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Beglücke meine Reise

Photo: Schiffe im Hafen von Gretsiel, Ostfriesland

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Beglücke meine Reise

 

1.) Beglücke meine Reise,

Gott, ich vertraue dir.

Sei gnädig und beweise,

Wie treu du bist, an mir!

Auf allen meinen Wegen

Begleite väterlich

Mit deinem Schutz und Segen,

Mit deiner Hilfe mich!

 

2.) Ich bin in deinen Händen,

Des darf mein Herz sich freun.

Du kannst mir Rettung senden,

Wenn mir Gefahren dräun. (a)

Wenn mich dein Flügel decket,

Gleich einem sichern Zelt.

Was ists, das mich erschrecket,

O Herr der ganzen Welt?

 

3.) Erhalte meine Kräfte,

Gelingen lass den Fleiß

Und meiner Pflicht Geschäfte

Zu deinem Ruhm und Preis.

Gib, dass ich christlich wandle,

Und, wo ich immer sei,

Nach deinem Worte handle,

Dein heilig' Auge scheu!

 

4.) Lass dir auch meine Lieben

Zuhaus empfohlen sein.

Nichts müsse sie betrüben,

Dein Segen sie erfreun!

Wenn nach vollbrachter Reise

Wir froh uns wiedersehn,

Soll dir zum Dank und Preise

Dich unser Lied erhöhn!

 

(a) alte Form von 'drohen'

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Autor: August Ludwig Christian Heydenreich

Melodie: Befiehl du deine Wege

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Gesangbuch für die evangelisch-christlichen

Einwohner des Herzogthums Nassau

Im Verlag des Centralfonds für

die Witwen und Waisen der Geistlichen

ca. 1864

Liednummer 763

Thema: Reiselied

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August Ludwig Christian Heydenreich (* 25. Juli 1773 in Wiesbaden/Großherzogtum Hessen, † 26. September 1858 ebenda) war ein evangelisch-lutherischer Pfarrer und Liederdichter. Er wurde als Sohn des Stadtpfarrers Johann Andreas Heydenreich geboren und begann 1789 ein Theologiestudium an der Universität Erlangen, wo er 1792 die Magisterprüfung ablegte. Bis 1793 war er Assistent am theologischen Fachbereich der Universität. Er betreute nach seinem Studium zunächst verschiedene Pfarrstellen in Usingen, Wiesbaden und Dotzheim (heute Ortsteil von Wiesbaden). Im Jahr 1817 trat er bei den Verhandlungen der Unionssynode zu Idstein hervor, aus der die unierte evangelische Landeskirche hervorging. Die Universität Herborn berief ihn 1818 als Professor an ihr theologisches Seminar, dessen Direktor er im Jahr 1825 wurde und dem er bis zum Jahr 1837 vorstand bis er evangelischer Landesbischof von Nassau wurde. Die Theologie Heydenreichs war gekennzeichnet von einer Ablehnung des Rationalismus seiner Zeit und dessen Bibelkritik. Die von ihm 1843 bearbeitete und herausgegebene Agende, die bis 1947 Gültigkeit behielt, spiegelt Heydenreichs liturgisch konservative Grundhaltung wider und stieß auf große Resonanz in der nassauischen Pfarrerschaft. Zu dem nassauischen Kirchengesangbuch von 1840 steuerte Heydenreich zahlreiche Lieder bei. Viele seiner 57 Lieder waren in Nassau bekannt, hierunter besonders das Adventslied 'Hosianna, zu der Erden steigt der Friedensfürst herab'.

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Uploaded on July 16, 2020
Taken on July 27, 2015