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Herr, viel hast du in meine Hand gegeben
Herr, viel hast du in meine Hand gegeben
1.) Herr, viel hast du in meine Hand gegeben,
Ich fühl es tief durchschauern meine Brust.
Zwei Leben jetzt vor dir ein einzig' Leben
Und doppelt trägt und fühlt sich Schmerz und Lust.
2.) Ins Erdenleben, voller Kampf und Sorgen
Trat ich hinein in meiner Unschuldswelt,
Weit hinter mir liegt jener goldne Morgen,
Der meiner Kindheit Sonnentag erhellt.
3.) Wach ist mein Herz, das holde Träume wiegten,
Hier sucht es Glück, dort fürchtet es ein Leid.
Ein neues Ziel gebietet neue Pflichten,
Ernst ist die Wallfahrt, und der Pfad nicht breit.
4.) Leicht abgewichen von der strengen Grenze
Irrt bald der Pilger in der Nacht umher.
Ein Gifthauch welkt die schönsten Blütenkränze,
Einmal entblättert grünen sie nicht mehr.
5.) O Herr, lass mich die rechten Bahnen finden,
Sie fromm und still auch über Dornen gehn.
Der Jugend Glanz, des Lebens Rosen schwinden,
Doch lass mich stets den Stern der Liebe sehn!
6.) Beschütze ihn, den du mir hast gegeben
Zum treuen Freund, zum Vorbild, Trost und Rat!
Der weiten Welt gehört des Mannes Leben,
Und seinem starken Willen folgt die Tat.
7.) Sei mit ihm stets und lass zu deiner Ehre
Ihn wirkend schaffen, was da gut und groß!
Ich will ja nicht, dass er nur mir gehöre,
Sind seine Tage auch mein Lebenslos.
8.) Du hast ihn, Gott, zum Werkzeug dir erkoren,
Und meine ganze Welt ist einzig er!
So wie die kleine Quelle sich verloren
Im lichtdurchblitzen, sturmbewegten Meer. -
9.) So hab ich mich verschmolzen seinem Leben
Und ward ein Teil von seinem innern Sein.
Mit sich empor muss er die Schwache heben,
Stets himmelan, durch Nacht und Sonnenschein.
10.) Lass innig uns, von deinem Wort durchdrungen,
Wie du uns führst, der Erde Bahnen gehn,
Und, dich zu preisen einst mit Engelszungen,
Noch ungetrennt vor deinem Throne stehn!
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Autor: Auguste von Danckelmann
Melodie: ohne Angaben
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Evangelischer Liedersegen
von Gellert bis zur neusten Zeit
Herausgegeben von Ferdinand Seinecke
Verlag Louis Ehlermann
Dresden, 1862
Liednummer 328
Thema: Trauung, Ehe, Beruf und Hausstand
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Auguste von Danckelmann ist eine unbekannte Dichterin des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Von ihr stammen einige wenige Gedichte, die sich in Liedsammlungen finden. In der von Ferdinand Seinecke herausgegebenen Anthologie 'Evangelischer Liedersegen', der im Jahr 1862 in Dresden erschienen ist, steht ein Gedicht von ihr. Als Quelle ist dort der Hinweis 'Ernste Stunden' angegeben, eine Liedsammlung die von Caroline Danckelmann (1806-1881) herausgegeben wurde.
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Herr, viel hast du in meine Hand gegeben
Herr, viel hast du in meine Hand gegeben
1.) Herr, viel hast du in meine Hand gegeben,
Ich fühl es tief durchschauern meine Brust.
Zwei Leben jetzt vor dir ein einzig' Leben
Und doppelt trägt und fühlt sich Schmerz und Lust.
2.) Ins Erdenleben, voller Kampf und Sorgen
Trat ich hinein in meiner Unschuldswelt,
Weit hinter mir liegt jener goldne Morgen,
Der meiner Kindheit Sonnentag erhellt.
3.) Wach ist mein Herz, das holde Träume wiegten,
Hier sucht es Glück, dort fürchtet es ein Leid.
Ein neues Ziel gebietet neue Pflichten,
Ernst ist die Wallfahrt, und der Pfad nicht breit.
4.) Leicht abgewichen von der strengen Grenze
Irrt bald der Pilger in der Nacht umher.
Ein Gifthauch welkt die schönsten Blütenkränze,
Einmal entblättert grünen sie nicht mehr.
5.) O Herr, lass mich die rechten Bahnen finden,
Sie fromm und still auch über Dornen gehn.
Der Jugend Glanz, des Lebens Rosen schwinden,
Doch lass mich stets den Stern der Liebe sehn!
6.) Beschütze ihn, den du mir hast gegeben
Zum treuen Freund, zum Vorbild, Trost und Rat!
Der weiten Welt gehört des Mannes Leben,
Und seinem starken Willen folgt die Tat.
7.) Sei mit ihm stets und lass zu deiner Ehre
Ihn wirkend schaffen, was da gut und groß!
Ich will ja nicht, dass er nur mir gehöre,
Sind seine Tage auch mein Lebenslos.
8.) Du hast ihn, Gott, zum Werkzeug dir erkoren,
Und meine ganze Welt ist einzig er!
So wie die kleine Quelle sich verloren
Im lichtdurchblitzen, sturmbewegten Meer. -
9.) So hab ich mich verschmolzen seinem Leben
Und ward ein Teil von seinem innern Sein.
Mit sich empor muss er die Schwache heben,
Stets himmelan, durch Nacht und Sonnenschein.
10.) Lass innig uns, von deinem Wort durchdrungen,
Wie du uns führst, der Erde Bahnen gehn,
Und, dich zu preisen einst mit Engelszungen,
Noch ungetrennt vor deinem Throne stehn!
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Autor: Auguste von Danckelmann
Melodie: ohne Angaben
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Evangelischer Liedersegen
von Gellert bis zur neusten Zeit
Herausgegeben von Ferdinand Seinecke
Verlag Louis Ehlermann
Dresden, 1862
Liednummer 328
Thema: Trauung, Ehe, Beruf und Hausstand
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Auguste von Danckelmann ist eine unbekannte Dichterin des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Von ihr stammen einige wenige Gedichte, die sich in Liedsammlungen finden. In der von Ferdinand Seinecke herausgegebenen Anthologie 'Evangelischer Liedersegen', der im Jahr 1862 in Dresden erschienen ist, steht ein Gedicht von ihr. Als Quelle ist dort der Hinweis 'Ernste Stunden' angegeben, eine Liedsammlung die von Caroline Danckelmann (1806-1881) herausgegeben wurde.
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