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Trostes volle Gnaden
Photo: Rosen im Burghof in Eltville
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Trostes volle Gnaden
1.) Trostes volle Gnaden,
Uns in Lust zu baden,
Gehn von Gott herfür.
Unsern Seelenlüsten
Quillt aus Gottes Brüsten
Milch und Labung hier.
Kommet dann, wer eilen kann,
Schmeckt den Honig, der hier fließet,
Wohl, werd des genießet.
2.) Wie die Kinder ächzen,
Die im Dürsten lechzen:
So eim Christenherz,
Das mit Ängsten ringet,
Wie ein Wurm sich wringet
In der Seelen Schmerz,
Uns ist bang,
Auch Gott bleibt lang, (a)
Unterdes mit vielen Tränen
Wir nach Trost uns sehnen.
3.) Will denn Gott verachten
Armer Kinder Schmachten,
Hat die Hilf' ein End'?
Ist sein Herz verschlossen,
Wird die Kraft verdrossen,
Feiern seine Händ'?
O, der Pein!
Darin zu sein
Bringet alles Jammers Menge,
Fühlt des Eifers Strenge.
4.) Höret auf, ihr Klagen,
Merket Gottes Sagen
Und den teuren Mund,
Der voll Liebe fließet,
Milch und Honig gießet,
Der uns machet kund
Mutterarm',
Er machet warm,
Küsse, labet und erquicket,
Was schien wie ersticket.
5.) Wenn die Seel' erkranket,
Wenn der Glaube wanket,
Fasset uns sein Schoß,
Der im Hunger weidet,
Der mit Freuden kleidet,
Wenn wir nackt und bloß,
Unser Hort
Gibt durch sein Wort
Labung, Leben, alle Güter,
Freude der Gemüter.
6.) Hört die Friedensstimmen,
Seht den Brand erklimmen,
Merkt den Sonnenschein.
Fühle Wolkentauen
Freudig ohne Grauen,
Trinket Labung ein.
Gottes Schrift
Uns Menschen trifft. (b)
Alles, was darin verschrieben
Zeugt von Gottes Lieben.
7.) Esaias (c) lehrte
Und Johannes kehrte
Sich Betrübten zu.
Aller Zeugen Wolke
Predigte dem Volke
Des Gewissens Ruh.
Merk darauf,
Du Gotteshauf',
Lasse uns das Wort betrachten,
Dass wir nicht verschmachten.
8.) Herr, nimm Dank und Ehre
Für die reine Lehre,
Die von Jesu fließt,
Lass uns sein geflissen,
Dass ein Angstgewissen
Solches Heil genießt.
Also wird
Uns, treuer Hirt,
Deine süße Weide laben,
Dass wir satt Trost haben.
(a) die Hilfe Gottes lässt auf sich warten
(b) betrifft
(c) Jesaja (auch Isaias bzw. Esaias) war der erste große Schriftprophet der hebräischen Bibel. Er wirkte zwischen 740 und 701 v. Chr. im damaligen Südreich Juda und kündigte das Gericht Gottes und als erster den zukünftigen Messias als gerechten Richter und Retter der Armen an.
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Autor: Heinrich Elmenhorst
Melodie: Jesu, meine Freude, meines Herzens Weide
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Hinrich Elmenhorsts geistliche Lieder
Herausgegeben von Johann Wolfgang Franck, Georg Böhm und Peter Laurentius Wockenfuss
Hamburg, 1681
Nachdruck Leipzig 1911
Thema: Johannisfest
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Heinrich oder Hinrich Elmenhorst (* 19. Oktober 1632 in Parchim/Herzogtum Mecklenburg-Schwerin; † 21. Mai 1704 in Hamburg) war ein deutscher evangelisch-lutherischer Pfarrer, Theaterautor und Schriftsteller. Elmenhorst wurde als Kind Hamburger Eltern geboren. Nach seinem Schulbesuch immatrikulierte sich Elmenhorst in Jena, um Theologie zu studieren und setzte seine Studien anschließend in Wittenberg und Leipzig fort. Dort schuf er seine ersten Dichtungen, so entstand in Leipzig 1653 das Schäferspiel 'Rosetta'. Seine Liebe galt der Theologie und dem Theater und das kulturell aufgeschlossene Hamburg bot ihm die Möglichkeit, beide Neigungen miteinander zu vereinbaren. Im Jahr 1660 erhielt er eine Berufung zum Diakon (Zweiten Pfarrer) an die Katharinenkirch-Gemeinde in Hamburg. Seine Liedpredigten, die von Elmenhorst verfassten geistlichen Lieder und Singspiele wurden von Hamburger Komponisten vertont. Elmenhorst gilt als einer der Mitbegründer des ältesten bürgerlichen deutschen Opernhauses, der berühmten Oper am Gänsemarkt, für das er auch Libretti verfasste. Im Jahr 1681 erschien eine erste Sammlung seiner geistlichen Lieder am Verlagsort Hamburg (Nachdruck 1911 in Leipzig); eine zweite Sammlung wurde im Jahr 1700 in Lüneburg gedruckt. Von seinen geistlichen Liedern sind 100 überregional bekannt geworden und stehen in Kirchengesangbüchern und Liedanthologien des 18. bis 20. Jahrhunderts. Sein bekanntestes Lied ist ein Passionslied mit acht Strophen und heißt 'Komm, Seele, Jesu Leiden soll meine Tröstung sein'.
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Trostes volle Gnaden
Photo: Rosen im Burghof in Eltville
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Trostes volle Gnaden
1.) Trostes volle Gnaden,
Uns in Lust zu baden,
Gehn von Gott herfür.
Unsern Seelenlüsten
Quillt aus Gottes Brüsten
Milch und Labung hier.
Kommet dann, wer eilen kann,
Schmeckt den Honig, der hier fließet,
Wohl, werd des genießet.
2.) Wie die Kinder ächzen,
Die im Dürsten lechzen:
So eim Christenherz,
Das mit Ängsten ringet,
Wie ein Wurm sich wringet
In der Seelen Schmerz,
Uns ist bang,
Auch Gott bleibt lang, (a)
Unterdes mit vielen Tränen
Wir nach Trost uns sehnen.
3.) Will denn Gott verachten
Armer Kinder Schmachten,
Hat die Hilf' ein End'?
Ist sein Herz verschlossen,
Wird die Kraft verdrossen,
Feiern seine Händ'?
O, der Pein!
Darin zu sein
Bringet alles Jammers Menge,
Fühlt des Eifers Strenge.
4.) Höret auf, ihr Klagen,
Merket Gottes Sagen
Und den teuren Mund,
Der voll Liebe fließet,
Milch und Honig gießet,
Der uns machet kund
Mutterarm',
Er machet warm,
Küsse, labet und erquicket,
Was schien wie ersticket.
5.) Wenn die Seel' erkranket,
Wenn der Glaube wanket,
Fasset uns sein Schoß,
Der im Hunger weidet,
Der mit Freuden kleidet,
Wenn wir nackt und bloß,
Unser Hort
Gibt durch sein Wort
Labung, Leben, alle Güter,
Freude der Gemüter.
6.) Hört die Friedensstimmen,
Seht den Brand erklimmen,
Merkt den Sonnenschein.
Fühle Wolkentauen
Freudig ohne Grauen,
Trinket Labung ein.
Gottes Schrift
Uns Menschen trifft. (b)
Alles, was darin verschrieben
Zeugt von Gottes Lieben.
7.) Esaias (c) lehrte
Und Johannes kehrte
Sich Betrübten zu.
Aller Zeugen Wolke
Predigte dem Volke
Des Gewissens Ruh.
Merk darauf,
Du Gotteshauf',
Lasse uns das Wort betrachten,
Dass wir nicht verschmachten.
8.) Herr, nimm Dank und Ehre
Für die reine Lehre,
Die von Jesu fließt,
Lass uns sein geflissen,
Dass ein Angstgewissen
Solches Heil genießt.
Also wird
Uns, treuer Hirt,
Deine süße Weide laben,
Dass wir satt Trost haben.
(a) die Hilfe Gottes lässt auf sich warten
(b) betrifft
(c) Jesaja (auch Isaias bzw. Esaias) war der erste große Schriftprophet der hebräischen Bibel. Er wirkte zwischen 740 und 701 v. Chr. im damaligen Südreich Juda und kündigte das Gericht Gottes und als erster den zukünftigen Messias als gerechten Richter und Retter der Armen an.
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Autor: Heinrich Elmenhorst
Melodie: Jesu, meine Freude, meines Herzens Weide
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Hinrich Elmenhorsts geistliche Lieder
Herausgegeben von Johann Wolfgang Franck, Georg Böhm und Peter Laurentius Wockenfuss
Hamburg, 1681
Nachdruck Leipzig 1911
Thema: Johannisfest
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Heinrich oder Hinrich Elmenhorst (* 19. Oktober 1632 in Parchim/Herzogtum Mecklenburg-Schwerin; † 21. Mai 1704 in Hamburg) war ein deutscher evangelisch-lutherischer Pfarrer, Theaterautor und Schriftsteller. Elmenhorst wurde als Kind Hamburger Eltern geboren. Nach seinem Schulbesuch immatrikulierte sich Elmenhorst in Jena, um Theologie zu studieren und setzte seine Studien anschließend in Wittenberg und Leipzig fort. Dort schuf er seine ersten Dichtungen, so entstand in Leipzig 1653 das Schäferspiel 'Rosetta'. Seine Liebe galt der Theologie und dem Theater und das kulturell aufgeschlossene Hamburg bot ihm die Möglichkeit, beide Neigungen miteinander zu vereinbaren. Im Jahr 1660 erhielt er eine Berufung zum Diakon (Zweiten Pfarrer) an die Katharinenkirch-Gemeinde in Hamburg. Seine Liedpredigten, die von Elmenhorst verfassten geistlichen Lieder und Singspiele wurden von Hamburger Komponisten vertont. Elmenhorst gilt als einer der Mitbegründer des ältesten bürgerlichen deutschen Opernhauses, der berühmten Oper am Gänsemarkt, für das er auch Libretti verfasste. Im Jahr 1681 erschien eine erste Sammlung seiner geistlichen Lieder am Verlagsort Hamburg (Nachdruck 1911 in Leipzig); eine zweite Sammlung wurde im Jahr 1700 in Lüneburg gedruckt. Von seinen geistlichen Liedern sind 100 überregional bekannt geworden und stehen in Kirchengesangbüchern und Liedanthologien des 18. bis 20. Jahrhunderts. Sein bekanntestes Lied ist ein Passionslied mit acht Strophen und heißt 'Komm, Seele, Jesu Leiden soll meine Tröstung sein'.
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