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Du bist der gute Hirte
Ich bin ein guter Hirte
1.) Ja freilich, ew'ger Herr,
Du bist der gute Hirte,
Ich bin ein böses Schaf,
Das in der Wüsten irrte,
Von dir weit, fern von dir.
Ich ging der Weide nach,
Die mich zur Hellen stieß
Und dir das Leben brach.
2.) Mein Leben war dein Tod,
Dein Hunger mein Vergnügen,
Mein Überfluss dein Durst.
Ich wär sonst blieben liegen.
Der Mietling floh hinweg,
Der wilde Wolf brach ein
Und ließ mich schwaches Lamm
Kaum, kaum noch übrig sein.
3.) Du, Jesu, suchtest mich,
Du fandest mich, mich Armen,
Und trugst mich wieder heim.
Es ist bloß ein Erbarmen,
Dass ich bin, der ich bin.
Herr, weide ferner mich!
Herr, speise mich mit dir!
Ich dürst', ich hungre, dich.
4.) Du bist das Himmelbrot.
Wer dich isst, der wird leben.
O Brunnen Israel,
Du, du kannst Wasser geben,
Das aus dem Himmel quillt
Und wieder rinnt hinein.
Wer dich isst, wer dich trinkt,
Wird stets gesättigt sein.
+++++++++++++++++++++++++++++++++++
Paul Fleming (* 5. Oktober 1609 in Hartenstein, Sachsen; † 2. April 1640 in Hamburg) war ein deutscher Arzt und Schriftsteller. Paul Fleming gilt als einer der bedeutendsten Lyriker des deutschen Barock.
Fleming war der Sohn des Stadtpastors Abraham Fleming von Hartenstein. Von seinem Vater erhielt er den ersten Unterricht. Anschließend besuchte er zunächst die Schule in Mittweida, doch schon im Alter von 14 Jahren wurde er 1623 von Johann Hermann Schein in die Leipziger Thomasschule aufgenommen. 1628 immatrikulierte er sich an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig und schloss das Studium 1633 mit dem Magistergrad ab. 1629 schloss er mit seinem Studienkameraden Georg Gloger (1603-1631) Bekanntschaft, mit dem er bis zu dessen Tod freundschaftlich verbunden blieb. Gloger wies Fleming auf das Buch von der Deutschen Poeterey von Martin Opitz hin. Opitz wurde zum Leitstern für Fleming.
Auf Einladung von Adam Olearius ging Fleming 1633 nach Holstein, wo Herzog Friedrich von Holstein-Gottorf ihn engagierte, als Hofjunker und Arzt seine Gesandtschaft nach Russland zu begleiten. Anfang August 1634 erreichte die Reisegruppe die russische Hauptstadt Moskau. Ein Teil der Gesandtschaft kehrte im April 1635 nach Gottorp zurück, während Fleming mit dem Rest in Reval verweilte.
Im Oktober des gleichen Jahres reiste Fleming mit der Gesandtschaft des Herzogs von Gottorf nach Persien. Im August 1637 erreichten sie Isfahan und blieben dort bis 1639. Schon auf der Rückreise aus Russland 1635 lernte er in Reval (heute Tallinn) die drei Töchter der Kaufmannsfamilie Niehusen kennen. In seinem Gedicht an Elsabe Niehusen 'Ein getreues Hertze wissen' betonte er den Wert der Treue für die menschliche Selbstbehauptung. 1639 verlobte sich Fleming mit Anna Niehusen, der jüngeren Schwester Elsabes, nachdem Elsabe im Juni 1637 einen anderen geheiratet hatte.
In Verfolgung seiner beruflichen Karriere erwarb Fleming 1640 an der Universität Leiden die medizinische Doktorwürde und beabsichtigte, nach Reval zu gehen, um sich dort als Arzt niederzulassen. Doch unterwegs starb Paul Fleming im Alter von 30 Jahren in Hamburg an einer Lungenentzündung. Er wurde in der Hauptkirche St. Katharinen bestattet, wo sich sein Grabstein bis heute erhalten hat.
David Pohle (1624-1695) vertonte 12 Arien auf Texte aus Flemings 5. Odenbuch.
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Paul Fleming (October 5, 1609 – April 2, 1640) was a German poet. He was born Hartenstein, in Vogtland, Saxony, and received first medical training at the University of Leipzig and his medical doctorate at Hamburg.
Fleming was engaged with Adam Olearius in embassies in Russia and Persia. He settled in Hamburg in 1639, but died the following year. As a lyricist he stood in the front rank of German poets.
Du bist der gute Hirte
Ich bin ein guter Hirte
1.) Ja freilich, ew'ger Herr,
Du bist der gute Hirte,
Ich bin ein böses Schaf,
Das in der Wüsten irrte,
Von dir weit, fern von dir.
Ich ging der Weide nach,
Die mich zur Hellen stieß
Und dir das Leben brach.
2.) Mein Leben war dein Tod,
Dein Hunger mein Vergnügen,
Mein Überfluss dein Durst.
Ich wär sonst blieben liegen.
Der Mietling floh hinweg,
Der wilde Wolf brach ein
Und ließ mich schwaches Lamm
Kaum, kaum noch übrig sein.
3.) Du, Jesu, suchtest mich,
Du fandest mich, mich Armen,
Und trugst mich wieder heim.
Es ist bloß ein Erbarmen,
Dass ich bin, der ich bin.
Herr, weide ferner mich!
Herr, speise mich mit dir!
Ich dürst', ich hungre, dich.
4.) Du bist das Himmelbrot.
Wer dich isst, der wird leben.
O Brunnen Israel,
Du, du kannst Wasser geben,
Das aus dem Himmel quillt
Und wieder rinnt hinein.
Wer dich isst, wer dich trinkt,
Wird stets gesättigt sein.
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Paul Fleming (* 5. Oktober 1609 in Hartenstein, Sachsen; † 2. April 1640 in Hamburg) war ein deutscher Arzt und Schriftsteller. Paul Fleming gilt als einer der bedeutendsten Lyriker des deutschen Barock.
Fleming war der Sohn des Stadtpastors Abraham Fleming von Hartenstein. Von seinem Vater erhielt er den ersten Unterricht. Anschließend besuchte er zunächst die Schule in Mittweida, doch schon im Alter von 14 Jahren wurde er 1623 von Johann Hermann Schein in die Leipziger Thomasschule aufgenommen. 1628 immatrikulierte er sich an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig und schloss das Studium 1633 mit dem Magistergrad ab. 1629 schloss er mit seinem Studienkameraden Georg Gloger (1603-1631) Bekanntschaft, mit dem er bis zu dessen Tod freundschaftlich verbunden blieb. Gloger wies Fleming auf das Buch von der Deutschen Poeterey von Martin Opitz hin. Opitz wurde zum Leitstern für Fleming.
Auf Einladung von Adam Olearius ging Fleming 1633 nach Holstein, wo Herzog Friedrich von Holstein-Gottorf ihn engagierte, als Hofjunker und Arzt seine Gesandtschaft nach Russland zu begleiten. Anfang August 1634 erreichte die Reisegruppe die russische Hauptstadt Moskau. Ein Teil der Gesandtschaft kehrte im April 1635 nach Gottorp zurück, während Fleming mit dem Rest in Reval verweilte.
Im Oktober des gleichen Jahres reiste Fleming mit der Gesandtschaft des Herzogs von Gottorf nach Persien. Im August 1637 erreichten sie Isfahan und blieben dort bis 1639. Schon auf der Rückreise aus Russland 1635 lernte er in Reval (heute Tallinn) die drei Töchter der Kaufmannsfamilie Niehusen kennen. In seinem Gedicht an Elsabe Niehusen 'Ein getreues Hertze wissen' betonte er den Wert der Treue für die menschliche Selbstbehauptung. 1639 verlobte sich Fleming mit Anna Niehusen, der jüngeren Schwester Elsabes, nachdem Elsabe im Juni 1637 einen anderen geheiratet hatte.
In Verfolgung seiner beruflichen Karriere erwarb Fleming 1640 an der Universität Leiden die medizinische Doktorwürde und beabsichtigte, nach Reval zu gehen, um sich dort als Arzt niederzulassen. Doch unterwegs starb Paul Fleming im Alter von 30 Jahren in Hamburg an einer Lungenentzündung. Er wurde in der Hauptkirche St. Katharinen bestattet, wo sich sein Grabstein bis heute erhalten hat.
David Pohle (1624-1695) vertonte 12 Arien auf Texte aus Flemings 5. Odenbuch.
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Paul Fleming (October 5, 1609 – April 2, 1640) was a German poet. He was born Hartenstein, in Vogtland, Saxony, and received first medical training at the University of Leipzig and his medical doctorate at Hamburg.
Fleming was engaged with Adam Olearius in embassies in Russia and Persia. He settled in Hamburg in 1639, but died the following year. As a lyricist he stood in the front rank of German poets.