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Nun ist das Urteil ausgesprochen
Nun ist das Urteil ausgesprochen
1.) Nun ist das Urteil ausgesprochen
Mein Liebster Jesu, über dich:
Was Adam wider Gott verbrochen, (a)
Das büßest du geduldiglich.
Nun bin ich von dem Fluch befreiet,
Weil du für mich vermaledeiet. (b)
2.) Du bist gerecht, wie selbst gestehet
Der Richter vor der Juden Schar, (c)
Gleichwohl Unrecht für Recht ergehet,
Bloß, weils den Juden eben war. (d)
Sie schrien: Lass das Blut dies' Frommen
Auf uns und unsre Kinder kommen. (e)
3.) Ich schrei auch so, jedoch: aus Liebe!
Ach, lass dein göttlich' reines Blut,
Wenn ich mich in mir selbst betrübe,
Auf mich ja kommen, - so wird's gut.
Der Satan kann mich nicht erhaschen,
Wenn ich bin durch dein Blut gewaschen.
4.) Durch dieses Blut steh in im Bunde
Mit dir, mein Gott, des tröst' ich mich.
Dies Blut hab ich mit meinem Munde
Auch oft genossen würdiglich, (f)
Im Beichstuhl bin ich, wenn bedränget,
Mit diesem reinen Blut besprenget.
5.) Ach hilf, dass ich mit Fleiß mich hüte
Vor den Blutschulden aller Sünd'.
Regiere mich durch deine Güte,
Dass ich leb' als ein reines Kind
Und stets, zu deinem Lob und Preise
Mich vor der Welt gerecht (g) erweise.
6.) Werd' ich bis auf das Blut gestrichen
Mit Geißeln, soll's gekreuzigt sein?
Wohl! Ich bin deinem Bild verglichen,
Dein Blut stärkt mich in Qual und Pein.
Ja, muss ich Gut und Blut aufgeben,
So komm ich durch dein Blut zum Leben.
(a) Nach christlicher Vorstellung unterliegt jeder Mensch der Erbsünde, die durch den Sündenfall Adams auf ihn gekommen ist und erst durch Jesus Christus und seinen Opfertod am Kreuz aufgehoben wurde. Ein Symbol für die Erbsünde ist auch der 'alte Mensch', d.h. der Mensch, der noch der Erbsünde verhaftet ist. Dieser wird oft in der Person Adams oder Moses dargestellt, zwei Personen des Alten Testaments.
(b) verflucht
(c) Die latente Feindseligkeit der Autoren und Theologen der frühen Neuzeit gegen die Juden wurzelt in der Auffassung, dass diese das ihnen verkündete Heil, das die Botschaft Jesu Christi den Christen bedeutet, ausgeschlagen haben. Die neuere Theologie der meisten christlichen Konfessionen teilt diese Auffassung nicht mehr. Sie gehen vielmehr davon aus, dass die Juden eine eigene Rolle im Heilsgeschehen haben. In diesem Zusammenhang wird auch auf die Tatsache aufmerksam gemacht, dass ohne die Kreuzigung Jesus sein Heilswirken nicht habe entfalten können.
(d) zu Passe kam
(e) Die latente Feindseligkeit der Autoren und Theologen der frühen Neuzeit gegen die Juden wurzelt in der Auffassung, dass diese das ihnen verkündete Heil, das die Botschaft Jesu Christi den Christen bedeutet, ausgeschlagen haben. Die neuere Theologie der meisten christlichen Konfessionen teilt diese Auffassung nicht mehr. Sie gehen vielmehr davon aus, dass die Juden eine eigene Rolle im Heilsgeschehen haben. In diesem Zusammenhang wird auch auf die Tatsache aufmerksam gemacht, dass ohne die Kreuzigung Jesus sein Heilswirken nicht habe entfalten können.
(f) in Form des Weins im heiligen Abendmahl
(g) gerechtfertigt
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Autor: Johannes Stemmler
Melodie: Hier liegt mein Heiland in dem Garten
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Vermehrtes Schönburgisches Gesangbuch
Herausgegeben von Johann Georg Schulz
Waldenburg 1796
Liednummer 324
Thema: Passion
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Johannes Stemmler, auch Stemler (* 14. April 1662 in Neustadt an der Orla/Herzogtum Sachsen-Zeitz, † 1. Mai 1720 in Schleusingen) war evangelisch-lutherischer Kantor und Kirchenliedichter. Er wurde als Sohn des gleichnamigens Archediakons in Neustadt geboren und besuchte ab 1673 das Gymnasium in Gotha. Er wechselte 1678 nach Jena und 1682 nach Leipzig, wo er seine Studien fortsetzte. Nach weiteren Umzügen innerhalb Thüringen gelangte er nach Erfurt, wo er seine erste Anstellung als Kantor erhielt. 1691 erhielt er in Schleusingen das Kantorat von dem Grafen von Sachsen-Zeitz übertragen. Seine Kirchenlieder fanden Aufnahme in die Schleusingischen Gesangbücher von 1717 und 1719. Eines der Lieder 'Ich bin von Gott geliebt' verfasste er in Trauer um seine Ehefrau, die am 11. Februar 1694 verstorben war.
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Nun ist das Urteil ausgesprochen
Nun ist das Urteil ausgesprochen
1.) Nun ist das Urteil ausgesprochen
Mein Liebster Jesu, über dich:
Was Adam wider Gott verbrochen, (a)
Das büßest du geduldiglich.
Nun bin ich von dem Fluch befreiet,
Weil du für mich vermaledeiet. (b)
2.) Du bist gerecht, wie selbst gestehet
Der Richter vor der Juden Schar, (c)
Gleichwohl Unrecht für Recht ergehet,
Bloß, weils den Juden eben war. (d)
Sie schrien: Lass das Blut dies' Frommen
Auf uns und unsre Kinder kommen. (e)
3.) Ich schrei auch so, jedoch: aus Liebe!
Ach, lass dein göttlich' reines Blut,
Wenn ich mich in mir selbst betrübe,
Auf mich ja kommen, - so wird's gut.
Der Satan kann mich nicht erhaschen,
Wenn ich bin durch dein Blut gewaschen.
4.) Durch dieses Blut steh in im Bunde
Mit dir, mein Gott, des tröst' ich mich.
Dies Blut hab ich mit meinem Munde
Auch oft genossen würdiglich, (f)
Im Beichstuhl bin ich, wenn bedränget,
Mit diesem reinen Blut besprenget.
5.) Ach hilf, dass ich mit Fleiß mich hüte
Vor den Blutschulden aller Sünd'.
Regiere mich durch deine Güte,
Dass ich leb' als ein reines Kind
Und stets, zu deinem Lob und Preise
Mich vor der Welt gerecht (g) erweise.
6.) Werd' ich bis auf das Blut gestrichen
Mit Geißeln, soll's gekreuzigt sein?
Wohl! Ich bin deinem Bild verglichen,
Dein Blut stärkt mich in Qual und Pein.
Ja, muss ich Gut und Blut aufgeben,
So komm ich durch dein Blut zum Leben.
(a) Nach christlicher Vorstellung unterliegt jeder Mensch der Erbsünde, die durch den Sündenfall Adams auf ihn gekommen ist und erst durch Jesus Christus und seinen Opfertod am Kreuz aufgehoben wurde. Ein Symbol für die Erbsünde ist auch der 'alte Mensch', d.h. der Mensch, der noch der Erbsünde verhaftet ist. Dieser wird oft in der Person Adams oder Moses dargestellt, zwei Personen des Alten Testaments.
(b) verflucht
(c) Die latente Feindseligkeit der Autoren und Theologen der frühen Neuzeit gegen die Juden wurzelt in der Auffassung, dass diese das ihnen verkündete Heil, das die Botschaft Jesu Christi den Christen bedeutet, ausgeschlagen haben. Die neuere Theologie der meisten christlichen Konfessionen teilt diese Auffassung nicht mehr. Sie gehen vielmehr davon aus, dass die Juden eine eigene Rolle im Heilsgeschehen haben. In diesem Zusammenhang wird auch auf die Tatsache aufmerksam gemacht, dass ohne die Kreuzigung Jesus sein Heilswirken nicht habe entfalten können.
(d) zu Passe kam
(e) Die latente Feindseligkeit der Autoren und Theologen der frühen Neuzeit gegen die Juden wurzelt in der Auffassung, dass diese das ihnen verkündete Heil, das die Botschaft Jesu Christi den Christen bedeutet, ausgeschlagen haben. Die neuere Theologie der meisten christlichen Konfessionen teilt diese Auffassung nicht mehr. Sie gehen vielmehr davon aus, dass die Juden eine eigene Rolle im Heilsgeschehen haben. In diesem Zusammenhang wird auch auf die Tatsache aufmerksam gemacht, dass ohne die Kreuzigung Jesus sein Heilswirken nicht habe entfalten können.
(f) in Form des Weins im heiligen Abendmahl
(g) gerechtfertigt
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Autor: Johannes Stemmler
Melodie: Hier liegt mein Heiland in dem Garten
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Vermehrtes Schönburgisches Gesangbuch
Herausgegeben von Johann Georg Schulz
Waldenburg 1796
Liednummer 324
Thema: Passion
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Johannes Stemmler, auch Stemler (* 14. April 1662 in Neustadt an der Orla/Herzogtum Sachsen-Zeitz, † 1. Mai 1720 in Schleusingen) war evangelisch-lutherischer Kantor und Kirchenliedichter. Er wurde als Sohn des gleichnamigens Archediakons in Neustadt geboren und besuchte ab 1673 das Gymnasium in Gotha. Er wechselte 1678 nach Jena und 1682 nach Leipzig, wo er seine Studien fortsetzte. Nach weiteren Umzügen innerhalb Thüringen gelangte er nach Erfurt, wo er seine erste Anstellung als Kantor erhielt. 1691 erhielt er in Schleusingen das Kantorat von dem Grafen von Sachsen-Zeitz übertragen. Seine Kirchenlieder fanden Aufnahme in die Schleusingischen Gesangbücher von 1717 und 1719. Eines der Lieder 'Ich bin von Gott geliebt' verfasste er in Trauer um seine Ehefrau, die am 11. Februar 1694 verstorben war.
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