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Geld und Reichtum, das zerstäubt

Photo: Winter im Biebricher Schlosspark, Wiesbaden-Biebrich

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Ein getreues Herze wissen

 

1.) Ein getreues Herze wissen

Hat des höchster Schatzes Preis.

Der ist selig zu begrüßen,

Der ein solches Kleinod weiß.

Mir ist wohl bei Freud und Schmerz,

Denn ich weiß ein treues Herz.

 

2.) Läuft ein Glücke gleich zu Zeiten

Anders, als man will und meint. -

Ein getreues Herz hilft streiten

Wider alles, was ihm feind.

Mir ist wohl bei Freud und Schmerz,

Denn ich weiß ein treues Herz.

 

3.) Seine Freude steht alleine

In des andern Redlichkeit,

Hält andern Not für seine,

Weicht auch nicht in böser Zeit.

Mir ist wohl bei Freud und Schmerz,

Denn ich weiß ein treues Herz.

 

4.) Gunst, die kehrt sich nach dem Glücke,

Geld und Reichtum, das zerstäubt.

Schönheit lässt uns bald zurücke,

Ein getreues Herze bleibt.

Mir ist wohl bei Freud und Schmerz,

Denn ich weiß ein treues Herz.

 

5.) Eins ist da sein und geschieden,

Ein getreues Herze hält,

Gibt sich allezeit zufrieden,

Steht auf, wenn es niederfällt.

Mir ist wohl bei Freud und Schmerz,

Denn ich weiß ein treues Herz.

 

6.) Nichts ist Süßers als zwei Treue,

Wenn sie eines worden sein.

Dies ist's, des ich mich erfreue,

Und sie gibt ihr Ja auch drein.

Mir ist wohl bei Freud und Schmerz,

Denn ich weiß ein treues Herz.

 

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Text: Paul Fleming, 1638

eise: Joseph Gersbach, vor 1828

mögl. Melodie: Tut mir auf die schöne Pforte

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Gefunden in:

Evangelisches Gesangbuch,

Liednummer 439

Kapitel: Geistliche Volkslieder

Herausgegeben von der Gesamtsynode Wiesbaden

Mitte des 19. Jahrhunderts

gedruckt bei Carl Ritter, Wiesbaden

Die Strophen 4 - 6 sind nicht am angegebenen Ort zu finden

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Paul Fleming (* 5. Oktober 1609 in Hartenstein, Sachsen; † 2. April 1640 in Hamburg) war ein deutscher Arzt und Schriftsteller. Paul Fleming gilt als einer der bedeutendsten Lyriker des deutschen Barock.

 

Fleming war der Sohn des Stadtpastors Abraham Fleming von Hartenstein. Von seinem Vater erhielt er den ersten Unterricht. Anschließend besuchte er zunächst die Schule in Mittweida, doch schon im Alter von 14 Jahren wurde er 1623 von Johann Hermann Schein in die Leipziger Thomasschule aufgenommen. 1628 immatrikulierte er sich an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig und schloss das Studium 1633 mit dem Magistergrad ab. 1629 schloss er mit seinem Studienkameraden Georg Gloger (1603-1631) Bekanntschaft, mit dem er bis zu dessen Tod freundschaftlich verbunden blieb. Gloger wies Fleming auf das Buch von der Deutschen Poeterey von Martin Opitz hin. Opitz wurde zum Leitstern für Fleming.

 

Auf Einladung von Adam Olearius ging Fleming 1633 nach Holstein, wo Herzog Friedrich von Holstein-Gottorf ihn engagierte, als Hofjunker und Arzt seine Gesandtschaft nach Russland zu begleiten. Anfang August 1634 erreichte die Reisegruppe die russische Hauptstadt Moskau. Ein Teil der Gesandtschaft kehrte im April 1635 nach Gottorp zurück, während Fleming mit dem Rest in Reval verweilte.

 

Im Oktober des gleichen Jahres reiste Fleming mit der Gesandtschaft des Herzogs von Gottorf nach Persien. Im August 1637 erreichten sie Isfahan und blieben dort bis 1639. Schon auf der Rückreise aus Russland 1635 lernte er in Reval (heute Tallinn) die drei Töchter der Kaufmannsfamilie Niehusen kennen. In seinem Gedicht an Elsabe Niehusen 'Ein getreues Hertze wissen' betonte er den Wert der Treue für die menschliche Selbstbehauptung. 1639 verlobte sich Fleming mit Anna Niehusen, der jüngeren Schwester Elsabes, nachdem Elsabe im Juni 1637 einen anderen geheiratet hatte.

 

In Verfolgung seiner beruflichen Karriere erwarb Fleming 1640 an der Universität Leiden die medizinische Doktorwürde und beabsichtigte, nach Reval zu gehen, um sich dort als Arzt niederzulassen. Doch unterwegs starb Paul Fleming im Alter von 30 Jahren in Hamburg an einer Lungenentzündung. Er wurde in der Hauptkirche St. Katharinen bestattet, wo sich sein Grabstein bis heute erhalten hat.

 

David Pohle (1624-1695) vertonte 12 Arien auf Texte aus Flemings 5. Odenbuch.

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Paul Fleming (October 5, 1609 – April 2, 1640) was a German poet. He was born Hartenstein, in Vogtland, Saxony, and received first medical training at the University of Leipzig and his medical doctorate at Hamburg.

 

Fleming was engaged with Adam Olearius in embassies in Russia and Persia. He settled in Hamburg in 1639, but died the following year. As a lyricist he stood in the front rank of German poets.

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Uploaded on January 16, 2010
Taken on January 5, 2010