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Mit Jesu fang ich an

Bild: Rose (nachbearbeitetes Photo)

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Mit Jesu fang ich an

 

1.) Mit Jesu fang ich an,

Mit Jesu will ich enden.

Was ich nur immer tu,

Wohin ich mich mag wenden,

Soll meiner Augen Zweck

Nur einzig Jesu sein.

In meinem Herzen nichts

Als Jesus wohn allein.

 

2.) Wenn ich nur Jesum hab,

Was frag ich nach der Erden!

Mein Jesus hilfest mir

Aus allen Angst-Beschwerden.

Durch seine Vaterhand

Wird alle Last zur Lust!

Drum sei nichts meiner Seel'

Als Jesus nur bewusst.

 

3.) Mit Jesu wach ich auf,

Mit Jesu geh ich schlafen.

Nur Jesus einzig kann

Der Seele Ruh verschaffen.

Mit Jesus geh ich auch

Ganz freudig in mein Grab.

Nichts kann mir schädlich sein,

Wenn ich nur Jesum hab.

 

4.) Herr Jesu, führe mich,

So lang ich leb auf Erden.

Lass mich nicht ohne dich

Durch mich geführet werden.

Führ ich mich ohne dich,

So werd ich bald verführt,

Wo du nicht führest selbst,

Tu ich, was mir gebührt.

 

5.) Du wirst das gute Werk,

Das du selbst angefangen,

Nicht lassen unvollbracht.

Ich bleibe an dir hangen

Wie eine Klett' am Kleid.

Ich lass nicht von dir ab,

Bis diesen Segen ich

Von dir erlanget hab.

 

6.) Ich opfre dir ganz auf

Mein Herz, all' mein Beginnen,

Mein ganzes ich, mein Tun,

Mein Lassen, alle Sinnen.

Ach, nimm das Opfer an,

Lass dir's gefällig sein,

Mach's mit mir, wie du willt,

Dein Will' ist auch der mein'.

 

7.) So viel mir möglich ist,

Will ich mich stets befleißen,

Mich als dein liebes Kind

In allem zu erweisen.

Ich will gehorsam sein

In Lieb' und auch im Leid,

So lang du mich noch hier

Willst haben in der Zeit.

 

8.) Wenn es denn deinem Rat,

Mein Jesu, auch gefället,

Dass ich werd' aufgelöst,

Den Deinen zugesellet,

So folg ich fröhlich auch,

Ach,Jesu, komm, ach ja,

Möcht' es doch heut' geschehn,

Ach, wär ich doch schon da!

 

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Autor: Johannes Gottfried Heermann

Melodie: O Gott, du frommer Gott

oder: Nun danket alle Gott

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Jauerisches Gesangbuch für die königl. preußischen,

kurbrandenburgischen und schlesischen Lande

12. Auflage,

1818 erschienen

Liednummer 1302

Thema: Nachfolge, Kirche und Mission

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Johann Heermann, vollständig: Johannes Gottfried Heermann) (* 11. Oktober 1585 in Raudten bei Lüben im Herzogtum Glogau/Schlesien; † 17. Februar 1647 in Lissa) zählt zu den bedeutendsten deutschen Kirchenliederdichtern der Barockzeit. Als Sohn eines Kürschners aufgewachsen, studierte Heermann nach Schulabschluss in Straßburg Theologie und wurde 1608 in Brieg zum 'poeta laureatus' gekrönt. Ab 1611 hatte er das lutherische Pfarramt in Köben bei Glogau inne. Stadtbrand, Pest, Kriegsplünderungen, Familienleid und Gegenreformation in Schlesien prägten diese Zeit, so dass er schon 1638 sein Köbener Amt aufgeben musste und sich nach Lissa zurückzog. Als Liederdichter ist er von Martin Opitz und dessen Dichtungsreform beeinflusst. Sein Werk wirkt prägend für Andreas Gryphius, Paul Gerhardt und andere. Er dichtete etwa 400 Lieder. Heermann wurde als 'Sänger der Trübsal und des Kampfes, doch auch des ungebrochenen Glaubensmuts' beschrieben. Erste Veröffentlichungen finden sich in 'Devota musica cordis', Hauß- und Hertz-Musica (1630 u. ö.; neu hrsg. von Ph. Wackernagel, Stuttg. 1856); Choräle wie 'O Gott, du frommer Gott', 'Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen' und 'O Jesu Christe, wahres Licht' sind in die evangelischen wie auch katholischen Gesangbücher übergegangen und noch heute im Gebrauch. Außerdem erschienen von ihm asketische Schriften, z. B. 'Heptalogus Christi' (Berlin 1856) und die Lehrdichtungen 'Praecepta moralia et sententiae' und 'Exercitium pietatis' (in lateinisch u. deutsch, Breslau 1886) sowie die Gedichtsammlung 'Teutsche Poemata' (1640).

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Uploaded on February 1, 2019