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Gedenk, o Mensch, gedenk einmal
Photo: Kreuzdarstellung auf einem Grabmal auf dem Dotzheimer Friedhof, Wiesbaden
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Gedenk, o Mensch, gedenk einmal
1.) Gedenk, o Mensch, gedenk einmal
An jene große Höllenqual,
Die die Verdammten leiden.
Ach, lass der Seelen heiße Pein
Dir täglich eine Warnung sein,
Der Sünden Dienst zu meiden.
Erschrickst du nicht vor dieser Glut?
Ach, hemme doch den sichern Mut.
2.) Dein Herz ist nicht von Diamant.
Drum lass dich doch den Schwefelbrand
Zur Reu' und Buß' entzünden.
Die Zeit ist kurz, die Qual ist lang,
Der Höllenpfuhl und Folterbank
Lässt keine Gnade finden.
Der Sünden Lust währt kurze Zeit,
Der seelen Pein in Ewigkeit.
3.) O Ewigkeit, du hast kein Ziel,
Die Martern sind zu schwer und viel
Und sollen immer währen.
Die Flamme nagt, o großer Schmerz,
Ohn' Unterlass der Bösen Herz
Und darf es nicht verzehren.
Stell ich mir einst solch' Leiden für,
Ach, so erbebt das Herz in mir.
4.) Verruchter Mensch! Verkehrter Sinn!
Ach, wirf die Welt und Wollust hin,
Verlass das eitle Leben.
Sieh doch die schreckliche Gefahr,
Sie zeigt sich dir ganz offenbar,
In der du jetzt musst schweben.
O Unglückskind, besinne dich,
Der Höllen Glut brennt ewiglich.
5.) Alsdann hilft dir kein kläglich Tun,
Die Seele kann dort niemals ruhn
Vor übergroßen Schmerzen.
Die Teufel hören nimmer auf,
Sie schütten Pech und Schwefel drauf.
Ach, nimm dies doch zu Herzen.
Ach, flieh der Weltlust Zauberstrick'.
Kehr um, kehr um, kehr bald zurück!
6.) Wie hart und schwer, gerechter Gott,
Bestraft dein Zorn der Sünder Spott
In heißem Schwefelpfuhle!
Ach, ach, vergib, was ich getan,
Sieh mich mit Gnaden-Augen an,
Vor deinem Richterstuhle.
Jetzt hör ich Welt und Sünde nicht,
Denn mich erschreckt dein Strafgericht.
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Autor: Christian Samuel Ulber
Melodie: O Ewigkeit, du Donnerwort
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gefunden in:
Allgemeines und vollständiges
Evangelisches Gesangbuch
für die königl. preuß. schlesischen Lande
Druck und Verlag Wilhelm Gottl. Korn
Breslau, 1860
Liednummer 1135
Thema: Tod und Ewigkeit
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Christian Samuel Ulber (* 26. August 1714 in Landeshut/Schlesien; † 28. August 1776 in Hamburg) war ein deutscher evangelisch-lutherischer Theologe und Schriftsteller.
Der Sohn des Predigers Heinrich Ulber († 23. Juli 1741) verdankte seinem Großvater mütterlicher Seite, Johann Christoph Bauch, der Prediger in Kunitz im Fürstentum Liegnitz war, seine erste Ausbildung. Er studierte ab dem Jahr 1732 evangelische Theologie in Jena.
Ab 1736 war er Hauslehrer in adeligen Haushalten. Am 30. Oktober 1737 wurde er zum Prediger in Heinersdorf bei Liegnitz ernannt und nahm 1740 zusammen mit seinem Vater eine Stelle in Landeshut an.
Bald aber starb der Vater, so dass Ulber zum Archidiakon aufrückte und 1748 nach dem Tode des Amtsinhabers Pfarrer der Kirchengemeinde. In den Jahren 1753 und 1754 absolvierte er eine Kur in Karlsbad, wo er Bekanntschaft mit Kaufleuten aus Hamburg machte, die ihn als Nachfolger des verstorbenen Hamburger Hauptpastors Erdmann Neumeister (1671-1756) vorschlugen. Die St. Jacobi-Gemeinde wählte Ulber 1757 einstimmig, worauf er nach Hamburg zog, wo er 18 Jahre lang wirkte. Seit längerer Zeit kränkelt, konnte er ab 1775 seine Aufgabe als Pfarrer nicht mehr wahrnehmen; er verstarb er schließlich im 62. Lebensjahr.
Ulber war einer der bedeutendsten evangelischen Kanzelprediger seiner Zeit. Die von ihm in Hamburg wöchentlich herausgegebenen sogenannten erbaulichen Denkzettel (Auszüge aus seinen Predigten), wurde mehrfach nachgedruckt. Ulber hat darüber hinaus über 90 geistliche Lieder verfasst, die zum Teil als Kirchenlieder in evangelische Gesangbücher aufgenommen wurden.
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Gedenk, o Mensch, gedenk einmal
Photo: Kreuzdarstellung auf einem Grabmal auf dem Dotzheimer Friedhof, Wiesbaden
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Gedenk, o Mensch, gedenk einmal
1.) Gedenk, o Mensch, gedenk einmal
An jene große Höllenqual,
Die die Verdammten leiden.
Ach, lass der Seelen heiße Pein
Dir täglich eine Warnung sein,
Der Sünden Dienst zu meiden.
Erschrickst du nicht vor dieser Glut?
Ach, hemme doch den sichern Mut.
2.) Dein Herz ist nicht von Diamant.
Drum lass dich doch den Schwefelbrand
Zur Reu' und Buß' entzünden.
Die Zeit ist kurz, die Qual ist lang,
Der Höllenpfuhl und Folterbank
Lässt keine Gnade finden.
Der Sünden Lust währt kurze Zeit,
Der seelen Pein in Ewigkeit.
3.) O Ewigkeit, du hast kein Ziel,
Die Martern sind zu schwer und viel
Und sollen immer währen.
Die Flamme nagt, o großer Schmerz,
Ohn' Unterlass der Bösen Herz
Und darf es nicht verzehren.
Stell ich mir einst solch' Leiden für,
Ach, so erbebt das Herz in mir.
4.) Verruchter Mensch! Verkehrter Sinn!
Ach, wirf die Welt und Wollust hin,
Verlass das eitle Leben.
Sieh doch die schreckliche Gefahr,
Sie zeigt sich dir ganz offenbar,
In der du jetzt musst schweben.
O Unglückskind, besinne dich,
Der Höllen Glut brennt ewiglich.
5.) Alsdann hilft dir kein kläglich Tun,
Die Seele kann dort niemals ruhn
Vor übergroßen Schmerzen.
Die Teufel hören nimmer auf,
Sie schütten Pech und Schwefel drauf.
Ach, nimm dies doch zu Herzen.
Ach, flieh der Weltlust Zauberstrick'.
Kehr um, kehr um, kehr bald zurück!
6.) Wie hart und schwer, gerechter Gott,
Bestraft dein Zorn der Sünder Spott
In heißem Schwefelpfuhle!
Ach, ach, vergib, was ich getan,
Sieh mich mit Gnaden-Augen an,
Vor deinem Richterstuhle.
Jetzt hör ich Welt und Sünde nicht,
Denn mich erschreckt dein Strafgericht.
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Autor: Christian Samuel Ulber
Melodie: O Ewigkeit, du Donnerwort
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gefunden in:
Allgemeines und vollständiges
Evangelisches Gesangbuch
für die königl. preuß. schlesischen Lande
Druck und Verlag Wilhelm Gottl. Korn
Breslau, 1860
Liednummer 1135
Thema: Tod und Ewigkeit
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Christian Samuel Ulber (* 26. August 1714 in Landeshut/Schlesien; † 28. August 1776 in Hamburg) war ein deutscher evangelisch-lutherischer Theologe und Schriftsteller.
Der Sohn des Predigers Heinrich Ulber († 23. Juli 1741) verdankte seinem Großvater mütterlicher Seite, Johann Christoph Bauch, der Prediger in Kunitz im Fürstentum Liegnitz war, seine erste Ausbildung. Er studierte ab dem Jahr 1732 evangelische Theologie in Jena.
Ab 1736 war er Hauslehrer in adeligen Haushalten. Am 30. Oktober 1737 wurde er zum Prediger in Heinersdorf bei Liegnitz ernannt und nahm 1740 zusammen mit seinem Vater eine Stelle in Landeshut an.
Bald aber starb der Vater, so dass Ulber zum Archidiakon aufrückte und 1748 nach dem Tode des Amtsinhabers Pfarrer der Kirchengemeinde. In den Jahren 1753 und 1754 absolvierte er eine Kur in Karlsbad, wo er Bekanntschaft mit Kaufleuten aus Hamburg machte, die ihn als Nachfolger des verstorbenen Hamburger Hauptpastors Erdmann Neumeister (1671-1756) vorschlugen. Die St. Jacobi-Gemeinde wählte Ulber 1757 einstimmig, worauf er nach Hamburg zog, wo er 18 Jahre lang wirkte. Seit längerer Zeit kränkelt, konnte er ab 1775 seine Aufgabe als Pfarrer nicht mehr wahrnehmen; er verstarb er schließlich im 62. Lebensjahr.
Ulber war einer der bedeutendsten evangelischen Kanzelprediger seiner Zeit. Die von ihm in Hamburg wöchentlich herausgegebenen sogenannten erbaulichen Denkzettel (Auszüge aus seinen Predigten), wurde mehrfach nachgedruckt. Ulber hat darüber hinaus über 90 geistliche Lieder verfasst, die zum Teil als Kirchenlieder in evangelische Gesangbücher aufgenommen wurden.
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