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Ich bleib, o Jesu, ganz der Deine

Ich bleib, o Jesu, ganz der Deine

 

1.) Ich bleib, o Jesu, ganz der Deine,

Dein Blut ist mir das Unterpfand.

Nur, Jesu, dir, dir nur alleine,

Nur dir und deiner treuen Hand

Ergeb ich mich und leb in Ruh'.

Du bist mein Fels, du, eben du.

Du bleibest ja meine, lass deine mich werden,

Mein Jesu, mein alles im Himmel und Erden.

 

2.) Die Wunden sind mir eine Höhle,

Dein Tod ist mir ein Zufluchtshaus,

Wo ich die arme Sündenseele

Kann sicher jagen ein und aus.

Regier, o Jesu, nur den Sinn,

Dass ich im Tod auch standhaft bin.

Du bleibest ja meine, lass deine mich werden,

Mein Jesu, mein alles im Himmel und Erden.

 

3.) So fass ich, Jesu, dich allein,

Dein' Name zwinget mich dahin,

Dass ich nun leb und sterb der deine,

Werf alles Leid und Sorgen hin.

Bei dir ist Reichtum Freud' und Ruh',

Du bist mein Fels, du, eben du.

Du bleibest ja meine, lass deine mich werden,

Mein Jesu, mein alles im Himmel und Erden.

 

4.) Drum bleib ich, Jesu, ganz der Deine,

Dein Blut ist mir das Unterpfand.

Nur, Jesu, dir, dir nur allein,

Nur dir und deiner treuen Hand

Ergeb ich mich und leb in Ruh'.

Du bist mein Fels, du, eben du.

Du bleibest ja meine, lass deine mich werden,

Mein Jesu, mein alles im Himmel und Erden.

 

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Autor: Andreas Tscherning oder Paul Tschernig

Melodie: ohne Angaben

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Geistliche Lieder der evangelischen Kirche

aus dem 17. und der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts

von Dichter aus Schlesien und den umliegenden Landschaften verfasst

Erster Band

Herausgegeben von Julius Mützell,

Verlegt bei C. A. Schwetschke und Sohn,

Braunschweig, 1858

Thema: Christuslied

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Paul Tscherning, (* 25. Januar 1627 in Bunzlau/Böhmische Kronländer, † 17. September 1666) war ein deutscher Hofbeamter und Gesandter in schwedischen Diensten, sowie Lieddichter evangelisch-lutherischen Bekenntnisses. Seine Lyrik erschien in zeitgenössischen Liedsammlungen, wie etwa in den 1659 in Dresden erschienenen 'Fest- Buß- und Danckliedern' von Andreas Hammerschmidt. Das von dem Pfarrer und Hymnologen Albert Friedrich Wilhelm Fischer (1829-1896) initiierte und nach seinem Tod ab 1904 in Gütersloh von Wilhelm Christian Ludwig Tümpel herausgegebene mehrbändige Werk 'Das deutsche evangelische Kirchenlied' enthält zwei Lieder von Tscherning. Von seinen geistlichen Liedern ist eines überregional bekannt geworden und steht in Kirchengesangbüchern und Liedanthologien des 17. bis 20. Jahrhunderts. Es ist ein Umkehrlied mit neun Strophen und heißt 'Sieh, Gott, mein Gott, auf dein Gemächte, verwirf nicht'.

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Andreas Tscherning (* 18. November 1611 in Bunzlau/Böhmische Kronländer; † 27. September 1659 in Rostock) war ein deutscher Lieddichter und Literaturtheoretiker in der Nachfolge von Martin Opitz. Er wurde als Sohn des Bürgers Andreas Tscherning und seiner Frau Margaretha, geb. Ruthard, geboren und besuchte, nachdem die Bedrückungen evangelischer Christen in Schlesien überhand genommen hatten, die Gymnasien in Görlitz und Breslau. Im Jahr 1635 immatrikulierte er sich an der Universität in Rostock, wo er für zwei Jahre Philologie und Philosophie studierte und die arabische Sprache erlernte. Danach verdiente er seinen Lebensunterhalt als Hauslehrer in Breslau, wo er durch Matthäus Apelles von Löwenstern (1594-1648) gefördert wurde, der ihm eine Fortsetzung seiner Studien ermöglichte. Nach 1641 kehrte Tscherning nach Rostock zurück, wo er den Magistertitel erwarb und ab 1644 Professor für Poesie wurde. Seine Gedichte erschienen unter den Titeln 'Deutscher Getichte Frühling' (Breslau, 1642) und 'Vortrab des Sommers deutscher Getichte' (Rostock, 1655); einige von diesen fanden Eingang in evangelische Kirchengesangbücher, insbesondere das Morgenlied 'Du sollst in allen Sachen mit Gott den Anfang machen'.

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Uploaded on June 15, 2020
Taken on June 4, 2020