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Jesus ist die Himmelspforte

Jesus ist die Himmelspforte

 

1.) Jesus ist die Himmelspforte,

Jesus ist der Lebensweg.

Der irrt weder hier noch dorte,

Der ihn geht, den sichern Steg.

Jesus scheint mit steter Klarheit,

Jesus ist die rechte Wahrheit.

 

2.) Jesus ist das Freudenleben,

Jesus ist der Ehrenpreis.

Wer nach Jesu pflegt zu streben,

Der erlangt das Paradeis.

Jesus ist der Sündenbüßer

Und der Höll'- und Todverschließer.

 

3.) Jesus ist das Heil der Sünder,

Jesus ist der Menschenfreund.

Jesus ist darum nichts minder

Auch der stärkste Teufelsfeind.

Jesus macht durch sein Verfechten

Sündenknechte zu Gerechten.

 

4.) Ohne ihn kann niemand kommen

In das herrlichst' Engelfeld.

Jesus hat uns aufgenommen

Und bezahlt das Lösegeld.

Da der Lebensfürst gelitten,

Hat er uns sein Reich erstritten.

 

5.) Jesus, weil du Mittler worden,

Weil du bist die Lebensbahn

Und weil du zum Engels-Orden

Nimmest eitel Sünder an,

Jesus, hol auch mich nichts minder!

Denn ich bin ein armer Sünder.

 

6.) Jesus, weil du bist die Wahrheit,

Die man nirgends fast mehr kennt,

Ach, so lass von deiner Klarheit

Nimmermehr mich sein getrennt.

Jesus, weil du Himmels-Schließer,

Mach auch mich zum Lückenbüßer.

 

7.) Jesus, weil du bist das Leben

Und der Ehren Freudenpreis.

Ach, so lass nach dir mich streben

Und hilf mir ins Paradeis.

Jesus, nimm von Sündenknechten

Mich auch unter die Gerechten.

 

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Autor: Constantin Christian Dedekind

mögl. Melodie: Werde licht, du Stadt der Heiden

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Der Text wurde von mir behutsam, soweit

es die Strophenform und der Endreim zu-

ließen, in heutiges Hochdeutsch übertragen

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Das deutsche evangelische Kirchenlied des 17. Jahrhunderts

Herausgegeben von Albert Fischer (†) und

Wilhelm Christian Ludwig Tümpel, Vierter Band

Druck und Verlag C. Bertelsmann

Gütersloh, 1908

Liednummer 197

Thema: Christuslied

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Constantin Christian Dedekind (* 2. April 1628 in Reinsdorf/Fürstentum Anhalt-Dessau; † vor dem 2. September 1715 in Dresden) war ein deutscher Dichter, Komponist der Barockzeit und evangelisch-lutherischer Lieddichter. Dedekind wurde als Enkel des Komponisten Henning Dedekind (1562–1626) und als Sohn des Musikers Stefan Dedekind (1595–1636) geboren und besuchte die Schule in der Reichsabtei Quedlinburg, wo die Äbtissin Landgräfin Anna Sophia von Hessen ihn förderte. Ungefähr ab 1647 lebte er in Dresden. Im Jahr 1652 wurde Dedekind von dem berühmten Lieddichter Johann Rist aus Hamburg zum Poeta laureatus gekrönt und einige Zeit später in den Elbschwanenorden aufgenommen. Im Jahr 1654 wurde Dedekind als Bassist in die kursächsische Kapelle berufen. Von 1666 bis 1675 wirkte er in Dresden als kurfürstlich sächsischer Konzertmeister. Er schuf eine Vielzahl geistlicher und weltlicher Lieder und Schauspiele, wobei sowohl die Texte als auch die Kompositionen von ihm stammen. Als kursächsischer Steuerkassierer kam Dedekind später zu einigem Vermögen; darüber hinaus war er Verleger von Musiknoten. 1680 flüchtete er vor der Pest aus Dresden und ging nach Meißen. Sein Spätwerk besteht fast ausschließlich aus geistlichen Dichtungen. Er war mit Anna Elisabeth Müller und in zweiter Ehe mit Maria Dorothea Weber verheiratet und hatte aus beiden Ehen fünf Kinder. Dedekind starb wahrscheinlich Ende August 1715 in Dresden und wurde am 2. September beerdigt. Das von dem Pfarrer und Hymnologen Albert Friedrich Wilhelm Fischer (1829-1896) initiierte und nach seinem Tod ab 1904 in Gütersloh von Wilhelm Christian Ludwig Tümpel herausgegebene mehrbändige Werk 'Das deutsche evangelische Kirchenlied' enthält sieben Lieder von Dedekind.

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Uploaded on June 20, 2021
Taken on May 27, 2020