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Mein Gott, du wirst mich nicht verlassen
Mein Gott, du wirst mich nicht verlassen
1.) Mein Gott, du wirst mich nicht verlassen,
Denn ich verlasse mich auf dich.
Du solltest mich zwar billig hassen,
Dieweil ich oftmals freventlich
Mein weltgesinntes Herz verstockt,
Ob du mich gleich zu dir gelockt.
2.) Doch sieh, ich bitte meine Sünden
Dir voller Weh- und Demut ab.
Lass mich in Jesu Gnade finden
In Jesu, der sich für mich gab,
Und Gnade mir bei dir erwarb,
Als er am Kreuze für mich starb.
3.) Da konnte sich mein Herz nicht fassen.
Mein Gott, mein Gott! hieß da sein Wort.
Ach, warum hast du mich verlassen?
Dein süßer Trost weicht gänzlich fort.
Ach, das ist Angst, ja Höllenpein:
Von Gott verlassen worden sein.
4.) Nun, Vater, höre, was ich bitte,
Ich bitte durch dies Angstgeschrei,
Und das, was Jesus damals litte,
Steh mir in meinen Nöten bei!
Du weißt gar wohl, was mir gebricht,
Verlass, verlass, verlass mich nicht.
5.) Verlass mich nicht in meiner Seele,
Wenn sie Tod, Sünd' und Teufel schreckt.
Ach, salbe sie mit Freuden-Öle,
Das Trost und Mut in ihr erweckt.
Versichre mich durch deinen Geist,
Dass du mein Gott und Vater heißt.
6.) Verlass mich nicht an meinem Leibe,
An dem sich nichts Gesundes findt.
Mein Vater und mein Arzt, verschreibe
Mir Mittel, die mir heilsam sind,
Und brauch ich was, so lege du
Der Arznei meinen Segen zu.
7.) Verlass mich nicht in meinem Glauben,
Lass mir nichts meinen Glaubensgrund,
Gott, Jesum und die Bibel rauben,
Hilf, dass ich meinen Glaubensbund
Fest halte bis, mein Lebenshirt,
Mein Glaube dort zum Schauen wird.
8.) Verlass mich nicht in meinem Leben,
Teil mir des Lebens Notdurft zu.
Lass mich nach wahrer Tugend streben.
Hilf, dass ich nie was Böses tu.
Mein Leben sei in allem schlecht, (a)
Gottselig, züchtig und gerecht.
9.) Verlass mich nicht in meinem Leiden,
Lass mich kein Kreuz von deiner Huld
Und deiner Vaterliebe scheiden.
Gib Lebenskraft, Mut und Geduld,
Die Hoffnung jener Seligkeit
Versüßet mir hier alles Leid.
10.) Verlass mich nicht in meinem Sterben,
Wenn einst mein Lebenslauf vollbracht,
So reiß den Geist aus dem Verderben
Des Satans und des Todes Macht,
Und trag ihn durch der Engel Hand
Zu dir ins frohe Vaterland.
11.) Verlass mich nicht in meinem Grabe,
Erwecke mich durch deinen Sohn.
Wenn ich genug geschlafe habe,
Hilf mir vor Christi Richterthron
Und lass mich drauf verklärt und schön
Mit Leib und Seel' gen Himmel gehn.
12.) Alsdann will ich dir Ehre bringen
Und mit der frohen Himmelsschar
Ein unaufhörlich' Danklied singen,
Dass du auf Erden immerdar
Mich aus der schwersten Sorgenlast
Erlöst und nie verlassen hast.
13.) Mein Gott, ich schließ in Jesu Namen
Mein Glaubenswort: Verlass mich nicht!
Sprich selbst, wie ich, auf solches Amen,
Weil mir dein lieber Sohn verspricht:
Mein Bitten, Beten, Rufen Schrein
Soll in ihn Ja und Amen sein.
(a) hier im Sinne von 'schlicht'
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Autor: Johann Gottlieb Kästner
Melodie: Wer nur den lieben Gott lässt walten
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gefunden in:
Allgemeines und vollständiges
Evangelisches Gesangbuch
für die königl. preuß. schlesischen Lande
Druck und Verlag Wilhelm Gottl. Korn
Breslau, 1860
Liednummer 514
Thema: Passion
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Johann Gottlieb Kästner, auch Gottfried Kästner, ist ein unbekannter Kirchenlieddichter des späten 17. oder des 18. Jahrhunderts. Sein Passionslied 'Mein Gott, du wirst mich nicht verlassen' steht im evangelischen Danziger Gesangbuch
aus dem Jahr 1768 und im Evangelischen Gesangbuch
für die königlich-preußischen schlesischen Lande von 1860, ein Umstand, der nahelegt, dass Kästner evangelischer Konfession war. Der Pfarrer und Hymnologe Albert Knapp (1798-1864) nahm dieses Lied in seine 1837 in Stuttgart erschienene Sammlung 'Evangelischer Liederschatz' auf.
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Mein Gott, du wirst mich nicht verlassen
Mein Gott, du wirst mich nicht verlassen
1.) Mein Gott, du wirst mich nicht verlassen,
Denn ich verlasse mich auf dich.
Du solltest mich zwar billig hassen,
Dieweil ich oftmals freventlich
Mein weltgesinntes Herz verstockt,
Ob du mich gleich zu dir gelockt.
2.) Doch sieh, ich bitte meine Sünden
Dir voller Weh- und Demut ab.
Lass mich in Jesu Gnade finden
In Jesu, der sich für mich gab,
Und Gnade mir bei dir erwarb,
Als er am Kreuze für mich starb.
3.) Da konnte sich mein Herz nicht fassen.
Mein Gott, mein Gott! hieß da sein Wort.
Ach, warum hast du mich verlassen?
Dein süßer Trost weicht gänzlich fort.
Ach, das ist Angst, ja Höllenpein:
Von Gott verlassen worden sein.
4.) Nun, Vater, höre, was ich bitte,
Ich bitte durch dies Angstgeschrei,
Und das, was Jesus damals litte,
Steh mir in meinen Nöten bei!
Du weißt gar wohl, was mir gebricht,
Verlass, verlass, verlass mich nicht.
5.) Verlass mich nicht in meiner Seele,
Wenn sie Tod, Sünd' und Teufel schreckt.
Ach, salbe sie mit Freuden-Öle,
Das Trost und Mut in ihr erweckt.
Versichre mich durch deinen Geist,
Dass du mein Gott und Vater heißt.
6.) Verlass mich nicht an meinem Leibe,
An dem sich nichts Gesundes findt.
Mein Vater und mein Arzt, verschreibe
Mir Mittel, die mir heilsam sind,
Und brauch ich was, so lege du
Der Arznei meinen Segen zu.
7.) Verlass mich nicht in meinem Glauben,
Lass mir nichts meinen Glaubensgrund,
Gott, Jesum und die Bibel rauben,
Hilf, dass ich meinen Glaubensbund
Fest halte bis, mein Lebenshirt,
Mein Glaube dort zum Schauen wird.
8.) Verlass mich nicht in meinem Leben,
Teil mir des Lebens Notdurft zu.
Lass mich nach wahrer Tugend streben.
Hilf, dass ich nie was Böses tu.
Mein Leben sei in allem schlecht, (a)
Gottselig, züchtig und gerecht.
9.) Verlass mich nicht in meinem Leiden,
Lass mich kein Kreuz von deiner Huld
Und deiner Vaterliebe scheiden.
Gib Lebenskraft, Mut und Geduld,
Die Hoffnung jener Seligkeit
Versüßet mir hier alles Leid.
10.) Verlass mich nicht in meinem Sterben,
Wenn einst mein Lebenslauf vollbracht,
So reiß den Geist aus dem Verderben
Des Satans und des Todes Macht,
Und trag ihn durch der Engel Hand
Zu dir ins frohe Vaterland.
11.) Verlass mich nicht in meinem Grabe,
Erwecke mich durch deinen Sohn.
Wenn ich genug geschlafe habe,
Hilf mir vor Christi Richterthron
Und lass mich drauf verklärt und schön
Mit Leib und Seel' gen Himmel gehn.
12.) Alsdann will ich dir Ehre bringen
Und mit der frohen Himmelsschar
Ein unaufhörlich' Danklied singen,
Dass du auf Erden immerdar
Mich aus der schwersten Sorgenlast
Erlöst und nie verlassen hast.
13.) Mein Gott, ich schließ in Jesu Namen
Mein Glaubenswort: Verlass mich nicht!
Sprich selbst, wie ich, auf solches Amen,
Weil mir dein lieber Sohn verspricht:
Mein Bitten, Beten, Rufen Schrein
Soll in ihn Ja und Amen sein.
(a) hier im Sinne von 'schlicht'
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Autor: Johann Gottlieb Kästner
Melodie: Wer nur den lieben Gott lässt walten
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gefunden in:
Allgemeines und vollständiges
Evangelisches Gesangbuch
für die königl. preuß. schlesischen Lande
Druck und Verlag Wilhelm Gottl. Korn
Breslau, 1860
Liednummer 514
Thema: Passion
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Johann Gottlieb Kästner, auch Gottfried Kästner, ist ein unbekannter Kirchenlieddichter des späten 17. oder des 18. Jahrhunderts. Sein Passionslied 'Mein Gott, du wirst mich nicht verlassen' steht im evangelischen Danziger Gesangbuch
aus dem Jahr 1768 und im Evangelischen Gesangbuch
für die königlich-preußischen schlesischen Lande von 1860, ein Umstand, der nahelegt, dass Kästner evangelischer Konfession war. Der Pfarrer und Hymnologe Albert Knapp (1798-1864) nahm dieses Lied in seine 1837 in Stuttgart erschienene Sammlung 'Evangelischer Liederschatz' auf.
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