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Wenige wissen / Only a few knows

Wenige wissen

- Hymne (Lobgesang) auf das christliche Abendmahl -

 

Wenige wissen

Das Geheimnis der Liebe,

Fühlen Unersättlichkeit

Und ewigen Durst.

Des Abendmahls

Göttliche Bedeutung

Ist den irdischen Sinnen Rätsel;

Aber wer jemals

Von heißen, geliebten Lippen

Atem des Lebens sog,

Wem heilige Glut

In zitternde Wellen das Herz schmolz,

Wem das Auge aufging,

Dass er des Himmels

Unergründliche Tiefe maß,

Wird essen von seinem Leibe

Und trinken von seinem Blute

Ewiglich.

 

Wer hat des irdischen Leibes

Hohen Sinn erraten?

Wer kann sagen,

Dass er das Blut versteht?

Einst ist alles Leib,

Ein Leib,

In himmlischem Blute

Schwimmt das selige Paar. –

 

O! Dass das Weltmeer

Schon errötete,

Und in duftiges Fleisch

Aufquölle der Fels!

Nie endet das süße Mahl,

Nie sättigt die Liebe sich.

Nicht innig, nicht eigen genug

Kann sie haben den Geliebten.

Von immer zärteren Lippen

Verwandelt wird das Genossene

Inniglicher und näher.

 

Heißere Wollust

Durchbebt die Seele.

Durstiger und hungriger

Wird das Herz:

Und so währet der Liebe Genuss

Von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Hätten die Nüchternen

Einmal gekostet,

Alles verließen sie,

Und setzten sich zu uns

An den Tisch der Sehnsucht,

Der nie leer wird.

Sie erkennten der Liebe

Unendliche Fülle,

Und priesen die Nahrung

Von Leib und Blut.

 

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Text: Friedrich von Hardenberg, genannt Novalis

 

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Georg Friedrich Philipp Freiherr von Hardenberg, genannt Novalis (* 2. Mai 1772 auf Schloss

Oberwiederstedt (heute Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt); † 25. März 1801 in Weißenfels, heute Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt), war ein deutscher Schriftsteller der Frühromantik, Philosoph, evangelischer Kirchenlieddichter und Bergbauingenieur.

Der rastlose, kreative und reflektierte Friedrich von Hardenberg gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der deutschen Frühromantik. Nur wenige Jahre hatte er, um seine Fähigkeiten zu entdecken, zu erkennen und weiterzuentwickeln.

Der mit umfassenden Kenntnissen der Naturwissenschaften, des Rechts, der Philosophie, Politik und Wirtschaft ausgestattete Friedrich von Hardenberg wurde früh schreibend aktiv. Schon das Jugendwerk macht deutlich, dass der Autor bereits früh ausgesprochen belesen und

gebildet war. Sein Werk hat enge Verbindungen zu seiner beruflichen Tätigkeit, einschließlich der Zeit seines Studiums, denn abgesehen von den Dichtungen, den Fragmenten und Essays, ist eine erstaunliche Fülle von Aufzeichnungen zu Geschichte und Politik, Philosophie, Religion, Ästhetik und Naturwissenschaftsgeschichte bekannt.

Seine Kirchenlieder und Gedichte sind geprägt von einer innigen Liebe zu Jesus Christus.

 

 

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Uploaded on July 25, 2009
Taken on June 24, 2009