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Lass uns, bis wir erkalten

Lass uns, bis wir erkalten

 

1.) Lass uns, bis wir erkalten,

Dich, o Herr Jesu Christ,

Stets im Gedächtnis halten,

Wie du erstanden bist.

Ach, schreib es, wo wir sein,

Nur tief im Herzen ein,

Wodurch des Glaubens Geist

Den Frieden stets geneußt.

 

2.) Lass mich von allen Banden

Recht geistlich auferstehn.

Der Herr ist auferstanden,

Dies Wort lass mit mir gehn

Und meine Losung sein,

Es dring uns kräftig ein,

Es geb in allen Krieg

Den segensvollen Sieg.

 

3.) Der Herr ist auferstanden

Und ich sein Glied zugleich: (a)

Die Freiheit ist vorhanden

Von Sünd- und Satansreich.

Verdammt mich meine Schuld,

Hier ist des Vaters Huld,

Die spricht den Bürgen los

Und nimmt mich in den Schoß.

 

4.) Der Herr ist auferstanden,

Sein Lebenssieg ist mein,

Die Feinde, so mich banden,

Die müssen kraftlos sein.

Da auch, ficht mich was an,

Doch nichts beherrschen kann,

Denn er, der starke Held,

Behält in mir das Feld.

 

5.) Der Herr ist auferstanden,

Wahrhaftig und gewiss,

So wahr, als er den Banden

Des Todes sich entriss.

So wahr muss alle Not,

Ja, endlich auch der Tod,

Durch ihn besieget sein,

Er dringt durch Grab und Stein.

 

6.) Gott sei nun hier im Leben,

Ja, bis in Ewigkeit,

Lob, Preis und Dank gegeben,

Dass er uns weit und breit,

Nach deiner Heldentat,

Den Sieg gegeben hat:

Ihm sei nun hier und da

Triumph, Viktoria!

 

(a) Nach christlicher Vorstellung ist der Leib Christi die Kirche, dem die Gläubigen als Gliedmaße zugehörig sind.

Ein anderes Bild für dieses Verhältnis ist Jesus Christus als Bräutigam und die Gläubigen in ihrer Gesamtheit als Braut.

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Autor: Karl Heinrich von Bogatzky

Melodie: Auf, auf, mein Herz mit Freuden

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Die Übung der Gottseligkeit

In allerley Geistlichen Liedern

von Carl Heinrich von Bogatzky

Verlag des Waisenhauses,

Halle [an der Saale], 1750

Thema: Ostern

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Karl Heinrich von Bogatzky (* 7. September 1690 in Jankowe bei Militsch (Niederschlesien); † 15. Juni 1774 in Halle (Saale)) war ein asketischer Schriftsteller und Liederdichter aus der pietistischen Schule.

Er studierte zunächst 1713 in Jena die Rechte. 1714 besuchte er August Hermann Francke in Halle, wo er zum lebendigen Glauben durchdrang, aber dennoch sein juristisches Studium fortsetzte. Um die Weihnachtszeit 1715 entschloss er sich am Grab seiner Mutter zum Studium der Theologie. Er war 1729 Kammerjunker des Herzogs Christian Ernst von Sachsen-Saalfeld.

Er wohnte seit 1746 im Waisenhaus zu Halle und starb dort am 15. Juni 1774. Er schrieb über 400 Lieder, das bekannteste ist das Missionslied 'Wach auf, du Geist der ersten Zeugen'.

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Uploaded on April 29, 2012
Taken on April 23, 2012