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Gott lob, ich hab gestreuet

Gott lob, ich hab gestreuet

 

- Lied eines Predigers nach der Predigt -

 

1.) Gott lob, ich hab gestreuet

Nun deinen Samen aus.

Hilf, Gott, das ihn erfreuet

Ein jeder trag nach Haus.

Dass in dem Herzensland

Dein Wort durch Jesu Wunden

Hab guten Acker 'funden,

Bring Lebensfrücht' zum Pfand.

 

2.) Hilf, dass wie Schnee und Regen

Befeuchtet Tag und Nacht,

Und so durch deinen Segen

Die Erde fruchtbar macht,

Schafft Brot und Samen hier.

So dein Wort uns auch fromme, (a)

Und leer nie wieder kommen,

Tu, was gefället dir.

 

3.) Dass es ihm stets gelinge,

Dazu du es gesandt,

Dass es viel Früchte bringe,

Dein Volk, das dich erkannt.

In Freud' und Frieden geh'

Durch Christi Blut und Leiden,

Ja, wie das Gras und Weiden

An Wasserbächen steh. (b)

 

(a) nütze

(b) fruchtbar sei

 

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Autor: Ämelie Juliane von Schwarzburg-Rudolstadt

Melodie: Von Gott will ich nicht lassen

oder: Aus meines Herzens Grunde

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Der Gräfin Aemilie Juliane von Schwarzburg-Rudolstadt Geistliche Lieder

Auswahl von Julius Leopold Pasig

Verlag Julius Fricke, Halle/Saale,1855

Thema: Sonntag und Gottesdienst

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Ämilie (auch Æmilie geschrieben) Juliane Reichsgräfin von Schwarzburg-Rudolstadt, geb. Gräfin von Barby und Mühlingen (* 19. August 1637 auf der Heidecksburg in Rudolstadt/Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt; † 3. Dezember 1706 in Rudolstadt) war eine bedeutende Dichterin geistlicher Lieder evangelisch-lutherischer Konfession. Ämilie Juliane war die Tochter des Grafen Albert Friedrich von Barby und Mühlingen (1597-1641) und seiner Gattin Sophie Ursula von Oldenburg (1601-1642). Während des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648) wohnte die Familie bei Graf Ludwig Günther von Schwarzburg-Rudolstadt (1581–1646) auf der Heidecksburg. Ämilie Julianes Vater starb 1641 und die Mutter 1642, worauf sie von Ludwig Günther Graf von Schwarzburg-Rudolstadt (1581-1646) adoptiert und mit dessen Kindern zusammen erzogen wurde. Ihr Hofmeister in Rudolstadt war der Kirchenliederdichter und spätere Kanzler Ahasverus Fritsch (1629 -1701). Im Jahr 1665 heiratete sie ihren Vetter, den Reichsgrafen Albert Anton von Schwarzburg-Rudolstadt (1641-1710). In den Jahren 1667 und 1668 wurden zwei Kinder geboren, wovon eines schon drei Tage später starb. Sie war mit Ludmilla Elisabeth von Schwarzburg-Rudolstadt (1640-1672) verschwägert, welche – Ämilies Vorbild folgend – ebenfalls geistliche Lieder von hoher Qualität verfasste. Ämilie Juliane dichtete nahezu 600 geistliche Lieder, die beiden bekanntesten stehen im aktuellen Evangelischen Gesangbuch (EG) von 1993 und heißen 'Bis hierher hat mich Gott gebracht' (Nr. 329) und 'Wer weiß, wie nahe mir mein Ende' (Nr. 530). Eine Sammlung ihrer Lieder erschien, von Julius Leopold Pasig zusammengestellt, im Jahr 1855 am Verlagsort Halle/Saale unter dem Titel 'Der Gräfin Aemilie Juliane von Schwarzburg-Rudolstadt Geistliche Lieder'.

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Uploaded on March 2, 2020
Taken on June 8, 2019