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Gott ist ganz mein und ich bin sein
Bild: Rose
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Gott ist ganz mein und ich bin sein
1.) Gott ist ganz mein und ich bin sein,
Den Einen lieb ich ganz allein.
Und was ich also liebe,
Das liebt auch unaussprechlich mich
Und zieht mich mit Gewalt in sich,
Wie wenn ein Strom mich triebe.
Ja, was mich also ziehet hin,
Des' bin ich mehr, als ich mein bin.
2.) Drum, wer von Gott die Lieb' erlangt,
Dass er ihm wesentlich anhangt,
Der wird ein Kind der Liebe
Durch ihn, der selbst die Liebe heißt,
Und ihn mit seinem Leben speist.
Was ist, das den betrübe? -
Er ist ja mein, sobald ich ihn
Erwähl', und nicht mein eigen bin.
3.) Ach, wer hat wahre Seligkeit,
Als wen die Liebe zubereit't
Und göttlich überwunden.
Wo Liebe von der Liebe Stärk'
Erobert ist, und Gottes Werk
Die Seel' in sich gefunden?
O reine, wesentliche Lieb',
Ich fleh' um deinen ew'gen Trieb!
4.) Da wird nichts mehr, als Lieb' allein
Und Herz mit Herz vereinigt sein
In stolzer Gottesruhe.
Da wird nur Jesus in der Brust
Gebieten, dass ein Geist mit Lust
Mir Guts um Gutes tue. -
O Jesu, möchten alle dein
Und du in allen alles sein.
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Autor: Gottfried Arnold
Melodie: Mein Glaub ist meines Lebens Ruh
oder: O Ewigkeit, du Donnerwort
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Evangelischer Liederschatz für Kirche, Schule und Haus
Band 1. Zweite, umgearbeitete Ausgabe
Gesammelt und bearbeitet von Albert Knapp,
J. G. Cottascher Verlag,
Stuttgart und Tübingen, 1850
Liednummer 1732
Thema: Christuslied
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Gottfried Arnold (* 5. September 1666 in Annaberg im Erzgebirge/Kurfürstentum Sachsen; † 30. Mai 1714 in Perleberg) war ein deutscher evangelischer Theologe und Kirchenlieddichter pietistischer Richtung. Gottfried Arnold wurde als Sohn eines Präzeptors geboren und besuchte das Gymnasium in Gera, um anschließend in Wittenberg Theologie zu studieren. Beeinflusst durch Philipp Jakob Spener (1635-1705) zog nach Frankfurt am Main, dem damaligen Wohnort Speners. Danach vermittelte Spener Arnold Stellen als Hauslehrer in Dresden (1689 bis 1693) und Quedlinburg (1693 bis 1696). 1697 wurde Arnold nach dem großen Erfolg seiner Schrift 'Die Erste Liebe der Gemeinden Jesu Christi' als Professor der Geschichte an die pietistisch geprägte Universität Gießen berufen. Irritiert vom ruhmsüchtigen Vernunftwesen des akademischen Lebens verließ er Gießen aber bereits nach einem Semester wieder und kehrte im Frühjahr 1698 zurück nach Quedlinburg, wo 1699 sein Hauptwerk 'Unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie' erschien, in dem er die Ansicht vertrat, dass die christliche Wahrheit oft nicht in der Volkskirche sondern bei kleinen Gebetkreisen zu finden sei. 1701 heiratete er Anna Maria Sprögel, die Tochter des Werbener Superintendenten Johann Heinrich Sprögel. Darüber hinaus wurde Arnold 1702 Schlosspfarrer in Allstedt, nahm also ein offizielles kirchliches Amt an und vertrat ab da wieder den eher gemäßigten Pietismus seines Förderers Spener. 1705 übernahm Gottfried Arnold in Werben das Amt des Pfarrers und Superintendenten. Ab 1707 übte er diese Ämter in Perleberg aus. Neben der Gemeindearbeit setzte er seine schriftstellerische Arbeit fort. Am 30. Mai 1714 starb der bereits durch Skorbut stark geschwächte Arnold wenige Tage nachdem Rekrutenwerber Friedrich Wilhelms I. seinen Pfingstgottesdienst gestürmt und junge Männer beim Abendmahl vom Altar weggerissen hatten, um sie zum Kriegsdienst zu zwingen.
1698 veröffentlichte Arnold unter dem Titel 'Göttliche Liebes-Funken' 169 Gedichte und Lieder. Arnold gilt mit seiner mystischen Poesie als einflussreichster Dichter des frühen Pietismus. Seine beiden Lieder 'O Durchbrecher aller Bande' (EG 388) und 'So führst du doch recht selig, Herr, die Deinen' fanden in fast allen evangelischen Gesangbüchern Eingang. Johann Sebastian Bach hat Lied Arnolds 'Vergiss mein nicht' vertont (BWV 504 und 505).
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Gott ist ganz mein und ich bin sein
Bild: Rose
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Gott ist ganz mein und ich bin sein
1.) Gott ist ganz mein und ich bin sein,
Den Einen lieb ich ganz allein.
Und was ich also liebe,
Das liebt auch unaussprechlich mich
Und zieht mich mit Gewalt in sich,
Wie wenn ein Strom mich triebe.
Ja, was mich also ziehet hin,
Des' bin ich mehr, als ich mein bin.
2.) Drum, wer von Gott die Lieb' erlangt,
Dass er ihm wesentlich anhangt,
Der wird ein Kind der Liebe
Durch ihn, der selbst die Liebe heißt,
Und ihn mit seinem Leben speist.
Was ist, das den betrübe? -
Er ist ja mein, sobald ich ihn
Erwähl', und nicht mein eigen bin.
3.) Ach, wer hat wahre Seligkeit,
Als wen die Liebe zubereit't
Und göttlich überwunden.
Wo Liebe von der Liebe Stärk'
Erobert ist, und Gottes Werk
Die Seel' in sich gefunden?
O reine, wesentliche Lieb',
Ich fleh' um deinen ew'gen Trieb!
4.) Da wird nichts mehr, als Lieb' allein
Und Herz mit Herz vereinigt sein
In stolzer Gottesruhe.
Da wird nur Jesus in der Brust
Gebieten, dass ein Geist mit Lust
Mir Guts um Gutes tue. -
O Jesu, möchten alle dein
Und du in allen alles sein.
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Autor: Gottfried Arnold
Melodie: Mein Glaub ist meines Lebens Ruh
oder: O Ewigkeit, du Donnerwort
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Evangelischer Liederschatz für Kirche, Schule und Haus
Band 1. Zweite, umgearbeitete Ausgabe
Gesammelt und bearbeitet von Albert Knapp,
J. G. Cottascher Verlag,
Stuttgart und Tübingen, 1850
Liednummer 1732
Thema: Christuslied
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Gottfried Arnold (* 5. September 1666 in Annaberg im Erzgebirge/Kurfürstentum Sachsen; † 30. Mai 1714 in Perleberg) war ein deutscher evangelischer Theologe und Kirchenlieddichter pietistischer Richtung. Gottfried Arnold wurde als Sohn eines Präzeptors geboren und besuchte das Gymnasium in Gera, um anschließend in Wittenberg Theologie zu studieren. Beeinflusst durch Philipp Jakob Spener (1635-1705) zog nach Frankfurt am Main, dem damaligen Wohnort Speners. Danach vermittelte Spener Arnold Stellen als Hauslehrer in Dresden (1689 bis 1693) und Quedlinburg (1693 bis 1696). 1697 wurde Arnold nach dem großen Erfolg seiner Schrift 'Die Erste Liebe der Gemeinden Jesu Christi' als Professor der Geschichte an die pietistisch geprägte Universität Gießen berufen. Irritiert vom ruhmsüchtigen Vernunftwesen des akademischen Lebens verließ er Gießen aber bereits nach einem Semester wieder und kehrte im Frühjahr 1698 zurück nach Quedlinburg, wo 1699 sein Hauptwerk 'Unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie' erschien, in dem er die Ansicht vertrat, dass die christliche Wahrheit oft nicht in der Volkskirche sondern bei kleinen Gebetkreisen zu finden sei. 1701 heiratete er Anna Maria Sprögel, die Tochter des Werbener Superintendenten Johann Heinrich Sprögel. Darüber hinaus wurde Arnold 1702 Schlosspfarrer in Allstedt, nahm also ein offizielles kirchliches Amt an und vertrat ab da wieder den eher gemäßigten Pietismus seines Förderers Spener. 1705 übernahm Gottfried Arnold in Werben das Amt des Pfarrers und Superintendenten. Ab 1707 übte er diese Ämter in Perleberg aus. Neben der Gemeindearbeit setzte er seine schriftstellerische Arbeit fort. Am 30. Mai 1714 starb der bereits durch Skorbut stark geschwächte Arnold wenige Tage nachdem Rekrutenwerber Friedrich Wilhelms I. seinen Pfingstgottesdienst gestürmt und junge Männer beim Abendmahl vom Altar weggerissen hatten, um sie zum Kriegsdienst zu zwingen.
1698 veröffentlichte Arnold unter dem Titel 'Göttliche Liebes-Funken' 169 Gedichte und Lieder. Arnold gilt mit seiner mystischen Poesie als einflussreichster Dichter des frühen Pietismus. Seine beiden Lieder 'O Durchbrecher aller Bande' (EG 388) und 'So führst du doch recht selig, Herr, die Deinen' fanden in fast allen evangelischen Gesangbüchern Eingang. Johann Sebastian Bach hat Lied Arnolds 'Vergiss mein nicht' vertont (BWV 504 und 505).
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