Verso Bolgheri, Davanti a San Guido, Toscana, Italia
Giosuè Carducci:
Davanti a San Guido
I cipressi che a Bólgheri alti e schietti
Van da San Guido in duplice filar,
Quasi in corsa giganti giovinetti
Mi balzarono incontro e mi guardar.
Mi riconobbero, e— Ben torni omai —
Bisbigliaron vèr' me co 'l capo chino —
Perché non scendi ? Perché non ristai ?
Fresca è la sera e a te noto il cammino.
Oh sièditi a le nostre ombre odorate
Ove soffia dal mare il maestrale:
Ira non ti serbiam de le sassate
Tue d'una volta: oh non facean già male!
Nidi portiamo ancor di rusignoli:
Deh perché fuggi rapido cosí ?
Le passere la sera intreccian voli
A noi d'intorno ancora. Oh resta qui! —
— Bei cipressetti, cipressetti miei,
Fedeli amici d'un tempo migliore,
Oh di che cuor con voi mi resterei—
Guardando lor rispondeva — oh di che cuore !
Ma, cipressetti miei, lasciatem'ire:
Or non è piú quel tempo e quell'età.
Se voi sapeste!... via, non fo per dire,
Ma oggi sono una celebrità.
E so legger di greco e di latino,
E scrivo e scrivo, e ho molte altre virtú:
Non son piú, cipressetti, un birichino,
E sassi in specie non ne tiro piú.
E massime a le piante. — Un mormorio
Pe' dubitanti vertici ondeggiò
E il dí cadente con un ghigno pio
Tra i verdi cupi roseo brillò.
Intesi allora che i cipressi e il sole
Una gentil pietade avean di me,
E presto il mormorio si fe' parole:
— Ben lo sappiamo: un pover uom tu se'.
Ben lo sappiamo, e il vento ce lo disse
Che rapisce de gli uomini i sospir,
Come dentro al tuo petto eterne risse
Ardon che tu né sai né puoi lenir.
A le querce ed a noi qui puoi contare
L'umana tua tristezza e il vostro duol.
Vedi come pacato e azzurro è il mare,
Come ridente a lui discende il sol!
E come questo occaso è pien di voli,
Com'è allegro de' passeri il garrire!
A notte canteranno i rusignoli:
Rimanti, e i rei fantasmi oh non seguire;
I rei fantasmi che da' fondi neri
De i cuor vostri battuti dal pensier
Guizzan come da i vostri cimiteri
Putride fiamme innanzi al passegger.
Rimanti; e noi, dimani, a mezzo il giorno,
Che de le grandi querce a l'ombra stan
Ammusando i cavalli e intorno intorno
Tutto è silenzio ne l'ardente pian,
Ti canteremo noi cipressi i cori
Che vanno eterni fra la terra e il cielo:
Da quegli olmi le ninfe usciran fuori
Te ventilando co 'l lor bianco velo;
E Pan l'eterno che su l'erme alture
A quell'ora e ne i pian solingo va
Il dissidio, o mortal, de le tue cure
Ne la diva armonia sommergerà. —
Ed io—Lontano, oltre Apennin, m'aspetta
La Tittí — rispondea; — lasciatem'ire.
È la Tittí come una passeretta,
Ma non ha penne per il suo vestire.
E mangia altro che bacche di cipresso;
Né io sono per anche un manzoniano
Che tiri quattro paghe per il lesso.
Addio, cipressi! addio, dolce mio piano! —
— Che vuoi che diciam dunque al cimitero
Dove la nonna tua sepolta sta? —
E fuggíano, e pareano un corteo nero
Che brontolando in fretta in fretta va.
Di cima al poggio allor, dal cimitero,
Giú de' cipressi per la verde via,
Alta, solenne, vestita di nero
Parvemi riveder nonna Lucia:
La signora Lucia, da la cui bocca,
Tra l'ondeggiar de i candidi capelli,
La favella toscana, ch'è sí sciocca
Nel manzonismo de gli stenterelli,
Canora discendea, co 'l mesto accento
De la Versilia che nel cuor mi sta,
Come da un sirventese del trecento,
Piena di forza e di soavità.
O nonna, o nonna! deh com'era bella
Quand'ero bimbo! ditemela ancor,
Ditela a quest'uom savio la novella
Di lei che cerca il suo perduto amor!
— Sette paia di scarpe ho consumate
Di tutto ferro per te ritrovare:
Sette verghe di ferro ho logorate
Per appoggiarmi nel fatale andare:
Sette fiasche di lacrime ho colmate,
Sette lunghi anni, di lacrime amare:
Tu dormi a le mie grida disperate,
E il gallo canta, e non ti vuoi svegliare.
— Deh come bella, o nonna, e come vera
È la novella ancor! Proprio cosí.
E quello che cercai mattina e sera
Tanti e tanti anni in vano, è forse qui,
Sotto questi cipressi, ove non spero,
Ove non penso di posarmi piú:
Forse, nonna, è nel vostro cimitero
Tra quegli altri cipressi ermo là su.
Ansimando fuggía la vaporiera
Mentr'io cosí piangeva entro il mio cuore;
E di polledri una leggiadra schiera
Annitrendo correa lieta al rumore.
Ma un asin bigio, rosicchiando un cardo
Rosso e turchino, non si scomodò:
Tutto quel chiasso ei non degnò d'un guardo
E a brucar serio e lento seguitò.
-------------
Vor San Guido
Vor Bolgheri die beiden Reihn Zypressen,
Die grad und stattlich nach San Guido gehen,
Wie junge Riesen, die im Lauf sich messen,
So eilten sie heran, nach mir zu sehen.
Sie kannten mich und flüsterten mir leise
Kopfnickend zu: - Oh, bist du wieder da?
Warum nicht bleiben? Unterbrich die Reise:
Kühl wirds zur Nacht, die Straße kennst du ja.
Oh, halte Rast in unserm würzgen Schatten,
Wo der Nordwest dich trifft von hoher See;
Steinwürfe, die uns einst getroffen hatten,
Verzeihn wir gern, sie taten auch nicht weh.
Noch immer baun ihr Nest die Nachtigallen
In unsern Zweigen. Warum fliehst du doch?
Und abends flattern Spatzen nach Gefällen
Um uns herum; oh, so verweile noch! -
- Zypreßlein, o Zypreßlein, meine lieben
Getreun aus jener Zeit so schön und fern,
Wie gerne wär ich noch bei euch geblieben, -
Sprach ich, nach ihnen schauend, - oh, wie gern!
Ach, ihr Zypreßlein, laßt mich weiter wandern:
Die Zeiten und die Jugend sind dahin!
Ja wüßtet ihrs! - Nicht prahl ich vor den andern -
Daß ich heut ganz berühmt geworden bin!
Latein und Griechisch les ich nach Belieben
Und schreibe, und viel andres kann ich auch;
Zypreßlein, bin kein Schlingel mehr geblieben,
Und Steine Werfen ist nicht mehr mein Brauch;
Zumal nach Bäumen. - Wie im Zweifel schienen
Die Wipfel flüsternd hin und her zu gehn,
Und spöttisch lächelnd hat aus dunklem Grünen
Das rosge Abendlicht hervorgesehn.
Daß liebevolles Mitleid nun gewaltet
Bei Sonne und Zypressen, spürt ich dann;
Bald hat zum Wort das Säuseln sich gestaltet:
- Wir wissen wohl, du bist ein armer Mann.
Wir wissen wohl, der Wind ists, der es brachte,
- Trägt er uns doch der Menschen Seufzer zu, -
Wie immer neuer Streit in dir erwachte,
Und bringst trotz aller Müh ihn nicht zur Ruh.
Uns und den alten Eichen hier vertraue
Dein Menschenleid und was dir Kummer bringt,
Oh, sieh das Meer, das friedevolle blaue,
Darin die Sonne lächelnd niedersinkt!
Hör, wie heut Abend Vogellieder schallen,
Der Spatzen Zwitschern, lustiges Getön,
Und später singen dir die Nachtigallen;
O bleib und heiße die Gespenster gehn!
Gespenster, die aus Herzenstiefen steigen,
Wenn es beklommen und gedankenschwer,
Und jenen Flämmchen auf dem Friedhof gleichen,
Die vor dem Wandrer flackern hin und her.
O bleib; und morgen, wenn zur Mittagsstunde
Die Pferde schnaufen in des Schattens Hut,
Dort an der großen Eichen, in der Runde
Die Ebne schweigt in heißer Sommerglut;
Dann singen wir Zypressen dir die Reigen,
Die ewig zwischen Erd und Himmel gehn,
Und Nymphen werden aus den Ulmen steigen,
Und dir mit weißen Schleiern Kühlung wehn.
Der ewge Pan, der dann so einsam schreitet
Durch die Gefilde, ubern Bergeshang,
Löst auf, o Sterblicher, was in dir streitet,
Bis es in solcher Harmonie verklang. -
Und ich: - Weit hinterm Apennin erwartet
Klein Titti mich, drum laßt, es ist mir leid;
Titti ist wohl den Spätzlein gleich geartet,
Die Federn aber fehlen ihr zum Kleid.
Ja, wenn sie lebte von Zypressen beeren,
Und ichs so wie die Manzonianer wüßt,
Die vom Verdienste vierfach sich ernähren;
Zypressen, teure Flur, seid mir gegrüßt! -
- Was sollen wir dem Friedhof denn bestellen,
Wo dein Großmütterlein im Grabe weilt? -
Sie schienen nun ein schwarz Gefolg, im schnellen
Vorschreiten, welches murmelnd weiter eilt.
Vom Hügel, wo der Kirchhof sich verbreitert,
Unter Zypressen dort auf grünem Pfad,
Schien mirs, als ob, sonntäglich schwarz gekleidet,
Sich mir Großmütterlein Lucia naht.
Wie hörte man aus Frau Lucias Munde,
Mit ihrem weichgelockten weißen Haar,
Toscansche Rede, die im Narrenbunde
Der Manzonianer stets so wäßrig war!
Volltönend kams, mit den schwermütgen Klängen
Aus der Versilia, die mein Herz bewahrt,
Als lauschte man den Troubadourgesängen,
So reich an Kraft und doch von süßer Art.
Großmutter, oh, die schönen Kindertage!
Oh, einmal noch erzähl dem ernsten Mann
Von jener, die den Liebsten sucht, o sage
Noch einmal, wie sie ihn nicht finden kann! -
- Auf sieben Paar Eisenschuhn bin ich gegangen.
Als ich dich suchte, die ich abgenützt,
Verbraucht hab ich von Eisen sieben Stangen,
Auf die ich mich bei schwerem Weg gestützt.
Und sieben Flaschen füllte ich mit Tränen,
Mit bittren Tränen, sieben Jahre her.
Du schläfst bei meinen Rufen, meinem Stöhnen,
Es kräht der Hahn, und du erwachst nicht mehr! -
Großmutter, o wie schön ist sie noch immer,
Deine Geschichte, grad wie du erzählst,
Und was ich früh und spät gesucht und nimmer
Gefunden, was mich manches Jahr gequält, -
Vielleicht ist hier, wo Ruhe noch zu haben
Ich nicht mehr hoffe, mag am Wege sein;
Vielleicht, Großmutter, ists mit dir begraben,
Einsam dort oben, im Zypressenhain!
Wie eilig weiter die Maschine keuchte,
Und ich im tiefsten Herze traurig war,
Kam da von Füllen wiehernd eine leichte,
Durch das Geräusch herangelockte Schar.
Ein grauer Esel nur ließ sich nicht stören,
Der ruhig an blauroter Distel fraß,
Er sah nicht auf, schien keinen Lärm zu hören,
Und ernst und langsam nagte er fürbaß.
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Verso Bolgheri, Davanti a San Guido, Toscana, Italia
Giosuè Carducci:
Davanti a San Guido
I cipressi che a Bólgheri alti e schietti
Van da San Guido in duplice filar,
Quasi in corsa giganti giovinetti
Mi balzarono incontro e mi guardar.
Mi riconobbero, e— Ben torni omai —
Bisbigliaron vèr' me co 'l capo chino —
Perché non scendi ? Perché non ristai ?
Fresca è la sera e a te noto il cammino.
Oh sièditi a le nostre ombre odorate
Ove soffia dal mare il maestrale:
Ira non ti serbiam de le sassate
Tue d'una volta: oh non facean già male!
Nidi portiamo ancor di rusignoli:
Deh perché fuggi rapido cosí ?
Le passere la sera intreccian voli
A noi d'intorno ancora. Oh resta qui! —
— Bei cipressetti, cipressetti miei,
Fedeli amici d'un tempo migliore,
Oh di che cuor con voi mi resterei—
Guardando lor rispondeva — oh di che cuore !
Ma, cipressetti miei, lasciatem'ire:
Or non è piú quel tempo e quell'età.
Se voi sapeste!... via, non fo per dire,
Ma oggi sono una celebrità.
E so legger di greco e di latino,
E scrivo e scrivo, e ho molte altre virtú:
Non son piú, cipressetti, un birichino,
E sassi in specie non ne tiro piú.
E massime a le piante. — Un mormorio
Pe' dubitanti vertici ondeggiò
E il dí cadente con un ghigno pio
Tra i verdi cupi roseo brillò.
Intesi allora che i cipressi e il sole
Una gentil pietade avean di me,
E presto il mormorio si fe' parole:
— Ben lo sappiamo: un pover uom tu se'.
Ben lo sappiamo, e il vento ce lo disse
Che rapisce de gli uomini i sospir,
Come dentro al tuo petto eterne risse
Ardon che tu né sai né puoi lenir.
A le querce ed a noi qui puoi contare
L'umana tua tristezza e il vostro duol.
Vedi come pacato e azzurro è il mare,
Come ridente a lui discende il sol!
E come questo occaso è pien di voli,
Com'è allegro de' passeri il garrire!
A notte canteranno i rusignoli:
Rimanti, e i rei fantasmi oh non seguire;
I rei fantasmi che da' fondi neri
De i cuor vostri battuti dal pensier
Guizzan come da i vostri cimiteri
Putride fiamme innanzi al passegger.
Rimanti; e noi, dimani, a mezzo il giorno,
Che de le grandi querce a l'ombra stan
Ammusando i cavalli e intorno intorno
Tutto è silenzio ne l'ardente pian,
Ti canteremo noi cipressi i cori
Che vanno eterni fra la terra e il cielo:
Da quegli olmi le ninfe usciran fuori
Te ventilando co 'l lor bianco velo;
E Pan l'eterno che su l'erme alture
A quell'ora e ne i pian solingo va
Il dissidio, o mortal, de le tue cure
Ne la diva armonia sommergerà. —
Ed io—Lontano, oltre Apennin, m'aspetta
La Tittí — rispondea; — lasciatem'ire.
È la Tittí come una passeretta,
Ma non ha penne per il suo vestire.
E mangia altro che bacche di cipresso;
Né io sono per anche un manzoniano
Che tiri quattro paghe per il lesso.
Addio, cipressi! addio, dolce mio piano! —
— Che vuoi che diciam dunque al cimitero
Dove la nonna tua sepolta sta? —
E fuggíano, e pareano un corteo nero
Che brontolando in fretta in fretta va.
Di cima al poggio allor, dal cimitero,
Giú de' cipressi per la verde via,
Alta, solenne, vestita di nero
Parvemi riveder nonna Lucia:
La signora Lucia, da la cui bocca,
Tra l'ondeggiar de i candidi capelli,
La favella toscana, ch'è sí sciocca
Nel manzonismo de gli stenterelli,
Canora discendea, co 'l mesto accento
De la Versilia che nel cuor mi sta,
Come da un sirventese del trecento,
Piena di forza e di soavità.
O nonna, o nonna! deh com'era bella
Quand'ero bimbo! ditemela ancor,
Ditela a quest'uom savio la novella
Di lei che cerca il suo perduto amor!
— Sette paia di scarpe ho consumate
Di tutto ferro per te ritrovare:
Sette verghe di ferro ho logorate
Per appoggiarmi nel fatale andare:
Sette fiasche di lacrime ho colmate,
Sette lunghi anni, di lacrime amare:
Tu dormi a le mie grida disperate,
E il gallo canta, e non ti vuoi svegliare.
— Deh come bella, o nonna, e come vera
È la novella ancor! Proprio cosí.
E quello che cercai mattina e sera
Tanti e tanti anni in vano, è forse qui,
Sotto questi cipressi, ove non spero,
Ove non penso di posarmi piú:
Forse, nonna, è nel vostro cimitero
Tra quegli altri cipressi ermo là su.
Ansimando fuggía la vaporiera
Mentr'io cosí piangeva entro il mio cuore;
E di polledri una leggiadra schiera
Annitrendo correa lieta al rumore.
Ma un asin bigio, rosicchiando un cardo
Rosso e turchino, non si scomodò:
Tutto quel chiasso ei non degnò d'un guardo
E a brucar serio e lento seguitò.
-------------
Vor San Guido
Vor Bolgheri die beiden Reihn Zypressen,
Die grad und stattlich nach San Guido gehen,
Wie junge Riesen, die im Lauf sich messen,
So eilten sie heran, nach mir zu sehen.
Sie kannten mich und flüsterten mir leise
Kopfnickend zu: - Oh, bist du wieder da?
Warum nicht bleiben? Unterbrich die Reise:
Kühl wirds zur Nacht, die Straße kennst du ja.
Oh, halte Rast in unserm würzgen Schatten,
Wo der Nordwest dich trifft von hoher See;
Steinwürfe, die uns einst getroffen hatten,
Verzeihn wir gern, sie taten auch nicht weh.
Noch immer baun ihr Nest die Nachtigallen
In unsern Zweigen. Warum fliehst du doch?
Und abends flattern Spatzen nach Gefällen
Um uns herum; oh, so verweile noch! -
- Zypreßlein, o Zypreßlein, meine lieben
Getreun aus jener Zeit so schön und fern,
Wie gerne wär ich noch bei euch geblieben, -
Sprach ich, nach ihnen schauend, - oh, wie gern!
Ach, ihr Zypreßlein, laßt mich weiter wandern:
Die Zeiten und die Jugend sind dahin!
Ja wüßtet ihrs! - Nicht prahl ich vor den andern -
Daß ich heut ganz berühmt geworden bin!
Latein und Griechisch les ich nach Belieben
Und schreibe, und viel andres kann ich auch;
Zypreßlein, bin kein Schlingel mehr geblieben,
Und Steine Werfen ist nicht mehr mein Brauch;
Zumal nach Bäumen. - Wie im Zweifel schienen
Die Wipfel flüsternd hin und her zu gehn,
Und spöttisch lächelnd hat aus dunklem Grünen
Das rosge Abendlicht hervorgesehn.
Daß liebevolles Mitleid nun gewaltet
Bei Sonne und Zypressen, spürt ich dann;
Bald hat zum Wort das Säuseln sich gestaltet:
- Wir wissen wohl, du bist ein armer Mann.
Wir wissen wohl, der Wind ists, der es brachte,
- Trägt er uns doch der Menschen Seufzer zu, -
Wie immer neuer Streit in dir erwachte,
Und bringst trotz aller Müh ihn nicht zur Ruh.
Uns und den alten Eichen hier vertraue
Dein Menschenleid und was dir Kummer bringt,
Oh, sieh das Meer, das friedevolle blaue,
Darin die Sonne lächelnd niedersinkt!
Hör, wie heut Abend Vogellieder schallen,
Der Spatzen Zwitschern, lustiges Getön,
Und später singen dir die Nachtigallen;
O bleib und heiße die Gespenster gehn!
Gespenster, die aus Herzenstiefen steigen,
Wenn es beklommen und gedankenschwer,
Und jenen Flämmchen auf dem Friedhof gleichen,
Die vor dem Wandrer flackern hin und her.
O bleib; und morgen, wenn zur Mittagsstunde
Die Pferde schnaufen in des Schattens Hut,
Dort an der großen Eichen, in der Runde
Die Ebne schweigt in heißer Sommerglut;
Dann singen wir Zypressen dir die Reigen,
Die ewig zwischen Erd und Himmel gehn,
Und Nymphen werden aus den Ulmen steigen,
Und dir mit weißen Schleiern Kühlung wehn.
Der ewge Pan, der dann so einsam schreitet
Durch die Gefilde, ubern Bergeshang,
Löst auf, o Sterblicher, was in dir streitet,
Bis es in solcher Harmonie verklang. -
Und ich: - Weit hinterm Apennin erwartet
Klein Titti mich, drum laßt, es ist mir leid;
Titti ist wohl den Spätzlein gleich geartet,
Die Federn aber fehlen ihr zum Kleid.
Ja, wenn sie lebte von Zypressen beeren,
Und ichs so wie die Manzonianer wüßt,
Die vom Verdienste vierfach sich ernähren;
Zypressen, teure Flur, seid mir gegrüßt! -
- Was sollen wir dem Friedhof denn bestellen,
Wo dein Großmütterlein im Grabe weilt? -
Sie schienen nun ein schwarz Gefolg, im schnellen
Vorschreiten, welches murmelnd weiter eilt.
Vom Hügel, wo der Kirchhof sich verbreitert,
Unter Zypressen dort auf grünem Pfad,
Schien mirs, als ob, sonntäglich schwarz gekleidet,
Sich mir Großmütterlein Lucia naht.
Wie hörte man aus Frau Lucias Munde,
Mit ihrem weichgelockten weißen Haar,
Toscansche Rede, die im Narrenbunde
Der Manzonianer stets so wäßrig war!
Volltönend kams, mit den schwermütgen Klängen
Aus der Versilia, die mein Herz bewahrt,
Als lauschte man den Troubadourgesängen,
So reich an Kraft und doch von süßer Art.
Großmutter, oh, die schönen Kindertage!
Oh, einmal noch erzähl dem ernsten Mann
Von jener, die den Liebsten sucht, o sage
Noch einmal, wie sie ihn nicht finden kann! -
- Auf sieben Paar Eisenschuhn bin ich gegangen.
Als ich dich suchte, die ich abgenützt,
Verbraucht hab ich von Eisen sieben Stangen,
Auf die ich mich bei schwerem Weg gestützt.
Und sieben Flaschen füllte ich mit Tränen,
Mit bittren Tränen, sieben Jahre her.
Du schläfst bei meinen Rufen, meinem Stöhnen,
Es kräht der Hahn, und du erwachst nicht mehr! -
Großmutter, o wie schön ist sie noch immer,
Deine Geschichte, grad wie du erzählst,
Und was ich früh und spät gesucht und nimmer
Gefunden, was mich manches Jahr gequält, -
Vielleicht ist hier, wo Ruhe noch zu haben
Ich nicht mehr hoffe, mag am Wege sein;
Vielleicht, Großmutter, ists mit dir begraben,
Einsam dort oben, im Zypressenhain!
Wie eilig weiter die Maschine keuchte,
Und ich im tiefsten Herze traurig war,
Kam da von Füllen wiehernd eine leichte,
Durch das Geräusch herangelockte Schar.
Ein grauer Esel nur ließ sich nicht stören,
Der ruhig an blauroter Distel fraß,
Er sah nicht auf, schien keinen Lärm zu hören,
Und ernst und langsam nagte er fürbaß.
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