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Selig ist der reine Geist
Selig ist der reine Geist
1.) Selig ist der reine Geist,
Den die Geilheit nicht beflecket,
Der von nichts dergleichen weiß,
Was in geilen Seelen stecket,
Dessen Nieren keusch und rein,
Wie die Himmelsgeister sein.
2.) Der sein eigen' Fleisch bekriegt,
Der die Lüste sucht zu dämpfen,
Der die Welt und sich besiegt,
Heldenmäßig in den Kämpfen,
Der wird künftig nach der Zeit
Schauen Gott in Ewigkeit.
3.) Schmücke darum meinen Sinn,
Keuscher Bräut'gam meiner Seelen!
Nimm mein Herz zu eigen hin!
Sich in Liebe zu vermählen.
Dass ich sei ein Herz mit Dir
Und hinwider du mit mir.
4.) Soll ich Gottes Tempel sein,
Ach, so ziere mich mit Gaben!
Lass die Glieder insgemein
Eine keusche Regung haben.
Eine Regung obenher,
Die den Tempel nicht zerstör.
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Autor: Friedrich Konrad Hiller
Melodie: Eigene Melodie
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Der Text wurde von mir behutsam, soweit
es die Strophenform und der Endreim zu-
ließen, in heutiges Hochdeutsch übertragen
und für diese Veröffentlichung eingerichtet
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Denck-Mahl der Erkenntniß, Liebe u. Lob Gottes,
in neuen geistlichen Li[e]dern, Arien und Cantaten
Aufgerichtet von Friedrich Konrad Hiller
Druck und Verlag Paul Treuen
Stuttgart, 1711
Thema: Glaube, Kampf und Rechtfertigung
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Friedrich Konrad Hiller (* 9. Juni 1651 in Unteröwisheim/Kraichgau im Herzogtum Württemberg; † 23. Januar 1726 in Stuttgart) war ein deutscher Jurist und evangelisch-lutherischer Lieddichter. Hiller wurde als Sohn eines Pflegers geboren und studierte nach dem Schulbesuch ab 1680 in Tübingen Rechtswissenschaften. Im Jahr 1685 wurde er als herzoglicher Kanzleiadvokat in Stuttgart zugelassen. Während häufigen Krankheiten dichtete er fast 200 geistliche Lieder, die er 1711 unter dem Titel 'Denck-Mahl der Erkenntniß' in (Stuttgart) veröffentlichte. Der Pfarrer und Hymnologe Albert Knapp (1798-1864) nahm in seine ab 1837 in Stuttgart erschienene Sammlung 'Evangelischer Liederschatz' drei Lieder von Hiller auf. Im aktuellen Evangelischen Gesangbuch (EG) ist er mit einem Lied vertreten, es heißt 'Ich lobe dich von ganzer Seelen' und steht unter Nummer 250.
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Selig ist der reine Geist
Selig ist der reine Geist
1.) Selig ist der reine Geist,
Den die Geilheit nicht beflecket,
Der von nichts dergleichen weiß,
Was in geilen Seelen stecket,
Dessen Nieren keusch und rein,
Wie die Himmelsgeister sein.
2.) Der sein eigen' Fleisch bekriegt,
Der die Lüste sucht zu dämpfen,
Der die Welt und sich besiegt,
Heldenmäßig in den Kämpfen,
Der wird künftig nach der Zeit
Schauen Gott in Ewigkeit.
3.) Schmücke darum meinen Sinn,
Keuscher Bräut'gam meiner Seelen!
Nimm mein Herz zu eigen hin!
Sich in Liebe zu vermählen.
Dass ich sei ein Herz mit Dir
Und hinwider du mit mir.
4.) Soll ich Gottes Tempel sein,
Ach, so ziere mich mit Gaben!
Lass die Glieder insgemein
Eine keusche Regung haben.
Eine Regung obenher,
Die den Tempel nicht zerstör.
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Autor: Friedrich Konrad Hiller
Melodie: Eigene Melodie
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Der Text wurde von mir behutsam, soweit
es die Strophenform und der Endreim zu-
ließen, in heutiges Hochdeutsch übertragen
und für diese Veröffentlichung eingerichtet
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Denck-Mahl der Erkenntniß, Liebe u. Lob Gottes,
in neuen geistlichen Li[e]dern, Arien und Cantaten
Aufgerichtet von Friedrich Konrad Hiller
Druck und Verlag Paul Treuen
Stuttgart, 1711
Thema: Glaube, Kampf und Rechtfertigung
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Friedrich Konrad Hiller (* 9. Juni 1651 in Unteröwisheim/Kraichgau im Herzogtum Württemberg; † 23. Januar 1726 in Stuttgart) war ein deutscher Jurist und evangelisch-lutherischer Lieddichter. Hiller wurde als Sohn eines Pflegers geboren und studierte nach dem Schulbesuch ab 1680 in Tübingen Rechtswissenschaften. Im Jahr 1685 wurde er als herzoglicher Kanzleiadvokat in Stuttgart zugelassen. Während häufigen Krankheiten dichtete er fast 200 geistliche Lieder, die er 1711 unter dem Titel 'Denck-Mahl der Erkenntniß' in (Stuttgart) veröffentlichte. Der Pfarrer und Hymnologe Albert Knapp (1798-1864) nahm in seine ab 1837 in Stuttgart erschienene Sammlung 'Evangelischer Liederschatz' drei Lieder von Hiller auf. Im aktuellen Evangelischen Gesangbuch (EG) ist er mit einem Lied vertreten, es heißt 'Ich lobe dich von ganzer Seelen' und steht unter Nummer 250.
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