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Gott, du bist selbst die Liebe

Gott, du bist selbst die Liebe

 

1.) Gott, du bist selbst die Liebe.

Wer liebet ohne dich

Und folgt nicht deinem Triebe,

Der ladet Fluch auf sich.

Du musst der Anfang sein

Und auch das Ende machen

Bei allen meinen Sachen

Durch deinen Gnadenschein.

 

2.) Wir opfern unsre Herzen

Vor deinem Throne hier.

Zünd an die Liebes-Kerzen,

Verbind uns erst mit dir

Und gib uns deinen Geist,

Der unsern Sinn regiere,

Zum rechten Zweck uns führe,

Der wahre Liebe heißt.

 

3.) Du bist ein reines Wesen,

Mach unsre Herzen rein,

Was uns wird vorgelesen,

Drück in die Seelen ein,

Hilf denken an den Eid,

Was wir vor dir versprechen,

Das lass uns nimmer brechen,

Bis Grab und Tod uns scheid't.

 

4.) Der Himmel träufe Segen

Auf unsern Ehestand,

Führ uns auf allen Wegen

Durch deine Vaterhand.

Stört uns der arge Feind,

So treib ihn in die Wüsten

Und lass uns nicht gelüsten,

Was dir zuwider scheint.

 

5.) Gib uns vergnügte Herzen

In Lieb und auch im Leid.

Versüße du die Schmerzen

Des Kreuzes Bitterkeit.

Schenkst du uns Tränen ein

Und schlägst uns eine Wunde,

So kommt doch wohl in Stunde,

Da Wasser wird zu Wein.

 

6.) Lass uns in Friede leben,

Des Friedens Kinder sein.

Wenn wir die Hand drauf geben,

So schlage du mit ein.

Dein Amen sei das Wort,

Das Siegel unsrer Liebe,

Wir folgen deinem Triebe:

Hier ist der Segens-Ort.

 

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Text: Benjamin Schmolck

Melodie: Von Gott will ich nicht lassen

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gefunden in:

Sammlung der vorzüglichsten Lieder

für Kirche, Schule und Haus

verlegt bei Samuel Elsner, Berlin, 1832

Liednummer 615 - Von der Trauung

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Benjamin Schmolck, (* 21. Dezember 1672 in Schweidnitz/Schlesien), † 12. Februar 1737 ebenda) war evangelisch-lutherischer Pfarrer und bekannt als Erbauungsschriftsteller, der über 1200 geistliche Lieder schrieb. Schmolck wurde 1702 Pfarrer an der Friedenskirche in Schweidnitz, einer der nach dem westfälischen Frieden nur drei verbliebenen evangelischen Kirchen in Schlesien, wo sein Wirken vor allem vom Kampf gegen die Gegenreformation gekennzeichnet war. Seine Gemeinde umfasste 14.000 Gläubige, jährlich wurden 1500 Kinder getauft. Er dichtete etwa 1200 Lieder, die in 20 Sammlungen herausgegeben wurden, und verfasste zahlreiche Erbauungs- und Gebetbücher. Beeinflusst durch den Pietismus war er ein herausragender und bekannter Kirchenlieddichter von ungewöhnlicher Frömmigkeit, Standhaftigkeit und ausgeprägter Christusliebe, dessen Lieder die Betonung eines persönlichen Verhältnisses zu Gott in einem lebendigen Glauben mit der festen Verwurzelung im Grunde des lutherischen Bekenntnisses verband. Seine Lieder treffen einen volkstümlichen Ton, was ihre Beliebtheit und weite Verbreitung erklärt. Das gegenwärtige 'Evangelische Gesangbuch' enthält fünf seiner Lieder, darunter 'Jesus soll die Losung sein' (EG 62), 'Schmückt das Fest mit Maien' (EG 135) und das allseits beliebte Sonntagslied 'Tut mir auf die schöne Pforte' (EG 166).

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Uploaded on September 23, 2019
Taken on June 8, 2019