h.koppdelaney
Coward - Angsthase
The taunt of being a coward hurt him deeply.
HKD
(Motivationskraft B1)
Wozu die ganze Angst?
Als Psychologin habe sie es bei vielen Menschen mit Angst zu tun. Und natürlich hefte sich diese Angst an unterschiedliche Dinge. Angst vor Versagen ist eine andere als die Angst vor Höhe oder die Abneigung vor dem anderen Geschlecht. Entscheidend sei, dass Angst eine Distanz aufrecht erhalten wolle. Träte die entgegen gesetzte Kraft, der Mut auf den Plan, könne sich Angst ausgleichen.
Sie zog ihren Rock zurück über die Knie, denn er hatte sich durch die Veränderung ihrer Position im Sitzpolster des Zugabteils hochgeschoben.
„Männer, die Angst vor Psychologen und Selbsterkenntnis haben, werden lieber zum Fußball gehen oder in die Kneipe. Die Angst vor Wissen und Weisheit ist stärker verbreitet, als ich glaubte. Erst in jahrelanger Praxis erkannte ich diesen Umstand.“
Sie sprach von einem Klienten, der unter einer Herzphobie litt, an der Angst, an einer Herzkrankheit zu leiden. Das Herz des Sportlehrers aber war physisch vollkommen gesund. Daher der Weg zum Psychologen.
Psychosomatische Erscheinungen bedürften einer Aufklärung, denn die Störungen, die davon ausgingen, könnten zuweilen sehr lästig sein. Diesen Umstand musste ich ihr bestätigen.
Sie beschrieb, mit welchen Tricks der Mann vermeiden wollte, sich das Verhältnis zu seiner Frau anzusehen. Das Stichwort war Liebe und zwar die fehlende. Seine Frau liebte ihre beiden Kinder, doch noch nie habe sie gesagt, dass sie ihn liebe.
„Im Eingangsgespräch hat er das im Nebensatz erwähnt“, sagte sie. „Und seit diesem Tag kam das Thema nicht mehr vor, im Gegenteil, er sprach von einer sehr guten Beziehung in der es keine großen Streitpunkte gebe.“
Er brauchte vier Monate Therapie um zu begreifen, was diese Aussage bedeutete. Er war entrüstet und sagte: „Ich will meine Beziehung nicht aufs Spiel setzen!“
„Er wollte lieber sein Leben in Lieblosigkeit verbringen als seine Beziehung in Frage zu stellen. Ich habe ihm dann einen Ausweg aus dem Dilemma beschrieben: Selbstliebe.“
Das sei ein schwieriger und sehr steiniger Weg, denn die erwachende Selbstliebe stelle schließlich doch alle anderen Bindungen wieder in Frage.
„Selbstliebe heißt auch Selbstschutz“, sagte sie. „Man nimmt Erniedrigungen nicht mehr in Kauf.“
Ich fragte sie, wie man die Fähigkeit sich selbst zu schützen erwerben könne.
Sie korrigierte mich und sprach von entwickeln und entfalten.
„Selbstschutz ist keine Frage von Gewehren. Hier geht es um die Verteidigung der eigenen Grenzen auf der emotionalen Ebene.“
Mutige, drängende und herrische Menschen übernähmen die Führung, indem sie vorschrieben, wie sich andere zu verhalten hätten. Menschen mit Mut leiteten Menschen mit Angst. Und auf natürliche Weise kämen die beiden Parteien zusammen: Alpha Weibchen, Beta Männchen. Alpha Männchen, Beta Weibchen
„Wenn jemand nun seine Ängste dem Leben gegenüber verloren hat“, sagte sie, „sucht er als Beta die Freiheit von aller Bevormundung. Da verlässt die Frau ihren Mann oder umgekehrt. Kommt allerdings echte Liebe mit ins Spiel, wird man Bindung die nicht bindet dennoch akzeptieren. Alte Beziehungen müssen keineswegs für immer enden, doch wo die Liebe fehlt, gehen sie auseinander.“
Ihr Handy in der Handtasche meldete sich. Sie nahm das Gespräch an. Sie sei zwanzig Minuten verspätet, da der Zug von einem Defekt aufgehalten worden sei. Das Gespräch war kurz und knapp, und sie steckte das Handy zurück.
„Mein Kollege hat Angst, wir könnten das Flugzeug verpassen.“ Sie schmunzelte. „Beinahe hätte ich mich von seiner Angst anstecken lassen. – Huch“, fuhr sie fort. „…und er heißt auch noch Haase.“
HKD
Digital art based on own photography and textures
HKD
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The taunt of being a coward hurt him deeply.
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Wozu die ganze Angst?
Als Psychologin habe sie es bei vielen Menschen mit Angst zu tun. Und natürlich hefte sich diese Angst an unterschiedliche Dinge. Angst vor Versagen ist eine andere als die Angst vor Höhe oder die Abneigung vor dem anderen Geschlecht. Entscheidend sei, dass Angst eine Distanz aufrecht erhalten wolle. Träte die entgegen gesetzte Kraft, der Mut auf den Plan, könne sich Angst ausgleichen.
Sie zog ihren Rock zurück über die Knie, denn er hatte sich durch die Veränderung ihrer Position im Sitzpolster des Zugabteils hochgeschoben.
„Männer, die Angst vor Psychologen und Selbsterkenntnis haben, werden lieber zum Fußball gehen oder in die Kneipe. Die Angst vor Wissen und Weisheit ist stärker verbreitet, als ich glaubte. Erst in jahrelanger Praxis erkannte ich diesen Umstand.“
Sie sprach von einem Klienten, der unter einer Herzphobie litt, an der Angst, an einer Herzkrankheit zu leiden. Das Herz des Sportlehrers aber war physisch vollkommen gesund. Daher der Weg zum Psychologen.
Psychosomatische Erscheinungen bedürften einer Aufklärung, denn die Störungen, die davon ausgingen, könnten zuweilen sehr lästig sein. Diesen Umstand musste ich ihr bestätigen.
Sie beschrieb, mit welchen Tricks der Mann vermeiden wollte, sich das Verhältnis zu seiner Frau anzusehen. Das Stichwort war Liebe und zwar die fehlende. Seine Frau liebte ihre beiden Kinder, doch noch nie habe sie gesagt, dass sie ihn liebe.
„Im Eingangsgespräch hat er das im Nebensatz erwähnt“, sagte sie. „Und seit diesem Tag kam das Thema nicht mehr vor, im Gegenteil, er sprach von einer sehr guten Beziehung in der es keine großen Streitpunkte gebe.“
Er brauchte vier Monate Therapie um zu begreifen, was diese Aussage bedeutete. Er war entrüstet und sagte: „Ich will meine Beziehung nicht aufs Spiel setzen!“
„Er wollte lieber sein Leben in Lieblosigkeit verbringen als seine Beziehung in Frage zu stellen. Ich habe ihm dann einen Ausweg aus dem Dilemma beschrieben: Selbstliebe.“
Das sei ein schwieriger und sehr steiniger Weg, denn die erwachende Selbstliebe stelle schließlich doch alle anderen Bindungen wieder in Frage.
„Selbstliebe heißt auch Selbstschutz“, sagte sie. „Man nimmt Erniedrigungen nicht mehr in Kauf.“
Ich fragte sie, wie man die Fähigkeit sich selbst zu schützen erwerben könne.
Sie korrigierte mich und sprach von entwickeln und entfalten.
„Selbstschutz ist keine Frage von Gewehren. Hier geht es um die Verteidigung der eigenen Grenzen auf der emotionalen Ebene.“
Mutige, drängende und herrische Menschen übernähmen die Führung, indem sie vorschrieben, wie sich andere zu verhalten hätten. Menschen mit Mut leiteten Menschen mit Angst. Und auf natürliche Weise kämen die beiden Parteien zusammen: Alpha Weibchen, Beta Männchen. Alpha Männchen, Beta Weibchen
„Wenn jemand nun seine Ängste dem Leben gegenüber verloren hat“, sagte sie, „sucht er als Beta die Freiheit von aller Bevormundung. Da verlässt die Frau ihren Mann oder umgekehrt. Kommt allerdings echte Liebe mit ins Spiel, wird man Bindung die nicht bindet dennoch akzeptieren. Alte Beziehungen müssen keineswegs für immer enden, doch wo die Liebe fehlt, gehen sie auseinander.“
Ihr Handy in der Handtasche meldete sich. Sie nahm das Gespräch an. Sie sei zwanzig Minuten verspätet, da der Zug von einem Defekt aufgehalten worden sei. Das Gespräch war kurz und knapp, und sie steckte das Handy zurück.
„Mein Kollege hat Angst, wir könnten das Flugzeug verpassen.“ Sie schmunzelte. „Beinahe hätte ich mich von seiner Angst anstecken lassen. – Huch“, fuhr sie fort. „…und er heißt auch noch Haase.“
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