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Wer das Kleinod will erringen
Wer das Kleinod will erringen
1.) Wer das Kleinod will erringen,
Wer zum Lohn der bessern Welt
Will hindurch als Sieger dringen,
Zeig im Kampfe sich als Held!
Hier in seinen Übungstagen
Muss er alles tun und wagen,
Um der Hoffnung wert zu sein:
Einst ist diese Krone mein.
2.) Wie hat nicht der Herr gestritten,
Als er mit dem Tode rang!
Welche Qualen er gelitten,
Der den Kelch für alle trank!
Und nun sitzt er auf dem Throne,
und vor ihm, dem Menschensohne,
Beugen alle nun ihr Knie,
Für die er einst kämpfte hie.
3.) Kämpften nicht und überwanden
Seiner Wahrheit Märtyrer?
Was sie duldend einst empfanden,
Fühlt und duldet keiner mehr.
Und doch trugen sie mit Freuden
Der Verfolgung schwere leiden,
Achteten nicht Schmach und Not,
Bande nicht, nicht Qual, noch Tod.
4.) Und ich sollte unterliegen,
Mich die Macht der Finsternis,
Mich der Reiz der Welt besiegen?
Ist der Lohn mir nicht gewiss,
Wenn ich meine Lüste dämpfe,
Wenn ich unerschrocken kämpfe?
Sind auch meiner Feinde viel:
Herrlich ist der Lohn am Ziel.
5.) Reiche mir aus deiner Höhe,
Herr, die Waffen selbst zum Streit,
Dass ich unerschüttert stehe,
Wenn mir Hass, Verfolgung dräut, (a)
Dass ich mich selbst überwinde
Und die Lockungen der Sünde.
Dass ich meinem Vorsatz treu,
Standhaft in Versuchung sei.
6.) Herr, du kennest ja mich Schwachen,
Siehest meines Kampfs Gefahr.
Du nur kannst mich stärker machen,
Reichest du mir Kräfte dar.
Leid' ich auch, - des Lebens Krone
Ist mir mehr als g'nug zum Lohne.
Wirst du nur mein Beistand sein:
o gewiss, dann ist sie mein.
(a) ältere Form des Verbs 'droht'
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Autor: Ludwig Friedrich Krauß
Melodie: ohne Angaben
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
gefunden in der
Anthologie christlicher Gesänge
aus allen Jahrhunderten der Kirche
Sechster Band
Herausgegeben von August Jakob Rambach
verlegt bei J. F. Hammerich,
Altona und Leipzig, 1833
Thema: Glaube, Kampf und Rechtfertigung
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Ludwig Friedrich Krauß, auch Krauss (* 5. November 1757 in Augsburg; † 1851 ebenda) war ein evangelisch-lutherischer Geistlicher, Hymnologe und Lieddichter.
Seine Eltern waren Marx Friedrich Krauß († 1772), Pfarrer an der Barfüßerkirche und Senior des Augsburger Predigerministeriums, und Marie Magdalene, eine Tochter des Pfarrers Samuel Urlsperger. Krauss besuchte das evangelische Gymnasium, ab zwölf Jahren das Kollegium zu St. Anna und studierte ab 1776 in Tübingen und Leipzig. 1780 kehrte er in seine Heimatstadt zurück, wo er Katechet am Zucht- und Arbeitshaus wurde. In den Folgejahren versah er in mehreren Anstellungen Pfarrdienste. 1785 heiratete er Marie Karoline Rick († 1838) aus der Kolonie Neuholland in Brandenburg und übernahm 1790 die Leitung des Armenkinderhauses. 1797 wechselte auf die Stelle eines Diakons (zweiten Pfarrers) an der Kirche St. Anna, 1805 in das Pfarramt an der Kirche St. Ulrich. Daneben wurde er 1806 Senior des Augsburger Predigerministeriums und nach der Eingliederung der Stadt in das Königreich Bayern 1811 Schulkommissar und 1813 Dekan. 1822 vertrat er die lutherische Geistlichkeit in der Bayerischen Abgeordnetenkammer.
Zu seinem 50-jährigen Dienstjubiläum 1830 wurde Krauss zum Kirchenrat ernannt und erhielt das Ehrenkreuz des Ludwigsordens. Das Amt als Dekan gab er ab, blieb aber bis ins hohe Alter im Pfarramt tätig.
Krauss verfasste schon 1788 im Auftrag des Augsburger Predigerministeriums ein Lehrbuch für den Katechismusunterricht, das bis weit ins 19. Jahrhundert im Gebrauch war. Das von ihm gemeinsam mit Johann Christoph Heckel (1747-1798) herausgegebene Augsburger Gesangbuch von 1794, zu dem Krauss einige Liedtexte beisteuerte, wird der Aufklärungstheologie zugerechnet. Eine weitere Veröffentlichung war dem Leben des 1808 verstorbenen Augsburger Patriziers Paul von Stetten gewidmet.
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Wer das Kleinod will erringen
Wer das Kleinod will erringen
1.) Wer das Kleinod will erringen,
Wer zum Lohn der bessern Welt
Will hindurch als Sieger dringen,
Zeig im Kampfe sich als Held!
Hier in seinen Übungstagen
Muss er alles tun und wagen,
Um der Hoffnung wert zu sein:
Einst ist diese Krone mein.
2.) Wie hat nicht der Herr gestritten,
Als er mit dem Tode rang!
Welche Qualen er gelitten,
Der den Kelch für alle trank!
Und nun sitzt er auf dem Throne,
und vor ihm, dem Menschensohne,
Beugen alle nun ihr Knie,
Für die er einst kämpfte hie.
3.) Kämpften nicht und überwanden
Seiner Wahrheit Märtyrer?
Was sie duldend einst empfanden,
Fühlt und duldet keiner mehr.
Und doch trugen sie mit Freuden
Der Verfolgung schwere leiden,
Achteten nicht Schmach und Not,
Bande nicht, nicht Qual, noch Tod.
4.) Und ich sollte unterliegen,
Mich die Macht der Finsternis,
Mich der Reiz der Welt besiegen?
Ist der Lohn mir nicht gewiss,
Wenn ich meine Lüste dämpfe,
Wenn ich unerschrocken kämpfe?
Sind auch meiner Feinde viel:
Herrlich ist der Lohn am Ziel.
5.) Reiche mir aus deiner Höhe,
Herr, die Waffen selbst zum Streit,
Dass ich unerschüttert stehe,
Wenn mir Hass, Verfolgung dräut, (a)
Dass ich mich selbst überwinde
Und die Lockungen der Sünde.
Dass ich meinem Vorsatz treu,
Standhaft in Versuchung sei.
6.) Herr, du kennest ja mich Schwachen,
Siehest meines Kampfs Gefahr.
Du nur kannst mich stärker machen,
Reichest du mir Kräfte dar.
Leid' ich auch, - des Lebens Krone
Ist mir mehr als g'nug zum Lohne.
Wirst du nur mein Beistand sein:
o gewiss, dann ist sie mein.
(a) ältere Form des Verbs 'droht'
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Autor: Ludwig Friedrich Krauß
Melodie: ohne Angaben
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gefunden in der
Anthologie christlicher Gesänge
aus allen Jahrhunderten der Kirche
Sechster Band
Herausgegeben von August Jakob Rambach
verlegt bei J. F. Hammerich,
Altona und Leipzig, 1833
Thema: Glaube, Kampf und Rechtfertigung
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Ludwig Friedrich Krauß, auch Krauss (* 5. November 1757 in Augsburg; † 1851 ebenda) war ein evangelisch-lutherischer Geistlicher, Hymnologe und Lieddichter.
Seine Eltern waren Marx Friedrich Krauß († 1772), Pfarrer an der Barfüßerkirche und Senior des Augsburger Predigerministeriums, und Marie Magdalene, eine Tochter des Pfarrers Samuel Urlsperger. Krauss besuchte das evangelische Gymnasium, ab zwölf Jahren das Kollegium zu St. Anna und studierte ab 1776 in Tübingen und Leipzig. 1780 kehrte er in seine Heimatstadt zurück, wo er Katechet am Zucht- und Arbeitshaus wurde. In den Folgejahren versah er in mehreren Anstellungen Pfarrdienste. 1785 heiratete er Marie Karoline Rick († 1838) aus der Kolonie Neuholland in Brandenburg und übernahm 1790 die Leitung des Armenkinderhauses. 1797 wechselte auf die Stelle eines Diakons (zweiten Pfarrers) an der Kirche St. Anna, 1805 in das Pfarramt an der Kirche St. Ulrich. Daneben wurde er 1806 Senior des Augsburger Predigerministeriums und nach der Eingliederung der Stadt in das Königreich Bayern 1811 Schulkommissar und 1813 Dekan. 1822 vertrat er die lutherische Geistlichkeit in der Bayerischen Abgeordnetenkammer.
Zu seinem 50-jährigen Dienstjubiläum 1830 wurde Krauss zum Kirchenrat ernannt und erhielt das Ehrenkreuz des Ludwigsordens. Das Amt als Dekan gab er ab, blieb aber bis ins hohe Alter im Pfarramt tätig.
Krauss verfasste schon 1788 im Auftrag des Augsburger Predigerministeriums ein Lehrbuch für den Katechismusunterricht, das bis weit ins 19. Jahrhundert im Gebrauch war. Das von ihm gemeinsam mit Johann Christoph Heckel (1747-1798) herausgegebene Augsburger Gesangbuch von 1794, zu dem Krauss einige Liedtexte beisteuerte, wird der Aufklärungstheologie zugerechnet. Eine weitere Veröffentlichung war dem Leben des 1808 verstorbenen Augsburger Patriziers Paul von Stetten gewidmet.
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