Back to photostream

O Pfingstengrün, o Maienzeit

Bild: Mosaik zum Pfingstmontag aus einer Laterne und Blüten

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

 

O Pfingstengrün, o Maienzeit

 

1.) O Pfingstengrün, o Maienzeit,

Du Duften, Blüh'n und Sprießen,

Wie will mein Herz so weit, so weit,

Sich jubelnd Dir erschließen!

Wie wollte streng in Bann und Acht

Des Winters Macht es zwingen, –

Nun blüht es auf aus seiner Nacht

Und will vor Lust zerspringen.

 

2.) O Pfingstenlaub, so duftig jung,

Ihr schlanken Birkenreiser,

Mit Düften der Erinnerung

Durchströmt ihr Herz und Häuser.

Mit eurem lichten Maienschein,

Ihr Kinder goldner Sonne,

Tragt ihr in alle Welt hinein

Des Frühlings ganze Wonne!

 

3.) O Pfingstenblüten, hold und zart,

Ihr frischen Lenzesgaben,

Wie will an eurer reinen Art

Mein Auge sich erlaben!

Wie duftet ihr, noch unentflammt

Von Sommers heißem Glühen,

Als ob, der Kinderbrust entstammt,

Gebete aufwärts ziehen.

 

4.) O Pfingstengeist, der alles schafft

Auf der verjüngten Erde,

Gib auch den Herzen junge Kraft

Zu einem neuen Werde!

Durchdringe du mit Feuerschein

All unser laues Handeln,

Und wehe in die Welt hinein

Ein neues Tun und Wandeln.

 

5.) Gib Kraft und Feuer zum Gebet,

Wir sind so matt und träge, –

Dass zu des Höchsten Majestät

Es wieder dringen möge.

Gib Kraft, wo es zu reden heißt,

Gib Kraft zum rechten Schweigen,

Und gib uns wiederum den Geist

Der ersten Glaubenszeugen!

 

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Autor: Renate Pfannschmidt

Melodie: ohne Angaben

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Thema: Pfingsten

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Renate Pfannschmidt bzw. Pfannschmidt-Beutner, auch Renata, geb. Beutner (* 1862 in Berlin, Königreich Preußen; † 1939) war eine deutsche Schrifstellerin und geistliche Lieddichterin evangelischer Konfession. Sie wurde als Tochter des Chefredakteurs der Kreuzzeitung Tuiscon Beutner (1816-1882) geboren und war seit 1890 verheiratet mit dem Königlichen Musikdirektor Heinrich Pfannschmidt (1863-1944). Bereits als junge Frau veröffentliche sie erste Gedichte und Erzählungen in Kalendern und Zeitschriften. Eine Zusammenstellung ihrer Lieder erschien im Jahr 1898 in Berlin. Darüber hinaus wurden mehrere Bücher mit Erzählungen von ihr gedruckt, oft unter thematischer Auswahl. So erschienen Erzählungen aus Tirol und Oberbayern oder 'Aus dem Hochgebirg'; auch Geschichten für Kinder und junge Frauen erschienen im Druck. Im Evangelischen Gesangbuch für Brandenburg und Pommern, das 1931 in Berlin und Frankfurt/Oder erschienen ist, stehen drei Lieder von Pfannschmidt. Ihr Mann Heinrich Pfannschmidt vertonte eines ihrer Lied, 'Die Festzeiten' für Soli- u. Chorstimmen.

+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

 

748 views
2 faves
2 comments
Uploaded on June 10, 2019