlagen. Was folgte war eine unbarmherzige Verfolgung aller Aufständischen, ungeachtet ihrer gesellschaftlichen Stellung oder Nationalität. Kaiser Ferdinand II. nutzte seinen militärischen Sieg, um seine Stellung in den aufständischen Böhmischen Ländern zu stärken, den protestantischen Glauben zurückzudrängen und die Macht der Stände ein für alle mal zu brechen.

Prozession am Weißen Berge (Josef Berka und A. Gustav, um 1800)

Alle Personen, die irgendwie an dem Ständeaufstand beteiligt gewesen waren, wurden bestraft. Am schlimmsten traf es dabei drei Herren, sieben Ritter und 17 Bürger, die in den frühen Morgenstunden des 21. Junis 1621 auf dem Altstädter Ring hingerichtet wurden. Bei der Hinrichtung wurde die Etike gewahrt: zuerst waren die Herren dran, dann die Ritter und schliesslich die Bürger. Vier Stunden lang soll die blutige Tortur gedauert haben, vier Schwerter soll der Henker Jan Mydlar dabei stumpf geschlagen haben.

Als erster wurde Joachim Andreas Graf Schlick geköpft, dessen Familie dank der Silberminen im westböhmischen Joachimsthal reich geworden war. Graf Schlick hatte jahrelang am sächsischen Hof als Erzieher des zukünftigen Herrschers Johann Georg gewirkt. Während des böhmischen Ständeaufstands war Schlick recht aktiv gewesen, unter anderem gehörte er zu den Teilnehmern des berühmten Fenstersturzes von 1618. Als nächstes kam Vaclav Budova von Budovec an die Reihe. Dieser hatte sich seit dem Beginn des 17. Jahrhunderts stark für die Einhaltung der Glaubensfreiheit in den Böhmischen Ländern eingesetzt und war einer der Wortführer der Aufständischen gewesen. Als dritter hochgestellter Adeliger verlor Krystof Harant von Polzice und Bezdruzice seinen Kopf. Dieser war am Hofe Kaiser Rudolfs II. Hofmusikant und Gesellschafter Rudolfs gewesen. Für Politik interessierte er sich nicht sehr, doch war er einer der Heerführer der Aufständischen gewesen, das kostete ihn nun seinen Kopf. Alle drei Herren gehörten ohne Zweifel zur geistigen Elite des Landes, alle drei waren weitgereist, hervorragend gebildet, sprachen mehrere Sprachen - und waren Protestanten.

Unter den 7 Rittern war auch der Katholik Divis Cernin von Chudenice. Dieser hatte den verhängnisvollen Fehler gemacht, am 23. Mai 1618 den Repräsentanten der Stände die Burgtore geöffnet zu haben, die dann die drei Vertreter der Habsburger Macht aus Protest gegen die Einschränkung der Rechte der Protestanten aus einem Fenster warfen.

Jan Jesensky

Eines der härtesten Urteile traf Jan Jessenius, den Rektor der Prager Karlsuniversität, der als 16. an die Reihe kam: er wurde nicht nur geköpft, zuvor wurde ihm die Zunge abgeschnitten, ausserdem wurde er nach der Hinrichtung noch geviertelt. Für dieses harte Urteil hatte sich Kaiser Ferdinand persönlich ausgesprochen. Der international angesehene Gelehrte, der 1600 in Prag die erste öffentliche Obduktion durchgeführt hatte, hatte den Zorn des Herrschers erregt, da er sich auf verschiedenen Landtagen gegen die Wahl Ferdinands zum böhmischen König ausgesprochen sowie eine Reihe von scharfen Schriften gegen die Habsburger veröffentlicht hatte.

Die Köpfe von zwölf Hingerichteten wurden in Eisenkörben zur Abschreckung und Warnung an den Altstädter Brückenturm gehängt. Von dort wurden sie erst 10 Jahre später entfernt, als die Sachsen 1631 Prag für kurze Zeit besetzten.

Ferdinand II.

Kaiser Ferdinand II. nutzte seinen Sieg über die aufständischen protestantischen Stände, die ihn, den rechtmässigen Erben, entthront hatten und einen anderen, den "Winterkönig" Friedrich von der Pfalz, gewählt hatten. 166 Adelige liess Ferdinand vollkommen enteignen, weitere 500 verloren einen Grossteil ihrer Güter. Belohnt wurden dagegen seine Getreuen. Diese erhielten grosse Ländereien in den Böhmischen Ländern. Ausserdem bekamen Klöster Ländereien zurück, die sie zur Zeit der Hussitenkriege im 15. Jahrhundert verloren hatten.

Die grössten Gewinner waren wohl Albrecht von Waldstein, Karl von Liechtenstein sowie Johann Ulrich von Eggenberg, die nun grosse Herrschaften ihr Eigen nennen konnten. Aber auch andere Adelsdfamilien setzten damals in den Böhmischen Ländern ihren Fuss, wie die Familien Trauttmansdorff, Thun, Metternich und Clary.

Auch einfache Bürger und Bauern waren betroffen: wer nicht zum katholischen Glauben übertrat, musste das Land verlassen. 1624 wurde der katholische Glaube der einzig anerkannte in den Böhmischen Ländern - immer mehr Untertanen sahen sich gezwungen, zu emigrieren. Rund 150.000 Menschen sollen in den Jahren nach der Niederlage der protestantischen Stände die Böhmischen Länder aus religiösen Gründen verlassen haben. Der wohl bekannteste Emigrant jener Zeit ist Jan Amos Komensky - Comenius. Der Pädagoge und Bischof der Brüderunität liess sich nach einigen Reisen in Holland nieder, wo er 1670 im Alter von 78 Jahren verstarb.

Auch in den Augen der meisten heutigen Tschechen begann damals mit der Niederlage der protestantischen Stände in der Schlacht am Weissen Berg die "Zeit der Finsternis". Als solche werden die knapp 300 Jahre der uneingeschränkten Herrschaft der Habsburger über die Böhmischen Länder bezeichnet, die erst mit der Unabhängigkeit der Tschechoslowakei 1918 endeten. Das einstmals stolze Königreich Böhmen war nach der neuen Landesordnung von 1627 zu einer Habsburger Provinz degradiert worden und hatte die meisten seiner Rechte verloren - auch das der Glaubensfreiheit, für das seine Bewohner seit dem Ketzertod des Jan Hus 1415 gekämpft hatten. Heute erinnern an diese Geschichtsepoche nicht nur die 27 in das Strassenpflaster eingelassenen Kreuze auf dem Altstädter Ring, sondern auch all die prächtigen Barockbauten im Lande. Mit diesen zeigten die katholischen Habsburger ihren böhmischen und mährischen Untertanen, wer der Herr im Lande ist.

Und damit sind wir bereits am Ende unseres Ausfluges in das 17. Jahrhundert.

www.radio.cz/de/rubrik/geschichte/hinrichtung-auf-dem-alt...

 

Execution on the Old Town Square 21. 6. 1621

23-06-2001 | Olaf Barth, Katrin Bock

Olaf Barth and Katrin Bock now take a look at the events that took place on the Old Town Square 380 years ago.

Execution on the Old Town Square 21. 6. 1621

If you have ever been to Prague, you may have noticed the 27 crosses which have been embedded into the pavement at the foot of the Old Town Town Hall. Perhaps you have wondered about their origin. Well, in the following minutes you will learn more about the context of these crosses. First of all, listen to the Czech writer Alois Jirasek portraying the events at the end of the 19th century in one of his stories:

"In the night of 20 to 21 June 1621, fear and grief prevailed everywhere in Prague, and the roads had become like deserted, for on Prague restrictions had been imposed. Only the clash of the weapons and the heavy steps of foreign soldiers broke through the oppressive silence. On the Old Town Square there was a lot of activity, and boards and beams were unloaded from wagons and carried to the middle of the place, where a scaffold grew by the flickering light of numerous torches. By daybreak a gallows covered with red cloth was towering. At sunrise fulminated a cannon cracker showing that the execution had to begin. On the scaffold dark hooded people were visible, the assistents of the executioner and the gravedigger. Finally, the executioner, Jan Mydláø, also appeared. Immediately the imperial judges took their seats, and the names of the twenty-seven death-condemned noblemen were exclaimed. While foreign soldiers were drumming in the streets of Prague, in the houses people of Prague prayed for their faithful, the 27 men who were either beheaded or hanged at the same time. It is reported that once a year, always in the night from the 20th to the 21st of June, the noblemen and citizens appear on the Old Town Square. Silently they walk over the square to the church, where, kneeling before the altar, they receive the Last Supper in both forms. And as silently as they have come they disappear again."

The Hradschin 1618, in the year of the window-lintel (contemporary engraving)

So far the Czech writer Alois Jirasek about the events of that night 380 years ago, when the leaders of the insurrection of the Estates against the Catholic Habsburgs were judged. 27 nobles, gentlemen and citizens, Czechs and Germans, Protestants and a Catholic then left their lives. They were punished for having joined an uprising against the legal Habsburg emperor which had a religious background, for the Emperor had previously tried to restrict the freedom of religion which had been in force in the Bohemian lands since the middle of the fifteenth century. The revolt had begun on May 23, 1618, with the famous Prague defenestration, and ended with the battle Battle of White Mountain in November 1620, for the Czechs still today a national trauma. In that battle before the gates of Prague the army of the Catholic Habsburgs the Protestant Estates had utterly vanquished. What followed was a relentless persecution of all insurgents, regardless of their social position or nationality. Emperor Ferdinand II used his military victory to strengthen his position in the rebellious Bohemian lands, to suppress the Protestant faith and to break the power of the Estates once and for all.

Procession on the White Mountains (Josef Berka and A. Gustav, around 1800)

All persons who had somehow participated in the uprising of the Estates were punished. The worst punishment experienced three lords, seven knights and 17 citizens, who were executed in the early morning hours of June 21, 1621 on the Old Town Square. The execution took place conforming to the etiquette: first came the lords, then the knights, and finally the citizens. It is said the bloodthirsty torture to have lasted for four hours, while the executioner Jan Mydlar in the proces was to have beaten blunt four swords.

Joachim Andreas Graf Schlick was the first to be beheaded, whose family had grown rich thanks to the silver mines in the west Bohemian Jáchymov valley. Count Schlick had worked for many years at the Saxon court as an educator of the future ruler Johann Georg. During the Bohemian uprising of the Estates, Schlick had been quite active. Among other things, he was one of the participants of the famous 1618 defenestration. Next came Vaclav Budova from Budovec. Since the beginning of the 17th century, he had been strongly committed to the observance of the freedom of belief in the Bohemian lands and had been one of the spokesmen of the insurgents. As the third nobleman, Krystof Harant of Polzice and Bezdruzice lost his head. He had been court musician and companion of Rudolf at the court of Emperor Rudolf II. He was not very interested in politics, but he had been one of the military leaders of the insurgents, which now cost him his head. All three of them, without any doubt, belonged to the intellectual elite of the country, all three of them had been to many places, were well-educated, spoke several languages, and were Protestants.

Among the 7 knights was also the Catholic Divis Cernin of Chudenice. This one had made the fatal mistake of opening the gates of the castle to the representatives of the Estates on the 23rd of May, 1618, who then threw the three representatives of the Habsburg power out of a window in protest against the restriction of the rights of the Protestants.

Jan Jesensky

Jan Jessenius, the rector of the Charles University of Prague, was one of those who got the severest judgement. He was not only beheaded, his tongue had been cut off before, additionally he was also quartered after the execution. Emperor Ferdinand had expressed himself personally for this harsh judgment. The internationally respected scholar, who had carried out the first public autopsy in Prague in 1600, had aroused the wrath of the ruler as he had himself pronounced against the election of Ferdinand for the King of Bohemia as well as published a series of harsh writings against the Habsburgs.

The heads of twelve executed were hanged in iron baskets for deterrence and warning at the Old Town Bridge Tower. From there they were removed only 10 years later, when the Saxons 1631 occupied Prague for a short time.

Ferdinand II.

Emperor Ferdinand II took advantage of the victory over the rebellious Protestant estates, which had dethroned him, the legitimate heir, and elected another one, the "Winter King", Frederick of the Palatinate. 166 nobles Ferdinand had completely dispossessed, another 500 lost a large part of their estates. On the other hand, his faithful were rewarded. Those were given great lands in the Bohemian lands. In addition, monasteries were returned lands that they had lost during the Hussite wars in the 15th century.

The greatest winners were probably Albrecht von Waldstein, Karl von Liechtenstein, and Johann Ulrich von Eggenberg, who were now able to call great domains their own. But also other noble families then settled in the Bohemian lands, like the Trauttmansdorff, Thun, Metternich and Clary families.

Even ordinary citizens and peasants were affected: those who did not convert to the Catholic faith had to leave the country. In 1624 the Catholic faith became the only one recognized in the Bohemian lands - more and more subjects saw themselves forced to emigrate. Some 150,000 people are said to have left the Bohemian lands for religious reasons in the years after the defeat of the Protestant Estates. The probably most famous emigrant of that time is Jan Amos Komensky - Comenius. The pedagogue and bishop of the Unity of the Brotherhood settled down after a few journeys in Holland, where he died in 1670 at the age of 78.

Even in the eyes of most of today's Czechs, the "time of darkness" began with the defeat of the Protestant estates in the Battle of Weissenberg. As such, the almost 300 years of the unrestricted rule of the Habsburgs over the Bohemian countries were designated, which ended only with the independence of Czechoslovakia in 1918. The formerly proud kingdom of Bohemia had been degrated to a Habsburg province according to the new regional order of 1627, and had lost most of its rights, including the freedom of faith for which its inhabitants had fought since the death for heresy of Jan Hus in 1415. Today, not only the 27 crosses embedded on the Old Town Square, but also all the magnificent Baroque buildings in the country, are reminiscent of this historic epoch. With these the Catholic Habsburgs showed their Bohemian and Moravian subjects who is the boss in the country.

And so we are already at the end of our trip into the 17th century.

 

Hinrichtung auf dem Altstädter Ring 21. 6. 1621

23-06-2001 | Olaf Barth, Katrin Bock

Olaf Barth und Katrin Bock werfen heute einen Blick auf die Geschehnisse, die sich vor 380 Jahren auf dem Altstädter Ring ereigneten.

Hinrichtung auf dem Altstädter Ring 21. 6. 1621

Wer von Ihnen schon mal in Prag war, dem sind sie vielleicht aufgefallen, die 27 in das Pflaster eingelassenen Kreuze zu Füssen des Altstädter Rathausturmes. Vielleicht haben Sie sich über deren Ursprung gewundert. Nun in den folgenden Minuten erfahren Sie mehr über die Bewandtnis dieser Kreuze. Hören Sie zunächst einmal, wie der tschechische Schriftsteller Alois Jirasek die entsprechenden Ereignisse Ende des 19. Jahrhunderts in einer seiner Geschichten schilderte:

"In der Nacht vom 20. auf den 21. Juni 1621 herrschte überall in Prag Angst und Trauer. Die Strassen waren wie ausgestorben, denn über Prag war Ausgangsverbot verhängt worden. Nur das Klirren der Waffen und schwere Schritte fremder Soldaten durchbrachen die bedrückende Stille. Auf dem Altstädter Ring herrschte reger Betrieb. Bretter und Balken wurden von Wagen abgeladen und zur Platzmitte getragen, wo beim flackernden Licht zahlreicher Fackeln ein Gerüst wuchs. Als es zu dämmern begann, ragte da ein mit rotem Stoff überzogener Galgen empor. Beim Sonnenaufgang donnerte von der Prager Burg ein Kanonenschlag. Ein Zeichen dafür, dass die Exekution beginne. Auf dem Galgengerüst waren dunkle vermummte Gestalten zu sehen - die Henkershelfer und der Totengräber. Schliesslich erschien auch der Henker Jan Mydláø. Alsbald nahmen die kaiserlichen Richter ihre Sitze ein, und die Namen der 27 zum Tode verurteilten Standesherren wurden ausgerufen. Während in den Strassen Prags fremde Soldaten trommelten, beteten in den Häusern die Prager für ihre Getreuen, die 27 Herren, die zur selben Zeit geköpft oder gehängt wurden. Es wird berichtet, dass die hingerichteten Adeligen und Bürger einmal im Jahr, immer in der Nacht vom 20. auf den 21. Juni, auf dem Altstädter Ring erscheinen. Schweigend gehen sie über den Platz zur Kirche, wo sie, vor dem Altar knieend, das Abendmahl in beiderlei Gestalt empfangen. Und so lautlos wie sie gekommen verschwinden sie wieder."

Der Hradschin 1618, im Jahre des Fenstersturzes (Zeitgenössiger Stich)

Soweit der tschechische Schriftsteller Alois Jirasek über die Ereignisse jener Nacht vor 380 Jahren, als die Anführer des Ständeaufstandes gegen die katholischen Habsburger gerichtet wurden. 27 Adelige, Herren und Bürger, Tschechen und Deutsche, Protestanten und ein Katholik liessen damals ihr Leben. Bestraft wurden sie dafür, dass sie sich einem Aufstand gegen den rechtmässigen Habsburger Kaiser angeschlossen hatten, der einen religiösen Hintergrund hatte, denn der Kaiser hatte zuvor versucht, die seit Mitte des 15. Jahrhunderts in den Böhmischen Ländern geltende Religionsfreiheit einzuschränken. Der Aufstand hatte am 23. Mai 1618 mit dem berühmten Prager Fenstersturz begonnen und mit der für Tschechen noch heute ein nationales Trauma darstellenden Schlacht am Weissen Berg im November 1620 geendet. In jener Schlacht vor den Toren Prags hatte das Heer der katholischen Habsburger die protestantischen Stände vernichtend geschlagen. Was folgte war eine unbarmherzige Verfolgung aller Aufständischen, ungeachtet ihrer gesellschaftlichen Stellung oder Nationalität. Kaiser Ferdinand II. nutzte seinen militärischen Sieg, um seine Stellung in den aufständischen Böhmischen Ländern zu stärken, den protestantischen Glauben zurückzudrängen und die Macht der Stände ein für alle mal zu brechen.

Prozession am Weißen Berge (Josef Berka und A. Gustav, um 1800)

Alle Personen, die irgendwie an dem Ständeaufstand beteiligt gewesen waren, wurden bestraft. Am schlimmsten traf es dabei drei Herren, sieben Ritter und 17 Bürger, die in den frühen Morgenstunden des 21. Junis 1621 auf dem Altstädter Ring hingerichtet wurden. Bei der Hinrichtung wurde die Etike gewahrt: zuerst waren die Herren dran, dann die Ritter und schliesslich die Bürger. Vier Stunden lang soll die blutige Tortur gedauert haben, vier Schwerter soll der Henker Jan Mydlar dabei stumpf geschlagen haben.

Als erster wurde Joachim Andreas Graf Schlick geköpft, dessen Familie dank der Silberminen im westböhmischen Joachimsthal reich geworden war. Graf Schlick hatte jahrelang am sächsischen Hof als Erzieher des zukünftigen Herrschers Johann Georg gewirkt. Während des böhmischen Ständeaufstands war Schlick recht aktiv gewesen, unter anderem gehörte er zu den Teilnehmern des berühmten Fenstersturzes von 1618. Als nächstes kam Vaclav Budova von Budovec an die Reihe. Dieser hatte sich seit dem Beginn des 17. Jahrhunderts stark für die Einhaltung der Glaubensfreiheit in den Böhmischen Ländern eingesetzt und war einer der Wortführer der Aufständischen gewesen. Als dritter hochgestellter Adeliger verlor Krystof Harant von Polzice und Bezdruzice seinen Kopf. Dieser war am Hofe Kaiser Rudolfs II. Hofmusikant und Gesellschafter Rudolfs gewesen. Für Politik interessierte er sich nicht sehr, doch war er einer der Heerführer der Aufständischen gewesen, das kostete ihn nun seinen Kopf. Alle drei Herren gehörten ohne Zweifel zur geistigen Elite des Landes, alle drei waren weitgereist, hervorragend gebildet, sprachen mehrere Sprachen - und waren Protestanten.

Unter den 7 Rittern war auch der Katholik Divis Cernin von Chudenice. Dieser hatte den verhängnisvollen Fehler gemacht, am 23. Mai 1618 den Repräsentanten der Stände die Burgtore geöffnet zu haben, die dann die drei Vertreter der Habsburger Macht aus Protest gegen die Einschränkung der Rechte der Protestanten aus einem Fenster warfen.

Jan Jesensky

Eines der härtesten Urteile traf Jan Jessenius, den Rektor der Prager Karlsuniversität, der als 16. an die Reihe kam: er wurde nicht nur geköpft, zuvor wurde ihm die Zunge abgeschnitten, ausserdem wurde er nach der Hinrichtung noch geviertelt. Für dieses harte Urteil hatte sich Kaiser Ferdinand persönlich ausgesprochen. Der international angesehene Gelehrte, der 1600 in Prag die erste öffentliche Obduktion durchgeführt hatte, hatte den Zorn des Herrschers erregt, da er sich auf verschiedenen Landtagen gegen die Wahl Ferdinands zum böhmischen König ausgesprochen sowie eine Reihe von scharfen Schriften gegen die Habsburger veröffentlicht hatte.

Die Köpfe von zwölf Hingerichteten wurden in Eisenkörben zur Abschreckung und Warnung an den Altstädter Brückenturm gehängt. Von dort wurden sie erst 10 Jahre später entfernt, als die Sachsen 1631 Prag für kurze Zeit besetzten.

Ferdinand II.

Kaiser Ferdinand II. nutzte seinen Sieg über die aufständischen protestantischen Stände, die ihn, den rechtmässigen Erben, entthront hatten und einen anderen, den "Winterkönig" Friedrich von der Pfalz, gewählt hatten. 166 Adelige liess Ferdinand vollkommen enteignen, weitere 500 verloren einen Grossteil ihrer Güter. Belohnt wurden dagegen seine Getreuen. Diese erhielten grosse Ländereien in den Böhmischen Ländern. Ausserdem bekamen Klöster Ländereien zurück, die sie zur Zeit der Hussitenkriege im 15. Jahrhundert verloren hatten.

Die grössten Gewinner waren wohl Albrecht von Waldstein, Karl von Liechtenstein sowie Johann Ulrich von Eggenberg, die nun grosse Herrschaften ihr Eigen nennen konnten. Aber auch andere Adelsdfamilien setzten damals in den Böhmischen Ländern ihren Fuss, wie die Familien Trauttmansdorff, Thun, Metternich und Clary.

Auch einfache Bürger und Bauern waren betroffen: wer nicht zum katholischen Glauben übertrat, musste das Land verlassen. 1624 wurde der katholische Glaube der einzig anerkannte in den Böhmischen Ländern - immer mehr Untertanen sahen sich gezwungen, zu emigrieren. Rund 150.000 Menschen sollen in den Jahren nach der Niederlage der protestantischen Stände die Böhmischen Länder aus religiösen Gründen verlassen haben. Der wohl bekannteste Emigrant jener Zeit ist Jan Amos Komensky - Comenius. Der Pädagoge und Bischof der Brüderunität liess sich nach einigen Reisen in Holland nieder, wo er 1670 im Alter von 78 Jahren verstarb.

Auch in den Augen der meisten heutigen Tschechen begann damals mit der Niederlage der protestantischen Stände in der Schlacht am Weissen Berg die "Zeit der Finsternis". Als solche werden die knapp 300 Jahre der uneingeschränkten Herrschaft der Habsburger über die Böhmischen Länder bezeichnet, die erst mit der Unabhängigkeit der Tschechoslowakei 1918 endeten. Das einstmals stolze Königreich Böhmen war nach der neuen Landesordnung von 1627 zu einer Habsburger Provinz degradiert worden und hatte die meisten seiner Rechte verloren - auch das der Glaubensfreiheit, für das seine Bewohner seit dem Ketzertod des Jan Hus 1415 gekämpft hatten. Heute erinnern an diese Geschichtsepoche nicht nur die 27 in das Strassenpflaster eingelassenen Kreuze auf dem Altstädter Ring, sondern auch all die prächtigen Barockbauten im Lande. Mit diesen zeigten die katholischen Habsburger ihren böhmischen und mährischen Untertanen, wer der Herr im Lande ist.

Und damit sind wir bereits am Ende unseres Ausfluges in das 17. Jahrhundert.

www.radio.cz/de/rubrik/geschichte/hinrichtung-auf-dem-alt...

 

Execution on the Old Town Square 21. 6. 1621

23-06-2001 | Olaf Barth, Katrin Bock

Olaf Barth and Katrin Bock now take a look at the events that took place on the Old Town Square 380 years ago.

Execution on the Old Town Square 21. 6. 1621

If you have ever been to Prague, you may have noticed the 27 crosses which have been embedded into the pavement at the foot of the Old Town Town Hall. Perhaps you have wondered about their origin. Well, in the following minutes you will learn more about the context of these crosses. First of all, listen to the Czech writer Alois Jirasek portraying the events at the end of the 19th century in one of his stories:

"In the night of 20 to 21 June 1621, fear and grief prevailed everywhere in Prague, and the roads had become like deserted, for on Prague restrictions had been imposed. Only the clash of the weapons and the heavy steps of foreign soldiers broke through the oppressive silence. On the Old Town Square there was a lot of activity, and boards and beams were unloaded from wagons and carried to the middle of the place, where a scaffold grew by the flickering light of numerous torches. By daybreak a gallows covered with red cloth was towering. At sunrise fulminated a cannon cracker showing that the execution had to begin. On the scaffold dark hooded people were visible, the assistents of the executioner and the gravedigger. Finally, the executioner, Jan Mydláø, also appeared. Immediately the imperial judges took their seats, and the names of the twenty-seven death-condemned noblemen were exclaimed. While foreign soldiers were drumming in the streets of Prague, in the houses people of Prague prayed for their faithful, the 27 men who were either beheaded or hanged at the same time. It is reported that once a year, always in the night from the 20th to the 21st of June, the noblemen and citizens appear on the Old Town Square. Silently they walk over the square to the church, where, kneeling before the altar, they receive the Last Supper in both forms. And as silently as they have come they disappear again."

The Hradschin 1618, in the year of the window-lintel (contemporary engraving)

So far the Czech writer Alois Jirasek about the events of that night 380 years ago, when the leaders of the insurrection of the Estates against the Catholic Habsburgs were judged. 27 nobles, gentlemen and citizens, Czechs and Germans, Protestants and a Catholic then left their lives. They were punished for having joined an uprising against the legal Habsburg emperor which had a religious background, for the Emperor had previously tried to restrict the freedom of religion which had been in force in the Bohemian lands since the middle of the fifteenth century. The revolt had begun on May 23, 1618, with the famous Prague defenestration, and ended with the battle Battle of White Mountain in November 1620, for the Czechs still today a national trauma. In that battle before the gates of Prague the army of the Catholic Habsburgs the Protestant Estates had utterly vanquished. What followed was a relentless persecution of all insurgents, regardless of their social position or nationality. Emperor Ferdinand II used his military victory to strengthen his position in the rebellious Bohemian lands, to suppress the Protestant faith and to break the power of the Estates once and for all.

Procession on the White Mountains (Josef Berka and A. Gustav, around 1800)

All persons who had somehow participated in the uprising of the Estates were punished. The worst punishment experienced three lords, seven knights and 17 citizens, who were executed in the early morning hours of June 21, 1621 on the Old Town Square. The execution took place conforming to the etiquette: first came the lords, then the knights, and finally the citizens. It is said the bloodthirsty torture to have lasted for four hours, while the executioner Jan Mydlar in the proces was to have beaten blunt four swords.

Joachim Andreas Graf Schlick was the first to be beheaded, whose family had grown rich thanks to the silver mines in the west Bohemian Jáchymov valley. Count Schlick had worked for many years at the Saxon court as an educator of the future ruler Johann Georg. During the Bohemian uprising of the Estates, Schlick had been quite active. Among other things, he was one of the participants of the famous 1618 defenestration. Next came Vaclav Budova from Budovec. Since the beginning of the 17th century, he had been strongly committed to the observance of the freedom of belief in the Bohemian lands and had been one of the spokesmen of the insurgents. As the third nobleman, Krystof Harant of Polzice and Bezdruzice lost his head. He had been court musician and companion of Rudolf at the court of Emperor Rudolf II. He was not very interested in politics, but he had been one of the military leaders of the insurgents, which now cost him his head. All three of them, without any doubt, belonged to the intellectual elite of the country, all three of them had been to many places, were well-educated, spoke several languages, and were Protestants.

Among the 7 knights was also the Catholic Divis Cernin of Chudenice. This one had made the fatal mistake of opening the gates of the castle to the representatives of the Estates on the 23rd of May, 1618, who then threw the three representatives of the Habsburg power out of a window in protest against the restriction of the rights of the Protestants.

Jan Jesensky

Jan Jessenius, the rector of the Charles University of Prague, was one of those who got the severest judgement. He was not only beheaded, his tongue had been cut off before, additionally he was also quartered after the execution. Emperor Ferdinand had expressed himself personally for this harsh judgment. The internationally respected scholar, who had carried out the first public autopsy in Prague in 1600, had aroused the wrath of the ruler as he had himself pronounced against the election of Ferdinand for the King of Bohemia as well as published a series of harsh writings against the Habsburgs.

The heads of twelve executed were hanged in iron baskets for deterrence and warning at the Old Town Bridge Tower. From there they were removed only 10 years later, when the Saxons 1631 occupied Prague for a short time.

Ferdinand II.

Emperor Ferdinand II took advantage of the victory over the rebellious Protestant estates, which had dethroned him, the legitimate heir, and elected another one, the "Winter King", Frederick of the Palatinate. 166 nobles Ferdinand had completely dispossessed, another 500 lost a large part of their estates. On the other hand, his faithful were rewarded. Those were given great lands in the Bohemian lands. In addition, monasteries were returned lands that they had lost during the Hussite wars in the 15th century.

The greatest winners were probably Albrecht von Waldstein, Karl von Liechtenstein, and Johann Ulrich von Eggenberg, who were now able to call great domains their own. But also other noble families then settled in the Bohemian lands, like the Trauttmansdorff, Thun, Metternich and Clary families.

Even ordinary citizens and peasants were affected: those who did not convert to the Catholic faith had to leave the country. In 1624 the Catholic faith became the only one recognized in the Bohemian lands - more and more subjects saw themselves forced to emigrate. Some 150,000 people are said to have left the Bohemian lands for religious reasons in the years after the defeat of the Protestant Estates. The probably most famous emigrant of that time is Jan Amos Komensky - Comenius. The pedagogue and bishop of the Unity of the Brotherhood settled down after a few journeys in Holland, where he died in 1670 at the age of 78.

Even in the eyes of most of today's Czechs, the "time of darkness" began with the defeat of the Protestant estates in the Battle of Weissenberg. As such, the almost 300 years of the unrestricted rule of the Habsburgs over the Bohemian countries were designated, which ended only with the independence of Czechoslovakia in 1918. The formerly proud kingdom of Bohemia had been degrated to a Habsburg province according to the new regional order of 1627, and had lost most of its rights, including the freedom of faith for which its inhabitants had fought since the death for heresy of Jan Hus in 1415. Today, not only the 27 crosses embedded on the Old Town Square, but also all the magnificent Baroque buildings in the country, are reminiscent of this historic epoch. With these the Catholic Habsburgs showed their Bohemian and Moravian subjects who is the boss in the country.

And so we are already at the end of our trip into the 17th century.

 

Hinrichtung auf dem Altstädter Ring 21. 6. 1621

23-06-2001 | Olaf Barth, Katrin Bock

Olaf Barth und Katrin Bock werfen heute einen Blick auf die Geschehnisse, die sich vor 380 Jahren auf dem Altstädter Ring ereigneten.

Hinrichtung auf dem Altstädter Ring 21. 6. 1621

Wer von Ihnen schon mal in Prag war, dem sind sie vielleicht aufgefallen, die 27 in das Pflaster eingelassenen Kreuze zu Füssen des Altstädter Rathausturmes. Vielleicht haben Sie sich über deren Ursprung gewundert. Nun in den folgenden Minuten erfahren Sie mehr über die Bewandtnis dieser Kreuze. Hören Sie zunächst einmal, wie der tschechische Schriftsteller Alois Jirasek die entsprechenden Ereignisse Ende des 19. Jahrhunderts in einer seiner Geschichten schilderte:

"In der Nacht vom 20. auf den 21. Juni 1621 herrschte überall in Prag Angst und Trauer. Die Strassen waren wie ausgestorben, denn über Prag war Ausgangsverbot verhängt worden. Nur das Klirren der Waffen und schwere Schritte fremder Soldaten durchbrachen die bedrückende Stille. Auf dem Altstädter Ring herrschte reger Betrieb. Bretter und Balken wurden von Wagen abgeladen und zur Platzmitte getragen, wo beim flackernden Licht zahlreicher Fackeln ein Gerüst wuchs. Als es zu dämmern begann, ragte da ein mit rotem Stoff überzogener Galgen empor. Beim Sonnenaufgang donnerte von der Prager Burg ein Kanonenschlag. Ein Zeichen dafür, dass die Exekution beginne. Auf dem Galgengerüst waren dunkle vermummte Gestalten zu sehen - die Henkershelfer und der Totengräber. Schliesslich erschien auch der Henker Jan Mydláø. Alsbald nahmen die kaiserlichen Richter ihre Sitze ein, und die Namen der 27 zum Tode verurteilten Standesherren wurden ausgerufen. Während in den Strassen Prags fremde Soldaten trommelten, beteten in den Häusern die Prager für ihre Getreuen, die 27 Herren, die zur selben Zeit geköpft oder gehängt wurden. Es wird berichtet, dass die hingerichteten Adeligen und Bürger einmal im Jahr, immer in der Nacht vom 20. auf den 21. Juni, auf dem Altstädter Ring erscheinen. Schweigend gehen sie über den Platz zur Kirche, wo sie, vor dem Altar knieend, das Abendmahl in beiderlei Gestalt empfangen. Und so lautlos wie sie gekommen verschwinden sie wieder."

Der Hradschin 1618, im Jahre des Fenstersturzes (Zeitgenössiger Stich)

Soweit der tschechische Schriftsteller Alois Jirasek über die Ereignisse jener Nacht vor 380 Jahren, als die Anführer des Ständeaufstandes gegen die katholischen Habsburger gerichtet wurden. 27 Adelige, Herren und Bürger, Tschechen und Deutsche, Protestanten und ein Katholik liessen damals ihr Leben. Bestraft wurden sie dafür, dass sie sich einem Aufstand gegen den rechtmässigen Habsburger Kaiser angeschlossen hatten, der einen religiösen Hintergrund hatte, denn der Kaiser hatte zuvor versucht, die seit Mitte des 15. Jahrhunderts in den Böhmischen Ländern geltende Religionsfreiheit einzuschränken. Der Aufstand hatte am 23. Mai 1618 mit dem berühmten Prager Fenstersturz begonnen und mit der für Tschechen noch heute ein nationales Trauma darstellenden Schlacht am Weissen Berg im November 1620 geendet. In jener Schlacht vor den Toren Prags hatte das Heer der katholischen Habsburger die protestantischen Stände vernichtend geschlagen. Was folgte war eine unbarmherzige Verfolgung aller Aufständischen, ungeachtet ihrer gesellschaftlichen Stellung oder Nationalität. Kaiser Ferdinand II. nutzte seinen militärischen Sieg, um seine Stellung in den aufständischen Böhmischen Ländern zu stärken, den protestantischen Glauben zurückzudrängen und die Macht der Stände ein für alle mal zu brechen.

Prozession am Weißen Berge (Josef Berka und A. Gustav, um 1800)

Alle Personen, die irgendwie an dem Ständeaufstand beteiligt gewesen waren, wurden bestraft. Am schlimmsten traf es dabei drei Herren, sieben Ritter und 17 Bürger, die in den frühen Morgenstunden des 21. Junis 1621 auf dem Altstädter Ring hingerichtet wurden. Bei der Hinrichtung wurde die Etike gewahrt: zuerst waren die Herren dran, dann die Ritter und schliesslich die Bürger. Vier Stunden lang soll die blutige Tortur gedauert haben, vier Schwerter soll der Henker Jan Mydlar dabei stumpf geschlagen haben.

Als erster wurde Joachim Andreas Graf Schlick geköpft, dessen Familie dank der Silberminen im westböhmischen Joachimsthal reich geworden war. Graf Schlick hatte jahrelang am sächsischen Hof als Erzieher des zukünftigen Herrschers Johann Georg gewirkt. Während des böhmischen Ständeaufstands war Schlick recht aktiv gewesen, unter anderem gehörte er zu den Teilnehmern des berühmten Fenstersturzes von 1618. Als nächstes kam Vaclav Budova von Budovec an die Reihe. Dieser hatte sich seit dem Beginn des 17. Jahrhunderts stark für die Einhaltung der Glaubensfreiheit in den Böhmischen Ländern eingesetzt und war einer der Wortführer der Aufständischen gewesen. Als dritter hochgestellter Adeliger verlor Krystof Harant von Polzice und Bezdruzice seinen Kopf. Dieser war am Hofe Kaiser Rudolfs II. Hofmusikant und Gesellschafter Rudolfs gewesen. Für Politik interessierte er sich nicht sehr, doch war er einer der Heerführer der Aufständischen gewesen, das kostete ihn nun seinen Kopf. Alle drei Herren gehörten ohne Zweifel zur geistigen Elite des Landes, alle drei waren weitgereist, hervorragend gebildet, sprachen mehrere Sprachen - und waren Protestanten.

Unter den 7 Rittern war auch der Katholik Divis Cernin von Chudenice. Dieser hatte den verhängnisvollen Fehler gemacht, am 23. Mai 1618 den Repräsentanten der Stände die Burgtore geöffnet zu haben, die dann die drei Vertreter der Habsburger Macht aus Protest gegen die Einschränkung der Rechte der Protestanten aus einem Fenster warfen.

Jan Jesensky

Eines der härtesten Urteile traf Jan Jessenius, den Rektor der Prager Karlsuniversität, der als 16. an die Reihe kam: er wurde nicht nur geköpft, zuvor wurde ihm die Zunge abgeschnitten, ausserdem wurde er nach der Hinrichtung noch geviertelt. Für dieses harte Urteil hatte sich Kaiser Ferdinand persönlich ausgesprochen. Der international angesehene Gelehrte, der 1600 in Prag die erste öffentliche Obduktion durchgeführt hatte, hatte den Zorn des Herrschers erregt, da er sich auf verschiedenen Landtagen gegen die Wahl Ferdinands zum böhmischen König ausgesprochen sowie eine Reihe von scharfen Schriften gegen die Habsburger veröffentlicht hatte.

Die Köpfe von zwölf Hingerichteten wurden in Eisenkörben zur Abschreckung und Warnung an den Altstädter Brückenturm gehängt. Von dort wurden sie erst 10 Jahre später entfernt, als die Sachsen 1631 Prag für kurze Zeit besetzten.

Ferdinand II.

Kaiser Ferdinand II. nutzte seinen Sieg über die aufständischen protestantischen Stände, die ihn, den rechtmässigen Erben, entthront hatten und einen anderen, den "Winterkönig" Friedrich von der Pfalz, gewählt hatten. 166 Adelige liess Ferdinand vollkommen enteignen, weitere 500 verloren einen Grossteil ihrer Güter. Belohnt wurden dagegen seine Getreuen. Diese erhielten grosse Ländereien in den Böhmischen Ländern. Ausserdem bekamen Klöster Ländereien zurück, die sie zur Zeit der Hussitenkriege im 15. Jahrhundert verloren hatten.

Die grössten Gewinner waren wohl Albrecht von Waldstein, Karl von Liechtenstein sowie Johann Ulrich von Eggenberg, die nun grosse Herrschaften ihr Eigen nennen konnten. Aber auch andere Adelsdfamilien setzten damals in den Böhmischen Ländern ihren Fuss, wie die Familien Trauttmansdorff, Thun, Metternich und Clary.

Auch einfache Bürger und Bauern waren betroffen: wer nicht zum katholischen Glauben übertrat, musste das Land verlassen. 1624 wurde der katholische Glaube der einzig anerkannte in den Böhmischen Ländern - immer mehr Untertanen sahen sich gezwungen, zu emigrieren. Rund 150.000 Menschen sollen in den Jahren nach der Niederlage der protestantischen Stände die Böhmischen Länder aus religiösen Gründen verlassen haben. Der wohl bekannteste Emigrant jener Zeit ist Jan Amos Komensky - Comenius. Der Pädagoge und Bischof der Brüderunität liess sich nach einigen Reisen in Holland nieder, wo er 1670 im Alter von 78 Jahren verstarb.

Auch in den Augen der meisten heutigen Tschechen begann damals mit der Niederlage der protestantischen Stände in der Schlacht am Weissen Berg die "Zeit der Finsternis". Als solche werden die knapp 300 Jahre der uneingeschränkten Herrschaft der Habsburger über die Böhmischen Länder bezeichnet, die erst mit der Unabhängigkeit der Tschechoslowakei 1918 endeten. Das einstmals stolze Königreich Böhmen war nach der neuen Landesordnung von 1627 zu einer Habsburger Provinz degradiert worden und hatte die meisten seiner Rechte verloren - auch das der Glaubensfreiheit, für das seine Bewohner seit dem Ketzertod des Jan Hus 1415 gekämpft hatten. Heute erinnern an diese Geschichtsepoche nicht nur die 27 in das Strassenpflaster eingelassenen Kreuze auf dem Altstädter Ring, sondern auch all die prächtigen Barockbauten im Lande. Mit diesen zeigten die katholischen Habsburger ihren böhmischen und mährischen Untertanen, wer der Herr im Lande ist.

Und damit sind wir bereits am Ende unseres Ausfluges in das 17. Jahrhundert.

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