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Hilf Gott, wie geht's doch jetzo zu?
Bild: Blume (nachbearbeitetes Photo)
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Hilf Gott, wie geht's doch jetzo zu?
1.) Hilf Gott, wie geht's doch jetzo zu?
Was sind doch das für Zeiten?
Die Menschen hassen ihre Ruh'
Und wollen's gar nicht leiden,
Dass man sie lehr den rechten Weg,
Dass man sie führ den schmalen Steg,
Der nach dem Himmel führet.
Sie sagen ungescheuet: Nein,
Wir wollen bleiben, wie wir sein.
Sieh, wie das Volk sich zieret.
2.) Genug ist's nicht, dass sie dein Wort
Verwerfen und verachten
Und nach der alten Weise fort
Den Bauch zu nähren trachten.
Sie wollen noch dazu Recht ha'n.
Das größt' Unrecht hat der getan,
Der ihnen das verweiset.
Den halten sie für ungelehrt
Und seine Lehre für verkehrt,
Der ihr Tun nicht hoch preiset.
3.) Wer will von schwachen Menschen mehr,
Als wir sind, wohl begehren?
Man treibt die Sach' auch allzusehr
Und sagt nur von Bekehren.
Ei, Lieber, lasst es, wie's vor war.
Welt bleibet Welt, das seht ihr gar,
Ist Christus doch gestorben.
Wenn wir zuweil'n zur Kirche gehn,
Zur Beicht' und beten beim Aufstehn,
Ist's denn so gar verdorben?
4.) Dergleichen Reden führen die,
So sich nach Christo nennen.
Sie schelten wohl für Ketzerei,
Dass man sie wollt bereden frei:
Ein Christ muss heilig leben.
Dass Jesus und sein Geist die Sünd'
Durch Glauben in uns überwind,
Ist ihnen gar nicht eben. (a)
5.) Drum, lieber Gott, rett' deine Ehr'
Und Jesu, deines Sohnes.
Lass leuchten immer mehr und mehr
Durch den Geist deines Thrones,
Dass Jesus Christus Heil und Stärk',
Genad und Wahrheit, Glaub' und Werk
Bekannt uns allen werden
Und wie er für, in, mit uns sei,
Lehr, was wir an ihm haben frei
Im Himmel und auf Erden.
(a) Recht
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Autor: Johann Kaspar Schade
Melodie: An Wasserflüssen Babylons
oder: Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld
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Geistliche und liebliche Lieder
Verbesserte und vermehrte Ausgabe
Herausgegeben von Johann Porst
Jonas' Verlagsbuchhandlung
Berlin, 1868
Liednummer 750
Thema: Nachfolge, Kirche und Mission
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Johann Kaspar Schade (* 13. Januar 1666 in Kühndorf bei Meiningen/Grafschaft Henneberg; † 25. Juli 1698 in Berlin) war ein deutscher evangelisch-lutherischer Pfarrer, Autor und Dichter des Pietismus. Als Sohn des Pfarrers und Superintendenten Jakob Schade und seiner Frau Maria Barbara, geb. Herlin, geboren, war Kaspar früh verwaist und verlebte er eine schwere Kindheit und Jugend in dürftigen Umständen. Er besuchte das Schleusinger Gymnasium, ehe er 1685 in Leipzig das Studium der Philosophie, der hebräischen Sprache und der Theologie aufnahm. Dort schloss er sich August Hermann Francke (1663-1727) und dem von ihm gegründeten 'Collegium philobiblicum' an und hielt biblisch-erbauliche Kollege ab. An der Berliner St. Nicolai-Kirche, wo Philipp Jakob als Propst amtierte, fand Schade ein Jahr später eine neue Wirkungsstätte und entfaltete als Seelsorger und Verkündiger eine wirkungsvolle Tätigkeit. Bald geriet er wegen der herrschenden laxen Beichtpraxis in Gewissenskonflikte und bekämpfte die routinemäßig gewährte Absolution in der Privatbeichte. Seinem Anliegen verschaffte er besonders in Flugschriften Gehör. Von seinen geistlichen Liedern sind 60 überregional bekannt geworden und stehen in Kirchengesangbüchern und Liedanthologien des 18. bis 20. Jahrhunderts. Sein bekanntestes Lied ist ein Lied mit 24 Strophen und heißt 'Mein Gott, das Herz ich bringe dir zur Gabe'. Eine Sammlung seiner Lieder erschien in mehreren Auflagen und unterschiedlichen Zusammensetzungen zuerst um 1699 in Küstrin unter dem Titel 'Fasciculus Cantionum'.
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Hilf Gott, wie geht's doch jetzo zu?
Bild: Blume (nachbearbeitetes Photo)
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Hilf Gott, wie geht's doch jetzo zu?
1.) Hilf Gott, wie geht's doch jetzo zu?
Was sind doch das für Zeiten?
Die Menschen hassen ihre Ruh'
Und wollen's gar nicht leiden,
Dass man sie lehr den rechten Weg,
Dass man sie führ den schmalen Steg,
Der nach dem Himmel führet.
Sie sagen ungescheuet: Nein,
Wir wollen bleiben, wie wir sein.
Sieh, wie das Volk sich zieret.
2.) Genug ist's nicht, dass sie dein Wort
Verwerfen und verachten
Und nach der alten Weise fort
Den Bauch zu nähren trachten.
Sie wollen noch dazu Recht ha'n.
Das größt' Unrecht hat der getan,
Der ihnen das verweiset.
Den halten sie für ungelehrt
Und seine Lehre für verkehrt,
Der ihr Tun nicht hoch preiset.
3.) Wer will von schwachen Menschen mehr,
Als wir sind, wohl begehren?
Man treibt die Sach' auch allzusehr
Und sagt nur von Bekehren.
Ei, Lieber, lasst es, wie's vor war.
Welt bleibet Welt, das seht ihr gar,
Ist Christus doch gestorben.
Wenn wir zuweil'n zur Kirche gehn,
Zur Beicht' und beten beim Aufstehn,
Ist's denn so gar verdorben?
4.) Dergleichen Reden führen die,
So sich nach Christo nennen.
Sie schelten wohl für Ketzerei,
Dass man sie wollt bereden frei:
Ein Christ muss heilig leben.
Dass Jesus und sein Geist die Sünd'
Durch Glauben in uns überwind,
Ist ihnen gar nicht eben. (a)
5.) Drum, lieber Gott, rett' deine Ehr'
Und Jesu, deines Sohnes.
Lass leuchten immer mehr und mehr
Durch den Geist deines Thrones,
Dass Jesus Christus Heil und Stärk',
Genad und Wahrheit, Glaub' und Werk
Bekannt uns allen werden
Und wie er für, in, mit uns sei,
Lehr, was wir an ihm haben frei
Im Himmel und auf Erden.
(a) Recht
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Autor: Johann Kaspar Schade
Melodie: An Wasserflüssen Babylons
oder: Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld
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Geistliche und liebliche Lieder
Verbesserte und vermehrte Ausgabe
Herausgegeben von Johann Porst
Jonas' Verlagsbuchhandlung
Berlin, 1868
Liednummer 750
Thema: Nachfolge, Kirche und Mission
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Johann Kaspar Schade (* 13. Januar 1666 in Kühndorf bei Meiningen/Grafschaft Henneberg; † 25. Juli 1698 in Berlin) war ein deutscher evangelisch-lutherischer Pfarrer, Autor und Dichter des Pietismus. Als Sohn des Pfarrers und Superintendenten Jakob Schade und seiner Frau Maria Barbara, geb. Herlin, geboren, war Kaspar früh verwaist und verlebte er eine schwere Kindheit und Jugend in dürftigen Umständen. Er besuchte das Schleusinger Gymnasium, ehe er 1685 in Leipzig das Studium der Philosophie, der hebräischen Sprache und der Theologie aufnahm. Dort schloss er sich August Hermann Francke (1663-1727) und dem von ihm gegründeten 'Collegium philobiblicum' an und hielt biblisch-erbauliche Kollege ab. An der Berliner St. Nicolai-Kirche, wo Philipp Jakob als Propst amtierte, fand Schade ein Jahr später eine neue Wirkungsstätte und entfaltete als Seelsorger und Verkündiger eine wirkungsvolle Tätigkeit. Bald geriet er wegen der herrschenden laxen Beichtpraxis in Gewissenskonflikte und bekämpfte die routinemäßig gewährte Absolution in der Privatbeichte. Seinem Anliegen verschaffte er besonders in Flugschriften Gehör. Von seinen geistlichen Liedern sind 60 überregional bekannt geworden und stehen in Kirchengesangbüchern und Liedanthologien des 18. bis 20. Jahrhunderts. Sein bekanntestes Lied ist ein Lied mit 24 Strophen und heißt 'Mein Gott, das Herz ich bringe dir zur Gabe'. Eine Sammlung seiner Lieder erschien in mehreren Auflagen und unterschiedlichen Zusammensetzungen zuerst um 1699 in Küstrin unter dem Titel 'Fasciculus Cantionum'.
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