Back to photostream

Sinuba, Sumpfamazone

Sinuba, Sumpfamazone

 

Ascaris Wubens Agitata war eine etwa 2 cm lange Wurmart, die sich in den letzten 70 Millionen Jahren im Amazonas Becken entwickelt hatte. Die Kurzbezeichnung „Ascawubag“ geht auf Professor Milstätter zurück, der bereits in den 30er Jahren die symbiotische Beziehung zwischen der seltenen Würmer und der Brackwasser Liane nachweisen konnte. Lateinisch war für Milstätter stets die Vulgärsprache der Akademiker, die des Altgriechischen nicht mächtig waren und daher sind bis heute einige teilweise humorvoll klingende Abkürzungen von ihm erhalten. Carzarias (anlehnend an den „Inhaftierenden“) für den weissen Hai (Carcharodon carcharias) weil man denselben oft hinter Gittern studierte. Oder Okatoni für die seltene Waldgiraffe Okapia johnstoni. Das kam daher weil sich seine Tante Toni bei jedem Verwandtschaftstreffen mindestens acht mal hintereinander nach dem Bestand im Kongo erkundigte.

 

Milstätter fand heraus, das Ascawubag vor allem knapp über Wasseroberfläche in den Lianen lebte, die in abgelegenen Seitenarmen des Amazonas und des Orinoco Flusses vorkamen. Durch natürliche Salzvorkommen und kaum Wasserbewegung entstand Brackwasser das seinerseits wiederum eigene Fischpopulationen begünstigte, die sich sonst nur in Meeresnähe wohlfühlten. Eine davon war der blaue Flossenschwänzler, der mit einer Länge von nur 0,5cm seine Nester in den Wasserwurzeln der Liane anlegte. Der kleine Fisch fermentierte Libellenlarven für seine Aufzucht und erzeugte so zu einem gewissen Maß Ausscheidungen an Alpakit-Lactose, die es der Liane überhaupt erst ermöglichte Silberionen aus dem ph-positiven Milieu aufzunehmen. Ohne Ascawubag würden die Verdickungen über der Wasseroberfläche den Weitertransport der Nährstoffe behindern und zu einer Einsalzung führen. Doch der emsige Wurm besitzt die Eigenschaft, ständig neue symmetrisch angeordnete Löcher zu bohren in denen sich an der Luft Salzkristalle bilden mit denen sich Ascawubag in einem komplizierten Verfahren vor Feinden schützen kann und die der Liane ermöglichen, mit dem blauen Flossenschwänzler weitere Wurzeln zu bilden.

 

Sinuba kannte die Geschichte wohl, doch diese Informationen waren ihrer Meinung nach bereits seit der auslaufenden Kreidezeit bekannt. Zu der Zeit gab es noch gar keine Männer, sodass ihre Arbeit auf diesem Planeten vor allem darin bestand, Proben einzusammeln und immer neue Sonden Richtung Orion System zu schicken. Nach 40 000 Jahren ließ sie sich auf eine Station versetzen, die noch tiefer im Amazonas gelegen war und einen Bestand Ascawubag aufweisen konnte. Die Umgebung dort nahm sie als harmonisches Ganzes wahr und das Zwitschern der Vögel wirkte im Zusammenspiel mit dem Knibbeln der Insekten und dem Schlabbieren der Schlangen als Generalprobe für ein Konzert des sich bewegenden Lebens. Symphonia Fauna Natura.

 

Ascawubag würde später zu einem biologischen Durchbruch führen der ihre Arbeit zu einem erfolgreichen Ende führen sollte. Ihr selbst sollte das jedoch nichts mehr nützen.

 

Sinuba war ein antlantischer Roboter.

 

---

 

Model:

Flora Jakob

 

Styling und Visa:

Maria Magdalena Reiter

 

---

 

Musik (Meditationsmusik mit dem Innsbrucker Perkussionisten Harischa):

soundcloud.com/sulinor/sulinor-harischa-second-wave?in=su...

 

Original:

www.flickr.com/photos/96785664@N05/12792651173/sizes/l/

 

 

---

 

1,154 views
0 faves
0 comments
Uploaded on February 26, 2014
Taken on February 10, 2014