Bunte Bäume - lange Schatten im Nationalparkvorfeld

Es ist ein Bild zur Geschichte der Landwirtschaft auf den Hochflächen über 800 m Seehöhe im Bayerischen Wald. Der "Maler Herbst" zeichnet es besonders deutlich. Schon seit 1396 (erste urkundliche Erwähnung von Reichenberg) mussten die Bewohner den flachgründigen und steinigen Böden bei rauem Klima Nahrung und andere Lebensgrundlagen abgewinnen. Die schmalen Flure, die sich für den Ackerbau eigneten, sind im Urkataster 1843 festgehalten. Die Grenzen zwischen den Eignern sind heute noch als Steinwälle zu sehen, seit vielen Generationen mit Sträuchern und Bäumen bewachsen. Sie werden heute von den Bauern im Nebenerwerb gepflegt.

Über Jahrhunderte kam die Dreifelderwirtschaft zur Anwendung: Im ersten Jahr gab es Winterroggen (Winterkorn), im 2. Jahr wurde Hafer oder Lein angebaut, im 3. Jahr wurde der Boden zur Erholung brach liegengelassen.

Heutzutage ist zwischen den Steinwällen nur noch Grünland zu sehen, das bei Bedarf mit Maschinen gemäht und gedüngt wird.

 

Rechts im Hintergrund ist die Nationalpark-Enklave Waldhäuser (ca. 940 m üb. NN) zu erkennen, dahinter der Lusengipfel (1373 m) mit Blockmeer.

Der Weg im Vordergrund führt der Weg von Reichenberg über Höhenbrunn nach St. Oswald.

 

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Uploaded on October 16, 2018