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Alles ist Eins

Einmal, am Rande des Hains,

stehn wir einsam beisammen

und sind festlich, wie Flammen

fühlen: Alles ist Eins.

 

Halten uns fest umfaßt;

werden im lauschenden Lande

durch die weichen Gewande

wachsen wie Ast an Ast.

 

Wiegt ein erwachender Hauch

die Dolden des Oleanders:

sieh, wir sind nicht mehr anders,

und wir wiegen uns auch.

 

Meine Seele spürt,

daß wir am Tore tasten.

Und sie fragt dich im Rasten:

Hast Du mich hergeführt?

 

Und du lächelst darauf

so herrlich und heiter

und: bald wandern wir weiter:

Tore gehn auf..

 

Und wir sind nichtmehr zag,

unser Weg wird kein Weh sein,

wird eine lange Allee sein

aus dem vergangenen Tag.

 

 

Aus: Dir zur Feier (1897/98)

Rainer Maria Rilke

 

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Uploaded on March 15, 2008
Taken on March 15, 2008