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Unveränderliches Wesen, unbegreiflich höchstes Gut
Photo: Blick nach Assmannshausen
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Unveränderliches Wesen, unbegreiflich höchstes Gut
1.) Unveränderliches Wesen,
Unbegreiflich höchstes Gut!
Von dem Vater auserlesen,
Dass du seines Zornes Glut
Und erweckten Grimm sollst stillen
Durch dein Gottesblut so rot
Und erfüllen seinen Willen
Im Gehorsam bis zum Tod.
2.) Ich verehre deine Liebe,
Unbeflecktes Gotteslamm,
Die durch ihre Feuertriebe
Dich gebracht an's Kreuzes Stamm.
Ach, dass ich doch könnt durchschauen
Dein von Lieb' durchglütes Herz
Und im gläubigen Vertrauen
Dadurch lindern meinen Schmerz.
3.) Zwar kann ich mich wert nicht schätzen,
Dass in meiner Seelenpein
Ich an dir mich soll ergetzen,
Ein so armes Würmelein!
Doch du bist ein Arzt der Schwachen,
Der betrübten Sünder Freund,
Pflegst den freundlich anzulachen,
Der mit Petro kläglich weint.
4.) Drum sieh nicht auf meine Würde,
Lamm, das aller Würde wert!
Schau hingegen auf die Bürde,
Die den matten Geist beschwert.
Weißt du doch, wie dem zu Mute,
Welchen drückt der Sünden Last,
Weil du selbst in Schweiß und Blute
Dieses Joch getragen hast.
5.) O, wie hat es dich gedrücket,
Herzenslämmlein, frommes Schaf.
Du bist drunter tief gebücket
Gangen, aller Jammer traf
Deiner Menschheit zarte Glieder,
Unsre Schmach hat dich gehöhnt,
Aber so hast du uns wieder
Mit dem Vater ausgesöhnt.
6.) Lass mich diese Freundschaft schmecken,
So auf ewig fest gestellt.
Lass dein Blut die Schuld bedecken,
Das du hast zum Lösegeld
Deinem Vater dargegeben
Durch der Liebe Wundermacht
Und dadurch du uns das Leben
Deiner Gottheit wiederbracht.
7.) Lass dein Herz mir offenstehen,
Öffne deiner Seiten Tür,
Dahinein soll mein Herz gehen,
Wenn ich keine Kraft mehr spür.
Wie ein Hirsch in vollem Springen
Lass den ausgezehrten Geist
Hin zu deinen Wunden dringen,
Daraus Blut und Wasser fleußt.
8.) Dieser Balsam müsse stärken
Geist und Seele, Mark und Bein.
Lass mich neue Kräfte merken,
Dir, o Lämmlein, treu zu sein!
Zeichne meines Herzens Pfosten,
Dass der Würger mich nicht rühr,
Lass mich wahre Freiheit kosten,
Die mich zu der Ruhe führ!
9.) Lamm, du hast dich mir ergeben,
Dir ergeb ich wieder mich.
Und verschreibe mich daneben,
Dein zu bleiben ewiglich.
Du bist nun erhöhet worden,
Liebster, zieh mich dir bald nach,
Dass ich in der Engel Orden
Deine Treu besingen mag.
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Autor: Johann Anastasius Freylinghausen
Melodie: O Durchbrecher aller Banden
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Gefunden im Freylinghausenschen
'Geist=reichen Gesang=Buch'
gedruckt in Halle, 1706
Liednummer 102
Thema: Passion
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Johann Anastasius Freylinghausen (* 2. Dezember 1670 in Gandersheim; † 12. Februar 1739 in Halle (Saale)) war einer der einflussreichsten evangelischen Theologen der pietistischen Halleschen Schule und als Schüler und Nachfolger von August Hermann Francke (zugleich dessen Schwiegervater) der zweite Direktor der Franckesche Stiftungen.
Freylinghausen studierte in Jena Theologie, lernte Joachim Justus Breithaupt kennen, wurde in Halle von August Hermann Francke für den Pietismus gewonnen, wurde 1695 dessen Assistent im Predigtamt; er starb 1739 in Halle als Direktor des Waisenhauses und Pädagogiums.
Freylinghausens Bedeutung liegt neben seiner administrativen Leistung vor allem auf dem Gebiete der Hymnologie. Er selbst dichtete 44 geistliche Lieder, veranstaltete aber mehrere größere Liedersammlungen. Sein Geistreiches Gesangbuch mit 1500 älteren und neueren geistlichen Liedern wurde als Freylinghausensche Gesangbuch weithin bekannt. Es erlebte seit dem Erscheinen des ersten Teils 1704 schnell nacheinander mehrere Auflagen und wurde prägend für eine ganze Generation von Gesangbüchern. In diesem Gesangbuch wurden vier geistliche Lieder von J.J. Breithaupt veröffentlicht.
Seine Grundlegung der Theologie ist viel gelesen und bis 1744 vierzehnmal aufgelegt worden. Er wurde auf dem halleschen Stadtgottesacker in der Familiengruft von August Hermann Francke bestattet.
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Unveränderliches Wesen, unbegreiflich höchstes Gut
Photo: Blick nach Assmannshausen
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Unveränderliches Wesen, unbegreiflich höchstes Gut
1.) Unveränderliches Wesen,
Unbegreiflich höchstes Gut!
Von dem Vater auserlesen,
Dass du seines Zornes Glut
Und erweckten Grimm sollst stillen
Durch dein Gottesblut so rot
Und erfüllen seinen Willen
Im Gehorsam bis zum Tod.
2.) Ich verehre deine Liebe,
Unbeflecktes Gotteslamm,
Die durch ihre Feuertriebe
Dich gebracht an's Kreuzes Stamm.
Ach, dass ich doch könnt durchschauen
Dein von Lieb' durchglütes Herz
Und im gläubigen Vertrauen
Dadurch lindern meinen Schmerz.
3.) Zwar kann ich mich wert nicht schätzen,
Dass in meiner Seelenpein
Ich an dir mich soll ergetzen,
Ein so armes Würmelein!
Doch du bist ein Arzt der Schwachen,
Der betrübten Sünder Freund,
Pflegst den freundlich anzulachen,
Der mit Petro kläglich weint.
4.) Drum sieh nicht auf meine Würde,
Lamm, das aller Würde wert!
Schau hingegen auf die Bürde,
Die den matten Geist beschwert.
Weißt du doch, wie dem zu Mute,
Welchen drückt der Sünden Last,
Weil du selbst in Schweiß und Blute
Dieses Joch getragen hast.
5.) O, wie hat es dich gedrücket,
Herzenslämmlein, frommes Schaf.
Du bist drunter tief gebücket
Gangen, aller Jammer traf
Deiner Menschheit zarte Glieder,
Unsre Schmach hat dich gehöhnt,
Aber so hast du uns wieder
Mit dem Vater ausgesöhnt.
6.) Lass mich diese Freundschaft schmecken,
So auf ewig fest gestellt.
Lass dein Blut die Schuld bedecken,
Das du hast zum Lösegeld
Deinem Vater dargegeben
Durch der Liebe Wundermacht
Und dadurch du uns das Leben
Deiner Gottheit wiederbracht.
7.) Lass dein Herz mir offenstehen,
Öffne deiner Seiten Tür,
Dahinein soll mein Herz gehen,
Wenn ich keine Kraft mehr spür.
Wie ein Hirsch in vollem Springen
Lass den ausgezehrten Geist
Hin zu deinen Wunden dringen,
Daraus Blut und Wasser fleußt.
8.) Dieser Balsam müsse stärken
Geist und Seele, Mark und Bein.
Lass mich neue Kräfte merken,
Dir, o Lämmlein, treu zu sein!
Zeichne meines Herzens Pfosten,
Dass der Würger mich nicht rühr,
Lass mich wahre Freiheit kosten,
Die mich zu der Ruhe führ!
9.) Lamm, du hast dich mir ergeben,
Dir ergeb ich wieder mich.
Und verschreibe mich daneben,
Dein zu bleiben ewiglich.
Du bist nun erhöhet worden,
Liebster, zieh mich dir bald nach,
Dass ich in der Engel Orden
Deine Treu besingen mag.
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Autor: Johann Anastasius Freylinghausen
Melodie: O Durchbrecher aller Banden
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Gefunden im Freylinghausenschen
'Geist=reichen Gesang=Buch'
gedruckt in Halle, 1706
Liednummer 102
Thema: Passion
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Johann Anastasius Freylinghausen (* 2. Dezember 1670 in Gandersheim; † 12. Februar 1739 in Halle (Saale)) war einer der einflussreichsten evangelischen Theologen der pietistischen Halleschen Schule und als Schüler und Nachfolger von August Hermann Francke (zugleich dessen Schwiegervater) der zweite Direktor der Franckesche Stiftungen.
Freylinghausen studierte in Jena Theologie, lernte Joachim Justus Breithaupt kennen, wurde in Halle von August Hermann Francke für den Pietismus gewonnen, wurde 1695 dessen Assistent im Predigtamt; er starb 1739 in Halle als Direktor des Waisenhauses und Pädagogiums.
Freylinghausens Bedeutung liegt neben seiner administrativen Leistung vor allem auf dem Gebiete der Hymnologie. Er selbst dichtete 44 geistliche Lieder, veranstaltete aber mehrere größere Liedersammlungen. Sein Geistreiches Gesangbuch mit 1500 älteren und neueren geistlichen Liedern wurde als Freylinghausensche Gesangbuch weithin bekannt. Es erlebte seit dem Erscheinen des ersten Teils 1704 schnell nacheinander mehrere Auflagen und wurde prägend für eine ganze Generation von Gesangbüchern. In diesem Gesangbuch wurden vier geistliche Lieder von J.J. Breithaupt veröffentlicht.
Seine Grundlegung der Theologie ist viel gelesen und bis 1744 vierzehnmal aufgelegt worden. Er wurde auf dem halleschen Stadtgottesacker in der Familiengruft von August Hermann Francke bestattet.
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