amras_de
Wenn ich in Todesnöten bin
Wenn ich in Todesnöten bin
1.) Wenn ich in Todesnöten bin
Und weiß kein' Rat zu finden,
So nehm ich meine Zuflucht hin
Zu Christi Tod und Wunden,
Darinnen find ich Hilf' und Rat
Wid'r Gottes Zorn und Ungenad,
Auch wider Tod und Hölle.
2.) Es ist kein Schmerz, kein Leid, kein Not,
Kein Angst so groß auf Erden,
Die nicht durch Christi Wunden rot
Gar könnt' geheilet werden.
Sein Tod mein Leben und Gewinnst,
Mein Hoffnung, Zuflucht und Verdienst,
Mein Schatz, mein Ehr', mein' Krone.
3.) Er streckt am Kreuz aus Hand und Fuß,
Mich freundlich zu umfangen,
Sein Haupt neigt er mir zu ein'm Kuss,
Aus herzlichem Verlangen.
Sein' Seite er eröffnen ließ,
Dass ich darin mög' schauen süß
Sein Herz, sein Lieb', sein Treue.
4.) Das ist die Tür der Gnaden fest,
Die uns stets offen stehet,
Gleichwie Gott Noah bauen lässt
Ein' Kasten, drein er gehet
Zur Sintflut groß mit all' den Sein'n:
Also sind Christi Wunden rein
Die Tür zum Gnadenthrone.
5.) Darein will ich mich finden fein,
Und mich darein verdecken,
Gleich wie ein klein' Waldvögelein
Im hohlen Baum verstecken
Bis Ungewitt'r vorübergeht,
Also will ich mich finden stet
Zu Christ, dem Baum des Lebens.
6.) Moses schlug einen Felsen hart,
Dass Wasser draus tät fließen:
Also wird Christi Seite zart
Mit einem Speer zerrissen,
Daraus viel Blut und Wasser floss,
Der Gnadenbrunn' sich da ergoss,
Der mich im Tod erquicket.
7.) O ein'ger Vat'r ins Himmels Thron,
Lass mich von hinnen scheiden!
O Jesu Christe, Gottes Sohn,
Du wollst mich auch geleiten!
O heilger Geist! Tu auf die Tür,
Und mich zum Baum des Lebens führ'
Und zum Brunn' der Genaden.
8.) Nun fühl ich Schutz, Trost, Ruh' und Freud'
In deinen heilgen Wunden!
Nun ist alls Leid und Traurigkeit
Aus meinem Herz verschwunden!
Fahr hin, mein Seel', Gott wartet dein'
Mit seinen lieben Engelein,
Führt dich zum Himmelssaale.
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Autor: Johann Kämpf
Melodie: Wenn mein Stündlein vorhanden ist
oder: Allein Gott in der Höh sei Ehr
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Vermehrtes Schönburgisches Gesangbuch
Herausgegeben von Johann Georg Schulz
Waldenburg 1796
Liednummer 1209
Thema: Tod und Ewigkeit
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Johann Kämpf, auch Kempf bzw. K(a)empfius, (* um 1575 in Staffelstein in Franken, † 1625 in Gotha) war ein deutscher evangelisch-lutherischer Pfarrer und Lieddichter. Seine Familie wurde wegen ihrer Konfession aus Staffelstein vertrieben und zog nach Coburg. Hier besuchte Kämpf das Gymnasium und studierte anschließend in Wittenberg und Jena. Im Jahre 1604 wurde er Diakon (zweiter Pfarrer) in Gotha und starb hier 1625 an der Pest. Kämpf verfasste mehrere theologische Schriften und ist Autor des geistlichen Liedes 'Wenn ich in Todesnöthen bin', das durch das Freylinghausensche Gesangbuch von 1704 größere Verbreitung fand.
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Wenn ich in Todesnöten bin
Wenn ich in Todesnöten bin
1.) Wenn ich in Todesnöten bin
Und weiß kein' Rat zu finden,
So nehm ich meine Zuflucht hin
Zu Christi Tod und Wunden,
Darinnen find ich Hilf' und Rat
Wid'r Gottes Zorn und Ungenad,
Auch wider Tod und Hölle.
2.) Es ist kein Schmerz, kein Leid, kein Not,
Kein Angst so groß auf Erden,
Die nicht durch Christi Wunden rot
Gar könnt' geheilet werden.
Sein Tod mein Leben und Gewinnst,
Mein Hoffnung, Zuflucht und Verdienst,
Mein Schatz, mein Ehr', mein' Krone.
3.) Er streckt am Kreuz aus Hand und Fuß,
Mich freundlich zu umfangen,
Sein Haupt neigt er mir zu ein'm Kuss,
Aus herzlichem Verlangen.
Sein' Seite er eröffnen ließ,
Dass ich darin mög' schauen süß
Sein Herz, sein Lieb', sein Treue.
4.) Das ist die Tür der Gnaden fest,
Die uns stets offen stehet,
Gleichwie Gott Noah bauen lässt
Ein' Kasten, drein er gehet
Zur Sintflut groß mit all' den Sein'n:
Also sind Christi Wunden rein
Die Tür zum Gnadenthrone.
5.) Darein will ich mich finden fein,
Und mich darein verdecken,
Gleich wie ein klein' Waldvögelein
Im hohlen Baum verstecken
Bis Ungewitt'r vorübergeht,
Also will ich mich finden stet
Zu Christ, dem Baum des Lebens.
6.) Moses schlug einen Felsen hart,
Dass Wasser draus tät fließen:
Also wird Christi Seite zart
Mit einem Speer zerrissen,
Daraus viel Blut und Wasser floss,
Der Gnadenbrunn' sich da ergoss,
Der mich im Tod erquicket.
7.) O ein'ger Vat'r ins Himmels Thron,
Lass mich von hinnen scheiden!
O Jesu Christe, Gottes Sohn,
Du wollst mich auch geleiten!
O heilger Geist! Tu auf die Tür,
Und mich zum Baum des Lebens führ'
Und zum Brunn' der Genaden.
8.) Nun fühl ich Schutz, Trost, Ruh' und Freud'
In deinen heilgen Wunden!
Nun ist alls Leid und Traurigkeit
Aus meinem Herz verschwunden!
Fahr hin, mein Seel', Gott wartet dein'
Mit seinen lieben Engelein,
Führt dich zum Himmelssaale.
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Autor: Johann Kämpf
Melodie: Wenn mein Stündlein vorhanden ist
oder: Allein Gott in der Höh sei Ehr
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Vermehrtes Schönburgisches Gesangbuch
Herausgegeben von Johann Georg Schulz
Waldenburg 1796
Liednummer 1209
Thema: Tod und Ewigkeit
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Johann Kämpf, auch Kempf bzw. K(a)empfius, (* um 1575 in Staffelstein in Franken, † 1625 in Gotha) war ein deutscher evangelisch-lutherischer Pfarrer und Lieddichter. Seine Familie wurde wegen ihrer Konfession aus Staffelstein vertrieben und zog nach Coburg. Hier besuchte Kämpf das Gymnasium und studierte anschließend in Wittenberg und Jena. Im Jahre 1604 wurde er Diakon (zweiter Pfarrer) in Gotha und starb hier 1625 an der Pest. Kämpf verfasste mehrere theologische Schriften und ist Autor des geistlichen Liedes 'Wenn ich in Todesnöthen bin', das durch das Freylinghausensche Gesangbuch von 1704 größere Verbreitung fand.
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++