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Arme Welt, halte du dein Gut und Geld
Photo: Wand eines Hauses in der Hasengartenstraße, Wiesbaden
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Arme Welt, halte du dein Gut und Geld
1.) Arme Welt,
Halte du dein Gut und Geld.
Ich habe einen Schatz gefunden
In den teuren Jesuswunden,
Der hilft mir in den letzten Stunden,
Und geht mit ins Himmelszelt.
Wo nichts gilt dein Gut und Geld,
Arme Welt.
2.) Arme Welt,
O, behalt auch deine Lust,
Jesus hat mir Lust geschenket,
Die mich stets mit Wollust tränket
Und mich ganz in ihn versenket,
Der kein Untergang bewusst.
Drum bist du mir so vergällt,
Arme Welt.
3.) Arme Welt,
Und behalt auch deine Freud'.
Ich genieße ein Ergötzen,
Das du gar nicht weißt zu schätzen.
Jesus will sich mit mir letzen. (a)
O, da weiß ich nichts von Leid.
Aber wie bist du verstellt,
Arme Welt.
4.) Arme Welt,
O, behalt auch deine Ehr'.
Wahrlich ich bin hoch geehret,
Weil ich mich zu Gott bekehret.
Dies hat mich sein Geist gelehret.
Dich veracht' ich immer mehr:
Denn das Deine bricht und fällt,
Arme Welt.
5.) Arme Welt,
Drum behalte, was du hast:
Denn ich will es auch so machen,
Jesus gibt gar edle Sachen.
Ewig wird mein Herze lachen.
Deine Schätze sind nur Prast: (b)
Ich weiß nicht, was dir gefällt,
Arme Welt.
6.) Arme Welt,
Nun behalte du dein Gut.
Ich will nichts von deinen haben,
Jesus schenkt mir solche Gaben,
Die das Herze ewig laben.
Dabei bleib ich wohlgemut,
Wenn der Richter sich einstellt,
Arme Welt.
(a) laben, erfrischen
(b) drückender Kummer, Mühe
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Autor: Charlotte Elisabethe Nebel
Melodie: ohne Angaben
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Charlotta Elisabethe Nebelin
gebohrenen Rambachin
Sämtliche Poesien
Frankfurt [Main] und Leipzig 1763
Thema: Glaube, Kampf und Rechtfertigung
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Charlotte Elisabeth Nebel, auch Elisabethe, geb. Rambach (* 15. Juni 1727 in Halle/Saale im Herzogtum Magdeburg; † 8. September 1761 in Worms) war eine deutsche evangelische Kirchenlieddichterin und Erbauungsschriftstellerin. Sie wurde als Tochter des lutherischen Pfarrers und Lieddichter Johann Jakob Rambach (1693-1735) und dessen erster Frau Johanna Elisabeth, geboren. Ihre Mutter war eine Tochter des evangelischen Pfarrers Joachim Lange (1670–1744). Charlotte Elisabeth wuchs in Halle und Gießen auf und heiratete im Alter von neunzehn Jahren 1746 den Gymnasiallehrer Heinrich Christoph Nebel (1715-1786), der ihre dichterische Begabung maßgeblich förderte. Durch Veröffentlichungen bekannt geworden, gelangten ihre Arbeiten in die 1768 erschienene Sammlung 'Cöthnischer Lieder' und fanden hierdurch weite Verbreitung. Eine Sammlung ihrer Gedichte erschien in Frankfurt am Main 1763 postum unter dem Titel 'Sämtliche Poësien, mit einer Vorrede von der geistlichen Dichtkunst'. Die Lieder haben zum Teil Oden-Charakter oder sind von beeindruckender Länge; das längste besitzt 69 Strophen.
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Arme Welt, halte du dein Gut und Geld
Photo: Wand eines Hauses in der Hasengartenstraße, Wiesbaden
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Arme Welt, halte du dein Gut und Geld
1.) Arme Welt,
Halte du dein Gut und Geld.
Ich habe einen Schatz gefunden
In den teuren Jesuswunden,
Der hilft mir in den letzten Stunden,
Und geht mit ins Himmelszelt.
Wo nichts gilt dein Gut und Geld,
Arme Welt.
2.) Arme Welt,
O, behalt auch deine Lust,
Jesus hat mir Lust geschenket,
Die mich stets mit Wollust tränket
Und mich ganz in ihn versenket,
Der kein Untergang bewusst.
Drum bist du mir so vergällt,
Arme Welt.
3.) Arme Welt,
Und behalt auch deine Freud'.
Ich genieße ein Ergötzen,
Das du gar nicht weißt zu schätzen.
Jesus will sich mit mir letzen. (a)
O, da weiß ich nichts von Leid.
Aber wie bist du verstellt,
Arme Welt.
4.) Arme Welt,
O, behalt auch deine Ehr'.
Wahrlich ich bin hoch geehret,
Weil ich mich zu Gott bekehret.
Dies hat mich sein Geist gelehret.
Dich veracht' ich immer mehr:
Denn das Deine bricht und fällt,
Arme Welt.
5.) Arme Welt,
Drum behalte, was du hast:
Denn ich will es auch so machen,
Jesus gibt gar edle Sachen.
Ewig wird mein Herze lachen.
Deine Schätze sind nur Prast: (b)
Ich weiß nicht, was dir gefällt,
Arme Welt.
6.) Arme Welt,
Nun behalte du dein Gut.
Ich will nichts von deinen haben,
Jesus schenkt mir solche Gaben,
Die das Herze ewig laben.
Dabei bleib ich wohlgemut,
Wenn der Richter sich einstellt,
Arme Welt.
(a) laben, erfrischen
(b) drückender Kummer, Mühe
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Autor: Charlotte Elisabethe Nebel
Melodie: ohne Angaben
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Charlotta Elisabethe Nebelin
gebohrenen Rambachin
Sämtliche Poesien
Frankfurt [Main] und Leipzig 1763
Thema: Glaube, Kampf und Rechtfertigung
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Charlotte Elisabeth Nebel, auch Elisabethe, geb. Rambach (* 15. Juni 1727 in Halle/Saale im Herzogtum Magdeburg; † 8. September 1761 in Worms) war eine deutsche evangelische Kirchenlieddichterin und Erbauungsschriftstellerin. Sie wurde als Tochter des lutherischen Pfarrers und Lieddichter Johann Jakob Rambach (1693-1735) und dessen erster Frau Johanna Elisabeth, geboren. Ihre Mutter war eine Tochter des evangelischen Pfarrers Joachim Lange (1670–1744). Charlotte Elisabeth wuchs in Halle und Gießen auf und heiratete im Alter von neunzehn Jahren 1746 den Gymnasiallehrer Heinrich Christoph Nebel (1715-1786), der ihre dichterische Begabung maßgeblich förderte. Durch Veröffentlichungen bekannt geworden, gelangten ihre Arbeiten in die 1768 erschienene Sammlung 'Cöthnischer Lieder' und fanden hierdurch weite Verbreitung. Eine Sammlung ihrer Gedichte erschien in Frankfurt am Main 1763 postum unter dem Titel 'Sämtliche Poësien, mit einer Vorrede von der geistlichen Dichtkunst'. Die Lieder haben zum Teil Oden-Charakter oder sind von beeindruckender Länge; das längste besitzt 69 Strophen.
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