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Zwar Himmel und die Erd' vergeht
Photo: Grabstein auf dem Nordfriedhof in Wiesbaden
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Herr Zebaoth, dein göttlichs Wort
1.) Herr Zebaoth, dein göttlichs Wort,
Welch's du uns hast gegeben,
Dass wir danach an allem Ort
Soll'n richten Lehr' und Leben,
Ist worden kund
Aus deinem Mund
Und in der Schrift geschrieben,
Nein, schlecht und recht (a)
Durch deinen Knecht,
Vom Heil'gen Geist getrieben.
2.) Dies Wort, das jetzt in Schriften steht,
Ist fest und unbeweglich. (b)
Zwar Himmel und die Erd' vergeht,
Gott's Wort bleibt aber ewig.
Kein Höll', kein Plag,
Noch Jüngster Tag
Wird können er vernichten.
Drum denen soll
Sein ewig wohl,
Die sich danach recht richten.
3.) Es ist vollkommen hell und klar,
Ein Richtschnur reiner Lehre.
Es zeigt uns auch ganz offenbar
Gott, seinen Dienst und Ehre
Und wie man soll
Hier leben wohl,
Lieb' Hoffnung, Glauben üben:
Drum fort und fort
Wir dieses Wort
Von Herzen sollen lieben.
4.) Im Kreuz gibt's Lust, in Traurigkeit
Zeigt es die Freudenquelle.
Den Sünder, dem die Sünd' ist Leid,
Entführet es der Hölle.
Gibt Trost an Hand,
Macht auch bekannt,
Wie man soll willig sterben
Und wie zugleich
Das Himmelreich
Durch Christum zu ererben.
5.) Sieh, solchen Nutz, so große Kraft,
Die nimmer ist zu schätzen,
Des Herrn Wort in uns wirkt und schafft.
Darum wir sollen setzen
Zurück Gold, Geld
Und was die Welt
Sonst herrlich pflegt zu achten
Und jederzeit,
In Lieb' und Leid,
Nach dieser Perle trachten.
6.) Nun, Herr, erhalt dein heilig' Wort,
Lass uns sein' Kraft empfinden.
Dein' Feinden steu'r an allem Ort,
Zeuch uns zurück von Sünden.
So wollen wir
Dir für und für
Von ganzem Herzen danken.
Herr, unser Hort,
Lass uns dein Wort
Fest halten und nicht wanken.
(a) direkt, unmittelbar
(b) unveränderlich
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Autor: Christian Knorr von Rosenroth
Melodie: Durch Adams Fall ist ganz verderbt
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gefunden in:
Allgemeines und vollständiges
Evangelisches Gesangbuch
für die königl. preuß. schlesischen Lande
Druck und Verlag Wilhelm Gottl. Korn
Breslau, 1860
Liednummer 729
Thema: Glaube, Kampf und Rechtfertigung
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Christian Knorr von Rosenroth, * im Juli 1636 in Alt-Raudten bei Wohlau (Schlesien); † im Mai 1689 in Sulzbach (Oberpfalz), war ein deutscher Universalgelehrter, Schriftsteller und evangelischer Kirchenlieddichter. Er war schlesischer Pfarrerssohn, besuchte die Lateinschule zu Fraustadt, dann das Pädagogium in Stettin und studierte ab 1655 Theologie, Jura, Geschichte, Philosophie, klassische und moderne Sprachen und schloss die Studien 1660 als Magister mit einer Dissertation ab. In den folgenden Jahren betrieb er Privatstudien, vermutlich in Wittenberg und bereiste 1663–1666 die Niederlande, Frankreich und England. In den Niederlanden fand er Kontakt zu christlichen Gruppierungen. Entscheidend für ihn wurde der Kontakt zu Franciscus Mercurius van Helmont, durch dessen Vermittlung er 1668 Hof- und Kanzleirat des Pfalzgrafen Christian August zu Sulzbach wurde.
Sein Werk enthält Gelegenheitsdichtungen für den Sulzbacher Hof, Übertragungen von Sammlungen naturphilosophischer Werke, die er ausgiebig kommentierte, eine Zusammenstellung von Schriften der jüdischen Mystik unter dem Titel ‚Kabbala Denudata’ mit der Knorr von Rosenroth den einheitlichen Ursprung von christlicher Lehre und Kabbala nachweisen wollte. Von den vielen Liedern, die er für private Familiengelegenheiten dichtete, ist das Lied ‚Morgenglanz der Ewigkeit’ noch heute im kirchlichen Gebrauch.
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Zwar Himmel und die Erd' vergeht
Photo: Grabstein auf dem Nordfriedhof in Wiesbaden
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Herr Zebaoth, dein göttlichs Wort
1.) Herr Zebaoth, dein göttlichs Wort,
Welch's du uns hast gegeben,
Dass wir danach an allem Ort
Soll'n richten Lehr' und Leben,
Ist worden kund
Aus deinem Mund
Und in der Schrift geschrieben,
Nein, schlecht und recht (a)
Durch deinen Knecht,
Vom Heil'gen Geist getrieben.
2.) Dies Wort, das jetzt in Schriften steht,
Ist fest und unbeweglich. (b)
Zwar Himmel und die Erd' vergeht,
Gott's Wort bleibt aber ewig.
Kein Höll', kein Plag,
Noch Jüngster Tag
Wird können er vernichten.
Drum denen soll
Sein ewig wohl,
Die sich danach recht richten.
3.) Es ist vollkommen hell und klar,
Ein Richtschnur reiner Lehre.
Es zeigt uns auch ganz offenbar
Gott, seinen Dienst und Ehre
Und wie man soll
Hier leben wohl,
Lieb' Hoffnung, Glauben üben:
Drum fort und fort
Wir dieses Wort
Von Herzen sollen lieben.
4.) Im Kreuz gibt's Lust, in Traurigkeit
Zeigt es die Freudenquelle.
Den Sünder, dem die Sünd' ist Leid,
Entführet es der Hölle.
Gibt Trost an Hand,
Macht auch bekannt,
Wie man soll willig sterben
Und wie zugleich
Das Himmelreich
Durch Christum zu ererben.
5.) Sieh, solchen Nutz, so große Kraft,
Die nimmer ist zu schätzen,
Des Herrn Wort in uns wirkt und schafft.
Darum wir sollen setzen
Zurück Gold, Geld
Und was die Welt
Sonst herrlich pflegt zu achten
Und jederzeit,
In Lieb' und Leid,
Nach dieser Perle trachten.
6.) Nun, Herr, erhalt dein heilig' Wort,
Lass uns sein' Kraft empfinden.
Dein' Feinden steu'r an allem Ort,
Zeuch uns zurück von Sünden.
So wollen wir
Dir für und für
Von ganzem Herzen danken.
Herr, unser Hort,
Lass uns dein Wort
Fest halten und nicht wanken.
(a) direkt, unmittelbar
(b) unveränderlich
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Autor: Christian Knorr von Rosenroth
Melodie: Durch Adams Fall ist ganz verderbt
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gefunden in:
Allgemeines und vollständiges
Evangelisches Gesangbuch
für die königl. preuß. schlesischen Lande
Druck und Verlag Wilhelm Gottl. Korn
Breslau, 1860
Liednummer 729
Thema: Glaube, Kampf und Rechtfertigung
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Christian Knorr von Rosenroth, * im Juli 1636 in Alt-Raudten bei Wohlau (Schlesien); † im Mai 1689 in Sulzbach (Oberpfalz), war ein deutscher Universalgelehrter, Schriftsteller und evangelischer Kirchenlieddichter. Er war schlesischer Pfarrerssohn, besuchte die Lateinschule zu Fraustadt, dann das Pädagogium in Stettin und studierte ab 1655 Theologie, Jura, Geschichte, Philosophie, klassische und moderne Sprachen und schloss die Studien 1660 als Magister mit einer Dissertation ab. In den folgenden Jahren betrieb er Privatstudien, vermutlich in Wittenberg und bereiste 1663–1666 die Niederlande, Frankreich und England. In den Niederlanden fand er Kontakt zu christlichen Gruppierungen. Entscheidend für ihn wurde der Kontakt zu Franciscus Mercurius van Helmont, durch dessen Vermittlung er 1668 Hof- und Kanzleirat des Pfalzgrafen Christian August zu Sulzbach wurde.
Sein Werk enthält Gelegenheitsdichtungen für den Sulzbacher Hof, Übertragungen von Sammlungen naturphilosophischer Werke, die er ausgiebig kommentierte, eine Zusammenstellung von Schriften der jüdischen Mystik unter dem Titel ‚Kabbala Denudata’ mit der Knorr von Rosenroth den einheitlichen Ursprung von christlicher Lehre und Kabbala nachweisen wollte. Von den vielen Liedern, die er für private Familiengelegenheiten dichtete, ist das Lied ‚Morgenglanz der Ewigkeit’ noch heute im kirchlichen Gebrauch.
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