amras_de
Und dort verlässt mich alle Not / And there will be no cross anymore
Verstopfet euch, ihr Tränenquellen
1.) Verstopfet euch, ihr Tränenquellen,
Mein Gnadenbrunnen öffnet sich.
Ich dringe schon durch Sturm und Wellen,
Die Fluten weichen hinter mich.
Ich sehe Land, und fahre hin,
Wo ich des Himmels Schoßkind bin.
2.) Hier war mein Leben doch nur Leiden.
Dort wird es lauter Leben sein.
Hier musst ich mich in Dornen weiden.
Dort schlaf ich gar auf Rosen ein.
Hier aß ich Asch- und Tränenbrot
Und dort verlässt mich alle Not.
3.) Wo ist denn nun mein Kreuze blieben?
Es hat in Palmen (a) sich verkehrt.
Was mir den Rücken wund gerieben
Und Saft und Kraft in mir verzehrt.
Das pflanz ich jetzund auf mein Grab
Und heiß es meinen Wanderstab.
4.) Wie musst ich als ein Wurm mich krümmen,
Da mir der Tod zum Herzen drang.
Man sahe mich in Tränen schwimmen,
Mein Bette meine Folterbank.
Doch da mir nur mein Herze brach,
So ließ auch aller Jammer nach.
5.) Ich fand in meines Jesu Wunden
Die Türe zu dem Paradies.
Da alle Kraft in mir verschwunden,
Da Sehn und Hören mich verließ:
Verließ mich doch mein Jesus nicht,
Der war mein Leben, Trost und Licht.
6.) Sein Fleisch war meine letzte Speise,
Sein Blut die beste Medizin. (b)
So ging ich auf der Todesreise
Zu einem andern Leben hin.
Der Welt kehrt ich den Rücken zu,
Und eilet zu der wahren Ruh.
7.) Ihr, die ihr Zeugen meiner Tränen
In dieser Welt gewesen seid.
Was wollt ihr euch nun nach mir sehnen?
Sucht mich doch in der Ewigkeit,
Und denkt, was meine Ruhestatt
Für Kreuz mit mir begraben hat.
8.) Ich bin ein Marterholz gewesen,
Gönnt mir doch immer meine Ruh.
Das Lebensholz lässt mich genesen,
Und Jesus ruft mit itzund zu:
Komm, meine Taube, her zu mir,
Du hast genung geirret hier.
9.) Ich wünsche keines zu vermissen,
Wenn wir vor Gottes Throne stehn.
Gott lass euch Schutz und Trost genießen,
Und stets auf seinen Wegen gehn.
Folgt selig nach, ich geh voran,
Mein Kreuz war meine Siegesfahn'.
(a) Sieges- und Ehrenzeichen
(b) Gemeint ist das Abendmahl (Brot und Wein)
+++++++++++++++++++++++++++++++++++
Text: Benjamin Schmolck
Melodie: Wer nur den lieben Gott lässt walten
+++++++++++++++++++++++++++++++++++
gefunden in: 'Schöne Kleider für einen betrübten Geist,
welche denen Traurigen zu Zion in gesammelten Liedern
überreichtet Benjamin Schmolck.
Breslau und Liegnitz, 1727
verlegt bei Michael Rohrlach
+++++++++++++++++++++++++++++++++
Benjamin Schmolck, geb. 21.12.1672 in Brauchitschdorf (Schlesien), evangelischer Pfarrer in Schweidnitz/Swidnica (heute Polen), bekannt als Erbauungsschriftsteller, zuletzt gelähmt und erblindet; gest. 12.02.1737 in Schweidnitz.
Er 1702 wurde er Pfarrer an der Friedenskirche in Schweidnitz, einer der nach dem westfälischen Frieden nur drei verbliebenen evangelischen Kirchen in Schlesien.
Dort war sein Wirken vor allem vom Kampf gegen die Gegenreformation gekennzeichnet. Er dichtete etwa 1200 Lieder, die in 20 Sammlungen herausgegeben wurden, und verfasste zahlreiche Erbauungs- und Gebetbücher. Beeinflusst durch den Pietismus war er ein herausragender und bekannter Kirchenlieddichter von ungewöhnlicher Frömmigkeit, Standhaftigkeit und ausgeprägter Christusliebe.
Das Evangelische Gesangbuch enthält heute fünf seiner Lieder, darunter 'Jesus soll die Losung sein' (EG 62), 'Schmückt das Fest mit Maien' (EG 135) und das allseits beliebte Sonntagslied 'Tut mir auf die schöne Pforte' (EG 166).
----------------------
Benjamin Schmolck (1672-1737) was a German Lutheran composer of hymns.
He was born as a pastor's son in Brauchitschdorf (Chróstnik), Silesia on December 21, 1672. After attending the gymnasium in Liegnitz (Legnica), he studied theology at the University of Leipzig from 1693 to 1697. In 1702 he was ordained as a deacon at the Protestant Church of Peace and in 1714 as the pastor of the Church of the Holy Trinity in Schweidnitz (Swidnica), where he stayed for the rest of his life. Influenced by the pietism movement he became the most popular hymn writer of his day. His compositions include 'My Jesus as Thou Wilt' and 'A faithful friend is wandering yonder'.
Schmolck died in Schweidnitz on February 12, 1737.
++++++++++++++++++++++++++++++++++
Das Nerotal wurde Ende des 19. Jahrhunderts angelegt und bebaut. Der Name stammt von der germanischen Gottheit Neres, der Göttin der Morgenröte.
Und dort verlässt mich alle Not / And there will be no cross anymore
Verstopfet euch, ihr Tränenquellen
1.) Verstopfet euch, ihr Tränenquellen,
Mein Gnadenbrunnen öffnet sich.
Ich dringe schon durch Sturm und Wellen,
Die Fluten weichen hinter mich.
Ich sehe Land, und fahre hin,
Wo ich des Himmels Schoßkind bin.
2.) Hier war mein Leben doch nur Leiden.
Dort wird es lauter Leben sein.
Hier musst ich mich in Dornen weiden.
Dort schlaf ich gar auf Rosen ein.
Hier aß ich Asch- und Tränenbrot
Und dort verlässt mich alle Not.
3.) Wo ist denn nun mein Kreuze blieben?
Es hat in Palmen (a) sich verkehrt.
Was mir den Rücken wund gerieben
Und Saft und Kraft in mir verzehrt.
Das pflanz ich jetzund auf mein Grab
Und heiß es meinen Wanderstab.
4.) Wie musst ich als ein Wurm mich krümmen,
Da mir der Tod zum Herzen drang.
Man sahe mich in Tränen schwimmen,
Mein Bette meine Folterbank.
Doch da mir nur mein Herze brach,
So ließ auch aller Jammer nach.
5.) Ich fand in meines Jesu Wunden
Die Türe zu dem Paradies.
Da alle Kraft in mir verschwunden,
Da Sehn und Hören mich verließ:
Verließ mich doch mein Jesus nicht,
Der war mein Leben, Trost und Licht.
6.) Sein Fleisch war meine letzte Speise,
Sein Blut die beste Medizin. (b)
So ging ich auf der Todesreise
Zu einem andern Leben hin.
Der Welt kehrt ich den Rücken zu,
Und eilet zu der wahren Ruh.
7.) Ihr, die ihr Zeugen meiner Tränen
In dieser Welt gewesen seid.
Was wollt ihr euch nun nach mir sehnen?
Sucht mich doch in der Ewigkeit,
Und denkt, was meine Ruhestatt
Für Kreuz mit mir begraben hat.
8.) Ich bin ein Marterholz gewesen,
Gönnt mir doch immer meine Ruh.
Das Lebensholz lässt mich genesen,
Und Jesus ruft mit itzund zu:
Komm, meine Taube, her zu mir,
Du hast genung geirret hier.
9.) Ich wünsche keines zu vermissen,
Wenn wir vor Gottes Throne stehn.
Gott lass euch Schutz und Trost genießen,
Und stets auf seinen Wegen gehn.
Folgt selig nach, ich geh voran,
Mein Kreuz war meine Siegesfahn'.
(a) Sieges- und Ehrenzeichen
(b) Gemeint ist das Abendmahl (Brot und Wein)
+++++++++++++++++++++++++++++++++++
Text: Benjamin Schmolck
Melodie: Wer nur den lieben Gott lässt walten
+++++++++++++++++++++++++++++++++++
gefunden in: 'Schöne Kleider für einen betrübten Geist,
welche denen Traurigen zu Zion in gesammelten Liedern
überreichtet Benjamin Schmolck.
Breslau und Liegnitz, 1727
verlegt bei Michael Rohrlach
+++++++++++++++++++++++++++++++++
Benjamin Schmolck, geb. 21.12.1672 in Brauchitschdorf (Schlesien), evangelischer Pfarrer in Schweidnitz/Swidnica (heute Polen), bekannt als Erbauungsschriftsteller, zuletzt gelähmt und erblindet; gest. 12.02.1737 in Schweidnitz.
Er 1702 wurde er Pfarrer an der Friedenskirche in Schweidnitz, einer der nach dem westfälischen Frieden nur drei verbliebenen evangelischen Kirchen in Schlesien.
Dort war sein Wirken vor allem vom Kampf gegen die Gegenreformation gekennzeichnet. Er dichtete etwa 1200 Lieder, die in 20 Sammlungen herausgegeben wurden, und verfasste zahlreiche Erbauungs- und Gebetbücher. Beeinflusst durch den Pietismus war er ein herausragender und bekannter Kirchenlieddichter von ungewöhnlicher Frömmigkeit, Standhaftigkeit und ausgeprägter Christusliebe.
Das Evangelische Gesangbuch enthält heute fünf seiner Lieder, darunter 'Jesus soll die Losung sein' (EG 62), 'Schmückt das Fest mit Maien' (EG 135) und das allseits beliebte Sonntagslied 'Tut mir auf die schöne Pforte' (EG 166).
----------------------
Benjamin Schmolck (1672-1737) was a German Lutheran composer of hymns.
He was born as a pastor's son in Brauchitschdorf (Chróstnik), Silesia on December 21, 1672. After attending the gymnasium in Liegnitz (Legnica), he studied theology at the University of Leipzig from 1693 to 1697. In 1702 he was ordained as a deacon at the Protestant Church of Peace and in 1714 as the pastor of the Church of the Holy Trinity in Schweidnitz (Swidnica), where he stayed for the rest of his life. Influenced by the pietism movement he became the most popular hymn writer of his day. His compositions include 'My Jesus as Thou Wilt' and 'A faithful friend is wandering yonder'.
Schmolck died in Schweidnitz on February 12, 1737.
++++++++++++++++++++++++++++++++++
Das Nerotal wurde Ende des 19. Jahrhunderts angelegt und bebaut. Der Name stammt von der germanischen Gottheit Neres, der Göttin der Morgenröte.