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Lass jetzt mit süßen Weisen

Katholische St. Ludwig-Kirche in Darmstadt

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Lass jetzt mit süßen Weisen

 

1.) Lass jetzt mit süßen Weisen,

Herr Gott, du starker Held,

Mich deine Wunder preisen

Für (a) alles in der Welt.

Dein Lob soll immerdar

In meinem Mund erklingen,

Dir will ich, Herr, lobsingen,

Der du hilfst aus Gefahr.

 

2.) Wie soll ich dir vergelten,

Herr, solche Wundertat,

Die deine Hand nicht selten

Im Meer' erwiesen hat?

Wie soll ich deine Treu'

Dir dankbar g'nug bezahlen,

Der ich zu tausend Malen

Dein Schuldner werd' auf's Neu?

 

3.) Viel Angst hab' ich erfahren

Auf dem erzürnten Meer,

Das so viel stolze Baren

Warf grausamlich daher.

Ach Gott, das Schifflein floh

Erschrecklich schnell gen Himmel,

Drauf ward ein groß Getümmel,

Der wollt es so, der so.

 

4.) Bald fiel das Schiff zu Grunde,

Bald sprang es wieder auf

Und hielt in einer Stunde

So manchen harten Lauf,

Dass wir den Trunknen gleich

Bald taumelten, bald fielen,

Ja, wurden durch dies Wühlen

Wie Tode blass und bleich.

 

5.) Da musst', Herr, unser Leben

Recht in der Grausamkeit

Des tiefen Abgrunds schweben,

Ja, machen sich bereit,

Zu fahren in ein Grab

Von Wasser, nicht von Erden,

Den Fischen da zu werden

Ein' angenehme Gab'.

 

6.) Ach, wie das Täublein girret,

So winselt' ich im Schiff,

Ich lag doch gar verwirret,

Als uns der Sturm ergriff.

Um Trost war mir sehr bang',

Ich rief in solchem Grauen:

Das Land werd' ich nicht schauen

Hinfort mein Leben lang!

 

7.) Doch, der du liebst das Leben,

Du Menschenhüter du,

Du hast nicht zugegeben,

Dass wir noch immerzu

Verlassen sollten sein.

Du ließest Hilfe kommen,

Du hast uns aufgenommen

Durch deinen Schutz allein.

 

8.) Das Brausen ward gestillet,

Die Wellen legten sich,

Der Himmel, der verhüllet

Gestanden jämmerlich,

Ward wied'rum hell und klar.

So hast du, Herr, das Leben

Mir gleichsam neu gegeben,

Das schier verloren war.

 

9.) Dafür will ich dich preisen,

So lang' ich leb' und bin.

Ich will dir Dank erweisen,

Herr, nimm dies Opfer hin!

Du bist mein stärkster Hort,

Drum soll dein Lob vor allen

In meinem Mund' erschallen

Recht freudig hier und dort.

 

(a) über

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Text: Johann Rist

Melodie: ohne Angabe

mögl. Melodie: Aus meines Herzens Grunde

Anlass: Errettung aus großer Not zur See

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gefunden in:

A. Fischer / W. Tümpel:

Das deutsche evangelische Kirchenlied des 17. Jahrhunderts,

Band 2, Hildesheim 1964.

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Der Text wurde von mir behutsam, soweit

es die Strophenform und der Endreim zu-

ließen, in heutiges Hochdeutsch übertragen

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Johann Rist (* 8. März 1607 in Ottensen (heute Stadtteil von Hamburg); † 31. August 1667 in Wedel (Holstein)) war ein deutscher Dichter, Kirchenlieddichter und evangelisch-lutherischer Prediger.

Rist war der Sohn des aus Nördlingen stammenden evangelischen Pastors in Ottensen Caspar Rist und seiner Ehefrau Margarethe Ringemuth. Nach erstem Unterricht durch den Vater besuchte Rist das Johanneum in Hamburg; später dann das Gymnasium in Bremen.

An der Universität Rinteln studierte Rist Theologie u.a. bei Johannes Gisenius und Josua Stegmann. Um 1626 wechselte er an die Universität Rostock. Nach dem Studium ging Rist nach Hamburg zu seinem Rostocker Kommilitonen Ernst Stapel. Mit diesem schrieb und publizierte er Theaterstücke und trat auch selbst als Darsteller auf.

1633 wurde Rist Hauslehrer beim Landschreiber Heinrich Sager in Heide. Im gleichen Jahr verlobte er sich mit Elisabeth Stapel, der Schwester des früh verstorbenen Freundes Ernst Stapel und des Pinneberger Amtmanns Franz Stapel. Durch Hilfe des letzteren wurde er im Frühjahr 1635 zum Pastor im damals dänischen Wedel an der Unterelbe nahe Hamburg berufen. Kurz nach seinem Amtsantritt heiratete Rist seine Verlobte. Aus der Ehe gingen fünf Kinder hervor, von denen zwei früh verstarben.

Beim Einfall der Schweden unter General Lennart Torstensson im Torstenssonkrieg, während des Dreißigjährigen Krieges, verlor Rist durch Plünderungen seine wertvolle Bibliothek. Im Zweiten Nordischen Krieg verlor Rist 1658 noch einmal alles Hab und Gut und musste mit seiner Familie nach Hamburg flüchten. Nachdem 1662 seine Frau Elisabeth gestorben war, heiratete Rist zwei Jahre später Anna Hagedorn, geb. Badenhop, die Witwe seines 1660 verstorbenen Freundes Johann Philipp Hagedorn; sie starb 1680.

Ab 1663 veröffentlichte Rist in lockerer Folge sechs Monatsgespräche, Dialoge über jeweils ein spezielles Thema: Januar – die Tinte; Februar – das Landleben, März – der Stein der Weisen, April – die Malerei, Mai – Lese- und Schreibkunst, Juni – die Todesbetrachtung. Nach Rists Tod wurden die restlichen sechs Monatsgespräche durch Erasmus Finx ergänzt. Johann Rist starb hochgeachtet am 31. August 1667 im Alter von 60 Jahren in Wedel.

Johann Rist gilt neben Paul Gerhardt als der bedeutendste protestantische geistliche Dichter des 17. Jahrhunderts.

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Johannes Rist (1607-1667) was a German poet and dramatist best known for the hymns he wrote. He was born at Ottensen in Holstein (today Hamburg) on 8 March 1607; the son of the Lutheran pastor of that place, Caspar Rist. He received his early training at the Johanneum in Hamburg and the Gymnasium Illustre in Bremen; he then studied theology at the University of Rinteln. Under the influence of Josua Stegman there, his interest in hymn writing began. On leaving Rinteln, he tutored the sons of a Hamburg merchant, accompanying them to the University of Rostock, where he himself studied Hebrew, mathematics, and medicine. During his time at Rostock, the Thirty Years War almost emptied the University, and Rist himself lay there for several weeks, suffering from pestilence.

In 1633 he became tutor in the house of Landschreiber Heinrich Sager at Heide, in Holstein. Two years later (1635) he was appointed pastor of the village of Wedel on the Elbe. The same year he married Elisabeth Stapel, sister of Franz Stapel, bailiff of nearby Pinneberg. They had 5 children, of whom 2 died early; Elisabeth died 1662. In 1664 he married Anna Hagedorn, born Badenhop, widow of his friend Phillipp Hagedorn. He died in Wedel on 31 August 1667.

Rist first made his name known to the literary world by a drama, Perseus (1634), which he wrote while at Heide, and in the next succeeding years he produced a number of dramatic works of which the allegory Das friedewünschende Teutschland (1647) and Das friedejauchzende Teutschland (1653) (new ed. of both by H. M. Schletterer, 1864) are the most interesting. Rist soon became the central figure in a school of minor poets. The emperor Ferdinand III crowned him laureate in 1644, ennobled him in 1653, and invested him with the dignity of a Count Palatine, an honor which enabled him to crown, and to gain numerous poets for the Elbschwanen order ("Elbe Swan Order"), a literary and poetical society which he founded in 1660. He had already, in 1645, been admitted, under the name Daphnis aus Cimbrien, to the literary order of Pegnitz, and in 1647 he became, as Der Rüstige, a member of the Fruchtbringende Gesellschaft ("Fruitbearing Society").

 

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Uploaded on July 30, 2012
Taken on May 6, 2007