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Landschaft

Das Thal.

 

 

Wie willst du dich mir offenbaren,

Wie ungewohnt, geliebtes Thal?

Nur in den frühsten Jugendjahren

Erschienst du so mir manchesmal.

 

Die Sonne schon hinabgegangen,

Doch aus den Bächen klarer Schein!

Kein Lüftchen spielt mir um die Wangen,

Doch sanftes Rauschen in dem Hain!

 

Es duftet wieder alte Liebe,

 

Es grünet wieder alte Lust;

Ja selbst die alten Liedertriebe

Beleben diese kalte Brust.

Natur! wohl braucht es solcher Stunden,

So innig und so liebevoll,

 

Wenn dieses arme Herz gesunden,

Das welkende genesen soll!

 

Bedrängt mich einst die Welt noch bänger,

So such’ ich wieder dich, mein Thal!

Empfange dann den kranken Sänger

 

Mit solcher Milde noch einmal!

Und sink’ ich dann ermattet nieder,

So öffne leise deinen Grund,

Und nimm mich auf, und schließ ihn wieder,

Und grüne fröhlich und gesund!

 

Gedicht von Ludwig Uhland

 

youtu.be/rx95QHK81pQ

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Uploaded on May 6, 2021
Taken on July 24, 2008