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Nicht Tag, nicht Stunde weilen
Photo: Baum am Veilchenweg, Wiesbaden-Dotzheim
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Nicht Tag, nicht Stunde weilen
1.) Nicht Tag, nicht Stunde weilen,
Schnell sehn wir sie entfliehn,
Auf Windesfittich eilen
Die Prüfungsjahre hin.
Ein Glück, das wir erlebten
In dem verflossnen Raum,
Gefahr, vor der wir bebten,
Was sind sie mehr, als Traum?
2.) Doch nicht dem Traumgebilde
Sein unsre Tage gleich,
Sie gab ein Gott voll Milde,
Sie sind an Folgen reich,
Indes die Flucht der Zeiten,
Des Lebens hohen Wert,
Den Wert für Ewigkeiten
Mit stillem Ernste lehrt.
3.) Wenn wir, mit Dank im Herzen,
Den guten Tag begehn,
Und das Gefühl der Schmerzen,
Still duldend überstehn,
Getreu der Tugend leben,
Die uns der Herr gebeut, (a)
Zu nützen eifrig streben
Die flügelschnelle Zeit,
4.) Mit echtem Christenmute,
Das schnöde Laster scheun,
Und wirksam für das Gute
Hier edlen Samen streun.
Den Nächsten redlich lieben
Und stets mit heiterm Sinn
Des Wohltuns Pflichten üben:
Welch herrlicher Gewinn!
5.) Dann mögen Zeiten eilen
Zur Ewigkeit hinab:
Mit hellem Blicke weilen
Wir einst am stillen Grab.
Denn durch des Grabes Tiefen
Strahlt Licht der Ewigkeit,
Den Guten, die da schliefen
Lohnt hohe Seligkeit.
(a) alte Form von 'gebietet'
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Autor: Johann Heinrich Keerl
Melodie: Ich dank dir lieber Herre
oder: Befiehl du deine Wege
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Sammlung geistlicher Lieder - Band 1 -
Herausgegeben von Nikolaus Joachim Guilliam Evers
Archediakonus an der Jakobi-Kirche, Hamburg
Druck und Verlag: G.F.Schniebes, E.E.Raths
Hamburg, 1817
Liednummer 1616
Thema: Kirchen-Jahresanfang oder Neujahr
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Johann Heinrich Keerl, (* 4. Februar 1759 in Klosterheidenheim/Markgraftum Brandenburg-Ansbach, † 21. Januar 1810), war Hof- und Regierungssekretär in Ansbach, später Konsistorialassessor, Appellationsgerichtsrat, Jurist, Dramatiker, Lyriker, Übersetzer, Herausgeber und evangelischer Kirchenlieddichter. Seine 40 geistlichen Lieder sind in zwei Sammlungen enthalten, die in den Jahren 1802 und 1803 am Verlagsort Ansbach gedruckt wurden.
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Nicht Tag, nicht Stunde weilen
Photo: Baum am Veilchenweg, Wiesbaden-Dotzheim
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Nicht Tag, nicht Stunde weilen
1.) Nicht Tag, nicht Stunde weilen,
Schnell sehn wir sie entfliehn,
Auf Windesfittich eilen
Die Prüfungsjahre hin.
Ein Glück, das wir erlebten
In dem verflossnen Raum,
Gefahr, vor der wir bebten,
Was sind sie mehr, als Traum?
2.) Doch nicht dem Traumgebilde
Sein unsre Tage gleich,
Sie gab ein Gott voll Milde,
Sie sind an Folgen reich,
Indes die Flucht der Zeiten,
Des Lebens hohen Wert,
Den Wert für Ewigkeiten
Mit stillem Ernste lehrt.
3.) Wenn wir, mit Dank im Herzen,
Den guten Tag begehn,
Und das Gefühl der Schmerzen,
Still duldend überstehn,
Getreu der Tugend leben,
Die uns der Herr gebeut, (a)
Zu nützen eifrig streben
Die flügelschnelle Zeit,
4.) Mit echtem Christenmute,
Das schnöde Laster scheun,
Und wirksam für das Gute
Hier edlen Samen streun.
Den Nächsten redlich lieben
Und stets mit heiterm Sinn
Des Wohltuns Pflichten üben:
Welch herrlicher Gewinn!
5.) Dann mögen Zeiten eilen
Zur Ewigkeit hinab:
Mit hellem Blicke weilen
Wir einst am stillen Grab.
Denn durch des Grabes Tiefen
Strahlt Licht der Ewigkeit,
Den Guten, die da schliefen
Lohnt hohe Seligkeit.
(a) alte Form von 'gebietet'
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Autor: Johann Heinrich Keerl
Melodie: Ich dank dir lieber Herre
oder: Befiehl du deine Wege
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Sammlung geistlicher Lieder - Band 1 -
Herausgegeben von Nikolaus Joachim Guilliam Evers
Archediakonus an der Jakobi-Kirche, Hamburg
Druck und Verlag: G.F.Schniebes, E.E.Raths
Hamburg, 1817
Liednummer 1616
Thema: Kirchen-Jahresanfang oder Neujahr
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Johann Heinrich Keerl, (* 4. Februar 1759 in Klosterheidenheim/Markgraftum Brandenburg-Ansbach, † 21. Januar 1810), war Hof- und Regierungssekretär in Ansbach, später Konsistorialassessor, Appellationsgerichtsrat, Jurist, Dramatiker, Lyriker, Übersetzer, Herausgeber und evangelischer Kirchenlieddichter. Seine 40 geistlichen Lieder sind in zwei Sammlungen enthalten, die in den Jahren 1802 und 1803 am Verlagsort Ansbach gedruckt wurden.
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