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Ständehaus Düsseldorf am Kaiserteich

Das Ständehaus war von 1880 bis in die 1930er Jahre das Parlamentsgebäude des Provinziallandtags der preußischen Rheinlande in Düsseldorf. Von 1949 bis 1988 diente es anschließend dem nordrhein-westfälischen Landtag als Tagungsort. Heute beherbergt es als Ausstellungsgebäude K21 die Abteilung Zeitgenössische Kunst der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen.

Das Ständehaus steht am Kaiserteich an der ehemaligen Festungsgrenze von Düsseldorf, deren Anlagen infolge des Friedensvertrags von Luneville von 1801 geschleift wurden. Unter Napoleon Bonaparte wurden die Grünanlagen angelegt. Gartendirektor Maximilian Weyhe verwandte dann die Überreste der Feste, um daraus 1835 den Spee’schen Graben und die Terrassenanlage des späteren Ständehauses einzurichten.

 

Die ab 1824 einberufenen preußischen Provinzialstände tagten im Düsseldorfer Stadtschloss am Rhein bis zu dessen Brand 1872. Danach regten der Rheinische Provinziallandtag und die Rheinische Provinzialverwaltung einen Neubau in den bestehenden Grünanlagen am Kaiserteich an. 1876 gewann der spätere Berliner Dombaumeister Julius C. Raschdorff (1832–1914) den Architektenwettbewerb für den Bau des Ständehauses. Zwischen 1876 und 1880 wurde der Bau als Versammlungsort für den Rheinischen Provinziallandtag sowie als Parlaments- und Verwaltungsgebäude im historistischen Stil errichtet. Die Gestaltung als Vierflügelanlage mit Innenhof lehnte sich an die Palazzi der italienischen Renaissance an, insbesondere an den Palazzo Farnese. Das Mansarddach zeigte Anklänge an die französische Architektur des 17. Jahrhunderts. Die repräsentativen Eingänge an den Nord- und Südfassaden dienten als Durchfahrt für Kutschen.

Als Kaiser Wilhelm I. und Kaiserin Augusta 1884 das Ständehaus besuchten, entwarf der Bildhauer Karl Janssen für den Innenraum die Festdekoration „Vater Rhein und seine Töchter“. Die Figurengruppe aus Gips wurde 1897 als bronzene Brunnenskulptur ausgeführt und vor der Nordfassade des Ständehauses aufgestellt. Dort steht sie noch heute.

 

Aus Platzmangel erfolgten bereits 1895 Umbauten, so wie 1911 bis 1913 durch den Architekten Hermann vom Endt.[1] 1943 brannte das Ständehaus bei einem Bombenangriff bis auf die Außenmauern aus. Beim Wiederaufbau 1947–49 ersetzte Hans Schwippert das Raschdorffsche Mansarddach durch ein Staffelgeschoss und erweiterte aus Kapazitätsgründen den Plenarsaal bis zur südlichen Innenseite, so dass der ursprüngliche Innenhofcharakter des Gebäudes verloren ging.

 

Der erste gewählte Landtag von Nordrhein-Westfalen tagte am 15. März 1949 im Ständehaus.[2] Bis 1988, dem Bau des neuen Landtagsgebäudes am Rhein, diente das Ständehaus als Sitz des Landesparlaments. Über die weitere Nutzung bestand zunächst keine klare Vorstellung. Das Gebäude stand mehrere Jahre leer, es wurde u. a. zu Filmdreharbeiten genutzt und musste schließlich von Grund auf saniert werden

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Uploaded on July 8, 2024
Taken on July 7, 2024