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Wer kann auch wohnen in der Flamm'
Wer denket an der Höllen Glut
1.) Wer denket an der Höllen Glut,
Muss in sich Angst empfinden,
Weil er des Höchsten Zornes Rut'
Verdient mit seinen Sünden.
Indem ihn das Gewissen plagt,
Anklagt, verdammet, quält und nagt,
Fühlt er der Höllen Flamme.
2.) Es kommet der geschwinde Tod,
Und setzet in viel Schmerzen
Die Sünder in der letzten Not,
Dass sie mit schwerem Herzen
Erkennen Gottes Strafgericht,
Weil sie von Gottes Angesicht
Sind ewiglich verstoßen.
3.) Ein Baum, gleich wie er niederfällt,
Bleibt ewig also liegen:
Wie sich ein Mensch in Tode hält,
Wird er den Lohn dort kriegen.
Da hilfet keine Tränenflut,
Sonst würden in der Höllenglut
Stets die Verdammten weinen.
4.) Wer kann auch wohnen in der Flamm',
Die nimmermehr sich leget?
Wer kann doch leben in dem Schlamm,
Der Pech und Schwefel heget?
Allwo man leidet tausend Plag
Und keinen Trost erreichen mag,
Weil man nicht kann ersterben.
5.) Alsdenn ist alle Reu zu spät,
Hingegen die man hielte
Für Toren, sind in Gottes Stadt
Dahin ihr Wandel zielte:
Das Blatt hat sich ja recht gewendt,
Die Bösen sind gequält ohn' End',
Bis Frommen sind getröstet.
6.) O, lieber Mensch, bedenk die Höll',
Heb an ein neues Leben,
Errette noch heut' deine Seel',
Gott hat dir Frist gegeben:
Versäumest du die Gnadenzeit,
So ist in alle Ewigkeit
Die Hölle dir bereitet.
7.) Ach, hilf Gott, dass hier jedermann
Sein Leben so anstelle,
Dass er nach seinem Tode kann
Sein sicher vor der Hölle.
Hilf uns, durch deinen lieben Sohn,
Dass wir der frommen Christen Lohn
Im Himmel all' erlangen.
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Autor: Daniel Wülffer
Melodie: Ach Gott, vom Himmel sieh darein
oder: Such, wer da will ein ander Ziel
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Neu eingerichtetes [evangelisches]
Sachsen-Weimar-Eisenach-Jenaisches-Gesangbuch
Herausgegeben von Johann Georg Weber
Verlag Siegmund Heinrich, priv. Buchhändler
Weimar, 1755
Liednummer 962
Thema: Sünde, Buße und Umkehr
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Daniel Wülfer (* 3. Juli 1617 in Nürnberg, + 11. Mai 1685) war ein evangelisch-lutherischer Pfarrer und Kirchenlieddichter. Er besuchte die Schule an der Kirche St. Lorenz und das damals neu eingerichtete Aegidiengymnasium; ab 1634 an studierte er in Jena, ab 1636 in Altdorf und erwarb hier 1637 den Magistertitel. Er kehrte 1638 noch einmal nach Jena zurück bis ihn der Tod seines Vaters 1640 nötigte, nach Nürnberg zurückzugehen. Der Rat der Stadt Nürnberg übertrug ihm 1643 eine Professur für Logik, Physik und Metaphysik. Kurz darauf wurde er Vikar an der Kirche St. Lorenz, 1652 Pfarrer an dieser Kirche, nachdem er inzwischen schon 1649 Kirchen- und Konsistorialrat des Grafen Joachim Ernst von Oettingen geworden war. Er starb 1685 und hinterließ einen Sohn Johann, der ebenfalls Theologe wurde (1651-1724).
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Wer kann auch wohnen in der Flamm'
Wer denket an der Höllen Glut
1.) Wer denket an der Höllen Glut,
Muss in sich Angst empfinden,
Weil er des Höchsten Zornes Rut'
Verdient mit seinen Sünden.
Indem ihn das Gewissen plagt,
Anklagt, verdammet, quält und nagt,
Fühlt er der Höllen Flamme.
2.) Es kommet der geschwinde Tod,
Und setzet in viel Schmerzen
Die Sünder in der letzten Not,
Dass sie mit schwerem Herzen
Erkennen Gottes Strafgericht,
Weil sie von Gottes Angesicht
Sind ewiglich verstoßen.
3.) Ein Baum, gleich wie er niederfällt,
Bleibt ewig also liegen:
Wie sich ein Mensch in Tode hält,
Wird er den Lohn dort kriegen.
Da hilfet keine Tränenflut,
Sonst würden in der Höllenglut
Stets die Verdammten weinen.
4.) Wer kann auch wohnen in der Flamm',
Die nimmermehr sich leget?
Wer kann doch leben in dem Schlamm,
Der Pech und Schwefel heget?
Allwo man leidet tausend Plag
Und keinen Trost erreichen mag,
Weil man nicht kann ersterben.
5.) Alsdenn ist alle Reu zu spät,
Hingegen die man hielte
Für Toren, sind in Gottes Stadt
Dahin ihr Wandel zielte:
Das Blatt hat sich ja recht gewendt,
Die Bösen sind gequält ohn' End',
Bis Frommen sind getröstet.
6.) O, lieber Mensch, bedenk die Höll',
Heb an ein neues Leben,
Errette noch heut' deine Seel',
Gott hat dir Frist gegeben:
Versäumest du die Gnadenzeit,
So ist in alle Ewigkeit
Die Hölle dir bereitet.
7.) Ach, hilf Gott, dass hier jedermann
Sein Leben so anstelle,
Dass er nach seinem Tode kann
Sein sicher vor der Hölle.
Hilf uns, durch deinen lieben Sohn,
Dass wir der frommen Christen Lohn
Im Himmel all' erlangen.
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Autor: Daniel Wülffer
Melodie: Ach Gott, vom Himmel sieh darein
oder: Such, wer da will ein ander Ziel
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Neu eingerichtetes [evangelisches]
Sachsen-Weimar-Eisenach-Jenaisches-Gesangbuch
Herausgegeben von Johann Georg Weber
Verlag Siegmund Heinrich, priv. Buchhändler
Weimar, 1755
Liednummer 962
Thema: Sünde, Buße und Umkehr
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Daniel Wülfer (* 3. Juli 1617 in Nürnberg, + 11. Mai 1685) war ein evangelisch-lutherischer Pfarrer und Kirchenlieddichter. Er besuchte die Schule an der Kirche St. Lorenz und das damals neu eingerichtete Aegidiengymnasium; ab 1634 an studierte er in Jena, ab 1636 in Altdorf und erwarb hier 1637 den Magistertitel. Er kehrte 1638 noch einmal nach Jena zurück bis ihn der Tod seines Vaters 1640 nötigte, nach Nürnberg zurückzugehen. Der Rat der Stadt Nürnberg übertrug ihm 1643 eine Professur für Logik, Physik und Metaphysik. Kurz darauf wurde er Vikar an der Kirche St. Lorenz, 1652 Pfarrer an dieser Kirche, nachdem er inzwischen schon 1649 Kirchen- und Konsistorialrat des Grafen Joachim Ernst von Oettingen geworden war. Er starb 1685 und hinterließ einen Sohn Johann, der ebenfalls Theologe wurde (1651-1724).
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