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Jesus, als das teure Pfand
Bild: Rose (nachbearbeitetes Photo)
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Jesus, als das teure Pfand
- Zum Gedenktag der unschuldigen Kinder - (a)
1.) Jesus, als das teure Pfand
Und Herr Himmels und der Erden,
Muss in seinem Vaterland,
Als ein Kind noch flüchtig werden.
Da Herodes (b) so verrucht,
Dass er ihn zu töten sucht.
2.) Denn er furchte (c): Christi Fuß
Möchte seinen Thron besteigen.
Drum so dachte dem sein Schluss (d)
Durch das Mordschwert vorzubeugen,
Ging die Weisheit Gottes gleich
Auf kein irdisch' Königreich.
3.) Doch der Hüter, der stets wacht,
Brachte diesen Fürst des Lebens
Endlich aus des Todes Macht.
Aller Anschlag war vergebens,
Musst' in Bethlehem gleich dran,
Was nur männlich heißen kann.
4.) Geht es nun uns eben so,
O, so müssen wir uns trösten!
Es sei auch wenn, wie und wo,
Wiederfährt es doch dem Größten
Vor dem sonst die ganze Welt
Auf ein Wort zu Füßen fällt.
5.) Wir als Jünger müssens nicht
Besser, als der Meister, haben:
Der ließ sich aus Liebes-Pflicht
Martern, töten und begraben.
Warum sollten wir allein
Vor Verfolgung sicher sein?
6.) Gott hat aller Feinde Rat
Und Gedanken in den Händen:
Der weiß uns ja früh und spat
Seine Hilfe zuzusenden.
Wenn wir nicht der Not entgehn,
Ist sie doch zu überstehn.
7.) Nehmen sie uns Hab und Gut,
Und nebst andern gar das Leben,
Bleiben wir doch wohlgemut:
Gott kann alles besser geben,
In der frohen Ewigkeit,
Wo nichts ist als Sicherheit.
(a) Der Gedenktag bezieht sich auf den Versuch des König Herodes, sich des neugeborenen Jesus zu entledigen, indem er alle kleinen Kinder in seinem Machtbereich ermorden ließ, um zu verhindern, dass der neugeborene Messias seiner Herrschaft gefährlich werden könne. Deswegen musste die heilige Familie nach Ägypten ausweichen. (vgl. Evangelium nach Matthäus, Kapitel 2.) Die römisch-katholische, anglikanische und orthodoxe Kirche begehen das Fest der unschuldigen Kinder. Im Evangelischen Gottesdienstbuch ist er als besonderer Gedenktag der Kirche verzeichnet und liegt auf dem 28. Dezember.
(b) Herodes (* um 73 v. Chr.; † im März 4 v. Chr. in Jericho) war römischer Klientelkönig in Judäa, Galiläa, Samaria und angrenzenden Gebieten. Bekannt ist Herodes vor allem durch den ihm im Evangelium nach Matthäus zugeschriebenen Kindermord in Betlehem (vgl. Weihnachtsgeschichte des Matthäusevangeliums (Kapitel 2).
(c) ale Form von 'fürchete'
(d) Schlussfolgerung
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Autor: Gottfried Fessel
Melodie: Jesus, meine Zuversicht
oder: Jesus lebt, mit ihm auch ich
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Gott gewidmete Sonn- und Festtägliche Lieder-Andachten über die Evangelien von Gottfried Fessel
Breslau, 1721
Thema: Tag der unschuldigen Kinder
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Gottfried Fessel (* um 1691 in Breslau, † nach 1750) war ein deutscher Dichter evangelisch-lutherischer Konfession, der eine Sammlung über die Evangelientexte des Kirchenjahres verfasste, die unter dem Titel 'Gott gewidmete Sonn- und Festtägliche Lieder-Andachten' im Jahr 1731 in Breslau erschien. Darüber hinaus stellte Fessel eine im Jahr 1735 am Verlagsort Leipzig publizierte Ausgabe der lateinischen und deutschen Gedichte des schlesischen Dichters Johann Christian Günther (1695-1723) zusammen. Diese Tätigkeiten setzen eine akademische Ausbildung voraus, was - im Zusammenhang mit dem theologischen Fachwissen - nahelegt, dass Fessel Theologie studiert haben könnte bzw. Pfarrer war.
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Jesus, als das teure Pfand
Bild: Rose (nachbearbeitetes Photo)
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Jesus, als das teure Pfand
- Zum Gedenktag der unschuldigen Kinder - (a)
1.) Jesus, als das teure Pfand
Und Herr Himmels und der Erden,
Muss in seinem Vaterland,
Als ein Kind noch flüchtig werden.
Da Herodes (b) so verrucht,
Dass er ihn zu töten sucht.
2.) Denn er furchte (c): Christi Fuß
Möchte seinen Thron besteigen.
Drum so dachte dem sein Schluss (d)
Durch das Mordschwert vorzubeugen,
Ging die Weisheit Gottes gleich
Auf kein irdisch' Königreich.
3.) Doch der Hüter, der stets wacht,
Brachte diesen Fürst des Lebens
Endlich aus des Todes Macht.
Aller Anschlag war vergebens,
Musst' in Bethlehem gleich dran,
Was nur männlich heißen kann.
4.) Geht es nun uns eben so,
O, so müssen wir uns trösten!
Es sei auch wenn, wie und wo,
Wiederfährt es doch dem Größten
Vor dem sonst die ganze Welt
Auf ein Wort zu Füßen fällt.
5.) Wir als Jünger müssens nicht
Besser, als der Meister, haben:
Der ließ sich aus Liebes-Pflicht
Martern, töten und begraben.
Warum sollten wir allein
Vor Verfolgung sicher sein?
6.) Gott hat aller Feinde Rat
Und Gedanken in den Händen:
Der weiß uns ja früh und spat
Seine Hilfe zuzusenden.
Wenn wir nicht der Not entgehn,
Ist sie doch zu überstehn.
7.) Nehmen sie uns Hab und Gut,
Und nebst andern gar das Leben,
Bleiben wir doch wohlgemut:
Gott kann alles besser geben,
In der frohen Ewigkeit,
Wo nichts ist als Sicherheit.
(a) Der Gedenktag bezieht sich auf den Versuch des König Herodes, sich des neugeborenen Jesus zu entledigen, indem er alle kleinen Kinder in seinem Machtbereich ermorden ließ, um zu verhindern, dass der neugeborene Messias seiner Herrschaft gefährlich werden könne. Deswegen musste die heilige Familie nach Ägypten ausweichen. (vgl. Evangelium nach Matthäus, Kapitel 2.) Die römisch-katholische, anglikanische und orthodoxe Kirche begehen das Fest der unschuldigen Kinder. Im Evangelischen Gottesdienstbuch ist er als besonderer Gedenktag der Kirche verzeichnet und liegt auf dem 28. Dezember.
(b) Herodes (* um 73 v. Chr.; † im März 4 v. Chr. in Jericho) war römischer Klientelkönig in Judäa, Galiläa, Samaria und angrenzenden Gebieten. Bekannt ist Herodes vor allem durch den ihm im Evangelium nach Matthäus zugeschriebenen Kindermord in Betlehem (vgl. Weihnachtsgeschichte des Matthäusevangeliums (Kapitel 2).
(c) ale Form von 'fürchete'
(d) Schlussfolgerung
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Autor: Gottfried Fessel
Melodie: Jesus, meine Zuversicht
oder: Jesus lebt, mit ihm auch ich
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Gott gewidmete Sonn- und Festtägliche Lieder-Andachten über die Evangelien von Gottfried Fessel
Breslau, 1721
Thema: Tag der unschuldigen Kinder
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Gottfried Fessel (* um 1691 in Breslau, † nach 1750) war ein deutscher Dichter evangelisch-lutherischer Konfession, der eine Sammlung über die Evangelientexte des Kirchenjahres verfasste, die unter dem Titel 'Gott gewidmete Sonn- und Festtägliche Lieder-Andachten' im Jahr 1731 in Breslau erschien. Darüber hinaus stellte Fessel eine im Jahr 1735 am Verlagsort Leipzig publizierte Ausgabe der lateinischen und deutschen Gedichte des schlesischen Dichters Johann Christian Günther (1695-1723) zusammen. Diese Tätigkeiten setzen eine akademische Ausbildung voraus, was - im Zusammenhang mit dem theologischen Fachwissen - nahelegt, dass Fessel Theologie studiert haben könnte bzw. Pfarrer war.
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