amras_de
Ach frommer Gott, dir sei's geklagt
Photo: Jugendstil in Darmstadt - Im Europagarten (Detail)
++++++++++++++++++++++++++++++++
Ach frommer Gott, dir sei's geklagt
- Lied eines Kranken -
1.) Ach frommer Gott, dir sei's geklagt,
Was mich in meinem Herzen
Für Angst und Elend drückt und plagt,
Mein Leib ist voller Schmerzen.
Ich bin mit Krankheit hart beschweret
Und meine Kraft ist fast verzehret
Von deinem Zorn und Dräuen. (a)
2.) Du hast für meine Missetat
Mich selber so geschmissen,
Dass ich nun deinen treuen Rat
Und Hilfe muss vermissen.
Ich liege da ganz ohne Ruh',
Auch nimmt die Schwachheit immer zu
Und muss den Tod besorgen. (b)
3.) Weil aber du dich hast erkläret
Und väterlich verheißen,
Den, der dich suchet und begehrt
Aus seiner Not zu reißen:
So komm ich auch vor deine Tür,
Ach, frommer Vater, hilf du mir
Und wende meine Plage!
4.) Denn du bist doch ein starker Held,
Der Tod und Leben zwinget.
Ein treuer Arzt für alle Welt,
Dem alles wohl gelinget.
Darum so stärke meinen Geist,
Nimm weg, was Not und Krankheit heißt
Und heile meine Schmerzen.
5.) Beschenke mich mit deiner Huld,
Erhalte mich in Gnaden.
Verleihe christliche Geduld,
Was mir kann aber schaden,
Lass, liebster Gott, entfernet sein
Und gib mit Trost und Leben ein
Durch deines Geistes Gaben.
6.) O Jesu, treuer Seelenhort,
Von wegen deiner Wunden
Sprich nur ein einzig Liebeswort,
So bin ich schon verbunden.
Ja, wenn du, lieber Meister, willt,
So wird mein Leiden bald gestillt
Und meine Pein gedämpfet.
7.) Nun, treuer Gott, ich traue dir:
Hast du mich selbst geschlagen,
Du wirst auch meine Schwachheit mir
Erfreulich helfen tragen,
Dass mich die schwere Schmerzenslast,
Die du mir aufgeleget hast,
Nicht gänzlich unterdrücke.
8.) Soll aber ich in dieser Not
Und Krankheit unterliegen,
So gib, dass über meinen Tod
Ich gläubig möge siegen,
Dass ich durch Jammer, Kreuz und Leid
Zu deines Himmels Herrlichkeit
Getrost und fröhlich dringe.
(a) Drohen
(b) ich muss mich vor dem Tod fürchten
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Autor: Salomon Liskow
Melodie: Herr Jesu Christ, ich weiß gar wohl
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
gefunden in:
M. Salomon Liscovius geistliche Lieder
herausgegeben von Julius Leopold Pasig
Im Rahmen der Edition Geistliche Sänger
der christlichen Kirche deutscher Nation,
herausgegeben von Wilhelm Schircks
gedruckt Halle [an der Saale], 1855
Verlag Julius Fricke
Thema: Gottvertrauen, Kreuz und Trost
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Salomon Liskow (*25.10.1640 - + 5.12.1689) stammt aus der Gegend zwischen Ober- und Niederlausitz. Er wirkte als evangelischer Pfarrer in Wurzen. Liskows Vater Johann war in Niemitzsch lutherischer Pfarrer, den er genauso wie seine Mutter früh verlor. Er ging als Schüler in die Dresdner Kreuzschule und konnte ab 1660 mit einem Stipendium Theologie in Wittenberg studieren. Bereits damals zeigte sich seine hohe Begabung der Dichtkunst, mit der er bekannt wurde. 1664 wurde er Pfarrer in Ottwisch und Stockheim im Kirchenbezirk Grimma. Im Juni desselben Jahres heiratete er Margaretha Nicolai, eine Tochter eines Amtsbruders aus Schwepnitz bei Bautzen, die ihm neun Söhne und vier Töchter schenkte. 1685 wechselte er nach Wurzen, wo er vier Jahre später im Alter von 49 Jahren starb. In seinem Leben dichtete er weltliche und geistliche Lieder, die schnell Aufnahme in die evangelischen Kirchengesangbücher fanden. Seine Poesie entspricht dem frühen Pietismus, er gehört zu den besten Dichtern der evangelischen Christenheit und wurde oft mit Paul Gerhardt verglichen. Zwei eigene Liedsammlungen von Liskow sind erhalten.
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Ach frommer Gott, dir sei's geklagt
Photo: Jugendstil in Darmstadt - Im Europagarten (Detail)
++++++++++++++++++++++++++++++++
Ach frommer Gott, dir sei's geklagt
- Lied eines Kranken -
1.) Ach frommer Gott, dir sei's geklagt,
Was mich in meinem Herzen
Für Angst und Elend drückt und plagt,
Mein Leib ist voller Schmerzen.
Ich bin mit Krankheit hart beschweret
Und meine Kraft ist fast verzehret
Von deinem Zorn und Dräuen. (a)
2.) Du hast für meine Missetat
Mich selber so geschmissen,
Dass ich nun deinen treuen Rat
Und Hilfe muss vermissen.
Ich liege da ganz ohne Ruh',
Auch nimmt die Schwachheit immer zu
Und muss den Tod besorgen. (b)
3.) Weil aber du dich hast erkläret
Und väterlich verheißen,
Den, der dich suchet und begehrt
Aus seiner Not zu reißen:
So komm ich auch vor deine Tür,
Ach, frommer Vater, hilf du mir
Und wende meine Plage!
4.) Denn du bist doch ein starker Held,
Der Tod und Leben zwinget.
Ein treuer Arzt für alle Welt,
Dem alles wohl gelinget.
Darum so stärke meinen Geist,
Nimm weg, was Not und Krankheit heißt
Und heile meine Schmerzen.
5.) Beschenke mich mit deiner Huld,
Erhalte mich in Gnaden.
Verleihe christliche Geduld,
Was mir kann aber schaden,
Lass, liebster Gott, entfernet sein
Und gib mit Trost und Leben ein
Durch deines Geistes Gaben.
6.) O Jesu, treuer Seelenhort,
Von wegen deiner Wunden
Sprich nur ein einzig Liebeswort,
So bin ich schon verbunden.
Ja, wenn du, lieber Meister, willt,
So wird mein Leiden bald gestillt
Und meine Pein gedämpfet.
7.) Nun, treuer Gott, ich traue dir:
Hast du mich selbst geschlagen,
Du wirst auch meine Schwachheit mir
Erfreulich helfen tragen,
Dass mich die schwere Schmerzenslast,
Die du mir aufgeleget hast,
Nicht gänzlich unterdrücke.
8.) Soll aber ich in dieser Not
Und Krankheit unterliegen,
So gib, dass über meinen Tod
Ich gläubig möge siegen,
Dass ich durch Jammer, Kreuz und Leid
Zu deines Himmels Herrlichkeit
Getrost und fröhlich dringe.
(a) Drohen
(b) ich muss mich vor dem Tod fürchten
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Autor: Salomon Liskow
Melodie: Herr Jesu Christ, ich weiß gar wohl
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
gefunden in:
M. Salomon Liscovius geistliche Lieder
herausgegeben von Julius Leopold Pasig
Im Rahmen der Edition Geistliche Sänger
der christlichen Kirche deutscher Nation,
herausgegeben von Wilhelm Schircks
gedruckt Halle [an der Saale], 1855
Verlag Julius Fricke
Thema: Gottvertrauen, Kreuz und Trost
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Salomon Liskow (*25.10.1640 - + 5.12.1689) stammt aus der Gegend zwischen Ober- und Niederlausitz. Er wirkte als evangelischer Pfarrer in Wurzen. Liskows Vater Johann war in Niemitzsch lutherischer Pfarrer, den er genauso wie seine Mutter früh verlor. Er ging als Schüler in die Dresdner Kreuzschule und konnte ab 1660 mit einem Stipendium Theologie in Wittenberg studieren. Bereits damals zeigte sich seine hohe Begabung der Dichtkunst, mit der er bekannt wurde. 1664 wurde er Pfarrer in Ottwisch und Stockheim im Kirchenbezirk Grimma. Im Juni desselben Jahres heiratete er Margaretha Nicolai, eine Tochter eines Amtsbruders aus Schwepnitz bei Bautzen, die ihm neun Söhne und vier Töchter schenkte. 1685 wechselte er nach Wurzen, wo er vier Jahre später im Alter von 49 Jahren starb. In seinem Leben dichtete er weltliche und geistliche Lieder, die schnell Aufnahme in die evangelischen Kirchengesangbücher fanden. Seine Poesie entspricht dem frühen Pietismus, er gehört zu den besten Dichtern der evangelischen Christenheit und wurde oft mit Paul Gerhardt verglichen. Zwei eigene Liedsammlungen von Liskow sind erhalten.
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++